16:08 Nr. 234. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 150. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 8. Oftober 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernſprechauschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung Sunda ind I ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung.com Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'ſche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Vor der Entscheidung. Am Wendepunkt der Zolltariffrage. uns geschrieben; Von besonderer Seite wird Während die Auslaffungen der Parteiblätter über den augenblicklichen Stand der Zolltariffrage eine ungünstige Stimmung verraten, haben sich in aller Stille zwei Ereignisse vollzogen, die man als einen WendeDer Reichskanzler Graf Bülow punft ansehen kann. hat die Vertreter der vier größten Bundesstaaten, Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden, zu einer Bollfonferenz eingeladen und das maßgebende Organ der Zentrumspartei, die„ Kölnische Volfsztg.", hat die Konservativen vor einem zwecklosen Verharren auf den Beschlüssen der Kommission gewarnt, damit nicht die ganze Vorlage scheitere und die Sozialdemokratie zur Nuznießerin der ganzen verfahrenen politischen Lage werde. Was den ersten Punkt anlangt, so weiß man ganz genau, daß die genannten Staaten über die Mehrheit der Stimmen im Bundesrat verfügen. Sind fie einig, dann können alle übrigen deutschen Staaten zusammengenommen nichts mehr gegen sie durchsetzen. Bereits einmal hat eine solche Konferenz stattgefunden und zwar im Sommer vorigen Jahres. Damals galt es, die landwirtschaftlichen Mindesttarife durchzusehen und im Bundesrate durch eine entscheidende Sondervereinbarung die aussichts- und zwecklosen grundsätzlichen Erörterungen über den Wert oder die Schädlichkeit eines Doppeltarifs bei Zeiten aus der Welt zu schaffen. Wenn eine derartige Konferenz auch heute wieder stattfindet, dann müssen wohl wichtige Dinge zu beraten sein. Am nächsten wird man unserer Ansicht nach der Sache kommen, wenn man annimmt, daß der bevorstehende österreichisch- ungarische Zolltarif seine Schatten borauswirft. Wie verlautet, sollen nämlich die gewerblichen Zölle in unserem Nachbarstaate auf eine sehr hohe Stala gebracht werden. Infolge dessen braucht Deutschland beim Gerstenzoll, an dem zunächst die befreundete und verbündete Monarchie interessiert ist, auch nicht mehr die seitherige Rücksicht zu nehmen, so daß es gar nicht außerhalb des Bereichs des Erfüllbaren liegt, wenn man in Kreisen der Kommissions mehrheit darauf hofft, daß ihr der Rückzug auf die Regierungsborlage durch eine Erhöhung der Mindestzölle für Gerste ermöglicht werde. Die Bereitwilligkeit der Centrumspartei, dazu betzufragen, daß das Werk des Zolltarifentwurfs gelingt, ist auch nicht zu unterschätzen. Denn sie fällt bei der 28] Entlarvt. Roman von Moriz Lilie. ( Nachdruck verboten.) Mit furzen Worten stellte der Graf seinen Verwandten vor, dann wandte er sich zu einigen in der Nähe plaudernden Gästen. Streidebleich starrte Erna auf den Ankömmling. " Du wagft es hier, zu erscheinen?" preßte sie im leisen Flüsterton mühsam zwischen den Lippen hervor. Es giebt ein lnglück, wenn Du Dich verrätst!" raunte ihr Ancelot zu. Du hast doch heute früh meinen Brief erhalten, in welchem ich Dir meldete, daß ich der Einladung folgen werde, und Dich warnte, auch nur mit einer Miene merken zu lassen, daß wir Beziehungen zu einander haben." " Der Brief ist uneröffnet ins Kaminfeuer geflogen", sagte Erna mit zitternder Stimme. Ich nehme teine Schriftstücke von Dir an." Ein frampfhaftes Beben überfiel sie, sie begann zu wanken und brach stöhnend zusammen. Die Zunächstſtehenden, unter ihnen der Graf und Herr von Fries, eilten herzu. „ Um Gotteswillen, was ist geschehen?" fragte letzterer angſtvoll. " Franz von Halet, mein erster Gatte!" stieß Erna hervor, mit weit ausgestrecktem Arm auf Ancelot deutend. " Aber, gnädige Frau, besinnen Sie sich doch", rief Graf Roded, Halet ist ja längst tot, dieser Herr ist sein Bruder, ein entfernter Verwandter von mir, der allerdings eine auffallende Aehnlichkeit mit dem Verstorbenen besitzt." Von ihrem Gatten unterstüßt, erhob sich Erna langsam und ließ sich auf einen schnell herbeigebrachten Lehnsessel nieder. Mit vorgebeugtem Oberkörper starrte sie auf Ancelot, der wie festgewurzelt stand. Das ganze volle Kerzenlicht fiel auf seine Gestalt, und plöglich war es, als fomme eine Offenbarung über das junge Weib, das den Eindringling bisher nur im düster erleuchteten Zimmer gesehen hatte. " Bei Gott, das ist nicht Franz, das sind nicht seine milden, freundlichen Züge!" fagte fie, wie in Erinnerung verfunten. Wo hatte ich meine Augen, als ich diesem Betrüger glaubte, der mir und meinem armen Gatten die qualvollsten Stunden verursacht hat, um Geld von mir zu erpressen!" Stärke der Fraktion für die endgültige Entscheidung sehr ins Gewicht. Gerade diese Partei muß allerdings auch mehr als jede andere darauf bedacht sein, daß der nächste Wahlkampf nicht unter der Herrschaft einer 3olltarifvorlage stattfindet. Denn bei ihrer Zusammensetzung aus den widersprechendsten Elementen kann sie niemals eine einseitige Wirtschaftspolitik treiben. Sie fann weder rein agrarisch, noch rein sozialreformerisch sein, weil eine zu starke Betonung der einen Richtung sofort den Widerspruch der anderen erweckt. Die Bentrumspartei ist im vorliegenden Falle gewisser maßen die geborene Führerin einer Verständigung. Nach dieser Sachlage darf man wohl annehmen, daß sich die Aussichten für das Zustandekommen des Zolltarifentwurfs wesentlich gebessert haben. * Nach den Beschlüssen der Zolltarifkommission soll sich das Plenum des Reichstages zunächst mit dem Paragraph 1 des Zolltarifgesezes, der die Bestimmungen über den Mindesttarif enthält, befassen. Man will hierdurch offenbar die spätere Debatte sachlich durch frühzeitige Durchsprechung der prinzipiellen Fragen entlasten. Politische Nachrichten. Der Kaiser ist gestern Mittag halb 1 Uhr unter Salutschüssen in Königsberg i. Pr. eingetroffen. Der staiser ließ sich im Fürstenzimmer des Bahnhofs gleich nach seiner Ankunft einen Vortrag über die geplante Königsberger Schloßfreiheit halten und nahm dort den Entwurf und die Photographien und nahm dort den Entwurf und die Photographien dieses Projekts entgegen. Sodann fuhr der Kaiser in offenem zweispännigen Wagen durch die Kaiserstraße und die Kneiphöfische Langgasse über den Steindamm nach der Kaserne des Grenadierregiments König nach der Kaserne des Grenadierregiments König Friedrich Wilhelm I.", zu dessen Chef sich der Kaiser bei seiner Anwesenheit zur Erinnerung an das 200jähr. Bestehen des Königreichs Preußen erklärte. Die Mann schaften des Regiments nahmen vor der Kaserne Aufstellung und begrüßten den Kaiser mit„ Guten Morgen, Majestät!" Der Kaiser begab sich sodann in das Innere der Kaserne, wo ein Frühstück stattfand, an welchem der kommandierende General und mehrere andere Generale, das Offizierkorps des Regiments, sowie als Gaſt des Kaiſers Fürst zu Dohna- Schlobitten sowie als Gast des Kaisers Fürst zu Dohna- Schlobitten teilnahmen.- Um 3 Uhr verließ der Kaiser die Ein erleichternder Thränenstrom brach aus ihren Augen, dann sank sie ihrem Gemahl an die Brust. Du sollst alles erfahren, Alfred!" klang es wie Jubelruf aus ihrem Munde." Jezt bin ich Dein, ganz Dein, und nichts soll uns mehr trennen." Kennst Du mich?" rief plößlich eine Stimme. Es war Seraphine, die in Begleitung des Advokaten und der Frau Mende herangetreten war. Bestie auch Du hier?" zischte der Entlarvte zwischen den Zähnen hervor, und seine Hände ballten sich unwillkürlich, als müsse er die Frau zwischen denselben zermalmen. Dieser Mann ist mein rechtmäßiger Gatte, hier ist der Trauschein", fuhr jene fort, das Papier hervorziehend, welches der Graf ihrer Hand entnahm und hastig las. Der Mann heiratete meine Pflegetochter, weil er sie für die Entelin und einstige Erbin des Herrn Grafen von Rodeck hielt", nahm jest Frau Mende das Wort. Als er sich aber getäuscht sah, schreckte er selbst vor dem Morde nicht zurück, um sich seiner unglücklichen Frau zu entledigen, und nur ein günstiger Zufall verhinderte noch rechtzeitig das Verbrechen." Ausrufe des Abscheus und der Entrüstung wurden hörbar; die Blicke der Anwesenden ruhten mit dem Ausdruck der Ver= achtung auf dem Menschen, welcher mit totenbleichem Antlik bald auf Erna, bald auf Seraphine starrte. und ihr prüfend ins Antlig schauend, sagte er: Da trat Herr von Faltenhof an die Witwe Mende heran " Wenn ich mich nicht täusche, sind auch wir alte Bekannte. Ich glaube in Ihnen die Frau wiederzuerkennen, deren Kind vor einer langen Reihe von Jahren von mir adoptiert wurde. Nur einmal ſeit jenem Tage sah ich Sie wieder, und Sie gaben mir damals über die Abstammung dieses Mädchens eine wenig erfreuliche Auskunft." Sie irren sich nicht, Herr von Falkenhof, ich bin jene Frau, aber bei unserer zweiten Begegnung bin ich aus Liebe zu meiner anderen Pflegetochter nicht bei der Wahrheit geblieben; denn diese hier, die Gattin Ancelots, ist die Tochter eines hingerichteten Mörders, jene aber war Emmy Reinhard, das hinterlassene Kind einer australischen Farmerfamilie." Emmy ganz recht, so nannten Sie das Kind, wir aber legten ihm den Namen der Schwester meiner Frau- Erna- bei", bestätigte der alte Edelmann.„ Hast Du es vernommen, Erna, mein Kind? Du bist die Tochter ehrlicher Leute, kein Schatten ruht auf Deinem Namen und ohne Erröten kannst Du Deinem Gatten unter die Augen treten." - Kaserne des Grenadierregiments„ König Friedrich Wilhelm I.", begab sich in offenem Wagen zum Ostbahnhof und fuhr nach Cadinen weiter. si - " Eisenbahnminister Budde hat sich einem Beitungsvertreter dahin ausgesprochen, daß er den gesamten Eisenbahnbetrieb faufmännischer, als es bisher geschehen, handhaben wolle." Ich bin überhaupt der Meinung", äußerte sich der Minister, daß wir versuchen müssen, bie Beförderung der Güter möglichst zu beschleunigen, und ich werde nach dieser Richtung hin eine Prüfung eintreten laffen. Ich weiß als ehemaliger Raufmann und Großindustrieller am besten, was es bedeutet, wenn ein Betrieb auf Halbfabrikate warten muß." - - Die Tagesordnung der ersten Reichstagsder 193 der laufenden sigung nach der Sommerpause zweiten Tagung zweiten Tagung ist durch Beratung von 40 Betitionsberichten, die in Aussicht stehen, ungemein mannigfaltig gestaltet und birgt auch Gegenstände von hohem öffentlichem Interesse, wie z. B. gleich die drei ersten Nummern, die Schaffung eines einheitlichen deutschen Vereins- und Versammlungsrechtes, den Befähigungs- Nachweis im Bauhandwerf, die Schantfonzessionen, mehrere Petitionsberichte betr. Kriegsteilnehmerbeihilfen, Invalidenunterstützungen und dergleichen; ferner tann die Haftung der Straßenbahnen, sowie die der Besizer von Kraftwagen für Sachbeschädigungen zu größeren Erörterungen Veranlassung geben. Die Regelung des Irrenwesens, Aenderung des Börsengesezes, die Bestimmungen über den Zweikampf, der journalistische Zeugniswang stehen zwar auch, aber erst weit hinten in der Reihe, dürften also gleich am ersten Tage teine Aussicht auf Besprechung haben, vielleicht aber in den nächsten Tagen nach dem 14. Oftober. - di61 Als ein Zeichen der Zeit darf eine Aus. stellung von Pferdefleisch, Sülze, Schinken, Böckelfleisch gelten, die in Berlin Mitte November stattfinden wird. Es soll dem Bublifum durch Kostproben Gelegenheit gegeben werden, den Geschmack der Trapp- Trapp" Baren kennen zu lernen. Die Berliner Fleischermeister wollen ab 1. November das Pfund Wurst um 20 Pfennig im Preise erhöhen, falls die Regierung bis dahin die Grenzen nicht geöffnet habe. - " redusiun& Dresden, 7. Oft. Der Nat der Stadt beschloß den Dresdener Neuesten Nachrichten" zufolge in seiner gestrigen Sitzung beim königlichen Ministerium des Emmy Reinhard Herr von Faltenhof als Adoptivvater wie ist das denn?" rief Graf Rodeck und eilte auf Erna zu, hastig ihre linke Hand erfassend. Dann diese Hand heftig an die Lippen pressend, rief er jubelnd aus: " Sie it's fie ist's, Emmy, mein teures Entelfind! Hiero diese Verkürzung des fleinen Fingers, die Erzählung dieser Frau. die Mitteilungen des Herrn von Faltenhof, alles stimmt überein, Endlich habe ich Dich gefunden, endlich ist mein heißester Wunsch, die Sehnsucht meines Alters erfüllt!" Stürmisch 30g er fie aus dem Arme ihres Gatten an seine Brust und lange hielt er sie in stummem Entzüden umschlungen. Herr von Fries reichte Frau Mende und Seraphine die Hand. Durch rch Sie habe ich mein verlorenes Glüd wiedergewonnen, Wollen Sie fortan in lassen Sie mich Ihnen danken", sagte er. meinem Besiktum Wohnung nehmen, Sie sollen mir willkommen sein!" Und ich sichere Ihnen eine jährliche Rente zu, die Ihnen auch in anderer Beziehung ein sorgenloses Leben gewähren foll", rief Graf Noded. bilgisid nad Blöblich dröhnte ein Schuß durch die Nacht. Gleich darauf stürzte ein Diener ins Bimmer. Der zulegt angefommene Herr liegt im Parke in feinem Blute!" meldete er mit vor Schred bebender Stimme. Er hat fich eine Klugel durch die Bruft gejagt." Ancelot hatte unbemerkt den Saal verlassen. dn admit Eine Weile herrichte tiefes Schweigen. Das Ende dieses Menschen hatte doch die ihm Näherstehenden erschüttert. Er gedachte, mich zu verderben, und ist nun zum Mörder an sich selbst geworden", sagte Seraphine leise. Möge er im Jenseits einen gnädigen Richter finden!" fügte Graf Rodeck mit einem Blick nach oben hinzu. Ende. bedeckenben foretten Belzbarett drängte ficheife bie Stirn das Rot ihrer Wangen, und unter de Villa zuführte, hinanschritt. Die falte, frische Luft belebte in lofen Rin for und da gefährlichen Glätte bes ihn ihre Augen an, wenn sie, seine Fragen Gang meilun der hie die Schwingen froher Hoffnungen ihr gelähmt. wie in den Tagen, in welchen des Lebens Ernst noch nicht gen beantwortend, ihn anjah. Seges leicht und elastisch, In eifrigg wie alle Tage, die Hände wie sehr jedes freundliche Licht in danken nachhing, empfand sie wieder in vollem Umfange, einem tötlich gelangweilten Gesichtsausdruck ihren Ge ihren gewohnten Platz am Fenster eingenommen hatte und, auf ihr Zimmer zurückgezogen hatte, während Synnöve nicht uſtav marholms Anwesenheit. Sie wirkte eber derf Der Gedanke hatte sie gequält und einfilbig gemacht, entfernt im Schoße ruhend, mit Zuversicht und Hoffnung erfüllte. beruhigend auf. den Kranken wirfte, als die Umgebung mit tor Christianson gewesen sein, dessen Gegegenwart ebenso boll Trost würde ihr in dieser Zeit der Beistand eines Dotfonnte ihr fein Trostwort sagen. Es war schrecklich. Wie nen sogar mitleid und Abneigung entgegenbrachte, und er Fortschritten der Neuzeit indeſſen ſchwerlich zustimmte, ih einen guten, freundlichen Mann, der den wissenschaftlichen urückge schlossen, um fie sein tonnte? atmete, bewußt peinlich berührte. daß ein Mann wie er jemals seiner Pflichten uneingedent ihn gesezt, hatte sie nicht betrogen. Wie war es möglich, obgleich der fühle, zurückhaltende Ton des Briefes sie unschiden, bem lie ihren Branten getroft an extraent, the zu Ihr Vertrauen, das von einer schweren Last befreit, auf, ( Fortseßung folgt.) fie in zu beruhigen, seinen Assistenzarzt Innern die Ermächtigung zur Einführung von Schlachtschweinen aus Oesterreich zwecks Verbilligung des Fleisches zu befürworten, gleichzeitig aber die Erwartung auszusprechen, daß im Falle einer dauernden oder teilweisen Aufhebung der österreichischen Grenzsperre die Preise seitens der Fleischverkäufer eine wesentliche Herabsegung erfahren. Prinz Eitel Friedrich, der zweitälteste Sohn des Kaisers, trifft, wie aus Bonn gemeldet wird, am 28. dg. dort ein, um in der rheinischen Universitätsstadt seinem Studium obzuliegen. Bei der Immatrifulationsfeier wird der Kronprinz den Kaiser, der nicht nach Bonn reist, vertreten. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Friedberg i. S., 6. Oft. Als Kandidaten für Landtagswahl sind hier aufgestellt: Der seitherige geordnete Jöckel, der Beigeordnete Damm und von s demokratischer Seite Stadtverordneter Busold. ** Frankfurt a. M., 7. Dft. In der geheimen Eld Meinungen, Siegerpreis am bergang Dabei verf o ** Der Großherzog hat dem Oberlehrer Wilh. Volg zu Pfungstadt aus Anlaß seines 50 jährigen Dienstjubiläums das Silberne Kreuz des Verdienstordens verItehen. ** Die gestern gemeldete Studienreise der hessischen wahl des Oberbürgermeisters Adickes beraten wurde, legungen, verordnetensizung vom 17. Juni, in der über die Wid den Unterl Medizinalbeamten führt in diesem Jahre Herr Geh. der Stadtverordnete und Landtagsabgeordnete Fund Med.- Rat Prof. Dr. Gafffy. äußert, der Stadtverordnete Hettler sei nicht ernst nämlich die Gewohnheit, in jeder Stadtverordnetensizung nehmen. Herr Hettler, ein früherer Schneidermeister, wunderlichsten Anträge zu stellen, die meist gegen auch gesagt, er, Hettler, gehöre nicht in's Haus Limp Stimme abgelehnt werden. Hettler behauptet, Fund zürnt. Er setzte sich bin und schrieb an Fund eine Epi Darüber war der Erschneidermeister im höchsten Grade in der er diesen Laffe", infamer Feigling" usw. nann ftarb ** 2 ift hier Frauenfo Silda ba mierten Die Dame rötlider Diensteinweisung des Herrn Pfarrers Dr. ** Bei der am Sonntag in Darmstadt erfolgten Friedrich Grein, hatte, wie die„ Darmst. 3tg.", schreibt, Heer Superintendent D. Flöring seiner Ansprache den Vers Psalm 27, 1:" Der Herr ist mein Die„ Nordd. Allg. 3tg." schreibt: Die Reporter- Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor mem sollte mir Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Meldung, daß auf Berufung des Reichskanzlers Kon- grauen?" zu Grunde gelegt. Er begrüßte darin den Den 3olltarif stattfinden solen, wird heute in einer weiten Streiſen unserer evangeliſchen Bevölkerung un- widrigenfalls er in öffentlich züchtigen werbe. Do muf dem 28 neuen Geistlichen als den Erben eines Namens, der in Reihe von Blättern als falsch bezeichnet. Wir können vergessen geblieben sei, in warmen Worten der hin- Duell mit der Elle ausgefochten werden sollte, stand ni Mafinogebä bestätigen, daß sie in der That durchaus unbe- gebenden Wirksamkeit des verstorbenen Hofpredigers in dem Schreibebrief. Herr Fund hatte nicht die gering Häufer we gründet ist. - Die Berliner Handelskammer hat beschlossen, den Handelsminister zu ersuchen, er möge doch seinerseits neben der vom Landwirtschaftsminister veranlaßten Enquete eine Untersuchung über die Gründe der Fleischteuerung durch Befragung der preußischen Handelskammern und der diesen gleichgestellten Rorporationen in die Wege leiten. Ernst Grein mit dem Wunsche gedenkend, daß der den Weg bereiten möge. Nachdem nun der Gemeinde Segen, den der Vater hier ausgestreut, nun dem Sohne das Hauptlied" Herz und Herz vereint zusammen" gefungen worden war, bestieg Herr Pfarrer Dr. Grein die Kanzel, um seine Antrittspredigt zu halten, für die er den Text 1. Joh. 1, 7: So wir im Lichte wandeln, er den Tert 1. Joh. 1,7:„ So wir im Lichte wandeln, wie er im Lichte ist, so haben wir Gemeinſchaft unter: Brüffel, 7. Okt. Das gestern Abend in der dieſen Worten treten uns entgegen 1) heilige Aufgaben Harmonie abgehaltene Meeting gestaltete sich zu einer großartigen Sympathie- Sundgebung für die Buren. Die Anwesenden wollten den Saal nicht verlassen, ohne den Burengeneralen die Hand gedrückt zu haben. Es war bereits 1 Uhr Nachts, als die Generale endlich den Saal berlassen fonnten. Die Menge begleitete sie unter fortwährenden Hochrufen zum Hotel. Die Polizei verhaftete einige Personen, welche england- feindliche Rufe ausgestoßen hatten. Heute Morgen besichtigten die Generale das Rathaus, wo sie vom Bürgermeister empfangen wurden. Nachmittags begaben sie sich nach Waterloo zur Besichtigung der Schlachtfelder. Paris, 7. Dft. Frankreich hat mit Siam einen Vertrag abgeschlossen. Darnach verliert Frankieich Thanhabeum, erhält dafür das ehemalige Cambodga Gebiet Melonprey sowie das ehemalige Cambodga- Gebiet Bassac. Der König von Siam verpflichtet sich, längs des Mefong nichts ohne französischen Einfluß konstruieren zu lassen und dort nur siamesische Truppen unter fiamesischen Offizieren zu ver wenden. Der Vertrag beweist, daß die von England angestrebte franko- englische Verständigung nicht zu Stande getommen ist. Paris, 7. Dft. Der Staatssekretär Thomegnec hat dem Redakteur Leroux vom Matin seine Zeugen gesandt wegen eines 8 den ersteren beleidigenden Artikels. Newyork, 7. Oft. Wie die Blätter melden, hat sich in dem Befinden des Präsidenten Roosevelt eine leichte Verschlimmerung bemerkbar gemacht. Die Heilung der Kniewunde läßt viel zu wünschen übrig. Die Aerzte haben dem Bräsidenten nach den lezten arbeitsreichen Tagen eine acht tägige vollständige Ruhe verordnet. tisdagslsdon Die Reichstagswahlen welche im Frühjahr 1903 stattfinden, müssen in diesem Winter borbereitet werden. Um den Wahlkampf vollständig beurteilen zu können, ist es notwendig, sich schon zu dessen Einleitung auch für den Landmann beginnt ja jetzt die Zeit eifrigeren Lesens- auf dem Laufenden zu erhalten. Zoltarif und Handelsverträge werden nicht nur im Reichstag nach seinem Wiederzusammentritt spannende Debatten hervorrufen, sie werden event. den Streitruf der Parteien hervorrufen, sie werden event. den Streitruf der Parteien bei den Wahlen bilden. Hochwichtig und interessant aber wird sich vor allem infolge seiner ihm gestellten Aufgaben: Der Entscheidung über das dirette Wahlrecht die bevorstehende Session des hessischen Landtages gestalten. Zuverlässig, rasch und gewissenhaft, in unabhängiger und gemeinverständlicher Weise und Form behandeln die Entwickelung dieser und anderer Vorgänge auf dem Gebiete der inneren wie die Ereignisse der auswärtigen Politik die sozialen, wirtschaftlichen, fommerziellen 2c. Tageèfragen und Angelegenheiten die täglich erscheinenden Gießener Neueste Nachrichten. Zu zahlreicher Erneuerung des Abonnements auf diese Zeitung, die sich die Förderung der Interessen aller Stände und Berufe mit großem Eifer angelegen sein läßt, werden zu Beginn des 4. Quartals die vielen Freunde derselben hiermit höfl. gebeten. Der Abonnemente preis der Gießener Neueste Nachrichten" samt der täglichen ,, Oberhessischen Familienzeitung" und den wöchentlich erscheinenden ,, Seifenblasen" und Oberhessischen Zeit ung für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau" beträgt monatlich nur 60 Pfennige Dieser Preis ist auch für den kleinen frei ins Haus. Mann nicht zu hoch. einander" ausgewählt hatte. Sein Thema war:„ Aus Worten: Unser Wandel geschehe im Licht und unsere und 2) heilige Ziele. Wir fassen sie zusammen in den Gemeinschaft in der Liebe!" Die von jugendlicher Begeisterung erfüllte und von kraftvoller Beredtsamkeit getragene Predigt machte auf die zahlreiche Gemeinde getragene Predigt machte auf die zahlreiche Gemeinde einen sichtlich großen Eindruck. bei der Familie des Mühlenbesizers Friedr. Burk, Ost** Das Ehepaar Georg Appel, Hausmeister Anlage 14, begeht Freitag den 10. d. Mts. das Feſt der silbernen Hochzeit. Möge es dem Jubelpaar vergönnt sei, mit derselben Frische, wie man sie heute noch im Hause der Familie Buck ein- und auszu erleben. Sind es doch auch bald 25 Jahre, daß gehen sieht, auch noch das Fest der goldenen Hochzeit Herr Appel bei derselben Familie in Diensten steht, und sich daselbst eines guten Rufes erfreut. Durch seinen guten Humor, ſein frohes Wesen ist er beliebt seinen guten Humor, sein frohes Wesen ist er beliebt bei allen seinen Bekannten Wir rufen dem jungen Ehepaar ein herzliches Glückauf zu. ** Der 7te Delegiertentag des Hessischen Athleten Verbandes nimmt am 12. Oktober Vormittags 11 Uhr in Marburg seinen Anfang. Der 1. Stemm- und Ring- Club Gießens wird durch 3 Delegierte daselbst vertreten sein. stießen auf der Ost- Anlage 2 Radfahrer derart zuL. Rechts fahren. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr sammen, daß sie beide vom Rad geschleudert wurden feiner von beiden verlegt. und sich auf der Erde herum wälzten. Zum Glück ist rechts, der andere links, da nun feiner ausweichen Einer der Radfahrer fuhr wollte, so hatten sie das Unglück. Wenn jeder Fahrer auf der rechten Seite der Straße fahren würde, wie es auch Vorschrift ist, so würde manches Unglück vermieden werden. [ J.] Orpheum. Mit einem vollständig neuen Programm überraschte gestern Abend das Prottengeiersche Publikum. Die beliebte Soubrette Lilly Blondin er Variétè ein leider nicht zu zahlreich erschienenes öffnete das Programm, das mit durchschlagendem Erfolg gastierende schneidige Geschwisterpaar Belloni riß die Hörer zu ungeteiltem Beifall hin. Wer Freund eines würzigen und prickelnden Humors ist, der eile, den Liebling des Publikums zu schauen in der Person des Humoristen Norbert Stein. Im Handumdrehen fabriziert Herr Stein ein aftuelle Tagesfragen lokaler oder politischer Natur betreffendes Couplet, man kann gleich darauf warten. Der Gegenstand größter Aufmerksamkeit ist jedoch Herr B. Markert mit seiner virtuosen Fertigkeit auf instrumentalem Gebiet. Es ist wirklich erstaunlich, wie Herr Markert mit so primitiven bleibt erwähnenswert der Bauchredner Herr Kline mit Mitteln die schönsten Weisen von Stapel läßt. Noch seinem lebend scheinenden Figurenkabinet. Also hin zum Orpheum, wo es sich nach gethaner Arbeit bei einem Glase Bier aufheiternde Stunden erleben läßt. ** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren erhielt das Mitglied Leonhard Raab I. der freiwilligen Feuerwehr zu Höchst und die Mitglieder Jakob Loeb, Brandmeister, und Friedrich Knust der freiwilligen Feuerwehr zu Michelstadt. statt und zwar eine totale am 17. und eine teilweise am ** In diesem Monat finden zwei Mondfinsternisse 31. Oktober. Erstere nimmt um 5 Uhr 17 Min. früh ihren Anfang, wird um 6 Uhr 18 total sein, endet als solche um 7 Uhr 48 und ist um 8 Uhr 50 ganz gewichen. In unserer 7 Uhr 48 und ist um 8 Uhr 50 ganz gewichen. In unserer Gegend ist sie jedoch nur bis 6 Uhr 37 sichtbar. Die ist im mittleren, nörd- und östlichem Europa zu beobachten. Finsternis am 31. beginnt 6 Uhr 58 Min. Vormittags und Aus Hessen und nachbargebieten. Mann festgenommen, welcher im Besitz einer großen T. Vor einigen Tagen wurde in Friedberg ein Geldsumme war. Auf Befragen, wie er zu dem Gelde fäme, gab er an dasselbe auf einem Dorfe bei Gießen, welches, wüßte er nicht mehr, gestohlen zu haben. Alle Recherchen von Seiten der Polizeiorgane nach dem Befizer des Geldes waren bis jetzt erfolglos. Jedenfalls steckt da ein anderes Geheimnis dahinter, oder der Bestohlene hat seinen Verlust noch nicht entdeckt. | Für Kleider but ohne ging an be borüber. Lust, mit dem wütigen Schneiderlein auf der Mensur Klage wurde von der Staatsanwaltschaft erhoben. Heute wurde fie stehen, er verklagte ihn vielmehr wegen Beleidigung. D wurde Hettler von der Straffammer zu 500 Mark Gelb strafe verurteilt. ** Dröder Unteroffiz mal mit zu 4 1hr" wandelte" der 18 jährige Steindruder Bau Grund de Frankfurt a. M., 7. Oft. Heute Morgen gege Deine aus Nürnberg, nur mit einem Hembe bekleide auch ohn dem Gauptbahnhof, gefunden. Auf der Bahnhofswach Polizeigeb auf der Kaiserstraße umher. Die Kleider wurden bo kam der Nachtwandler bald wieder zu sich. Dame auswies, Man entlic ung war a Auslag feiner Beinem night entschuldi um einen sch machen. ** Mains tattfindenden Mainzer Jour ** Frankfurt a. M., 8. Oft. Gestern Abend fan im Frankfurter Hof der Begrüßungsabend des 2. Ston greffes zur internationalen Bekämpfung des Mädchen handels statt. Die Spitzen der hiesigen Zivil- und als er fe Militärbehörden, die Vertreter der deutschen Regierungen, Berfi Rußland 2c. waren anwesend. Oberbürgermeister zahlreiche Delegierte aus Deutschland, Desterreich- Ungarn, habe die Dam Belgien, Italien, der Schweiz, Frankreich, England, Daß diefe A daß der Kongreß in jeder Beziehung modern sei und weres Gracht Dr. Adickes begrüßte die Versammlung und betonte left bemerfe wie wir erfah Frauen in seine Dienste stelle und an die öffentliche hinweg zu gemeinsamem Werke Alle vereinige, auch die zwar insofern, als er über Konfession und Religion nofträglich Meinung appelliere. Redner wünscht schließlich den geftern Nachm ju fich bitten huldigt. D Beratungen vollen Erfolg. Kammerherr Gramal Damen eller- Potsdam überbrachte die Grüße des Kaisers, der seine besondere Teilnahme an den Bestrebungen des über die Aufgaben desselben. Die alte Welt sei an der Kongresses ausgesprochen habe und verbreitete sich dann Sklaverei und der Unsittlichkeit zu Grunde gegangen. Der Mädchenhandel vereinige beides in sich. Der Krieg gerichtsrat Dr dagegen dauere schon länger als seinerzeit der 30 jährige lichen Wesen aus der Sklaverei zu befreien. Namens her. Ma Krieg. Möge der Kongreß dazu beitragen, jene unglührer 3. Ma Dirksen den kongreß, insbesondere die Vertreter der abgeordneter D des Reichskanzlers begrüßte Geh. Legationscat hatholischen S fremden Regierungen und hob die Verdienste des Engkämpfung des Mädchenhandels hervor. Wenn auch die länders Gutt und des Franzosen Béranger um die Be- gswahlen" der heffifchen Be Regierungen die Bestrebungen unterstützten, so dürfte Bertretern so doch die Vereinsthätigkeit nicht erlahmen. Nur fortgesetzte Arbeit könne zum Siege verhelfen. Senator für die herzliche Begrüßung. Die Versicherungen der eſigen Man Béranger- Paris dankte in französischer Sprache demokrate deutschen Regierung fönne er Namens der französingen, ob seine Pflicht gethan. Redner dankte speziell dem Ober- hiedenheit ab schen überbringen. Er habe in der Bewegung lediglich bürgermeister Namens der fremdländischen Delegierten. Sie lehnten d Graf von Aberdeen London überbrachte in englischer Sprache die Grüße und Sympathien König Eduards. Der Redner dankte für die herzliche Begrüßung. Senator Saburoff Petersburg schlägt nach einigen Dankesworten die Absendung eines Dankes- Telegramms an Kaiser Wilhelm bor, was viel Beifall findet. Der Redner übernimmt die Absendung der Depesche. Nach einem kurzen Schlußwort des Oberbürgermeisters begab man sich in den großen Saal zum Festessen, das die Stadt Frankfurt gab. Oberbürgermeister Adickes brachte das Kaiserhoch aus. Der quist toastete auf die Souveräne und Regenten aller kommandierende General des 18. Armeekorps v. Lindebei dem Kongreß vertretenen Länder. Das Mahl verlief sehr gemütlich. fuhr von Stelterobst in der vorigen Woche sehr gering ** Kelterobstmarkt zu Frankfurt. Während die Zu gestellt. Taunus fommen unaufhörlich massenhaft Wagenladungen war, hat sie sich in dieser Woche in großem Maße einAus Spessart, Odenwald, Wetterau und Lieferung für nächste Woche von auswärts abgeschlossen Außerdem sind viele größere Weggonladungen auf zu den Sachsenhäuser und Bornheimer Heckenwirten. worden. Lage und Gegend 11 bis 12 Mt. franko Frankfurt be= Gegenwärtig werden pro Malter je nach zahlt. zahlt. Für bestes Taunus- Kelterobst aus der Gegend von Neuenhain, Hornau und Königstein wurden 13 Mark franko Frankfurt pro Malter angelegt. ** Hanau, 7. Oft. Der Präsident des hiesigen Landgerichts Geh. Oberjustizrat Stoppen feiert am 29. Oft. sein 50jähriges Amtsjubiläum. Koppen ist in Kassel burg a. d. Lahn. Richter und war später Landgerichtspräsident in Limgeboren, amtierte früher in Bergen auf Rügen als ** öffneten Deutschen Gersten- und Hopfen- Ausstellung zu Berlin Darmstadt, 7. Oft. Auf der am 4. Oktober erfiel der erste Siegerpreis in die vom Hessischen Landwirtschaftsrat veranstaltete Sammel- Ausstellung und zwar auf eine von Herrn Gottfried Bundschuh aus Lengfeld i. D. ausgestellte Gerste. Im ganzen tamen auf die 28 Gersten der hessischen Sammel- Ausstellung 19 Aus** Mainz wegen der be Zentrums, ** Webla Bezirksfeldweb Brobedienstlei Hermann erna ** Marb laß der mo Univerfiät üb Tabula gratul dortigen weltbe = ( Die bied hen Offizier, macht hat, wi tiditet: 3wei bergaben es Romitat Nyitr Mitteil geliebt Schwie im Alte Tod zu U G Die Beer Ott. As Kandidaten aufgeftellt: Der either nete Damm und von rdneter Bufold. jeichnungen, darunter 3 erste Preise außer dem ersten Siegerpreis. Olt. In der geheimen& Dabei verseßte der eine dem anderen einen Fußtritt gegen ** Worms, 6. Dft. In Worms- Pfiffligheim gerieten am bergangenen Mittwoch 2 12 jährige Knaben in Streit. ani, in der über die en den Unterleib. Der Getretene erlitt innere schwere Verlegungen, an denen er am Samstag unter großen Schmerzen starb. Gestern Nachmittag dides beraten wurde dtagsabgeordnete Fun Settler fei nicht üherer Schneidermeie er Stadtverordnetenfi Men, die meist gegen ttler behauptet, Fund nicht in's Haus Li fter im höchsten Grab rieb an Fund eine& ** Wiesbaden, 7. Oftober. ist hier die Teilnehmerin und Vorstandsdame des Frauentongreffes, welcher zur Zeit hier tagt, Frau Hilda von Decker aus Berlin durch einen uniformierten Schuhmann zur Wache sistiert worden. Die Dame, eine ziemlich große, fräftige Gestalt mit rötlicher Titusfrisur, trägt das Kostüm des Vereins für Kleiderreform, den fußfreien Rock, dazu einen Filzbut ohne Putz und hatte gestern ferner ein dunkles halbweites Manteljacket an. Die Dame war frühzeitig auf dem Weg zur Nachmittagssigung des Kongresses im Kasinogebäude an der Friedensstraße, wo sich einige Häuser weiter auch das Polizeipräsidium befindet, und ging an dem Versammlungshaus versehentlich ein Stück borüber. Im Begriff, langsam zurückzupromenieren, wurde sie plötzlich von dem uniformierten Schußmann Dröder halb von rückwärts am Arm gefaßt und im Unteroffizierston aufgefordert: Sie, fommen Sie mal mit!" Zu konsterniert, um gleich nach dem er Feigling" usw. ine Sefundanten zu 16 züchtigen werde. D werden sollte, stand nd hatte nicht die ger Derlein auf der Mensur r wegen Beleidigung. nwaltschaft erhoben. mmer zu 500 Mart . Heute Morgen g rige Steindrucker Grund zu fragen, oder ihren Namen zu nennen, und einem Hemde bekleid auch, weil sie kein Aufsehen erregen wollte, folgte die Die Kleider wurden b Dame ohne Weiteres. Auf der Bahnhofswa Polizeigebäude ihren Namen nannte und sich sonst noch der zu sich. Gestern Abend fa Als Frau von Decker im auswies, soll es verblüffte Gesichter gegeben haben. Man entließ die Dame; von irgend welcher EntschuldigDer Polizist will nach jeiner Aussage, ehe er die Sistierung vornahm, nach einem nicht uniformierten Stollegen gesucht haben und Er erit, als er feinen fand, selbst eingeschritten sein. ngsabend des 2. Sto ung war aber keine Rede. npfung des Mädche hiesigen Zivile u deutschen Regierunge nd, Desterreich Ung Frankreich, Eng habe die Dame für einen kostümierten Mann gehalten. Daß diese Annahme falsch war, hätte der Beamte berbürgermeist unseres Erachtens schon auf 10 Schritte Distanz sehr ammlung und beton leicht bemerken können. hung modern sei u feffion und Religi de vereinige, auch nd an die öffentli inscht schließlich mmerherr G die Grüße des Kai den Bestrebungen Dem Polizeipräsidium geht, wie wir erfahren, eine Beschwerdeschrift zu. Wie man nachträglich hört, hat Polizeipräsident v. Schenk die gestern Nachmittag irrtümlich sistierte Frau von Decken zu sich bitten lassen(?) und sich für den Mißgriff entschuldigt. Die Frtf. 3tg." bemerkt dazu, Personen, zumal Damen, zu sich kommen zu lassen, um sich zu entschuldigen, ist ein etwas seltsames Verfahren, um einen schweren polizeilichen Mißgriff wieder gut zu machen. ** nd verbreitete sich da e alte Welt sei an Mainz, 7. Okt. Auf dem am 12. Oktober hier zu Grunde gegange stattfindenden 7. hessischen Katholikentage sprechen nach dem ides in sich. Der Ko Mainzer Journal" Reichs- und Landtagsabgeordneter Amtsseinerzeit der 30 jähr gerichtsrat Dr. Witt aus Köln über:" Die Wirksamkeit des Beitragen, jene ungli Bentrums im Interesse des Voltes", Prof. u. Gymnasialzu befreien. Namen lehrer I. May aus Bensheim über Die Bedeutung des h. Legationsre katholischen Studienvereins" und Reichs- und Landtagsdere die Vertreter abgeordneter Dr. Schmitt aus Mainz über„ Die Thätigkeit Verdienste des Ender hessischen Zentrumsfraktion und die bevorstehenden LandBéranger um die tagswahlen". erbor. Wenn auch di ** Mainz, 7. Oktober. Gestern Abend fand hier interſtüßten, so dürft wegen der bevorstehenden Landtagswahl zwischen Bertretern sämtlicher Parteien, mit Ausnahme des erlahmen. Nur for Bentrums, eine Besprechung statt. verhelfen. Senato Die Sozial Die Sozialfranzöfifcher Sprach demokraten, die bisher die Inhaber der beiden e Versicherungen de hiesigen Mandate waren, wurden um Auskunft ange= Namens der französi Sie lehnten dies, wie es vorauszusehen war, mit Entgangen, ob sie bereit seien, ein Mandat abzugeben. er Bewegung lediglich te speziell dem Oberschiedenheit ab. indischen Delegierten. Don überbrachte in Sympathien König r die herzliche Be off Petersburg die Absendung eine lhelm vor, was bi immt die Absendun zen Schlußwort d h in den großen Sa rankfurt gab. Ober Kaiserhoch aus. De Armceforps v. Linde ** Weglar. Der Sergeant Groh hierselbst ist zum Bezirksfeldwebel beim hiesigen Hauptmeldeamt für den zur Brobedienstleistung abkommandierten - Bezirks Feldwebel Hermann ernannt worden. ** Marburg, 7. Ott. Rektor und Senat der hiesigen Universität übersandten der Universität Oxford aus Anlaß der morgen stattfindenden Jubiläumsfeier der dortigen weltberühmten Universitätsbibliothek eine Tabula gratulatoria. = Vermischtes. ( Die biederen Landleute.) Von einem österreichiNach Beendigung der Mahlzeit wurde ihnen nachstehende Rechnung zur Bezahlung vorgelegt: Fier. Schmalz Holz Licht Kronen 1.1.-.60 -.60 Del. Essig. -.40 -.10 Zwiebel. Mehl und Pfeffer Mühe -.40 1.1.In Summe. 6.10 Sage sechs Kronen zehn Heller! Und dieser Fall soll keineswegs vereinzelt dastehen, wie die Frf. Ztg. schreibt. ** Der Lauf der Welt. Die Pariser Meldung, wonach zwei Hündchen, die sich in Zola's Schlafzimmer befanden, durch das ausströmende Kohlenorydgas keinen Schaden erlitten und am Leben blieben, hat Julius Bauer zu folgenden im Wiener Extrablatt" veröffentlichten beziehungsvollen Versen angeregt: " Verruchter Tod, vernimm meine Klagen: Du hast ihn feige im Schlafe erschlagen! Du hast ihn erwürgt in nächtlicher Stunde, Als wärst Du mit seinen Hassern im Bunde! Man wird noch in späten Tagen singen: Du hattest Furcht, mit Zola zu ringen! Er war ein Kämpfer mit blankem Schwert, Ein Mann des Volkes, das sein nicht wert. Sein Geist erhellte der Zeiten Nächte, Ein treuer Vollstrecker der Menschenrechte. Sie haben zum Danke sein Leben vergällt In dieser erbärmlichen Lügenwelt. Sein Name wird noch in fernen Zeiten Die Herzen der Guten und Ehrlichen weiten. Er wird überdauern trotz Undank und Neid Die patentierte unsterblichkeit. Und vor seiner Größe erschauern sie, Die vierzig Toten der Akademie. Sein Leben gehörte der Wahrheitsidee, Sein letzter Seufzer war:„ Vérité!" Mein Herz ist schwer, mein Auge ist naß, Bis an die Bahre verfolgt ihn der Haß. Der setzt ihm keinen ragenden Stein, Der wirft ihm Steine ins Grab hinein. Der Riese ist stumm, von Zwergen umheult, Wie ungleich sind doch die Loose verteilt: Ein Zola muß sterben, dem Lichte entschweben, Die Hunde aber bleiben am Leben! Oeffentlicher Sprechsaal. - Litterarisches. Ein Preisausschreiben erläßt die Hessische Beamtenzeitung in der soeben erschienenen Nr. 1 für ihre Leser. Als Aufgabe ist gestellt ein Aufsatz über das Thema: Der Beamte im Verkehr mit dem Publikum. Aus dem reichen Inhalt der Zeitung heben wir noch hervor einen Aufsatz über die Gesundheitspflege der Bureaubeamten, eine Abhandlung über Kommunalifierungen, Nachrichten über Prüfungen, Personennachrichten, ein Verzeichnis offener Stellen und Verschiedenes, was die Beamten interessieren kann. Ein Abonnement auf die Zeitung ist jedem hessischen Beamten sowie auch Inhabern von Ehrenämtern sehr zu empfehlen, zumal der Preis gering ift. Probenummern find unentgeltlich vom Verlag, J. P. Strauß'sche Buchhandlung in Offenbach, zu beziehen. Lollar- Londorf.( Eingesandt.) Die Arbeiter, welche die Bahn Lollar- Londorf jeden Morgen zur Beförderung nach ihrer Arbeitsstätte in Lollar und Gießen benutzen, sind jetzt in eine sehr unliebsame Wartezeit versetzt. Wartezeit versetzt. Der erste Morgen- Zug geht in Londorf 4,30 Uhr ab und ist schon ein Viertel nach 5 in Lollar. Nun beginnt bei den meisten Arbeiten erst um 7 Uhr die Arbeit; also sage und schreibe: die Leute müssen 14 Stunde warten. Wo sollen sie aber warten, doch nur in dem Bahnhofswarteraum der Zug ist ja infolge seiner sehr frühen Abfahrt doch nur allein Schuld. Gewiß verkennen wir nicht, daß der Aufenthalt so vieler Arbeiter auf der Station Lollar ja sehr unbequem, aber trotzdem noch zu ertragen ist. Was geschah aber am 2. Oftober: man wieß den Wartenden die Räume. Wenn man bedenkt, daß es jetzt auf den Winter zugeht, die Witterung kalt und rauh wird, so ist es doch kein unbilliges Verlangen, wenn die betr. Arbeiter hiermit die Bitte an die Eisenbahndirektion richten, entweder den Zug um eine volle Stunde später abfahren zu lassen oder den Leuten den Warteraum auf Station Lollar so lange frei zu geben, bis diese nach ihrer Arbeitsstätte müssen, oder ist vielleicht die Eisenbahndirektion der Meinung, daß die Arbeitsstätten Ein Arbeiter. une Regenten alle ſchen Offizier, der die Manöver in Westungarn mitge- eher und ohne allen Wert geöffnet werden? macht hat, wird einem Wiener Blatte Folgendes be= richtet: Zwei Offiziere hatten ein Huhn gekauft und übergaben es die Geschichte spielte in Suhlo im der. Das Mahl be - t. Während die 3 Komitat Nyitra gen Woche sehr geri in großem Maße in Dald, Wetterau und fenhaft Wagenladungen enheimer Hedenwirten Waggonladungen auf auswärts abgefchloffen I pro Malter je nad franto Frankfurt b terobst aus der Gegend Königstein wurden 1 Iter angelegt. dent des hiesigen Sand en feiert am 29. Oft Koppen ist in Kaffe ergen auf Rügen al richtspräfident in Sim Ser am 4. Oftober er en- Ausstellung zu Berlin om Heffischen Landwirt ftellung und zwar au ndschuh aus Leng n ganzen famen auf die el- Ausstellung 19 Aus einer Bäuerin zur Zubereitung. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen innigst geliebten Gatten, unseren guten Vater, Bruder, Schwager, Onkel und Schwiegersohn Herrn Karl Schuster, Rentier, im Alter von 48 Jahren nach langem schweren Leiden durch einen sanften Tod zu sich zu rufen. Um stille Teilnahme bitten die tieftrauernde Gattin u. Sohn. Giessen, den 7. Oktober 1902. Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Oktober, Nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause, Ostanlage 20, aus statt. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr. 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern( Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten und Lehr lingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 3 bis 6 geöffnet. Angebot der Arbeitnehmer: 1 Maschinenschlosser, 1 Bau- und Möbelschreiner, 1 Einkassierer, 2 Pferdefnechte, 1 Herrschaftsdiener, 3 Hausburschen, 3 Lauffrauen, 2 Dienstmädchen. Nachfrage der Arbeitgeber: 2 Strankenpfleger, 1 Maschinenschlosser, 2 Rockschneider, 1 Schweizer, 2 Pferdeknechte, 2 landwirtschaftliche Arbeiter, mehrere Erdarbeiter, 7 Dienstmädchen, 2 Laufmädchen, 1 Frau zum Brödchenaustragen, 1 Köchin, 1 Kinderwärterin. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Spengler, 1 Kellner, 1 Buchbinder, 1 Bäcker. Warum soll jede Hausfrau Kathreiner's Malzkaffee kaufen? Weil es nicht möglich ist, mit anderen von den vielen angebotenen Kaffee- Zusäßen einen wirklich gut schmeckenden und dabei wohlbekömmlichen Kaffee zu bereiten. Allein Kathreiner's Malztassee erfüllt diese Aufgabe vollkommen! Für die Erwachsenen als Zusaz genommen und den Kindern rein" gegeben, leistet er in beiden Fällen jeder Hausfrau unschäßbare Dienste. Die Leser der Gießener Neueste Nachrichten sollten dadurch mit unserer Zeitung in engere Verbindung treten, daß sie interessante Vorfälle, Mißstände aller Art, furz alles für einen größeren Kreis Wissenswerte der Redaktion mitteilen. Wahrheitsgemäße Korrespondenzen über interessante Vorfälle werden honoriert, Mißstände werden durch öffentliche Besprechung zur Kenntnis der berufenen Stellen gebracht und so deren Abstellung eingeleitet. Vereinsnachrichten, Berichte über General versammlungen, Festlichkeiten wollen uns, wenn kein Berichterstatter der„ Neueste Nachrichten" anwesend ist, die Herren Schriftführer einsenden, wir werden sie alsdann gern zum Abdruck bringen. Ein jeder zieht aus solchem Verfahren Vorteil: erweckt das Interesse für den Verein, trägt zur Abstellung eines Uebelstandes bei, ein Verein wird in weiteren Kreisen bekannt, was der Gewinnung neuer Mitglieder förderlich ist usw. Also bei jeder passenden Gelegenheit muß die Parole sein: das schreibe ich den Gießener Neueste Nachrichten." ,, Im Häusermeere Überall käuflich. Herrenwäsche der Grossstadt glebt's nirgends mehr eine Bleiche " Wie bekomme ich da meine Wäsche wels s?"- Wenn Sie mit Dr. Thompson's Seifenpulver, Marke SCHWAN waschen, das ohne Bleiche blendende Wäsche glebt. wird wie Neu gewaschen und gebügelt. Frau Landwehr, Neu- und Glanzbüglerin, Bahnhofstraße 17, p. 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