nicht schon weit 256. Erstes Blatt. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt menatlich 50- fg., la's Haus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen vtertels fährlich Mr. 1.50. Batiebellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Chebeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Sbst- unb Entenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Samstag, den 31. Oktober 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionspret 8: Die einfpaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weylar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Betttzelle 30 resp. 40 Bfg. Bostzeitungsliste No. 3969. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanfchlah Mr, 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Bekanntmachung. Bet der am 6., 7. und 9. November 1903 im Hofe der alten Kaserne am Brandplat stattfindenden Herbstkontrollversammlung Saben aus der Stadt Gießen zu erscheinen: Am 6. November, vormittags 9 Uhr: Offiziere, Sanitätsoffiziere und Beamte der Reserve, somie sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1896 und 1897 eingetreten sind. Am 6. November nachmittags 2 Uhr: Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1898 und 1899 eingetreten sind. Am 7. Novomber, vormittags 9 Uhr: Sämtliche Reservisten der Infanterie, welche in den Jahren 1900, 1901 und 1902 eingetreten sind. Am 7. November, nachmittags 2 Uhr: Sämtliche zur Disposition der Truppenteile und der Ersasbehörden entlassenen Mannschaften der Infanterie, sowte sämtliche Reservisten der Garde, Jäger, Kavallerie, Feld und Fußartillerie, Pioniere, Eisenbahn-, Telegraphenund Luftschiffertruppen. Am 9. November, vormittags 9 Uhr. Sämtliche Reservisten des Trains( einschließlich KranLenträger), Sanitäts- und Veterinärpersonals, Büchsenmachergehilfen, Dekonomiehandwerker und Marine- Mannschaften, Jowie zur Disposition der Truppenteile und Erlaz- Behörden entlassenen Mannschaften aller Waffen, ausschließlich Infanterie und die durch besondere Gestellungsbefehle dazu befohlenen Wehrleute. Befreiungsgesuche sind bis längsens 8 Tage vor dem Appell auf dem Dienstwege( durch das Hauptmeldeamt) einzu reichen und müssen durch die Bürgermeisterei. bezw. bei Beamten durch die vorgesehte Behörde beglaubigt sein, werden aber nur im dringendsten Notfalle genehmigt. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erheimen. Stöcke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher wegzulegen. Die Militärpapiere( Baß mit eingeklebter kriegsbeordnung und Führungszeugnis) müssen jur Stelle sein. Sämtliche Mannschaften stehen im Laufe des ganzen ontrolltages bis einschließlich Mitternacht unter dem Milifirgeseh. Gießen, den 28. Oftober 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum Bekanntmachung. Die Schillerstraße zwischen Asterweg und Nordinlage, wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten on heute an bis auf Weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 30. Oktober 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Disziplin. [ Politische Wochenschan.] Es war kein Zufall, daß Kaiser Wilhelm auf den Wällen ten Küstrin jenes Wort von der Disziplin sprach, das in meitteste Kreise drang. Daß unser Kaiser von der tiefen Bedeutung der altpreußischen Disziplin durchdrungen ist, hat jein ganzes Leben bewiesen. Nicht zum wenigsten gemahnt erst in legter Zeit wieder der wiederholte Hinweis auf seinen Jugendlehrer daran, wie tief solche Tradition in seinem Inhern Platz gegriffen. Der Kaiser weiß auch, daß er die Rielbe seines Volkes sich in hohem Maße eben gerade durch jenee Disziplin erwarb, die er zu seines Lebens mächtigſtem Grundstein machte. Und er will, daß seine Söhne durch die gleiche Schule gehen. Mehr als in irgend einem deutichen Hause gilt am Kaiserhofe die Unterordnung des Eingelren unter das Ganze. Nichts bleibt den Prinzen erspart, mass sie stählen und zum Vorbild eiserner Pflichterfüllung machen könnte für das Volk. Wohin es kommen kann im Völkerleben, wenn jene Disipllin fehlt, die alles Gedeihen bedingt, lehrt in unseren Togen ein sprechendes Beispiel: Desterreich- Ungarn. Der greise Kaiser, dessen Leben geprüft ward wie selten eines, batt immer seine Pflicht erfüllt und sich keine von den Aufgaben geschenkt, die ihm als Herrscher zufielen. Seinem Woolfe aber ging jener Geist der Einheit verloren, der nötig ist, soll anders ein Körper von solcher Große geoethen. Cifersüchtig wacht jede einzelne von den Völkerschaften der habsburgischen Krone darüber, daß ja nicht für eine andere etwa ein scheinbarer Vorteil erwächst. Statt gemeinsam und mit vereinten Kräften vorwärts zu streben, zersetzen sie sich durch selbstsüchtiges Gezänt, durch unerquicklichen Hader. Stand erst vor wenigen Jahren der Kampf der Tschechen gegen die Deutschen im Vordergrunde, so hat sich inzwischen das Bild insofern gewendet, als nun die Länder der Stefansfrone wider Habsburg aufstehen, in dem reaktionären Bestreben, Ungarn Sondertitel zu verschaffen, die entfernt auf eine weitere Lostrennung von Desterreich hinauslaufen. Es bedurfte eines sogenannten starken Mannes aufs dringendste. Hatte Kaiser Franz Josef es zuerst mit väterlicher Milde versucht, so mußte er nun zu starken Mitteln greifen. Darum fiel auf den Grafen Tisza seine Wahl einen Mann, dessen Nücksichtslosigkeit ebenso bekannt ist, wie seine Energie. Mög lich, daß es diesem gelingt, das Land zur Disziplin zu befehren. Natürlich wird es dabei ohne tiefe Spaltungen und starke Erbitterungen nicht abgehen. Aber die Völker sind wie die Kinder, welche auch in der Schule immer den Lehrei als den Feind betrachten und erst später begreifen lernen, daß er doch nur ihr bestes wollte. Wenn irgendwo in der Welt, hat man an der Newa eingesehen, woher unsere Stärke fam. Das ganze Bestreben jener flugen Staatsmänner, die Nikolaus II. um den Zarenthron berief, geht nur auf das eine Ziel hinaus: ein Volk zu schaffen, das fähig ist, in Erfüllung seiner Pflicht, Strapazen und Leiden zu erdulden, um des einen Zweckes willen, das gemeinsame Vaterland groß und stark zu sehen. Und der Geist reisender Disziplin spricht sich schon jetzt aus in der zähen Taktik des großen Staatsförpers, die ihre jüngste Aeußerung fand in dem systematischen Vorrücken im fernen Osten und dem starren Festhalten unten auf dem Balkan. Ein Rad greift hier ins andere. So ist es kein Wunder, wenn der russische Soloß sich wie ein Alp auf das raisonlose China legt und auf dem Balkan das Uebergewicht behält gegen die durch und durch korrupte Türkei und das disziplinlose Lesterreich, das man nur deshalb einstweilen noch nicht vor den Kopf stieß, weil staatsmännische Klugheit es so befahl. Disziplin im Einzelnen, Disziplin im Großen. Wer wollte, wenn er die Geschichte betrachtet, die zwingende Gewalt dieser Lehre leugnen? Die alte Garde des großen Korsen starb, doch ergab sich nicht. Die Historie aber weiß zu melden, daß gerade unser deutsches Volk dieser Disziplin seine ganze Größe dankt. Die Schlachtfelder von Weißenburg und Wörth, von Gravelotte und Sedan künden mit ehernen Lettern für alle Zukunft das Lied vom Gehorsam und von Vaterlandsliebe, von treuer Pflichterfüllung und eiserner Disziplin... Was geht in Korea vor? Noch immer spukt in der europäischen Presse das Gespenst eines russisch- japanischen Krieges. Jezt ist's die italienische Journalistik, die die übrige Welt das Gruseln lehren will: Während die britischen Blätter ihre anfänglichen Alarmnachrichten allmählich wieder dementieren, erklären italienische Zeitungen den Krieg zwischen Rußland und Japan für so gut wie unvermeidlich. Und sie wissen auch schon den Zeitpunkt des Beginns der Feindseligkeiten anzugeben: Im kommenden Frühjahr son's losgehen! Hierzu schreibt uns unser CB.- Mitarbeiter:„ Wir haben auf Grund der bisher vorliegenden Meldungen und der ganzen politischen Konstellation bereits betont, daß ein Krieg zwischen Japan und Rußland, so sicher er für die Zurunjt zu erwarten steht, vor der Hand recht unwahrscheinlich ist. Auch in deutschen diplomatischen Kreisen wird diese Ansicht geteilt. Und gerade gegenüber diesen neuen italienischen Alarmnachrichten, die zweifelsohne auch in der übrigen europäischen Presse ein Echo wecker werden, möchten wir wiederholen: Aus den Meldungen, aus denen italienische Publizisten die Wahrscheinlichkeit eines Krieges herauslesen, ergibt sich aufs neue, daß ein Krieg zwischen Rußland und Japan vor der Hand unwahrscheinlich ist. Italienische Blätter lassen sich aus Petersburg melden: Amtliche russische Depescher aus Ostasien berichten, daß infolge großer Stürme die Telegraphenleitungen mit allen Gegenden des fernen Ostens gestört seien. Die Depeschen müßten mit der Eisenbahn befördert werden. Aber auch diese sei an vielen Stellen betriebsunfähig, und die Wiederherstellungsarbeiten würden längere Zeit in Anspruch nehmen. Angesichts des Umstandes, daß man sonst nichts von Stürmen in Ostasien gehört hat, ist man, wie die fraglichen italienischen Blätter weiter versichern, in Petersburg allgemein der Ueberzeugung, daß der Statthalter Alerejem diese Sturmschäden fingiert habe, um alle ihm unbequemen Mitteilungen über militärische Operationen mit einem plausiblen Vorwand hintanhalten zu können. Man glaubt sogar, Alerejem habe mit größeren Truppentransporten bereits begonnen, und man will auch wissen, wohin diese bestimmt sind: Alexejew, so heißt es, ist eifrig dabei, den Norden Koreas mit einer starfen Streitmacht zu besetzen. Das sind wohlgemerkt lediglich Schlußfolge= rungen der in offiziellen Politiker an der Newa. Die italienischen Blätter, die sich diese Schlußfolgerungen kritiklos zu eigen machen, legen aber noch besonderen Wert auf die Tatsache, daß auch die offiziellen Politiker des Zarenreiches kein Geheimnis daraus machen, daß Rußland sich auf alle Eventualitäten im fernen Osten vorbereitet. Ja, ist denn das nicht etwas ganz Selbstverständliches, nicht die einfache Pflicht der russischen Staatslenker? Gerade, daß Rußland sich offenkundig für alle Fälle in Bereitschaft hält, ist doch das erste Erfordernis für die Erhaltung des Friedens! Täte es das nicht, die Japaner schlügen schnurstracks los. Aber eben weil Rußland auf seine Schlagfertigkeit bedacht ist, ist die Kriegsgefahr gemildert. Rußland handelt einfach nach dem erprobten Saze, daß, wer den Frieden will, zum Kriege gerüstet sein muß! Einstweilen verdienen also auch die italienischen Alarmnachrichten nicht sonderlich tragisch genommen zu werden. Wir sind der Meinung, der japanisch- russische Konflikt" wird sich in Wohlgefallen auflösen." Diese Information unseres Mitarbeiters wird bestätigt durch eine offiziöse Pariser Meldung, wonach Japan die Vermittelung Frankreichs zur friedlichen Schlichtung der russisch- japanischen Differenzen nachgesucht hat. Und das offiziöse französische Bureau kann auf Grund von amtlichen Mitteilungen aus Petersburg hinzufügen, daß die russischjapanische Krise gegenwärtig ernstlich auf dem Wege sei, beigelegt zu werden. Die Politik. Die einzig mögliche Reichsfinanzreform, meint ein füh rendes Zentrumsblatt, würde eine Veränderung des Um lagemodus bei den Matrikularbeiträgen sein. Es sei un gerecht, wenn das reiche Hamburg ebensoviel für den Kopf seiner Bevölkerung zahle, wie das arme Waldeck u. 1. m. Leider ist nicht ersichtlich, ob das Zentrumsblatt seine Weisheit aus gewissen Quellen bezog oder aus eigenen Töpfen schöpfte. Im letteren Falle hätte das Ganze wenig Bedeutung. Die preußischen Minister des Innern und der Finanzen haben eine Verfügung erlassen, derzufolge die Erteilung der Zustimmung zur Genehmigung von Gemeindebeschlüssen, durch welche Steuerzuschläge über den vollen Say der Staatseinkommensteuer hinaus oder Abweichungen von den vorgeschriebenen Verteilungsregeln für Stadtgemeinden mit nicht mehr als 50 000 Einwohnern auf den zuständigen Oberpräsidenten übertragen werden. A Der Hanauer Handelskammerpräsident Canthal, der fürzlich in Berlin bei den verschiedenen Ministerien wegen der Fortsetzung der Mainkanalisierung von Offenbach ab aufwärts vorstellig geworden ist, teilt mit, daß er den Eindruck gewonnen habe, daß die Fortführung der Kanalisierung bis Aschaffenburg bereits beschlossene Sache sei. Dem Abschluß des Staatsvertrags ständen nur noch geringe Schwierigkeiten entgegen, so daß der Staatsvertrag schon Anfang nächsten Jahres perfekt werden dürfte. Den Landtagen würde dann die Vorlage ev. bis zum Herbst zugestellt werden, so daß mit der Durchführung der Kanalisierung beSollte reits in etwa einem Jahr begonnen werden könnte. da nicht doch vielleicht der Wunsch der Vater des Gedankens sein? † Die bayerische Kammer der Abgeordneten hat nunmehr mit 118 gegen 9 Stimmen die Errichtung eines neuen Verkehrsministeriums für Bayern beschlossen. Nach der Zustimmung der liberalen Partei, die noch im Finanzausschuß dagegen gestimmt hatte, war das nicht mehr anders zu erwarten. Die guten Polen, die für ihre vaterländischen Gefühle jede Art von Rücksicht verlangen, tun ihrerseits alles mög-. liche, um andere in ihrem heiligsten Empfinden zu verlezen. Die Errichtung eines Bismarck- Denfmals in Posen hat in der dortigen Stadtverordnetenversammlung eine hef= tige Debatte hervorgerufen. Die polnischen Abgeordneten griffen den ersten Bürgermeister Dr. Wilms auf das Heftigste an, weil er das Denkmal in die Obhut der Stadt genommen habe. Außerdem sei die Beschäftigung polnischer Arbeiter und die Aufwendung städtischer Mittel eine direkte Verlegung der Städteordnung. Durch seine Stellungnahme zu den Festlichkeiten habe der erste Bürgermeister den„ taktlosen Bestrebungen der Hakatisten" Vorschub geleistet; er hätte besser getan, dem„ hakatistischen Festesuff" fernzubleiben. Dr. Wilms trat diesen polnischen Fanatikern in erfreulich tapferer Weise entgegen. Er erklärte, daß nicht ein Pfennig zu dem Denkmal aus städtischen Mitteln geflossen sei, sagte, daß er es als Bürgermeister einer deutschen Stadt einfach für seine Pflicht gehalten habe, an den Enthüllungsfeierlichkeiten teilzunehmen, und daß er diesen Tag zu den schönsten seines Lebens zähle. Auch eine Anzahl deutscher Abgeordneter trat den polnischen Vorwürfen scharf entgegen und wieß die frivole Verletzung deutscher Gefühle mit aller Schärfe zurück. Jene der„ Russischen Telegraphen- Agentur" zugeschriebene angebliche russische Note, die das Fernbleiben des Zaren von Rom motivierte, wird nunmehr als ein ganz gewöhnliches Privaitelegramm eines Moskauer Blattes nachgewiesen, das weder einen offiziellen, noch einen offiziösen Charakter trug. Es wäre also die Aufreauna. die Jenner ihr hätte aören fönnen geschritten wäre. braußen auf den Feldern durch den wieder melchem man herameifungsbolles Tammern der Rer fchrillen Wehlaut sich zu einem dämonischen Allegro fchmerzvoll flagende Weisen über, welche endlich nach einem bald dem Brausen des Sturmes ähnliche, Aus leichten, freundlichen Melodien ging fie in wilde, bald nicht zerstören wollen." fo gut und wird uns günstig alter Vorurteile willen das Lebensglüd seines einzigen sez.bes zu mir zu reden, wie Sie es getan?" trat einen Schritt zurück und rief stolz und drohend: Fenmore, haben Sie von ihm die Erlaubnis erhalten, so Mein Vater Sie sprechen von meinem Vater, Lord Er wollte ihre Hand erfassen, aber schnell sprang fie auf, Als am Abend auch Daba fang heute nicht. Archibald führte fast allein die den Sturm hatte ihre Bruſt ein wenig angegriffen, neben ihn, so daß es Archibalam, feute sich Ellen sogleich alb unmöglich war, fich ihr zu fagte. Der Morgenspaziergang im wehenfie von heiterer Laune und wendete te na: er sprudelte ' n Grie mwertige Schuhe völlig gleichgültig. dient übrigens auf dem Dorfe oft mehr, feine zehn Kreuzer aus, um sich einige Stunder geschmückten Tanzsaale des Kreisstadtwirtshauses. in einer Dorfscheune, wie in dem spiegel- und KronleuchterSandmann funſtliebend und bat Verdient er etwas, spielt er ebenso gern in der Stadt, Er ver Wo er diese Komödie spielt, ist ihm sich darüber in Italien erhob, wirklich nicht von nöten gewesen. O Die liberale Partei Ungarns hat den Entwurf des Neunerkomitees mit der von Tis a beantragten Abänderung nunmehr angenommen. Graf Tisza reiste nach Wien, um dem Könige Bericht zu erstatten und demselben Vorschläge wegen Besetzung einzelner Portefeuilles zu unterbreiten. Graf Apponyi erklärte neuerdings, in der liberalen Partei verbleiben zu wollen. * Sowohl von russischer, wie französischer Seite wird holbamtlich der überaus freundschaftlich- beratende Charakter der Konferenz des Grafen Lambsdorff mit dem französischen Minister des Aeußern Delcaffé betont. Auch heißt es, daß Frankreich auf Rußlands Wunsch in der ostasiatischen Frage an Japan Vorschläge zur Mäßigung ergehen lassen werde. Im Ministerrate soll Präsident Loubet Mitteilung von Handschreiben des 3aren gemacht haben, dessen Inhalt sich in die Worte zusammenfassen lasse:„ Was Frankreich glückliches widerfährt, das erfreut auch das alliierte Rußland, welches den Weltfrieden wünscht." Wie neuerdings verlautet, war der mazedonischen Reformakte der Ententemächte eine Begleitnote angeschlossen, worin Rußland und Desterreich hervorhoben, daß die Türkei fämtliche Punkte vollständig annehmen müsse. Der Sultan verhält sich noch immer abwartend. Angesichts der englischen Note scheint sich der Kongostaat doch zu einigen Konzessionen bequemen zu wollen. Während früher den Beamten die denkbar größte Nachsicht entgegengebracht wurde und ihre Willkürlichkeiten gegen die eingeborene Bevölkerung fast nie Ahndung fanden, kommt jezt die Kunde von der schweren Bestrafung einiger dieser Gewaltmenschen. Auch heißt es, daß neuerdings dem englisch- amerikanischen Handel allerhand Konzessionen gemacht werden, die darauf schließen lassen, daß man sich mit diesen beiden Kolonialmächten möglichst gut stellen möchte. Der Schatzsekretär der Vereinigten Staaten verteidigte in einer Bostoner Versammlung auf das entschiedenste die Schutzzollpolitik der republikanischen Partei. Er wies dabei als abschreckendes Beispiel auf Großbritannien hin, das eine passive Handelsbilanz von 1000 Millionen Dollar habe. Im Norden von San Domingo ist wegen des Aufstandes der Belagerungszustand verkündet worden. Neuere Nachrichten sind nicht zu erhalten, weil der Telegraph zerstört ist. Der Kreuzer der Aufständigen Independencia", der Puerto Plata blockiert, hat inzwischen einen Angriff auf die Stadt gemacht. Man erwartet die Ankunft des französischen Kreuzers Jarien de la Gravière", die schon signalisiert wurde. Der Kindesunterschiebungs- Prozess. ( 5. Verhandlungstag.) RK Berlin, 30. Oktober. die Bahnwärtersfrau Meher gestern wieder einen naben geboren habe.( Heiterkeit.) Entlastungszengen. Der Inspektor Krüger erzählt, daß man in der ganzen Gegend über die Schwangerschaft der Gräfin gespottet habe. Eine Frau aus Wroblewo aber, die der Gräfin beim Aufstehen geholfen habe, erklärte ihm: Soll man mir Kopf abschneiden, weiß ich, Frau Gräfin ist schwanger!" Auf Befragen der Verteidigung erklärt der Zeuge, daß er nach heftigem Streit mit dem Grafen Wroblewo verlassen habe. Frau v. Horvath, geb. Gräfin v. Podvorowska, die mit den Angeklagten verwandt ist, gibt an, daß die Gräfin die unzweifelhaften Merkmale der Schwangerschaft an sich getragen habe. Sie will„ bei Gott beschwören, daß der Zustand ein echter war". Auf die Frage, ob die Gräfin ihr gegenüber davon gesprochen habe, sich und den Knaben zu erschießen, wenn der Prozeß für sie verloren gehe, äußert die Zeugin: Dessen entsinne ich mich nicht. Die Gräfin sprach ja manches, denn sie hat eine etwas lose Zunge. ( Heiterfeit.) Zeugin mit erhobener Stimme fortfahrend: Aber das kann ich bei Gott beschwören, daß sie mir gesagt, zugeschworen hat: der Junge sei ihr Sohn! Der kleine Graf" und sein„ Bruder". Lebhafte Bewegung entsteht, als nunmehr die beiden Knaben in den Saal geführt werden. Sie sind beide gleichmäßig mit weißen Mäntelchen und weißen Hüten bekleidet. Der 1895 geborene uneheliche Sohn der Meyer ist einen guten Kopf fleiner und schwächlicher als der 1897 geborene kleine Graf". Der lettere mustert mit lebhaften klugen Augen, sicher und unbefangen dastehend, seine Umgebung, während der andere Knabe schüchtern und ungelentig dasteht. Die Ansichten des Publikums und soweit man es hören fonnte, auch der Geschworenen gehen auseinander. Ein Teil findet zwischen den beiden Knaben nicht die geringste Spur von Aehnlichkeit, sondern im Gegenteil eine frappante Familienähnlichkeit des„ kleinen Grafen" mit der Gräfin, ein anderer Teil will diese frappante Familienähnlichkeit zwischen den beiden Knaben sehen. Beide werden dem ehemaligen Liebhaber der Meyer, Hauptmann v. Ziegler, vorgestellt. Dieser erklärt aber, daß er beide niemals gesehen habe. Präs.: Haben Sie sich niemals um Ihre Kinder gefümmert? Zeuge: Nein, als mir die Pracza sagte, daß sie das Kind an ein kinderloses Ehepaar abgetreten habe, erwiderte ich ihr: Sie könne mit ihrem Kinde machen, was sie wolle; auch das erste Kind habe ich niemals mir angesehen. Die Knaben werden wieder hinausgeführt. Kindergeschrei erfüllt wieder den Gerichtssaal, als heute morgen der Zeugenaufruf erfolgt und die zahlreichen polnischen Frauen mit ihren Säuglingen auf dem Arm oder auch vielfach an der Brust in den Schwurgerichtssaal hereinströmen. Auf dem Tisch, an den die Zeugen bei Ableistung. ihres Eides heranzutreten haben, steht heute ein großes fchwarzes Kruzifix. Die Aufstellung ist vom Gericht angeordnet worden, um die polnischen katholischen Zeugen wirksamer an die Heiligkeit des Eides erinnern zu können, da es in ihrer Gegend so üblich ist. Zuerst wird die Schwester der Zeugin Falkowska, Frau Moskiewicz aus Posen, vernommen, die aussagt, daß die jetzt in Diensten des Grafen Mieceslaus Kwilecki stehende Zeugin Wardewska, die ungünstig gegen das angeklagte Grafenpaar ausgesagt habe, von Rachsucht gegen dieses erfüllt sei und ihr gegenüber auch geäußert habe, daß sie sich rächen wolle. Die Wardewska bestreitet das. Dann beginnt unter allgemeiner Aufmerksamkeit das Verhör des österreichischen Hauptmanns v. Ziegler aus Krakau, der als der mutmaßliche Vater des„ kleinen Grafen" gilt. Er gibt an, daß er mit der unverehelichten Pracza, jetigen Bahnwärter sehefrau Meyer, ein Verhältnis gehabt habe, aus dem 1895 ein Knabe hervorgegangen sei. Den Verkehr habe er auch nachher fortgesetzt und es wurde ihm Anfang Januar 1897 die Meldung, daß die Pracza wieder cinem Knaben das Leben gegeben habe. Sie habe ihm aber mitgeteilt, daß der Knabe einem finderlosen Ehepaar abgetreten worden sei und daher eine bessere Versorgung finden werde. Präs.: Sind an Sie Ansprüche gestellt worden? 3euge: Wegen des zweiten Kindes nicht. Präs.: Aber für das erste Kind haben Sie gezahlt? 3euge: Ja. Die beiden Knaben, d. h. das erste uneheliche Kind der Pracza und der kleine Graf" sollen herbeigerufen und dem Zeugen gegenübergestellt werden. Erster Staatsanwalt Steinbrecht stellt im Anschluß daran fest, daß Bestellungen auf die Durchge Pferb eines bere anhängenb Frankfurterftra Me! Menschen und eiter der bas polite, wurde von Verlegungen bate das Pferd, Elichen Verlegung An demfelben 2 fchen geword Giessener Neueste Nachrichten Es folgt dann eine ganze Reihe von Zeugen, zum großen Teil Damen und Herren der polnischen Aristokratie, die sämtlich dafür einstehen, daß der Zustand der Angeklagten echt war. Eine Gräfin Podvorowska betont nochmals die große Familienähnlichkeit des Kindes, die sie als Portraitmalerin wohl beurteilen könne. Ein Zeuge, Kaufmann Kantorowicz, sagt aus, daß er anfangs kräftig über die Gräfin mitgeklatscht habe, dann aber durch eigene Anschauung zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß ihr Zustand nicht geheuchelt war. Ein Erfahrener. für die Monate November Dezember Si werden von allen Bostämtern, Zeitungsboten und der Ge. fra fr herunter dur schäftsstelle unseres Blattes entgegengenommen. Der Zeuge Cigalla hatte auch diesen Eindruck. Präs.: Sie sind ein junger unverheirateter Mann, woher wollen Sie diese Sachkenntnis haben? 3euge: Na, so was sieht man doch.( Heiterfeit.) Präs.: Konnte das Aussehen nicht auch künstlich durch Zuhilfenahme von Schminke hervorgerufen sein? Zeuge: Das habe ich nicht angenommen. Präs.: Wie alt waren Sie denn damals? 3euge: 18 Jahre, aber man hat doch schließlich auch seine Erfahrungen.( Heiterkeit.) Die Expedition. Lokales. wo es bon terrem Falle Gefchädigt. ** Jahraus baraben in Obe bie! Wetterau und ambers anzuzieh ime Rarawane bie dir etwas mitgel aft ift eine wahr Raben und bettel Gießen, 31. Oktober 1980. *. Der Großherzog bat am 24. Dft. d. I. dem up wieder bei Hausbeschließer am Justizgebäude in Gießen Heinrich Keller de Minder und 2 aus Anlaß seiner Verseßung in den Ruhestand das Arar suchte fogar gemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift:„ Für langjährige treue Dienste" verliehen. * * Der Großherzog hat am 23. September dem 2. Hauptmann der freiwilligen Gailschen Feuerwehr zu Gießen, Heinrich Sauer, das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren verliehen. Aus dem Schluß der Verhandlung ist von allgemeinem Interesse nur noch die Vernehmung des ehemaligen Pariser Polizeikommissars Louis Tard, die sich auf den angeblichen Aufenthalt der Gräfin in Paris zum Ankauf eines Gummileibes und zur Auffindung eines Knaben behufs Adoption erstreckt. Er bestätigt, daß eine etwas forpulente, französisch mit deutschem Akzent sprechende Dame 1896 in einem Pariser Geschäft einen Gummileib gekauft und sich mit der Hebamme Ramos behufs Uebernahme eines neugeborenen Knaben in Verbindung gesetzt habe. Die Ramos habe die Gräfin nach einer Photographie wieder erkannt. Der Gerichtshof wird kaum in der Lage sein, Frau Namos persönlich zu vernehmen, da diese pro Tag in Berlin 100 Francs berlangt und Reise für sich und eine Dienerin in erster Klasse. Eine anspruchsvolle Hebamme! * * inverschämtheit bi mit Rindern, wie die Landbevölkerun un diefer Zigeune fin () Weglar, 3 det hier für d he Wahlversamm 20. StadmannStatfmann in frül nationalliberale Der Finanz- Ausschuß der zweiten Kammer hielt diese Woche einige Sigungen ab, befür wortete die Gehaltserhöhungsoefuche der Oberlehrer. genehmigte die Abtretung der Gemeinde Kürnbach an Baben herr Bergwerksdire aegen entspr. Eintausch von Land. trat für den Antrag Aussicht genomm Schmid betr. Vorbildung der Verwaltungsbeamten ein und + Aus dem stimmt auch für den Antraa Wolf betr. Ankauf von Wein freisstadt Biedente bergen kleinerer Lagen. Zu dem Antrag Ullrich betr. die ritting für das daß Abschaffung der Stempelsteuer und Erhöhung der Propression dnmal die Einse bet Einkommensteuer werden von der Regierung weitere Erhebungen und Berechnungen verlangt. Im Bilde geblieben. Er:„ Es ist kein Auskommen mehr mit dir, Frau. Du bereitest mir das reine Höllenleben." Sie:„ Beklag' dich nicht, du wolltest doch für mich immer durchs Feuer gehen!" Kriegserlebnisse aus dem Feldzuge 1870| 71. Bizefeldwebel Hessia eine Patrouille, geführt von dem Ge( 7. Fortsetzung.) Am 31. Dezember wurde das Detachement v. Rantau bei Briare von überlegenen feindlichen Streitkräften angegriffen, fonnte aber den Drt behaupten. Bei diesem Gefechte wurde Hauptmann Weber von der 2. Kompagnie getötet; am folgenden Tage fand man seine Leiche verstümmelt und ausgeplündert vor. Da in Gien das Landwehr- Bataillon Detmold eingetroffen war, so konnte am 1. Januar die 7. Kompagnie zur Unterstüßung des Detachements nach Briare abrücken. Die Franzosen unternahmen an diesem Tage wieder einen Angriff und suchten dem Detachement den Rückzug nach Gien abzuschneiden, was ihnen aber nicht gelang. Die 7. Kompagnie wurde auf der nördlich nach Montargis führenden Straße bis zu einer Barrikade vorgeschoben, um gemeinsam mit anderen Abteilungen den Feind zurückzuhalten, während sich das Detachement unter ihrem Schuße auf der Straße nach Gien zurückzog. Da die Franzosen einen neuen Vorstoß unternahmen und die 7. Kompagnie hart bedrängten, so unternahm Major Hoffmann mit der 4. und zwei Zügen von der 7. Kompagnie einen Angriff auf der Straße nach Montangris und westlich davon, sodaß das Detachement nach Gien zu abziehen konnte. Nur ein Zug der 7. Kompagnie, bei dem sich auch Herr Bruchhäuser befand, hielt sich unter dem Kommando des Vizefeldwebels der Reserve Hessig die Barrikade auf der Straße nach Montargis besetzt, da er feinen Befehl zum Rückzuge erhalten hatte. Da von den * An der Landesuniversität sind mit Beginn des Wintersemesters zum erstenmal Voltsschullehrer zum Studium eingetreten, welche von der kürzlich erlassenen Verfügung Großh. Ministerium des Innern Gebrauch machen. * Dr. med. Karl Rißfalt, erster Assistent am hyaienischen Institut zu Gießen, hat sich in der medizinischen Fakultät der Universität Gießen als Privatdozent für Hygiene habilitiert. ** Eine Versammlung von Militäranwärterr und Invaliden findet am Sonntag nachm. 4 Uhr in dem Lenzschen Felsenkeller zu Gießen statt. Ein Antitemperenzler. Student Sumpfmeier: „ Es ist doch eigentümlich, wenn ich an eine Kneipe komme, kann ich nicht widerstehen, und wenn ich dann auf die Straße fomme, fann ich wieder nicht stehen!" Truppen des Detachements nichts mehr zu sehen war, schickte freiten Weeg, der sich freiwillig hierzu gemeldet hatte, nach dem Bahnhof von Briare, um zu erfahren, ob sich dort noch die deutsche Telegrafenstation befand. Diese war aber nicht mehr hier und als die Patrouille das Bahnhofsgebäude wieder verließ, drangen schon die feindlichen Truppen in Massen aus Briare. Der Zug trat jezt den Rückzug an und ging rottenweise an dem Kaine der Straße nach Montargis, immer noch feuernd, bis zum Bahnhofe von Briare zurück und von da unter Avant- und Arriéregarde nach Gien zu. Kurz vor Gien erhielt der Zug noch Feuer vom linken Ufer der Loire, doch wurde niemand verwundet. Gleich darauf fam die Detmold- Landwehr aus Gien, um den Vorpostendienst zu übernehmen. In Gien hatte man bereits den Zug als gefangen geglaubt und für Feldwebel Bruchhäuser schon einen Nachfolger für die 7. Kompagnie in Aussicht genommen. G 2 bon F. v. Sc In legter 3 for heruntergefon Straten langbo nd hat er sogar Jalore gelungen t den geiftvollen illitärischen Leben nie wieder die Har gewinnen, mag fol gewesen sein. K ** Reformationsfest.„ Luther der größte deutsche Mann, und die Reformation, das größte welgeschichtliche ode mit Rabelbu Greiants!" so hat unser Kaiser zu feftlicher Stunde die Verantw Merseburg bekannt. Dieses Bekenntnis ist mit Windeseilt emannten Handlu durch die deutschen Gaue getragen worden, und wo immettern und ein evangelische Herzen schlagen, da haben sie mit Dankbarkeit die gute Seele und Freude den Klang vernommen, den der eble Hohen Gattin gezwungen zollernsproß angeschlagen. Die Reformation, die größte weltge schichtliche That! Möchten sich alle Evangelischen dieses Kaifer wort, an dem man nicht deuteln und rütteln soll, tief ins Her schreiben! Wir leben und zehren von den Segnungen dieser That in Haus und Familie, in Staat und Kirche. Und wenn sich der 31. Oktober wieder fährt, da der größte deutsche Mann den echten Nibelungenhort, das lautere Wort Gottes, aus den Tiefen der Nacht geholt, in die ihn päpstliche Menschenherrschaft versenkt, da gilt es nicht blos dankbar rückwärts zu schauen auf das, was geschehen, sondern in fämpfender Gegenwart sich selbst prüfen, ob wir alle noch auf dem Boden der Reformation stehen, im Glauben ein Herr aller Dinge, in der Liebe ein Knecht aller Menschen. Gedente, daß du ein Evangelischer bist! Das ist Mahnung, das ist heilige Verpflichtung. Die Franzosen räumten am Nachmittag des 3. Januar Briare, das am folgenden Tage wieder von den Truppen des Detachements v. Rangau besetzt wurde. Die 7. Kompagnie wurde am 6. nach Gien zurückgesandt, um an Stelle des nach Orléans abmarschierenden Landwehr- Bataillons Detmold die Bewachung der Loire- Brücke zu übernehmen. Hier blieb die Kompagnie bis zum 14.; die Thätigkeit bestand zumeist im Patrouillendienst. Während dieser Zeit starb in Gien ein früher verwundeter französischer Offizter, der von der Kompagnie mit militärischen Ehren beerdigt wurde. Am 14. Januar wurde das Detachement in Briare ** Das Promenadenkonzert in Gießen fäll Sonntag aus. Der Mittwo Der Vortr Die Berei Ariegertam wiederum von überlegenen Streitkräften angegriffen. Der durch kamerads Feind war bereits bis zur Straße nach Gien vorgegangen, um dem Detachement den Rückzug an der Loire abwärts abzuschneiden. Bei einem Durchbruchsversuch einiger E8 kadrons des 2. hessischen Reiterregiments fand Major van der Hoop den Tod. Troß der großen Uebermacht der Franzosen gelang es dem Detach ment, begünstigt durch einen sehr dichten Nebel, sich durch einen allgemeinen Sturm Ga Wießen. Dem geeh angriff durchzuschlagen und nicht einmal ein Bagagewagend Familien b fiel in die Hände des Feindes, es wurden sogar noch eine Anzahl Franzosen zu Gefangenen gemacht. Es ging über Gien, das wegen seiner ungünstigen Lage nicht gehalten werden konnte, bis Onzoner an der Loire zurück. An dem selben Tage war eine von der 7. Kompagnie von dem Korporal Kranz geführte Patrouille nach den nördlich von Gien ge legenen Wäldern gesandt worden, die aber bei ihrer Rückfehr Gien von den Franzosen besetzt fand und gefangen ges nommen wurde. In den nächsten Tagen fanden noch ver schiedene Aufklärungsgefechte statt, doch zog sich der Feind bald wieder über Gien und Briare nach Süden zurück. Am 27. Januar erhielt das Detachement von Rantau aus dem Großen Hauptquartier den Befehl, nach Osten zu vorzurücken, um gemeinsam mit einer Infanterie- Brigade des stehenden Frankiireurban en anzugreifen und ihnen den 6. Korps die in der Geg nd von Auxerre und Clamech Rückzug abzuschneiden. Demgemäß verließ das Detachement am 28. Januar Onzoner und erreichte gegen Abend Chatillon sur Loing. ( Fortseßung folgt.) empfehlende fannt vorzüg Fremdenz Baumate Bement, Ce und Ton Heinrich GroßWelbstverschuld Männer, Boll Techtskrankh. 30jähriger pro 8wärtige brieffic Lentzo, Hamburg Liebertran pfiehlt Emil Chricht ber oten und men. Expeditio 19 Durchgegangen. Gestern Nachmittag rannte bad ferb eines Gießener Pferdehändlers mit einer Wagen schtere anhängend( lettere hatte sich vom Wagen losgelöft) bie frankfurterstraße und Seltersweg herunter und gefährs bete Menschen und Fuhrwerte im höchsten Grade. Ein Arbeiter der das rasende Tier am Seltersweg aufhalten wollte, wurde von demselben zu Boden geschleudert und erlit Berlegungen am Kopfe. Erst in der Sonnenstraße Lorante das Pferd, als es stürzte, eingefangen und mit erhelblichen Verlegungen dem Eigentümer zugeführt werden. Un demselben Nachmittag ging ein beim Ackern am Trich scheu gewordenes Pferd durch, rannte die Grünbergerstrußr herunter durch die Moltkestraße nach dem Gr. Steinwe, wo es von einem Soldaten aufgegriffen wurde. In Letterem Falle wurden weder Personen noch das Pferd felbft beschädigt. führen, er ist bis über die Ohren in eine junge Sängerin| Wilh. Giesler, Schlosser, und Anna Katharine Schaub geb. verliebt und auch die beiden Töchter geben sich redlich Mühe, Sippel, beide dahier. ihrem würdigen Vater in der Beziehung nichts schuldig zu bleiben Wally hat ein Verhältnis mit ihrem Klavier- Geborene. 24. Oft. Hermann Theodor Dörr, 4 M. alt, S. d. Schlossers Th. Dörr.- 25. Okt. Milchhändler Wilhelm Paul Forbach, 31 J. alt. 24. Dtt. Katharine Reichwein geb. Dadt, 55 J. alt. 26. Oft. Elisabeth Marie Johanna Schrödel, 26 Tage alt, T. d. Hoteliers Herm. Schrödel. 27. Dft. Gärtner Heinrich Wellhausen, 46 J. alt. Marktberichte. 19. Ott. Minna Marie Frieda, T. d. Geschäftsführers lehrer angefangen und Herma führt einen niedlichen Dragoner- Herm. Will.- 22. Oft. Katharine Elisabethe Erna, T. d. leutnant„ auf's Eis". Da erscheint ein noch ganz respektabler Kutschers Phil. Geisler. 23. Oft. Frieda Henriette, T. Onkel auf der Bildfläche, der sich a tempo in die reizende d. Friseurs Karl Muhl. 24. Oft. Dem Zahnarzt Ed. Herma verliebt und die in Mailand weilende berühmte Mutter Jäger eine Tochter. 6. Oft. Karl August Hans, S. d. sofort zur Verlobung herzitiert. Inzwischen schmuggelt sich Schriftseßers Rich. Emil Hugo Weber.- 27. Oft. Dem noch durch ein verlorenes Medaillon ein mysteriöser Ungar Bäcker Gust. Joh. Henn eine Tochter.- Ottilie Berta in das Herz der Sängerin und deren Tante, macht sich Luise, T. d. Feilenhauers Frizz Otto Alfred Liersch." durch betspiellose Liebenswürdigkeit den beiden unentbehrlich Gestorbene. und schlägt dadurch den alten Baron aus dem Felde. Der verliebt sich zur Abwechselung wieder mal in seine Frau, die ihm aber nach der Rückkehr haarklein auseinanderseßt, warum sie nichts als Freunde" bleiben könnten. Auch der Jahraus Jahrein ziehen die leidigen 8igeuner Ungar scheint fein Glück zu haben, die Sängerin will eine bnben in Oberhessen umber, besonders der Vogelsberg, glänzende Zukunft dem Ehestande vorziehen, da fährt wie die Wetterau und Rabenau scheint die Söhne der Bußta ein Ungewitter die alte Tante dazwischen und überzeugt die besonders anzuziehen; es vergeht fast feine Woche ohne daß beiden Berühmten" in einer längeren Rede, die von eine Karawane die Ortschaften durchzieht, natürlich nicht seichten, hausbackenen Weisheiten geradezu trieft, daß wirkohr etwas mitgehen zu heißen. Die nichtsnußige Gesell- liches Glück nur in der trauten Häuslichkeit zu finden set. Ottober schaft ist eine wahre Landplage geworden; sie stehlen wie Die berühmte Frau kehrt darauf reuig in die Arme ben wie die Wilden. Gestern hatte ein ihres Gatten zurück, die Sängerin nimmt den Ungarn Dt. b. T'impo wieber bei Grünberg fein Lager winten en Beintid bin Rinber und Weiber bettelt n in der Stadt umber, eine Pforten der The in nicht allzu weiter Ferne. Schade Frau suchte sogar ihr Kind zu verkaufen; eine Rohheit und daß sich für die alte Tante feiner mehr fand! Das Für lang inverschämtheit die dieſem unſtäten Volt eigen, fie handeln Ganze ist nun mit einer Anzahl mehr oder weniger mit Kindern, wie mit einem Stück Vich. Jedenfalls würde guter Wiße übersät, der Erfolg des oberflächlichen Mach September din Landbevölkerung aufathmen, wenn sie durch die Regierung wertes aber wird, wie auch hier, immer ein Verdienst der erwehr zu von dieser Zigeunerplage ein für allemal befreit würde. Darstellung bleiben. Herr Conradi spielte den alten glieder fre ( Weylar, 30. Okt. Für nächsten Sonntag Nachmittag Baron Ottokar Römer- Saarstein ohne Uebertreibung sehr findet hier für die bevorstehende Landtagswahl eine öffent- wirkungsvoll, Frl. Hellberg gab die Herma ganz allerliebst, line Wahlversammlung statt, in welcher Herr Regierungsrat sie war im Spiel wieder von entzückender Lebendigkeit, auch D. Stackmann- Berlin reden wird. Bekanntlich war Herr Frl. Großmüller zeigte sich recht sympathisch und Herr Stadmann in früheren Jahren hier Landrat. Von Setten Direktor Steingötter lieferte einen in Spiel und Maste Oberlehre der nationalliberalen Partei wurde unser Streisdeputierter, gleich vorzüglichen Grafen Bela Palmay. Herr Sandorff rmbachan Herr Bergwerksdirektor Roth aus Wiesbaden als standibat hatte seine Aufgabe etwas allzu ernst genommen, auch Frl. für den Aussicht genommen. hatte seine Aufgabe etwas allzu ernst genommen, auch Fr. 98beamten Aus dem Kreise Biedenkopf, 30. Oft. In unserer Inkauf von reisstadt Biedenkopf findet am morgenden Sonntag Nach9 rich bittag für das daselbst in Aussicht genommene Kreis- Kriegerng der Prop berilmal die Einsenkung einer Grundlegungsurkunde statt. Regierung uhestand d ber Bungen ab, t find mit oltaichullebon Privatdozent ärenwärtu nachm. 4 Uh a. Stadttheater Gießen. Die berühmte Frau. Lustspiel in drei Aufzügen - lich erlaffen bon J. v. Schönthan und Gustav Kadelburg. Gebraud In letzter Zeit ist Franz v. Schönthan eifrig bemüht, rster Affifeen heruntergekommenes„ Geschäft" durch Verbindung mit Literaten langvoller Namen etwas zu heben und manchm der medial hat er sogar Glück dabei. Als es ihm z. B. im vorigen Bahre gelungen war, zu seinem Lustspiel„ Im bunten Rock" dem getftvollen Humorestenerzähler und intimen Kenner mri litärischen Lebens, Freiherrn v. Schlicht, der ihm hoffentlich nie wieder die Hand zu einer ähnlichen Missetat bieten wird, Au gewinnen, mag er auf seinen Kompagnon mit Recht selbst größte de stl gewesen sein. In der„ Berühmten Frau" hat er sich te welgeldhidh noch mit Kadelburg, Blumenthals bewährtem Komplizen, licher Stunde in die Verantwortung geteilt. Im Mittelpunkte der soit mit Wind grannten Handlung des Stückes steht ein mit zwei reizenden , und wo itern und einer„ berühmten Frau" gefegneter Baron. ie mit Dantiese gute Seele sieht sich nun durch die Abwesenheit seiner der eble hattin gezwungen, einen etwas unsoliden Lebenswandel zu die größte ifchen diefes fo, tief in nunoen diefer Ge. Und w Ete deutsche Wort Gottel pftliche M banfbar rid rn in fämp lle noch auf en ein Herr niden. Ge Mahnung, de in Gießen Kellermann vermochte das Publikum von der Berechtigung ihrer Berühmtheit nicht zu überzeugen, dagegen gab Frl. Auguste Fischer die liebesselige Tante, die gerne die ganze Welt unter die Haube bringen mächte, ganz ausgezeichnet. Die übrigen Rollen waren angemessen besetzt und es wurde viel und herzlich gelacht. H. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebotene. - Am 24. Oft. Wilh. Lozz, Vizefeldwebel dahier und Anna Schuchard dahier. 26. Heinrich Johann Genné, Kutscher dahier und Elisabethe Birkel dahier. Joh. Ludw. Jat. Hengst, Kaufmann und Emma Friederike Noll, beide dahier. Friedr. Wilh. Heinrich, Kassierer dahier, und Lina Rupp zu Hainchen- Karl Friedr. Emil Hauß, Kaufmann dahier, und Anna Marie Louise Kurz zu Braunfels. 28. Konrad Malkomefius, Bremser, und Louise Fay, beide dahier.- 29. Heinr. Arnold, Eisenbahn- Bureaugehilfe, und Helene Elisabethe Katharine Giar, beide dahier. Johs. Erdmannn, Privatmann, und Marie Plock, beide dahier. - Eheschließungen. - Am 24. Okt. August Otto Bertram, Schneider, und Marie Dehler, betde dahter. Wilhelm Wirt, Mezzer, und Barbara Eichmann, beide dahier. Peter Rosenbecker, Taglöhner, und Wilhelmine Luise Hütter, beide dahier. Krieger- Verein Giessen. Vortrag des Nichard Feldhaus aus Basel über das Thema: Der Krieg der Zukunft Mittwoch, den 4. November, abends 8½ Uhr im Neuen Saalbau ( früher Steins Garten). Der Vortrag wird durch Vorführung zahlreicher Lichtbilder erleutert. Die Vereinsmitglieder nebst ihren Familien sowie die Mitglieder aller hiesigen, 3ur Kriegerkameradschaft Hassia gehörigen Vereine und ihre Familien werden hierdurch ngegriffen. fameradschaftlichst eingeladen. en vorgegang Loire abri uch einiger and Major Uebermacht egünstigt bu meinen Stun Gasthaus Gießen. Der Vorstand. Zum Löwen". Besizer: Heinrich Carlé. Bagagem im Familien bringe meine gutrennobierten fogar noch Eging nicht gehal rüd. An du on dem Korpo bon Bien bei ihrer R Neuenweg 28. Dem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend, Vereinen, Gesellschaften Lokalitäten mit Sälchen in empfehlende Erinnerung. - Zu jeder Tageszeit warme Küche.- Auf den ancannt vorzüglichen Mittagstisch sei speziell hingewiesen. Gut eingerichtete Fremdenzimmer. Neues Billard von der Firma Fürstweger Mainz. Baumaterialien bgefangen Cement, Cementwaren nden noch fich der F zurüd und Tonplatten. en gurd Heinrich Völzing at bon Ran nadh Often Tie- Brigade und Clam 16 ihnen Groß- Felda. 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Oppermann, Wo die Wirtschaftskasse nur erlaubt, einen billigeren Bohnenkaffee zu kaufen, einen Busaz von Kathreiners Malzkaffee wesentlich zu hat es die Hausfrau in der Hand, dieses Getränk durch verbessern. Kathreiners Malzkaffee giebt nämlich, abgesehen von seinen anderen guten und gesundheitsfördernden Eigenschaften, dem schwächsten Bohnentaffee einen angenehmen, vollen Geschmack, den man bald nicht mehr entbehren mag. Man geht dann ganz von selbst zu immer größeren Quantitäten Malzkaffee über, bis man schließlich die Entdeckung macht, daß Kathreiners Malzkaffee selbst, ohne jede Beimischung von Bohnenkaffee, allein und rein genossen, das vortrefflichste und wohlbekömmlichste Frühstücks- und Vesper- Getränk iſt. Königl. Preuss. St ats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, zu jedem Preise, der Meter von 75 Pf. an. Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. 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