Nr. 266. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 150. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 14. November 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie gang Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfa. Postzeitungslifte No. 3032. Redaktion und Ervedition: Giesen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen. Der Antrag Hichbichler. 1: Bon unserem Berliner parlamentarischen Mitarbeiter wird uns vom 12. Rov. geschrieben: Wohl selten sah man in dem Reichshause am Königsplay in so vorgerückter Stunde eine so starke Versammlung, wie heute. Noch um neun Uhr abends ist das Haus beseßt, da erst vor 4 Stunden die Sizung zu Ende ging, insbesondere die Journalisten, die schnell die legte Hand an ihr Tagewert legen, sind noch stark vertreten. Die Pförtner von Portal 2 und 5 werden bis gegen Mitternacht hin Gebulb üben müssen. Die Schlacht war heiß, der Tag war schwer, denn die Beratung über den von dem Abg. Dr. Spahn in der letzten Reichstagssigung gemachten Vorschlag, den Antrag Aichbichler auf die nächste Tagesordnung zu sehen, dauerte, mit größter Lebhaftigkeit geführt, mehr als zwei Stunden. Die Linke blieb dabei, baß er einem Initiativantrag gleich zu achten sei, wäh rend die Parteien der Rechten, unterstützt von dem freisinnigen Abg. Richter, darlegten, daß der von den Sozialdemokraten und der freisinnigen Vereinigung herangezogene§ 35 der Geschäftsordnung lediglich für die sogenannten Schwerinstage die strenge Innehaltung der Reihenfolge festsetzt. Das wurde s. 3. beschlossen, als der Abg. Graf Schwerin den Antrag stellte, einen bestimmten Tag in der Woche für die von den Mitgliedern des Hauses etwa geplanten Anregungen und gesetzgeberischen Vorschläge freizulassen. Insbesondere war es damals der fortschrittliche Abg. Twesten, der durch eine Rede volle Klarheit darüber schuf, daß die strenge Reihenfolge nur für die Schwerinstage gelte. An dieser Auffassung hat der frühere Reichstagspräsident b. Levezom stets festgehalten, und ihm zufolge wurde auch im Jahre 1893 ein Antrag des jüngst verstorbenen Führers der freisinnigen Vereinigung Heinrich Rickert, den er zur Unfallversicherung gestellt hatte, nach Mehrheitsbeschluß außerhalb der Reihenfolge erledigt. Das Auftreten des Abg. Richter, der als eines der ältesten Mitglieder gegen die durch Bebel, Singer, Stadthagen, Dr. Bachnice, Dr. Barth und Heine vertretene Auffassung, als sei die Vorwegnahme des Antrags Aichbichler nach § 35 der Geschäftsordnung unzulässig, sprach, machte ein großes Aussehen. Die Befürworter des Spahnschen Vorschlags, die Abg. Bassermann und Liebermann von Sonnenberg, fanden dadurch Hilfe von einer Seite, von der sie es wohl am allerwenigsten erwartet hätten. Schon jetzt ist man aber selbst in den Kreisen der Antragsteller darüber einig, daß man sich übertriebener Hoffnung auf eine Vereinfachung und Beschleunigung des Abstimmungsverfahrens nicht hingeben darf. Vor allem schon deshalb nicht, weil die Beratung über den Antrag selbst einen großen Zeitverbrauch erfordert. Die Sozialdemokratie hat in Form von Amendements, die betanntlich nicht durch Schlußanträge vor erledigter Diskussion abgeschnitten werden dürfen, 19 Abänderungsborschläge eingebracht, und fordert für jeden eine namentliche Abstimmung. Diese allein nimmt, selbst in beschleunigtem Tempo, 15 Stunden, oder etwa drei Beratungstage, in Anspruch, die Zahl der gehaltenen Reben ebensoviel, so daß man sich also auf eine lange und vor allem stürmische Debatte gefaßt machen kann. Man kann sich keinen Begriff von der Erregung machen, in der sich die Parlamentsmehrheit befindet. Die Abgeordneten sind ständig gezwungen, im SigungsSaale anwesend zu sein, oder wenigstens sich in nächster Mähe handbereit aufzuhalten, damit sie nicht eine Befchlußunfähigkeit herbeiführen. Wir haben bereits vor furzem dargelegt, wie sehr die Bequemlichkeit der Abgeordneten darunter leidet. Gestern hat sich zum ersten Male ein neuer Uebelstand herausgebildet, der bisher noch nicht empfunden wurde. Um brei Uhr war nämlich im Abgeordneten- Restaurant feine Mahlzeit mehr zu erlangen. Vor allem ist der Wirt nicht auf einen so starken Besuch, wie heute, eingerichtet gewesen, sodann aber wurden von dem Journalisten- Restaurant aus, das durch dieselbe Küche, wie die Abgeordnetenwirtschaft, versorgt wird, so starke Anforderungen gestellt, daß, wie gesagt, um drei Uhr bereits aller Proviant zu Ende war. Es waren nicht wenige Abgeordnete, denen die Gegend um die goldene Uhrkette herum lang zu werden begann, und es wurde allen Ernstes behauptet, die Linke habe ein starkes Aufgebot von leistungsfähigen Bublizisten aufgeboten, um indirekt die Parlamentsmehrheit auf schmale Kost zu sehen. Das mag übertrieben fein, aber man sieht wenigstens daraus, was man sich gegenseitig bereits zutraut, und wie groß die Erbittetung bereits zwischen beiden Seiten des Hauses ist. Deutscher Reichstag. Die Obstruktion verschärft sich. 215. Sigung. CB. Berlin, 13. November. Das Haus war heute von nahezu 300 Abgeordneten besucht, und es herrschte reges Leben in den weiten Hallen, denn es war ein großer Tag". Der Antrag Aichbichler ist ja an und für sich nur eine Zweckmäßigteitsfrage, aber er bildet die Kraftprobe zwischen der Rechten und der Linken, welch lettere heute mit großer Energie die Obstruktion einleitete. Der Antrag Aichbichler will die§§ 58 und 59 dahin ändern, daß die namentliche Abstimmung durch Zettelabgabe zu erfolgen hat. Hierzu haben die Sozialdemokraten 19 Abänderungsanträge eingebracht, deren meiste rein redaktioneller Natur sind, oder die Technik des Abstimmungsverfahrens durch genaue Vorschriften regeln wollen. Der Antrag 19 verlangt die Wiederherstellung des seitherigen Abstimmungsverfahrens, wenn mindestens fünfzig Mitglieder dies begehren. Dann soll in Zukunft der Namensaufruf zweimal erfolgen, damit auch die später tommenden Mitglieder ihre Stimme noch abgeben können. Das wäre also noch eine Vermehrung des Zeitverbrauchs bei den namentlichen Abstimmungen. Als erster Redner trat der Zentrumsabgeordnete Dr. Spahn auf die Rednerbühne, um in einer maßvollen, sachlichen Form darzulegen, daß der Antrag Aichbichler lediglich eine Zweckmäßigkeitsfrage sei, die sich in der französischen Kammer bewährt habe. Nur müsse bei uns Vorsorge getroffen werden, daß nicht ein Mitglied für ein anderes abstimmen kann. Wenn die Zahl der Schriftführer um zwei vermehrt werde, dann seien vier Personen zur Einsammlung und Zählung der Stimmen vorhanden. Er schloß mit einem Appell an die Einsicht der Abgeordneten, die durch Vereinfachung der Abstimmung dem ganzen Volke bei der Wichtigkeit der Vorlage einen Dienst erweisen würden. In schärfstem Tone sprach sich nunmehr der sozialdemokratische Abg. Singer gegen den Antrag aus; der Redner war im Anfang infolge der zunehmenden Unruhe des Hauses und einer anscheinend geflissentlich leisen Sprache kaum zu verstehen. Im französischen Abgeordnetenhause habe sich das Abstimmungsverfahren durchaus nicht bewährt. Jedenfalls verfolgten die Antragsteller mit ihrem Begehr ganz andere Zwecke. Die Zentrumspartei vor allem wolle es gewiß verbergen, daß in ihrer Mitte Personen seien, die gerade in der Zolltarifvorlage mit der Sozialdemokratie stimmten. Der Antrag sei kein Gelegenheits-, sondern ein Verlegenheitsmachwerk und sei nicht wert, daß ernstlich darüber debattiert werde. Im übrigen habe er zu bemerken, daß die Mehrheit seither von der Gnade der Linken gelebt habe, die viel öfter, als es geschehen sei, die Beschlußfähigkeit hätte anzweifeln können. Er schloß also mit einem: ,, Nieder mit dem Antrag Aichbichler!" und verlangte für seinen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung namentliche Abstimmung. Der Vorsißende der konservativen Reichstagsfraktion v. Normann betämpfte den Antrag Singer und ging hierbei mit den Sozialdemokraten wegen ihrer unausgesezten Forderung namentlicher Abstimmungen ins Gericht. Er erklärte den Antrag Aichbichler für nötig um der Würde des Hauses willen. Der Antrag Singer auf Uebergang zur Tagesordnung wurde mit 201 gegen 76 Stimmen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Nunmehr ſezte erst die Obstruktion ein. Der sozialdemokratische Abg. Heine ergriff um zwei Uhr das Wort zur Begründung der 19 Anträge. Der ganze Apparat, der in seiner Nähe entfaltet wurde, deutete auf eine Dauerrede hin. Neben ihm stellte sich ein Schwarm von Parteigenossen auf, der im Verlaufe der Rede die Zwischenrufe inszenierte. Nacheinander marschierte der Chor der Wasserträger auf, der dem Redner zur Befeuchtung der Zunge das Maß reichte. Heine trank jedesmal langsam, er sprach absichtlich leise, fast flüsternd, die Abgeordneten entwichen aus dem Saale, und auch die Journalisten suchten den gaftlichen Raum ihres Restaurants auf, wo von Zeit zu Zeit ein Phonograph zur Auffrischung der Lebensgeister in Tätigkeit gesetzt wurde. Heine sprach im ganzen 312 Stunden lang, um die sozialdemokratischen Anträge, die doch samt und sonders abgelehnt werden, zu rechtsertigen. Um 512 Uhr kam Graf Limburg- Stirum zu Wort. Sofort füllte sich das Haus wieder. Der Redner schilderte die notwendige Wirkung der Obstruktion. Während der ganze Parlamentarismus auf dem Rechte der Mehrheit beruhe, rufen die Obstruktionisten jetzt das Recht der Minderheit aus. Alsdann sprach Abg. Richter sich ebenfalls in einer furzen Rede gegen den Antrag Aichbichler aus, wandte sich aber gegen die Obstruktion. Es bot sich hier dem Hause das seltene Schausipel, daß auf der rechten Seite des Hauses„ Sehr richtig" gerufen wurde, während die Linke durch zwischenrufe und Lachen demonstrierte. Der Abg. Bassermann trat im Namen der Nationalliberalen für den Antrag Aichbichler ein und betonte, daß dieser jedenfalls durch Bebels Hamburger Rede veranlaßt worden sei, worin der sozialdemokratische Führer mitteilte, daß seine Partei zu jeder Position die namentliche Abstimmung beantragen werde und die dadurch erforderliche Beitbergeudung ausgerechnet habe. Nachdem sich noch der polnische Abg. v. Glembowski gegen den Antrag ausgesprochen hatte, wiewohl er dessen Tendenz anerfenne, ging ein Antrag auf Schluß der Debatte ein, über den auf Antrag Singers namentlich abgestimmt werden mußte. Der Antrag wurde angenommen und sonach die Verhandlung vertagt. Die Politik. Der Kaiser in England. Der Mittwoch war für die Bevölkerung von Sandringham und Umgebung ein Festtag. Auf allen Stra ßen und im Walde hatten sich die Menschen in Scharen angesammelt, denn heute war es ihnen gestattet, den Majestäten auf der Jagd zu folgen. Gegen zwei Uhr wurde von den Majestäten und den Damen der königlichen Familie das Frühstück in einem Zelt unmittelbar neben der Fahrstraße eingenommen. Dann gingen Kaiser Wilhelm und der König längere Zeit, in heiterster Laune miteinander plaudernd und rauchend, vor dem Belt auf und nieder. Am Nachmittag wurde die Jagd fortgefeßt. Ein englischer Bericht sagt, die Aufmerksamkeit des zuschauenden Publikums war ausschließlich auf den Kaiser gerichtet; er schoß so schnell, daß er seine drei Lader voll beschäftigt hielt. Sein unfehlbares Zielen und die Geschwindigkeit, mit welcher er die Gewehre hintereinander hantierte, würden die Bewunderung des schneidigsten Sportsmannes erregt haben, und wurden von den Zuschauern geradezu mit Staunen beobachtet. König Eduard schoß dagegen in etwas nonchalanter Weise, der Kaiser erlegte an hundert Fasanen. Bei der Rückkehr aus dem Walde sagte er zu König Eduard: Das war ein famoser Tag!" Am Abend fand im Schlosse eine Vorstellung statt. Eine Verständigung in der Zolltariffrage? In den Wandelgängen des Reichstags wurde das Gerücht verbreitet, daß den Mehrheitsparteien Vorschläge behuss einer sachlichen Verständigung über den Zolltarif gemacht worden seien. Diese sollen sich vorläufig auf die Frage der Getreidezölle erstrecken und namentlich bezüglich des Gerstenzolls ein Entgegenkommen bedeuten. Die deutschen Burenkämpfer. $ Der Burenoberst Schiel, der augenblicklich in Berlin weilt und von dort aus noch verschiedene andere Städte seines Vaterlandes- Schiel stammt aus Frankfurt a. M. bereisen will, hat in seinem ersten Bortrag am Mittwoch das seit einiger Zeit umlaufende Gerücht bestätigt, daß von allen Bewohnern Transvaals gerade die Deutschen in der schlimmsten Lage sind. Ihr Wohlstand ist zusammengebrochen, und sie stehen vor den Ruinen ihrer einstmaligen Besißungen ohne Aussicht auf Hilfe, wenn ihre Brüder in der Heimat nicht nochmals hilfreich die Hand öffnen und ihnen die Mittel zum Wiederaufbau ihrer gebrochenen Eristenzen geben. Was für die Buren gestiftet wurde, werden diese lediglich ihren Stammesgenossen zuwenden, ohne sich viel um die Fremden zu kümmern. Oberst Schiel hat übrigens auch bestätigt, daß die Buren vielfach im Kriege eine nicht gerade freundliche Haltung gegen die selbstlosen Deutschen eingenommen haben. Das von ihm kommandierte deutsche Korps war trop dringlicher Borstellungen von dem General Kock, hinter dem Joubert stand, als Kanonenfutter verwendet worden. Die Deutschen haben insgesamt 27 Prozent, die Buren aber nur 7 Prozent Verluste an Toten während des Krieges gehabt. Nachdem ein hervorragendes Mitglied der Burenarmee die umlaufenden Gerüchte über die Notlage unserer Landsleute bestätigt hat, können wir nur nochmals sagen: Den Beutel auf für unsere Brüder. Hilfe, schleunigste Hilfe tut not! Die Räumung Shanghais ton den fremden Truppen, darunter auch den deutschen, soll unmittelbar bevorstehen. Die massiven Kasernenbauten will Deutschland, so besagt eine Londoner Meldung, an eine einheimische Firma vermieten. Zur Kontrolle, was dort vorgeht? König Karol und Fürft Ferdinand unternahmen am Mittwoch einen Ausflug nach Plewna, wo sie in dem Hause, das seinerzeit Osman Pascha bewohnt hatte, ein Frühstück einnahmen. In dem Redeaustausch versicherten beide Fürsten sich der Freundschaft ihrer Armeen. Der Fürst von Bulgarien begleitete schließlich seinen Gast nach Turnu Magurelle, wo sich der König von Rumänien herzlichst verabschiedete, um die Heimreise anzutreten. Kurze politische Nachrichten. * Die Regentschaft in Braunschweig ist auf unbestimmte Zeit von dem Landtag verlängert; das deutet nicht darauf hin, daß der Herzog von Braunschweig seinen Frieden mit dem Reiche machen will. * Das bayerische Ministerium des Innern hat in einer Konferenz den Entwurf der Maintanalisirung bis Aschaffenburg entgegengenommen. * Heinrich Ridert hat im Jahre 1893 für die ihm gehörende ,, Danziger Zeitung" als legtwillige Berfügung die Bestimmung getroffen, daß sie stets den Sachen Dunner un Hagelbö! neuen Heimat erhoben zu geschriebenen Abgabe zum vojiberechtigten Bürger haben. brägen und und sofort hängte sich ihm auch sein alter hatte er die Schliche und Pfiffe weg wie kein and cer fröhlich schlug er ein. Im Handumdre jen Das war was für Harm DillSpigneme Tagen stichhaltigen Grund entfernen wollte. Tochter, wenn er sich wieder eiitmal für eine Nacht ohne noch altrid, er fürchtete den Einwand seiner und ließ ihm keine Ruhe, Ende war er doch wohl noch Herr feines Tuns, und das Doch die alte abenteuerlust bohrte und zwickte und Dunner und Hagelbö! Am Männerkleidern stat. alte liebevolle und gleichmütige Gerda. Vater zuweilen Bedenken einflößte. Der Nerven machte sich jedoch nur geltene ueben fie in Stunden selbst erschrat und das jogar ihrem tollföpfigen was wildes, Dämonisches Im Frauengewande war sie Ueberreizung über sie, vor dem sie in still.. die Wer mit den heidem mährend ihres nächtlichen Trei Novellette von Hann de Crillon. Der Gehrock. Gr hatte ſeidene slappen, lange, flatternde Schöße; das Tuch Es war wirklich ein schöner, schwarzer Gehrock. ( Nachdruck verboten.) Tristen Mode. der Gerechtigkeit, Tolerenz und Freiheit zu dienen habe. Die liberalen Blätter nehmen von diesem politischen Testament unter Zeichen höchster Befriedigung Notiz. * Im österreichischen Abgeordnetenhause wurde das Verbot des Termin handels vom volkswirtschaftlichen Ausschuß angenommen. * In politischen Kreisen Belgiens verlautet, der Graf v. Flandern, Bruder des Königs, verzichte auf die Thronselge, sodaß dessen Sohn, der mit einer bahrischen Prinzessin verheiratete Prinz Albert von Belgien der designierte Thronfolger iſt. * Die Zulassung ber serbischen 60 Millionen- Anleihe an der Pariser Börse ist sichergestellt. * Caracas ist wieder die Hauptstadt und der Regierungssig von Benezuela. Vermischtes. V[ Rüdgang des Frauenstudiums?] Jm laufenden Wintersemester haben sich an der Berliner Universität nur 405 Frauen immatrikulieren lassen. Im verflossenen Wintersemester waren zur selben Zeit 524 verzeichnet. Zum Teil ist dieser Rückgang darauf zurückzuführen, daß weniger Russinnen zugelassen werden; auch sind die Zulassungsscheine für Deutsche von 5 Mt. auf 6 Mk. und für Ausländerinnen von 6 Mr. auf 12 Mt. erhöht worden. Immerhin läßt sich ein endgiltiges Urteil vorläufig noch nicht fällen, da die Zulassung bis zum 27. November gestattet ist und die Zahl sich bis dahin der Höhe des verflossenen Wintersemesters, nämlich bis zu 634, mehr nähern kann. £[ Eine Musterbahn.] Die vor kurzem eröffnete Eisenbahn von Lodz nach Kalisch( preußische Grenze) hat bereits den Betrieb einstellen müssen für einige Tage", wie es in dem amtlichen Bericht heißt. Dieser ganze Bahnbau," so schreibt ein Lodzer Blatt ,,, erinnert an jenen Lehrjungen, der zu seinem Meister sagte:„ Meister, die Arbeit ist fertig soll ich sie gleich flicken?" Die LodzKalischer Bahn muß auch schon geflickt" werden, weil die Brücke über die Warthe bei Sieradz ,, einige Mängel" aufweist. So unbedeutend können die ,, Mängel" nicht sein, sonst hätte man nicht plöblich den ganzen Verkehr eingestellt, um einen gründlichen Umbau vorzunehmen. - Sihung der Stadtverordneten. Gießen, 13. November. Rolle spielen, er habe daber mit dem Vorsitzenden des Nord- Ost- Vereins, Herrn Friedberger, verhandelt und diesem nahe gelegt, für die Verwirklichung des Projektes einer Personenhaltestelle im Norden von den In teressenten einen baren Zuschuß von 35 000 Mark nämlich die Hälfte der Kosten der Anlage des Bahnhofes selbst zu erwirken. Die andere Hälfte dieser Summe sowie die jährlichen Betriebskosten, sowie die sonstigen finanziellen Opfer, die der Eisenbahnfiskus verlangt, sollte dann aus allgemeinen Mitteln ge tragen werden. Der Nord- Ost- Verein bat den Zuschuß aber abgelehnt. Die Finanz Deputation, welche fich nunmehr mit der Frage be schäftigte und diese eingehend beraten hat, schlägt der Versammlung vor, zu beschließen: Vor Beginn der Sizung hatten sich gestern etwa 25 Zuhörer, Bürger aus dem nordöstlichen Teil der Stadt, im Sigungssaal cingefunden. In der Bürgermeisterei waren nicht Stühle genug aufzutreiben, um jedem der Erschienenen einen Platz anweisen zu können. Auf der durch die Zeitungen befannt gegebenen Tagesordnung stand gerade nichts besonderes, welches das Interesse der Nordöstler hätte erregen können, aber in der Stadt ist es bekannt geworden, daß die Kasernenfrage und die Frage des Nordbahnhofes für unsere Stadt für die ge= heime Sigung zur Beratung stand und die Zu hörer, die trotzdem gefommen waren, hatten die Nechnung ganz richtig gemacht; wie der Verlauf der Sitzung bewies, gab es recht viel Interessantes zu hören. Gleich nach 4 Uhr eröffnete Bürgermeister Mecum die Versammlung, er widmete den beiden verstorbenen Kollegen Beigeordneten Grüneberg und Stadtv. Dr. Fuhr einen warm mpfundenen Nachruf, indem er hervorhob, daß der verewigte Grüneberg 25 Jahre der städtischen Verwaltung ununterbrochen angehört hat und stets mit großem Pflichteifer und mit Treue an den Arbeiten im Interesse der Bürgerschaft sich beteiligt habe. Stadv. Fuhr gehörte erst seit 1899 der Versammlung an, er habe, so lange er gefonnt habe, selbst noch als er schon schwer leidend war, an den Beratungen der Versammlung teilgenommen. In ihm sei ein Mann heimgegangen, dessen weitgehende Nächstenliebe, die er stets bethätigt, ihm in weiten Kreisen unsere Bevölkerung ein ehrendes Andenken über das Grab hinaus fichere. Die Versammlung ehrt das Andenken der beiden Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen. Der Vorsitzende verliest ein [ Unterricht im Mäusefang.] Der Nidwaldnerische Bauernverein in der Schweiz läßt in seinem Organ eine Einladung an die Landwirte zur Beteiligung an einem Kurse ,, zur Erlernung des Fangens und Vertilgens aller Art von Mäusen" ergehen. Die Berechtigung eines solchen Kurses, der das Neueste auf dem Gebiete der landwirtschaftlichen Berufsbildung sein dürfte, läßt sich bei der heurigen Mäuseplage nicht in Abrede stellen. [ Gefahren des Austerngenusses.] Jean Richepin, der bekannte französische Dramatiker, ist nach dem Genuß von Austern schwer erkrankt. Er wurde von einem typhusähnUchen Fieber befallen, das nicht ganz unbedenklich ist. Der Gaulois" erzählt bei dieser Gelegenheit, daß er unlängst von einem bekannten Arzt erfahren habe, daß nicht nur verdorbene, sondern auch ganz frische Austern gefährlich werden und die Gesundheit des Austernfreundes arg schädigen können. Vor einiger Zeit war auch Léon Daudet, der bekannte Romanschriftsteller, nachdem er Austern gegessen hatte, sehr krank. [ Die Familie im Drama.] Im Pariser ,, Théâtre Antoine" wird seit Montag ein älteres Stück von Gaston Devore, das dreiaktige Drama ,, Hilbschwestern" mit groBem Erfolge aufgeführt. Der ,, Figaro" weist nun darauf hin, daß dieses Stück die Serie der Familienstücke in der neueren französischen Litteratur glücklich zum Abschluß bringe vorläufig wenigstens. Man hatte in Frankreich bereits ,, Die Großmutter" ,,, Den verschwenderischen Vater" ,,, Die feindlichen Mütter" ,,, Bébé" ,, Den natürlichen Sohn", Ihre Töchter"," Den Onkel Célestin" ,,, Meine Kousine" und ,, Meine Schwiegertochter". Fehlten nur noch die Halbschwestern", die jetzt endlich auch eingetroffen sind. Kurzes Allerlei. Die theologische Fakultät in Zürich ist einer Krisis nahe, die eine Folge der Geldklemme ist. Die zehn Lehrkräfte beziehen nämlich gewiß bescheiden genug eine Besoldung ron im ganzen 34 000 Frcs. Nun ist aber die Frequenz seit Jahren bedenklich schwach: 10 bezw. 11 Zuhörer in den beiden letzten Semestern, so daß sich zu einer Vorlesung im Durchschnitt 4-5 Studierende einfinden. Die Butgetkommission des Großen Rates erwägt daher, ob sich unter solchen Verhältnissen diese ,, hohen" Ausgaben rechtfertigen. - Die Bahnhofsfrage für Nord- Ost foll so lange durch den Bürgermeister nicht weiter betrieben werden, bis die Interessenten sich zur Ucbernahme der Hälfte der Kosten der zu schaffenden Bahnhofsanlage bereit erklärt haben und demgemäß bitte der Bürgermeister die Versammlung zu b schließen. Stadtr. Hanau bittet, aus den Akten die Beschlüsse der Versamm'ung die in früheren Jahren in dieser Angelegenheit gefakt murden, mitzuteilen. Daraus geht hervor, daß die Vrsammlung mit der Frage eines zweiten Bahnhofs in der Schwarzlach sich bescäftigt hat Danfschreiben des Assessor Schlosser, für die diesem von der Versammlung bewilligte Remuneration für dessen Thätigkeit in der städtischen Verwaltung. Weiter teilt der Bürgermeister mit, daß mit der Bestimmung den Betrag zu verwenden, zur Verabreichung von warmem Frühstücks an bedürftige Schulkinder der Vogel- und Geflügelzuchtverein Gießen und Umgegend der Bürgermeisterei 36 MF 50 Pfg, als den Üeberschuß seines gefeierten 5jährigen Stiftungsfestes, überwiesen hat. Weiter wird mitgeteilt, daß die Sektion Gießen des Vogelsberger Höhenflubs für den auf dem Taufstein projektierten Bismarckturm eine Sammelliste übersendet hat, die der Bürgermeister zur Zeichnung von Beiträgen unter den Stadtverordneten zirkulieren läßt. Hierauf nimmt Stadtv. Orbig das Wort und beantragt Punkt 29 und 30 der heutigen Tagesordnung der für die nicht öffentliche Sigung zur Beratung steht, Dem König Eduard von England wurde bekannt gemacht, daß man bei Brighton einen Stör von 7 Fuß und 4 Zoll Länge gefangen habe. Nach einem alten Gesetz aus der Regierungszeit des Königs Eduard II. gehören alle Walfische, Störe und merkwürdigerweise auch die Wracks an der Küste dem Souverän. Alle Störe, die in der Themse oberhalb London Bridge gefangen werden, gehören dagegen dem Lordmayor von London. Bunte Chronit. Auf der Eisenbahnstrecke Sachsenhausen- Goldstein fand ein Versuch mit einer Erfindung zur Verhütung von Eisenbahnzusammenstößen statt. An den Lokomotiven zweier Züge waren Apparate angebracht, die ein Alarmsignal abgaben, als sich die beiden Züge auf eine gewisse Entfernung genähert hatten. Dann konnten die Führer in telephonische Verbindung miteinander treten. Mr. Harry Pannure, ein Londoner Patrizier, hat in seinem Testament Kaiser Wilhelm als Erben eingesetzt. Es sollen nämlich aus der Hinterlassenschaft Mr. Pannures dem Monarchen ein Bootswagen, dessen Taufe seinerzeit Kaiser Friedrich beiwohnte, und ein sogenannter Schießwagen zur Annahme angeboten werden. - - zum ersten Male 1886, dann 1 Jahr später, dann 1893, weiter 1898 und im Jahre 1901. Die Versammlung hat sich stets für die Schaffung eines zweiten Bahnhofs ausgesprochen; bie Errichtung baber nur bill Serft- lung t Wunsch ausfp zum Bahnhof Werte von thatfächlid Fadelzug Ehre Beftern A Der Univerfität den Ruf als Universität q Darbringung Freude darzu tritt ber 116e Bewegung. der Corpora von einer Kostenübernahme aus allgemeinen Steuermitteln steht aber in den Akten nichts, wohl hat die Stadtverordnetenversammlung 1901 sich bereit erklärt, die Zufuhrwege zum Bahnhof anzulegen. Stadtv. Krumm ist der Ansicht, daß an der Kostenfrage die ganze Sache sicher nicht scheitern wird, umsomehr, als es nur 35 000 Mt. seien, die die Interessenten aufzubringen haben. Er fönne sich nur für den Antrag der Finanzdeputation aussprechen. Stadtv. Schmall erklärt, daß er in der vorliegenden Frage mit seiner Ansicht nicht einig gehe mit der seiner Kollegen in der Kommission. Es müsse doch anerkannt werden, daß das Wallthor durch die Unaunst der Verhältnisse ins Hintertreffen geraten sei. Man möge doch die Bahnhofsfrage resp. die Verwirklichung oder Weiterbetreibung derselben nicht von einem zu gewäh renden Zuschuß von Interessenten abhängig machen. Es sei swer, einen Modus zu finden, wie viel der Einzelne der Beteiligten zu diesem Zuschuß beizutragen habe, es sei über haupt nicht möglich zu ermessen, wie groß das Interesse jedes Einzelnen in der Gegend des Nord Ostend. Wenn für den Stadtteil der Bahnhof nötig, vorteilhaft und ersprießlich sei, dann sollte die Allgemeinheit die ganzen Kosten auch tragen, welche die Anlage kostet. öffentlich zu verhandeln. Stadtv. Hanau unterstützt diesen Antrag und bemerkt dazu, er sehe gar nicht ein, warum man eine Frage, die die Bürgerschaft seit Jahren mit dem regsten Interesse verfolgt, heimlich abthun soll. Beigeordneter Georgi erklärt, er sei ebenfalls für die Oeffentlichkeit, In Sosnomie in Oberschlesien soll ein nihilistisches Komplott entdeckt worden sein. 6 Personen wurden verhaftet. In Straßburg geht das Gerücht, daß eine geistig gesunde Witwe, die mit einem einflußreichen Bürger Beziehungen hatte, auf dessen Veranlassung widerrechtlich in eine Frrenanstalt gebracht worden sei. Bei der Wenzelskasse in Prag sind jest 7 Min. Kronen Defizit konstatiert worden. in so weit durch eine solche Verhandlung städtische Intressen nicht gefährdet werden. Ein Automobil, in welchem der amerikanische Botschafter am italienischen Hofe mit seiner Frau und einem Chauffeur saß, überfuhr in Brozzi einen achtjährigen Knaben, der sterbend ins Hospital gebracht wurde. Bürgermeister Mecum bemerkt, daß über Punkt 29 der Tagesordnung Erbauung einer Kaserne in der Grünbergerstraße die Finanz- Deputation zwar beraten habe, sich aber noch nicht schlüssig habe machen können und daher diese Angelegenheit noch vertagt werden müsse. den andern Punkt anbetrifft, der die Haltestelle Gießen Nord Angehörigen Zug durch d Seltersweg, G an der Univerf ftitut. Auf de feierte feine f Shuman Hochberehrte Seit la wieder die S zuge bereinigt geliebten Alm teil werden zu allverehrter Dant abzuftat lockenden Beru Deutschlands en Kräfte auch fe zu weih n. Als wir bei Sie einen Ruf Jahren- erhalt daz Sie dieser denn es war e Universität an des Theoretiker uns die Nach hiefigen Univer Ihr unermüdl das hicfige phy - wenn nicht haben; Sie, d Kenntniffe eine& erworben haben. Herr Profeffor, daß Sie den ch Dante verpflic Viele fleine Gemeinden bringen Opfer für die Anlegung einer Eisenbahnstation. Marburg sei der Bahnhof Süd zum Segen gereicht, wenn auch in dessen Nähe eine B baung des Geländes bisher nicht angängia sei. Für die Fort setzung der Bieberthalbahn habe man aus städtischen Mitteln 60 000 Mt. bewilligt. Er wolle nur daran erinnern, wie viele Opfer der Stadt im Laufe der Zeit aufgenötigt seien mit der Motivierung, man müsse mit der Wurst nach der Specseite werfen, die lettere aber sei bisher noch au geblieben, wenigstens er habe von dem Speck noch nichts bemerkt. Stadiv. Wallenfels ist auch der Ansicht, die gesamten Kosten des Bahnhofs Nord auf die Allgemeinheit zu übernehmen. Es liege nicht ein Interesse eines einzelnen Stadtteiles vor, sondern die gesamte Stadt habe den Vorteil von einem zweiten Bahnhof bei unserer Stadt. Es sei auch gerecht und billig, dem Nordende beizuspringen, denn für die anderen Stadtteile sei in den legten 20 Jahren unendlich viel auf Kosten der Allgemeinheit geschehen. Stadtv. Haubach hat die gleiche Auffassung wie sein Kollege Schmall. Für ihn sei die Frage allein maßgebend: Ist die geplante Haltestelle notwendig, ist sie zum Vorteil auch nur für einen Stadtteil? Spricht man sich darüber bejahend aus, run gut, dann hat man aber auch kein Recht, von jenem Stadtteil einen Extrazuschuß zu den Kosten zu verlangen. Im Süden werden die Kliniken erbaut, zu denen die Algemeinheit 200 000 Mt. hergegeben hat und es sei feinem Menschen eingefallen von jenem Stadtteil, der auch allein den Vorteil davon hat, einen Extrabeitrag dafür zu vers langen. Herr H. macht auf die Konsequenzen aufmerksam, die man später ziehen müsse, wolle die Versammlung den Antrag der Kommission zum Beschluß erheben. Stadtv. Hanau weist darauf hin, daß Niemand jetzt schon sagen fönne, wer von den Grundeigentümern in der Schwarzlach durch den Bahnhof einen nennenswerten Wertzuwachs zu er warten habe für seinen Grundbesiß; um dies zu ermessen, müsse der Bauplan für den Stadtteil erst aufliegen und dies sei nicht der Fall. Er wolle aber noch darauf hinweisen: Der größte Grundbesizer sei die Stadt selber, dies scheinen die Herren in der Finanzd putation nicht gewußt zu haben, sonst wäre deren Beschluß etwas anders ausgefallen. Es sei in Gießen noch nie Gepflogenheit gewesen, in der hier vorgeschlagenen Art die Kosten eines gemeinheitlichen Unternehmens, welches sich als nötig erweist, zu verteilen. Die Anlage der Löberstraße habe aus allg meinen Mitteln allein 51 000 Mt. gefoftet. Die Ueberwölbung des Bruch grabens, die nur allein den Anliegern zum Vorteil gereiche. Die Kosten dafür seien aus allgemeinen Mitteln bestritten. Stadtv. Petri ist für U bernahme der ganzen Kosten des Bahnhof& auf die Stadt. Stadtv. Huhn erklärte, die Finanzdeputation hat es für die Finanzen der Stadt gut gemeint mit ihrem Antrag, er müsse aber sagen, es sei ein Att der Gerechtigkeit, wenn die Algemeinheit dafür sorgt, daß einem vernachlässigten Stadt. teil das wird, was ihm wieder aufhelfen kann. Der Beigeordnete Georgi führt aus, daß die Stadtver ordneten Versammlung als Vertretung der Gesamtheit durch ihre früheren Beschlüsse zu erkennen gegeben hat, daß sie für in der Schwarzlach angeht, so handele es sich nicht etwa um einen zu fassenden Beschluß, daß nunmehr der zweite Bahnhof für Gießen gebaut werden könne, sondern es drche sich lediglich darum, sich zu verständigen, zu welchen materiellen Opfern man sich eventuell berstehen würde seitens der Stadt, wenn der Gedanke dieser Haltestelle verwirklicht werden sollte, was erst noch ein weiteres Verhandeln mit der Eisenbahn bedürfe. Der Bürgermeister machte Mitteilung, daß die Herstellung der Haltestelle Nord 70 000 Mf. erfordern würde, ohne die Kosten der Wegeanlage zum Bahnhof, die selbstverständlich aus allgemeinen städtischen Mitteln bezahlt werden müßten. Wolle man nun aber die Haltestelle haben, so müßte man außer den 70 000 Mr. für den Bahnhof noch jährlich 5000 Mark Betriebsfosten städtischerseits leisten, allerdings wie er annehme, auf vielleicht nur 4-5 Jahre. Die Bahn verlange sonst noch eine Entschädigung für den Ausfall der Einnahmen aus dem Personenverkehr, der dadurch entstchen wird, daß eine Anzahl von Passagieren, welche aus der Richtung von Lollar her kommend, die jetzt am Hauptbahnhof aussteigen, die aber später am Nordende der Stadt den Zug verlassen. Wie groß dieser Betrag ist, stehe noch nicht fest.( Dieser Schaden würde sich doch sicher ausgleichen, weil Personen, die heute aus der Richtung Großen- Linden kommend nur bis zum Hauptbahnhof fahren, später aber unter Umständen über diesen hinaus bis zum Bahnhof in der Schwarzlach reisen, abgesehen von dem Lokalverkehr zwischen alten Bahnhof und Personenhaltestelle und umgekehrt. D. R.) Der Bürgermeister weist fortfahrend darauf hin, daß es seit Jahren gewisse Interessenten seien, welche durch den Bürgerverein Nord- Ost die Errichtung der Personenhaltestelle verlangen und daß dabei zweifellos auch materielle Interessen eine große Ihn im Namen zu fönnen. Bu die Hoffnung au reiche Thätigkeit unferer Ludovic recht lange zu In diesem Sinn litonen auf, m unjer hochberehr bod, hod, bod Brof. Drude in bem leuchtenden Fadel Nachdem die be er wolle bestrebt fe ftehen. Als diefer zu Ende, wurden& bis nach furzer Be Be Bete: Ausfüb 24. Se Milzbro gefallen Wir bringen Der Kreisausschu Art. 7. des oben Stadt Gießen di Deconom iz zu und Heinrich No nannt hat. Gießen, Gro Wir bringen gewefenen Doman Heiggelder bis z taffe Birgen II. ab Gießen, 11 Groß Son Groß Restau em Vorfizenden des er, berhandelt und lichung des Projeftes n bon den In idup bon 35 000 en der Anlage des andere Hälfte diefe stoften, fowie be er Eisenbahnfistus einen Mitteln ge st- Verein bat mt. Die Finan it der Frage be an bat, fchlägt be Nord- On lo ermeister nidt bis die Intereffenten der Kosten der cett erklärt haben die Versammlung zu aus den Alten die B ren Jahren in dieser ilen. Daraus ge age eines zweiten Häftigt hat 1886, - 1898 und im Jahr eiten Bahnhofs meinen Steuermitteln hat die Stadtverord lärt, die Zufuhrweg umm ist der Ansicht e sicher nicht scheitern 2. feien, die die In ne fich nur für den Stadtv. Schmall e mit seiner Unsich in der Kommission. das Wallthor durch rtreffen geraten fei. die Verwirklichung on einem zu gewäh ngig machen. Es fei viel der Einzelne der gen habe, es sei übergrok das Interesse Nord Ostend. Wenn - vorteilhaft und er. gemeinheit die Iche die Anlage foftet. fer für die Anlegung Bahnhof Süd zun Nähe eine Bebauung sei. Für die Fortus städtischen Mitteln = daran erinnern, wie Beit aufgenötigt sein t der Wurst nach der sei bisher noch aut em Sped noch nicht auch der Ansicht, die auf die Allgemeinheit ntereffe eines einzelner Stadt habe den Vorteil r Stadt. Es sei aud pringen, denn für di 20 Jahren unendlicó ehen. Stadtv. Hau fein Kollege Small end: Ist die geplant teil auch nur für eine bejahend aus, nun gut bon jenem Stadtteil rlangen. Im Süden zu denen die A gat und es sei feiner dtteil, der auch alle beitrag dafür zu ver mfequenzen aufmerfion bie Errichtung des Bahnhofes fich intressiert, er tann es baher nur billigen, wenn die Stadt die gesamten Kosten der Herstellung trägt. Er will aber die Hoffnung und den Wunsch aussprechen, daß die betreffenden Grundbefizer das zum Bahnhof nötige Gelände der Stadt auch dann zum Werte von landwirtschaftlichem Gelände was es thatsächlich heute ja auch nur ist, überlassen möge. Fackelzug der Gießener Studentenschaft zu Ehren des Herrn Prof. Dr. Drude. Gießen, 14. Nov. 1902. Gestern Abend bersammelten sich die Studierenden der Universität Gießen auf Oswaldsgarten, um dem, ſchen Wiese, zumarschierte. Unter den Klängen des Gaudeamus flogen die Fackeln in den gebildeten Kreis; damit fand die öffentliche Ovation ihr Ende. Beim nachfolgenden Kommers in Steins Garten dankte u. a. Herr Reftor Prof. Dr. Krüger im Namen seiner Kollegen Herrn Dr. Drude, daß er auch fernerhin in ihrer Mitte verkehren wolle, und der Eyrektor Herr Prof. Dr. Hansen brachte ein Hoch auf die Gemahlin des Gefeierten aus. Schluß der Feier war gegen 4 Uhr. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Die Universitäts- Bibliothet ist im Rohbau fertig. Der innere Ausbau soll alsbald in Angriff bäude sind auf 520 000 Mt. berechnet. schen Hof" ging gestern in den Besitz des Herrn Restaurateurs Flamme" Bum fühlen Grund" für den Preis von 42 000 Mt. über. zeit gerade nicht zu den angenehmsten Empfindungen, aber ** Fußbäder im Freien zählen in dieser Jahresunfreiwillige vor versammeltem Publikum beiderlei Geschlechts sind denn doch zu nachdrücklich. So fonnte man gestern Abend gelegentlich des Fackelzuges in dem die Gail'sche Wiese durchfließenden Bach Männlein und Weiblein mit entstelltem Gesicht im Sumpf spazieren gehen sehen, denn bei dem Sprung über den Bach hatte man sich in der Distanz geirrt. nassen Element zu entrinnen und so blieben den profanen Die hohe Uferböschung hinderte auch die Wermsten noch, dem Augen der Anwesenden die unteren Extremitäten nicht verGefolge haben kann. Wohl bekomms! den Ruf als Professor der Physik an die Leipziger genommen werden. Die Gesamtkosten für das riesige Ges borgen. Was doch so ein unschuldiger Fackelzug alles im Universität abgelehnten Prof. Dr. Drude durch Darbringung eines Fadelzuges ihre Huldigung und Freude darzuthun. Gegen 8 Uhr setzte sich unter Vorantritt der 116er Regiments- Musik der stattliche Zug in Bewegung. Mit flatternden Bannern, die Chargierten der Corporationen in vollem Wichs, die Corps Angehörigen mit Fackeln, so wogte der feierlich- ernste Zug durch die Marktstraße, Marktplatz, Kreuzplatz, Seltersweg, Süd- Anlage, Goethestraße, Stephanstraße, ftitut. Auf dem Balkon desselben erwartete der Ge an der Universität vorbei nach dem Physikalischen Infeierte seine Komilitonen und wurde vom stud. math. Schuchmann etwa folgendermaßen angesprochen: Hochberehrter Herr Professor, liebe Stomilitonen! Seit langer Zeit hat sich heut zum ersten Male wieder die Studentenschaft Gießens in einem Fackel zuge vereinigt, um einem allverehrten Lehrer ihrer geliebten Alma mater eine wohlverdiente Ehre zu teil werden zu lassen. Gilt es doch heute, Ihnen allverehrter Herr Prof. Dr. Drude, unsern innigsten Dant abzustatten daselbst, daß Sie sich trotz der verlockenden Berufung an eine der größten Universitäten Deutschlands entschloffen haben, Ihre hervorragenden Sträfte auch fernerhin unserer lieben Ludoviciana zu weih n. - Als wir bei Beginn des Semesters erfuhren, daß Sie einen Ruf nach Leipzig- den 3ten seit zwei Jahren erhalten hatten, da mußten wir annehmen, daß Sie diesem Rufe auch Folge leisten würden, denn es war ein ehrenvoller Ruf an die drittgrößte Universität an die Stelle des Herrn Prof. Boltzmann, des Theoretikers der Theoretiker. Doch wie erfreute uns die Nachricht, daß es gelungen sei, Sie der hiesigen Universität zu erhalten; Sie, der Sie durch Ihr unermüdliches Schaffen und rastloses Streben das hiesige physikalische Institut zu einem der ersten wenn nicht zum ersten Deutschlands gemacht haben; Sie, der Sie sich durch hervorragende Stenntnisse eine bedeutende Stelle unter den Physikern erworben haben. Darum ist Ihnen, hochverehrter Herr Professor, die Studentenschaft Gießens dafür, daß Sie den ehrenvollen Ruf ablehnten, zu großem Danke verpflichtet, und es ist mir eine hohe Ehre, Ihn im Namen meiner Kamilitonen Ihnen abstatten zu können. Zugleich aber spreche ich den Wunsch und die Hoffnung aus, daß Ihnen noch eine recht segensreiche Thätigkeit beschieden sein möge und daß es unferer Ludoviciana bergönnt sein möge, Sie noch recht lange zu ihren Dozenten zählen zu fönnen. In diesem Sinne aber fordere ich Sie liebe Komilitonen auf, mit mir einzustimmen in den Ruf, unser hochverehrter Herr Professor Dr. Drude er lebe hoch, hoch, hoch! Nachdem die begeisterten Hochs verklungen, dankte Herr Prof. Drude in bewegten Worten. Aus jeder ihm entgegenleuchtenden Fackel spreche die Freude und Liebe zu ihm und er wolle bestrebt sein, der Alma mater treu zur Seite zu stehen. Als dieser Aft unter Salutschüssen und Feuerwerk zu Ende, wurden die Chargierten von Herrn Drude bewirtet, bis nach furzer Zeit der Zug seinem Endpunkt, der GailBekanntmachung. Betr: Ausführung des Gesetzes vom 7. Juli 1896 ** Der 1000ste Student für das Winter- Semester an der hiesigen Universität wurde gestern, wie uns von in= formierter Seite mit eteilt wird, immatrikuliert. Von( iner Veröffentlichung des Namens di ses jungen Herrn wird abgesehen. Ein weiterer Zugang ist noch zu erwarten, sodaß die Frequenz des Sommer- Semesters noch überschritten werden dürfte. Das Agnes Sorma- Gastspiel am Samstag be. Intereſſe. Aus Caffet, wo die Künſtlerin noch nie gegnet auch in unserer näheren und weiteren Umgebung großem gastiert hat, wurden schon vor längerer Zeit Karten bestellt. Nunmehr wird auch die StädtebundtheaterKommission aus Marburg, sowie Vorstandsmitglieder des dort kürzlich begründeten Theatervereins die Vorstellung besuchen. Am Nachmittag ſoll eine gemeinsame Sigung der Marburger Kommission mit der hiesigen stattfinden. Zugzusammenstoß. Gestern Mittag um 1 Uhr stieß wie wir gestern bereits meldeten- auf dem Rangierbahnhof bei klein- Linden der von Hanau tommende Güterzug 7547 infolge falscher Weichenstellung auf einen leeren Güterzug. Statt das Gleis 76 freizumachen, hatte man Gleis 75, auf dem der leere Bug stand, freigegeben. Zugführer und Heizer des einfahrenden Zuges merkten zum Glück auf eine Entfernung von etwa 200 Meter die Gefahr, gaben Notsignal, Gegendampf und öffneten die Sandbehälter. Aber da die Strecke hier sehr abschüssig ist, gelang es nicht, den schwer beladenen Zug zum Stehen zu bringen. Bremser, Heizer und Zugführer Haas- Gießen sprangen im letzten Moment ab, Zugführer Haas tam zu Fall und wurde am Knie nicht unerheblich verlegt, während die übrigen mit dem Schrecken davon kamen. Der Wagen vor der Maschine wurde vollständig zusammengeschoben. An der Maschine selbst wurde außer andern Beschädigungen das ganze Vorderteil demoliert, sodaß dieselbe unbrauchbar sein dürfte. Der Tender und eine ganze Anzahl Wagen wurden schwer beschädigt. Ueber die Höhe des entstandenen Schadens läßt sich noch nichts bestimmtes sagen, doch dürfte derselbe enorm sein. Dienst hatten Assistent Latsch- Gießen und Weichenſteller Gärtner- klein- Linden; welchen von Beiden die Schuld trifft, wird die bereits eingeleitete Untersuchung ergeben. Aus Hessen und nachbargebieten. figen gewerblichen Organisation, wie HandwerkerBeichenschule usw. weilten am Montage, von der EinGroß- Felda, 12. Nov. Als Inspektoren der hieweihung der Alsfelder Gewerbeschule fommend, Herr Regierungsrat Dr. Wagner Vertreter der Großh. Regierung stelle für die Gewerbe und Herr Hauptlehrer Schindel aus - Herr Regierungsrat Noack, Leiter der Großh. CentralAlsfeld, hierselbst. Das Ergebnis war ein günstiges, froßteften Rockerb& aus Gießen begonnen hat. dem der Unterricht erst 1 Jahr unter Leitung des ArchiBesuch wurde noch den Werkstätten der Herren Sattlermeister Ein weiterer Völzing Groß- Feldaer Kummet- Fabrik und dem Schreinersicht haben als Leiter eines für die Provinz Oberhessen zu meister Schäfer abgestattet. Ersterer dürfte wohl Auserrichtenden Sattler- Kursus ausersehen zu werden. Auch der patentierte Kleiderschrank des Herrn Schäfer fand lebhaften Beifall. findet für unsere Freiwillige Feuerwehr, wie auch für die < Groß- Felda. Nächsten Sonntag den 16. November Pflichtfeuerwehr die Hauptübung in voller Aus: üstung statt. H. E. Schmidt ist für sein Amt wiedergewählt worden. § Romrod, 12. Nov. Unser bisheriger Bürgermeister Herbstwetter begünstigt fand gestern der diesjährige Nicke 18** Adendorf a. d. Lda., 13 Nov. Vom angenehmsten Markt statt. Die ca. 2000 aufgetriebenen Schafe und viele Ferkel fanden guten Abjazz, ebenso wurde an den zah!- reichen Ständen tüchtig gekauft. Die Wirtschaften dürften wieder am besten weggeformen sein. se ßung der verstorbenen Gräfinnen statt, woran ** Schlitz, 11. Nov. Gestern fand die feierliche BeiStaisers, sowie Frhr. Moriz Riedesel, Oberstallmeister- Darmu. A. Hausmarschall Frhr von Lyncker als Vertreter des stadt, als Vertreter des Großherzogs teilnahmen Landgemeinden des Kreises Offenbach ist dieser Tage eine ** Aus dem Kreise Offenbach, 11. Nov. Für die neue Kreis Löschordnung in Kraft getreten. Außer verschiedenen anderen Neuerungen muß jezt in jedem Orte, sowohl an der Wohnung des Feuerwehrkommandanten, als auch an denjenigen der Signalisten ein Schild mit der Aufschrift Feuermeldestelle" angebracht sein. ** Bad Nauheim. Der älteste hiesige Männergesangverein„ Frohsinn" geden't Anfangs Juli 1903 sein 60jähriges Jubiläum zu feiern und damit einen nationalen Gesangswettstreit zu verbinden. Der" Frohsinn" wurde 1843 gegründet. d. Turnerisches. Neben dem Inserat in unserer Beitung wollen wir auch an dieser Stelle nochmals das morgen, Samstag stattfindende Winterfest des Turnvereins in Erinnerung bringen. Diese Feier dürfte eine der schönsten des Vereins sein und die Besucher mit dem Gebotenen thatsächlich überraschen. Das Programm wird insofern reiche Unterhaltung bieten, als vorzügliche musikalische Nummern der hiesigen Regiments musit aufgestellt sind und Gesangsvorträge mit turnerischen Vorführungen angenehm abwechseln. Die hiesige Theatergesellschaft( unter Direktor Kruse) führt den Dreiafter Die goldene Eva" auf, das durch einen elektrischen Scheinwerfer herrlich beleuchtete Märchen:„ Die Elfen im Walde" folgt. Alles in Allem fann wohl sagen, daß es sich der Vorstand u. s. w. haben angelegen sein lassen, seinen Mitgliedern einige recht heitere beim Stunden zu bereiten. Durch verschärfte Kontrolle am Eingang ist gesorgt, daß nur Mitglieder Zutritt haben und uns melden zu wollen. dürfte damit einem Uebelstande, nämlich einpassieren unberechtigter abgeholfen sein. " man ** Besitzwechsel. Tas altbekannte Gasthaus Zum deutGut erhaltene Ladeneinrichtung Näh. in der Expedition d. Bl. 24. September 1900 Entschädigung für an für Kolonialwaren zu kaufen gef. Milzbrand, Rauschbrand und Schweinerotlauf gefallene Tiere. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß Selbständige Existenz die Versammlung den der Kreisausschuß des Kreises Gießen in Gemäßheit des findet tüchtiger Mann durch Fa-| hluß erheben. Stadtt. Art. 7. des obenecwähnten Gesetzes für den Bezirk der brikation eines Haushaltungsmand jezt schon jagen Stadt Gießen die Herren Stadtverordneten Helfrich und Artikels für den Winter. Anlage n in der Schwarzla Deconom Kig zu Schäßern und die Herren Chr. Haubach I ten Wertzuwachs zu er und Heinrich Noll VII. zu Stellvertretern derselben er- torium, Hannover. um dies zu ermessen, nannt hat. erst aufliegen und bie och darauf hinweisen: ei die Stadt felber, dies Dutation nicht gewußt zu was anders ausgefaller genheit gewesen, in de Gießen, den 10. November 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. ca. 50. Mr. Auskunft gr. u. fr. bon Hildebrand's LaboraSauberer Stadtkundiger Laufjunge mit guten Zeugnissen sofort ges. Aftien rauerei. Laufmädchen Wir bringen hiermit zur Kenntnis, daß die fällig gesucht. eines gemeinheitlichen gewesenen Domanialgefälle nämlich Holz- und Gras erweift, zu verteilen eiggelder bis zum 25. d Mts. an Großh. Bezirks& alg meinen Mitteln fasse Gießen II. abgeführt werden müssen. Serwölbung bes Brud zum Vorteil gereiche nen Mitteln beftritten. der ganzen Roften Gießen, 11 November 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Sonntag, den 16. Nov. Großes Tanzvergnügen. ( Schöne Streichmufit.) Restauration ,, Zum Pfau“ tv. Huhn erklärte, die inan en ber Stadt gut müffe aber fagen, eit, wenn die Al bernachläffigten Stabi wieder aufhelfen fann aus, baß die Stadtver ng der Gesamtheit burd gegeben hat, daß fie für Neustadt 55. Wilh. Dreher. Westanlage 5 bart. Ein anständiges besseres Geschäftsfräulein fucht möbl. Zimmer zu mieten. Offerten unter B 2406 an die Ern. d. L. 3-4- Zimmerwohnung, III Stod, fofort zu vermieten. Näh. Marburgerstr. 25 reuzplatz 6 II Stď. schöne 3- Zimmerwohnung m: t Küche per fof. ev. später zu verm. Näh. Südanlage 10 part. chön möbl. Zimmer zu verm. Bismarfstr. 17. part. dön möbl. Zimmer sofort ev. später zu vermieten. Näh. Marktstraße Nr. 11. öblirtes Zimmer zu der= mieten. Kirchenpl. Nr. 6. Ein großes unmöblirtes Zimmer zu vermieten. Stephanstraße 12. Möbl. Zimmer mit Kabinet zu vermieten, auf Wunsch mit Kost. Neuenwea 36, II. St. Schöne 3 Zimmerwohn. 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Unter Hinweis auf die Bestimmungen über Anlage der Hauswasserlei ungen zu Gießen" machen wir darauf aufmerksam, daß, um dem Einfrieren des Waffers in den Hauswasserleitungen bei eintretender Kälte vorzubeugen, es erforderlich ist, die Haus wasserleitungen des Abends für die Dauer der Nacht zu entleeren Dies geschieht dadurch, daß zuerst der vor dem Wassermesser be= findliche Hauptabsperrbahn geschlossen und dann das seitlich desselben befindliche Entleerungshähnchen, nachdem ein vaſſendes Gefäß untergestellt, geöffnet wird und dies so lange geöffnet gehalten wird, bis bas in ber Hausleitung stehende Wasser vollständig abgelaufen ist, worauf bezeichnetes Hähnchen wieder geschlossen wird. Amtlicher Teil. eines Uhrzeigers, bis Widerstand erfolgt. Das und vorübergehend nicht in Gebrauch befindliche Klosetts Deffnen des Hauptabsperrhahnes geschieht( wie in Vereinshäusern usw.) werden durch Einstreuen von durch Drebung in entgegengeseztem Sinne, bis wider etwas Salz( Viehsalz) in das Schlußwasser der Syphons stand erfolgt. ( Wasserabschlusses) gegen Auffrieren der Schüsseln geschüßt. Behufs Wasserentnahme muß des Morgens der HauptDie Wassermesser nebst dem nächst anschließen absperrhahn wieder vollständig geöffnet werden. den Teil der Rohrleitung sind während des Winters Abzweigleitungen nach Waschküchen, Badezimmern, mit Stroh, Säcken oder ähnlichen Schuhmitteln gegen Rä'te Hofräumen, Gärten usw. sind während des Winters mittelst zu umkleiden, auch namentlich die betr. Kellerfenster geschlossen ihrer besonderen Vorrichtungen auf ähnliche Weise zu ent- zu halten. Die Herstellung aller Wassermesser, leeren und erteilt hierüber im Besonderen am besten derjenige die infolge ungenügenden Schußes gegen Kälte Installateur Auskunft, welcher die betreffende Leitung gefertigt haben erleiden, erfolgt auf Rechnung der hat. Bei anhaltender außerordentlicher Kälte Hausbesizer. - empfiehlt es sich, die Wasserentnahme auch während des Durch die empfohlenen Vorkehrungen wird dem WasserUm eine vollständige Entleerung zu erwirten, ist es ge- Tages auffürzere festgesezte Beit zu beschränken abnehmer die Lieferung des Waffers möglichst gewährleistet, boten, während derselben das in dem obersten Stock- und während der übrigen Tageszeit die Hauswasserleitungen dem Hausbefizer aber werden Beschädigungen an wert des Hauses befindliche Bapfventil der gleichfalls in oben angegebener Wise abzustellen. Dem Ein- Leitung und Gebäude fern gehalten. Wir empfehlen Hausleitung offen zu halten, damit die Luft Zutritt in die frieren solcher Wasserleitungen, welche durch Küchen unbe daher vorstehende Vorsichtsmaßregeln allen Leitung erhalte. Ein größerer Teil des Wassers fann auch nutter Wohnungen geführt sind, kann man durch Beteiligten zur ganz besonderen Beachtung. schon durch das Bapfventil der untersten Küche entleert werden, Unterhaltung eines kleinen Herdfeuers vorbeugen. Auch em- Reparaturen und Aufthauung von Hauswasserleitungen wodurch die Entleerung im Keller vereinfacht wird. Nach pfielt es sich, in talten Klosett- oder sonstigen unge werden am schnellsten von denjenigen Installationsgeschäften stattgehabter Entleerung sind die beiden Bapfrentile, welche beizten Räumen, durch welche die Wasserleitung führt, dem Eintritt der Luft und der Entleerung des Wassers dienten, sofern daselbst die Leitung nicht schon durch eine Umbüllung besorgt, welche die betr. Hauswasserleiturgen f. 8t. ausgeführt wieder zu schließen. haben. gegen Kälte geschützt ist, die Temperatur durch ein Defchen oder geeigneten Falls etwa durch eine Gasflamme auf ge nügender Höhe zu erhalten. - Das Schließen des Hauptabsperrhahnes erfolgt durch Auffeßen des beigegebenen Schlüss 18 auf den vierkantigen Hahnzapfen und Drehen im Sinne Sehr falt stehende, insbesondere auch abgestellte Spar- und Vorschuß- Kasse Groß- Fe.da. ( E. G. m. b. H.) Nächsten Samstag, den 15. d. Mts. Generalversammlung Gießen, den 11. November 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerf Gießen. Otto Bergen. Theaterverein. 2. Vorstellung: Samstag, den 15. November Gastspiel von Agnes Sorma bet Gastwirt Heinrich Völzing I., wozu alle Mitglieder höflichst eingeladen werden. Anfang 8 Uhr pünktlich. Abonnements- Konzerte. Kaiser Die Kapelle des Infanterie- Regiments Wilhelm"( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 erlaubt sich zu einem Cyklus von Abonnements Konzerten einzuladen. Die Konzerte finden in Stein's Garten statt. Dieselben werden mit Streichmusik ausgeführt, wozu ein mufit und kunstliebendes Publikum eingeladen wird. Der Abonnementspreis für 6 Konzerte beträgt Familienbillet bis zu 4 Personen à Mt. 7.Familienbillet bis zu 3 Personen à Personenbillet. Stassenpreis " 6." à " à 2.20 0.50 " Die Liste zirkuliert. Der Anfang der Konzerte wird in den Gießener Neuesten Nachrichten" bekannt gegeben. C. Krausse, Grossh. Musikdirektor. Karten im Vorverkauf sind bei Herrn Ernst Challier, Neuenweg, zu haben AMERICAN Nebenstehendes FAMILY OIL Plakat nur Hier wird garantirt kennzeichnet diejenigen : Der Vorstand. ,, Nora." als " Ende 10/ hr. Tageskarten: bei Ernst Challier und an der Kasse im Preise von Mr. 6 bis Mr. 2. Turnverein. Samstag, den 15. Nov., abends 8 Uhr: Winterfest in unserer Turnhalle, bestehend in Konzert, turnerischen Aufführungen, Gesangsvorträge vom Sängerchor des C. U., Cheater, lebenden Bildern und Tanz. Hierzu ladet freundlichst ein Der Vorstand. Nur Mitglieder haben Zutritt. Sonntag, den 16. November Ausflug nach Dutenhofen, Jagdschlösschen. Abfahrt Nachm. 3 Uhr 25 Min. Männer- Turnverein. Samstag, 15. November, abends 9 Uhr im Hotel Schütz Geschäfte, Feier des Stiftungsfestes rein welche Amerikanisches PETROLEUM Deutsch- Amerikanischen Petroleum- Gesellschaft verkauft! nur unser bestes, unvermischtes amerikanisches Petroleum führen. Deutsch- Amerikanische PetroleumGesellschaft. tote 25 Ratten! Jch bezeuge Jhnen gern, daß Jhr fabrikat Es hat geschnappt" bei meinen Kunden große Unerkennung findet, da die Wirksamkeit dieses Rattenmittels eine sehr gute ist. Ein nicht genannt sein wollender Kunde, der in meiner filiale ein Padet à f. 1.- faufte, hat damit ca. 25 Ratten getötet. Ludwig Brennig, Drogerie zum roten Kreuz. Es hat geschnappt" ist nur für Nagetiere tödlich, sonst ganz unschädlich. Ein Verfuch und man in überzeugt! Ueberall à 50 Pfg. und 1 Mt. zu haben. Die Wirkung ist wunderbar. ( Herren- Kommers.) Seit 21 Jahren nicht mehr hier. Mechanisches Theater von H. Pottharst in Gießen Oswalds Garten. . Eröffnungs Vorst flung Freit. Abend 8Uhr. An den Wochentagen täglich Vorstellungen ab uds 8 Uhr. Sonntags 3 Vorstellungen um 4, 6 und 8½ Uhr. Eintrittspreise: Refervirter Stuhl 125,( Familienfasten 3 Stüd zusammen u. mehr á 1 Mr. I. Rang 1 Mt.( 4 Für Weihnachten. Puppenperrüder sowie fertige Puppen und Uhrketten empfiehlt H. Simmer, Frankfurterstr. 83. Eine tüchtige Flickfrau gesucht. Wo, fagt die Exp. d. Bl. Stadt Marburg. Sonntag den 16. November: Grosse Tanzmusik wozu freundlichst einladet Fritz Kremer. Tanzae'd 50 Pfg.. Militär 30 Bf. Für einen 18 Jahre alten wird Stellung gesucht. Schmiedegeselle Näh auf dem Armenamt Gießen. Robert Stuhl Hasen Neustadt 23, empfiehlt zu billigsten Preisen Jagdwesten gewebte Jacken Jägerhemden Normalbemden Flanellbemden Hautjacken Unterhosen woll. Strümpfe woll. Socken Faust- u. FingerHandschube Gamaschen woll. 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