onsentidhließung ufgehoben. eschichte bom Die Runde. Der rigen wiederholt borschriftsmäßig hatte zwar nicht lage dazu. So de dazustehen, es Eleiner leerer des Unteroffiziers agen, Ginjähriger, arkstück aus der vischen die Anie regte. gebe wieder. Wehe ftüd nicht mehr ngludjelige Gin er Stellung nift thun? Er übergewitter entgeben benjo originellen Markitud, das der Frist von Augenblid rasch dafür ein Zwei Sinjähriger", rief fehr, haben Sie een? Will doch erklärte sich sein das Zweimark cfte er mit freund: Sie Einjähriger, übsch breit en Turm. Den ohl fast alle Ver stadt besuchen, ba tige Aussicht über Sund hat. Dieser eht sich an der igen Bindungen während nur zu he Treppe führt. 16, wo Bar Peter gezogenen Wagen Olche Fahrt unter atte nun aber der genfabrit in Baden Jalustr. Tid" eine eppe im Turm( 90 t dauerte nur eine t berliefen vollständig Sädlich. Aus St. trauriger Rug be es Dorf: die Leiche Lagen feine Vaterstadt hat, um zu Fuß in von den Kameraden -zu Thal geschafft hre alt war, starb- ch fünftägigen, heißen Söpfung ite Nadgrichten gere Verbindung treten, er Art, furz alles für aktion mitteilen. Wahrante Vorfälle werden tliche Besprechung zur nd for Nr. 163. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 150. Gratisbellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 17. Juli 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen, wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg. Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Erpedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ptisindil un ( Gießener Zeitung) nose! für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.d Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Die Finanzlage des Reiches. In den nächsten Tagen ist die Veröffentlichung des Jahresabschlusses für den Reichshaushalt fällig. Das Rechnungsjahr endigte bekanntlich mit dem 31. März; der Abschluß der Generalstaatskasse erfolgt am 20. Juni. Es muß sich dann herausstellen, ob das Defizit des Jahres wirklich 51 Millionen Mart beträgt, wie der Staatssekretär es Mitte Februar in der Budgetfommission veranschlagte. Bisher find nur die Einnahmen aus Steuern bekannt geworden. Diese ergaben, soweit sie dem Reich verbleiben, einen Ausfall gegen den Etat von 8 Millionen, das ist eine Million weniger, als der Staatssekretär es veranschlagte. Die Ueberweisungen an die Einzelstaaten stellen sich gegen seinen Anschlag um 13 Millionen Mart höher heraus, bleiben aber auch damit noch um 14 Millionen Mark hinter dem Etat zurüd. Auf das Einnahmeergebnis des laufenden Jahres läßt sich aus den vorliegenden beiden ersten Monatsabschlüssen für April und Mai noch kein Schluß ziehen. Die Bolleinnahmen ergaben zwar unter der Nachwirkung der vorjährigen Ernte noch ein Plus; wie sie sich aber weiterhin gestalten werden, wird wesentlich durch den Ausfall der neuen Getreideernte bedingt sein. Gestaltet dieselbe sich so günstig, wie man bis jetzt erwarten fonnte, so werden mit dem Zuschußbedarf aus dem Auslande die Zolleinnahmen herabgehen, während allerdings andererseits aus Preisermäßigungen des Getreides ein Minderbedarf für die Naturalverpflegung des Heeres erwächst. Der Ertrag der Zuckersteuer, der im vorigen Jahr einen Ausfall brachte, ist nicht zu schäßen. Wenn auch die Preisrückgänge den Inlandskonsum zu steigern geeignet sind, so weiß man doch andererseits nicht, wie weit die demnächstige Annäherung an das Inkrafttreten der Brüsseler Convention die Ausfuhr steigert und damit auch den Betrag für Prämien. Die Branntweinsteuern sind in ihrem Ertrag davon abhängig, wie weit dem Spiritusring die angestrebte Einschränkung der Produktion gelingt. Bei den Börsensteuern haben die beiden ersten Monate in den Einnahmen aus dem Stempel auf Wertpapiere ein Plus von über vier Millionen gebracht, was mehr als eine Verdoppelung gegen dieselbe Zeit des Vorjahres bedeutet. Freilich standen damals diese Monate noch unter der Einwirkung der Krisis im Erwerbsleben, während jeßt sich mehr und mehr ein Aufschwung in der Induſtrie bemerkbar macht, insbesondere nach der Beendigung des südafrikanischen Krieges. Den Hauptausfall brachten im Vorjahre die Verkehrsanſtalter der Post und der Reichseisenbahnen. Das Defizit des nächstfolgenden Etats jahres 1903/4 hat der Schaßsekretär unlängst bei den Beratungen über das neue Zuckersteuergesetz auf 70 bis 80 Millionen Mark veranschlagt. Darin ist wohl allerdings einbegriffen die Deckung des Defizits von 50 Millionen aus dem zweitvorhergehenden Jahre. 20 bis 30 Millionen in Frage kommen, welche nicht gedeckt werden durch( rhöhte Anschläge aus den vorhandenen Einnahmequellen. Unlängst wurde offiziös versichert, daß das Reichsschazamt angesichts der ungünstigen Finanzlage diesmal die Anschläge der einzelnen Ressorts besonders streng prüfen werde. Da hätte das Reichsschazamt sogleich eine Gelegenheit, auf Ersparnisse zu dringen bei den Ausgaben für die ostasiatische Besazungsbrigade. Dieselbe kostet jähr= lich nicht weniger als 20 Millionen Mark, auch nachdem sie jüngst um ein Drittel vermindert worden ist. Wenn es sich bestätigt, daß nunmehr Tientsin den Chinesen übergeben werden soll, so werden 1300 Mann überflüssig, welche nach dem Dislokationsplan vom Juni in Tientsin verbleiben sollten. Tientsin sollte danach der Siß des Brigadetommandos bleiben. Außerdem waren in der Provinz Betschili noch vier Rompagnien Infanterie und in Pefing als Gesandtschaftswache zwei Kompagnien vorgesehen. Zwei Bataillone sollten in Shanghai verbleiben und ein Bataillon nach Kiautschau verlegt werden. Das Auftreten der Cholera in Ostasien giebt noch einen Grund mehr, alle noch dort verbliebenen Truppen bis auf die Pekinger Gesandtschaftswache alsbald zurückzuholen. Eine Hauptursache der ungünstigen Finanzlage ist das Flottengesez von 1900. Nach dem dazu in der Budgetkommission damals aufgestellten Plan sollen im Jahre 1903 wiederum die aus laufenden Mitteln zu bestreitenden Ausgaben der Marine um 112 Millionen Mark erhöht werden. Allerdings kann die auf die Zeit bis 1920 berechnete Durchführung des Gesamtplans verlangsamt werden durch den Reichstag; an solche Beschlüsse aber ist nicht zu denken, zumal erst in den letzten Wochen angefündigt ist, daß die Regierung für 1904 eine Erweiterung des Gesamtplanes fordert durch jene Vermehrung der Auslandsschiffe, die bekanntlich 1900 abgelehnt worden ist. Das nächstfolgende Etatsjahr ist das letzte Jahr des 1899 feſtgeſetzten Militärquinquennats. Bekanntlich hat sich 1899 die Regierung vorbehalten, die damals von der Mehrforderung an Präsenz abgestrichenen 7000 Mann noch innerhalb des Quinquennats nachzufordern. Indeß erhält inzwischen innerhalb der bewilligten Präsenz die Regierung mehrere Tausend Mann zur Verfügung dadurch, daß bei den Bekleidungsämtern die Militärmannschaften durch Civilarbeiter abgelöst werden. Ohnehin erheischt die Durch führung des Quinquennatsgesetzes im Uebrigen schon beträchtliche Mehraufwendungen, zu denen auch noch fortgesezt Mehrausgaben für Festungsbau und für das Geschützwesen der Fußartillerie hinzukommen. Für die Ausführung des neuen Gesetzes inbetreff der Kriegsinvaliden, welche 15 Mill. Mark tostet, fehlen dem Invalidenfonds die Kapitalien, und sind auch etatsmäßig noch keine Mittel vorgesehen. Ohnehin erhöht sich der Pensionsfonds des Reiches all jährlich um Millionen, ebenso wie der Reichszuschuß für die Invaliditätsversicherung der Arbeiter. Dazu wächst der Ausgabebetrag an Schuldzinsen mit den alljährlich zur Balancirung des Etats erforderlichen Anleihesummen. Politische Nachrichten. Der Kaiser hat gelegentlich seines Besuches in Emden die Bekanntgabe der Verlegung einer MarineGarnison nach Emden in Aussicht gestellt. Podbielski hat gesprochen. Der Landwirtschaftsminister von Podbielski hielt auf seiner Reise zur Besichtigung der Moor- Kulturen und des kleinbäuerlichen Besizes bei dem ihm zu Ehren in welcher er erklärte, er habe die Moor- Kulturen noch veranstalteten Bankett in Stolt am 24. Juni eine Rede, sehr im Argen gefunden. Es seien noch Millionen vergraben. Etwas set schon geschehen, aber noch lange nicht genug, um Alles nutzbar zu machen. Die Landstraßen seien vielfach verwahrloft und befänden sich in traurigem Zustande. Solange Sie, sagte der Minister zu den Landwirten, am alten Zopfe festhalten, können Sie nicht verlangen, daß Sie vorwärts kommen. sollen nicht immer nach dem Staate schreien. Die Sie anderthalb Mark Zoll über die Regierungsvorlage hinaus, auf die Sie und der Bund der Landwirte sich besonders kapriziren und die Differenzirung des Spiritus werden Ihnen wahrlich nichts nußen. Arbeiten Sie zunächst an der Ausbesserung aller Wege und halten Sie nicht an dem alten Zopfe fest. Hüten Sie sich in die Fußtapfen der Sozialdemokratie zu treten. Halten Sie treu zu Kaiser und Reich, wie Ihre Vorfahren es gethan, und wenn Sie glauben, daß die Regierung Ihnen nicht alles nach Wunsch macht, bilden Sie sich nicht ein, daß die Regierung auch nur einen Pfifferling nachgiebt." Die anfängliche Begeisterung für den Minister machte, so fügt das Berliner Tageblatt hinzu, im Verlaufe der Rede allmählich einer kühleren Stimmung Plaz und man konnte die Aeußerung hören: Das ist fein Minister für uns. Eisenbahnminister Budde wurde zum Bundesratsbevollmächtigten ernannt. Posen mit der Vornahme der allgemeinen Vorarbeiten - Der Minister Bud de hat die Eisenbahndirektion für eine Nebenbahn von Oels nach Ostrowo beauftragt. Die Bolltarifkommission des Reichstags beriet heute zunächst die Zölle auf Möbel. Die Zollfäße der Regierungsvorlage wurden mit einem von der Regierung bekämpften Busaz angenommen, wonach für Möbel und Möbelteile aus massiv gebogenem Holze sich der Boll um 30 Mt. erhöht. Bei den Rollsäßen für Tischler-, Drechsrahmen, Thüren u s. w. von 10 auf 8 Mr herabgesetzt. ler- und Wagnerarbeiten wurde der Saz für rohe FensterFür Korkwaren wurde ein einheitlicher Zollsaß von 30 Mart festgesetzt. Endlich wurden die Bollsäße für Celluloid und Waren aus Bellhorn nach der Vorlage ange nommen. - Königin Wilhelmine der Niederlande reist mit dem Prinzgemahl am Samstag früh von Schaumburg ab. Die Antiduellliga, welche unter dem Vorsitz des Fürsten Löwenstein- Wertheim- Rosenberg in Staffel tagte, hat beschlossen, die Liga einheitlicher zu organisieren und weiter auszubauen, auch den Versuch zu machen, für die Bestrebungen die Monarchen, insbesondere den Deutschen Staiser, zu interessieren. - Die Heimkehr der deutschen Kriegsgefangenen aus Südafrika wird jezt a tempo betrieben. Nachdem die englische Regierung die Abreise der in Kriegsgefangenschaft befindlichen Deutschen aus den Gefangenenlagern genehmigt und der deutsche Buren Hilfsbund für den Transport der mittellosen Gefangenen die Summe von 60 000 MF. bereitgestellt hat, sind vom Auswärtigen Amt Vereinbarungen mit deutschen Rhedereien getroffen worden, um eine mög= lichst baldige und billige Beförderung zu erwirken. Soweit die Gefangenen mittellos find, erhalten sie auf der Heimfahrt neben freier Verpflegung ein tägliches Behrgeld und bei etwaiger Ausschiffung in einem fremden Hafen im Bedürfnisfalle eine weitere Geld- Unterstützung. Polnische Anmaßungen. Bei den letzten in Berlin stattgefundenen ControllVersammlungen und Gestellungen zur Ableistung einer Reserve- und Landwehr- llebung von verschiedenen Personen ist von mehreren Gestellungspflichtigen beim Namensaufruf statt des üblichen hier, die polnische Wortbezeichnung 3de gebraucht worden. treffenden sind hierfür mit Arreststrafen bis zu zehn Tagen belegt worden. - Die BeDer 25. deutsche Fleischer- Verbandstag tagte gestern und heute in Stuttgart unter dem Vorsitz von Mary- Frankfurt a. M. Der Eröffnungssigung wohnten Vertreter der württembergischen Regierung, der föniglichen Bentralstelle für Gewerbe und Handel, der Kreisregierung des Neckarkreises und der Stadtverwaltung sowie mehrere Gäste aus Desterreich- Ungarn, Holland und der Schweiz bei. Der Verbandstag sprach sich einstimmig für die Aufhebung des Verbots der Einfuhr von lebendem Schlachtvieh und gegen die von der Zolltarif- Kommission im Reichstage beschlossenen Erhöhung der Viehzölle aus. Die In Sachsen hat man wieder lebhafte Beflemmungen über die preußische Eisenbahn, weil die neue Schnellzugsverbindung von Berlin nach Wien über Görlig- Glaz- Mittelwalde angeblich beschlossene Sache ist. Die Umgehung des sächsischen Eisenbahnnezes ruft großes Aufsehen hervor. Blätter beschweren sich über diesen abermaligen Vorstoß sächsische Regierung solchen Erdrosselungsversuchen gegender preußischen Eisenbahnpolitik und beklagen, daß die über wehrlos sei. unter welchen Umständen dieser hilflose Zustand verMan will wissen, durch wen und ursacht worden sei. München. Der bisherige Geschäftsträger der Münchener Nuntiatur Nicotra tritt im Oktober den ihm 1901 verliehenen Posten des ersten Auditors der Wiener Nuntiatur_an. -Wie aus Tetschen telegraphirt wird, wurde dort gestern die deutsche Gewerbe, Industrie- und landwirtschaftliche Ausstellung eröffnet. Ihr Proteftor Graf Franz Thun sagte in der Eröffnungsansprache: Auf dem Gebiete der geistigen und wirts schaftlichen Arbeit reichen wir von hier aus dem befreundeten Nachbarlande in Treue die Hand. Redner schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Kaiser Franz Joseph. - Bar Nikolaus hat den König von Italien zum Chef des 14. litauischen Dragonerregiments er| nannt. Der Sultan von Zanzibar hat einen leichten Schlaganfall erlitten. Prinz Louis Napoleon, bisher Kommandeur des russischen Garde- Ulanen- Regiments Kaiſerin Alexandra, hat das Kommando der kaukasischen Kavalleriedivision erhalten. Brüssel, 16. Juli. Das Befinden der Königin hat sich wieder etwas gebessert. Dieselbe empfing gestern Mittag eine Abordnung von Schulkindern, welche mit dem Wunsche Arrangement überreichten. auf baldige Genesung der Königin ein prachtvolles BlumenAntwerpen, 16. Juli. Der holländische Ministerpräsident Kuypers ist infognito hier eingetroffen. Er erflärte in einer Unterredung, daß die Handelsbeziehungen zwischen Belgien und Holland einer Verbesserung bedürften. Man sieht hier in der Reiſe des holländischen Kabinettchefs ein Anzeichen für einen bevorstehenden Zollkrieg. Paris, 16. Juli.„ Echo de Paris" veröffentlicht ein Telegramm aus London, worin es heißt, Kaiser Wilhelm werde sich demnächst zur Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Drei- und Zweibund- Mächten nach Paris begeben. 3wist unter den Boeren. Kaum ist die Waffenstreckung der tapferen Boeren Kommandos vollendet und die Friedensarbeit in Südafrika wieder in Gang gekommen, da machen sich auch bei den Besiegten die Gefühle der Niedergeschlagenheit und der Enttäuschung in leidenschaftlicher Weise geltend. Der unvermeidliche Rückschlag nach dem ersten frohen Aufatmen über das Ende der Kriegsschrecken ist eingetreten. Er wird sicherlich mit der Zeit über wunden werden, sofern nur die Engländer mit der gebotenen Vorsicht und Milde die Besiegten an die neuen Verhältnisse zu gewöhnen verstehen. Schwerer wird es dagegen sein, die Zwiftigkeiten, die unter den Boeren selbst aus allerdings begreiflichen Ursachen entstanden sind, aus dem Wege zu räumen. Da ist es nun sehr begreiflich, wenn in diesem Zusammenhange Gerüchte von dem Rücktritt Milners auftauchen, der angeblich bevorstehen soll. Man weiß zur Genüge, wie sehr die Entfernung dieses Mannes aus Südafrika dazu beitragen würde, die Abneigung der Boeren gegen die neue Verwaltung zu mildern. Nach einer telegraphischen Meldung aus Johannesburg ist die Bewegung unter den weißen Arbeitern im Wachsen begriffen, unterstüßt durch die Vereinigung der Bergarbeiter, welche vor kurzem gegründet wurde, hauptsächlich zu dem Zweck, das Vorgehen der Kapitalisten zu überwachen. Die Vereinigung will ferner den weißen Bergarbeitern eine Vertretung im Parlament sichern und erstrebt eine Besserung der Zustände in den Bergwerken bezüglich der Ventilation und Schußvorrichtungen gegen Unfälle, sowie der Behandlung in den Krankenhäusern und Regelung der Lohnverhältnisse. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Audienzen. Der Großherzog empfing am 16. Juli u. A. den Provinzialdirektor der Provinz Oberhessen Dr. Breidert von Gießen, den Pfarrer Müller von Lauterbach. ** Ernennung. Der Regierungsassessor Paul Emmerling( Gießen) wurde mit Versehung der Stelle eines Polizeikommissärs für den Landbezirk des Kreises Offenbach vom 16. Juli ab beauftragt. ** Prof. Dr. Robert Haußner ist zum Oberbibliothekar der Bibliothek der Technischen Hochschule zu Karlsruhe, sowie zum o. Professor der Mathematik ernannt worden. - - - Tag hervorruft, beobachtete ich heute früh an einem| hiesigen Kornspeicher. Das leise Rascheln des niederfallenden Regens hatte die Mäuse desselben in freudige Bewegung versezt und Duzende von Mäusegeistern zum und -in die Dachziegel geschickt, Ausguck den diese, sie schlürften den göttlichen Tropfen - dem unteren überlassen wollte. der obere Dachziegel dem unteren überlassen wollte. ** Ueber die Eröffnung des Hotel Seipp schreibt man uns: Hotel- Restaurant Seipp feierte gestern Abend seinen Eröffnungstag mit splendidem Konzert der hiesigen Regimentskapelle und reichlichster Illumination der großen Gartenanlagen. Flotte, temperamentvolle Musik brachte die ungefähr 300 anwesenden Besucher in gehobene Stimmung und mancher da capo Wunsch zeugte von dem allgemein vertretenen musikalischen Verständnis. Der flüssige Stoff und die Bedienung selbst bis zum späten Ende. Nicht waren vorzüglich selbst bis zum späten Ende. Nicht unerwähnt möge bleiben, daß die Aussicht von der Terrasse des Hotel Seipp gen Bieberthal- Gleiberg usw. die unbedingt sehenswerteste unserer Stadt ist- und den Naturmenschen noch zahlreiche durch Ueberzeugung treue- Jünger zuführen dürfte. ** Wegen Sicherung der Bauforderung en hat sich der Ausschuß des hessischen Landesgewerbevereins mit einem eingehenden Bericht an das Großh. Ministerium gewandt | ** Professor Sommer überbrachte dem Gynäkologen Geheimrat Hegar zu Freiburg i. B., welcher dieser Tage sein 50jähriges Doktorjubiläum feiern konnte, ein neues Diplom unserer alma mater Ludoviciana. ** Das Regierungsblatt Nr. 39, ausgegeben am 15. Juli, enthält den Landtagsabschied vom 11. Juli 1902. ** Im geräumigen Schaufenster des Herrn Kunstglaser Hirz, Seltersweg hat unser einheimischer Künstler Otto Friz eines seiner größten Genrebilder zur Ausstellung gebracht, worauf wir alle Kunstliebenden unserer Stadt aufmerksam machen. ** Regen, welche Wohlthat für Menschen und Tiere. Man schreibt uns: Welchen Durst ein heißer - - Aus Hessen und Nachbargebieten. Lich, 10. Juli. Auch in diesem Jahre ist eine größere Anzahl Sommerfrischler zum Suraufenthalt hier eingetroffen. Den meisten gefällt es so gut hier, daß sich in den wenigen Jahren schon Stammgäste herausgebildet haben. Der größte Teil der Kurfremden ist aus Frankfurt a. Main. schießen, verbunden mit Königsschießen am 3. und 4. August auf dem Schüßenplate in der Brühlsbach ab. Kirchhain, 15. Juli. Zum heutigen indviehmarkte waren ca. 450 Stück Großvieh und ca. 100 Kälber aufgetrieben. Der Handel war sehr flott und der Markt gegen 9 Uhr beendet. Zum Schweinemarkt waren auch ca. 400 Tiere aufgefahren, auch hier lebhafter Handel. Für Saugferkel wurden 32-40 Mark pro Paar, für Läuferschweine 50-70 Mt. bezahlt. Marburg, 16. Juli. Die hiesige Straffammer verurteilte einen Handelsmann aus Frankenberg, der in Waldeck Rühe aufgekauft und auf dem Frankenberger Markt ohne Gesundheitsscheine verkauft hatte, zu 3 Tagen Gefängnis. Seine Einrede, daß es in Waldeck feine Gesundheitsscheine gäbe, nußte ihm nichts. Dann dürfe er das Vieh eben in Preußen nicht einführen. Marburg. Der bisherige a. o. Professor Lic. theol, Dr. F. Wiegand in Erlangen wurde als etatsmäßiger a. o. Professor der Theologie nach hier berufen und wird diesem Nufe folgen. - wohnen wir 24. Auguft des Turmes Derfelbe ift Gewicht ger eine Höhe Turm 35 beftebend Wohnung biele Bem einen Mi Sana Bigeuner Sting, cin * Kinder unter zehn Jahren. Dieser Tage herrschte in einem Hause der Jahnstraße zu Frankfurt große Aufregung. Das jüngste Kind, ein Mädchen von drei Jahren, fehlte. Erst am späten Abend wurden die Eltern von der Polizei benachrichtigt, daß das Kind gefunden sei, und der Vater holte es dann auf dem Revier ab. Das ist nun nichts Merkwürdiges. Kleine Kinder entfernen sich oft vom Elternhaus und werden glücklicherweise in den allermeisten Fällen wohlbehalten wieder zurückgebracht. Merkwürdig ist aber, daß der ahnungslose Vater einen polizeilichen Strafbefehl von 1 Mt. erhielt. Es existirt nämlich nur wenige werden den Wortlaut tennen folgende Polizeiverordnung:„ Wer Kinder unter 10 Jahren oder andere der Beaufsichtigung bedürftige Personen, deren Nidda, 15. Juli. Vor 16 Tagen logierte ein Herr Pflege oder Beaufsichtigung ihm obliegt oder anvertraut iſt, eine angeblich von Würzburg stammende Dame in ohne genügende Beaufsichtigung läßt, wird mit Geldstrafe einer hiesigen Gastwirtschaft ein, welche die Badekur in bis zu 30 Mt. oder entsprechender Haft bestraft, wenn nicht Bad Salzhausen gebrauchen sollte. Am letzten Sonn- nach§ 368, 8 St.-G.-B. oder nach anderen gesetzlichen Betag ging fie aus; man glaubte, sie wolle an der Einstimmungen höhere Strafen zu erkennen sind," weihungsfeier der katholischen Kapelle teilnehmen Als sie nicht wiederkam, sah man genauer nach und vermißte eine goldene Uhr und einige Kleidungsstücke. Bei einem hiesigen Kaufmann entnahm dieselbe zwei Hüte und entwendete unterdessen 38 Mt. aus der Kasse. Bis heute hat man noch keine Spur von der Betreffenden gefunden. Rimbach, 15. Juli. Der Großherzog verlieh dem praktischen Arzt Medizinalrat Dr. August Winter das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Wezlar, 16. Juli. Das Portland- Cement- Werk Weklar, vorm. Albrecht Stein u. Comp. hat heute einen bedauerlichen Unfall in seinem Betriebe zu ver: zeichnen. Der Arbeiter Ludwig Bernhard aus Naunheim geriet mit der linken Hand in das Getriebe der Steinbruchmaschine und verletzte sich derartig, daß ihm die Hand abgenommen werden mußte. Weglar, 16. Juli. Die hiesige Kreisschüßengesellschaft hält ihr diesjähriges Fremden- PreisKlein- Kroßenburg, 15. Juli. Unser Mitbürger Christian empf, Besitzer des bekannten Gasthauses " Zur Mainlust", der schon in allen Weltteilen sein Glück versuchte, wurde abermals, trot seiner annähernd 70 Lenze, von unbezwingbarer Wanderlust ergriffen. Himmelfahrt 1901 kehrte er, von Jung und Alt begrüßt, aus Pretoria zurück, wo er sechs Jahre lang domiziliert war und die Schrecknisse des südafrikanischen Krieges teilweise mitkostete. Die Kriegswiccen entfachten in dem Greise die Sehnsucht nach seiner Familie. Nachdem aber jetzt der Krieg beendet ist, raffte er sich dieser Tage abermals zu einer Visite in Transvaal auf, um daselbst sein zurückgelassenes Eigentum an Immobilien 2c. zu veräußern und andere vermögensrechtliche Angelegenheiten zu ordnen. Der Feldbergturm geht seiner Vollendung entgegen. Er ist nunmehr auch für das unbewaffnete Auge von Offenbach aus deutlich sichtbar. Dem Vorsitzenden des Taunusklubs ist die Mitteilung geworden, daß es nicht ausgeschlossen sei, daß der Kaiser der Einweihung beiDer eingestürzte Glockenturm von San Marco in Venedig. 蛋蛋 Der eingestürzte Glockenturm der Kirche San Marco in Venedig. nommen un Rindestaubes Deutfch, bent richtung eine mehr. Heber Die Zigeuner über die Hert haben nun do ber feiner 3 geftoblen wu biefige Landg worden ist. Mainz, Mann, der Düffeldorfer ftürzte der S Kaiser Wilhelm hat den Venetianern, die bekanntlich durch den Einsturz des Glockenturms in San Marco in tiefste Trauer versetzt worden sind, einen schönen Beweis seines Mitgefühls gegeben, indem er durch den deutschen Consul in Venedig dem Präfecten seine Teilnahme aussprechen ließ. Das Telegramm lautete: Der Kaiser empfinde tiefste Teilnahme wegen des Unglücks, das die Kunst, Italien und das von ihm verehrte und geliebte Venedig betroffen habe. Die Schuld am Ginsturz wird jetzt von einigen Seiten den Stadtingenieuren von Venedig direkt beigemessen. Die schwere Anklage stützt sich darauf, daß die Ingenieure im Interesse der Loggetta des San Sovino einen Eingriff am Turm gemacht und dadurch den ganzen Campanile zum Wanken und Einsturz gebracht hätten. Die Ingenieure hätten, um die Loggetta vor dem Regenwasser, das vom Campanile herabrieselte, zu schüßen, eine Rinne in den Turm ge= graben, die oberhalb des Daches der Loggetta und parallel zu diesem verlief. Die künstliche Querspalte sei zu einer Zeit geschaffen worden, als der Mauerspalt, der sich von oben nach unten zog, bereits eine Tiefe von 30 Centimetern aufwies. Den Turm habe man auf diese Art gewaltsam seiner Festigkeit beraubt. Diese Metnung wird von mehreren Künstlern und Privatingenieuren geteilt. Ihr steht die Meinung der offiziellen Persönlichkeiten entgegen, welche behaupten, daß der Turm in seiner Masse längst verändert und das Gestein durchweg bröcklig war. Amtlich wird noch aus Venedig mitgeteilt, daß man unter den Trümmern der Loggetta die herrliche Bronzethür, zwar in Stücke zerschlagen, aber doch in einem solchen Zustande fand, daß eine fünstlerische Vereinigung der einzelnen Teile möglich erscheint. Die Bruchstücke wurden dem Conservatorium des Dogenpalastes übergeben. farrens, der über ihn hin lag. Wer d Gefchädigte f Mainz, fchen Brauer 40-50 000 Reffel- Explofic ftidt, beruht a von der Hize Borme, 1 fchaftshause dal der hessisc David referirt In W Garnison li Unteroffizier der Soldat pagniechef e den Vate möge den schlechten G gestattete m Bater frisch gefucht worde feine Garniso barmliden Worms eines bon bahnzuges Arzt Dr. gangen. brachte ihm n Weberfallenen Chäter wurde anzugeben. Bingen, Herrn am 500 Mart in als Belohnun Der Nibelu geworden. * Im In Wiesb Verfpecipiel reititebenden hinter fidh 3 fall war es langem Sud und diesen öff ftande bor fich gerufenen Ar waren zum G foroi Ben am 3. wohnen wird, wenn dieselbe in der Zeit vom 17. bis 24. Auguft stattfinde. In voriger Woche ist die Spitze des Turmes, der römische Adler, aufgesetzt worden. Derselbe ist aus einem Sandsteinblock von 76 Zentner Gewicht gemeiselt, wiegt jetzt noch 16 Zentner und hat eine Höhe von 1,70 Meter. Ohne den Adler ist der Turm 35 Meter hoch. Die unteren Räume des Turmes bestehend aus zwei Zimmern und einer Küche, find zur Wohnung des Staſtellans beſtimmt. Diese Stelle, die viele Bewerber finden dürfte, wird wahrscheinlich an einen Militäranwärter bergeben werden. der Brüble Mindbieh und ca. 100 Sehr flott und Soweinemartt auch hier leb: 32-40 Mart t. bezahlt. flammer verurs der in Walded r Markt ohne en Gefängnis. jundheitsscheine Vieh eben in effor Lic. theol, etatsmäßiger berufen und er Lage berichte urt große Aufon drei Jahren, Eltern von der Den sei, und der Das ist nun nichts oft vom ElternTermeisten Fällen rtwürdig ist - r einen poli hielt. Es exiftirt laut tennen nter 10 Jahren Personen, deren anvertraut ift, mit Geldstrafe aft, wenn nicht gefeßlichen BeMitbürger En Gasthauses Beltteilen fein feiner an Darer Wander er, bon Jung ck, wo er sechs Schrecknisse des e. Die KriegsSehnsucht nach Krieg beendet zu einer Visite zurückgelassenes ern und andere ordnen. dung entgegen. nete Auge von " orfißenden des n, daß es nicht Sanan, 16. Juli. In Birstein wurde dieser Tage Zigeunern ein allem Anscheine nach gestohlenes Nind, ein Mädchen im Alter von 6-7 Jahren abgenommen und die Zigeuner unter dem Verdacht des indesraubes verhaftet. Das Kind spricht gut hochDeutsch, benimmt sich gut erzogen, kennt die Einrichtung eines Schlafzimmers ganz genau nud dergl. mehr. Ueber seine Herkunft weiß es jedoch nichts und die Zigeuner verweigern jede Auskunft darüber. Die über die Herkunft des Kindes angestellten Ermittelungen haben nun dahin geführt, daß eine Frau in Hannover, der seiner Zeit ein kleines Mädchen von Zigeunern gestohlen wurde, auf Donnerstag, den 17. Juli bor das hiesige Landgericht zur Agnoszirung des Kindes geladen worden ist. Mainz, 16. Juli. Pech hatte gestern Morgen ein Mann, der einen Korb mit zirka 500 Eiern auf ein KölnDüsseldorfer Boot bringen wollte; furz vor dem Landebock stürzte der Mann nämlich über die Scheere eines Handtarrens, der Korb mit Eiern fiel nieder und der Träger über ihn hinweg, so daß er buchstäblich in einer Eiersauce lag. Wer die" Rheinleute" fennt, wird begreifen, daß der Geschädigte für den Spott nicht zu sorgen brauchte. Mainz, 16. Juli. Der durch den Brand in der Rheinischen Brauerei in Weisenau verursachte Schaden wird auf 40-50 000 Mt. geschätzt. Das Gerücht, es habe eine Kessel- Explosion stattgefunden und 2 Brauburschen seien erstickt, beruht auf Erfindung. Nur ein Feuerwehrmann wurde von der Hize betäubt und mußte nach Hause gebracht werden. Worms, 16. Juli. Am 7. Sept. findet im Gewerkschaftshause dahier die diesjährige Landesversammlung der hessischen Sozialdemokraten statt. Abg. Dr. David referirt über die bevorstehenden Landtagswahlen. In Weisenau bei Mainz traf ein auswärts in Garnison liegender Artillerist in Begleitung eines Unteroffiziers auf Urlaub ein. Den Urlaub hatte sich der Soldat dadurch verschafft, daß er an seinen Kompagniechef eine gefälschte Depesche des Inhalts richtete, den Vater habe der Schlag gerührt und er möge den Sohn nach Hause senden. Die Angabe fand schlechten Glauben, und als der mit Urlaubspaß Ausgestattete mit seiner Begleitung hier ankam, war der Vater frisch und gesund und von keiner Strankheit heimgesucht worden. Der Soldat mußte sofort wieder in feine Garnison zurück, und das Nachspiel dieses erbärmlichen Streiches wird nicht ausbleiben. Worms, 15. Juli. In einem Wagen 1. Klasse eines von Paris nach Versailles fahrenden Eisenweihung bei bahnzuges wurde heute Vormittag gegen den hiesigen elm hat den e bekanntlich des Glockenarco in tieffte worden sind, Beweis seines ben, indem er hen Consul in Bräfecten seine ssprechen ließ. lautete: Der e tieffte Teildes Unglücks, t, Italien und Arzt Dr. Ordenstein, ein Mordversuch begangen. Ein anständig gekleideter junger Mann brachte ihm mehrere Messerstiche in den Leib bei. Dem Heberfallenen gelang es, ein Notzeichen zu geben. Der Thäter wurde verhaftet, weigert sich aber, seinen Namen anzugeben. Bingen, 14. Juli. Dieser Tage fiel einem Mainzer Herrn am Getreidespeicher ein Brillantring im Werte von 500 Mart in den Rhein. Der Verluftträger hat 100 Mt. als Belohnung für Wiedererlangung des Ringes ausgesetzt. Der Nibelungenhort ist also wieder um etwas reicher geworden. Vermischtes. Trier, 16. Juli. Der anscheinend wildernde Gemeindeförster Wintrat wurde im Forste Schwarzbruch bei Saarburg durch den königl. Förster König erschossen. Leipzig, 16. Juli. Der bei einer hiesigen Rohtabakfabrik als Prokurist beschäftigt gewesene, 1847 in Bahr bei Bremen geborene Heinrich Friedrich Wohlers hat 240,000 Mark beruntreut und ist seit dem 10. Juli flüchtig. Bücherfälschungen usw. sind von 1898 ab festgestellt. Die Beweisaufnahme im Leipziger Landprozeß ist gestern endlich beendet worden. Die Sigung wurde auf heute Donnerstag vertagt. Ludwigsburg, 14. Juli. Zwischen Neckarweihungen und Marbach wurde gestern Abend ein Heizer, Vater von fünf Kindern, von jungen Burschen im Streit erschossen. Göttingen, 16. Juli. Eine Mißgeburt seltener Art hat der Bäckermeister Albrecht in Herbershausen dem naturwissenschaftlichen Museum eingeschickt. Es ist ein Hühnchen mit drei Augen, drei Köpfen und drei in einen Schlund führenden Schnäbeln. Das Tierchen lebte nur wenige Augenblicke. * Das unsittliche Baden. Wie aus Neuß berichtet wird, wurde ein Gesuch des dortigen Schwimmvereins an das dortige Stadtverordneten- Kollegium um Gewährung einer Subvention von 150 Mr. von der in der Stadtverordneten Versammlung dominierenden schwarzen Heinze- Garde abgelehnt mit folgender Motivierung: 1. sei der Antrag nicht genug begründet gewesen und 5. könnte man doch auch nicht einsehen, daß der Verein in sittlicher Beziehung eine segensreiche Thätigkeit entfalte. Es diene doch wohl nicht zur Hebung der Sittlichkeit, wenn Knaben mit dem nackten Körper und nur mit einem dünnen Badehöschen bekleidet, sich im Wasser umhertummelten und gegenseitig mit Blicken bemessen könnten. Muß die Sittlichkeit dieser Stadtväter ein gebrech liches Ding sein! Die baden wahrscheinlich im Winterpaletot. * Der Brand in Schliersee dürfte auf seinen Herd beschränkt sein. * Mährisch- Ostrau, 16. Juli. Der bekannte Arbeiterführer Solarz hat sich heute mit seiner Geliebten erschossen. Das Motiv zu dieser That ist unbekannt. thaler Alpen ist der Lehramts- Kandidat Hugo Schramm * Innsbrud, 16. Juli. Vom Diperer in den Zillerabgestürzt. Er war sofort tot. Kinderelend in der Großstadt. Eine ergreifende Szene hat sich dieser Tage auf einem Pariser Kommissariate abgespielt: Lumpensammler brachten dorthin ein Mädchen von noch nicht dreizehn Jahren, das sie halbtodt bor Hunger dorts elbst auf der Straße gefunden hatten, wo es in den Kehrichthausen nach weggeworfenen Nahrungsmitteln suchte. Schrecklich klingt die Geschichte, welche die kleine dem Kommissar erzählte. Sie stammte aus Marseille. Ihr Vater, ein Trunkenbold, zwang das Kind zum Betteln und verfaufte es schließlich an die Matrosen im Hafen. Das Kind, das in seiner Frühreife das Entsetzliche seiner Lage vollkommen begriff, fand Mittel zur Flucht. Ohne einen Gentime gelang es ihm, sich in einen Zug Ohne einen Centime gelang es ihm, sich in einen Zug nach Paris einzuschmuggeln und die Kontrolle am Pariser Bahnhof zu täuschen. Zehn Tage irrte es dann in der schrecklichen Großstadt herum, ohne Obdach fallen zusammensuchte. und ohne Nahrung als das, was es sich aus den Ab" * Rom, 15. Juli. Der italienische Kreuzer Carlo Alberto" erhielt in der vergangenen Nacht die ersten sehr flaren Depeschen mittels drahtloser Telegraphie von der Station Boldhu in Cornwall. Es handelt sich um die ersten Versuche auf eine Entfernung von 1600 Meilen englischen Meilen in gerader Linie über Land. Die Versuche sind von großer Bedeutung, weil ein neuer, vor 2 Monaten von Marconi erfundener Empfangsapparat versucht wurde, der so arbeitet. daß" Carlo Alberto" Depeschen empfängt, ohne daß es den drahtlosen Stationen an den englischen * Im Koffer dem Erstidung stote nahe. In Wiesbaden war ein fünfjähriger Junge beim Berspeckspiel in einen zum Baden für die Abreise bereitstehenden leeren Koffer gekrochen und hatte den Deckel berehrte und ge hinter sich zuklappen lassen. Nur einem glücklichen Zubetroffen habe. fall war es zu danken, daß der Vater des Knaben nach uld am Ein langem Suchen nach dem Jungen, an den Koffer kam gt von einigen und diesen öffnend, den Vermißten in bewußtlosem ZuStadtingenieuren tande vor sich liegen sah. Die von einem rasch herbei arbeitet noch bei Nacht besser, als bei Tage, doch hat Marirekt beigemeffen. gerufenen Arzte angestellten Wiederbelebungsversuche Inklage fügt fibaren zum Glück von Erfolg. coni ie Ingenieure im Loggetta des San Werke Doktorarbeiten Preislisten Briefumschläge Rechnungen gleichmäßig arbeitet. Marconi unternahm Schritte zur ErPlakate Tabellen richtung einer Station in Italien, die mit England, Kanada, treten soll. Marconi glaubt, daß es ihm nächstens gelingen den Vereinigten Staaten und Südamerika in Verbindung wird, um die Erde zu telegraphiren. * London, 16. Juli. Drei aus Südafrika zurückge. toupee während der Fahrt nach London mit einem Zivilisten fehrte Soldaten gerieten gestern Abend in einem Eisenbahnin Streit. Sie warfen denselben durch das Fenster auf das Bahngeleiſe, wo er sterbend aufgefunden wurde. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Hochschulnachrichten. Halle a. S. Nach amtlichem Nachweis studieren im laufenden Sommersemester 1902 an der Universität Halle 213 Landwirte von Beruf. Neueste Nachrichten. Gießen, 17. Juli. Zum Reftor der Landesuniversität für das Rektoratsjahr 1902/03 wurde Herr Profeffor Dr. Krüger gewählt. Berlin, 17. Juli. Wegen Veröffentlichung der sogenannten Hunnenbriefe wurde gestern der Redakteur des Vorwärts, Schröder, zu vier Monaten Gefängnis berurteilt. Kiel, 17. Juli. Das Berliner Tageblatt meldet aus Kiel: Das Linienschiff Kaiser Wilhelm II. erlitt auf einer Uebungsfahrt in der Nordsee einen dreimaligen Kesselrohrbruch. Der Geschwaderchef Prinz Heinrich ließ das Schiff ausscheiden und nach Kiel in Reparatur beordern, die drei Wochen in Anspruch nehmen wird. Innsbruck, 17. Juli. Auf dem Berge Kulk bei Kulm in Mittel- Steiermark wurde wie aus Graz telegraphirt wird, gegen 10 Uhr Abends ein heftiger Erdstoß mit unterirdischem Rollen und später noch ein fürzerer Stoß mit entferntem Donnerrollen verspürt. Venedig, 17. Juli. Gestern Nacht löste sich vom Palazzo Reale eine der Marmorplatten zwischen den Fenstern und stürzte nieder, grade als eine Frau die Stelle passirte. Die Frau erlitt schwere innere Verlegungen. Der beschädigte Teil des Palazzo muß demolirt werden. Die Nord- Fassade der Libreria ist durch die Erschütterung derart in Mitleidenschaft gezogen, daß ihr Gefahr droht. Aus Sicherheitsgründen wurde gestern auch der Dogen- Palast abgesperrt. Troß der Trauer hat sich rasch ein neuer Industriezweig gebildet der Handel mit Mauerresten des Campanile, die aber alle unecht sind, da die Unglücksstätte streng bewacht wird. Engländer und Amerikaner zahlen die höchsten Preise für solche Bruchstücke. Der 83jährige Ingenieur Wendpanile vorausgesagt hat, erklärte ebenfalls, daß ben lezten rasco, der seit 10 Jahren den drohenden Einsturz des CamAnstoß zum Einsturz die Ausschlißung einer ganzen Turmseite zur Einsetzung eines Traufsteines gegeben hätte, dessen Einfugung ins Mauerwerk verhindern sollte, daß das Regenwasser in die vorhandene Mauerspalte dringt. Diese Rettungsarbeit sei geradezu sinnlos ausgeführt worden. Paris, 16. Juli. Dr. Ordenstein ist heute Vormittag 10 Uhe seinen schweren Verlegungen erlegen. London, 17. Juli. Sir Arthur Lawley, bisher Gouverneur von West- Australien, ist zum Gouverneur von Transval ernannt worden. Bis jezt war Lord Milner außer Oberkommissar von Südafrika Gouverneur von Transvaal und der Oranje- Kolonie. Milners Regiment hat also nur furze Zeit gewährt. New- York, 17. Jult. Die Zahl der Verunglückten bei der Explosion auf der Daly- Westmine wird neueren Nachrichten zufolge auf 150 geschäßt. Gestorbene. Am 17. Juli: Marie Noll, geb. Löber ,, 68 Jahre alt, Rentnerin dahier. Zirkus Walles. Gestern abend gab der Zirkus Walles sein erstes Gastspiel hier in Gießen. Die Leistungen sind durchweg recht gelungen. Die Pferde-, Esel-, Hunde- und Ochsendressuren entsprechen ganz den Anforderungen, die man an einen modernen Zirkus zu stellen berechtigt ist. Auch bietet er so viel des Interessanten, daß es jedem Freunde der Pferdedressur und anderen Zirkusfreunden warm zu empfehlen iſt ist, den Vorführungen des Zirkus beizuwohnen. Wie wir hören, gedenkt der Zirkus nur noch bis Montag hier zu bleiben. Geburts, Verlobungs-, Visiten-, Vermählungs-, Speise- u. Weinkarten Todesanzeigen Beileidskarten sowie alle sonstigen Buchdruckarbeiten bei mäßigen Preisen und solider Ausführung. en Eingriff am cht und dadurch Campanile zum Einsturz gebracht Ingenieure hätten, ggetta bor dem das bom Cam clefelte, zu fügen, in den Turm ge Serhalb des Daches und parallel zu Die fünftliche i zu einer Zeit orden, als der Der fich von oben Bog, bereits eine Centimetern auf Turm habe man gewaltfam feiner caubt. Diefe Me on mehreren fünf batingenieuren ge Beftein durchweg en, aber body in Des Dogenpalafte Gießener Verlagsdruckerei ( vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei) Gießen, Neuenweg 28, im Gasthaus zum Löwen. Sielbau Gießen. Zur Herstellung der Entwässerungsanlage für die Provinzial- Siechenanstalt Gießen soll die Ausführung von tritt eine Cement und Thonrohrkanälen nebst Spül- und Einsteigschächten, sowie einer Sammelgrube öffentlich vergeben werden. 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I. nachmittags 5 Uhr bei dem Sielbauamt einzureichen, woselbst die Eröffnung der eingelaufenen Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber am genannten Ter- In mine erfolgt. 1489 Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, am 15. Juli 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Steins Garten. Donnerstag, den 17. Juli 6. u. letztes Ab.- Concert. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pfg. Krauße, Großh. Musikdirektor. Ausverkauf von Roisdorfer Natürliches fohlensaures Tafelwasser Hervorragend durch ungemein lieblichen, angenehmen Geschmack und leichte Verdaulichkeit. Solange der Vorrat reicht zu Waggon- Preis: fleine Flaschen zu 8 Pfg., 2 große " 12 " " Bei Abnahme von 10 Flaschen frei ins Haus. ( 669 Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte Größe Nr. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit. 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