Nr. 289. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., n's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel jährlich Mr. 150. Brattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 11. Dezember 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspret 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bfg. fonft 16 Bfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Erbedition: teken Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362.id Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) .119030 für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Genoffenfchaften. Von unserem Berliner CB.- Berichterstatter erhalten wir die nachstehenden Ausführungen, die wir hierher seßen, ohne zu der Frage selbst direkt Stellung zu nehmen. Unser Mitarbeiter schreibt: Es war ein eigentümliches Zusammentreffen, daß die Zentrale für Milchverwertung und die Vereinigung der Milchhändler an dem gleichen Tage, am Dienstag nämlich, in Berlin ihre Hauptversammlung abhielten. Beide Körperschaften erstatteten den Bericht und beide Teile waren mit ihren Erfolgen zufrieden. Allerdings hat die Zentrale für Milchverwertung, die eine Organisation der Produzenten ist, bei einem Umschlag von 77 Millionen Mart mit einem Verlust von 800 000 Mark gearbeitet, der dadurch buchmäßig aus der Welt geschafft wurde, daß jedes Mitglied der Zentrale 9 Mark nachzahlt, die einstweiten auf der Aktivseite als Debitorenfonts gebucht werden. Dadurch balanziert die Bilanz. Die Verlujte wurden auf die Neuheit der Organisation, die hogen Petriebskosten und vor allen Dingen auf die ungünstige Witterung geschoben. Sei dem, wie ihm sein mag. Auf alle Fälle zeigt sich bei den Produzenten sowohl, wie bei den Händlern die Neigung, die geschaffenen Organisationen beizubehalten und es ist gar nicht undenftar, daß beide Teile einmal mit einander Frieden schließen und Hand in Hand miteinander arbeiten, wie ja auch die Zentrale mit dem Milchgroßhändler Kolle Frieden geschlossen hat und mit ihm Geschäftsverbindungen unterhält. Eolange beide Teile wegen der Preisfestsetzung mit einander in Fehde liegen, ist die Gefahr einer Uebervorteilung des Verbrauchers gewiß nicht vorhanden; diese tritt erst dann ein, wenn der eine Teil über den andern Herr wird, oder möglicherweise, wenn beide ihren Frieden miteinander schließen, um dem Publikum das Fell über die Ohren zu ziehen. Instinktiv hat das Pub lifum dies auch gefühlt. Denn eben so sehr, wie es im Anfang je nachdem für oder gegen die eine von teiden Organisationen war, ebenso sehr hat es nachher dem Kampfe zwischen beiden mit der Behaglichkeit des unbeteiligten Dritten zugesehen. Denn dieser Kampf be= dingte es, daß die beiden Teile einander im Preise unter-, oder in der Beschaffenheit der Ware überboten. In der Tat ist denn auch durch dieses Ringen um die Vorherrschaft der Berliner Milchpreis seit etwa 1 Jahr unverändert geblieben und die Bestimmungen über die Voll- und Halbmilch bedeuten entschieden einen Vorteil für den Wert der Ware. Diese Verbesserungen aber sind ein Ergebnis des Kampfes, der also doch auch sein gutes gehabt hat. Aber auch dann, wenn beide Teile miteinander ihren Frieden schließen, hat das Publikum weit weniger zu fürchten, als wenn sich auf freiem Markte der Konfir renzkampf vollzieht. Denn beide Organisationen bleiben Gegner und der zwischen ihnen geschlossene Frieden be deutet nichts anderes als einen vertraglich auf eine gewisse Zeitdauer festgelegten Waffenstillstand. Die Händler werden bei den Verhandlungen darauf abzielen, bei mög liant guter Ware möglichst geringe Preise zu zahlen, und die Produzenten werden stets kontrollieren, wie hoch die Cewinne der Händler sind. Uebersteigen sie das Maß des Berechtigten, dann entstehen entweder unabhängige Konkurrenzen, oder die Produzenten werden nach Ablauf der Vertragszeit Gegner ihrer seitherigen Geschäftsfreunde. Die Genossenschaft ist die Betriebsweise der Neuzeit, die im großen arbeitet, um die Betriebskosten zu verbilligen. Wenn in den Genossenschaften die kleinen Betriebe zusammengefaßt werden, dann erfüllen sie die wichtige Aufgabe im Volkswirtschaftsleben, daß sie die Vorherrschaft des in einer Hand vereinigten Kapitals verhüten und den die Waren verbilligenden Kampf zwischen den auf das Monopol lossteuernden Großbetrieben und den scharf untereinander konkurrierenden Kleinbetrieben aufrecht erhalten. Wie sich auch im Anfang einer Entwicklung der Wirkung der Organisation immer zeigen mag, das eine ist jedenfalls sicher, daß zwei im Prinzip gegnerische Organisationen, auch wenn sie Frieden schließen, einander im Auge behalten und durch den Biderstieit der Interessen, ob sie nun wollen oder nicht, eine Ausbeutung des Publikums verhüten. Deutscher Reichstag. 283. Sigung. = Die legten Referate.-- CB. Berlin, 10. Dezember. Ser heutige Tag wird durch die letzten Referate über die Verhandlungen in der Kommission ausgefüllt. Das bekannte Spiel, nach Schluß jedes Referats einerseits Rüdverweisung der betreffenden Positionen an die Kommisison, andererseits Uebergang zur Tagesordnung zu beantragen, wird fortgesetzt. Diesmal zum Teil von der linfen Seite, indem Antrag und Gegenantrag von Sozialdemokraten gestellt werden. Und so verläuft der Tag ruhig und eintönig. Bor Eintritt in die Tagesordnung nimmt Präsident Graf Ballestrem Gelegenheit, einige Beschwerden, die in letter Zeit im Hause laut wurdenn, zu widerlegen. Die Beschwerden erstrecken sich auf die angeblich mangelhafte Aufnahme einzelner Reden seitens der Stenogra phen, sowie auf die ungenügende Ausgiebigkeit der Heizungsanlagen. Die erstgenannte Beschwerde widerlegte der Präsident durch die Feststellung, daß die ReichstagsEtenographen tadellos arbeiteten, die zweite durch Be iufung auf den Thermometer. Dem Abg. Brömel, der sich über die fühle Temperatur beschwert hatte, sollen so versicherte der Präsident unter stürmischer Heiterkeit des Hauses die Temperaturlisten zwecks besonderer Kenntnisnahme zugestellt werden. Hierauf begannen die Referate vor gänzlich leerem Hause, da die Reichsboten, die Wesen und Inhalt der Referate kennen, vorzogen, den Sizungssaal mit dem Erfrischungsraume zu vertauschen. Nur bei den Abstimmungen, die nach jedem einzelnen Referate beantragt wur den, füllte sich der Saal auf das Alarmsignal des Präsidenten. Um 7 Uhr waren die Referate beendet und das Haus bertagte sich auf morgen. Nächste Tagesordnung: Antrag Kardorff und Gen., der wohl die Geister der Opposition, die heute ruhten, wieder beleben wird. In den Kreisen der Reichstagsmehrheit rechnet man mit Bestimmtheit auf eine Beendigung der zweiten Lesung des Zolltarifs am Sonnabend dieser Woche. In der dritten Woche soll dann, so wird geplant, die dritte Lesung beginnen und zu Ende geführt werden, so daß das Haus am 19. oder 20. Dezember in die Weihnachtsferien gehen könnte. Die Ferien werden voraussichtlich bis 8. Januar dauern. Die gegenwärtige Beschleunigung der Beratungen wird ermöglicht durch die große Ruhe, die jetzt bei den Sozialdemokraten herrscht. Ueber die Gründe dieser veränderten Haltung der Sozialdemokraten sind verschiedene Gerüchte im Hause im Umlauf. Ein Teil behauptet, die Mehrheit solle durch diese Stille eingefullt werden, damit wieder ein beschlußunfähiges Haus eintrete, ein anderer Teil aber behauptet, daß die gemäßigten Elemente der Sozialdemokratie in einer Fraktionssizung eine beränderte Taktik durchgesezt haben. Die Politik. Venezolanische Verblendung. Die Feindseligkeiten zwischen Benezuela einerseits und Deutschland und England andererseits haben ba gonnen: Am Dienstag sind vier venezolanische Kriegsschiffe im Hafen von La Guahra von der vereinigten deutsch- englischen Flotte weggenommen worden. Präsident Castro hat das damit beantwortet, daß er in Caracas alle englischen Staatsangehörigen verhaften ließ. Da der ameritarische Gesandte in Caracas auf Ersuchen der abgereisten deutschen und englischen Geschäftsträger und mit Genehmigung des Washingtoner Kabinets den Schutz der Deutschen und Engländer in Venezuela übernommen hat, wird Herr Castro, will er es nicht noch mit der Union verderben, die Engländer wieder frei geben müssen.- Castro scheint überhaupt nicht recht bei Sinnen zu sein. Bis zur Wegnahme der venezolanischen Schiffe ignorierte er das Vorgehen Englands und Deutschlands vollständig; in einer öffentlichen Erklärung sagte er: Trotz des offiziellen Charakters der Nachricht von einer englisch- deutschen Intervention lehne er es ab, dieselbe zu glauben, da es ihm unbegreiflich erscheine, daß die beiden Nationen mit Gewalt vorgehen sollten, statt die Sache auf diplomatischem Wege abzumachen." Venezuela hat sich, behauptet Castro teck, den beiden Mächten gegenüber nichts zu Schulden kommen lassen. Schließlich erklärt er, er werde den ,, dreisten Feindseligkeiten" Englands und Deutschlands nicht mit Demütigungen begegnen, die die Würde Venzzuelas verlegen könnten. Herr Castro wird vielleicht bald aus einer anderen Tonart singen, zumal da ihm außer der äußeren Schwierigkeit, solche auch noch im Innern drohen. Die Revolution lebt wieder auf, die Aufständischen sammeln sich unter den Offizieren des Rebellenführers Matos, und neue Kämpfe werden sich binnen kurzem voraussichtlich entspinnen. Nach einer neueren Depesche hat Castro nicht nur die Engländer, sondern auch sämtliche Deutsche in Caracas verhaften lassen. Im Berliner Auswärtigen Amt ist darüber bisher noch nichts bekannt. Wie ein hervorragender Venezolaner einem englischen Zeitungs- Korrespondenten erflärte, ist Leben und Eigentum der 200 gefangenen Engländer in großer Gefahr. Parlamentarische Neckereien. Von einer parlamentarischen Nederei wird uns aus dem Reichstage berichtet. Das Haus steht dicht vor der hundertsten namentlichen Abstimmung in der 8olltarifsache, und ein par humorvolle Abgeordnete der Mehrheitsparteien machten sich in der sicheren Erwartung, die Sozialdemokraten würzen am Mittwoch diese hundertste namentliche Abstimmung beantragen, den Scherz, einen Strauß mit der aus Blumen gebildeten Zahl 100 bereit zu halten, um ihn dem Antragsteller als Angebinde zu berehren. Die Sozialdemokraten hatten von der Sache Wind bekommen, und um ihrerseits die Mehrheit zu hänseln, hüteten jie sich davor, die 100 ste Abstimmung herbeizuführen. So verfehlte denn der hübsche Strauß seinen Beruf wenn er sich nicht noch bis morgen frisch er halten läßt. Uebrigens würde man baneben hauen, wenn man annähme, daß auch in diesem Falle das Sprichwort zutrifft: Was sich liebt, bas nedt sich." Die endgiltige Gestaltung ies Bolltarifs. £ 8wei interessante Meldungen über bie enbgiltige Gestaltung des deutschen Bolltarifs liegen jest bor. Nach einer hat der nationalliberale Abg. Dr. Semler in einer Vertrauensmännerversammlung in Aurich erklärt, bie Mehrheitsparteien des Reichstags hätten sich schriftlich verpflichtet, in der dritten Lesung die Regierungsvorlage ohne Abänderungen anzunehmen, mit Ausnahme der Erhöhung des Gerstenzolles. Die in zweiter Lesung beantragte Annahme des Tarifs nach dem Kommissionsbeschlusse solle nur dazu dienen, die zweite Lesung abzukürzen. Ferner wird berichtet, ein preußischer Minister gemeint ist der Handelsminister Möller habe erklärt, die Regierung wolle den dringenden Wünschen einzelner Inbustriellen nach Abänderung des Tarifs dadurch Rechnung tragen, daß sie nach der Annahme der Zolltarifvorlage eine Novelle zum Solltarif einbringi, die ,, die im Interesse der Industrie und des Handels notwendigen Abänderungen vorsieht". Sturze politische Nachrichten. * Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen- Weimar hat sich mit der Prinzessin Caroline von Reuß ä. L. berlobt. * Der Großherzog von Hessen hat Mittwoch früh Jeine Reise nach Indien angetreten. * Ter Berliner Magistrat hat beim König die Bestätigung der Wahl des Regierungsrates Reide zum zweiten Bürgermeister von Berlin nachgesucht. * Frhr. v. Eckhardtstein erklärt jeßt, daß er selbst dem Gedanken der Gründung einer Kaiserpartei" fernstehe; er sei vielmehr nationalliberal. * Der Beschluß des Bayerischen Lehrerverzins, sich dem deutschen Lehrervereine anzugliedern, kommt am 1. Januar 1903 zur Ausführung. Der deut che Lehr. r- verein hat dann 100 084 Mitglieder. Auch die Leurerschaft in Elsaß- Lothringen zeigt Neigung, sich dem deutschen Lehrerverein anzuschließen. * Der Centralausschuß der Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung wählte an S'e'le des verstorbenenen Abg. Rickert den Prinzen Heinrich zu Schönaich- Carolath zum ersten Vorsitzenden der Gesellschaft. Beschlossen wurde die Gründung einer Ridert- Stiftung, deren Mittel zur Errichtung von Voltsbibliotheken in unbemittelten Gemeinden verwandt werden sollen. * Aus Anlaß des bevorstehenden 25. Jahrestages des Falles von Blewna hat die rumänische Infanterie dem Könige Carol die Bronzestatuette eines Dorobinzen gewidniet. * Der italienische Agent und General- Konsul in Cofta ollacco hat Selbstmord begangen. * Tie marokkanische Armee, die gegen bie Anhänger des Thronprätendenten ausgezogen ist, ist nach einer Tepesche aus Tanger von diesem umzingelt. Einige bisher treuen Kabylenstämme machen jezt mit dem Bratendenten gemeinsame Eache. Nab und fern. Eine Gasanstalt in Brand. In der Gasanstalt des Berliner Stadtteils Wedding brach ein Großseuer aus, ein seltenes Schauspiel- die zu dessen Bewältigung ganzen verfügbaren Mannschaften der Feuerwehr aufgeEoten werden mußten. Das eine der beiden großen Gasreinigungsgebäude ist bis auf das Erdgeschoß total gerstört. Der Betrieb wird, wenn auch in etwas cingeschränktem Maße, aufrecht erhalten, so daß es wohl zu Arbeiterentlassungen nicht kommen wird. Das vom Feuer verschont gebliebene benachbarte Gebäude enthält größten Teil der Reinigungsapparate, die sämt.ich intakt geblieben sind. Die rapide Verbreitung des Feuers ist da. rauf zurückzuführen, daß die von ihm ergriffene Reinigungsmasse den Reinigungsprozeß bereits durchgemacht hatte und somit von Gas burchzogen war. Bu gleicher Beit fand übrigens im gl. Schloß ein Brand stattt, ben es jeboch gelang nach kurzer Arbeit zu bewältigen. - den V Brinzessin Louise von Koburg, die bekanntlich in einer Jrrenanstalt zu Dresden wellt, soll nach neuerlichen Behauptungen des ehemaligen Oberleutnants Matajich begannen zu ſtrahlen anda und schaut hinauf,' 3a, wen grüßest bu, Bater?" berichtete Seifert senior. von ,, Der junge Herr von Rottenbed steht an der Ver, Ein nem Vater, dem alten Baron." angenehmer Mensch, Leberecht. Ganz verschieden von sei,, Und seine Schwester, Vater, siehst du das Fräulein nicht auch?" forschte der junge Mann, und seine Augen der hinein. afrikanischen Sonne gebräuntes Gesicht schaute ins gen? Gott sei dant, ich verDamit trat er stehe nicht, wie du den Ist der Direktor herzhaft die Hand. gut getan, die Figur war tramarden, und der Der Aufenthalt im Süden hatte ihm und schüttelte seinem Vater sɔ lange ertragen fannst!" ,, Ich gebe es zu, raten!" aber ich tann die Dame nicht hei man ,, Und warum nicht, wenn seine Stimme vor unterdrückter Erregu Keller verlobt habe," antwortete Hennig ruhig, obwohl ,, Weil ich mich vor einigen Tagen brieflich mit Olga fragen darf?" Ich marr mal auf die originelle Jdee gebɔmmen, als Arbeiterin zw 12 Mark wöchentlich womit aber nicht die Schriftstellerei gemeint Tage vorher leben und mit ihrer Hände Arbeit zu verdienen. Sie erzähl.e täglich in den Zeitungen, was iſt ſie am getan. ma ſie gemphnt mea Keglevich bas Opfer einer Intrigue geworden sein. Matafich- Reglevich, der sich, wie bereits gemeldet, vorgesezt hat, die Prinzessin zu befreien, und sie neulich sogar bei einer Spazierfahrt trop strenger Bewachung zu sprechen gewußt hat, veröffentlicht in Budapester Zeitungen BruchAus stücke aus zwei angeblich amtlichen Protokollen. diesen sucht er nachzuweisen, daß die Prinzessin Luise nicht geistesgestört sei, sondern daß der Prinz von Koburg nur beshalb die Frrsinns- Erklärung verlangt habe, um die Ehescheidung zu verhindern. Zie Opfer der Kälte. Von allen Seiten der preußischen Monarchie werden zahlreiche Todesfälle gemeldet, bie die legten strengen Fröste verursacht haben. Außer den fünf Handwerksburschen, die, wie berichtet, in der Gegend zwischen Kassel und Marburg auf der Landstraße erfroren ausgefunden wurden, sind besonders im rheinischwensälischen Industriebezirk und in den östlichen Probinzen Arbeiter und Wanderer Opfer des Winters geworoen. Fast alle Fälle stimmen darin überein, daß die Unglücklichen sich, von der Kälte und dem Marsche ermüdet, ein wenig ausruhen wollten, und in Schlummer verfielen, der bald in die Erstarrung des Totes überging. Wie gefährlich der Frost war, geht aas einer Meldung aus Fraustadt in Posen hervor, wonach auf einigen freiliegenden Mühlengrundstücken die Kettenyance erfroren sind, obgleich die Hundehütten mit Stroh gut bedeckt waren. einen hatte, wurde dieser Tage von einem etwa 40 Jahre alten, elegant gekleideten Herrn, dessen Brust das Kreuz der Ehrenlegion schmückte, mit den Worten angesprochen: ,, Sagen Sie, Herr Polizist, wie kann ich hier den König von Italien finden?"- ,, Den wollen wir bald haben, tommen Sie nur mit!" erwiderte der Polizist und führte den Mann in das Polizeibureau des Saint GeorgesViertels. Hier entspann sich zwischen dem Fremdling und dem Polizeioffizier folgendes Gespräch: Wie heißen Sie?" V Im Sarge gestorben. In Wieselburg( Ungarn) bildet der im Sarge erfolgte Tod eines blühend schönen, kaum 18 Jahre alten Mädchens Gegenstand lebhafter Diskussion und einer Kriminaluntersuchung. Vor zwei Tagen kam nämlich das Mädchen, Tochter einer angesehenen Familie, nach Hause und klagte über Unwohlsein. Sie wurde zu Bette gebracht; sofort wurde auch nach dem Hausarzt geschickt; dieser konnte jedoch beim Erscheinen nur mehr den eingetretenen Tod konstatieren. Man legte nun die Tote in einen Sarg, der in einem falten, ungeheizten Zimmer aufgestellt wurde. Am nächsten Tage folgte die Aufbahrung, wobei zwei Nonnen intervenierten. Wie groß war jedoch das Erstaunen der einen Nonne, als sie sah, daß die Leichenstarre noch nicht eingetreten war. Sie teilte ihre Wahrnehmung dem Polizeiarzte mit, der nach Untersuchung der Toten tatsächlich tonstatierte, daß das Mädchen noch lebte, als es in den Sarg gelegt wurde. Es sei aber nachts im kalten Zimmer erfroren(?). Die Behörde hat in dieser mysteriösen Angelegenheit die Untersuchung eingeleitet. " ,, Napoleon."- ,, Wo sind Sie geboren?"-„ In Ajacio, am Ende des 18. Jahrhunderts."- ,, Wo wohnen Sie?" ,, Auf St. Helena." ,, St. Helena? Welche Straße? Welche Nummer?" ,, St. Helena genügt, mich tennt dort jedes Kind!" ,, Was wollen Sie denn in Paris?" Ich will den König von Italien sprechen, da ich weiß, daß die Humberts sich in seinem Lande aufhalten. Ich habe erfahren, daß er in Paris weilt, und muß ihn sprechen. Ich besize zahlreiche Dokumente über die Humbert- Sache, so daß die Flüchtlinge leicht verhaftet werden können." Man brachte den Mann natürlich in das städtische Irrenhaus, aber nun kam die Neberraschung: Die Frrenärzte hatten bald herausgefunden, daß man es nicht mit einem Verrückten zu thun hatte, sondern mit einem... Jounalisten, der nur ins Jrrenhaus gebracht werden wollte, um dort Studien" zu machen. Er wurde natürlich sofort hinausgeworfen. chen einige schöne religiöse Lehren gab, fam er auch auf Gewohnheitssünden" zu sprechen und erklärte, daß jeder Mensch eine solche habe- ,, selbst Erzbischöfe sind nicht frei davon". Als diese lezte Bemerkung in der ganzen Klasse offenbar das größte Erstaunen hervorrief, fragte der Erzbischof weiter, ob wohl einer der Kleinen raten fönne, was seine, des Erzbischofs, Gewohnheitssünde sei. Zuerst wagte feiner auf den Bänken seine Ansicht fundzugeten, bis schließlich ein kleiner intelligenter Bursche zagyaft den Finger hob und mit der Antwort herausplatte: Trunksucht". Der entsetzte Erzbischof, der der eifrigste Apostel der Enthaltsamkeit ist, wollte nun den Grund für dieses kindliche Urteil wissen und erhielt daraat die nicht weniger überraschende Antwort: ,, Eure Nase ist ja so rot." Es herrschte nämlich draußen bittere Kälte, und der Erzbischof war im offenen Wagen gefommen.zer Erzbischof war aber so perplex, daß die Kinder iesmal nicht erfuhren, was seine Gewohnheitssünde ist. (:)[ Eine aussterbende Rasse.] Von den Nordpolgegenden kommt eine schlechte Nachricht. Die Eskimos verschwinden von der Erdoberfläche. Ihre ganze Rasse, die noch vor 20 Jahren auf 30 000 Individuen geschäßt wurde, zählt heute kaum noch 15 000 Individuen. Wenn die Bevölkerungs- Abnahme so sortschreitet, wird das Ende dieses Jahrhunderts das Ende einer Rasse gesehen haben. Die Hauptursache dieses Verschwindens ist die Not, der Kampf ums Tasein, der härter geworden ist infolge der Ausrottung der Tierarten, die in den Nordmeeren ben, zum Beispiel der Wale, die einen großen Teil der Nahrungsmittel der unglüdlichen Eskimos bildeten. :||: Unruhen bei einem russischen Rekrutentransport. Als in Taganrog am Mittwoch eine Anzahl Rekruten, welche nach Port Arthur abgingen, von Verwandten zum Baynhof begleitet wurde, versagte die Bahnhofsverwaltung lezteren die Zulassung zum Bahnsteig. Die von ihne mitgebrachten Gepäckstücke und Proviantvorräte blieben auf dem Plaze vor dem Bahnhof liegen. Der Prote, der Refruten blieb unberücksichtigt; die Begleiter der letzteren schleuderten darauf Steine gegen das Bahnhofsgebäude, alle Scheiben wurden dabei zertrümmert und zwei Gendarmen sowie ein Schußmann verwundet. :| Ein Verwandter der russischen Kaiserfamilie als Betrüger. In Lissabon erregt eine mysteriöse Geschichte großes Aufsehen. Wegen eines großen Briefmarkenschwindels stand vor den dortigen Behörden ein Russe, der sich Fürst Alexis Cretchet nannte. Der russische Konsul gab anfangs an, daß der Echwindler den Namen eines FürSten Cretchet mit Unrecht führe, hat aber nachträglich aus dessen Paß ersehen, daß es sich wirklich um einen echten, durch seine engen Beziehungen zu der herzoglichen Familie von Leuchtenberg mit der russischen Kaiserfamilie veiwandten Fürsten handle. In Anbetracht dessen hat der ausische Konsul die Sache in die Hände des Gesandt: n gelegt. V Apothekerstreik in Galizien. Von Lemberg, der galizischen Hauptstadt aus, wo seit kurzem in mehreren Apotheken das Personal die Arbeit eingestellt hat, hat in wenigen Tagen eine Streifbewegung unter den Apothetergehilfen ganz Galiziens eingesezt. Die Forder ingen de: Streifenden sind zunächst auf die Erhöhung des Gehalts und die Regulierung der Arbeitszeit gerichtet. In epterer Hinsicht wurde den Apothekergehilfen bereits tor zwei Monaten konzediert, daß die Apotheken statt um ze, n Uhr schon um neun Uhr abends geschlossen werten, doch wollten sich dieselben mit dieser Errungenschaft nicht begnügen. Die durch den Streik geschaffene Eituation für das Publikum ist im höchstem Grade erschreuend. In sämtlichen Apotheken bedienen die Besizer persönlich die Kundschaft. Die Arbeiten der Laboranten werden von deren Frauen und Kindern und vom Hausgesinde versehen, so daß nicht nur die Beschaffung der Arzneien lange auf sich warten läßt, sondern stets die Gefahr verhängnisvoller Irrtümer und Versehen vorhanden ist. * Ein guter Vater. Dem Pariser Senator Leplay wurde sein Töchterchen Cordelia dieser Tage von einem jungen Arzt Dr. Marcile von der Straße weg entführt und zwar im modernsten Verkehrsmittel, einem Automobil. Vorübergehende wollten bemerkt haben, daß Frl. Cordelia sich heftig gesträubt habe, und der Vater hatte sofort bei der Polizei Anzeige erstattet. Jetzt aber hat Herr Leplay von dem Pärchen ein Telegramm aus Turin erhalten, das erklärt, die Entsührung sei mit Einverständnis seiner Tochter geschehen. Zum vollständigen Glücke fehle ihnen nur noch der väterliche Segen, und diesen hat ihnen denn auch der Senator nunmehr erteilt und rüstet den vorzeitigen Hochzeitsreisenden jezt in Paris nachträglich ein glänzendes Hochzeitsfest. () Kaiser Napoleon auf der Suche nach den Humberts. Ein Pariser Stadtpolizist, der an einer Straßenecke Dienst 4.8] Dr. Rumseys Patient. Noman von Dr. Halifar uud T. L. Meade. Autorisierte Bearbeitung von C. Weßner. ( Nachdrud verboten Vermischtes. [ Kaiser Wilhelm als Schweizer Grundbesizer.] Der deutsche Kaiser ist durch Erbschaẞt Grundbesizer im Kanton Bern geworden. Wie gemeldet, hat Herr Hildebrand, früher Kaufmann aus Dresden- Weinheim und Zweisimmen, sein bewegliches und unbewegliches Vermögen dem Kaiser geschenkt, und damit wird auch die dem Testator gehörende Jsfigenalp an den deutschen Kraiser übergehen. Diese Alp erstreckt sich an der südlichen Grenze von Hobachstein und Weißhorn bis zum Wildhorn, nördlich über das Riesen- und Gisichlhorn bis und mit dem If igenfall, einem der schönsten Wasserfälle der Schweiz. Das Gebiet hat eine Länge von fünf Stunden. Auf der Alp befinden sich ein Wirtshaus, ein von Herrn Hildebrand zei.weise bewohntes Chalet, drei Alpenhütten und endlich die von Herrn Hildebrand letztes Jahr neu erbaute Klubhütte am Wildstrubel. " Ich habe Dich ia so wahnsinnig lieb, wie ich es garnicht fagen fann, meine Hetty", rief er zärtlich. Und mich verlangt es wie toll nach Deiner Liebe, Weib! Ob der Tag wohl je tommen wird?" " Ich weiß nicht, Georg, fieh mal, ich könnte Dir zu Gefallen „ ia" fagen, aber ich mag um so etwas nicht lügen." Natürlich nicht", sagte er, sich vom Tisch erhebend. Ich würde Dir die Lüge auch sofort ansehen." " Ich möchte Dich so gerne recht von Herzen lieben, Georg, weil Du fo rührend gut zu mir bist. Doch nun will ich zu Tante Fanny." Aunft und Wif Es geht uns d Seit einiger Be fchaft das Bestreben Apparaten u. dergl. nitern und Bandagi aus den Händen zu Merzten zu übertrage Bof. Dr. Seff vo fben Politlinit ber Werfftatt einrichtete, bon orthopädis ben unterweift. Wie Ditern bervorgebobe aus Untenntnis de Budaqiften) völlig bältniß müffe aber Apparate bauen ler Wenn man be Gebiete der Drthop meinen geleiftet wo noch au bearbeiten Brofeffors Dr. So aber praftish die v wird, das heißt, ob bie orthopädische werden, das möchte Ein jeder St Ausbildung mit de noch! wie felten fin Operateur ba bierz bern auch langjähri geboren, welch das vielleicht in töherem forderlich, und aud ofeffors wird fid ragenden D- thopäder vom Bau ber Upp Runftfertigkeit dazu Tecnit berffiebener wou allein schon ei gabung als Mechani Sun laffen fich Orthopädie überhau Rme dirurgifd flgen und mit alle hintanf gung opera Mechanifer und Ba [ Das Monocle als neueste Tamenmode.] Die Yankeeladies machen jezt unseren Leutnants Konkurrenz: sie tragen Monocles! Das Tragen eines Monecles erfordert natürlich viel Uebung, aber über diese Zeiten scheinen d, ie jungen Mädchen schon hinweg zu sein; denn man sieht sie mit dem Monocle im Auge im Theater, beim Pferderennen, auf der Straße und in den Läden. Das Monocle wird aber nicht ins Auge gesteckt, denn dabei würden ja die Muskeln zusammengezogen werden, sondern mit einem zierlichen Griff gehalten. Diese Griffe sind aus Filigrangold und mit Juwelen besetzt; manchmal sind auch kleine Juwelen in den Rand gesetzt, der das Glas umrahmt. Diese kosten natürlich 300 bis 400 Mark. Monocles auf Bestellung kosten bis 1200 Mart. Tas Monocle mit Grif ist nie länger als 5 Zoll, manche sind sogar nur 4 30. Eine Newyorkerin, die im Ruf steht, neue Moden zu schaffen, besiẞt jezt schon eine ganz interessante Monocle sammlung. Ein Monocle hat Ein fa sung und Rahmen aus Jet mit kleinen schimmernden Rheinliesein, ein anderes einen rosa und goldenen Grisf mit kleinen Amethysten, ein drittes einen Griff aus grauem Silber mit Chry.olithen. Einige kühne Frauen bevorzugen das Monocle ohne Grisf; das erregt aber mehr Aufsehen und tut auch der Schönheit Abbruch. Deshalb bevorzugen auch die meisten das Monocie mit Griff, es ist auch chiker. [ Unbeabsichtigter Erfolg.] Die Jagdzeitung ,, St. Hubertus" bringt folgendes lustige Geschichtchen: Jagdpächter A.( zum Jagdnachbar B.): Sie wissen, Verehrtester, daß ich an Ihrer Jagdgrenze beim Kartoffelacker dort oben einen Hochstand habe. Früher sind die Hirsche dort jeden Tag ausgetreten, seit acht Tagen aber, da Schonzeit ist, habe ich keinen Schwanz mehr zu Gesicht bekommen. Ich glaube, Sie haben mir dort Teufelsdreck oder sonst was aufgestreut!"- Jagdnachbar B.:,,Jch? Teufelsdreck? Nein, daran habe ich noch gar nicht gedacht, aber ich danke für den guten Rat." Vincent verließ die Stube, Hetty räumte schnell ab und machte sich dann zum Fortgehen fertig. Zehn Minuten später befand sie sich auf dem Wege ins Dorf. Der kleine, idyllisch gelegene Ort trug das Gepräge eines frohen Festes. Guirlanden zogen sich auf den Straßen herüber und hinüber, aus den Fenstern flatterten luftig allerlei bunte Fähnlein, hier und da war auch eine Art Ehrenpforte errichtet. Die Ladenbesitzer standen vor ihren Thüren und schwagten miteinander. Die meisten von ihnen winkten Hetty freundlich zu, als sie vorüberkam. Guten Tag, Hetty, sieht man Dich auch mal?" hörte sie sich plöglich anrufen. Hast Du schon das Neueste gehört?" V[ Die Nase des Erzbischofs.] Dem Primas der anglifanischen Kirche, Erzbischof Dr. Tempel, ist leẞthin ein Geschichtchen passiert, für dessen Wahrheit der Kirchenfürst sich selbst verbürgte. Der Erzbischof besichtigte in Dover die Echulen, und als er in einer den naben und Mäd" Daß die Herrschaft ankommt- ia", erwiderte Hetty. Das ist eine Ueberraschung!" sagte die Frau.„ Der Verwalter Griffiths bekam den Brief mit der Ankündigung erst heute früh mit der ersten Post. Er weiß vor lauter Aufregung schon garnicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Alle Männer im Dorfe gehen ihm ja hilfreich zur Hand, sie bauen aller Orten Ehrenpforten; Freudenfeuer und Feuerwerk soll es heute abend auch geben. Man fagt, der Baron und seine Frau wollten von nun au ganz- hier bleiben. Schade, daß der Kleine sterben mußte, so ein schönes, liebes Kind! Doch von Dir zu reden, Hetty, Du siehst besser aus. Hast Du immer noch die alten Seitenschmerzen?" Manchmal mehr, manchmal weniger, heute ist es Gott sei Dant nicht so schlimm", antwortete Hetty. Doch ich muß gehen, ich will noch zu meiner Tante." „ Na, die wird wohl auch alle Hände voll zu thun haben. Alles strömt natürlich ins Wirtshaus, um Neuigkeiten auszuframen und welche zu erfahren. Wir gehen heute abend alle bors Schloß, um die Herrschaft ankommen zu sehen. Kommst Du mit Deinem Manne auch hin?" Gewiß fommen wir auch", verseßte Hetty, dann ging fie schnell weiter. Frau Armitage wollte gerade ins Haus gehen, als sie ihre Nichte kommen sah. Hetty lief so schnell sie konnte und blieb atemlos neben der Tante stehen. Tante Fanny, weißt Du schon?" stammelte sie.„ Ist es wirklich wahr?" Bunte Chronit. Die Stadt Schöneberg hat beschlossen, eine Untergrundbahn auf Kosten der Stadt zu bauen und in eigene Regie zu nehmen. Ja Kind, es ist wahr erwiderte Frau Armitage.„ Die Herrschaft kommt heute. Gehe hinein, Hetty, erhole Dich," Du wirft ia alle Tage blaffer und dünner." Ach, rede nicht davon, wie ich aussehe! Hast Du ſonſt noch was gehört? Wie geht es ihm"" - - Tie ehemaligen Bonner Studenten wollen dem Kaiser in der rheinischen Musenstadt ein Denkmal seben dessen Ausführung dem Berliner Bildhauer Magnussen übertragen wurde. Frau Armitage fab fich scheu um, wie, wenn fie fich vergewiffern wollte, ob fein Lauscher in der Nähe sei. Dann flüsterte fie ganz leise: Es heißt, der Baron sei ferngesund. Er hat sich als Kandidat für Großhofen aufstellen lassen. Na, das wird sich auch so gehören. Wir Großhofener sind von jeher im Parlament durch die Audreys vertreten worden." " Was meinst Du, wird er durchkommen?" fragte Hetty. " Jedenfalls; genau weiß ich es natürlich nicht. Morgen findet die entscheidende Wahl statt, deshalb kommen sie wahrscheinlich auch heute noch an." Gehst Du auch hin, Tante?" Für die Zeit vom 15. bis einschl. 25. Dezember ist im inneren deutschen Verkehr die Vereinigung mehrerer PostPakete zu einer Postpaketadresse nicht gestattet. Der zweite aus dem Gefängnis zu Görlitz im Of tober ausgebrochene Verbrecher Maiwald, welcher bei seiner Flucht einen Mordversuch an dem Gefängnisaufseher machte, ist festgenommen worden. Durch einen Sturz aus dem Jagdwagen erlitt der westpreußische Gutsbesizer Tornier aus Tragheim einen Schädelbruch, der andere Insasse des Wagens, Professor Pazzig, zwei Rippenbrüche. Auch der Kutscher wurde verletzt. " Na freilich, ein Stündchen werde ich mir schon abzwacken. Ich möchte sie doch wenigstens ankommen sehen. Aber ich muß mich jetzt beeilen, wir haben heute schrecklich viel zu thun." " Soll ich herkommen und Dir und Onfel helfen?" Frau Armitage fah ihre Nichte mit großen Augen an. " Das ist eine prächtige Idee", sagte sie, wenn nur Dein Mann nichts dagegen hat." Ich werde ihn darum bitten, er wird es mir gewiß nicht abschlagen." " Ja, Du, Du bist geschwind genug mit Händen und Beinen, wenn Du nur Lust hast. Doch jest muß ich hinein- - Tie im Bernsteinbergwerk Balmnicken in der Grube ,, Anna" schaffenden Bergleute Wittke und Kohnke wur den von einer herabsausenden Förderschale gerissen. Wittke blieb sofort tot, Kohnte erlitt einen Schädelbruch und liegt im Sterben. Hetty trat dicht an die Tante heran und raunte ihr zu: " Tante, noch ein Wort, che Du hineingehst glaubst Du, es ist gut für ihn, daß er zurüdfommt?" " Gut?" fragte die ältere Frau in rauhem Tone, durch welchen unausgesprochene Furcht und Aerger flangen.„ Er ist sicher genug, wenn Du nur Deine Zunge hüten fannst!" meine Bunge?" fragte Hetty erstaunt.„ Meinst Dr, ich könnte nicht reinen Mund halten?" Ich Na, Dein Mund mag verschwiegen sein wie das Grab", gab die Tante zu. Aber ein Geheimnis fann auch auf andere Weise herauskommen. Dein Gesicht zum Beispiel ist Verräter genug. Du mit Deinen ewigen Schmerzen und Deinen ängstlichen Blicken, die immer den Eindruck machen, als ob Du einen gespenstischen Schatten hinter Dir erblicktest, Du bist die stete Angst meines Lebens. Gott sei Dank, daß Du nicht direkt im Dorfe wohnst. Und Vincent, der arme Kerl, der thut mir in der Seele leib. Er scheint blind zu sein; denn entweder sieht er nicht, oder er will es nicht sehen, was ihm sozusagen in die Augen springen müßte." " Um Gottes willen, Tante Fanny, was willst Du dantit ſagen?" Damit will ich sagen, daß Vincents Weib ein Geheimnis mit sich herumschleppt, daß sie einen Mann liebt, den sie nicht zu lieben hat!" Eas näher in's Mu birtlichung des J rebt, nur noch gerade ber orthopädi grichult, ja in der " Tante Fanny, sprich nicht so, Du brichst mir das Herz!" " Gut, ich will still fein", entgegnete Frau Armitage. Aber jagen mußte ich es einmal. Ich mußte die Gelegenheit bazu wahrnehmen und that es heute. Wenn Du Dich nicht in acht nimmst, wirst Du schnell genug ins Gerede kommen. Du haft mit dem Baron nichts zu thun, Hetty, merke Dir das, absolut nichts! Gehe heute abend mit den anderen Leuten zum Willtommensschmaus, damit gieb Dich aber ein für allemal zufrieden. Du bleibst von jetzt an hübsch zu Hause, während die Herrschaft hier ist. Laß Dich ia nicht etwa dabei erwischen, daß Du mit dem Baron sprichst, oder ihm etwa gar in den Weg läufft." Nein, nein, so etwas thue ich gewiß nicht." " Na, bann ist es gut, ich wollte Dich nur warnen." " Noch eins, Tante, beantworte mir noch eine Frage." " Was das für ein Geschöpf ist", meinte diese halb ärgerlich. Was haft Du denn noch?" " Sei nicht so garftig, Tante. Du weißt, ich fann aber zu Dir zu feiner Menschenseele reden, und das schreckliche Geheimnis droht mich manchmal zu Boden zu drücken!" der Onkel „ Du mußt es ruhiger betrachten, Kind daran, viel zu viel. Na ja, da haben wir es ruft schon." Du denkst zu viel „ Einen Augenblick, Tante." iner orthopäischen fte Erfordernis, es inden allermeisten maden würde. Dal t bardh längere merfabrung n Bu diefer mehri alfo nun die and mechanisch n 28 gemäß nicht ger fann. Dif Bete führt, foll Bohrer und Feile un Stoe berarbeiten Ter bolinder D thopäd bas gane große Gel fern vertraut SD, nafti fowie der Berbände, biele Merite van b gründlich an zufrieden fein, me ent veber in der Au einer geto fen Chirurg wird operative; tot pu't, wird da branten und fü felbft auf die G und Bandagifter Barl Die Abg. wolle befolieke eine Borlage tretung de Minifterium Gewerbe hrb Ferner: Regierung zu machen, du Landes dera fiftenten und beiter zur 23 Die Abg. eines Abtre ben Unterneh Entidadigung tümer nach teilen zu laff ber unterlieg Dief Ibe eine Borlage gelebten e beamedt. tam er audi au flärte, daß jeder Schöfe find nicht g in der ganzen erborrief, fragte er Kleinen raten hnheitsfünde fei ne Ansicht fund ligenter Burich Antwort heraus bischof, der der wollte nun den sen und erhielt Antwort: Eure Draußen bittere Wagen gefom daß die Kinder hnheitsfünde ist. n den Nordpol t. Tie Estimo hre ganze Rajje pividuen geschät dividuen. Wenn t, wird das Ende je gjeben haben ist die Not, der n ist infolge der ordmeeren Lb en n Teil der Nah ildeton. De.] Die Yankee Konkurrenz: fie onecles erforder iten scheinen die nn man sieht fi er, beim Pferde 1. Das Monocle bei würden ja die dern mit einem nd aus Filigran sind auch kleine Glas umrahmt. Monocles auf onocle mit Griff gar nur 4 Bol ue Moden zu jante Monocle nd Rahmen aus n, ein anderes Amethysten, ein it Chry olithen ocle ohne Gri uch der Schönhe meisten das Mo eg hat beschlossen Stadt zu baue wollen dem Ka Denkmal setze auer Magnusse Dezember ist i g mehrerer Pe attet. Görlig im D ald, welcher be Gefängnisau agen erlitt de Tragheim einer Wagens, Pro der Kutsche n in der Grub d Kohnte wou chale geriffen en Schädelbrud ne, durch weld: Er ist sicher genug nt.„ Meinst Dr das Grab", gab auf andere Weil Verräter genug gftlichen Blicken en gefpenftischer te Angit meines n Dorfe wobni der Seele leid er nicht, oder a e Augen springe willst Du dan ib ein Geheimnis t, ben sie nicht it mir das Herz!" Armitage. Abe Gelegenheit da ich nicht in ad mmen. Du bat Dir bas, abfolu euten zum Wil llemal zufrieden nb bie berriche Beg läufft." barnen." e Frage." en, daß Du mi Te halb ärgerli tann aber dliche Beheimni Du bentft zu viel -ber Onfel Kunst und Wissenschaft in der Orthopädie. ( Nachdruck verboten.) I. Es geht uns darüber folgender Artikel zu: Seit einiger Zeit macht sich in der medizinischen Wissen schaft das Bestreben fund, die Herstellung von orthopädischen Apparaten u. dergl., die bisher stets hauptsächlich von Mechanitern und Bandagisten angefertigt wurden, diesen„ Laien" aus den Händen zu nehmen und sie womöglich ganz den Aerzten zu übertragen. In dieser Richtung ist namentlich Bof. Dr. Heff vorgegangen, indem er an der orthopädi sben Poliklinik der Berliner Universität eine mechanische Werkstatt einrichtete, worin er seine Zuhörer in den Bau von orthopädisben Arparaten, fünftlichen Gliedern u. s. w. unterweist. Wie er bereits in seiner Antrittsrede nach Ostern hervorgehoben hatte, ist seiner Ansicht nach der Arzt aus Unkenntnis der Technit heute dem Mechanifer( und Bdagisten) völlig in die Hände gegeben, dieses fa sche Ver hältnis müsse aber aufhören, der Arzt muß selber solche Apparate bauen lernen. Wenn man bedenkt, wie verhältnismäßig wenig auf dem Gebiete der Orthopädie bisher von den Aerzten im allgemeinen geleistet worden und ein wie großes Brachfeld hier noch zu bearbeiten ist, so muß man die Absicht des ren Professors Dr. Hoffa an sich sehr löblich finden. Ob sie aber praftis die von ihm erhoffte Umwälzung hervorbringen wird, das heißt, ob die Aerzte wirklich in großer Anzahl die orthopädische Technit sich aneignen und selbst ausüben werden, das möchten wir ein germaßen bezweifeln. Ein jeder Student der Medizin muß während seiner Ausbildung mit dem Sezierm ser um gehen lernen, und dennoch wie selten findet sich unter den Aerzten ein bedeutender Operateur ba bierzu nicht nur Fleiß und Wssenschaft, sondern auch langjährige Erfahrung und angeborene Fähigkeit geboren, welch das können mit dem Wissen vereinen. Noch vielleicht in töherem Maße ist dies bei der Orthopädie erforderlich, und auch unter den Zuhörern des genannten Pofessors wird sich wohl nur selten einer zum hervor: ragenden Orthopäden entwick in, der nicht nur die Kenntnis vom Bau der Vpparate, sondern ebenso die volle eigene Runftfertigkeit dazu erlangt. Denn hier gilt es zunächst die Technit verschiedener Instrumente und Stoffe zu beherrschen, wozu allein schon eine längere spezielle Ausbildung und Begabung als Mechanifer gehört. Sun lassen sich nach Herrn Prof. Hoffa Chirurgie und Drthopädie überhaupt nicht trennen, dem entspreche der Rme chirurgische D thopädte", di se aber wolle er pfl gen und mit allen Kräften daaegen anfämpfen, daß durch hintans Bung operativer Maßnahmen der Orthopädie zum - Mechanifer und Bandagisten herabfintt. Faßt man di sen Sab näher in's Auge, so werden die Zweifel an der Verwirklichung des Idea's, das dem Herrn Professor vor schmebt, nur noch größer. Denn er selbst betont, das gerade der orthopädische Operateur chirurgisch absolut sich r geschult, ja in der Chirurgie groß geworden sein muß zu finer orthopäischen Operation sei allerstrengste septik das erste Erfordernis, es darf feine Eiterung erfolgen, da diese in den allermeisten Fällen das gewünschte Resultat zu nichte machen würde. Dahr müsse der orih pädische Chirurg sis selbst durch längere Thätigkeit auf einer chirurgischen Station eigene Erfahrung n g sammelt haben Zur Hessischen Landes- Hypothekenbank bringt die Darmst. 8'g." offiziös folgende Mitteilung: Die auf Grund des Gesezes vom 12. Juli 1902 durch den Staat unter Beteiligung von Kommunalverbänden und Sparkass n zu errichtende Hessische Landes- Hypothefenbant wird anfangs Januar des kommenden Jahres ihre Thätig. feit beginnen. Als gemeinnüßiges Institut soll die Banf befanntlich feine Erwerbszwecke verfolgen; sie wird deshalb die Schuldner nur mit solchen Binsfäßen und Nebenleistungen belegen, die eine D dung der Verwaltungskosten und die möglichen. Die Spannung zwischen dem Zin fuß der von allmähliche Schaffung eines angemessenen Reserv fonds erihr auszugehenden Pfandbriefe und der Da lhen wird also eine geringe sein. In erster Linie s en Amortisations. hypotheten abgessless n werden, die für die Schuldner namentlich den Vorteil hiben, daß durch jährliche, ihren Vrhä tnissen ang pißte Tilgungsbeiträge, also in einer nicht drückenden Weise die allmähliche Heimzahlung der Schuld erreicht wird. Durchschnittlich wird eine Tilgungsrate in Höh: von 1/2 pet. zu wählen sein, doch soll auf die Wünsche der Anleiher billige Rücksicht genommen werden. Des weiteren empfiehlt sich die Amortisations hypothet für die Schuldner insofern, als sie seitens der Bank unkündbar ist, also auch für die 8 iten höhren Geldſtandes die Steigerung des Zinsfuges seitens der Bant ausschließt. Um ek hrt bleibt aber den Schuldnern die Möglichkeit gewahrt, nach Ablauf eines gew ssen Zeitraumes den etwaigen Eintritt günstigerer Geldverhältnisse dadurch auszunüßen, daß sie ihrerseits fündigen bezw. das Darlehen von der Bank in ein billigeres umwandeln lassen; sie haben dabei den Vorteil, sich für die ganze restliche Vertragsdauer den günstigeren 8nsfuß sichern zu können, Als Beleihungsgebiet fommt nur das Großh rzogtum essen in Betracht. Mit der Gründung der Landes- Hypothefenbank gewährt die Landeskreditkasse feine Darlehen an Private mehr( sofern n cht Meliorationen in Frage vollständig auf Erstere übergehen. Außer der Förderung fommen), da die Aufgaben der Letteren nach dieser Richtung des ländlichen und städtischen Realfredits liegt der LandesHypothekenbant auch die Pflege des Kommunalkredits durch Bewährung von Darleben an Gemeinden und sonstige Kommunalverbände ob. Anträge auf Bewilligung von Darlehen können jeẞt schon gestellt werden und sind b8 auf weiteres bei der Ministerialabteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen einzureichen. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Der Großherzog hat am 6. Dezember den Pfarrer Karl Stempel zu Böbingen in der Rheinpfalz zum Pfarrer der evangelischen Pfarrst le zu Angersbach, Dekanat Lauterbach, ernannt und ferner die Wahl des Rechtsanwalts Dc. Ignaz Frenay zu Mainz zum Bürgermeister der Kreisstadt Bensheim bestätigt. ** Die Abreise des Großherzogs nebst Gefolgschaft nach den Festlichkeiten in Delhi ist, wie wir bereits gest rn meldeten, g stern Vorm ttag 7.40 Uhr über Lausanne und Warseille erfolgt. In Marseille wird das von England tommende Stiff bestiegen. Die Ankunft in Bombay wird am zweiten Weihnattatage' erfolgen. Von dort wird die 24 Stunden dauernde Fahrt nach Delhi angetret n. Am Bahnhof waren Großfürst und Großfürst n Sergius anwo send, der preußische und der russische Gesandte u. A. Der Abschied war ein sehr herzlid er. den Buchdruckereibefizer Baensch- Drugulin von Leipzig, ** Der Großherzog empfing am 9. Dezember welcher die Ehre hatte, Sr. Kgl. Hoheit das 2. Gremplar der Fürstenausgabe eines Monumentalmerkes der Buchdrucker und Schriftgießerkunit Marksteine der Bu dieser mehrjährigen Ausbildung als Operateur follweisheit aller Völker in Originalschriften" zu überreichen. fich also nun die auch ziemlich langwierige Unterweisung in der mechinisch n Werkstätte ges llen, wo die Thätigkeit naturgemäß nicht gerade mit der größten Sauberkeit vor sich geben tann. Dies lbe Hand, die meisterlich Messer und Binc tte führt, soll auch ebenso aeschickt mit Hammer, Bohrer und Feile umgeben, Eisen, Leder, Holz und andere Stoffe verarbeiten lernen! Ganz abgesehen davon, daß ein bollendeter Dthopäde auch die innere Medizin beherrschen, bas gane große Gebiet der Nervenfrankheiten tennen muß, fern sich vertraut zu machen hat mit der Technik der Maffige, Symnaftit, Elektrizität. des Nervenverfahrens, sowie der Berbände, so glauben wir schon nicht, daß sich viele Aerzte nun ebenso als Operat ure wie als Mechanif r gründlich ausbilden werden. Die allermeist n werden svon zufrieden sein, wenn sie es in einer von beiden Künsten, ent veder in der ob rativen oder der mechanischen Chirurgie, Au einer gew ssen Meisters haft bringen. Und der mechanische Chirurg wird wahrscheinlich noch seltener bleiben als der operative; or aber technisches.shid zu ersterem in sich spürt, wird das Gebiet der Operationen möglichst einshränken und für seine Person wohl gern aufgeben wollen, felbst auf die Gefahr bin, daß er dadurch zum Mechaniker und Bandaqiften herabsintt. Parlamentarisches aus Hessen. Die Abg. Ulrich und Gen. brantriqen: Die Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, den Ständen eine Vorlage zu machen, durch welche eine dirette Ver. tretung der Arbeiterschaft des Landes im Groth. Ministerium nach dem Vorbild der Landwirtschaft und der Gewerbe h rbeigeführt wird. Ferner: Die Kammer wolle beschließen, die Großb. Regierung zu ersuchen, den Ständen alsbald eine Vorlage zu machen, durch welche die Gewerbeinspektion des Landes derart ausgebaut wird, daß in allen Bezirken Asistenten und Assistentinnen aus den Kreisen der Arbeiter zur Verwendung und Anstellung gelangen. Die Abg. Häusel u. Gen. beantragen, die Kosten eines Abtretungsverfahrens für die erste Instanz den Unternehmer tragen zu lassen, dagegen die Kosten des Entschädigungsverfahren zwischen Unternehmer und Eigen tümer nach Verhältnis des Angebots und der Forderung der unterlieg nde Teil zu tragen. Die Kosten der Beschwerde- Instanz hat teilen zu laffen. Dies Iben Abgeordneten fragen an, ob die Regierung eine Vorlage machen wolle, welche eine Erhöhung der fest gefesten Werte für Dienstwohnungen der Beamten bezweckt. fizkalischen Grundr ück n ist der Zweiten Kammer zug gang n. ** Eine Regierungvorlage betreffend Veräuß rung von Schon der vorige 31. Landtag hatte die Regierung ermachtigt, die landwirist aftlich benut en, zerstreut gelegenen Grundstücke des Großn. Familieneigentums an Landwi t zu verkaufen. Diese Vorlage wird wiederum in Kreisen der Landw rtschaft mit Freuden begrütt. In Quedborn wurden bereits im Sommer Grundstücke von c. 3-0 Morgen fü 16 000 Mt. e. faust, ebenso Grundstücke in der G.marfung Dorf Gill. ** Theater- Verein. Morgen Abend findet, wie sbon durch die Gießener N uefte Nichrichten" und an den Pafatsäulen öffentlich 6 fannt gegeben, die 4. Vorstellung statt. Das L'Ar nge'sche Lustspi 1: Dr. Klaus wird gegeben, die Hai ptrolle hat Herr Schmasow vom Kasseler Hoftheater einzelnen Rollen dürfen als gut bezeichnet werden. übernommen. Das Stück selbst wie aus der B sezung der Konzert des akademischen Gesangvereins nahm einen ( 0) Das geftrige, in der Stadtkirche abgehaltene glänzenden Verlauf. Dasselbe wurde eingeleitet durch zwei von Herrn Organist Hempel aus München virtuos geipielte Orgelfompofitionen, zwischen denen die Konzertfängerin Frl. Carola Hubert zwei Lieder von Bach und Raff stimmungsvoll vortrug. Das Hauptwerk des Abends war„ ein deutsches Requiem" für Solostimmen, Chor, Orchester und Orgel von Brahms, der mit dieſem tiefempfundenen und mit Schönheiten reich ausgestatteten Oratorium die Aufführenden vor eine zwar schwierige, aber sehr dankbare Aufgabe stellt. Herrn Universitätsmusikdirektor Trautmann auf das Sorgfältigste vorbereitet, wurden die einzelnen Chöre vorzüglich vorgetragen und thaten die mitwirkenden Faktoren, Chor und Orchester, ihr Bestes, den Annahm die ganze Aufführung einen glänzenden Verlauf. forderungen des Dir genien gerecht zu werden. Solistisch thätig waren die mit einer wundervollen Sopranstimme ausgestattete Sängerin Fräulein Hubert die ihre Partie in wahrhaft schöner Weise durchführte, und der Baritonist Herr August Leimer aus Frankfurt, ED der sich bei der Durchführung seiner Aufgabe gleichfalls als ein hochbegabter Künstler erwies. Statistit über das Volksschulwesen im Kreise Gießen im Schuljahre 1902. Die Schülerzahl des Kreises beträgt 11614, davon entfallen auf die Stadt 2130, auf's Land 9484 Schüler; nach dem Geschl cht sind 5870 Mädchen und 5744 Knaben, nach der R lig'on gebören rund 11 200 der evangelischen, 200 der katholisten, 180 der israelitischen und etwa 30 einer andern Ronf ssion an. Im Ganzen sind im Kreis 196 Schulst. Den, davon 44 in Gießen und 152 auf dem Land. Auf einen Lehrer fommen in der Stadt Gießen rund 50, in den Landort n 63 Schüler. Im Vergleich mit 1901 bat die Zahl der Schüler um 205 zugenommen, die Zahl der Schu stellen und Lehrkräft um 5. 1901 gab es no 4 Schulen mit über 100 und 3 mit über 90 Schülern. Als Kuriosum darf gelten, daß eine Schulstelle an einer zweif assig n Schule infolge steter Abnahme der Schülerzahl einging, so daß die Schule wieder einklassig wurde. Die Schülerzahl hat in der Stadt Gießen bedeutend zugenommen, ist aber auf dem Land zurückgegangen. In ** In Amerifa berstorbene Hessen. Nework: Katharina Worster, geb. Weiß, aus Gunders heim, 64 Jahre alt, Charles Kauter aus Wimpfen, 42 Jahre. In Fairmaint: Henry Kappel aus OberIngelheim, 44 Jahre. In Detroit Mich.: Henry Orth wehr aus Darmstadt, 55 Jahre. aus Darmstadt, 95 Jahre. In New York: Karl LandIn Brooklyn: Christine Brunnen, geb. Schauf, aus Lorsch, 38 Jahre. In Washington: Heinrich Brod aus Bingen, 72 Jahre. Aus Hessen und Dachbargebieten. ** Klein- Linden, 8. Dez. Sein 30 jähriges Dienstjubiläum feierte g stern der Eisenbahnbedienst te Neurath hierselbst, wozu sich Freunde und Kollegen des Jubilars im Bernhardehäuser Hof" eingefunden hatten. Herr Bonarius aus Gießen überreichte dem noch sehr rüstigen Jubilar eine prachtvolle Gedenktafel. " ** Friedberg. Gegen die Wahl des Herrn Damm zum Landtagsabgeordneten ist bei der Zweit n Kammer ein Wahlprotest eingereicht worden. Der Wahlproteſt ist darauf begründet, daß die Deffentlichkeit der Wahlhandlung verletzt sei, weil während der Feststellung des Wahlergebnisses die Thüre des Rathauses versch ossen war. k. Bom reichen Frau: furt. Auch in diesem Jahre ift Frankfurt, die reichste Stadt der preußischen Monarchie, mit einem Einkommen von durchschnittl ch 4791 Mt. auf den Kopf der Bevölkerung gegen 5368 Mark im Vorjahr.( Die zweitreichste Stadt ist Charlottenburg.)- 23 hiesige Bürger zeichneten zu den Kosten des im nächsten Jahre hier stattfindenden Sängerwettstreits je 5000 Mark also zuſammen 140000 Mt. Dafür wird jedem der 28 ine achtfißige Loge für die Dauer der Feste eingeräumt. ( Gedenket der hungernden Armen. D. Red.) ** Darmstadt, 9. Dez. Der Finanzausschuß der Bweiten Kammer ist h ute zu einer mehrtägigen Vorberatung des Hauptsteue voranschlags zusammengetreten. Die Verab= schi dung des letzteren soll in di sem Jahre zeitiger als in früheren Jahren auch im Plenum erfolgen. ** Wörrstadt, 8. Dei. Eine fast ung'aublich flingende Geschichte ist von hier zu berichten. Ein bekannter Kaufmann, der seit langen Jahren verheiratet und Vater mehrerer, zum Teil sch n erwatsener Kinder ist, soll seit langen Jahr n mit der Tochter eines Architeften in Stuttgart ein Verhältnis unte halten und so ar sich mit dem Mädchen verlobt haben. Die Sache wurde dadurch hier b.fa nt, daß vorige Woche dr Vater der Braut" hierherfam, um seinen zufünftig n Schwiegersohn", der sich dort als 35jähriger Jungarfelle ausgegeben habe, zu besuchen. и " ** Schweinsbera, 9. Dz. Nachdem am 30. November im Gasthaus zum Ohmthal" e ne Versammlung von Interessenten zw cs Gründung einer Molkerei getogt hat, fand heute eine w.it re Zusammenfunft statt, in welcher sich tec Unternehmer, ein Herr Arnos, mit den Beteiligten über as Unternehmen aussp a h. Die Anwesenden erflärt n sich mit den Bedingung n einverstanden, und so dürfen wir hoffen, die Mole ei, die vorläufig in den großen Kaulichfesten des„ Ohmthale" untergebracht wird, mit dem 1 Mai f. J. eröffnet zu sehen. Besonders interessiert an dem Rustandekommen sind noch Niederft in, Niedercfleiden und Rudiaheim, wo auch noch Versammlungen stat finden soll. n. ** Rirdbain, 8. Dezember. Wie erzählt wird, hat der seiner Zeit biclgenannte Bauunternehmer Hahn, welcher den Bau der Ohmthalbahn von hier bis zur Darmstädtischen Grenze übernommen hatte, den aber später der Auftrag wieder entzogen wurde, den Prozeß, in welchem er eine Entschädigung von 75 000 af vom Kreise Kirchhain eingeklagt, verloren. Druck und Verlag der Gießener Verlaasbruder i, borm. Wilb. Reller's he Buchdruckerci( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein( Sieken. YROLIN B YROLIN- SEIFE DAS BESTE FÜR DIE HAUT Zur Schönheitspflege unentbehrlich In eleg. Cartons eine Zierde für j. Geburtstags- u. Weihnachts- Tisch. Wo in Apotheken u. Droguenhandl. nicht erhältl. wende man sich an: Dr. Graf& Co., Berlin 0 112 oder für Oesterreich- Ungarn: Wien VI/ 1, Amerlingstrasse 2. Außerordentl. Generalversammlung Konzert- Verein. der Gewerbebank zu Gießen. Eingetr. Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Drittes Konzert Sonntag den 14. Dezember 1902 abends 5 Uhr Ausführende: im grossen Saale des Gesellschaftsvereins. Frankfurter Museums Quartett Die Mitglieder unserer Genossenschaft werden zu einer außerordentlichen Generalversammlung auf die Herren Professor Hugo Heermann, Konzertmeister, Adolf Rebner, Donnerstag, den 18. Dezember 1902, abends 81, hr, im Saale des Café Leib mit der nachstehenden Tages- Ordnung ergebenst eingeladen: 1. Pensionierung von Beamten bezw. Witwe derselben. 2. Wahl und Anstellung der Vorstandsmitglieder. Gießen, den 6. Dezember 1902. Der Vorsißende des Aufsichtsrates. J. V.: L. Petri II. Theater- Verein. 4. Vorstellung: Freitag, den 12. Dezember. Dr. Klaus, Luftspiel von L'Arronge. Lubowski: Herr Schmaso vom Königl. Hoftheater in Kassel. Anfong 8 1hr pünktlich. Ende gegen 10% Uhr. Tageskarten bei Ernst Challier und an der Kasse zu Mt. 5, 4, 3, 2. Pfg. Ermäßigung.) Studentenkarten bei E. Challier Mr. 1.50, an der Kasse Mt. 2. Bestellungen auf Bekanntmachung. Für ein 6 Monat altes Kind werden Pflegeeltern gesucht. Mäh. auf dem Armenamt arfumerien Parfu Toile oilette- Seifen Fritz Bassermann, Professor Hugo Becker. Programm. Quartett in G- dur, Köchel 387, komp. 1718... W. A. Mozart. Rob. Schumann. Quartett op. 41 Nr. 1 in A- moll, komp. 1842 ... L. von Beethofen. Quartett op. 74 in Es- dur, komp. 1809 Eintrittskarten für Nichtmitglieder zu Mk. 250( Sperrsitz Mk 3.50) sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier( Rudolphs Nchfl. und abends an der Kasse, für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu ermässigtem Preise zu haben. Oeffnung des Saaes 4 Uhr. 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