Nr. 218. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 19. September 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungslifte No. 3032. Redaktion und Erbedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Zur Errichtung von Produktivgenossenschaften im Handwerk. ( Nachdruck verboten.) Die Errichtung von Produktivgenossenschaften ist für das Handwerk genau so bedeutungsvoll wie z. B. die Errichtung von Darlehnskassen. Im letzteren Falle bekommt der Wanderlehrer den nach Ansicht des jeweiligen Opponenten durchschlagenden Einwand zu hören: Wie fomme ich dazu, meinem Konkurrenten etwas zu borgen? In ersterem Falle: Wie komme ich dazu, mit meinem Gelde für die Konkurrenz Maschinen zu faufen? Meistens wird dann gefordert, daß lieber Der Staat einmal gründlich seinen Beutel aufthun und zahlen solle. So glaubt man denn, sich auf den Boden einer praktischen rationellen Politik gestellt zu haben. Man vergißt dabei ganz, daß der größte Egoist in wirtschaft licher Hinsicht dann der größte Altruist ist, wenn er flugerweise es vorzieht, seinen Besitz zu bewahren und in Ruhe zu vermehren, anstatt ihn in einem wirtschaftlichen Verzweiflungskampfe aufs Spiel zu setzen, denn ein solcher Sieg ist meistens nur ein Pyrrhussieg. Mehr solche Siege und die unklugen Egoisten sind selbst verloren. In der Praxis giebt es eben einen Interessengegensatz zwischen dem kleineren und größeren Meister desselben Gewerbszweiges ebenso wenig als wie z. B. das heutige Submissionswesen nur einer Klasse, etwa den stleinmeistern, schadet. Entsprechend liegen die Verhältnisse der verschiedenen Stände unter einander in ihrer Beziehung zum Staat Dieser darf weder dem einen noch dem anderen eine Bergünstigung gewähren, wenn nicht die Rücksicht auf die Erhaltung des einen Standes im Interesse der Gesamtheit es verlangt, daß den anderen Ständen die Leistung von Opfern auferlegt werde. Ein Schenken im Sinne der vorbezeichneten Forderer:" Staat, thu den Beutel auf!" wäre unpolitisch und wirtschaftlich gefährlich. Es würde eben dieselben Nachteile für den ganzen Stand im Gefolge haben, die man beim unüberlegten Schenken an Erwachsene wie an Kinder beobachten kann. Ja, wir müssen noch weiter gehen. Der Staat als solcher darf eigentlich überhaupt nicht schenken. Denn sonst würden alle Stände mit demselben Anrecht kommen und fordern können, und mit dem finanziellen Vermögen wäre es bald aus. Es darf also nur so lange die Gewährung eines Vorteils aus öffentlichen Mitteln an irgend einen Stand oder einen Teil desselben statt4] Entlarvt. Roman von Moritz Lilte. III. Schwere Kämpfe. ( Nachdrud verboten.) Auf einem einsamen Wege des Böhmerwaldes sprengte hoch zu Roß ein junges Mädchen dahin, gefolgt von einem Diener zu Bferde, welcher in angemessener Entfernung hinter ihr ritt. Die Reiterin war eine schlanke, feingebaute Gestalt, zart und elegant, ihre Bewegungen zeigten natürliche Anmut, und die lieblichen Biige ihres frischen, runden Antliges, aus welchem ein Paar große, dunkelgraue Augen treuherzig und unbefangen in die Welt hinausschauten, deuteten auf Sanftmut und Milde. Jest hielt Erna von Falkenhof, so hieß die Reiterin, ihr Roß an und winkte dem Diener. Kehre nach dem Faltenhof zurück, ich bedarf Deiner Begleitung nicht mehr", sagte sie beſtimmt, aber keineswegs unfreundlich. Mein Vater weiß, wie gern ich allein in Wald und Flur umherstreife; er wird sich also um mich nicht ängstigen. In einer Stunde gedenke ich wieder daheim zu sein." Der Diener grüßte ehrerbietig und wandte sein Tier rückwärts; Erna aber sprengte auf dem hartgefrorenen Boden in vollem Galopp davon. Erft als fie ein kleines Gehölz hinter sich hatte, welches sie den Blicken des Dieners entzog, ließ sie ihr Pferd langsamer gehen, und spähend schweiften ihre Blicke in die Ferne. Plöglich stieg eine dunkle Nöte in ihr liebliches Antlig. In einiger Entfernung gewahrte sie einen Reiter, der, als er ihrer anfichtig wurde, seinem Roß sofort die Sporen gab und dasselbe wang, sich in mächtigen Säßen der Reiterin zu nahen. Mit ficherer and parierte er wenige Schritte vor der jungen Dame fein Roß und lüftete den Hut. Es war ein stattlicher junger Mann, seine fräftige, elastische Gestalt hatte etwas Imponierendes. Bolles, rabenschwarzes Haar, ein ebensolcher Schnurrbart und gleich farbige Augen bildeten einen seltsamen Kontrast zu dem bleichen Teint und machten seine Erscheinung zu einer außer gewöhnlich interessanten, wohl geeignet, die Neigung eines fchwärmischen, romantisch angelegten Mädchens zu gewinnen. Gin eigentümlicher Bufall hatte die Bekanntschaft der jungen Leute herbeigeführt. Erna war noch nicht lange aus dem adeligen Fräuleinſtift, # welchem sie mehrere Jahre in flösterlicher Abgeschiedenheit finden, bis es diesem möglich wird, sich durch diese staatliche Hilfe wirtschaftlich zu heben. Dann muß das Gewährte zurückgezahlt oder im Interesse der Allgemeinheit verzinst und amortisiert werden. Von diesen Gesichtspunkten lassen sich alle die Anstalten leiten, die von Staatswegen dazu bestimmt sind, staatliche Hilfe einzelnen Interessentengruppen zu gewähren, wohlgemerkt nur an Gruppen, nicht an einzelnen Personen. Das zeigt uns für die Frage der Darlehnsfassen das Beispiel der preußischen Zentralgenoffenschaftskasse, für unsere Frage das Vorgehen der Gewerbeförderungsaktion des K. K. Handelsministeriums in Wien. Erfahrungsgemäß scheitert die Gründung von Produktiv genossenschaften meistens an der Geldfrage, ganz abgesehen davon, daß das Zusammenarbeiten in einer solchen auch noch ein gutes Stück genossenschaftlichen Geistes mehr zur Vorausseßung hat, als das Zusammenarbeiten in einer Einkaufsoder Darlehnsgenossenschaft. In einer Produktivgenossenschaft müssen die Mitglieder entweder viel zahlreicher sein, oder weit höhere baare Einlagen machen, denn da heißt es Maschinen anschaffen, einen Raum dafür bereitstellen und mindestens einen Mann zu ihrer Bedienung annehmen, der zugleich zu buchen hat, wie lange jeder Genossenschafter sie benutzt. Hier greift nun die Gewerbeförderungsaktion ein und überläßt an Genossenschaften, Gewerbevereine und im weitesten Entgegenkommen auch an Stadtgemeinden und ähnliche Körperschaften Maschinen gegen ratenweise Abzahlung des Anschaffungspreises. Das Vorgehen seitens dieser Stelle ist also im allgemeinen das gleiche, wie es im Falle der D8nabrücker Tischlergenossenschaft auch die preußische Regierung nach dem Wissen des Verfassers dieser Zeilen durch Gewährung eines besonderen Kredits beobachtet hat, nur in liberalerer Form, nicht an die Voraussetzung des Vorhandenseins einer Genossenschaft gebunden. Und das unseres Erachtens nicht ohne große innerliche Berechtigung, denn es ist eben nicht überall die Errichtung einer Genossenschaft möglich, weil nicht überall 7 Handwerker desselben Faches ansässig sind. Will man aber den nicht am Blaze wohnenden zumuten, ihre Rohmaterialien erst auf Wagen weither in die Maschinenhalle der Genossenschaft zu schaffen, so dürfte man damit sehr wenig Gegenliebe finden. Außerdem ermöglicht die Art des Vorgehens in Desterreich, die Segnungen dieser Einrichtung den weitesten Kreisen zugänglich zu machen. Der Charakter der Unterstützung als Staatsbeihilfe wird dabei streng gewahrt, denn die Gesuche um Ueberlassung von Maschinen sind an das Handelsministerium zu zugebracht hatte, zurückgekehrt. Ein einsames, freudloses Dasein wartete ihrer; der bejahrte Herr von Falkenhof war ein unfreund licher, die Einsamkeit liebender Mann, der nur selten Besuch empfing. Ernas Mutter war längst tot, und Geschwister hatte sie nie besessen. Ihr einziger weiblicher Umgang bestand in der alten Brigitte, die auf Faltenhof die Wirtschaft führte. Das junge Mädchen hatte daher nur wenig 3erstreuung, ihre Beit füllte sie aus mit Partien zu Pferde in die Umgebung, mit Spaziergängen, Klavierspielen, Lesen und leichten Handarbeiten. Eines Tages hatte sie auf einer ihrer einsamen Wanderungen den Park verlassen und war hinaus in den stillen Wald gelangt. Blöblich trat ein Mann hinter einer dichten Tanne hervor; sein ganzes Aeußere war das eines Landstreichers. Ohne Umstände forderte er von Erna Geld, Uhr und ihren Schmuck, und als das junge Mädchen, zum Tode erschrocken und zitternd, seinem Verlangen entsprochen hatte, faßte der Unhold sie um die Taille und forderte einen Kuß. In diesem Augenblick sprang ein junger Mann aus dem Gehölz, und im nächsten Moment lag der Strolch am Boden. Der eiligst im Dickicht. Räuber mußte die Wertsachen wieder herausgeben und verschwand Der unbekannte Retter stellte sich Erna als Baron Halek vor und bot sich ihr auf dem Heimwege als Beschüber an, was sie gern annahm. Am Parkthor verabschiedete sie sich und reichte dem jungen Mann mit warmen Dankesworten die Hand; der leise Druck, den sie empfand, und der vielsagende Blick aus den schwarzen Augen des Fremden machten ihr Inneres erbeben, sie Gefühl, daß sie immer wieder beschlich, so oft sie des Barons empfand ein feltsam banges und doch so wunderbar freudiges gedachte. Seit jener ersten Begegnung sahen sich die jungen Leute oft. Der Baron hatte dem Fräulein von Falkenhof erzählt, daß seine Familie einst sehr reich und begütert gewesen, aber nach und nach verarmt sei. Aus diesem Grunde habe er sich einem Berufe zuwenden müssen, und deshalb sei er Künstler geworden. Bei einer späteren Begegnung sprach der junge Mann bereits von den Freuden einer glücklichen Häuslichkeit, und endlich trat er mit einer förmlichen Liebeserklärung hervor, sie um Herz und Hand fürs Leben bittend. Stumm ſant Erna dem Geliebten in die Arme, und ihre ver klärten, feuchtschimmernden Augen zeigten, wie unendlich glücklich sie sich fühlte Am nächsten Tage wollte der Baron zu Ernas Vater gehen und um dessen Segen bitten richten. Die Durchführung der technischen Frage aber fällt dem Gewerbeförderungsdienst zu, so die Vorerhebungen über die wahrscheinliche Rentabilität der Anlage, die Rücksichtswürdigkeit der Bewerber, Wahl, Aufstellung und voraussichtliche Benützung der Maschinen, weiter aber auch noch den Einkauf der Maschinen selbst, und ihre Prüfung auf ihre Güte und Leistungsfähigkeit. Der Gewerbeförderungsdienst übernimmt hiermit ür seine Klienten auch die Schaf fung des Rechtsschutzes. Er dient damit demselben Zwecke, den die großen lan wirtschaftlichen Bentraleinkaufsgenoffenschaften auch mit verfolgen. Ueber dieses Ziel geht aber der Gewerbebeförderungsdienst noch hinaus, indem er den Absatz der von ihm mit Maschinen ausgestatteten Genossenschaften durch die Einführung von abfaßfähigen, leichtverkäuflichen Spezialartikeln und durch die Vermittelung bei Vergebung öffentlicher Lieferungen usw. möglichst zu heben sucht. So ist es nur folgerichtig, wenn der Gewerbebeförderungsdienst blos Maschinen, nicht aber Zuschüsse zum Ankauf von solchen gewährt. Er sichert sich und die Genossenschaften dadurch am besten, wenngleich sein Vorgehen auch eine Ausnahme von dem alten Sage darstellt, daß der Handwerker wohl Geld, aber nicht Ware borgen darf. Für die Genossenschaften sorgt er dadurch am besten, daß er sie nicht Maschinenreisenden in die Hände fallen läßt, die hinsichtlich der Qualität das verschiedenste anpreisen. Weiter aber kauft er auch noch billiger ein, als die Genossenschaft dazu in der Lage wäre, und läßt den Preisunterschied den Genossenschaftern zu gute kommen. Der Gewerbeförderungsdienst berechnet also die Selbstkosten. In dieselben rechnet er ein die zinsenfreie Abzahlung des Anschaffungspreises, die Verzollungs- und Aufstellungskosten. Die Transportkosten und die Feuerversicherung dagegen bezahlt das Handelsministerium, das bis zur Erstattung der Schuldsumme in jedem Falle Eigentümer der Maschinen bleibt. Die Grstattung hat in der Regel in 10 Jahren zu erfolgen. Die 10prozentige Amortisation hat sich also wohl als angemessen bewährt. Nach Ablauf der Abzahlungsperiode wird die Genossenschaft Eigentümerin der Maschinen, sofern die Zahlungen richtig geleistet werden. War das nicht möglich, so behält sich das K. K. Handelsministerium das Recht vor, die Maschinen wieder zurückzuziehen. Geschieht das, so werden die eingezahlten Raten abzüglich eines der Abnutzung entsprechenden Betrages zurückgewährt. Geschieht mit den Maschinen etwas, fommen Brüche oder Beschädigungen vor, so ist dies dem Ge. Am anderen Morgen furz vor der Mittagsstunde, stellte er sich ein. Die Unterhaltung zwischen Faltenhof und dem Künstler war sehr kurz; freidebleich trat letterer aus dem Bimmer von Ernas Vater, sprang hastig auf sein Pferd und eilte in scharfem Trabe davon. Am Ausgange des Schloßhofes drehte fich der Reiter raf um und machte nach dem Fenster, an welchem die Geliebte saß, eine plögliche Handbewegung, welche sie mit einem faum mert lichen Kopfnicken thränenden Auges beantwortete. Es war ohne Zweifel das verabredete Zeichen des abschlägigen Bescheides; denn das junge Mädchen sant an einem Sessel nieder, und das Gesicht in dessen Kissen bergend, erschütterte trampfhaftes Schluchzen ihre schlanke Gestalt. Dann erhob sie sich, trocknete das Antlig und suchte die Thränenspuren zu verwischen. Eine gewisse troßige Entschlossen heit lag in ihren Bügen, fie wollte felbst zu ihrem Vater gehen und seinen Starrsinn zu beugen suchen. Ueber seine Bücher gebeugt, saß der Greis, als seine Tochter bei ihm eintrat. Mürrisch und ohne aufzubliden, beantwortete er ihren Gruß. Franz war bet Dir, Vater, aber Du hast ihm die Thür gewiesen!" Der Alte fuhr auf. Franz?" rief er barsch.„ wer ist Franz? Meinst Du etwa den Burschen, der die Dreiftigkeit hatte, um Dich zu werben? Den habe ich allerdings abgefertigt, daß er wahrscheinlich, das Wiederkommen vergessen wird. Dir aber rate ich, hinter meinem Rücken ferner feine Liebeleien mehr zu treiben." " Du beurteilst Franz falsch, Vater", flehte das junge Mädchen. „ Er ist aus guter, altadeliger Familie und liebt mich mit der ganzen Glut seines aufrichtigen Herzens. Sei nicht graufam, Vater, versuche wenigstens, ihn fennen zu lernen, und ich bin sicher, Du wirst ihn milder beurteilen als jezt." Aus guter Familie, sagst Du, soll der Mensch sein?" braufte der Greis auf.„ Ein Bettler und Abenteurer ist er, der sich in ein gemachtes Nest sezen möchte. Mit Peitschenhieben lasse ich ihn von meinem Grund und Boden jagen, falls er sich wieder hier bliden läßt. Und nun laß mich allein, ich will nichts mehr von dieser Sache wissen, meine Ansicht ist unabänderlich." Da bäumte fich das Selbstgefühl in dem jungen Mädchen auf; ſtolz warf sie das Haupt zurück, und in den großen, grauen Augen flammte es auf wie Energie und Widerstand. Stumm wandte sie sich zum Gehen, während ihr Vater sie feines Blickes würdigte Es war eigenthümlich, daß sie eine Entgegnung machen fonnte. er mir nicht daa aber darüber wundern? Mußte es bachte, jedes Wort, das ich zu ih rathen müssen, wie sehr ich ihn licht so fommen? Hat Freda, hast Du es nicht 9 ihm Wirklich nicht? Ich Synnöbe, Du liebst Doktor Christianson?" Lehen? gesprochen, hätte verKannst Du Dich dieses schöne Er hatte sich von seinem gefaßt. Täuschte ich mich, wenn ich eine gleiche bei Ihnen furzen Zeit, in welcher es mir vergönnt war, täglich mit boraussetzte?" och langsam über erhoben und war an sie ein paar heiße Thränen stahlen herangetreten. Freda saß regungslos, wie versteinert, aber Sammel- Fexe und ihre Schätze. Skizze von R. Norbert. ist vielleicht in d Was wird in dieser Welt nicht alles gesammelt? Der Sammel( Nachdruck verboten.) welche jenen vielleicht Francs schäßen darf. ,, über" sind. Es giebt indessen Baron Oscar de Wattele in Paris. im Dccident Pfeifentiebhaber, behauptet sogar, auch nicht? Bielleicht haben Ein solcher Sammler ist der Die Wohnung Watteville's Pfeifen! Sie rhon sich schon die Pfahlbauer über gewisse Erzeugnisse der Tabatindustrie in Paris, Boulevard Malesgeärgert. herbes, ist ein wahres Pfeifenmuseum. In allen Sälen, in allen StodBeiben auf ihren Ge werbeförderungsdienste sofort anzuzeigen. Ist die Beschädigung derart, daß sie nicht als die Folge des ordnungsmäßigen Gebrauchs angesehen werden kann, so haben die Beteiligten dafür zu haften. Die Kontrole liegt also in der Hand der einzelnen Interessenten, denn jeder hat die Folgen etwaiger unlauterer Wettbewerbs= berstöße an seinem Leibe zu spüren. So stellen sich die Erfordernisse der Berichterstattung über die Verwendung der Maschinen, die Verpflichtung den Inspektionsbeamten des Gewerbeförderungsdienstes die Untersuchung der Maschinen jeder Zeit zu gestatten, desgleichen die Einsichtnahme in die Bücher, die Einsendung eines Geschäftsberichtes und der Rechnung, sowie einer Abschrift des Protokolls der Versammlung, in der dieselben genehmigt wurden, die Bekanntgabe der Gebrauchsordnung 2c. doch wieder nur als Sicherungsmittel für die Genossenschaft wie für den Einzelnen dar. Freilich glauben wir, daß man in Desterreich über diese Erfordernisse als bureaukratische Belästigungen nicht weniger drastisch seinem Unmut Ausdruck geliehen haben wird, als das bei uns in Deutschland bisweilen der Fall sein würde, wenn man auch bei uns eine derartige Schöpfung wie den Gewerbeförderungsdienst würde erstehen lassen. Auch hat man dort sicher ebenso geklagt, wenn die Bereitstellung von Maschinen aus einem der in Betracht kommenden Gründe sich verzögerte, wie das bei uns der Fall sein würde. Trozdem aber sind bon 1892 ab an 146 Parteien 545 Maschinen und außerdem andere Arbeitsbehelfe, wie Transmissionen, Werkzeuge und dergl. im Anschaffungswerte von rund 440 000 kronen( über 350 000 Mark) überlassen, und wie viel Segen ist durch diese Fürsorge gestiftet worden! Die vorstehenden Ausführungen sind der Schrift: Die Gewerbeförderungsaktion des K. K. Handelsministeriums,"( Uebersichtliche Darstellung des Standes im Juni 1901) entnommen und berechtigen uns wohl zu der Ansicht, daß es auch für deutsche Verhältnisse mit Freuden zu begrüßen wäre, wenn der Antrag Trimborn u. Gen. Verwirklichung fände. Politische Nachrichten. Berlin, 18. Sept. Dr deutsche Gesandte in Peking, Frhr. Mumm v. Schwarzenstein ist hier eingetroffen. - Der Berliner Polize präsident von Windheim, welcher am 1. Sept. in Urlaub gegangen war, ist dem Berliner Tageblatt zufolge gestern wieder unerwartet in Berlin eingetroffen. Wie verlautet, steht demnächst der Uebergang des Polizeipräsidenten in ein anderes Staatsamt bevor und zwar soll es sich um eine Verwendung in einem Ministerium handeln. Bukarest, 18. Sept. Da das Regiment des GewerbeGesezes die materielle Benachteiligung der fremden namentlich der israelitischen Handwerker bestätigt, haben dieselben die Fortsetzung der Auswanderung beschlossen. Berlin, 18. Sept. Wie das Berliner Tageblatt erfährt, verhandeln jetzt auch Deutschland, Japan und die Vereinigten Staaten von Nordamerika mit China über den Abschluß eines neuen Handels- Vertrages. Berlin, 18. Sept. Nach der Staatsbürger Zeitung soll ein bekannter Centrums: Abgeordneter zum Interstaatssekretär des Reichsamtes des Innern als Nachfolger Rothes ausersehen sein.(? D. R.) Paris, 18. Sept.„ Echo de Paris" erfährt, daß nach längerer Beratung das internationale Komitee der Bergarbeiter beschlossen hat, den Sitz des Komitees nach Brüssel zu verlegen. Das Komitee sprach sich energisch gegen einen Ausstand französischer Bergleute aus. Dem„ Matin" zufolge ist der Zusammentritt der Kammer bereits auf den 14. Oktober anberaumt, um das Budget noch bis Neujahr erledigen zu können. Brest, 18. Sept. Am nächsten Sonntag findet in Folgoet eine große Rundgebung gegen das Unterrichtsgesetz sowie eine Pilgerfahrt sämtlicher Schüler von 40 Gemeinden statt. Der Bundesrat hat gestern Nachmittag eine Sigung abgehalten Es ist dies die erste Sitzung nach den Sommerferien. Staatssekretär Graf Bosa dowsky ist gestern Mittwoch Abend von seinem Urlaube zurückgekehrt und hat die Dienstgeschäfte wieder übernommen. Er wird Montag an den Beratungen der zweiten Lesung des Zoltarifes in der Commission teilnehmen. Londo, 18. Sept. Wie aus Johannesburg ge= meldet wird, haben die Börsenbesucher fünftig eine Gebühr von 600 Pund Sterling zu entrichten, um mitglied der Stock Exchange werden zu können. Außerdem müssen sie eine Garantie von 2500 Pfund stellen, während früher nur 300 Pfund nötig waren. London, 18. Sept.„ Taily Mail" meldet aus Sidney: Zwischen der Bundesregierung und Neu- Südwales sind Differenzen entstanden. Die Bundesregierung, welche sich an den Landes- Verteidigungs- Maßnahmen beteiligt hat, be= hauptet das Recht zu besigen, die Festungs- und die Schanzwerke im Hafen von Sidney militärisch zu beseßen. Die Be hörden von Sidney lehnten diese Forderung ab. Auf die Erklärung der Bundes- Regierung, daß sie das Gebiet mit Gewalt beseßen werde, antwortete die Behörden von Sidney daß sie die damit beauftragten Truppen entwaffnen würden. gemeine, glei des Prinzips privilegien; H auf das Re waltungsthät behörden geg liche Regel aller fomm tommunalen Aufgaben be pflege burd mögens- und munale Grun fleigerung bes Für die teit find folger tung und der bigen Inftitu folgen; b) fommunaler fommen, nac erfolgen. Gi ** Der im Fürstenso den Kurdire ftand der B meister Wörn Hentidel, der den Dr. Wad mit Geb. Me feffor Dr. Gro fchen Geiftlicher Brib Biebung der folgende Gewin 50 000 2 nun schon Jemandem ein gewisses Minimum nicht gepfändet werden kann, soll man doch denen, die dieses Minimum gegarnicht haben, es erst einmal verschaffen. Man ist recht großsprecherisch mit den Resultaten einer Arbeiterversicherung, die auch auf dem Minimumgedanken beruht. Aber wenn man die Geseze ansieht, merkt man bald ihre Unzulänglich feit. Die Krankenversicherungen sollen ja nun reformiert werden. Da muß ich auch von den Aerzten sprechen. Viele von ihnen behaupten, daß durch die Krankenversicherung ihre Existenz untergraben werde, daß ihre Leistungen so gut wie garnicht honoriert werden. Aus der Statistik geht aber hervor, daß die Aerzte von den Kassen sicherlich so viel befommen, als sie von den Kassentranten in freier Praris er halten würden. Die thatsächliche Notlage vieler Aerzte beruht auf Ueberfüllung ihres Berufs. Die Gewerbefrant heiten sind eigentlich Unfälle, das giebt auch Professor Levin zu, also gehören sie eigentlich unter die Unfallversicherung. Redner bespricht dann die oft erörterten Mängel und Lücken der einzelnen Versicherungszweige. Eine besondere Wöchnerinnenversicherung befürworte er nicht, weil wir schon gewisse Versicherungen haben, vielmehr muß da die Krankenversicherung entsprechend gestaltet werden. Vor Bureaufratismus bei Erweiterung der Versicherungen fürchten wir uns nicht, denn je weiter sie werden, desto mehr wird die Selbstverwaltung Plaz greifen müssen, gerade so wie Bismarck und Konsorten der Krankenversicherung die Selbstverwaltung nicht aus Herzensneigung gab, sondern einfach, weil es anders nicht ging. Was nun die Arbeitslosenversicherung betrifft, so habe ich in der„ Neuen Zeit" gelesen, daß die obligatorische finanziell möglich ist. Sie ist aber auch wünschenswert nicht nur vom Standpunkt der Arbeiter, sondern auch vom Standpunkt der AIIgemeinheit. Ein Land siegt im internationalen Konkurrenzkampf, wenn es träftige, tüchtige Arbeiter hat. Die Arbeitslosigkeit aber entkräftet die Arbeiter. Ich glaube ferner, daß die Einführung der öffentlichen Arbeitslosenversicherung den Anlaß zu weiteren Reformen geben würde, denn mit ihrer Hilfe erst bekäme man einen lleberblick über den ganzen Arbeitsmarkt, uud da meine ich: hat man einmal diesen Ueberblick, dann kommt auch die Regelung der Arbeitszeit. Wir wollen doch auch Taktiker sein! Die Versicherung ist das deutsche Paradepferd. Der Widerstand der Regierung gegen ein neues Glied der Versicherung wird aber nicht so groß sein, wie in anderen Fällen. ist auch nicht bedeutungslos, daß die 1895er Arbeitslosenzählung erfolgt. Ich fragte einmal den verstorbenen Direktor des Reichsstatistischen Amtes Scheel, ob nicht eine allgemeine Lohnstatistit möglich set, er antwortete: " Oh, möglich ist sie schon, aber wenn dann große Schäden aufgedeckt werden, muß doch die Regierung etwas thun, und davor schreckt man zurück". Nun, die Arbeitslosen haben sie doch gezählt, also wird da vielleicht eher etwas gethan. Der Gewerkschaftsbewegung würde, öffentliche Arbeitslosenversicherung nicht schaden. Die Kranken- und Invalidenversicherung hat z. B. die Buch- Beuthen, Liesc druckergewerkschaft nicht gehindert, ihre eigene Krankenund Invalidenunterstützung beizubehalten und um ein analoges Beispiel zu geben: Glauben Sie, daß die Bäckereiverordnung, die den Bäckereiarbeitern eine Verfürzung der Arbeitszeit gebracht hat, die Gewerkschaftsbewegung der Bäcker schädigte? Nein, die Verordnung hat die Bewegung erst in den Fluß gebracht. wenn das Gesetz bestimmt, daß die gewerkschaftliche und öffentliche Versicherung einander ausschließen, daß sie nicht gleichzeitig auf dieselben Personen angewendet werden dürfen nur dann fönnte eine Schädigung der Gewerkschaften eintreten, bei freier Konkurrenz der Versicherten nicht. Redner spricht auch über die Waisen- und Wittwen- Versicherung und endet unter lebhaftem Beifall seinen gründlichen und sachlichen Vortrag. London, 18. Sept. Aus Bombey wird gemeldet: Englischen Blättern zufolge sind 12 Belagerungs- und 18 Feldgeschüße sowie reichliche Munition durch eine deutsche Firma an die Adresse des Emirs von Afghaniſten nach Beschawar abgesandt worden. - Japan. Die Japanische Kaiserin hat der deutschen fürzlich den japanischen Orden Hokausho( Orden der Krone) Kaiserin durch den kaiserlich japanischen Gesandten in Berlin überreichen lassen. Die Sub- Kommission der Zolltarif Kommission des Reichstages ist gestern Mittag 124 im Reichstage zur ersten Sizung zusammengetreten. Verschiedene Abgeordnete sprachen den Wunsch aus, nicht das ganze Material nochmals in zweiter Lesung zu behandeln. Abgeordneter Stadthagen besteht darauf, wenigstens über alle einzelnen Positionen, die sich auf Lebensmittel beziehen, gesondert zu verhandeln. Handelsminister Möller erklärt, die Regierung müsse sich ihre Stellungnahme zu den Beschlüssen noch vorbehalten. Damit schließt die allgemeine Debatte. Eine Abstimmung erfolgt nicht. In der Spezial Diskussion spricht der Abgeordnete Dr. Müller- Sagan( freis. Volksp.) den Wunsch aus, über Getreide, Gemüse und Vieh besonders zu diskutiren. Diesem Vorschlage stimmt die SubKommission zu. Auch über jeden sonstigen HauptAbschnitt soll eine allgemeine Debatte stattfinden. Vorsitzender Rettich will in der zweiten Lesung nur diejenigen Positionen behandeln, deren Annahme in der ersten Lesung durch eine zweifelhafte Majorität erfolgt ist. Auch dieser Vorschlag findet Annahme. Handelsminister Möller behält sich vor, am Montag vor Beginn der Sigung eine bestimmte Erklärung_abzugeben. Damit schließt die Beratung der SubKommission. - Ju Sachen der Fleischnot beschloß vorgestern der Berliner Hausfrauen- Verein, eine große Frauen- Versammlung unter Hinzuziehung aller Frauen- Vereine Berlins zu veranstalten. Am 10. August haben in Japan die Neuwahlen für das Abgeordnetenhaus, das 330 Mitglieder zählt, stattgefunden. Sämtliche Abgeordnete beziehen, was bei dieser liches Einkommen von je 4-5000 Mt., sodaß der Staat Gelegenheit zu erfahren vielleicht von Interesse ist, ein jährfür diese Zwecke 1/2 Millionen Mark im Jahre ver= ausgabt. Haag, 18. Sept. Der Minister des Aeußern erflärte bei Erörterung der Throncede alle Gerüchte von einem Bündnis mit irgend einer auswärtigen Macht für unbegründet. Die Beziehungen Hollands zum Auslande seten unverändert geblieben. Es habe weder eine Entfernung noch eine intime Annäherung stattgefunden. Sozialdemokratischer Pa teitag. München, 18. Sept. Heute wird zunächst die Disfussion über den parlamentarischen Bericht fortgesetzt. Diehrere Redner befürworten den Antrag, daß die Fraktion im Reichstag die Einführung des Achtstundentages fordert. Timm- München wünscht, daß eine klare Entscheidung über die rechtliche Stellung der Arbeitersekretariate herbeigeführt werde. Im Schlußwort konstatiert Rosenow, daß der Parteitag mit der Thätigkeit der Reichstagsfraktion ganz einverstanden ist. Nun fommen Ant äge zur Abstimmung, von denen der Fraktion zur Berücksichtigung überwiesen wird, für den Achtstundentag pariamentarisch zur wirken: Angenommen wird: Die Frattion möge dahin wirken, daß eine Vereinheitlichung und Erweiterung der Krankenversicherung stattfinde. Die Frattion möge die Reichsregierung über ihre Auslegung des §616 des Bürgerl. Gesetzbuches in den Reichs- und Werftbetrieben interpellieren. Ferner den Bundesrat ersuchen, alle Portefeuille- und Heim- Arbeiter dem Invaliden- und Unfallversicherungs- Gesetz zu unterwerfen und dahin zu wirken, daß alle Heimarbeiter, die nur gegen Lohn beschäftigt werden, dieselben Vorteile der Gewerbenovelle wie die Fabrikarbeiter genießen. Da Bebel heute nicht ganz wohl ist, wird sein Referat über die Reichstagswahlen auf morgen verschoben und zunächst der Punkt Arbeiterversicherung vorgenommen. Referent ist Molkenbuhr, der folgende Resolution vorschlägt: Die Versicherungsgesetze des Deutschen Reichs, die hauptsächlich erlassen wurden, die Armenkassen vor Ueberlastung und die Unternehmer vor Schadenersatz zu bewahren, entsprechen in keiner Beziehung den Anforderungen der Arbeiterkreise. Jedoch ist durch die Aufstellung der Beweis erbracht, daß mit der Versicherung allgemeine lebelſtände bekämpft und deren schlimmste wirtschaftliche Folgen gemildert werden können. Deshalb fordert der Parteitag: 1. Ausdehnung der Versicherung auf alle Arbeiter und die diesen wirtschaftlich gleichstehenden Personen; 2. Vereinheitlichung der Versicherung; 3. Volle Selbstverwaltung durch die Versicherten; 4. Heranziehung aller Stlassen zur Tragung der Kosten; 5. Bekämpfung von Volkskrankheiten durch die Krankenversicherung; 6. Weiterer Ausbau der Unfallverhütungsvorschriften und der Vorschriften zur Verhütung von Berufsfrankheiten, sowie voller Schadenersatz der Verletzten und deren Hinterbliebenen; 7. Einführung der Arbeitslosenversicherung; 8. Einführung der Witwen- und Waisenversorgung. Der Referent führt aus, daß das Bürgerliche Gesetzbuch und andere Geseze durch ihre Bestimmungen über Unpfändbarkeit usw. ein gewisses Lebensminimum vorausseßen. Wenn Es Nur In der Nachmittagssigung spricht RaabPfungstadt über die Phosphornefrose der Streich holzarbeiter und betont den Unfallscharakter dieser Berufskrankheit. Lilli- Braun: In der Mutterschaftsversicherung, die wir verlangen, sollten auch einbegriffen sein Wöchnerinnenasyle, Kinderasyle usw., die durchaus den Charakter von Wohlthätigkeits- Instituten verlieren müssen. Diese Institute sollen auch unter der Selbstverwaltung der Versicherten stehen, nicht am wenigsten deshalb, damit unsere Proletarierfinder nicht mehr Versuchskaninchen für Aerzte sind und die Wöchnerinnen nicht allerlei politischen Beeinflussungen ausgesetzt sind, wie es jetzt be sonders in den von Klerikalen ausgebildeten Woh thätigkeitsanstalten der Fall ist.( Lebhafter Beifall.) Schlüssig wurde man über den Punkt Arbeiterver sicherung noch nicht; die Verhandlung darüber soll als Agitationsschrift herausgegeben werden. 10 000 je 3000 ( Oppenheim): 2 je 2000 je 1000 11776, 14 574 Es folgt der Punkt: Internationaler Arbeiterkongreß 1903, Referent Singer- Berlin. Der nächste Kongreß soll in Amsterdam stattfinden. Die politische Weltlage erfordert mehr denn je den internationalen Zusammenschluß der Arbeiter. Ich empfehle daher die einstimmige Annahme der Resolution, möglichst zahlreiche Beschickung des Kongresses empfiehlt. So geschieht es. Die Nun spricht Dr. Lindemann über„ Kommunale Politik". Er legt eine Resolution vor, die etwa 150 Druckzeilen umfaßt. Darin werden Forderungen er hoben, welche die öffentliche Gesundheitspflege betreffen, Städtebau und Wohnungswesen, Volkshilfswirtschaftspflege, Sozialpolitik und Armenpflege. Es werden u. a. berlangt: Dem H Regierungsaffe felbe ift gester ** Am ginnenden 2 die Herren: die Damen: dem legten J Brüder bon Adelheid Man Bunau bon Martha Swo Düffeldorf, bon Freiber Chriftian v. Detmold, Fr Wallmüller. ** Bostali affiftenten un hat das Reich Sen Zibilann Boftverwalte prüfung meld prüfung in Dezember 18 Dienstalter tember 1903 in der Zeit bestanden h ftehen, bis welche die 2 1894 bis En in gleichem Ende März 1 zur Poftjefcet amten der 1. Neugestaltung des gesamten kummunalen Verwaltungswesens nach dem Grundsaß, daß jede lokale Verwaltung zugleich Staatsverwaltung und als solche nur dem Gesez und dem Gericht unterworfen sein darf durch a) Bildung der Gemeindevertretung durch allHus F Alein Drei eriten erite flaje dann nach nach dem durch Dau nutzten sie marschierte berg und Sang und Dritte Klaffe gang nach zurüt. Bet jebe gut auf unterwegs ge Die Gebühr 林 ** Hobbe Marburg un Dauer bon 3 ** Die& öffentliche Wirt Forgeftern Rach Borfig führte der in längere arlegte, unter inimum nicht gepfändet haffen. Man ft ret mer Arbeiterversicherung, Die diefes Minimum ge des Prinzips der Einwohnergemeinde; Aufhebung aller Befizgemeine, gleiche direkte und geheime Wahlen, Durchführung privilegien; b) Beschränkung des staatlichen Aufsichtsrechtes auf das Recht der Kenntnisnahme der kommunalen Berbald ihre Unzulänglich behörden gegenüber den lokalen Berwaltungsförpern; c) Staatberuht. Aber wenn waltungsthätigkeit; Aufhebung der Befehlsgewalt der Staatsen ja nun reformiert liche Regelung des fommunalen Steuerwesens, Aufhebung aller kommunalen Abgaben auf Lebensmittel, Deckung des tommunalen Bedarfs durch Zuschüsse des Staates für die Aufgaben der Boltshygiene, des Schulwesens und der Armenpflege durch Buschläge zu den staatlichen Einkommen-, Vermögens- und Erbschaftssteuern, sowie durch besondere fommunale Grund- und Gebäudesteuer, die vor allem die Wertsteigerung des Grund und Bodens erfasse. n Aerzten sprechen. die Krantenversicherung hre Leistungen so gut er Statistit geht abe sicherlich so viel be in freier Bragis er ge vieler Herzte be Die Gewerbefrant auch Profeffor Levin ie Unfallberfiderumgr Mängel und Lüden ne befondere Bochn , weil wir schon g muß da die Kranten rben. Vor Bureau rsicherungen fürchten werden, desto mehr en müssen, gerabe Krankenversicherung Serzensneigung gab, t ging. Was nun g betrifft, so habe daß die obligaSie ist aber aug Standpunkt der andpunkt der AIL im internationalen e, tüchtige Arbeiter fräftet die Arbeitet. Cung der öffentlichen 3 zu weiteren Re er Hilfe erst bekäme F nzen Arbeitsmarkt, - diesen Ueberblick, er Arbeitszeit. Die Versicherung Biderstand der Re Bersicherung wird eren Fällen. ie 1895er Arbeits al den verstorbenen Scheel, ob nicht fet, er antwortete: wenn dann große die Regierung etwas ck". Nun, die Arlso wird da vielleicht aftsbewegung würde nicht schaden. Die hat z. B. die Buch ihre eigene Krankenhalten und um ein auben Sie, daß die reiarbeitern eine Ver at, die Gewerkschafts Nein, die Verordnung Fluß gebracht. Nu e gewerkschaftliche un ausschließen, daß fi Berfonen angewende nnte eine Schädigung freier Konkurrenz dec richt auch über die ng und endet unter ichen und fachlicher Für die Verwaltung der Gebiete kommunaler Thätigfeit sind folgende Grundfäße aufzustellen: a) Die Einrichtung und der Betrieb der für die Erfüllung ihrer notwenbigen Institute sollen in eigener Regie der Gemeinde erfolgen; b) Die Gebührenfeftſezung für die Benutzung tommunaler Anstalten soll, soweit Gebühren zur Erhebung fommen, nach dem Grundsatz der Kostendeckung des Betriebs erfolgen. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Der Großherzog empfing am 17. September im Fürstensalon des Kurhauses zu Bad Nauheim den Kurdirektor Kammerherrn v. Grolmann, den Vorstand der Badedirektion Baurat Dr. Eser, den Bürgermeister Wörner, den Postdirektor Münch, den Bergrat Hentschel, den Pfarrer Wissig, den Pfarrkurat Erker, den Dr. Wachenfeld, Vorsitzenden des Aerztevereins, mit Geh. Medizinalrat Dr. Abbee, Medizinalrat Profeffor Dr. Grödel und Professor Dr. Schott, den englischen Geistlichen Revd. Nanson. **( Privattelegramm.) Bei der heutigen Ziehung der Darmstädter Schloßfreiheitslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 50 000 Mt. auf 15 033( nach Bingen); 10 000 ME. auf 19463( nach Darmstadt); je 3000 Mt. auf 6767( Offenbach), 17197 ( Oppenheim); 22 772( Darmstadt); hätten, da ihrer Mehrleistung keine Deckung gegenüberstehe. Für eine Wirtschaft mit einem wöchentlichen Fleischbedarf von einem Zentner betrage die jährliche Mehrausgabe für Fleisch etwa 500 Mt. Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen:" Die Versammlung protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die hohen Fleisch- und Wurstpreise, da dieselben eine schwere Schädigung des Wirtestandes sowie des gesamten Volkes sind. Die Versammlung ist der Ueberzeugung, daß unsere Reichsgesetzgebung durch die Erschwerung der Einfuhr von Schlachtvieh aus dem Auslande und durch die Erhebung von Schußzöllen die hohen Preise zu einem guten Teil mitverschuldet hat. Sie ersucht daher den Reichetagsabgeordneten Schmidt und die Landtagsabgeordneten Fund und Deser, für Aufhebung der Grenzsperren und Beseitigung der Viehzölle einzutreten. Weiter werden Magistrat und gemischte Kommission ersucht, ihre Arbeit möglichst zu beschleunigen." ** Frankfurt a. M., 18. Sept. Die Mehlhändler be= ſchloſſen, den Preis für Mehl um 3 Pfennig herabzusetzen. Frankfurt a. M., 18. September. Die Brauerei Stern Aktiengesellschaft verteilt auch in diesem Jahre wieder wie im Vorjahre 13 Prozent Dividende. * Frankfurt a. M., 18. September. Das Denkmal für die am 18. September 1848 gefallenen Volksfämpfer war am heutigen Gedenktage geschmückt. Der Sozialdemokratische Verein hatte einen Kranz niedergelegt. Sehr vernünftig! ** ** ** Wald- Michelbach, 18. Sept. In unserem Wahlkreise kandidiert für die Landtagswahl wieder der bisherige Abgeordnete Heidenreich.( Das Zentrum stellt, wie bereits mitgeteilt, den Pfarrer Blum auf.) ** Wintersheim, 17. September. Hier verkaufte ein Dekonom einen Farren, der das respektable Gewicht von 24 Gentnern besitzt. Das Tier, auf das auf der Zuchtviehausstellung in Halle a. d. Saale der 1. Preis fiel, ist erst 3 Jahre alt. ** Bingen, 17. Sept. Im hiesigen Kreisamtsge: bäude fand heute eine Versammlung des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Bingen statt. Sie nahni Stellung zu dem Antrag Haas und Genossen in der Naldi, der sich stets in Geldverlegenheit befand, soll nach dem Mordtage vom 28. Auguft viel Geld gezeigt haben. Er machte sich dadurch verdächtig, daß er versuchte, in Genua einen Paß für Südamerika zu erhalten. Gestern Morgen um 7 Uhr wurde auch die Wittwe des Ermordeten, Frau Linda Bonmartini, nach einer Herzzerreißenden Abschiedsscene zwischen ihr und ihrem Vater, dem greisen Kliniker Professor Murri, verhaftet. Die unglaublichsten Gerüchte gehen um. So heißt es, daß Frau Bonmartini, die ihren Gatten aus noch unaufgeklärten Gründen haßte- letzterer soll oft die Furcht geäußert haben, daß man ihn vergiften würde die Schneiderin Rosa Bonnetti, die Geliebte ihres Bruders Tullio, nach Venedig kommen ließ und ihr dort die Schlüssel zu ihrer Wohnung in Bologna gab. Daß Diebstahl der Grund des Mordes gewesen, scheint jezt hinfällig. Als Motiv wird auch angegeben, daß die Gräfin Bonmartini, ihrer Liebschaft mit Dr. Secchi überdrüssig, mit ihrem Bruder Tullio in Blutschande gelebt habe. Kurz und gut, der ganze Roman läßt auf ein so tiefes moralisches Niveau bei den verhafteten und verfolgten Personen schließen, daß man darüber staunen muß, wie es möglich war, daß in einer sozial so hoch gestellten Familie der Krebs der Gemeinheit so um sich fressen konnte. Die nächsten Tage werden wohl weitere Aufklärung bringen. Neueste Nachrichten. Berlin, 10. September. Nach den neuesten Meldungen ist die Ursache der vorzeitigen Rückkehr des Polizeipräsidenten von Windheim aus dem Urlaub einzig und allein in dem schlechten Wetter zu suchen. Berlin, 19. Sept. Der Vizepräsident der französischen Rammer, Etienne, entwirft ein Programm für die dringlichen folonialen Aufgaben Frankreichs. Zu diesen gehören die Gebiete. Dieses werde im Einvernehmen mit Deutschland schärfere Abgrenzung Kameruns und der französischen Kongoerfolgen nach Beendigung der Expedition L'Enfants, welche feststellen soll, ob man thatsächlich, wie Barth vermutete, zu Schiff vom Tschad- See aus während einiger Wochen oder je 2000 Mt. auf 3561, 17698, 23033 u. 23 895: 3weiten Kammer des Landtages betr. Errichtung Monate jährlich das Meer erreichen könnte. je 1000 mt. auf 3285, 4081, 7782, 10 582, 11776, 14 574, 18 187, 21748 u. 24034. = ( Ohne Gewähr.) Dem hiesigen Kreisamt ist als Hilfsarbeiter Herr Regierungsaffessor Hafertorn mit zugeteilt worden. Der= selbe ist gestern hier eingetroffen. einer Landwirtschaftskammer. Nach längerer Diskussion, an der sich auch Herr Kreisrat Spamer beteiligte, sprach sich der Verein dahin aus, daß er für die Errichtung einer Landwirtschaftskammer sei Gewünscht wurde gleichzeitig, daß Rheinhessen gleichberechtigt den andren Provinzen, welche zusammen 26 während Rheinhessen nur 10 Abgeordnete stellen soll, behandelt werden möge; es müsse die Steuerkraft Rheinhessens in dieser Hinsicht berücksichtigt werden. Curhaven, 19. Sept. Beim Auslaufen der Torpedo. boots- Flottille in der Hafen- Einfahrt collidirten das Torpedoboot S. 76 und D. 9. Ersteres erhielt ein großes Beck. Der Pumpdampfer Seeadler ist thätig, um das verletzte Schiff über Wasser zu halten und auf ** Am Stadttheater wird in der demnächst be- Abgeordnete in genannter Kammer haben sollen, den Strand zu schieben. ginnenden Wintersaison folgendes Personal mitwirken: Die Herren: Faber, Gerlach, Ramseyer und Zoder und die Damen: Fel. Feige und Frau Jenny, bekannt aus dem letzten Jahre her; ferner als neue Kräfte: Marga Brücker von Königshütte, Sophie Egard von Wesel, Adelheid Mannstädt von Wiesbaden, Lina Schmidt von Beuthen, Lieschen Sieg von Heidelberg, Käthe v. StahlBünau von Elbing, Johanna Steinert bon Gera, Martha Swoboda von Dresden; Hans Battige von Düsseldorf, Fritz Becker von Oldenburg, Willy Brosch von Freiberg i. Sachsen, Oskar Heyperk von Cöln, Christian v. Stahl von Elbing, Otto Steinert von Detmold, Frizz Töpfert von Bremerhaven und Konrad Wallmüller. ** Postalisches. Ueber die Zulassung von Postassistenten und Postverwaltern zur Sekretärprüfung hat das Reichspostamt jezt bestimmt, daß von den aus den Zivilanwärtern hervorgegangenen Assistenten und Postverwaltern sich zur Post- oder Telegraphensekretärprüfung melden können: diejenigen, welche die Assistentenprüfung in der Zeit vom 1. April 1893 bis Ende Dezember 1893 bestanden haben oder in gleichem Dienstalter wie diese stehen, bis spätestens Ende September 1903; diejenigen, welche die Assistentenprüfung in der Zeit vom 1. Januar 1894 bis Ende Juni 1894 bestanden haben oder in gleichem Dienstalter wie diese stehen, bis spätestens Ende Dezember 1903; diejenigen, welche die Assistentenprüfung in der Zeit vom 1. Juli 1894 bis Ende Dezember 1894 bestanden haben oder in gleichem Dienstalter wie diese stehen, bis spätestens Ende März 1904. Als frühester Zeitpunkt der Meldung zur Postsekretärprüfung gilt für alle bezeichneten Beamten der 1. April 1903. g spricht Raab efrose der Streich Scharakter dieser Be Mutterschafts en, sollten auch ein asyle, Kinder harafter von Wohl fen. Diese Institute tung der Versicherter Shalb, damit unser Berfuchstaninchen fü n nicht allerlei poli find, wie es jetzt be ausgebildeten Wol t.( Lebhafter Beifall Den Puntt Arbeiterver lung darüber foll al verden. nationaler Arbeiterfon er Resolution, die ( D Aus Hessen und nachbargebieten. A Klein- Linden, 18. Sept. Gestern machten unsere drei ersten Schultlassen ihre Ferien- Ausflüge. Die erste Klaffe fuhr mit der Bahn nach Lollar, marschierte dann nach Staufenberg, Kirchberg und über Mainzlar nach dem Daubringer Wald. Der Rückmarsch erfolgte durch Daubringen nach Lollar; von Lollar aus benutzten sie dann die Bahn wieder. Die zweite Klasse marschierte morgens um halb 9 Uhr nach dem Düns- berg und kehrte erst nachmittags um 5.15 Uhr mit Sang und Klang in ihr Heimatsdorf zurück. Die dritte Klasse unternahm nur einen Nachmittagsspaziergang nach Allendorf über Großen- Linden und wieder zurück. Bei all den drei Ausflügen war unsere Jugend sehr gut auf den Beinen und manches Lied wurde unterwegs gesungen. ** in. Der nächste fon inden. Die politijo je den internationaler Ich empfehle daher Rongreffes empfiehlt nüber„ Kommunal on vor, die etwa 150 den Forderungen dheitspflege betreffen Boltshilfswirtschafts flege. Es werden u. a amten fummunaler Dem Grundfag, daß jed Gericht unterworfen f atsverwaltung indevertretung burch d Rodheim a. B. Der Fernsprechverkehr mit Marburg und Wetzlar ist am Montag eröffnet worden. Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von 3 Min. beträgt 25 Pfg. ** Die Frankfurter Wirte und die Fleischteuerung. Eine öffentliche Wirteversammlung im Saale der Konkordia nahm vorgestern Nachmittag Stellung gegen die Fleischteuerung. Den Vorsitz führte Hch. Wenzel. Referent war Ed. Steiding, der in längeren Ausführungen die Gründe der Fleischnot darlegte, unter der namentlich die kleinen Wirte zu leiden ** In Ober- Ingelheim wie auch in Nieder- Ingelheim hat die Traubenlese begonnen. Die Qualität des diesjährigen Weines wird eine gute. In Ober- Ingelheim og man Most bis zu 87° nach Dechsle. ** Mainz, 18. September. Der Vorstand des Mainzer Gartenbauvereins hat beschlossen, Ostern 1903 eine große lokale Gartenbau ausstellung in der Zur Teilnahme sind nur Stadthalle abzuhalten. Gärtner von Mainz und Umgegend berechtigt, ** Mainz, 18. Sept. Heute vor 50 Jahren wurde das Römisch- Gemanische Museum gegründet. ** Nassau, 18. September. Die Influenza tritt Hier kamen bereits mehrere Fälle von wieder auf. Sie verliefen durchweg günstig. dieser Krankheit vor. ** Aus der Rhön, 18. Sept. Im Rhöngebirge sind in diesem Jahre Aepfel, Birnen und Zwetschen ausnehmend gut geraten. Die Kälte im Mai hatte nur den Kirschen Abbruch gethan. Vermischtes. * Leipzig, 18. Septbr. Im heutigen Prüfungstermin der zur Masse der Leipziger Bank nachträglich angemeldeten Forderungen von 1408 000 Mt. wurden nur 3000 Mt. anerkannt, die übrigen bestritten. Ein Arbeiter des * Koblenz, 17. September. Elektrizitätswertes reinigte gestern Abend den Spülkanal an einer Maschine. Der Heizer wußte das nicht und ließ Dampf ab, sodaß der Arbeiter vollständig verbrüht wurde. Er starb alsbald. Honnef, 17. Septbr. Bei der hier stattgehabten zwangsweisen Versteigerung wurde die Drachenquelle für 170 000 f. von einem Herrn Peters aus Rotterdam erworben. * Bonn, 18. September. Der wegen Betrugs verhaftete Direktor des Neuen Theaters Robert Overweg hat hier in weniger als Jahresfrist 40 000 Mt. Schulden gemacht. Seit gestern ist auch eine Untersuchung wegen Verbrechens nach Maßgabe von§ 175 Str.-G.-B. gegen ihn eröffnet. U. a. soll er ſträflichen Umgang mit einem Studenten gepflogen haben. * Bei der Flucht aus dem Zuchthause in Stein wude der zu 20- jähriger Kerkerstrafe verurteilte Raubmörder Radecky von einem Wachtposten erschossen. * Rom, 15. Sept. Der mysteriöse Mord von Bologna wird immer dunkler. Vorgestern wurde der Arzt Secchi, Spezialist für Ohren- und Nasenkrankheiten, der für einen nicht eristirenden Vetter die geheimnisvolle Wohnung im Hause des ermordeten Grafen Bonmartini gemietet hatte, verhört. Er gestand ein, daß er der Liebhaber der Gräfin Bonmartini gewesen sei; er wurde aber freigelassen, weil er nachweisen konnte, daß er während des Unglückstages außerhalb Bolognas war. Dafür wurde ein Freund des Bruders der Wittwe Bonmartini verhaftet, ein gewisser Advokat Naidi, der mit dem ersteren, dem Advokaten Tullio Murri, der sich bekanntlich von Belgrad aus als Mörder bekannt hat, die That begangen haben ſoll. Frankfurt a. M., 19. Sept. Der Lokal- Ausschuß für den 1. allgemeinen Bantiertag hatte die ca. 750 angemel deten Teilnehmer am Bankiertag auf gestern Abend in den " Frankfurter Hof" zu einer Begrüßung eingeladen, wobei den zu dieser Beranstaltung bereits zahlreich Erschienenen der Vorsitzende der Handelskammer, Herr Kommerzienrat Andreae namens der Frankfurter Bantiers und Banken ein Willkommen entbot. An den Verhandlungen werden außer zahlreichen staatlichen und städtischen Behörden u. A. auch die Vertreter von 34 Handelstammern teilnehmen. London, 19. September. Ein Telegramm aus Sidney berichtet, daß der Premierminister des australischen Bundes, Barton, den Regierungen der verschiedenen australischen Staaten Einzelheiten über seine jüngste Unterredung mit Chamberlain betreffend Beteiligung der ausstralischen Staaten an der Landesverteidigung mitgeteilt habe. Darnach soll der australische Bund sich mit 200 bis 250000 Pfund an den Kriegsausgaben beteiligen, Neu- Seeland mit circa 40 bis 50 000, die Kap- kolonie mit 60 000, Natal mit 40000 Pfund. Der Vertrag soll für eine Dauer von 6 Jahren abgeschlossen worden sein. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 17. Sonntag nach Trinitatis, den 21. Sept. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Pfarrassistent Vogt wohnt von heute an Goethestraße 27 4. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich firchliche Feier des Jahresfestes des Evangelischen Jünglings und Männervereins Gießen. Nachmittags 3 Uhr in der kleinkinderschule: Fest versamm lung zur Jahresfeier des Ev. Jünglings- und Männervereins. Ansprachen von Pfarrer Naumann aus Siefersheim, Pfarrer Euler und Dr. Naumann zu Gießen. Nächstfolgenden Sonntag, den 28. Sept., Beichte und Heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Katholische Gemeinde. Samstag, 20. Sept. Nachmittags um 5 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. Sonntag, den 21. Sept. 18. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6.30 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. 7 Uhr: Die erste heil. Meffe, " " If " vor und in derselben Außteilung der heiligen Kommunion. 8 Uhr: Die zweite heil. Meffe. 9.30 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2.30 Uhr: Andacht. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Samstag, den 20. Sept. Borabend 6.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr Sabbathausgang 7.20 Uhr. Methodistengemeinde. Afterweg 16. Evangelischer Gottesdienst: Sonntag abend 8 Uhr: Predigt. Mittwoch abend 8 Uhr: Bibelstunde. Amtlicher Teil. Bekanntmachung. Heirat Reiche Bureau Krämer, Leipzig, vermittelt Brüderftr.6. Auskunft gegen 30 Pfa. zu Wer will 300 Mt. in 1 Monat durch Verkauf pat. Gebrauchsgegenstände Adr. an: In der gestr. Nummer des ,, Gieß. Anz. hat eine Veröffentlichung betr. Bersteig. der Aus der Stiftung der Eheleute Karl und Immobilien von mir stattgefunden. Emilie Hensel zu Gießen sind vier Pfründen in Höhe Ich erkläre hiermit, daß dies ungerecht- bienen? von je 175 Mart jährig an bedürftige und würdige fertigter Weise geschehen ist und nach der hiesige Bürger und Witwen solcher Bürger, sowie ledige bis jetzt ergangenen Ermittelung durch ein Töchter hiesiger Bürger, sofern sie das 60. Lebensjahr Verschulden eines hiesigen Anwaltbureaus, überschritten haben, ohne Unterschied der Konfession zu vergeben und zwar zwei an Frauenspersonen und zwei gegen welches ich selbstverständlich gerichtlich an Mannspersonen. Unter Bürger find solche Personen vorgehen werde, da eine Zw.- Vollstr. überzu verstehen, welche ihren Unterstützungswohnsitz in haupt nicht vorgelegen. Gießen haben. Bewerbungen sind bis zum 15. Oktober I. Js. auf dem Armenamt - Zimmer Nr. 4- vorzubringen. Gießen, 15. September 1902. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Obst- Versteigerung. Conrad Rübsamen. Wer in Wiesbaden Mittwoch, den 24. September, von Vormittags mit Erfolg inseriren will, benutze den täglich in einer 9 Uhr an, soll das Obst der Gemeinde Großen- Bused, Auflage von über 10 000 Exemplaren erscheinenden bestehend in bedeutenden Quantitäten Aepfeln, fehr Wiesbadener General- Anzeiger schönes Tafel- und Kelterobst, und etwas Birnen, öffentlich meistbietend versteigert werden. Die Zusammenkunft ist an der Straße nach Beuern. Großen Bused, 18. September 1902. Großherzogl. Bürgermeisterei Großen- Bused. Markt 7 Schwalb. Fritz Eccarius Markt 7 Amtsblatt der Stadt Wiesbaden Rotationsdruck u. Verlag von Emil Bommert in Wiesbaden. Der ,, Wiesbadener General- Anzeiger"( 17. Jahrgang) enthält als Amtsblatt der Stadt Wiesbaden alle offiziellen städtischen Bekanntmachungen, Civilstandsnachrichten, die amtlichen Fremdenlisten, die Curhausprogramme etc. allein authentisch. Der ,, Wiesbadener General- Anzeiger" erscheint täglich 12-28 Seiten stark und ist in Wiesbaden und ganz Nassau unter allen Schichten der meist wohlhabenden Bevölkerung ausserP. Stockfisch, Baiserslautern. Nur ges. erl. Serienloose! Nächste Ziehung I. October. Jährl. 12 Zieh, m.abw.Haupttr. Mark: 300 000, 120000 180000 90000,45000,30000etc. Jedes Loos ein Treffer. Monatl.Beitrag Mk. 10( 5.-) Anmeld. umgeh. erb. an: H. Bürchler, Waldshut- Baden 123. ber: Darlehn auf Schuldschein, Wechsel, Hypothek. etc. zu vergeben durch Max Koch, Pössneck i. Th. Darmstädter öbl. Bimmer, 1 Treppe hoch per 1. Oktober oder später vermieten. Näh. Wallthorstr. 53, 1 Mansardenwohnung mit Wasserleitung per 1. Oktober zu vermieten. Rodheimerstraße 50, F. Cost. Freundliche 4- Zimmerwohnung per 1. Oktober zu vermieten. Grünbergerstraße 4. chöne 5- Zimmerwohn ung mit allem Zubehör, so wie großer Eckladen, elekt. Lidt ber fof. zu verm. Löwengaffe 27 Schillerstrasse 9, par terre, 5 Zimmer nebst Zubehör per 1. 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