Nr. 228. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen vierteljährlich Mt. 150. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberhessische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Mittwoch, den 1. Oktober 1902. Gießener 11. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Bfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3032. Redaktion und Erbedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Drud und Verlag der Gierener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr 1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Politische Nachrichten. Berlin, 30. Sept. Wie das„ Berliner Tageblatt" authentisch, mitteilen fann, ist in den Kreisen, die mit den Burengeneralen persönliche Beziehungen pflegen, nichts davon bekannt, daß die beim Kaiser nachgesuchte Audienz bewilligt ist. Ehe eine endgiltige Antwort Dom Hofmarschallamt erfolgt, kann der genaue Termin des Besuches der Generale in Berlin nicht festgesetzt werden. Wie das genannte Blatt weiter berichtet, bestehen lebhafte Bestrebungen, die Generale zu veranlassen, dem Besuch in Frankreich die Priorität für den jenigen in Deutschland zu verschaffen. Auch hierüber sei eine endgiltige Entscheidung noch nicht gefällt. Das biesige Empfangsfomitee trägt sich noch immer mit der Hoffnung, daß die Generale zum 12. Oktober in Berlin eintreffen. Die Zeit ihres Aufenthaltes ist auf fünf Tage bemessen. In der englischen Presse wird nach einer Londoner Depesche des Lokal- Anzeigers die Meldung, daß Kaiser Wilhelm die Buren- Generale empfangen werde, lebhaft besprochen. Die ,, Times" bemerkt dazu: Weder der Kaiser noch die Generale fönnten die unvermeidliche Wirkung auf die öffentliche Meinung in England und in Südafrika verfennen. Es sei faum glaublich, daß Kaiser Wilhelm an einen Schritt denke, welcher im ganzen britischen Reiche die tiefste Entrüstung erregen und die bitteren Gefühle erhöhen und verewigen dürfte, die der Kaiser bersucht habe zu besänftigen. England würde ge3tvungen sein, seine Ansichten über die persönliche Freundschaft des Kaisers und über die Loyalität und die Ehrlichkeit der Buren- Generale zu ändern. Der Standard" will die Meldung als einen Ballon d'essai ansehen. Falls sie jedoch zutreffe, so würde der Empfang der Buren- Generale einfach ein Wiederholung des Krüger- Telegramms in fleinem Maße sein. Da die Verhandlungen der Zolltarif- Kommiffion spätestens Ende dieser Woche abgeschlossen sein werden, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß der Reichstag schon zu den ersten zulässigen Termin nach der Vertagung, also zum 14. Oftober einberufen werden wird. Der heutigen Sigung der Bolltarif Kommission wohnte auch der ReichstagsPräsident Graf Ballestrem bei. Hanau, 30. Sept. Landrat von Baumbach aus Gelnhausen wurde ab 1. Oftober in das Finanz- Ministerium in Berlin ais Hilfsarbeiter berufen. 19] Entlarvt. Roman von Moriz Lilie. ( Nachdruck verboten.) Erna vergaß auf Augenblicke ihren Kummer, als sie ihr Semahl durch die herrlichen, mit höchster Eleganz und doch feinstem Geschmack ausgestatteten Räume führte, und sie gab ihrem Entzücken unverhohlen Ausdruck. Auch über Alfreds Antlig lagerte sich der Ausdruck heiterer Befriedigung, als er sah, welch freudige Aufnahme seine Anordnungen fanden. Ein Zimmer war es besonders, bei dessen Anblick sie freudig überrascht die Hände zusammenschlug. Es war ihr Boudoir. Tapeten und Möbel waren von hellblauer Seide, kostbare Bilder und fünstlerisch ausgeführte Marmorstatuetten schmückten die Wände, und die herrlichsten Teppiche bedeckten den Boden. Es war ganz so eingerichtet, wie ihr Lieblingszimmer in Faltenhof, nur weit reicher und kostbarer. Die zarte Rücksicht ihres Gatten, der ihr dadurch den Wechsel in ihren Verhältnissen erleichtern wollte, rührte sie tief. " Ich lasse Dich jezt allein, Erna; nach der anstrengenden Reise wirst Du der Ruhe bedürfen", sagte Alfred, nachdem sie die Zimmer der Frau des Hauses durchschritten hatten. Morgen werde ich Dir die übrigen Näume zeigen. Willst Du den Thee mit mir gemeinschaftlich einnehmen, so findest Du mich in dem fleinen Musiksalon; fühlst Du Dich aber zu abgespannt, so pflege lieber der Ruhe." " Ich bitte Dich, mich für heute abend zu entschuldigen", sagte die junge Frau leise. Ich fühle mich in der That sehr unwohl." Fries entfernte sich, nachdem er seiner Gemahlin gute Nacht und baldige Genesung gewünscht hatte. Etwa vierzehn Tage mochten vergangen sein, seit das junge Baar seinen Einzug auf Schloß Radomig gehalten hatte. In dem eigentümlichen Verhältnis der beiden Ehegatten zu einander war feinerlei Veränderung eingetreten. Alfred behandelte Erna mit der gleichen Rücksicht wie am ersten Tage, und nur zuweilen befiel ihn eine unbezwingbare Traurigkeit, die er jedoch in Gegenwart seiner Frau möglichst zu befämpfen suchte. In ihrem Zimmer saß Erna am Fenster und schaute in die Nacht hinaus. Träumerisch ruhten ihre Augen auf der von der ganzen Melancholie einer Herbstnacht übergossenen Natur, die in der emütsfranken Frau nur noch schwermütigere Gedanken weckte. Dawas war das? Wien, 30. Sept. Die Ausgleichsverhandlungen stoßen abermals auf Schmierigkeiten, weshalb der Kaiser seine Abreise zu den Hochwildjagden auf unbeſtimmte Zeit verschoben hat. Die Verhandlungen werden jetzt unter Vorsitz des Kaisers fortgeführt werden. Zürich, 30. Sept. Eine große Anzahl von Vertretern schweizerischer Industrieverbände und Gesellschaften beschloß die Bildung einer Liga, um die agrarischen Hochschutzölle im neuen Tarifentwurf zu Fall zu bringen. Zum Tode Zolas. Paris, 30. Sept. Zu dem Ableben Emil Zola's wird noch gemeldet: Es handle sich thatsächlich um ein Unglück infolge von Kohlenorydgas- Vergiftung. Der Kamin im Schlafzimmer Zola's war schon längere Zeit schadhaft. Schon vorgestern Mittag flagte Zola über den unausstehlichen Rauchgeruch. Da es aber Sonntag war, war kein Arbeiter zu finden und zum Schlafengehen ließ das Ehepaar alle Fenster offen. In der Nacht muß sich Zola bis zum Fenster geschleppt und dort bewußtlos zusammengesunken sein, sein Gesicht war aufgedunsen, die Lippen blutlos. Neben ihm lag sein Lieblingshund An Zola wurden, nachdem der Arzt rythmische Lungenbewegungen vorgenommen hatte, noch schwache Lebenszeichen wahrgenommen. Der Tod trat indessen nach einer halben Stunde ein. Der Polizeiarzt Dr. Lenormand bestätigte, daß es sich um die schlechte Konstruktion des Kamins handele. Frau Zola, so erklärte der Polizeiarzt weiter, betrachtete uns und unsere Umgebung, als wir eintraten, mit stieren Blicken. Das Athemholen fiel ihr furchtbar schwer. Wir betteten Zola vorläufig in seinem Arbeitskabinet, zu dem der Eintritt Niemandem gestattet iſt. Ich bin überzeugt, schloß Lenormand, daß die Blutproben, die wir dem Leichnam Zolas und dem Arme seiner Frau entnommen haben bei mikroskopischen Untersuchung die Richtigkeit der Annahme einer KohlenoridVergiftung ergeben werden. Das Befinden der Frau Zola ist den Umständen nach gut und giebt zu Besorgnissen keinen Anlaß. Die Berliner Blätter widmen dem Verstorbenen soweit dies nicht schon geschehen ist, ehrende Nachrufe, in denen seine Verdienste als Mensch und Schriftsteller gewürdigt werden. Bewegte sich nicht die Klinke an der Thür, welche zu dem Erfer führte? Jest wieder; das leise Geräusch war deutlich vernehmbar. Die Erferthür öffnete sich, und unhörbar wie ein Schatten trat ein Mann in das Zimmer. Der Mond warf sein fahles Licht durch die Scheiben, von denen Erna die feine Spizengardine zurückgeschlagen hatte, und übergoß den nächtlichen Besucher mit bleichem Schimmer. Wie festgewurzelt stand Erna einige Sefunden lang; ihre Augen stierten mit dem Ausdruck des höchsten Entsegens auf die Gestalt, dann hob sie langsam, als wolle sie den Satan beschwören, die Arme empor, und sie weit von sich streckend, preßte sie angstvoll die Worte zwischen den Zähnen hervor: " Halef Franz- mein Gatte, Du lebst?" Halb bewußtlos sant sie in den Sessel zurückDer Mann trat dicht an sie heran. " Nicht wahr, das ist eine freudige leberraschung?" höhnte er, indem er einen zweiten Stuhl heranzog und ohne weiteres Plak nahm. Du wunderst Dich, mich lebend vor Dir zu sehen, Grna?" fuhr er mit gedämpfter Stimme fort, und in der That erscheint es mir jetzt selbst fast unbegreiflich. Lange schwebte ich zwischen Leben und Tod, aber die Kunst der Aerzte und meine gute Natur ließen die Gefahr glücklich vorübergehen." Grna zitterte am ganzen Körper; in fieberhafter Spannung hörte sie zu. " Es dauerte lange, ehe ich vollständig wiederhergestellt war", fuhr Ancelot fort." Als ich mich aber endlich als genesen betrachten durfte, vermochte ich der Sehnsucht, Dich wiederzusehen, nicht länger zu widerstehen. Ich machte mich auf den Weg nach dem Falkenhofe und fam gerade noch zur rechten Zeit, um zu sehen, wie meine rechtmäßige Gattin einem anderen Manne die Hand am Traualtar reichte." Erna zudte frampfhaft zusammen, dann schlug sie beide Hände vor ihr leichenblasses Antlig. Ein boshaftes Lächeln umspielte die Lippen des Betrügers. Was sollte ich thun?" berichtete er weiter. An der Thatfache Deiner zweiten Vermählung war nichts zu ändern, ein Einspruch wäre also völlig zwecklos gewesen. Aber sehen wollte ich Dich noch einmal, Du solltest wissen, daß ich lebe. Darum stand ich im Park des Falkenhofes, hoffend, daß Du an einem Fenster erscheinen würdest. Und Du tamst. Ich sah Dich erbleichen und umsinken und durfte Dir, meiner rechtmäßigen Gattin, doch nicht zu Hilfe eilen! Aber Du hattest mich erkannt, daran war nicht zu zweifeln; mein 3wed war erreicht." Hätte Erna ihre Gedanken zu sammeln vermocht, so würde Paris, 30. Sept. Frau Bola tam gestern Abend gegen 11 Uhr wieder zur Besinnung. Sie erfundigte sich sofort nach ihrem Gatten. Entgegen anderen Nachrichten verheimlichen ihr die Aerzte noch immer den Tod des Gatten. Frau Bola teilte mit, daß sie ohne eine genaue Stunde angeben zu fönnen, während des Schlafes durch andauernd heftige Kopfschmerzen geweckt worden sei. Es sei ihr vorgekommen, als habe man ihr fortwährend mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen. Der französische Unterrichtsminister erhielt ein Telegramm des italienischen Unterrichtsministers, worin dieser sein Beileid zum Ableben Bolas ausdrückt. Die in der Wohnung Zolas aufgelegte Kondolenzliste trägt bereits Tausende von Unterschriften. Ob Zola testamentarische Bestimmungen hinterlassen hat, ist noch nicht bekannt. Das Arbeitszimmer des Verstorbenen wurde vom Gericht versiegelt. Es ist noch nicht festgestellt, ob eine Autopsie stattfindet. Die Beiseßung dürfte bereits morgen erfolgen. Die Liga der Menschenrechte hat bereits zur Errichtung eines Denkmals für Zola die Initiative ergriffen. Beileibstelegramme laufen fortwährend aus allen Orten der Welt ein, speziell aus Spanien und Belgien. Der Gesundheitszustand der Frau Zola ist befriedigend, sie ist aber seelisch start deprimiert. - Bisher ist kein Testament gefunden worden. Unter den eingelaufenen Kondolenz- Telegrammen besindet sich ein solches des Fürsten von Monaco." Der Zola befreundeten Fran Rosereau und deren zwei Kindern wurde vor der Autopsie gestattet, dem Toten die letzte Huldigung zu erweisen. Die finderlose Frau Bola tannte das Verhältnis, in dem ihr Gatte zur Frau Rosereau stand. Baris, 30. Sept. Kabinettschef Combes ist nach Paris zurückgekehrt. Heute findet ein Ministerrat statt. London, 30. Sept. Die in der Kapkolonie eröffnete Subskription zu Gunsten der Buren hat 62 778 Pfund Sterl. ergeben, von denen bereits ein großer Teil verausgabt ist. 27 975 Pfund Sterling entfallen auf die Burenfrauen- und Waisen- Kassen, welche Summe in prozentigen Staatspapieren hinterlegt worden ist. sandte in Carracas versichert, in der Lage zu sein, mitWashington, 30. Sept. Der amerikanische Geteilen zu können, daß die Regierung wahrscheinlich sämtliche Stabel abschneiden und Kriegsschiffe in die venezolanischen Häfen entsenden werde. sie sich haben sagen müssen, daß die Gerichte den Baran Halet sofort als Fälscher festgenommen haben würden, wenn dieser wieder genesen wäre; er fonnte also auch nicht vor ihr stehen. Aber sie war unfähig zu denken, die furchtbare Aufregung hatte ihre Sinne verwirrt. Und was willst Du jekt von mir?" fragte sie tonlos. " Noch einmal wollte ich Dir ins Auge schauen, noch einmal Deine liebe Stimme hören und dann hinausziehen in die Fremde auf Nimmerwiederkehr", versezte Ancelot. Die junge Frau gewann allmählich ihre Fassung wieder. " Du hättest besser gethan, mich in dem Glauben zu lassen, Du seiest tot", sagte sie in vorwurfsvollem Tone. " Ist Deine Liebe so rasch erfaltet?" " Liebe!" rief Grna, und ihre Stimme flang jezt fest und sicher. Sprich nicht von Liebe. Was ich in meiner findlichen Einfalt für Liebe hielt, war nichts als eine flüchtige, vorübergehende Neigung, und schwer habe ich den übereilten Schritt bereut und gebüßt, zu welchem mich Deine Ueberredungskunst verleitete." Es lag eine fo merkwürdige Ruhe in der Nedeweise der jungen Frau, daß auch Ancelot beschloß, den erheuchelten, warmen Ton fallen zu lassen und energischer sein Ziel zu verfolgen. Alle Neue vermag die Thatsache nicht aus der Welt zu schaffen, daß ich Dein Gatte bin-" " Mein Gatte warst Du niemals!" unterbrach ihn Erna heftig und bestimmt. Saum zwei Stunden, bevor Du Hand an Dich legtest, hattest Du mich zur Kirche geführt. Aber das Wort des Priesters ist rückgängig zu machen; er hat uns getraut, ohne die Einwilligung meines Vaters, die ein gejegliches Erfordernis ist. Du hattest den Geistlichen bestochen." In den Augen des Mannes zuckte es wild und dämonisch auf. ,, Ah fagte er mit unbeschreiblichem Hohn in seiner Stimme, steht es so? Weißt Du nicht, daß ich den Trauschein befize, der mir die Macht giebt, Dich ins Zuchthaus zu bringen wegen des Verbrechens der Bigamie?" Wenn ich die Strafe verdient habe, will ich sie gern leiden", versezte die Frau mit stiller Ergebung. Und wenn es ein Verbrechen war, bin ich bereit, es zu fühnen. Aber kein Nichter wird mich verurteilen. Ich mußte Dich für tot halten, und nur in diesem Glauben reichte ich Herrn von Fries die Hand." " Herr von Fries- ganz recht. Es ist gut, daß Du mich daran erinnerst!" zischte es von den Lippen des nächtlichen Gastes. " Ich werde ihm morgen einen Besuch machen und ihm ein Blatt vorlegen, an dessen Spize das Wort„ Trauschein" zu lesen ist. Ich glaube, er wird die für ihn etwas überraschende Neuigkeit mit einigem Interesse vernehmen. mich von demselben befreit haben. Seien Sie versichert, Schlummer, aus welchem sie mit frischem Muth zu neuer nieberlegte, fand sie sogleich, was sie suchte: friedlichen Als Freda fich lange nach Mitternacht zum Schlafen Tungsweise noch mehr als bisher gerecht zu werden. baß ich fortan bemüht sein werde, Jhrer einstigen Handfiebelung nach Halan Tagesarbeit erwachte. Die Rorbereitungen zur Ueberher Stad harmo schaft gefolgt. Was in aller Welt hatte sie so aufregen wahren. Zügellos war sie dem Aufflammen ihrer Leidengenwart, hatte sie vermocht, wenigstens den Schein zu der Seele stand. Nicht einmal seine, eines Fremden, Gein jener unjeligen Stunde, die ihm noch heute lebhaft vor Welch ein Anblid! Einen solchen gewährte aber greba bebend vor 3orn, mit scharfen Worten auf der Zunge! fönnen? folat) richtete entsprechend nicht min ichön es dort ist sie einer direkten Aeußerung auszuweichen suchte. schichte vergessen; ich will Dir von Halgrenshard erzählen, thörichtes, fleines Ding. Laß uns die unangenehme GeWie kannst Du nur so fragen, Synnove? Du bist ein Dieser Gedanke berwirrte sie und ließ sie erröthen, während mit einem unumwundenen Mein" beantworten können. Frage hätte sie, der Wahrheit mig gut und freundlich Onkel den Gedanken nicht ertragen. mir am heutigen Tage erschienen bist. Mert Zeugniß ablegen, das in furzer Beit Das bewundertste unverändert, wie groß meine Liebe war, davon mag mem Anspruch auf Glück zu entsagen, im Stande gewesen ist, hat? Ich kann und will nicht glauben, daß ein grausames Dich in das Marmorbild umzuwandeln, als welches Du Schicksal, das mich eines Tages gezwungen Dir und jedem daß Liebe zwischen uns ein unzerstörbares Band getnüpft Meine Gefühle für Dich sind Freda, ich würde Emile Zola †. Von E. Jrmler. ( Nachdruck verboten.) Emile Zola ist tot; er ist das Opfer eines Unglücksfalls geworden. Einer der bedeutendsten Männer seiner Zeit ist dahingegangen und kaum vermag man sich die ganze Größe und Bedeutung des so plötzlich Dahingeschiedenen klar zu machen. geistlichen Stand verläßt, nachdem er eingesehen hat, daß selbst die Mildthätigkeit, die allein ihn noch im geistlichen Stande zurückhielt, den schrrecklichen geistigen und törperlichen Notstand des Proletariats nicht bessern könne. Insbesondere der erste dieser Romane, in denen Zola mit scharfer Kritik die Lourdes- Kuren fennzeichnet, und der dritte, anarchistischen Bombender das Paris zur Zeit der attentate in packender Weise schildert, zeigen den Dichter in seiner ganzen genialen Größe, während ,, Rome" beweist, daß ihm, im Grunde genommen, die historische Größe und Bedeutung diesee Stadt fremd geblieben ist und daß von der eigentlichen Erhabenheit Roms daher nichts in die Schilderung hinüberfloß. Vielleicht war er als Dichter weniger groß durch das, was er hervorgebracht, nicht durch die Schöpfungen, deren Wert nicht ohne Zweifel von allen anerkannt werden wird, sondern mehr dadurch, daß sein Gente der Zola war beim Erscheinen dieses leßten Werkes,„ Paris", Dichtung neue Bahnen wies, nicht nur der Romaneiner der best gehaßten und angefeindeten Persönlichte ten Frank dichtung der Franzosen, sondern der Weltlitteratur. Er ist der eigentlich bedeutendste Realist unserer Zeit und reichs. Kuiz zuvor hatte er durch seine berühmte Anklageseine Romane waren in dieser Beziehung bahnbrechend schrift" J'accuse" im" Aurore" den Anstoß zur Erneuerung des Dreyfus- Prozesses" gegeben, in dessen Folge er dann für die gesamte Schaffensweise unserer modernen Romanziers, welcher Nation sie auch angehörten. Nicht selbst in dem Anklagezustand versezt und landesflüchtig wurde. daß allerwärts Zola nachgeahmt worden wäre, nicht Die Vorgänge find noch zu sehr in aller Erinnerung, um daß man seine Fehler ihm abzulauschen suchte, nein, er hierbei von neuem aufgefrischt werden zu müssen. Die Unhat bewiesen, daß man getreulich der Wirklichkeit nach- eigennüßigkeit seines Charakters konnten damals wohl die ärgsten Feinde und Anfläger Bolas nicht bestreiten, daß er schildern konnte, ohne daß man vom Wege der Poesie aber den rechten Weg damals eingeschlagen, hat die Folgezeit bewiesen. abzuirren braucht. Nicht jene Werke, die zuerst den Namen Zolas in alle Welt trugen," Nana" und ,, L'Assomoir", die dadurch, daß sie viel umstritten waren, ihrem Autor große materielle und schriftstellerische Erfolge bereiteten und ihn mit einem Schlage bekannt machten, zeigen seine Größe und Bedeutung in vollkommenem Maße, sondern die späteren Werke„ Germinal"," La Terre"," Le Rêve", „ La Débâcle" usw., Werke, die wohl den größten Erfolg in unserer Zeit hatten, da sie nicht nur in der Heimat des Dichters immer bald nach dem Erscheinen in hunderttausenden Exemplaren vergriffen wurden, sondern auch immer in den hauptsächlichsten lebenden Sprachen erschienen. Bereits in ganz jungen Jahren- er hatte noch nicht die Zwanziger überschritten da fing die Idee in ihm an zu reifen, die später der Leitstrom jenes ganzen litterarischen Schaffens werden sollte. Es beschäftigte ihn schon damals unablässig der Gedanke, nicht nur die Nachtseiten der menschlichen Natur im Roman in ihrer ganzen uneingeschränkten Wahrheit zu schildern, sondern vor allem auch den Menschen nicht sowohl als Produkt der Verhältnisse, sondern als Objekt ererbter Anlage psychologisch aufzuforschen. Dient ihm " Thérèse Raquin" dazu, jenem dichterischen Prinzip frühzeitig schon zu huldigen und alle Schrecknisse des Menschenherzens mit grausamer Bergliederungssucht zu schildern, so war Madelaine Férat" gleichsam sein erster Versuch, die Fatalität der ererbten Anlagen im Brennglas seiner Darstellungsgabe zur Anschauung zu bringen. Diese beiden Jugendwerke des Dichters be zeichnen den Anfang des Weges, den er dann zu Beginn der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts mit einer Reihe glänzender Werke, die alle einen leitenden Gedanken hatten, beschritt. Er begann im Jahre 1871 einen auf zwanzig Einzelwerke berechneten Romancyklus Les RougonMacquart", die psychologisch- soziale Geschichte einer Familie unter dem zweiten Kaiserreich, in dem sich jene beiden leitenden Grundsätze seines Schaffens vereinigten. Er äußert sich selbst in der Vorrede zu dem ersten dieser Werke ,,, La Fortune des Rougun" über diesen der Gesamtschöpfung zu Grunde liegenden Gedanken dahin, daß er durch Lösung der doppelten Frage des angeborenen Temperaments und der umgebenden Welt den Faden zu verfolgen suchen wolle, der mit mathematischer Genauigkeit von einem Menschen zum andern führe. Wie die Schwerkraft, so steht auch die Erblichkeit unter bestimmten Gesezen. Das charakteristische Merkmal der Rougon- Maquart sei die Zügellosigkeit der Begierden, die unersättliche Genußsucht, welche physiologisch betrachtet, als die langsame Folge gewiffer Zufälle im Blut- und Nervenleben angesehen werden müssen, die fich aus einer ersten organischen Vorlesung in einer Rasse entwickeln und je nach der umgebenden Atmosphäre bei jedem Individuum dieser Rasse die Gefühle, Triebe, Leidenschaften, die natürlichen und instinktiven Kundgebungen des Menschen bestimmen, deren Ergebniffe man gemeinhin Tugenden und Laster nennt. Bola war ein Meister der Wirklichkeitsschilderung, wie er durch keinen Zeitgenossen übertroffen wird. Was er auch erzählt, ob er uns das Treiben eines großen Warenhauses vorführt, ob er uns an die Börse führte, ob in die Bergwerfe hinunter, immer gab er ein Bild des Geschilderten von unübertroffener Naturtreue, sodaß seine Dichtungen gewissermaßen einen fulturhistorischen Wert haben, denn wie auch die glühende Phantasie dieses Dichters den gebotenen Stoff mit romantischer Buthat zu durchsetzen verstand, die Werke können in ihrer photographischen Treue der Wiedergabe der Wirklichkeit als Dokumente der Zeit betrachtet werden. Mit wie peinlicher Genauigkeit er beispielsweise verfuhr, beweist die Thatsache, daß er bei der Wahl der Namen seiner Personen niemals nach plötzlicher Eingebung verfuhr, sondern sich auch da an die Wirklichkeit hielt, und zum Beispiel, wenn er einem Bäcker einen Namen zu geben hatte, dem Pariser Adreßbuch den Namen eines Bäckers entnahm. Indessen hatte Bola mit dieser gewaltigen Romanserie noch nicht den Höhepunkt seines Schaffens erreicht. Eine weitere Romanserie,„ Drei Städte", übertrifft noch an Geschlossenheit der Komposition und an Gewaltigkeit der Idee seinen ersten Cyklus. In seinen„ Drei Städten" schildert Bola den Kampf zwischen Gedankenfreiheit und Kirchensazung indem er einem von Zweifeln geplagten jungen Geistlichen zuerst nach Lourdes, dem Ort der Wunderkuren, führt, dann nach Rom, worin er die vergeblichen Bemühungen seines Helden schildert, die Aufhebung eines Buchverbotes herbeizuführen, und schließlich nach Paris, wo der Held seinen Bola starb an der Schwelle des Greisenalters; er war am 2. April 1840 in Paris als Sohn eines bedeutenden Ingenieurs italienischer Abfunft geboren. Er war ursprünglich, nachdem er die erste Jugendzeit im Süden Frankreichs verlebt und dann das Lycée in Frankreich besucht hatte, Buchhändler und wandte sich dann nach und nach der litterarischen Thätigkeit zu. Seine Bedeutung gewann er verhältnismäßig spät, erst in den dreißiger Jahren seines Lebens. Er hat mit seinen Werken fich ein gewaltiges Vermögen erworben, obwohl seine Erfolge auf der Bühne, für welche verschiedene seiner Werke von ihm und anderen Autoren bearbeitet wurden, nur geringe waren. Giessener Cagesneuigkeiten. **( Privattelegramm.) Der Großherzog hat den Kreisamtmann am Kreisamt Gießen, Dr. Otto Heinrich, den Charakter als Regierungsrat verliehen. Die Lehramtsaccessisten Dr. Friedrich Adami- Laubach, Como- Alsfeld, Gustav Köllner- Laubach und Ferdinand Werner- Lauterbach sind durch Entschließung des Ministeriums des Innern zu Lehramtsassessoren ernannt worden. Rettoratswechsel. Mit dem heutigen Tage ging die Amtsperiode des allseitig beliebten Rektors der ging die Amtsperiode des allseitig beliebten Rektors der Landesuniversität, Herrn Professor Dr. Adolf Hansen zu Ende, und der neue Rektor, ordentlicher Professor der Stirchengeschichte, Herr Dr. Gustav Krüger übernahm die Geschäfte des Rektorates. Im Gegensatz zu anderen Universitäten vollzieht sich in Gießen der Rektoratswechsel durch einfache Geschäftsübergabe ohne toratswechsel durch einfache Geschäftsübergabe ohne irgendwelche Feierlichkeiten. Von einer derartigen irgendwelche Feierlichkeiten. Feierlichkeit muß schon um deswillen Abstand genommen werden, weil der neue Rektor sein Amt in den Ferien antritt. Die Neuimmatrikulationen für das Wintersemester beginnen erst am 20. Oktober, die Vorlesungen am 27. Oftober, also in vier Wochen. Das Rektorat des Herrn Prof. Hansen zeichnet sich u. a. dadurch aus, daß in dasselbe die Feier der Immatrikulation des tausendsten Studenten fällt und dieses Ereignis Dank der Munificenz der städtischen Behörden in glänzender Weise festlich begangen worden Unter dem Reftorat Hansen sind aber auch ist. zahlreiche Veränderungen in dem Lehrkörper der Unibersität zu verzeichnen. Der Hochschule wurde durch den versität zu verzeichnen. Der Hochschule wurde durch den Tod der unvergeßliche Gynäkologe Herr Geheimrat Prof. Dr. Hermann Löhlein am 25. November Die Universität konnte kaum einen 1901 entrissen. schwereren Verlust als diesen erleiden. seinem früheren Wirkungsfreise starb am 11. Juni 1902 der früh re Ordinarius an der Landes- Universität Herr Geheimrat Prof. Dr. Hermann Schiller, ein hervorragender Schulmann, Pädagoge und Historiker. In den Ruhestand trat nach mehr als 30jähriger Wirk samkeit der ausgezeichnete Vertreter der Landwirtschaft Herr Geheimrat Prof. Dr. Tha er. Durch Berufungen nach auswärts verlor die Landesuniversität die Herren Professoren Weg, Haußner, Kornemann, Gundermann und Beling. Herr Professor Wetz wurde Ordinarius in Freiburg, Herr Prof. Haußner Ordinarius in Karlsruhe und die Herren Professoren Beling Kornemann, Gundermann und Beling wurden nach Tübingen berufen. Alle freiwerdenden Stellen sind bereits wieder besett. An Stelle von Herrn Geheimrat Löhlein trat Herr Professor Dr. Pfannenstiel aus Breslau, an Stelle des im September vorigen Jahres verschiedenen Professors der Tieranatomie Herrn Dr. Eichbaum trat Herr Professor Dr. Martin aus Zürich, an Stelle des Geheimrates Herrn Prof. Dr. Tha er trat Herr Prof. Dr. Albert aus Halle a. S., an Stelle des Herrn Prof. Dr. We tz trat der zum Extraordinarius beförderte Privatdozent Herr Dr. Horn, an Stelle des Herrn Professor Dr. Haußner trat Herr Professor Dr. Wellſtein aus Straßburg. Auch die Professuren für klassische Philologie und Strafrecht sind wieder besetzt worden. Die ordentliche Professur für klassische Philologie wurde dem Breslauer Privatdozenten Herrn Dr. Wünsch übertragen, und als Ordinarius für Strafrecht und Prozeßrecht tritt Herr Profeſſor Dr. Heimberger aus Straßburg in die Juristenfakultät. Der Privatdozent in dieser letzteren Fakultät Herr Dr. Erich Jung wurde zum außeretatsmäßigen Extraordinarius befördert. Eine erhebliche Erweiterung hat die Veterinärmedizinische Abteilung der Medizinischen Fakultät durch die Neuanstellungen der Herren Professoren Olt aus Hannover und Gmeiner aus München erfahren. Das | gegen ist der erst fürzlich hierher berufene außeretatsmäßige Extraordinarius der Tierheilkunde, Herr Professor Dr. Preuße, aus dem Lehrförper der Universität wieder ausgeschieden. In das Rektorat Hansen fallen also besonders zahlreiche Personalveränderungen, und außerdem sind in dieser Periode wichtige Neubauten von Universitätsinstituten entweder bereits begonnen oder wenigstens endgiltig finanziell gesichert worden. Das neue Univer sitätsbibliotheksgebäude in der Stephansmark ist im Bau bereits so weit gediehen, daß wohl in Bälde das Musterbau werden. Erhebliche weitere finanzielle AufRichtfest gefeiert werden kann. Es wird ein moderner wendungen sind für medizinische Institute von den hessischen Ständen bewilligt worden. Gießen erhält eine neue Chirurgische Klinik, eine Ophthalmologische Klinik und mehrere neue Veterinärinstitute. In dem verflossenen Rektoratsjahre hat sich die Universität auch wiederum wie in dem Vorjahre in den Dienst von Lehrerfortbildungskursen gestellt. Diesmal haben die Herren Professoren Geheimrat Dr. Onden, Dr. Groos und Dr. Sievers an acht Nachmittagen Vorlesungen für die Volksschullehrer Oberhessens und der benachbarten Landesteile vor einer stattlichen Zuhörerschaft gehalten. Alles in Allem war also das letzte Rektoratsjahr ein glänzendes, und es hat bewiesen, daß die Gießener Universität in dauerndem und vielversprechenden Aufschwunge sich befindet. * Meisterprüfungen für Oberhessen. Mit heute haben die theoretischen Prüfungen der MeisterKandidaten begonnen und werden dieselben in den nächsten Tagen fortgesezt. Als Prüfungsgegenstände werden gestellt: Fachkenntnisse schriftlich und mündlich, Buch- und Rechnungsführung schriftlich und mündlich, Wechseltunde, Kostenveranschlagung und Gesetzeskunde. ** Dem ordentlichen Professor für Baukunst an der Technischen Hochschule Friedrich Püzer ist die Funktion eines Dentinalpflegers für Baudenkmäler der Provinz Starkenburg, sowie dem ordentlichen Professor für Baufunft an der Technischen Hochschule Heinrich Walbe die Wahrnehmung der Funktionen eines Denkmalpflegers für Baudenkmäler der Provinz Oberhessen übertragen. Professor Büßer wurde weiter beauftragt, einstweilig auch die Funktionen eines Denkmalpflegers für die Baudenkmäler der Provinz Rheinhessen zu versehen. **** Einer, der nicht zum Militär will. Unter einem Transport Militärpflichtiger, welche gestern Abend von Darmstadt hier eintrafen, befand sich auch einer, welcher eine Heidenangst vor dem zweierlei Tuch haben muß. Auf dem Weg vom Bahnhof zur Schloßtaserne gebärdete er sich schon wie ein Wilder, sodaß ihn die Militär- Patrouille ins " Schlepptau" nehmen mußte. In der Wachtstube am Brandplatz wurde es mit ihm aber ganz schlimm. Die angelegten Fesseln mußten auf Anordnung des Arztes wieder abgenommen werden, der dann auch die Ueberführung nach dem Lazarett anordnete. Ich bleibe nicht beim Militär, ich laufe Euch doch wieder fort", waren seine permanenten Ausrufe. Hoffentlich wird er mit der Zeit doch noch ein brauchbarer Jünger Mars, der mit Stolz des Königs Rock tragen wird. c. Besizwechsel. Das Haus des Bauunterneh mers Winn, Großer Steinweg 21, wurde vom Besitzer gegen das dem früheren Meggermeister Schmall gehörige Haus, Grünbergerstraße 13, getauscht. Herr Winn zahlt Herr Winn zahlt 30 500 Mt. darauf. ** Wie bereits in den letzten Jahren, wird auch in diesem eine nachträgliche Ausstellung der für die Berliner Gersten- Ausstellung angemeldeten Proben hessischer Gersten am 6. Ottober in Frankfurt a. M. statifinden, und zwar Vormittags im Fruchtmarkt der Börse und Nach mittags im Klub für Landwirte. X Am Stammtisch. Kürzlich saßen mehrere Herren aus verschiedenen Berufsständen am Stammtisch und führte die Unterhaltung zum Ersten auf die Kon kurrenz- Eröffnungen städtischer Arbeiten, worüber folgende, nicht uninteressante Unterhaltung geführt wurde: Der eine oder die anwesenden Bauhand werfer führten an, daß vor allem beim Vergeben von städtischen, namentlich Bauarbeiten die einheimischen Handwerker berücksichtigt werden sollten, zumal dieselben zu den städtischen, nicht unerheblichen Steuern herangezogen werden, während die fremden natürlich davon befreit ſeten, daß auch ferner in der Umgebung der Stadt billiger zu leben sei; daß Hausmiete und sonstiger Lebensbedarf billiger als in der Stadt zu haben sei. Diese Behauptungen haben allerdings cuf den ersten Blick ihre volle Berechtigung; bedenkt man aber, was auch von anderer Seite flar gestellt wurde, daß die von außen kommenden Bauhandwerker ihr Material und ihre Werkzeuge erst in die Stadt trans portieren, sich da auch mit ihren Gehilfen verföſtigen lassen müssen, so erwachsen für solche Auswärtigen wieder Ausgaben, welche der einheimische nicht zu thun braucht, also denselben wieder nur Vorteil sind. Aud diese Einwendungen haben ihre Berechtigungen un wird also der einheimische Handwerker nicht, wie es of oberflächlich betrachtet wird, nicht so großen Nachtei wie dies oft bei dem letzten Gebotszuschlag erscheint haben, wenn er in seiner ersten Forderung mit seinem Angebot sich von Ausvärtigen heruntertreiben läßt Sodann wurde auch entgegengehalten, daß der ein Heimische Handwerker sehr oft schneller infolge technische Erleichterungen arbeitet. Der ganze Stammtisch zeigt Hierbei nicht die übliche Einigkeit, der eine sprach für der andere gegen die Interessen der städtischen Hand werker. ** Im Monat Oktober ist Jagdzeit fü Schwarzwild, männliches Edel- und Damwild, Re böcke, alles Naubzeug, wilde Kaninchen, wilde Tauben alles Wild, welches im Großherzogtum Hessen oder i belen nächft für weiblich Auer, Birf Schnepfenar calles übrig wild bis z Aus K. 26 die zahlreide ift nun in Jahres febr Die Bru aus dem Kr ffutterpflanze Budferrüben linge bes fawindend der Landm R. F billiges D wurde von wert entbed Mengen Bo Junge, ei Dabei ent es entstand L. Ros e Biegen un Fra ** ** nationalen handels, d find angeme Graf von 2 f. lic. Web Sarl of Aber meid 13( dar Polire, Ferd treter. De talien 13, lngarn 1, Bernstorff Senator B ( Rußland). Dillmann ** V Medarb Direktion Strede Fr furt unterf Nedarbabn ** Gric Farbwerken meistens Mo entlassen. ** Off Jahre alte der Waldst ** Ha an teffen S die Erlaubni bauung einer wurde oberir bom städtisc Der mann, wohnhaft eides and Au an auch d fehr belieb um Bertau સ Schl Seut Mindf bessen nächster Umgebung nicht ſetzt oder nistet. Ferner fir weibliches Rehwild( vom 16. Oktober ab), Dachs, Auer, Birk- und Fasanen- Hähne, Enten, Trappen, Schnepfenarten, Brachvögel und Stibiße, Rebhühner und alles übrige Wild. Heegzeit für weibliches Rehwild bis zum 15. Oktober incl. rufene außeretats: nde, Herr Brofessor er der Universität Cen also besonders nd außerdem find bon Universitäts oder wenigstens Das neue Uniber Jansmart ist hl in Bälde das rd ein moderner finanzielle Auf stitute von den Gießen erhält Ophthalmologische Fitute. Gießen am 1. Januar 1902. Zu Geschworenen werden ausgelooft die Herren: August Becker, Landwirt in Griedel, Jakob Friedrich August Schaub, Landwirt in Büdesheim, Georg Weigel, Kaufmann in Lißberg, Louis Hartmann, Kaufmann in Gießen, Jakob Emil Diez, Landwirt in Büdesheim, Friedrich Georg, Gärtner in Gießen, Peter Wilhelm Bähr in Rohrbach, August Schneider, Bürgermeister in Utphe, Peter Freymann, Bürgermeister in Eichelsdorf, H. Ed. Rühl, Landwirt in Freienseen, Karl Heinr. Schmidt, Landwirt in Rom: gegen den Taglöhner Martin Baumann und die Taglöhnerin Magdalene Buhl verkündet. Beide erhalten wegen Konkubinats 5 Tage Haft. Vermischtes. Hannover, 26. Sept. In der Kunst- und MetallGießerei von Maennel hierselbst explodierte heute vormittag eine Granate. Dem Sohn des Meisters der Fabrik wurde der Kopf abgerissen. Ein Teil der Granate aufAus Heffen und Nachbargebieten. K. Wetterau. Die Kartoffelernte, welche burch, ist nun in vollstem Gang und fällt troz des trockenen Ortenberg. Die Anklagebehörde vertritt Staatsanwalt gerissen wurde. Der Tod trat sofort ein. Jahres sehr gut aus sowohl in Quantität, wie in Qualität. aug Dem Streis Gießen viel Stlagen hörte. Auch die Herbst Die Grummeternte fiel befriedigend aus, während man futterpflanzen stehen gut. Dickwurz, Gemüsearten und Kohlweißling - treten nur in verEm Vorjahre in den linge des Kohls ahre hat ſich die Zuckerrüben versprechen gleichfalls gute Erträge. Die Schädrat Dr. Onden, der Landmann dieses Jahr als ein sehr gutes bezeichnen. gestellt. Diesmal schwindender Anzahl auf. Alles in allem genommen kann acht Nachmittagen Teste Rektoratsjahr , daß die Gießener versprechenden Auf R. Friedberg, 29 Sept. Eine Diebesbande, die sich werk entdeckt. Bei den Haussuchungen wurden bedeutende Mengen Vorräte gefunden. - Reuß. Der Angeklagte soll insofern einen Meineid geschworen haben, als er bei der oben genannten Strafkammerſigung als bereidigter Zeuge auf von einem hiesigen Verteidiger an ihn gerichtete Fragen falsche Aussagen gemacht habe. Die Fragen sollten bezwecken, den Angeklagten als streitfüchtigen Menschen hinzustellen, allein er leugnete, mit einem Momberger früher in Streit gekommen zu sein; er will den Mann bloß unter dem Namen Schombert gekannt haben. Eine Aus der Pfalz. Ein heiteres Vorkommnis trug sich an einem der letzten Sonntage in der Kirche eines vorderpfälzischen Dorfes zu. Als der Geistliche seine Predigt bes endet hatte, erſcholl aus dem Munde eines anscheinend in Träumte versunkenen Bäuerleins ein lautes" Bravo", zum nicht geringen Erstaunen der andächtigen Menge. Geistliche, der über diese Störung des Gottesdienstes nicht wenig ungehalten war, stellte den Bauersmann nach der Kirche zur Rede, und dieser entschuldigte sich damit, daß er am Abend vorher zu sein. Der r Oberhessens und billiges Obst, Weißkraut, Wirsing usw. zu verschaffen suchte, zweite Frage des Verteidigers zur Feststellung eines geglaubt habe, noch in der landwirtschaftlichen Versammlung stattlichen Zuhörer wurde von einem Nachtwächter bei ihrem sauberen Hand begangen sein sollte, beantwortete dieser ebenfalls verneinend. Bei seiner heutigen Vernehmung giebt er an, Namen gekannt zu haben. Der Staatsanwalt läßt dem Angeklagten vorhalten, daß dieſer ſich heute in Widerspruch setze mit früheren, vor dem Untersuchungsrichter gemachten Aussagen. Darnach erfolgte die Zeugenbernehmung; ein Zeuge mußte noch geladen werden. Mehrere Zeugen halten den Angeklagten nicht für fähig, einen Meineid zu leisten, so besonders der Geometer und der Bürgermeister seines Heimatsorts. Nach einer Pause wird die Sigung um 5 Uhr fortgesetzt. Der eine telegraphisch gerufene Zeuge ist um diese Zeit da und wird vernommen. Der Angeklagte wurde frei gesprochen. ** Astheim, 30. Septbr. Hier versuchte ein kleiner auch diese Person früher nicht unter ihrem wahren ist für lange Zeit dahin. Man versichert, daß die Zahl der Oberhessen. ungen der Meter ben in den nächsten ände werden geftellt: ndlich, Buch unb mündlich, Wechsels und Gesezeskunde. Baukunft an der Techdie Funktion eines Broving Starten ir Baufunft an der die Wahrnehmung Baudenkmäler der Cofeffor Büßer wurde e Funktionen eines der Provinz RheinJunge, einer Ziege die langen Haare abzubrennen. Dabei entzündete das brennende Tier das Heu, und es entstand ein Brand, durch den der Stall des Herrn Ein Schwein, mehrere 2. Ros eingeäschert wurde. Ziegen und Hühner kamen in den Flammen um. ** Frankfurt a. M., 30. Septbr. Zu dem Internationalen Kongreß zur Bekämpfung des Mädchenhandels, Der vom 7. bis 10. Oktober hier stattfindet. find angemeldet; aus Deutschland 42 Vertreter( darunter Graf von Bernstorff, die Grafen zu Erbach- Schönberg, Bf. lic. Weber u. A.), aus England 16( darunter der Garl of Aberdem, Montefiore, Morgan 2c.), aus Frantreich 13( darunter Senator Berenger, Lepme, Prefet de Bolire, Ferd Dreyfus, Bruyère, Senator Demis), aus Stalien 13, Niederlande 4, Norwegen 1, DesterreichUngarn 1,' Rußland 6, Schweden 1, Schweiz 10 VerDen Vorsitz führen abwechselnd: Graf von Bernstorff( Deutschland), Earl of Aberdem( England). Senator Berenger( Frankreich) und Senator Sabouroff ( Rußland). Als Regierungsvertreter nimmt Reg.- Rat Dillmann teil. treter. Tilitär will. Unter che gestern Abend von ** Von heute, dem 1. Oftbr. ab wird die Mainauch einer, welcher Neckarbahn von der preußisch- hessischen Eisenbahnch haben muß. Auf Direktion in Mainz mit verwaltet, mit Ausnahme der serne gebärdete er sich Strecke Frankfurt bis Louisa, die der Direktion FrankMilitär- Patrouille ins furt unterſtellt ist. Die Direktion Darmstadt der Mainder Wachtstube am Neckarbahn ist mit dem heutigen Tage aufgelöst. ganz schlimm. In den hiesigen ** Griesheim, 30. September. ordnung des Arztes Farbwerken wurden am Samstag Abend 30 Mann, uch die Ueberführung meistens Maurer und Zimmerleute wegen Arbeitsmangel be nicht beim Militär, entlassen. aren seine permanenter er Beit doch noch ein Stolz des Königs Rod - us des Bauunterneh , wurde vom Besitzer er Schmall geböng ht. Herr Winn Jahren, wird auch i gder für die Berline Seten Proben hessische a. M. ftatifinden, un der Börse und Nad aßen mehrere Herre am Stammtisch un ſten auf die kon otischer Arbeiter ceffante Unterhaltun anwesenden Bauhand beim Bergeben vo ten die einheimische ollten, zumal diefelbe blichen Steuern heran cemden natürlich o in der Umgebung ; daß Hausmiete un als in der Stadt en haben allerdings a echtigung; bedenft ma Seite flar gestellt wurd ** Offenbach, 29. Sept. Am Samstag fiel der 21 Jahre alte Spengler Karl Klopf vom Dach einer Fabrik an der Waldstraße ab. Er starb nach wenigen Stunden. ** Hanau, 29. Sept. Ein auswärtiges Konsortium, an dessen Spiße ein Ingenieur aus Wiesbaden steht, erhielt die Erlaubnis zur Vornahme von Vorarbeiten für die Erbauung einer elektrischen Straßenbahn dahier. Es wurde oberirdische Stromführung und Lieferung der Kraft bom städtischen Elektrizitätswerk vereinbart. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. Gießen, 30. September. Der Maurermeister Johannes Jost Schar, mann, geboren am 13. Juli 1855 zu Groß- Feldawohnhaft zu Ober- Ohmen, ist des wissentlichen Meineides angeklagt, begangen vor der Strafkammer zu Männer- Turnverein. Schöffengericht. Gießen, 30. September. Vorsigender ist Amtsgerichtsrat Gebhardt, Schöffen sind die Herren Dr Steinecke von Lollar und Heinr. Wagner XIV. Der Dienstknecht Peter Roos von von Großen- Buseck. Lollar hatte gegen einen Strafbefehl in Höhe von 20 Mt. Uebertretung der Gesindeordnung Einspruch wegen erhoben, der den von ihm unerwarteten Erfolg hatte, daß die Strafe auf 30 Mt erhöht wird.- Die Bergleute Häuser und Cloos aus Gießen werden wegen einer geringen Körperverlegung zu je 5 Mt. Geldstrafe verurteilt. " Der Taglöhner Flick in Gießen ist der Sachbeschädigung und einer Uebertretung beschuldigt. Er leugnet zwar, doch erhält er 1 Woche Gefängnis wegen des ersten und 5 Tage Der Landwirt Wilhelm Haft wegen des zweiten Delifts. Arnold V. aus Beuern ist der Preßbeleidigung ange= flagt, weil er in der Offenbacher Voltswacht" einen Artikel ungefähr des Inhalts gebracht habe, daß ein bei einem Juden in Großenbus& verübter Einbruchsdiebstahl bei manchem wohl eigene Gedanken" erregen würde. Der Jude sei nämlich gegen Einbruch und Diebstahl versichert gewesen. Er beantragt die Vernehmung der verantwortlichen Redakteure Reuther und Hirschel, da er den Artikel nicht geschrieben habe. Die Sache wird auf Freitag 31. Oktober vorm. 10 Uhr vertagt. Der Meßgerlehrling Sommerlad aus Beuern, beschäftigt in Gießen, ist der Unterschlagung von Kundengeldern in der Höhe von etwa 25 Mt. beschuldigt. Er wurde freigesprochen. Der Taglöhner Ludwig Stöcker, der Straßenkehrer Daniel Müller und der Tagelöhner Johannes Müller aus Gießen sind der gemeinschaftlichen Körperverlegung angeklagt. Stöcker bekommt 5 Wochen, Daniel Müller 6 Wochen, Johannes Müller 3 Wochen Gefängnis. Jeder hat außerdem je ein Drittel der Kosten zu tragen. Sie beruhigen sich hierbei, ebenso wie der Amtsanwalt, obwohl dieser bedeutend höhere Strafen beantragt hatte. Rum Schluß wird das Urteil in der Straffache - * Ueber den Cyclon auf Sizilien wird aus Rom gemeldet: Die Weingärten sind vollständig ruiniert, die Ernte Opfer über hundert beträgt. Die Viehherden auf den Feldern sind mit ihren Hirten verschwunden, ganze Familien total ausgerottet. Ueberall herrscht Totenstille. Die einst blühende Campagne ist ein wüstes Feld. Sehr gelobt wird der Eifer der Behörden bei dem Rettungswert. Von allen Orten eilten Truppen herbei, deren Hilfe die Rettung Bieler zu danken iſt. Die beiden Flüsse Francesco und Santa Maria, welche die Stadt Hodica durchströmen, steigen fortwährend. Bisher sind zirka 80 Leichen aus den Bächen gezogen. 50 wurden bereits beerdigt. Die Zahl der Verunglückten ist noch noch nicht genau festgestellt. In Scisli sind 21 Menschen ums Leben gekommen. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Donnerstag, den 2. und Freitag den 3. Oktober 1902: Neujahrsfeft. 1. Tag. Vorabend: 5.45 Uhr. Morgens: 7.30 Uhr Predigt. Nachmittags: 4 Uhr. 2. Tag. Vorabend: 6.45 Uhr. Morgens: 7.30 Uhr Predigt. Abends 5.45 Uhr. NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Marktbericht. Herborn( Dill), 29. Sept. Auf dem heute abgehaltenen 10. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 432 Stück Rindvieh und 768 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen I. Qual. 70 bis 72 Mt., II. Qual. 68 bis 70 Mt., Kühe und Rinder I. Qual. 64 bis 66 Mt., II Dual. 58 bis 62 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt fosteten Ferkel 60 bis 80 Mt., Läufer 90 bis 100 Mt. und Einlegschweine 120 bis 150 Mt. das Paar. Der nächste Markt findet am 17. November statt. Preise, mitgeteilt von der Preisnotierungsstelle des Hessischen Landwirtschaftsrats am Fruchtmarkt zu Frankfurt a. M. Montag, den 29. September. Per 100 Kilo gute marktfähige Ware, je nach Qualität, loco Frankfurt a. M. Weizen, hiesiger Mt. 15.75-15.80. Roggen, hiesiger Mt. 14.00-14.15. Gerste, Ried und Pfälzer, Mr. 00.00-00.00. Wetterauer 15.00 bis 15.75. Hafer, hiesiger Mr. 14.25-15.00. Raps, hiesi ger mr. 00.00-00.00. Heu( neues) Mr. 6.40-7.20. Heu( altes) mr. 00.00-00.00. Roggenstroh( Langstroh) mr. 4.40-4.60.- Obst börse: Frühäpfel 7.00-15.00 Mt., Himbeeren 00.00 b18 00.00 Mt., Reineklauden 18.00-2000 Mt., Mirabellen 00.00 bis 00.00 Mt., Preißelbeeren 00.00-00.00 Mt., Pfirsiche 30.00–00.00 Mt., Frühbirnen 8.00-15.00 mt., Frühzwetschen 800-00.001Mr. Eine Mansardenwohn. 3-4 Gut möblict s Zimmer Mövl. Zimmer Möblertes Zimmer immer nebſt Zubehör und in ruhiger Lage zu vermieten. Plockstraße 8, a, II. Samstag, 4. Oft., abds. 9 Uhr im Hotel Schük Einfach möblirt. Zimmer zu vermieten. Neustadt 47. Hauptversammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht, 2. Winterprogramm, 3. Verschiedenes. Fichweg 2,63mmer- Wohnung, Küche, Pferdestall nebst Burschenzimmer sofort zu vermieteu, evtl. mit Kabinet zu vermieten, auf zu vermieten. Wunsch mit Kost. Neuenweg 36, II. St. möbl. Zimmer zu Brandgasse 8. mieten. ber Sonntag, 5. Oktober, nachmittags 14 Uhr unter ſehr günstigen Bedingungen Größeres ſchön möblites Zimmer in der Turnhalle des Realgymnasiums zu verkaufen. 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Amtlicher Teil. im Rathaus zu Heuchelheim bei Gießen stattfindenden Versammlung ein. Verdingung. Die Lieferung von 40 lfdm 25 cm I. W. ZementDiese Versammlung hat darüber zu beschließen, ob die im Grund-( Flur-) Buch enthaltenen Größenangaben, röhren und 3 Löschungsstücken von 25 cm 1. 2. und oder ob die durch eine Vermessung zu ermittelnden 0,60 m Länge frei Baustelle Krofdorferstraße soll Flächengehalte der Bereinigung zu Grunde zu legen sind. Freitag, den 3. Oktober d. J. vormittags 10 Uhr öffentlich verdungen werden. Angebote sind bis zum Außerdem können Wünsche und Anträge seitens genannten Termin bei uns einzureichen. der Beteiligten vorgebracht und beraten werden. In dieser Versammlung hat ein jeder anwesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Gültigkeit eine Mehrheit von zwei Drittteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligten verbindlich. Friedberg, den 22. September 1902. Der Großherzogliche Bereinigungskommissär: J. V.: Schnittbahn, Regierungsassessor. Betr. Gießen, 29. September 1902. Das Stadtbauamt J. V.: Gerbel. Bekanntmachung. Abhaltung der Viehmärkte. Der Auftrieb von Vieh zu dem am 7. und 8. Qft. 1. Js. stattfindenden Viehmärkten beginnt Vormittags um 7 Uhr. Gießen, 26. Sept. 1902. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Betr. Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn; hier die Zuziehung eines Teiles der Gemarfung Heuchelheim. Nachdem sich in dem Abstimmungstermin zu Heuchel heim vom 12. Juli 1. J. 45 Grundeigentümer mit 15,6237 Heftar beteiligter Fläche gegen die Feldbereinigung Kommen gültige Beschlüsse nicht zu stande, so hat in den Fluren XVI- XXI der Gemarkung Heuchelheim durch Vermessung der Grundstücke die Ermittelung des und die Zuziehung dieser Flächen zu der Feldbereinigung Flächengehaltes derselben zu erfolgen. Gießen rechts der Lahn erklärt haben, während im Ganzen 442 Grundeigentümer mit 168,2520 ha Fläche an dem Unternehmen beteiligt sind, hiernach also mehr als die nach Art. 6 des Feldbereinigungsgesetzes erforderliche Mehrheit für die Einleitung des Feldbereinigungsverfahrens vorhanden ist und nachdem innerhalb der gefeßlichen Frist keine Einwendungen gegen die Zulässigkeit oder Rechtsbeständigkeit des Ergebnisses erhoben Auf dem Burcau der Armendeputation ist die Stelle Freitag, 3. Oktober 1902, nachmittags 3 Uhr worden ist, hat Großh Ministerium des Innern, Ab- eines jüngeren Gehilfen zu besetzen. soll im Bürgermeistereihof die Obsternte von dem teilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, den Bewerber im Alter bis zu 18 Jahren, welche bereits städtischen Obstbaumstück, bestehend in gutem gepflückten Beginn der Feldbereinigungsarbeiten angeordnet. auf einem Bureau thätig waren, wollen unter Angabe Tafel- und Wirtschaftsobst, abgewogen in Körben öffent01302 Indem ich dies zur öffentlichen Kenntnis bringe, ihrer Gehaltsansprüche und Beifügung eines selbstgelich versteigert werden. Unter dem Tafelobst befinden lade ich gleichzeitig sämtliche Beteiligten Grundeigentümer schriebenen Lebenslaufs n.bst Zeugnissen ihre Meldungen sich viele Winter- Goldparmänen, Harberts- Reinette, zu der in Gemäßheit des Artikel 16 des Gesetzes vom bis zum 1. Oktober I. Is. an das Armenamt einreichen. Stasseler Neinette, Baumanns Reinette pp. 28. September 1887 Gießen, 19. September 1902. Dienstag, 14. Oktober 1. J. Vormittags 11 Uhr Bekanntmachung. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Markt 16. Friedrich Teipel, Markt 16. empfiehlt Unterzeuge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Sehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin fets großes Lager in allen Größen und Preislagen unterhalte. Prof. Dr. Jaegers Normal- Trico wasche. Heyges zweiseitige Unterzenge, oben Wolle unt n Baumwolle. Außero dentlich haltbar und besonders empfehlenswert für Herren, welche feine Wolle auf der Haut vertragen können. Jean Dern& Co., Giessen 08.80 Odaid Gegr. 1883. galmi Inhaber: Oskar Gutmann. Gegr. 1883. Bureau und Lager: Cementwaren-Fabrik und Lager: Westanlage 31, Telephon 21. Frankfrtstr. 114, eign, Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. strpali Trottoir, Fussboden- und Wandplatten. -00.11 150 Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikeln. Tanz- Unterricht, sai?) Mein Tanz- laterriat beginnt wieder Montag den 13. Oktober. Gießener Stadttheater. 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Allen denen, die sich durch Er ältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige, Lebensweise ein Magenleiden, ie: Magenkatarrh, Magenkrampi, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezogen haben, set hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, dessen vorzügliche Heilsame Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Weine bereitet und stärkt und belebt den ganzen Verdauungsorganismus des Menschen ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuterwein beseitigt alle Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von allen verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf eine Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter- Weins werden Magenübel meist schon im Reime erstift. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung allen anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Alle Symptome wie Kopfschmerzen Aufstoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung wie beklemmung, Kolik chmerzen, und deren unangenehme Folgen, Herzklopfen, Schlaflosigke t, sowie Blutanstauungen in Leber, wilz und Pfortadersystem( Hämorrhordalleiden werden du ch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wen belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauung system einen Ausschwung und entfernt durch einen leichten Stub alle untaugli en Stoffe aus dem Magen un) Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folce schlechter Berdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber Bei gänzlich r Appetitlosigkeit, unter nervöser spannung und Ge ütsverNimmung, sorte häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, fiechen oft solche Krank lana am dasin.- Kräuter= We n giebt der geschwächten Lebensk aft einen frischen Impuls Krä ter- Wein ste gert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffw chsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blut ildung beruhigt die erregten Neven und schafft dem Kranken neue Krafte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Danfschreiben beweisen dies. 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