Nr. 229. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 30 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 1 50. Gratisbeilagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberhessische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 2. Oktober 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weßlar und Marburg 10 Bfg. fouft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluk Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Die genossenschaftliche Verwertung des Tabakes. Wir leben heute in der Zeit der wirtschaftlichen Die Produzenten schließen sich zuVereinigungen. sammen, umsowohl den Absatz als auch die Preise Diese ihrer Waren regeln und meistern zu können. Vereinigungen heißen Ringe( Syndikate, Kartelle, Trusts). Am bekanntesten sind wohl im Publikum das Stohlensyndikat und der Petroleumring( Standard Oil Trust), denn deren Wirkungen hat jeder an seinem eigenen Leibe oder vielmehr seinem eigenen Geldbeutel verspürt und verspürt sie noch. Die Tabakverwertungs- Genossenschaften nun, von denen wir reden möchten, sind auch Produzenten- Vereinigungen; dennoch aber, wer sie als eine Art Ring auffaßt, macht sich ein ganz falsches Bild. Die oben genannten Ringe sind Vereinigungen von wirtschaftlichen Starken, um auf dem Weltmarkt eine Herrscherstellung zu erlangen. Die Tabakverwertungs- Genossenschaften aber stellen einen Zusammenschluß der wirtfdaftlich Schwachen dar, die durch die Not ihrer Abhängigkeit und Gebundenheit auf dem Weg gemeinsamer Selbsthilfe getrieben wurden. Diese Genossen schaften haben also defensiven Charakter, während jene Ringe offensiv vorgehen. Demgegenüber ist die Stellung des deutschen Michels höchst eigenartig. Gegen die offensiven Mobilmachungen der Großen hat er nichts einzuwenden, auch wenn er selbst die Kriegskosten bezahlen muß. Die Herren wären ja schöne dumm, wenn sie die Gelegenheit versäumten, durch ein Kartell ihre Dividenden zu verdoppeln, das ist eben Geschäft", so spricht der liebe deutsche Michel. Wenn aber die Kleinen, denen das Messer an der Kehle sitzt, sich zu sammenthun zum Defensivkampf, um nicht unterzugehen in wirtschaftlicher Unfreiheit, um ihre mühevolle Arbeit etwas lohnender zu machen, dann kann man das Lied hören von der Schädigung des Handels, der doch auch leben wolle", von der Produzenten begehrlichkeit und ihren Gelüsten nach ungemessenen Preisen," und Michel schaudert und schimpft über die Genossenschaftssache. - " " Daß thatsächlich die Tabakverwertungs- Genossenschaften Vereinigungen von kleinen Leuten sind, ist für den ohne weiteres klar, der über unsere inländische Tabakerzeugung etwas Bescheid weis. Im Jahre 1900 ( dem neuesten Zeitraume von welchem die Statistik spricht, Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 20] Entlarvt. Roman von Moriz Lilie. ( Nachdruck verboten.) GH Ein leiser Aufschrei kam von den Lippen der gequälten Frau. " Ich will Dir einen Vorschlag machen, Erna", fuhr er in widerlich vertraulichem Tone fort. Du bist reich, ich bin arm; gleichen wir diese Gegensäge etwas aus, und Du darfst meiner Verschwiegenheit versichert sein.". Die junge Frau atmete erleichtert auf. Die Mitgift, welche Herr von Falkenhof ihr am Hochzeitstage ausgebändigt, hatte Alfred ihr zu freier Verfügung überlassen und dieser Summe auch noch ein ansehnliches Nadelgeld hinzugefügt. Ohne Zögern schritt sie an ihren Schreibtisch und entnahm demselben eine Tausendguldennote, die sie dem Manne einhändigte. " Du siehst, ich gehe den Vertrag mit Dir ein, weil mir daran liegt, das traurige Geheimnis gewahrt zu sehen", sagte sie mit leiser Stimme." Nicht um meinetwillen erfaufe ich mir Deine Zurückhaltung, sondern um meinem Gatten die bittere Kränkung zu ersparen." „ Es würde gegen mein eigenes Interesse sein, wollte ich Dich jegt verraten", persicherte Ancelot mit höhnischem Lächeln. Ich glaube, ich werde Dich noch weiter brauchen. Also gute Nacht und auf baldiges Wiedersehen!" Geräuschlos, wie er gekommen, verschwand er hinter der zum Erker führenden Glasthür und gleich darauf huschte er durch den Garten. Den Weg zur Bahnstation legte er zu Fuß zurück und dampfte mit dem ersten Buge nach der Hauptstadt ab. XVII. Enttäuschungen 1039 Verstimmt und mißgelaunt saß Graf Roded in seinem Arbeitszimmer und schaute gedankenvoll durch das Fenster. Von Zeit zu Beit strich er mit der Hand hastig über den vollen weißen Schnurrbart, bei dem alten Herrn ein Zeichen großer, innerer Erregtheit. Sein Rechtsanwalt war soeben bei ihm gewesen und hatte ihm über das Resultat seiner Bemühungen Bericht erstattet. Derselbe bon 1902) bestellten z. B. 114 654 Pflanzer 14 751 Heftar mit Tabak. Ungefähr 44 Proz. dieser Pflanzer bebauten bis zu ein Ar, und über einen Hektar nur ca. Unsere hauptsächlichsten Pflanzgebiete in 1,2 Proz. Deutschland sind Brandenburg, Pommern, Bayern, Baden, Hessen und Elsaß- Lothringen. Die Art der Tabakbehandlung bedingte ganz von selbst die schwache Position des fleinen Pflanzers. Er selbst die schwache Position des kleinen Pflanzers. mußte meist froh sein, überhaupt einen Käufer zu finden; er mußte bei der Ablieferung, zumal wenn die Ware vom Dache, d. h. unbesehen gekauft worden war, sich die willkürlichsten Ausstellungen und Abzüge gefallen lassen. Kurz, die Lage des kleinen Pflanzers war nicht eben rosig; das Dichterwort" Segen ist der Mühe Preis" entsprach nicht seinen Erfahrungen. Ein Beweis des Vorstehenden ist z. B. die Thatsache, daß sich die Zahl der deutschen Tabakpflanzer von 1881 bis 1900 um rund 132 000, d. i. um mehr als die Hälfte vermindert hat( 246 639 auf 114 654). Die bebaute Fläche ging im gleichen Zeitraume von 27 248 auf 14 751 Hektar zurück. Ein weiterer Uebelstand war auch, daß der Handel in der Preisfestsetzung den guten Tabak genau wie den schlechten bewertete. Das hatte zur Folge, daß auch der sorgsame Pflanzer zuletzt nur die Quantität, nicht mehr die Qualität der Ernte sich als Ziel sette. Unter solchen Umständen litt der reelle Handel ebenso sehr wie der Pflanzer. Die beschriebenen unerquicklichen Verhältnisse wiesen den Tabakbauer auf den für die deutsche Landwirtschaft bereits als segensreich erprobten Weg der genoffenschaftlichen Selbsthilfe. Der großen Raiffeisen- Organifation gebührt das Verdienst, auch auf diesem Gebiete schöpferisch und bahnbrechend gewirkt zu haben. Von ihrer Filiale Ludwigshafen aus wurde im Jahre 1897 die Pfälzische Tabakverkaufs- Genossenschaft" gegründet und in diesem Jahre von der Filiale Berlin aus die Ueber " Uckermärkische Tabakverkaufs- Genossenschaft". Ueber die letztgenannte läßt sich zur Zeit noch nichts sagen. Nur das soll als laut redendes Zeugnis für die Notwendigkeit des Unternehmens angeführt werden, daß dort innerhalb zweier Monde seit der Gründung die Zahl der Genossen von 100 Tabakbauern mit einer Jahresproduktion von ca. 6000 Zentner auf 243 mit ca. 13 000 Zentner gestiegen ist. Die Pfälzische Tabakverkaufs- Genossenschaft", die jetzt bereits fünf Jahre besteht, umfaßt die Rheinpfalz, Baden und Hessen. Auch ihr Wachstum war ein ganz schon wieder verloren; die Frau war ausgezogen, und das unendlich mühevolle, zeitraubende Suchen begann von neuem. Traurig und niedergeschlagen lehnte der Graf in den weichen Polstern seines Sessels und verlor fich in tiefes Sinnen. Er bemerkte nicht, daß Ancelot leise ins Bimmer trat und auf dem weichen Teppich uuhörbar näher schritt. Erst als er dicht vor dem alten Herrn stand, schaute dieser trüben Blickes zu ihm auf. Was bringst Du mir, Paul?" fragte er den jungen Mann. " Eine wichtige Nachricht, Herr Graf; ich habe Emmy gefunden", verseßte Ancelot. Wie elektrisiert sprang der Edelmann empor. " Was sagst Du? habe ich recht gehört?" stieß er haftig hervor. " Es ist so, eine Täuschung ist ausgeschlossen, Herr Graf!" wiederholte jener in seiner füßlichen, kriechenden Weise. Die Hände des alten Mannes begannen vor freudiger Aufregung zu zittern. Er faßte nach der Stuhllehne, um einen Stüßpunft zu erhalten. So wäre es Dir gelungen, den umsichtigen und ausdauernden Rechtsanwalt Hartwig zu überflügeln und in aller Stille das Ziel zu erreichen, nach welchem jener mit Aufbietung seiner ganzen Straft strebte?" fragte der Graf mit glückstrahlenden Augen. " Der Zufall war mir vielleicht auch ein wenig behilflich, obwohl ich Tag und Nacht bemüht war, die Vermißte zu finden", log Ancelot im geschickt erheuchelten Tone der Bescheidenheit. Ich habe Sie nicht mit langweiligen Berichten über meine Nachforschungen behelligen wollen, sondern nahm mir vor, nicht eher Ihnen Mitteilungen zu machen, als bis ich ein bestimmtes Resultat erreicht hatte." Der Greis reichte ihm die Hand. Wie soll ich Dir danken, Paul?" sagte er gerührt. Ganz im Berborgenen, ohne viel Worte zu machen, haft Du gehandelt und diesen herrlichen Erfolg erzielt. Aber iegt fomm, führe mich zu ihr, che sie uns wieder entschlüpft. Mir bangt vor dieser Möglichkeit." Mit einem Sprunge war der Graf am Klingelzug. Meinen Paletot, Hut und Stock", befahl er dem eintretenden Diener. Der alte Mann war außer sich vor Freude. Vor wenigen Minuten noch so mut- und hoffnungslos, und jekt sah er ſeinen heißesten Wunsch erfüllt. " Jest tomm, Baul!" rief er.„ Die Minuten werden mir zu war wenig günstig ausgefallen; denn als der Advokat die sicherste Stunden. Unterwegs erzählst Du mir von Emmy, wie sie ausSpur von Frau Mende gefunden zu haben glaubte, war sie auch fieht und wie Du sie gefunden." erstaunliches. Heute zählt sie zu ihren Mitgliedern insgesamt 52 Raiffeisen- Vereine mit 2439 Pflanzern, und bie abgelieferte Tabakmenge beträgt bis jegt ca. 100 000 Zentner im Werte von 2 Millionen Mart. Diese Genossenschaft stellt gewissermaßen einen Großkaufmann dar; als solcher steht sie heute mit an der Spize des inländischen Tabakhandels. Gerade die größten Fabriken stehen mit ihr in Geschäftsverbindung, weil sie sicher find, nur tadellos behandelte Qualitätsware zu erhalten. Denn darauf hat die Genossenschaft von Anfang an das allergrößte Gewicht gelegt. Die Kontrole der Tabakböden, der Sorten, der Düngung, der Dachbehandlung im Vereine mit der Bezahlung nach der Güte der Ware haben ihre erzieherische Wirkung nicht verfehlt. Der Pflanzer geht immer mehr zur intensiven Stultur über. Die Genossenschaft verfügt gegenwärtig über sechs Tranfitlager( oter in Speyer, je eins in Schifferstadt und Mannheim), woselbst die Tabake in fachgemäßer, streng reeller Weise fermentiert werden. Die Ernte von 1897 und 1898 ist vollständig abgesetzt; von der Ernte der beiden nächsten Jahre sind nur verschwindend kleine Mengen auf Lager, und von der letzten Ernte, die 31 000 Zentner brachte, find 20 000 Zentner trotz der geringen Staufluft bei den Fabriken bereits verkauft. Jedenfalls ist heute schon zu sagen, daß die Pfälzische Tabakverkaufs- Genossenschaft nach innen und außen, in kultureller und wirtschaftlicher Beziehung bedeutende Erfolge erzielt hat. Bemerkenswert ist doch, daß unabhängig von ihr sich eine genossenschaftliche Zigarrenfabrik gebildet hat, die heute bereits monatlich 250 Mille Zigarren fabriziert und herkauft und die bestimmt zu sein scheint, das Pfälzer Kraut" bet uns zu Ehren zu bringen. - oder Der verehrte Leser wird spöttisch lächeln. Er denkt an die zahllosen Wige über Zigarrensorten( Haideoder ,, Erlröslein":, und der wilde Knabe brach" könig": ,, Erreicht den Hof mit Müh und Not" Glimmerschiefer":„ Je länger fie glimmt, desto schiefer wird sie"). Nee", spricht er, eine Pfälzer oder Uckermärker rauche ich nicht, sondern nur echt Importierte." " Nun, da müssen wir nochmals mit ein paar Zahlen aufwarten. In Deutschland kommen auf den Da Kopf der Bevölkerung ca. drei Pfund Rohtabat. von werden ungefähr ein Pfund bei uns gezogen und zwei Pfund eingeführt. Denn nach den neuesten bergleichbaren Mengen, welche das statistische Jahrbuch für 1902 anführt, verhielt sich im Jahre 1900 die einheimische Produktion zu der Einfuhr vom Auslande Der junge Mann vermochte seinem Gönner faum zu folgen, so eilig schritt derselbe durch die belebten Straßen dahin. Wie fandest Du die Frau, Paul, die Pflegemutter meiner Enkelin?" fragte Rodeck im Vorwärtsschreiten. " Frau Mende und ihre Tochter sind mir schon seit längerer Beit" bekannt, aber ich hatte natürlich keine Ahnung, daß diefe die Gesuchten sein könnten", versezte der Gefragte. Als aber fürzlich Ihr Rechtsbeistand Hartwig erzählte, die Frau Raday habe nach ihrer Rückkehr aus Australien sich zum zweiten Male mit einem gewissen Mende vermählt, da beschloß ich, durch die gleichlautenden Namen veranlaßt, nachzuforschen und hatte die Genugthuung, ieden Zweifel über die fraglichen Persönlichkeiten beseitigt zu sehen." " Wie sieht Emmy aus, Baul? Ist sie hübsch, groß, gebildet, ihrer vornehmen Abstammung würdig?" fragte ber alte Herr, bei welchem sich der Aristokratenstolz, wiederum zu regen begann. " O, sie ist eine stattliche Erscheinung von großer, fräftiger Gestalt, schön und voll, bas Jbeal einer Ebeldame", berfeste Ancelot mit einem hämischen Seitenblid auf seinen Begleiter. " Nur ihr Benehmen bedarf noch etwas der Bolitur; die Frau, welche Seraphine für ihre Mutter hält, war nicht in der Lage, ihr die feineren gesellschaftlichen Formen beizubringen." " Seraphine?" wiederholte der Graf verwundert. " So wird sie von ihren Bekannten genannt, deren sie sehr viele besigt", erläuterte jener. Auch ihre Pflegemutter und sonstigen Angehörigen haben sich diesen Rufnamen angeeignet." Ist es noch weit bis zur Wohnung?" " In der Wohnung werden wir fie nicht finden; um diese Zeit ist sie nie zu Hause." Ah, sie verbringt die Abende außerhalb? Was thut und treibt sie denn?" ,, Sie ist Künstlerin." „ Sünstlerin?" fragte der alte Herr und blieb verwundert stehen." In welchem Fache huldigt sie der Kunst?" " Als Sängerin", fagte Ancelot, und wiederum legte sich der Bug talten Hohnes um seine Lippen. " Dann führst Du mich wohl in eines unserer hauptstädtischen Theater?" forschte der Graf mit steigendem Erstaunen. Sie werden Gelegenheit haben, Emmy auf der Bühne bewundern zu können, Herr Graf", erwiderte Ancelot. Ihre Figur, ihre Stimme und die Beweglichkeit ihrer Füße befähigt fie dazu." Wie, die Füße?" diesem Abend Es war Fehlern freeg, wie angestrengt Christianson an war, Freba selbst von denjenigen die er daß sie ihm veran ihr wahrgenommen haben wollte. uebers rechte Licht, aus loren war, rückte ihr Bild an die Vollkommenheit ihres welchem allzugroße Ansprüchieder i Wesens, und nicht zum wenigsten verlegte Eitelkeit sie ver lekten berdrängt. In deriethan Eigenſchafte welcher er im Laufe Beleidigt dern Anwesenden einstweilen wieder zuzuwenden. Einsilbigkeit Erichs zwang Marholm endlich, sich den annoch Ohr für irgend etwas andres haben konnte. beiten machen werde, so jah er sich getäuscht. seiner Umgebung in Anspruch genommen, daß er nicht Auge fonnte er sich aber durch die sichtliche zerstreutheit ſeines Christianson ihm schmeichelhafte Lobsprüche über seine Ar Die hr ichne In unfonnte. ghziehen zu lassen, und schon aus diesem Grunde würde mir eine helle Freude sein, die Herren mit langer tausend Kronen mehr geboten würden, wahrhaftig, es die Offerte hat mich gekränkt, und wenn mir heute fünfjäet, daß sie nicht wissen sollten, was sie werth sind. Schon Das ist auch keineswegs meine Absicht. Jerem Vaterlande find große Künstler nicht so dick ge#tanden erklärt hatte, zum mindesten nicht angenehm sein mu icherlich Summe zuDer Feind. Von J. H. Rosny. ( Nachdruck verboten.) ,, Ich hatte einen Feind. blickten, die sich im See wiederspiegelte... murmelte Fabrice, während wir in die wunderbare Dämmerung hinaus,, Was für ein seltsames, geheimnißvolles Ding ist doch der Haß!" etränft. Er war ein großer, armer Mensch mit Da ich pon Natur weder wie eins zu zwei; es wurden nämlich in dem genannten Jahre bei uns erzeugt 278 320 Doppelzentner Rohtabak in fabrikationsreifem Zustande, eingeführt 607 680 Doppelzentner. Demnach ist ein Drittel aller Rauchtabake und Bigarren einheimisches Wachstum, mag auch auf den Kisten hundertmal ,, Flor de Habanne" stehen. Im übrigen wird sich in Wirklichkeit die Sache so stellen, daß die unteren und mittleren Volksklassen nur inländischen Tabak oder die billigeren Qualitäten des ausländischen rauchen; denn daraus werden die Zigarren in den Preislagen von vier bis sieben Pfennig hergestellt; ja manche Bigarre, die zehn und mehr Pfennig foffet, hat nie mit Stuba etwas zu thun gehabt. Darum solle man meinen, jeder der Raucher, der nicht gerade über ein sehr geschwollenes Portemonnaie verfügt, müßte die genossenschaftlichen Bestrebungen der deutschen Tabakbauern nur mit Freuden begrüßen. Denn diese Bestrebungen haben immermehr die Wirkung, die Güte des einheimischen Krautes zu vervollkommnen und die inländische Erzeugung zu unterstützen. Vom vaterländischen Standpunkte aus fann man hiermit sich gerne einverstanden erklären umsomehr als der Tabakbau einen nicht unbedeutenden Plaz bei der Erzeugung der sog. Handelsgewächse einnimmt. 8 Prozent der ganzen, dem inländischen Handelsgewächsbau gewidmeten Fläche war dem Tabak bau zugewiesen.( Unter der Benennung Handelsgewächse faßt man die Pflanzen zusammen, die in der Landwirtschaft unmittelbar feine Verwendung finden und deshalb für den Handel bestimmt sind( Raps, Rübsen, Leindotter, Mohn, Bein, Hanf, Hopfen, Tabat u. s. w.) Einige geschichtliche Angaben über die Einführung des Tabakverbrauchs mögen zum Schlusse angeführt werden: Die Tabakpflanze ist ein Kind der Fremde. Sie wurde bei uns erst nach der Entdeckung Amerikas befannt. Anfangs hatte sie dasselbe Schicksal wie die Kartoffel. Eine Kartoffelblüte gab im Jahre 1620 der Professor der Medizin an der Hochschule zu Herborn, Joh. Matthaeus, einer Braut als föstlichen Hochzeitsschmuck. Er hatte die damals noch unbekannte Knollenfrucht von einem Orforder Freunde als Geschenk erhalten und in einem Topf zum Treiben gebracht. So war auch die Tabakpflanze anfangs ein Wunder- und Heilkraut. Dann begann man um die Mitte des sechszehnten Jahrhunderts das Schnupfen; das Rauchen, das zuerst als Teufelskunft verschrieen war, wurde von Matrofen und heimkehrenden Kolonisten in der alten Welt eingebürgert, während das Kauen sich europäischen Ursprungs rühmen darf. Der erste Tabak wurde 1616 in Holland gebaut, und von da an hat sich mit dem Tabakkonsum der Tabakbau immer mehr bei uns eingebürgert. Politiche Dachrichten. Politische Dachrichten. Staatssekretär Bosavowsti hat in der gestrigen Sigung der Bolltarif- Kommission eine Enquete über Kartelle und Syndikate angekündigt. Er führte u. a. aus, es sei die Pflicht jeder Regierung, den Trusts die größte Aufmerksamfeit zu schenken. Eine Umfrage habe ergeben, daß in Deutsch land mehr als 400 Startelle beständen. Auf Grund dieser Auskunft werde beabsichtigt, fontradiktorische Ermittelungen anzustellen unter Hinzuziehung von Vertretern der Kartelle und von Konsumenten. Die Wirkung der Kartelle äußere sich bis zum 4. und 5. Abnehmer. Vielfach hätten sich die Kartelle entgegenkommend gezeigt und durch die beabsichtigten Erhebungen werde Beruhigung in der Offentlichkeit eintreten. Weiter sei zu untersuchen, wie die Kartelle in den Beiten des Aufschwunges und wie sie in 3- iten des Niederganges wirkten. Eine Vollmacht zu fortwährender eingehender Kontrolle sei für die Regierung unannehmbar. Man könne voc Abschluß der im vollen Gange befindlichen Erhebungen von irgendwelchen Maßnahmen absehen. Die Regierung thue schon heute was sie könne, um eine Schädigung der heimischen Industrie durch die Kartelle des Auslandes zu verhüten. 130-> Die erste Sigung des Reichetags ist, wie schon gemeldet, auf den 14. Oftober, Nachmittags 2 Uhr, anberaumt worden. Der Seniorenkonvent wird am gleichen Tage zusammentreten, um über den Beginn der zweiten Lesung des Zolltarifs gehört zu werden. Wahrscheinlich wird diese Beratung am 15. dieses Monats ihren Anfang nehmen. Detonation eine Nervenkrise durchzumachen. Der an dem Gebäude angerichtete Schaden ist nicht bedeutend. Nachdem sich die erste Bestürzung gelegt hatte, wurden sofort Nachforschungen nach bem Urheber des Attentats angestellt. Einige aus einem Restaurant fommende Personen hatten einen jungen Mann gesehen, welcher sich eiligst entfernte. Zwei sich in der Nähe aufhaltende Gendarmen nahmen die Verfolgung des Flüchtigen auf und holten denselben ein. Leßterer erklärte jedoch, selbst auf der Verfolgung des Attentätrrs zu sein. Kaum freigelassen, suchte der junge Mann wiederum das Wette, wurde aber wieder eingeholt und nach dem Polizei- Kommissariat gebracht. Bei dem Verhör bestritt er, das Attentat begangen zu haben. Er erklärte, entflohen zu ſein um mit der Angelegenheit nichts zu thun zu haben. Sein Name ist Van der Meulen. Er ist aus Mecheln gebürtig, 21 Jahre alt und von Profession Zimmermann. In seinem Besitz wurden weder Waffen noch kompromittierende Schriften gefunden, sodaß man nicht weiß, ob man es mit einem Anarchisten zu thun hat. Zum Tode Zolas. Das von den Freunden Zolas an die Regierung gerichtete Gesuch um eine nationale Leichenfeier splü von mehreren Ministern unterstützt sein und im heutigen Ministerrate zur Beratung gelangen. Unter den zuerst eingelaufenen Condolenz- Telegrammen be= sanden sich soche von Berlin, Stuttgart, Rotterdam, Rom, Neapel, Mailand, Valencia und Madrid. Der Fürst von Monacco sandte einen prachtvollen Kranz. Die geringe Entfernung des Trauerhauses vom Friedhofe Montmertre wird den sozialistischen Vereinen, deren Mitglieder in der Mittagsstunde frei sind, eine Spalierbildung auf der ganzen Strecke gestatteten. Die Nationalisten sagen Konflikte voraus, falls das Militär beordert wird, Zola das Ehrengeleit zu geben. Als berufenster Grabredner erscheint Jaurès. Zwischen ihm und Zola bestand in letzter Zeit vollste Intimität. Jaurès wurde aber wegen seiner den Dreibund als historische Notwendigkeit anerkennenden Briefe und Artikel in diesen Tagen so heftig angefeindet, daß Manifestationen am Grabe unvermeidlich erscheinen. Der allgemeine Eindruck ist, daß ein Massen- Aufmarsch Der allgemeine Eindruck ist, daß ein Massen- Aufmarsch der alten Dreyfus- Partei feineswegs zu erwarten ist. Von dieser Seite will man keinerlei störende Zwischenfälle hervorrufen.- Der Unterrichtsminister ist zum Vertreter der Regierung bei dem Leichenbegängnisse Zolas delegiert worden. Geheimrat Schlippe f. Nach fünfwöchigem Krankenlager ist Herr Geheimrat Paul Angelus Schlippe vorgestern Nacht sanft entschlafen. Schon im Sommer 1900 hatte sich das Leiden, dem er jezt erlegen, bedrohlich bemerkbar gemacht. Aber seiner kräftigen Natur und vielleicht mehr noch seinem eisernem Willen ge= lang es bald, die schwächenden Hemmnisse zu überwinden, und in unverminderter geistiger Ueberlegenheit versah er feine Dienstgeschäfte weiter, die eine erneute, schwere Erfrankung anfangs April d. I. ihn zunächst zu längerem Urlaub nötigte und schließlich anfangs Juli d. J. sein Amt endgültig niederzulegen. - - zwang, Mit ihm ist ein Mann aus dem Leben geschieden, dessen ausgezeichnete Begabung und umfassendes Wissen ihn zu einer der hervorragendsten Zierden des hessischen Beamtenstandes stempelten und dessen ausgeprägte, vornehme und würdevolle Eigenart ihm in jeder Stellung, die er bekleidet, unbedingtes Ansehen sicherte. - - Schlippe war am 14. September 1838 zu Bingen geboren. Nachdem er das Mainzer Gymnasium absolviert, blag er in Heidelberg und Gießen dem Studium der Rechtswissenschaft und unterzog sich im Frühjahr 1860 der Fakultätsprüfung, im Herbst 1862 der Staatsprüfung für das Justiz- und Verwaltungsfach. Der gewöhnliche Ausbildungsgang des Accessisten genügte seinem Wissensdrange nicht; nachdem er sich mit allen Zweigen des rheinhessischen Gerichts- und Parketdienstes nnd der Thätigkeit des rheinhessischen Advokat- Anwaltes vertraut gemache hatte, arbeitete er auch längere Zeit auf einem Notariats- Bureau, und schließlich zog es ihn nach Paris, wo er gleichsam an der Quelle die französisch- rechtliche Praxis eingehend studierte. Seine erste Verwendung fand er im Herbst 1866 als Ergänzungsrichter am Friedensgerichte seines Geburtsortes. Nur 2 Jahre währte diese richterliche Thätigkeit. Am 10. Oftober 1866 wurde er zum Substituten des Staatsprofurators bei dem Großh. Bezirksgerichte in Mainz ernannt, und von da ab blieb er dem staatsanwaltlichem Dienste treu, zu dem ihn sein schlagfertiges Wissen, seine kraftvolle Initiative, sein sicheres Auftreten, sein feines Taftgefühl und seine rednerische Begabung in hervorragendem Maße befähigten. Vom Dezember 1873 bis Dezember 1877 war er als Substitut des General- Staatsprokurators beim Obergericht der Provinz Rheinhessen thätig; dann wurde ihm mit dem Titel„ Staatsprofurator" die Verwaltung der Stelle des Staatsprokurators in Mainz übertragen, und gelegentlich der neuen Justiz Organisation am 1. Oftober 1879 wurde er zum Ersten Staatsanwalt bei dem Landgericht daselbst ernannt. Durch Defret vom 4. Juli 1884 wurde er nach Darmstadt berufen, um hier als Oberstaatsanwalt( später General- Staatsanwalt) am Großh. Oberlandesgerichte und zugleich als Ministerialrat in den Ministerien des Innern( hier war er Referent für die katholischen Kultus- Angelegenheiten) und der Justiz den verantwortungsvollen, vielseitigen Wirkungskreis zu finden, der seiner unermüdlichen Arbeitsfreudigkeit, seiner allreichen Erfahrung, seinem scharfsinnigen Urteil, furzum seiner Bedeutung entsprach. Was er hier geleistet, steht noch so frisch in der Erinnerung, daß eine nähere Darlegung entbehrlich erscheint. ung entbehrlich erscheint. Es sei nur hervorgehoben, daß der heutige Stand des hessischen Gefängniswesens im wesentlichen sein Werk ist, daß die Rechtsprechung unseres Oberlandesgerichts in Staffachen innerhalb der legten 18 Jahre fast ausnahmslos feinen stets sorgfältigst erwogenen Die Zolltariftommiffion hat gestern die Mindestsäge für Getreide nach den Beschlüssen der ersten Lesung aufrecht erhalten, Roggen, Gerfte, Hafer 5½½ Mt., Weizen 6 Wit. Ferner wurde der Antrag Spahn, Mindestzölle für Bich in das Tarifgesetz aufzunehmen, angenommen. Im Ganzen hat die heutige Beratung des Tarifgesetzes einen schleppenderen Gang gehabt. Es wird daher die zweite Lesung wohl erst am Freitag abgeschlossen werden können. Die Zentrumsfraktion hat heute ihren befannten Antrag betreffend Verwendung der Ueberschüsse zur Wittwen- und Waisenversorgung wieder eingebracht. drum dedi? bid München, 1. Oft. 8am Regierungs- Präsidenten von Nieder- Bayern wurde der bisherige Regierungs- Direktor von Speyer, Freiherr von Andrian- Berburg ernannt. Brüssel, 1. Okt. Gestern Abend wurde gegen die Wohnung des fleritalen Abgeordneten Carton de Viart, welcher erst gestern von einem Bandaufenthalt zurüdehrte, ein BombenAttentat verübt. de Viart befand sich mit seinen 4 Kindern und seinem Bruder, einem Sefretär des Königs. im Speisezimmer, als die Explosion erfolgte. Es wurde niemand verlezt; nur ein Dienstmädchen hatte infolge der heftigen und begründeten Anträgen folgte und daß er als Mitglied und Vorsitzender der Prüfungskommission für das Richteramt und den höheren Verwaltungsdienst an der Ausbildung unserer jüngeren Justiz- und Regierungsbeamten hervor Auf eine gewaltige Summe erragenden Anteil nahm. sprießlicher Arbeit konnte er zurückblicken, als er sich von seinen Aemtern zurückzog. Giessener Cagesneuigkeiten. ** Der Großherzog empfing am 1. Oktober den Oberst Frhrn. Rüdt v. Collenberg, Kommandeur des 1. Infanterie-( Leibgarde-) Regiments Nr. 115, den Major Frhrn. v. Langermann und Erlencamp von demselben Regiment, den Oberstleutnant von Werder, Kommandeur des 1. Dragoner- Regiments Nr. 23, den Oberstleutnant von Waldenfels, Kommandeur des 2. Drag.- Reg. Nr. 24, den Oberleutnant Graf v. Westarp, Kommandeur des 1. Feld- Art.- Ngts. Nr. 25, den Oberstleutnant Deinhard, Kommandeur des 2. Feld- Art.- Regts. Nr. 61, den Oberstleutnant z. D. v. Albensleben, Kommandeur des Landwehrbezirks Erbach, den Major Kade, Kommandeur des Train- Bats. Nr. 18, den Hauptmann der Landwehr Best v. Osthofen, den Oberleutnant der Reserve Heydenreich und den Leutnant der Reserve Harth vom Train- Bat. Nr. 18, sowie den Leutnant der Landwehr- Kavallerie Pfeiffer, letztere drei zur Uebung beim Train- Bat. Nr. 18 eingezogen; den Leutnant im 2. Drag.- Regt. Nr. 24, Ferd. Maximilian Prinz zu Ysenburg und Büdingen- Wächtersbach, den Pfarrer von der Stadtgemeinde D. Grein, den Kommerzienrat Langenbach von Wors, den Reg.- Rat Frhen. Schend zu Schweinsberg; zum Vortrag den Staatsminister No he, den Hofiägermeister Frhen. van der Hoop, den Geh. Kabinettsrat Römheld, den Generaldirektor des Hoftheaters und der Hofmusik Werner. - ( Bahnhofsumbau.) Gestern Mittag und heute Vormittag waren in Sachen des Bahnhofsumbaues hier anwesend die Herren Präsident Thome, Regierungs- und Baurat Stündeck, Architeft Bohmelmann aus Frankfurt a. M., Geh. Oberbaurat Launer aus Berlin, Professor Geh. Oberbaurat Hofmann aus Darmstadt, Architekt Hofmann aus Herborn unter Führung des Herrn BetriebsIngenieurs Enzenroth von hier. Es wurde beschlossen, den bereits festgestellten Grundriß für den projektierten Neubau beizubehalten und die Facade umzuändern, womit Herr Geh. Oberbaurat Prof. Hofmann- Darmstadt und Architekt Hofmann- Herborn beauftragt wurden. Arbeiten müssen bis 10. Oftober in Berlin eingereicht werden und soll auch sofort dorteu Entscheidung getroffen werden. Nach dieser wird mit dem Um- und Erweiterungsbau des Bahnhofsgebäudes hier sofort begonnen. Es ist dies eine sehr erfreuliche Nachricht und hoffen wir, daß im algemeinen Interesse dieses Projekt baid zur Ausführung tommt. - Diese [ Stadttheater.] Im Gegensage zum ersten Abend am Sonntag, an welchem ein Lustspiel als Einführung gegeben wurde, hatte die Direktion für die gestern übend angesette Vorstellung ein Trauerspiel, und zwar eines der ergreifendsten von Deutschlands Lieblingsdichter, aufs Repertoir gesetzt. Maria Stuart- dieses Meisterwerk Schiller's führt uns in die Geschichte Englands hinüber und zeigt wie dort schon damals im Mittelalter die einzelnen leitenden Staatsmänner das Heft in der Hand hatten. Und warum, nur um sich mit der Macht die Macht nicht aus den Händen zu geben. Unbeachtet, ob Recht, ob Menschenwürde darunter leiden, fordern jene mit einem dichten Lügengewebe das Unrecht. Macht geht vor Recht, das ist der rote Faden, welcher sich durchs ganze Stück hindurchzieht, Die von Frankreich nach England gekommene schottische Königin Maria Stuart wird von ihrer eigenen Schwester Elisabeth, der regierenden Königin von England ge= fangen genommen und trotz aller Fürbitte threr Getreuen zum Schaffot geführt. Schiller hat dieses Blutgericht so packend geschrieben und wer kennt den genauen Inhalt nicht aus der Schulzeit her. Ganz dem Stück entsprechend und der ehemaligen welterschütternden Thatsache angepaßt haben auch die Schauspieler das Stück am gestrigen Abend wiedergegeben; Effekt und Betonung wußten sie zur gegebenen Minute, ja Sekunde, hineinzulegen. Frl. Feige( als Maria Stuart), Frl. Schmidt( als Königin Elisabeth), die Herren v. Stahl ( Mortimer, Neffe des Amias Paulet, Hüter der Maria), Gerlach( Graf v. Leicester), Töpfert( Graf v. Shrewsbury) und Steinert( Baron v. Burleigh, Großschatzmeister der Elisabeth) hatten dieses mal die Hauptrollen. Alle diese spielten recht gefällig und gewandt; ganz besonders temperamentvoll fanden wir aber Herrn v. Stahl, er riß mit seinem Feuer das Publikum mit; nicht minder war es auch die Maria Stuart; beide Rollen waren also gut besetzt. Erwähnen möchten wir heute die prunkvollen Garderoben und Dekorationen, mit deren Hilfe das ganze Spiel noch gefälliger war. Fähigkeiten je per erfte Auftr ein. Als be Sandor A immer cutfd ifold. De hürfte ein br oben Ho andonion bber Durchre prium u. 2 Witterung hatte sich am gestrigen Abend der Saal des [ J.] Eröffnung des Orpheums. Trotz der ungünstigen Orpheums mit zahlreichen Besuchern gefüllt, um dem ersten Auftreten der fürzlich signalisierten Varietétruppe beizuwohnen. Nach einigen einleitenden Musifpiécen eröffnete die Soubrette Frl. Lilly Blondin das Programm mit einigen pifanten Couplets, der Transparentmaler Mstr. C. Held wartete mit zwei wohlgelungenen Schnellzeichnungen auf. Frl, Erna Wollstädt, schon beim Betreten der Bühne mit Beifall empfangen, wartete mit diversen Gesangsvorträgen auf und erntete stürmischen Applaus. Herr Norbert Stein, der sich dem Publikum als Humorist vorstellte, besitzt in seiner Mimik jedenfalls nicht die zu einem modernen Komifer gehörige Beweglichkeit; von oben herab bedankt sich genannter Herr für den ihm dargebrachten Applaus. Als Blizdichter können Herrn Stein ansprechende harmonita noch bedeuter nod dem Ge anettennensw einfach famos wollig und ann der er werden. Wen draftische D that, dürfte ausbleiben. aufmuntern Eintrittsprei Gieß 291 Bäder und 7456 im auf den ga luguft 1902 juch im einze Swimmba Wannenba " Dampf pammen 114 Braufebä Perfonenwage Band bon 9 Pe Aus Hell ** Darmita 8tg.: Wie ung Shrer Beitun Speffen mit be fchen Staat gefchloffene Be deute, dürfte f grwordenen zu deutschen S Idotterie heißen den feither heffi feither thuringif 29 000 Lofe. estragemäßige Rrinertrags bis Dan anderen St Cuirfte längere hüringischen K un ein der bert Berhältnis ge Staatslotterien u beseitigen un außer einem zug legales, die G aidaffen. ** Weglar Bierteljahrhun Raempfer in Der schlichte, atrachtet, feine Wordergrund waltung des betrifft, fog waltungsberic er Verwaltur Atreisfte Probing Gemein eren jährliche 20 000 Mt. be Serwaltung de Markt 7 ( Wit ilchenlan Stehlamper Singelam Beffe abfo haifentat etroleum Eleft aß er als Mitglied für das Richter an der Ausbildung ngsbeamten hervor waltige Summe er higtetten jedoch nicht abgesprochen werden und dürfte Beerste Auftritt durch den letzten wieder gut gemacht dr. Als begabter Bauchredner produzierte sich Herr Sandor Kline; ungeheuere Heiterkeit erregte der mmer rutschende" und" den ganzen Kitt verratende" itosch. Den Trumpf an den Vorstellungsabenden und Gemeindestraßen davon neu gebaut worden, auch die Anlage und Verfassung unserer Straßen ist eine ganz andere geworden, dergestalt, daß wir hinter unsern naſſauiſchen Nachbarn, die schon vor Jahrzehnten auf ihr vorzügliches Straßenne stolz sein konnten, nicht mehr wie früher zurückzustehen brauchen. Vor Allem n, als er sich von cfte ein von Herrn Prottengeier mit vieler Mühe und hat sich der Jubilar aber für das Werk der wirtschaftkeiten. Goben Kosten engagierter Mundharmonika- und Sandonionvirtuose ausspielen. Herr Mardert, auf Durchreise nach Leipzig begriffen, gab dem Auditonium u. A. ,, Die Post im Walde" auf der Mundlichen Zuſammenlegung verdient gemacht, ohne dessen Durchführung die Landwirtschaft unseres Streises nun einmal nie auf diejenige Höhe gelangen kann und wird, deren Errrichung zu ihrer Erhaltung und ihrem Geam 1. Oftober monita zu hören, doch sollen die folgenden Abende deihen unumgänglich notwendig ist. Von Nah und Kommandeur moch bedeutend interessanter werden. Zum Schluß seien Fern schätzt man seine Verdienste, das hatte der gestrige OR Aus dem Gerichtssaal. ents Nr. 115, och dem Geschwisterpaare Else und Helene Belloni Tag bewiesen. ant von Werder, einfach famos, in den folgenden Nummern nicht minder Erlencamp von erfennenswerte Worte gewidmet. Als„ Alte Jungfer" nts Nr. 23, den tollig und Beifall herausfordernd. Alles in Allem mandeur des 2, an der erste Abend als wohlgelungen bezeichnet r. 25, den Oberftastische Darstellungsweise der Varietébühne gewöhnt Graf v. Westarp, werden. Wenn sich das Publikum erst an die freie und 2. Feld- Art- Regts. bat, dürfte dem Unternehmen der materielle Erfolg nicht Schwurgericht. Gießen, 1. Oftober. Wegen geschlechtlichen Verkehrs mit einer geistesv. Albensleben ausbleiben. Wir fönnen nur zum Besuch des Orpheums gestörten Person wird der Wilhelm Altvater aus bach, den Major aufmuntern, das Gebotene steht zu dem geringen Jlbenstadt zu 3 Jahren 6 Monaten Gefängnis ver3. Nr. 18, Sen Gintrittspreis in keinem Verhältnis. the his yow urteilt. thofen, den Obernd den Leutnant * * Gießener Volksbad. Im September wurden 1291 Bäder verabreicht gegen 9132 im August 1902 Cr. 18, sowie den and 7456 im September 1901 oder im Durchschnitt eiffer, letztere drei auf den ganzen Badetag 260 Bäder gegen 326 im eingezogen; den August 1902 und 266 im September 1901.- Der BeFerd. Marimilian Sächtersbach, den Schwimmbad: 3428 Männer darunter 727 zu 10 Pfg. such im einzelnen hat sich wie folgt verteilt. Srein, den Som Reg.- Rat Fehen. Cag den Staats Frhen. ban der musik Werner.. 27710 " 938 Frauen Wannenbäder I. Klasse 248 Männer 106 Frauen " II. 507 437 Dampf- und Heißluftbäder, sowie Massage zuId, den General sammen 114 Männer 23 Frauen. Die Brausebäder 1221 Männer 269 Frauen. Bersonenwage wurde von 240 Personen benutzt. Das Bad von 9 Personen besichtigt. und heute Vormbaues hier anRegierungs- und Berlin, Brofeffor Vermischtes. Auch ein Sammler. In seiner Villa zu Potsdam starb unlängst ein vierfacher Millionär aus Schöneberg. Beim Ausräumen seines Schlaf- und Sterbezimmers fand man unter dem Bett eine große eisenbeschlagene Kiste und in dieser mehr als 2000 silberne, blant gepußte Fünf- Martstücke, die, gewissenhaft nach der Jahreszeit geordnet, alle mit der Kopfseite noch oben gelegt und einzeln in Watte gewickelt waren. * Einen neuen Einfall, der der Originalität entbehrt, giebt ein Bäckermeister in Magdeburg seinen Kunden bekannt. Durch Zirkular teilt er mit, daß er außer dem üblichen Rabatt von 10 Prozent jedem seiner Kunden, der täglich Morgens für 15 Pfennig weiße Backware fauft, eine der am Piaze erscheinenden Tageszeitungen als Gratiszugabe liefert. * Eine fruchtbare Kuh. Im Stalle der Versuchswirt schaft der Provinzial- Ackerbauschule in Ebstorf befindet sich eine fruchtbare Kuh, welche im Juli 1898 in demselben Stalle geboren und aufgezogen ist. Dieselbe warf im August 1900 zwei Kälber, im August 1901 drei Kälber auch im September 1902 wieder zwei Kälber, die letteren wogen bei der Geburt jedes 85 Pfund, die Drillinge im vorigen Jahr jedes 70 Pfund. Alle 7 Kälber leben, die ersten fünf sind fräftig entwickelt. Die Kuh selbst wiegt nach dem legten Salben 1200 Pfund und gab nach dem ersten Kalben 3003 Liter Milch, nach dem zweiten Kalben 3600 Liter Milch. aus Frankfurt Aus Hessen und nachbargebieten. , Architekt Hof-** Darmstadt, 29. Sept. Man schreibt der„ Frankf. Herrn Betriebs- Btg.: Wie ungerechtfertigt die aus einem Gothaischen Blatte wurde beschlossen, Ihrer Beitung wiedergegebene Meinung ist, daß der von den projektierten bessen mit den 10 bei der Thüringisch- Anhalti. mzuändern, womit den Staatslotterie beteiligt gewesenen Staaten abin- Darmstadt und geschlossene Vertrag eine Benachteiligung dieser Staaten be= wurden. Diese eute, dürfte sich am besten daraus ergeben, daß nach uns Berlin eingereicht gewordenen zuverlässigen Mitteilungen zur ersten Mittelscheidung getroffen eutschen Staatslotterie, wie die neue Gemeinschaftsund Erweiterungs- otterie heißen soll, bis jetzt übernommen worden sind von gonnen. Es ist dies en feither hessischen Kolletteuren über 66 000 Lose, von den n wir, daß im all either thüringisch- anhaltischen Einnehmern dagegen nur über zur Ausführung 9000 Lose. Nach diesem Abnahmeverhältnis stellt sich der ertragsmäßige Anspruch von Hessen auf die Hälfte eines teinertrags bis zu 1 Million vielmehr umgekehrt gegenüber en anderen Staaten als ein äußerst bescheidener dar. Es ürfte längere Zeit vergehen, bevor die Loszeichnungen der hüringischen Kollekteurschaft gegenüber derjenigen der hessischen Miniſter Budde kann warten. Kurz vor Ankunft des ein der vertragsmäßigen Reinertragsteilung entsprechendes Eisenbahnministers Budde, der die Bahnanlagen in Rheydt Berhältnis gelangen. Der Zusammenschluß der beiden besichtigte, ereignete sich ein heiterer Zwischenfall, der, zum Staatslotterien ist erfolgt, um die gegenseitige Konkurrenz Glück für den Hauptbeteiligten, vom Minister selbst nicht u beseitigen und der neuen Mitteldeutschen Staatslotterie bemerkt wurde. Der Revisionszug mit dem Minister sollte ußer einem zugkräftigen Plan auch ein möglichst großes gegen 1 Uhr einfahren, nachdem der fahrplanmäßig um egales, die Er stenz der Lotterie sicherndes Absatzgebiet zu 12 Uhr 58 Minuten von Rheydt aus abgehende Personenerschaffen. zug nach Krefeld die Station verlassen haben würde. Der Krefelder Zug stand auch rechtzeitig zur Abfahrt bereit, die wenigen Passagiere hatten ihre Bläge eingenommen, die Schaffner riefen:" Fertig"! der Stationsvorsteher winkte zum Abfahren, aber es fehlte der Zugführer, der das letzte Signal zur Abfahrt zu geben hat. Es entsteht ein furzes Hin- und Herrennen, alle Beamten rufen nach dem am ersten Abend El als Einführung die gestern abend und zwar eines Lieblingsdichter, uart- dieses die Geschichte hon damals im atsmänner das , nur um sich den Händen zu nwürde darunter ** Weglar, 30. Sept. Am 1. Oktober war es ein Lügengewebe das Bierteljahrhundert, daß Herr Kreisbaumeister Eberh. t der rote Faden, kaempfer in den Dienst des Kreises Wetzlar getreten ist. chzicht, Die von der schlichte, bescheidene Mann hat nie darnach ge= chottische Königin achtet, seine Person und seine Leistungen in den genen Schwester Bordergrund zu stellen. Was sein Hauptamt, die VerDon England gewaltung des im Kreise vorhandenen Straßenneges, anürbitte ihrer Ge betrifft, so genügen folgende Zahlen: Nach dem Verhat 1901 ſtanden damals in wer kennt den der Verwaltung des Kreises: it her. Ganz dem welterschütternden Schauspieler das Kreisstraßen Provinzialstraßen Gemeindestraßen biz bost prenose on mit 74 505 m Länge " 51 411, 208 671 " " eben; Effett und wen jährliche Unterhaltungskosten sich auf mehr wie tinute, ja Setund: 8000 Mt. belaufen. Ferner find nicht nur unter der Stuart), F. Erwaltung des Jubilars viele tausend Meter Kreise Herren v. Stahl Hüter der Maria), ( Graf v. Shrews Mirkt urleigh, Großfchaz es mal die HauptFällig und gewandt; 7 * Bartfeld, 27. Sept. In den Karpathen herrscht winterliches Wetter bet 3 Grad Kälte. Alle Gewächse sind erforen. Die Dächer der Häuser waren gestern früh mit Eis bedeckt, welches erst nachmittags abschmolz. * " Vermißten, die Sache wird um so bedenklicher, weil nach der Kref. 8tg." in der Ferne schon der Zug mit dem hält und auf freie Einfahrt wartet. Da enolich dret Minuten nach der fahrplanmäßigen Abfahrtszeit öffnet fich langsam ein Wagenabteil 2. Klasse, und heraus steigt, Etwas ohne große Eile zu bekunden, der Vielgesuchte. Miniſter ſichttar wird, der schließlich auf offener Strecke - mürrisch zwar, weil man iha in seinem- Mittagsschläfchen Mittagsschläfchen gestört hat, aber dann doch wieder ſeiner Pflicht gehorchend, giebt er das letzte Signal zur Abfahrt, beſteigt ſeinen DienſtFritz Eccarius Mark Darmstädter Haus. 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) ben wir aber hen Wilhelm das Publikum mit; laria Stuart; beide wähnen möchten wir und Dekorationen, noch gefälliger war. Abend der Saal des rn gefüllt, um dem fierten Barietétruppe eitenden Mufifpiécen Blondin das Pro ouplets, der Transete mit zwei wohl Frl, Erna Woll Bühne mit Beifall efangsborträgen auf Drift borstellte, befist zu einem modernen noben herab bebantt üchenlampen rog ber ungünſtigen Stehlampen hängelampen Beste absolute Chaisenlaternen, er Norbert Stein, Jetroleumargebrachten Applaus Stein ansprechende empfiehlt: PATENT unter Garantir. busik 331 von Mr. 0.50 bis Mt. 3.50 von 200 bie " Mr. 40.bon " 2.00 bis Mt. 80.sichere Sturmlaternen. echte Motardferzen. Öfen u.-Kocher Elektrische Lampen. Gaslampen. 6 Wallthorstraße 6. 6 allthorstraße 6. Meiner verehrlichen Nachbarschaft, sowie Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung, daß ich die Geschäftsführung in den volständig neu hergerichteten Lokalitäten der Restaurat. Darmstädter Haus zum übernommen habe und werde den Betrieb heute, Donnerstag, den 2. Okt. mit einem gemütlichen Bier- Konzert eröffnen. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, durch Verabreichung eines la. Glases Bier aus der Brauerei Ga. Bichler, sowie durch Führung einer vorzüglichen bürgerlichen Küche mir die vollständige Zufriedenheit meiner werten Gäste zu erwerben. S= Guten Mittagstisch. Flaschenbier von 6 Flaschen an frei ins Haus. Hochachtungsvoll Carl Bez, früher Restaurateur im Lok sowie im Solmser Hof. 252525 Kleiner Raum als Schlafstelle zu vermieten. Bismarckstr. 17. Gut möblirts Zimmer in ruhiger Lage zu vermieten. Bockstraße 8, a, II. wagen und fort geht's gen Krefeld. Und nun fonnte auc der Revisionszug des Ministers einfahren. * Gruß an Benedig. Von Herrn Geheimrat Dr. D. Eisenmann, Direktor des Kasseler Museums, gingen der " Frtf. 8tg." aus Venedig folgende Verse zu: " Frommer Wunsch eines Venedig Pilgers. Versint' in der Lagune Wellen, Venedig halt' nur mich noch aus, Magst morsch im Fundament zerschellen, Nur mir sei noch ein festes Haus! Ich möcht' aus Deinen Reizen flechten Den legten farbenfrohen Kranz, In Deines Mondes Zaubermächten Erschauen Deinen alten Glanz. Laß mich auf Deinem Markusplage. Verträumen Deiner Tage Glut. Bei Taubengurren, Volksgeschwage Auskosten, wie das Nichtsthun gut. Ist auch Dein Markusturm zerfallen, Noch ragen seine Trümmer hoch Und flingt aus Deiner Kinder_Lallen Das alte Venezianisch doch. Der Dogen Marmorhaus erglänzet Noch weithin in das Meer hinaus, Das sie beherrscht einst unbegrenzet, Bis auch ihr Lebensrecht losch aus. Der Markuskirche Goldfassade Erschimmert noch ein bunter Traum, Der Flugellöwe steht Parade Dort an der Piazetta Saum. So hat schon Dürer Dich gesehen, Und seinen Spuren geh' ich nach, Dich Meeresherrin zu verstehen, Wie Deine Kunst einst herrlich sprach. Versink' in der Lagune Wellen, Venedig halt' nur mich noch aus, Magst morsch im Fundament zerschellen, Nur mir sei noch ein festes Haus! Rom, 30. Sept. Die Nachrichten aus Sizilien lauten andauernd schlimm. Ein heftiges Unwetter zerstörte gestern mehrere Dörfer, wobei zahlreiche Personen umgekommen sind. Es sind nunmehr gegen 600 Leichen zu begraben. Man befürchtet den Ausbruch einer Epidemie, da man nicht genügend Vorkehrungen zur Beerdigung so zahlreicher Beichen getroffen hat. Ueber die Ortschaften Palo und Torre soll ein anderer Cyclon niedergegangen sein mit noch schlimmeren Folgen. Der Schaden ist ungeheuer. Die Kathedrale in Balo wurde zerstört. Beim Einsturz wurden zahlreiche Bersonen getötet. Mehrere Fahrzeuge auf dem Meere find gesunten. Die Bevölkerung ist in großer Panit ins Gebirge geflüchtet. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Donnerstag, den 2. und Freitag ben 3. Oktober 1902: Neujahrsfeft. 1. Tag. Vorabens: 5.45 Uhr. Morgens: 7.30 Uhr Predigt. Nachmittags: 4 Uhr. 2. Tag. Vorabend: 6.45 Uhr. Morgens: 7.30 Uhr Predigt. Abends 5.45 Uhr. H NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Marktbericht. W klar, 27. Sept. Auf dem hiesigen Wochenmarkt toftete das Pfund Butter 1.25 Mr., Eier das Stück 8 Pfg. Gießen, 30. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarlt lofteten Butter per Pfd. 1.10-1.20 mt. Hühnereter 1 St. 7-8 Pfg., Enteneler St. -00 Pfg., Gänseeter 1 St. 0-0 Pfg., Käse per St. 5-9 Pig. Erbsen per Liter 19 Pfg., Linjen per Liter 32 Bfg., Tauben per Baar Mr. 0.60-0.80, Hühner per Stüd Mt. 1.00-1 30, Hahnen, ber Stüd Mt. 0,60-0.85, Enten per Stüd 2.00-2.30, Gänse p. Bfb. 0.60 0.75 t., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg, Rindfleisch per Pfd. 60-64 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 70-80 Big. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.84 Pfa., Kalbfleisch per Bfb. 68-70 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 fg., Kartoffeln per 100 Stilo per St. Mr. 3.30-3.50, Milch per 380-550 wt., Zwiebeln Liter 18 chöne geräumige 5- Zimmerwohnung mit Balkon u. Zubehör in ruhiger Lage zu vermieten. Näh. Afterweg 48, III, Schöne 3 Zimmer- Wohnung per 1. Oktober zu vermieten. Näh. 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Bewerber im Alter bis zu 18 Jahren, welche bereits 6 bis 7 Arbeiter Todes- Anzeige. Heute Morgen kurz vor 7 Uhr verschied sanft und schmerzlos unser Carl Boss Löwengasse 20. lieber Gatte und Vater fönnen Schlafstelle erhalten. Grünbergerstraße 48, Hinterhaus. im 61. Lebensjahre. auf einem Bureau thätig waren, wollen unter Angabe ihrer Gehaltsansprüche und Beifügung eines selbstge. schriebenen Lebenslaufs nebst Zeugnissen ihre Meldungen Tüchtiges Dienstmädchen bis zum 1. Oktober I. Js. an das Armenamt einreichen. sofort gesucht. Näh. in d. Exp. Gießen, 19. September 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Obst- Versteigerung der Stadt Gießen. Freitag, 3. Oktober 1902, nachmittags 3 Uhr soll im Bürgermeistereihof die Obsternte von dem städtischen Obstbaumstück, bestehend in gutem gepflückten Tafel- und Wirtschaftsobst, abgewogen in Körben öffentlich versteigert werden. Unter dem Tafelobst befinden sich viele Winter Goldparmänen, Harberts- Reinette, Kasseler Reinette, Baumanns Reinette pp. Gießen, den 30. September 1902. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Großherzogl. Gewerbeschule Gießen. Das Wintersemester der unter Oberaufsicht Großherzoglicher Zentralstelle für die Gewerbe stehenden Gewerbeschule mit Fachunterricht für die später abzulegenden Meisterprüfungen beginnt am 13. Oktober d. J. und schließt Ende März k J. Nähere Auskunft über Programm, Lehr- und Stundenplan durch die Schulleitung. Anmeldungen haben schriftlich zu geschehen und sind Zeugnisse über die erforderliche Vorbildung beizufügen. Gießen, am 24. September 1902. Der Aufsichtsrat: Heyligenstaedt. BANNER TURY VERE Die Schulleitung: Traber Männer- Turnverein. Samstag, 4. Okt., abds. 9 Uhr im Hotel Schüh Hauptversammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht, 2. Winterprogramm, 3. Verschiedenes. Sonntag, 5. Oktober, nachmittags 4 Uhr in der Turnhalle des Realgymnasiums Abturnen, abends 7 Uhr in Steins Garten O Familienabend. O Atelier für Portraitmalerei von Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Plockstrasse 8 a II. Farbiges Panorama von Giessen 45 X 65 zu 5 Mk. PFLEGE DEIN HAAR With Ande Pflege Dein Baar JAVOL Das Erste für die Saare. Marka Beseichnune Sanamlichen Scharts. Pomade, Oel und schädliche Essenzen dürfen nicht auf die Kopfhaut gebracht werden. Es giebt etwas viel Besseres, wodurch Haar und Kopfhaut erfrischt und gestärkt, das Haar seidenweich, üppig, glänzend und geschmeidig wird. Dieses vorzügliche, erstklassige Haarwasser heißt JAVOL und findet sich auf den Toilettentischen der ersten Kreise, da sein Erfolg ein ganz unvergleichlicher ist. Man erhält Doppeles, die Flasche zu Mk. 2.-, flasche Mk. 3.50 in allen feineren Parfümerien, Drogerien und Coiffeurgeschäften, auch in Apotheken. MIT JAVOL! In Gießen bei: Gebr. Michel. Gießener Stadttheater. Freitag, den 3. 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