Mr. 284. onement preis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., ins Haus gebracht 60 Pfa., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratiebellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft nud Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen wöchentlich). Tas Blatt erscheint en ollen Werktagen nachmittags. Freitag, den 5. Dezember 1902. Gießener 11. Jahrgang. Jussetionsvreis: Die einfbaltige Petiteile für Gießen wie ganz berbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Big.. sonst 15 Big. Reklamen die Betitzeile 30 refp. 40 Big Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen. Neuruweg 28. Fernsprechanschluk Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Girßen and Um hung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und solche der Großh. Provinzialdirektion von Oberhessen. Der Kampf bis aufs Meffer. CB. Berlin, 4. Dezember. Die wenigen Passanten, die an dem gestrigen bitter Luiten Winterabend gegen elf Uhr Unter den Linden dahingingen, mögen sich wohl gewundert haben, daß plözlich durch das Brandenburger Tor eine Menge dicht eingemummter Männergestalten ihren Einzug hielt. Es waren die Mitglieder, die Zaungäste und die Arbeitsbienen des Reichstags, die bis 10% Uhr durch die Fortdauer der Sigung festgehalten worden waren. Der Kampf zwischen der Mehrheit und der Minderheit wird mit einer beispiellosen Heftigkeit geführt und es herrscht auf beiden Seiten die feste Entschlossenheit, nicht nachzugeben, aber auch in dem Arbeitseifer nicht nachzulassen. Deshalb mußten gestern Abend die Abgeordneten im Reichstage ausharren, bis tiefe Finsternis über dem verödeten Tiergarten lag. Und heute stiegen noch die brodelnden naßtalten Winternebel im Tiergarten empor, als die Parlamentarier schon wieder zur Arbeit, oder sagen wir lieter zum Kampfe erschienen. Die Eizung begann bereits um 10 Uhr. In der gestrigen Abendiizung hatte sich bei jedem Berichterstatter dasselbe Schauspiel wiederholt, daß die Zurückverweisung der Positionen, über die soeben berichtet worden war, und über diesen Antrag der Uebergang zur einfachen Tagesordnung beantragt wurde. Hierbei steigerte sich die Stimmung immer mehr und die Ordnungsrufe mehrten sich. Unter anderem hatte auch der Abgeordnete Bebel einen Ordnungsruf bezogen, weil er eine Bemerkung des Staatssekretärs Grafen Posadowsky für unpassend erklärt hatte. Bebel hat hiergegen Widerspruch erhoben und das Plenum hat nach§ 60 der Geschäftsordnung morgen frühestens darüber zu besinden, ob der Ordnungszuf zu Recht besteht oder nicht. Inzwischen schwirren allerlei Gerüchte umher. Man erzählt sich in Abgeordnetenkreisen, die Mehrheitsparteien hätten der Regierung fest versprochen, für ein Zustandekommen des Zolltarifs Sorge tragen zu wollen, jedenfalls der Obstruktion den zähesten Widerstand entgegenzusetzen. Geheimnisvoll wird aber auch gemunkelt, haß bestimmte Pläne zur Abstellung dieser Zustände außer= halb des Reichstages bestehen und daß der Präsident Graf Ballestrem, der darum wisse, nur deshalb sein Amt beibehalte, wie wohl ihn die Vorgänge aufregen und antidern, um die Ausführung der gegen den Reichstag gerichteten Projekte zu verhüten. Die Sozialdemokratie hinwiederum soll bestimmte Maßnahmen behufs Schmäferung der Präsidialgewalt" in Aussicht genommen und darüber heute Fraktionssitung abgehalten haben. Es handle sich jetzt, so heißt es in politischen Kreisen, für unser Parlament um Sein und Nichtsein. Die Verwirrung und die Kopflosigkeit steigt von Tag zu Tag. Auch wird vielfach der Inhalt der Verhandlungen nicht mehr verstanden. So berichtet u. a. ein Münchener Blatt über die vorgestrige Reichstagssißung mit dem Titel ,, Der Bolltarif en bioc angenommen". Es spricht sich dann mit aller Schärfe gegen diesen Beschluß aus und schließt seinen Artikel mit den Worten: ,, Spottet seiner und weiß nicht, wie". Wie sehr dieser Saß auf das Blatt selbst zutrifft, mag wohl die Redaktion nicht geahnt haben. Ein Berliner Blatt schrieb ebenfalls nach der Situng, die Obstruktion sei ins Herz getroffen. Und doch tobt der Kampf mit verstärkter Heftigkeit fort und jede Sitzung erzeugt, möchte man sagen, neue Obstruktionsgelegenheiten. So ließ heute der Präsident einen Antrag auf Tagesordnung über einen unzulässigen Antrag zu und im Namen der Minderheit erklärte daraufhin der Abg. Dr. Barth, man wolle sich das merken. Nun kann also die Minderheit unzulässige Anträge stellen, so oft sie will, ein anderes Mitglied der Obstruktion beantragt Uebergang zur Tagesordnung und hierüber kann stundenlang debattiert werden. Wie das alles endigen soll, weiß niemand. Die Politik. Keine deutsch- österreichische Handelskrise. ver> In österreichischen Blättern ist die Nachricht breitet, die gemeinsamen Minister des Aeußern werden den Handelsvertrag von 1899 tündigen und, wenn der neue Zolltarif im Reichstag durchgehen sollte, keinerlei Verhandlungen mehr pflegen. Diese Nachricht ist, wie aus Berlin von zuständiger Seite gemeldet wird, völlig erfunden. Die Krisis in Spanien. £ Das gesamte spanische Kabinet ist zurückgetreten, weil der König über die Amtsführung Sagastas verlebende Andeutungen gemacht hat. Dem König gegenüber begründete Sagasta seinen Rücktritt mit der Angabe, daß Die Mitglieder der Oppositionsparteien ihn mit Mißtrauen und Mangel an Höflichkeit behandelt hätten, was er nicht verdiene. Der König hat sich 24 Stunden Bedenkzeit ausbedungen. Der König wird die Präsidenten des Senats und der Kammer sowie die Führer der monarchistischen Gruppen ins Palais berufen, um deren Ansicht über die Bildung des neuen Kabinets zu hören.- Schwierig dürfte die Lösung der Krisis wohl werden, zumal die Unruhen im Lande wachsen. Die Reformen in Macedonien. † Die Türkei hat infolge der Vorstellungen, die von österreichischer und russischer Seite erhoben wurden, eine Anzahl Reformen beschlossen, die im wesentlichen auf eine Gleichstellung der christlichen Bevölkerung mit der mo hammedanischen bei der Berufung von Beamten und auf eine Vermehrung der Schulen hinausläuft. In diplomatischen Kreisen ist man von dem Ergebnis der von russischer und österreichischer Seite erhobenen Borstellungen zufrieden. Wir fürchten aber, daß die Reformen blos auf den Papier ſtehen. Die Entwertung des Silbers. In der Geschäftswelt, namentlich in England, erregt es die höchste Besorgnis, daß der Wert des Silbers fortdauernd sinkt. Hier rächt sich die Politik Englands Indien gegenüber. Bekanntlich wurde dieser Kolonie die Silberwährung aufgezwungen, wodurch die englischen Kaufleute schweres Geld verdient haben. Denn wenn sie in Indien einkauften, zahlten sie mit dem geringwertigen Silbergeld und verdienten dadurch von Haus aus den Unterschied zwischen Gold und Silber. Für die aus England bezahlten Waren aber mußten die Indier das Aufgeld auf ihr Silber zahlen, um den Wertstand zwischen Gold- und Silberwert auszugleichen. Durch diese Silberpolitik haben jährlich Hunderttausende in Indien verhungern müssen. Jezt sind aber viele englische Familien in Indien ansässig geworden und seitdem pseist die Silberpolitik aus einem andern Loch. Amerika und Kuba. £ In den nächsten Tagen wird ein Handelsvertrag zwischen Amerika und Kuba unterzeichnet, durch den Kuba in ein enges Verhältnis zu den Bereinigten Staaten ge= bracht wird; alle Zölle werden um 20 Prozent ermäßigt. Für die europäischen Länder bedeutet dieses Abkommen den Ausschluß vom Zuckermarkte, der von Kuba, weil es nur vierfünftel des von anderen Staaten zu leistenden Zolles zu zahlen hat, ganz beherrscht werden dürfte, Kurze politische Nachrichten. * Elawenßig, 3. Dezember.( Hofbericht.) Der Kaiser traf um 5 Uhr nachmittags von Groß- Strehliz auf dem hiesigen Bahnhose ein, wo der Landrat des Kreises Cosel von Huur: fchifs dienstliche Meldung erstattete. Sodann fuhr Seine Majestät mit dem Fürsten Christian Kraft zu Hohenlohe- Dehringen im geschlossenen Wagen nach dem Schloß. Die Brüder des Fürsten, die Prinzen Johann Heinrich und Max ritten neben dem Wagen; Jackelträger bildeten auf dem Wege zum Schlosse Spalier. Die Bevölkerung von Slawenziz und Umgegend bereitete dem Kaiser lebhafte Huldigungen. * Das ,, Dresdener Journal" meldet: Das Befinden des sächsischen Kronprinzen ist weiter ein ziemlich zufriedenstellendes. Nach Abschwellung des linken Unterschenk 13 wurde am vergangenen Montag der gepolsterte Drahtschienenverband entfernt und durch einen Gpswalferglasverband ersetzt, der das gebrochene Bein in guter Stellung fixiert hält. * Die preußischen Minister des Innern und für Handel und Gewerbe haben an die Regierungspräj denten einen Erlaß gerichtet, in dem sie zur Errichtung von kommunal n Arbeitsnachweisen mit paritätischer Verwaltung auch in Kleineren Städten von 10 000-20 000 Einwohnern auffordern. * Der Kreuzer Schwalbe" ist, geschmückt mit dent Heimatswimpel, nach sechsjährigem Aufenthalt in Oft afrika und Ostasien unter heftigem Schneesturm in den Hafen von Miel wohlbehalten eingelaufen. Das Kommando des Schiffes führte Korvettenkapitän Hildebrand. * Die Sozialisten der französischen Kammer haben beantragt, daß die sterblichen Ueberreste Zolas gleichzeitig mit denen Renan's, Michelet's und Balzac's nach dem Pantheon überführt werden. * Im englischen Unterhause wurde das Blaubuch, das den Briefwechsel zwischen Deutschland und England bezüglich der Räumung Shanghais enthält, vorgelegt. * Die englische Regierung hat an sämtliche deutschen Hafenbehörden telegraphisch das Ersuchen gerichtet, eine Untersuchung einzuleiten über den Berbleib einer Goldfendung aus Südafrika im Werte von 3 250 000 Frcs., die angeblich in den lezten 14 Tagen in Europa eingetroffen und an den Präsidenten Krüger oder Dr. Leyds adressiert ist. Man glaubt, daß die Sendung im Norden Transvaals vergraben gewesen und nunmehr an Krüger gesandt worden ist. * Ju Griechenland sind die Wahlen zu Gunsten des ehemaligen Minist rpräsiden en Teyannis ausfallen, der bereits zum og berufen und mit der Reubildung eines Kabinetts betraut wurde. Gegen den Ministerpräsi deuten Theotokis haben Demonstrationen stattgefunden; u. a. wurden die Fenster eines ihn ergebenen Zeitungsverlags eingelo jen. * Rußland errichtet in der Mandschurei und im Pachtgebiet von Port Arthur unter eigener Verwaltung chinefische Zollämter. Ein neues Mittel zur Auf.cilung Einas. - Deutscher Reichstag. Die erste Ausschließung eines Abgeordneten. 230. Sigung CB. Berlin, 4. Dezember. Haus und Tribünen waren heute gut besucht; man wußte aber von Anfang an, daß alle Seiten des Hauses sich auf eine Dauersizung eingerichtet haben, den die Wirtschaft ist stärker als gestern mit Proviant bei jehen und für die Diener sind Verpflegungsstellen vorgesehen. Außerdem wurde ein für heute in Aussicht genommenes Abendessen des Reichstagsbureaus bei dem Präsidenten Grafen Ballestrem bereits vormittags abgesagt. Die Cruftion arbeitet nach derselben Methode rie gestern. So 6. gann die Sigung mit einem Bericht des Abg. Dr. Blanton horn. Um die linke Seite des Hauses zu übercumpeln, stellte der Abg. Dr. Arendt von der Steichspartei ben uit een gemeinten Antrag auf Zurückverweisung der Bositionen an die Kommission, zu dem Dr. Spahn vom Zentrum den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung stellte. Dr. Arendt zog darauf seinen Antrag zurück. Man wollte auf diese Weise die beiden Redner zum Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung sparen. Aber das Gelächter auf der Linten und der Ruf: Hineingefallen" machte der Rechten klar, daß auch die Linte einen Antrag eingebracht hatte. Nun mußten die beiden Reden, die eine für, die andere gegen den Antrag aaf Uebergang zur Tagesordnung, doch noch zugelassen werden. Als erster Redner zum Antrag Spahn meldete sich der Abgeordnete Dr. Arendt, der erst, als er auf der Tribüne stand, durch das Gelächter und die Zwischenrufe des Hauses merkte, daß er seinen eigenen Antrag zum Uebergang zur Tagesordnung empfehlen wollte; er ging deshalb mit ein paar furzen Bemerkungen wieder ab. Als Redner gegen den Antrag sprach stundenlang der sozialdemokratische Abg. Wurm, der sich einen Ordnungsruf durch die Behauptung zuzog, die Mehrheit rutsche vor der Regierung auf dem Bauch. Der Antrag Spahn wurde nun mit 219 gegen 74 Stimmen angenommen. Es wurde nun ein, Antrag Rösicke-- Dessau eingebracht auf Zurückweisung der Position 186 an die Kommission, den der Vizepräsident Graf Stolberg für unzulässig erflärte; trotzdem ließ er einen Antrag des Abg. Dr. Spahn auf Uebergang zur Tagesordnung zu. Singer eilte mit dem Rufe zur Geschäftsordnung" die Treppe zur Tribüne hinauf, erhielt aber das Wort nicht und blieb dann auf der Treppe stehen. Während nun auf der Rechten gerufen wurde ,,, herunter von der Treppe", erschallte links ber Ruf: Geschäftsordnung, Geschäftsordnung." Der Präsident forderte Singer auf, die Treppe zu verlassen. Aber dieser blieb stehen. Nachdem er dreimal den Gehorsam verweigert hatte, erfolgte sein Ausschluß von der Sigung laut§ 6 der Geschäftsordnung. Es entstand nun ein sol cher Lärm, daß die Sigung auf eine halbe Stunde unterbrochen werden mußte. Während der Pause verhandelten Singer, Bebel und Graf Stolberg mit einander. Nach der Pause erhielt Abg. Rösicke das Wort zu seinem Antrag, der dann durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt wurde. Nach einer längeren Geschäftsordnungsdebatte, in der Dr. Spahn ausführte, daß auch unter dem Präsidium Fordenbecks der Abg. Windthorst die Zulässigkeit eines Antrags auf Uebergang zur Tagesordnung für einen an sich unzulässigen Antrag betont hake, und in der Dr. Barth erklärte, die Minderheit werde sich das merken, erhielt der Abg. Gothein das Wort zum Bericht über die Positionen 190-218. Treßdem er erklärt hatte, er jei wenig vorbereitet, sprach er zu ei Stunden lang. Der Saal war währenddem sast leer. Nachdem noch die Abg. Heine und Stolle zur Sache gesprochen hatten, wurde um 5 Uhr die Sigung auf Antrag des Grafen Hompesch bis 7 Uhr abends ver tagt. Nab und fern. Aus † Ein blinder und tauber Schriftsteller. Brünn kommt die Nachricht, daß der bekannte Dichter und Schriftsteller Hieronymus Lorm, mit jeinem eigentlichen Namen Heinrich Landesmann, verstorben ist. Lorm, der ein Alter von 81 Jahren erreicht hat, ist schon seit seinem 15 Jahres befommen taub und bald darauf aänzlich ergen, dem Herrn Baron des ganze Terrain des Gutes Balbau abzukaufen oder abzustehen." Regina blidte en ekt auf. von dem Kauf überhaupt Wie gesagt, bas, Herr Direttor?" teilnehmend auf der Fragerin. Ich bin untröstlich, Ihim geeigneten Moment auch gutmütig zu blicken, ruhten die fleinen, grünlichen Augen, die die Fähigkeit besaßen, Ganz Waldau," wiederholte sie entseßt ,,, und warum ganz Waldau," antwortete Esser, und nen derartige o Regina wurde blaß geben, das mir Esser vorgeschossen hat." ich kann nicht zurücktreten, tann das Geld nicht zurück. Nur zum Schein habe ich Bebenfzeit gebeten, denn um glücklicher ältester Bruder ha Geld nicht wieder zurückgeben? Weil ein großer Teil bereits verwendet ist. die Hand gab, ist mir aufgefallen. Ich glaube, er weiß deine Verlegenheit. Und warum kannst du ihm das Die Miene des Direktors, als er dir zum Abschief Dein unwerden. und Er nur zu gut, wie sein Vater dachte, ex sich da er noch schwiegen. Ob er recht geian, wußte auch ohne laut gewordene Versicherung, die Liebe, die er befäße, was er bestimmt hoffte, würde sie wissen, daß er, feine Trennung bedeutete. Wenn sie Vertrauen zu ihm fühlte, daß, wenn sie empfand wie er, die Entfernung noch biesem Grunde hatte er gegen Olga über seine Gefühle ge in direkten Widerspruch mit ihm zu ſeßen. wußte on ihm abhängig war, wagte er nicht, nicht, aber er Aus ihr deutlich g Nicht wahr, Tante Marie, in Jtalten werbe Der Pönnen." Träumenden. hergestellt bist, um 1a so gern gesund werden. Gewiß, mein Liebling. sund?" schlug Zieschens heisere Stimme an das Db ge verhalte dich ganz ruhig und schlafe, damit du bald so weit Lieschen gehorchte wie ein folgsames Kind. Sie wollte das Bett verlassen und reisen Sie hing an dem Leben mit Sprich fein Wort, Lieschen, zu blindet, jo daß er eigentlich zu traurigem Dahinleben versammt schien. Wenn es ihm tregdem gelungen ist, seinem Dasein die Reichtümer der Lebendigen zu erhalten, sich ein universelles Wissen zuzulegen und namhafter Publizist zu werden, so hatte er das wohl in erster Linie seiner zähen Energie und Arbeitsfreude, die den Achtzigjährigen noch ein Buber die Ueberwindung des Besjimismus schreiben ließ, dann aber auch schwesterlicher Liebe und Bflichttreue zu verbanten. Alles, was den blinden und tauben Mann interessieren oder belehren fonnte, wurde ihm von seiner Schwester durch ein von ihr erfundenes Telephonierhstem vermittelt, wobei die Tastnersen des Handrückens Tage und Ohr ersezen mußten. Durch diese Aufopferung seiner Schwester gelang es form, sich zu einem äußerst fruchtbaren Schriftsteller heranzubilden. Auf dem Gebiete ber Ravelle, des Romans und des Dramas hat er sich Merall hervorgetan und ist bis zu seinem 80. Jahre fitteraris tätig gewesen. * Gin Abenteuer au der deutsch- rajfijshen Grenze hat fans Zufanteristen der Mensteiner Garnison in eine seht unbehagliche Situation gebracht. In der Nähe des Serses Moggen sollten sie zwecks einer Uebung mehrere Berniesangspunkte aussuchen, fanden aber einen von diesen nicht. Sie beschlossen darauf, in dem nächsten Weiler Erkundigungen einzuziehen. Bor einem Gebäude sahen jie Turngeräte uns hielten es deshalb für eine Schule. She traten ein und befanden sich in einer russischen Grenzwache, zur beiderseitigen größten Ueberraschung. Der Kommandant des Bokens telegraphierte sofort nach Warsau und erhielt den Befehl, die Breußen freizulassen. Rachbem er sie noch mit Speise und Trant erquickt hatte, ließ er die fünf Rerireten wieder über die Grenze zurückgeleiten. * Das Neueste von der Prinzessin van Roburg. Der Oberleutnant Natassich- Keglevitsch, der bekanntlich wegen Fälschung eines Wechsels, ausgestellt von der Prinzessin Louise von Koburg auf deren Schwester, die tonprinzessin Stefanie von Oesterreich, zu einer schweren Freiheitsstrafe verurteilt wurde, hat es verstanden, sich dez unglücklichen Prinzessin Lise wieder zu nähern. Diese ist bekanntlich in Andenhof b. Dresben in einer Heilanftalt, und Reglenitich hat es, of schärffter Bewachung der Brinzessin fertig gebracht, n ihr auf einer Spazierfahrt zu reden. Reglevitsch ft. Sie Ansicht geäußert haben, die Brinzessin zu entführen. Ste sei geistig ganz gesund und würde widerrechtlich in Lindenhof festgehalten. A Ber Kampf gegen die Tuberkulose. Zu Brüssel wurde in Gegenwart des Brinzen Albert und seiner Gemahlin eine Luberkulose- Station feierlich eingeweiht. Die Cation erhielt den Namen Albert- Elisabeth Dispensaire. ner Feier nahmen die Spigen der Behörden, sowie als Bertreter ausländischer Tuberkulosegesellschaften Calmette, Sereiven uub Suster( Frankreich), Bannwvis( BerHn) und Hillier( London) teil. Gemäß den Berhandlungen Ser Berkiner Tuberkulssekonferenz wird die Einrichtung von Wohnungs-, Pflege, Erholungs- und Heilstätten nach deutschem Muster beabsichtigt. Der Gebauten seiler. Dem Prof. Weltmer ist in den Ber. Staaten der Bestdebit entzogen worden. Der Hülfs. generalanwalt des amerikanischen Postdepartements, herr Christiancy, machte, wie aus Washington berichtet wird, über den merkwürdigen Professor und seine Kuren jolgende Mitteilungen. In zahlreichen Zeitungen wurden Juferate veröffentlicht, worin gejagt war, daß gegen Gutrichtung gewisser Gebühren Krankheiten geheilt und Leiden gehoben werden sollen. Die Entfernung galt dabei nichts, denn der Hellfünstler gebrauchte die als ,, Behandlung in Abwesenheit" bekannte Methode. Brofessor" Wellmer, der Vorsteher des Instituts, hatte die Theorie aufgestellt, daß der Gedanke den Körper beherrscht, und daß in Zällen, wo eine Hebereinfunft zwischen zwei Menschen getroffen ist, der eine Geist sich passiv dem andern untersrdnet, so das auf solche Weise mit Hilfe der Suggestion eine Krantenheilung bewirkt werden kann. Die dem bepartement obliegende Prüfung war nicht, ob dies glaublich sei, sondern die Bost benußt wurde, Geld unter falschen Vorspiegelungen zu erlangen. Eine Untersuchung ergab, daß das hauptsächlichste Bersprechen darauf hinauělief, das Professor Weltmer sich anheischig machte, für die monatliche Zahlung von 20 Mart die Rolle des ... jitiven" Weistes zu übernehmen, und täglich 15 Minuten Spezialgebanten für ben Battenten zu denken, der als paffiver Geist figurierte. Da das Einkommen des Instituts aus dent Weltmerismus" durchschnittlich etwa 10 000 Mart pro Tag(!) betrug, hätte der Professor täglich 15 000 Biertelstunden denken" müssen, und es ist Maz, daß Brofessor" Weltnier jedem der Patienten die 15 Minuten seiner Zeit nicht widmen konnte. Dazu fam noch, daß der Profeffer sich auf ausgedehnte Fesen begas, Corfefetouren im Lande abhielt und sich berhaupt nicht um die Behandlung der Batienten bes fümmerte, fondern sich durchaus auf 80 Schreiber und jeinen Geschäftsleiter verließ, von denen niemand für sich irgend welche Heilfünfte in Anspruch nahm. Aus diesem Grunde betrachtet ihn das Bestbepartement als Geirfiger mb hat ihm ble Bewusung der Boft für seine Zwede sexbaten. [ der Sund des Ministers.] Anläßlich des 25jährigen Ministerjubiläums des bayrischen Finanzministers Riebel wurde im intimen Kreise ein Festspiel aufgeführt, in dem auch ,, Buzis", des längst dahingegangenen Lieb fingshundes des Ministers, ehrende Erinnerung geschah. Bei dieser Gelegenheit teilt ein Leser den ,, M. N. N." eine ergögliche Geschichte mit, die Herrn v. Riedel wegen jeines Buzi passierte. In München waren die vielen Hunde in den Restaurationen zu einer wahren Plage gewor ben, und es erging ein Ukas, der noch heute in Kraft ist und den Hundebesitzern verbot, ihre Lieblinge mit ins Lokal zu bringen. Zu dessen Aufrechterhaltung wurde das Institut der Hundefänger", jezi Tierausscher", ins Leben gerufen. Diese neue Beamtenkategorie fam ihrem Berufe mit regstem Pflichteifer nach. Gleich in den ersten Tagen tam auch schon ein Aufsichtsorgan in den Franziskanerkeller, wo Minister v. Riedel an seinem Stammtisch saß, dicht neben ihm sein Buzi. Des ,, Tieraufsehers" scharfes Auge hatte diesen nun zu bald ent beckt. ,, Wem g'hört denn der Hund?" frug er am Tisch und mochte den betroffenen Mienen des ihm unbekannten Ministers wohl ansehen, daß er der Schuldige sei, weshalb er die nächste Frage um so bestimmter an diesen richtete:' hört der Hund Eahna?" Der Minister gab zu, Buzis Gebieter zu sein, und der Mann des Gesezes fuhr anklagens fort: Den Hund mög'ns scho' s nächſte Mal dahoam lassen. Wie hoaßen denn?..Riedel" lauteie die Antwort.- ,, Und mit'n Vornamen?" ,, Emil" ,, Wo wohnen S'?" Auch diese Frage ward richtig beantwortet, ohne daß der inquirierende Beamt zu ahnen begann, um wen es sich handle; er forscht. weiter: Was sans denn?" Finanzminister," tönt es dem Bestürzten entgegen, während sich gleichzeitig die Spannung der Tischgesellschaft in schallende Heiter feit löste. Hilftos starrte der fonsternierte Tieraussetzer tald den Minister, bald die lachende Tafelrunde an, der Augstschweiß trat ihm auf die Stirn und wandte sich schließlich dem Ausgange zu. Na, na, bleiben Sie nu da," rief ihn aber der Minister zurück. Schreiben Sie mich nur auf, die Vertuscherei hat keinen Wert." Und dabei blieb es, nachdem der Minister dem Aufseher ver sichert hatte, daß er keinerlei unangenehmen Folgen seiner energischen Pflichtausübung zu gewärtigen habe. " 〃 *[ Eine interessante Erinnerung an die Parijer Belagerung] bringt im Gaulois" der französische General Faverot. Am 28. November, gegen 11 Uhr Vormittags, schreibt er, gab es beim Gouverneur von Paris eine Art Kriegsrat. Ich hatte den General Ducrot bis zum Louvre begleitet. Da ich annahm, daß die Sitzung lang werden würde, ging ich zu Voisin frühstücken. Wollen Sie Elephantenrüssel essen, Herr Hauptmann?" fragte mich der Besizer des Hotels. Elephantenrüffel?" jagte ich, das ist allerdings nichts alltägliches. Ist's gut?" Ausgezeichnet." Also her mit dem Elephantenrüssel!" Es war ganz föstlich. Ich ließ mir noch ein zweites Stück geben. Wir haben nämlich die beiden Elephanten des Zoologischen Gartens gekauft," erflärte mir der Geschäftsführer. ,, Wie teuer?" ,, Un gefähr 15 000 Francs pro Kopf." Der Finanzminister in meinem Innern war nachdenklich geworden. ,, Und Sie verkaufen die Portion?" jagte ich leichthin.- ,, Vierzig Francs." Da ich ein sehr guter Mathematifer war, rechnete ich sofort im Kopfe aus, daß ich schon für vier Louis Elephantenrüssel verspeist hatte, und ich jah ein, daß es die höchste Zeit war, meine Eßlust zi mäßigen. Schwere Schiffsunfälle werden wieder gemeldet. Auf dem Dampfer Progreso", welcher auf der Werft der Eisenwerke zu Harborview liegt, explodierte ein Delbehälter. 11 Mann der Besagung werden vermißt; die übrigen jollen ums Leben gekommen sein. Der Schaden wird auf 200 000 Dollars geschäst. Laut telegraphischer Nachricht des Kapitäns Mehlis ist der zu der Swinemün der Rhederei Kunstmann gehörige Dampfer ,, Germania" auf der Reise von Swinemünde nach New Castle an der schottischen Küste unweit Aberdeen bei starkem Orkan gestrandet. Die ganze aus 25 Mann bestehende Besatzung hat sich in ihren eigenen Booten gerettet und ist in Aberdeen gelandet. Nach einer Meldung des ,, Reuterschen Bureaus" hatte das Schiff die Schraube verloren und war von einem Fischdampfer in Schlepptau genommen wor den. Am Mittwoch riß das Tau und die„ Germania“ geriet auf den Strand. - * Ein Säbelduell unter sehr schweren Bedingungen jand in der Reiterfaserne zu Petersburg zwischen einem ülanenleutnant und einem Arzt statt. Dem Offizier secundierten zwei Ulanenoffiziere, dem Arzt zwei Husarenoffiziere. Nach vier Minuten endete das Duell mit der Kampfunfähigkeit des Leutnants, der durch einen Hieb über den Ellbogen schwer verlegt worden war. Der Ärzt blieb underwundet. Bunte Chronit. Der General der Infanterie 3. D. Arndt, der letzte Enfel Ernst Morig Arndts, zulegt Gouverneur von Metz, ist in Baden- Baden 67 Jahre alt gestorben. Der Kaiser hat bestimmt, daß vom 1. April 1903 ab schwarze Paletots von Offizieren und Beamten der Militärverwaltung nicht mehr getragen werden dürfen Bislang war es den Offizieren gestattet, die älteren schwarzen Mäntel neben den neuen grauen aufuztragen; das dürfte nun in den meisten Fällen geschehen sein. Wie amtlich mitgeteilt wird, sind bei dem Brandunglück in der Konditorei von Koester zu Bochum nur 7 Bersonen umgekommen; 2 Personen, die als tot bezeichnet wurden, sind gerettet worden. Das Befinden der im Krankenhause untergebrachten Verletzten ist befriedigend. Regierungsrat Dr. Renvers aus Arnsberg ist behuss Feststellungen über das Brandunglück in Bochum eingetroffen. Dey Senior der deutschen Schüßen, der Rentier J. Gottlieb Schreiber, feierte in Eberswalde seinen 100. Geburtstag. Hus dem Gerichtssaal. § Der neue Pücklerprozeß. In der Strafsache gegen den Grafen Pückler- Kl. Tschirne stand wieder Termin vor der 9. Straffammer des Landgerichts I zu Berlin an. Wie bekannt, wurde von der Hauptverhandlung in voriger Woche der Anklagepunkt, bei dem es sich um Beleidigung der Richter der II. Straffammer des Landgerichts I handelt, abgezweigt. Die Anklage beruht hauptsächlich auf dem Bericht des Journalisten Schweder über die Verjammlung vom 9. November v. J. Der Angeklagte bestreitet, sich in der ihm in den Mund gelegten Weise geäußert zu haben und behauptet, daß der Bericht pikant und tendenziös aufgebauscht sei. Er habe in der Verjammlung allerdings sich darüber beschwert, daß ihn der Vorfizende wiederholt recht schroff behandelt habe. E wisse genau, daß er durchaus nicht speziell auf Moabit hingewiesen, sondern von den Behörden im allgemeinen gesprochen habe. Der Zeuge Schweder behauptet, wort getreu referiert zu haben, und der ebenfalls als Zeuge berufene aussichtsführende Polizeileutnant gibt an, daß der Schwedersche Bericht die Aeußerungen Büdlers zutreffend wiedergegeben habe. Es handelt sich besonders um eine Stelle, wo nach Schweder Graf Bückler gesagt hat: Ich stehe jest auf dem Standpunkt, daß man unseren Behörden und namentlich den Behörden am grünen Tisch energisch und barbarisch die Wahrheit geigen muß, so geigen, daß die Kerle auf den Rücken fallen. Der Staatsanwalt beantragte gegen Graf Bückler 2 Monate Gefängnis. Der Gerichtshof nahm eine Beleidigung der Moabiter Richter als vorliegend an, und verurteilte den Angeklagten zu 600 Mark Geldstrafe oder für je 15 Mark 1 Tag Gefängnis. Sihung der Stadtverordneten. lung leitete ber Mumb D Ben Burd eines and familie a als Bitglieder an Ju pen. Mon Herr Oberbürgermeister Mitteilung von der vom Gaft Vor Eingang in die Tagesordnung machte der 2 Mart betragen, wirte- Berein einberufenen Versammlung zur Bildung brigen Beitrag eines Verkehrs- Vereins. Es sei der Gedanke, auf desem ponge Birge Gebiete vorzugehen, im Interesse der Allgemeinheit nuttebenb freudig zu begrüßen und bitte er die Kollegen recht zahlreich heute Abend die Versammlung zu besuchen. and den Stabiberechneten Balfer and Ro Die Genehmigung von Rechnungen für Zwecke der fortium Kanalisation hat nur ein formales Interffe. Digile wird das handelt sich dabei um die Bewilligung bon 622 MadBerring auda für Zwecke der Lagerung und Unterbringung bone Beit nod Materialien auf der Margarethenhütte. Die Bergebit Boldampf bie ung von Spülbrunnenrohren und von verschiebbaren anberra in auf - Spülflappen für die Kanalisation, die freihändig der geben werden sollen, wird von der Versammlung ge nehmigt. Die Fortsetzung der 3. Schneiße im Stadt wald am Schiffenbergerwege und die 4. Schneiße sollen in diesem Jahre chaussiert werden. Hus Helfen Mit der freton folgten händigen Vergebung der Materiallieferung und der de frei gew Herstellung dieser Waldwege erklärt die Versammlung rechner D fich einverstanden. Bei der Vergebung der Schloffer # werden. Alafelb, 2. S 18 femelorps.) arbeiten, Thürbeschläge und Schlösser für die Friedhofs fiber Brinatan fapelle ist bei einer stattgehabten Submission Schlosser Bürger meister Wiegandt mindestfordernder geblieben und hat den Zuschlag erhalten. Wiegandt will sich nun in feiner Offerte geirrt haben, in dem er für 4 stumſt schlösser den Einheitspreis von 125 Mart, als für alle 4 Schlösser in Rechnung gezogen hat. Unter Darleg ung der Verhältnisse, bittet Wiegandt, ihm noch die zu wenig berechneten 375 Mark nachträglich zu vergüten. ( Fortseßung in nächster Nummer.) Giessener Cagesneuigkeiten. " Bomfurt a. der Unteroffiz fgte.( Fra erfands, Gehors Monaten Gef in die Beit ausge Bettert. Dabei fiel febel eigens bo fethielt und fi I und lief fort. ** Seine Königliche Hoheit der Großherzog habentet. Gegen den Allergnädigst geruht, am 3. Dezember den Bezirkskaffier der feldwebel verlegte B zirkskaffe Michelstadt Ludwig Müller zum Minifter al Atang Gegen da registrator bei dem Ministerium der Finanzen zu erneunen eingelegt worden. S ** Der Großherzog hat am 22. November d. 3. Obertriegsgericht ni dem Kurhausaufseher Heinrich Horn zu Bad Nauheim bie er gar night wiffen Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen der ihm van Borgefesten vor fi Seiner Hoheit dem Herzog von Anhalt verliehenen Silbernen fallen, und außerder Meda lle des Herzoglich Anhaltischen Hausorden Albrech: jonft lein Boften ſtel den erteilt. Anflage der Selbstbe ** Der Hofjunker und Gerichtsaccessit Freiherr Dr. horfamsverweigerung Erwin v. Heyl zu Serrnsheim ist mit Ermächtigung verlegung zu 8 Tag des Großherzogs für die Tauer eines Jahres der Broz Feldzug in China o herzoglichen Gesandtschaft in Berlin attachiert worden. treter der Anklage ** Das Regierungsblatt Nr. 76, ausgegeben Strafe auf 1 Jahr Darmstadt, 3. Dez., hat folgenden Inhalt: Belaun Berluft der Treffen machung, den Bau und Betrieb einer Eisenbahn von was für den Angello als Gemeiner hätte divifion.) Dir 9 Uhr findet im Sigungssaal des Regierungsgebäude 7. Romp. 87. Inf zu Gießen, Brandplag Nr. 9 eine öffentliche Provinzial Birtschaft in den Ausschußfizung mit folgender Tagesordnung statt: 1 Enteignung von Grundstücken des Karl Stern 3 geworfen. Da aber und fchließlich eine Homberg a. Ohm zur Erbauung der Nebenbah Berfen ausgeholt b 3) Beschwerde harte Körper auf des Gutspächters Bornemann zu Obboenhofen wegen der Füfilier Rüdig Sperrung eines Verbindungsweges zum Bahnho Biedbaden) hat bo Lampertheim nach Weinheim betr. ** Herr Baurat Stahl von hier wurde heute ein stimmig zum Bürgermeister von Friedberg gewählt. Samstag, den 13. Dezember, Vormittags hal - Nieder Gemünden Nieder- Ofleiden. Bürgermeisterwahl zu Reinhardshain. Bellersheim. 2 da er als früherer ** Frankfurt liegend an und spr 6.40 Rt geprellt. ** Der heutigen Auflage liegen zwei Fortsegungen Mittelarreft.der., Obechessischen Familienzeitung" bet. ** Bei dem am 25. und 25. Nov. d. Js. zu Gießer stattgefundenen Marfte waren aufgetrieben 1016 Rindvich 869 Schweine. Der nächste Markt findet am 9. und 10 Dezember d. Js. statt; am leßten Tage auch Krämer marft. ** fidh der Musfetier S Frankfurt a. M.) laben. So hat er Dredjad" beleidig As Raffirer eines geldern eine gering ( Privattelegramm.) Bei der heutigen mit 10 Mt. Geldfir Ziehung der 2. Al. 7. Großherzogl. Hessischen Landes Muth von der 2. S lotterte wurden nachstehende Haupt- Gewinne gezogen: 20 000 Mt. auf Nr. 94 147 Darmstadt, 10 000 4 389 Babenhausen, " " " 2000 1000 19 24 802 Dorn( Thüringen), " " 23 416 Main, " " " 1 " 23 102 Ortenberg. * Von hessischen Behörden werden it ed brieflich verfolgt: Korbmacher Johann Adam Klein aus Fauerbach wegen Bedrohung, Dienstmag Anna Pfeil aus Dannenrod wegen Diebstahls, Wilh Teitge aus Dannefeld wegen Betrugs und Tag löhner Heinrich Müller aus Ulrichstein wegen Dieb stahls, sämtlich von der Großh. Staatsanwaltschaft Gießen; Schweizer Franz Stolle aus Dessau wegen Diebstahls vom Großh. Amtsanwalt zu Gicßen Der schon seit langen Jahren im Gedanken aufgelebte Verkehrsverein für Gießen ist nun endlich zur Thatsache geworden. Man hat es jetzt all sehr nüßlich anerkannt, daß man auch nach hier die Fremden verweißen muß; große Vorteile für die Stadt für die Kaufleute und den gesamten Gewerbestand sind dadurch gesichert und warum sollen wir's nicht auch so machen, wie schon seit langen Jahren viele andere Städte, die nicht so bequem und so schön liegen, auch nicht das bieten an Anstalten, Hochschulen und dergl. als gerade Gießen. Der hiesige Gastwirte berein, als die der Sache am nächststehende Korporation, hatte für gestern Abend eine öffentliche Versammlung nach dem Café Beib einberufen, in welcher der Gründ ung eines solchen Vereins nähergetreten werden sollte. Die Stadtverwaltung war durch Herrn Oberbürger meister Mecum und mehreren Stadtverordneten vertreten, außerdem waren Mitglieder des Detailliste und des Verschönerungsvereins erschienen. Die Versamm fagte am 14. Apr wanderte per pede Dort berfuchte er Birte unter der S nach Limburg ab 4,50 bezo. 2.50 Wohnung des S fibigte fich bon Rönigs Rod und furzer Hand hir furbab in's Fu 31. Oftober flucht, Betruge Diebstahls zu 2. Alaffe des sh. Darm berhandelte he Fr. Haber M Anfang S Tages Bio Grandßigung adtverordneten. lung leitete der Vorsitzende des Gastwirtevereins, Herr Mund. Die Diskussion über die Gründung und * ber die Gründung und ben 8wed eines Berkehrsvereins war sehr eingehend und sämtliche anwesenden 62 Herren meldeten sich meldeten sich Gießen, 4. Dezbr. 1902 als Mitglieder an. Der Jahresbeitrag soll mindestens Jahre unter Mitnahme von ca. 12000 Mart ins Ausland verschwunden, aber ausgeliefert durch die Strafkammer im Februar zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt, fich weiter der Unterschlagung von 3920 Mark schuldig gemacht Bücher Er hat im hat im Tagesordnung madte 2 Mart betragen, ohne dadurch der Milbthätigkeit Schranken fälschungen vorgenommen haben soll. | nis nach einem Rain a ut e giltiger Weise im Großen Meyer" geboten ist. Schon an ben im Titel angegebenen Bahlen läßt sich die Bedeutung biefes einzigen Unternehmens ermess n welches das gesamte Wissen unserer Zeit in mehr als 148 000 Artifeln und Verwei fungen zusammenfast, also in einer Biffer, von der sich nach Heilung von der vom Ge zu feßen. Man war allgemein der Ansicht, lieber einen April 1900 Coupons bon 4 Proz. Frankfurter Hypo menschlichem Ermessen erwarten läßt, daß fie vollständig ist. Bersammlung zur Bild niedrigen Beitrag zu erheben, dafür soll sich aber auch die thekenbankpfandbriefen im Betrage von 5691 Marf Außerdem find auf etwa 130 Tegtbeilagen noch be sei der Gedanke, auf de ormales Interffe. ganze Bürgerschaft beteiligen. Eine fiebengliedrige Rommission, an die Firma Merzbach in Offenbach verkauft, aber nur den Betrag von 1771 an Ginnahme gebucht. Um sondere Erläuterungen zu den Abbildungen, Namens register zu den Karten und Plänen, statistische UeberDer soeben erschienene 1. Band bereits alle die hier erwähnten Vorzüge, und wir können nur bedauern, durch Raummangel gehindert zu sein, im einzelnen darauf einzu Möchte doch Niemand versäumen, die günstige Zeit des bondweisen Erscheinens zum Ankauf dieses bitte er die Kollegen te Stadtverordneten Haubach und Kirch, Kaufmann den Fehlbetrag zu decken, sind die ersten im Oktober fichten 2c. gegeben. ersammlung zu besuchen. Balser und Röhr und den beiden Gastwirten Jas fälligen Coupons- Einnahmen im Handbuch der Differenz Ahnungen für 3mede torsi und Mundt, wurde per Afflamation gewählt. zugeschrieben worden, sodaß die Fälschung nur mit Bewilligung von 622 M solchen Vereins ausarbeiten, so daß man schon in aller- für Coupons find überhaupt nicht gebucht. Die Zeugen, und Unterbringung nächster Beit noch Weiteres hören wird. Möge also nun sowie der Sachverständige Gr. Oberrechnungs- Revisor rethenhütte.- Die Ber mit Bolldampf die Sache betrieben werden, damit wir den sprachen zu seinen Ungunsten, während der Angeklagte wahrhaft nationalen Hausschazes zu benußen. en und von verschiebba anderen Städten auf diesem Gebiete bald gleichkommen. sation, die freihändig! bon der Versammlung Der 3. Schneiße im Sta und die 4. Schneiße fol Materiallieferung und er Bergebung der Schloffe Aus Heffen und Nachbargebieten. Nachbem durch den im legten großer Mühe zu entdecken war. Andere Einnahmen Andere Einnahmen die Unterschlagung entschieden leugnet und über die fehlenden Gelder absolut feine Auskunft geben kann. Die Buchungen habe er irrtümlich aber in guten Glauben gemacht. Die Geschworenen tamen nach längerer Beratung zu einem Nichtschuldig, sodaß Der Gesellenausschuß der werden. Mit der sommer erfolgten Tod des Beigeordneten Georg Rifolet Freisprechung erfolgte. ertiärt die Berſammlur beſſen Stelle frei geworden war, wurde heute ber Gemeint. ** Alsfeld, 2. Dez. Die höhere Mädchenschule, ** Mainz, 4. Dez. Maler, Tüncher und Lackierer legten der Innung einen neueu Lohnt arif vor. Der vorweihnachtlichen Zeit Rechnung tragend, bietet die soeben erschienene Nuuimer 48 des beliebten Frauenblattes häuslicher Ratgeber nach dem tiefempfundenen Gedicht Adventsglöckchen" den sehr beherzigenswerten Artikel"" Adventsffänge" von Alice titelt Kind und Märchen" eingehende Kinkel, ferner einen Beitrag von G. von Langfeldt, befprechung der ballenben Geichentlitteratur für unſere Lieblinge. Eine sehr dankenswerte Gepflogenheit des Blattes ist ferner, ju hohen Festtagen ud Familienbringen.- Probenummern gratis von Robert Schneeweß, Berlin W. 30, Eisenacherstraße 5. Schlösser für die Friedhof die bisher Privatanstalt war, wird von Ostern 1903 an bten Submission Schloffa als höhere Bürgerschule für Mädchen" verstaatlicht Unweit der Station Herbeshausen( Kreis Eschwege) festen ansprechende Aufführungen zu gen hat. Unter Darle et Wiegandt, ihm n 75 Mart nachträglich werden. ordernder geblieben Wiegandt will fidh nun i in dem er für 4 stuni 18. Armeekorps.) Um b. November Kriegs** Frankfurt a. M., 4. Dez.( Oberkriegsgericht des § Mact, als für al gericht ben Unteroffizier Abolf drawerurteilte bas Reis Schramm von 6. Komp. 81. Juf. Rgte.( Frankfurt a. M.) wegen Selbstbefreiung, Widerstands, Gehorsamsverweigerung und Achtungsverlegung zu 3 Monaten Gefängnis und Degradation. Schramm war über die Zeit ausgeblieben und deshalb über die Mauer geflettert. Dabei fiel er einem von dem wachhabenden Bize: feldwebel eigens dort aufgestellten Bosten in die Hände, der ihn festhielt und für arretiert erklärte. Schramm riß sich los und lief fort. Die Halterufe des Postens ließ er unbeber Großherzog habachtet. Gegen den hinzukommenden wachhabenden Reserve chster Nummer.) esneuigkeiten. ber den Bezirkskassier de vizefeldwebel verlegte er dann durch allerlei Rebensarten die Müller zum Miniſter al Achtung Gegen das Urteil ist von beiden Seiten Berufung er Finanzen zu ermunen eingelegt worden. Schramm hat mit der feinigen Glück. Das am 22. November d. 9 Oberfriegsgericht nimmt nämlich zu seinen Gunsten an, daß rn zu Bad Nauheim bi Lum Tragen der ihm bb er gar nicht wissen fonnte, er habe in dem Posten einen Borgeseßten vor sich. Diesem war der Helm heruntergenhalt verliehenen Silberne fallen, und außerdem befand er sich auf einer Stelle, wo ten Hausorden: Albred sonst kein Bosten steht. Deshalb wird Schramm von der Anflage der Selbstbefreiung, des Widerstands und der Gerichtsaccessit Freiherr D horsamsverweigerung freigesprocher und nur wegen Achtungsim ift mit Ermächtigun verlegung zu 8 Tagen Gefängnis verurteilt. Er hat den er eines Jahres der Groj Feldzug in China als Unteroffizier mitgemacht. Der Vertreter der Anklagebehörde hatte heute die Erhöhung der Strafe auf 1 Jahr 3 Monate Gefängnis beantragt. Beim Berluft der Tressen sollte es natürlich sein Bewenden haben, was für den Angeklagten besonders schlimm gewesen wäre, da er als früherer Unteroffiziersschüfer noch einige Jahre als Gemeiner hätte nachdienen müssen. lin attachiert worden. att Nr. 76, ausgegebe enden Inhalt: Belaun eb einer Eisenbahn von etr. on hier wurde hente, ein on Friedberg gewählt ember, Bormittags ha des Regierungsgebäude eine öffentliche Brovinzie Tagesordnung ftatt: des Karl Stern uung der Nebenbay eder Ofleiden. dehain. 3) Beschwerd zu Obboenhofen weg sweges zum Bahnh egen zwei Fortjeßunge ung" bet. Rov. d. 38. zu iez Markt findet am 9. getrieben 1016 Rindoi u legten Tage auch Krämer m.) Bei der heutige 4147 Darmstadt, 4 389 Babenhausen, 4802 Dorn( Thüringen), 3416 Mainz, 3102 Ortenberg. ** Frankfurt a. M., 3. Dez.( Kriegsgericht der 21. Division.) Der Unteroffizier Wilhelm Hugt von der 7. Komp. 87. Inf. Rats.( Mainz) hat sich in einer Mainzer Wirtschaft in den Streit zweier Billardspieler eingemist und schließlich einem derselben ein Bierglas an den Kopf geworfen. Da aber der Andere zuerst mit seinem Glase zum Werfen ausgeholt hat, nimmt das Gericht Notwehr als vorliegend an und spricht den Unteroffizier von der Anklage: harte Körper auf Menschen geworfen zu haben" frei.- Der Füsilier Rüdiger von der 4. Komp. 80. Inf. Rgts. ( Wiesbaden) hat vor seinem Diensteintritt eine Logisfrau um 6.40 M. geprellt. Dafür spaziert er jetzt auf 3 Tage in den Mittelarrest. Ebenfalls vor seinem Dienstantritt hat sich der Musketier Keller von der 6. Komp. 87. Inf.- Rgts. ( Frankfurt a. M.) einige Kleinigkeiten auf's Kerbholz ge laden. So hat er einen Nachtwächter durch den Ausdruck Dreckfac" beleidigt. Dafür muß er jest 15 Mr. bezahlen. Als Kassirer eines Radfahrervereins hat er von den Kassengeldern eine geringfügige Summe unterschlagen. Das wird mit 10 Mt. Geldstrafe geahndet. Der Musketier Alexander " - - ** Kassel, 4. Dez.( Opfer der Schnee stürme.) waren gestern Nacht 3 Arbeiter mit der Säuberung des Geleises von Schnee und Eis beschäftigt. Als fie, nach gingen, überhörten ſite bei Bem Schneetreiben das Herange eines Schnellzugs. Sie wurden von der Maschine erfaßt und bei Seite geschleudert. Dabei wurde der Arbeiter Kapp, Vater von 4 Kindern, gegen die Barriere geworfen und getötet. Der Arbeiter Firnau wurde lebensgefährlich verlegt, während der Dritte mit einem Sturz über die Böschung und dem Schrecken davonkam. Aus dem Gerichtssaal. Cöffengericht. Gießen, 2. Dezember. ( Schluß.) Nach kurzer Bause wird die Verhandlung wieder aufgenommen. Der erst 14 Jahre alte Hausbursche Heinrich von Gießen hat sich wegen Diebstahls zu verantworter. Er hat seinem früheren Dienstherrn Laih 2 Riften entwendet und verkauft. In Anbetracht der Jugend des Angeklagten erfennt das Gericht auf die gelindeste Strafe, die das Gesetz fennt, den Verweis.- Der Schlossergeselle Gustav B. von Gießen erhält wegen Körperverlegung 2 Wochen Gefängnis. Bulegt kommt die Privatflage des Hermann Rosenbaum von Rodheim an der Bieber gegen die Katharine 2. von Lollar zur Verhandlung. Die Lettere soll erzählt haben, Rosenbaum hätte sich aufhängen wollen. Die Angeklagte sucht den Wahrheitsbeweis durch die Ehefrau Rosenbaum zu führen, was jedoch mißlang, denn diese bezeugt unter Eid, daß die Angaben der L. unwahr seien. Die Angeklagte erhält wegen Beleidigung 2 Wochen Gefängnis und dem erhält wegen Beleidigung 2 Wochen Gefängnis und dem Kläger wird die Publikationsbefugnis zugesprochen. Sinnsprüche. ( Eingesandt.) Entfallen sind dem Baum die Blätter, Verflungen ist ihr leises Spiel. So ist auch mancher Mensch gefallen, Eh er er echt sein höchstes Biel. Wer niemals unter Schicksalsschlägen gerungen und ge litten hat, Wer nie ohn' manch geheimes Beben den nächsten Tag erwartet hat, Wer nie gefämpft ums täglich Brot Der flage nicht und danke Gott. Litterarisches. neuMeyer's Großer Konversations- Lerikon. Ein Nach bearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11 000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Justrationstafeln( darunter etwa 190 Fa bendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen) so vie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark.( Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien.) rzogl. schlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich ni Haupt- Gewinne gezogen sagte am 14. April d. J. seinem Truppenteil Balet und wanderte per pedes apostolorum gegen Limburg a. d. L. Dort versuchte er sich zunächst als Betrüger, indem er zwei Wirte unter der Vorspiegelung, er sei Bursche bei einem nach Limburg abfommandierten Offizier, um Beträge von 4,50 bezw. 2.50 mt. prellte. Einem Gendarm, dem er die Wohnung des Offiziers zeigen sollte, brannte er durch, ftibigte sich von einer Wäscheleine Rock und Hose, warf des Königs Rock und Hose, sowie das Seitengewehr mit Koppel fürbaß in's Fuldaer Land, angeblich als Arbeiter". Am 31. Oktober wurde er erwischt. Er wird" wegen Fahnen Diebstahls zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt und in die 2. Klasse des Soldatenstandes versezt. ehörden werden it ed Smacher Johann Abar Bedrohung, Dienftmag wegen Dicbitable, Will kurzer Hand hinter eine Hede und wanderte seines Weges wie es Meyer's Großes Konversations- Leg fon ist, muß uns " oßh. Staatsanwalt/ dhof flucht, Betrugs, Preisgabe von Dienstgegenständen und en Betrugs und Tag Ulrichstein wegen Dieb Stolle aus Deffou Amtsanwalt zu Gicer зи sh. Darmstadt, 3. Dez. Das Schwurgericht verhandelte heute gegen den früheren Sparkassenrechner Frz. Xaver Mayer zu Offenbach, welcher im vorigen Das Erscheinen der neuen Auflage eines Riesenwerkes, in doppelter Beziehung zur Bewunderung hinreißen, indem wir gleicherweise über den hohen Stand der Lexikographie und über die Aufnahmefähigkeit des deutschen Volkes staunen. Der Schlüssel dazu bietet sich in unserer so reich bewegten Zeit, in den unaufhaltsamen Fortschritten der Wissenschaften und der Technik und in der dadurch hervorgerufenen Spezialfierung aller Gebiete. Sie verhindert oder erschwert boch wenigstens den Ueberblick, schafft also geradezu das BedürfTheater- Verein. n Jahren im Bedan n für Gießen it 7. Man hat es jetzt man auch nach hier ze Vorteile für die Stat amten Gewerbestand fi cum follen wir's nic eit langen Jahren vie bequem und so shi an Anftalten, Sodiu Der hiesige Bafimirt chfiftehende Rorporation Offentliche Berfammlun 7, in welcher der Grlink Sergetreten werden foll urd Herrn Oberbürger reren Stadtverordnete tglieber bes Detaillifte erfchienen. Die Berfam 4. Vorstellung: Freitag, den 12. Dezember. Dr. Klaus, Luftspiel von Arronge Un'erem lieben Freunde Start S. II. de herzlichsten Giü fwünsche zum Geburtstage Mögest Du noch eine Reihe von Jahren deiner Familie erhalten bleiben. Dieses wünscht Dir von ganzem Herzen der Jakob ber Heinrich und der Louis. Lubowski: Herr Schmasov vom Königl. Hoftheater in Kaffel. 15jähr. Mädchen Anfang 8 1hr pünktlich. Ende gegen 10% Uhr. Tageskarten bei Ernst Challier und an der Kass: ju f. 5, 4, 3, 2( Mitglieder 50 für früh morgens gesucht. Studentenfarten bei E. Challier Mf. 1.50, an der Kasse Vit. 2. Moltkestraße 7. Pfg. Ermäßigung.) Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Am 2. Advent, den 7. Dezember. Gottesdienst. Zu der Stadtkirche. Bormittags 9,30 Uhr: Brofessor Dr. Drew 8. Vormittage 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. Nachmittags 2.30 Uhr: Kinderfirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Scheunemann. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäusgemeinde, wozu noch besonders die tonfirmierte Jugend eingeladen wird. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Donnerstag, den 11. Dezember abends 8 Uhr im unteren Konfirmandenssal, Kirchstraße 9, Bibelstunde. Marc. 2. Pfarrer Scheunemaun. Au 3. Advent findet im Abendgottesdienst Beichte und heil. Abendmahl für die Warfusgemeinde statt, wozu noch besonders die fonfirmierte Jugend eingelad: wird. Anmeld ung vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde, Alicestraße 12 erbeten. In der Johanneskirche. Vormittags 9 30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumaun. Nachmittags 2 Uhr Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heiliges Abendmahl für die Johannes. gemeinde. Hierzu wird die fonfirmierte Jugend besonders eingeladen. Aumeldungen vorher bei dem Bfarrer erbeten. Nächstfolgenden Sonntag den 3. Advent Beichte und heiliges Abendmahl für die Lufasgemeinde im Abendgottesdienst. Montag, den 8. Dez., abends 8 Uhr, Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johannesfirche. Pfarrer Enler. Batholische Gemeind. Samstag, den 6 Dezember. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen heit zur heil. Beicht. Sonntag, 7. Dezember: 2. Adventssonntag. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heilige Messe, " vor und in derselben Austeilung der hell. Kommunion Bormittags um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. 9.30 Uhr: Hochant mit Bredigt. Rachmittage 2.30 Uhr: Chriftenlehre, darauf Adventsandacht. Montag und Dienstag Abend von 5-7 Uhr werden fremde Priester Beicht hören. Marktbericht. □ Herboru( Dill), 3. Dez. Auf dem heute abgehaltenen 12. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 153 Stück Rindvieh und 217 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen I. Qual. 68 bis 70 Mt., II Qual. 65 bis 67 Mt., Küh und Render I. Qual. 60 bis 62 Mt., II Qual. 50 bis 55 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt fofteten Fertel 30 bis 54 Mt., Läufer 60 bis 80 Mt. und Einlegschweine 90 bis 110 Mt. das Paar Der ächste Marft findet am 22. Dezember statt. D: ud und Verlag der Gießener Verlagsbruderi, für die Redaktion verantwortlich: Albin klein, Gießen. Wer telle sucht, vett. die Deutsche Vakanzenpost& Ŕlinaen Kinderstühlchen wird gekauft. Afterweg 57 II. Stadttheater Gießen. Samstag, den 8. Dezember 1902: 8. volkstümliche Vorstellung. Nora. Prima Aepfelwein. J. Arno'd. Gutes Pianino zu verkaufen. Näh. Wiener Hof. Bekanntmachung. Betr. Die Ausführung der Gewerbeordnung. Möbel Wir bringen hiermit zur allgemeinen Renntnis, daß auf jeder Art, als Patent- Kleiderschränke, Berticos, Grund des Drtsstatuts vom 27. Juni 1892 am 7., 14. und Waschtische, Waschkomu oder, Beitellen, Kommo 21. Dezember 1. Js., als den drei Sonntagen vor Weih- den, Tische, Näht jce, Stühl. in schöner Anewabl nachten, die Beschäftigungszeit der Handlungsgehilfen 2c. und eingerahmt Bilder, Haueseg y, Spiegel, Garderobedie Berkaufszeit für das gesamte Handelsgewerbe bis 10 Uhr und sandtusständer, empfiehlt als praktische Weihabends ausgedehnt werden kann. nachtsgeschenke Ferner wird zur Kenntnis der Interessenten gebracht, daß in Ausführung des Reichsgeseßes über die Abänderung der Gewerbeordnung vom 30. Juni 1900 die Vorschriften über die Mindeftruhezeit und Mittagepause der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter im Handelsgewerbe feine Anwendung zu finden haben und die Läden und offenen Verkaufssteller bis abends 10 Uhr offen gehalten werden dürfen an folgenden Wochentagen vor Weihnachten: 9. bis 13., 15. bis 20., 22. bis 24. Dezember, sowie am Tage vor Neujahr Mittwoch, den 31. Dezember 1. Js. Gießen, den 30. November 1902. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Alldeutscher- Verband Ortsgruppe Gießen. Freitag, den 5. Dezember 8 Uhr abends, im oberen Saale des Café Ebel Versammlung, in der Herr Oberlehrer Altendorf über Was ist alldeutsch? Der alldeutsche Gedanke und die alldeutschen Ziele sprechen wird. Gäste find willkommen. ERPRO GELOB Der Bestand. EBUER BERDUX SIESSEN HORSTR 27 LINDEN FEAT12 Kuchen- u. Konfektmehl. Kaiserauszug 5 Pfd. à 14 Pf. 10 Pfd. à 13 Pf. 11. Blütenmehi 5 Pfd. à 16, 10 Pfd. à 15 Pfg. Hochfeinstes Diamantmebi 10 Pfd. à 1s Pf. 25 Pfd. Päckchen 4.25 mark sowie sämtliche Backartikel und Zuthaten empfehlen Gebrüder Berdux, Bahnhofstr. 27. Cindenpl. 12. Erneuter Hilferuf. Die, den gebildeten Ständen angehörige, durch langjährige Krankheit und harte Schicksalsschläge schwer heimgefuchte Familie mit unversorgten Kindern, deren sich die christl. Nächstenliebe s. 8t. in so dankenswerter Weise angenommen hat, bedarf noch weiterhin der thatfräftigen Unterstügung. Es gilt jest nicht mehr blos zu stärken, was sterben will, sondern dem zu helfen, was leben will. Um der Liebe Christi willen bitte ich um neue Gaben, das angefangene gute Werk zu vollenden. 1. Joh. 3, 16-18. Pfarrer Emil Geeke. Klezko, Prov. Posen. sar Cäsar und Minka Racehundezüchterei nebst Handlung ZAHNA( Preussen)> Lieferant Sr. Maj. d. Deutsch. Kaisers, Sr. Maj. des Kai- ers v. Russland, des Gros sultan d. Turkei u. vieler Kaiserl., Königl. u. 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F In Gießen in den Drogerien von dolf Bieler, W. Kilbinger, Gustav Walter. Für Magenleidende. Allen denen, die sich durch Er ältung oder Ueberladung des Magens. durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, mie: Magentatarrh, Mages krampi, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Vers schleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfahlen, denen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, des Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebe uch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Keime erstift. Man sollte also nicht fäumen, eine Anwendung allen anderen scharfen, äß n- den, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Gopfschmerzen Jufflußen, Sod rennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverkopfung wie Seklemmung, Kolik chmerzen, und deren unangenehme Folgen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, Wilz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stub! alle untaugliten Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folae schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und eines tranfhaften Zustandes der Leber. Bei gänglicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und GemütsverNimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fiechen oft solche Kranke lang'am dahin. Kräuter- We n giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben. Zahlreiche Anerkennungen und Danfschreiben beweisen dies. Bräuter Wein ist zu haben in Flaschen à Mf. 1.25 und Mk. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- ginden, W klar Fro hausen, Craunfels, Bukbach, Brandoberudorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Allendorf, Grünberg, Lich, Hungen, Laubach Bad- auheim, Marburg u. f. w., fowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuter: wein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound fistefrei. Mindestquantum in Engrosversand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrich, schen Kräuterwein. Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; seine Best d teile sind: Malogawein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Eberefchensaft 150,0 Kirschsaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerif. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Kalmuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man. Soeben beginnt zu erscheinen: Sechste, gänzlich neubearbeitete Meyers Grosses 11,000 Abbildungen, 1400 Tafeln und Karten, und vermehrte Auflage. 148,000 Artikel u. Verweisungen. KonversationsLexikon. Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mark. Prospekte und Probehefte liefert jede Buchhandlung. Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien. Atelier für Portraitmalerei: von Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Plockstrasse 8 a II. Farbiges Panorama von Giessen 45 X 65 zu 5 Mk. Die amtliche k. k. ,, Wiener Zeitung" Nr. 277, Seite 775, bespricht in würdiger Weise folgende Anerkennung der Heilkraft des Wilhelm's antiarthritischen und antirheumatischen BlatreinigungsThere des Herrn Franz Wilhelm, Apotheker f. und f. Hoflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich: Nach mehrseitig gemachten Erfahrungen fönnen wir den antiarthritischen und antirheumatischen BlutreinigungsThee als ein sehr treffliches Mittel in rheumatischen und git tischen Leiden anempfehlen. Seine spezifische Wirkung äußert er auf die gesamte Blutmasse des Körpers, sowie auf das Nervensystem, indem er die Dickflüssigkeit des Blutes hebt, das fohlenstoffhaltiae venöse Blut im Unterleibe reinigt, Schleim und Gallenstofflagerungen entfernt, sowie Stuhl verstopfung hebt, welche sämmtlich zur Entstehung genannter Krankheiten Anlaß geben Selbst der anhaltendere Gebrauch dieses BlutreinigungsThees belästigt die Verdauung nicht, im Gegenteile, er fräftigt sie. Besonders empfiehlt sich der Gebrauch dieses Thees im Herbst, im Frühjahre, sowie auch in rauberer und fälterer Jahreszeit, wo genannte Uebel hervorzutreten und die mit demselben Behafteten arg zu quälen pflegen. Um sich vor falschen Nachahmungen dieses Thees zu hüten, wodurch der genannte aute Erfolg nicht erzielt wird, beziehe man denselben direkt aus dem Depot des Herrn Fronz Wilhelm, Apotheker, f. und t. Hoflieferant in Neunkirchen( bei Wien) oder bessen Niederlagen. Dr. Raudnih. Bestandteile: Funere Nußrinde 56, Baluußscale 56, Ulmenrind 75, franz. Orangenblätter 50, Gryngiiblätter 35, Gabiosenblätter 56, Bemusblätter 75, Bimmstein 150, rotes Sandelholz 75, Barbannawurgel 44, Carur. wurz I 3.50, Radic. Cariophyll. 3 50 Chinarinde 850 Gryngiiwurzel 37, Fenchelwurzel Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 25, Saffapavillwurzel 35, Fenchel, röm. 35, weiß Senf 3 30, NachtschattenStengel 75. Die Bestandteile find nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. 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