Nr. 257. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mt. 150. Gratisbellagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obft- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erideint an allen Werktagen nachmittags. Dienstag, den 4. November 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Erbedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei Gießen. Die Politik. Nahender Konflikt. Der Kampf um die Zolltarisvorlage wird mit der heute stattfindenden Reichstagssigung in ein noch kritischeres Stadium eintreten, als seither. Wie aus sozialdemokratischen und freisinnigen Kreisen verlautet, soll in der nächsten Zeit die Obstruktion mit verstärkter Kraft einsetzen. Die Parteien der Linken erblicken nämlich in der Art, wie der Antrag Wangenheim erledigt wurde, einen Verstoß gegen die Geschäftsordnung, der nicht ungeahndet bleiben dürfe. Bekanntlich wurde der genannte Antrag durch Uebergang zur Tagesordnung aus der Welt geschafft, ebe noch eine Diskussion darüber stattgefunden hatte In dem Abschneiden der Diskussion, bevor sie eröffnet war, erblickt die Linke einen Gewaltakt, den sie auch mit einem solchen in Form verstärkter Obstruktion beantworten will. Diplomatische Steuerkunft. K Wie nunmehr bestimmt bekannt wird, findet der Gegenbesuch des Zaren Nikolaus beim König von Italien Mitte Januar statt. Der Zar will bei dieser Gelegenheit auch dem Papste eine Aufwartung machen. Da dieser aber Gäste des königlichen Hofes nicht empfängt, so wird das Zeremoniell gewählt, das erstmalig bei dem Besuche des deutschen Kronprinzen, späteren Kaisers Friedrich, über diese Klippe hinweghelfen mußte. Der Zar begiebt sich nach der russischen Botschaft und fährt von dort aus in eigenem Gespann vor. So wird die Illusion erweckt, als käme der Zar, da die Botschaften Exterritorialrechte haben, d. h. direkt unter der Hoheit des Heimatlandes stehen, von russischem Gebiet zum Vatitan. Die Zarin an Melancholie erkrankt. Bereits mehrfach war die Nachricht verbreitet, aber immer wieder dementiert worden, daß Frrenärzte nach Livadia an den Hof des Zaren beschieden worden seien. Wie wir jetzt zuverlässig erfahren, ist die russische Kaijerin an Melancholie erkrankt. Bekanntlich hat die frühere, lebenslustige Prinzessin Alix von Hessen sich nicht nach Hermelin und Krone gesehnt und lange Zeit Bedenken getragen, ehe sie die Werbung des jeßigen Kaisers, der sie liebt und auf Händen trägt, annahm. Das Mißgeschick, das ihre Ehe durch das Ausbleiben des bom ganzen Volke heißersehnten Thronerben betroffen hat, und die letzte Erkrankung der Zarin haben ihr Gemütsleben start erschüttert, so daß sie zusehends mehr der Melancholie verfiel. Ein sanfter Druck auf die Türkei. Die türkische Regierung läßt von Zeit zu Zeit erflären, daß alle Aufstandsbewegungen im Balkan völlig unterdrückt sind. Trotzdem aber kommen immer wieder Nachrichten von blutigen Gefechten, die bald da und bald dort stattgefunden haben. Im Zeitraum von einem Monat sind 75 Personen erschossen und 33 gefangen gesetzt worden. Auf seiten der Regierungstruppen sollen im ganzen 17 Tote konstatiert worden sein. Man nimmt indes an, daß die doppelte Zahl in den Gefechten gefallen ist. Die Dörfer werden nach Waffen und Munition durchsucht; bis jetzt sind 150 Mannlichergewehre aufgefunden worden. Die Grenzwachen sind verstärkt; außerdem haben viele Dörfer Gendarmerieposten erhalten. Die bulgarische und die serbische Regierung haben die Erklärung abgegeben, daß sie mithelfen wollen, die Aufstände zu unterdrücken. Troßdem aber ist der französische Polititer Leroy- Beaulieu der Meinung, daß die Zustände im Orient einen Krieg herbeiführen können, wenn sich nicht die Signatarmächte des Berliner Vertrages einmischen und zur Schlichtung der Differenzen zwischen den aufständischen Volksminderbeiten und der Pforte Gorge tragen. Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 3. November.( Hofbericht.) Der Kaiser hörte Montag Vormittag im Neuen Palais die Vorträge des Stellvertreters des Chefs des Zivilkabinets, Geheimen Ober- Regierungsrates von Valentini, des Ministers für Landwirtschaft, Staatsministers von Podbielski, des friegsministers, Generals der Infanterie von Goßler und des Professors Klingenberg. Der Kaiser beabsichtigt, wie verlautet, in Posen ein Residenzschloß zu bauen. * Der deutsche Dampfer ,, Therapia" von der Levantelinie wurde vor kurzem von dem Fürsten von Bulgarien besichtigt. Der Generaldirektor der Levantelinie hat nunmehr dem Kaiser über diese Besichtigung und zugleich über die freundlichen Aeußerungen des Fürsten über Deutschland und den Kaiser Bericht erstattet, was den ritterlichen Monarchen veranlaßte, dem Fürsten Ferdinand in einem huldvollen Telegramm seinen Dank auszusprechen. * Freiherr v. 3edlig, der anerkannte Führer der Freikonservativen Landtaasfraktion. der bekanntlich seiner Zeit wegen seines Widerstandes gegen die Kanalvorlage als Präsident der Seehandlung pensioniert wurde, ist als Direktionsmitglied in die Invaliden- und Lebensversicherungsanstalt ,, Augusta" eingetreten. * Die Bewohner von Damaraland in Südafrika, dem Volksstamme nach Hottentotten, sind, in einem Aufstand gegen die englische Oberherrschaft begriffen, auf deutsches Gebiet übergetreten. * Der österreichische Kronrat hat beschlossen, die Wehrvorlage zurückzuziehen. Das bedeutet eine Kapitulation vor der Obstruktion des Parlaments. * Die Vertreter der ausständigen französischen Bergarbeiter und der Bergwerksgesellschaften hatten am Montag Nachmittag eine Besprechung. Die Versammlung Eeschloß, die Streitfrage zwischen den Gesellschaften und Arbeitern bezüglich der Lohnprämien dem Schiedsgericht zu unterbreiten. Die Schiedsrichter sind von dem Ministerium bereits ernannt. * Die Kundgebungen der englischen Kämpfer aus dem südafrikanischen Kriege wegen des rückständigen Soldes nehmen, da sich das Publikum immer stärker dafür interessiert, einen bedrohlichen Umfang an. * Der Dampfertrust richtet eine Verbindung zwischen England und Südafrika ein. In Paris war die Nachricht verbreitet, daß ein italienisches Geschwader die türkische Insel Midi beschossen habe, weil die türkische Regierung keine befriedigenden Erklärungen bezüglich der Seeräubereien abgegeben habe. In Rom ist davon nichts bekannt; die Meldung ist also falsch. * Wie der russische ,, Regierungsbote" und der ,, Russische Invalide" bekannt geben, ist der Kommandeur des Gardekorps General- Adjutant Großfürst Paul Alexandrowitsch aus dem Dienst verabschiedet worden, ein einzig dastehendes Vorkommnis bei einem Brinzen. * Die ,, Russische Telegraphen- Agentur" erklärt die Meldung, daß Finanzminister Witte bei seinen Inspektionsreisen in Ostasien über 200 Beamte seines Ressorts entlassen habe, für vollkommen unbegründet. Trotz dieses Dementis wird doch jeder glauben, was er will. * Die Nachricht, daß tausend Buren im Somaliland für die Engländer Kriegsdienste leisten wollen, reduziert sich ganz gewaltig Bis jetzt ist ein einziges Angebot bekannt und zivar von dem Burenkommandanten Ben Viljoen, der seine Offerte dem Lord Roberts gemacht hat. Der Elephant wird zur Mücke. * Die chinesische Regierung hat auf Verlangen der englischen Botschaft in Peking über mehrere höhere Beamte in der Provinz Huan, die nichts zum Schuße der ermordeten englischen Missionare getan haben, die Todesstrafe verhängt.. Nab und fern. ▲ Einweihung der Kunsthochschulen in Charlotten> burg. Die neuen Gebäude der Kgl. Hochschulen für die bildenden Künste und für Musik zu Charlottenburg wurden im Beisein des Kaiserpaars feierlich eingeweiht. Eröffnet wurden die Festlichkeiten durch einen farbenprächtigen Aufzug der Berliner und Charlottenburger Hochschulen. Das Kaiserpaar mit großer Suite erschien zu dem Festakt in der Aula, wo es von den versammelten Professoren im Ornat tegrüßt wurde. Nachdem Kaiser und Kaiserin auf einer Estrade unter einem Baldachin Platz genommen hatte, ergriff Kultusminister Dr. Studt das Wort zu einer Ansprache, in der er dem Kaiser dafür dankte, daß er durch seine tatkräftige Initiative das Zustandekommen der neuen notwendigen Bauten gesichert habe. Auch in ihnen soll das edle Ideal hochgehalten werden: nach dem Schönen und Erhabenen in Natur und Leben zu forschen und zu streben. Der Kaiser erwiderte in längerer Rede, in der er das hohe Interesse hervorhob, welches die Hohenzollern ſtets den schönen Künsten entgegengebracht hätten. Be sonders Kaiser Friedrich III. hätte sich für die Verlegung der Hochschulen an einen würdigeren Platz verwendet, ein Projekt, dessen Verwirklichung jetzt gelungen sei. Er bc= glückwünsche die Akademie dazu und hoffe, daß sie auch fernerhin in enger Anlehnung an die unerreichbaren klassischen Vorbilder und in treuer Nachfolge der zahlreichen großen Meister aller späteren Jahrhunderte, welche der Kunst sich geweiht und sie fortentwickelt haben, die Ideale der Kunst in den durch Ueberlieferung und die unwandelbaren Gesetze der Schönheit, Harmonie und Aesthetik gewiesenen Bahnen pflegen werde. Mit einem Konzert in der Hochschule für Musik schloß die erhebende Feier. Ein nächtliches Duell wurde in Berlin zwischen dem Referendar v.. und dem Landwirt und Reserveoffizier B. ausgefochten, die in einem Café nachts um 1 Uhr über ein politisches Thema in Streit geraten waren, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete. Die Beteilig ten kamen überein, daß wegen der Schwere der Beleidigung das Duell sofort ausgefochten werden sollte. Sie begaben sich nach der Wohnung des Herrn M., wo im geräumigen Korridor der Zweikampf mit schweren Säbeln stattfand. Schon beim ersten Gange erhielt der Referendar einen tiefen Stich in den Unterleib, sodaß er sofort mittels Dreschke nach seiner in der Mittelstraße befindlichen Wohnung übergeführt werden mußte, wo Herr von S., der sich nur zum Besuch in Berlin aufhielt, schwer krank darniederliegt. A Zwei Liebestragödien im Berliner Tiergarten. Ein Liebespaar aus Hainichen, der 25 Jahre alte Technifer Ernst Bernstein und seine 19 Jahre alte Geliebte, die Verkäuferin Sarah Megler, wurden in einer Allee in Berliner Tiergarten tötlich verwundet aufgefunden. Sie hatten beschlossen, gemeinsam in den Tod zu gehen, da die Eltern des jungen Mannes sich einer Verbindung der beiden widerseßten. Bernstein starb bald nach seiner Auffindung, das junge Mädchen erlag im Krankenhause ihren Verlegungen. Weiter wird aus Berlin gemeldet: Der 22 Jahre alte Schreiber Ernst August Thiele versuchte seine 18jährige Braut, die Arbeiterin Else Brüß, in der Eichen- Allee zu erschießen, nachdem sie sich geweigert hatte, mit ihm gemeinsam in den Tod zu gehen. Die drei Schüsse, die T. abgegeben hatte, brachten der Brüß schwere, wenn auch nicht lebensgefährliche Verwundungen bei. Unmittelbar nach der Tat entfloh Thiele, ohne daß es bisher gelungen ist, seiner habhaft zu werden. Die von einem Schußmann aufgefundene Else Brüß wurde nach der Charité geschafft. Ihre Vernehmung hat bisher nicht stattfinden können. Auf die Ergreifung des Täters hat der Berliner Polizeipräsident eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt und die Tat durch Säulenanschlag bekannt gegeben. Eine Hochstaplerin in Männerkleidung. Unter dieser Spitzmarke teilt das Berliner ,, Kleine Journal" folgende etwas räubermäßig" flingende Geschichte mit. In der Familie des Medizinalrats E. in Charlottenburg verkehrte seit einigen Monaten ein junger Student der Medizin, der sich von Kaminski nannte und angab, gebürtiger Pole zu sein. Die 17jährige Tochter des Medizinalrats hatte den jungen Studenten in einer Privatgesellschaft kennen gelernt und sich sterblich in denselben verliebt. Auf ihre dringenden Bitten durfte von St. im Hauſe ihres Vaters verkehren, obgleich der junge Pole dem Medizinalrat nicht sympathisch war. Die verliebte Tochter wußte es sogar durchzusetzen, daß der Student, der stets sehr bescheiden auftrat, einen Freitisch im Hause des Vaters erhielt. Vor etlichen Wochen machte nun der Medizinalrat die unangenehme Entdeckung, daß ihm mehrere teure chirurgische Instrumente sowie eine Anzahl Schmuckgegenstände von Wert abhanden gekommen waren, und sein Verdacht lenkte sich auf den jungen Polen. Um sich darüber Gewißheit zu verschaffen, betraute er ein Privatdetektivbureau mit der Beobachtung des jungen Studenten, dessen Wohnung der Familie des Medizinalrats nicht einmal bekannt war. Schon nach wenigen Tagen teilte ein Detektiv dem erstaunten Medizinalrat mit, daß der angebliche Pole eine Bolin sei und bei einer Frau W. in der Knesebeckstraße möbliert wohne. In Begleitung des Medizinalrates begaben sich zwei Detektivs am legten Sonntag Vormittag zu dem Pseudo- Studenten und entlarvten ihn als- Betrügerin. Von den gestohlenen Schmucksachen fand man nichts mehr vor, wohl aber sämtliche Instrumente. Die Hochstaplerin, welche sich unter falschem Namen in Charlottenburg aufhielt und in Männerkleidung in der besten Gesellschaft verkehrte, legte ein offenes Geständnis ab und dürfte sie deshalb nicht den Behörden übergeben werden. :: Rettung Schiffbrüchiger. Die Rettungsstation Kloster der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphierte am 3. November: Von dem bei Neuendorf gestrandeten dänischen Schooner ,, Catharina", Kapitän Christensen, mit Gerste von Kopenhagen nach Stralsund bestimmt, wurden drei Personen durch den Raketenapparat der Station gerettet. - Vermischtes. ▲[ Der Kaiserin Abschied.] Die St. James Gazette bringt folgende hübsche Anekdote von unserem Kaiserpaar: Der Kaiser begab sich einmal auf die österreichische Gesandtschaft und hielt sich dort länger auf, als er beabsichtigt hatte, so daß es ihm nicht mehr möglich gewesen wäre, sich von der Kaiserin zu verabschieden, da er abreisen wollte. Auf des Kaisers Ersuchen sezte der Gesandte das Telephon mit dem Schloß in Verbindung. Ter Kaiser sprach hinein, allein die Antwort schien nicht den Schluß zu bilden. Nach wenigen Minuten fuhr ein faiserlicher Wagen im schärfften Galopp vor der Gesandtschaft vor, die, Raijerin sprang heraus, umarmte den Kaiser und entfernte sich sogleich wieder. Im Fortgehen wandte sie sich zu dem Gesandten und sagte:„ Ich bitte Defterreich- Ungarn um Verzeihung." *[ Ein edler Wettstreit] ist unter einigen Pariser Zeitungen entbrannt. Die Wiederverhaftung des entflowench wie durch Gicht einwärts gebogen. Ja, es war ein natürlicher Finger aus Fleisch und Knochen, Sowart..." um nennen Sie mich Howart?" unterbrach ihn lächelnd der andere. allerdings, daß ich dem bekannten Sydney Howart ähnle burch eine Aehnlichkeit irre machen lassen, denn ich weiß ,, Sie als Detektiv dürften sich nic wie ein Ei dem anderen." " Ist mai er Ihr Brube worben. Habe ich War meine einer Maste. und habe ebenso gut ein Recht dazu mie ein Gui fich ber König amüsieren will, versteckt er sich hinter freute es fich nicht auf den heimkehrenden Vater? Wenn Frau nicht glücklich? Sah mein Rind nicht blühend aus? ich mir in Paris solch anden dadurch geschädigt, daß Auch ich liebe es, incognito aufzutreten, Ramen zulegte? oder wie Cie mein berr ( Schluß.) an. Glück im Spiel. ( Nachdruck verboten.) Bon W. v. Trotha- Monte Carlo. Still setzte sich der Baron und sah Madeleine groß Die fonit is still und fügsam mar Sie er nur Sie Serzheim stand mit seinem Fernglase an bordseite und sucht noch einmal die Fenster zu exspad hinter denen bie einst so heißgeliebte Madeleineben biel Kämmen tanzte auf Doch der ben Teicht jezt heiße Tränen weinte. da stieß eben das Lotsenboot bom Lande und mellen, bald Bogen es bald entschwand oben auf den höchsten Kentälern. Denen Banfiers Boulaine, der bekanntlich in die Rosenbergsche Fälschungsaffaire verwickelt ist, wurde dadurch ermöglicht, daß die Kammerzofe der Halbweltdame Mme. Arlette in einer Zeitung seine Photographie fand und nach dieser Photographie den Flüchtling erkannte. Was war das aber für ein Blatt, in welchem das Kammermädchen das verräterische Bild entdeckte? Das ist die Frage! Der ,, Matin" versichert, daß das junge Mädchen, als es seine Entdeckung machte, den ,, Matin" gelesen habe. Der ,, Eclair" behauptet, daß es der„ Eclair" gewesen sei. Journal" schwört, daß es das ,, Journal" war. Andere Blätter nehmen die große Ehre für sich in Anspruch. Alle aber beteuern hoch und heilig, daß es nicht Reklame sei, was sie zu dieser bedeutsamen Feststellung veranlaßt. V[ Bom Tabakverbrauch in Frankreich.] Ein geduldiger Statistiker- es sind übrigens alle Statistiker geduldig hat über den Tabakverbrauch in Frankreich eine tiefdurchdachte Studie veröffentlicht. Man erfährt daraus, daß es in Frankreich 6 Millionen Raucher giebt, die im Durchschnitt jedes Jahr 5 Kilogramm 98 Gramm Tabak pro Kopf verbrauchen. Von je 15 Rauchern rauchen 8 die Pfeife, 5 die Zigarre, 2 die Zigarette. Es gibt aber auch Raucher, die zu gleicher Zeit der Pfeife, der Zigarre und der Zigarette opfern. Der Gesamtverbrauch von Zigaretten für ganz Frankreich wird aus 90 Millionen pro Tag, 3700 000 pro Stunde, 61000 pro Minute und mehr als 1000 pro Sekunde geschätzt. Wenn man alle diese Zigaretten aneinanderreihen könnte, würde man eine Länge von 2 057 930 Kilom. erhalten, d. h. 514 Mal den Umkreis der Erde. - [ Eine originelle Idee.] Ein amerikanischer Dramatiker, Herr Paul Patter, hat einen sonderbaren Einfall gehabt: er hat sein Arbeitszimmer mit Bildchen tapezieren lassen, die eigens für ihn angefertigt werden mußten und zwar nach seiner eigenen Jdee. Die Bilder stellen Frauenschönheiten aus verschiedenen Ländern dar: französische, deutsche, englische, spanische, amerikanische u. s. w. Die Bildnisse, die sich sämtlich von einem rahmfarbenen Hintergrund abheben, sollen sehr hübsch aussehen, und Herr Patter behauptet, daß er sich durch all die schönen Augen, die auf ihn herabsehen, inspiriert fühle. Die Einbildung ist eine schöne Sache! totet und ein anderer verivundet. Ten Räubern fielen 8000 Rubel in die Hände. ☐ die vulkanischen Verheerungen in Guatemala. Nach einem Telegramm aus Guatemala hat der Ausbruch des Vulkans Santa Maria aufgehört. Der angerichtete Schaden ist sehr groß. Von der diesjährigen Kaffee- Ernte sind etwa 200 000 Zentner verloren. £[ Ein Vorschlag zur Güte.] Das Schazamt in Washington empfing dieser Tage von einem unbekannt gebliebenen Wigbold folgenden ,,, Newyork, den 3. Oktober 1902", datierten Brief: ,, An den ehrenwerten Sekretär des Schazamtes in Washington. Geehrter Herr! Da die Preise für Feuerungsmittel eine solche Höhe erreicht haben, daß dieselben für Literaten mit beschränkten Finanzmit teln geradezu unerschwinglich geworden sind, so erlaube ich mir, folgende Ordre bei Ihnen zu plazieren: 45 Tonnen gute alte trockene Regierungsbonds, für Ofen- Heizung geeignet; 7prozentige 1864er Goldbonds bevorzugt. 12 Tonnen alte Greenbacks( Banknoten) für Küchenöfen geeignet; 8 Tonnen getrocknete 1866er 25- Cents- und 50Cents- Postnoten, zum Anzünden. Bitte obige Sendung sofort nach meinem Hause in Riverdale zu übermitteln, zu niedrigsten ortsüblichen Kassenpreisen, und senden Sie gefl. die Rechnungen Ihrem ergebensten Diener Mart Twain, welcher in Dankbarkeit erstirbt und für das rechte Picket stimmen wird." Die Duchoborzen. Die fanatische Sekte der Duchoborzen, von deren religiöser Wahnsinnsepidemie wir berichteten, sind auf ihrem Leidenswege, der sie ihrer Meinung nach zum Tausendjährigen Reich führen soll, unermüdlich weiter gepilgert. Sie nähren sich, gefolgt von berittenen Polizisten, auf ihrem Marsche der Grenze von Manitoba. Viele sinken erschöpft am Wege nieder und bitten, sie auf Bahren weiterzutragen, da sie die von ihnen erwartete zweite Wiederkunft Christi zu versäumen fürchten. [ Bolas Geist.] Ein Mitarbeiter des ,, Temps" erhielt dieser Tage eine Einladung, in dem, Institut für Sociolo gie", Rue des Boulangers, einer spiritistischen Unterhaltung mit Emile Zola beizuwohnen. Natürlich nahm ich die Einladung an," schreibt der Journalist. Eine Glastür, eine enge Wendeltreppe führen zu dem Sigungssaale". Als ich an die Tür klopfte, öffnete mir ein weißbärtiger Herr, der wie ein alter Photograph aussah. Er war in einem kleinen, schwach beleuchteten Zimmer allein mit einer jungen Dame; ein Vorhang teilt den„ Saal" in zwei Teile. ,, Ist das hier das Institut für Sociologie?" [ Bon der Wiege bis zur Bahre.] Ein großes Blumengeschäft in Paris versendet gegenwärtig, wie französische Blätter mitteilen, folgende Preisliste:, Verl bungs- Bouquets von 20 Francs an; Hochzeits- Blumenförbe von 20 Francs an; Tauf- Bouquets von 20 Francs an; Totenkränze( groß) von 20 Francs an; Totenkreuze( groß) von 20 Francs an; alles zusammen nur 80 Francs. Sparsame Leute werden also gut tun, schon Lei ihrer Verlobung alle Kränze einzukaufen, die der Mensch von der Wiege bis zum Grabe brauchen kann! Ein Raubmord in Paris setzt das dortige Publi fum in große Aufregung. Morgens früh um 6 Uhr fand ein Milchmann die 36 jährige Witwe des Hauptmanns im int großen Generalstabe Mercier auf der Straße bei ihrer Villa ermordet liegen. Sie war erdrosselt und beraubt worden. Zwei betrunkene Soldaten waren in der Nähe des Tatortes gesehen worden und wurden als verdächtig verhaftet, doch konnten sie ihr Alibi nachweisen. Ja, mein Herr," antwortete der Mann mit dem weißen Barte. ,, Es ist leider noch niemand gekommen. Sie sind der erste und der einzige Zuschauer. Fräulein, das Medium hier, wollte schon nach Hause gehen, aber da Sie sich herbemüht haben--" Bei diesen Worten setzte sich das Medium an einen kleinen Tisch und legte ihre mageren Hände auf die Tischplatte. Es dauerte ziemlich lange, ehe die Verbindung mit Zola hergestellt war. Bola ist noch nicht daran gewöhnt," sagte der Spiritist. Plötzlich begann der Tisch sich in Bewegung zu setzen. Ich stellte Fragen. Zola antwortete, daß ihm mein Name bekannt sei, aber nennen wollte er ihn nicht. Ich fragte ihn dann, ob er oben schon mit Renan zusammengetroffen sei. Der Tisch machte ganz tolle Sprünge. Die Antwort war flar und deutlich. Ja, Zola ist schon mit Renan zusammengekommen," erklärte das Medium.- ,, Fragen Sie ihn doch, bitte, ob sie gut mit einander auskommen." Der Tisch machte einige Bewegungen, die anzudeuten schie nen, daß die beiden berühmten Männer sich im Himmel oder in der Hölle nicht gut vertragen können. In diesem Augenblick glitten die Hände des Mediums langsam von der Tischplatte herunter. ,, Sehen Sie, der Tisch flieht," sagte das Fräulein. Ich ziehe die Hände nicht zurück; Zola will fortgehen." Der Spiritist legte darauf den Mund auf den Tisch und richtete, unter feierlichen Gesten, einige Worte des Dankes an Zola. ,, Man muß auch im Verkehr mit den Geistern höflich sein," sagte er." [ Was Nippessachen kosten.] Daß der Preis von funstvoll gearbeiteten Nippsachen manchmal eine fabelhafte Höhe erreichen kann, zeigt sich an einer kleinen Terracotta- Figur von Clodion, die gegenwärtig in Paris ausgestellt ist und nicht weniger als 150 000 Franc wert sein soll. Vor noch nicht allzu langer Zeit wurde dieselbe Figur in einer öffentlichen Versteigerung für 520 Franc Losgeschlagen. Unter den Kunstfreunden, die sie gern hätten taufen wollen, befand sich auch Edmond de Goncourt, der in einem Pariser Blatte folgende Mitteilungen über diesen Kunstgegenstand macht: Man stellte auf den Vertausstisch ein großes anderes Ding, auf welchem ich, als ich näher trat, auf einer Seite eine Trompete blasende Fama sah, auf der anderen einen Aeolus mit aufgeblähten Baden, und unter der Fama und dem Aeolus, rings um die Kugel, Amoretten; Amoretten in allen Stellungen, schwebende, fallende, purzelnde Amoretten; Amoretten, die ihre geflügelten Rücken zeigten. Amoretten, die um einen Luftballon ein Netz ausspannten; und unter dem Luftballon andere Amoretten, die ein Strohgarbenfeuer unterhielten. Es ist der schönste Clodion, den ich je gesehen habe." Goncourt bot für das Kunstwerk 500 Franc er war damals nicht sehr reich. Im Jahre 1867 fand er die Terracotta- Figur auf der Pariser Weltausstellung; sie gehörte Herrn Beurdeleh, der 25 000 Franc dafür verlangte. Únd heute ist sie sechsmal mehr wert. Dr. Dre Bweigver Tablig halten. ** Brofe marfante zu Win Er befud felbe 1870 Etudium Approbatic Wien und Doftorera Schen Alu um fich widmen. Privatbo fchaftliche Gritirpat chirurgi über Anod erlannte [ Der Roman der Borerin.] Die ,, North China Daily News" bringen interessante Nachrichten über eine friegerische Chinesin namens Liao Kuan Yin, die im letzten Borerkriege die Fahne des Aufruhrs schwang. Ihre Schönheit brachte viele bekannte Abenteurer zu ihrer Fahne, und bald betrug die Zahl ihrer Truppen 10 000. Sie marschierte auf Cheng- tu zu, in der Hoffnung, die Stadt zu überraschen. Aber sie verdarb ihre ehrgeizigen Pläne dadurch, daß sie gleichzeitig mit den sechs Hauptbanditenführern kokettierte, die sie unterstüßten. Sie versprach jedem dieser Führer, ihn zu heiraten, und versuchte, einen gegen den andern auszuspielen, während sie alle in ihrer Gewalt hatte. Als sie aber in Shipaut war, dämmerte ihren sechs Liebhabern die Wahrheit, und als sie dem jüngsten und schönsten der sechs besondere Gunst erwies, stießen ihm die anderen fünf, toll vor Eifer, ihre Schwerter in den Leib. Dann begannen die Nebenbuhler mit einander zu kämpfen, wobei drei von ihnen getötet wurden. Am nächsten Morgen packte einer der beiden überlebenden Führer, der alt und häßlich ist, sein Hab und Gut und reiste ab. Er nahm fast alle Truppen und die ganze Munition mit sich. Liao Kuan Yin war nun mit einem Liebhaber und wenigen Anhängern allein. Bald erschienen Regierungstruppen auf dem Schauplab, und die Dame hielt Vorsicht für den besseren Teil der Tapferkeit, floh und verbarg sich mehrere Monate lang. Jezt hat sie wieder Einfluß und mehr Truppen zu ihrer Verfügung; aber sie ist wenigstens flug geworden und begnügt sich mit einem Liebhaber * Ein Rekord der Rohheit. Die ,, Training"-Spiele der amerikanischen Universitätsklubs um die Palme im Fußballspiel haben am 27. Oktober zu einer Katastrophe geführt. An diesem einzigen Nachmittage blieben nicht weniger als zwei Tote und zwanzig Verwundete auf dem Spielplaze, der diesmal ein wahrhafter Kampfplatz war. Der erste Spieler, welcher seinen Erfolg mit dem Tode bezahlte, war ein Deutscher Namens Schmidt. Er schlug seine Mitspieler um einen 20 Yard- Lauf, wurde dann niedergerannt und als der wild um den Ball ringende Menschenknäuel sich endlich entwirrt hatte, lag Schmidt auf dem Rücken, bewegte noch einige Male den Kopf hin und her und war tot. Der zweite war ein Knabe. Er brach das Genick, als er niederstürzte, und war sofort tot. Die Verwundeten trugen entweder schwere Kopfscheibenverwandungen oder Knochenbrüche davon. Zwei Spielern wurde das Schlüsselbein zerschlagen, offenbar durch Fußtritte, brei brachen das Schulterblatt und der am leichtesten Verletzte hatte seine Vorderzähne zu beklagen. Die Verletzungen fallen übrigens nicht auf einen Klub und verteilen sich auf verschiedene Spiele, die indeß alle an demselben Nachmittage stattfanden. Der Spielklub, welchem Schmidt angehörte( es ist derjenige von St. Louis), war von den Unglücksfällen so ergriffen, daß sämtliche Spieler unter Führung ihres Kapitäns in feierlichem Zuge die Spielstangen ausrissen, und aus diesen und ihren Fußballanzügen, Gesichtsmasken und sämtlichen Fußballutensilien einen Scheiterhaufen errichteten und ansteckten. Dann schworen alle, für immer dem Fußballspiel zu entsagen. Eine Soldatenmißhandlung wird der Insterburger Ostdeutschen Volkszeitung gemeldet. Die Redaktion hat von der Witwe Baltrusch einen Brief erhalten, in welchem sie mitteilt, daß ihr Ehemann, der als Kanonier bei der 6. fahrenden Batterie des 1. Artillerie- Regiments in Gumbinnen gedient hat, am Abend des 8. August auf Befehl eines Unteroffiziers aufs furchtbarste gemißhandelt und dann aus einer zwei Stock hoch gelegenen Stube zum Fenster hinausgeworfen worden sei und infolgedessen seinen Tod gefunden habe. Am Begräbnistage habe der Rittmeister zu ihr gesagt, daß ihr Mann ein tüchtiger Soldat gewesen sei und daß es ihm sehr leid tue, daß er auf solche Weise ums Leben habe kommen müssen. Die Schuldigen würden bestraft werden, und sie eine Unterstützung erhalten. Bisher habe sie aber weder eine Nachricht über eine erfolgte Bestrafung, noch eine Unterſtüßung erhalten, auch ein Schreiben ihrer Dienstherrschaft an den Batteriechef sei unbeantwortet geblieben. Man darf begierig sein, was sich aus dieser sensationellen Affäre entwickeln wird. Glaubwürdig erscheint sie in dieser Fassung nicht. * Anarchistische Attentatsanschläge. Die Kriminalpolizei sucht einige italienische Anarchisten, die sich eines schweren Bahnfrevels schuldig gemacht haben. Sie suchten bei einem Bahnbau in Maubach Beschäftigung, mußten aber abgewiesen werden. An zwei darauffolgenden Tagen wurden, zwischen den Schienen eingefeilt, Rollen mit Dynamit gefunden. Es ist festgestellt, daß das Dynamit aus der Rheinischen Dynamitfabrik von Köln stammt. Der Sprengstoff muß zu verbrecherischen Zwecken aus einer Sendung gestohlen worden sein, die an einen Bauunternehmer Müller in Unter- Maubach gerichtet war. ) Ueberfall einer russischen Post. Die von Telaw nach Tiflis fahrende Post ist überfallen und beraubt worden. Bon den die Bost begleitenden Beamten wurde einer geBunte Chronit. Aus Bergen in Norwegen kommt die Nachricht, daß das Hotel Stalheim, in dem bekanntlich unser Kaiser jeden Sommer Aufenthalt zu nehmen pflegt, total niedergebrannt ist. - Die Gräfin Sophie v. Görz- Schliß, eine intime Freundin der kaiserlichen Familie, ist im Alter von 44 Jahren zu Charlottenburg gestorben. Aus dem Gerichtsfaal. zum Stab leiden, we ausgezeic Jahre 19 Rachricht Arztes wir erfüllen ** Da ausgegeben balt; Belar des Fonds fchwemmung Bekanntmac Schiffenberg, öffentlichen mächtigung Orden; 3 nadridten. provisorisch Realidule lehrer an wurde de Heinrich 8 Gymnafiu der Volks Heinrich Patent al § Deserteure als Einbrecher. Anfang Mai desertierten vom 61. Infanterieregiment zu Thorn die Musketiere Wasnewski und Busch. Sie zogen 6 Wochen lang in Posen, Brandenburg, Rheinland und Westfalen als Landstreicher umher und lebten von Beute aus zahlreichen Einbrüchen. Jetzt wurden sie von Oberkriegsgericht wegen Fahnenflucht, Diebstählen 2c. zu 2 bezw. 31 Jahren Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere verurteilt. Eine Bande jugendlicher Diebe und Hehler wurde in den letzten Tagen von der Berliner Polizei unschädlich gemacht. Die Schlosser Alfred Sieg, Gustav Surenberg und Friz Burgmann, und die Tischler Sare, Willy Weiß, Max Franz und Friß Hillmann hatten sich zu einer Einbrecherbande vereinigt, der die Schlosser Grünewald und Rose als Helfer dienten. Alle neun Verbrecher sind Burschen von 15 bis 18 Jahren. Der Wiener Polizei ist es gelungen, den Mörder Borrmann aus Chemniß, der am vorigen Mittwoch seine Frau und seine beiden Kinder erschossen hat, in der Wohnung einer Prostituierten festzunehmen. Er leugnet beharrlich seine Untat. § Zum Tode verurteilt wurde vom Braunschweiger Schwurgericht der Dienstknecht Stolte aus Harvessa, der seine Geliebte erwürgt und, um den Schein des Selbstmordes zu erwecken, aufgehängt hatte. Der Angeklagte, der bis zum letzten Verhandlungstage die Rolle eines Unschuldigen mit großer Ruhe gespielt hatte, hatte dann plößlich noch vor Beginn der Verhandlung sein Gewissen völlig erleichtert. Er brach im Anklagezimmer plötzlich mit einem Schrei auf einer Bank zusammen und rief dann: ,, Ich kann nicht mehr, ich muß den Herrn Staatsanwalt sprechen!" Dieſem gegenüber gestand Stolte dann zunächst die vorsätzliche Tötung und einige Zeit darauf auch die Tötung mit Ueberlegung zu. - Die reiche Gutsbesizerin Therese Gleichweit zu Graz bekam mit großer Mühe die Erlaubnis, ihren einzigen dreißigjährigen irsinnigen Sohn Hermann selbst pfle= gen zu dürfen, mußte aber zwei handfeste Wärter halten. Als die Wärter einen Augenblick den Jrrsinnigen verließen, erschlug er seine Mutter mit einer Eisenstange. Das Belgrader Blatt Stampa" veröffentlicht die Meldung, in der Kreiskasse von Pirot sei ein Fehlbetrag von 150 000 Francs entdeckt worden, welcher einem früheren Kassierer und einem Kontrolleur zur Last falle. - § Ein sensationeller Verleumdungsprozen, bei welchem Klägerin und Beklagte Damen aus der besten englischen Gesellschaft sind, beschäftigte soeben das Londoner Schwurgericht. Der Tatbestand ist folgender: Lady Violet Beauchamp, die geschiedene Gattin des Sir Reginald Beauchamp und einzige Tochter des Lord Roden, Besizerin eines immensen Bermögens, hatte seit Jahren dem Financier und ehemaligen Abgeordneten für Glasgow Hugo Watt mit Liebesanträgen nachgesetzt und hierbei alles versucht, um ihn seiner Frau, mit welcher Watt seit Jahren in ruhiger, wenn auch nicht besonders glücklicher Ehe gelebt, zu entfremden. Dies gelang ihr auch. Frau Watt, welche bereits gerichtlich von ihrem Gatten geschieden ist, sucht gegenwärtig auch um Lösung der Ehe an, wegen Ehebruches ihres Gemahls mit Lady Beauchamp, von welcher anderseits wegen Ehebruchs mit Watt ihr Gemahl Sir Reginald Beauchamp sich trennen ließ. Jm Verlaufe der Hezkampagne mun, welche Lady Violet Beauchamp gegen Frau Watt geführt, schrieb erstere unter anderem auch einen Brief an Watt, in welchem sie seine Frau bezichtigte, seine Vergiftung zu planen. Dieser Brief fiel in die Hände der Frau Watt und bildete den Gegenstand der Klage. Die Geschworenen sprachen der Klägerin fünftausend Pfund Schadenersatz zu. Ein Italiener, der mit dem Direktor Serpieri von der französischen Bergwerksgesellschaft in Laurion bei Athen in Rechtshändeln liegt, gab zwei Revolverschüsse auf Serpieri ab und verwundete ihn, jedoch nicht bedenklich. Graf Tolstoi ist an einer Lungenentzündung erkrankt. Zwei Aerzte sind nach dem Gute Jußnaja Boljana berufen, doch gibt die Krankheit bis jetzt keinen Anlaß zu Befürch= tunaen. teilt, und Birklar, tr schule zu Ru Sonfurrenze evangelijde Gemeinde Stelle ist ebang. Leb Schule zu einem eban der Gemein ** De auch mit e furter Scho Bestimmun hatte der Dr. Fro ( J.) Ein Münchener Standalprozeß. Die im 44. Lebensjahre stehende Hebamme Ottilie v. Carneville zu München hat seit März 1901 ihren Beruf nicht mehr ausgeübt, und zwar teils wegen Krankheit, teils aus dem Grunde, weil sie auf einen einträglicheren Erwerb verfallen war. Frauenspersonen, welche gewisse Zustände beseitigt wissen wollten, fanden bei Ottilie v. Carneville eine bereitwillige Helferin, allerdings gegen entsprechend hohe Belohnung. Ihr Ruf verbreitete sich unter dem Siegel der Verschwiegenheit ziemlich schnell, so daß den übrigen Hausbewohnern die Menge der bei der Carneville ein und aus gehenden Frauen auffiel und die Polizei auf das Treiben aufmerksam gemacht wurde. Frau von Carneville entschuldigte sich vor Gericht damit, daß die Frauenspersonen sie kniefällig gebeten hätten. Sie habe oft die Türe versperrt, weil die Besucherinnen sich nicht abweisen lassen wollten. Von den medizinischen Sachverständigen hielt Dr. Martius Ottilie v. Carneville, die eine unheilbare Morphinistin ist, nicht für ganz zurechnungsfähig, während Landgerichtsrat Professor Dr. Hoffmann und Dr. Gudden ihr Gutachten im gegenteiligen Sinne abgaben. Die Geschworenen bejahten gegen die Carneville je zwei den§ 218 und 219, Abs. 3, des Str. G.-B. betreffende Schuldfragen unter Versagung der mildernden Umstände. Auf Grund dieses Wahrspruches wurde Ottilie von Carneville zur Zuchthausstrafe von 5 Jahren und 10jährigem Ehrenrechtsverlust verurteilt. trat am be a ftändig Soubrette Landesspr Soubrette gefällige Dagegen ma mit dem be mufitalijde in dem B Thotfade Direttion den Frant wohnteften Herr Al in Engag wollen wegen Geltung ** haft be in die H Der Wir ** G Leopar mar que bas Brap ** Feuerm Mitglie u. Gie fimic ** Burenhi genera all jene, mildthäti Duittier Epender e.] Ein großes Blugenwärtig, wie fran Preisliste: Berl Hochzeits- Blumen quets von 20 Francs Francs an; Toten lles zusammen nur also gut tun, schon nzukaufen, die der be brauchen kann! Das dortige Bubli üh um 6 Uhr fand es Hauptmanns im Der Straße bei ihrer vosselt und beraubt waren in der Nähe urden als verdächtig nachweisen. Die ,, North China achrichten über eine Kuan Yin, die im uhrs schwang. Thre Senteurer zu ihrer er Truppen 10 000. der Hoffnung, die b ihre ehrgeizigen den sechs Haupt erstüßten. Sie ber aten, und versuchte, , während sie alle in Shipaut war, Wahrheit, und als sbesondere Gunst Coll vor Eifer, ihre en die Nebenbuhler von ihnen getötet e einer der beiden Blich ist, sein Hab fast alle Truppen iao Kuan Yin war Anhängern allein. uf dem Schauplatz, besseren Teil der ere Monate lang. Truppen zu ihrer geworden und besfaal. g Mai desertierten die Musketiere Wochen lang in Bestfalen als Landte aus zahlreichen Serfriegsgericht we bezw. 31 Jahren eere verurteilt. n Braunschweiger aus Harvessa, der Schein des SelbstDer Angeklagte, die Rolle eines hatte, hatte dann lung sein Gewissen agezimmer plötzlich men und rief dann: errn Staatsanwalt Stolte dann zu Zeit darauf auch prozef, bei wel- der besten englien das Londoner nder: Lady Violet ir Reginald Beaun, Besizerin eines En dem Financier sgow Hugo Watt bei alles versucht, tt seit Jahren in lücklicher Che geauch. Frau Watt, atten geschieden ist, er Ehe an, wegen auchamp, von welWatt ihr Gemahl Ließ. Jm Berlaufe Violet Beauchamp re unter anderem sie seine Frau be Dieser Brief fiel ete den Gegenstand der Klägerin fünf Die im 44, Lebens Carneville zu Mün uf nicht mehr au heit, teils aus dem cheren Erwerb ber Je gewiffe Zustände Ottilie v. Carneville gegen entsprechend Cete sich unter dem schnell, so daß den r bei der Carneville el und die Polizei wurde. Frau von ht damit, daß die hätten. Sie habe Jerinnen sich nicht edizinischen Sach t für ganz zurech at Professor Dr. hten im gegenteili bejahten gegen bie 9, Abf. 3, des Str. Berjagung der mil Wahrspruches wurde Strafe von 5 Jahren b. Carneville, bie perurteilt. Giessener Cages neuigkeiten. Der an die hiesige Universität berufene Professor Dr. Drews gedenkt am Sonntag, den 9. November im Zweigverein des Evangelischen Bundes zu Darmstadt anläßlich des Geburtstages Luthers einen Vortrag zu halten. ** Ueber das Leben und Wirken des verstorbenen Professor Ferdinand Fuhr liegen uns folgende marfante Daten vor. Fuhr wurde am 22. Januar 1853 zu Windhausen als Sohn des Lehrers Fuhr geboren. Er besuchte in Gießen das Gymnasium, absolvierte dasfelbe 1870 und widmete sich auf hi figer Universität dem Studium der Medizin. Im Jahre 1875 bestand er das Approbationsexamen, ging zur weiteren Ausbildung nach Wien und machte nach seiner Rückkehr von dort 1876 das Doftorexamen. 1876-1881 war er Assistent der chirurgischen Klinit, von 1882-1886 praktischer Arzt in Gießen, um sich von letterem Zeitpunfte ab ganz der Chirurgie zu widmen. Er habilitierte sich im Sommersemester 1886 als Privatdozent der Chirurgie. Mit einer in weiten wissenschaftlichen Kreisen Aufsehen erregenden Arbeit:„ U ber die Exstirpation der Schilddrüse", übernahm er die Leitung der chirurgischen Poliklinik und hielt Vorlesungen, namentlich über Knoch nbrüche und Verrenkungen, worin er eine anerkannte Autorität genannt werden darf. 1898 wurde er zum Stadtverordneten gewählt Leider zwang ihn ein Halsleiben, welches im weiteren Verlaufe nun den Tod des ausgezeichneten Mannes zu früh her beigeführt hat, im Jahre 1900 um seine Pensionierung einzukommen. Die Nachricht von dem Tode des hervorragenden Menschen und Arztes wird alle, welche ihn gekannt, mit tiefer Betrübnis erfüllen. Das Regierungsblatt, Beilage Nr. 26, ausgegeben Darmstadt, 31. Oftober, hat folgenden Inhalt; Bekanntmachung, die Ergebnisse der Verwaltung des Fonds zur Gewährung von Beihilfen bei Ueberschwemmungen für das Rechnungsjahr 1901/02 betr. Bekanntmachung, die Erhebung der in der Gemarkung Schiffenberg, Kreis Gießen, erwachsenen Kosten der öffentlichen Armenpflege betr.; Ordensverleihungen. Er mächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder Orden; Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Dienstnachrichten. Der Großherzog hat am 15. Oftober den provisorischen Lehrer an dem Realgymnasium und der Realschule zu Gießen, Franz Bender zum Oberlehrer an dieser Anstalt ernannt. Am 27. September wurde der Lehrer an der Volksschule zu Gießen Heinrich Bieprecht zum Lehrer an der Vorschule des Gymnasiums daselbst, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer, ernannt. Dem Geometergehilfen Heinrich Philipp aus Ober- Ohmen wurde das Patent als Geometer 2 kl. für den Kreis Alsfeld er= teilt, und dem Schulanitsaspiranten Chr. Müller aus Birklar, Kr. Gießen eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ruppertenrod, Kreis Alsfeld, übertragen. Konkurrenzeröffnungen: Erledigt sind die mit einem evangelischen Lehrer zu beseßende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Azen hein, Kr. Alsfeld. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden; eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an d r Gemeindeschule zu Burg- Gemünden, Kr. Alsfeld; die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Heidelbach, Kr. Alsfeld. ** Den hiesigen Theaterverein hatte man u. A. auch mit einer Einladung zur Einweihung des Frank furter Schauspielhauses, welches am 1. November seiner Bestimmung übergeben wurde, beehrt. Als Vertreter hatte der Verein seinen 1. Vorsitzenden, Herrn Prof. Dr. Fromme entsandt. ( J.) Orpheum. Mit wirklich vorzüglichen Leistungen trat am vergangenen Sonntog ein neues Personal bei vollschreiber und das Papier eine Summe ausgegeben werden| Leiche gefunden wurde. Liebeskummer soll das Motiv müßte, durch die schon manche Not im Burenvolk gelindert der That sein. werden fönnte. Es ist daher beschlossen worden, wie es auch der Deutsche Burenhilfskund" geihan hat, über jeden einzelnen, selbst den geringsten Betrag öff ntlich im„ Burenfreunde" zu quittieren und nur auf ausdrücklichen Wunsch besondere Quittungen auszusenden. Durch die Mildthätigkeit aller Schichten der Bevölkerung sind zur Zeit etwa 150 000 Mark direkt auf das Konto des" het Generale Boeren Hulp Fonds" eingegangen. ** 3000 Marf Belohnung. Zur Zeit sind wieder eine große Anzahl falscher Fünfmarkscheine mit der Jahreszahl 1892 im Umlauf, desgleichen 10 Markund 1 Mark Stücke mit der Jahreszahl 1872 und der Prägung D( München). Für die Gruierung der Fälscher sind von der Reichsschulden- Verwaltung 3000 Mr. Belohnung ausgesetzt. Aus Hessen und Dachbargebieten. ** Lollar. * In der gestern gebrachten Notiz über die Abendunterhaltung des Gesangbereins„ Germania" ist unserem Berichterstatter ein kleiner Fehler unterlaufen Der Dirigent des Vereins heißt nicht Henkelmann, sondern Kümmel, der Vater des bekannten Hofmusikers. ** Langsdorf. In dem vom Bürgermeister Köhler angelegten Gemeindeſee ist wieder einmal gefischt worden. Das Ergebnis war der Fang von 12 Zentner und 72 Pfund Karpfen im Werte von 714,56 Mr. An dem Bahnbau Mücke- Laubach gehen die Arbeiten sehr gut von statten; der Grundbau ist soweit ganz fertig und die Hochbauten sind nun auch unter Dach. Der Termin zur Eröffnung ist Mitte 1903 bor gesehen, nach dem Fortgang der Arbeiten ist schon ein viel früherer Termin möglich. Was weiter von Interesse ist, das ist daß der Voranschlag hierbei nicht übertroffen werden wird, eine Thatsache, welche im Bauhandwerk sehr selten vorkommt. Die Hochbauten nehmen sich schr gefällig aus; man hat hierbei das eintönige ganz bei Seite gelassen und Stil mit hineingebaut. Dem Baumeister rechnet man das sehr zum Lob an und die Bevölkerung freut sich allgemein über das ganze Werk. Die ganze Strecke Mücke- Laubach erhält folgende Stationen: Stockhausen, Weichartshain und Freienseen. Infolge des Baues dieser Strecke wird nun auch der Bahnhof in Laubach vergrößert werden. ** Butzbach, 30. Dft. Der römische Wachtturm auf dem Schrenzerberg brannte heute Nacht gegen 3 Uhr nieder. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch unb fannt. ** Bad- Nauheim. Die Städteordnung für unsere Stadt ist in der Sigung des Gemeinderats vom 29. Oftober mit Stimmenmehrheit beschlossen worden. ** Bad Nauheim, 2. Novbr. Am 31. Oktober, dem Schlusse der Saison, betrug die Gesamtfrequenz des hiesigen Bades 22 567, gegen 19883 im Jabre1901. Eine annähernd hohe Frequenzziffer wie 1902 zeigte bisyer nur das Jahr 1899 mit 22411 Personen; der letzte Sommer brachte mithin Nauheim trotz den ungünstigsten Witterungsverhältnissen den besten Besuch seit dem Bestehen des Bades. Bäder wurden in der abgelaufenen Saison 304616 berabfolgt, gegen 296 583 im Vorjahre. ** Schotten, 2. November Jm Landtagswahlbezirk Schotten wurden 19 Wahlmänner für den seitherigen Abgeordneten Weidner und 15 für Oberförster Dr. Weber in Konradsdorf gewählt. Alzenau, 3. Novb. In Rückersbach erhängte sich der in guten Verhältnissen lebende Bauer Bartholomäus Fleckenstein im Alter von 73 Jahren. Auch sein Vater hat sich s. 3t. erhängt. Neue Haltestelle. Am 1. November d. Is. wurde Darmstadt, 3. Nov. Vor der hiesigen Straffammer findet Mitte November die Verhandlung gegen den Amtsrichter Mahr und 3 Genossen statt, welche in einem Eisenbahnwagen zwischen Mainz und GroßGerau einen jüdischen Geschäftsreisenden aus Mainz schwer beleidigt hatten. ** Mainz, 3. Nov. Beim Schießen auf den Schießständen bei Gonsenheim beging ein Sergeant der 7. Komp. des Infanterie- Regiments Nr. 87 die Unvorsichtigkeit, den Verschlußknopf nicht fest zuzumachen. Infolgedessen platte beim Abfeuern des Schusses der Lauf und der Kolben. Der Sergeant wurde im Gesicht und an der Hand erheblich verlegt und mußte in das Lazarett gebracht werden. Die fallenden Blätter. Nun sinket von den Bäumen Entfärbt das dürre Laub; Sein Leben und sein Träumen, Beendets hier im Staub. Im Frühling hatt's die Sonne Heraus aus der Knosp' gefüßt; Da fühlt' es Freud und Wonne, Da hat es den Wanderer begrüßt. Und als der Mai war kommen, Mit Blüten überreif; Da hat es zu Nutz und Frommen Bezaubert Buch und Eich! Und so denn immer weiter Schlürfts gebend innige Freud, Und wechselnd trüb mit heiter, Erfreute sich's der Zeit. Sieh da, an einem Morgen, Da schaut er grämlich drein; Sein Wünschen all, sein Sorgen, Stellt jetzt der Frost schon ein. Drum sintet von den Bäumen Entseelt das dürre Laub; Sein Leben und sein Träumen Nimmt's m't hinab in Staub. L. W. Ehringshausen. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebote. Am 24. Oft.: Heinrich Hansel, Taglöhner dahier mit Karoline Jungk hierselbst; Peter Schneider, Hilfsbremser in Scheuerfeld mit Helena Sellmann dahier; Gustav Wörner, Postbote dahier mit Lina Emmel in Bellersheim. Am 30: Johann Philipp Müller, Schreiner dahier mit Elisabethe Heuser hierselbst; Wilhelm Mohr, Spengler dahier mit Mathilde Johanna Marie Jessing hierselbst. Eheschließungen. Am 25. Okt.: Ludwig Scherff, Glasermeister dahier mit Elisabethe Lisette Hamel hierselbst; Wilhelm Leib, Taglöhner dahier mit Elisabethe Jost hierselbst; Karl Wilhelm Gengnagel, Bäcker dahier mit Sophie Karoline Montag, Hotelbesitzer dahier mit Anna Brunne, geb. Klingelhöffer hierselbst. Am 27.: Johann Heinrich Espei, hierselbst. Am 31.: Philipp Senkler, Metzger dahier mit Anna Chriſtiane Katharine Johanna Schönhals hierſelbſt. Geborene. ständig ausverkauftem Hause auf. Die reizende polnische auf der Strecke Gießen- Cassel, und zwar beim Dorfe Joseph Xaver; dem Former Adam Weber ein Sohn. Soubrette Mariette Orlowsky, obwohl viel in ihrer Landessprache vortragend, und die internationale Kostüm soubrette Frl. Erna Fleuron fanden beim Publitum gefällige Aufnahme, das Duettistenpaar The Carellos dagegen manöverierte mit durchschlagendem Erfolg. Vereint mit dem bekannten Jongleur Broschini und den zwei musikalischen Eltoras dürften diese drei Nummern Matadore in dem Programm bis zum 15. ds. Mts. bleiben. Die Thatsache ist nicht hinwegzuleugnen, daß die Orpheumdirektion durch Engagierung so hervorragender Kräfte mit den Frankfurter Variétés fonfurrieren kann, da dem verwöhntesten Publikum interessante Sachen geboten werden. Herr Alberti bleibt auf vielseitigen Wunsch noch 14 Tage in Engagement, ebenso Frl. Wollstädt. Noch erwähnen wollen wir die Verwandlungstänzerin Fri. Tamara, die wegen Mangel an Raum ihre Kunst leider nicht zur vollen Geltung bringen kann. Bürgel, eine neue Haltestelle dem Verkehr übergeben. Zu diesem feierlichen Akt ließen sich die Einwohner eine zahlreiche Beteiligung mit Musik und Illumination des Bahnhofsgebäudes nicht nehmen. Namentlich die Reisenden des Buges 6.11 konnten sich des Angebotes von Freibier kaum erwehren. -r. Marburg, 3. Novbr. Magistrat und Stadtverordnete haben bekanntlich beschlossen, eine Anleihe von über fünf Millionen Mark aufzunehmen, die gleichzeitig dazu dienen soll, die alten Schulden der Stadt zu konvertieren. Die ministerielle Genehmigung ist nun hierzu erteilt worden mit der Maßgabe jedoch, daß die Stadt die einzelnen Schulden gruppiert und für deren Amortisation bestimmte Zeitperioden festsett. Aus dem Kreise Marburg Herr v. Gerlach wird am Donnerstag, 6. November in Red dehausen, Freitag, 7. November in Wollmar, Samstag, 8. November in schaft des Herrn Herm hay, Steinstraße 23, durch Kauf Niederweimar über den Zolltarif sprechen. in die Hände des Herrn Graßfeld aus Duisburg über. Der Wirtschaftsbetrieb wird weitergeführt. Rm 22. Oft.: Dem Taglöhner Friedrich Wilhelm Keiner ein Sohn, Friedrich Kacl; dem Former Anton Birbus eine Tochter, Wilhelmine Margarethe Emilie. Am 24.: Dem Kaufmann August Kröll ein Sohn, Heinrich; dem Brauer Joseph Uhl ein Sohn, Georg Am 25: Dem Wagner Ludwig Judt eine Tochter, Marie Elise; dem Intendantursekretär a. D. Matthäus Selzer eine Tochter; dem Schuhmachermeister Johannes Glitsch eine Tochter, Käthchen Katharine Luise Elisabethe; dem Lokomotivheizer Philipp Heep eine Tochter, Karoline Ottilie. Am 28.: Dem Sanitätssergeanten Adolf Graulich ein Sohn, Adolf August Joseph Alois. Am 29. Dem Schlosser Andreas Schröder ein Soyn, Albert. Am 31. Dem Hilfsbremser Johannes Heinbuch eine Tochter. Gestorbene. Am 25. Oft.: Philipp Werner 38 Jahre alt, Straßenkehrer; Wilhelm Döring, 10 Monate alt, Sohn des Taglöhners Konrad Döring. Am 26.: Karl Grüneberg, 75 Jahre alt, Rendant; Karl Kranz, 181 Jahre alt, Arbeiter; Albert Langsdorf, 3 Monate alt, Sohn des Friseurs Adolf Hermann Langsdorf. Am 28.: ** Besitzwechsel. Mit heutigem Tage ging die Wirt Specks wintel, Sonntag, 9 November in Lohra und Johannes Dietrich Funk, 1 Jahr alt, Sohn des ArLeopard ist in dem Schaufenster des Herrn A. Kretsch 1. Ein schön präparierter naturgetreuer mar ausgestellt. Die Passanten des Marktplatzes dürfte das Präparat interessieren. ** Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde vom Großherzog verliehen den Mitgliedern der Fabrikfeuerwehr der Firma H. Müller u. Cie in Offenbach Heinrich Müller, Franz Iwa czfiwicz, Konrad Müller, Gustav Müller. " ** Es geht uns von der Geschäftsleitung des Deutscher Burenhilfsbund" folgendes Schreiben zu: Die Burengenerale Botha, De Wet und De La Rey bitten all jene, zu deren Herzen ihr Aufruf gedrungen ist und die mildthätig ihre Hände geöffnet haben, von einer direkten Duittierung der Bet äge abschen zu wollen. Die Anzahl der Spender ist eine derart große, daß für Porto, Adressen ** Wezlar, 3. Novbr. Herr Metzgermeister H. Rausch erhielt vorige Woche auf internationalen 5 sehr wertvolle Ehrenpreise. Hunde aus England und Colli- Uuspielt unge og andre prise and Schottland fonkurrierten mit. Das prämiierte Tier wurde als eines der besten Colli- Hunde in Deutschland bezeichnet. beiters Johannes Funk. Am 29.: Amanda Dörflein, geb. Schütz, 33 Jahre alt, Ehefrau des Küfers und Wirts Johann Leonhard Dörflein. Am 31.: Susanne Margarethe Schmidt, 67 Jahre alt, ohne Beruf. Sämtlich dahier. Marttbericht. Gieken. 4. Nobr. Auf dem heutigen Wochenmarkt tofteten Butter per Bib. 90-1.00 Mt. Sühnereler 1 St. 7-8 Pfg., Enteneier St. -00 Pfg., Gänseeier 1 St. 6-0 Pfg., Käse per St. 5-9 Pfg. Erbsen ver Liter 19 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar ** Frankfurt a. M., 3. Nov. Auf dem heutigen Winterkartoffelmarkt am Fahrthor, der rasch geräumt Rt. 0.60–0.80, Sühner per Stüd Mt. 100-130, Sahnen, ber war, wurden bei fester Tendenz bezahlt: für Mangnum bonum 4.60-4.80 Mt., Spätrofe 4.30-4.50 Mt., gelbe Stockstädter 4.30-4.60. Die Preise gehen noch weiter in die Höhe. ** Frankfurt a. M., 3. November. Das 29 Jahre alte Kindermädchen Susanna Kern aus Krummstadt( Kreis Groß- Gerau) stürzte sich in der vorletzten Nacht im Haue Gärtnerweg 9 aus dem Fenster des 3 Stockes sin den Hof, wo es gestern morgen als Stüd Mt. 0,70-1.50, Enten per Stüd 2.00-3.00, Gänje p. Bid. 50-62 fg, Ochienfleisch per Pfd. 66-76 Big., Rindfleisch per Pfd. 60-64 Bfg. Schweinefleisch per Pfo. 70-80 Bfg. SchweineMeisch gefalzen per Bfund 0.84 Bfg., Kalbfleisch per Bfb. 68-72 Bfa., Sammelfletsch per Pfd. 50-70 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 3.50-5.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 3.30-3.50, Milch per Liter 18 Vfa. Druck und Verlag der Giekener Verlagsdruckerei. borm. Wilh. Keller'sche Buchbruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Handschuhe Hamburger Engros- Lager Tapisserie Pelzwaren in grosser Auswahl, sehr preiswert. Alexander Salomon& Co. Seidenstoffe Bahnhofstr. 2. Gute Ware! Bahnhofstr. 2. Neuheiten sind eingetroffen! Derwegen sehe ich mich veranlaßt, mein überfülltes Lager zu reduziren und verkaufe von heute ab zu billigsten Preisen in größter Auswahl Schirme, normalbemden, weisse Oberhemden, Glaceund Wollehandschuhe, Hosenträger, Strümpfe, Manschetten, Kragen, Erstlingswäsche, Damenwäsche, Korsets, Strickwolle u. s. w. Bahnhofstr. 2. S. Abraham. Bahnhofstr. 2. Künstliche Bühne nur 3.00 Mark bei tadellosem Sig, schmerzloses Zahnplombiren 2c. 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Löbershof 8 II. getreten ist, wonach der seitherige Obei lehrer Hahn zum Rektor der Volksschule und Lehrer Knauß zum Hauptlehrer der Stadtfnabenschule und Lehrer W. Schaaf zum Hauptlehrer der Stadtmädchenschule ernannt worden sind, teilen wir hierdurch mit, daß die Angehörigen der Schüler und andere Interessenten für die Folge mit ihren Anfragen, Mitteilungen und sonstigen Anliegen an den betr. Hauptlehrer sich wenden können. Sprechstunden halten dieselben täglich von 11-12 Uhr in dem bett Schulhause ab; in dringenden Fällen sind dieselben aud während der Unterrichtszeit in den Pausen zu sprechen. Der Rektor ist in der Regel gegen 12 Uhr in dem Stadt fnabenschulhause- Zimmer Nr. 2- zu sprechen, außer dem auch zu anderer Zeit in dem Schulhause, in welchem er gerade anwesend ist. Gleichzeitig ersuchen wir alle Behörden, gegebenen Falles mit dem Reftor gefälligst in Benehmen treten zu wollen. Gießen, den 3. November 1902. Der Schulvorstand: Mecum. Bekanntmachung. Bei unterzeichneter Behörde sind zwei Schußmannestellen mit einem Anfangsgehalt von je Mt 1320, steigend jährlich um je Mt. 30, bis zum Höchstgehalt von je Mi. 1800, am 15. Januar 1903 zu besezen. Geeignete Bewerber wollen sich unter Vorlage selbst geschriebener Gesuche, denen die Militärpopiere, sowie Führungszeugnisse anzuschließen sind, bis spätestens am 10. Dezember 1. Js. melden und vormittags zwischen 10 und 12 Uhr vorstellen. Gießen, den 1. November 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Nr Abonne in's Sau Gratte Oberh Garten Das Die am 2. September I. Js. angeordnete Sperre der Zufahrt der Alten- Ställen von der Neustadt aus wird hiermit aufgehoben. Gießen, 3 November. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler Bekanntmachung. fi 208. Gib Der B δας fungen tribüne nidh Offenbar Bolltarifgefes daß der von vor jedoch in füllte das S einer Ansprach benen Abg. Ri nächst trat der teidiger der hes eraugung mußte er fid nide von feindliche bon yl Tellen ole Gamp bo Die Bahnhofstraße zwischen Alicestraße und Grabenstraße wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten für den Fuhrwerksverkehr bis auf Weiteres gesperrt. Gießen, den 4. November 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Kriegerverein. Monatsversammlung Mittwoch, den 4. 1. Mts., abeuds 129 Uhr im Vereinslokal:( Feidel) Vortrag des Herrn Leutnant D. R. Keller über die nationale n. soziale Bedeutung des Heeres. Um recht ahlreiches Erscheinen wird ersudt. Hauptübung der freiwill. Feuerwehren. Antreten der G. F. F. und F. G. F. am Mittwoch den 5. November a. c. pünktlich 8 hr auf Oswaldsgarten. Traber, Branddirektor. Naumannia- Seife"! ( gesetzlich geschützt) Naumannia- Seife: die beste, billigste u. praktische Waschseife! Nach jeder Waschmethode wirksam verwendbar! Naumannia- Seife: Reinheit und Neutralität garantirt! Zart für die Hände, beisst dieselben nie auf. 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