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Gratisbellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 5. Juni 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionspreis: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pf., sonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Deutsches Reich. Die Zolltarif- Kommission des Reichs tages genehmigte am Mittwoch die Positionen 314 und 315 nach der Regierungs- Vorlage. Bei Position 316, beantragte der Abg. Beumer Cochenille- Karmin als besondere Pofition 316 a mit einem Zollsaße von 200 Mt. einzustellen. Nach kurzer Debatte wurde der Antrag abgelehnt und die Position genehmigt, ebenso die Positionen 317 bis 324. Bei Position 325 schlug Abg. Hoch Zollfreiheit vor, Abg. Spahn dagegen beantragte einen Zoll von 10 Mt. Letzterer Antrag wird angenommen. = Die Zuder Kommission beriet gestern über einen Antrag Müller- Fulda auf Aufhebung des§ 81 des jeßigen Steuergeseßes. Der Antrag wurde angenominen. Der Abg. Strzoda begründete einen Antrag für eine neue Contingentirung unter Berücksichtigung der kleinen Fabriken und führte aus, daß dies namentlich im Interesse der schlesischen Rübenbauer liege., Abg. Müller- Fulda befürwortete einen Antrag auf Contingentirung der Produktion für die nächsten 5 Jahre. Die Regierungsvertreter waren gegen den Antrag. Kleine politische Artikel. Berlin, 4. Juni. Wie die„ Staatsbürger- 8tg." mitteilt, befindet sich Graf Püdler- klein Tschirne, der sich bekanntlich längere Zeit im Auslande aufgehalten hat, wieder in Berlin und beabsichtigt am Freitag Abend in einer öffentlichen Versammlung des Antisemiten- Bundes zu sprechen. Graf Pückler habe eine Kaution hinterlegt, wodurch der seiner Zeit erlassene Steckbrief außer Wirkung gesezt worden sei. * Dresden, 2. Juni. Der Landesverein der frei sinnigen Volkspartei im Königreich Sachsen hielt gestern hier seine Generalversammlung ab. Es wurden Resolutionen angenommen, die sich gegen die agrarischen Zollforderungen und für langfristige Handelsberträge, sowie gegen das sächsische Dreiklaffen- Landtagswahlrecht und für die Einführung des Reitstagswahlrechts auch bei den Landtagswahlen erfiären. Eine weitere Resolution erklärt den Beschluß des sächsischen Landtags, bei der Vermögenssteuer das landwirtschaftliche Betriebskapital steuerfrei zu lassen, als eine schwere Verlegung des gleichen Rechtes für alle Staatsbürger. Bibi Colo. Skizze aus dem Cirkusleben von Henri Conti. ( Nachdruck verboten.) " Treten Sie näher meine Damen und Herren! Schauen Sie sich an, was in Gottes weiter Welt Ueberraschendes, Verblüffendes, Großartiges zu sehen möglich ist! Bei Bibi Lolo giebt's keine Kniffe, feinen Charlatanismus! tein Phänomen mit zwei Köpfen, von denen einer aus Fleisch und Blut, der andere aus Pappe ist! feine Riesenfrauen, die auf einen Tisch gestellt sind, keine Zwerge, die zusammengeschnürt wurden, keine durch Ralf gebleichte Albinos, feine mit Stiefelwichse hergestellte Wilde!... Hier, meine Herren und Damen, ist Alles echt! Alles wahre Natur! Bibi Lolo in eigenster Person und seine Truppe arbeiten mit den Geschöpfen, wie Gott sie geschaffen hat!... Die Kunst hat damit Nichts zu thun!... durch Kraft, Geschicklichkeit, Leichtigfeit, Gewandtheit, Geduld haben wir unsern Weltruf erworben!... Aber warten Sie, meine Herren und Damen, ich will Ihre Neugierde nicht länger auf die Folter spannen und will Ihnen presto, fubito, mit einer Geschwindigkeit von Null Komma Null, eine kleine Probe meiner Talente geben: Tiüi,... Tiüi,... üi,... üi,... Tiüi..." Können die Kanarienvögel, die Sie zu Hause haben, besser singen? Jetzt bitte ich die Herrschaften, die die ländliche Schönheit lieben, der Lerche zuzuhören: „ Tirili,... li, li,... Tirili... li li," Wenn Jemand von den geehrten Herrschaften auf dem Lande lebt und keinen Hund zum Bewachen hat, will ich gern zeigen, wie man sich billig eine Dogge verschaffen fonn. * Flottenvorlage in Sicht. Eine Neueinrichtung der| Flotten- Stationsgebiete ist erfolgt. Mit Ausnahme der westafrikanischen, der amerikanischen und der australischen haben sämmtliche Stationen eine Erweiterung erfahren. Das Schwarze Meer und der Suez- Kanal das Rote Meer und der Persische Golf, sowie die Südküste Asiens, werden in Zukunft ständig von deutschen Kriegsschiffen durchkreuzt werden. Die Indiensthaltung einer größeren Anzahl von Kreuzern ist danach unumgänglich, und die Einbringung, einer Vorlage über die Vermehrung der Aus landsschiffe wohl eine Frage furze Zeit. Ausland. * Wien, 4. Juni. Im Reichsrat inscenirten die Sozialdemofraten gestern wegen der sie nicht befriedis genden Erklärung des Ministerpräsidenten Körber über die Lemberger Vorgänge große Lärmscenen. Konsularberichten nach ist in Marrokko die Situation sehr ernst, man befürchtet ein allgemeines FremdenMassacre. Wien, 4. Juni. An der technischen Hochschule fanden heute Vormittag wiederum Demonstrationen gegen den Professor Schmid statt. Der Rektor fiftierte deshalb bis auf weiteres die Vorlesungen. Deutscher Reichstag. ( Sigung vom 4. Juni.) Die dritte Beratung der Novelle zum Brand weinsteuer- Gesetz wird fortgesetzt bei§ 41 der von der Maischraum- Steuer handelt, deren Erhöhung nur in den landwirtschaftlichen Brennnereien erfolgt, die aber dafür von den Zuschlägen zur Verbrauchs- resp. zur Brennsteuer befreit sind. Die Kommission hat bei dem bestehenden Gesetz einen neuen Absatz 3 hinzugefügt des Inhalts: Brennereien, welche nach dem 1. Juni 1902 betriebsfähig werden, gelten nur dann als landwirtschaftliche Brennereien, wenn die Rohstoffe an Kartoffeln und Getreide mit Ausnahme von Roggen, Weizen, Hafer und Gerste in der Hauptsache von den Befißern der Brennereien selbst gewonnen werden. Bei Genossenschafts- Brennereien müssen die so gewonnenen Rohstoffe in der Hauptsache von den einzelnen Genossenschaften noch Verhältnis ihrer Beteiligung an der Brenneret ge= liefert und außerdem die sämtlichen Brennerei- Rückstände von den Teilnehmern in gleichem Verhältnis verHau!... Hau!... Hau- au- au...!" Wollen die Damen und Herren vielleicht das Brüllen der Kuh, das Zischen der Schlange, das Heulen des Wolfes, das Schreien des Hirsches, das Gurren der Tauben, das Quaken des Frosches, das Blöken des Schafes, das Glukken des Huhns, das Kikiriki des Hahns, das Wiehern des Pferdes, das Grunzen des Schweines, das Miau der Kaze, das Brüllen des Löwen, das Blöken des Kalbes, den Schrei der Eule?" „ Nur Muth! Immer näher, meine Herren und Damen; geben Sie mir freundlichst an, welches Thier Sie zu hören wünschen: Aus den Tropen, aus der alten oder der neuen Welt, ein Haus- oder wildes Thier! Bibi Lolo wird es so gut nachahmen, daß er sich selbst damit täuschen kann... er wird Sie sofort dahin versetzen, wo er an Ort und Stelle seine Studien gemacht hat: In die Pampas von Amerika! in die Savannen Brasilien's! die Steppen Tartarien's! die Urwälder der ganzen Welt, sowie in den ländlichen Hühnerhof! Parcle d' honneur, meine Damen und Herren, Bibi Lolo steht ganz zu Ihrer Verfügung!... Niemand meldet sich!... Alle sind stumm wie die Fische und verdrießlich wie die Nachtwächter!... Wollen Sie ein bischen Musik, um lustig zu werden?... Ich bitte Einen aus der verehrten Versammlung, mir selbst sein Lieblingsstück zu nennen: Opern, Arie, Gassenhauer, Solo, nur Muth, immer Vertrauen, ich, Bibi Lolo bin das Orchester und Ihr ganz ergebener Diener. HierFräulein Irma Bilboquette, die den ersten Preis für die große Pauke bekommen hat, unterstützt mich.. Wollen Sie nicht Ihre Verbeugung machen, Fräulein Bilboquette, wenn Ihnen die Ehre zu Theil wird, den Herrschaften vorgestellt zu werden?..." Meister Griguar hilft mir auch noch; er hat nicht seinesgleichen für das Flötenblafen. Meister Griguar, grüßen Sie die Versammlung... Wirklich meine Damen und Herren, " futtert werden. Der Bundesrat ist ermächtigt, im Falle von Mißernten Ausnahmen zu geftatten." Ein Antrag Pachnicke( freis. Ver.) will diesen ganzen neuen 3. Absatz streichen. Ein Antrag MüllerSagan( freis. Volksp.) läuft auf dasselbe hinaus. Eventuell sollen die Genossenschafts- Brennereien jedenfalls dann als landwirtschaftlich steuerlich angesehen werden, wenn sie Roggen, Weizen, Gerste und Hafer brennen. Abg. Fisch bed( freis. Volksp.) befürwortet den Antrag Müller. Des Weiteren bekämpft er die ge plante nachteiligere Behandlung der erst nach dem 1. Juli 1902 betriebsfähigen Brennereien. Abg. Augst( südd. Bolksp.) plädiert ebenfalls für Streichung des ganzen neuen Absatzes 3. Württembergischer Ministerialdirektor v. Schneider protestiert im Interesse der zahllosen fleinen landwirtschaftlichen Genossenschaft- Brennereien in Württemberg ebenfalls gegen den Kommissionsbeschluß. Badischer Ministerialdirektor Scherer erklärt sich gleichfalls gegen den Absatz 3. Die badische Regierung würde es sehr bedauern müssen, wenn eine solche Beftimmung in das Gesetz hineingebracht würde. Die Abgg. Hiber( natl.) und 3 ehnter( Centrum) äußern sich in ähnlichem Sinne wie die beiden Bundes rats- Bevollmächtigten. Letzterer erklärt, eventuell für für den Eventual- Antrag Fischbeck zu stimmen. Abg. Pachnicke( freis. Ver.) erklärt die ganze Maischbottich- Besteuerung für eine schwere Belästigung auf der einen Seite, zugleich aber für einen den land. wirtschaftlichen Brennereien zugewendeten Sonderborteil. Redner kommt dann auf die gestrige Rede des Finanz ministers von Rheinbaben zurück. Dieser habe gestern wohl nur die Bille versüßen wollen, die der Reichskanzler Tags zuvor im Abgeordnetenhause den Agrariern verabreicht habe. Er befürwortete die Streichung des ganzen Absages 3 und beantrage namentliche Abftimmung über denselben. Abg. Speck( Centrum) beantragt eine Abänderung des Absages 3 dahin, daß die Bestimmungen für Brennereien, die erst nach dem 1. September 1902 ( statt 1. Juli) betriebsfähig werden, gelten sollen. Nach weiterer furzer Debatte werden die Anträge MüllerSagan abgelehnt und das Amendement Spec angenommen. Mit dieser Abänderung gelangt sodann der Absatz 3 mit 201 gegen 71 Stimmen zur Annahme. § 43 handelt von der Brennsteuer. Dieselben sollen die Brennereien mit mehr als 200 Heftoliter Jahres produktion unterliegen und zwar in Abstufungen mit 2 es handelt sich jetzt nicht darum, das Geld aus dem Portemonnaie zu holen, nennen Sie mir nur irgend eine Melodie... He! Sie da, Sie Herr Soldat, Sie sehen doch forsch genug aus... He, wie sagten Sie? Aus der Tochter des Regiments" Schön! also die „ Tochter des Regiments" das Rataplan, Rataplan" nicht wahr? Aufgepaßt, Griguar! hübsch im Taft!... Eins! zwei!... drei!... " Und mit den Lippen, Fingern, Füßen machte er Clarinette, Violine, Discant und Baß nach, es war ein ganzes Orchester, bei dem doch nur die große Paute von Fräulein Bilboquette und die Flöte von Herrn Griguar halfen. Die Menge flatschte Bravo, rief da capo und Klatschte wieder. Gleich danach drängten die ersten Zuschauer die Stufen hinauf, um in das Zelt zu gehen. Das war das Zeichen zum Erfolg. Wie eine Schafheerde folgten die Säumigen den Ersten, während der Taschentünstler und Seiltänzer immer lebhafter und lebhafter sprach, rief, scherzte und lachte und während Fräulein Bilboquette und Meister Griguar einen phantastischen Tanz aufführten und dabei Gesichter schnitten. Als Bibi Lolo fah, daß die Menge genügend an gelockt war und immer neue Zuschauer hinzu tamen, hörte er mit dem Unfinnmachen auf und näherte sich dem Clown, um ihm in's Ohr zu flüstern: Nun weiter, nun weiter!.. Ich sehe mich' mal nach dem Kleinen um. " Er machte einen Luftsprung, fiel auf die Füße, schnitt eine Grimasse, lachte eine Tonleiter und ver schwand in den Kulissen. Mit wenigen Schritten war er bei dem vierräderigen, langen Wagen, den er mit seiner Familie bewohnte, angelangt, sprang die Stufen der kleinen Treppe hinauf, öffnete die kleine Thür und mit ernster Stimme und plöglich ängstlichem Gesichtsausdruck sagte er zu einer mr. bis 6,50 Mr. pro Hektoliter. Ein Antrag Wurm ( Soz.) will den§ 43 gänzlich streichen. | Ein Antrag Bachnicke freis. Ver.) will die Brennsteuer erst von einer Jahres- Mindest- Produktion von 300 Hektol. beginnen lassen und zwar in Abstufungen Don 2 bis 6 M. Nach kurzer Debatte wird der die Brennsteuersfala enthaltende Absatz in der Kommissions faffung angenommen, desgleichen der Absah, nach welchem Brennereien die Roggen, Weizen, Gerste, Hafer bearbeiten, die Bergünstigung erhalten, daß die Brennsteuer überhaupt erst von 300 Hektol. Jahres- Produktion ab und bei einer Erzeugung von 300 bis 600 Hektol. nur zur Hälfte der im Absatz 1 verzeichneten Säße erhoben wird. Absatz 3 segt die Brennsteuer auf 4/5 der normalen Säße herab für solche landwirtschaftliche Genossenschaftsbrennereien, welche schon vom April 1895 bestanden haben. Der Absatz wird in dieser Fassung angenommen. Nach dem Beschluß der Kommission sollen die Bestimmungen über die Brennsteuer bis 1. September 1912 in Kraft bleiben. Zwei Anträge Wurm und Müller- Sagan wollen die Brennsteuer schon 1908 resp. 1905 außer Kraft seßen. Abg. Müller- Sagan mcint, je fürzer die Frist sei, desto größer sei das Compelle für die Regierung, der vor geschlagenen Resolution entsprechend, dem Hause eine Gesezes- Vorlage zu machen behufs Revision der Branntweinsteuer- Gesetzgebung unter gänzlicher Aufhebung der Maischbottich- Steuer. Die Gültigkeitsdauer der Brennsteuer wird hierauf gemäß dem Kommissions- Vorschlage angenommen. Damit ist die dritte Lesung der Branntweinsteuer- Novelle beendet. Die Gesamt- Abstimmung wird ausgefeßt. Es gelangt noch die vorerwähnte Resolution der Kommission zur Annahme, ebenso eine zweite Resolution zu Gunsten eines Verbots des Mischens der Hefe mit Stärkemehl Kartoffelmehl und Bierhefe. Morgen 1 Uhr Vogelschuß- Konvention und dritte Lesung des ToleranzAntrages. Dann Petitionen. 90 Parlamentariscbes. Hessischer Landtag. * Darmstadt, 4. Juni. ( 3weite Kammer.) Zur Beratung steht die Main- Neckarbahn= borlage. Finanzminister Gnauth erklärt, der vorliegende Staatsvertrag ist eine einfache Folge des Vertrages bon 1896. Hiernach sind schon die Anteile Hessens und Preußens an der Main- Neckarbahn hinsichtlich ihres Betriebsüberschusses seit 1. April 1897 in die Finanzgemeinschaft aufgenommen, aber nicht in die Betriebs gemeinschaft. Hervorgehoben wissen will er, daß die Abänderung, wie sie der vorliegende Vertrag zeigt, gegenüber dem 1896er, das äußerste Maß dessen darstelle, was seitens Hessens zu erreichen war. Staatsminister Rothe: Auch er stehe fest auf dem 1896er Staatsvertrag. Den neuen Vertrag ablehnen, hieße politische Fehler begehen und sei unloyal. Zum südafrikanischen Frieden. eröffnen 311 degen an eine Subity einzuleiten. tat fere Bu Baag, befdlog, Friedensich benfelben n benten S geben. Brüffe weilenden Gesandten Südafrika Nad Gegner des 1896er Vertrages auf die Erfolge desselben| morgigen Tagesordnung steht die Polen- Vorlage für Hessen hinweise, so sei in Betracht zu ziehen, daß die Un fa l- Fürsorge für Gefangene, und man 1896 noch bessere Bedingungen hätte erreichen Schlachtviehversicherung. fönnen. Redner ist auch jetzt noch der Ueberzeugung, daß das damals möglich gewesen sei und deshalb bedeute der 96er Vertrag eine schwere Schädigung essens, weil man damals nicht das erreicht habe, was man hätte erreichen können. Durch die Annahme des 96er Vertrages sei Hessen jährlich um Millionen geschädigt worden. Der Redner bittet um eine Erklärung, woran der Unterstübungsfonds der zu 42 Prozent Eigentum Hessens ist, in die Betriebsgemeinschaft übernommen werden muß. Er wendet sich gegen die Güterumleitungen wie sie stattgefunden haben. Abg. Schmidt( Ctr.) ist der Ueberzeugung, wenn die Kammer die Neuvorlage so acceptiere, wie sie vorliege, ohne näheres Eingehen auf den 1896er Vertiag, so habe Hessen für alle Zeit auf alles in Eisenbahnfragen berzichtet. Wenn man die Frau in rosa Trikot und buntfarbigem Shawl: Nun! wie geht's?" Die Frau antwortete nich, t; aber beredter als alle Worte waren der kummervolle Blick der Augen, der schmerzliche Zug um den Mund und das Gesicht, auf dem unzählige Thränen die Schminke in breiten Streifen abgewaschen hatten... Grotesk genug sah das Gesicht aus, aber Siemiand hätte wohl darüber auch nur das leiseste Lächeln gehabt, denn übergroße Seelenpein war darin ausgesprochen. Ach! wie wahr ist es doch, daß die Augen der Spiegel der Seele sind, und daß es nicht der Worte bedarf, um selbst den tiefsten Kummer auszudrücken. In der badischen ersten und zweiten Kammer, sowie in der badischen Regierung sei man darin einig, daß Baden durch Güterumleitung bei der Main- NeckarBahn einen Ausfall von ungefähr 600000 Mt. erlitten habe. Im Jahre 1899 seien an Frachten über 12 Million entzogen worden. Für den Vertrag könne nur das Interesse des Landes maßgebend sein. Der| Redner hält eine Revision der Teilungsziffer für nötig, da ganz andere Verhältnisse eingetreten wären. Das hessische Volk set mit dem 96er Vertrag nicht einverstanden; das beweise der Ausfall der Wahlen. Die hessischen Steuerzahler würden schon ein hartes Urteil fällen bei den Neuwahlen, wenn man diesem Vertrag zustimme. Der Seiltänzer verstand die stumme Sprache; auf den Zehenspitzen schlich er an ein kleines Bett und neigte fich darüber... da lag ein ganz blasses Geschöpfchen mit geschlossenen dunkel umränderten Augen. Die farbLosen Lippen des kleinen Mündchens waren halb geöffnet, und pfeifend kam und ging der fieberheiße Athem. Das arme Kind hatte ein Händchen schlaff. herabhängen lassen; der Vater ergriff und streichelte es; thränenden Auges drückte er heiße Küsse darauf und vorsichtig wie einen zerbrechlichen Gegenstand legte er es auf die Decke zurück. Ach! welche Wandlung war mit dem Seiltänzer von vorhin vor sich gegangen! als wenn ein Zauberschlag ihn verändert hätte. Lange betrachtete er starren Blickes, mit gespanntem Gesichtsausdruck den Kleinen, das mit Kreide beschmierte Gesicht nah, ganz nah dem blassen kleinen Kinderantlitz, so daß ihn der Hauch des Kindes streifte... endlich hob er den Kopf und wandte sich fragend an seine Frau: " Hat er geweint?" Nein, er kann nicht mehr!"... antwortete schluchzend die unglückliche Mutter. Abg. David: Seine Partei sei prinzipiell für eine Reichseisenbahngemeinschaft. Der preußische Partikularismus aber verhindere das gerade. Man müsse deshalb zu dieser Vorlage Nein sagen. Abg. Dr. Gutfleisch( frs.) muß sagen, daß man in zahlreichen Fällen Grund habe, sich über die Art und Weise Preußens zu erregen. Aber Hessen, das müsse man anerkennen, sei schon lange in Schwierigfeiten in seinen Eisenbahnverhältnissen, was mit dem Verkauf der Main- Neckar- Bahn seinen Anfang genommen habe. Davon sehe man jetzt das Ende. Nun man aber einmal A gesagt, müsse man auch sagen. Er stimme dem Finanzminister zu, es sei Pflicht, Verträge zu halten, nur deshalb würde er für die Vorlage stimmen. Finanzminister Gnauth verwahrt sich ausdrücklich gegen den Vorwurf des Abg. David. Preussischer Landtag. Der Gesezentwurf betr. die Neuregelung der Vertragsverhältnisse der Main- NeckarBahn wurde heute in zweiter Lesung debattelos angenommen. Desgleichen debattelos wurden Resolutionen genehmigt, welche die Hebung des Handwerks betrafen. Es folgte die Interpellation Pappenheim wegen Einbringung eines Gesetzentwurfes gegen den Kontraktbruch in Arbeitsverhältnissen. Bei Besprechung der Interpellation erklärte der Landwirtschaftsminister von Podbielsky, daß er bemüht sei, gegen den Kontraktbruch Maßnahmen zu treffen, namentlich gegen die Arbeitgeber, welche Arbeiter zum Kontraftbruch verleiten und kontraftbrüchige Arbeiter beschäftigen und gegen Vermittler, die hierbei in Frage kommen. Er hoffe einen entsprechenden Gesetzentwurf dem Hause in der nächsten Session vorlegen zu können. Auf der „ Nun, nun Marie, nun, sorg' Dich doch nicht fo! wir bekommen Geld.. heut Abend kaufen wir ihm' was Gutes... wart nur! heut geht's ihm wieder besser... alle Plätze sind besetzt... Ach! ich habe ihnen ordentlich' was vorgemacht, um sie anzulocken! Wir können aber nicht beide fortbleiben; geh' Du jetzt hinaus, Du kannst ihnen ja einen Flambard tanzen! ich werde hier bleiben, ich passe auf Georget auf schid mir nur Griguar, wenn die Vorstellung anfängt. Ja", antwortete die Frau,„ Du hast recht!. Es ist besser, das macht immer Eindruck, ich werde tanzen." Sie stand auf, wischte sich die Augen, zog ihr Trikot zurecht und wandte sich der Thür zu; ihr Mann hielt sie zurück: So groß der Jubel in London über die Friedensbotschaft ist, ein Wermuthstropfen fällt in den Freudenfelch: die Wahrnehmung, daß außerhalb des Inselreichs nirgends eine Stimme sich erhebt, die dem„ Sieger" Glück wünscht, ihm den mit ungeheuren, vielleicht unverhältnismäßig großen Opfern errungenen Erfolg gönnt. Die öffentliche Meinung aller Länder ist nur von dem Gefühl der Befriedigung darüber erfüllt, daß die Grausamkeiten und Greuel dieses ungleichen Kampfes ein Ende gefunden haben. Die Leiden und Entbehrungen, denen die Angehörigen der Buren ausgesetzt waren, mahnten immer stärker zum Friedensschluß. Wenn die Buren sogar den harten Preis des Verzichts auf die Unabhängigkeit dem Gegner zahlten, so mag gewiß diese Not den Ausschlag gegeben haben. Militärisch konnten die Buren zweifellos noch eine Reihe von Monaten den Engländern die Spize bieten. Insofern giebt es im südafrikanischen Kriege keinen Sieger und feinen Besiegten. Mit besonderer Genugthuung begrüßen Handel und Industrie den Friedensschluß. Den südafrikanischen Markt werden sich allerdings in erster Reihe die Engländer zu sichern wissen. Aber man nimmt an, daß das Wirtschaftsleben im Allgemeinen einen kräftigeren Impuls erhalte. " Wart' doch!" sagte er, so kannst Du doch nicht gehen... auf Deinem Gesicht ist Alles ineinander gelaufen... tomm her, ich will Dich wieder in Ordnung bringen..." Mit der Ecke eines Handtuchs wischte er ihr erst die Backen ab und dann schminkte er sie mit viel Roth von Neuem. " So! nun geh", sagte er„ und mach' sie ordentlich wild!. Sag auch Bilboquette, sie soll den großen Wirbel schlagen... Ach! heut muß es gut gehen!. der Kleine soll heut Abend' was Feines bekommen, dafür stehe ich ein!" Und als er dann allein war, setzte der Mann sich neben das Bettchen und beugte sich von Neuem darüber. Einige Minuten lag das Kind ganz, ganz still und unbeweglich; doch plötzlich zuckte es zusammen und schlug die Augenlider langsam auf. Der Vater sprach mit zärtlich flüsternder Stimme: Was fehlt Dir, mein Liebling?... sag,... wo hast Du denn Wehweh?..." In dem Moment machte das Kind eine etwas lebhaftere Bewegung, und ein Seufzer, einer stummen Klage gleich, hob den kleinen Körper. Der arme Vater beugte sich noch mehr über das fleine Bettchen; er fühlte nach dem Puls und fuhr schmeichelnd über Stirn und Wangen des Kindes; dann griff er nach einer Medizinflasche, goß einige Tropfen in einen Löffel und versuchte diese dem Knaben einzuflößen, indem er fortwährend mit ihm sprach:" Sag, hast Du noch Wehweh?... trink ein Bischen, mein Herzblatt.. trink 11 Er versuchte den Löffel zwischen die Lippen des Kindes zu schieben, aber es gelang ihm nicht. * London. Hier gilt es als ausgemachte Sache, daß Kitchener das Oberkommando in Indien bekommt. * Berlin, 5. Juni. Wie aus New- York depeschiert wird, melden Nachrichten aus Mittel- Amerika, Bolivia und Alaska übereinstimmend vulkanische Ausbrüche. Die Besorgnis wächst und New- York soll ebenfalls gefährdet sein, denn verschiedene Geologen wollen bei Peeksfill 60 km. oberhalb der Stadt, ferner am unteren Hudson und den angrenzenden Höhenzügen bulkanische Spuren gefunden haben. Die abnormen Wetterverhältnisse sind anscheinend durch die Vorgänge im Erdinneren bewirkt. Nein! Du willst nicht! aber es ist was Schönes, Süßes... Schönes, Süßes für das liebe Kind redete der Vater liebvoll und hob das blonde Köpfchen des Knaben ein wenig, um ihm das Schlucken zu erleichtern... so, nun mein Liebling, nun trink, es schmeckt ja so gut " Ach!... Ach!..." seufzte das Kind, und pfeifend ging jedesmal der Athem. Der Mann legte den Löffel aus der Hand, wischte sich den Thränenschleier von den Augen, und mit veränderter Stimme sprach er zu dem kleinen: " Sag' doch, mein Georget. fiebft Du mich nicht? * Aus Pretoria wird gemeldet: Die hiesigen Blätter berichten, daß das Zugeständnis Englands, die holländische Sprache als Unterrichtssprache in Südafrika beizubehalten, zahlreiche Protestfundgebungen hervorgerufen hat. Sie stellen außerdem fest, daß die Feindseligkeiten in der Kapkolonie fortdauern.- Die letzte Verlustliste berichtet von 2 Todten und 4 Verwundeten. * Haag. Dr. Leyds wird ebenso wie Krüger vorläufig nicht nach Südafrika zurückkehren. Auf eine Anfrage des holländischen Burenvereins antwortete Krüger: Meine Trauer ist unsagbar. habe nichts weiter zu sagen. Ich * London, 5. Juni. Das Unterhaus nahm mit 216 gegen 49 Stimmen in dritter Lesung das Gesetz betr. die Kriegsanleihe an. Während der Beratung erklärte der Schazkanzler Hicksbeach, eine der ersten Maßregeln, welche man treffen müsse, sei die Kriegssteuer festzusehen, welche die Goldgruben in Zukunft zu entrichten haben werden. London, 5. Juni." Daily Mail" veröffentlicht mehrere Briefe, welche vorschlagen, eine Subscription Kennst mich nicht?... Du tennst Deinen Papa nicht?.. jag' Georget?. ich bin ja Papa Bibi... der Dir was Schönes bringt... sieh doch nur.. schöne Chokolade für unsern Georget, den kleinen Georget von Papa Bibi!... aber mach doch die Augen auf!.. mach Deine Guckaugen auf, mein Herzchen Ach mein Gott!... mein Gott! was hast Du!... Du athmest ja nicht mehr, sprich doch!... antworte mir doch Georget... mein Liebling... antworte!... aber!... Herr Gott... er athmet nicht mehr!... Oh!... mein Gott!... mein Gott!. In dem Moment öffnet sich die kleine Thür und Griguar ruft eilig hinein. Alles voll besetzt, Meister, ich gebe jetzt das Zeichen zum Anfang." " Ohne zu antworten, mit schreckensstarren Augen, stürzte der Mann aus dem Wagen, und wie ein Wahnsinniger hinein in den gefüllten Saal. Da stellte er sich vor den noch geschlossenen Vorhang und mit halberstickter Stimme, jedes Wort nur mühsam hervorbringend, sprach er: Meine Damen und Herren, es ist keine Vorstellung... mein Kind ist todt... das Geld wird Ihnen an der Kasse zurückgegeben." Er sagte das, weiter Nichts; aber mit einem Ausdruck, daß für einen Augenblick tiefe Stille herrschte, dann aber ging ein Bravorufen, ein Lachen und Klatschen an, das gar nicht enden wollte. Das Publikum glaubte, dies sei eine Nummer des Programins. Bibi Lolo war währenddessen unbeweglich an demselben Platz stehen geblieben. Plöglich brach er in lautes Schluchzen aus und rief: Nein, nein! es ist wahr!... Es ist wahr! mein Kind ist todt!... das Geld wird zurückgegeben!. Da endlich wurde die Menge stuhig, und als die Tänzerin die eben noch einen so leidenschaftlichen Flam bard aufgeführt, mit einem Schrei wie ein verwundetes Thier davon stürzte, nachdem sie erst schreckensstarr gestanden, da begriff das Publikum, was passirt war, und still leerte sich nach und nach der Zuschauerraum. Zwei Tage später wurde das Kind begraben. Das Publikum hatte das Geld nicht zurücknehmen wollen und Dank der Einnahme konnte Bibi Lolo seinem Liebling Blumen auf das kleine Grab legen. Buren Dele 34 ihren Ro bagn bran englifchen otide Lieber Gies fchen Garten fuder möger fein, welche dem Auditori ganz allerlieb einen recht za h. 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Auf eine ns antwortete agbar. Ich us nahm mit ung das Gesetz der Beratung ine der ersten i die Kriegsben in Zukunft " beröffentlicht me Subjfription Papa nicht?... bi... der Dir nur... schöne nen Georget von Augen auf!... n... Ach mein .. Du athmest worte mir doch e!... aber!... !... Oh!... fleine Thür und ejezt das Zeichen neftarren Augen, wie ein WahnDa stellte er fich mit halberstickter hervorbringend, ift teine Vordas Geld wird mit einem Auslle herrschte, dann und Alatfchen an eine Nummer des unbeweglich an luchzen aus und jchredensftarr ge zu eröffnen zu dem 3wed, De wet einen Ehrendegen anzubieten. Desgleichen wird vorgeschlagen, eine Subsfription zum Wiederaufbau der Farm Dewets einzuleiten.( Also selbst bei seinen Gegnern erhält der tat fere Burenführer volle Anerkennung. D. Red.) Haag, 4. Juni. Die Utrechter Buren- Konferenz beschloß, von einem offiziellen Protest gegen den Friedensschluß abzusehen, obgleich sämtliche Delegierte denselben mißbilligen. Der Gemütszustand des Präsidenten Krüger soll zu ernsten Besorgnissen Anlaß geben. weilenden Buren- Delegierten vor dem hiesigen englischen Gesandten den Unterthanen- Eid leisten und dann nach Südafrika zurückkehren. Brüssel, 4. Juni. Wie es heißt, werden die hier Nach einer Meldung aus Pretoria reisten die Buren- Delegierten unter enthusiastischen Kundgebungen zu ihren Kommandos ab. Allenthalben an der Eisenbahn brannten Freudenfeuer. Die Buren und die englischen Soldaten fraternisierten und sangen patriotische Lieder.(?) * Giessener Cagesneuigkeiten. Gießen, 5. Juni. Unsere Regimentskapelle giebt heute im Stein'schen Garten ihr erstes Abonnementskonzert. Die Besucher mögen auf verschiedene Novitäten hingewiesen sein, welche Herr Musikdirektor Krauße für dieses Jahr dem Auditorium bieten wird. Es sind darunter einige ganz allerliebste Sachen, so daß wir den Konzerten einen recht zaylreichen Besuch wünschen. " P h. Der vom Radklub Germania" errungene erste Preis auf der Dauerfahrt nach Butzbach über 100 Stilometer, ist bei dem Mitglied Carl Muh I Bahnhofstraße 43 ausgestellt. * Die Gewinnliste der Marburger Geflügel lotterie liegt bei uns aus. * Volksbad. Im Mai wurden 8502 Bäder ber abreicht gegen 7365 im April und 9800 im Mai 1901 oder 98 im Durchschnitt auf den ganzeu Badetag 315 Bäder gegen 273 im April 1902 oder 367 im Mai 1901. Der Besuch hat sich wie folgt verteilt: Schwimmbad 3598 Männer darunter 962 zu 10 Pfg. 794 Frauen 210, 10 292 Männer 94 Frauen Wannenbad 1. kl. II. .. 765 " 510 " " | Lotterien den Rahm abschöpfen. In der Schlußklasse der Lotterie ist die Voraussetzung des Zusammenfalls der beiden höchsten Prämien bon 300 000 u. 200 000 Mr. sehr wahrscheinlich. a. Eine sehr gute Füllung für offene Spalten in Fußböden kann man herstellen, indem man Zeitungspapier in einen Teig einweicht, welcher bereitet wird aus einem Pfund Mehl, 3 Quart Wasser und einem Eklöffel voll Alaun. Alles zusammen dicht bermischt und gut aufgekocht giebt eine Mirtur, die nach dem Trocknen völlig hart wird. Ein Ueberstreichen der in dieselben gegen feuchtes Aufwischen sehr widerstandsfähig. Dampf- u. Heißluftbäd. ſow. Maſſage zus. 141 Männer die Niffe gestrichenen Masse mit Leinölfirnis macht do. Brausebäder.. do. zus. 15 Frauen 1940 Männer 353 Frauen. Die Personenwaage wurde von 200 Personen benutzt und das Bad von 22 Personen besichtigt. n. Der stellvertretende Turnwart des Gaues Hessen, Tanzlehrer Wilh. Will in Weglar hat nach dem Ableben des bisherigen 1. Gauturnwarts Schneider aus Marburg die Geschäfte der Gauturnwartschaft übernommen. * Die hessische Landeslotterie- Direktion sendet uns folgendes Schreiben zu: Es ist manchmal bezweifelt worden, daß die möglichen Höchstgewinne des hessischen Landeslotterieplans überhaupt borkämen oder auch nur mit einiger Wahrscheinlichkeit vorkommen könnten. Wie unberechtigt dieser Zweifel ist, ergeben schon die bisherigen Ziehungserfahrungen. Nachdem sich nämlich die hohen Gewinne, denen, wenn sie zuletzt gezogen werden, die Prämien zuwachsen, schon wiederholt bis fast zuletzt im Gewinnrade aufgehalten haben, waren soeben in der 3. Klasse der hessischen Landeslotterie als letzte größere Gewinne die Gewinne von 2000 Mt. und von 20 000 Mt. verblieben und ist nach längerer Spannung der bei der Ziehung Anwesenden von diesen beiden Gewinnen derjenige von 2000 Mt. zuerst gezogen und damit entschieden worden, daß die Prämie dieser Klasse in Höhe von 50 000 Mt. dem Gewinner des Gewinnes bon 20 000 Mt. zufallen mußte, was auf die No. 11726 auch alsbald geschehen ist, sodaß in diesem Falle der mögliche Höchstgewinn von 70 000 Mt. wirklich erzielt worden ist. Man sieht, wer einmal Glück hat, kann es auch gründlich haben, und wenn man das Prämiensystem mit Recht als eine interessante fleine Lotterie in der Lotterie bezeichnet, in beiden Giessener Verlagsdruckerei vorm. Wilh. Keller'sche Druckerei( gegr. 1873) Verlag der„ Giessener Neueste Nachrichten" Briefbogen Couverts Mitteilungen Preis- Courante Prospekte Quittungen Rechnungen Eintrittskarten Mitgliedskarten Tanzkarten Einladungskarten Verlobungskarten Visitenkarten Programme Diplome Statuten Plakate Vereinsschilder Trauerbriete >>>>>>>>> Neuenweg 28. e6ece6ee S P. P. Empfehle unsere Buchdruckerei, mit reichhaltigem Material aufs modernste eingerichtet, zur Herstellung von nebenstehenden Druckarbeiten unter Zusicherung bester und billigster Ausführung. Massen- Auflagen, Beilagen, Prospekte u. dgl. mehr liefern wir in kürzester Frist. Muster und Preisofferten stehen zur Verfügung. Giessener Neueste Nachrichten Bekanntmachung. Giessen, Neuenweg 28. Nach Wikmar. 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Jm Ganzen 57 Herren hatten sich im Vereinshaus zusammengefunden. t Bingen. Die Leiche des ertrunkenen Küfergesellen Caspary ist in der Nähe der Unglücksstelle gelandet worden. * Bingerbräd. Der Ortsvorsteher Brauch in Schweppenhausen machte einen Selbstmordversuch durch Erschießen und liegt jetzt lebensgefährlich verletzt darnieder. Die Ursache zu dem Selbstmord ist unbekannt. * Der Apotheker von Bacharach, welcher die Apotheke erst vor einigen Jagen übernommen hatte, wurde todt im Bette aufgefunden. In meinem Neubau, Liebigftraße 28, find 3 Wohnungen Junges Laufmädchen vom 1. Jult zu vermieten. Die gesucht. gesamte Einrichtung( Kloset, Mäd chenzimmer, Kammer) des Hauses 1039 Südanlage 7. ist der Neuzeit völlig entsprochen. Ein Junge, welcher Im selben Hause ist noch eine Lust hat, das BuchdrudMansardenwohnung zu vergewerbe zu erlernen, mteten. Sämtliche Wohnungen fann sofort eintreten. erhalten Gartenanteil. 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Die erfreuliche Thatsache, daß im laufenden Se mester an unserer Universität 1012 Studierende immatrikuliert sind und damit die seit Jahren beständig teigende Frequenz der Ludowiciana auch diesmal gleichmäßig gestiegen ist, hat zu allerdings nicht gerade erfreulichen Preßerörterungen über einen in der zu Ehren bes 1000ften Studenten von Professor Dr. Biermer verfaßten kritischen Statistik der Landesuniversität enthaltenen Bassus über das veterinär- medizinische Studium geführt. Zu einer unerfreulichen Erörterung sage ich- unerfreulich nicht wegen ihres Inhaltes, sondern unangenehm wegen der vielleicht mißverstandenen Donnerstag, den 5. Juni 1902. Wir können uns also in lokaler Beziehung über diesen jetzt so viel erörterten Schönheitsfehler" der Ludowiciana nur freuen und wollen hoffen, daß die Streiter bei dem Philosophenwald- Fest, von dem man soviel Geheimnisvolles munkeln hört, nicht philosophieren und dispus oder cutiren, sondern Lethe trinken dieser unangenehmen Streitfiage. - Lich, 3. Juni. r. Aus Hessen und Nachbargebieten. wehr feiert am nächsten Sonntag ihr 25 jähriges Die freiwillige Feuer Stiftungsfest. Gleichzeitig erhalten 5 Mitglieder das das Diplom für 15- bezw. 17 jähr. Dienstzeit. Form. Es ist ja allgemein bekannt, daß die Worte Ghrenzeichen für 25 jähr. Dienstzeit und 3 Mitglieder des Prof. Dr. B.: so zahlreiche Immaturi seien ein ernster Schönheitsfehler für eine Universität; die meisten dieser Immaturi würden von der veterinärmedizinischen Fakultät gestellt u. s. w. u. s. w., den Sturm" hervorriefen. Auf diese Bemerkung sind mehrere geharnischte" Erwiderungen erschienen, an denen lobend hervorzuheben decorirten echten ist, daß fie fast alle auf vornehmer Sachlichkeit en hocheleganten basieren. Vor allem hat Prof. Dr. Sommer das Wort als Dekan der vereinigten medizinischen Fakultät dazu genommen. Es stehen sich die Vertreter zweier Fafultäten gegenüber, von denen die eine der Typus aller aristokratischen und ähnlichen Vorurteile, die andere nntmachung. der Typus der Vorurteilsfreiheit, der Toleranz hrige Grasernte von den u. s. w. ist. Selbstverständlich werden sich in so exSchreisen des Gießen et tremen Fakultäten extreme Urteile finden. Da man , den 7.68. Mts., aber jedem von beiden beliebten und berühmten Uniittags 11 Uhr" becfitätslehrern die Objektivität nicht absprechen kann, i dem Bürgermeisteri so müssen wir uns wohl auf den Standpunkt stellen: entlich meistbietend ver: Es wird wohl an beiden etwas Wahres sein. Comprendre c'est pardonner sagt das alte Sprüchirgermeisterei Gießen. Wort. Wenn ein Professor zahlreiche Immaturi für einen ernsten Schönheitsfehler einer Universität hält, so anntmachung. fteht er offenbar auf dem Standpunkt, daß er das 7. Juni 1902, nad Maturum als die Grundbedingung für das UniversitätsUhr werden am Turn studium hält. In diesem Sinne ist ein Verstoß gegen dem Brand 127 lf. eine derartige Grundbedingung ein Mangel an dem ür städtische Zwede u Ideal einer Universität, also im wahrsten Sinne ein gewordene, Hanfschläuge Schönheitsfehler. Und ist das Ma turum etwa nicht meistbietend versteigert. die Grundbedingung für das Studium?! 2. Juni 1902. Bürgermeisterei Gießen. Gewiß ist wohl mancher Primaner moralisch reifer als mancher Abiturientaber abgesehen von solchen Ansnahmen muß man doch eine Norm haben für die Berechtigung zum Universitätsstudium. Daß diese Norm das Maturum ist, wird wohl niemand leugnen. 2. Juni 1902. Mecum. Mecum. Soeben erschien: moriftisch poetischer Vegweiser durch die nkadt Giekent. erausgegebenvon Carl Geißler. Seit. Preis M 1.Bu haben in allen chhandlungen fo e direkt v. Verlag: röning, Offenbach a. M. Loose O zur tädter Schloffreih its Lotterie 0 Schulfraße 10. 98 Ja es wird noch deutlicher dadurch bewiesen, daß man jetzt ernstlich daran geht, für das veterinärmedizinische Studium auch das Maturum zu Grunde zu legen, weil man die Reife für Brima für unzulänglich derselbe Professor würde einige Jahre später den gen. Ausspruch thun, so würde sich kein Veterinärmediziner mehr getroffen oder beleidigt fühlen. Ist es nicht eine ganz berechtigte Forderung, daß man für alle Studien eine einheitliche Vorbedingung stellt? Was die Gleichberechtigung anbelangt, so gesteht diese Prof. Dr. B. den Veterinären nur bedingungsweise zu. Man urteile einmal ganz sachgemäß. Als Mensch, moralisch sind eo ipso alle Studirenden gleichberechtigt. Alle Schüler der Akademie können und müssen dieselbe Sorgfalt und Leistung der alma mater für sich in Anspruch nehmen. Wissen chaftlich ist ein Primaner einem Maturus himmer mehr gleichberechtigt. Das widerspräche jeder 2 Klaffen empfiehlt logik, den ersten sozialen Gesetzen, das widerspräche I Krebs, bicheuch der allbekannten und anerkannten Thatsache, daß 3.- Mt. 6.-/ ha) am meisten lernt und arbeitet. Das muß bei %. 30.- bre Rafang objektiber logischer Erwägung jeder zuman in den letzten beiden Jahren( also in Pri/ teſtehen. Prof. B. hat also ganz recht, wenn er die Bleichberechtigung nur bedingungsweise zugesteht. BERTROFFEN zum * Laubach. Graf Wilhelm zu Solms- Laubach hat vom Großherzog von Mecklenburg- Schwerin das Großkreuz des Greifen- Ordens verliehen bekommen. T. Klein- Linden. Der Besitzer der Wirtschaft zum " Goldnen Löwen", hat die Berechtigung zum Betrieb einer Gastwirtschaft erworben. Derselbe beabsichtigt, seine bisherigen Wirtschaftsräumlichkeiten dement sprechend umzugestalten. Zum dem Behufe erwarb er vor einigen Tagen ein an seine bisherige Besizung angrenzendes größeres Grundstück, auf welchem noch in diesem Jahre ein entsprechender Saalbau aufgeführt werden soll. Die jeweils notwendig werdende Beleuchtung desselben beabsichtigt er mit Acetylengas herzustellen. Zur Unterhaltung der Besucher wird ein in New- York neu fonstruirtes, weit verbessertes Piano- Orchestrion aufgestellt werden. Zur Feier des 19. Hessischen Feuerwehrtages, der in B a d- Nauheim am 19., 20. und 21. Juli stattfindet, lautet u. A. das Programm: Samstag den 19. Juli: Empfang der Delegirten. Nachmittags 3 Uhr: Deligirtenversammlung in der Turnhalle. Abends 8 Uhr: Musik durch die Stadt nach dem Festplatz, daselbst Kommers. die Stadt nach dem Festplatz, daselbst Kommers. Sonntag den 20. Juli, Vormittags von 7.15 Uhr ab: Empfang der auswärtigen Wehren. Vormittags 11 Uhr: lebung der Bad Nauheimer frei willigen Feuerwehr. Nachmittags 2.15 Uhr: Aufstellung des Festzuges in der oberen Burg- und Parkallee. Nachmittags 3 Uhr: Abmarsch des Festzuges nach dem Festplatz. Dort Begrüßung durch den Festpräsidenten, Herrn Bürgermeister Wörner. Montag den 21. Juli: Vormittags 9 Uhr: Besichtigung des Parks, der Sprudel, Trinkquellen, des Teichhauses, der Badehäuser. Feuerwehrleute haben zu allen Veranstaltungen auch Samstag den 19. Juli zur Kurhaus teraffe, freien Zutritt. Darmstadt. Das Ergebnis der Abrechnung über die Ausstellung der Künstlerkolonie 1901 schließt mit einem Fehlbetrage von 252 288 Mt. ab. im ganzen betrug die Mehrausgabe gegen den Voranschlag 211 948 Mt., dem nur eine Ersparnis an Ausgaben von 29 308 Mt. gegenübersteht. Die Gesamt: ausgabe betrug 496 639 Mark, die Gesamteinnahme ausgabe betrug 496 639 Mart, die Gesamteinnahme 244 351 Mt, im Voranschlag balancirten beide mit 314 000 Mt. Dabei war die Ausstellung von einem selten schönen Wetter begünstigt; wie traurig wäre erst selten schönen Wetter begünstigt; wie traurig wäre erst die Abrechnung, wenn Pluvius seine Schleusen immer geöffnet hätte. * * In Düdelsheim wurde Postagent Albrecht mit Sein 162 Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Gegner erhielt nur 60 Stimmen. Wilh.* Stiebeling II einstimmig wiedergewählt. Ein ** Ranstadt hat seinen bisherigen Beigeordneten Beweis, daß St. immer auf seinem Posten war. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. Waschen und Putzen ur fann das Wort„ Gleichberechtigung", das gericht gestern die bisher unbescholtene 31 jährige he VASCHET NUR MIT ungeheuer vielseitig ist, einen Hißkopf, der sich getroffen fühlt, leicht zu einer falschen Auffassung berleiten. NAUMANNIA NAUMANN SEIFE OFFENBACH Gießen, 4. Juni 1902. Nach 2tägiger Verhandlung verurteilte das Schwurfrau des Philipp Henrich von Altenstadt wegen Meineid zu 1 Jahr Zuchthaus. Es waren in der Sache 34 Zeugen zu hören. Durch die BürgerDer dritte Streitpunkt war die Aeußerung des meisterwahl hatten sich in A. zwei Parteien geBrof. B.: Wie komme das Hessenland dazu bildet, die Schwarzen" und die Noten". Aus den selbstLos die Ausbildung der Veterinäre für einen großen einen Gegner von der„ roten" Partei Strafantrag Verhandlungen ging hervor, daß die Angeklagte gegen Teil Deutschlands zu übernehmen? Das Wort selbstlos fällt von selbst hinweg, denn erstens verursachen, schuld daran war, daß die Angeklagte durch die wegen Beleidigung gestellt hatte und daß dieser Antrag wie Herr K. bereits feſtſtellte, die Veterinärmediziner Staatsanwaltschaft verfolgt und vertreten wurde, obUniversität Gießen relativ geringe Kosten, gleich die Beleidigte nur die einzige den Gegner be180000 biedere Bayer staunt, wenn er die hiesigen Preise" einem falschen Eide möglich ihre Beschuldigungen bedrittens muß überhaupt jede Akademie felbft los sein und sich nicht von materiellen ges. erl. Serienloose! ste Ziehung I. Juli. der 2 Zieh. m.abw.Haupttreitens bezahlen sie ganz nette Kolleggelder, 300 000, 120000 0,45000,30000ets. es Loos ein Treffer. hört 1. Beitrag Mk. 10( 5.- Becken leiten lassen. meld. umgeh. erb. a chler, Waldshut- Ba eziehen durch jede Buchhandlu Aufl. ersehienene Schrift des Ted.- Rat Dr. Müller über das törte Nerven und Sexual Systems sendung für 1 Mk. in Briefmark der Im Uebrigen freuen wir uns, daß es gerade unsere Universität ist, die soviel Thierärzte für ganz Deutschland ausbildet, die einen solchen ausgezeichneten als Veterinäranstalt besigt, denn erstens beweist Das, was wir für tüchtige Lehrkräfte hier haben denn die Institute an und für sich können wirklich frinen herziehen zweitens bringt, wir sind ganz materiell, der Zuwachs an Studirenden also auch eine ganz nette Einnahmevermehrung. - lastende Zeugin war. Dadurch war es ihr nur mit weiskräftig zu machen und so ihren Zweck zu erreichen. Hätte man, wie in tausend anderen Fällen, die Anzeigerin auf den Weg der Privatklage verwiesen, so wäre die Frau nicht dazu gekommen zu schwören und vor dem Meineid bewahrt geblieben. Landgericht. Gießen. 3. Juni. Den Vorsiz führt Landgerichtsdirektor Dr. Güngerich. Maurermeister Reuß aus Friedberg und Maurermeister Hottes bon hatten sich gegenseitig angezeigt. Beide hatten Arbeiten Curt Rober. Braunschwein Veterinären vielen Kreisen der Bürgerschaft an einem Neubau übernommen. Eine Aeußerung des Reuß über Arbeiten des Hottes bezw. dessen Arbeiter 11. Jahrgang. war diesem in übertriebener Gestalt zu Ohren gekommen und gab Anlaß zu einem Streit zwischen beiden, bei welchem beiderseits beleidigende Aeußerungen fielen. Durch Urteil des Amtsgerichts Friedberg war Hottes zu einer Geldstrafe von 30 Mt. Reuß zu 5 Mt. berurteilt worden. Beide Angeklagte hatten Berufung eingelegt. Das Gericht verwirft die Berufung mit der Maßgabe, daß auch dem H. die Befugnis zugesprochen wird, die Verurteilung zu veröffentlichen, da beiderseits die Beleidigung eine öffentliche war. In der Anklage erhoben worden war, weil er im Februar Strafsache gegen den Gärtner Gustav Adolf Jung aus Darmstadt, gegen den wegen Sachbeschädigung Reben an dem Park- Hotel in Bad Nauheim böswillig abgeschnitten haben soll, wird das Urteil berkündet. Der Angeklagte wird freigesprochen.- Heinr. Keil XII. aus Ettinghausen war vom Amtsgericht Laubach wegen Beleidigung des Joh. Opper von da zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er gelegentlich eines Wortwechsels mit der Ehefrau des Privatklägers sich über diesen beleidigend ausgesprochen hatte, ins besondere ihm auch Meineid vorgeworfen, ferner in der Wirtschaft des Keil zu Ettinghausen anderen Bersonen gegenüber wiederholt und bekräftigt hat. Es waren ca. 20 Zeugen geladen. Die eingelegte Berufung wird verworfen. Die versuchte Beweisführung gelang nicht. Die Privatflagefache Stöpler gegen Wallach wurde vertagt. Wegen Gefährdung der Sittlichkeit wurde die Beleidigungsklage des Heinrich Hißel Il aus Münzenberg als Vertreter seiner minderjährigen Tochter gegen Tobias Wagner von da unter Aus= schluß der Deffentlichkeit verhandelt. Beide Teile haben gegen ein schöffengerichtliches Urteil Berufung eingelegt. Kläger beantragt Erkenntnis auf eine höhere Strafe gegen den Beklagten, der zu 3 Mf. verurteilt worden war. Angeklagter bittet um Freisprechung. Reiches Zeugenmaterial war aufgeboten worden. Berufung des Privatklägers wurde stattgegeben und der Angeklagte zu 50 Mt. event. zehn Tagen Gefängnis und zur Tragung der nicht unbeträchtlichen Kosten der Berufungsinstanz verurteilt. Vermischtes. bom Sonderfahrten zur Kieler Woche des deutschen Flottenvereins. Auf Grund zahlreicher an die Präfidialgeschäftsstelle gerichteten Anfragen können wir mitteilen, daß Damen als Teilnehmerinnen an diesen, 29. Juni bis zum 4. Juli stattfindenden Fahrten nach Bremen, Bremerhaven, Helgoland, Ham burg Kiel willkommen sind. Vor Allem hat der anregende und belehrende Teil der Fahrten wesentliche Erweiterungen gegen das Vorjahr erfahren; wir Aufenthalt in Hamburg, Fahrten in die offene See nennen nur: Teilnahme an zwei Regatten, längeren von Kiel aus, Vorführung von Rettungsapparaten in Laboe und vielleicht sogar Manöverübungen von Kriegsschiffen, deren Besuch unter Führung der Offiziere stattfindet. Wir können deshalb die Teilname an diesen Fahrten nur wiederholt auf das Angelegentlichste empfehlen; borläufige Programms versendet auf Wunsch die Präsidial- Geschäftsstelle des Deutschen Flottenvereins in Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 42. In Bad Wildungen hat die Hochsaison begonnen, die Kurliste zählt ca. 1500 Sturgäste. Der Aufschwung, den das Bad genommen hat, ist infolgedessen ein ganz Wildungen aus Rücksicht auf ihre Leiden besuchen, sind gewaltiger und außer den Tausenden Kranken, die Bad es in den letzten Jahren auch sehr viele Erholungsbedürftige, die in unseren herrlichen Waldungen neue Kraft für ihre angestregten Nerven suchen und finden. In Stuttgart sind die Angestellten der Straßenbahn wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten, die Direktion lehnte ein Entgegenkommen der Ausständigen ab. Der Oberbürgermeister sprach im Ge meinderat sein Bedauern darüber aus, daß die Direktion den Angestellten das erlangte Coalitionsrecht nicht gewähren wolle. gewähren wolle. In den Kreisen der Bürgerschaft wird das Verhalten der Straßenbahn- Direktion sehr absprechend beurteilt. * Nizza. Auf dem hiesigen russischen Consulat schoß ein russischer Unterthan, Namens Owen, auf den Consul Rewizki und verwundete ihn leicht. Der Attentäter wurde der Polizei übergeben. 25 tote Ratten! Jch bezeuge Jhnen gern, daß Jhr fabrikat Es hat geschnappt" bei meinen Kunden große Anerkennung findet, da die Wirksamkeit dieses Rattenmittels eine sehr gute ist. Ein nicht genannt sein wollender Kunde, der in meiner Filiale ein Padet à mt. 1.- faufte, hat damit ca. 25 Ratten getötet. Endwig Brennig, Drogerie zum roten Kreuz. E Es hat geschnappt" ist nur für Nagetiere tödlich, sonst ganz unschädlich. Ein Verfuch und man ist überzeugt! Ueberall à 60 Pfg. und 1 Mr. zu haben. Die Wirkung ist wunderbar. Marktplay 5. Giessener Fischbörse. QQ QQ Die Gießener„ Neueste Nachrichten" erscheinen in der laufenden Woche in besonders erhöhter Auflage und machen wir die verehrlichen Inserenten von Gießen und Umgegend darauf aufmerksam. Expedition der Gießener„ Neueste Nachrichten." ONG Empfehle Dienstag und Mittwoch frisch eintreffend: O Fit. Isl. Cabliau G Fisch per Pfd. 12 Pfg. Ist. Nordsee- Schellfische ohne Kopf per Pfund 18 Pfg. Fft. 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( Ohne Gewähr.) 58 71 149 363 74 99 435 513 36[ 200] 45 64 607 57 826[ 200] 60 1036 45 62 66 74[ 200] 165 267 327 61 87 433 91 540 814 39 43[ 400] 71 97 2095 206 16[ 250] 50 305 69 88 401 45 82 559 650 64 80 707 9 14 35 57[ 200] 60[ 200] 888 953 3042 83 199[ 200] 231 79 86 365 513 [ 200] 31 48 694 731[ 250] 809 10 26 37 931 48 85 4042 55 61 128[ 400] 35 42[ 300] 253 324 471 73[ 200] 512 49 53 78 775 825 78 943 87 93 5027 57 143 224 83 445 67 70 553 79 94 639 788 90 860 905 56 6052 56 176 213 28 325 26 40 48 49 60 98 409 608 751 98 836 63 935 89 7013 163 72 259 311 53 454 65 73 757 58 819 66 922 52 8028 117 39 75 76 238 47 89 311 496 573 604 41 730 84 97 810 35 39 929 46 9036 15 71 85 94 163 200 26 42 91 330 87 487[ 200] 96 534 70 83 723 51 807 39 906 37 10000 2 9 83 173[ 200] 81 257 67 81 338[ 200] 63 74 81 463,92 527 40 99 674 96 728 49 889 92 902 11050 112 18 34 42 232 46 74 91 313 34[ 200] 403 526 49 56 90 646 86 749 806 21 46 48 917 12008 80 94 107 46 328[ 200] 80 407 24 66 535 54 614 878 80 928 66 13009 14 51 65 134 42 72 82 217 98 327 466[ 200] 508 13 33 56 625 731 806 7 19 30 41 95 906 12 55 14144 282 493 534 47[ 1000] 49 86 89 731 33 84 852 66 932 64 79 15102 4 76 249 78 95 368[ 200] 402 92 96 543 59[ 200] 682 805 52 922[ 200] 16072 79 303 37 99 427 48 61 536 623 700 14 55 77 814 [ 200] 17 46 88 97 903 12 17025 77 136 46 57 84 86 210[ 300] 85 311 55 67 83 84[ 200] 478 629 86 703 17 842 48 52 92 95 912 21 32 18050 105 63 88 444 523 780 84 87 849 930 96 19051 59 66 96 128 230[ 200] 327 38[ 3000] 49 50 67 76 90 567 624[ 300] 88 808 12 37 950 93 20133 55[ 200] 64 70 261 308 40 49 96 446 519 86 630[ 200] 99 791 855 64 919 21059 146 80 217 30 69 72 422 42 518 603 66 789 94 806 19 23 989 22178 304 41 83 416 25 530 40 53 633 54 94[ 200] 719 808 959 23011[ 400] 14 161 95 242 397 538 644 726 57 907 50 82 94 24023 105 16 258 301 9 459 530 39 628 64 72 734 57 97 931 60 25107 52 64 204 32 60 79 301 57 422 25 49 97[ 200] 783 849 934 26011 19 33 40 95 139 212 313 509 93 683 767 76 836 98 909 11 38 79 87 27069 86 99 136 72 246[ 200] 52 339 74 495 555 639 783[ 200] 861 99 989 28039 40 269 92 304 18 20 87 469 82 93 671 703 59 67 86 860 80 901 10 21 78 85 29019 23 119 233[ 1000] 60 493 528 611 708 26 857 906 19[ 200] 66 30018 63 66 350 68 437 53 666 750 85 867 933 48 31022 184 216 48 456[ 200] 618 27 39 711 21 914 97 32037 109 11 40 41 52 63 229 88 321 38 40 403 31 536 51 616 28 33 36 48 57 75 783 899 914 40 73 33020 30 308 18 19 491 527 29 39 99 619 20 80 771 817 19 918 24.32 55 61 62 34054 91 173[ 200] 223 89 426 95 518 20 39 82 642 755 65 81 822 920 46 35276 302 422 24 541 57 62 74 600 16 18 24 92 777 853 938 69 36079 128 207 34 97 365[ 200] 463 544 600 49 64 729[ 200] 43 826 921 37170 240[ 200] 61 85 329 94 509 90 636[ 200] 45 66 777 805 93 920 [ 400] 89 38040 104 51 78 261 68 308 52 95 97 98 459 635 80 99 819 73 80 943 39000 51 145 294 98 300[ 200] 18 453 69 553 625 741 820 912 45 40009 17 123[ 300] 68 92 333 400 19 71 516 633 835 40 911 96 41197 202.27 61 484 88 520 80 97 612 20 41 78 766 69 876 80 977 42030 183 228 76 386 481 627 60 710 23 814 43108 65 78 82 211 12 57 327 32[ 250] 67 400 559 771 826 944 56 44007 150 226 27 36 61 73 89 378 91 459 519 34 89 98 635 64 74 80 84 700 44 872 906 66 74 97 45033 87[ 300] 148 55 65 91 218 39 53 79 314 22 401 47 542 54 92 95 633 736 833[ 300] 913 24 46008 101 93 94 211 87 316 492 507 13 22 63 64[ 250] 684 87 740 818 91 983 47033 102 27 255 72 80 99 319 48 415 29 589 622 708 821 28 936 52 48283 90 333 446 509 43[ 200] 613 748 71 85 91 49111 60 84 351 99 422 609 703 801 14 33 50054 70 72 280 319 569 83 628 54 76 750 839 82 994 51006 108 87 244 312 24 54[ 200] 72 81 471 78 536 41 59 76 608 33 80 93 702 925 52002 6 29 83 116 39 48 61 205 9 88 305 412 577 615 43 728 816 41 70 53105[ 300] 34 269 99 360[ 250] 487 534 60 676 91 820 73 54009 115 332 456 81 84 531 78 97[ 200] 725 45 59[ 250] 68 84 86 805 13 66 80 910 20 25 V. Gr. Hessische Landes- Lotterie. Biehung III. Klasse 4. Juni 1902. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 133 Marf gezogen. ( Ohne Gewähr.) 116 82 84 415 43 99 506 14 639 789 856 63 80 1001 43 87 112 [ 200] 14 81 208[ 200] 7 73 96 310 19 45 52 413 24 38 78 504 85 630 31 51 807 54 99 904 34 42 75 2028 78 132 54 255 349 72 404 28 506 22 51 57 691 713[ 200] 29 61 800 936 57 71[ 200] 73 98 3006 49 54 128 281 327 37 46 64 81 91 94 451 58 524 44 90 612 74 715 52 66 83 820 32 93 901 45 76 4010 26 60 80 94 172 201 49 54 68 90 382[ 200] 401 40 61 676 748 54 90 813 32 921 5000 9 55 121[ 200] 25 35 200 34 47 350 33 39 94 412 24 560 656 76 817 33 46 907 15 6116 259 320 470 518 45 53 80 90 625[ 200] 26 36 732 925 46 94 7030 38[ 250] 104 8 9 58 98 208 39 375 480 531 40 92 690 97 713 59 76 832 924 36 74 8129 67 97 206[ 400] 62 468 523 31 647 833 71 9029 146 47 60 85 305 96 602 726 822 932 36 10052 120 212 29 313 70 452 573 723 35 900 49 78 11020 21 93 157 92 213 17 38 402 18 518 21 82 671[ 250] 726[ 20 000 u. e. Pr. v. 50000] 34 84 826 962 12079 100 372 402 27 36 553 85 662 93 713 36 828 73 970 82 13259 336 437 82 635 39 44 74 762 97 805 34 82 975 14054 95 116 37 45 96 422 38 516[ 200] 654 771 862 992 15014 27[ 200] 65 88[ 250] 209 35 42 331 34 51 60 98 448 72 541 618 88 739 856 76 924 16117 87 262 68 88 306 92 97 454 601 30 799 32 65 842 61 965 17009 30 104 17 19 294 388 492 98 510 29 93 618 45 97 736 813 94 18038 144 326 90 421 30 39 64 71 94 563 634 38 63 87 758 70 812 54 91 951 56 66 68 77 19049 63 81 83 167 70 221 72 86 421[ 200] 66 604 13 712 35 51 73 872 946 65 99 20042 102 218 26 55 316 30 433 44 587 607 43 707 79[ 300] 821 905 25 57 83 21001 30 77 248 53 78[ 200] 437 519 52 56 600 920 23 44 22182 87 227 420 24 33 613 725 29 53 846 92 926 23072 131 54 56 212 73 318 24 90 401 54 504 93 697 99 708 11 58 68 811 40 47 72.918 76 24042 88 111 44 222 83 338[ 200] 477 785 89 836 52 918 46 25044 150 97 241 352 77 469 80 526 631 742 68 885[ 250] 927 97 26140 83 261 377 465 72 90 548 636 66 744 52 830 50 69 73 80 908 27068 105 49 213 61 324 86 99 455 626 47 53 77 719 851 66 86 92 909 72 28001 64 113[ 200] 364 75 81 83 411[ 200] 537 609 36 65 735 36 54 867 87 916 71 29007 140 41[ 200] 73[ 300] 234 331 51 89 435 49 506 80 614 81 82 744 98 836 73 916 81 30007 52 83 134 221 83 99 318 467 534 608 49 60 756 89 903 38 74 31003 11 34 249 65 99 308 547 619 24[ 250] 31 45 718[ 200] 29 850 966 74 32059 233 73 408[ 250] 20 44 77 79[ 200] 535 38 43 61 609 71 81 700 6 38 93 814[ 200] 31 32 69 963 33002 99 109[ 250] 23 38 85 236 321 97 469 507 69 78[ 200] 82 656 788 808 54 959[ 200] 34107 84 317 29 404 34 608 16 41 51 54 763 867 904 62 35008 47 197 251 57 92 350 67 77 417 59 503 15 47 84 614 27 34[ 200] 53[ 200] 714 857 68 923 33 35 40 36045 80 201 33 319 57 410[ 200] 75 81 588 620 35 38 66 88 713 46 99 828[ 5000] 30 910 37069 87 181 210 45 308 48 60 414 16 34 93 582 661 731 843 62 38064 132 58 65 74 279 344 73 449 63 514 24 624[ 300] 79 802[ 200] 83 900 70 79 39011 20 25 76 195 221 62 80 342 69 436 44[ 2000] 512 68 94 675 725 53 92,902 10 40030 41 92 150 368 97 401 84 501 856 90 92 41015 19 204 75 78 364 431 32 45 91 625 82 722 32 825 28 44 991 98 42008 85 194 241 339 89 99 411 507 787 848 77 917 37 69 43050 60 61 79 109 18 42 61 74 200 42 310 96 460 504 18 23 74 83 691 93 99 831 44051 78 186 240 322 39 51 54 445 46 533 90 702 76 87 815 60 921 68 45212 41 331 440 50 95 538 827[ 250] 57 929 46229 61 301 589 90 656 771 88 821 95 961 92 47050 167 83 279 85 325 87 441 53 56 514 66 624 91 721 92 834 66 984 48125 203 8 53 59 70 359 422 33 35 41 51 97 562 610 17 27 49 796 859 99 49011 73 80 84 228 73 347 414 566 77 [ 1000] 79 713 67 899 992 50234 331 42 58 84 419 46 539 665 94 756 79 97 819 915 16 51042 79 164 81 273 88 515 77 90 604 54 61 97 828 42 48 907 52106 265 84 367 404 21 61 560 676 89[ 200] 704 24 25 82 84 800 61 920 39 53110 43 74[ 250] 262 78 315 427 53 529 61 724 67 864 910 54093 134 284 ..7 91 500 94 663 722 857 60 931 32 49 91 Rich. Buchacker, Giessen, Neuen Bäue 11, staatlich konzessionierte Kollekteur der Großherzogl. Hessischen Landes- Lotterie und Eigarren- Geschäft. Scheller's preisgekrönter Cognac anerkannt feinste Marke in 1/1, 12 und 14 Flaschen pr. Fl. Mt. 1.80, 2,40 3., 4., 5.-, Literflasche Mt. 1,80 2. Alleinige Niederlagen bei: H. Gengnagel, Neue- Bäue, H. Bellof II., Alicestraße, W. Möser, Seltersweg, Aug. Seibert, Wieseck, Conium- Halle, Heuchelh., A. C. Müller, Langgöns. Wilh. Brück, Wißmar. Aalener Union Wichse ist und bleibt die beste In blau- weissen Dosen, überall erhältlich. General- Agentur für die Lebens- Volts- Unfall- Haft pflicht- und Einbruchsdiebstahlbranche verbunden mit Inkasso ist für Lund Umgegenzus ejeßen. Nur solche Bewerber finden Berücksichtigung, welche in der Lage und gewillt sind, in der Organisation und Acquisition Gutes zu leisten. Offerten unter 3. 2006 an G. L. Daube & Co., Frankfurt a. M. 98 Jüng. Mädchen erhalten Arbeit im Nähen. 102 Löberstraße 3, Hinterhaus. 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