Nr. 128. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mr. 1 50. Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartensan, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Freitag, den 6. Juni 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pf., sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Neuelle Nachrichten ( Gickener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Politische Wochenschau. Deutsches Reich. * Der Kaiser und die Kaiserin wohnten gestern Donnerstag der feierlichen Einweihung der prächtig restaurierten Kapelle des Schlosses Marienburg, des alten stolzen Sizes des Johanniterordens, und den hiermit verbundenen Ordensfestlichkeiten bei. Von Marienburg aus haben sich dann die Majestäten zu einem furzen Aufenthalt nach Cadinen, der westpreußischen Sigung des Kaisers, weiterbegeben. Das Befinden König Alberts, welcher befanntlich während seines gegenwärtigen Frühjahrsaufenthaltes auf seiner schlesischen Besizung Sibyllenort erneut von seinem alten Blasenleiden befallen worden ist, giebt erfreulicher Weise zu keinen ernsteren Besorgnissen Anlaß. Dresden, 6. Juni. Wie heute Morgeu gemeldet wird, konstatirten die Aerzte heute Nacht eine ernste Verschlimmerung des Leidens König Alberts. Mit dem am Dienstag erfolgten wiederzusammentritte auch des Reichstagsplenums ist der nachpfingstliche parlamentarische Reigen vervollständigt worden. Wie lange derselbe etwa dauern wird, das läßt sich nicht mit voller Bestimmtheit sagen. Ob er etwa schon gegen den 12. Juni in die großen Sommerferien wird gehen können, das bleibt noch abzuwarten. * Berlin, 6. Juni. Der Reichskanzler hat sich auf Einladung des Kaisers zur Einweihungsfeier nach Marienburg begeben, von wo er heute hierher zurückkehrt. Berlin, 8. Juni. Der Bundesrat hat heute den Gesetzentwurf betreffend die Aufhebung des Diktatur- Paragraphen in Elsaß- Lothringen genehmigt. Desterreich. Wien, 5. Juni. In der gestrigen Sigung des Polenklubs wurde nach längerer Debatte, in welcher heftige Angriffe gegen die preußische Regier ung gerichtet wurden, eine Resolution angenommen, in welcher die vollständige Selbständigkeit der Monarchie und eine größere Unabhängigkeit derselben von dem preußischen Einfluß gefordert wird. Frankreich. Die Fortschritte der links- republikanischen Partei in Frankreich sind nach den letzten Kammerwahlen zunächst in der Einsegung 1] Geerteerd. Novelle von E. Vely, ( Nachdrud verboten.) Der erste Octobersturm ist Nachts über das kleine gelbe Eiland hingebraust, die Springsluth Hoch bis zu den Dünen emporgekommen und noch hat das Meer eine schwarz- graue Färbung und der wolkenbedeckte Himmel scheint in der Ferne mit der unruhig wogenden Wassermasse zu verschwimmen. Der feine Sand ist weit hingetrieben und hat die schmalen Holzbretter, die zu beiden Seiten der Dorfstraße gelegt sind, damit man festen Fuß fassen fann, bedeckt. An den niedern rothen Backsteinhäusern sind theilweise die grünen Läden geschlossen, trotz der Mittagsstunde. Die vornehmsten unter ihnen haben einen mit Latten abgezäunten Platz, welcher einen Garten vorstellen soll. Aber nicht einmal niederes Buschwerk gedeiht in dem Boden, zwei oder drei verfüminerte Zierpflanzen bilden ben Stolz der Hausfrau, wenn sie halbwegs zur Blüthe kommen. Eines der größten Häuser steht am Ende der Straße, doch hat man auch hier der Dünen halber keinen Ausblick auf das Meer. In dem Vorgärtchen desselben prangt aber als besonderer Zierrath ein defectes Holzbild der Aphrodite, das einst am Bug eines Schiffes befestigt gewesen ist. Das nicht unschöne Profil ist noch intact, die Hölzernen Locken haben aber bei mancher Seefahrt, vielleicht auch bei einem Schiffbruch gelitten. Schreiende Spatzen haben sich auf dem Haupte der Meergöttin niedergelassen, werden aber bon der gebräunten Hand eines alten Mannes, welcher unweit auf einem Schemel sitzt und dicke Dampfwolken in die Suft bläft, mit einem rauhen Fluche verjagt. Dann bring: er feinen Stuhl in eine schaukelnde Bewegung und ruft, dem Hause zugewandt: Geerteerd! Zweimal muß er jedoch den trichzenden Laut wiederholen, ehe eine Stimme von innen cire undeutliche Antwort giebt. Geduldig hat er sich noch ige Male auf- und niedergeschaukelt, dann ist in die HausSenator Combes. Bourgeois zum Präsidenten des Hauses zum Ausdruck gekommen. Jezt scheint auch die Neubildung des Ministeriums, welches Waldeck- Rousseau ablösen soll, ganz in zu diesem Sinne erfolgen. Ein Privattel e- gramm berichtet dazu: Nachdem Bourgeois und Brisson die Kabinettsbildung abgelehnt, heißt es jetzt als sicher, Combes werde das Präsidium, das Innere und den Kultus übernehmen, Delcaffè das Aeußere, Andrè den Krieg, Etienne das Kolonialamt, Trouillot den Unterricht, Dubief und Doumergue würden gleichfalls diesem Rouvier die Finanzen, Chaumin die Justiz, Vallé, radikalen Kabinette angehören. Combes gehörte dem radikalen Kabinett Bourgeois vom Oktober 1895 bis zum April des folgendes Jahres als Unterrichtsminister an. Bei den parlamentarischen Kämpfen, die vor kurzem um das antiklerikale Vereinsgesez entbrannten, hatte Combes das Referat. Parlamentarisches. * Die Zucker- Kommission des Reichstages segte gestern ihre Beratungen fort und lehnte thür eine weibliche Gestalt getreten, ein hochgewachsenes Mädchen, in das übliche blaue Friesgewand, das die Insulanerinnen Sommer und Winter tragen, gekleidet. Sie hebt den Kopf, den schwere, schwarze Flechten umschlingen, heftet die dunklen Augen mit einem beinahe zornigen Ausdruck auf den Sitzenden und fragt unwillig: Nun? Sie läuten drüben! sagt der Alte und kneift das eine gesunde Auge, das er besikt, zu, das andere ist eine leere Höhlung. Ist Sonntag, giebt das Mädchen zur Antwort. Sonntag! Er nickt. Deshalb sind sie vorhin Alle fort- Du nicht, Geerteerd! Sie hat ein kurzes Lachen. Bin Maniel Hay sein Kind mich nicht angehalten! - g zum Kirchengehen hast Du Nein! knurrt er, halbvergnügt, streicht vann über sein struppiges, graues Haar, nimmt ein paar Züge aus seiner Pfeife und sagt, wie zu sich selber: - Keine Ursache dazu, Geerteerd keinen Anlaß. Geerteerd macht einige Schritte über den knirschenden Pfad, bis sie neben dem Vater steht, legt ihm die Hand auf die Schulter und guckt in derselben Richtung, wie er, die Dorfstraße entlang. Es ist eine Ausschau, welche sie jeden Tag haben niedere Ziegelhäuser, gelber Sand, das eine Val nur ist der Himmel grau, das andere Mal sonnig. Sie sind nicht verwöhnt, die Insulaner- und knapp, wie sie die Natur behandelt, die ihnen nichts zeigt, als das Meer und die reizlose Scholle, welche es täglich zu vernichten bereit ist, sind sie auch mit ihren Worten und Geberden. Mag sein, daß sie darum wenig reden, weil ihnen der Wind so leicht die Worte von den Lippen weht, ehe sie des Andern Ohr erreichen. Geerteerd hat zwar auch die äußerlich ruhige und sprachkarge Art der Inselbewohner, aber wie sie mit Haar und Augen von ihnen absticht, scheint auch eine innere llnruhe im Gegensatz zu Jenen bei ihr zu existiren das beweist - die Kontingentierung mit 15 gegen 11 Stimmen ab. Artikel 4, nach welchem das Zuckersteuergesetz gleichzeitig mit der Brüsseler Konvention in Kraft treten soll, erhielt auf Antrag des Abg. Grafen Limburg- Stirum einen Zusatz, durch den die ausdrückliche Genehmigung des Brüsseler Kongresses ausgesprochen wird. Damit ist die erste Lesung des Gesezes erledigt. Morgen wird die Kommission das Saccharin- Gesetz beraten. Die Zolltarif- Kommission fuhr heute bei der Beratung der Zölle für Farbstoffe fort und erledigte die Positionen 326 bis 335. Morgen wird die Beratung fortgesetzt. Dresden, 5. Juni. Die zweite Kammer sprach sich dafür aus, daß die Umsatzsteuer landesgeseßlich eingeführt werde. Deutscher Reichstag. ( Sigung vom 5. Juni.) Auf der Tagesordnung stand: Internationale Konvention zum Schuge der für die Landwirtschaft nüzlichen Vögel. Abg. Beckh- Coburg bedauert, daß Italien sich dem Beitritt zur Konvention entzogen habe. Nicht zu verstehen sei, weshalb nicht auch Rußland, Dänemark und die Niederlande ihren Beitritt erklärt hätten. Deutschland das Böglein bisher nicht den nötigen Abg. Steinhardt( nat.) beklagt, daß auch in Schutz seitens des Publikums gefunden habe. Das Vöglein werde gefangen und auf den Hut gesteckt. Er bitte auf den Import von Vögeln und Vogelbälgen einen sehr hohen Eingangszoll zu legen. Beckh, daß sich der Beitritt Italiens zur Konvention Staatssekretär v. Posadows fy erwidert dem Abg. leider nicht habe erreichen lassen. Die Konvention wird hierauf genehmigt. entwurfes( Freiheit der Religionsübung). In Es folgt die dritte Lesung des Toleranz- Gesetzder Generaldebatte bemerkt dem vorliegenden Entwurfe in der Fassung der zweiten Abg. Schrader( freis. Ver.) seine Freunde würden Lesung zustimmen. Abg. Kunert( Soz.) hält den§ 1 in der jetzigen Fassung eigentlich für unannehmbar. Mit dem Absaz 1 und 2 seien seine Freunde einverstanden, da darin den Reichsangehörigen die volle Freiheit des Religions. Bekenntnisses und ihrer persönlichen Ausübung gesichert werde. Nun komme aber der in zweiter Lesung auf das häufige Vibriren ihrer Nasenflügel, das Zucken ihrer hochgeschürzten rothen Lippen. Maniel hat sich eine Weile mit seinen Gedanken beschäftigt, jezt giebt er ihnen Ausdruck. Von Keinem hättest Du jola ein Erbe Das Mädchen guckt zurück aufs Haus, nickt und erwidert: Ist Dir arg, daß ich kein Junge bin! Der Alte kneift das gesunde Auge zu. Jezt denk ich nicht mehr dran! Geerteerd steht wieder eine Weile unbeweglich, die Windstöße führen immer eine Wolke feinen Sandes mit sich, der sich über alles legt, auch wie Puder auf des Mädchens dunkle Haare. Maniel scheucht die schreienden Spazzen auf's Neue, hat ein kurzes Lachen und meint dann: Wirst mir Einen in's Haus bringen, der ein tüchtiger Schiffer ist. Das ist abzuwarten! erwidert sie mit einem dumpfen Tone. Der Alte nimmt staunend die Pfeife aus dem Munde und macht eine ordentliche Anstrengung, um den Kopf nach ihr zu wenden. Mädchen! ruft er und dann zeigt er mit dem Daumen hinter sich, es ist nicht sicher, ob damit das Haus oder Geerteerd gemeint ist. Wenn Keinem darnach der Sinn stehen sollte! Abwarten, kommt es noch einmal von ihren Lippen und dann geht sie wieder dem einstöckigen Hause zu, von dessen rother Ziegelfarbe der hellblaue Delanstrich von Fenstern und Thür wunderlich absticht. Die Hausdiele ist geräumig, sie enthält den Herd, über dem ein blanker Wasserkessel hängt, unter welchem das Feuer tagsüber nicht erlischt, Es ist alles sauber, der steinbelegte Boden, die Holzbretter an den Seiten, auf denen der Hausrath prangt. Die verschiebbaren Holzwände im Hintergrund verbergen die Schlafstellen. Geerteerd schürt ein wenig am Herd und guckt auf die große Standuhr, tritt dann in die niedere Stube und spricht noch einmal: Abwarten vor sich hin. ( Fortsetzung folgt.) Memmelsbort schoß fich, weil ihm seine Frau aleichgültig, Die wieder liebte weil er ein Neigung ibn, der seine Frau vergötterte, während deren Gefühle einem War das nicht der reinste Narrentanz-?! - wenn Memmelsdorf recht gehabt hatte- anderen gehörten. Und Faltner fachte abermals greff Seine Nerven befanden sich Ihre Lippen Es war unverändert. Er sah nach dem Befinden Helmas. warf fie von Beit zu Zeit den Stopf auf die andere Seite. Bu viel war an diesem Morgen auf ihn eingestürnit. sprachen irre, unverständliche Worte. Ihr Gesicht glühte in Fieberbite. in einem furchtbaren Bustand. Unruhig nicht laut aufzujubelu. Seine Finger frallten sich in die Handflächen, als toste es ihnt bändigen, teuflischen Freude, daß ihn Falkner verwundert ansab. Sein Geficht glühte. Seine Augen funfelten in einer fo una Sein ganzes Wesen war in Mühe, Aufruhr. hmittag Falkner das Haus verlgijen eft Sterl! bazner Frau ausgerect bait- Bergebt Dir ist die Lust Jest verdrehst Du die Augen, die Du Dir nach - Ju wabn -1" gnügelt, ba ber Stopf bes Dialers dumpf bröhnend auf bas in den Saibiger Luft frallte er feine Hände immer tiefer und schüttelte ihn vor höllischem Ver Dals Claasens aster schlug. ท Antrag Oertel angenommene Absag 3 und dieser mache| die Bestimmungen in den ersten beiden Abfäßen wieder zu nichte, indem er besage, daß die allgemeinen polizeilichen Vorschriften der Landesgeseße über das Vereins und Versammlungswesen unberührt bleiben sollten. Die weiteren Vorschriften des Entwurfs enthalten aber doch einen so wesentlichen Fortschritt, daß seine Freunde sich entschlossen hätten, für das ganze Gesetz zu stimmen. Abg. von Scheele( Welfe) stimmt den Entwurf zu. Abg. von Hieber( natl.) wendet sich gegen die Sozialdemokraten, bei denen es heiße, Religion sei Privatsache, im übrigen aber Unsinn. Er erkläre namens seiner Partei, daß dieselben sich zu dem§ 1 und damit zu dem ganzen Abschnitt 1 ablehnend berhielten. Auch bei der Gesamt- Abstimmung würden seine Freunde ebenso verfahren. Abg. Pachem( Zentrum) hofft, daß das Mißtrauen, welches dem Zentrum bei dieser Vorlage An fangs vielfach entgegengetreten sei, mit der Zeit immer mehr schwinden und einer ruhigeren Auffassung Plaz machen werde. Ferner hoffe er, daß auch der Reichsfanzler, wenn erst das vorliegende Gesez definitiv angenommen sein werde, sich anders dazu stellen werde, als er dies bei der ersten Lesung gethan habe und daß der Bundesrat dieses Gesetz ebenfalls annehmen werde. Es werde das dann für ganz Deutschland gewiß dieselben guten Folgen haben, nämlich die För Serung des religiösen Friedens.( Beifall) Damit schließt die Generaldebatte. Der§ 1 wird nach weiterer kurzer Debatte in der Fassung der zweiteu Lesung angenommen, ebenso fast debattenlos die weiteren 7 Paragraphen. Die Gesamt abstimmung über das Gesetz ist eine namentliche. Mit Ja 163, mit Reinstimmen 60 Abgeordnete, 3 enthalten sich der Abstimmung. Das Gesez ist also angenommen. Samstag 1 Uhr Vogelschuh- Konvention in 3. Lesung, Rechnungssachen, Aufhebung des Diftatur Paragraphen in Elsaß- Lothringen und Petitionen. Schluß 6 Uhr. Hessischer Landtag. Darmstadt, 5. Juni. Tagesordnung: Main- Neckarbahn vorlage. Vor Beginn der Sigung ruft der dritte Präsident Reinhard noch nachträglich den Abg. Dr. David zur Ordnung wegen seiner gestrigen Aeußerungen, die heffische Regierung habe die Kammer dupiren wollen und Preußen habe Baden ausgeräubert. Abg. v. Brentano( Centr. zitirt verschiedene Aeußerungen der Frankfurter Zeitung" zur Frage des Main- Neckarbahnvertrages und folgert, daß die Freisinnigen hier schuld seien, wenn der Vertrag mit geringer Majorität durchgehe, mit denen sich dann die " Frankfurter Zeitung" auseinander setzen möge. Der Redner meint, Abg. Dr. Gutfleisch wäre besser dem Vertagungsantrage beigetreten, als so ohne Weiteres für die jetzige Vorlage einzutreten. Der Vertagungsantrag, der gestern die Unterschrift von 20 Abgeordneten fand, geht dahin, die Abstimmung über die Borlage bis zum er b ft zu vertagen, damit die hessische Regierung inzwischen aufs Neue in Verhandlungen mit des Preußen eintreten fönne wegen Revision des 1896 er Vertrags. Auch er hat die Meinung, daß es möglich wäre, daß die hessische Regierung bei aber maliger Beratung mit Preußen Besseres für Hessen erreichte. Er wünscht, daß der Vertagungsantrag angenommen werde. Es sei nicht richtig, wenn Abg. Gutfleisch gesagt, wenn man á gesagt habe, müsse man auch sagen, denn weder seine Partei( Centr.) noch die des Abg. Gutfleisch( freis.) hätten jemals Geerteerd. Novelle von E. Vely. ( Nachdruck verboten.) Weiße Vorhänge an den Schiebfenstern zeigen, daß Maniel Hay's Einzige auf's Modische hält. Die Decke des Gemachs ist aus mattblau bemalten Brettern, die Wände sind getüncht. Ein Schiffsmodell in einem Glaskasten bildet den Haupt schmuck, daneben sind auf Seitenborden und Commoden viel chinesisches Porzellan und japanische Lacksachen, sogar ein zierliches Schränkchen zu sehen, Erinnerungen von des Hausherrn Meerfahrten. Geerteerd streift ihr Bild im Spiegel mit einem flüchtigen Blick, seufzt leise und sagt: Jo Toben ist wieder da. Dann glättet sie mit beiden Händen ihr Haar und setzt hinzu: Gesund ist er wieder da ihm gönn' ich's. Dann leuchtet es seltsam auf in ihren Augen und im zischenden Ton fommt es nach: Der alten Reick nicht und ist doch seine Mutter. Das Warum muß ihr wohl zu denken geben, denn sie sezt sich am Fenster nieder und stügt den Kopf in beide Hände. Zu dem Alten, den so leicht kein herber Wind von seinem Platz neben dem Holzbild draußen hinwegbringt, ist ein zweiter getreten, ein gebräunter junger Mann in Matrosentracht. Er lehnt sich mit beiden Armen auf den Bretterverschlag, welcher das Vorgärtchen umgiebt, hält seine kurze Pfeife zwischen den Lippen und guckt so eine Weile den Maniel an und der ihn. Ab und an kommt ein Windstoß und umwirbelt sie Beide mit Flugsand, aber darum ändern sie weder Stellung, noch Gesichtsausdruck. Endlich sagt der Jüngere: War hübsch diese Nacht. Hm! macht Maniel. Die Springfluth ist hoch gegangen und hat am Ostend eine Badefarre mitaerissen. Hm! Wieder eine Bause; der Alte schiebt die Pfeife in den anderen Mundwinkel und dann ist er es, der sie unterbricht. Agesagt in dieser Frage. Wenn auch die scharfen Worte des Abg. David nicht nötig gewesen wären, so sei nicht zu verkennen, daß eine Reihe von Maßnahmen der Gemeinschaftsverwaltung bis in die jüngste Zeit hinein vorliegen, die Hessen verbittert haben und mit Recht. Die hessische Regierung würde gewiß gerne Beschwerden in dieser Beziehung abstellen, aber sie habe keine Macht. Deshalb bedeute der Vertagungsantrag eine Rückenstärkung der hessischen Regierung die dann Preußen sagen könne, welche Unsummen von Beschwerden die hessische Bevölkerung vorzubringen habe. Der Redner wendet sich gegen die Reden über diese Vorlage im preußischen Abgeordnetenhaus. Er sagt, es wirfe wie eine Ohrfeige, daß alle Staatsbahnen zur deutschen landwirtschaftlichen Ausstellung in Mannheim für ein einfaches Billet auch Rückfahrt bewilligt haben, nur die hessische Eisens bahngemeinschaft habefeine Erleichterung gewährt und doch hätte gerade Hessen das größte Interesse an dieser Ausstellung. Gerade die ländlichen Abgeordneten fönnten hier bei der Abstimmung einmal zeigen, daß ihnen die Interessen der Landwirtschaft wirklich höher stehen, als bloßes Fraktionsinteresse. Er bittet schließlich nochmals für den Vertagungsantrag einzutreten. Ministerialrat Ewald äußert sich über die Beamtenverhältnisse. Alle hessischen Beamten würden in dem bisherigen Verhältniß übernommen, ebenso verhalte es sich mit den hessischen Pensionsverhältnissen dieser Beamten. Die beiden Verkehrskontrollen von Frankfurt und Mainz kämen nach Darmstadt, Mainz erhalte zur Entschädigung dafür eine besondere Drucksachenverwaltung. Was den Fonds der Unterstützungskasse angehe, so fiele er dem zu, der die Unterstüßungspflicht übernommen habe, was in diesem Falle die Gemeinschaftsverwaltung sei. Abg. Molthan( Ctr) spricht sich auch gegen die Borlage aus. Wenn die süddeutschen Staaten und Sachsen sich so entschieden gegen eine ähnliche Gemeinschaft mit Preußen ausgesprochen hätten, so sei das doch nicht aus partikularistischem Interesse geschehen, sondern auf Grund der üblen Erfahrungen, die die preußisch- hessische Eisenbahngemeinschaft gezeitigt hat. Finanzminister Gnauth führt aus, die hessischen Wünsche seien durchaus berücksichtigt worden gemäß den Pflichten, die Preußen durch den 96er Vertrag übernommen habe. Er bedauert auch, daß er nun schon zum zweiten Male in wenigen Wochen gezwungen worden sei, die Kabinetsfrage zu stellen. Die heutige Vorlage sei vielleicht eine noch ernstere in ihren Wirkungen. Der Minister, der noch ernstere in ihren Wirkungen. Der Minister, der in festem Vertrauen auch auf die zweite Kammer diesen Vertrag mit Preußen ausgearbeitet habe, fö nne nicht Minister bleiben, wenn dieser Vertrag abge lehnt wurde. Eine dilatorische Behandlung dieser Vorlage, wie sie der Vertagungsantrag wünsche, sei nicht möglich; denn würde der Vertrag nicht angenommen, so sei die Sache aus. Würde heute der Vertrag abgelehnt, so ist diese Vorlage beseitigt. Eine andere Vorlage in gleicher Richtung aber wird nicht an das hessische Land mehr herantreten, dann bleibe nur die Auflösung der MainDer Redner warnt Neckareisenbahn- Gesellschaft übrig. dringend vor dem Vertragsantrage, der im Grunde auf das Gleiche hinauslaufe, wie Ablehnung. Abg. Erf( nl.) spricht sich für den Vertrag aus. Abg. No ad meint, der jetzige Vertrag sei jedenfalls günstiger als der 1896er. Abg. Ulrich( Soz.) betont, daß er und seine Partei Reichseisenbahnen erstreben und damit die Verwirklichung von Art. 42 und 45 Position 2 der Reichsverfassung, Einheitlichkeit der Verwaltung und Herabsetzung der Tarife. Man solle vor allen Dingen versuchen, eine höhere Teilungsziffer und mehr Einfluß aufs Ganze zu erhalten. Der Redner spricht sich auch für den Vertagungsantrag aus Staatsminister Rothe weist noch einmal auf den Ernst der Frage hin mit Ablehnung der Vorlage. Ee halte diese Ablehnung nicht nur für einen politischen Fehler, War ein Luftzug! sagt er. Der Seemann lacht. - sondern er stimme auch mit allen Worten des Finanz ministers überein. Nächste Sigung Freitag init der gleichen Tagesordnung. Berichtigung: Im gestrigen Bericht in der Rede des Abg. Gutfleisch muß es selbstverständlich statt: Main Neckarbahn Main Weserbahn heißen. Preusischer Landtag. Berlin, 5. Juni Heute wurde in zweiter Lesung die Polen- Vorlage, durch welche bekanntlich 250 Mill. Mark zur Förderung des Deutschtums gefordert werden, nach längerer Debatte, in welcher sich die polnischen Abgeordneten in scharfen Ausdrücken gegen die Regier Der Gesezentwurf beung ergingen, angenommen. treffend die Unfall- Fürsorge für Gefangene, der zur zweiten Lesung stand, wurde an die Kommission zu rückverwiesen. Es folgte die erste Lesung des Ausführungs- Gesetzes zum Schlachtvieh- und FleischbeschauGesetz. Die Vorlage ging an eine besondere 14 er Kommission. Schließlich wurde noch der konservative Antrag auf Annahme eines Schlachtvieh- VersicherungsGesetzes an dieselbe Kommission verwiesen, welche für den Fleischbeschau- Gesezentwurf beschlossen ist. Auf der morgigen Tagesordnung stehen kleinere Vorlagen in dritter Lesung und der Antrag Barth- Wiemer betreffend Wahlkreis- Abgrenzung. Giessener Cagesneuigkeiten. Gießen, 6. Juni. * Musikaufführung. Am Mittwoch, den 18. Juni, nachm. 5.30 Uhr, veranstaltet der akademische Gesangverein Gießen in der Stadtkirche eine Aufführung der Missa solemnis von L. v. Beethoven. Das Konzert wird vom Universitätsmusikdirektor Trautmann dirigiert. Außer dem akad. Gesangverein und der Kapelle des hiesigen InfanterieRegiments, haben noch eine Anzahl bedeutende Solisten, wie Aenni Wiegand( Frankfurt), Agnes Leydhecker( Berlin), Richard Fischer, Rudolph Hellmrich und Ad. Nebner, sämtlich aus Frank furt, ihre Mitwirkung zugesagt. Studierende haben bedeutende Preisermäßigung. ! Der Verein der Gastwirte von Gießen und Umgebung fordert alle Mitglieder, die geneigt sind, den Vertrieb von Kohlensäure zu übernehmen, auf, ihre Angebote auf Grund der vom Samstag, den 7. d. Mts., beim Roll. Jaskowsky Wallthorstraße 5, aufliegenden Bedingungen bis Dienstag, den 10. Juni, mittags 12 Uhr, bei dem Vorsitzenden Koll. Mundt ( Hotel Viktoria) einzureichen. * Bestanden haben bei der diesjährigen Prüfung in Darmstadt die hiesigen Gerichtsacceffiften Dr. Möbius, Heß, Willenbücher und Schlosser ihre zweite juristische Staatsprüfung." Beschränkten Omnibusverkehr hat die Direktion der Omnibusgesellschaft für die Richtung nach dem Schiffenbergerwald an den Wochentagen angeordnet, Der Verkehr da die Beteiligung eine zu schwache war. an den Sonntagen bleibt wie bisher. - * Gauturnfahrt. Nächsten Sonntag, den 8. Juni, veranstaltet der Gau Hessen seine diesjährige Gau turnfahrt nach Lauterbach. Es findet dort Wett turnen statt. Weiter, wie Du, Maniel Hay, sagt der junge Seemann, ist keiner von der Insel gekommen. Reden sollst Du wohl Geerteerd's Vater sieht darin die gutgemeinte Schmeichelei und sie freut ihn. Die Weibsleute bei uns waren hoch sowas hat leicht können. Furcht. Meine nicht! antwortet Maniel und zwinkert mit seinem gefunden Auge. Der Andere sieht den Spazen zu, tritt dann mit dem Fuße nach einer Muschel und meint: Ja, die Geerteerd! Das ist Eine, bestätigt der Vater und lacht dabei. Edo Finnink, das ist Eine! Der Junge thut die Arme auseinander und reckt sich langsam, seine wasserblauen Augen öffnen sich weit, er macht zwei Athemzüge, sagt aber nur das eine Wort: Ja! Dem Maniel scheint das vor der Hand zu genügen, denn eine Weile ist's, als gewahrt er den Anderen gar nicht. Ex blickt den Dampfwolken aus seiner Pfeife nach. Da ist auch Meerie Möllers, sagt dann Edo Finnint. Oho, auch noch Andre zum Freien! krächzt der See- Invalide, die Anne und die Greit. Meerie Möllers ihre Mutter kann ihr Geld nicht zählen. Heirathsthaler! ruft der Alte verächtlich, dann schiebt er den Daumen über die Schulter. Sieh das Haus an! Edo Finnink thut's, reckt sich wieder und spricht nach der üblichen Pause: Meerie Möllers hat zu Helle Haare. Diese Ansicht scheint den Beifall Maniel Hay's zu finden, denn er stößt einen vergnügt brummenden Ton aus, worauf der Jüngere sagt: Du bist ein ordentlicher Seemann gewesen, wer Dich um Rath fragt, ist nicht betrogen. Hm! grunzt der Alte. So denk ich, bestätigt Edo noch einmal. Maniel hebt langsam die Hand und läßt sie schwer auf die Schulter des Anderen fallen. Ich meine, wenn ich will, kann ich viel reden! Junger Butt! lacht er. Thut Ihr's nach. Wird schon kommen! nickt Edo und wirft einen bedeutungsvollen Blick nach der Hausthüre. Dann wiegt er sich hin und her, als stände er auf einem Schiffe, und spricht: Ist rar, die da, mit dem Sichsehenlassen. Oho! antwortet Maniel, hast schon gehört, daß Mädchen, die immer draußen sind, besonders taugen? Das wohl nicht, muß Edo zugeben. Aber um weswillen ich jeden Tag da eine Stunde hiersteh das könnte Einer doch am Ende merken! Maniel stößt einen Seemannsfluch in einer Sprache aus, die der junge Schiffer nicht versteht. Wenn's Zeit ist, wird sie's merken, von dummer Art ist die nicht. Dann wird es wieder still um die Beiden, nach einer Weile ist Edo mit seiner Pfeife zu Ende und nichts zeigt ihm an, daß die Ersehnte bald zwischen den blauen Thürpfosten er scheinen wird. So hebt er seine Arme von dem Zaun und wandert langsam die Dorfstraße hin. Einen Abschiedsgruß halten die Beiden für überflüssig. Maniel guckt ihm nach, nicht dann, was aussieht, als gilt's dem hölzernen Frauenbild, und sagt: Recht wär' mir der! Einer muß es einmal sein. Hinter ihm flappern die Wassereimer Geerteerd's, die nach dem Dorfbrunnen will. Als sie in Hörweite ist. kommt es von seinen Lippen: Das war Edo Finnink.* Habe ihn gesehn, ist die kurze Antwort. Der Alte ha doch eine Art von Freude, wie er hinter ihr drein schaut. Sie geht fest und mit hochaufgerichtetem Kopfe. Die Insu lanerinnen haben sonst eine schwerfällige Manier. An Geerteerd's Wuchs ist nichts zu tadeln. ( Fortsetzung folgt.) Das, in Steins G hatten das P batte für einz Die Witteru w. Biehn hatte einen und Minder, und etwa 14 am Montag Stimmur Raufluft. behielten t die anderen unterzubringe übergroßen grifen felbft Candel ein Baare in Ban flott ab. A zeigten eine w Stüd Milch 1. Qual. 360 Beringere Simmenthal 300-350 bezahlt: Fe 58-60 ME. 60-62 M., 55-57 2, Bangodjen p 600-675 fette Ochfen d Die Preise der folgt: Ferte! Wochen alt 75-90 M., Mart. Schle Markt. Der tändig. Näc Besond Arbeiter u Düffeldorfer während der Arbeiter und Rheinland Ausstellung an farten 3. Alaffe bon 3 Bfg. fi Hin- und Rüc Aus Fe Ernennun zu Grbach i richtungen ei lze und de bach mit Ba Areisamtman * Lollar. Neben- Gijen bon 14,7 Ai * Rodbe der toloffale hier und S Schienen ein der 5 1hr M Berspätung & Wesla eignete fidg plag. Die b bandlers Sal Christian S. * orten des Finanz Das 1. Abonnements- Konzert am gestrigen Abend legungen am Kopfe fund linken Arm erhielt. GlückBericht in der Rebe en. in Steins Garten, war sehr gut besetzt. Unsere 116 er hatte für einzelne Nummern reichen Beifall gespendet. bermutete. | find Massen von hölzernen Hütten bestellt worden, die licherweise sind sie weniger schwer als man anfangs den in den äußeren Bezirken ansässig gewesenen als Obdach bis zum Wiederaufbau ihrer Häuser mitgegeben werden. dlich statt: Main: Die Witterung hätte nur etwas milder sein können. hiesigen Seminars wird im Laufe der nächsten dlag. in zweiter Lesung anntlich 250 Mid w. Biehmarktbericht. Der dieswöchentliche Viehmarkt hatte einen Vorrat von etwa 1000 Stück Milchvieh und Rinder, 400-450 Stälber, 75 Stück Gangochsen und etwa 1400 Schweine aufzuweisen. Der Vormarkt am Montag bewegte sich unter einer recht gedrückten Stimmung. Der Dienstag zeigte ebenfalls wenig Schwertragende und frischmelkende Kühe gefordert werden, Kauflust. gegen die Regier Woche erfolgen. Friedberg, 5. Juni. Der Großherzog wird Mitte August hier für einige Zeit refidieren. ich die polnischen behielten trogden ihren alten hohen Preis, während Landwirtschaftsrats um Fahrpreisermäßigung für die Katastrophe herbeiführt. Gefeßentwurf be unterzubringen waren. Der Kälbermarkt litt unter der wirtschaftsgesellschaft in Mannheim ist nunmehr seitens Oranjelust wehen. fangene, der zur e Kommission zu Lesung des Aus und Fleischbeschan ne besondere 14ev h der konservative ich- Versicherungs iefen, welche für fen ist. Auf der ere Vorlagen in Biemer betreffend gkeiten. Sießen, 6. Juni. , den 18. Juni, akademische dtkirche eine AufL. v. Beethoven. itätsmusikdirektor m afad. Gesang Infanterie Inzahl bedeutende rankfurt), Agnes cher, Rudolph mtlich aus Frank Studierende haber Gießen und Um die geneigt find ce zu übernehmen Om Samstag, den Wallthorstraße tag, den 10. Juni enden Koll. Mund sjährigen Prüfung effiften Dr. Möbius e zweite juristisch hat die Direktio Richtung nach der antagen angeordne bar. er. Der Verkef ntag, den 8. Jun ne diesjährige Ga findet dort Wet t der junge Seemann Reden sollst Du wo gutgemeinte Schmeichele 13 & nach. wirft einen bedeutung nwiegt er fich hin un nd spricht: laffen. gehört, daß Mädchen, bi da eine Stunde hierfe Cen! ch in einer Sprache aus en, bon bummer Art if die Beiden, nach eine de und nichts zeigt ihr blauen Thürpfoften er e von dem Zaun un en Abschiedsgruß halte was aussieht, als gill echt wär' mir der! Ein ner Geerteerd's, die na Srweite ift. tommt es b 乾 Antwort. Der Alte b hinter ihr brein scha htetem Kopfe. Die Inf ge Dianier. An Geerteerd ( Fortfegung folgt) die anderen Qualitäten nur zu weichenden Preisen übergroßen Size. Unsere Gießener Metzger jedoch griffen selbst bei den niedrigen Preisen nicht in den Handel ein. Die vorhandenen Mittel und leichte Waare in Gangvieh ging zu einigermaßen guten Preisen flott ab. Auch die Preise auf dem Schweinemarkt zeigten eine weichende Tendenz. Gehandelt wurden per Stück Milchfühe schwerste Waare 500-525 Mt. 1. Qual. 360-420 mt., 2. Qual. 280-325 Mr., Geringere Waare 200-250 Mt., tragende Rinder 2½½ jährige Färsen ( Simmenthaler) 375-400 M. 22 300-350 mf. Für den Gentner Schlachtgewicht wurde bezahlt: Fette Rinder 1. Qual. 62-64 Mt., 2. Qual. 58-60 Mt. Kälber 1. Qual.( über 50 Pfd. schwer) 60-62 Mt., 2. Qual.( zwischen 40-50 Pfd. wiegend) 55-57 Mt., 3. Qual.( unter 40 Pfd. Gewicht) 49-51 Mt. Gangochsen pr. Paar, 2. Sorte 720-780 Mt., 3. Sorte 600-675 Mif., 21/ 2jährige Zugochsen 650-700 M., fette Ochsen der Gentner Schlachtgewicht 65-68 Mt. Die Preise der Schweine gestalteten sich per Paar wie folgt: Ferfel 8-10 Wochen alt 38-40 mt., 12-14 Wochen alt 50-65 m., 18-20 Wochen alt Tiere 75-90 Mt., Einlegschweine je nach Güte 160-200 Mart. Schlachtreife Waare war nur vereinzelt am Markt. Der Auftrieb des Schweinemarktes blieb überständig. Nächste Markttage am 24. und 25. Juni. * Besondere Fahrt- Vergünstigungen für Arbeiter und Arbeiterinnen zum Besuche der Düsseldorfer Ausstellung. Vom 1. Juni ab werden während der Dauer der Düsseldorfer Ausstellung an Arbeiter und Arbeiterinnen der industriellen Werke Rheinlands und Westfalens zum Besuche dieser Ausstellung an Sonn- und Festtagen Sonder- Rückfahrtfarten 3. Klasse mit eintägiger Geltungsdauer zum Preise von 3 Pfg. für die Person und das Kilometer für die Hin und Rückfahrt ausgegeben. Aus Hessen und nachbargebieten. Ernennungen. Der Regierungsassessor Dr. Diehl zu Erbach i. O. ist mit Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines Kreisamtmanns bei dem Kreisamt Alzey und der Regierungsassessor Draudt zu Lauterbach mit Wahrnehmung der Dienstverrichtung eines Kreisamtmanns bei dem Kreisamt Lauterbach beauftragt. * Lollar. Die am Sonntag eröffnete normalspurige Neben- Eisenbahn Lollar- Londorf hat eine Länge bon 14,7 Kilometer. Rodheim. Am legten Dienstag waren infolge der folossalen Hiße die Eisenbahn Schienen zwischen hier und Roßbach derart ausgedehnt, daß neue Schienen eingesetzt werden mußten und infolgedessen der 5 Uhr Nachmittagszug nahe eine volle Stunde Verspätung dadurch erlitt. * Weylar, 4. Juni. Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern Abend gegen 1/2 9 Uhr am Schillerplak. Die vor ein Break gespannten Pferde des Pferdehändlers Salomon S. gingen durch, wobei der Kutscher, Christian S. vom Bock geschleudert wurde und BerCHEL Präsident Krüger ist laut einer privaten Meldung aus Utrecht recht unpäßlich und bettlägerig; es scheint, als ob die Hiobskunde von dem unwiederbringlichen Verlust der Unabhängigkeit von Transvaal den alten g. Offenbach, 5. Juni. Die Leiche des am Sonn- Kämpen für die Freiheit des Burenlandes auf's Es ist nicht austag ertrunkenen Offenbacher Seglers Hartwig wurde Strantenlager geworfen habe. geschlossen, daß dieser jähe Zusammenbruch aller Hoffzwischen Schwanheim und Höchst geländet. u. Darmstadt, 4. Juni. Dem Gesuch des hessischen nungen bei dem hart geprüften Manne eine plögliche - Bemerkenswert ist, daß die Besucher der Wanderausstellung der deutschen Land- Fahnen beider Burenstaaten noch immer auf der Villa Lord Kitchener, der„ Besieger" der Buren, ist von der Main- Neckar- Bahn entsprochen worden. Die bis zum 10. Juni auf sämtlichen Stationen der Main- König Eduard zum Viscount und außerdem zum General ernannt worden; bis jetzt war Kitchener, Neckar- Bahn gelösten einfachen Fahrkarten nach Mannheim berechtigen zur freien Rückfahrt bis einschließlich obwohl er in Südafrika ein Heer von 200 000 Mann 13. Juni, wenn sie in der Ausstellung abgestempelt befehligte, nur Generalleutnant. find. Jetzt sind also noch die preußischen Bahnen rückständig.( S. Hess. Landtag.) * Mainz, 2. Juni. Unter den Bewerbern um die Direktion des Mainzer Stadttheaters soll sich auch Herr Ernst von Wolzogen befinden. Auf dem Grerzierplaz großer Sand" stürzte der Hauptmann von Barnstedt von dem 87. Inf.- Reg. so unglücklich vom Pferde, daß er schwer verletzt in das Lazareth verbracht werden mußtb. s. Babenhausen, 4. Juni. In Heimersheim bei Alzey ist, wie schon gemeldet, der sehr begüterte Landwirt Knell unter Mitnahme seiner 20jährigen Nichte nach Samoa abgedampft, seine Frau mit 4 Kindern zurücklassend. Aehnlich hat es der aus Schaafheim gebürtigte Lehrer Dieß in Rimborn gemacht. Nachdem das Vermögen der Frau versilbert, hat er diese mit drei Kindern, wovon das jüngste drei Monate zählt, zurückgelassen und ist mit einer Witwe, deren Mann bor sechs Wochen gestorben ist, und die sechs Kinder zurückläßt, nach Amerika abgedampft. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. W. Gießen, 30. Mai 1902. Gestern wurde der 55 Jahre alte Landwirt und Schneider Heinrich Bommersheim von Dorn- Assenheim von der Anklage des Meineids auf Antrag des Staatsanwalts Gerichtsassessor Hoos durch die Geschworenen freigesprochen. Der in Frage fommende Eid ist am 1. Februar 1899 vor dem Amtsgericht Friedberg in der Sache Embach- Bommersheim geleistet. Derselbe war dem Angeklagten vom damaligen Kläger zuge schoben und es handelte sich darum, daß Embach behauptet hat jener sei ihm für im Oftober 1897 ge= lieferte 84 Pfund Saatkorn 6,51 Mt. schuldig. Zum südafrikanischen Frieden. Das englische Unterhaus genehmigte am Mittwoch die Kriegsanleihe Bill in dritter Lesung mit 216 gegen 49 Stimmen. - = Der bisherige stellvertretende Präsident der süd, afrikanischen Republik, Schalk Burger, und der Oberstkommandirende der Transvaal- Buren, Louis Botha, haben die Buren in einem Briefe aufgefordert, der neuen englischen Regierung mit loyalem Gehorsam entgegenzukommen. Jetzt wird Schalk Burger und Louis Botha ein englischer Orden wohl kaum entgehen! Die legten Meldungen aus Südafrika lassen voraussehen, daß verschiedene Commandanten, welche augenblicklich in der Kap- Kolonie operiren, den Frieden nicht anerkennen und den Krieg fortsetzen werden. Man fönne auf eine communistische Bewegung ähnlich derjenigen von 1870 in Paris sich gefaßt machen. Vermischtes. * Berlin, 6. Juni. Miß Alice Roosevelt, die Tochter des Präsidenten der Vereinigten Staaten, ist in London eingetroffen. * Bremen, 5. Juni. Großkaufmann Franz Schuette, bekannt durch frühere große Schenkungen zu gemeinnügigen Zwecken, stiftete bei seiner heutigen Silber. hochzeit wieder 150 000 mt., darunter 100 000 Mt. für eine bremische Schillerstiftung, durch die jährlich mehrere Theatervorstellungen für Volksschüler ermöglicht werden sollen. Neueste Nachrichten. Sofia, 6. Juni. Hier tritt neuerdings das Gerücht auf, daß Fürst Ferdinand nach seiner Rückkehr aus Petersburg Bulgarien zum Königreich proklamiren werde. Ein Veto der Großmächte sei nicht zu erwarten. Gestorbene. Am 5. Juni: Elise Freund, geb. Hof, 81 Jahre alt, Hospitalitin dahier. Wie von London gemeldet wird, soll die Waffenstreckung in Transvaal und dem Oranjestaat etwa 10 Tage in Anspruch nehmen. Die Kapitulation der in der Kap- Kolonie stehenden Commandos dürfte aber Innerhalb der früheren erheblich länger dauern. Republiken wird der akute Nahrungsmangel die Waffenstreckung der Commandos beschleunigen. Drei Commandos aus der Gegend von Heidelberg haben bereits durch Delegierte um schnelle Uebersendung von Lebensmitteln und Kleidung gebeten, da sie von Allem ent- beim Zustellen der Zeitungen bitten wir sofort direkt blöst seien. Bevor nicht die Lebensmittel- Zufuhr zu uns melden zu wollen. blöst seien. Bevor nicht die Lebensmittel- Zufuhr zuverlässig geregelt ist, kann auch der dringende Wunsch der Burenfrauen und Kinder, aus den Concentrationslagern erlöst zu werden, nicht erfüllt werden. Zunächst ༤ ་་་ S ་ ་་་ ༥ 64 Die Stathedrale von St. Pierre nach dem Ausbruch des Mont Pele. Unregelmäßigkeiten Expedition der Gießener Neueste Nachrichten. Scheller's preisgekrönter Cognac anerkannt feinste Marke in 1, 2 und 14 Flaschen pr. Fl. Mt. 1.80, 2,40 3., 4., 5., Literflasche Mt. 1,80 2.-, Alleinige Niederlagen bei: H. Gengnagel, Neue- Bäue, H. Bellof II., Alicestraße, W. Möser, Seltersweg, Aug. Seibert, Wieseck, Confum- Halle, Heuchelh., A. C. Müller, Langgöns. Wilh. Brück, Wißmar. Corned beef stets frisch im Anschnitt bei( 143 A.& G. Wallenfels, Markt 21. Telephon 46. Nur ges. erl. Serienloose! Nächste Ziehung 1. Juli. Jährl. 12 Zieh. m.abw.Haupttr 180000 Mark: 300 000, 120000 90000,45000,30000etc. Jedes Loos ein Treffer. Monatl. Beitrag Mk. 10( 5.-) Anmeld. umgeh. erb. an: H. 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Das Heberegister über die Umlagen der Stadt Gießen pro 1902/3 liegt acht Tage lang auf unserem Büreau, Zimmer Nr. 15 zur Einsicht eines jeden Beteiligten offen. Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Beschwerden gegen die im Register enthaltenen Anfäße binnen der ersten vier Wochen nach Ablauf der Offenlegungsfrist entweder schriftlich oder mündlich zu Protofoll bei Großh. Kreisamt Gießen vorgebracht werden müssen und daß später vorgebrachte Beschwerden keine Berücksichtigung finden können. 3 Gießen, 3 Juni 1902, Ganz Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Giessen lobt Back- und Dr. Crato's Pudding- Pulver mit Prämien- Bons Jeder Einsender von 50 der jedem Päckchen beiliegenden Gratisscheine erhält von der renommirten Bielefelder Cakesund Biscuit- Fabrik Stratmann& Meyer, Bielefeld, eine Dose ff. Bielefelder Biscuits. Cakes und Waffeln( 631 gratis und franko. Verkaufsstelle: Wilh. 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Bieden Sd. wollte ein läßlich einer ftefte in der S fich beim Lade hand zerichme burg.- Der b Bom al gief lgend Friedric Die Friedenst batte, überbro Der Kunitata Adh Mann noch „ Aber Jut, i Honig, aber triegen." Der Kön jage in der war Direttor Das be Dort schreibt tonit läg Snider- 6 Stublbein Ginein in den Nr. 1. S Landsbergerite angeblich ohne beigebracht. peren Edw mate nterstützung find m Nachrichten. Gasherd berkaufen. Sonnenstraße 30. 1 vermieten: bahor au Beilage der Giessener Neueste Nachrichten. Nr. 128. als Die Hebung des Zuckerverbrauchs als Mittel gegen die Zuckerkrisis. Die für die Landwirtschaft und den Volkswohl106 ftand so bedeutende deutsche Zuckerindustrie befindet sich wegen zu geringen Absages in einer schweren Krisis, zu deren Beseitigung die Reichsverwaltung im Mai Sachverständige in der Zuckerfrage gehört und deren Wünsche wegen etwaiger Veränderung der Zuckersteuer entgegengenommen hat. Speziell die Frage, welche Freitag, den 6. Juni 1902. 11. Jahrgang. stein, der so schwere innere Verlegungen erlitten, ist kommt. Die gehobene Spannkraft des Geistes, die erhöhte ſtein, der so schwere innere Verlegungen erlitten, ist| kommt. gestern Abend in der Gießener Klinik gestorben. Arbeitsfreudigkeit der Handelsangestellten läßt ihn nach seiner Rückkehr mit mehr Eifer und Geschäftsinteresse seinen Pflichten nachkommen.- Der Beruf bedingt für den Kaufmann den ständigen Aufenthalt in geschlossenen Räumen; frische Luft und Sonnenschein dringen nicht immer in wünschenswertem Maße zu ſeinem Arbeitsplaße, wodurch seine Widerstandsfähigkeit gebrochen und er für viele Berufsfrankheiten empfänglich gemacht wird. Da ist nun ein ununterbrochener Aufenthalt von 1 bis 2 Wochen in frischer Waldluft, in den Bergen von außerordentlich hoher Bedeue. Oberndorf, 5. Juni. Hier fand eine Schlägerei statt, bei der wieder einmal zum Messer gegriffen wurde. Ein Bursche wurde so schwer verlegt, daß er nach Marburg in die Klinik geschafft wurde. In einem hiesigen Steinbruch löste sich eine große Stein masse, von der ein Arbeiter tötlich getroffen wurde. Die übrigen Arbeiter brachten sich noch rechtzeitig in Sicherheit. * Wiesbaden, 4. Juni. Zum Selbstmord des - nell 4- Zimmer Wohnung, Aenderung der Zuckersteuergesetzgebung bezüglich der Avantageurs Bresgen hatte der„ W. G. A." unter tung, er giebt dem Körper neue Lebenskraft und dem AnBahnhofstraße 15. Steinweg 23 jim erwohnungen nebi und allem Zubehör, der Regierungsvorlage vorgesehen ist, erwartet werden ch eine 3 Zimmer der Mansarde zu Dermieteu. res Wallthorstr. 71. 82 nem Neubau, Liebig wurde von der Mehrzahl der Sachverständigen dahin beantwortet, daß eine Consumvermehrung nur von einer weiteren Herabsetzung der Verbrauchsabgabe, als sie in fönnte. Ein Sachverständiger meinte, wenn man heute davon ausginge daß ca. 120 Millionen Mark dem Reiche zugeführt würden, dann würde bei einem Confum von 20 Millionen Gentnern und man fönne ind 3 Wohnungen annehmen und auch hoffen, daß der Consum recht bald auf 20 Millionen Centner kommen werde nur noch eine Abgabe von 6 Mt. für den Centner nötig sein, um die 120 Millionen Mark dem Reiche einzubringen. Von einem anderen Sachverständigen wurde darauf aufmerksam gemacht, daß vielleicht von größerer BeSämtliche Wohnungen deutung als der Konsum in Kaffee und Thee, die i zu vermieten. Die richtung( Kloset, Mä Kammer) des Haused eir böllig entsprochen Hause ist noch ein: nwohnung zu ver artenanteil. Bismardstr. 32 11 nem Neubau, Schiffen= 56, sind 3 Wohauugen 3. Stof je 4 Zimmer, e einem Mädchenzimmer mer bom 1. Juli zu Näh. 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Die Sachverständigen stimmten zum Teil darin überein, der Rückgang des Konsums von Zucker sei darauf zurück zuführen, daß das Kartell den Zwischenhandel mit Bucker fast vollständig ausgeschaltet habe; der Händler habe in Folge dessen kein so großes Interesse mehr daran, Zucker zu verkaufen, und rede dem Publikum zu, lieber Saccharin zu kaufen. Der Händler verdiene heute am Saccharin viel mehr, als er am Zucker gewinnen fönne. Bekanntlich sieht die Regierungsvorlage eine Herabsehung der Verbrauchsabgabe von 20 auf 16 Mt. vor. Der Verein der deutschen Zuckerindustriellen hat eine Resolution gefaßt, worin gesagt wird, es sei wünschenswert, daß die Steuer auf 10 Mr. Heruntergesetzt werde. Aus Hessen und nachbargebieten. * Die feierliche Eröffnung des Seminars für Volksschullehrerinnen in Darmstadt, fand gestern Donnerstag, 5. Juni, vormittags halb 12 Uhr, im dortigen Schulhause, Hermannstr. 47, statt. m. Biedenkopf, 4. Juni. Ein junger Bursche namens Sch. wollte eine alte Pistole laden, um daraus anläßlich einer Hochzeit zu knallen. Unglücklicherweise steckte in der Donnerbüchse noch ein alter Schuß, der sich beim Laden entlud und dem Burschen die rechte Hand zerschmetterte. Er fam in die Klinik nach Marburg. Der verunglückte Ernst Heeger aus Hermanngiebt - Kleines Feuilleton. Vom alten Schadow. Der Berliner Börsenkourier lgende Reminiscenz zum Besten: König Friedrich Wilhelm IV., der am 31. Mai 1842 die Friedensklasse des Ordens pour le merite geftiftet hatte, überbrachte den Orden persönlich dem Direktor Der Kunstakademie, Gottfried Schadow. Ach Majestät“, sagte der Alte", wat soll ick alter Mann noch mit'n Orden!" " Aber lieber Schadow, ich selbst..." " Jut, jut, ich nehm'n", uuterbrach Schadow den König, aber wenn ick dod bin, muß'n mein Willem friegen." Der König versprach es und verzeichnete die Zuſage in der Ordens- Matrikel. Wilhelm Schadow war Direktor der Kunst- Akademie in Düsseldorf. * Das vergnügte München. Unter diesem Schlagwort schreibt die Allgemeine Zeitung: Eine Rauf chronik läßt sich in der Stadt der Maßkrüge und Stnicker beinahe wäre man versucht zu sagen Greifen wir Stuhlbeine täglich aufstellen. hinein in den Polizeibericht. Eine Blütenlese genügt. Nr. 1. In der Nacht zum 1. Juni wurde in der Landsbergerstraße einem Bäcker von einem Unbekannten angeblich ohne Grund, ein Stich in die linke Schulter beigebracht. Nr. 2. In einer Wirtschaft an der äußeren Schwanthalerstraße famen am Abend des - Notiz genommen, wonach gegen Prof. Wedewer ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden sei. Wie das Organ der Centrumspartei zu dem Falle mitteilt, hatte der Vater des Bresgen in seiner begreiflichen Aufregung Beschwerde beim Provinzial- Schulkollegium eingelegt, in der Meinung, Professor Wedewer habe seinen Sohn heimlich getauft und in die katholische Kirche aufgenommen. Diese Beschwerde sei Herrn Prof. Wedewer zur„ Aeußerung" zugesandt worden. Prof. Wedewer habe aber den jungen Mann überhaupt nicht getauft und nicht aufgenommen, sondern ihn ausdrücklich aufgefordert, offen mit seinem Vater zu reden. Als Beweis wird ein eigenhändiger Brief des Verstorbenen angeführt. Da sonach die Beschwerde grundlos erscheint, wird es zu einem förmlichen Disziplinarverfahren nicht kommen. * Fahrpreisermäßigung. Nachdem die preußischhessische Staatsbahnverwaltung, sowie die Main- NeckarEisenbahn für den preußisch- hessischen Teil ihres Bahnnezzes die Gewährung der üblichen Fahrpreisermäßigung ( Berechtigung der einfachen Fahrkarten zur freien Rück fahrt nach Abstempelung in der Ausstellung) für den Besuch der vom 5. bis 10. Juni in Mannheim stattfindenden Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft im Gegensatz zu sämtlichen süddeutschen Eisenbahnverwaltungen und zur badischen Strecke der Main- Neckar- Eisenbahn abgelehnt haben, sei darauf aufmerksam gemacht, daß sich einzelne Aufstellungsbesucher, sowie insbesondere Vereine, wenn sie mindestens 30 Teilnehmer zählen oder 30 Fahrkarten lösen und Personenzüge benüßen bei rechtzeitiger Anmeldung auf der Abgangsstation 50 p3t. Fahrpreisermäßigung( als sog. Gesellschaftsfahrt) verschaffen können. Wer die Main- Neckar- Eisenbahn benutzt, kann von der badischen Grenze ab( von Station Laudenbach, bei Schnellzügen von Weinheim ab) durch Lösung einer einfachen Fahrkarte nach Mannheim, die nach Abstempelung in der Ausstellung als Rückfahrkarte gilt und auch zur Benutzung von Schnellzügen berechtigt, gleichfalls eine kleine Ermäßigung erzielen. * Die Bahnsteigkarten sind vom 1. Juni ab nur noch an dem Tage giltig, an dem die Karte benutt und von dem Bahnsteigschaffner mit der Lochzange entwertet wird. Die zwischen 11 und 12 Uhr nachts zum Betreten des Bahnsteigs entwerteten Bahnsteigfarten gelten noch am nächstfolgenden Tage; diese Karten werden durch zweimalige Lochung besonders gekennzeichnet. Sommerurlaub für kaufmännische Angestellte. Es ist eine sehr berechtigte Forderung von faufmännisch Angestellten, wenn sie zur Erholung von Körper und Geist einen Sommerurlaub von 8 bis 14 Tagen anstreben. Die " Hess. Landesztg." veröffentlicht dazu eine Zuschrift der Ortsgruppe Marburg des deutschnationalen Handlungsgehilfenverbands, die wir wegen ihres Allgemeininteresses bringen. Ein 8 oder 14 tägiger Urlaub nach der ununterbrochenen Thätigkeit während eines Geschäftsjahres gewährt den Angestellten eine Erholung, die auch den Prinzipalen zu Gute 1. Juni zwei Sänger mit einander ins Geräufe, wobei der eine dem andern den Kopf mehrmals an die Thürfante stieß. Der Mißhandelte erlitt hierdurch stark blutende Wunden.- Nr. 3. Am Abend des 1. Juni wurde in der Maistraße ein Gasarbeiter von einem Eisengießer und einem Schreiner mittels eines Stockes und einer Eßgabel mißhandelt und erlitt bedeutende Verlegungen am Stopf und am linken Arm. Nr. 4. In der Nacht zum 1. Juni fam es in einer Wirtschaft an der Belfortstraße unter den Gästen zu einem Streite, der bald in eine Rauferei ausartete. Hierbei wurde mit Literkrügen geworfen und zugeschlagen. Ein Schuhmacher, der als Gaſt anwesend, aber am Streite nicht beteiligt war, erhielt durch Schläge mit einem Literins Krankenhaus notwendig machten. – Nr. 5. In frug auf den Stopf Verlegungen, die seine Aufnahme einer Wirtschaft an der Georgenstraße fam es gestern zwischen einer größeren Anzahl Soldaten zu einer Rauferei, wobei mehrere der Raufenden erhebliche Verlegungen erlitten und dem Wirte ein Teil des Wirtlegungen erlitten und dem Wirte ein Teil des Wirtschaftsinventars zertrümmert wurde. großer Geschäfte hat den Sommerurlaub daher schon eingeführt und die besten Erfahrungen damit gemacht. Vermischtes. * Berlin. Virchow hat jetzt auch den Vorsitz der anthropologischen Gesellschaft, den er lange Jahre innegehabt hat, mit Rücksicht auf seine Gesundheit niedergelegt. * Berlin, 5. Junt. In der Teplitzerstraße wurde heute Morgen die 45jährige Arbeiter- Wittwe Marie Becker von dem 44 Jahre alten Arbeiter Albert Hannaske in ihrer Wohnung durch Messerstiche so schwer verletzt, daß sie alsbald verstarb. Der Thäter verwundete sich hierauf selbst so schwer, daß er radh dem Krankenhaus verbracht werden mußte. Hannaske hatte die Becker mit Heiratsanträgen verfolgt. Diese brach aber die Beziehungen ab, als sie erfuhr, daß er schon einmal in einer Frrenanstalt war. * Wilhelm Fürst zu Hanau ist Dienstag Abend in Horzowitz gestorben.( Fürst Wilhelm, der zweite Sohn des letzten Kurfürsten von Hessen aus dessen Ghe mit Gertrude Fürstin von Hauau( geb. am 19. Dezbr. 1836 in Kassel), folgte als Fürst und Herr zu Horzowig 1889 Vermählt war er zweimal, seinem älteren Bruder. zuerst 1866 mit einer Prinzessin von Schaumburg- Lippe; nach Trennung dieser Ehe heiratete er 1890 eine Gräfin zur Lippe- Weißenfeld. Da Fürst Wilhelm ohne direkte Erben ist, geht der Fürstentitel mit der Herrschaft Horzowiß auf den dritten Sohn des Kurfürsten, den Prinzen Karl in Kassel( geb. 1840), über.) NUR 25 Pfo AMTLICH GLÄNZEND BEGUTACHTET: SALUTARIS NUR 25 Pig TOILETTE- FETT- SEIFE Unübertroffen für Haut- a Ceintpflege: Rein, mild, sparsam. C. Naumann, Seifen- u. Parfümeriefabrik, Offenbach a.M. 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Dem Kaufmann Philipp Laßmann war ein Strafbefehl über 5 Mark zugegangen, weil er eines schönen Morgens um halb 6 Uhr auf den vom Zentralbahnhof kommenden bekannten grünen Polizeiwagen, in München Zeiserlwagen" genannt, aufgesprungen war. Hiergegen erhob der Angeklagte Einspruch mit der Begründung, er habe an dem kritischen Morgen nach einer durchkneipten Nacht, den Gefangenenschubwagen für den Hotelwagen seines Bruders, des damaligen Besizers des Oberpollinger", gehalten, und sei, um rascher nach Hause zu kommen, halt auf den Wagen aufgesprungen. Der Gerichtshof machte erst ein ungläubiges Gesicht, und der Richter verbeißen. Als aber der Schußmann, der die Anzeige und die Schöffen konnten nur unschwer das Lachen erstattet hatte, auf Befragen des Vorſizenden zugab, daß der Zeiserlwagen" mit jenem Hotelwagen eine große Aehnlichkeit habe, und daß in nicht ganz nüchternem Zustande eine Verwechselung schon möglich sei, da ließ der Gerichtshof diese Aussage als sachverständiges Zeugnis gelten und erkannte auf Freisprechung. Briefkasten. Genug von der Sorte. Mancher der Leser lächelt. Manche schütteln auch den Kopf. Zu ihnen werden alle jene gehören, die fern von Bier- Athen so vieles von dem gemütlichen München und seinen Bierpalästen und Bierkellern gehört haben. Aber... Doch wozu H. Nordanlage hier. Für Ihre Freundlichkeit besten Dank. sich aufregen? Das Raufen reimt nun einmal auf werden zu der Sache uns in den nächsten Tagen äußern. sich aufregen? Das Naufen reimt nun einmal auf Trinken. 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Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Centner Cofes statt; dagegen bleibt bei folgenden hiesigen Firmen der i. div. Saucen per Dose 75 Bfg. und Mt. 125. Feinster Salm per Dose 80 Pfg. und Mt. 1.40, Fster. Nürnberger Ochsenmaulsalat per 1 Pfund Dose 50 Pfg., 2 Pfund Dose 90 Bfg. Ffter. Anchovispast per Dose 50 Pfg. Fft. Sardellenbutter per Dose 55 Pfg. Fft. Krebsbutter per Dose 65 Pfg. Fst. Bratheringe i. Weinsauce per Dose 90 Pfg. Ffter Appetitfild per Dose 35, 45, 55 u. 100 Pfg. Fft. Christiana ( b) H. Kaeß, Nachfolger Underberg Boonekamp Maag- Bitten Semper m Gebrüder Horn, Mäusburg 1. Unentbehrlich für jede Familie! depoy H.Under- Arecht Die Flaschenbierhandlung von Heinrich Jost 10 Kaplansgasse 10 offerirt - Anchovis Bier der Aktien- Brauerei per Glas 40 Pfg. Fft. russ. KronenSardinen per Glas 40 Pfg. Prompter Versand Kleinverkauf unserer Gascofes nach auswärts. von 1 bis 5 Centner bestehen, nämlich bei den Herren: Joh. Jischer, Alicestraße 19, H. 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Barometer der Station Gießen. auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Wind. richtung Windstärke 5. 225 748,6 18,2 10,3 6. 925 744,0 15,5 9,6 725 747,3 14,9 8,8 66 74 6700 Wetter WNW. 2 bed. Himmel WSW. 2 W. bewölkter, 1 Sonnenschein Höchste Temperatur am 4.- 5. Juni Niedrigste 20,5° S., 15,3º " " Die Kathedrale in Miey. ar.