Vir. 1. Ebonnement prets: in ta's Sims abracht 60 eben, abgebelt monatlich 60 fs.. fg., Suns die Poft bezogen tertel hrlich Mr. 1.50. Brodbeilegen: Oberbeffische Familienzeitung( glich) fie Bettschrift für Landwirtschaft, Sb- und avtebat, sowie Sie lebener elfenblasen( wichentlich). Das Blat riddat en allen Berlingen neemitaes Samstag, den 2. Januar 1904 Gießener Bairstone 13. Jabrgang. trige Beigelle fact gany Oberbeffen. bie Rreth Baler uns Barburg 10 hs. fofi 15 Big.: Reflumen ble Petitselle 30 ref. 40 ig Bofzeitungsliste No. 3938. Rebettion und Syvebition: Gießen Reuenweg 96 Fraised R. 348. B 1486/10 fol. max.- 13,1-151 Neuelle Nachrichten GIESSEN Mr ( Gießener WageBlai!) nabhängige Tageszeitung r Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Gutblit alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhau Die Brandkatastrophe in Chicago. Die furchtbare Kunde, die der Draht über den Ozean berüberbrachte, daß im Iroquois- Theater zu Chicago viele hunderte von Menschen ums Leben gekommen sind, hat in den Feierklang der Silvesterglocken einen schrillen Wehruf menschlichen Elends gemischt. Zwar scheint sich jetzt die anfängliche Annahme, daß die Katastrophe 1000 Opfer gefordert babe, nicht in ihrem vollen Umfang zu bestätigen, aber selbst wenn der von 562 Toten und 55 Vermißten sprechende offizielle Bericht nicht gefärbt sein sollte, das Unheil ist noch immer riesengroß. Und fast niederschmetternder noch als die Hekatomben von Opfer ist die Art, wie sie untergehen mußten. Es steht fest, daß ein großer Teil hätte gerettet werden können, wenn das Publikum Ruhe und Besonnenheit bewahrt hätte. Nach den Berichten von Augenzeugen spielten sich aber Szenen ab, in denen sich die Nachtseiten der menschlichen Natur in entfeblicher Brutalität offenbarten. Alle Bande der Ordnung waren zerrissen, jede humane Regung schien von dem Qualm der Feuersbrunst erstickt. Rücksichtslos hastete die Menge in ihrer Todesangst den Ausgängen zu, vor sich niederstampfend, wus dem Ansturm nicht stand zu halten vermochte. Franen und Kinder zertreten. So kam es, daß der Fußboden in den Gängen mit den zertretenen Leichen von Frauen und Kindern, die, da ein Zaubermärchen„ Ritter Blaubart" gegeben wurde, das Hauptfontingent der Zuschauer stellten, wie befäet war. Ein Leppich aus Elutenden, verstümmelten Menschenleichen. Wie die Aught um das Leben die Massen vertiert haben muß, erfiebt man mit Schaudern aus dem furchtbaren Anblick, den cinzelne Körver von Frauen und Kinder bieten mehreren, Leichen ist der Kopf direkt von den Nachdrängenden abgeriften, andere, die im Gewühl erstickt sind, heben noch im Tade slebend die Hände und Händchen empor, in stummer Anlage gegen umienschliche Roheit und Selbstsucht. Die Entstehung des Feuers tried mad, einer Version einem Kurzschluß hinter den Kulifen zugeschrieben, der auf Fehler in der elektrischen Leimg surüdzuführen sei. Nach einer zweiten ist das Unalau auf das Bersten eines Calciumbehälters zurückzuführen. Ten fei, wie ihm wolle. Jedenfalls hätte das Feuer leicht erflidt merden können, wenn die Bühne, wie es in Deutschland blich ist, mit einem eisernen Vorhang versehen gewesen wäre, der Bühne und Zuschauerraum völlig von einander obbließt und leicht gehandhabt werden kann. Es war aber man ein sogenannter Asbestvorhang angebracht, dessen Maschinerie im kritischen Moment versagte. Der Komiker hatte Beiftesgegenwart genug, ihn, als der Ruf Feuer!" erscholl, niederfallen zu lassen, doch ging er nur halb zu Boden. Die Flammen schlugen von der Bühne in den Zuschauerraum und die Antastrophe trat ein. Eine Feuerwehr auf er Bühne ist in amerikanischen Theatern auch unbekannt, so daß die Künstler ebenso hart gelitten haben und dezimiert worden find, wie die unglücklichen Zuschauer. Die Chikagoer Tragödie ft die furchtbarste in der Geschichte der großen Theaterbrände und läßt selbst den Brand des Wiener Ringtheaters am 8. Dezember 1881 weit hinter sich. Damals lamen 500 Menschen in den Flammen um. Das FroquoisTheater galt als feuerfest. Es steht zu hoffen, daß der durch hre Sorglosigkeit unrühmlichst bekannten Chikagoer Baufommission angesichts des furchtbaren Unglücks das Gewissen schlagen wird. Die Politik. Wenn auch die gestern erwähnten Alarmnachrichten englischer Blätter über angebliche neue Mordtaten der Bondelzwarts sich erfreulicherwise als unzutreffend herausgestellt haben, so scheint die Lage in Deutsch- Südwestafrika doch feineswegs günstig. Nach einer Depesche des Gouverneurs Leutwein ist dieser in ziemlich großer Besorgnis, daß der auf weitzerstreute Gebiete ausgebreitete Aufstand lange dauern und seine völlige Niederwerfung sehr schwer sein werde. Den Bondelzwarts ist offenbar durch die Witboois im Karasgebirge keine entscheidende Niederlage beigebracht worden. Allem Anscheine nach wollne sich die Flüchtigen im Karasgbirge festsetzen. Da ihnen hier, mitten im Schutzgebiete, die Zufuhr von Waffen und Munition und auch von Lebensmitteln völlig abgeschnitten ist, wird man hoffen dürfen, daß die Befürchtungen des Gouverneurs sich nicht bestätigen. Die amtliche Einberufung des preußischen Landtages ist nun erfolgt: Als Termin des Zusammentritts der beiden Häuser des Landtages wird der 16. Januar bestimmt. Diesen Tag hatten wir, wie erinnerlich, bereits vor einiger Beit als den Zeitpunkt der Eröffnung des Landtages genannt. Auch der neue preußische Etat wird, wenn auch in gemessenen Grenzen, den Beweis liefern, wie die Staatsregierung unablässig bemüht ist, das gewerbliche Fortbildungsschniwesen mehr und mehr zu vervollkommnen. U. a. wird für die Fortbildungsschule in Stettin die Errichtung einer ersten Klasse für Maschinenwesen gefordert werden. Die Ausstattung solcher Klasse mit den entsprechenden Lehrmitteln ist bei dem heutigen Stande der Technik und insbesondere auch der Elektrotechnik mit Kosten verknüpft, die verhältnismäßig hoch sind, wenn man den Maßstab der Gymnasien zu Grunde legt. Eine Reihe Neuernennungen von Mitgliedern des preußischen Herrenhauses sind wieder erfolgt. Zunächst wurde der Generalkonsul, außerordentliche Gesandte und Bevollmächtigte Minister Gustav von Below- Ruzau, dann der Erste Bürgermeister von Minden Dr. Johannes Wolf und schließlich Rittergutsbesitzer Joseph v. Czapski auf Kuchary, Kreis Pleschen, ins Herrenhaus berufen. Die Ernennung des neuen Münchener Nuntius ist erfolgt. Wie man erwartete, ist die Wahl auf Monsignore Caputo gefallen. Wie verlautet, soll er gleichzeitig auch für Berlin beglaubigt werden. Diesem Zweck soll die jüngste Romreise des Freiherrn v. Hertling, des bayerischen Zentrumsführers, gedient haben. Wie es heißt, ist während der Anwesenheit des Freiherrn v. Hertling in Rom auch die Frage der Ernennung eines bayerischen Kardina Is erörtert worden, ein Projekt, dem die bayerische Regierung feineswegs ablehnend gegenüberstehen soll. Angeblich soll im Werke sein, dem Bamberger Erzbischof den Kardinalspurpur zu verleihen. Neulich war in mehreren Blättern geheimnisvoll von einer bedeutsamen Kundgebung der preußischen Generalsynode die Rede, die sich auf das Gebiet der Arbeiterfrage erstrecken sollte. Diese Kundgebung liegt jetzt vor; es ist ein Aufruf, den mehr als 150 Mitglieder der Generalsynode unterschrieben haben. Er fordert alle evangelischen Kreise 311 umfassender Unterstübung der evangelischen Arbeitervereine und der Kirchlichsozialen Konferenz auf. Beide Vereinigungen bedürfen vermehrter finanzieller Unterstügung. Eine„ bedeutsame" Rundgebung der Generalsynode wird man diese einfache Bitte um Spenden nun freilich nicht nennen dürfen. Aber manche Blätter hören das Gras wachsen und machen gern aus der Mücke einen Elefanten. Balkan- Staaten, * Von allen europäischen Gesandten am Belgrader Hofe ist nur der französische auf seinem Posten geblieben. Indessen wird wohl auch ihm nichts übrig bleiben, als sich dem Gesamtstreik anzuschließen. Die klugen Serben haben ihm nämlich eine ostentative Huldigungskundgebung vor dem Hause der Gesandtschaft gebracht. Das war dem Ge= sandten höchst peinlich, da er dadurch sozusagen in einen offenen Gegensatz zu den Vertretern der übrigen Mächte ge' stellt wurde und es den Anschein gewann, als denke Frankreich anders über die serbische Affaire als die anderen Mächte. Infolge dessen will der Gesandte jetzt ebenfalls abreisen. König Peter hat aber noch anderen Aerger. Seine Gegner im Lande behaupten, es existiere ein Brief von seiner Hand an die Königsmörder, der zeige, daß er mit ihnen im Bunde gewesen sei. Der König läßt zwar erklären, daß dieses Gerücht haltlos sei, und ein reicher Freund der Regierung bietet demjenigen 100 000 Francs, der auch nur eine Photographie des angeblichen Schreibens des Königs vorweisen würde. Nichtsdestoweniger erhält sich das Gerücht, und vor allem: es wird geglaubt. Zu alledem tritt noch ein schlechter Finanzabschluß im Staatshaushalt, eine Unterbilanz von 1134 Millionen Francs. Grund genug für König Peter, das Neujahrsfest nicht mit besonderem Behagen zu begehen! Alien. Es bestätigt sich, was wir bereits im unmittelbaren Anschluß an die Meldung von der japanischen Kriegsdrohung an Rußland erklärt hatten: Eine solche Drohung ist bisher nicht erfolgt. Der russisch- japanische Handel steht völlig auf dem alten Fleck, es hat sich in der Zwischenzeit nichts ereignet, was die Spannung mildern oder verhärten könnte. Oefterreich- Ungarn. O Das provisorische Handelsvertrags- Uebereinkommen zwischen Desterreich und Italien, über das in den letzten Wochen so eifrig verhandelt wurde, ist jetzt zu Stande gekommen. Es verlängert den am 1. Januar ablaufenden Handelsvertag zwischen beiden Ländern um sechs Monate. Italien. Einige katholische Mächte besigen bekanntlich bei einer Papst wahl das sogenannte„ Vetorecht", d. h. sie können durch ihre Kardinäle gegen die Wahl eines bestimmten Papabile Einspruch erheben, dem stattgegeben werden muß. Desterreich hat dieses Recht bekanntlich bei der letzten Bapstwahl ausgeübt und damit Rampollas Wahl unmöglich gemacht. Jetzt sind im Vatikan Bemühungen im Gange, die Ausübung des Vetorechts im Konklave für die Zukunft zu verhindern. Diese Bestrebungen haben indessen wenig Aussicht auf Erfolg, da die beteiligten Mächte auf dies Recht kaum werden verzichten wollen. Spanien. In Barcelona, wo seit Jahren kein Tag ohne Streitgfeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern verläuft, ist jetzt wieder ein Droschkenkutscherstreif ausgebrochen. Zwischen den Ausständigen und ihren Dienstherren fam es zu Tätlichkeiten. Die Streifenden weigern sich, in Unterhandlungen einzutreten. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen. Afrika. Im Nigergebiet ist es zu einem EingeborenenAufstand gekommen, der zwei englischen Beamten das Leben gekostet hat. Aus Lokodscha erhält das Reuterbureau die Meldung, unter dem Akapoto- Stamm südlich von Benue sei ein Aufstand ausgebrochen. Der britische Resident und ein Polizeioffizier seien getötet worden. Binnen kurzem werde eine Straferpedition abgesandt werden. Trotz aller Warnungen besonnener Afrikander ist mun doch die Frage der Einfuhr chinesischer Kulis nach Südafrika so gut wie bejahend entschieden. Der geseßgebende Rat in Pretoria hat einen Antrag angenommen, in dem die Regierung aufgefordert wird, einen Gesezentwurf vorzulegen, der die Heranziehung asiatischer Arbeiter in den Randminen gestattet. Die südafrikanische Regierung iſt bekanntlich durchaus willens, diese Maßregel durchzuführen, und wird dem Antrage gern Folge leisten. A Französische Blätter wissen zu berichten, der König der Belgier habe den ozeanischen Transport Dienst für den Kongostant, den bisher eine englische Gesellschaft versorgte, der Hamburg- Amerika- Linie übertragen. Diese Meldung eilt, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter von zuständiger Stelle erfährt, den Tatsachen voraus; die in der Sache schwe benden Verhandlungen sind noch nicht zum Abschluß gelangt. Für die Hamburg- Amerika- Linie wie für die deutsche Schiffahrt t und Volkswirtschaft überhaupt wäre Abkommen zweifelsohne von großer Bedeutung. Hof und Gefellschaft. Der Kaiser empfing den Kronprinzen von Sachsen, der ihm in seiner Eigenschaft als fommandierender General Glückwünsche zum neuen Jahr überbrachte. Es ist das erstemal nach dem Ehedrama am Wettiner Hofe, daß der Kronprinz den Berliner Boden betritt. ** Prinzregent Luitpold von Bayern hat sich infolge eines Fehltritts bei den diesjährigen Hochgebirgsjagden eine Verlegung am rechten Fuß zugezogen. In den Strecksehnen des Gelenks hat sich ein Ersudat gebildet. Um durch die Anstrengungen längeren Stehens den Zustand nicht zu verschlimmern, fallen am Münchener Hofe diesmal die üblichen großen Neujahrsempfänge aus. Heer und flotte. Die Neuordnung des Forbacher Trainbataillons ist nun endgültig erfolgt. Das Militärwochenblatt meldet: v. Nathusius, Major des Dragonerregiments Nr. 6, wurde zum Kommandeur des Trainbataillons Nr. 16( Forbach) ernannt; Ey, Nittmeister des Trainbataillons Nr. 16, mit der gesezlichen Bension zur Disposition gestellt und zum Bezirksoffizier in Gnefen ernannt; Noack, Rittmeister des Trainbataillons Nr. 10 in das Trainbataillon Nr. 16 versest; Herpott, Rittmeister des Trainbataillons Nr. 8, in das Trainbataillon Nr. 16 versett; Frhr. v. Larisch und GroßNimsdorff, Hauptmann und Offizier des Train depots des 11. Armeekorps zum ersten Offizier des Train depots des 16. Armeekorps ernannt; Fuchs, Major und Kommandeur des Trainbataillons Nr. 16 mit der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Ulanenregiments Nr. 16 und mit der gesezlichen Bension der Abschied bewilligt; Bandel, Rittmeister des Trainbataillons Nr. 16 wurde mit der gesetzlichen Bension der Abschied bewilligt; Koch, Oberleutnant, beauftragt mit der Wahrnehmung der Stelle eines ersten Offiziers des Traindepots des 16. Korps ist als Halbinvalide mit der geseglichen Bension ausgeschieden und zu den Offizieren der Landwehr des Trains übergeführt worden; Habenicht, Oberleutnant des Trainbataiqons Nr. 16 wurde mit der gesetzlichen Bension zur Disposition gestellt. Punktum! [ Politische Wochensch a u.] Leider hat die segenspendende und gnadenbringende Weihnachtszeit in Crimmitschau nicht mit einem versöhnen den Abschluß geendigt. Die Vermittelungsversuche sind gescheitert und schroffer als je stehen sich die Parteien gegenüber. Steuerdings verlaufet sogar, daß auch solche Unternehmer, deren Betriebe der Textilindustrie fernstehen, die Mittel zur vollständigen Unterwerfung der Arbeiterschaft gewähren wollen. Eine derartige Lösung der Krisis ist ir die soziale Entwickelung in Deutschland außerordentlich schädlich, denn au weffen Gunsiten der Streit auch entschieden werden mag, ein Rest von Erbitterung bleibt stets zurück. Wir möchten daher hoffen und wünschen, daß die neuen, von dem Ministerialrat v. Roscher angestrebten Versuche zu einem entgiltigen, beiden Teilen Rechnung tragenden Friedensschlusse führen und damit Punktum! Gegenüber diesem unerfreulichen Verlauf der Crimmitschauer Feindseligkeiten nimmt sich der Abschluß der Krisis in„ Einer kleinen Garnison" weit befriedigender aus. Sämtliche Offiziere des Trainbataillons in Forbach, bis auf zwei Herren, die durch den Bilseprozeß nicht kompromittiert worden sind, wurden je nach dem Grade ihres Verschuldens pensioniert oder zur Disposition gestellt. Damit ist dem öffentlichen Rechtsgefühle des Volkes Genüge geschehen und es ist besonders erfreulich, daß hierbei auch menschliche Rücksichten nicht außer Acht gelassen wurden." uch der ehemalige Leutnant Bilse hat sein Recht gefunden, denn der Kaiser hat das gegen ihn erkannte Urteil bestätigt und ihm dadurch Rechtskraft gegeben. Bilse wird die Strafanstalt allerdings, wenn er einen vorsichtigen Vertrag mit seinem Verleger abgeschlossen hat, als reicher Mann verlassen, denn sein Roman" findet, trotzdem seine Verbreitung verboten ist, einen reißenden Absatz. In Straßburg wurden jüngst in einer Stunde von einer einzigen Buchhandlung beinahe ein halbes Tausend Eremplare abgesetzt und die französische Uebersezung, die in der Form einer Legende über deutsche Offiziersfitten herausgegeben wird, dürfte erst recht ein lukratives Geschäft werden. Für Deutschland aber ist das Bilsekapitel abgeschlossen, nachdem an den Forbacher Offizieren ein warnendes Erempel statuiert worden ist. Die in Betracht kommenden Kreise werden sich die Lehre merken und damit Bunftum! * * Lokales. 2. Januar 1904. Für unsere Abonnenten legen wir der heutigen Rummer unserer Zeitung einen Kalender für das Jahr 1904 bei, mit dem Wunsch, daß er den geschätzten Lesern nur gute Lage anzeigen möge. ** Der Großherzog hat am 23. Dezember d. J. dem Forstwart der Forstwertei Elbenrod( Oberförsterei Eudorf), Förster Peter Merkel zu Elbenrod aus Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüttgen verliehen. * * Das Komitee für die Großherzogs Geburtstagsspende wurde am Neujahrstag vom Gr ßherzog Mittags 12 Uhr im Weißen Saal des Residenzschlosses zwecks Uebergabe der Adresse und Unterschriften der einzelnen Spenden in feierlicher Audienz empfangen. Das Komitee bestand aus je 2 Vertretern der 18 hessischen Kreise. * Erledigt ist die Forstwartei Elbenrod( Oberförsterei Eudors). ** Wiederzubesehen ist die evang. farrstelle zu Rödgen mit Annerod, Defanat Gießen, das Repräsentationsrecht steht den Erben des Fürstlich Fuldaischen Geheimerats von Bused, genannt Münch zu, ebenfalls ist Biederzubesezen die ev. Pfarrftelle zu Ettingshausen, Defanat Grünberg, das Repräsentationssecht steht dem Fürsten zu Solms- Hohensolms- Lich zu. * - * Stadttheater Gießen. Die morgige Aufführung des luftigen Schwantes„ Hans Huckebein" ist mit unseren ersten Kräften besetzt. Der Schwank gilt mit Recht als einer unserer besten. Am Dienstag, den 5. Januar, geht als 6. Voltsvorstellung Otto Ludwigs gewaltiges Werk Erbförster in Szene, worauf schon heute hingewiesen sei. * Die Anlag en musik findet am Sonntag Mittag 11 Uhr in den Gießener Südanlagen mit folgendem Brogramm statt: 1. Duvert. Leichte Kavallerie von Suppe. 2. Spinnlied a. d. Op. Die Here. 3. Martin- Walzer von Zeller. ** Die Eisbahn ist eröffnet worden. Das alte Sprichwort: wenn die Tage langen, kommt der inter gegangen" hat sich diesmal bewahrheitet. Die seit einigen Lagen herrschende grimmige Kälte hat dickes Ets gebracht und damit den lang gehegten Wunsch der Schlitt schähläufer erfüllt. ** Hess. Fechtverein ,, aisenschuh." Sonntag, den 27. Dezember 1. J. feierte der Gießener Zweigverein des hessischen Fechtvereins Waisenschutz" seine Weihnachtsier. Der Vorsitzende eröffnete die Feier mit einer auf die edeutung des Tages und die Ziele des Vereins hinweisenden nsprache nnd betonte in derselben ganz besonders, daß es dem Gießener Zweigverein an jungen Beuten zur tätigen Mitwirtung fehle. Der von Mainz in Gießen zu Besuch weilende Fechtrat Herr Schrapenborg berichtete in einer zu Herzen gehenden Ansprache, wie der Hess. Festverein Baisenschutz seine Baisenpflege ausübt und das es dem Verein in diesem Jahre vergönnt sei, über 300 Halbwaisen den Weihnachtsbaum anzuzünden. In Waisenpflege seien vom Verein 15 Rinder untergebracht. Hieran schlossen sich Deflamationen einiger Mädchen und Knaben und dann folgte die Bescheerung an der 32 Kinder teilnehmen konnten. Außerdem tamen in Familien, in denen halbwaise Kinder sind, noch Viktualien zur Verteilung. Die Ziehung dritter Klasse der 3. Hessisch Thüringischen( Mitteldeutschen) Staatslotterie beginnt bereits am 5. nächsten Monats. ** Die Bezirkssparkasse Grünberg ist mit Wirkung vom 1. Januar 1904 an als öffentliche Sparkasse vom Großh. Ministerium des Innern anerkannt worden. zu welcher Stunde hat man am Umzugstag eine Wohnung zu räumen? Das Reichsgericht hat darüber folgendermaßen entschieden: Wohnungen bis zu einem Mietzins von 400 Mt. müssen bis zum 1. Tage im Quartal, mittags 12 Uhr, geräumt sein, desgleichen Wohnungen bis 1000 Mt. Miete bis zum 2. Tage im Duartal mittags 12 Uhr. Für jede durch Verzögerung entftehenden Schäden haftet zunächst der betr. Vermieter, dann aber der Mieter, der nicht rechtzeitig seine Wohnung verläßt. ** Gießener Volksbad. Im Dezember wurden verabreicht, 6737 Bäder gegen 8514 im Novbr. 1903 und 5478 im Dez. 1902, oder im Durchschnitt * * * auf den ganzen Badetag 250 Bäder gegen 310 im November 1903 und 207 im Dezember 1902. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 3621 Männer, darunter 417 zu 10. 137" 10 643 Frauen 306 " Wannenbäder: 1. KI. 228 Männer, 55 Frauen, 2. I. 517 Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 116 Männer, 15 Frauen. Brausebäder 1058 Männer, 177 Frauen. Die Personewage wurde von 120 Personen benutzt, das Bad von 4 Personen besichtigt. Lollar, 30. Dez. Zum Besten der Kleinkinderschule fanden am zweiten Weihnachtsfeiertage in dem neuen Saale zur Linde Kindergesangvorträge und theatralische Aufführungen statt. Die Lehrer hatten mit ihren Schülern recht schöne für das Weihnachtsfest passende Lieder und Vorträge eingeübt und meisterhaft zur Ausführung gebracht. Der große Saal war bis auf den letzten Blazz besetzt. Erst gegen 12 Uhr war das Programm zu Ende und nachdem Pfarrer Gußmann noch einige Dantesworte dem Herrn Lehrer un den Schülern für ihr großes Opfer, welches sie gebracht, sowie den Gästen für ihr zahlreiches Erscheinen, aus sprach, verließen die Anwesenden das Loka, wohl mit den Bewußsein etwas Neues und schönes gesehen zn haben. ] Rodheim, 1. Jan. Ein erfreuliches Wachsen hat unser Männer- Turnverein zu verzeichnen; seit Gründung des Vereins, 11. März 1900, ist die Mitgliederzahl heute auf über 100 angewachsen, so daß er der stärkste Verein unseres Ortes ist. Möge er ferner wachsen blühen und gebeihen. Gut Heil! Hungen, 1. Jan. Unsere Stadt plant den Bau einer Wasserleitung, da die vor etwa zehn Jahren erbaute Leitung nicht genügend und kein gutes Wasser liefert. Da in den Orten der Umgegend ebenfalls Mangel an Trinkwasser herrscht, so hat Großh. Kreisamt den Bau einer gemeinsamen Wasserleitung für Inheiden, Bettenhausen, Langsdorf, Nonnenrod, Treis- H.rloff und unsere Stadt angeregt. Dieser Tage fand wiederum eine gemeinsame Beratung der Gemeindevertreter unter dem Vorsiz des Herrn Provinzialdirektors statt. Unsere Stadt beabsichtigt jedoch, eine eigne Wasserleitung zu erbauen. Die Quellen liegen an der Riedmühle bei Inheiden. Sie wünschen alle Glück, zumal, Und viele Tage ohne Sorgen. So stellt sich denn nach altem Brauch Der Zeitungsbote pünktlich ein, Sein Neujahrswunsch, der lautet auch: Das Glück mög dein Begleiter sein! Ein fröhlich Herz auf allen Wegen Ein Heim, beschirmt vor Not, Gefahr, Und über Alem Gottes Segen, Glück auf, Glück auf zum neuen Jahr! Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebotene. Am 29. Dezbr. Dr. phil. Wilhelm Friedrich Karl Orth, Chemiker dahier mit Marie Katharine Elise Lony hterselbst. Eheschließungen. Am 28. Dezbr. Heinrich Haas, Schreiber dahier mit Katharine Diehl in Frankfurt a. M. Am 30. Dez. Heinrich Christoph August Bues, Sanitäts- Unteroffizier dahier mit Sophie Klinge hierselbst. Geborene. Am 22. Dez. Dem Rüfer Philipp Sommerkorn Billing, Henriette und Katharine.- Dem Schreiner Gustav Loose ein Sohn, Ludwig Friedrich. Dem Fuhrmann Johnnnes Emrich eine Tochter. Am 23. Dez. Dem Kaufmann Auguſt Waag eine Tochter, Elisabethe Katharine Luise. Am 24. Dez. Dem Bahnarbeiter Konrad Pfeiffer ein Sohn, Heinrich Arthur Willy. Am 25. Dez. Dem Postschaffner Georg Dehus ein Sohn, Christian Wilhelm. Am 26. Dez. Dem Buffetier Wilhelm Kraushaar eine Tochter. Gestorbene. Am 24. Dez. Katharine und Henriette Sommerkorn, 1 und 2 Tage alt, Töchter des Küfers Philipp Sommerforn dah. Am 27. Dez. Katharine Müller, geb. Fohrst, 74 Jahre alt, Witwe des Schreiners Cobanus Müller dah. Baul Johannes Belloff, 1 Jahr, alt, Sohn des Taglöhners Karl Belloff dah. Philippine Reßler, geb. Horn, 67 Jahre alt, Witwe des Weißbinders Konrad Keßler dah. Am 29. Johannes Becker, 69 Jahre alt, ohne Beruf dah. Wilhelm Fey, 81 Jahre alt, Landmann dah. Am 30. () Münster bei Lich, 1. Jan. Unser früheres Braun- Helene Wolf, geb. Nahrgang, 29 Jahre alt, Ehefrau des fohlenbergwerf wird durch eine Aktiengesellschaft im Früh- Schlossers Nudolf Wolf dah. Am 31. Dorothea Koch, jahr wieder in Betrieb genommen, es sind 50 000 Mt. zu geb. Henrich, Witwe des Schlossers Friedrich Koch dah. den Vorarbeiten vorgesehen. Das vor 15 Jahren wegen Kirchliche Nachrichten für Gießen. zu hoher Transportfosten eingestellte Werf beschäftigte ca. 400 Arbeiter. Ein neues Kohlenlager wurde bei Wetterfeld Evangelische Gemeinde. gefunden. A Ettingshausen, 1. Jan. Hier verletzte sich eta Schuhmachermeister dadurch, daß thm ein Stift ins Auge sprang. In der Gießener Klinik wurde der Stift entfernt. Das Auge dürfte faum seine Sehkraft wiedererlangen. □ Schotten, 1. Januar. Die verschwunden gewesene Frau J. aus Raulstos hat sich wieder eingestellt. Ueber die Wiederkunft meldet der frohe Ehemann im hiesigen Blatte folgendes:„ Der redliche Finder meines Weibes hat sie trot meines Gesuches im Blatte, sie zu behalten, mir doch wieder geschickt. Sie wird ihm hoffentlich für die Kost zu teuer gewesen sein, was bei mir der Fall schon 32 Jahre war. + Zell, 1. Jan. Durch den hiesigen Kriegerverein sind in der Gemeinde Zell für die Ueberschwemmten in Schlesien 38,60 Mt. gesammelt worden. Bad Nauheim, 28. Dez. Eine blutige Schlägerei trug sich zwischen Friedberger jungen Beuten in einer Birtschaft an der Frankfurterstraße zu, wobei Messer und Schlagring eine Rolle spielten. Ein Friedberger erhielt derartige Verlegungen am Kopf, daß er bewußtlos zusammenbrach und ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. + Worms. Die Buch- und Papterhandlungen in Worms beschlossen zum größten Teil, ihre Lokale vom 1. Januar 1904 ab, mit Ausnahme des Monats Dezember, um 8 Uhr abends zu schließen. = Kirchhain, 29. Dez. Auf dem hiesigen Bahnhof11 Uhr zwischen ausplage entstand gestern Abend wärtigen Händlern, d zu dem Jahrmarkt tamen, eine Schlägerei. Eine Frau wurde zu Boden gerissen, wobei ihr anscheinend ein Teil der mitgeführten Waren in die Brüche ging, ein Händler erhielt eine flaffende unde am Kopf. + Aus dem Woratal. Vor einiger Zeit zeigte sich in hiesiger Gegend ein seltener Gast aus dem hohen Norden, der Seidenschwanz, ein Singvogel von der Größe eines Stares. Auf dem Kopfe hat er eine Haube, der Rücken hat eine rötlich- grane Farbe, Schwanzspiße und Schwingen sind nach außen gelb mit scharlach roten Anhängseln. Der Seidenschwanz frist vorzüglich Sogelbeeren. Sein Erscheinen soll nach dem Urteil gewiffer Wetterpropheten einen strengen Winter anzeigen. * Aus Franken, 29. Dez. In Reistenhausen geriet der 28 Jahre alte ledige Steinhauer Adalbert Söller mit seiner 39jährigen Schwester, als er betrunken aus dem Wirtshaus fam, in Streit. In der Wut ergriff er seinen Zimmerstußen und schoß seiner im Bett liegenden Schwester eine Kugel in die Backe. Hierauf brachte er ihr einen Messerstich unter dem rechten Auge bei und schoß sich dann selbst durch das rechte Ohr eine Kugel in den Kopf. Er starb in vergangener Nacht, während seine Schwester mit dem Leben davonkommen dürfte. Des Zeitungsboten Neujahrsgruß. Ein neues Jahr fam heut, ins Land Begrüßt von frohem Gläserklingen. Bom Felsen bis zum Meeresstrand Die Menschen ihm ein„ Profit" bringen. Der Gratulanten große Zahi Vereinigt sich am Neujahrsmorgen; Gottesdienst. Sonntag nach Neujahr, den 3. Januar. In der Stadtkirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Bfr. D. Schlosser.{ Die Borbereitung dazu findet Samstag, den 2. Jan., nachm. 3 Uhr statt. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe. Donnerstag, den 7. Jan., abends 8 Uhr, im oberen Konfirmandensaal, Kirchstr. 9, Bibelstunde. Psalm 91. Bfarrer D. Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 9,30 Uhr: Pfarrer D. Naumann. Abends 5 Uhr: Siehe Stadtkirche. Montag, den 4. Jan., abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Galaterbrief Rap. 3, 1-14. Pfarrer D. Naumanu. Am Sonntag, den 10. Jan., 1. nach Epiphanias, wird das Landesmissionsfest gefeiert werden. Dabei wird die alljährliche Kollefte für die Heidenmission erhoben werden. Dienstag, den 5. Januar, nechm. 4 Uhr, nimmt der Missionsverein im oberen Konfirmandensaal wieder seinen Anfang. Katholische Gemeinde. Sonntag, den 3. Januar. Sonntag nach Neujahr. Vorm. von 6,30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. " um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. " " um 9,30 Uhr: Hochamt mit Predigt. um 5,30 Uhr: Andacht. Nachm. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag, 3 Januar, abends 8 Uhr: Predigt. Arbeitsnachweis zer Stadt Gießen. Gartenkrake 2. Es tönnen eingestellt werden: 2 Friseure, 1 Schuhmacher, 13 Dieftnmädchen gegen hohen Lohn für hier und ausw., 1 Küchenmädchen, 1 Lauf frau. Behrlinge: 2 Schreiner, 1 Küfer, 1 Metzger, 1 Friseur. Es suchen Urbeit: 1. Rutscher, 2 Schlosser, 1 Schmied, 1 Buchbinder, 1 Rüfer, 1 Mälzer, 1 Megger, 1 Wäscherin, 1 Schuhmacher, 1 Bäcker, 1 Portier oder Diener, 1 Einfassierer, 1 Köchin 6 Hausburschen 2 Laufmädchen, 2 Bureaugehilfen. Marktberichte. Steken, 2. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarti tosieten Butter per Pfb. 0.90-1.00 Mt., Hahneveter 2 Stite 16-20 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 6-8 Bfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg.. Erbsen ver Liter 21 Sfg., Linsen per Liter 82 Big., Tauben per Baar 9. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd C.80-1.70, Enten per Stüd 1.70-2.20, Gänse p. Pfd. 68-70 fg, D per Bfb. 62-66 Hellch gefalzen per Big, Sammelfieifd 5.50-6.00 Centner 16-201 bon 8 1hr morge Bochenmarktvertel nicht, und währen herziehen feilgebote Vil Das ist die Ha Sommer, und B relgenbe Reu Breislagen fret. Muft Briefporto Adolf K A Patentk Dr Kummeted schöne unverände find abnehmbar, allen der Pferd einfache bebellöf Ausgestatte Beschlägen. Groß- Felda Achtung! Z Das beste der Karlsruh Gesamtge H Baar Geld erh. bei J. 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Von jetzt ab befindet sich meine Buch- und Akzidenzdruckerei, sowie mein Zeitungsverlag Seltersweg 83, rechter Seitenbau ( im Hause der Eisenwarenhandlung von Brüder Schmidt). Indem ich allen verehrten Geschäftsfreunden, Inserenten, Abonnenten und Mitarbeitern für das mir während den letzten verflossenen 11/ Jahren im alten Lokal, Neuenweg 28, entgegengebrachte Wohlwollen von Herzen danke und mich dadurch in meinen ernsten Bemühungen: die vorm. Wilh. Keller'sche Druckerei wie die ,, Gießener Neueste Nachrichten" auf eine solide, feste Grundlage zu stellen, unterstützen, gebe ich gleichzeitig allen Gönnern hiermit zu wissen, daß ich in dem neuen Lokal neben der Einführung elektrischen Betriebes besonders durch Anschaffung neuer größerer Maschinen wie durch praktischere Einteilung des ganzen Geschäfts nunmehr in der Lage bin, noch weit größere Aufträge als bisher in furzer Zeit sauber und preiswert zur Erledigung zu bringen. Empfehle besonders billig Preislisten, Kataloge, Flugblätter, Extrabeilagen 2c. in Massen- Auflagen. Die immerwährende Zunahme meines Kundenkreises, der weitere Ausbau des ganzen Geschäftses sei hier nur der freundlichen Aufnahme des neu entstandenen - Boten aus dem Ohm- und Feldathal, der Grünberger Zeitung ( Publikationsorgan der Großh. Bürgermeisterei Grünberg) und der Turnzeitung für den Gan Hessen gedacht gibt mir den angenehmen Ausblick, daß man mit der ganzen Leitung dieser Blätter im Allgemeinen zufrieden ist. Es soll darum auch fernerhin die Devise: Alles für unsere Leser Alles durch unsere Leser uns als Richtschnur dienen und wir werden ohne nach rechts und links zu sehen berichten über alles was am politischen Himmel vor sich geht, was in Stadt und Land sich ereignet. Besonders sei noch auf die unseren Zeitungen beiliegenden = Familienblätter hingewiesen, deren Inhalt: Originalromane, Erzählungen, praktische Winke für Haus und Familie, interessante Artikel aus Natur, Kunst und Wissenschaft, Rätsel und Spiele, schon allein das bonnement empfiehlt. Für die Geschäftswelt am Ort wie in der Umgegend werden die vorbenannten Zeitungen die ihnen überschriebenen Inserate und Bekanntmachungen in die weitesten Schichten der Bevölkerung zur Kenntnis geben, die verschiedenen Staats- und Gemeindebehörden, die Herren Kaufleute und Handwerker, Vereinsvorstände 2c. bitte ich darum dies nicht außer Acht zu lassen und wie bisher ihre Publikationen mir mit zuzuweisen. So gebe ich denn nun mit demselben„ Glück auf", mit welchem ich am 2. Juni 1903 nach erfolgtem Geschäftskauf die erste Nummer der „ Gießener Neueste Nachrichten" ihren Rundgang zu den Abonnenten antreten ließ, auch heute die erste Nummer des Jahres 1904 aus dem neuen Lokas hina us, begleitet von den besten Glückwünschen zum Jahreswechsel für alle meine treuen Abonnenten, Inserenten, Freunden und Mitarbeitern, und der Bitte, das mir bisher bewiesene Wohlwollen auch in meinen neuen Lokalitäten erhalten zu wollen. Hochachtungsvoll Albin Klein Inh. der Gießener Verlagsdruckerei vorm. Wilh. Keller. 000000000000000000000000000000000000000 Krieger- Verein Giessen. Stadt- Theater Samstag den 2. Januar 1904, Abends 8 Uhr in Steins Garten Weihnachtsbescheerung, Gießen. Direktion: Steingoetter. Sonntag, den 3. Januar 11. Sonntag- Abonnement= Vorstellung Hans Huckebein. Schwant in 3 Akten von D. Blumenthal u. G. Kadelburg. Metallsärge und Särge jeder Artstets am Lager. Schön'sche jeder Art stats am Lager. Metallsarge und Sarge Bau- und Möbelschreinere Verlosung AND Tanz. eingeladen. Die Mitglieder des Vereins und ihre Familien sind zu dieser Feier herzliyamburg. Fichteftr. 33. CCC Liebigstr. 65. Hilfe* g. Blutstock. Timerman GIESSEN. Telefon 41 geflisfentlich. Was wollen Sie mir gestehen?" Leise flingt die Er überhörte dieage an fein Ohr. Sich büdend, pflüďt er mit einem Cifer bon den massenhaft blühenden Matb als wollte er schon in den nächsten fünf Minuten einen Strauß zusammen haben. Räthe fragt auch nicht weiter. abDiesEnttäuscht hat sie sich. mal ift ihr das meer in die Wieſe hineingeschritten. gewendet und ist wieder in doctor Wie befördern wir die Verdauung? Mie tragen wir zu einer guten Berdauung der genoffenen I 26 Samstag, den 2 Januar Dessische Familienze 1904 he schreiner 0000006 Telefon 4 unt auch I, was in Ts billig unmehr ben der ufnahme men 1 ,, Was wollen Sie mir gestehen?" Leise klingt die Frage an sein Dhr. Er überhörte dieselbe geflissentlich. Sich bückend, pflückt er mit einem Cijer von den massenhaft blühenden Maiblumen, als wollte er schon in den nächsten fünf Minuten einen Riesenstrauß zusammen haben. Käthe fragt auch nicht weiter. Enttäuscht hat sie sich abgewendet und ist wieder in die Wiese hineingeschritten. Diesmal ist ihr das Weinen tatsächlich näher als das Lachen. Plötzlich hört sie einen erschreckten Aufschrei Hornstorfs. ,, Fräulein Käthe! Fräulein Käthe!" Schnell wendet sie sich herum. Dort steht der sonst so ruhige Hornstorf und gestifuliert wie ein Wahnsinniger. Und immerfort dieses entsetzte: Fräulein Käthe!" Sie blickt um sich, um die Ursache seines Schreckens zu entdecken. Im nächsten Augenblick ist auch sie ganz blaß geworden. Dort, keine 200 Schritte mehr von ihr entfernt, rast ein wildgewordener Ochse direkt auf sie los. Ganz hinten sieht sie auch den entsetzten Hirten herauftommen. Räthe zittert an allen Gliedern. Ihre feuerrote Bluse ist wohl schuld an diesem Ueberfall. Es ist ihr unmöglich, auch nur einen Schritt zu tun. Der Schreck hat sie gebannt. Im nächsten Augenblick ist aber Hornstorf an ihrer Seite. Die Angst um seine Geliebte hat aus ihm einen ganz anderen Menschen gemacht. Ohne sich einen Augenblick zu befinnen, hat er die ganz Willenlose mit starkem Arm umfaßt, und dann stürmt er mit seiner süßen Last dahin, dem breiten Wassergraben entgegen. Er hört schon dicht hinter sich das wütende Schnauben des Stieres. Doch schon steht er am Rand, und ein Sat, und hoch auf sprigen die Wasserwogen. Hornstorf steht bis an die Hüften im Wasser. Eiligst watet er weiter, um das jenseitige Ufer zu erreichen. Das gelingt ihm auch, aber hinaufzuklimmen ist unmöglich, dazu ist das Ufer zu steil. Käthchen ist noch immer nicht zu sich gekommen. Krampf haft haben ihre Arme seinen Hals umschlungen. Der Stier war zum Glück vor dem heransprizenden Wasser zurückgeschreckt. Noch stand er aber dicht am Ufer und schielte tückisch nach den beiden Menschen hinüber. Hornstorf überfam plötzlich ein toller Uebermut. Lachend faßte er mit der freien Hand ins Wasser und warf einen Strahl nach dem Feinde hinüber, der in ein wütendes Gebrüll ausbrach, dann aber doch etwas zurückwich. Nun erwachte Käthe aus ihrer Betäubung. Der Schreck war ein zu gewaltiger gewesen; er löste sich daher in einen reichlichen Tränenstrom auf. Merkwürdigerweise aber ließ sie Hornstorfs Hals nicht los. Ihre Arme umschlossen ihn nur noch fester, und ihr Kopf sank bis dicht auf sein Gesicht herab. Hornstorf sah das liebe Gesichtchen kaum einige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. Und war es nun das Bemühen, fie zu trösten, oder war sein feuchter Standpunkt oder der schnaubende nahe Stier daran schuld: Hornstorf vergaß all seine Schüchternheit. Ohne ein Wort zu verlieren, füßte er den nahen Mund. Und Käthe! Ja, die war viel zu sehr erschrocken, als daß sie hätte Widerstand leisten können. Da sie andererseits aber auch von Hornstorf den Kuß nicht so ohne weiteres behalten wollte, so gab sie ihn einfach wieder zurück. Im nächsten Augenblick kam auch der Hirte heran, der den Stier mit einigen wohlgezielten Peitschenhieben wieder völlig zur Vernunft brachte. Langsam trotteten die beiden wieder ab. Hornstorf watete nach dem anderen Ufer zurück, und hier angekommen, war er schon so mutig geworden, daß er nicht mehr gnädiges Fräulein" sagte, sondern Käthchen, und daß er nicht mehr von Astronomie, Nationalökonomie oder sonst ähnlichem schwazte, sondern ganz vernünftig von einer Belohnung für sein Bad. Und als er diese sofort ausbezahlt erhalten hatte, da war der würdige Herr Oberlehrer übermütiger geworden, als der lustigste Quartaner. Er wollte sogar hinter dem Stier herlaufen, um diesen für seine tüchtige Attacke an seine Brust zu drücken. Und dann legte er ein feierliches Versprechen ab, von nun an kein Rindfleisch mehr zu essen, damit ihm nicht etwa einmal ein Stück seines Heiratsvermittlers auf den Teller fame. Var Hausdoctor Wie befördern wir die Verdauung? Wie tragen wir zu einer guten Verdauung der genoffenen Speisen bei? Vor allen Dingen möchte man sagen, durch das regelmäßige Essen. Nichts ist wichtiger für die Gesunderhaltung unseres Magens, als das ftrenge Festhalten an den Mahlzeiten, nichts schädlicher für denselben, als das fortwährende Eſſen. Schwache Eltern, die ihren Kindern so oft während den Mahlzeiten Backwerke, Süßigkeiten, ja selbst Butterbrote reichen, ahnen nicht, welchen Schaden sie ihnen dadurch zufügen. Zu einer guten Verdauung ist es notwendig, daß nach einer genoffenen Mahlzeit dem Magen Zeit gelassen wird, seine Verdauungsarbeit zu vollenden, wozu er vier Stunden braucht. Unter diese Zeit sollte man ihm daher neue Nahrung nicht zuführen. Auch ist es ein unfehlbares Mittel, den Magen zu verderben, wenn man ihm an verschiedenen Tagen heute zu dieser, morgen zu jener Stunde Nahrung zuführt. Es ist von sicher üblen Folgen, wenn man durch seinen Beruf zu solch unregelmäßigem Essen gezwungen wird. Appetitlosigkeit, Magendruck, Magenschwäche, Abmagerung 2c. werden sich bald einstellen. Was ist nun von dem Schlafen nach dem Mittagessen zu halten? Bei nervös abgespannten Personen oder solchen, die ein entschiedenes Bedürfnis dazu fühlen, ist von einem kurzen Mittagschläfchen von etwa einer halben Stunde nicht abzuraten. Der Verdauung schädlich aber ist das stundenlange ausgestreckte Liegen des Körpers nach der Mittagmahlzeit; Kindern ist jede Schularbeit kurz nach dem Essen streng zu untersagen, wie im allgemeinen jede anstrengende geistige oder körperliche Arbeit für diese Zeit schädlich ist. Vorteilhaft trägt zu einer guten Verdauung auch eine gewisse Abwechslung des Küchenzettels bei. Eine einförmige, noch so nahrhafte kost erweckt schließ= lich Abneigung und Ekel, während ein steter Wechsel der Speisen den Magen in anregender Tätigkeit erhält. Die Jahreszeiten, das Alter der Personen bedingen eine bestimmte Kost. Für den Magen eines Kindes sind alle gewürzreichen, pikanten Speisen zu vermeiden, Wein und andere geistige Getränke sind Kindern schädlich, weil sie den Magen überreizen. Auch der Erwachsene soll sie in mäßiger Menge genießen; er wird vielen Krankheiten vorbeugen, wenn er auf eine leichte Verdauung und Mäßigkeit hält. Herztlicher Ratgeber. Stillung von Nasenbluten. Nachdem die Nase von Blutgerinnseln gereinigt ist, wird eine Glassprite voll Zitronensaft in fie eingespritzt. Dies Mittel soll die Blutung stillen, wenn alle anderen versagen. Bei Lungenentzündung wird in England neuerdings sehr zweckmäßig eine Herabsetzung der Betttemperatur durch Aufhängen von sechs bis acht kleinen Eimerchen mit Eis herbeigeführt, die an einem mit den Bettdecken bedeckten Drahtgestell befestigt werden, unter dem der Patient liegt. Die Berichte über die Wirkung dieser Kühlungsvorrichtung( auten sehr günstig. Bei Ohnmacht empfiehlt sich Lockerung der Kleider am Halse und in der Taille( Korsett!), Lagerung ganz flach auf der Erde, Beine etwas anheben, Ansprigen mit faltem Wasser, Ammoniakflasche unter die Nase halten. Sobald das Bewußtsein wiederkehrt, 10 Tropfen Schwefeläther in einem Löffel Zuckerwasser. Ins Freie bringen! Bei Krämpfen( erkennbar durch Zuckungen im Gesicht, besonders am Mundwinkel, Verdrehen der Augen, Zuckungen in den Armen und Beinen) wähle man Lagerung auf der Erde, möglichst frei und fern von Bänken und Wand, unter den Kopf eine Decke oder irgend einen weichen Gegenstand. Lockerung der Kleider. Ammoniakflasche unter die Nase halten. Fremdkörper im Auge. Man versucht mit ein wenig naß gemachter Verbandwatte den Fremdkörper zu entfernen. Drückt der Fremdkörper unter dem oberen Augenlied, so läßt er sich zuweilen durch sanftes Streichen des oberen Lides von außen nach der Nasenseite zu in den inneren Augenwinkel bringen und von hier aus leicht mit Watte auswischen. Gelingt dies nicht schnell. so ist, besonders bei Kindern, sofort zum Arzt zu senden. Ist Tinte in das Auge gespritzt, so werden kühle Wasserumschläge mit Verbandwatte gemacht. Nr. 1 Samstag, den 2 Januar 1904 Oberbessische Familienzeitung. Cägliche Unterhaltungs- Beilage Dex Gießener Neuefte lachrichten. Bad und Seving bes Slogower Wari ( 30. Fortsetzung. Der Werbeleutnant. Historischer Roman von Clarissa Lohde. Herr, mein Gott!" Justina fühlte die Füße unter ihrem Leibe zittern, fie mußte sich auf einen Stuhl setzen, um sich erst ein wenig zu erholen, ehe sie dem Rufe der Kinder folgte. Und als diese sich nun mit dem stürmischen Jubelruf:„ Der Vater kommt! Der Vater kommt!" an sie hingen, da konnte sie es doch nicht hindern, daß ihre Augen ſich von neuem feuchteten. Warum weint die Frau Mutter?" fragte Hans Joachim Teise seine Barbe, als diese mit freudig strahlendem Gesicht die dampfende Morgensuppe hereinbrachte. ,, Warum anders," entgegnete die treue Bonne mit einem scheuen Blick auf die still am Fenster stehende Gebieterin, ,, als aus Freude über des Herrn Rittmeisters Heimkehr!" „ Aus Freude?" wiederholte der Knabe erstaunt.„ Kann man denn auch aus Freude weinen?" Die Küchenmagd kam von draußen herein und fragte, ob der Bursche der Frau Rittmeisterin seine Meldung machen dürfe. Frau Justina nickte. Ins Kabinett des Herrn!" Als aber Hans Joachim und Hildegard sich an ihre Knie drängten, um sie dorthin zu begleiten, wies sie sie strenge zurück, so daß sie verschüchtert zur Barbe zurückflüchteten. ,, Die Frau Mutter hat doch nicht aus Freude geweint," flagte der Knabe; sie ist so böse heute wie sonst noch nie." Friz, durch seine Reiseerlebnisse gereifter und sicherer im Auftreten, begrüßte seine gnädige Frau mit der gehörigen Devotion. Er selbst strahlte vor Glück, daß er wieder in der Heimat war, wenn er auch heimlich noch manchen Seufzer im Gedenken an die hübsche Rose ausstieß. „ Eine so schmucke, süße Dirn," wiederholte er sich oft, um aber gleich darauf als vernünftiger Brandenburger hinzuzusetzen: Aber es ging doch nun einmal nicht, und was nicht sein kann, darf man nicht beklagen." Mit der Hand an der Müze meldete er untertänigst, der Herr Nittmeister lasse der gnädigen Frau seinen besten Gruß entbieten, er werde in wenigen Stunden selber hier eintreffen. Jetzt erst bemerkte der ehrliche Bursche, wie blaß und verändert seine gnädige Frau aussah. Das wird meinem Rittmeister wenig gefallen, dachte er kopfschüttelnd. „ Von wo kommt Er denn eigentlich her?" fragte sie. ,, Und warum ist der Herr Rittmeister nicht mit Ihm?" „ Das wird der Herr Rittmeister der gnädigen Frau selber sagen," antwortete Friz mit der Hand an der Müze. Frau Justina biß sich auf die Lippen. „ Es ist Ihm also verboten, mir Red' und Antwort zu stehen?" stieß sie ärgerlich hervor. Sage Er's nur frei heraus, es ist so?" „ Der Herr Rittmeister wünscht der gnädigen Frau das alles selber zu sagen," beharrte der Bursche unbeirrt. Frau Justina preßte das Taschentuch an den Mund und gab ihm das Zeichen, sich zu entfernen. Dann aber rief sie ihn noch einmal zurück. „ Das wird Er mir doch aber sagen dürfen, ob das vor( Nachdruck verboten.)] nehme Frauenzimmer noch immer bei dem Herrn Rittmeiſter ist, oder ob er allein nach Berlin kommt?" Jegt brannten zwei rote Flecke auf ihren Wangen, ihre Augen hingen angstvoll an den Lippen des Burschen. Da schluckte dieser die bejahende Antwort, die ihm auf der Lippe schwebte, mitleidig hinunter und antwortete auch jetzt im Dienstton: Verzeihen die gnädige Frau, aber der Herr Rittmeister wird selber Schon gut," unterbrach sie ihn ungeduldig, ich weiß genug, Er kann gehen." Friz gehorchte schweigend. Wie gern hätte er gesprochen, der Gnädigen gesagt, wie unrecht sie dem lieben Rittmeister mit ihrem Verdachte tue, aber er hatte den strengsten Befehl erhalten, zu schweigen, und durfte ihn nicht übertreten. Draußen im Stalle erwartete ihn schon Hans Joachim, um ihn nach dem Herrn Vater zu fragen und zuzusehen, wie er die Pferde striegelte. ,, Verrat Er's mir, Friz," bat der Knabe, was der Herr Vater im Sacke für uns hat. Er versprach uns, schöne Sachen mitzubringen." „ Freilich, Junker, und schöne Sachen sind's auch," neckte der Bursche.„ Nürnberger Spielzeug allerlei Art, für den Junker ein Steckenpferd, für das kleine Fräulein eine Puppe." Hans Joachim zog die Lippe kraus. „ Ein Steckenpferd? Das mag ich nicht; dazu bin ich zu groß. Der Herr Pate hat mir schon für den nächsten Sommer einen Pony versprochen, auf dem ich in Wustrau reiten werde." Frizz lachte. „ So, so so stolz ist der Junker schon geworden? Na, dann ist's vielleicht auch etwas anderes, was Er bekommen wird. Er muß nur abwarten und Geduld haben." Geduld! Kinder haben eben noch keine Geduld, und so wußten auch Hans Joachim und die kleine Hilde nicht, wie sie die Stunden des Harrens hinbringen sollten. Wann kommt er denn, Barbe?" Wie oft wiederholten sie diese Frage an diesem Tage, und immer erhielten sie die gleiche, sie wenig befriedigende Antwort: ,, Heute noch, oder wenn nicht heute, dann doch morgen." Morgen? Nein, morgen nicht!" schrieen dann die beiden einstimmig auf.„ Heute noch kommt er. Der Friz sagte bald, und bald ist heute." Mit dem Munde die Frostblumen an den Scheiben auftauend, spähten sie hinaus in den trüben, kalten Wintertag. Da plöglich jubelten sie auf. Eine mit zwei Pferden bespannte Kalesche fuhr vor der geschlossenen Gartentür vor. ,, Der Herr Vater, der Herr Vater!" Frau Justina, die den Ruf hörte, wurde ganz bleich und preßte die Hand auf das Herz. Aber es war nicht der Rittmeister, sondern das Fräulein v. Reisewitz, die Hofdame der Prinzeß Amalie, die sich durch einen Lakaien bei der Rittmeisterin melden ließ. " Herr des Himmels, was bedeutet das?" dachte Frau Justina, rasch ihre Pichelschürze, die sie als sparsame Hausd Wissenfleute und Belanut 7, und der uen Lotal immer der Silh. Keller. -моритше s} e} s} үлөрө für Obe Die Auslichten CB Nur wenige Tage zur Wiederaufnahme d zu Berlin versammeln. die Richtung gebende ledigt. In den beiden Einzelheiten durchgeip jedem einzelnen Titel a tit hereingezogen werde fen, daß an einzelnen 2 lich wieder aufgerollt m Militäretat der Fall i Titels über das teichs Rüdgrat unserer gange mentarischen Kreisen gi Tema gebe, das nicht Sprache gebracht werde Session dürfte vor al breiten Raum einnehme ist und bleibt auf alle Ob die Aussichten b aus der verflossenen G Bresse und die Redner früher, dagegen aus Schädler hat im Name partei seinen Wiederjpr Ausdruck gebracht, das beginnen, diejes M lingen. Tatsächlich ijt Entschlüsse der Reichst borher. Seit Bejtehen einer gewiffen Regelm Finanzjahre einander hielten die Einzelstaat schüsse aus den Uebern neten der Einzelparlam erzeugten und zu einer rung von kostspieligen nisvoller aber machten nicht genug damit, Jahren ausblieben, gin fenem Klingelbentel be denischen Finanzministe jedes geordneten Geich Stetigkeit in den Einn damit jede Möglichkeit dessen haben denn and deutschen Reiches sich neuen Reichsschatjefre standen erklärt. Das ist die Einschränkung liche Einnahmen, mit pelsteuer, sollen nach verbleiben, sodaß die ständig auf eigene Fü Diejenige Partei, d Finanzverhältnisse zw fegen sollte, würde der den deutschen Reichsta zu den Einzellandtag freulichen Finanzzuit den, und wir möch Jahre glauben, da Eventualität ausfeter Am Vorab alls frau zum Schuh des Kleides bei der Näharbeit trug, abwerfend. Jst etwa ein Unglück geschehen, oder kommt man mir anzuzeigen, daß mein Mann überhaupt nicht mehr zu Frau und Kindern zurückkehren werde?" Dennoch suchte sie sich zu sammeln und trat, wenn auch innerlich aufs heftigste erregt, äußerlich gefaßt in den Salon, in den sie die Dame zu führen befohlen hatte. Fräulein v. Reisewitz, welche der Rittmeisterin öfters schon bei ihrer Schwester und beim General v. Zieten begegnet war, streckte der Frau des Hauses freundlich die Hand entgegen. Ich bringe eine Botschaft von meiner allergnädigsten Prinzeß, die Sie bittet, mich sofort nach Monbijou zu begleiten. " Ich nach Monbijou und sofort?" rief Frau Justina_erschrocken. Aber doch nicht so, in diesem Anzuge?" Sie blidte befangen an ihrem schlichten braunen Wollenfleide hernieder. ,, Ganz so, wie Sie sind, liebe Frau v. Seelen; es ist der Prinzeß ganz besonderer Wunsch, daß Sie keinen Augenblick zögern." „ Mein Himmel, was wird das wieder sein?" dachte Fra blieb wie erstarrt noch immer auf dem Da griff Fräulein v. Reisewitz mit raschem Entschluß nach dem Glockenzuge und befahl der eintretenden Barbe, für ihre Frau Hut und Mantel hereinzubringen. 1900. If Das Mädchen gehorchte schweigend; nun aber drängten sich die Kinder herein und hingen sich an der Mutter Kleid. „ Gehen Sie nicht fort, Frau Mutter, bleiben Sie bei uns wenn der Herr Vater kommt, und Sie sind nicht hier?“ Frau Justina schob die Kleinen sanft von sich. ,, Laßt mich, der Vater wird nicht kommen," und als der Kinder Geberzogesen Worten wie zu ausbrechendem Schluchzen sich so lange ich fort bin." -391" fügte sie begütigend hinzu:„ Nicht, „ Und wie lange bleiben Sie?“ Beruhigt euch, Kleine," mischte sich jetzt Fräulein v. Reisewig ein, Justina mit sich zur Tür ziehend, ich verspreche euch, daß die Mutter bald wieder bei euch ist." Der Lakai flog dienſtfertig voran, den Wagenschlag zu öffnen. Hans Joachim und Hildegard sahen vom Fenster aus zu, wie die Mutter einstieg, und der Kinderſtolz, dieselbe in einer föniglichen Equipage fortfahren zu sehen, trocknete bald ihre Tränen. Fräulein v. Reisewiß aber warf ich aufatmend in die Kissen des Wagens zurück. Gott sei gedankt, daß ich sie endlich so weit habe," dachte sie.„ Das weitere ist Sache der Prinzeß. Gott gebe, daß alles gut endet." ng bi nid god.; tbin binom 190 bin 90 il nolim tod of 1993 Fünfundzwanzigstes Kapitel. Pünktlich zur festgesetzten Stunde bog der königliche Wagen in den Schloßhof von Monbijou ein. Ohne wie sonst bei der Königin- Mutter vorzusprechen, um ihr die Hand zu küssen, begab sich der König sogleich nach den Gemächern seiner Schwester. Prinzeß Amalie erwartete ihn in ihrem reizend eingerichteten, mit Kunstwerken aller Art reich ausgestatteten Boudoir. In einer Nische hoben vom purpurnen Hintergrunde sich auf goldenem Piedestal die schlanken Mark morglieder eines Eros, der mit neckischem Lächeln den Pfeil auf den Eintretenden anzulegen schien Und mit gleich heiterem Lächeln trat die Prinzeß, ihr zierliches Köpfchen mit dem hochfrisierten gepuderten Haar anmutig vorgeneigt, ihrem königlichen Bruder entgegen, die feinen Finger der mit blitzenden Ringen geschmückten Hand ihm entgegen .19 mm( bon sturs@.. two pimis Streckend. 19 Friedrich neigte sich leicht über dieselbe und nahm dann den ihm gebotenen Sitz der Schwester gegenüber ein. Die Höflinge hatten sogleich auf der hohen Stirn des Monarchen die dräuenden Wolken bemerkt, die er unter der den Frauen seines Hauses gegenüber stets innegehaltenen höflichen Form geschickt zu verbergen wußte! Auch die Prinzessin sah sie wohl, spielte jedoch die Unbefangene, obwohl sie genau wußte, welch ein Sturm königlichen Unwillens sich gegen sie entladen würde. Man wechselte einige furze Phrasen der Höflichkeit, dann fragte der König unvermittelt: lom ,, Sie wissen, meine Schwester, was mich herführt?" im " Majestät hatten die Güte, mir zu schreiben, daß Sie in Angelegenheiten meiner Hofdame, der Gräfin Julia v. Montelieu, mit mir zu sprechen hätten." „ Sehr wohl, ich möchte wie viel oder wie wenig wissen, Sie über die letzten Abenteuer der Dame wissen." Die Prinzeß öffnete und schloß ein wenig unruhig den kostbaren Watteaufächer, ein Geschenk des Königs zum fürzlich begangenen Weihnachtsfeste. ,, Majestät, ich bin von allem unterrichtet," sagte sie dann fest. „ Ah, also von allem? Sie wußten also auch, daß die Gräfin nicht, wie mir seinerzeit mitgeteilt worden, zur Kräftigung ihrer Gesundheit in ein Bad gegangen war, sondern die ganze Zeit in Ulm geweilt hat?" ,, Bei ihrer Tante, mein Bruder, der Gemahlin des regierenden Bürgermeisters von Ulm. Die Gräfin hatte eben ihre Absichten geändert." Und Sie waren davon unterrichtet, Amalie, und ließen mich gleichwohl im Irrtum?" Des Königs Blick, scharf und kalt, senkte sich wie ein Messerstahl in die Augen der Prinzeß. Sie erbleichte ein wenig, entgegnete aber doch mit guter Haltung: Majeſtät, das sind Frauenangelegenheiten, die einen großen Monarchen wie Sie nicht interessieren können." So?" Der König war aufgesprungen und stand jetzt vor der gleichfalls von ihrem Size emporſchnellenden Prinzessin. Sch hätte geglaubt, ern meiner Familie ganz besonders rechnen zu dürfen, in allen Dingen, meine Schwester, verstehen Sie mich wohl, ob wichtig oder nicht." Mein Bruder, gestatten Sie mir, daß ich einige Worte meiner Entſchuldigung ſage.“ bad stu Für eine unwahrhaftigkeit gegen Ihren König und Herrn gibt es keine Entschuldigung." Majestät, Könige haben nicht Zeit und Muße, sich um das Glück einzelner viel zu fümmern. Sie selbst haben mir das Amt anvertraut als Stellvertreterin der verstorbenen Eltern, für die Zukunft der unter Ihren Allerhöchsten Schuß gestellten Waise zu sorgen. Das habe ich mit beſtem Gewissen und d mit reiflicher Ueberlegung getan. Verdient die Erfüllung dieser heiligen Pflicht eine Strafe, so stelle ich mich zur mein Bruder"( 196 ORI ir Verfügung, Der König, sich gewohnt, auch in den ſtärksten Affekten zu beherrschen, schritt, die Hände im Rücken gefaltet, einigemale im Zimmer auf und ab. Nach wenigen Sekunden h blieb er wieder vor der Prinzessin stehen, as tenido Berichten Sie mir furz, befahl er, was Sie für das vermeintliche Glud Gräfin Montelieu hinter meinem Rüden zu tun für gut fanden. Ich will zu Ihrer Ehre hoffen, daß die Person meines Rittmeisters von den Zietenſchen Huſaren, v. Seelen, in dieſe Affaire nicht verwickelt ist. t. Wäre das der Fall, ſo ſage ich Ihnen im voraus, daß Sie einen unnachsichtigen Richter in mir finden werden. Sie wissen, Amalie, ich halte darauf, daß in meinen Staaten und namentlich in meinem Offizierkorps ein sittlicher Geist herrsche und an der Heiligkeit der Ehe nicht gerüftelt werde." 000 Ein feines Lächeln trat auf die Lippen der Prinzessin. Jo Habe ich jemals, mein Bruder, mich in den Verdacht gebracht, die Heiligkeit der Che nicht zu achten? Wie nur fönnen Sie glauben, daß dieser brave Seelen Der König stutte einen Moment mot mist tchin 2001 gibt es nicht der Seelen?" unterbrach er fie.time Majestät haben eben zu viel zu denken, um die kleinen Herzensangelegenheiten seiner Hofdame im Kopfe zu behalten. Lassen Sie mich Ihrem Gedächtnis nachhelfen, mein Bruder Sie erinnern sich vielleicht, warum Sie vor Jahresfrist den Leutnant vo Favrat von den Leihfarabiniers von Berlin fort als Werbeoffizier nach Ulm schickten?" iif Der König blieb wie vom Blig getroffen stehen Tausend Donnerwetter! stieß er mit zornblizenden Augen hervor. Das also war's. Um so schlimmer, meine Schwester, um so schlimmer. In dieser Sache ist, wies Sie wissen, mein letztes Wort bereits( gesprochen. Sie kennen die Gründe, die mich damals zu dem Verbot dieſer Heirat des Herrn v. Favrat mit der Gräfin v. Montelteu veranlaßten. Ein Mündel der Krone darf und wird niemals mit meiner Bewilligung einem Manne von zweifelhafter Geburt sich vermählen. Dem allzu fühnen Monsieur habe ich die Flügel damals gehörig gekappt, die Strafe war fast zu hart; denn er hätte seinen Liebeswahn beinahe mit dem Leben bezahlen müssen. Der Seelen hat ihn diesmal dem Galgen entrissen. Doch mag er sich hüten, aufs neue gegen meinen Willen sich zu vergehen." Bruder, daß Liebe selbst durch Sie bergessen, mein tönigliche Order sich nicht verbieten läßt." Des Königs Stirn zog sich in drohende Falten zusammen. „ Sie mißbrauchen meine Langmut, Amalie. Wissen Sie denn nicht, daß es nur eines Federstriches von mir bedarf, und der Favrat iſt wieder in den Händen der Ulmer und büßt seine Schuld Galgen, zu dem er verurteilt ist?" Das werden, das können Euer Majestät nicht tun!" rief die Prinzessin erschreckt. Ein Befreiungswerk, das auf Ihren Befehl und mit Gefahr des Lebens eines Ihrer braven Offiziere der Armee ausgeführt worden ist, können Sie nicht rückgängig machen." " Smedaljeg rim sie rollout Sp dunklen Augen anzusehen, und alle seine guten Vorsätze waren verweht. Daran änderte auch seine nachträgliche Wut über sich selbst nichts. InEr belegte sich dann laut und leise mit allen erdenklichen Rosenamen, die er der Zoologie entlieh, ja selbst an den Wänden seines stillen Kämmerleins hatte er schon emporzukrabbeln versucht, ſo daß seine brave Wirtin, die bei diesem Versuche gerade dazukam, noch wochenlang in scheuem Bogen um Hornstorf herumging. Sie hielt ihn von dem Tage an für etwas überſtudiert.öd( hilgöl Die Sicherheit Hornstorfs war eigentlich sehr merkwür... dig; denn seine äußere Erscheinung war eine ungemein an90 on sprechende. Auf einer großen, schlanken Geſtalt saß ein Haben Sie mir zu sagen, was ich kann oder nicht kann? Was übrigens den Seelen anbetrifft, so haben Sie und Ihre leichtfertige Gräfin dem braven Offizier, wie Sie ihn nennen, iibel genug mitgeſpielf, ihn fälschlich in den Ruf eines Libertins und Frauenentführers gebracht. Schon iſt gegen ihn eine Klage des Ulmer Senats an mich einge gangen." 119 „ Ich hörte davon, mein Bruder, eine Klage jedoch nicht gegen den Rittmeiſter v. Seelen, ſondern gegen den ſchle= fischen Standesherrn v. Treskom. ading „ Gleichviel,“ brauſte der König auf. Die Namensänderung hat nicht verhindert, daß die Sache bis zu den Ohren der Rittmeisterin gedrungen ist, die bei Gelegenheit meiner leßten öffentlichen Audienz bittere Klage über ihren Mann und die Montelieu bei mir geführt hat." Kopf, der mit dem wohlgepflegten langen braunen Vollbart. dem seingeschnittenen Mund, den überaus gutmütig dreinschauenden blauen Augen und der von dem leicht gewellten Haar bald bedeckten Stirn zum mindeſten ſehr anziehend genannt werden durfte. Dem Antlig fehlte allerdings jede energische Linie, und Energie war es ja auch, die Hornstorf noch nie zu zeigen vermocht hatte. Er war ein Kind geblieben, troß seiner dreißig Jahre. nollo no tratti d Und Käthe, des Professors liebreizendes Töchterleine Das lustige kleine Käthchen liebte Hornstorf gleichfalls. Darüber konnte eben nur ein Hornstorf im Zweifel bleiben. Mit welcher Freude kam sie ihm stets entgegen, mit welch leuchtenden Blicken betrachtete sie ihn, wenn er ſo ſchüchtern vor ihr ſtand. Ja, die schöne Käthe, ſo hieß nämlich Fräulein Käthe allgemein, und tatsächlich war sie auch eins der hübschesten Mädchen, war ernstlich verliebt in ihren Anbeter.< Aber was nutzte ihr das alles, wenn Hornstorf nicht sprechen konnte. Sie hätte wirklich schwermütig werden können, wenn sie nicht gar so ein lustiges Ding gewesen wäre. Die Prinzeß zuckte bedauernd mit den Schultern: Verzeihliche Eifersucht einer Frau, mein Bruder, die auf Ihren Befehl monatelang ohne Nachricht von ihrem Manne blieb." mod de adeff ann Wieder hielt der König seine Schritte an und blieb vor ſeiner Schweſter ſtehen.( bild frog for at sbil Wollen Sie mich oder mein notwendiges Verbot etwa verantwortlich für die gestörte Ehe dieſer Leute machen?" Sie begegnete seinem Blick ohne Zagenu priprant Ein wenig vielleicht, mein Bruder!" mimpi rad 96 astmmitted onio mounded nonal( Schluß folgt.) ngoing rotid, nobiosügo dm 29dni 29mis moodi!!? Gati nuodmin this usdun day is ommündchen strahlend vor heiterer Jugendlust. sit lloj ansicbout red( bul 1198 opp med sif from bil Der vierbeinige Eheftifter. Humoreske von Leo Thorsten. Eben hatte sie ihn wieder durch einen kecken Wurf mit einigen gelben Maiblumen aus seinem Vortrag herausgerissen und war dann lachend außer Hörweite geflüchtet, mitten hinein in die sich hier am Waldessaume hinziehende Wieſe. Zärtlich umfaßte sein Blick das gleich einem Schmetterling von Blume zu Blume eilende Mädchen. Wie reizend es aussah, wenn es sich zu einer Blume herabbeugte. Jede Bewegung so anmutig weich, das Antlig mit dem vollen KirschenDie Bekannten und Verwandten waren gerade nach dem Walde zu eingebogen; er war also ganz allein mit dem schönen Mädchen. „ Ach, Käthchen!" 19 19 2010 2010 boots must Es sollte eigentlich nur ein Seufzer in Gedanken sein, aber, ihm selbst unbewußt, war er laut über seine Lippen gekommen, und Käthe, die etwas mehr herangekommen war, hatte ihn vernommen. 119 ( Nachdruck verboten.) Nach wochenlangem trüben Wetter endlich wieder ein ſtrahlend heiterer Tag. Jubelnd erflangen die Stimmen der gefiederten Sänger in Wald und Feld, die Blumen erſchloſſen unter dem warmen Kuß der Maisonne ihre duftigen Kelche, an denen noch einzelne Regentropfen hingen und die nun in den Sonnenstrahlen wie Diamanten aufblizten. Spidomen drolon mi doit Hud„ D Welt, wie bist du doch so schön," sang tief im Walde, der bis dicht an die Tore der Residenz heranreichte, eine wohlflingende Männerstimme und ein heller Jauchzer oder ein fröhlicher Kinderschrei, der hin und wieder ertönte, bewiesen, daß es den Sänger nicht allein aus der Straßen düsterer Enge in Gottes freier Natur getrieben hatte. Dicht am Waldesrand entlang wandelte ein junges Paar, das offenbar zu der etwas weiter vorausmarschierenden größeren Gesellschaft gehörte,„ Er“ hoch und schlank gewachsen, fie", ein sierliches Persönchen, das in sprudelndem Uebermut umhersprang und durch allerhand Neckereien ihren ernsten Begleiter aus seinen gelehrten Auseinandersetzungen herauszureißen fuchte." Das war aber vergebliches Mühen. Wenn Hornstorf, feines Reichens Oberlehrer am Gymnasium der Residenzstadt, in Damengesellschaft sich bewegte, da war er stets von einer geradezu ungenießbaren Gelehrsamkeit. Und zwar nicht etwa aus Prahlsucht, nein, ganz einfach aus lauter Verlegenheit. Wollte er nicht wie ein stummes Waisenkind dafiten, so mußte er eben seine Gelehrsamkeit zu Hilfe nehmen. In Fräulein Käthes Gesellschaft aber triefte er förmlich vor Gelehrtheit. Hornstorf hatte schon lange an die schöne Käthe, das Kind seines Direktors, sein Herz verloren, und dieses Gefühl raubte ihm auch den legten spärlichen Rest von Sicherheit ihr gegenüber. Er wagte es gar nicht mehr, sie ordent lich anzusehen. Nur verstohlen betrachtete er sie, dann aber strahlte sein Auge ein ganzes Meer von Liebe über sie aus. Wie oft schon hatte er sich fest vorgenommen, ihr seine Liebe zu gestehen, aber sie brauchte ihn nur mit ihren großen Purpurröte überzog Stimme hatte etwas gelegen, das sie mit Entzücken erfüllte. Sollte er endlich den Mut zu einer Aussprache gefunden haben? sich fragend auf Hornstorf und ihre Augen richteten Giligst fam fie näher. Ihre Frage aber brachte Hornstorf erst zum Bewußtsein seiner Tat. Hatte er wirklich die Kühnheit gehabt, seine Begleiterin mit dem Vornamen anzureden? Tödlich verlegen ſtarrte er auf seine Fußspizen hinab, wähstammelte rend er etwas von Täuſchung, Nichtrufen u. ſ Käthes noch soeben hellleuchtende Augen blickten plötzlich trübe. Es ſchien fast, als sollte sie weinen. Aber nur einen Augenblick schien es so, dann ſie wieder die alte, luſtige Käthe. 916 station mojom? stbord murus pilo " Ich habe aber ganz deutlich meinen Namen gehört," warf der Rufer sie lachend ein. Es flang so kläglich, als hätte der F furchtbaren Hunger.oppitum af.meibt in your me Hornstorfs Gesicht war jest wie in Blut getaucht. Gnädiges Fräulein, ich fürchte, Sie verspotten mich," stammelte er, piling on „ Aber wieso denn, Herr Hornstorf? Da Sie mich nicht gerufen haben, ſo gilt mein Spott doch nur einem anderen. Gnädiges Fräulein Hornstorf gab sich ordentlich einen Ruck ich muß Ihnen gestehen, daß, daß Er wollte seine Liebe gestehen, aber leider blickte er in diesem Augenblick zu ihr hin, und da traf ihn ein Blick ihrer Augen, der ihm den Rest seiner Fassung raubte. Aus dem mutigen Hornstorf wurde wieder der alte, scheue, zurückhaltende. Er machte eine lange lange Pause. Am liebsten hätte er sich seitwärts in die Büsche geschlagen, aber das ging nicht; denn dicht an seiner Seite versperrte ihm ein breiter, tiefer Graben den Weg zur Flucht. Er mußte also bleiben und weiter den forschenden Blicken Käthes standhalten.