Nr. 250. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 150. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 27. Oftober 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Vfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3082. Redaktion und Ervedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechauschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen. Deutscher Reichstag. - Viehzölle. - CB. Berlin, 25. Oktober. In der heutigen Sigung wurden bei schwachem Befuch und wenig interessanter Debatte die Viehzölle weiter beraten. Der Reichstagspräsident Graf Ballestrem war anscheinend durch die anstrengenden Verhandlungen der legten Tage derart erschöpft, daß er den Vorsitz alsbald nach Eröffnung der Sizung an den Vizepräsidenten Büsing abgab, der fast die ganze Verhandlung leitete. Bei den Bichzöllen liegt ein Antrag der Kommission auf Einführung von Mindestzöllen vor. Die Kommission schlägt vor: für Rindvich, Shase und Schweine einen Mindestsatz von 14,40 Mr. pro Doppelzentner, für Fleisch, ausschließlich Schweinespeck, frisch, auch gefroren, 36 Mr., einfach zubereitet 48 Mt., zum feineren Tafelgenuß 96 Mt. Ein Antrag des Abg. v. Wangenheim( Bd. der Landw.) will diese Sätze bedeutend erhöhen( 18 Mt. usw.), außerdem Mindestzölle für Federvieh, Fische, Schmalz, Butter, Milch usw. einführen. Als erster Debatteredner trat der Abg. Bebel auf, der nachträglich noch die langen Reden der Sozialdemokratie gegen den Vorwurf in Schuß nahm, als seien sie obstruktionistischer Natur. Da bei einer so wichtigen Vorlage nicht einmal ein gedruckter Bericht ausgegeben worden sei, so müsse die mündliche Behandlung der Sache umso gründlicher sein. Er faßte feinen gegnerischen Standpunkt in den Saß zusammen, die Sozialdemokratie müßte mit Ruten aus dem Saale gepeitscht werden, wenn sie für diese Vorlage stimmen vürde. Der Landwirtschaftsminister v. Podbielski Swürde wohl nicht so schnell das Wort ergriffen haben, wenn ihm Bebei nicht den Vorwurf gemacht hätte, er sei im Geheimen mit den Anträgen einverstanden. Im wesentlichen war seine Rede eine Verteidigung der Tierärzte und der Grenzzölle gegen die Angriffe Bebels. Der sozialdemokratische Abgeordnete hatte den Tierärzten nachgejagt, sie seien unabhängig von den Großgrundbesitzern. Der Sächsische Finanzminister Dr. Rüger wies den Angriff Bebels auf die Regierung zurück. Schließlich fand der Kommissionsantrag einen Verteidiger an dem reichsparteilichen Abg. Dr. Gamp, der den Reigen der Redner jchloß. Eines Dollarfürften Träume. - - Die ,, Vereinigten Staaten von Europa". CB. Wie bekannt, hat der amerikanische Stahlkönig Carnegie anläßlich der Verleihung des Doktorgrades in St. Andreas in Schottland eine Rede gehalten, in der er den Deutschen Kaiser aufforderte, die ,, Vereinigten Staaten von Europa" ins Leben zu rufen. Wäre er nicht Amerikaner, dann könnte man ihn für einen europäischen Batrioten halten. Die Vereinigten Staaten von Europa fönnen nur dann zu stande kommen, wenn sie gemeinsam ein Gegengewicht gegen eine Gefahr bilden sollen, und das wäre nach allem, was man in letzter Zeit erlebte, doch wohl nur Amerika. habe. Ist es wirklich denkbar, daß ein Amerikaner in die neue Welt den Alarmruf hineinklingen läßt: Völker Europas wahret Eure heiligsten Güter"? Im Ernste kann man das nicht glauben; aber auch das ist nicht anzunehmen, daß Dr. Carnegie im jungfräulichen Glücke seiner akademischen Würde bloß so in den Tag hineingesprochen Nun kommt noch eins hinzu. Die Rede ist weder in amerikanischen, noch in englischen Zeitungen veröffentlicht worden und dennoch war das Wolff'sche Bureau in der Lage, den vollen Wortlaut in Deutschland zu verbreiten. Einzelne Blätter deuteten bereits an, daß von Berlin aus die Veröffentlichung geleitet worden sei, aber das Wolff'sche Telegraphenbureau stellt fest, daß der Wortlaut einem von Dr. Carnegie genehmigten Terte ausjugsweise entnommen sei. Also wollte Carnegie lediglich hier bei uns eine Wirkung erzielen. Aber welche? Das Nächstliegende ist es, an den Zolltarif zu denfen, der den Amerikanern recht große Unbequemlichkeiten machen kann. Würde der Kaiser sich dazu gewinnen lassen, für einen europäischen Staatenbund seine Kraft einzuezen, so könnte das nur auf Grund von einer gegenseitigen Zollbegünstigung zum Nachteile Amerikas geschehen. Die Spekulation, so verkehrt sie von Haus aus scheint, ist höchst affiniert. In Amerika macht sich vor den Präsidentenwahen eine lebhafte Bewegung gegen die hohen Zölle gelend. Aber die Truste brauchen diese und Dr. Carnegie t Trustmagnat. Gelingt es ihm, die eucopäischen Staa ' n oder auch nur einen einzigen Staat für die gegenitige Zollbegünstigung zu begeistern, dann haben die merikanischen Hochschutzöllner gewonnenes Spiel. Dann innen sie drüben heßen und schüren und sich die alter phen Zölle sichern. Der europäische Hochzoll kommt ja ch nicht zu stande, denken sie, und sollte es doch der Fall sein wozu haben denn Herr Carnegie und Morgan die Schiffe in der Hand und deren Tarife, mit denen sie selbst die höchsten Zölle wirkungslos machen können? Aber die öffentliche Meinung wird sich nicht betören lassen. Wenn einmal die fremde Gefahr für Europa sɔ groß werden sollte, daß sie nur durch eine gemeinsame Abwehr ferngehalten werden kann, dann wird sich der Mann schon finden, der Carnegies Traum erfüllt, d. H. die Vereinigten Staaten von Europa schafft, und unser Kaiser wird gewiß nicht der letzte sein, der an diefem Werke mithilft. Die Politik. Ein offiziöses Dementi Benußt die ,, Nordd. Allg. 3tg.", offenbar auf Veranlassung des Reichskanzlers. Das Dementi richtet sich gegen die Rh. Westf. 3tg.", die sich jüngst u. a. aus Berlin hat schreiben lassen: ,, Troß allen offiziösen Schönfärbereien ist es sicher, daß Graf Bülow den Empfang( der Burengenerale) nicht wünschte und daß er ihm ein Bein gestellt hat, vermutlich so, daß er erst feststellte, der britische Botschafter werde die Generale nicht einführen, daß er dann dem Kaiser die entstehende Blamage vormalte, das Zögern der Burengenerale( welche aus politischen Besorgnissen direkte Berufung erwarten mußten) als Nichtannahme der Einführungsbedingung auslegte und dann eiligst die Tür mit der Note der ,, Nordd. Allg. 3tg." zuschlug. Der Kaiser durchschaut heute die Sachlage, und die Kaiserin hat in voriger Woche gelegentlich eines Damenempfanges bemerkt, der Kaiser habe gesagt, daß er nicht mehr Herr in seinem Hause sei." Die N. A. 3." bemerkt hierzu verweisend und abweisend: Wir erinnern uns nicht, in einem Blatte, das auf politische Bedeutung und nationalen Takt Anspruch macht, einem alberneren Schwindel begegnet zu sein; es ist auch nicht ein wahres Wort an der ganzen Geschichte." Die Reichstagsflucht. Die Reichstagsabgeordneten verkrümeln sich allmählich. Am Dienstag zählte man die stattliche Ziffer von etwa 350 anwesenden Reichsboten, am Mittwoch etwa 330, am Donnerstag fehlten weitere 10, denen sich am Freitag 80 anschlossen und am Sonnabend waren nicht einmal mehr 90 anwesend, und diese kleine Ziffer kam auch nur allmählich zusammen. Wenn es so weiter geht, wird bald niemand außer dem Präsidenten und den Schriftführern mehr übrig bleiben. Dann aber, adieu Zolltarif! Drahtlose Telegraphie. Wie gemeldet wird, soll die nächste Konferenz für drahtlose Telegraphie im Frühjahr 1903 in Berlin stattfinden. Die Systeme schießen wie Pilze aus der Erde. So ist in England ein neuer Erfinder Namens Nevil Maskelyn aufgetaucht, dessen neu freiertes System die größte Kabelgesellschaft Eastern Telegraph Company" für die Verbindung der Kabelreparaturschiffe mit dem Festland adoptiert; Maskelyn glaubt bestimmt, daß die drahtlose Telegraphie niemals das Kabel gänzlich verdrängen werde. Diese skeptische Auffassung über den relativ geringen Wert der drahtlosen Telegraphie wird neuerdings auch von anderer Seite geteilt. Das am 17. d. Mts. nach England zurückgekehrte Kreuzergeschwader, welches an den großen Manövern der Kanal- und Mittelmeerflotte im mittelländischen Meere teilgenommen hatte, brachte einige Nachrichten über diesen Punkt. Das überraschendste Ereignis des Manövers war die Tatsache, daß eine im Hafen von Argostoli von einer mehr als doppelt so starken feindlichen Flotte blockierte Flotte von 14 Schiffen aus dem Hafen entkam. Man schreibt dies zum Teil der drahtlosen Telegraphie zu, die vollständig versagte oder sich sogar als schädlich erwies, da der Feind ohne Unterbrechung falsche Telegramme schickte, so daß niemand mehr wußte, welche Telegramme eigentlich Gültigkeit hatten. Niederlage des ungarischen Ministeriums. * Vor dem Sturme der öffentlichen Meinung, die bekanntlich gegen die Heranziehung von 20 000 Mann zum aktiven Heeresdienst Widerspruch erhoben, hat nunmehr das ungarische Kabinett kapituliert, indem es sich auf die bereits bewilligten 6000 Mann beschränkte. Begründet wurde dieser Rückzug damit, daß auch Desterreich seine Mehrziffern noch nicht veröffentlicht habe. Infolge dieser Wendung der Dinge sind die Budapester Studentenunruhen erloschen. Abgeordnete machten den Rückzug der Regierung bekannt und nun zog die Menge, Kossuthlieder singend, durch die Straßen von Budapest. Die den Habsburgern feindlich gesinnte Unabhängigkeitspartei iſt durch diesen Erfolg erheblich gestärkt worden. Dänemark und die westindischen Inseln. Nachdem das dänische Parlament den Verkauf der westindischen Inseln abgelehnt hat, bemühen sich dortige Patrioten, einen engeren Verkehr zwischen diesen und dem Mutterlande herbeizuführen. Unter dem Ehrenvorsitz des Prinzen Waldemar hat sich soeben in Kopenhagen eine Aktiengesellschaft unter der Firma ,, Die Westindische Kompagnie" mit einem Kapital von 4 Millionen Kronen gebildet. Sie bezweckt die Einrichtung einer Dampferlinie zwischen den Ostseehäfen und Westindien und Mittelamerika mit Kopenhagen und St. Thomas als Hauptausgangspunkten. Die Regierung hat versprochen, die Kompagnie durch der Entwickelung der Inseln dienende Reformen zu unterſtüßen. Eine politische Satire. Der in Sofia vom Schwurgerichte wegen Ermordung des ehemaligen bulgarischen Ministerpräsidenten Stam bulow. zum Tode verurteilte Halju war nur auf Betreiben Rußlands so spät noch vor Gericht gestellt worden. Stambulow war Rußlands größter Feind und Rußland mußte demnach sein Rächer werden, um dem Orient zu beweisen, daß türkenfeindliche Strömungen an Rußland keinen Halt mehr finden.- Die reine Satire! Kurze politische Nachrichten. * Der bayerische Justizminister Freiherr von Leonrod hat den Abschied erbeten. Als sein mutmaßlicher Nachfolger wird Prof. Freiherr Carl v. Stengel, bekannt als der Vertreter Deutschlands auf dem Haager Friedens kongreß, genannt. * Durch Vermittlung der Behörden ist der Hafenarbeiter- Au stand in Dünkirchen, Havre, Marseille und anderen Städten, womit die Bergarbeiter durch Hintertreibung der Kohlenlöschung unterstützt werden sollten, beendigt. Damit ist eine wirksame Unterstüßung für die Bergarbeiter verloren gegangen. Inzwischen verhandelt der Ministerpräsident Combes als Schiedsrichter mit den Arbeiterführern. Wahrscheinlich dürfte in nächster Woche die Arbeit allgemein wieder aufgenommen werden und die Teurungsgefahr beseitigt sein. Nab und Fern. : Die neueste preußische Universität. Die bisherige Akademie zu Münster i. W. feiert in diesen Tagen ihre Erhebung zur Universität mit großen Festlichkeiten, an denen die Minister Dr. Studt, Möller und Schönstedt teilnehmen, die sämtlich früher in Westfalen beamtet oder tätig waren. Den Reigen der Feierlichkeiten eröffnete ein Fackelzug der gesamten Studentenschaft. Vor dem Schloß hielt der Student der Mathematik Kremer eine Ansprache an den Kultusminister Dr. Studt. Der Minister dankte und brachte ein hoch auf den Kaiser aus, das begeistert aufgenommen wurde. In der Domkirche und in der evangelischen Erlöserkirche wurden Festgottesdienste abgehalten, an welchen sämtliche geladenen Gästen teilnahmen. Vertreter von allen preußischen Universitäten sind in Münster eingetroffen. Die Provinz Westfalen hat 50 000 mt. für wissenschaftliche Arbeiten der Angehörigen der Universität gestiftet; ebenso die Universität Münster. A Goldfunde in Deutsch- Ostafrika. Ueber die Goldfunde der unter der Führung Wilhelm Jantes arbeitenden Frangi- Expedition macht die ,, Deutsch- Ostafrikanische Zeitung" eingehende Mitteilungen. Janke hat zwei deutsche Bergleute zur Seite. Er hat sein ständiges Hauptlager am Oberlauf des Kirondaflusses in ussure aufgeschlagen, woselbst auch ein Laboratorium zur Untersuchung der Quarze errichtet ist. Nach Ueberwindung großer Stra pazen wurden auf dem Framba- Plateau bei Einschlagungen von etwa 30 Metern zwei reichhaltige Riffe entdeckt. Das Resultat der näheren Untersuchung des Ge steins war überaus günstig. Die beiden Riffe( Ost- und Westriff genannt) liefern in ihrem Quarz pro Tonne dasselbe Quantum Gold wie die reichsten Riffe in Transvaal. Zur weiteren Prüfung und offiziellen Feststellung des Goldgehaltes der Tonne Quarz trifft demnächst ein geologischer Sachverständiger in der Kolonie ein, dessen Urteil über den Wert der in Deutsch- Dstafrika entdeckten Goldriffe auch diejenigen beitreten werden, welche sich bisher der Erkenntnis über den Reichtum und die Zufunft des Schußgebietes verschlossen haben. Janke will die für sein Unternehmen höchst wichtige Transportfrage vorläufig durch Heranziehung von Buren mit ihren Ochsenfarren lösen. Stapellauf eines neuen Lloyddampfers. Auf der Schichauwerft bei Danzig ist ein neuer Lloyddampfer „ Seydlig", ein Schwesterschiff von Ziethen", im Beisein der Spigen der Behörden, von Vertretern des Norddeutschen Lloyd, des Kommandanten des Mürassier- Regiments v. Seydlig und mehreren Offizieren des Regiments vom Stapel gelaufen. [ Die schlechten Zeiten!] Zechprellereien sind in Berlin nie so häufig gewesen, wie in der letzten Zeit. Im ,, Prälaten", dem großen Restaurant in den Bogen der nicht! gut mit einer Supfermünze schaffen. In der nächsten Minute hatte er den Hut auf spielen können; Kopf: er war es, Wappen: er war es nicht. Er mußte Gewißheit haben und er konnte sie sich verDer junge Mann war fowe stopf oder Wappen hätte ney Howart! Und dann sette er hinzu: nein, er war es wiederum in Sings Innerem rief: und es war doch Sydgekommen, daß er ebenso Raum hatte sich die Tür hinter ihm geschlossen, als es und schlich hi Treppe wieder in solch einem Irrtum mur ber ein sanftes Weib tyrannisiert zung, den Irrtum erkennend, deshalb schämte er sich, daß Mannes, deshalb empfand er es jetzt als eine ErleichteBerehrer dieses nach jeder Hinsicht bewundernswerten, Freund und Beschüßer der Bedrängten, und dieser Schurke, alles verzeihende Howart, der wohltäter der Armen, der Denn auch King war, wie jeder der ihn kannte, ein finnig gewesen? Der hochherzige, edle, immer hilfsbereite War er denn nicht überhaupt ein Narr, nicht wahnlächerlich! weit zurück dreißig Jahren lehnte er sich zurück. .. vorzuwerfen! Jetzt und durch wessen Schuld? in die Vergangenheit... Und seine Gedanken eilten da weit, Und damals vor O, er hatte sich nichts doch damais! Lieblingslied. Burschenherrlichkeit" Jetzt ertönte in mächtigen Klängen das schöne Lied: 0 atte Im Extrazimmer wurde es immer lauter und lebhafter. Er stöhnte leise in seiner Seelenpein. Und als Jahren war es Vincenz' utatio Es Vincenz sprang der alte sei plötzlich wahnsinnig geworden. war eine peinliche Szene; die Studenten glaubten, und verzeihet. Derneet, warum ich mich jetzt so hinreißen auf und rief: So hört denn; höret ließ, erfahret, wie aus dem eine herrliche Zukunem hochbegabten Studenten Kampfe, Ein vernichtetes Menschenleben, vernichtet bevorstand, ein Säufer, ein Bettler geworden und formosa. in der Blüte und Kraft Er rieb sich fräftig die Stirn, als wollte er die Gedanken Ha, ha, ha, Jugend von einer virgo facilis ing alte Stadtbahn am Mexanderplatz, famen in den letten Tagen allein vier vor. Die Kellner, die früher oft das Nachsehen hatten, sind durch Schaden flug geworden und passen schärfer auf. So gelingt denn meistens die Verhaftung der Preller, die zum Teil den ,, besseren" Kreisen angehören, sogar mit Damen gut essen und trinken und sich dann drücken, wenn sich eine Gelegenheit bietet. Diese Leute können sich in die schlechten Zeiten nicht schicken und wollen ihre Lebensgewohnheiten auf Kosten anderer fortseßen, weil sie sie aus den verminderten eigenen Einnahmen nicht mehr bestreiten können. A[ Kriegslügen.] Soeben ist eine von Dr. Hans Altona verfaßte deutsche Uebersetzung einer Schrift des Franzosen Halévy erschienen unter dem Titel: Der Feind im Land, Erinnerungen aus dem Kriege 1870/71, nach dem Tagebuche von Franzosen herausgegeben. Da liest man außer vielen trüben Erlebnissen von Offizieren und Soldaten, die an den Kämpfen beteiligt waren, z. B. folgendes über die Gerüchte, die in Tours umliefen, als während der Belagerung von Paris die Regierung nach der erstgenannten Stadt verlegt worden war. Man hört die lächerlichsten und unsinnigsten Nachrichten. Garibaldi ist in Bayern. Er marschiert auf Berlin los. Er hat alle Nonnen Burgunds gezwungen, ihre Klöster zu verlassen. Ueberdies sind die meisten Nonnen freiwillig in dem Heere Garibaldis als Marketenderinnen mitgezogen. Die französische Flotte hat sich mit Gewalt den Zugang zum Jadebusen erzwungen, die preußische Flotte zerstört und 15 000 interniert gewesene Gefangene befreit. Diese 15 000 haben eine Armee gebildet und sind durch das von Truppen entblößte Deutschland nach Berlin gezogen. Trochu hat einen großen Ausfall aus Paris gemacht und 40 000 Preußen kampfunfähig gemacht. In einer kleinen Stadt fand man um dieselbe Zeit folgende Depesche angeschlagen: Der Bürgermeister von Valmont an den Bürgermeister von Fécamp: Paris entsetzt! Bismarck mit 80 000 Mann in Versailles eingeschlossen! 50 000 Gefangene! 50 erbeutete Kanonen! 200 Kanonen vernagelt! Dem Prinzen Friedrich Karl ist der Kopf durch eine Kanonenkugel fortgenommen worden!- Es be währte sich das Wort: ,, Am meisten gelogen wird vor einer Wahl, nach einer Jagd und während eines Krieges.". [ Eine unheimliche Fahrt] hat nächtlicher Weile der Arbeiter Michael Block aus Gozolawa von Magdeburg nach Braunschweig gemacht. Da er kein Geld mehr hatte, um sich eine Fahrkarte zu lösen, setzte er sich heimlich auf einen Puffer des 11 Uhr 34 Minuten von Magdeburg abgehenden Zuges und machte auf diesem gefährlichen Size die Fahrt nach Braunschweig mit. Auf dem dortigen Bahnhofe wurde er aber angehalten und der Polizei übergeben. Szene zwischen den beiden Gatten, und der ungetreue Ehemann konnte die Verzeihung seiner Gattin nur da durch erlangen, daß er einwilligte, sich von ihr auf den belebtesten Straßen Veronas, wo man ihn häufig mit der Ballerina bemerkt hatte, ohrfeigen zu lassen. A[ Eine merkwürdige Ordensbrüderschaft] hat die Polizei in Bristol vor einigen Tagen entdeckt. Ein Junge Namens Charles Maggs wurde wegen Diebstahls vor Gericht gebracht, und der geladene Polizeiinspektor erklärte, er habe erfahren, daß der Angeklagte einer Ordensbrüderschaft angehöre, die sich selbst als die Söhne ,, der Ruhe" oder die ,, Brüder des Schmußes" bezeichnete. Die Mitglieder dieses Ordens halten ihre Zusammenfünfte auf einem Schutthaufen ab, und eine ihrer ersten Pflichten sei, nicht zu hungern, so lange sie noch etwas zu essen erwischen könnten. Um diesen Grundsatz zu betätigen, braucht man zwar nicht erst in die Gemeinschaft der Söhne der Ruhe" einzutreten, aber der findige Polizeiinspektor hatte mehr ausgekundschaftet. Jeder der ,, Ruhebrüder" hat die Pflicht, soviel Nahrungsmittel zu sammeln, wie er nur kann, und diese dann mit seinen Gefährten zu teilen. Keinem sei gestattet, zu arbeiten, bevor er das 21. Lebensjahr erreicht habe, und auch dann müsse sich jeder bestreben, so wenig als möglich zu tun. Diese Söhne der Ruhe" streiften in Rotten umher und betätigten ihre Grundsäße, so viel wie möglich einzuheimsen und so wenig wie möglich zu arbeiten. Der Gefangene wurde durch den Spruch des Richters gezwungen, wenigstens für drei Wochen den Regeln seines Ordens untreu zu werden. [ Des Zaren Borgesetzter.] Der Zar ist ein fleißiger Radfahrer. Letthin radelte er im Parke von Gatschina in der Uniform eines Kavallerie- Obersten. Auf einen Wink wurden die Tore geö fnet und Zar Nikolaus radelte eine Strecke auf der Landstraße. In flottem Tempo wollte er an einem in großer Gala- Uniform daherfahrenden General vorbei, natürlich ohne an einen militärischen Gruß zu denken. Der General ruft seinen ,, Rang- Untergebenen" herbei, um ihm die Meinung zu sagen. Tableau! Aber der Zar reichte ihm lächelnd die Rechte mit den Worten: ,, Verzeihung, General, aber ich habe so viel tüchtige Leute in meinem Heere, daß ich sie wirklich nicht alle kennen fann!" *[ Die Exekution auf der Straße.] Die ,, Arena" von Verona erzählt in ihrer letzten Nummer folgendes Geschichtchen: Zwei Ohrfeigen, gespendet von der Hand einer eleganten Signora, fielen gestern Nachmittag gegen 5 Uhr auf das Antlig eines Herrn nieder, der mit der Dame in der Via Nuova spazieren ging. Wenige Minuten später, auf der Piazza Erbe, begrüßten zwei andere Ohrseigen, von derselben Hand verabreicht, denselben Herrn. Ms da 3 elegante Paar auf der Piazza Bra angekommen war, versetzte die Signora aufs neue ihrem Begleiter zwei schallende Ohrfeigen. Eine große Menschenmenge schloß sich den beiden Spaziergängern an, die nunmehr den Korso Cavour betraten, wo sich das akustische Ohrfeigen- Schauspiel wiederholte. Auf dem Korso bestieg dann das Paar einen Wagen und begab sich nach Hause. Die Erklärung des seltsamen Vorganges ist darin zu suchen, daß die Signora von ihrem Gatten mit einer Ballerina betrogen worden war. Die Untreue ihres Mannes wurde der Dame hinterbracht. Es kam zu einer argen 16] Dr. Rumseys Patient. Noman von Dr. Halifax und T. L. Meade Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachbruck verbsten.) " Bunte Chronik. In die Leitung des Zentralverbandes deutscher Industrieller wird für Dr. Tille, der vom Jamuar ab nach Saarbrücken übersiedelt, um im Dienste der Saarindustrie tätig zu sein, nach rheinischen Blättern Regierungsrat Leidig eintreten. Der Arzt Dr. Kothe in Bockenem wurde wegen Verbrechens gegen das keimende Leben zu einem Jahr drei Monaten Gefängnis verurteilt. Nanu, was ist denn mit Dir los?" fragte er.„ Ich denke, Du liegst längst im Bett? Du siehst aber schrecklich elend aus, Fanny, was ist Dir nur?" Giessener Cagesneuigkeiten. ben Gener Werner. ** He Bießen gegen δί bem Gebie dem Schöp bon Bebri ferums de Beiten und lichen Tub Luberkuloj ** Beigeordneter Grüneberg † Ein arbeitsreiches Leben, ein Mann, welcher seit über 25 Jahren beruffat übe Oeffentlichkeit seine Kraft gewidmet, ein treuer und sehr gewissenhafter Beamter hat mit ihm die irdische Laufbahn beendet. Seit ungefähr 10 Jahren von einem Gallensteinleiden geplagt, hat ihn nach nur kurzem Leiden eine Lungenentzündung dahingerafft. Welche eminent große Arbeitskraft der Verstorbene war,' ersehen wir daraus, daß er lange Jahre die Provinzial- und Kreis kasse und die Kasse der Jsraelitischen Religionsgemeinde verwaltete und als Rechner dieser beiden Kaffen pens sioniert worden ist. Bis an sein Lebensende war er aber - Mit dem Pferde schwer gestürzt ist in Wittenberg der Hauptmann v. Reckendorf vom 20. Infanterie- Regiment. Herr v. Reckendorf hatte kürzlich ein neues Pferd gekauft und seine Gattin wollte nun von Roß und Reiter eine photographische Aufnahme machen. Hierbei scheute das Pferd plößlich, der Hauptmann kam zu Fall, wurde ein Stück Weges geschleift und erlitt sehr schwere Verlegungen. „ Es handelt sich nicht um mich, John, sondern um Hetty. Sie ist ganz elend. Die ganze Zeit über war ich bei ihr und fomme nur herunter, um Dir zu sagen, daß ich heute nacht bei ihr schlafen möchte. Gute Nacht, John." „ Gute Nacht, Fanny", sagte ihr Mann.„ Vergiß nur nicht, morgen möglichst zeitig aufzustehen", rief er ihr noch nach. " Hab' teine Sorge", gab sie zurück, ich bin spätestens um sechs auf." Die Straffammer zu Bonn setzte in dem Prozeß gegen den praktischen Arzt Dr. Schulze und den Chefredakteur der Kölnischen Zeitung Posse wegen Beleidigung von Beamten der Kölner Gefängnisverwaltung in neuer Verhandlung, die s. 3. auf 300 Mark bezw. 150 Mar bemessenen Geldstrafen auf 100 Mt. für jeden der beiden Angeklagten herab. In Hettys Stube angelangt, schloß sie abermals die Thür hinter sich ab. Wie kamst Du gestern abend hinaus?" fragte sie leise. „ Durchs Fenster!" aus den in außerdem noch Rechner geblieben der geistlichen Witwen auch für e kaffe für die Provinz Oberhessen, der Kasse der Land. gegen die a -Unterschlagungen in Höhe von 141 000 kronen wurden bei der landwirtschaftlichen Sparkasse der österreichischen Gemeinde Hohenrostersdorf entdeckt. Man vermutet, daß die Defraudationen von einem inzwischen verstorbenen Kassierer begangen worden sind. „ Na, das muß ich sagen. Du bist eine nette Pflanze! Doch jest ist feine Beit zu Vorwürfen und Ermahnungen überdies müssen wir denselben Weg nehmen, damit uns niemand sieht. Man wird denken, wir seien schon längst im Bett. Komm schnell. geh' voran und zeige mir den Weg. Wir haben keine Minute Zeit zu verlieren, es ist weit bis zur Ebene." judenschaft von Oberhessen und dann noch von der Gemeinde Heuchelheim. Jm städtischen Verwaltungs dienst stand er seit 1878 als Stadtverordneter, im Jahre 1892 wurde er zum Beigeordneten gewählt.- Sein Familienleben war ein zufriedenes und glüd Itches. Der Dampfer ,, Scotia" mit Mitgliedern der Schottischen Südpol- Expedition hat seine Reise angetreten. Die Expedition, die von Privatleuten ausgerüstet worden ist, bezweckt, unter Leitung Bruce's wissenschaftliche Forschungen zu machen. Frau Armitage war fast ebenso schlank und klein wie ihre Nichte. Sie legte den Weg durchs Fenster, über das Dach, in den Baum und von dort zur Erde ohne Schwierigkeiten zurück, und bald liefen die beiden Frauen so schnell sie konnten, der Ebene 311, wobei sie sich immer möglichst im Schatten hielten. Kein Mensch begegnete ihnen. Sie sprachen kein Wort miteinander. Jest waren fie angelangt. Hetty zitterte an allen Gliedern, als fie das Erlengebüsch erreichten, und konnte sich kaum auf den Füßen halten. Mut, Mut", flüsterte die Tante,„ wir müssen den Stock begraben." „ Nicht begraben, Tante Fanny", stammelte Hetty.„ Ich Die Blättermeldung, Miß Mice Roosevelt habe sich verlobt, wird jetzt von zuständiger Seite für unbegründet erklärt. ihm berwe ftammende meindhent Dann auf Glycerinag Radialglöf Butbahne Richard Mobrt ein woh Trauerf Bener 2 wie fie bon ein zufrieden ein gut A Uebermorgen, Mittwoch, werden von Seiten des Freisinns und der Nation alliberalen die wahlberechtigten hessischen Staatsbürger unserer Stadt an die Wahlurne gerufen, um ihre Stimmen den Wahlmännern zu geben, welche für eine Wiederwahl unseres bisherigen langjährigen Landtags- Abgeordneten und Stadtverordneten, Herrn Justizrat Dr. Gutfleisch eintreten.- Nicht so ganz ruhig wie man allgemein der Ansicht ist, wird der Wahlkampf vor sich gehen. Sollte es nicht vielleicht die Stille vor dem Sturme sein? Die Sozialdemokraten haben ihren eigenen Kandidaten in der Person des Herrn Stadt verordneten Krumm aufgestellt und dazu eine sehr rührige Agitation entfaltet. Das Erscheinen der Wähler in sehr großer Zahl ist darum sehr geboten. Soweit man jetzt das Wahlmanöver überschauen kann, ist eine Mehrheit für Herrn Dr. Gutfleisch Thatsache, ** Zur Landiacswahl. Am nächsten Mittwoch dürfen alle diejenigen hessischen Staatsbürger wählen, welche die ersten beiden Ziele der directen Steuer, oder wenn sie nur Kommunalsteuern entrichten, von dieser die drei ersten Ziele bezahlt haben. Eine Deutsche, Frau Regina Ketterer in Cincinnati, Die im Jahre 1854 aus Saßbach in Baden nach Ameriki ausgewandert ist, feierte kürzlich ihren 84. Geburtstag, zu welchem nicht weniger als 91 direkte Nachkommen sich um die Jubilarin versammelt hatten. Das Beste aus den Witblättern. Parven ü- Stolz. Du, Mama, welcher Finger ist denn eigentlich der Goldfinger?"- ,, Bei Dir, liebe Else, ist einmal jeder Finger ein Goldfinger." Enfant Terrible. ,, Karl, du darfst nicht reden, wenn ich rede!" ,, Aber, Mama, da muß ich ja warten, bis du zu Bett gehst." glaube, es ist besser, wir versenken ihn in den Teich- in zehn Minuten fönnen wir dort sein. Wir beschweren den Stock mit einem großen Stein und werfen ihn ins Wasser." .Das ist ein guter Gedanke, Kind. Machen wir es so." Achtes Kapitel. - ** Der Großherzog hat den Charakter als ,, Regierungsrat" den Steuerkommissär Jafob Steinhäuser zu Alsfeld, dem Steuerkommissär Adam Hübner zu Ober- Ingelheim, dem Steuerkommissär Karl Schneider zu Seligenstadt, dem Kassier bei der Staatsschuldenkaffe Adolf Schläger zu Darmstadt, dem Obersteuerinspektor Dr. Adolf Heil 3. 3t. in Offenbach, dem Obersteuerinspektor Adolf Weißenbruch in Gießen verliehen. zu fiden Mibe, den Sugeben un als Desden übrigen sonderes, e aus dem a ** Vo in Mainz ist wiederum praftijde 2 ** Der Großherzog empfing am 25. Oftober den Oberfammerherrn Riedesel Frhrn. zu Eisenbach, den Oberstleutnant Graf v. Westarp, Kommandeur des 1. Feld- Artillerie- Regiments Nr. 25, den Leutnant v. Groote von demselben Regiment, den Oberstleutnant Frhrn. v. Waldenfels, Kommandeur des 2. Dragoner Regiments( Leib- Dragoner- Regiments) Nr. 24, den Major Kade, Kommandeur des Train- Bataillons Nr. 18 den Frhrn. Thumb v. Neuburg vom Stabe des Württembergischen Dragoner- Regiments Nr. 26, den Leutnant v. Lichtenberg vom Infanterie- Leib- Regiment Großherzogin( 3. Großh. Hess.) Nr. 117, den praft. Zahnarzt Heilbronn, Vorsitzenden des Zweiges Darmstadt der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur, die Professoren Dr. Heimberger und Dr. Wünsch von der Landes- Universität Gießen, den Präsidenten Wolfs fehl und den Vizepräsidenten Geheimen Baurat Becker bom Musikverein Darmstadt, den Landwirtschaftslehrer Link von Büdingen, den Rechnungsrat i. P. Herbert; zum Vortrag den Staatsminister Rothe, den Finanz minister Gnauth, den Geheimen Kabinettsrat Römheld, Die Dorfbewohner dachten noch lange an jene Woche, in welcher der junge Baron von Audrey großjährig wurde. Während jener Zeit fanden gar seltsame Ereignisse statt. Die Festlichkeiten waren auf Montag festgesezt, an welchem Tage Baron Robert einundzwanzig Jahre alt wurde. Am darauffolgenden Donnerstag sollte seine Hochzeit mit Margarete von Schönburg stattfinden, und an den dazwischenliegenden Tagen Dienstag und Mittwoch fand die Gerichtsverhandlung gegen den des Mordes deschuldigten Frank Everett statt. Die Aufregung, in welche diese anzergewöhnlichen Greignisse die Landbewohner versezten, war unbeschreiblich. Abgesehen von der hohen Stellung, welche Baron Robert einnahm, war der junge Majoratserbe weit und breit beliebt. Er war eine interessante, sympathische Bersönlichkeit. Aber selbst, wenn dem nicht so gewesen wäre, würde allein schon seine Großjährigkeitserklärung und seine Heirat mit der Nichte des reichen, angesehenen Wildensteins alle diejenigen, die ihn fannten, mit lebhaftem Interesse erfüllt haben. Er ſtand im Mittelpunkte der Ereignisse, auf welche die Bevölkerung mit Spannung blickte. Aber so groß das Interesse für den Majoratserben auch war, es war dennoch gering im Vergleich zu der Teilnahme, welche man dem Manne entgegenbrachte, dessen trauriges Schicksal die Herzen und Gemüter aller Dorfbewohner erfüllte. Die stärksten Indizienbeweise sprachen gegen Frank Everett und dennoch, dennoch wußte man nur Gutes von dem armen jungen Mann zu berichten. Er hatte ein tadelloses Leben hinter sich. Er war das einzige Kind einer Witwe, einer Dame aus den vornehmsten Kreisen. Frau Everett hatte Zimmer in einem Hotel in Salisbury genommen, wo sie den Ausgang der Verhandlung erwartete mit welchen Gefühlen, das ist leicht zu beschreiben. Je näher die Zeit ihrer Vermählung heranrückte, desto ernster und beklommener wurde es Margarete ums Herz. Man suchte in ihren Zügen vergeblich jenen glückseligen Ausdruck, den eine Braut zu zeigen pflegt. Sie vermochte kaum an etwas anderes als an die kommende Gerichtsverhandlung zu denken. Einige Tage vor der Trauung bat sie ihren Verlobten ernstlich, die Feierlichkeit doch um ein paar Tage zu verschieben. .Ich kann Dir keine Erklärung für meine Empfindungen geben, Robert", sagte sie traurig. Aber diese furchtbare Tragödie wirft so düstere Schatten auf mein Gemüt und verscheucht allen Sonnenschein aus meinem Leben. Du tannst natürlich das Fest Deiner Majorennität nicht aufschieben, aber unsere Hochzeit könnte eine Woche später stattfinden. Meine Bitte ist wirklich keine unvernünftige, ich bin nun einmal abergläubisch, das liegt in unserer Familie. Meine Großmutter besaß sogar die Gabe des zweiten Gesichts, vielleicht habe auch ich etwas von diesem Erbteil in mir. Ich bitte Dich, Robert, erfülle meinen Wunsch, verschiebe die Hochzeit." in Main Broving R Vorträge Audrey stand neben Margarete. Sie sah angftvoll flehend in seine Augen, die ihr mit einem seltsam verwirrten Blick begegneten Der Majoratserbe war ungewöhnlich bleich, feine, scharfe Linier zogen sich um seine Mundwinkel den Räume werden und anstaltete 2 400 Teilneh ** Gin Landwirtsch welche am hier tagte folution gegen die Nachdem Woche di fagt hat, durch eine bringen, binzial Ber folgende Die in preise ha wirtida Barteier Ich sagte Dir schon, daß eine mir unerklärliche Teilnahm Lofigteit in Bezug auf diesen schrecklichen Mord sich meiner bemächtigt hat, erwiderte er leise. Ich gebe mir die größte Mühe, Sympathie für den unglücklichen Everett zu empfinden, und dennoch vermag ich es nicht. Ich fühle nicht einmal Mitleid für ihn. Margarete, ich würde dies keinem Menschen außer Dir bekennen, Everett ist mir nichts- Du bist mir alles- meine ganze Welt! Weshalb sollte ich um Everetts willen so lange auf mein heißersehntes Glück verzichten?" " Dir ist nicht wohl, Robert!" versette das funge Mädchen, ihren Verlobten besorgt ansehend. " Doch, Maggie, ich fühle mich ganz wohl! Du darfst mich nur nicht anstecken mit Deiner Furcht. Ich habe mich im Leben nie wohler gefühlt als jezt, da Du mein bist, nur- hier drückte er die Hand gegen die Stirn. „ Nur?" wiederholte Margarete fragend. ,, Es ist nichts von Bedeutung; ich habe nur zuweilen ein fo dumpfes Gefühl im Hinterkopf. Ich würde dieser Sache gar feine Bedeutung beimessen, wenn nicht-" Wieder stockte er und blickte nachdenklich ins Leer ,, Was wolltest Du sagen, Robert?" ,, Du mußt auch davon gehört haben alle Welt weiß es ja- daß manchmal manchmal- ach Maggie- daß seltsame Dinge in unserer Familie vorkommen worte jeben. nicht di der Pro ift. Es und Sc daß den steht, da Jahren, Wir Agitation fuhr bor erleichtern der Verfe fait fe Magnab illufoci Sdader ** felt am D Weife ge muntere Verein m Die Be werden hierm fchädlinge fam abfragen und Waffer berri Bieb die Wah Am Von 10 bis sneuigkeiten. Werner. t. Gin arbeitereide it über 25 Jahren der omet, ein treuer und sehr mit ihm die irdische Lau r 10 Jahren von einem n nach nur furzem Leiden erafft. Welche eminent bene war, ersehen wir Provinzial- und Streis ** den Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmufit Herr Kreisveterinärarzt SchmidtGießen schreibt in der Hess. Landw. Zeitschr." einen Aufsatz über„ Immunisierung des Rindviebs gegen die Luberkulose und neuere Ergebnisse auf dem Gebiete der Tuberkuloseforschung." Danach ist es dem Schöpfer der Blutserumtherapie, Herrn Geheimrat von Behring, der seit Einführung des Diphtherieheilserums den größten Wohlthätern der Mensch, heit aller Zeiten und Völker zugezählt wird, gelungen, mit menschlichen Tuberkelbazillen Rinder gegen die experimentelle Tuberkulose und, soweit sich bis jetzt Schlußfolgerungen aus den in der Braris erfolgten Versuchen ziehen lassen, auch für eine noch nicht näher begrenzte Zeitdauer gegen die natürliche Ansteckung zu schüßen. Die von ihm verwendete Impfstoffe sind vom Menschen herstammende Bazillen, die nach einer mehrfachen Meerschweinchenpassage entsprechend modifiziert, abgeschwächt, dann auf fünstlicem Nährboden, Glycerinserum und Glycerinagar in Reinfultur gezüchtet und schließlich mit Stochsalzlösung vermischt, den Kindern direkt in die Blutbahnen eingespritzt werden. schen Religionsgemeinde efer beiden Kassen pen Lebensende war er aber n der geistlichen Witten en, der Kasse der Land dann noch von der Be städtischen Verwaltung 18 Stadtverordneter, in igeordneten gewählt. zufriedenes und glüd werden von Seiten de alliberalen die wahl bürger unserer Stadt an ce Stimmen den Wahl eine Wiederwahl unseres Otags- Abgeordneten n izrat Dr. Gutfleiid big wie man allgemei lfampf vor sich gehen Stille vor dem Sturm Cofraten haben ihre erson des Herrn Stadt at und dazu eine seh Das Erscheinen de ist darum sehr gebote anöver überschauen fann Dr. Gutfleisch Thatsache ächsten Mittwoch dürfen sbürger wählen, welde - directen Steuer, oder entrichten, von dieser n. at den Charakter als miffär Jakob Stein Steuerfommiffär Abam dem Steuerkommifar t, dem Kassier bei der ger zu Darmstadt, dem Deil 3. 3t. in Offenbach, f Weißenbruch in mpfing am 25. Oftober Frhrn. zu Eisenbach, taip, Kommandeur des 25, den Beutnant b nt, den Oberstleutnant deur des 2. Dragoner giments) Nr. 24, da & Train- Bataillons N burg vom Stabe de giments Nr. 26, der fanterie- Leib- Regintent Nr. 117, den prait 1 des Zweiges Darm Für ethische Kultur, ie and Dr. Wünsch von den Präsidenten Wol eheimen Baurat Bedec n Landwirtschaftslehur ungsrat i. P. Herbet: ter Rothe, den Finan Kabinettsrat Römbl ren Verlobten ernstlich, die zu verschieben. für meine Empfindungen ber diese furchtbare Tragobie Semüt und verscheucht alle Du kannst natürlich das Fet aber unsere Hochzeit fönnte ne Bitte ist wirklich feine bergläubisch, das liegt besaß sogar die Gabe de hetwas von diesem Erbted meinen Wunsch, verschieb Sie sah angstvoll flehend berwirrten Blick begegneten bleich, feine, scharfe Lini nir unerklärliche Teilnah ecklichen Mord sich meine Ich gebe mir die größt lichen Everett zu empfind Ich fühle nicht einmal Milled - meine feinem Menschen außer Dir Du bist mir alles m Everetts willen fo lange auf ?" berfeste das funge Mädch 5 ganz wohl! Dit darfft mih Stadttheater. Das gestrige Gastspiel des Herrn Richard Kirch aus Frankfurt als Othello, der Mohr von Venedig, sah ein vollbesetztes Haus und ein wohlwollendes Publikum. Das Shak sspeare'sche Trauerspiel fonnte natürlich bei den beschränkten GieBener Bühnenverhältnissen nicht die Wirkung erzielen, wie sie vom Dichter beabsichtigt ist. Aber abgesehen von einigen Kleinigkeiten, fonnte man schließlich doch zufrieden sein. Herr Kird hat wenigstens als Othello ein gut Teil dazu beigetragen, den Erfolg des Stückes zu sichern. Auch Herr Steinert gab sich entschieden Mühe, den Jago mit möglichster Feinheit wiederzugeben und Frl. Feige und Frl. Brücher waren als Desdemona und Emilie allerliebste Geschöpfe. Im übrigen war an dem gestrigen Spiel nichts allzu Beſonderes, es war eben ein Gastspiel und trat deshalb aus dem alltäglichen Rahmen mehr hervor. ** Vortragskurs für praktische Landwirte in Mainz. Für die Zeit vom 7. bis 10. Jarur 1903 ist wiederum die Veranstaltung eines Vortragsfuises für praktische Landwirte beat sichtigt und soll derselbe dieses Mal in Mainz stattfinden. Den besonderen Interessen der Provinz Rheinhessen entsprechend soll ein Vortragstag für Vorträge aus dem Gebiete des Wein- und Obstbaues reserviert werden. Ter ganze Kurs soll voraussichtlich in den Räumen des Konzerthauses der Liedertafel abgehalten werden und vier Tage dauern. Der letzte in Mainz veranstaltete Vortragstui sus hatte sich eines Besuches von 400 Teilnehmern zu erfreuen gehabt. ** Eine überaus gut besuchte Versammlung des Landwirtschaftlichen Provinzial- Vereins für Oberhessen, welche am Samstag Nachmittag in Steins Saalbau bier tagte, faßte einstimmig folgende Resolution: Re= solution der Landwirtschaftlichen Vereine gegen die Behauptung des Bestehens einer Fleischnot Nachdem der Bezirksverein Gießen in der vergangenen Woche die Fleischfrage behandelt und den Beschluß gefaßt hat, seinen Standpunkt in dieser Angelegenheit durch eine Resolution zur Kenntnis der Regierung zu bringen, hat am Samstag der landwirtschaftliche Provinzial- Verein zur Sache Stellung genommen und folgende Resolution einstimmig angenommen: Die in diesem Herbst etwas höheren Schweinefleischpreise haben einen Teil der Presse und den der Landwirtschaft feindlich gegenüberstehenden politischen Parteien Veranlassung gegeben, unter dem Schlagworte Fleischnot eine wüste Agitation in Scene zu setzen. Wir stellen fest, daß von einer Fleischnot nicht die Rede sein kann und daß an Schlachtvieh in der Provinz Oberhessen niemals Mangel gewesen ist. Es ist eine Thatsache, daß die Schweinezucht und Schweinemast sich bedeutend entwickelt hat, so daß demnächst eher eine Ueberproduktion zu befürchten steht, daher wird die Preisbildung, wie in früheren Jahren, zu billigeren Preisen von selbst führen. Wir müssen aber dagegen protestieren, daß die Agitation die Regierung veranlassen sollte, die Einfuhr von Schlachtvieh aus verseuchten Ländern zu erleichtern, wodurch unsere wertvollen Viehbestände der Verseuchung ausgesetzt werden und die Landwirtschaft sehr erheblich geschädigt wird. Alle unsere Maßnahmen auf dem Gebiete der Viehzucht würden illusorisch gemacht und der Landwirtschaft ein schwerer Schaden zugefügt werden. ** Der Gesangverein Harmonie hat sein 56. Stiftungsfeſt an: Samstag in Café Leib in bester und gemütlicher Weise gefeiert, Theater, Konzert und Ball sorgten für eine muntere Unterhaltung; ohne lange Worte zu machen, der Verein machte seinem Namen alle Ehre.- Anerkennenswert Bekanntmachung. ist, daß der Bitherverein Alpenröschen" fräftig an dem| Qualität läßt sich jetzt noch nichts sagen, da die Lese Abend mitgewirkt hat, und das zu seiner besonderen Ehre. eben begonnen hat. ** Nach dem nunmehr vom Hessischen Landwirtschaftsrat veröffentlichten Verzeichnis sind im ganzen 141 Auszeichnungen an die bei der hessischen Beschickung beteiligten Vereine, Schulen, Ortsgruppen und Einzelzüchter auf der Allgemeinen Deutschen Obstausstellung in Stettin gefallen. o Marine- Verein Gießen. Gestern schloß die Feier des 10. Stiftungsfestes des Marine- Vereins Gießen mit einem Familien- Ausflug auf Textors Terrasse, welcher sich eines hübschen Verlaufes und eines regen Befuches erfreute. Mit Stolz kann der Verein auf die eier zurückblicken, dafür bürgen die Anfragen, die seitens der Festteilnehmer an den Vorstand verschiedentlich ergangen sind, ob die beiden Theaterstücke nicht nochmals gegeben werden können. Besonders die Musterung auf dem Meeresgrund hat sich die Sympatie aller Zuhörer erobert, dasselbe ist ein seemännisches Fantasiebild in einem Aufzug, welches sich auf dem Meeresgrund abspielt. Hier wird ein Appell abgehalten von sämtlichen untergegangenen deutschen Schiffen, von Frauenlob bis zur Gneisenau. Das Stück übt einen überwältigenden Eindruck auf die Zuhörer aus und führt uns in großen Zügen die ganze Geschichte der Helden der deutschen Marine vor Augen, wodurch das Interesse des Publifums aufs Höchste gefesselt wird. Auch gehört es zu fums aufs Höchste gefesselt wird. Auch gehört es zu den letzten Neuheiten; im August d. Is. wurde es am Mühlheimer Theater zum ersten Mal gegeben. F Eines recht zahlreichen Besuchs hatte gestern der Bäder Verein Frühauf", bei seinem Familienfränzchen auf der Liebigshöhe sich zu erfreuen. Bei Tanz und sonstiger Kurzweil verliefen die Stunden zu schnell, bis daß die Pflicht rief, dem heimatlichen Benaten wieder zuzusteuern. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Alsfeld. Aus Männern der verschiedenen Berufsfreise und politischen Richtungen hat sich eine Vereinigung gebildet und der freisinnigen Kandidatur eine parteilose Kandidatur in Lehrer Rudolf gegenübergestellt. ** Salzschlirf, 26. Oft. Unser Bad hatte im abgelaufenen Jahre, trotzdem für die Verbesserung der Einrichtung viel verausgabt wurde, eine wesentliche Netto- Mehreinnahme gegen das Vorjahr. ** ** Mainz, 25. Oktober. Zur Landtagswahl veröffentlicht die demokratische Partei heute einen Aufruf, in dem die demokratischen Wähler nachdrücklich aufgefordert werden, für die Wiederwahl der beiden Abgeordneten Dr. David und Haas einzutreten. ** Koblenz, 25. Oftbr. Dem Grb großherzog Scheidens von Koblenz eine Ovation seitens der von Baden wurde heute abend anläßlich seines Bürgerschaft dargebracht. Eine große Zahl von Bereinen der Stadt hatten sich zur Veranstaltung eines Fackelzuges bereinigt und die vereinigten Gesangvereine brachten dem erbgroßherzoglichen Paare eine Serenade. Bürgermeister Ditmann hielt eine Ansprache. Der Erbgroßherzog dankte und versprach, die Stadt Koblenz für alle Zeiten in dankbarem und freundlichem Andenken zu behalten. Wem Turnverein hielt am geftrigen Sonntag unter ** Rodheim a. d. Bieber, 27. Oktober. Der ältere großer Beteiligung sein Abturnen in dem Bender'schen Saale. Alle vorgetragenen Uebungen wurden exakt vorgetragen und legten Zeugnis davon ab, daß der Verein seine neue Turnhalle während des abgelaufenen Sommers auf's beste benutzt hat. Konnten doch früher in Ermargelung eines überdeckten geschlossenen Raumes die llebungen nicht in dem Maße betrieben werden, wie es der Verein gerne wünschte. in diesen Tagen wieder mehrere tüchtige Turner auf Zwar hat der Verein längere Zeit verloren, indem dieselben militärpflichtig geworden sind, aber dieser Abgang wird alljährlich wieder ersetzt durch Zutritt von Zöglingen. es bei dem gestrigen Abturnen als Zuschauer zu langweilig wurde, dem war Gelegenheit geboten, sich im Starusselfahren zu belustigen. Herr Schmidt von Bieber, welcher fürzlich Starusselbefizer geworden ist, hatte nämlich dasselbe am gestrigen Tage zum erstenmal hier in Rodheim auf dem Bender'schen Hofe" in Betrieb gefeßt. Waren zwar die einzelnen Rundfahrten etwas furz bemessen, so wurde diese Neuheit doch fleißig benußt und erregte namentlich die neue große Orgel durch ihren schönen Klang allgemeine Bewunderung. Nassau, 26. Oftbr. Hier und in Runkel giebt es in Rothem 1/10 Herbst. Moftgewicht 75-78 Grad ( Dechsle). Dagegen verspricht der hiesige Weiße/ bis 3/4 Herbst. ** ** Kirchhain. Schon seit längerer Beit besteht bei einzelnen Feuerwehrleuten der Gedanke, die Wehren des Kreises Kirchhain( ähnlich wie im Kreise Marburg) zu einem Kreisfeuerwehr- Verband zu vereinigen. Jetzt ist Aussicht auf Ber wirklichung dieser Idee, indem ein entsprechender Antrag eingereicht werden soll. Frantfurt a M., 24. Oft. Der Spediteur Karl Oskar Scheck in Homburg v. d. H. war von der hiesigen Straffammer wegen Betrugs zu 1000 Mt. Geldstrafe verurteilt worden, weil er der Frau v. Rodarachi( der einzigen Geliebten Napoleons III.) für einen Salonwagen von hier nach Paris 2200 Mt. abgenommen hatte, während er an die Eisenbahnbehörde nur 1220 Mt. zu bezahlen hatte. Auf** Kassel, 26. Okt. Anfangs Januar wird, wie erhobene Revision wurde das Urteil aufgehoben und die der Konkursverwalter mitteilte, im Treberfonfurs eine Sache zur nochmaligen Verhandlung an der hiesigen Straf- Abschlagsrate von 1 Prozent zur Auszahlung kommen. fammer zurückverwiesen. Heute wurde Scheck freigesprochen. Alles in Allem hofft der Konkursverwalter ca. 3 Prozent Sein Verteidiger R.-A. Dr. Stulz führte aus, daß Scheck herausbringen zu können. feine Provision sondern den Unternehmergewinn eingesteckt habe. ** Frankfurt a. M., 26, Oft. Hier bildete sich eine Vereinigung von Staats-, städtischen und Privatbeamten, um mit eignen Standidaturen in den bevorstehenden Kampf um's Rathaus einzugreifen. Zwischen den Nationalliberalen und dem Zentrum ist für die Stadtverordnetenwahlen ein Bündnis zustande gekommen, das auch von der Handwerkerpartei unterstützt wird. Die Demokraten und Freisinnigen gehen zusammen, die Sozialdemokraten gehen allein in den Kampf. 1/3 der Mitglieder der Stadtverordneten- Versammlung scheidet ordnungsgemäß aus. ** Pfeddersheim, 26. Oft. Die Hasen sind in unserer Gemarkung so zahlreich, daß man von einer förmlichen Basenplage reden kann. Obstbäume und Reben leiden sehr darunter. Bergen( Kreis Hanau), 24. Oft. Ein junger Mann Namens Heß dahier zielte aus Scherz mit einem Gewehr, das er sich von Verwandten geborgt hatte und das er ungeladen wähnte, auf seine eigene Mutter. Dabei entlud sich die Waffe, in der doch ein Schuß steckte, und in die Brust getroffen, stürzte die Frau zusammen. Lebensgefährlich verwundet wurde sie in das Krankenhaus nach Hanau gebracht. Der Sohn fonnte nur mit Mühe abgehalten werden, Selbstmord zu begehen. ** Aus Rheinhessen. In der Gemarkung Bingen ergab die Weinlese ungefähr 1/3 Herbst. Das Verkaufsgeschäft geht besser. Es wurden bis zu 26 Mr. pro Aiche bezahlt.„ Schloßberg" erzielte sogar stellenweise 35 Mk. Da waren aber auch 107 Grad Mostgewicht ( Dechsle) festgestellt worden. In Gaubischofsheim ergab die Auslese Mostgewichte bis zu 102 Grad( Dechsle). Die Quantität läßt zu wünschen übrig. marfung Mainz ist der Herbst sehr gering. In der GeUeber die Amtlicher Teil. ** Rotenburg a. d. F., 26. Oft. In Lispenhausen hatte ein 16jähriger Wirtssohn einen Revolver mit aufs Feld genommen, um auf Raben zu schießen. Auf dem Felde angekommen, machte sich der junge Mensch mit der Waffe zu schaffen. Plöglich entlud sich diese und die Kugel drang dem Unglücklichen über dem rechten Auge in den Kopf und schlug hinten wieder heraus. Der Tod trat sofort ein. Hochschulnachrichten. ** Münster i. W. Die Feier der Erhebung der Akademie zur Universität am letzten Samstag hat die theologische Fakultät nach einstimmigem Beschlusse den Pfarrer Falk zu klein- Winternheim( Rheinh.) zum Doktor der Theologie honoris causa ernannt. * Butzbach, 25. Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete Butter pr. Pfund 1.10 mt., Käse pr. Pfd. 42-45 Pfg., Gier 1 Stück 9 Pfg. Gestorbene. Am 26. Oftober: Karl Grüneberg, 75 Jahre alt, Rendant und Großh. Beigeordneter dahier. Beerdigung: Dienstag, den 28. d. Mts. vom Sterbehause, Kreuzplag 1, aus. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich Albin Klein, Gießeu. Uhr, wird die Wahl von 50 Wahlmännern für die Ge- welche bis zum 23. Oftober bezw. bis zum 24. Oktober Die Beſizer von Obstbäumen der Gemarkung Gießen meinde Gießen zum Behuf der Wahl eines Abgeordneten 1902 mit der Entrichtung der betreffenden Steuer über werden hiermit aufgefordert, zur Bekämpfung der Obstbaum- in dem Sigungssaal der Stadtverordneten zwei Monate im Rückstande waren, nur dann zur AbDu mein bist, nur- hier abfragen und mit Kalfmilch, gelöschtem Kalk, der mit viel vorgenommen werden. Alle stimmberechtigten Staats- Rückstand noch bis zur Wahl abführen und daß solches ht. Ich habe mich im Leben hädlinge sämtliche Obstbäume bis Mitte November gehörig Versammlung im Bürgermeistereigebäude ſtimmung zugelassen werden können, wenn sie diesen fragend. ich habe nur zuweilen ein fo Ich würde dieser Sache gar ichtachdenklich ins Leer ext?" t haben- alle Welt weiß es ach Maggie- bab feltfame " men Gießen, am 24. Oftober 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung, die Wahl der Wahlmänner für die Landtagswahl betr. bürger werden daher eingeladen, an dem gedachten Ter- geschehen, der Wahlkommission durch Vorzeigung ihrer zugeben. Zugleich wird darauf aufmerksam gemacht, daß Diejenigen, welche mit der Entrichtung ihrer schuldigen direkten Staatssteuer, oder falls sie zu einer solchen nicht herangezogen find, ihrer Kommunalsteuer länger als Am Mittwoch, 29. Ottober 1902, Vormittags zwei Monate sich im Rückstande befinden, zur Abstimmung bon 10 bis 1 Uhr und Nachmittags von 3 bis 6 nicht zugelassen werden und daß daher alle Diejenigen, Gießen, den 25. Oftober 1902. Die Wahlkommission. Die Urkundspersonen: Kelier. Wallenfels. Der Bürgermeister: Mecum. Geschäfts- Erweiterung. Einem verehrlichen Publikum von Gießen und Umgegend b cingen zur gefl. Kenntnis, daß wir Marktstraße 25. nnser Geschäftslokal wieder eröffnet haben. 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Lein Klein Linden 52 über die Lage trat nun ein Beder, den führungen wie zu haben, die machen, denn e wandt, jeine R nicht zu ftande t Um 6 Uhr verta 24 1 Schwarzbrod beißGeorg Dern II. Gr. Lind. 21 L. Schmidt u. L. Steinmüller( Gr.Linden) W. Steinmüller und Heinrich Weber Heuchelheim 22 M. Lein KleinLinden J.Kd. Velte, KirchGöns u. Jak. Appel 2 2 " Krofdorf u. Georg II. Groß 42 Dern Linden bei L. Schmidt u. 2. Steinmüller ( Gr. Linden) M. Steinmüller u. W. Weißel( Langgön3) Heinrich Weber Heuchelheim u.Karl Post[ Wieseck] 44 J. Appel, Krofdorf46 W. Lein KleinLinden 48 W. Fabel u. Karl Post Wieseck 66 2 Kornbrod bei Jakob Appel " " 1 Krofdorf W. Lein KleinLi den Der Brodverkäufer. Diese ben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. 42 44 Gießen, den 25. Oft. 1902. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Gießener Stadttheater. Dienstag, den 28. Oktober 4. volkstümliche Vorstellung Der Brodvreise Stabstrompeter. vom 26. Oft. bis 9. Nov. 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