Nr. 194. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1 50. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 22. August 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3082. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschlußt Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) รวม für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruckerei, vorm. Wilh. Keller'ſche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Die Fleischpreise gehen rapid in die Höhe! Diese sehr unerwünschte Nachricht kommt aus sehr vielen großen Städten Deutschlands. In erster Linie wurde von den Metzgerinnungen der Preis für Schweine fleisch hinaufgesetzt, schon aber folgt Stalbfleisch nach und von sachkundiger Seite wird ein analoges Ansteigen des Preises für Rindfleisch in sichere Aussicht gestellt. Mit dieser Werterhöhung der Rohstoffe wird ſelbſtverständlich ein Anziehen der Preise für die daraus hergestellten Waren berbunden sein. Der Preisaufschlag für Wurst ist bereits eingetreten, ein Aufschlag für fertige Speisen wird nicht lange auf sich warten lassen, da an eine baldige Senfung des abnorm hohen Preisniveaus leider nicht zu denken ist. In diesen Vorgängen tritt eine Kalamität von großer Schärfe zu Tage, die sich seit etwa zwei Jahren vorbereitet hat und unter deren Folgen hunderttausende deutscher Familien um so bitterer leiden müssen, als die wirtschaftlichen Verhältnisse an sich schon trübe genug sind. Auch die Preise anderer Nahrungsmittel find gegen wärtig verhältnismäßig hoch. Gemüse ist infolge des naßkalten Sommers ebenfalls rar und teuer, so daß sich das Ernährungsproblems für die meisten Hausfrauen recht schwierig gestaltet. Wenn man unter diesen Umständen an den Winter mit seiner verringerten Arbeitsgelegenheit und seinen Mehrausgaben für fyndiziertes Petroleum und syndizierte Kohle denkt, dann fühlt man sich zu einem fröhlichen Ausblick in die Bufunft völlig unfähig; wir fürchten sehr, daß wir erst in den Anfangen einer schweren Leidensepoche stehen. Es hat gewiß Beiten gegeben, in denen die Metzger flott verdienten. Aber diese Zeiten sind geschwunden und in den letzten Jahren zählte das Meßgergewerbe gewiß nicht zu den rentablen. Eine Vergleichung der Einkaufs- und Verkaufspreise ergiebt, wie die" Frff. 8tg." schreibt, das ohne Weiteres. Im Juli vorigen Jahres notierte Ochsenfleisch( Schlachtgewicht) in Frankfurt 64-67 Mt. pro Bentner( prima Qualität). im Oftober stieg es bereits auf 70-71 Mt., sant alsdann wieder auf 64-66-69 Mt. und notiert gegenwärtig 69-71 Mt. Das sind die Preise, die die Meßger zahlen müssen und zu denen noch ihre Auslagen für Löhne, Mieten, Steuern 2c. sowie für Verlust beim Aushauer tommen. Bullenfleisch notierte vor Jahresfrist 53-54-55 Mt., gegenwärtig 58-60 Mt., Kuhfleisch stieg von 54-56 Mt., gleichfalls auf 61-63 Mt. Noch schlimmer verhält es sich für Kälber, die bereits im Einkauf mit 80-82 Pfg. pro Pfund bezahlt werden müssen. Schweine notierten im April In eigener Sache Richter. Roman von L. Haidheim. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) In einer schattigen kleinen Ecke zur Seite dieser Scheune von Nachod saß ein sehr bleicher Verwundeter, dem man es ansah, wie schwer es ihm wurde, sich aufrecht zu halten. Auch er sollte fortgeschickt werden, aber er hatte es erreicht, daß ihm durch die Intervention eines höheren Offiziers gestattet wurde, fich Privatfuhrwerk zu bestellen. Darauf wartete er jetzt eben. Den Kopf auf die Hand gestüßt, lehnte er in dem Gartenstuhl, den ihm seine Pflegerin verschafft, an einem alten Bauerntisch, dessen Unsauberkeit ein trübseliges Zeugnis lieferte für die Gleichgültigkeit der in diese Schreckenszeit geworfenen Menschen. An diesem, schauerliche Resie von Operationen und Frühstück der Kranfenwärter tragenden Tijú, faß Burkard von Frohberg und wünschte sich, daß er doch lieber den Tod gefunden, als das Leben in diesem inneren Widerspruch, der ihn fast wahnsinnig machte und ihm zeitweise das Unglück seines Landes darüber ganz vergessen ließ. Da tam fie eben- Lenette!- die er haßte und der er doch so viel Dank schuldete. Sie lächelte ihm, der sie finster und verdrossen anschaute, entgegen mit der ganzen sonnigen Herzlichkeit ihrer leichtlebigen Natur.„ Eine schöne Brühe habe ich und ein Gebratenes, das wird Dir gut thun!" In ihren Augen, versteckt hinter dem Lächeln, lag eine unmutige forgenvolle Forschung. Er sah es; kannte er doch Lenette und ihre Absichten gut genug, und wehrte sich dagegen mit einer Schweigenden Verbitterung. Ja, fie führten diesen stillen Kampf beide, ohne seine Eriſtenz fe durch eine Silbe anzuerkennen. Sie wollte sein Weib werden, feinen Namen tragen, sie hatte von Anfang an nichts anderes im Sinne gehabt und er nichts anderes als Widerstand und Ablehnung. Aber beides war sie entschlossen ebensowenig zu bemerken, wie fie ihre Absicht durch ein Wort verriet. So hatte sie ihn schon fest im Garn eh' er es nur ahnte und dann wußte sie ihm so zärtlich diesen Kummer um seine verschmähte Liebe wegzuschmeicheln, ihm so leise und lind wohlzuthun, ihm die tiefe Demütigung wegzukosen. Da war der Krieg plößlich ausgebrochen, Burkard im Gefolge bon Clam Gallas zu allen möglichen wichtigen Sendungen aus1901 59 Mt. für den Zentner, im Oktober 68 Mt., ihr Preis sant dann im Mai nochmals auf 64 Mt., um jeẞt die kaum je dagewesene Höhe von 70 Mt. erreicht zu haben. Diese Preise verstehen sich für Primaqualität am Frankfurter Schlachthof. Wenn sich nun vielleicht auch die Metzger durch vorhandene Mißverhältnis zwischen Einkauf und Verkauf evident geringere Qualitäten etwas besser stellen können, so ist doch das Das Mißverhältnis hatte sich schon vorher in zahlreichen und die Preiserhöhungen können demgemäß faum überraschen. Fallissementen fapitalsschwacher Schlächter angekündigt. Die Konsumenten haben also in diesem Falle wenigstens im allgemeinen, wenn nicht lofale Preis- Uebertreibungen vorliegen feine Veranlassung, ihre Entrüstung gegen die Mißger zu richten, die Ursachen der Teuerung liegen auf - anderen Gebieten. der Zeit, sie ist vielleicht noch eine Folge der Hochtonjunktur. Eine gewisse Hebung des Preisniveaus liegt im Zuge Buerst haben die Einfuhrverbote für lebendes Vieh den bereitet. Die Ausnahmen, die von dem Einfuhrverbot geBoden geebnet und die Knappheit an schlachtbarer Ware vor stattet wurden, sind durchaus nicht im Stande, der Kalamität fühlbar entgegenzuwirken. Die Einfuhr von Rindvieh ist so mit Maßregeln belastet, daß überhaupt nur die Einfuhr hoch wertiger Ware möglich ist, die ganz gewiß nicht zur Verbilligung der Preise beiträgt. An Schweinen hat die Induſtriebevölkerung Deutschlands immer einen Bedarf gehabt, der die inländische Produktion weit überstieg, so daß allein vom Ausland bezogen wurden. Auch diese Einfuhr ist veran lebenden Tieren eine Million Stück und darüber jährlich boten und man läßt nur für einzelne Gegenden noch eine fontingentirte Einfuhr von etwa 70,000 Stück zu. Ebenso ist im Zusammenhang mit dem Fleischbeschaugesetz der Kampf ist im Zusammenhang mit dem Fleischbeschaugeseß der Kampf gegen ausländische Fleischfabrikate organisirt worden. So wurde die Einfuhr von Büchsenfleisch und Würsten, die sehr bedeutend war, bereits am 1. Oftober 1900 radikal verboten. Die Einfuhr von Pökelfleisch in Stücken unter 4 Kg. verbietet das Fleischbeschaugesetz gleichfalls. Vom 1. Oktober ab treten dazu die Bestimmungen über die Verwendung von Konservirungsmitteln in Kraft und am 1. April 1903 das Beit eine Einfuhr geschlachteter Schweine entwickelt, allein ganze Fleischbeschaugefeß. Nun hat sich allerdings in letzter sie fann auch nie die Einfuhr lebenden Viehs ersetzen. Die eine solche verbietet sich in der heißen Jahreszeit von selbst, Berichte der deutschen Schlachthöfe zeigen seit längerer Zeit sie fann auch nie die Einfuhr lebenden Viehs ersetzen. Die schon einen empfindlichen Rückgang der Schlachtungen. Rechnet man dazu den vermehrten Verbrauch infolge der Einfuhrbesteigerung für das geringwertige Bullen- 2c. Fleisch, das jetzt schränkungen, so begreift man ohne Weiteres die Preisersehen, war bei Königgräß in den heißesten Kampf geraten; ein Streifschuß ins Bein aber sobald er verbunden, saß er wieder auf, um bei Nachod für tot auf dem Schlachtfelde zu bleiben. Als er nach Tagen zur Besinnung fam, saß an dem jämmerlichen Lager, das man ihm bereitet, Lenette Mertoni- schwarz gekleidet, ganz glückselig, als er sie erkennend, ihr matt dankte. Und er wußte ahnte noch garnicht, was an diesen Stätten des Jammers dem einzelnen eine treue Pflegerin wert wurde. Es gab weder Ordnung, noch Kommando, noch Hülfsmittel, noch Aerzte; was leben sollte blieb eben leben, erst nach Tagen ordnete, lichtete sich das Chaos und unterdes trug Lenette für Burkard alles herbei, was ihm nur irgendwie nüßte. Sie nahm es, wo fie es fand, beraubte rücksichtslos jeden anderen, holte die Aerzte, ließ sie nicht los und blieb tapfer neben ihm, als sie ihn endlich ordnungsmäßig verbanden. Seine Riesennatur ließ ihn das Unglaubliche überstehen; aber das unterlag feinem Zweifel, ohne Lenette Mertoni wäre er ebenso ein verlorener Mann gewesen, wie hundert andere. Das wußte er mit unleugbarer Klarheit und unaussprechlicher Qual. Er fonnte er wollte sie nicht heiraten, nicht um die ganze Welt! Seine Seele hatte nur ein Sehnen, einen Gedanken, sein ganzes Herz, sein Kopf war voll davon- und dieser Gedanke hieß:„ Maria!" Und dabei durchschaute Lenette ihn vollkommen, und er wußte, daß sie es that. Sie beide sagten sich aber fein Wort darüber, sie spielten ein stummes Spiel um den höchsten Einsaß, den es für sie gab, und mit der Hartnäckigkeit zweier Verzweifelter. " Du bist so gut, Lenette! Viel zu gut, ich verdiene Deine Aufopferung nicht und ich bin so froh, daß sie mich heute heimholen nach Krapolno zur Mutter! Du Gute, Teure follſt nun auch heim und ausruhen. Ganz bleich und schmal siehst Du aus, meine arme Lenette", suchte er nach lieben und doch nichts bedeutenden Worten. Er war so garnicht zum Diplomaten geschaffen! Sie blieb janft und heiter wie immer:" Ich werde mich recht nach Dir bangen, mein lieber Schab, und weiß nicht, wie ich's aushalten soll! Aber gelt, wir sind ja doch beide nernünftige Leute! Und so lange Du nur keine andere nimmst, so lange bin ich ja auch ruhig und zufrieden." " Ich heirate niemals, Lenette, das weißt Du, und dabei muß es bleiben. Niemals! Hörst Du?" zur Wurstbereitung in steigendem Maße verwendet werden muß, man begreift aber auch, wie es um die Volfsernährung beſtellt ist. In fultureller, in sozialer und hygienischer Beziehung muß man diese Preisentwicklung als ein Unglück für Deutschlands Bukunft betrachten, ein Unglück, das Jebem zu denken giebt, bei den nächsten Reichstagswahlen sehr genau diese haben unter diesen Teuerungen am meisten zu leiben, zu prüfen, von wessen Seite werden die Wahrung der Interessen des Mittelstandes und der Arbeiterschaft, denn am besten vertreten. Politische Nachrichten. D = " Zu der Fuldaer Bischofskonferenz sind in Fulda eingetroffen: Fürstbischof Kopp- Breslau, die Bischöfe Münster, Schneider- Paderborn, Thiel- Ermland, Aßmann- Berlin, Korum- Trier, DingelstadtRosentreter Kulm, Voß- Osnabrück, Brü d- Mainz, Weihbischof Likowski- Posen, Nörber- Freiburg. nalliberalen Delegirtentage zu Eisenach ist festDas Programm zum allgemeinen natiogestellt. Es sind drei Verhandlungstage, vom 11. bis einschließlich 13. Oftober, in Aussicht genommen. Die Debatten meine Stellung der Partei" zu den großen nationalen, des ersten Tages werden durch Referate über die„ Algefulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben des Reiches eingeleitet. Sodann wird im Rahmen der Tagesordnung verhältnis der Einzelstaaten zum Reiche" Gegenstand der das erste große Spezialgebiet,„ Reichsfinanzwesen und FinanzBerichterstattung sein. In der zweiten Sizung am Sonntag soll die Verkehrs, Wirtschafts- und Handelspolitik" und die Mittelstandspolitit" im engeren Sinne des Wortes zur Beratung gelangen. Am dritten Tage stehen die politik", die Sozialpolitik" und zum Schluß auch die Fragen Kolonial Tagesordnung. der Parteiorganisation und Wahlvorbereitung" auf der " " veröffentlicht in einer Reihe Berliner Blätter eine Er-Der Provinzialsteuerdirektor a. D. Löhning klärung, in der er die Behauptung der Finanzverwaltung, Intentionen der Staatsregierung direkt zuwiderlaufenden daß seine Versetzung in den Ruhestand wegen seiner den Haltung in der Polenpolitik erfolgt sei, gestützt auf die zurückweist. in seinem Erposé enthaltenen Thatsachen als unwahr - Einkommensteuer und Aktiengesellschaften im Großherzogtum Hessen. In Preußen unterliegt einerseits werden die Aktiengesellschaften nach Maßgabe bekanntlich jeder Aftienbefit einer Doppelbesteuerung: O, gewiß, Du bestehst auf Deinen Schein!" lachte fie, obwohl es in ihren Augen finster aufzudte." Du meinst wohl wunder, wie Dir der alte Hagestolz zu Gesicht stehen wird? Aber wart' nur, wann'st erst so ein frummes und schiefgezogenes, gicht brüchiges Mannd'l sein wirst, dann bist noch froh, wenn die alte treue Lenette Dir Haus hält und dich päppelt." Na dann läßt sich ja auch über das weitere immer noch reden", lachte auch er gezwungen. Damit war das so lange gefürchtete Scheidewort gesprochen; sie wurde blaß und er atmete wie befreit auf. Er ertrug ihre Nähe nicht länger, ihre anspruchslose Dienstbarkeit" wurde ihm zur aufreibendsten Pein, eben weil er sie wie ein Undankbarer hinnehmen mußte. Eine wahre Befreiung fam ihm in Gestalt eines Wärters, der den Wagen für Herrn von Frohberg" meldete und ohne jebe weitere Erklärung einen ältlichen hageren Herrn einführte, der bis auf die schlecht ſizende Kleidung und die nachlässige Haltung dem verstorbenen Großvater so merkwürdig glich, daß Burkard ihn mit offenem Munde anstarrte. " Ich komme doch recht. Sie sind der Oberleutnant Baron von Frohberg? Ich bin Ernst Nepomut, Graf von Ebern aus Diepfontein bei Capstadt." ,, Ebern? Ebern-?" Burkards Schwäche war doch noch so groß, daß seine Nerven momentan versagten. Er hatte teine Ahnung von den Vorgängen in Krapolno. Der einzig lebende Sohn und Erbe meines Vaters. Sie find Cäcilies Sohn? Ihre Mutter ist nicht aufzufinden, sonst hätte ich sie schon aufgesucht, Haus und Hof stehen ohne Herrschaft. Jst wohl so Mode hier?" „ Der Krieg- Onfel! Sie kommen unerwartet- " War meine Absicht; konnte nicht wissen, daß die Preußen und Desterreicher gerade zu meinem Empfang eine solche Komödie in Szene seßten." „ Eine traurige, blutige Komödie Herr Graf!" Der alte Herr wandte sich der schwarzgekleideten Dame su, die da mit einsprach. " Ihre Frau Gemahlin, Neffe Frohberg?" fragte er burchaus arglos. Er hatte wirklich nicht so viel persönliches Interesse für seiner Schwester Sohn gehabt, sich nach dessen Verhältnissen näher zu erfundigen. Berzeihung. Frau Mertoni, eine der vielen Damen, welche als Pflegerinnen ( Fortseßung folgt). Ach nehmend. sein, und noch wird eine schreckliche' fer armes Fräulein!" Evans theil bazu an ihrem Hochang für sie Kameraden beichens Schulter und ſtöhnte führ entseßlicher, fremd. gemischt seine Schwäche zu holl mit beiden Armen und beruhigte und ang ihn ihn, thränenloser Qual. Renate Darum war auch dieses gänzliche Frechen so ergreifens für fie, und lie umschland the liebe nicta und sie selbst war ſtets mit einer gewissen Strengt nicht vermuthet, benn feine Güte und Zärtlichkeit gegen brechen. Ein solch tiefes eflautte sie bei ihrem Onfel gewesen und weichere Regungen schienen ihm schluchzte in das Herz müsse ihr ZusammenJa,' hart für sie," murmelten jungen Mädchens Arm gelehnt, langsam die Stufen hinals sie die gebeugte Gestalt ihres Herrn schwer auf des stimmend, und mehr als ein Paar Augen wurden feucht, ftüken, und ala auf schreiten sahen. Renates einzige Sprac Schafft Stoßseufzer eines Hagestolzen nach der Ferienreise. Herren- Coupés! Monopol des Reisens besaßen, reisen ießt die Frauen mit Wätrend früher die Männer das fast ausschließlich? hon den mä und man weiß ( Nachdruck verboten.) wegenen Blokade herin zu kämpfen gehabt, mit der Cigarre. Darum jeher die erbittertsten die Frauen und die Cigarren seit ihres Gewerbes direkt zur Einkommensteuer herangezogen, während andererseits auch die Aktionäre aus ihren Einnahmen an Aktien dividenden die Einkommen steuer entrichten müssen. Es ist nicht allgemein bekannt, daß im Großherzogtum Hessen diese Doppelbesteuerung vermieden wird. Dort ist das Einkommen aus Aftien derjenigen Gesellschaften, die zur hessischen Einkommen steuer direkt herangezogen werden, von dieser Steuer befreit. Falls eine Aktiengesellschaft nur einen Teil ihres Einkommens in Hessen versteuert, so beschränkt sich für den hessischen Aktienbesitzer die Befreiung von der Einkommensteuer auf die entsprechende prozentuelle Quote, für welche die Gesellschaft selbst in Hessen steuerpflichtig ist. Betrachtet man die an der Frankfurter Börse notierten Aktien solcher Gesellschaften, so ergiebt sich als vollständig befreit von der Eintommensteuer für den hessischen Besitzer das Einkommen aus den Aktien folgender Gesellschaften: Mainzer Aftien- Bierbrauerei, Weiger'sche Brauerei Aktiengesellschaft, Wormser Brauhaus vorm. Dertge, Farbwerk Mühlheim vorm. A. Leonhardt& Co., Faber& Schleicher Aft.- Ges., Lederwerke vorm. Phil. Jak. Spicharz, Bank für Süddeutschland in Darmstadt. der Gouverneur die Volksvertreter, die Gesetze im Geiste der Mäßigung zu beraten. Die Minister würden erfüllt von dem Geiste des Friedens und der Versöhnlich feit alles mögliche thun, um die Autorität der eng lischen Strone aufrecht zu erhalten. Er hoffe, die Volksvertreter würden sich der parlamentarischen Verfassung würdig erweisen. Das Parlament nahm auch einstimmig und ohne Debatte eine Adresse an den König und die Konigin an, in der ausgeführt wird, daß alle stolz seien, dem großen englischen Reiche anzugehören und bereitwilligst für dessen Integrität eintreten. Alle diese Gesellschaften arbeiten ausschließlich im Großherzogtum Hessen und werden dort für ihr ganzes Einkommen direkt zur Steuer herangezogen. Eine Anzahl anderer Gesellschaften versteuern in Hessen nur einen Teil ihres Gewinnes, und mit der entsprechenden Quote ist das Einkommen aus ihren Aktien für den Hessischen Besiter von der Einkommensteuer befreit. Eine derartige teilweise Befreiung fommt in Betracht( nach der Veranlagung für das Steuerjahr 1903/04) für das Einkommen aus Aktien der Bank für Handel und Industrie 22.30 pt., Pfälzische Bank 12.22 pet., - Aus St. Helena wird gemeldet, daß 997 Buren darunter General Cronje mit Gemahlin, am 20. August nach Südafrika eingeschifft wurden. Süddeutsche Bank in Mannheim 17.70 pCt., Allg. Elsäss. Bankgesellschaft 3 80 pct., Süddeutsche Eisenbahn- Gesellschaft 13.90 pCt., Aft.- Ges. für Handel und Schifffahrt Disch 83.30 pCt., Süddeutsche Immobilien- Gesellschaft 92.90 pct., Chemische Werke vorm. Albert 35.40 pбt., Verein Chemischer Fabriken Mannheim 25.50 pŒt. Die hessische Einkommensteuer ist progressiv und bewegt sich in Sägen von nicht ganz 2 pt. bis zum Maximum von nicht ganz 5 pt. Alle oben verzeichneten Aftien gewähren also mittelbar dem Steuerzahler gegenüber dem nichthessischen mehr oder weniger ein Plus an Erträgnis, da der Nichthesse seine DividendenEinnahme voll versteuern muß. Abermals eine deutschfeindliche Rede ist in Frankreich vom Stapel gelassen. Es wird Folgen des berichtet: Giessener Cagesneuigkeiten. ** Verleihung. Der Kaiser hat dem Eisenbahn- Rugführer a. D. Horn zu Friedberg, dem EisenbahnWeichensteller a. D. Ludwig Weis zu Allendorf a. d. L. und dem Eisenbahn- Wagenwärter a. D. Valentin Licht das allgemeine Ehrenzeichen verliehen. Privattelegramm der ,, Gießener Neust. Nachr." Die Ziehung der 6. Klasse der bessischen Landeslotterie ergab: Hauptgewinn von 200 000 auf Nr. 33 640( Offenbach), je 10 000 auf 5548 nach ( Offenbach), 12555( 2 nad) Mainz, 1/2 nach Ortenberg, Oberhessen), 4 Gewinne à 5000 auf 12 257, 19 683, 19 521, 20 678, 20 097, 27 970, 30981, 34 042, 36 949, 42 458, 52 238. Gewinne à 3000 auf 1605, 9819, 37 518, 41 668, 48.380, 54 339. ** Der Historische Verein für das Großherzogtum Hessen macht nächsten Montag, den 25. d., einen Ausflug nach Gelnhausen, um die Pfalz, die Kirche und die alten Bauten in der Stadt zu besichtigen. wegen Strafvollstreckung von Amtsgericht Groß- Gerau Philipp Wolf aus Harrheim( wegen Betrags" von Amtsanwalt zu Bensheim; Taglöhner Johann Wendelin Frühsorger aus Rödelheim, Bäckergeselle Johann Emil Baldner aus Klein Steinheim, Karl Trost Ehefrau, Dorothea, geb. Feſſelmann aus Grünberq. Aus Hessen und Nachbargebieten. ** Wiesed, 21. Aug. Die Kranken- und Sterbekasse zu Wieseck( E. H. Nr. 9) hat in ihrer Generalversammlung die Auflösung der Kasse beschlossen. a Wetzlar. Von der hiesigen Straffammer wurde vorige Woche der Lotteriekollekteur Ludwig B. aus Offenbach wegen Anbietung eines 1/8 Loses der Großh. Hessischen Landeslotterie zu 60 Mark Geldstrafe event. 12 Tage Gefängnis verurteilt. Die Offerte war an einen Optifer gerichtet. Die hessische Lotterie ist bekanntlich in Preußen verboten. Ober- Roden, 20. August. Das siebenjährige Söhnchen des Landwirts Hitel von hier fand dieser Tage einen schrecklichen Tod. Auf dem Heimwege von der Schule versuchte dasselbe, den Rodaubach zu überspringen. Es sprang zu kurz und fiel rücklings in den Bach, wobei es mit dem Hinterkopfe mit voller Wucht auf die starken, den Bach umsäumenden Quadersteine aufschlug und infolge der schweren Verlegung nach furzer Zeit einen qualvollen Tod fand. ** Der Historische Verein für das Großherzogtum Hessen hat in jüngster Zeit wieder Ausgrabungen innerhalb des Klosters Lorsch vornehmen lassen, immer noch in der Hoffnung, den Sarg des im Kloster bestatteten Karolinger Königs Ludwig des Deutschen zu Tag fördern zu können. Man hat früher wohl Steinfärge aus jener Zeit gefunden, von denen man nicht weiß, wer darin begraben worden war, bei denen aber sicher erscheint, daß in ihnen der genannte König nicht bestattet wurde. Bei den neueren Ausgrabungen im Klosterbezirk wurde wieder kein Sarg gefunden, wohl aber in der Kirche die Grundmauern eines inneren Anbaues, der möglicherweise der Beilegung von Särgen diente. Gegenstände, die einen Schluß auf die frühere Bestimmung des Baues zuließen, wurden nicht gefunden. Von Interesse sind die römischen Funde, die innerhalb des Klosterbezirks gemacht wurden und als Beweis gelten müssen, daß schon in römischer Zeit hier Bauten standen. ** ** Oberleutnant Frankfurt a. M., 21. August. von Miquel im Dragoner- Regiment Nr. 15, ein Sohn des verstorbenen Finanzministers, wurde unter Verleihung des Charafters als Mittmeister verabschiedet. v. Miquel wurde im Jahre 1888 Offizier. ** alles, a Quartie tommen Bu finder Stadt K Die Br Schritte derer. wie in rettend „ Kutid Main Und from, zubor, Uhr nad fam mo der erst Hotel. befest! Run nä", m mir fön Was nu unferem lich ein wie so mache Reft bu Chais -geth - fie li prima 6 nung ge hinaus boten ta ** 3 ber preußi die Rhei Aleingewerb Shneider, Bau- und teure und der Kurse Meistern f Das Min festgelegt, Frankfurt a. M., 21. August. Die hiesigen Metzger beschlossen auch den Preis des stalb= fleisches zu erhöhen und zwar zunächst um fünf Pfennige das Pfund. Pfennige das Pfund.- Die Brauerei Kempff Aktien- Gesellschaft verteilt wie im Vorjahre 8 Prozent Dividende. ** Frankfurt a. M., 21. Aug. Heute Mittag furz nach 12 Uhr entgleiste vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof der Personenzug 894 Fulda- Frankfurt, der 12 Uhr 21 hier fällig war. Personen wurden nicht verlegt. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Einschränkung des weiblichen Beamtenpersonals. Nachdem ein Erlaß des Staatssekretärs des Reichspostamts die Anstellung weiblichen Personals im Post- und Telegraphendienst eingeschränkt hat, sind die Behörden angewiesen worden, bei der Auswahl weiblicher Arbeitsfräfte größere Vorsicht zu beobachten. Anlaß zu dieser Verfügung hat die Wahrnehmung gegeben, daß bei dem weiblichen Personal Erkrankungen infolge der Anforderungen des Dienstes sehr häufig vorkommen, namentlich stellt sich bei Telephonistinnen leicht eine Alteration der Kopfnerven, allgemeine Nervosität und Blutarmut ein; ebenso ist das Bedienen der Schreibmaschine jungen Mädchen vielfach unzuträglich. An einer Dienststelle mußten beispielsweise sämtliche mit dem Schreibmaschinendienst betreuten Beamtinnen wegen Ueberanstrengung beurlaubt werden, um Heilung wegen Heberanstrengung beurlaubt werden, um Heilung für die im Dienste erworbene Nervosität zu suchen. Derartige üble Erfahrungen sind nicht nur mit jungen Derartige üble Erfahrungen sind nicht nur mit jungen Mädchen gemacht worden, die schon schwächlich in den Dienst traten, sondern auch mit solchen, welche sich bei der Uebernahme der Stellung der besten Gesundheit erder Uebernahme der Stellung der besten Gesundheit erfreuten. Straßburg, 21. Aug. Bei der anfäßlich des 32. Jahrestages der Schlacht von Mars la Tour auf dem Schlachtfelde vor dem Monumente der gefallenen Franzosen stattgehabten französischen Gedenkseier, an welcher eine größere Anzahl französischer Generäle und andere höhere Offiziere, so wie sechs nationalistische Deputirte teilnahmen, hielt Bischof Turinaz von Nancy folgende chauvinistische Ansprache: Turinaz wandte sich zunächst an die der Feier beiwohnenden Elsaßlothringer und bemerkte, diese Elsaßlothringer hätten die Grenze überschritten, um troß der Kanonen der Deutschen, trotz dem Unglück, das noch immer ihr Land gefangen halte, hier auf französischem Boden ihre unerschütterliche Treue zum alten Vaterland zu bezeugen und durch ihr Erscheinen die stumme und doch so beredte Fragen zu stellen: Wie lange sollen wir noch warten, wann kommt ihr, um uns zu befreien? Turinaz habe dann weiter ausgeführt: Leider gebe es in Frankreich jetzt Leute, die das Vaterlandsgefühl, das sie hierher gerufen, vernichten wollen. Er verteidige eine heilige Sache, er sei der Bischof Lothringens, des Grenzlandes des Landes der Jeanne d'Arc. Wenn je eine Regierung kommen sollte, um die Vaterlandsliebe zu ertödten, so würde er ihr mit seinem Bischofsstabe den Weg versperren und ihr zurufen:" Halt! Nicht weiter!" Als man in der Deputirtenkammer zum Verzicht aufforderte, haben die Abgeordneten aller Parteien gerufen:„ Niemals!" Solange Frankreich Helden zählt, wie einen Marchard, einen Gaut I, einen Foureau, brauche es nicht zu verzagen. Bei dieser Stelle sei der Zwischenruf:„ Nieder mit Jaures" erfolgt. Weiter habe noch der französische General Cuny eine Ansprache vorgelesen, welche mit den Worten schloß:„ Die Mitfämpfer von 1870 sind hierher gekommen, um über die Mosel und die Vogesen hinweg ihren Brudergruß zu senden und zu sagen, daß die Hoffnung auf eine Zukunft, die die Niederlage der Vergangenheit wieder wettmachen soll, niemals ersterben wird." Bischof Turinaz ist längst als excentrischer Mensch bekannt und braucht daher nicht allzu tragisch genommen zu werden. | Wie aus Kapstadt depeschtert wurde, ist dort am 20. August das füdafrikanische Parlament eröffnet worden, und darf man hoffen, daß es durch die vom Parlamente zu beschließenden Geseze gelingen wird, das schwer darniederliegende Land bald wieder zu erheben. Unter den Gesezentwürfen wird sich eine Bill befinden, welche die Ermächtigung zur Aufhebung bestimmter Zölle und Steuern während eines durch Parlamentsnote festgesetzten Zeitraums giebt und die Einführung von Eingeborenen aus Asien mit Ausnahme englischer Unterthanen sowie die Einwanderung mittel lofer Personen und solcher, die an eckelerregenden und ansteckenden Krankheiten leiden, verbietet. Der Gouverneur fündigt ferner zahlreiche Gesetzentwürfe an, betr. die Verbesserungen auf dem Gebiete der Eisenbahnen und anderer öffentlichen Arbeiten, sowie einen Entwurf, nachdem von der Kolonie eine Flottenabgabe von 50 000 Pfund erhoben werden soll. Schließlich ermahnte ** Frankfurt a. M., 21. August.( Striegsgericht der 21. Division.) Am 28. Juli verschand der Musfetier Simon der 1. Kompagnie 80. Inf.- Regts. ( Wiesbaden) von seinem Truppenteil. Am 6. Auguſt wurde er in seiner Heimat, Oberbiel Kreis Wezlar aufgegriffen. Als Grund seiner Entfernung gibt er an, er sei von einem älteren Mann schwer mißhandelt worden. Die Angabe, daß er von einem älteren Soldaten hat Mißhandlungen erdulden müssen, beruht nach den Ergebnissen eines in dieser Richtung angestellten Ermittelungsverfahrens auf Wahrheit. Es wird deshalb gegen Simon auf die geringste Strafe von 43 Tagen Gefängnis erkannt. ** Die Kreiskasse des Kreises Gießen, sowie die Provinzialkasse der Provinz Oberhessen befinden sich nunmehr im Regierungsgebäude, Brandplatz Nr. 9, Zimmer 2. Zahltage sind am Dienstag, Donnerstag und Samstag von 8-12 Uhr. ** Die 116er rücken morgen früh gegen 5 Uhr zum Brigadeererzieren zu Fuß nach Rockezum Brigadeeperzieren zu Fuß nach Rockeberg aus. ** Darmstadt, 21. Aug. Der Großherzog traf heute Abend um 9.38 Uhr aus Bayreuth hier ein und fuhr nach einem Aufenthalt von 10 Minuten nach Schloß Wolfsgarten. ** Groß- Rorsheim, 18. Aug. Heute Mittag vergiftete sich hier ein junges Mädchen von 20 Jagren in der Wohnung ihrer verheirateten Schwester mit Karbolsäure. Nach wenigen Minuten trat der Tod ein. Das Mädchen stammt aus besserer Familie von Rimbach i. Odenwald, und war seither in Darmstadt in Stellung. ** Viehmarktbericht. Der Dienstagmarkt war mit 1200 Stück Rindvich besucht. Der Markt ging recht flott, auch waren die Preise ziemlich gut. 1. Qualität Ochsen wurden mit 800-900 Mt. bezahlt, 2. Qualität mit 700-800 Mt., 1. Qualität Kühe mit 500 wif., 2. Qualität mit 400 Mt. und 3. Qualität mit 300 bis 350 Mt., Kälber 1. Qualität mit 70 Mt., 2. Qualität mit 60 Mf., Zuchtstiere mit 250-300 Mt. Am Mittwoch waren 200 Ochsen da, die zum selben Preis wie die am Dienstag abgingen. Schweine waren 726 vorhanden, die durchschnittlich 52 Pfg. pro Pfund vorhanden, die durchschnittlich 52 Pfg. pro Pfund fosteten. ** Vom Main, 20. Aug. Dec 22 Jahre alte Tagelöhner Matthäus Dürsch aus Lembach bei Haßfurt wurde von Burschen aus Weißbrunn, mit denen er in Streit geraten war, erschlagen. Gelegentlich der Erntetanzmusik in Leidersbach bei Sulzbach a. W. brachten sich 2 Burschen nach voraufgezogenem Wortwechsel gegenseitig tötliche Wesserstiche bei. Der eine der Burschen, der den anderen zum Fenster hinauswerfen wollte, erhielt nicht weniger Jenn 20 Stiche. ** In Amerika verstorbene Hessen. Im Alter von 80 Jahren starb in Newyork der frühere Importeur Samuel Stirn. Dec Verstorbene war in Mainz geboren und kam 1847 nach Amerita. Unerwartet verstarb am Herzschlag am 15. Juni in Delhi, Mich, Frau Maria Johanna Biebesheimer, geb. Lösch. Geboren am 23. Juli 1839 in Nordheim fam fie 1858 nach Amerika und verehelichte sich am 23. Juli desselben Jahres mit Philipp Biebesheimer. Nach einem Krankenlager von 7 Monaten starb im Alter von nahezu 56 Jahren Herr I. I. Will. Der Verstorbene stammte aus Hessen- Darmstadt, vor 16 Jahren kam er von Cleveland, Ohio, nach Los Angeles. ** Mainz, 20. August. Verhaftet wurde gestern Nachmittag auf dem Meßplatz der Metzger Georg Schuhmacher von hier, der vorgestern Nacht mit dem bereits festgenommenen Taglöhner Hch. Rikert von hier ein Mädchen in der Rheinpromenade überfallen und beraubt hat. Außerdem haben die beiden vorher dem Taglöhner Steyer in der Rheinpromenade ohne jeden Grund in den Kopf gestochen. Sie werden sich deshalb vor dem Schwurgericht wegen Raubs, Notzuchtversuchs und Körperverlegung zu verantworten haben. ** Von hessischen Behörden werden steckbrieflich verfolgt: Tagelöhner Philipp Weingärtner aus Pfungstadt ** Mainz, 21. Aug. Heute wurden einem hiesigen Kaufmann 15,000 Wit. an Wertpapieren gestohlen. Die ganze Polizei ist aufgeboten, den Thäter zu ermitteln. ** Eine heitere Geschichte, die den enormen Fremdenzufluß in Mainz und Umgegend treffend kennzeichnet, wird in einer dortigen Zeitung erzählt. Kamen da zwei Damen mit einem 16jährigen Verwandten aus der weiteren Umgebung nach Mainz, um sich die Herrlichkeiten der Kaisertage anzusehen." Frohen Mutes bestieg man gen Abend einen der dem Kaiser entgegenfahrenden Dampfer, während dessen Rückfahrt man sich riesig an der herrlichen Beleuchtung erfreute.- Das Schiff sollte um 10 Uhr in Mainz sein und da war ja noch genügend Zeit, den Eisenbahnzug, der unsere Festgäste nach der teuren Heimat bringen sollte, zu erreichen. Doch des Geschickes Wächte! Wohl war der Zug schon seit mehr als 15 Minuten den festlichen Mauern Moguntias entronnen, als die verzweifelten Rheinfahrer gegen 11 Uhr die Dampfer entleerten sich der Reihe nach endlich festen Boden unter die Füße bekamen. Wie das einmal so ist im Leben: In scharfem Trab gings zum Bahnhof, in der Meinung, der Zug könne vielleicht doch noch da sein- allein er war fort und fort ist fort. Was machen wir nun? Im Hotel übernachten! Aüüberall, wo man nun anklopfte, that sichs zwar auf, aber Plazz war keiner mehr- - Stunden eingerichte mit der traut gem und Arbei geführt we Oberbürger Vertretern d Roln, einem einem Vert des Centra Brovinzial wertstam ** G in Biebr erzählt m fichtig to Bach! ** der pensi einem A versuch. linfen Bulsader großen im Bette über weld erwartete. Todesbera war schred in das Di Mittag feir wußtjein m ** Aus der Trodent meiften Wie Senje in Wiefen ift dünn. D 34 fteigen ** ein Kahn wollten. hinterläst Der gerid, er von ihrem Gr Gaft Montag ben Frühschop + Groß- Gerau rugs von Amts Wendelin Früh de Johann Emil Karl Troft Che inbera. gebieten. und Sterbetasje ralversammlung fammer wurde B. aus OffenBroßh. hessischen t. 12 Tage Ges nen Optifer ge in Breußen ver fiebenjährige hier fand dieser dem Heimwege Rodaubach zu Fiel cüdlings in opfe mit boller menden Quader Verlegung nach Oberleutnant t Nr. 15, ein , wurde unter er verabschiedet. er. Die hiesigen des alb: nächst um fünf nerei Stempff abre 8 Prozent Mittag furz nach Hauptbahnhof 12 Uhr 21 hier Bt. Eine Unter riegsgericht chand der Mus80. Inf. Regts. Am 6. August Kreis Weglar ung gibt er an, wer mißhandelt einem älteren müssen, beruht Richtung ange heit. Es wird te Strafe von rzog traf heute und fuhr nach loß Wolfsgarten. e Mittag ver n 20 Jagren in mit Karbo säure. Das Mädchen Odenwald, und Jahre alte Tages et Haßfurt wurde er in Streit geDer Eratetanzmusit n sich 2 Burschen nseitig tötlighe n, der den anderen nicht weniger henn et wurde gestern Megger Georg estern Nacht mit er Hch. Rizert omenade über dem haben die in der RheinKopf geftochen. wurgericht wegen erlegung zu ber en einem hiesigen n gestohlen. Die u ermitteln. ormen Fremdenfend tennzeichnet, ählt. Kamen da Verwandten aus um sich die Herr Frohen Mutes be Raifer entgegen dfahrt man sich erfreute. Das und da war ja der unsere Fest llte, zu erreichen. I war der Zug eftlichen Mauern Telten Rheinfahrer ten sich der Reihe e Füße betamen n: In farfem Teinung, der Zug allein er war fort wir nun? Sm man nun antlopfte, c feiner mehr- alles, alles vergeben! Inzwischen war man auf der Quartiersuche bis zu den Hotels zum Vater Rhein gekommen! Auch dort war leicht begreiflich nichts mehr zu finden. Doch halt! Da drüben liegt ja die Seestadt Kastel, dort ist gewiß Play! Auf nach Staſtel! Die Brüde' dröhnte unter den Hoffnungsfreudigen Schritten der inzwischen recht müde gewordenen Wano, jerum das gleiche Schicksal Verzweiflung! Da naht ein rettender Engel in Geſtalt einer müden Dioschke! stutſcher fahren Sie uns nach Biebrich, Hotel X; in Mainz und hier ist nirgends mehr Unterkunft zu finden!" Und wiederum gings hinab den herrlichen Rheinstrom, freilich dieses Mal weniger sanft als am Abend derer. In Kastel wie in Mainz! zuvor, - - - auch war es inzwischen schon recht spät, 1 Brühl, Haufiererin in Gießen, war vom Schöffengericht wegen Hehlerei zu 2 Wochen Gefängnis verEin 13 Jahre altes Schulmädchen urteilt worden. hatte der Wittwe des Georg Malkomefius, bei der sie Laufdienst verrichtete, ca. 30 Mr. gestohlen. Sie vernaschte mit anderen Kindern einen Teil dieſes Geldes und gab nach ihren Angaben den Rest der Frau Brühl. Sie leugnet nicht, den Diebstahl ausgeführt zu haben, dagegen bestreitet die Angeklagte Brühl, die gegen das Urteil des Schöffengerichts Berufung eingelegt hatte, aufs Beſtimmteste lede Schuld und beantragt durch ihren Verteidiger Freisprechung. Die Frau macht einen etwas verwirrten Eindruck, hat sonst den besten Leumund, hat aber im vorliegenden Falle nach Ansicht des Gerichtshofes doch unrecht gehandelt.- Der Staatsanwalt legte gleichfalls Berufung ein und beantragt heute 6 Wochen Gefängnis. Das Urteil lautet auf Verwerfung der beiderseitigen Berufung Gs bleibt abso bei Friedberg, wegen Diebstahls und Urkundenfälschung oft, darunter auch mit Zuchthaus, vorbestraft, ist diesmal beschuldigt, einem Friedberger Kaufmann aus dessen Garten 40 Johannisbeerſtöcke entwendet und verkauft, ſowie einem anderen Gärtner 60-70 Tuja, die sog. Lebensbäume, gestohlen zu haben. Er leugnet zwar, allein aus den Aussagen der Zeugen und Sachverständigen geht weiter hervor, daß er in der That die ihm zur Laſt gelegten Vergehen begangen hat. Der Staatsanmalt beantragt 1 Jahr 2 Monate Gefängnis, das Urteil lautet auf 9 Monate Gefängnis. Uhr nachts, geworden; es war schon Samstag. Näher tam man gen Biebrich, froh grüßte man den Schein der erſten Laterne. Der Kutscher hält am renommirtesten besetzt!" Selbst Biebrich war überbesetzt! Thränen! „ Nun fahren wir weiter nach Wiesbaden!"-" nä", meinte der Stutscher,„ mei Gaul der macht glei ab, mir fönnens nit pade,' s geht beim befte Wille nit!" Was nun? Thränen über Thränen! Da geht unserem braven stasteler Stutscher, wenn auch spät, endlich ein Licht auf:„ Wiſſe Se was, die Nacht is so wie so bald herum," ich fahre Ihne haam noch Kastel, Hotel. Slingeling!" Alles besetzt! Nebenan- alles den 2 Wochen Gefängnis. mache die Chais schee zu unn do bleiwe Se de Nest vunn der Nacht unner meim Thorhaus in de Chais site und schlofe so gut' s ewe geht!" Gesagt gethan! Früh morgens kochte die Frau Kutschern sie ließ es sich nicht nehmen unseren Gästen einen prima Cichorie und nachdem man sich etwas in Ordnung gebracht, fuhr man in dem vierrädrigen Hotel hinaus auf den großen Sand. Was da dem Auge geboten ward, entschädigte für alles- Alles besetzt!" ** Vom Rhein. Am 1. November sollen in Köln von der preußischen Regierung errichtete Meisterkurse für die Rheinprovinz zur Förderung des Handwerks und Kleingewerbes ins Leben treten, zunächst für Schuster und Schneider, denen sich am 1. Januar und später solche für Bau- und Möbelschreiner, Bau- und Kunstschlosser, Installa teure und Galvanoplastiker anschließen werden. Die Dauer der Kurse soll 8 Wochen nicht überschreiten, und außer Meistern soll auch Gesellen die Teilnahme gestattet werden. Das Mindeſtalter ist auf 24, das Höchstalter auf 45 Jahre festgesetzt, und die tägliche Dauer der Kurse wird 8-9 Stunden umfassen. Mit den Meisterkursen sind mustergiltig eingerichtete Wertstätten verbunden, in denen die Teilnehmer mit der Benutzung moderner Maschinen und Werkzeuge vertraut gemacht werden. In einer Gewerbehalte sollen Kraft und Arbeitsmaschinen für das Kleingewerbe im Betriebe vor geführt werden. Das Kuratorium der Kurse besteht aus dem Oberbürgermeister, zwei vom Handelsminister zu ernennenden Vertretern des Gewerbestandes, zwei Vertretern der Stadt Köln, einem Vertreter der rheinischen Provinzialverwaltung, einem Vertreter des Kölner Gewerbegerichts, einem Vertreter des Centralgewerbevereins in Düsseldorf, einem Vertreter des Provinzialhandwerkerbundes und 3 Vertretern der Handwerkskammern der Rheinprovinz. - Der Gärtner L. Riege aus Vermischtes. Hochschulnachrichten. Berlin. Dem etatsmäßigen Professor an der hiesigen Technischen Hochschule, zugleich Professor an der Berliner Universität, Geh. Regierungsrat Dr. Slaby, wurde vom Kuratorium der Jubiläumsstiftung der deutschen Industrie der Betrag von 20 000 Mt. überwieſen. Dr. C. H. Wind, Lektor der physikalischen Chemie und mathematischen Physik an der Universität Groningen, wurde zum Hauptdirektor des Königlich Niederländ. Meteorologiſchen Inſtituts zu De Bilt, der frühere a. o. Professor an der Universität Berlin Dr. H. E. G. du Bois zum o. Professor der mathematischen Physik an der Universität Utrecht ernannt. Technischen Hochschule, Direktor der Kunst- und Altertums- Sammlungen des Großherzogl. Muſeums, Profeſſor Dr. F. Back für das Fach der Geschichte der dekorativen und vervielfältigenden Künste und des Kunstgewerbes erteilte venia legendi wurde für das ganze Fach der Kunstgeschichte erweitert. Der Privatdozent für Geschichte an der Universität Leipzig, Dr. J. Kaerst, ist zum a. v. Professor ernannt worden. Die Vereinigung Alter Herren des Weinheimer S.-C. ( Verband der Korps deutscher technischer Hochschulen) wird in den Tagen vom 13. bis 15. September zur Feier ihres 21 jährigen Bestehens in Düsseldorf tagen. München. Am 18. August Nachmittags furz vor 4 Uhr stürzten am Wittelsbacher Palais 4 Arbeiter, die sich auf einem sogenannten Floß zum Ausbessern der Fassade in einer Höhe von 22 Meter hinaufgezogen hatten, in die Tiefe. Studierenden kommen 59 Hospitanten und Mitglieber bes Zwei Arbeiter waren sofort tot, die zwei anderen, welche im Fallen hängen geblieben sind, konnten gerettet werden. * Der Roman einer Gräfin. Vor nicht allzu langer Beit machte in München ein geradezu abenteuerlicher Gesellschaftsskandal das größte Aussehen. Die junge und schöne Baronesse Marie Balduin verschwand am Abend des Tages ihrer Hochzeit mit dem Grafen Stettinhausen. Ihr Entführer war der Zirkusreiter Zigora, der mit der Geliebten den Weg über die österreichische Grenze nahm. Die Familie der jungen Gräfin wandte sich selbstverständlich vollständig von ihr ab. Nachdem das Liebespaar in Wien, Lemberg und Kaschau geweilt hatte, kam es zuletzt nach Pest. Eine furchtbare Demütigung harrte hier der jungen Gräfin. Zigora, der sich bereits nach den ersten Tagen des Zusammenlebens als ungebildeter, roher und gewaltthätiger Mensch erwiesen hatte, mißhandelte seine Geliebte auf das Abscheulichste und ließ sie, die inzwischen Mutter geworden war, schließlich ganz im Stiche. Die Lage der unglücklichen Frau wurde immer trostloser, und in der letzten Zeit war sie gezwungen, als Fabrikarbeiterin ihren fümmerlichen Lebensunterhalt zu verdienen und die Verpflegung ihres Kindes zu bezahlen. Vor einiger Zeit erkrankte die Gräfin schwer und mußte ein Bester Spital aufsuchen. Als jedoch die Frau, die das Kind der Unglücklichen rerpflegte, auf Bezahlung drängte und erklärte, das Kind nicht länger behalten zu wollen, verließ die Tottrante das Spital. Sie nahm das Kind zu sich, und Mutter und Kind verschwanden aus der ungarischen Hauptstadt. Vor ein paar Tagen fand man die Leiche des Kindes in einem Gestrüpp nahe der Stadt Waißen auf; die Mutter blieb verHomburg, 19. Aug. Samstag Mittag machte schwunden. Einige Tage später meldete sich im Bester Rochusder pensionirte Steueraufseher Christoph Vonkennel in Spitale eine dem Tode nahe, ganz herabgekommene Frauenseinem Anfall geistiger Umnachtung einen Selbstmord- person, die sich Amanda Weber nannte, zur Aufnahme. Freiversuch. Er brachte sich mit einem Federmesser an dem linken Arm mehrere Schnitte bei, welche sowohl die Pulsader als auch die Sehnen durchschnitten und einen großen Blutverlust zur Folge hatten. Vonfennel lag im Bette und hatte den Toilette- Gimer vor sich stehen, über welchen er seinen Arm hielt und seine Verblutung erwartete. Die Verlegungen müssen mit einer wahren Todesverachtung ausgeführt worden sein, denn der Arm war schrecklich zerschnitten. Der tötlich Verletzte wurde in das Distriktskrankenhaus gebracht, wo er gestern Mittag seinen Verlegungen erlegen ist, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. ** Das Mädchen vom Lande. Ein kürzlich zu Besuch in Biebrich weilendes Mädchen vom Lande brach, wie erzählt wird, als es zum ersten Male des Rheines ansichtig wurde, in die Worte aus: Gewerrer, was e Bach! ** ** Aus Nassau, 21. Aug. Sehr spärlich fällt infolge der Trockenheit heuer die Grummeternte aus. Auf den meisten Wiesen ist der Erfolg gleich Null. Es braucht feine Sense in Bewegung gesetzt zu werden. Auf feuchter gelegenen Wiesen ist ein Ertrag zu erhoffen. Der Klee steht ebenfalls dünn. Das Heu beginnt infolgedessen bereits jetzt im Preise zu steigen. ** Von der Werra. Bei dem Orte Gerstungen sank ein Kahn, in welchem 4 Personen über die Werra sezen wollten. Der Arbeiter Karl Lange ist ertrunken. hinterläkt eine Frau und 5 kleine Kinder. Straffammerfihung. Er Gießen, 22. August. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich, eröffnete die Sigung kurz nach 8 Uhr Die von ihrem Manne getrennt lebende Ehefrau des Peter Kirchweihfest - Grossen- Linden am 24. und 25. August 1902 Gasthaus zum Deutschen Hof. Ecke Bahnhofstraße und Moltkestraße. Montag den 25 August, vormittags von 10-1 Uhr: Musikalischer Frühschoppen. Der Festwirt: Heinrich Fischer. tag Abend ist sie ihren Leiden erlegen. Wenige Stunden vor ihrem Tode nannte sie ihren wahren Namen: Gräfin Marie Stettinhausen. gegeben von der Trappistenabtei Marianhill, die an der * Dewet's Streiche. Dem„ Vergißmeinnicht", herausGrenze des südafrikanischen Kriegsschauplages liegt, entnehmen wir nachstehende Episode aus dem Leben Dewet's. Am Tage vor der Chriſtbescheerung der Englände. im Lager vor Bethlehem im Freistaat, kam ein in Lumpen gekleideter Bur dorthin, um einige Eier, die er in einem Taschentuch trug, zu verkaufen. Die Eier waren als lange vermißte Leckerbissen den Offizieren willkommen, und bald konnte der zerlumpte Bur, der mitten in das Lager kam, anscheinend hoch erfreut über den Erlös abtraben. In der unmittelbar darauf folgenden Nacht wurde das Lager von Dewet überrumpelt. Einige der gefangenen englischen Offiziere begrüßten Dewet und meinten, es freue sie, ihn auch gesehen und kennen ge= lernt zu haben. Wer möchte aber die verdußten Gesichter sind doch schon alte Bekannte und haben uns erst gestern der Herren beschreiben, als ihnen Dewet entgegnete: Morgen gesehen und gesprochen!"" Gesehen und gar gesprochen, das wüßten wir nicht!" versezten die verblüfften Offiziere. Und doch", antwortete Dewet, haben Sie mir gestern Morgen Eier abgekauft." Sprachlos standen die Offiziere da, und Dewet ließ sie in ihrer Verwunderung lächelnd stehen, sich freuend, daß die Engländer in ihrer befannten Sorglosigkeit ihm die Ausfundschaftung des Lagers sogar mit eigenem Gelde bezahlt hatten. " Kirchweihfeft zu Großen- Linden. Sonntag 24. Kölu, 20. Aug. Die Kölner Handels- Hochschule hat nunmehr ihr drittes Semester beendet. In ihm find wieder gute Fortschritte gemacht worden. Im Ganzen haben in dem beendeten Sommer- Semester 750 Besucher an den Vorlesungen und Uebungen teilgenommen. Von ihnen waren 146 immatrikulierte Studierende, gegenüber 68 im ersten, 117 im zweiten Semester. Zu diesen immatrikulierten Handelslehrer- Seminars, von denen 27 sich ihren Studien Gesamtzahl der ständigen Besucher, die nicht zugleich einer an der Handels- Hochschule ausschließlich widmeten, so daß die Nebenbeschäftigung oblagen, sich auf 173 belief. Endlich gefellten sich zu den 205 immatritulierten Studierenden, Seminaristen und Hospitanten, die zum größten Teil nicht aus Köln stammen, 545 Hörer aus Köln und seiner unmittelbaren Umgebung hinzu, die an den öffentlichen Vorlesungen teilnahmen. Unter den 146 immatrikulierten Studierenden befanden sich 134 Deutsche und 12 Ausländer. Mehr als 30 Studierende sind Söhne von Großindustriellen und Großkaufleuten, die sich an der Handels- Hochschule zur Uebernahme des väterlichen Gehöftz vorbereiten. Dem schnell wachsenden Besuch gemäß hat sich der Lehrplan entwickelt. Die Vorlesungen belaufen sich nach dem soeben erschienenen Lehrplan im kommenden Winter- Semester auf 185 Wochenstunden, 105 mehr als im ersten Semester. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 13. Sonntag nach Trinitatis, den 24. Aug. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Grein. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmirten der Markusgemeinde. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Pfarrassistent Vogt. Vormittags 9.30 Uhr: Dr Naumann. Katholische Gemeinde. Samstag, 23. Aug. Nachmittags um 5 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. Sonntag, den 24. Aug. 14. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6.30 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. ,, 7 Uhr: Die erste heil. Messe, " " vor und in derselben Austeilung der heiligen Kommunion. , 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2.30 Uhr: Andacht. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Samstag, den 23. Aug. Vorabend 7 Uhr. Morgens 8,30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr Sabbathausgang 8,20 Uhr. Methodisten- Gemeinde, Afterweg 16. Evangelischer Gottesdienst. Sonntag Abend 8 Uhr Predigt. Mittwoch Abend 82 Uhr Bibelstunde. Gestorbene. Am 21. August Frieda Rosenbecker, 1 Jahr alt, Tochter des Taglöhners Johann Peter Rosenbecker dahier und Heinrich Kuhne, 51 Jahre 10 Monate alt, Gastwirt dahier. Kirchweihfest, Lollar Während den Kirchweihtagen findet bei mir Gutbeſeßte Tanzmusik Gutbeſeßte Tanzmuſik Es ladet ergebenst ein Johannes Weigand. Gasthaus zum Rebstock. 9919199 ftatt, wozu ergebenst einladet Friedrich Weinrich, Gasthaus zur Traube. 2 t if 59 b n he B 19 8 Ei ihre gezi ihr steu dak ber der stei be ihr fich der Qu pfl B fid fo fol Nr. 194. Freitag, den 22. August ene Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der städtische Friedhof in der Zeit vom 16. August bis 15. Oftober von Morgens 6 Uhr bis Abends 8 Uhr geöffnet bleibt, und daß die auf dem Friedhof verweilenden eine Viertelstunde vor Schluß desselben auf diesen durch ein Glockenzeichen anfmerksam gemacht werden. Gießen, am 16. August 1902. odiom Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Amtlicher Teil. Indem wir dies zur öffentlichen Kenntnis bringen, fordern wir die Einwohner unserer Stadt auf, in allen Fällen ansteckender Krankheiten,( Typhus, Scharlach, Diphteritis, ganz besonders aber auch Tuberkulose jeder Art), wenn Kranke verstorben oder auf die Klinik gebracht worden sind oder ihre Wohnung gewechselt haben, dem Stadtbauamt alsbald Anzeige zu machen und die Vornahme der Desinfektion zu begehren. Die zu entrichtenden Gebühren sind aus der gleichzeitig veröffentlichten Gebührenordnung vom 2. Mai 1896 zu ersehen. Gießen, am 12. August 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. eine, zwei oder drei Abteilungen des Apparates be nutzt werden, 3, 4 oder 6 Mt. b. für die Benutzung des Apparates selbst, je nachdem eine, zwei oder drei Abteilungen benutzt werden, 4, 5 oder 6 Mt. Für Sachen, welche, wie einzelne Kleidungsstücke, nicht einmal eine Abteilung des Apparates ausfüllen, 2 Mt. Die in den Klassen 6 bis 10 der II. Abteilung der Einkommensteuer( Einkommen von 1300 bis 2600 Mt.) Ein geschätzten haben nur die Hälfte der vorstehenden Gebühren zu entrichten, während von den mit weniger als 1300 Mt. Einkommen oder gar nicht Besteuerten Gebühren überhaupt nicht erhoben werden. Für Gebührenpflichtige, denen in Folge von Unglüc Krankheits- oder Sterbefällen die Entrichtung der Gebühren Gebühren weiterhin ganz oder teilweise erlassen werden. Die Befreiung von Gebühren hat nicht den Charakter eine Armenunterstüßung aus öffentlichen Mitteln. Die Gebühren sind auf Anfordern an die Stadtfafi Nachdem die Stadtverordneten- Versammlung in ihrer Betreffend: Die Wohnungsdesinfektion in der Stadt Gießen. besonders schwer fallen würde, können auf deren Antrag die Sigung vom 15. Mai 1. J. die Einführung der sogen. Gebühren- Säße Formadehyddesinfektion beschlossen hat, sind nunmehr die dazu erforderlichen Apparate angeschafft und eine Desin für die durch die städtischen Desinfektoren besorgte fektionsfolonne in deren sachgemäßen Handhabung ausgebildet Wohnungedes infektion und für die Desinfektion worden. Die Formaldehyd- Desinfektion besigt gegenüber der von beweglichen Sachen in dem klinischen des bisher hier gebräuchlichen Desinfektionsmethode den großen infektions- Apparat. Vorteil, daß die zu desinfizierenden Zimmer nicht geräumt zu werden brauchen, daß die Desinfektion im Verlauf von wenigen Stunden beendigt ist und schädliche Wirkungen auf Tapeten, Möbel und Stoffe nahezu garnicht ausübt. Wenn es auch nach wie vor dringend geboten scheint, Bettteile, Wäsche und Kleidungsstücke in dem auf den neuen Kliniken zur Verfügung stehenden Dampfdesinfektionsapparat reinigen zu lassen, so ist die Formaldehyd- Desinfektion doch vorzüglich geei gnet zur Durchführung einer wirksamen und doch ungefäg rlichen Wohnungsdesinfektion. Nähmaschinen. Seltersweg 77 in Nur erstklassige Fabrikate Seidel& Naumann, Frister u. Roßmann, Junker n. Ruh, Mundlos& Co., Grigner. Laugschiff-Nähmaschinen 70-75 Mart, Schwingschiff- Nähmasch. 75-85 Mart empfehlen in großer Auswahl unter langjähriger Garantie Brüder Schmidt, 83 Seltersweg 83. Für jeden Käufer empfiehlt es sich unser Lager anzusehen. Seltersweg 77 Mein Ausverkauf im Laden Seltersweg 77 Sonn- und Regenschirmen, Stöden, Herren- Kragen, Manchetten, Chemisetten dauert nicht mehr lange. Große Auswahl in Tricotagen. Gravatten, sowie Herren und Damen- Strümpfe. Seltersweg 77. familia Seltersweg 77. Die Berufswahl im Staatsdienst. Vorschriften über Annahme, Ausbildung, Prüfung, Anstellung und Beförderung in sämtlichen Zweigen des Reichsu. Staats-, Militär- und Marinedienstes. Mit Angabe der erreichbaren Ziele und Einkommen. Nach amtlichen Quellen von A. Dreger. 7. Auflage 1902, Geheftet 3,60 Mk., gebunden 4,50 Mk. billion Die Nester und Eier der in Deutschland brütenden Vögel. Mit 229 farbigen Abbildungen. Von Dr. E. Willebald. 3. Aufl. 3 Mark. & potimba Fidelitas. Zeitschrift enthaltend Lustspiele, Couplets( mit Musik), Vorträge, Spiele. Halbjährlich 2 Mark. Probeheft 8 Stück enthaliend, 40 Pf. C. A. Koch's Verlag in Dresden u. Leipzig. tote 25 Ratten! Jch bezeuge Jhnen gern, daß Jhr fabrikat Es hat geschnappt" bei meinen Kunden große Unerkennung findet, da die Wirksamkeit Siefes Battenmittels eine sehr gute in. Ein nicht genannt fein wollender Kunde, der in meiner Filiale in Padet à M. 1- faufte, hat damit ca. 25 Batten getötet. Ludwig Brennig, ........ 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