Nr. 298 Mbonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Butisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Cherheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erid eint an allen Werktagen nachmittage. Montag, den 22. Dezember 1902. Gießener 11. Jahrgang. Jusertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Amtliche Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Betr.: Die Ausführung der polizeilichen, technischen Maß und Gewichts- Revisionen in der Stadt Gießen. Wir bringen hiermit zur Kenntnisnahme der Interessenten, daß demnächst eine allgemeine Revision der Maße, Gewichte und Waagen in hiesiger Stadt vorgenommen werden wird. Mit Ausführung derselben wird ein Aichmeister und ein Schußmann betraut werden. Die Gewerbetreibenden sind gehalten, diesen Beamten bei Meidung der Strafe des§ 369 Nr. 2 St. G. B. und des Artikel 73 P. St. G. alle in ihrem Betriebe benutzten Maße, Gewichte und Waagen vorzuzeigen und die Prüfung derselben zu gestatten. Bei Der Revision sich ergebende Vorschriftswidrigkeiten werden nach den angezogenen Gesezesstellen mit Geldftrafe bis zu 100 Mk. oder Haft bis zu vier Wochen, auch mit Einziehung der unvorschriftsmäßigen Maße, Gewichte und Waagen geahndet. Um Strafen möglichst zu verhindern und das Revisionsgeschäft zu beschleunigen, empfehlen wir den Interessenten, ihre der Revision unterworfenen GegenFtände vorher bei dem Neuenweg Nr. 43 dahier amtierenden Großh. Aichamt Gießen prüfen zu lassen. Die Vorrevisionen finden für die Gewerbetreibenden der nachbenannten Straßen an den jeweils angegebenen Tagen statt und zwar: Am 14. und 16. Januar: Bezirk 3, bestehend aus Marktstraße, Rittergasse, Neustadt, Löbershof, Mühlgasse, Westanlage, Hammstraße, Lahnstraße, Rodheimerstraße, Krofdorferstraße, Hardt, Schüßenstraße, Kornblumengasse, Nordanlage und D8waldsgarten. Am 20. und 21. Januar: Bezirt 4, bestehend aus Bahnhofstraße, Tiefenweg, Kriegsblockade gegen Venezuela. England und Deutschland haben über die venezolani schen Häfen die Kriegs- Bockade verhängt. Die Folgen der Blockade haben sich Fenn auch prompt bemerklich gemacht: in den venezolanischen Hafenstädten ist eine empfindliche Steigerung der Lebensmittel eingetreten, außerdem herrscht Geldmangel, da die Banken Diskontierung ablehnen. Der Schiedsgerichtsvorschlag des Präsidenten Castro hat erfreulicherweise, wie sich gegenüber den ersten Meldungen nachträglich herausgesteill hat, auch Englands Billigung nicht gefunden. Sowohl die deutsche wie die britische Regierung haben den Bereinigten Staa'en auf den Schiedsgerichtsvorschlag Caftros, der das Washingtoner Kabinet in London und Berlin verlegte, den gleichlautenden Bescheid gegeben: Beide Mächte lönnten den Vorschlag nur annehmen, falle die Vereinigten Staaten die Bürgschaft oder die Selbstberantwortlichkeit für das Erkenntnis des Schiedsgerichts übernehmen, sobald das Urteil gegen Venezuela ausfällt. der Bescheid verlangt ferner die Versicherung, daß die britischen bezw. deutschen Schiffe nach Zurückziehung der riegsschiffe nicht wieder Belästigungen ausgesezt sind. Die amerikanische Regierung erklärte sich außer Stande, diese Bürgschaften zu geben, und hatte angeregt Deutschland, Großbritannien und die anderen Mächte, die Forderungen an Venezuela haben, sollten ihre Ansprüche dent Haager Schiedsgericht unterbreiten. Venezuela würde dann verpflichtet sein, die Entscheidung des Haager Gerichts zu achten, oder es würde sich selbst außerhalb des Kreises der zivilisierten Völker stellen und dem entsprechend behandelt werden. Selbstterrändlich werder die Verhandlungen über eine schiedsgerichtliche Beilegung den Angelegenheit trotz der Verhängung der Kriegs. blockade fortgesetzt. Die Haltung Amerikas. Amerika betreibt die Sache weiter; der amerikanische Banfier Seligmann hat sich bereit erklärt, der venezola nifchen Regierung die 108 millionen Mark, die zur Be friedigung Deutschlands und Englands nötig sind, zu lei hen; die Union dürfte diese Absicht unterstügen, sowei sie, ohne sich selbst zu verpflichten, es tun kann. Natürlic tut die Union das nicht des lieben Friedens halber, auch ni ht um der schönen Augen der an den Wirren beteiligten Mächte willen, sondern um dabei selbst ihr Schäfchen zu ieren. Nachdem erfreulicherweise die Intriguen, Deutsch Kaplansgasse, Katharinengasse, Wolfengasse, Schanzenstraße, Frankfurterstraße, Alicestraße, Wilhelmstraße, Liebigstraße, Leihgesternerweg, Riegelpfad, An den Bahnhöfen, Ebelstraße, Hofmannstraße, Crednerstraße, Grabenstraße, Hinter der Westanlage, Klinikstraße. Am 23. und 27: Januar: Bezirk 5, bestehend aus Neuenweg. Keuenbäue, Sonnenstraße, Erlengasse, Weidengasse, Gartenstraße, Stephanstraße, Hessenstraße, Schiffenbergerweg, Ludwigsplay, Gutenbergstraße, Ludwigsstraße, Südanlage, Bismardstraße, Goethestraße, Bleichstraße, Bergstraße, Löberstraße, Licherstraße, Grünbergerstraße, Moltkestraße, Eichgärten, Wolfstraße und Großer Steinweg. Am 28. und 30. Januar: Bezirk 6, bestehend aus Wallthorstraße. Weßsteinstraße, Wetzsteingasse, Lindengasse, Brandgasse, Kanzleiberg, Hundsgasse, Asterweg, Schillerstraße, Braugasse, Steinstraße, Weserstraße, Dammstraße, Ederstraße, Marburgerstraße, Wieseckerweg, Oftanlage und allen unter den Bezirken 1-6 noch nicht aufgeführten Straßen 2c. Im Interesse eines besseren Fortgangs der Revisionen und um die Bewerbetreibenden vor unnötigen Kosten zu bewahren, ist es unbedingt erforderlich, daß sämtliche zu prüfenden Gegenstände in gehörig gereinigtem Zustande und reparaturbedürftige Maße und Waagen erst nach vollzogener Reparatur in das Aichlofal verbracht werden. Gießen, den 15. Dezember 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Betr. Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft in Flur VIII. der Gemarkung Steinbach. land zu isolieren, erfolglos geblieben zu sein scheinen, suchen die Amerikaner sich für den Ausfall des erhofften Plus an politischem Prestige schadlos zu halten, indem sie von Venezuela für ihre gegenwärtigen und zukünftigen Dienste nichts weniger als die Verpachtung oder den Verkauf der Insel Margarita verlangen! Weitere Nachrichten aus Venezuela besagen, die venezolanischen Aufständischen hätten Rio Chico und Tucacas genommen und belagerten Coro. Von deutscher Seite meldet ein Telegramm aus Ham burg, daß die für das beschlagnahmte venezolanische Kriegsfahrzeug Restaurador" bestimmte Besatzung mit dem Dampfer ,, Sibiria" am 23. d. Mts. die Ausreise antreten wird. Die Politik. Vem Reichsinvalidenfonds. Soeben wird der Etatsvoranschlag für den Reichsinvalidenfonds bekannt. Danach muß zur Bestreitung der Ausgaben für die Versorgung der Kriegsinvaliden und ihrer Hinterbliebenen der Kapitalbestand des Fonds auch im nächsten Jahre wieder angegriffen werden; und zwar müssen aus dem Kapitalbestande diesmal nicht weniger als 38,8 Millionen Mark hergegeben werden. Schon seit dem Jahre 1891 wird regelmäßig der Fonds selbst in Anspruch genommen, da die Zinsen zur Deckung der durch die Aufbesserung der Invalidenbezüge im Jahre 1901 noch erhöhte Ausgaben nicht ausreichen. 1901 wurden 15 Millionen Mark, 1902 schon 32 Millionen und jetzt werden beinahe 39 Millionen aus dem Fonds genommen, dessen Zinsertrag sich dadurch natürlich ständig vermindert. Erfreulicherweise stellt aber soeben eine offiziöse Korrespondenz eine Besserung der Reichsfinanzen in abschEarer Zeit in Aussicht. Damit würde die Möglichkeit gegeben sein, den Invalidenfond nicht weiter anzutasten und seinen Kapitalbestand eher noch auf das ursprüngliche Maß hinaufzubringen. Die Memoiren des Sultans. Der Beherrscher aller Gläubigen will jetzt unter die Chronisten gehen: Wie aus Konstantinopel gemel det wird, steht der Sultan Abdul Hamid im Begriff, seine Memoiren zu schreiben, mit der Bestimmung, daß sie nur nach seinem Tode veröffentlicht werden sollen. Der Gedanke, die Geschichte seiner Regierung zu erzählen, ist ihm, so heißt es, gekommen, als er die Angriffe der Nachdem Großh. Ministerium des Innern dem Statut für die öffentliche Wassergenossenschaft zur Entwässerung von Grundstücken in Flur VIII der Gemarkung Steinbach unterm 12. 1. M. die Genehmigung erteilt hat, bringen wir nachstehenden Auszug aus demselben gemäß Artifel 39 des Bachgesezes( in der Fassung der Bekanntmachung vom 30. September 1899) unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß das Statut mit Bekanntmachung in Kraft tritt. 1. Namen der Genossenschaft: Wassergenossenschaft Lundorf. 2. Sitz derselben: Steinbach. 3. Gegenstand des Unternehmens: Entwässerung von Flur VIII der Gemartung Steinbach. 4. Die von der Genossenschaft ausgehenden Bekanntmachungen werden unter der Bezeichnung ,, Wassergenossenschaft Lundorf zu Steinbach" im Amtsblatt des Kreises Gießen erlassen und vom Genossenschaftsvorsteher unterzeichnet. Die Befanntmachungen der Genossenschaft sind ferner in der Gemeinde Steinbach in ortsüblicher Weise zu veröffentlichen. Gleichzeitig wird Tagfahrt zur Wahl, Vereidigung und Einsetzung des Genossenschaftsvorstandes auf Donnerstag, 15. Januar 1903, vormittags 10 Uhr, im Gemeindehause zu Steinbach anberaumt und die Generalversammlung zum Zwecke der Vornahme der Vorstandswahl hierzu einberufen. Gießen, den 18. Dezember 1902. Großherzogliches Kreisamt Gießen. Dr. Breidert. europäischen Blätter zur Zeit der armenischen Vorgänge las. Diese Angriffe hätten ihn furchtbar gekränkt. Man nimmt in Diplomatenfreisen an, diese Memoiren würden großes Aussehen erregen, weil sie eine Art Gegenklage gegen die europäische Politik enthalten. Zar Nicolaus und der Spiritismus. Durch die Presse ging fürzlich die Nachricht, der Zar habe den französischen Geisterbeschwörer" Philippe an den russischen Hof gerufen. Als die Nachricht sich bestätigte, tauchte in englischen Blättern die Meldung auf, der Zar sei völlig unter den Einfluß Philippes geraten, der am Hofe den tollsten Hokuspokus treibe und u. a. den Geist Alexanders II. habe erscheinen lassen! Von russischer Seite sucht man diesen ziemlich bestimmt auftretenden Gerüchten zu begegnen. Der Leibarzt des Zaren, Dr. Hirsch, erzählt, Philippe sei auf besonderen Wunsch der Zarin au den Hof gerufen worden, um das Geschlecht des zu erwartenden Kindes festzustellen. Alle Gerüchte der Presse über den Einfluß, den er über den Zaren gewonnen haben solle, seien nicht ernst zu nehmen. Der Zar sei außerordentlich gutmütig, und es mache ihm das größte Vergnügen, wenn er den Hof unterhalten könne. So habe denn Philippe seine Anwesenheit benutzt, um das Kaiserpaar durch spiritistische Sigungen aufzuheitern. Der Zar habe die Vorführungen des Spiritisten scherzhaft aufgefaßt. * Der Kaiser verlieh sein Bild sämtlichen Mannschaften der Kaiserjacht Hohenzollern" und des Kaiserbootes ,, Sleipner", die an der Englandreise teilgenommen haben. * Der Reichskommissar für Auswanderungswesen in Bremen, Kapitän v. Levezow, ist in Oldenburg einem Echlagfluß erlegen. * Bei der Reichstagsstichwahl in Liegnih wurde der freisinnige Kandidat Pohl gegen den Sozialisten Bruhns gewählt. * Daß bei Korjör bei seiner Probefahrt auf den Strand geratene deutsche Linienschiff Wittelsbach" ist Sonnabend früh wieder flott geworden. Es wurde durch den großen Kreuzer Prinz Heinrich" und das Linienschiff ,, Kaiser Wilhelm der Große" abgeschleppt. Seit Dienstag hat das Schiff festgesessen. Wie aus Miel verlautet, ist das Schiff anscheinend unbeschädigt. * Die oft angekündigte Novelle zum Börsengesez wird dem Reichstage in dieser Tagung kaum mehr vorgelegt werden. Sie liegt seit etwa einem halben Jahre dent Bundesratsausschuß für Handel und Verkehr vor, der sich über den Entwurf noch nicht schlüssig gemacht hat. willig Aufflärungen geben. Fragen vollte er beantworten, aber nicht freiLeben auszuschließen, dachte er mit Bitterfeit. Antriebe allen Sonnenschein aus Ein Mensch brauche doch nicht feinem aus eigenem Sie gehörten, plöglich gestorben sei," nahm Mr. Francis fach, daß eine Schauspielerin in der Truppe, zu welcher Ihr Brief, wenn ich mich recht erinnere, fagt einstoßenb. und ge nung gehabt. seiner Mitter versprochen ,, Und seit dem Tode seiner Mutter ist das Kind " In meiner Obh it gewesen," ergänzte Mark. Ich von solch bodenloser Schlechtigkeit hatten sie keine Ah mein, war ihnen ja hinlänglich bekannt gewesen, aber Daß sein Lebenswandel nichtswürdig hatte Mohr meine Sie mir bas Zeugnis der Anwalt fort. hier lassen, Mx. über,, Wollen von geringerer Wichtigkeit. Robson?" fuhr Ich muß mich nach Aufrufe erlassen; aber wir möchten die ganze Sache daß Sie nicht wissen, wo das Kind geboren; doch ist dies id aft darüber Mitteilung mache. Es trifft sich unglüdlich, zeugen, daß alles in Ordnung ist, bevor ich seiner LordNatürlich fönnten wir dar Sie hatte vor sich hingeträumt, schnellsten wieder losbrächte, fie und horchte und drehte Kopf gegen ihn. legten Worten auf. denn sonst als für mich Für wen?" fragte Für wen?" wiederholte er beleidigt. erst bei einen den reizenden ,, Ra, für wen worden. Eine zeitgemäße Reminiscenz. Bor einigen Tagen ist im Deutschen Reichstag der neue Zolltarif mit Zuhilfenahme aller möglichen geschäftsordnungsmäßigen 3wangsmitteln durchgepeitscht In der Schlußßigung, die fast die ganze Nacht in Anspruch nahm, erschien der derzeitige Reichstanzler Graf Bernhard von Bülow und erklärte im Namen des Bundesrats die Zustimmung der Reichsregierung zu dem Mehrheitskompromiß." Der neue Zolltarif, der inzwischen auch im Bundesrat angenommen worden ist, stellt die denkbar schärfste, ja vernichtende Kritik der von dem früheren Reichsfanzler Graf von Caprivi inaugurierten Handelsvertragspolitit dar und setzt die Agrarzölle, die Caprivi ermäßigt hatte, wieder auf eine Höhe hinauf, wie sie niemals, auch zur Zeit des autonomen Tarifes nicht, bestand. Caprivi brach mit dem Bismarcktanischen autonomen Tarif und ermäßigte den Weizen- und Roggenzoll von 5 Mt. auf 3,50 Mt. Auf dieser Basis tamen die Handelsverträge veutschlands mit Oesterreich, Italien und der Schweiz 1891 und später- 1894- mit Rußland zustande. Als dem jezigen Kaiser am 18. Dezember 1891 gemeldet wurde, daß die Handelsverträge in dritter Lesung den Reichstag passiert hatten, erhob er den Reichskanzler von Caprivi in den Grafenstand und hielt im neuen Ständehause zu Treptow folgenden Trintspruch: Meine Herren! Wir verdanken dieses Ergebnis der Arbeit des Reichskanzlers von Caprivi. Dieser schlichte preußische General hat es verstanden, in zwei Jahren sich in Themata einzuarbeiten, die zu be. herrschen selbst für den Eingeweihten außerordentlich schwer ist. Mit weitem politischen Blick hat er es berstanden, im richtigen Augenblick unser Vaterland vor schweren Gefahren zu behüten. Es ist selbstverständlich, daß einzelne nteressenten Opferbringen müssen, damit das Wohl des Ganzen vorwärts gebracht werde. Ich glaube aber, daß die That, die durch Einleitung und Abschluß der Handelsvertäge für alle Mit- und Nachwelt als eines der bedeutendsten geschichtlichen Ereignisse dastehen wird, geradezu eine rettende zu neunen ist. Der Reichstag in seiner größten Mehrheit hat gezeigt, daß er den weiten politischen Blick dieses Mannes erkennt und sich ihm anschließt, und es wird dieser Neichstag sich einen Mark und Denkstein in der Geschichte des deutschen Reiches damit gesetzt haben. Troz Verdächtigungen und Schwierigkeiten, die dem Reichskanzler und Meinen Räten von den berschiedensten Seiten gemacht worden sind, ist es Uns gelungen, das Vaterland in diese neuen Bahnen einzulenten. Ich bin überzeugt, nicht nur unser Vaterland, sondern Millionen von Unterthanen der anderen Länder, die mit uns bei dem großen Zollverband stehen, werden dereinst diesen Tag segnen. Ich fordere Sie auf, mit mir das Glas zu leeren auf das Wohl des Herrn Reichskanzlers: Seine Excellenz der General der Infanterie von Caprivi, General Graf von Caprivi, er lebe hoch! und nochmals hoch! und zum drittenmal hoch!" Der deutsch- russische Handelsvertrag, der nach den heftigsten Kämpfen mit der konservativen Partei und den sonstigen Agrariern zustandegekommen ist, und der zur Gründung des Bundes der Landwirte geführt hat, beschäftigte den deutschen Reichstag im März 1894 und wurde am 16. dieses Monats in dritter Lesung angenommen. Am 6. Februar desselben Jahres war der Kaiser Gast beim Kanzler und sprach den fonservativen Abgeordneten gegenüber energisch die Erwartung aus, daß der Patriotismus und das Bewußtsein der Verantwortlichkeit den Reichstag zur glatten Annahme des russischen Handelsvertrags veranlassen werde." Am 26. Oftober 1894 wurde der Reichskanzler von Caprivi entlassen, und am 29. Oft. beröffentlichte der Reichsanzeiger die Ernennung des Fürsten Chlodwig von Hohenlohe- Schillingsfürst zum Reichskanzler. Der zweite Reichskanzler Fürst von Hohenlohe trat im Jahre 1900 zurück. Bernhard von Bülow war be reits im Oktober 1897 an Stelle von Marschalls Staatssekretär des Auswärtigen Amts geworden und wurde nunmehr am 17. Oftober- Reichskanzler. Am 22. Juni 1899 erhob ihn der Kaiser in den Grafenstand, und dieses rasche Avancement beranlaßte ein befanntes Wigblatt zu folgenden launigen Versen: " Zwei Jahre Minister und schon Graf! Mein lieber Bülow, das ist brav! Noch ein paar Jährchen, und dann wirst Du Fürst, Gieb Acht, daß Du nicht Herzog wirst." Die Anspielung auf den Herzog von Lauenburg erregte damals große Heiterfeit. Im llebrigen hat sich der Verfasser des niedlichen Vierzeilers fast als Prophet erwiesen; denn in der vorigen Woche ist dem Grafen von Bülow, wie unwidersprochen durch die Presse ging, der Fürstentitel vom Kaiser angeboten worden, und zwar am Tage, an welchem der Zolltarif angenommen worden war, also als Belohnung für die vollständige Verleugnung der Caprivischen Handelsvertragspolitik und für die Erhöhung der Roggenzölle von 3,50 auf 5 Mark, der Weizenzöйe von 3,50 auf 5,50 Mark, der Verdoppelung der Zölle für Braugerste und Hafer und der Verdreifachung der Zölle für Futtergerste. Man halte diese nackten Thatsachen, die sich innerhalb eines Jahrzehnts abspielen, vergleichend nebeneinander und man wird uns zugeben, daß wir in einer raschlebenden Zeit stehen. Prof. Dr. M. B- r. Die Schwindlerfamilie Humbert verhaftet. Aus Madrid wird unter dem 20. d. Mts. gemeldet: Wie ein Lauffeuer durcheilte die Nachricht die Hauptstadt, daß die französische Schwindlerfamilie Humbert, deren Millionenbetrug seit Monaten die ganze Welt lebhaft beschäftigt, hier verhaftet wurde. Schon seit mehreren Tagen gingen Gerüchte durch die Presse, nach denen man den Humberts endlich auf der Spur sei. Nach den vielen Mißerfolgen der französischen Polizei glaubte man aber auch diesmal, daß das Ganze wieder auf den sattsam bekannten Refrain hinauslaufen würde: Sie waren allerdings da, wo die hochwohllöbliche Polizei sie vermutet, haben deren Eintreffen aber nicht abgewartet. Doch diesmal war die Spur richtig und zur rechten Zeit aufgenommen. Ueber die näheren Umstände der Verhaftung er ährt man folgendes: Schon längst war immer wieder von neuem das Gerücht aufgetaucht, daß sich Frau Humbert und ihre Tochter in einem spanischen Kloster aufhielten. Von der Pariser Polizei wurde aber diesem Fingerzeig anfangs wenig Wert beigelegt, man war in dem Irrtum befangen, daß die ganze Familie längst das große Wasser zwischen sich und ihre Verfolger gelegt hatte und dort irgendwo" in Brasilien oder Argentinien auf einer Urwaldfarm oder in den Pampas ein beschauliches Leben führte, bis Gras über die Sache gewachsen sei. Statt dessen hatten sich die Damen wirklich hinter die stillen Mauern spanischer Klöster geflüchtet, während ihre männlichen Begleiter in der Hauptstadt Madrid weilten. Die letzten Tage brachten Frau Humbert und Eva in einem Kloster dicht bei Barcelona zu, doch kam es ihnen auch dort nicht mehr recht sicher bor. Um die nötigen Schritte zu beraten, die man ergreifen sollte, um der drohenden Gefahr zu entgehen, wollten sie sich erst mit ihren Kavalieren beraten und begaben sich ebenfalls nach Madrid. Das sollte ihnen verhängnisvoll werden. Seit mehr als zwei Monaten waren der Polizei von Madrid Personen verdächtig vorgekommen, welche ein Haus in der Calle de Ferraz bewohnten. Sonnabend sah ein Polizeibeamter Romain Daurignac in das Haus eintreten. Der Beamte verschaffte sich sofort die gerichtliche Ermächtigung zum Betreten des Hauses, dessen sämtliche Zugänge bewacht wurden, und läutete an der Pforte. Es antwortete aber niemand, doch hörte man im Innern leise sprechen. Der Beamte läutete hierauf zum zweitenmale und forderte im Namen des Gesetzes auf, die Tür zu öffnen. Nach 20 Minuten wurde geöffnet und die Polizei drang in die Wohnung ein und verhaftete das Ehepaar Humbert, deren Tochter Eva, Romain, Emil und Marie Daurignac. Auf Befragen erklärten die Verhafteten, sie seien das Opfer einer großen Schändlichkeit, und stießen Drohungen gegen verschiedene bekannte Persönlichkeiten in Frankreich aus. Sie fügten hinzu, daß sie seit dem 9. Mai in Madrid seien und sich von Paris direkt dorthin begeben hätten. In der Wohnung der Verhafteten wurden Schmucksachen im Werte von etwa 10000 Francs, 2 Loose und 2275 Besetas an Geld gefunden. An dem Hause wurden die Siegel angelegt und die sämtlichen Verhafteten zur Verfügung des französischen Botschafters gestellt. Ein Fluchtversuch durch ein Fenster war durch die Gensdarmerie bereitelt worden. Die Polizei vermutet, daß die Familie Humbert, ehe sie das Haus den Beamten öffnete, wichtige Papiere vernichtet hat. Die Verhaftung wurde durch den Zivilgouverneur von Madrid sofort dem französischen Botschafter angezeigt, der sie umgehend nach Paris weiter telegraphierte. Therese Humbert hatte bekanntlich vorgegeben, ein steinreicher Amerikaner, Robert Crawford, habe ihr aus Dankbarkeit für treue Pflege in schwerer Krankheit 100 Millionen vermacht. Nur könnte sie noch nicht in den ungestörten Besiß ihrer Schäße gelangen, da andere Erben Crawfords ihr diese streitig machten. Sie wären allerdings in ihrem Geldschrank deponiert. Und nun wurden Prozesse auf Prozesse geführt, die alle günstig für die Humberts verliesen, obwohl die gegnerischen Forderungen nie gänzlich abgewiesen wurden. Und da die Millionen ja goldsicher im Geldschcank ruhten, war es nicht verwunderlich, daß sich genug brave Leute fanden, die der Besizerin und zukünftigen Eigentümerin der großen Schäße gar gern aushalsen. Millionen wurde Therese auf das Depot im Geldschrank hin geliehen, bis schließlich der ganze Schwindelbau zusammenbrach und die Humberts flüchten mußten. Die Gläubiger hatten nur den völlig leeren Koffer und das Nachsehen. Nun sollen sie nicht einmal die Genugtuung haben, daß die Schwindler jetzt die ganze Schwere des Gesetzes fühlen müssen. Die Auslieferung der Humberts fann nämlich nur wegen Betruges durch Verwendung gefälschter Dokumente verlangt werden. Der Betrug als solcher ist verjährt. Nab und Fern. Ein zwölfjähriger Mörder. Ein furchtbares Berbrechen wird aus Dittauen in Ostpreußen gemeldet. Da selbst war der 12 jährige Knabe Martin Burkardt in Abwesenheit seiner Mutter mit seiner kleinen Schwester Eva in Streit geraten, und im Verlauf desselben nahm Martin einen Revolver aus dem Tischkasten und schoß seine Schwester nieder. Wie sein 5jähriger Bruder angibt, rief er dabei:„ Ich werde dich Kanaille totschießen." Einem Nachbar gegenüber gab Martin an, die Schwester sei vom Stuhl herab und auf ein Messer gefallen, wodurch sie zu Tode gekommen sei. Dies war aber unrichtig, man fand in der linken Achselhöhle des Mädchens die Schußwunde. Bunte Chronit. In Pankow bei Berlin überraschte die Frau des Zahnarztes Liebreich Diebe, die in ihrem Keller eingedrungen waren. Als sie einen ders lben festhalten wollfe, verwundete sie dieser gefährlich durch Messerstiche in Arm und Brust. TauZahlreiche Ueberschwemmungen infolge von wetter werden gemeldet, namentlich aus dem Gebiet der Ruhr und Wupper Auch die Fulda ist aus den Usern getreten und hat mehrere Brücken fortgerissen. Tas Berradors Meinbach ist meterhoch mit Wasser und Eisschollen bedeckt. Bei den Abteufarbeiten des Schachtes Bismarck 5 bei Middelich wurden zwei Bergknappen verschüttet. Beide sind tot. Sihung der Stadtverordneten. tellt.- Auf Erbbegr Gießen, 20. Dezbr. 1902 ben zur Beerdigung ( Schluß.) Versuchsweise sollen auf Vorschlag der Markikommission die Gießener Vieh- und Krämermärkte durd Aushang in den Ortschaften der Umgebung publiziert werden Die Versammlung ist mit diesem Versuch einverstanden. Es erfolgte die Beratung der Men Friedhofs, find, fo ad Maßgabe der neuen fernerhin Beerdigun Babrungsberg wird als Halten. Die Stadtverorb Die Anregung hierzu erfolgte durch den Detaillisten Verein der leßten dafelbft Friedhofs- und Begräbnis- Ordnung für den neuen Friedhof am Rodberg, welche aus 80 Paro graphen besteht. Nach dieser neuen Ordnung wird ei städtisches Begräbnis- Amt eingerichtet, dem die von de af Teile, in denen feit Stadt auf Widerruf bestellten Leichenwärter und Leid in 852 pricht( de orgenommen wurde, öffe w.) übergeben we 64 ruft noch eine Bei der Schließung des eftimmt die Stadtber Felder Frift den fattet werden soll, un begräbnisstätten gegen of am Rodberg une beichelheim prid frauen unterstellt sind. Bei diesem Amt wird der Todesfal gemeldet, worauf dieses auf Wunsch alles Erforderliche Bestattung der Leiche besorgt. Die Leichen der Verstorben müssen binnen 24 Stunden nach dem Ableben nach de Leichenhalle verbracht werden, welches in der Regel de Morgens oder Aben's und zwar in den von der Bürger die Verbringung nach der Leichenhalle nicht innerhalb de vorgeschriebenen 24 Stunden, so ist die doppelte Gebühr für die Beerdigung zu entrichten. Den Bürgern israeli tischen Glaubens wird für ihre Toten auf d. m Fredho ein besonderer Bezirk angewiesen und dort gegen eine fefte meisterei zu bestimmenden Stunden zu geschehen hat. Erfolo ang überflüffig hält. ft der Anficht, man alten Friedhofes heut Manficht, daß die Poli Bründen die weiteren u berbieten, fet dem gebenen Moment d Gebühr auf 90 Jahre die entsprechenden Ruhestätten gemall tritt ganz währt. Für den israelitischen Teil des Fri dhofes werden besondere Gebäude, als Leichenhalle 2c. errichtet. Die Stab Gießen hat sich das Recht gewahrt zur Errichtung von An lagen oder Bauten, oder zur Errichtung anderer dem öffent lichen Interesse dienender Swede, die Beseitigung einzelner Grabstätten anzuordnen. In diesem Fall ist die Stadt ver pflichtet, eine neue gleichartige Grabstätte für den Rest der Benutzungszeit zur Verfügung zu stellen, in der alten Grab stätte befindliche Ueberreste dahin verbringen zu lassen, die gestrichen werden soll, Foie Berjammlung nicht gegen diefe Beftimmu geben. Die Berfamm treichen. Denkmäler und Einfassungen zu verseßen, sowie die Grabicjigen Universitä stätte in einer der alten möglichst entsprechenden Weise an zulegen. Bei diesem Bassus, dem§ 16 der Bestimmungen nimmt das Wort Stat tverordneter Heichelheim und ver weist darauf, daß diese Bestimmung unt r seinen israelitischen Giessener Die juristis ade. Es hatten sic Bettandidaten zur Prü Herren das Gramen Baden, Braulle, Brüch an Betan In der Zeit vom 13 hiefiger Stadt gefunden: 1 Taschen veforen: 1 Bortem 1 Arbeitetajche mit Ent'aufen ist: 1 s Glaubensgenossen eine Beunruhigung hervorrufen würde ich, Goldschmidt, Gi Die mosaische Religion verbiete, die Scholle, wo ein Toterler, Lauz, Muhl, Ric Shmid, Schmidt, Schneid beerd gt sei, zu berühren. Er halte die Bestimmung des fel, Bogt, B.ldecker. Es § 16 auch für unnötig und überflüssig, denn, ergebe sich bioaten das Gramen nic wirklich ein Mal die dringende Notwendigkeit einer Ent Biblen der fünt Semester fernung von Gräbern, so sei das Ministerium in Darmstadt 2 bat., 33 pCt, 38 p da, welches die Enteignung verfügen fönne. Die israelitische betrifft, so hat ein Standi Gemeinde habe einen Teil des Friedhofs als Eigentum, zurenhalten, drei andere d'e Beerdigung ihrer Toten von der Stadt erwerben wollen, Ganzen gut bezw. es sei der Gemeinde, deren Vorsteher er sei, zu Beginn der " Auszeichnung Berhandlungen zugesichert, daß man ihren Toten die na burd, Borsteher des hie ihrem Ritus erforderliche Ruhe gewähren werde und jetzt fomme man mit solchen Bestimmungen, mit dem§ 16, der der israelitischen Gemeinde jederzeit das Recht giebt, die Toten in ihrer Ruhe zu stören, er bittet also, den Bassus zu streichen. Stadtv. Krumm hält die Bestimmung des§ 16 in für sehr zweckoienlich. Der Kollege Heichelheim tonne doch zur städtischen Verwaltung das Vertrauen haben, daß fie den Verstorbenen gegenüber diejenige Bietät bewahren würde, nicht ohne Not an deren Ruhestätte zu rühren. Läge aber das dringende Bedürfnis zur Entfernung von Gräbern einmal vor, so sei dies doch durchzusetzen, auch ohne den§ 16, wie dies in der Wetterau ja erwiesen sei, wo man im Interesse des Verkehrs auch israelitische Be gräbnispläge entfernt habe und vorkommenden Falles wieder entfernen werde. Es sei der§ 16 aber beizubehalten, damit die Entfernung solcher Beerdigungsstätten, wenn es einmal geschehen müsse, nicht so erschwert sei, wie dies beim Ent eignungsverfahren der Fall sei. Stadtv. Schmall erklärt, daß nicht nur für Jeraeliten die Forderung berechtigt sei, den Toten die Ruhe zu gönnen, sondern auch für die an deren Konfessionen das Gleiche gelte. Schon die Bietät vor den Tahingegangenen wird dereinst gewiß unsere Nachfolger im Rate der Stadt davor bewahren, leichten Herzens ein Grab anzurühren, wenn nicht ganz schwerwiegende Gründe dafür sprechen, deßhalb sehe er gar nicht ein, daß man den § 16 streichen soll. Der Oberbürgermeister tritt ebenfalls dafür ein, den Passus bestehen zu lassen. Stadtv. Dr. Gutfleisch fann gar nicht einsehen, wie dieser§ 16 die israelitischen Mitbürger beunruhigen fönne. Liege die Not wendigkeit der Entfernung eines Grabes vor, so fönne man dies mitless des Enteignungsverfahrens, ohne dieses Paragraphen durchsehen, nur sei dieser Weg weit unbequemer und fostspieliger, als wenn man dies durch die Zustimmung De Empfangsbered lieben ihre Ansprüche al Giegen, den 20. Großherzoglic Gi Zithe Wobbl Beihna für 50 am 25. Dezem im großen Conce eines Stadtrate, auf Grund der Bestimmungen, wie sie hier fang abeat s8 h vergeschlagen sind, erreichbar macht. Ec sei fest davon überzeugt, es wird in unserer Stadt, auch in der fernsten Bukunft, nie einen Stadtrat geben, der einer Verlegung der Pietät gegen Verstorbene zustimmen wird, Gräber zu ent fernen, wenn deren unbedingte Entfernung nicht im Intereffe der Lebenden geboten ist. Stadtv. Heyligenstädt spricht sich für Beibehaltung des§ 16 aus. Stadtv. Heichel heim bittet erneut, zur Beruhigung der Israeliten, den Passus zu streichen. Beigeordneter Georgi schlägt bor, zur Beruhigung der israelitischen Mitbürger einer Resolution zum§ 16 zuzustimmen, welche diesen die Gewähr leistet, daß ihre Totenstätten unangetastet bleiben. Nachdem noch die Stadtv. Schmall und Kirch gesprochen, bleibt der § 16 bestehen. Im Laufe der Debatte beantragte der Stadtv. Hanau, der übrigens in der Debatte beim§ 17 seinem Kollegen Heichelheim sekundierte, zu beschließen, daß die für die Ge stattungszwecke der verstorbenen Jsraeliten projektierten Bauten auf dem neuen Friedhof sofort ausgeführt werd.n. Der Bürgermeister bemerfte, der Antrag si überflüssig, da die Errichtung dieser Bauten bereits in den fommenden 4 bis 5 Monaten in Angriff zu nehmen vorgesehen seien. Für den alten Friedhof am Rahrungsberg wird bestimmt: Mit der Eröffnung des neuen Friedhofes am Rodberg werden die Beerdigungen in Reihengräber auf ersterem geschlossen und der Verkauf von sonstigen Begräbnisplägen daselbst ein 3u recht zahlre Fechtverb We Donnerstag, de mit reichhal Aouiche Vorträg Weihu cht bei Bu redu obireichem Be Eintritt feet. Jerne hierzu ladet auf Ro Ba 12 Icen bigft abzugeben. ordneten. 20. Dezbr. 190 den zur Beerdigung von Jsraeliten bestimmten Teil des Der Marfitommi mermärtte -Auf Erbbegräbnisse, Einfassungs- Grabstätten sowie allen Friedhofs, sind, soweit dieselben noch unbenußt sind, mah Maßgabe der neuen Friedhofs- und Begräbnisordnung aud fernerhin Beerdigungen gestattet. Der Friedhof am Majestät dem Raiser der Charafter als Rechnungsrat verliehen worden. ** Der gestrige Sonntag, der letzte vor den Tagen der Feste, hat unserer Geschäftswelt noch einmal einen Der Bewohner der Um reichen Goldregen gebracht. Aus Hessen und Nachbargebieten. ng publiziert weahrungsberg wird als solcher mindestens 30 Jahre lang gegend hat noch einmal die Gelegenheit benuẞt, seine Unter den dumpfen Trommelschlägen der Feuerwehrkapelle en Detaillisten Bon der lezten daselbst vorgenommenen Beerdigung an er. Weihnachtseinfäufe zu besorgen, und ein weit belebteres uch einverstanden alten. Die Stadtverordneten Versammlung fann bestimmen, Bild hat sich auf den Plätzen und in den VerkehrsTeile, in denen seit 30 Jahren feine Bestattung mehr Der also lautende straßen unserer Stadt entwickelt als an den Tagen zu Zwar werden manche die Weihnachten nicht bei uns feiern. Der größere Teil unserer Musensöhne 18.Ordnung vorgenommen wurde, öffentlicher Bestimmung( Parkanlagen vor. welche aus 80s. w.) übergeben werden können. Ordnung wird 54 ruft noch eine überaus heftige Debatte hervor. wird in der fernen Heimat weilen, und ebenso werden dem die von der Schließung des alten Friedhofs von welcher nicht wenige unserer Vaterlands verteidiger Gewehr und wärter und Lei in$ 52 spricht( der aber gänzlich gestrichen wurde) Ranzen beiseite legen und heim zu Muttern eilen. It wird der Lobe bestimmt die Stadtverordnetenversammlung, innerhalb Bahnhofe wird daher in diesen Tagen ein fieberhaftes les Erforderliche welcher Frist den Besitzern von Erbbegräbnissen geAbleben nach begräbnisstätten gegen gleichartige auf dem neuen Fried: Leben herrschen. Der gesteigerte Güter- und PostDer gesteigerte Güter- und Postverkehr wird den Beamten anstrengende Tage bringen. Auf den Bahnsteigen drängt und schiebt sich die Menge. Auf den Bahnsteigen drängt und schiebt sich die Menge. Neben den fahrplanmäßigen Zügen gehen zahlreiche M. Großen- Linden, 21. Dez. Heute wurde die Leiche des am Freitag verunglückten Rangierers Magnus zur letzten Ruhe bestattet. Die Beteiligung war eine sehr große. folgte die freiwillige Feuerwehr, der Turnverein, der Gesangverein Harmonie, eine große Anzahl Bahnbeamte und fast sämtliche hiesige Einwohner. Eine Anzahl Kränze wurde am Grabe niedergelegt und rief die ergreifende Ansprache des Herrn Lehrer Bach manchem die Thränen in die Augen. Der neu angeschaffte Leichenwagen tam bei dieser Beerdigung zum ersten Male zur Verwendung. ** Sungen, 20. Dez. Zu der fürzlich gemeldeten Projektierung eines Wasserwerks fönnen wir noch ergänzend mitteilen, daß die Quellen auf den äußerst wasserreichen Wiesen an der Bingmühle bei Lauter auch vorgesehen sind; ferner spricht man von der Riedmühle bei Jnheiden. Nachdem sich acht Gemeinden bereits Zweifel. Langsdorf mit seinen 70 gut liefernden Ortsbrunnen hält seinen Beitritt für überflüssig. ** hen der Berstorbe fattet werden soll, unbenugt gebliebene Bläge auf Erbin der Rege of am Rodberg unentgeltlich umzutauschen. en von der Bür beichelheim spricht gegen diesen Passns, den er für Extrazüge ab, die wiederum ihre Vorzüge entsenden. für die Anlage ausgesprochen haben, sind vier noch im schehen hat. E ganz überflüffig hält. Auch Stadtv. Dr. Gutfleisch nicht innerhalb ist der Ansicht, man solle von einem Schließen des doppelte Gebühr Er ist der alten Friedhofes heute noch nicht sprechen. Bürgern israel Ansicht, daß die Polizei das Recht hat, aus gewissen en auf dem Fre Gründen die weiteren Beerdigungen am Nahrungsberg dort gegen eine zu verbieten, set dem aber so, so könne man im geden Rubeftätten gebenen Moment dagegen nichts thun. Stadtv. 8 Fri dhofes wer 6ch ma Il tritt ganz energisch dafür ein, daß der§ 54 errichtet. Die gestrichen werden soll, er wolle auf die Gründe- um die die Bersammlung nicht rührselig zu stimmen- gegen diese Bestimmung sprechen, nicht näher eingeben. Die Versammlung beschl eßt den§ 54 zu ftreichen. Errichtung von anderer dem f Beseitigung einge a ist die Stadt tte für den Reft , in der alten G ringen zu lassen, en, sowie die prechenden Weise Giessener Cagesneuigkeiten. Die juristischen Fachprüfungen an der hiesigen Universität gingen Freitag den 19. d. Mts. zu Ende. Es hatten sich diesmal nicht weniger als 50 3 der Bestimm Rechtskandidaten zur Prüfung gemeldet, von denen folgende delheim und 32 Herren das Eramen bestanden haben: Altendorf, Aull, Braben, Braulte, Brücher, Eckert, Eichbaum, Falt, Fink, feinen israeliti hervorrufen wir Fritsch, Goldschmidt, Grohred, Hill, Keller, Koch, Kranzolle, wo ein To bühler, Laug, Muhl, Nicolai, Petry, Pricken, Rahn, Rube, ie Bestimmung Schmid, Schmidt, Schneider, Seyd, Spahn, Stamm, Sturmfele, Vogt, Waldecker. Es haben also 36 Prozent der Kan benn, ergebe f endigkeit einer G didaten das Gramen nicht bestanden. Die entsprechenden Zahlen der fünt Semester sind folgende: 32 pet, 33 pCt., erium in Darmsta 28 pt., 33 pCt, 38 pCt. Was die Examensnoten anne. Die israeliti betrifft, so hat ein Kandidat die erste Note„ sehr gut" er. Bewerben wolle, erhalten, drei andere d'e Note„ gut“ und je 14 die Note d, im Ganzen gut" bezw.„ genü zend". sei, zu Beginn der ** Auszeichnungen. Herrn Oberposts fretär Bernren Toten die noh hard, Vorsteher des hiesig n Poſtamts II, ist von Seine ren werde und jez mit dem§ 16, der Recht giebt, die Toten So, den Baffus Bekanntmachung. Ueberall die gleiche äußerste Anspannung aller arbeitenden Kräfte. Nur an einigen Stellen unserer Stadt wird es auch weiterhin ruhig bleiben. Das hat die Tücke des wolkenschweren Himmels verschuldet, die dem Weitergang der Kanalisationsarbeiten ein Hemmnis entgegenstellt. Bisher hatte eine erstarrende Kälte hier jeden Fortschritt verhindert, und kaum glaubte man von ihr befreit mit erneuter Kraft ans Werk zu gehen, da ergoßen sich jetzt aus den nahen Wiesen und Wäldern die Wässer der tauenden Schneemassen in den immer stärker anschwellenden Stadtbach, der über seine Ufern steigend alle Gräben- und Rohrleitungen der Kanalanlagen anfüllt. Um uns aber feine Abwechs, lung zu ersparen, hat in vergangener Nacht der Winter wieder frieren lassen. Darüber kann man sich nun allerdings nicht beklagen, denn diese geringe Kälte ist auch dem Armen immer noch erträglicher, wie der Schmutz und durchdringende Regen eines Tauwetters, das uns scheinbar doch noch nicht so rasch verlassen will und das so gar nicht zu den Eindrücken eines Christfestes paẞt. Hoffen wir, daß uns die Festtage nicht auf diese Weise getrübt werden ** Kanarien Ausstellung. Der Verein Kanaria wird, wie im Vorjahr, Ende Januar im Saale des Hotel Einhorn eine Ausstellung der von seinen Mitgliedern gezeichneten edlen Sänger veranstalten. ( j) Hochwasser. Infolge des eingetretenen Tauwetters führt die Wieseck ungeheuere Wassermassen mit sich. Auch in die Sielschächte ist es eingedrungen und hat damit die Bumpitationen per festen ogen zu Nichte gemacht. Die Dampfpumpen dürften in den nächsten Wochen permanent zu thun haben, um das Bauterrain in den früheren Zustand zu versetzen. Versteigerung. In der Zeit vom 13. bis 20. Dezember 1902 wurden Dienstag, den 23 Dez. d. J. timmung des 16 in hiesiger Stadt ichelheim fine ertrauen haben, de gefunden: 1 Taschenuhr und 1 gold Ring; nachmittags 2 Uhr versteigere Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: verloren: 1 Portemonnaie mit Inhalt, 2 gold. Ringe a. 8 Muffe, 15 Boas und ge Bietät bewahren und 1 Arbeitetasche mit Inhalt heftätte zu rühren zur Entfernung vo durchzuseßen, aud rau ja erwiesen ja uch israelitische menden Falles wiede beizubehalten, dami en, wenn es einm wie dies beim En Schmall erklä erung berechtigt n auch für die a Schon die Bietät v is unfere Nachfolg Teichten Herzens werwiegende Gründ St ein, daß man de eifter tritt ebenfall affen. Stabto. D wie diefer§ 16 d ne. Liege die No bor, fo fönne ma ohne biefes Bare weit unbequemer un rch die Zuftimmu Entlaufen ist: 1 schwarzer Spitzhund. De Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 20. Dezember 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Giessener Zither Club Wohhlthätigkeitsverein. Große Weihnachtsbescheerung für 50 hiesige bedürftige Kinder am 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag) im großen Festsaale des Café Leib. Concert Theater etc. mungen, wie fie biafang abends 8 Uhr. Ec sei fest davo auch in der fernfte einer Berlegung de rd, Gräber zu en ng nicht im Inter ligen städt spri Stabto. Beide ber Israeliten, ba torgi falägt b rger einer Refolutio Tanz. Eintritt ist Jedermann gestattet. Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein Der Vorstand. Fechtverband Gießen- Lahr. Weihnachtsfeier Donnerstag, den 25. Dezember. abends 7 Uhr im Postteller mit reichhaltigem und großariaem Brogramm. die Gewähr leis omische Vorträge, Theater, leb. Bilder, Verlosung.| iben. Nachdem no esprochen, bleibt t Der Stadtv. Hana 17 feinem Relleg baß die für die n projeftierten Baut eführt werd.n. De i überflüffig, da d en fommenden 4 orgefchen feien. wird beftimmt: am Robberg wer erfterem geflo isplägen bafelt Weihu chtsbescherung sämtlicher anwese den Kinder. Bu recht zahlreichem Besuche ladet ergebenst ein Der Vorstand. Eintritt frei. Bier im Glas 10 Pfg. Freunde find willkommen. Israelitischer Ball in Londorf. hierzu ladet auf Samstag den 27. Dez. freundlichst ein Robert Ziegler, Gasthof Zur Stadt Gießen". 12 leere Petroleumfässer bigft abzugeben. Wo, sagt die Expedition dieses Blattes. 5 Feder Boas, b. einen Eisschrank, 3 Waagen mit Gewichten, 1 Hackfloz. 1 Gasofen u. Möbel aller Art. Die Bersteigerung zu a fin det bestimmt statt. Born, Gerichtsvollzieher. Cognac deutscher per Fl. von M. 1.40 an französ. "" 3. " Rum, Arrak, NordhäuserEinkauf von Hasen, Reh, Ziegen, Fuchs Marder-, Otter-, Jltis, Dachs: undKaninchenfellen zu jeweiligen böchsten Tagespreisen. Der AltInheiden bei Hungen, 20. Dez. Wie bereits gemeldet, fand dieser Tage hier Bürgermeisterneuwahl statt. Da der seitherige Bürgermeister mit Rücksicht auf sein hohes Alter eine Wiederwahl ablehnte, so wurde dessen Sohn, Schmiedemeister Otto Reiß einstimmig gewählt. bürgermeister hat sein Amt 27 Jahre segensreich bekleidet. Hoffentlich ist ihm ein glücklicher bensabend beschieden. ** Nieder- Ofleiden, 20. Dez. Die hier beabsichtigte Anlage einer Wasserleitung soll aus der im vergangenen Jahre für die wirtschaftliche Frauenschule angelegten v Schend'schen Hochdruck vasserleitung gespeist werden; die letztere liefert vorzügliches Wasser. k. Bieber, 22. Dez. Unter großer Beteiligung und allgemeiner Teilnahme wurde am gestrigen Sonntag das seinen Brandwunden erlegene Töchterchen des Schmiedemeisters Hofmann auf dem Friedhof zu Rodheim beerdigt. Leider hatte man dem unglücklichen Kinde in der Klinik keine Hilfe leisten können. Petersburg, 20. Dez. Der Zar hat befohlen, daß als Erinnerung an die 25 Jahrfeier des russischtü fischen Krieges jedem im aktiven Dienst stehenden Soldaten oder Matrosen, der am Kriege teilgenommen bat, 100 Rubel ausgezahlt werden. Für den Weihnachtstisch empfehle Gigarren und Cigaretten in schönen geschmackvollen Weihnachtsa cf er Neuen- Bäue 11. padungen von 25, 50 und 100 Stück. 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