Herrn eundeten doch die ors). en, mein page ich Der eichend): reundes. n daher, im Hause gen, was dantend Plöglich Ser Gast den, ohne and fein bemerkt on wollte ett gehen, Professor trat, nap age. Gr Hause und hatte olt! Nachted). er: Wie Sie dazu, пзидзи etlagter: ich hier vor anständig n fonnte!" Tages Poft. Der Neuen Berliner спрасп en- Pabrik S. No. 890. Preisliste frei. iberall gesucht buch itung von ören, und rnis bis zum ftenlos. Hans nzienste.201 Bange irttite. 4. den 30 Januar Famili 1904 Nr. 26 bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., n's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) und die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 1. Februar 1904 Gießener 13. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Obes hefsen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 kg. Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen, Seltersweg 88, Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Entschädigung unfchuldig Verhafteter. CB. Durch den Gesezentwurf über die Entschädigung unschuldig Verhafteter, der dem Reichstag jetzt zugegangen st, ist endlich eine langjährige Forderung aller Parteien in Erfüllung gegangen. So richtig es ist, daß der einzelne Staatsbürger den allgemeinen Zwecken sich unterwerfen und bielleicht auch der allgemeinen menschlichen Unvollkommenheit seinen Tribut zahlen muß, ebenso richtig ist es doch auch andererseits, daß die organisierte Gesellschaft, die man Staat nennt, für materielle Schädigungen infolge von Justiziertümern aufkommen muß. Wer unschuldig in Untersuchungsoder Strafhaft genommen worden ist, hat ohnehin schwere seelische Beklemmungen durchzumachen und vielleicht auch Gemütsstörungen dauernder Art zu erleiden, die sich materiell nicht berechnen und demgemäß auch nicht entschädigen lassen. Der Staat hat aber um so notwendiger für die tatjächlichen und nachweisbaren Verluste an Eigentum und Vermögen aufzukommen. Die Berechtigung zur Geltendmachung einer Entschädigungsforderung ist naturgemäß an gewisse Sicherungsbefiminungen geknüpft. Vor allen Dingen muß der Unschuldsbeweis in zweifelsfreier Form geführt sein. Demgemäß werden auch Entschädigungen durch Wiederaufnahme des Verfahrens hinfällig und durch den Eintritt einer Verurteilung annulliert und können, sofern sie bereits ausgezahlt sind, vom Staate nach dem Verfahren wie bei eingeklagten Forderungen wieder eingezogen werden. Zu der Geltendmachung der Entschädigungsforderung sind naturgemäß auch diejenigen berechtigt, deren Unterhalt dem unschuldig Verhafteten oblag. Ausgeschlossen von der Berechtigung sind im Falle erwiesener Unschuld Personen, deren Schuldkonto bereits mit Borstrafen belastet ist, weil es doch wohl entschieden dem allgemeinen Rechtsgefühl widersprechen würde, wenn Personen mit einem getrübten Vorleben in ihren materiellen Rechtsansprüchen mit unbescholtenen Persönlichfeiten auf gleiche Stufe gestellt würden. Weiterhin sind diejenigen Personen ausgeschlossen, die vorbedachterweise die Verhängung einer Untersuchungshaft herbeigeführt, oder durch Unterlassung von notwendigen Gegenbeweisen die Verhängung nicht verhindert haben. Der Staat will offenbar durch diese Bestimmung verhüten, daß sich eine förmliche Entschädigungsindustrie entwickelt. Eine wesentliche Beslimmung des Gesezentwurfs aber geht dahin, daß die Berechtigung für Entschädigungsforderungen nur auf wirkliche Einkommens- oder Vermögensverluste und nicht auf habituelle oder ideelle Entschädigungen erstreckt wird. Wir begrüßen, wie gesagt, den Gesezentwurf als die Verwirklichung einer durchaus gerechten Volksforderung. Wir begrüßen ihn aber auch um seiner voraussichtlichen idealen Wirkung willen. Durch die Nachprüfung der erlassenen Haftbefehle gewinnt die Justizbehörde einen besseren Ueberblic über die Praxis der Untersuchungsrichter als seither und diese selbst werden in Zweifelsfällen Bedenken tragen, eine Verhaftung zu verfügen, die unter Umständen zu einer Ersazpflicht des Staates und einer Kontrolle über ihre persönlichen Qualifikationen führen kann. Nach Südweftafrika! Der neue Truppentransport für Südwestafrika ist unterwegs. Unter dem 30. Januar wird aus Hamburg gemeldet: Die zur Abfahrt mit dem Dampfer Adolph Wörmann" bestimmten Truppen für Deutsch- Südwestafrika sind heute früh pfunden werden wird. Lebensmittel und frisches Wasser sind in Hülle und Fülle vorhanden. Die Lage ist bei alledem sehr gefährlich, da zu den Hereros noch Bergdamares gestoßen sind, der Rest der Urbevölkerung Südwestafrikas. Doch handelt es sich hoffentlich nur um Splitter dieses Stammes, die von den Hereros zum Anschluß gezwungen worden sind. Dagegen ist die Bastardbevölkerung, ein Mischlingsvolk aus Buren und Hottentotten, uns treu geblieben. Da sie landeskundig und an das Klima gewöhnt sind, wird ihre Unterstützung für die operierende Truppe von größtem Vorteil sein. 6½ Uhr hier eingetroffen und am Bahnhofe auf Kosten des Senats bewirtet worden. Von dort wurden die Truppen nach dem Peterskai gebracht, wo die Einschiffung an Bord des Dampfers erfolgte. Gegen 10% Uhr erschien der Kommandierende General des 9. Armeekorps Generalleutnant b. Bock und Polach an Bord des Dampfers zum Abschied von den Truppen. Gegen 12 Uhr verließ der Dampfer ,, Adolph Wörmann" unter lebhaften Kundgebungen der ausreisenden Mannschaften und der am Kai versammelten Menge den Hafen. Karl Peters über die Lage. Der bekannte deutsche Kolonialpolitiker Dr. Karl Peters beleuchtet in dem Londoner" Daily Expreß" die Lage in Deutsch- Südwestafrika. Es sei ungerecht, so erklärt er mit Entschiedenheit, die deutsche Kolonialverwaltung oder den Gouverneur von Deutsch- Südwestafrika für den Aufstand berantwortlich zu machen. Dr. Peters ist der Meinung, daß die abgesandten Verstärkungen vollkommen ge= nügen, um der Rebellion ein Ende zu machen, aber er gibt sich auch keinem Zweifel darüber hin, daß eine geraume Zeit verstreichen wird, ehe die Massen konzentriert sind. Und mittlerweile werde das übliche Abschlachten" die Reihen der weißen Ansiedler dezimieren, auch die der Frauen und Kinder. Wir alle erinnern uns der Grausamkeiten während des Matabele- Aufstandes. Dieselbe traurige Geschichte wird nun aus Deutsch- Südwestafrika berichtet. Die Buschmänner, die sich mit den Hereros bereinigt haben, zeichnen sich durch grausame Kriegführung aus. Selbstverständlich eilen die Ansiedler in den Schutz der Konzentrationslager, aber sie sind über ein weites Gebiet verstreut, und viele werden sicher in die Hände des Feindes fallen, ehe sie den Zufluchtsort erreichen. Wer die Verhältnisse in Afrika kennt und der Verfasser kennt sie ficher von Grund aus, kann sich eines Schauderns nicht erwehren, wenn er an das Schicksal der Frauen und Kinder denkt. Die Chancen der militärischen Operationen lassen sich an nachstehendem Situationsbilde ermessen: Windhuf ist gegen Norden abgeschnitten, Okahandja von allen Seiten und ebenso Otjimbingme. Bis Karibib sind die Deutschen Herren der Bahn, aber Regengüsse und die dadurch hervorgerufenen Ueberschwemmungen haben im Tal des Khanflusses die Stred zerstört. Der Kommandant des Habicht" hofft bis Anfang Februar die Linie wiederherstellen zu können, eventuell will er aber auch zu Fuß vorrücken. Vielleicht wäre es angebracht, da nach des Oberleutnants v. Bülow letzten Meldungen Okahandja noch einige Zeit gehalten werden kann, zu warten, bis der am 3. Februar in Swakopmund eintreffende Verſtärkungstransport angelangt ist. Windhuk ist nach sachverständigem Urteil für die Aufständischen als uneinnehmbar zu betrach ten und mit 230 Gewehren genügend verteidigt, trotzdem das Fehlen der Geschütze vor dem groot roer" haben die Eingeborenen beillose Anast natürlich schmerzlich em= Die Antwortnote Russlands. Wie lautet Rußlands Antwortnote an Japan? Bringt sie Krieg oder Frieden? Keiner weiß es zur Stunde, alle stüßen sich auf Kombinationen. Aus Washington liegen diplomatische Nachrichten vor, wonach die russische Antwortnote für Japan befriedigenden Charakters sein soll. Es wird angenommen, daß Rußland, wenn diese Nachricht auf Wahrheit beruhe, gewisse Konzessionen gemacht habe, und daß England Japan überreden werde, sie als befriedigend anzunehmen. Allein, wie das in so kritischer Zeit vorzukommen pflegt: der nächste Tag, die nächste Stunde kann anders und ernster lautende Meldungen, ja kann selbst die Kriegserklärung bringen. Was drängt Japan zum Kriege? den Reichskanzler, der im Reichsanzeiger veröffentlicht wird. Der Kaiser hebt hervor, daß alle Stände, Alt und Jung, gewetteifert haben, ihm ihre Freude über seine glückliche Genesung auszusprechen. Er sei durch diese Aeußerungen treuer Teilnahme und liebevoller Anhänglichkeit hoch beglückt worden, und spreche allen Gratulanten seinen wärmsten Dank 0112 Solange Gott der Herr mir Leben und Gesundheit schenkt so schließt er werde ich nicht aufhören, meine serajte in den Dienst des Vaterlandes zu stellen und auf das Wohlergehen des deutschen Volkes in allen seinen Schichten und Berufen von Herzen bedacht zu sein." Von einer endgiltigen Aussöhnung des Hauses Cumberland mit dem deutschen Kaiserhause weiß ein Münchener Blatt zu melden. Die Aussöhnungsbestrebungen feien soweit gefördert, daß die bevorstehende Hochzeit des Großherzogs bon Mecklenburg- Schwerin mit der Prinzessin Alexandra für eine erste Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem Herzog Ernst August die Gelegenheit abgeben werde. Der erfolgreiche Vermittler zwischen den beiden so lange sich entfremdet ge= wesenen deutschen Fürstenhäusern war fein anderer als der greise Knig Christian von Dänemark. Der alte König Christian, von dem man weiß, daß er einer der aufrichtigsten Bewunderer des Kaisers ist, soll überfroh sein, daß es ihm gelang, in dieser schwierigen Frage mit Erfolg zu ver= mitteln. Man war und ist der Ansicht, Japan könne gar nicht Krieg gegen Rußland führen, weil es kein Geld habe. Dieser Ansicht tritt soeben der Militärschriftsteller Major v. Bruchhausen entgegen. Manchmal sei gerade die Ebbe in der Kriegskasse der Grund für eine schleunige Kriegserklärung. So schlug Serbien im Jahre 1885 trop völligen Geldmangels gegen Bulgarien los, weil es ihm an dem nötigen Kleingeld zur Aufrechterhaltung der kostspieligen Kriegsbereitschaft fehlte. Also gerade dieser Ebbe wegen. In eine ähnliche Zwangslage könnte Japan geraten sein. Wie viele Millionen hat es nicht schon der Kriegsmöglichkeit geopfert! Seit Monaten sind die Urlauber zu den Fahnen eingezogen, die Arsenale sind in fieberhafter Tätigkeit. Zwei neue Kreuzer wurden gegen Barzahlung im Auslande gekauft; von dort bezog man auch große Getreide und Kohlenvorräte. Der Handel stockt. Der Wohlstand und das Gedeihen des Landes leiden unter dem lähmenden Kriegsdruck. So sieht sich Japan- ganz abgesehen von seinen starken foreanischen Interessen in die Lage eines Kaufmannes versetzt, der sich in einer Unternehmung derart festgelegt hat, daß ihr Aufgeben seinen finanziellen Ruin bedeutet. Er muß sie durchbiegen, wenn sein Tun auch einem Va- banqueSpiel gleicht. In bezug auf Japan fann obendrein von einem solchen Spiele gar nicht die Rede sein. Das Land hat gute Erfolgschancen für sich: ein gerüstetes, in seinem militärischen Werte nicht zu unterschäßendes Landheer und eine schlagfertige, einheitlich zusammengesetzte, moderne Flotte. Gerade jezt hasardiert Japan am wenigsten, wenn es in den früher oder später anscheinend unvermeidlichen Krieg mit Rußland tritt. Seine Machtmittel werden nach menschlicher Voraussicht im Laufe der kommenden Jahre nicht in dem Maße wachsen wie die Rußlands im fernen Osten. So ist es dem vielfach überschäßten aber in letter Inselvolke nicht zu verdenken, Zeit auch viel verlästerten wenn es losschlägt. Die Politik. A Den Dank des Kaisers an sein Volk für die Kundgebungen au Kaisersgeburtstag bringt folgender Erlak an Durch Kabinettsorder haben die Gewerbe- Inspektionsaspiranten den Titel„ Gewerbereferendare", die GewerbeInspektionsassistenten den Titel„ Gewerbeassessoren" erhalten. Aus Anlaß des Thronwechsels in Anhalt steht eine Amnestie bevor, welche dem Vernehmen nach einen Straferlaß für die Strafen bis zu drei Jahren enthält. * Der Zwist zwischen der deutschen Aerzteschaft und den Krankenkassen wird, wie vorauszusehen war, durch die Beschlüsse des Leipziger Krankenkassentages nur noch heftiger geschürt werden. Schon jest sieht man die Wirkung der ärztefeindlichen Leipziger Resolution in dem zielbewußten Zusammenschluß zwischen den bisher getrennt marschierenden ärztlichen Interessentengruppen, wie er allerorten zutage tritt. Selbst in Berlin, wo der Boden für die Absichten der Kassenvorstände bisher noch am günstigsten war, haben auf den Appell an ihre Kollegialität hin sämtliche Kassenärzte die bereits auf 5 Jahre eingegangenen Verpflichtungen den Kassen gegenüber rückgängig gemacht. Eine endgiltige zufriedenstellende Lösung der Frage ist im Interesse der Kranken recht bald herbeizusehnen, um so mehr, als nach Ankündigungen des Grafen Posadowsky die Krankenversicherung immer weiter ausgedehnt zu werden verspricht. Der Staatssekretär erkannte die Berechtigung der Dienstboten und der ländlichen Arbeiter, an den Wohltaten der Versicherung teilzunehmen, im Prinzip vollkommen an. Wenn sich aber schon jetzt bei den städtischen Kassen diese Mißhelligkeiten herausstellen, wie soll es erst auf dem Lande werden, bei den erschwerten Verkehrsverhältnissen, die höhere Aufwendungen unabweislich nötig machen?! A Nimmt der Volkswohlstand in Dentschland ab oder zu? Diese Frage ist so alt wie die Forderung nach sozialen Gesetzesmaßnahmen. Eingehende Berechnungen berufener Stellen haben ergeben, daß der Wohlstand des deutschen Volkes im Wa ch sen begriffen sei. Folgende Zahlen mögen die vorstehende Behauptung illustrieren: 1902 waren in den Städten einkommensteuerfrei, weil das Einkommen den Betrag von 900 Mt. nicht überschreitet, 50,80%, 1903 nur 48,78%, auf dem Lande 1902 67,04%, 1903 nur 66,85%, also insgesamt 1902 59,66%, 1903 nur 58,92%. Gegenwärtig haben also bereits über zwei Fünftel der Bevölkerung ein Einkommen von 900 Mt. Dabei ist zu berücksichtigen, daß zu dem Reste von 58,92%, dessen Einkommen über 900 Mt. nicht hinausgeht, ohne Zweifel noch eine große Anzahl von Personen gehört, die durchaus nicht den unbemittelten Schichten zuzurechnen sind, so z. B. Söhne und Töchter wohlhabender Bauern, die in fremder Haus- und Landwirtschaft ein eigenes, aber 900 Mt. nicht überschreitendes Arbeitseinkommen erwerben, oder Kinder reicher Leute, die ein eigenes, der Verfügung des Familienoberhauptes nicht unterliegendes Zinseinkommen bon nicht mehr als 900 Mk. besitzen. Es sei noch hervorge hoben, daß der Teil der Bevölkerung mit über 3000 Mt. Einfommen ebenfalls im Wachsen ist; so waren in der Gesamtbevölkerung 1903 4,36% gegen 4,34%, in den Städten 7,37% gegen 7,39%, auf dem Lande 2,01% gegen 1,99% im Vorjahre. Italien. Der Führer der jüdisch- zionistischen Bewegung, Dr. Theodor Herzl aus Wien, weilt gegenwärtig in Rom, wo er nicht bloß vom König, sondern auch vom Papst empfangen wurde. Papst Pius zeigte lebhaftes Interesse für die Bestrebungen des Zionistenführers. Rufsland. Die Russifizierung Finlands wird mit allen erdenklichen Gewaltmaßregeln konsequent durchgeführt. Der russische Gouverneur General Bobrikoff läßt sich keine Gelegenheit entgehen, den Finländern nachdrücklich und in beleidigendster Form zu zeigen, daß es mit jedem Restchen der alten Selbstverwaltung ein für allemal vorbei ift. Seti hat er ein Verbot erlassen, den hundertsten Jahrestag der Geburt von Finlands größtem Poeten, Runeberg, zu feiern, während die Bevölkerung schon zu diesem Zwecke die großartigsten Vorbereitungen getroffen hatte. Bei den drakonischen Strafen, die auf jede Uebertretung dieses Verbotes gesetzt sind, wird Runebergs Jahrestag wohl sangund klanglos verlaufen. Ob es aber politisch klug ist, den Unterdrückten unnötig haustschläge zu versetzen, ist eine andere Frage. Balkan- Staaten. Eine Schauernachricht verbreitet die türkische Regierung. Sie teilt den Botschaftern der Ententemächte mit, Boris Sarafow kaufe mit dem Gelde, das er in England und Bulgarien gesammelt, Dynamit, um Bomben für geplante Anschläge gegen die Regierungsgebäude in Adrianopel. den Bahnhof der Orientbahn in Stambul, sowie gegen das im Kostantinopeler Hafen liegende englische Schiff herzustellen. ** Hof und Gesellschaft. Die Beise zung des verstorbenen Herzogs Friedrich I. von Anhalt hat unter schier überwältigender Anteilnahme der Bevölkerung aus dem ganzen Lande in Dessau stattgefunden. Als Vertreter des Kaisers war Prinz Eitel Friedrich von Preußen nach Dessau cutsandt worden. Nach dem Hauptaft der Trauerfeier in der Schloßkirche wurde der Sarg ins Mousoleum übergeführt und dort nach einem kurzen Gebet in die Gruft versenkt. Deer und flotte. 791Die letzten Beförderungen in der Marine haben zur Folge gehabt, daß jetzt sämtliche Immediatstellen mit Admiralen und Vizeadmiralen besetzt sind. Die Admiralität zählt jetzt 29 Offiziere, 5 Admirale, 7 Vizeadmirale und 17 KonterAdmirale. Der älteste Admiral ist 1859, der jüngste 1870 eingetreten. Der rangälteste Stabsoffizier ist Kapitän zur See Gülich, der am 1. April den neugeschaffenen Posten eines Festungskommandanten der Nordseestation übernimmt. Er rückt damit zugleich in die Admiralität ein, da dieses Kommando mit einem Flaggoffizier besetzt werden soll. Die jüngsten Kapitäne zur See gehören dem Jahrgang 1877 an, es sind die Altersgenossen des Prinzen Heinrich. bis Deutfcher Reichstag. ( 22. Sigung.) CB Berlin, 30. Januar. Die seinerzeit zurückgestellte Zentrums- Interpellation betreffend Rechtsfähigkeit der Berufsvereine, Arbeiterkoalitionsrecht und Arbeitskammern stand heute wieder auf der Tagesordnung. Die Verhandlung darüber reiht sich ja auch ganz zweckentsprechend den sozialpolitischen Debatten zum Etat des Reichsamts des Innern ein. Neues läßt sich zu dem Gegenstande der Interpellation schwerlich sagen, denn die Materie ist seit Jahren gründlich durchgesprochen worden. Die Interpellation wurde vom Abg. Trimborn ( Zentr.) vor leerem Hause begründet. Die Interpellanten verlangten Borlegung von Gesezentwürfen, durch welche den Berufsvereinen Rechtsfähigkeit verliehen und ihnen das Koalitionsrecht gesichert wird und ferner Arbeitskammern zum freien und friedlichen Ausdruck der Wünsche und Beschwerden auch gegenüber den Staatsbehörden errichtet werden. Abg. Trimborn führte u. a. aus: Das Koalitionsrecht müsse überall im Reiche ein gleichmäßiges ſein; daher sei ein Reichsvereinsgesetz nötig. Die Forderung der Arbeiter, daß ihre Vereine dasselbe Recht genießen, wie Aftiengesellschaften, Genossenschaften, überhaupt die Kapitalsvereinigungen, sei durchaus berechtigt. Staatssekretär Graf Posa do w sfy antwortete: Die verbündeten Regierungen sind grundsätzlich nicht abgeneigt, die Rechtsfähigkeit von Berufsvereinen von Arbeitern, welche der Gewerbeordnung unterstehen, anzuerkennen und ste als juristische Körperschaften auszugestalten. Die verbündeten Regierungen gehen aber dabei von der Voraus segung aus, daß in eine derartige Gesetzgebung Arbeiter in Reichs- und in Staatsbetrieben und in gewissen öffentlichen Anlagen, welche dringende, wichtige Aufgaben für die Magemeinheit zu erfüllen haben, nicht einzubeziehen sind. Die verbündeten Regierungen gehen ferner von der Auffassung aus, daß bei einer derartigen gesetzlichen Regelung VorSorge zu treffen ist. das auch die Mirheit ausreichend Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) „ Weißte was was?" fuhr der Bursche eilfertig fort,„ er geht naus nach, dem Spizbub, dem Gänsehannesse Ttophel; mit dem wilddiebt er zusammen." - Heiner erzählte alsdann ausführlich das Ergebnis seiner Beobachtungen, wobei das Mädchen jedes Wort wie ein Stich ins Herz traf. Ein Wilddieb galt immer als ein dem Zuchthaus Verfallener und wenn man den Hangcurt einmal dabei erwischt, dann war es auch um ihn geschehen. Es fonnte darum die Zeit taum erwarten, bis es ihn zu sehen bekam. Endlich wurde es Abend und der erste Gast, der in die Wirtsstube trat, war Hangeurt. Der alte„ Wirts," Elschens Vater, der immer fränfelte, lag schon im Nebenzimmer im Bett, und so hatte das Mädchen die Besorgung der wenigen Gäste, die an einem Wochentage des Abends famen, fast stets allein über sich. Als Hangcurt eintrat, sezte er sich wie immer auf die Dfenbant und begann zu plaudern, aber er merkte fof rt, daß mit dem Elschen eine Veränderung vorgegangen war, denn sein hübsches Gesicht blickte gar traurig drein und die Antworten, die es gab, waren furz und nichtssagend. Von Lachen und Scherzen war heute Abend keine Spur bei ihm. Das war Hangeurt räthselhaft und seine Stimmung wurde unruhig. Endlich wagte er die Frage: zu schützen ist und daß Berufsvereine sich von dieser even tuellen staatlichen Basis nicht entfernen dürfen. Betreffs der Arbeitskammern ist schon in dem Gewerbegerichtsgesetz, durch das Einigungsamt, ein grundlegender Schritt geschehen. Die verbündeten Regierungen sind bereit, auf dieser Grundlage die Arbeitervertretungen weiter auszubilden, entsprechend der kaiserlichen Botschaft von 1900. Was endlich das Arbeitsamt anlangt, so kann es sich nur darum handeln, das bestehende arbeitsstatistische Amt zu einer selbständigen Behörde weiter auszubilden. Ob und wann ein derartiger Schritt geschehen wird, wird von den Etatsverhandlungen des künftigen Jahres abhängen. ,, Was is Dir denn heut Abend, Elsche, Du bist ja nit wie sonst?" „ Hab' auch Ursach d'rzu", sagte das Mädchen schmollend. „ Warum, was haste da?" Abg. Legien( S03.) ist von dieser Erklärung nicht befriedigt; sie binde die Regierung in keiner Weise und lasse den Zeitpunkt des gesetzlichen Eingreifens völlig un bestimmt. Die Arbeiterschaft habe wenig Vertrauen, daß eine Gesetzgebung, die etwa von den Mehrheitsparteien ausgearbeitet wird, ihren Wünschen entspreche. Pflicht des Reiches sei es, endlich ein Reichsvereinsgesetz zu schaffen. Er habe die begründete Hoffnung, daß auch die christlichen Gewerkschaften sehr bald zur Einsicht kommen und der sozialdemokratischen Partei beitreten würden. Gerade der Frankfurter Kongreß habe ausdrücklich gefordert, daß auch die Staatsarbeiter das Koalitionsrecht haben sollen. Und das lehne der Staatssekretär, resp. die verbündeten Regie: rungen ab. Abg. Sieber( Nat.) erklärt, daß die Nationalliberalen den Ausführungen des Staatssekretärs nicht zustimmten. Sie erwarten bestimmt eine Vorlage spätestens in nächster Session. Als Süddeutscher könne er sich nicht der Befürch tung enthalten, daß das Vereinsgeset in Süddeutschland Beschränkungen erfahren könne. Abg. v. Richthofen( fons.) erklärte, seine Freunde würden jede Vorlage und auch die hier verheißene genau darauf hin prüfen, ob sie nicht die Sozialdemokratie in den Stand setzt, das betreffende Gesetz zu beherrschen. Seine Freunde würden beispielsweise für die Gebiete der Kohlenindustrie, wie überhaupt für wichtige Industriegegenden, feinem Koalitionsrecht zustimmen, welches keine Einschrän fungen erfahre. Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. ( 7. Sigung.). RK Berlin, 30. Januar. So wenig der erste Punkt der Tagesordnung:„ Die zweite Beratung des Etats der Domänenverwaltung" anregendes zu versprechen schien, so gestaltete sich doch die Debatte von Anfang an äußerst lebhaft und interessant, da die Redner die Einnahmen aus den Domänenverpachtum gen, die mit 479 940 Mark mehr als im Vorjahr zu Buch stehen, als Anlaß zu einem Disput über die Lage der Landwirtschaft benutzten. Die Konservativen waren darüber anderer Ansicht, als der Abg. Bröm el( freis. Ver.), der aus dieser Steigerung der Nachteinnahmen den Schluß zog, daß es der Landwirtschaft in den letzten Jahren besser gegangen sei. Abg. Dr. Iderhoff( freikons.) führte den Mehrertrag darauf zurück, daß viele Pächter selbst einen höheren Zins anböten, aus Furcht, sonst die Pacht zu verlieren. Ihm sekundierte Graf Prasch ma( 3entr.), der darauf hinwies, daß es oft einer zwei-, ja dreifachen Ausschreibung bedurft hätte, um Neuverpachtungen zu erreichen. Die Abgg. v. Arnim( kons.) und Gamp( freikons.) behaupten, daß die Not der Landwirtschaft andauere. Retzterer spricht gegen die gewünschten landwirtschaftlichen Fachschulen. Er gibt dem Fiskus den Rat, Kalklager zu erwerben und den Kalkhandel zu gunsten der Landwirtschaft selbst in die Hand zu nehmen. Eine Abschwenkung von dem Grundthema machte der Abg. Graf v. Spee( 3entr.), der in loser Anknüpfung an die Domänenvermehrung im Osten der Monarchie gegen das Wort des Ministers v. Hammerstein den Polen gegenüber protestierte:„ Wir haben zu befehlen und Sie haben zu gehorchen!" Er fürchtet, daß dadurch auch die gutgesinnten Polen verbittert werden könnten. Der nächste Redner Abg. Schön( freifons.) kehrt aber sofort wieder zum eigentlichen Verhandlungsstoff zurück. In einer von heiterem Humor durchtränkten Rede bricht er eine Lanze für die Landwirtschaft, für die er einen baldigen Frühling erhofft. Er erklärt sich trotz schlechter Behandlung, die er und seine Freunde von jener Seite erfahren hätten, als begeisterter Anhänger des Bundes der Landwirte. Er hoffe, daß der Landwirtschaftsminister das Tischtuch, das er zwischen sich und dem Bunde im vorigen Jahre Wenn Du nit Nachts nach dem Gänsehannesse Tiophel in die Wildhütt' gingst und mit dem' s Wildern triebst, könnt ich anders sein, so aber nit." Hancurt war wie vom Donner gerührt. Daß das Elschen um sein Tre ben wußte, war das Unerwünschteste, was ihm begegnen konnte. „ Wer hat Dir denn das gesagt, Elsche?" „ Ich weiß es." „ Ja, aber ich möcht nur wissen, wer Dir das gesagt hat, ich möcht--" Sei still! Bist Du nit gestern Abend nach der Wildhütt' gange und seid Ihr nit d'rnach, Du und der Tiophel, nach dem breiten Grund hin gange, wo bald d'enach' n Schuß gefalle is?" „ Wer will sagen, daß mir das g'west sein?" " D'rbei is Niemand g'west," sprach Elschen nach einer" Weile,„ aber wer soll denn anders geschossen haben, als ihr, wenn ihr z'sammen da' naus gange seid? Du hast's schon so lang g'trieben, als der Tiophel in in der Wildhütt' is, denn seit der Zeit haste immer zwei oder dreimal die Woch' des Abends Schnaps mitgenommen. Ich hab' Dir immer nit getraut und g'dacht: was will der Hangcurt mit dem vielen Schnaps! denn daß Du ihn nit trinken würd'st, das konnt' ich mir doch denken." „ Na ja, ich sein alsmal' naus nach'm Tiophel gange, das is richtig weil mir's in der Wildhütt' gefiel." bid ,, Und gewildert hast Du nit?". ,, Das kann niemand beweisen." „ Wenn m'r alles beweisen könnt, da wär's gar schlimm für manchen. Aber bedenkste denn nit, Hangcurt, daß' n Wilderer mit einem Bein im Zuchthaus steht? to do manoplat tried- nojaudinaih ne mazards zerschnitten habe, wieder zuſtopsen werde. Zum Schluß polemisiert Redner gegen die Sozialdemokratie, der gegen. über der Mittelstand geschützt werden müsse. Den konservativen Gutachten über die Lage der Land. wirtschaft schließt sich auch der Landwirtschaftsminister v. Podbielskian. Vor allem sei der Klein. besitz nicht rentabel. Auf Anfrage erklärt der Minister, daß eine allzu große Besißvermehrung der Domänen nicht in der Absicht der Regierung liege. Nachdem eine Peti tion der Einwohner von Selters um Ueberlassung des Haus. trunks und der königlichen Mineralquellen einer Kommis. fion überwiesen worden ist, wird die Position bewilligt. Die Beratung des Etats der Forstverwaltung wird gleich nach Beginn vertagt, nachdem es noch zwischen dem Abg. v. Savigny( 3entr.) und dem Präsidenten zu einer ergötzlichen Szene gekommen war. Herr v. Savigny gebraucht das Wort„ Privatforsten", weshalb Prä jident v. Krbyn unterbrach, da diese nicht hierher_ge hörten. Der röfident mußte sich aber gefallen lassen, daß Herr v. Savigny bemerkte:" Der Herr Präsident hat wohl meinen Ausführungen nicht folgen können!" und diese nochmals wiederholte. Caldon Nab und fern. □ Das Ende eines fürstlichen Liebesromans. In den Wiener Sofnachrichten ſteht zu lesen, daß Erzherzog Ferdi Karl mit seiner Schwester, der Erzherzogin Annun ciata, zu kurzem Aufenthalt nach Chlume( Böhmen) ab gereist ist und demnächst einen längeren Urlaub antritt, den er teilweise in Stuttgart bei seinem Schwager, dem Herzog von Württemberg, zubringen wird. Das ist das prosaisch Schlußkapitel eines fürstlichen Liebesromans. Der Erzherzog hat sich den Vorstellungen seiner Familie gefügt und auf die beabsichtigte morganatische Heirat mit dem Prager Professorstöchterlein Berta Czuber endgiltig verzichtet. A Eifersucht und Rache. Auf Requisition der öster reichisch- ungarischen Botschaft in Berlin, wurde ein in Kassel wohnhafter Ingenieur, ein geborener Desterreicher, von der Polizei festgenommen, von der Regierung ausgewiesen und per Schub nach der österreichischen Grenze bezw. nach Wien transportiert. Der Grund für diese auffällige Maßregel ist darin zu suchen, daß der Ingenieur vor 12 Jahren von einem österreichischen Regiment desertiert ist und sich seitdem seiner Militärpflicht entzogen hat. Er hatte inzwischen in Kassel eine Ingenieurschule zur Heranbildung junger Ingenieure gegründet. Eine frühere Geliebte von ihm, der er zugunsten einer jungen Witwe untreu geworden war, zeigte ihn bei der österreichischen Behörde aus Eifersucht und Rache an. † Ein falscher Erzbischof wurde von der römischen Polizei berhaftet. Es ist ein englischer Schwindler, namens Donkin, der sich stets im vollen Ornat auf den Straßen zeigte. Donkin, der überhaupt gar kein Priester sein soll, hat Hoteliers, Lieferanten, Banken und Klöster um Tausende von Lire geschädigt. Ein verloren geglaubter Postdampfer gerettet. Der vor einigen Tagen gemeldete Untergang des englischen Postdampfers Seelöwe", der mit Mann und Maus verloren gegangen sein sollte, stellt sich jetzt als eine grundlose Befürchtung heraus. Wie aus Victoria( Britisch- Kolumbien) gemeldet wird, ist der„ Seelöwe" wohlbehalten gesichtel morden. Der nächste Weltpostkongreß, der nach einem Beschluß des Washingtoner Kongresses in Rom stattfinden soll und für den als Zeitpunkt der Eröffnung der 21. April d. J. bereits in Aussicht genommen war, ist auf Wunsch der italienischen Regierung auf den 21. April 1905 verschoben worden. Et Alter von * Bu die evangel Gießen und bach, Def In Februar ber Stelle tritt zum Wachtm darm Jahres Mi Bizefeldwebe Referbe des Bizewachtme der Reserve ( Großh. Art Ba auf der of Bahnhofsp ** 98 A Hinrichtung. In Glogau wurde der Tischlergeselle Georg Motco aus Bautsch durch den Breslauer Schafrichter Schwietz hingerichtet. Motco hatte in der Nähe von Glogau den Handelsmann Gutacker aus Bautsch ermordet. Die junge Frau des Mörders ist kürzlich aus Gram über dessen Untat gestorben. Ein Opfer der spanischen Schahschwindler wurde ein Wirt der rheinischen Stadt Neunkirchen. Er reiste, nachdem er einen der bekannten Schwindelbriefe erhalten hatte, persönlich nach Barcelona, wurde am Bahnhofe von den Herren" in Empfang genommen und war bereits nach Verlauf einer Stunde 6000 Mart los, dafür aber glücklicher Be den sißer eines gefälschten Millionenwechsels. Nach Schwindlern wird er wohl zeitlebens vergeblich suchen. Man sicht, daß alle Warnungen bei einer gewissen Sorte von Leuten nicht verfangen. Denk an den Koch's Liwit, der in den Eisen sitzt, weil er den Forstlaufer ang'schossen hat.' n Wilddieb is mir ' n schrecklicher Mensch, denn aus dem kann gar leicht ' n Mörder wer'n. Wo aber das Wildern mal drin steckt, is es nit' raus zu bringen, und d'cnach is Haus und Hof in Gefahr." fo Die Worte Elschens trafen den Hangcurt wie ein Strafgericht. Er merkte zugleich daran, wie wert er dem Mädchen war, und daß er mit seinem Tun sich nahe an der Grenze befand, von der an er seine Gunst berlieren konnte. Er blickte verlegen unter sich und endlich meinte er: " So, und einen, von dem Du genau wüßtest, daß er mal wildern gangen, den würd'ste auch nit freien?" ,, Nein, Hangcurt," versetzte Glschen rasch.„ Ich wollt als Frau' nes Wilderers nit mein Lebtag in Todesängsten leben." Es traten jetzt noch etliche Gäste in die Stube, welche sich an einen Tisch setzten. Dadurch wurde das für den jungen Burschen peinliche Gespräch beendet. Elschen setzte sich heute Abend nicht zu dem Hangcurt. Es hatte oder machte sich absichtlich allerlei zu tun und so bestand zum ersten Male ein Zerwürfniß zwischen den beiden jungen Leuten. Hangcurt fühlte sich als der schuldige Teil und im Stillen nahm er sich vor, zum legten Male in der Wildhütte gewesen zu sein. Er blieb denn heute Abend auch nicht lange in der Wirtschaft, weil er das Schmollen Elschens nicht ertragen konnte. Als er draußen war, steckten die anderen die Köpfe zusammen. Der Heiner hatte es nämlich schon Jedem erzählt, daß der Hangcurt wahrscheinlich des Nachts mit dem Tiophel gewilde habe, und so wußten es auch die Gäste schon. ( Fortsetzung folgt.) Nauheim nehmen zu Vorlage zu * Die Orte haben gerichtet, bet E8 fommen und wird cir Seelenzahl m Schlechte Bab gericht Drte auch die ärr berg werden Wohlfahrt b * St Den 2. Febru * ftatt und Agris y Mufitdirettor radi zur Auf führung bela 14. Freitage Othello zur + Die am bergang verbunden muß man lungsvolle nen Numme ein. Neben d und einigen Stüde gegeber reicher Fülle nad Saluß und das Ta * * In Jüngling Geburtstag Bjarrer Sa Festet stimmu die gefungen Vereins. * Rar Bither- Klub und wirklich und lebenden morgen ein auf dem geft wort fagte damit recht, Der Besuch ** Stadt Gi Jahre in d bon denen Kinder, bor 288 Mädd geboren, d Das Sterb find 351 der flädfifch war 168 den Klinifer Geschlechts. und 12 Fra 6 wurden ber 1903 und auf den g Dezember Der Bef Schwimmb 11 Wannen Dambi fammen 14 Brause Die Berfon das Bad b Als neuntes haus die 6 Bum Schluß , der gegen ge der Land rtschafts jei der Klein Der Minister, Domänen nicht em eine Beti mg des Haus iner Kommi n bewilligt. rwaltung noch zwischen Präsidenten Herr v. Sa weshalb Prä thierher ge fallen laffen, Präsident ha !" und diese mns. In den zherzog Ferdi zogin Annun ( Böhmen) ab b antritt, den , dem Herzog das prosaisch Der Erze gefügt und dem Prager erzichtet. der öster ein in Kassel icher, von der sgewiesen und w. nach Wien Tige Maßregel 2 Jahren von nd sich seitdem inzwischen in 9 junger Jn, von ihm, der eworden war, Eifersucht und nischen Polizei namens Don Straßen zeigte. ein soll, hat um Tausende cttet. Der vor nglischen Post Raus berloren grundlose Be ch- Kolumbien) alten gesichtel nem Beschluß den soll und April d. J. f Wunsch der 905 verschoben Tischlergeselle er Schafrichter he bon Glogau mordet. Die m über dessen ler wurde ein reiste, nachdem ten hatte, perfe von den eits nach Verglüdlicher Be Nach den suchen. Man Sorte von fitzt, weil dieb is mir gar leicht mal drin ach is Haus curt wie ein vie wert er m Tun fich feine Gunst ter sich und wüßtest, daß nit freien?" rasch.„ Ich 1 Lebtag in die Stube, wurde das beendet. m Hangcurt zu tun und iß zwischen e fich als der hbor, zum ein. Tange in der icht ertragen anderen die mlich schon einlich des d so wußten sung folgt) Lokales. 1. Februar 1904. ** Staatsminister i. P. Finger ist an Samstag im Alter von 79 Jahren in Darmstadt gestorben. ** Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die evangelische Pfarrstelle zu Großen Bused, Dekanat Gießen und die evangelische Pfarrstelle zu Nieder- Erlenbach, Dekanat Rodheim. * In den Ruhest and versetzt wurde mit dem 1. Februar der Wachtmeister Samba in Grünberg, an dessen Stelle tritt am gleichen Tage unter gleichzeitiger Beförderung zum Wachtmeister der bisher in Bensheim stationierte Gensdarm Jahres. Militärnachrichten. Befördert wurde der Vizefeldwebel der Reserve Falf- Gießen zum Leutnant der Reserve des Inf. Regt. Hessen- Homberg Nc. 166; der Vizewachtmeister der Reserve Schwieder- Gießen zu Leutnant der Reserve des 1. Großh. Hess. Feldart.- Reg. Nr. 25 ( Großh. Art.- Korps). * Bahnhofssperre. Mit dem 1. Februar wurde auf der oberhessischen Eisenbahnlinie( Gießen- Fulda) die Bahnhofssperre eingeführt. ** Wie wir hören, beabsichtigt die Regierung in BadNauheim größere bauliche Umänderungen vornehmen zu lassen und den Ständen demnächst darüber eine Vorlage zu machen. * * Die Gemeinde Gedern und eine Anzahl umliegende Orte haben an die zweite Kammer eine Vorstellung gerichtet, betr. die Errichtung eines Amtsgerichtes in Gedern. E8 tommen zusammen 18 Orte mit 7543 Seelen in Betracht und wird eine ganze Anzahl Amisgerichte aufgeführt, deren Seelenzahl noch geringer oder nicht wesentlich höher ist. Die schlechte Bahnverbindung mit dem hiesigen zuständigen Amtsgericht Ortenberg, die schwierigen Terrainverhältnisse, ſowie auch die ärmlichen Verhältnisse der Bewohner des Vogelsberg werden in der Begründung ins Treffen geführt, um die Wohlfahrt dieser Gebirgsbewohner zu heben. Stadttheater Gießen. Morgen Dienstag den 2. Februar findet die 13. Dienstagabonnementsvorstellung statt und zwar gelangt diesmal die unverwüstliche Bosse Kyriz Pyrit unter der musikalischen Leitung des Herrn Musikdirektor Krause und unter Regie des Herrn Otto Conradi zur Aufführung. Die Posse hatte bei der ersten Aufführung bekanntlich einen stürmischen Heiterfeitserfolg. Als 14. Freitagsabonnement gelangt am 5. Februar Shakespeares Othello zur Aufführung. + Die Kriegerkameradschaft Gießen feierte am vergangenen Samstag im Café Leib ihr Winterfest verbunden mit Kaisers Geburtstag. Dem Vorstand muß mon Dant sagen für das äußerst ansprechende abwechs lungsvolle Programm und die Mitwirkenden bei den enzelnen Nummern septen ihr ganzes Können zum Wohlgelmzen ein. Neven der üblichen Begrüßungs- Ansprache, en m Prolog b einigen Liedern wurden nicht wenig r we 3 That r stücke gegeben. Es tam also Humor und Amüs ment in retcher Fülle zum Ausdruck, so daß die Anwesenden auch nach Schluß des offiziellen Teiles lange beisammen blieben und das Tanzbein flott schwangen. und ** In erhebender Weise feierte gestern der evangel. Jünglings und Männerverein in Gießen den Geburtstag des Kaisers. Der Präses des Vereins, Herr Pfarrer Schwabe, hielt die Festrede. Zur rechten zuversichtlichen Festesstimmung paßten die gut vorgetragenen Gedichte sowie die gesungenen Lieder, begleitete vom Posaunenchor des Vereins. * * Karneval- Mastenb all hatte der Gießener Bither- Klub am Sonntag Abend im Café Leib veranstaltet und wirklich orginell arrangiert. Die Gruppen- Aufführungen und lebenden Bilder waren ausgezeichnet und wenn heute morgen ein Besucher händeschüttelnd fragte, waren Sie auf dem gestrigen Mastenball?" auf die verneinende Antwort sagte„ da haben Sie etwas versäumt!" fo hatte er damit recht, wir fönuen ihm darin vollkommen beipflichten. Der Besuch war gut. * ** Statistik vom Standesamt in der Stadt Gießen für 1903. Es wurden im abgelaufenen Jahre in das Geburtsregister 978 Geburten eingetragen, von denen auf die städtische Bevölkerung entfallen, 576 Kinder, von welchen genau die Hälfte, also 288 Knaben und 288 Mädchen waren. In der Klinit wurden 402 Kinder geboren, davon waren 191 Rnaben und 211 Mädchen. Das Sterberegister für 1903 weist 651 Todte auf, davon find 351 männlich und 300 weiblichen Geschlechts. Ven der städtischen Bevölkerung allein starben 334 Personen und zwar 168 männlichen und 166 weiblichen Geschlechts. In den Kliniken verstarben 174 männlichen und 122 weiblichen Geschlechts. Im Provinzialsiechenhaus starben 9 Männer und 12 Frauen. - *** Gießener Volksbad. Im Januar wurden verabreicht, 7421 Bäder gegen 6737 im Dezbr. 1903 und 7418 im Januar 1903, oder im Durchschnitt auf den ganzen Badetag 270 Bäder gegen 250 tm Dezember und 270 im Januar 1903. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad: 4107 Männer, darunter 726 zu 10 P. 73 10 499 Frauen " Wannenbäder: 1. I. 226 Männer, 52 Frauen, 2. I. 602 373 " Dampf und Heißluftbäder, sowie Massage zusammen 142 Männer, 19 Frauen. Brausebäder 1246 Männer, 155 Frauen. Oo Die Personewage wurde von 200 Personen benutt, das Bad von 4 Personen besichtigt. * Der Darmstädter Vergiftungsfa II. Als neuntes Opfer ist am Samstag Nachmittag ta Kranten. haus die 62 Jahre alte Witwe des Privatiers Gauf ge| storben, die ebenfalls von dem Bohnensalat gegessen hatte. In dem Befinden der noch an den Folgen des Vergiftungsfalles darniederliegenden Persoren ist im Laufe des Tages teine wesentlich Anderung zu verzeichnen. Der Bustand der Patienten ist nach wie vor sehr bedenklich. Wie von medizinisch r Seite verlautet, handelt es sich bei dem ebenso folgenschweren wie seltenen Fall um eine sogenannte Btomatnvergiftung. Der verdorbene Inhalt der Konser venbüchse muß eine Substanz enthalten haben, die, in den Darm gelangt, bei dessen Produkten einen Zerseßungsprozeß hervorrief. Das so im Darm entstandene Gift ift sodann in das Blut übergegangen. Bei den Erkrankten stellten sich gleichmäßig, und zwar bei den meisten plöglich und erst einige Tage nach dem Genuß des Salates, zunächst Schluckbeschwerden und eine Erschlaffung der Augenmuskeln ein. Dann folgten Lähmungserscheinungen, die sich auf die Gliedmaßen und schließlich auf alle Organe erstreckten. Den Lähmungen suchen die Aerzte durch Anwendung von Stroychnin, der großen Herzschwäche durch Injektionen von Kochsalzlösungen und Kampher entgegenzuwirken Außerdem sucht man den Darm durch Rizinusöl und Klystiere zu reinigen. ** Lehrkursus in Darmstadt. Am 25. Januar d. Is. ist der zwölftägige Lehrer- Ausbildungskursus in darstellender Geometrie und im Fachzeichnen eröffnet worden. An demselben nehmen 9 Lehrer der Handwerkerschulen teil und zwar 6 aus Starkenburg und 3 aus Oberhessen. = Nidda, 30. Jan. Mit dem 1. Februar d. Is. verkehrt zwischen hier und Ulfa statt der seitherigen Landbriefträgerpost ein geschlossener Omnibus, der gegen eine jährliche Vergütung seitens der Post durch einen Privatmann von Ufa gefahren wird Die Abfahrzeiten von hier nach und 6 Uhr 15 Min. nachmittags. Ulfa bleiben dieselben wie seither, 9 Uhr 25 Min. vormittags × Ettingshausen, 31. Jan. Am Donnerstag abend ereignete sich hier ein beklagenswerter Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Die 78jährige Frau Albach fiel derart die Treppe hinunter, daß sie bewußtlos liegen blieb und mehrere Verlegungen davontrug, die schon am Freitag ihren Tod herbeiführten. Ettingshausen, 31. Jan. Wie wir hören, soll auch die zweite Beigeordeten- Wahl, in der Herr Joh. Opper V. gewählt wurde, nicht bestätigt werden; sollte dies zutreffen, wird zum dritten Mal Beigeordnetenwahl stattfinden. Schon die erste Beigeordnetenwahl brachte viel Aufregung in unseren Ort und bei der zweiten war diese Aufregung schon so gesteigert, daß Beleidigungsklagen anhängig gemacht wurden, wie wird es nun aber bei einer eventuellen dritten Beigeordn ten mahl auss hen? + Flensungen, 31. Jan. Heute abend feierte der Kriegerverein im Lofale des Kameraden C. Reiß eine in all n Teilen gelungene Ka sersgeburtstagsfeier durch Theater, farg und einen fl tren Pall. Der Besuch war gut. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 29. Januar 1904. Der Landwirt Justus Krug von Udenhausen hat sich wegen widernatürlicher Unzucht zu verantworten. Da der Angeklagte sich aufs Leugnen verlegte, war eine sehr große Anzcht Zeugen zu vernehmen; auch ſah ſich die Anflagebehörde veranlaßt, Sachverständige über dessen Geistes zustand zu vernehmen, welche aber nichts abnormes feststellen fonnten. zu 6 Mate wird für schuldig befunden und 3 verurteilt; auch wird seine so= fortige Verhaftung verfügt. Der vielfach vorbestrafte Andreas Hahn aus Frankfurt a. M. wir sodann wegen Betrugs und Diebstahls begangen zu Büdingen und Grünberg in eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten genommen, worauf 2 Monate Untersuchungshaft in Anrechnung kommen. Die Berufung der Landwirte Johannes und Ludwig Böckner von Maulbach wird verworfen. Gießen, den 30. Januar 1904 Strafe des Angeklagten auf 10 mt. herabgesezt und die Strafe des Klägers beibehalten wird. Die Privatklagesache des Schreiners Friedrich Mölig von Merlau gegen die Ehefrau des Auguft Hohl dortselbst, der ein die Angeflagte freisprechendes Urteil des Schöffengerichts Grünberg zu Grunde liegt, wird durch Berufungsrücknahme erledigt. Den Echluß bildet die Berufungsflage des Schneidermeisters Georg Pfaff zu Gießen, gegen den Vereinsdiener Josef Schumann daselbst, wegen Beleidigung. Die Kammer hält den vom Angeklagten angebotenen Wahrheitsbeweis als erbracht und bestätigt das vom Schöffengericht gefällte freisprechende Urteil. Neueste Nachrichten. §§ Berlin, 1. Febr. Die Aufteilung der Enklave Neutral Monbart wir jezt halbamtlich als binnen furzem bevorstehend bezeichnet. Ueber die Art und Weise, wie der Landstrich zwischen Preußen und Belgien geteilt werden wird, schweben zur Zeit noch Verhandlungen. Die legten Meldungen vom Kriegsschau= plaz wissen von einem erfolgreichen Refognoszierungsgefecht unter Leitung des Oberleutnants Jersow bei Farm Hoffnung, etwa 10 Kilometer nordwestlich von Windhok zu melden, das am 15. Januar stattgefunden hat. Es fielen bei diesem Gefecht der Sohn des Kieler Inspektors Weiß und außerdem der Geh. Registratur- Assistent in der Kolonialabteilung des auswärtigen Amtes Roch. Petersburg, 1. Febr. Petersburger Meldungen vom gestrigen Tage wollen etwas Näheres über den Inhalt der russischen Antwort- Note wisser. Danach soll der Ton der russischen Antwort wohl friedfertig, der Inhalt aber für die Japaner gänzlich unannehmbar sein. Jede Unterhandlung in Bezug auf die Mandschurei wird stritt abgelehnt und die scheinbaren Konzessionen in Korea beschränkten sich nur auf ökonomische Fragen. Rußland soll jeder Tag im fernen Often 200 000 Rubel fosten.- Bemerkenswert ist, daß infolge der Kriegsgerichte auch in China der Fremdenhaß wieder hell auflodert. Briefkasten. H. D., Gießen. Bevor Sie nicht Ihren Namen uns mitteilen, fönnen wir auf Ihr„ Eingesandt" nicht eingehen. Wir müssen wissen, mit wem wir es zu tun haben. * * Marktberichte. Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 29. Januar.( Amtliche Notierungen.) Heu per Str. 3.00-3.50 Mt., Stroh per 3tr. 1.70-2.20 Mt. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es können eingestellt werden: 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 landwirtschaftliche Magd, 1 Schmied, 1 Küfer, 1 Metzger, 1 Buffetfräulein, 1 Küchenmädchen, 2 Köchinnen, 10 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Spengler, 1 Feinmechaniker, 1 Mechaniker, 1 Kaufmann, 1 Bäcker, 1 Buchbinder, 1 Tapezierer, 1 Schreiner, 1 Weißbinder und Lackierer. Es suchen Arbeit: 1 Schmied, 1 Spengler, 2 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Metzger, 2 Lackierer, 1 Schriftsetzer, 1 Kassierer, 4 Fahrburschen, 5 Haus burschen, 2 Dienstmädchen, 5 Lauffrauen, 1 Wäscherin, 2 Bureaugehilfen. E Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Ibin Klein für das Lokale, den Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermana NAUMANNIA- SEIFE. mit dem Beste Seifenah undfern! Der Spengler August Pasbach zu Gießen erhob gegen den Schreiner Karl Wacker daselbst Privatklage wegen Beleidigung. Dieses gab legterem Veranlassung gegen den Ersteren klagend vorzugehen. Beide wurden vom Schöffen= gericht zu 20 Mt. Geldstrafe nebst entsprechendem Kosten- ¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤0000 anteil verurteilt. Auf beiderseitige Berufung fand heute wiederholt Berreisaufnahme statt, welche im wesentlichen dasselbe Resultat hatte wie bei dem Untergericht. Wiederholte Vergleichsversuche scheitern an dem Verhalten des Klägers bezw. Widerbeklagten. Das Gericht ist der Ansicht, daß der Letztere eine V höhere Strafe verdient als der Angeklagte, weshalb Stattgebung der Berufung desselben die " M916: Couverts mit Firma von Mk. 3.50 an, liefert die 908.x 008 Expedition.or Sidurdamino, si situated all Beachten.. prudasing to mu tottid di 100 mod olim Sie bitte die Rückseite! ior19) grundo magnuti mst du modhimbjen no out bij moji@ Kaufmännischer- Verein| Verdingung. Das Schen und Reinigen der Oefen in den städtischen Gebäuden im Rechnungsjahr 1904/05 foll Montag, den 8. Februar d. Js., Vorm. 11 Uhr Ortsgewerbe- Verein Giessen. öffentlich vergeben werden. V. Vortrag Die Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der Donnerstag, 4. Februar, abends 8 Uhr pünktlich daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei in Steins Saalbau: Herr Professor Gustav Amberg- Berlin. Physikalisch- astronomischer Experimental- und Demonstrations Vortrag: Himmelsmechanit, das Sonnensystem, Kometen. Eintrittskarten für Angehörige der Mitglieder zu 50 Pfg., für Nichtmitglieder zu 1 Mk. find Abends an der Kasse zu haben. auch Die Vorstände. - uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 1. Februar 1904. Städtisches Hochbauamt. J. V.: Gerbel. Holzversteigerung in der Fürstlichen Oberförsterei Lich. Es sollen versteigert werden: Montag, den 8. Februar, in den Distriften Grlesberg und Langeberg: a) im Distrift Erlesberg( Zusammenkunft vorm. 912 Uhr am Teich): 29 Rm. Kiefern Knüppel, 1060 Kiefern Wellen, 29 Stück Fichten- Stamm- u.-Stangen Außer den von mir seither geführten Bieren bringe holz II. KI= 1,90 Fitm. Mainzer Aktienbier beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle dasselbe die 11 Flasche zu 18 Pfennig 1/2" " 9 fi Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, daß nur mic allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen worden ist. Gotthilf Röhrle Bier- Großhandlung. Marburgerstraße 7. Telephon 344. Gießen. ર b) im Distrikt Langeberg( Zusammenkunft vorm. 11 Uhr auf der neuen Chauffee Niederbessingen- Langsdorf beim Eingang in den Wald von Muhlsachsen her): 1 Rm. Eichen Knüppel, 8 Rm. Nadelholz Knüppel, 80 Rm. Nadelholz Stöcke, 1900 Gichen 2c. Wellen( 1. Durchforstung), 250 Nadelholz Wellen. Dienstag, den 9. Februar in den Distrikten Graudern, Mühlberg 2c.: Buchen: 4 Rm. Scheiter, 101 Rm. Knüppel, 17 Rm. Stöcke, 6870 Wellen; Eichen: 2 Rm. Scheiter, 116 Rm. Knüppel, 7340 Wellen; Birken: 26 Rm. Scheiter( Werkholz, rund), 29 Km. Knüppel, 10 Nm. Stöcke, 250 ellen; 130 Fichten Wellen; 1818 Fichtenstangen aller Sorten= 15,25 Fitm.( darunter 900 Stück schönster Bohnenstangen). Die Buchen- und Eichen- Wellen sind meistens erstklassige Forstwellen. - Die Zusammenfunft ist vormittags 9 Uhr auf der Chaussee Lich- Steinbach, wo der Weg einläuft, an welchem die Kastanienbäume stehen. Die Chaussee berläßt hier den Walddistrikt Konzebühl. Elektr. Licht-, Kraft-, Celephon- und Klingel- Anlagen erhalten Sie nicht geschenkt!- Aber sehr preiswert und sauber ausgeführt von Max Weissbäcker, Giessen Telephon 409. Stadt- Theater Sießen. Direktion: Steingoetter. Dienstag den 2. Februar 13. Dienstag Abonnements- Vorstellung. - Ingenieurbesuche kostenlos. Beste Referenzen. Brima Kartoffel Speise- u. Salatkartoffel zu den billigsten Tagespreisen empfiehlt J. Hankel Schloßgasse - Gießen. Kyris- Pyrig. Robert Stuhl Bosse mit Gesang in 3 Aften von H Wilfen und O. Justinius. Musik von G. Michaelis. Versteigerung! Dienstag, den 2. Februar vormittag8 10 Uhr im Gast aus zum Pfau" Neustadt 55 zu Gießen. ca. 300 gebr. Militärmäatel ca. 300 gebr. Militärhemden Gießen, Neustadt 23 emfiehlt Eiergemüsenudeln Gemüse audeln Maccaroni, ital. Maccaroni, Bruch Zwetschen, türk. Zwetschen, calif. Apfelringe, amerik. Apfelschnitzen 99 Schön möbl. Zimmer ca. 200 weißw. Pferdeteppiche mit oder ohne Pension zu verm. Louis Rothenberger. Gießen, Bismarckstraße 17. Richard Buchacker. Ziehung schon 5. März 1904. d.Gross. Geld- Lotterie d. Bad. Landesv. v. Roten Kreuz Il Lose 10 M. Los nur 1 Mk. Prt.u L.25Pfg. Auszahlbar bar ohne Abzug 3388 Geldgew. 44 000 bar zus. M. Hauptgew. M. 15 000 1 Gewinn Mk. 15000 1 Gewinn Mk. 5000 2000 2 à 1000=" 1 4 à 500-1 2000 30 à 100=" 3000 350 Gew. zus. 7000 2800 10000 Lose J.Stürmer " " erhältlich b. Gen.- Debit, Strassburg i. E. W. Semmler. Ph. Weiler. 2 sehr verm. chriftliche unab-= hängige Damen suchen die Be Südanlage 23. S Bingen a. Rh. Rhein. 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V. 57, 69, 90, 158 " 2000 " zu 100 Mr. " W. 49, 78, 110 " " X. 79, 83, 135, 253, 325, 372, 389, 391 200 500 H H M Y. 13, 30, 100, 103, 179, 180, 348 421, 446 1000 " " M Z. 9, 80, 144 " 2000 " f Serie I. Nr. 100, 119, 130 zu 2000 Mr. I. Nr. 226, 235, 275 1000 H " H I. Nr. 310, 327, 328, 418 500 " " " " I. Nr. 544, 556, 653, 695 200 " f " I. Nr. 708, 791 100 c. vom 1899er Anlehen. Es wird dies mit dem Anfügen zur Kenntnis der Besitzer der Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung der Schuldverschreibungen a. des 1896er und 1897er Anlehens bei der Stadtkasse Gießen bei der Mitteldeutschen Kreditbank zu Frankfurt a. M. bei der Deutschen Genossenschaftsbank Frankfurt a. M. b. des 1899er Anlehens bei der Stadtkasse Gießen bei dem Bankhause Acon Heichelheim in Gießen bei dem Bankhause Gebrüder Neustadt in Frankfurt a. M. erfolgen fann, sowie daß die Verzinsung mit dem 15. Mat 1904 aufhört. Gießen, den 29. Januar 1904. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. In der Zeit vom 23. Januar bis 30. Januar 1904 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Spazierstock mit filbernem Griff, 1 Kinderpelzt agen, 1 Kinderunterröckchen, 2 verschiedene Handschuhe und 2 Münzen mit Anhängsel; verloren: 1 Portemonnaie mit 10 Mt. Inhalt, 1 goldene Brosche in Form eines Schmetterlings, 1 Fächer aus grauen Straußfedern, 1 gold. Halskettchen mit Medaillon 1 gelbledernes Cigarrenetui, 1 Paar wildlederne graue Handschuhe und ein Paar Kreuzzügel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 30. Januar 1904. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Holz- Verkauf der Kgl. Oberförsterei Krosdorf. Dienstag, den 9. Februar 1904, vorm. 10 Uhr fommen in der Freund'schen Wirtschaft in Krof= dorf zum Verkauf: Schuhb. Waldhaus, Distrikt 32, 37, 38, 54= 120 Fstm. Buchen- Eisenbahnschwellen in einem Ein kleines Manſardenlogis zu Los, Distrift 38c( Junkernstrauch) Eiche= 5 Rm. Gießen, Maigaffe 11. vermieten. 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Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. Für Bäcker! 00000 Brotpreis- Formulare hält stets am Lage die Expedition er hatte heftig erwidern wollen, schnöde Erinner des Alten, berließ auch er das doch die armer Künstler fei, ließ ihr couif Mit bleichen Wangen die daß er eigentlich nur ein folgte ihm, ihr standen berlor alle Lust an dem Bauwerf, er arbeitete nichts mehr dafür und so war an ein Einziehen in die„ Villa der Blumen" gleich nach der Hochzeit nicht Frann in den WILD WALD GNN WAIDWERK Nr. 24. Montag, den 1. Februar sche Far 1904. Bage e Expedition 00000 Der 00000 00000 Kisten tsbesitzer, Rh. onreife von 00"" 50 Pfg. an, Architekt hatte heftig erwidern wollen, rf. in Krof1. 10 Uhr Reiser. Km. Scheite u) Eiche= m. Anüppel, = 16 Km. Del, 365 Am. e= 5 Rm. n in einem 7,38, 54= doch die WILD WALD schnöde Erinnerung des Alten, daß er eigentlich nur ein armer Künstler sei, ließ ihn schweigen. Mit bleichen Wangen verließ auch er das Haus; Louise folgte ihm, ihr ſtanden die Tränen in den Augen. Franz verlor alle Luſt an dem Bauwerk, er arbeitete nichts mehr dafür und so war an ein Einziehen in die„ Villa der Blumen" gleich nach der Hochzeit nicht zu denken, die Hochzeit aber sollte nicht aufgeschoben werden. Da kam der Architekt auf einen bösen Gedanken: er beschloß, die Villa mit Profit zu verkaufen und dem seiner Kunst so feindlichen Schwiegervater das ausgesetzte Kapital zurückzuerstatten. Später konnte er sich ja eine neue, schönere Villa erbauen. Er setzte also ein Inserat in die Zeitung. Inzwischen rückte der Tag der Hochzeit immer näher heran und schon zwei Tage vor dem Feste waren alle Hochzeitsgeschenke eingetroffen. Der Schwiegervater schickte sie alle mit spöttischem Lächeln in die neue Villa. Der Künstler eilte dann jedesmal wütend nach und stellte die ganze Herrlichkeit, Dupendwaren aus Bazaren u. s. w. in den noch nicht ausmöblierten„ Raum der Lieblinge". Dort waren der Fußboden und drei Tische mit dem Kram belegt und an den Wänden standen Bilder, Ofenschirme u. s. w. Eben hatte Franz mit kolossaler Verachtung das letzte Geschenk, eine schlecht versilberte Visitenkartenschale, auf den Tisch gestellt, als es klingelte und zwei ältere Personen, ein Ehepaar aus Amerika, die Villa zu besichtigen wünschte; sie hatten von dem Verkauf in der Zeitung gelesen. Der Architeft zeigte alle Räume und besonders die Dame war von allem sehr entzückt. Auch ihr Gemahl sprach sich sehr freundlich über das meiste aus. Wissen Sie," sagte er, wir wollen uns in Deutsch-- land zur Ruhe setzen. 37 Jahre zurück sind wir nach Amerika ausgewandert und haben uns dort einiges Geld gemacht. Wir haben keine Kinder und ich sehe, Sie haben auch kein Kinderzimmer eingerichtet." solcher Raum vorgesehen, dort liegt er." Einen Raum für die Lieblinge? Nein, doch ist ein Und was ist jetzt in diesem Raum für die Lieblinge?" Der Architekt dachte an die verhaßten Hochzeitsgeschenke und ein teuflischer Gedanke wurde in ihm erweckt. Er nahm eine wichtige Miene an und sprach: Ihnen zuletzt zeigen, denn er enthält das- Muſeum.“ Meine verehrten Herrschaften, diesen Raum wollte ich ,, Ah, ein Museum ist auch in diesem Hause?" Türe zum Raum für die Lieblinge"." Hier sehen Sie an " Ja, hier ist es!" rief Franz und öffnete feierlich die einigen auserwählten Gegenständen, wie die deutsche Kunst in den letzten fünfzig Jahren entstanden ist. Betrachten Sie sich diesen Teppich mit den großen Blumen. Solche Teppiche liebte man vor fünfzig Jahren; mit großen Kosten habe ich das seltene Stück auf einem alten Schloffe gekauft. Visitenkartenschale an." Sehen Sie sich ferner dieses Porzellanservis und hier diese wahrhaftig!" rief die Dame gerührt. Sieh nur, Pitt, solch eine Visitenkartenschale haben wir als Geschenk erhalten, als wir heirateten. O, wie viele, viele Erinnerungen weckt dieses herrliche Museum in meinem Herzen!" Sie Augen. meinte und auch dem alten Herrn traten die Tränen in die Mein Herr," sprach er zu Franz,„ Sie haben ein schönes und modernes Haus gebaut; für uns Deutsch- Amerikaner aber ist das interessanteste dieses Museum, das alle GegenHaus, aber mit dem Museum?" stände enthält, die wir einstens liebten. Was kostet das " Zweimalhunderttausend Mark." ,, Hier meine Hand, die Villa ist unser! Kommen Sie mit, damit wir das Geschäft gleich abschließen."- Als nach etwa drei Stunden Franz nach Hause kam und dem Schwiegervater von dem Verkauf der„ Villa der Blumen" Mitteilung machte, war dieser hoch beglückt über den Profit von etwa fünfzigtausend Mark und rief: Umzug verbrannt!" nach ihren Geschenken fragen, so sagen wir, sie wären beim Fort mit der Villa! Und wenn die Hochzeitsgäste später Ganz recht," stimmte der Architekt zu,„ und das wahre Masse, sondern im Zauber des eigenen Heims." Glück findet man auch nicht bei der großen verständnislosen So?" brummte der Schwiegervater. Wenn das deine diese Idee schon vor dreißig Jahren hatte.“ moderne Kunstanschauung iſt, ſo kann ich dir sagen, daß ich O. Januar Nr. 24. UND WAIDWERK Instinkt oder Ueberlegung? Die Schlauheit des Fuchses ist sprichwörtlich. Das folgende Erlebnis eines alten Jägers läßt den Meister Reinecke aber noch in einem neuen Lichte erscheinen. Ich wohnte damals in Oſtpreußen, so erzählt unser Gewährsmann, und hatte mehrere Jagden gepachtet, auf denen der vote Räuber sehr häufig vorkam. Eines Abends befand ich mich auf dem Anstand auf einen Rehbock. Ich nahm einen Stand ein, der mich bei gutem Winde nicht nur vollständig deckte, sondern mir auch erlaubte, nach allen Richtungen zu schießen. Ich konnte etwa dreiviertel Stunden gestanden haben, als am Rande der mir gegenüberliegenden Schonung ein sich bewegender Schatten meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Der Schattenträger trat nach kurzer Zeit in den Lichtkreis. Es war Reinecke, welcher, nachdem er durch Winden sich überzeugt hatte, daß die Luft rein war, langsam auf mich zukam. Ich ließ ihn vorübergehen, um das Wild, welches vielleicht schon ganz in der Nähe stand, nicht durch einen Schuß zu verjagen. Zwanzig Schritte von mir ab blieb er stehen, machte Kehrt und sprang nach vorn. Ich glaubte, daß er mause. Dies war jedoch nicht der Fall, denn er ging auf dieselbe Stelle zurück und wiederholte den Sprang, und in dieser Weise verfuhr er noch mehrere Male. Die Sprünge wurden immer weiter, und ich bemerkte, daß er sich anstrengte, diese Fortschritte zu ermöglichen. Durch ein Geräusch hinter mir abgelenkt, hatte ich ihn einige Sekunden aus den Augen gelassen, und als ich nach ihm sah, war er fort. Wo war er geblieben? Während ich noch darüber nachdachte, erhob sich auf dem Plazze, auf dem er verschwunden war, fast senkrecht seine Standarte, die er hin und her, von rechts nach links bewegte. Er hatte sich also gedrückt. Den übrigen Teil seines Körpers verbarg die Furche. Was hatte er vor? Wohl war mir die Liſt des Fuchses bekannt, aber was er hiermit bezweckte, blieb mir vorläufig ein Rätsel. Etwas später kam aus der Schonung, die vorher auch den Fuchs beherbergt hatte, ein Hase, der sich allmählich der Stelle näherte, wo der Räuber im Versteck lag. Als er die winkende Fahne sah, stutzte er, machte ein Männchen und kehrte dann die Sache mußte ihm wohl nicht geheuer vorkommen schnell in das Holz zurück. Aber kampe war neugierig, er kam wieder und ging schon näher an den verdächtigen Gegenstand heran. Dieser schien ihm noch Furcht einzuflößen, er kehrte wieder um, doch war sein Gang schon bedeutend langsamer als zuerst. Reinecke rührte sich nicht, aber seine Standarte war etwas gesunken. Bald darauf kam Lampe zum dritten Mal. Nach meiner Berechnung konnte er nur noch wenige Schritte vom Kopfe des Fuchses entfernt sein. Hier blieb er sitzen und sah unausgesetzt nach der markierten Stelle. Sie mußte ihm nicht mehr verdächtig vorkommen, sondern ihn mit immer stärkerer Gewalt anziehen, denn er näherte sich ihr mehr und mehr. Jetzt aber verschwand die Standarte und statt ihrer erschien das verschmitzte Gesicht des Fuchses. Lampe erschrak, zur Flucht war es zu spät geworden, und im nächsten Augenblick befand er sich auch schon in der Gewalt des Meister Reinecke, der ihn in der früher abgemessenen Entfernung durch einen Sprung erreicht hatte. Das Rätsel war nun gelöst. Ein Schuß, und der Räuber brach zusammen. Lampe war gerächt; ich aber sann lange darüber nach, ob diese mit Vorbedacht und Ueberlegung ausgeführte Tat nicht weit über den Verstand hinausgeht, welcher sonst gewöhnlich den Tieren zugestanden wird. Die Moritzburger Geweihsammlung. Die Sammlung der Hirschgeweihe in Moritzburg ist als eine der schönsten in ihrer Art der größten Aufmerksamkeit wert. In dem einen großen Speisesaal sind 71 Hirschgeweihe vereinigt, von denen keines unter 24 Enden zählt. Die ganze Sammlung besteht aus 18 Geweihen von 24, 18 von 26, 13 von 28, 5 von 30, 10 von 32, 2 von 34, 3 von 36, und 2 von 50 Enden. Alle diese Geweihe sind regelmäßig gestaltet. Um von ihrer ungewöhnlichen Größe einen entfernten Begriff zu geben, sei gesagt, daß unter ihnen 25 Stück 50 bis 59, 13 Stück 60 bis 69, 3 Stück 70 und 73 und 82 Zoll von dem einen äußersten Kronenende bis zum andern messen. Custadt in in Gießen t dem 15. Bu Frant nt FrankH H Montag, den 1. Februar H = Oberhessische Familien 1904. lienzeitung. Cägliche Unterhaltungs- Beilage Gießener Neueste Nachrichten. Sad und Berlag ter Othones Merlagsbrudsrei, vorm. With. Roller'sche Bushbradossi( gegs. 1783); ( 21. Fortsetzung.) Der Beuge. Roman von Marie Bernhard. --- sie schätzt die Männer gering, die, lediglich von ihrer SchönNoch habe ich kein entscheidendes Wort zu Hilda gesprochen bcit bezaubert, auf ſie einſtürmen mit Liebesbeteuerungen und Bewerbungen, ich weiß es durch ihren Bruder. Aber ich hoffe, mit der Zeit wird es mir gelingen, mir ihr Herz zu gewinnen. Und auch du wirst sie lieben lernen. Daß sie arm ist, kann bei der Stellung und den Einkünften, die deine Güte mir gegeben hat, nicht ins Gewicht fallen"- der Senior machte eine abwehrende Handbewegung ,, ich wußte das, ― ich danke dir! Und nun sage mir, lieber Vater, daß du zu meiner Wahl mit freudigem Herzen deine Zustimmung gibst!" lange schon selbständig „ Du bedarfst ihrer nicht, Hellmut! Du bist mündig, biſt Bedarf!" Der Junior ſprang auf und stieß den Schaukelstuhl mit einer heftigen Bewegung zurück. Das weiß ich, Vater! Und, wahrhaftig, ich kam nicht zu dir, wie ein Schulknabe um Erlaubnis betteln, ich kam aus freiem Antrieb, der Mann zum Mann, der Sohn zum Vater, der ihm der beste Freund ist, ich kam, um mir deinen Segen zu holen zum wichtigsten Schritt meines Lebens, und jetzt, angesichts deines Weſens, das mich, ich geſteh' es dir offen, ſchmerzlich und bitter enttäuscht hat, trete ich wieder vor dich, Mann gegen Mann, und frage dich: was hast du gegen Hilda Ermshagen? Denn du, der mit mir selbst oft von meiner fünftigen Heirat als von einem selbstverständlichen, dir erwünschten Ereignis gesprochen, du kannſt unmöglich jetzt so kalt und ab= lehnend bleiben, ohne vollwichtige Gründe dafür zu haben!" Hellmut ſtand hoch aufgerichtet da, in faſt drohender Haltung, seine weiche Stimme war fest und klangvoll geworden; er war doch auch seines Vaters Sohn, das sah man jetzt, da die beiden in der Tat Mann gegen Mann" standen. Norden senior seufzte tief auf, aber er blieb stumm. " Sch fordere eine Erklärung, Vater, und habe ein Recht, ſie zu fordern!“ kam es in demselben festen, beſtimmten Ton von des Sohnes Lippen. " Ich habe keine- Hellmut- ich wenigstens keine Unheil über uns alle!" poſitive— es iſt mir dies Mädchen- ich fürchte, sie bringt Vater! Du und Ahnungen!" Hellmut lachte halb zornig, halb ungläubig.„ Das sind Ausflüchte, deiner wie meiner nicht würdig, ebensowenig der Angelegenheit, um die es sich handelt! Noch einmal: was hast du gegen Hilda?" Mein Wort darauf, ich weiß es nicht! Sie ist jung, schön, klug, du liebst sie, ich bin überzeugt, sie wird dich eine undefinierbare Antipathie in mir es ist, ich bitte dich, wieder lieben, wenn sie es nicht jetzt schon tut, es ist aber Hellmut, laß es für heute genug sein! Diese Unterredung.. ich fühle mich ernſtlich angegriffen... habe Nachsicht mit mir, noch nicht, wie ich dich liebe!" du weißt es, mein Sohn, vielmehr du weißt es immer Frizz Nordens Stimme wurde bei den lezten Worten unsicher, er wandte sich rasch ab und bedeckte seine Augen mit der zitternden Hand. Hellmut stand noch eine kleine Weile wie betäubt, er wollte sprechen, aber sein Vater winkte ihm ab#Iblo 21 ( Nachdruck verboten.) wehrend mit der freien Hand. Da wandte sich der junge Mann langsam und verließ das Zimmer, mit einem Herzen voll Kummer und Zweifel. Wie anders hatte diese Unterredung geendet, als er es gehofft hatte! Sechstes Kapitel. Die Tage, welche auf das Frühlingsfest zu Uyeno folgten, wurden von dem ganzen Nordenschen Hausstand und Geſchäftspersonal einstimmig als ungemütlich bezeichnet. Nicht daß es so enorm zu tun gab! Im Gegenteil, die Arbeitslast hatte sich verringert, der neue Thronfolger", Walter Ermshagen, hate ſich mit wahrhaft überraschender Schnelligkeit und großem Geschick in den Geschäftsbetrieb hineingefunden, er disponierte, daß es nur eine Art hatte, und der alte Buchhalter Koßmann erklärte, dieser junge Mann sei ein ähnliches kaufmännisches Genie wie Norden senior, in seinem Munde ein unerhörtes Lob! Der Prinzipal übte auch keine allzu strenge Kontrolle über seine Kontoristen aus, er war, un sich der ausdrucksvollen Sprache des Herrn Arthur Fersius zu bedienen, doch nicht immer mit der Hezpeitsche hinter jedem einzelnen her", und zumal der junge Berliner, der richtig seine Kündigung empfangen hatte und demnächst nach Shanghai übrsiedeln sollte, erfreute sich, als Vorbereitung für das lustige Leben, das er in China zu führen gedachte, einer fast gänzlich unbeschränkten Freiheit und kostete die Genüsse, die Yokohama bot, bis auf die Neige aus. Auch die Hize hatte einigermaßen nachgelassen, draußen wuchs und blühte alles, und die Abende waren unvergleichlich schön. Dennoch lag ein Druck über dem ganzen Hause, und das ist anz natürlich," sagte der alte Koßmann mit bedenklichem pf= schüteln,„ draußen scheint die Sonne, und das ist ganz schön, aber drinnen im Hause unsere Sonne, an die wir uns ebenso gewöhnt hatten, die wir hinnahmen wie etwas Selbstverständliches, woran wir doch jeden Tag unsere helle Freude hatten, die Sonne hat sich getrübt, und das kann kein Mensch gleichgiltig mit ansehen! Was, zum-( hier machte sich die innere Sorge des alten Kontoristen in einem derben Fluch Luft) iſt in unsern Junior gefahren?" Ja, das war es, das empfanden sie alle, vom Chef des Hauses bis auf den Wasserträger und Schuhpuzer herab. Hellmut war nicht unfreundlich, nicht herrisch( ,, das fann er überhaupt nicht," sagte Koßmann), aber das sonnige Lächeln, das jedem bis ins Herz gedrungen war, blieb aus, die schönen Augen blickten ernst und nachdenklich, die feingeschweiften Lippen öffneten sich zu feinem Scherzwort mehr, das fröhliche Gesicht, das so oft und zu allen Türen hereinsah, zeigte sich selten, und wenn es einmal doch geschah, so war es eben fein fröhliches mehr! Koßmann hatte seine eigenen Gedanken, aber sie dem ,, leichtsinnigen jungen Bolf auf dem Nontor" anzuvertrauen, fiel ihm nicht ein, und der einzige, den er nicht für leichtfertig hielt, bei dem verbot sich eine offene Mr. 27 Abonnemen n's Saus ge Oratiobella und Das Bla S für Nur eine f Neue Bei Aus richt ist aus D troffen. Der S gefallen: Gise Omaruru ist griff abgeschl wahrscheinlid in Angriff g Der Tod R det worden. fie furz vor der Eltern in Berli See und dürfte der sie erst im Die beiden Fra früher gemeldet mordeten Anfie Fräulein Helen Dasein ein Januar am 10. ahe Unrichtig m des Ansiedlers sein. Kur bält übrigens trob Schwere Farm zurücke Kreifen wegen but fein muje wein und fei geſchloſſen, daß Augeftoßen fein boten von Here über fein Cint erfahren fönne lichkeit als die T Fast aussch mentis, lieg machst wird vor die russische A blendung wer fommen. Gern Jeits verbreitete Bergiftung gest russische Deme Bresse, in der fürchtungen 10 Aber auch die S erklärt das in durch den japan Vielleicht m den, für völlig jeindselige Ant die gegenwärti Aussprache von selbst. So hielt denn der Alte seine stillen Monologe in den zwei Zimmern des rechten Seitenflügels, mit denen seine Bescheidenheit sich begnügte.„ Entschieden handelt es sich um die verfluchte Liebe!" murmelte er zornig und schlug mit der geballten Faust so schwer auf einen zierlichen lackierten Tisch, daß das leichte Möbel fast zersplittert wäre. Dies fremde Mädchen mit ihren blauen Augen hat's ihm angetan, da ist kein Zweifel! Aber ein Mensch wie unser Junior braucht sich doch nicht zu scheuen, vor sie hinzutreten und um sie zu werben, sei sie so schön, wie sie wolle! Für den ist keine Prinzessin von Geblüt zu schade, geschweige denn eine simple Miß Ermshagen, ohne Vermögen, und mit gar nichts weiter! Warum geht er denn in drei Teufels Namen nicht hin und wirbt um sie?" Ja, warum ging er nicht hin? Seine Liebe zu ihr hatte sich zur glühenden Leidenschaft gesteigert, er empfand bren nende Sehnsucht nach ihr, wenn er sie nicht sah, und eine quälende Unruhe in ihrer Nähe. Zudem trieb ihn die Eifer sucht rastlos um, denn seit dem Fest in Uyeno machte sich der spanische Vizekonsul auffallend viel in Yokohama zu schaffen, und war er auch ein verheirateter Mann, so brachte er doch jedesmal einige seiner Freunde aus Tokio mit, und diese waren Junggesellen und huldigten der schönen Hilda aus allen Kräften. Hellmut aber hate sich selbst versprochen, nicht vorschnell zu werben, Hilda sollte Zeit gewinnen, ihn kennen und lieben zu lernen, sie sollte wissen, daß nicht ihre Schönheit, daß ihre Seele, ihr eigenstes Wesen ihr diesen Mann gewonnen hatten! Aber wie sollte sie es anfangen, ihn jetzt kennen zu lernen in der Stimmung, in welcher er sich befand? Er verzehrte sich in Sehnsucht nach ihr, und sah er sie dann, von ihrem„ Gefolge" umgeben oder bei den Mahlzeiten in seinem Hause, seinem Vater gegenüber, so trieb es ihn gewaltfam von ihr fort, und ihm war, als würde er nie ſeine Hand nach diesem Kleinod ausstrecken können. Dazu kam, daß Hellmut keine zweite Aussprache mit dem Vater über seine Angelegenheit hatte erreichen können, denn der Senior begab sich jetzt ins Kontor, sobald Hellmut es verließ, man sah sich bei den gemeinsamen Mahlzeiten, und nach denselben schloß sich der ältere Norden in seinem Zimmer ein oder machte weite, einſame Spazierritte. Es war ersichtlich, er wich dem Sohn aus, und dieser war zu stolz, erzwingen zu wollen, was man ihm nicht freiwillig gewährte. Auch Hilda litt unter Hellmuts verändertem Wesen. Oft schickte sie aus ihren großen Augen einen bangen, fragenden Blick zu ihm hinüber. Was konnte ihn so ganz verwandelt haben? Sie war sich keiner Schuld bewußt, denn im Verfehr mit den Herren aus Tokio hatte sie stets die strengſte Reserve zur Schau getragen. Hellmuts offene Liebenswürdigkeit, ſeine lebensfreudige, frische Art, sich zu geben, hatte sie so erquickt, ihr waren bisher nur genußsüchtige, egoistische oder blasierte Männer begegnet, höchstens noch solche, die das Leben und die Menschen wie ein großes Rechenerempel mit den dazu gehörigen Zahlen behandeln, wie ein Atemzug frischer, freier Luft hatte sie Hellmuts ganzes Wesen angeweht, und die Erinnerung an das Frühlingsfest in Uyeno, an den Ausdruck seiner Augen, sein Lächeln und den eigenen bebenden Ton seiner Stimme, wenn er zu ihr sprach, durchlief sie mit zitterndem Glücksgefühl, tönte wie ein schöner, voller Akkord in ihrer Seele nach. Zum erstenmal freute ſich Hilda ihrer jungen Schönheit, zum erstenmal fand sie das Leben vielverheißend, und nun?- Er hatte nicht aufgehört, sie zu lieben, das fühlte, wußte sie deutlich, er liebte sie sogar mehr, als zuvor aber was war über ihn gekommen? Welcher plötzliche Frost war in ihre Blüten gefallen? Und wieder stieg in ihrem Herzen diese dunkle Antipathie, dieser ungreifbare Widerwille gegen Hellmuts Vater auf, den sie mit aller Kraft ihrer Intelligenz bekämpft zu haben glaubte, und der doch ebenso fest in ihrem Innern wurzelte, wie am ersten Tage ihres Zusammentreffens. Sie hatte sich einmal überwunden und mit ihrem Bruder darüber gesprochen, möglichst leichthin und nur andeutungsweise. Aber Walter hatte sie ausgelacht, der Chef sei nicht nur ein Ehrenmann durch und durch und ein glänzend begabter Kaufmann, er sei auch als Mensch und Charafter durchaus achtungswert, davon habe er Ermshagen die besten Beweise. Solche mysteriöse Antipathien und Vorurteile müsse man sich nicht durchgehen lassen, dagegen müsse man energisch zu Felde ziehen, und Hilda sei hoffentlich klug genug, um dies zu tun, da sie voraussichtlich sehr lange in Yokoham blciben und mit Norden senior gusammenleben würden, und derartige Empfindungen würden ein tägliches Beisammensein gerade nicht behaglicher machen. Alles das hatte Hilda sich schon selbst gesagt, und so war sie nach dem Gespräch mit ihrem Bruder genau so flug, wie zuvor.- An einem heißen Maitage war's, und zur festgesetzten Dinerstunde erschien alles in leichter Toilette. Es waren ein paar Geschäftsfreunde von Norden senior aus Tokio herübergekommen, sie hatten sich eine Weile am Hafen von Yokohama herumgetrieben, wo gerade einige neue Schiffe wissen, was für welche es wären. eingelaufen waren, und Walter Ermshagen wünschte zu " Das würde Ihnen Mr. Norden hier sicher besser sagen können als wir, Sir," sagte lachend der Irländer, Mr. Green, an den sich Ermshagen mit seiner Frage gewendet hatte, obschon er nicht unten am Hafen war. Aber er weiß Bescheid von jedem Schiff, das da kommt und geht, als wär's ſein Eigentum, nicht wahr, Sir?" " Sie tun mir zu viel Ehre an," gab Norden mit einem leichten Lächeln zurück. Jedenfalls muß ich bitten, daß Sie Herrn Ermshagen die gewünschte Auskunft geben, Mr. Green, ich kann ja korrigieren, wenn ich einen Irrtum konstatiere!" Also zunächst“ der joviale Irländer streichelte sein glatt rasiertes Kinn und schloß halb die Augen, wie um sich recht zu besinnen„ war da die„ Maria Eugenia", von Coimbra, denke ich...“ ,, Von Lissabon!" schaltete Fritz Norden verbindlich ein. ,, Da! Gleich beim ersten Wort eine Niederlage!" Mr. Green ſchüttelte in komischer Verzweiflung den Kopf.„ Aber Sie sind natürlich im Recht, Mr. Norden; wirklich, die Maria Eugenia" kommt von Lissabon, portugieſiſcher Schoner, mit Wein und Früchten beladen, Kapitän Gomez Cuertos, ein spaßiger, alter Seebär. Weiter! Die„ Mermaid", stolzes englisches Kriegsschiff, Prachtexemplar, mit allen neuesten Erfindungen und Einrichtungen versehen eine ganze Stadt auf dem Wasser schwimmend! Ein Kauffahrteischiff von Liverpool, der„ Standart", altes, vielgebrauchtes Fahrzeug, hat manchen Sturm erlebt, ist aber immer noch feetüchtig. Dasselbe kann man nicht von der „ Seeschwalbe" behaupten, kommt mit Hanf und Flachs von Holstein, hat Havarie gehabt und ist im Stillen Ozean, der manchmal seinen Namen verteufelt Lügen straft, nur mit knapper Not dem Untergang entronnen, muß jezt hier auf der Rhede von Yokohama vor Anker liegen und dann tüchtig aufgestutzt werden, kann schwerlich vor August von hier los. So, Mr. Ermshagen, das wären die Schiffe; halt, noch eins, wenns auch unsern gestrengen Geschäftsmann Norden ein Bijou in seiner Art, schlank und leicht gebaut, daß es weder angeht, noch intereſſiert: eine kleine englische Jacht, eine Lust ist, und blank und schmuck aufgetakelt von der obersten Mastspitze bis zum Schiffsrumpf. Aber keine Ladung drin, nichts Geschäftliches, zwei Plaisirfische, ein Engländer und ein Ungar, beide steinreich, haben sich auf gemeinschaftliche Kosten das Ding bauen lassen und wollen sich einmal Japan besehen, vermutlich, weil sie sonst auf der weiten Gotteswelt nichts Vernünftiges zu tun haben!" Bei dem Wort„ Ungar" sah Hilda Ermshagen mit unwillkürlichem Schreck auf, um sofort innerlich über sich selbst beschämt zu sein, wie viele reiche Ungarn mochte es geben, die sich, auf gemeinsame oder eigene Koſten, eine Jacht bauen ließen und die Welt besahen?- Aber wie sie sich das zu ihrer eigenen Beruhigung sagte, streifte ihr Blick Hellmuts Antlitz und gewahrte dort einen ganz merkwürdigen gespannten und aufgeregten Ausdruck, mit dem er zuerst sie selbst, sodann ihren Bruder firierte. Konnte er denselben Gedanken gehabt haben wie sie? Und woher wußte er? Hatte Walter es ihm gesagt? „ Die Namen dieser beiden Weltumsegler sind Ihnen zufällig wohl nicht bekannt, Mr. Green?" hörte Hilda in diesem Augenblick Hellmuts Stimme fragen. Doch, mein junger Freund! Der Engländer ist der älteste Sohn des alten Lord Tratmore; zukünftiger Erbe von Millionen und Pair des Reiches, kann er sich eine so kleine Phantasie gestatten. Es sind dies die Tratmores von der„ weißen Linie", so genannt wegen des wunderlichen flachsweißen Haar- und Bartwuchses, der dieses Geschlecht seit Generationen auszeichnet und dessen sie sich als einer geschichtlichen Kuriosität rühmen, ein weißer" Tratmore hat bereits unter Heinrich dem Achten ein vielbedrohtes Dafein geführt. Von dem andern Herrn weiß ich nur zu sagen, daß er ebenfalls das Geld mit beiden Händen hinwirft, daß er ungarischer Magnat, leidenschaftlicher Sportsman ist und Demetrius Vanescu heißt... Ihnen scheint der Name bekannt zu sein, lieber Norden." " Ja wohl, er ist mir bekannt!" ( Fortsetzung folgt.) Die„ Villa der Blumen". Humoreske von Wilhelm Wagner. ( Nachdruck verboten.) Sie faß am fleinen Damenschreibtisch und zeigte ihm eine lange Liste, als er in das Zimmer trat. " Franz, 55 Hochzeitsgäste haben Papa und ich heute früh zusammengezählt und Papa hat die Einladungen auch schon fortgeschickt. Was sagst du dazu?" schloß sie zögernd. 55 Leute kommen auf unsere Hochzeit?!" entgegnete der schlanke Herr von etwa 35 Jahren und küßte seine Braut. Dann sette er sich neben sie und wiederholte kleinlaut:„, 55 Hochzeitsgäste; Louise, das ist aber etwas viel." Papa will es so haben, und du weißt doch, wie er ist. Hast du vielleicht auch noch einige Freunde, die wir einladen müssen, Schat?" Nein, um Gotteswillen, nein!" wehte er haſtig. Sie mußte über seine verzweifelte Abwehr lachen. " Du arbeitest zuviel," ſagte sie dann zärtlich, das macht dich nervös." nein, meine Arbeit macht mir große Freude!" beeilte sich der Architekt zu sagen.„ Ich bin ja so unendlich glücklich, für uns ein Haus bauen zu können, so ganz nach meinen Wünschen und Ideen! Du sollst staunen, wenn du die„ Villa der Blumen" vollendet sehen wirst, Louise! Alle Räume, alle Ausstattungsgegenstände, jeder farbige und dekorative Schmuck, sind nach meinen Ideen entstanden und inmitten dieser Kunst werden wir wohnen und sehr glücklich fein!" Wann darf ich denn endlich unsere Villa ſehen?" fragte fie ungeduldig. " In zwei bis drei Tagen. Das Haus hat mehr Arbeit gemacht, als ich dachte und während der Vollendung habe ich gar vieles umgeändert. Auch jezt gefällt mir manches noch nicht; einiges hätte ruhiger, einfacher wirken sollen, anderes reicher, lebhafter. Unser Haus soll kein Dußendhaus ſein und keine Alltagsmenschen sollen darin wohnen, sondern zwei Leutchen, die ihre Welt ganz für sich haben und die sich ihr Nest nach eigener Neigung und eigener Individualität schaffen." Franz, Franz," unterbrach sie den Schwärmer, du vergißt, daß wir ja gar nicht allein sein können, denke" doch an die eingeladenen 55 Hochzeitsgäste, die werden uns doch oft besuchen wollen, nicht wahr?" Er warf sich in einen Seſſel und verwünschte alle Hochzeitsgäste. Endlich war der große Tag gekommen, wo der Architekt seiner Braut die„ Villa der Blumen", die er ganz nach seinen Plänen, allerdings mit Hilfe des Kredits seines zukünftigen Schwiegervaters gebaut hatte, zeigen konnte. Der alte Breßler war natürlich auch bei der Besichtigung. Er pustete gewaltig, als sie die Anhöhe hinaufschritten und brummite: „ Ein Unsinn, auf einen Beg zu bauen, wo man genug Plaß im Tale hat, und dazu diese öde Gegend; das sieht ja gerade aus, als sollte niemand zu Euch kommen." Franz eilte voraus und schloß die„ Villa der Blumen“ auf. Dann trat er zurück und sprach tief bewegt zu seiner Braut. Hier, Louise, wohnt die Freude am Leben und am Schaffen!" Danach wandte er sich an den zukünftigen Schwiegervater und hielt ihm eine kleine Rede: Architektur heißt Baufunst," sprach er.„ Sie verbindet zwei Begriffe, die Kunst des praktischen Werkes und die Kunst des Schönen. Eine neue Zeit, eine neue Kunst ist angebrochen, welche die Nüchternheit der alltäglichen Gegenstände durch die Kunst verschönert. Betrachten Sie sich die Fassade dieses Hauses, sie deutet erschöpfend die edle Harmonie des Innern an und es fügt sich eins ins andere. Ihnen aber, hochverehrter Herr Schwiegervater, spreche ich an der Schwelle dieses Hauses meinen tiefempfundenen Dank aus, daß Sie nicht gezögert haben, meine Kunst durch Ihre Mittel zu unterstüßen! Und nun tretet ein!" Vater und Tochter schritten langsam über die Schwelle. ,, Ah!" rief Louise. alles, lieber Franz!" Wie neu, wie eigenartig ist das " Hm," sprach der alte Breßler, der Hausgang ist aber bei uns zu Hause nicht so verschwenderisch eingerichtet und ein Klavier habe ich in meinem ganzen Leben noch in keinem Hausgang stehen sehen." „ Das ist kein Hausgang, lieber Schwiegervater, sondern eine Halle, die„ Diele" genannt; sie soll dem Besucher sofort die Behaglichkeit des Hauses zeigen. Hier werden wir unsere Hauskonzerte abhalten. Dort der Naum ist das Eßzimmer und hier befindet sich das niedere, buchumstellte Lesezimmer mit seiner Holzdecke, der Ort der Sammlung und des geistigen Aufnehmens. Nun, meine liebe Louise, was sagst du zu deinem Heim?" " Ich vermag mich vor Staunen gar nicht zu fassen, das ist ja alles wunderbar!" „ Also das ist neumodische Kunst, das ist Sezessionsstil oder wie man die Geschichte nennt?" bemerkte der Schwiegerpapa.„ Grüne Möbel und ein blauer Teppich, ne, das ist to!" „ Das ist Eigenart," entgegnete der Architekt feſt. " Und die schmale Treppe?" „ Die paßt zum Ganzen. Sehen Sie hier das Wohnzimmer an. Getäfelt an den Wänden und an der Decke. Weiße Hölzer ohne prunkvollen Zierrat spielen mit dunklen Flächen ein ruhiges Spiel. Des Abends feierliche Stunden und die Heiligkeit der Einsamkeit soll hier empfunden werden, einem Vorhofe gleich, von dem man zur Ruhe, dort in das Schlafzimmer geht. Empfinden Sie die Raumpoesie?" ,, Ne, aber die rote Tapete im Schlafzimmer tut meinen Augen weh." " Daran muß man sich allerdings erſt gewöhnen. Ich nenne dieses Zimmer nicht Schlafzimmer, sondern„ Naum der Ruhe“. Dieser Raum ist auch deshalb rot bemalt, weil er in dem Gefühl entstanden ist, den Zauber des Tages, Zwschen diesen roten Mauern soll nur eines wohnen: die der scheidenden Sonne in rubinroten Farben festzuhalten. Liebe!" Franz blickte seine Braut an und die wurde rot, wie die Wand des„ Raumes der Ruhe". „ Etwas ist hier praktisch, nämlich das niedrige Bett," sprach der Schwiegervater gnädig,„ da tut Ihr Euch nicht weh, wenn Ihr mal aus dem Bette fallt. Wo geht es denn da hinaus?" „ Nach dem„ Raum der Reinheit", früher Badezimmer genannt, während gegenüber sich der„ Raum der Lieblinge" sich befindet, früher Kinderzimmer bezeichnet." Dho, Ihr habt ja noch gar keine Lieblinge!" Louise wandte sich kichernd ab und Franz sagte lächelnd: " Deshalb habe ich den„ Naum der Lieblinge" auch noch nicht mit Möbeln ausgestattet; alle anderen Räume aber sind vollſtändig eingerichtet." „ Nun fällt mir aber etwas ein!" rief plötzlich Breßler ganz erschrocken.„ Du ſagſt, es wäre alles eingerichtet, wo kommen denn aber die vielen Hochzeitsgeschenke hin?" „ Hochzeitsgeschenfe, Bazarsachen und unechte Lurusgegenstände aus Warenhäusern,— die paſſen nicht in dieſes genau nach einem Stile erbaute und eingerichtete Haus!“ entgegnete der Architekt wegwerfend. Aber wir haben 55 Personen zur Hochzeit eingeladen und die schenken doch alle etwas und das müßt ihr annehmen und hier an den beſten Päßen unterbringen." „ Unmöglich! Das würde ja alles, alles verderben!" " Papa, Franz hat ganz recht," bestätigte die Braut. „ Nimm doch Nücksicht auf die Kunst." „ Recht hin, Kunst her, ihr dürft die Geschenke der Hochzeitsgäste nicht abweisen!" Hier herein kommt aber nichts!" rief der Architekt er" Bitte, ich gebe die Hochzeit und da kann ich es machen, regt.„ Sie hätten auch keine 55 Personen einladen sollen!" wie ich es will!". Bitte, und ich habe diese„ Villa der Blumen" erbaut und kann darin machen, was ich will!" " So? Hat man vergessen, daß die ganze Geschichte hier, die ich ziemlich verrückt finde, mit meinem Gelde geschaffen worden ist?!" „ Aber Papa!" flehte Louise erschrocken. „ Schweige! Ich lasse mir nicht das Recht nehmen, in einem Hause, das mit meinem Gelde erbaut ist, etwas zu böser Miene aus der schönen„ Villa der Blumen", wo die sagen!" lind ohne sich weiter mzublicken, schritt er mit Freude am Leben und am Schaffen wohnen sollte. deffen dürften japanische Woche mobili großer Heim Reserve fleidet an de ersten Armee orften berei Divifion bon Abfahrt berei aus Wladi zugegeben; da wird in dieser jerbisten aller den Vorbereit egenden bestätigt Beritof dung ung auf dem Mari andere Punkt Flusses, In Lient Kohlen gefau land noch mit Giner frühere hejjij itadt im achtz prünglich Re