Nr. 177. Mbonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg.. in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Bratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Freitag, den 31. Juli 1903 Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei& Die einfpaltige Betitzelle für Gießen wie gang Oberheffen, bie Kreise Weblar und Marburg 10 f fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 fg. Boftzeitungsliste No. 3969. 1 Rebaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Rr, 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Herr Stadtrechner Doepfer ist vom 1. bis 23. August beurlaubt und wird während dieser Zeit durch den I. Stadtkassege= hilfen Herrn Peter vertreten. Gießen, den 31. Juli 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Die Nordanlage, zwischen Wallthor- und Schottstraße, wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von heute ab bis auf Weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 30. Juli 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Aufforderung. Die Besizer von Mietwohnungen, die aus drei oder weniger Räumen bestehen, oder aus nicht unterfellerten Räumen, deren Fußboden nicht mindestens 0,25 Meter über Erde gelegen ist, und solche, die unmittelbar unter dem Dache ohne Zwischendecke sich befinden, werden aufgefordert, bei Meidung der im Gesetz angedrohten Strafe, innerhalb 14 Tage hiervon bei der unterzeichneten Stelle Meldung zu machen. Grünberg, 29. Juli 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Am Vorabend des Konklave. Nom, 30. Juli. Die 62 Kardinäle, welche an dem von morgen ab tagenden Konklave teilnehmen werden, sind sämtlich in Rom ver sammelt, die Räumlichkeiten für das heilige Kollegium sind hergestellt. Im wesentlichen ist bei der Einrichtung der Baulichkeiten für das Konklave der Plan von 1878 beibehalten worden. Die Zimmer der Kardinäle befinden sich in den drei Stockwerken, welche den Damasushof umgeben. In der Sixtinischen Kapelle finden die Abstimmungen statt. n der Paulinischen Kapelle werden die Kadinäle jeden Mor gen gemeinschaftlich die Messe hören, während in dem Herzogssaal Altäre aufgeschlagen werden, wo die Kardinäle die Messe celebrieren. Jede Wohnung, die von den übrigen getrennt ist, besteht aus drei Zimmern: einem großen für den Kardinal, zwei kleinen für den Konklavisten und den Kammerdiener. Die Ausstattung dieser Zimmer ist bequem, aber schlicht: ein Bett, vier Stühle, zwei Lehnstühle, ein Betpult, ein ziemlich großer Schreibtisch, roter Teppich, Fensterborhänge; der ganze Lurus ist auf dieses wenige beschränkt. Im ganzen sind es einschließlich der Wohnung des Kardinalfäminerers 268 Räume, die zum Konklave benötigt werden. Troß aller angewandten Vorsichtsmaßregeln fürchtet man, daß die Kardinäle sehr unter der Hitze leiden werden. Römische Blätter wollen aus diesem Grunde allein schon eine furze Dauer der Verhandlungen voraussagen. Das heißt denn doch die wichtige Aufgabe, der sich die Kardinäle mit Eifer und Fleiß unterziehen, gar zu leichtfertig und frivol einschätzen. Die Kardinäle werden sicherlich nicht eher auseinandergehen, als bis in wohlerwogener Wahl aus der Urne derjenige hervorgegangen ist, den die Mehrheit zu Wahrung der firchlichen Interessen und der päpstlichen Würde am geeignetsten hält. Darin werden sie sich durch die Gluthize, die die Straßen Roms zur Zeit zur Hölle macht, nicht beirren lassen. Wenn voraussichtlich, wie bereits gemeldet, die Dauer des donklave auf höchstens zwei bis zwei und einen halben Tag sich erstrecken wird, so hat das seinen Grund darin, daß jede Partei geneigt ist, der anderen Zugeständnisse zu machen. Die Zeit der extremen Gegensäge ist eben vorbei. Hiermit stimmt es auch überein, daß jetzt vor dem Eintritt ins Konklave die Chancen, die man dem Staatssekretär Rampolla gibt, sich wieder bedeutend verstärkt haben. Er soll schon jetzt auf 31 Stimmen rechnen können. Das liegt daran, daß verschiedene Kardinale, die früher von dem starren, unbeugsamen Charakter Rampollas eine Verschärfung der italien feindlichen Politik des heiligen Stuhles fürch teten, sich inzwischen von der Grundlosigkeit ihrer Annahme überzeugt haben. Auch Rampolla muß und wird der herrschenden versöhnlichen Zeitströmung Rechnung tragen. Sollte Rampolla aber doch nicht imstande sein, den Widerstand der Gegner, besonders der Gruppe Vanutelli, zu besiegen oder vielmehr zu besänftigen, so wird man sich auf einen Kom promißfandidaten vereinigen. Genannt wird jetzt viel Baccilieri, Bischof von Verona. Es ist möglich, daß die Wahl sich nicht für Rampolla entscheidet, gewiß aber wird sie nicht ohne ihn zustande kommen. Eine große Stüße fin det er in den sieben französischen Kardinälen, die eng zusammenhalten und wiederholt beim Botschafter Nisard zusammenfamen. Der letzte feierliche Gottesdienst in der ſirtinischen Kavelle hat stattgefunden, die Telephonleitungen zwischen dent Va tikan und der Stadt sind auf Befeh! des Kardinals Oreglic zerschnitten worden. Alles ist bereit, daß das heilige Sollegium seinen Einzug ins Konklave halten kann. In den Kirchen beten schon jetzt auf Aufforderung des Stadtvikar: die Gläubigen, deß Gott der Kirche einen würdigen Papsi schenke. Die Wahl kann beginnen. Ein Rowdy- Parlament. Budapest, 30. Juli. A Skandalszenen, wie sie selbst im ungarischen Abgeord netenhause noch nicht vorgekommen sind, waren die Folge der 10 000 kronen- Bestechungsaffäre, von der wir bereits be richtet haben. Im ganzen Hause ware Ansicht verbrei tet, daß der neue Ministerpräsident Graf Khuen- Hedervarr bei dem Versuche, den Kossuthianer Zoltan Papp zu bestechen die Hand im Spiele gehabt hat. Als der Ministerpräsident nach Papps Enthüllung den Antrag stellen wollte zu der Beratung eines anderen Gegenstandes, der Indemnitäts porlage, überzugehen, erhob die Obstruktion ein ohrenzer reißendes Geschrei, das eine Viertelstunde lang angielt. Dic Abgeordneten traten einander drohend gegenüber, ein Sturm auf die Redner- und Präsidententribüne wurde mit Mühe und Not von den Anhängern der Regierung zurückgeschla jen, zwischen mehreren Abgeordneten kam es zu Duellforde. rungen. Schließlich mußte der Vizepräsident Tallian die Sigung unterbrechen. Nach der Wiederaufnahme der Ver. handlungen begann das Spiel von neuem, sobald sich Grai Khuen erhoben hatte. Der Ministerpräsident stand 10 mi. nuten da, ohne zum Worte zu kommen, und der Präsident mußte die Sitzung wieder unterbrechen. Als die Beratung zum dritten Mal begann uner verseive out to wie vordem, überreichte Graf Schuen seinen Antrag dem Präsidium schriftlich. Im nächsten Augenblick stürmite die Opposition die Präsidententribüne, riß dem Schriftführer. der über und über mit Tinte begossen wurde, den Antrag aus der Hand und zerpflückte ihn in tausend Fetzen. Der Präsident Tallian rief den ihn umdrängenden Oppoſitio nellen zu, indem er nach einem Revolver griff:„ Wer mich berührt, ist ein Kind des Todes". Ein oppositioneller Ab. geordneter schrie:„ Einen Präsidenten, der ungesetzlich vor. geht, werfen wir von der Präsidententribüne herunter." Inzwischen hatte auch die Regierungspartei die Präsidenten. tribüne gestürmit, und zwischen ihr und den Oppoſitionellen fam es zu einem regelrechten Handgemenge. In diesem allgemeinen Tohuwabohu erfolgte die dritte Suspension der Sizung. Späterhin wurde das Haus ruhiger, die Opposi tion trieb Obstruktion durch Dauerreden, die sich bis Mitternacht hinzogen. Schließlich räumte sie den Platz mit der Erklärung, daß die Sitzung nicht fortgesetzt werden könne, da die Mittwochsfizung um Mitternacht zu Ende sei und die Donnerstagsjibung nicht ordnungsgemäß anberaumt ſei Wolle man jetzt noch einen Beschluß fassen, so sei er unge setzlich. Das focht aber die Regierungspartei nicht an, und der Antrag des Grafen Khuen wurde, nachdem die Oppoition unter dem Gesang der Nationalhymne den Saal verlassen hatte, angenommen. Der Graf Khuen, der übrigens den Ueberbringer des Bestechungsgeldes, den früheren Abg. Dienes, wegen Verleumdung der Regierung verflagt hat - Dienes hat sich inzwischen aus dem Staube gemacht scheint über die Skandalizenen ganz erfreut zu sein, weil ie ihm eine Handhabe zur Auflösung des Hauses bieten, die er plant. Ein nettes Parlament! Sozialliberal. CB. Nach den Veröffentlichungen in der Presse scheint die Verschmelzung zwischen der freisinnigen Vereinigung und den Nationalsozialen unmittelbar bevorzustehen. Zwischen dem Führer der letzteren, Pfarrer Naumann, und dem Vorsitzenden der freisinnigen Vereinigung, Schrader, haben die vorbereitenden brieflichen Verhandlungen stattgefunden, die beiderseits zu einem befriedigenden Ergebnis geführt haben sollen. Zwar verlangt die süddeutsche Gruppe von der freisinnigen Vereinigung das Zugeständnis, daß sie auch in dem Namen das soziale Element fenntlich macht und sich in Zukunft als„ sozialliberal" bezeichnet, und der nationalsoziale Professor Sohm möchte sogar, daß der nationalsoziale Gedanke das Uebergewicht erhielte. Indessen treten alle diese Einzelfragen hinter der Tatsache zurück, beide Gruppen sich zusammenfinden wollen. Sollte die Verschmelzung einmal zustande gekommen sein, dann werden selbstverständlich beide Richtungen aneinander abfärben, wie das ja in einem gewissen Grade hente schon geschehen ist. daß Denn beide Parteiorganisationen sind, wie die Eidgenossen in Schillers Tell", von verschiedenen Wegen her gekommen, um den Rütlischwur zu tun, und gerade die Verschiedenartigkeit der ursprünglichen Ziele macht es and der politischen Kritik zweifelhaft, ob der Bund ein dauern der sein wird. Die Freijinnige Zeitung" scheint ernstliche Zweifel daran zu hegen, und die übrige bürgerliche Presse erblickt in dem Bunde die erste Etappe auf dem entschie denen Linksabmarsch der freisinnigen Vereinigung, die nunmehr ihr Feldlager vor den Toren der Sozialdemokratic errichten wolle. Das Organ der sozialdemokratischen Partei selber aber erörtert ebenfalls die inneren Gegensäte, die in der neuen Firma von Anfang an hervortreten dürf ten, und kommt zu dem Schlusse, daß ein soziales Bestreben und ein Erfolg für ein soziales Programmi das zeige ja gerade das Schicksal der Nationalsozialen außerhalb der Sozialdemokratie nicht zu erwarten sei. Der tatsächliche Effekt dieser Verschmelzung ist unbedeutend. Die freisinnige Vereinigung erzielte 240 000, die Nationalsozialen brachten es auf 30 000 Stimmen, die ersteren haben 9, die letzteren 1 Abgeordneten; also auch durch ihre Verschmelzung erreichen sie nicht einmal Frattionsstärke. Nach der Haltung aber, welche die linke Nachbarschaft, die freisinnige und die süddeutsche Volkspartei, zu dem Plane einnehmen, muß man von diesen Schritte eine Entfremdung der liberalen Parteigruppen erwarten, so das also von dieser Seite aus keine Abkommandierungen, behufs Erreichung der Fraktionsstärfe stattfinden werden. Vielleicht wäre es für die freisimmige Vereinigung vorteil hafter gewesen, wenn Herr v. Gerlach lediglich als Hoipi tant beigetreten wäre. Da in allen solchen Fragen das persönliche Moment mehr mitspricht, als es in der grauen Theorie der Fall zu sein scheint, so darf man die Zukunftsaussichten auch unter diesem Gesichtspunkte wägen. Die freisinnige Vereinigung bringt in den neuen Bund die Reifheit des Alters mit: selbst der temperamentvolle Herr Dr. Barth gehört nicht mehr zu den Jüngsten. Die Nationalsozialen aber stellen den Feuerkopf Naumann und den jungen, ebenfalls übersprudelnden Herrn v. Gerlach auf die Schanzen. Das agitatorisch eindrucksvollsie Material wird also von diesem Teile geliefert und so ist es nicht unmöglich, daß das nationalsoziale Programm bei dem neuen Bund stärker durchimmern mird als das fra ahler muffin. Darauf kommit alles an. Was nüht vorn das Trommeln, wenn hinten keine Soldaten find? Die Politik. Ein Reichskomitee für die Ueberschwemmten. Auf Anregung des Grafen Posadowsky hat sich in der Reichshauptstadt ein unter dem Protektorat des Kronprinzen stehendes Hilfskomitee für die Ueberschwemmten in Schlesien, Posen und Brandenburg gebildet, das seine Tätig. feit auch auf Westpreußen ausdehnen dürfte. Dem Komitee gehören einstweilen etwa 80 hervorragende Persönlichkeiten aus der Gesellschaft, der höheren Beamten-, Bank- und Zeitungswelt an. Dem Komitee, dessen Vorsitz Graf Posadowsky übernahm, sind vom Centrallandesverein vom Roten Kreuz sofort 50 000 Marf überwiesen worden. Davon wurden 35 000 Mark nach Schlesien, 10.000 Marf nach Posen und 5000 Mark nach Brandenburg überwiesen. Eine Schulturustatistik. Der preußische Kultusminister hat dem deutschen Turnlehrerverein zur Ausführung einer Schulturustatistik eine Beihilfe von 1000 Mark bewilligt. Zugleich sind die Regierungen und Provinzialschulkollegien beauftragt worden, die Leiter der höheren und niederen Unterrichtsanstalten, sowie die Kreis- und Lokalinspektoren anzuweisen, die ihnen vom geschäftsführenden Ausschuß des deutschen Turnlehrervereins zugehenden Fragebogen für die Turnſtatiſtik sorgfältig auszufüllen und pünktlich zurückzusenden. Lehrer im Schulvorstande. Es ist eine alte Forderung des Volksschullehrerstandes, daß in den Schulvorständen( Schulfommissionen) auch ein Lehrer der betr. Schule Sitz und Stimme haben soll. Der preußische Kultusminister hat vor einigen Jahren den Gemeinden die Berücksichtigung dieses Wunsches empfohlen; doch haben nur wenige Gemeinden in diesem Sinne gehandelt. Nunmehr soll die Angelegenheit wenigstens für Westfalen allgemein geregelt werden. Der Oberpräsident hat nämlich mit Genehmigung des Kultusministers verfügt, daß zu den ständigen Mitgliedern des Schulvorstandes( Pfarrer, Bürgermeister, Schulze u. s. w.) in Zukunft ein von der Regierung zu bestimmender, endgültig angestellter Lehrer der Schule hinzutritt. Letzterer ist in Angelegenheiten, die seine Persönlichkeit und seine Interessen betreffen, von der Teilnahme an der Beratung und Abstimmung ausgeschlossen. Eine wunderliche Scharfschießübung. Eine seltsame Methode, die Brauchbarkeit der Kriegsschiffpanzerung zu erproben, will der französische Marineminister Pelletan anwenden. Anfang August soll auf der Reede von Brest das Panzerschiff„ Massena" auf den Geschützturm des Panzerschiffs Suffren" einen scharfen Schuß abgeben mit einem Geschoß von 305 Millimeter, welches mit Sand gefüllt, aber mit kriegsmäßiger Ladung abgefeuert werden wird. Die gesamte Mannschaft des „ Suffren" wird sich hierbei an Bord befinden, jedoch in vollster Sicherheit. Der Versuch bezweckt, den genauen militärischen Wert der Geschüßtürme festzustellen. Angeblich will Pelletan durch das Experiment den geringen Nutzen der schweren Panzerschiffe nachweisen. Ob er das durch die Wirkung eines mit Sand gefüllten Geschosses beweisen kann, ist eine andere Frage. Und was soll die Mannschaft auf dem beschossenen Schiff? getroffen. Nein, ich besive gar nichts und verlange auch Diese Bemerkung machte die Fürstin stubig. " Giner aniich Bringe das denen wieder zurück, die dich zu mir gefandt haben", iagte er in heitele amei ge Schriftstellerei, ar mit recht hübschem Erfolge. Erst aten Befuche Olga phruloma Serbisch- bulgarische Phantasieen. Trotz der Koburger Dementis bleibt die Belgrader Presse dabei, daß sich eine Bewegung zur Absetzung des Fürsten Ferdinand in Bulgarien anspinne. Die Anhänger Zankows und Radoslawows sollen ein Revolutions- Projramm entworfen haben, das nicht nur die Entthronung de Fürsten und den Ausschluß seiner Nachkommen von der Thronfolge fordert, sondern auch dahin abzielt, Bulgarien mit Serbien unter dem Scepter der Karageorgiewitsch zu vereinigen; beide Staaten sollen dann gemeinsam an die Lösung der macedonischen Frage gehen, d. h. sich Macedonien angliedern. Ein gar nicht übler Plan für die beiden Bölfergernegroße! Wir glauben schon, daß man in Belgrad damit einverstanden sein mag, und auch in Bulgarien wird es Leute geben, die von einem solchen vereinigten Königreich träumen. Nur schade, daß die Mächte, insbesondere Rußland und Desterreich, für einen solchen Umschwung auf dem Balkan nicht zu haben sind! Arbeiterunruhen in Südrußland. Nur die wenigsten Fälle von Arbeiterunruhen kommen in Rußland zur allgemeinen Kenntnis. Es muß schon recht bös hergegangen sein, wenn das Vertuschungssystem der Tschinownits nicht ausreicht. Das gilt zweifellos auch von den Eisenbahn- Arbeiterfrawallen in Batum, die vor etwa acht Wochen ausbrachen und trotz des Eingreifens der Rosaten noch immer nicht beendet sind. Jezt wird nämlich wieder gemeldet: Auf der Station Michailowo, an der Strecke von Tiflis nach Batum, stellten die Arbeiter die Arbeit ein und führten Unordnungen herbei, indem sie einen Güterzug aufhielten. Der Aufforderung der Eisenbahnobrigkeit, der Polizei und der Chefs des Militärkommandos, auseinanderzugehen, folgte die Menge nicht. Als sie darauf einen aus Borshom kommenden Zug aufzuhalten versuchte, rückte ein 40 Mann starkes Kommando nach mehrmaliger Warnung gegen die Menge vor, welche es mit Stein hagel und einigen Revolverschüssen empfing. Da erscholl das Kommando: Feuer!" Zehn Arbeiter blieben tot, 18 wurden verwundet. Darauf trat Ruhe ein, und der Zugverkehr wurde wiederhergestellt. Selbstverständlich ist das eine schönfärberische Darstellung. In Wirklichkeit werden wohl mehr Arbeiter als diese 28 haben dran glauben müssen. Der Kosak ist von Humanität nicht angekränkelt. Auch aus Odessa kommen Nachrichten von einem großen Streif verschiedener Arbeiterkategorien. Etwa 600 Fabritarbeiter feiern, sie fordern große Lohnerhöhungen und Herabsetzung der Arbeitszeit Daneben haben die Straßenbahnangestellten ebenfalls die Arbeit eingestellt, der gesamte Straßenbahnverkehr stockt. Die Wagenführer und Kondukteure legten sich vor den Waggondepots auf die Schienen, um so das Auslaufen der Wagen unmög lich zu machen. Sonst bewahren die Streifenden große Ruhe. Was wird das Ende vom Liede sein? Selbst wenn die Unternehmer sich mit den Arbeitern in Güte verständigen, wird über die Arbeiter ein großes Strafgericht der Knute hereinbrechen... Kurze politische Nachrichten. kommande des 13. Armeekorps hat fürzlich verfügt, daß jeder Offizier, Truppennen a., gegen den durch die Presse eine Beschuldigung erhoben wird, sofort zur Einleitung der Untersuchung Bericht zu erjtatten hat. * Der 3 ar hat seinen Flügeladjutanten Fürsten Obolenski in das Weichselgebiet kommandiert, um unter der Bevölkerung des Ueberschwemmungsgebietes 200 000 Rubel aus der Privatschatulle des Zaren zu verteilen. * ems der Jicid) sdeutschen kommerzienrat Tillmanns und Ge mahlin auf ihrem Landsitz in Pargola ein großes Jest, den der deutsche Botschafter Graf v. Alvensleben mit den Herrer der Botschaft und des deutschen Konsulats, der Komman dant und das Offizierkorps der„ Stein", Kapitän 3. Se Frhr. v. Schimmelmann mit Gemahlin sowie zahlreich Herren und Damen der deutschen Kolonie beiwohnten. Einer Einladung des Kaisers folgend besuchten die Difiziere uni Kadetten Peterhof, wo ihnen im großen Palais ein Früh stück geboten wurde. Abends fand an Bord der„ Stein' ein Diner statt. Jetzt erst kommt aus Persien die Kunde von einem Volksaufruhr, der Ende Juni in Nezd gegen die Sekte der Babi ausbrach. Die Häuser der Babisten wurden sämtlich geplündert und viele Settierer gemordet. Der Gouver neur wurde gezwungen, eine Anzahl Babisten hinrichten zu lassen. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser ist gestern von Mo aus in Drontheim ingetroffen und von der Festung mit Salut begrüßt worden. Der Hafen ist mit Flaggen reich geschmückt. ** Brinz Heinrich von Preußen ist an Bord seines Flaggschiffes von der Norwegenreise wieder in Kiel einjetroffen. Hus dem Gerichtssaal Schon wieder ein ungetreuer Bankier. Eine Auf sehen erregende Verhaftung wird aus Dresden gemeldet. Der geheime Kommerzienrat Viftor Hahn von der bekannten Firma Eduard Rocksch Nachfolger mußte wegen Untreue ins Untersuchungsgefängnis wandern. Schon seit längerer Zeit waren über den Verhafteten Gerüchte im Umlauf, nad denen er als Vorsitzender des Aufsichtsrats verschiedener Aktiengesellschaften Manipulationen vorgenommen habe, die gegen Treu und Glauben verstoßen. Grund zur Verhaftung Hahns soll der Umstand gewesen sein, daß er vor längerer Zeit Effekten, die von seiner Kundschaft bei ihm deponiert waren, bei anderen Banken weiter verpfändete. Zwischen Hahn einerseits und englischen und österreichischen Banken andererseits schwebten Verhandlungen zum Zweck der Uni vandlung des Bankhauses Eduard Rocksch Nachf. in eine Aktiengesellschaft. Die Verhandlungen sollten dieser Tage zum Abschluß gelangen. § In einem sensationellen Prozeß ist jetzt die Voruntersuchung beendet worden. Der Gerichtssekretär Baganz in Berlin ist des wiederholten Verbrechens im Amte bes uldigt, dadurch begangen, daß er von den ihm zur Verfügung stehen. den Aften den Angeklagten Kenntnis verschafft hatte. Er soll durch diese rechtswidrigen Handlungen in einem Jahre 90 000 Mart verdient haben. Seine Frau wurde vor einigen Wochen ebenfalls in Haft genommen. Außer dem Ehepaare befindet sich noch der frühere Häuseradministrator H. in Haft, der zuerst den Gerichtssekretär Baganz angestiftet haben soll, seine Beamteneigenschaft in der geschilderten Weise zu mißbrauchen. Ein vierter Beteiligter, der Kaufmann Courth, hat sich, wie derzeit mitgeteilt wurde, im Untersuchungsgefängnisse erhängt. Auch der frühere Rechtsanwalt, jetzige Rittergutsbesizer Justizrat. ist an der Sache beteiligt; er wurde ebenfalls in Haft genommen, aber gegen die hohe Kaution von 150 000 Mark wieder auf freien Fuß gesetzt. Weitere Angeklagte sind ein Direktor P. und ein Juwelier A., so daß insgesamt sechs Personen auf der Anflagebank werden Platz nehmen müssen. Man erwartet aber, daß der Prozeß noch weitere Enthüllungen und eventuelle Verhaftungen bringen wird. Nab und Fern. Einen gefährlichen Wanderkollegen hatte sich der Rentier Bölker aus Köln ausgesucht, der vom Turnsest in Nürn berg aus einen Ausflug nach München gemacht und dort nit dem Buchhalter Baureis bekannt geworden war. Bau teis schloß sich dem Rentier auf einer Tour nach Schliersee und Umgegend an und überfiel beim Abstiege von der Bindelalm den Ahnungslosen mit einem schweren Knüttel. Völker, trop vorgerückter Jahre ein kräftiger Mann, setzte sich zur Wehr und konnte troß schinerer Verlegungen sein Leben retten, doch nicht sein wohlgefülltes Portemonnaie, bas dem Gauner zur Beute fiel. Bilfer liegt schwer kranl im Tegernseer Hospital. Der Räuber wurde 48 Stunden nach begangener Tat in München verhaftet. Thrungen unseres Schulschiffes Stein" in Peters burg. Der Kommandant des deutschen Schulschiffes„ Stein" Fregattentapitän v. Dambrowski wurde gestern vom Groß fürsten Alerei Alexandrowitsch in Abschiedsaudienz empfan gen, da die„ Stein" Petersburg verließ. Mit ihm zu gleich machten der Kapitän zur See Freiherr v. Schimmel mann behufs Abmeldung von seinem bisherigen Posten als Marineattachee und der neue Marineattachee Korvetten Kapitän Hinge dem Großfürsten ihre Aufwartung. Dieser überreichte Freiherrn v. Schimmelmann sein Bildnis mis Namensunterschrift. Zu Ehren des Offizierskorps des deut schen Schulschiffes Stein" gaben der Präsident des Ver Ein furchtbares Drama spielte sich in einer sension der Berliner Lüẞowstraße ab. Zwei Schwestern, die kurz vorher dort Wohnung genommen hatten, machten unter wahrhaft theatralischen Umständen ihrem Leben durch einen Sturz aus dem Fenster ein Ende. Nachdem sie die Türen fest verriegelt, erschienen sie abwechselnd auf dem äußersten Rande des Fensters, um sich hinabzustürzen, beließen es jedoch fast eine Stunde lang bei diesem Experimente, so daß die zahlreiche Menschenmenge, die sich vor dem Hauſe angesammelt hatte, schließlich nicht mehr an einen Selbstmordversuch glaubte. Als dann aber die Versuche der Polizisten, in die Wohnung einzudringen, stets an der Drohung der Damen, sich bei Annäherung der Polizisten in die Tiefe stürzen zu wollen, scheiterten, wurde die Feuerwehr herbeigerufen; doch gerade als diese herannahte, erfolgte das Schauerliche. Kurz nacheinander ließen sich die beiden Damen vor den Augen der gesamten Menge aus dem Fenster leiten, und im nächsten Augenblick lagen die zerschmetterten korper auf dem plasier. Die eine vei Schwestern wur sofort tot, die andere starb nach kurzer Zeit. Der Grund zu der furchtbaren Tat waren Nahrungssorgen. + Typhusepidemie in einem württembergischen Regiment. Beim zweiten Bataillon des 119. Infanterie- Regiments in Stuttgart sind 14 Typhuserkrankungen festgestellt worden, die sämtlich einen milden Verlauf genommen haben. Seit bem 17. d. Mts. ist kein neuer Fall vorgekommen. den englischen Kanal in den Atlantischen Ozean, und am 20. Juli erreichte die„ Arnau" Lissabon. [ Den Uebermodernen ins Stammbuch] stiftet ein Münchener Schriftsteller folgenden klassischen Vers: Explosionskatastrophe. In der amerikanischen Patronenfabrik Tewksbury erfolgte durch Selbstentzündung von Dynamit eine furchtbare Explosion, bei der 25 Menschen getötet und über 100 verletzt wurden. Der Donner der Explosion war 10 Meilen weit bis Boston zu hören. Die Stätte des Unglücks gleicht einem Schlachtfelde. Bunte Chronik. Während einer Segelregatta bei Naroeröd( Norwegen) wurden dreißig Jachten durch einen Dr. fan zerstört. Menschenleben waren nicht zu beklagen. - Die Zahl der bei dem Brande des Dampfers Peter 1." auf der Wolga umgekommenen Personen beträgt, wie jetzt festgestellt wird, 54. In den Petroleumwerken von Batu entstand ein neuer Brand, wodurch 22 Bohrtürme eingeäschert wurden. Vermischtes. Enkere Aesthetik Die hab i eh' dick. Entere Erotik Die hab' i so dick. Enfere Kritik Wie hab' i die dick! Und enfer' Dramatik? - Die hab' i aa dick! +[ Der Telegraph beim Tode des Papstes.] Die folgen. den Zahlen geben eine Idee von der fieberhaften Erwartung jeder Krankheitsphase des Papstes und von der ungeheuren Verbreitung von der Todesnachricht in der ganzen Welt. Am Todestage des Papstes nahm das Telegraphenbureau in Rom 24 380 Lire ein. Von etwa 250 000 abgesandten Worten wurden 45 000 nach Frankreich befördert. In den Tagen der Krankheit des Papstes wurden 8 bis 15 000 Lire täglich eingenommen. Es ist bemerkenswert, daß das römische Telegraphenbureau bei feinem Anlaß die tägliche Einnahme von 13 000 Lire überschritten hatte. Beim Tode Humberts wurden wenig mehr als 11 000 Lire eingenommen, da das Ereignis unerwartet eintrat. Am Tage der Ve stattung Humberts 1. Tiefen 13 000 Lire ein. [ Würde bringt Bürde.] Eine eigenartige Verpflich tung ist, wie aus Rosenberg in Westpreußen gemeldet wird, der Kaiserin durch die neuliche Annahme der Königswürde der dortigen Schützengilde entstanden. Die Gilde besitzt näm lich einen Ehrenschap, bestehend aus einem Ehrenkreuz mit Inschrift und einem goldenen Löffel. Nach dem Statut muß der jeweilige Schüßenkönig diesen Schaz aufbewahren. Die Kaiserin hat sich ebenfalls dazu bereit erflärt, und so wird sich, demnächst eine Deputation der Gilde nach Cadinen begeben, un der Kaiserin den Schatz der Gilde anzuvertrauen. [ Ein schwarzer" deutscher Buchdrucker.] In der Zungenheilstätte Oberfaufungen bei Kassel starb ein schwarzer Buchdrucker, Daniel Disom aus Kamerun. Disom, der einige zwanzig Jahre alt war, erlernte erst die Buchbinderei, später die Buchdruckerei, war in Hamburg, Berlin u. 1. w. tätig und beabsichtigte später in seiner Heimat eine Druckerei zu gründen. 6. Gigung Gießen für 4. Die Han $ 616 des Bürge gefegbuches einen $ 63 Abs. 2 be ftimmt, daß einem Schulbetes Unglüd ihm etwa zufließe fallversicherung dürfen. Die Ra zwischen den beid Beseitigung des fozialpolitischen 5. Jn ber b Bufammenftellung abgehaltenen 50 Domenialwa Mengen und den Wohnorte der R wird darauf hin Namen der Käuf und die Unterla Rammer Schloß entsprechenden 6. Die Har gabe an den p Arbeiten beantra Bezirks- Eisenbahn der Binnenwirts im Bezirke der A ift, fo erklärte f Antrage einverftar 7. Eingänge a) Von der wiesen, daß im S forderungen an und daß es sich den Hausbedarf iegt zu beziehen bember damit zu Ausnußung des [ Bilder ohne Worte.] Die neueste Errungenschaft der illustrierten Postkarten- Industrie sind Einladungen durch Bilder ohne Worte. Villen- und Schloßbesizer in der näheren oder weiteren Umgegend von Paris lassen in dieser Beit, wo man Freunde zu Sommer- oder Jagdfreuden zu sich ins Grüne bittet, alle ihre Fremdenzimmer photo. graphieren und senden dem Gaste, den sie gewinnen wollen, ein Bild des Zimmers, das ihm bestimmt mit zwei Daten, welche besagen, wann und wie lange es zu seiner Verfügung steht. Und wenn der Empfänger die Einladung annimmt, so antwortet er mittels einer gleichfalls lakonischen Postkarte, die wenig mehr als sein Bild enthält. Das heißt dock flar und deutlich: Da bin ich! [ Eine Dampferfahrt auf Umwegen.] Eine lange Fahri hat der Dampfer„ Arnau" aus Königsberg i. Pr. machen müssen, um jetzt endlich nach Lissabon, wohin er verkauft ist, zu gelangen. Da die Maschine des Dampfers nicht für Salzwasser eingerichtet war und erst in Hamburg umgebaut verden sollte, so mußte der Umweg durch die Binnengewässer Norddeutschlands gewählt werden. Am 16. Juni abends fuhr der„ Arnau" von Königsberg ab den Pregel hinab über das Haff durch den alten Haffkanal in die Weichsel bis Bromberg. Nun ging es durch die Kanäle, welche die östlichen Flußgebiete mit den westlichen verbinden. Durch 12 Schleusen wird die Wasserscheide zwischen Weichsel und Oder überwunden. Am 19. war er nach Passieren der Schleusen der Nege in Filehne, am 20. in Frankfurt; am 21. fuhr der Dampfer früh in die Spree, mittags landete er in Berlin an der Jannowvißbrücke, dann ging es bis Spandau und abends in die Havel hinein. Am nächsten Tage folgte die Fahrt über den Planer See, Rathenow wurde passiert, dann Havelberg, und mittags war die Elbe erreicht, am nächsten Tage war man in Harburg. Von dort ging nach dem Umvau am 12. Juli die Reise weiter über die Nordsee, durch Weitere Opfer der Lynchjustiz in Amerika. Die Lynch epidemie in Amerika sucht weiter ihre Opfer und zwar unite Schuldigen und Unschuldigen. Der in Darien( Georgia als Schänder einer jungen Dame kürzlich gelynchte Nege war, wie sich jetzt herausstellt, unschuldig. Der wirklid Schuldige, Olaus, ist erst jetzt aufgegriffen und wird wahr scheinlich auch gelyncht werden. Der Detektive Peel in Foster ( Pennsylvanien) wurde beinahe gciyncht, weil er ermittelte daß angesehene Einwohner die Lackawannabahn bestahlen In Shrewport( Louisiana) knüpfte ein Pöbelhaufen die Ne gerin Jenny Steer auf und durchlöcherte ihre Leiche mi Kugeln. Die Negerin war beschuldigt, eine junge Dame vergiftet zu haben. Sie leugnete es, hat aber vermutlich außerdem noch eine Frau Matthews vergiftet, wofür neu. lich ein Neger gelyncht worden ist. Ruchlose Grabschändungen wurden in Würzburg entdeckt. Seit Jahren sind auf dem dortigen Kirchhof von Dieben Zinksärge aus den Gräbern gestohlen und an Alteisenhändler verkauft worden. Ein Leichemvärter ist vom Dienst suspendiert, eine Händlerin und mehrere andere Personen verhaftet worden. Die Rubezeit für kaufmännisches Personal muß nact einer Berliner Gerichtsentscheidung auf jeden Fall inne gehalten werden. Das Personal darf auf die durch die Reichsgewerbeordnung ihm gewährleistete Ruhezeit auch nicht freiwillig verzichten. Ein Berliner Mehlhändler wurde infolge dieses vom Gericht aufgestellten Grundsages, zu 10 Mark Geldstrafe verurteilt, weil er auf Grund einer Ver einbarung mit seinem Personal durch dieses die Reinigung der Geschäftsräume in der Nacht vom Sonnabend zum Sonn tag vornehmen ließ. Dadurch würde die gefeßlich gewähr. leistete Ruhezeit von mindestens 10 Stunden nach beendeter täglicher Arbeitszeit illusorisch. Zu einem derartigen VorJehen berechtigen nach Meinung des Gerichtshofes den Prinzipal auch entsprechende Abmachungen mit dem Peronal nicht. ** Für die Rekognoszierung von unbekannten Toten ist seit iniger Zeit auf ministerielle Anordnung von zahlreichen Bolizei- Vorständen eine bemerkenswerte Maßnahme geroffen worden. Falls die Persönlichkeit eines durch Selbst. nord oder Unglück Geendeten nicht festgestellt werden kann, vird die Leiche photographiert und die Kopie in den Polizeijebäuden zur Ansicht ausgehängt. Die Refognoszierung ines unbefannten Toten wird mit einer Geldspende belohnt. Der zweite Trauergottesdienst in der Sixtinischen Ka pelle wurde gestern von dem Kollegium der Stardinäle in Kom für den verstorbenen Papst abgehalten. Kardinal Kopp las die Trauermesse, die Kardinäle Goossens, Svampa, Gruscha und Perraud erteilten die Absolution. Außer 50 Kardinälen nahmen wieder der Adel und das diplomatische Horps an der Feier teil. In München und Breslau fanden wiederum große Trauerfeierlichkeiten für den Papst statt. und Entladung d b) Feftigif händler", heraus verbandes deuts ( enthält verschied wickelung der deu ein Artikel Gie " c) Von zu teilungen zugegan Türkei, Abjaggel Syrien, für die Geld- und Geschäf Import nach Bo nischen Papierindu über den Erfolg beutsche Handelst Firmen in Londo Die Eingang Bureau der Hand Sigung Der Oberbür um 4 Uhr die verordneten vor daß unser nächste Trieb abgehalten der Bersammlung beiden Veranstalt eine für beide T freudig begrüßen Renntnis davon erft fürzlich be nariftisch gebilde genehmigt hat. für die Wegsteing Erledigung eine werden muß. die Neufta't un Liebigstraße, es -Ein Baugriu Stelle feines alte Neubau aufführen haben einen Bau raite in ihrem f Anschluß an di Ein gewaltiges Schadenfener hat gestern in der eng sischen Hafenstadt Grimsby gewütet. Ein ausgedehntes dem Transitverkehr dienendes Gebäude des dortigen Dock: wurde durch Feuer zerstört. Da sich wertvolle Güter au Lager befanden, wird der Schaden auf mehr als 400 000 Mark geschätzt. [ Der Hut Therese Humberts.] Die„ große" Therese die geniale Schwindlerin, denkt nach Indiskretionen aus der Conciergerie des Untersuchungsgefängnisses, wo sie vor und nach Besuchen beim Richte. Bonnet ihre Coiffure ir Ordnung bringt, weniger an den bevorstehenden Prozeß der macht ihr feine Sorge, als an den Hut, den sie dabei tragen will. Ich werde meinen Hut"; äußerte ie zu den Umstehenden zu Ehren meiner bevorstehenden Freisprechung mit einer weißen Feder garnieren..." Und als jemand zu lächeln wagte, fügte sie melancholisch hinzu: „ Ich müßte allerdings cher eine schwarze Feder nehmen zur Erinnerung an meine Leiden und an alles, was mis die Justiz angetan hat." Therese Humbert hält auch in Gefängnis etwas auf sich, und vor allem sieht sie auf sauber Wäsche. Ueber den Boulevard du Palais kann man jetz jäufig eine ungefähr dreißigjährige, sehr bescheiden gekleidet Frau mit blassem, traurigem Gesicht gehen sehen. Auf der Arm trägt sie zwei in schwarzes Tuch gehüllte, gewiß schwere Pakete, denn sie geht sehr langsam. Es ist heiß. Des Schweiß perlt ihr auf der Stirn, die durch kein Puder förnchen erfrischt wird. Kein Mensch wähnt in ihr die ehe malige Millionärin, die reiche Verlobte... die arme Mari Daurignac, welche in die Conciergerie eilt, um der Schweste Madame Humbert und dem Schwager frische Wäsche zu bringen. Der Weftanlage. wird jedoch abgele weil, würde ma und Berbre fon langft ge tellt, wenigften wird befchloffen der Mühlgasse ( Hotel Schütz) monadh er an d Wintergarten un Fremdenzimmer und Baltone ang bedarf, der aud fürwortet wird. für einen in de und am ftet ein folgen. wartung geheuren en Welt. enbureau esandten In den 15.000 daß das tägliche eim Tode nommen, der De. Schaft der n durd in der in vieser euden zu photo. n wollen, ei Daten Berfügung annimmt Postkarte, Seißt dod Die Lynch war ühte ( Georgia hte Nege r wirklid wird wahr in Foster ermittelte bestahlen en die Ne Leiche mi nge- Dame bermutlic ofür neu burg ent von DieAlkeisen. om Dienst Personen muß nad Fallinne Durch die zeit aud dler wurde dsazes zu einer Ver Reinigung um Sonn ch gewähr beendeter tigen Vor hofes den dem Per oten ist seil zahlreichen hme ge ch Selbst. den kann, n Polizei oszierung De belohnt. ischen Ka rdinäle in Kardinal Svampa, Außer 50 lomatische au fanden it statt. In der eng sgedehntes igen Dod: Güter auf 400 000 e" Therese tionen aus wo sie vol Coiffure ir Prozeb it, den sie äußerte rſtehender .." Uni isch hinzu: er nehmen , was mit It auch im auf fauber: 1 man jet: n gekleidet Auf dem wiß schwer: heiß. Des ein Puder hr die ehe rme Mari Schwester Wäsche zu 6. Sigung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll Auszug. Gießen, 28. Juli 1903. ( Schluß) 4. Die Handelstammer zu Mez erblickt zwischen dem § 616 des Bürgerl. Gesetzbuches und dem§ 63 des Handelsgesetzbuches einen Widerspruch, und regt die Aufhebung des § 63 Abs. 2 des Handelsgesetzbuches an, welcher bestimmt, daß einem Handlungsgehilfen, der durch ein unverschuldetes Unglück an der Dienstleistung verhindert ist, die ihm etwa zufließenden Beiträge aus der Kranken- und Unfallversicherung von dem Gehalte nicht abgezogen werden dürfen. Die Rammer ist der Ansicht, daß ein Widerspruch zwischen den beiden Paragraphen nicht besteht und hält eine Beseitigung des§ 63 Abs. 2 des Handelsgesetzbuches aus sozialpolitischen Gründen für nicht gerechtfertigt. 5. In der von der Großh. Regierung herausgegebenen Busammenstellung der Meistgebote der im Jahre 1902/03 abgehaltenen Holzverkäufen aus den hessischen Domenialwaldungen sind außer den verkauften Mengen und den erzielten Preisen auch die Namen und Wohnorte der Käufer angegeben. Von den Holzhändlern wird darauf hingewiesen, daß eine Veröffentlichung der Namen der Käufer nicht im faufmännischen Interesse liege und die Unterlassung ihrer Bekanntgabe befürwortet. Die Rammer schloß sich dieser Anregung an und wird einen entsprechenden Antrag an die Großh. Regierung richten. 6. Die Handelskammer zu Duisburg hat in einer Eingabe an den preußischen Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten beantragt, bei der neuen Zusammens gung der Bezirks- Eisenbahnräte in diesen eine besondere Vertretung der Binnenwirtschaft herbeiführen zu wollen. Wenn auch im Bezirke der Kammer die Binnenschiffahrt nicht vertreten ist, so erklärte sich die Kammer doch prinzipiel mit dem Antrage einverstanden. 7. Eingänge: a) Von der Eisenbahnverwaltung wird darauf hinge wiesen, daß im Herbst voraussichtlich wieder sehr hohe Anforderungen an den Staatsbahnwagenpart gestellt werden, und daß es sich im Interesse eines raschen Verkehrs empfiehlt, den Hausbedarf an Kohlen u. s. w für den Winter schon jezt zu beziehen und nicht bis Anfang Oktober oder Nobember damit zu warten. Auch ist tunlichst auf die volle Ausnutzung des Ladegewichts, sowie auf die schleunige Beund Entladung der Wagen Bedacht zu nehmen. " b) Festschrift der Zeitschrift Der deutsche Bigarrenhändler", herausgegeben zur Jahresversammlung des Zentralverbandes deutscher Zigarren- und Tabakladen- Inhaber ( enthält verschiedene Aufsäge über die Geschichte und Entwickelung der deutschen Bigarren- und Tabafindustrie, darunter ein Artikel Gießen als Fabrikationsort"). " c) Von zuverlässiger Seite sind der Kammer Mitteilungen zugegangen über die Einfuhr von Tuchen nach der Türkei, Absatzgelegenheit für Metalle und Metallwaren nach Syrien, für die deutsche Eisenindustrie nach Japan, über die Geld- und Geschäftsverhältnisse in Verakruz, über den direkten Import nach Portland, über Vorgänge in der nordamerikanischen Papierindustrie, über die merikanische Exportfommission, über den Erfolg der Amerikaner im Export, über die sogen. deutsche Handelsfammer in Bufarest und über zweifelhafte Firmen in London und Smyrna. Die Eingänge fönnen während der Geschäftsstunden im Bureau der Handelskammer eingesehen werden. Sihung der Stadtverordneten. Gießen, 30. Juli 1903. Der Oberbürgermeister Mecum eröffnete nachmittags um 4 Uhr die gut besuchte lezte Versammlung der Stadtverordneten vor den Ferien und macht derselben Mitteilung, baß unser nächster Herbftpferdemarkt am 14. September im Anschluß an die landwirtschaftliche Ausstellung auf dem Trieb abgehalten werden soll, er fügt unter der Zustimmung der Versammlung hinzu, daß man dieser Vereinigung der beiden Veranstaltungen( es ist wegen der Verlosung auch eine für beide Teile vorteilhafte Vereinbarung getroffen) nur freudig begrüßen fönne. Weiter wird den Stadtverordneten Kenntnis davon gegeben, daß das Ministerium das neue, erst fürzlich beschlossene, Regulativ der Gehälter der ſeminaristisch gebildeten Lehrer an unseren höheren Lehranstalten, genehmigt hat. Ein Baugesuch des Architeiten L. Huhn für die Websteingasse, wird zurückgestellt, da vorerst zu dessen Erledigung eine neue Fluchtlinie für diese Straße festgestellt werden muß. Gleiche Gesuche des Peter Pfeiffer für die Neuftast und des Bauunternehmer Winn für die Liebigstraße, es handelt sich um Dispens, sind zurückgezogen. -Ein Baugesuch des Fabrifanten Egly, derselbe will an Stelle seines alten Gebändes am Brandplag, einen modernen Neubau aufführen, wird genehmigt.- A. und M. Koerner haben einen Bauplan eingereicht zur Erbauung einer Hof raite in ihrem früheren an H. Winn verkauften Garten an der Weftanlage. Baugesuch Das darauf bassierende wird jedoch abgelehnt und zwar auf Antrag der Baudeputation, weil, würde man dem willfahren, die Durchführung und Verbreiterung der Mühlgasse, welche schon längst geplant ist, an der Westanlage in Frage ges stellt, wenigstens wesentlich erschwert werden würde, doch wird beschlossen, die Baufluchtlinie für die Durchführung der Mühlgasse alsbald fest zu sehen. Ph. Reizel ( Hotel Schüß) an der Bahnhofstraße legt einen Plan vor, wonach er an der Front der Bahnhofstraße Parterre einen Wintergarten und in den darüber geplanten Etagen 18 Fremdenzimmer erbauen will, an dem Gebäude sind Erfer und Baltone anzubringen geplant, wozu es eines Dispenses bedarf, der auch allerdings in etwas modifizierter Art befürwortet wird. Bauunternehmer Abermann wünscht für einen in der Plockstraße begonnenen Neubau den er | höhung bei Worms um 4,94 Pf., während Gießen mit 14 Pf. und Offenbach mit gar 17,892 Pf. recht beträchtliche Erhöhungen ihrer Steuerausschläge aufzuweisen haben. Pistolenduell. Fast sämtliche auswärtige Beitungen berichten von einem in Gießen stattgefundenen Duell. Einer der Beteiligten soll einen Schuß ins Bein betommen haben. Ob die Nachricht auf Warheit beruht, müssen wir dahingestellt sein lassen; uns ist etwas Bestimmtes darüber nicht bekannt geworden. Wiederholt wurden von Zeilenschindern" in letzter Zeit Nachrichten von Gießen in auswärtige Blätten lanziert, die nicht den Tatsachen entsprachen, so aß anzunehmen ist, daß es sich auch hier wieder um eine Ente" handelt, die gegen klingende Münze nach auswärts veryandelt ist. " forderlichen Dispens vom Massivbau eines Giebels, der besürwortet wird, dagegen wird der für die Anbringung eines Baltons abgelehnt, weil dieser ev. dem Nachbar hinder lich werden könnte. Der erbetene Dispens für den evangelischen Arbeiterverein für den Weglarer Weg von der Vorschrift der Bauordnung vom Massivbau, man will einen Giebel in Holzfachwert errichten, wird befürwortet. Ein Baugesuch Nachtigall wird zurückgestellt, damit die Baudeputation dasselbe noch beraten kann. J. Rudolph beabsichtigt sein Klavierlager entlang des Schoorgrabens an der Südanlage durch einen Anbau zu bergrößern und bittet ihm zu gestatten, auch diesen Anbau mit Fenstern nach der Anlage heraus versehen zu dürfen, die Versammlung beschließt zustimmend. Schreinermeister Heinzerling hat einen Blan eingereicht zur Erbauung eines Wohnhauses am Schiffenberger Weg außerhalb des Lich, 30. Juli. Troßdem die Arbeiten am BahnOrtsbebauungsplanes. Für diesen Bau an sich wird der erforderliche Dispens befürwortet, ein weiter gewünschter bau Buzbach Lich sehr rasch fortschreiten, wird es doch nicht Dispens vom Massivbau, er will Treppenwände in Holz- möglich sein, die Strecke schon am 1. Oktober zu eröffnen. Man glaubt allgemein, daß die Eröffnung erst am 1. Januar fachwert ausführen, wird nicht befürwortet wegen der Gefährlichkeit dieser Bauweise beim eventuellen Ausbruch eines stattfinden werde. Leider verliert Oberhessen durch den BahnBrandes. bau zirka 1300 Obstbänme, die in den Bahnkörper fallen. Weißbindermeister Helmold will außerhalb des Ortsbebauungsplanes in der verlängerten Ederstraße Die Eröffnung der Bahn wird sehnlichst erwartet. Für den 2 Wohnhäuser errichten, der hierzu erforderliche Dispens Bucker. übenbau wird dieselbe einen Aufschwung bringen. + Gundenhausen, 31. Juli. Dreizehn Personen, die wird nicht befürwortet, weil erst der Bebauungsplan für die im benachbarten Sammenheim an einem Hochzeitsmahl teilSchwarzlach hergestellt werden muß. Rechsanwalt Dr. genommen, liegen an Vergiftungserscheinungen schrer darJung wünscht an der Bahnhofstraße an einem von ihm geplanten Wohnhause je einen Balkon und Erker auszubauen nieder. Ein Teilnehmer ist schon gestorben. Aus dem Vogelsberg. Ein in den 70er Jahren und sucht vierzu um Dispens nach. Das Gesuch wird wird jedoch abgelehnt, weil Balfon und Erker den Nachstehender Landwirt in Ruppertenrod bestieg in einer barn hinderlich sein würden. Mühlenbesizer Möser Scheuer das Gerüst Hierbei glitt er aus und stürzte in die Tenne. Mit einer Hand blieb er an einem Hafen will bei seiner Mühle eine Lagerstelle in Fachwert errichten. Der hierzu nötige Dispens wird befürwortet. Ein Antrag hängen, wodurch ihm die Hand aufgerissen wurde. der Kultur Inspektion zur Entleerung der Eisteiche am Schiffenberger Weg die Durchlegung einer Rohrleitung durch städtische Wiesen zu zustimmen findet keine Bedenken, wenn die vom städtischen Tiefbauamt dabei gestellten Beingungen erfüllt werden. Der nächste Punkt: Benennung einer Querstraße vor der Marburgerstraße fällt aus. ( Schluß folgt.) = - 0000000000000 Abonnements für die Monate August und September werden zum Abonnements- Preis von Mt. 1.20, frei ins Haus, von unserer Expedition, sowie von unseren Trägern entgegengenommen. Die Expedition. 9999999999999 Lokales. Gießen, den 31. Juli 1903. ** Landesuniversität. Den Ruf als Nachfolger des am 1. Oktober in den Ruhestand tretenden ord. Prof. Dr. Heimburger hat der Privatdozent Dr. Wilh. van Calter, Freiburg i. B., angenommen. * * Gesangwettstreit. Der im Jahre 1884 gegründete Maschienenbauer Gesangverein beabsichtigt zu Pfingsten 1904 aus Anlaß seines 20jährigen Stiftungsfestes, einen großen Gesangwettstreit zu veranstalten. Die Vorbereitungen dazu sind in vollem Gange und einige Ausschüsse schon gewählt. Der Verein erfreut sich einer großen Sympathie und stehen ihm schon eine Anzahl wertvoller Ehrengaben zur Verfügung; auch unser Reichstagsabgeordnete kommerzienrat Heyligenstaedt hat sich sehr zustimmend zu der Veranstaltung ausgesprochen. Es sollen ca. 500 auswärtige Vereine zu dem Wettstreit, der entweder auf dem Trieb oder auf Oswalds Garten stattfinden soll, eingeladen werden. Die musikalische Leitung des jetzt 60 Mitglieder zählenden Vereins, liegt in den Händen des Herrn Musitlehrer W. Gernhardt. Es wäre daß das erste Mal, daß in unserer Stadt ein Gesangwettstreit stattfinden wird. Ohne Bweifel wird dies Unternehmen von den Sangesbrüdern der einzelnen Vereine mit Freuden begrüßt werden. * Die Gemeindesteuer stellt sich in den hessisch. Gemeinden, in welchen die Städteordnung gilt, im laufenden Jahre wie folgt, wobei zur Vergleichung die betreffenden Bahlen des Vorjahres beigefügt sind: Mainz Darmstadt Offenbach Worms Gießen Bingen Bad Nauheim Alzey Bensheim 1903-04 gegen 1902-03 Steuer Ausschlags. Steuer Ausschlagssumme prozente summe prozente Mt. Mt. 2,456,037 91,8 2,455,945 91,8 1,905,500 1,900,925 88,2 88,2 104,822 1,839,665 122,714 1,536,502 91,353 697,229 100,0 287,400 106,501 205,000 120,399 180,000 120,414 123,000 102,465 1,060,711 95,299 798,545 114,0 291,855 106,5 214,000 123,555 181,600 120,6 128,000 102,500 968,245 Mainz und Darmstadt haben ihren rorjährigen Steuersat genau beibehalten, während bei den Städten Bingen, Bad Nauhe m, Alzey und Bensheim die Abweichungen mehr abgerundeter Natur sind. Wesentlicher ist schon die SteuererOffenbach a. M., 30. Juli. Eine größere Anzahl hirsiger Rolonialwarenhändler gründete eine Einkaufsgenossenfaft. Frankfurt. Die Herbstmesse beginnt Mittwoch den 26. A gust und dauert bis einschließlich Dienstag den 15. September. Darmstadt, 30. Juli. Auf dem Jagdschloß Eulbach bei Erbach starb gestern Prinz Albrecht Stolberg- Stolberg, der Schwager des Grafen von Erbach. Nürnberg, 30. Juli. Das finanzielle Ergebnis des 10. deutschen Turnfestes ist so erfreulich, daß die Garantiefondszeichter und auch der von der Stadt Nürnberg geleistete Beitrag von 10 000 Mt. nicht in Anspruch genommen wer den dürften. Warscheinlich wird sich noch ein Reinüberschuß ergeben. ( Frfftr. 8tg.) Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 8. Sonntag nach Trinitatis, Sonntag den 2. JAugust] Rollefte für innere Mission. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde( für die Markusgemeinde bei Pfarrassistent Vogt, Goethestr. 27) erbeten. Vormittags 11.15 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Die Mitglieder der Vereinigung der tonfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde werden eingeladen, sich nächstfünftigen Sonntag, den 9. August, nachmittags gegen 22 Uhr an der Biebertalbahn zu einem Ausflug nach Hohensolms einzufinden. In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Bugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. im Bormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schwabe aus Rödgen. Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbesprechung Konfirmandensaal. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Samstag, den 1. August 1903. Vorabend 7.30 Uhr. Morgens 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabathausgang 8.55 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6 Uhr. Abends 7.30 Uhr. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag 2. August, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch den 5. August, abends 81/2 Uhr: Bibelstunde. Marktbericht. Ulrichstein. Der Jakobimarkt hatte sehr unter schlechtem Wetter zu leiden. Die Nachfrage war größer als das Angebot. Die Preise hielten sich auf der Höhe. Bezahlt wur den 1. Sorte Jungschweinen das Paar 45-50-55 Mt, 2. Sorte 40-42-45 Mt. 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Kahl, Frankfurterstraße 151, Emil Lot, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5, Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascots für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oftroirückvergütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwert Gießen. Wer weise, wählt Sturmvogel, das ist der Name eines modern gebauten, hocheleganten, unverwüstlichen und billigen Rades. in vorzüglicher Nähmaschinen Konstruktion Unsere Preisliste ist hochinteressant und lesenswert. Deutsche Fahrradwerke„ Sturmvogel" Gebr. Grüttner, Berlin- Halensee 103. nicht mit schwedischen Beeren zu zu verkaufen. Näheres vergleichen empfiehlt in Postcollis Fritz Konopatzky Nikolaiken( Dstvr.) 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