r. 281. bonnementpreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfs., ' s Saus gebracht 60 fg., burch die Poft bejogon ötertel hrlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberhefftfche Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obft- unb Gartenbau, sandte ble Bießener Geffenblasen( wöchentlich). Das Blatt. erscheint an allen Bertingen nachmitags. Montag, den 30. November 1903. Gießener 12. chruang. fa. Jasertion pret de Die einspaltige Betitgeile für Wießen wie gang Oberheffen, die Kreise Wehler und Marburg 10 forfft 15 Pfg.; Reklamen die Betttzelle 30 resp. 40 Big. 190& Boßzeitungsliste No. 3969. Rebattion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. Fernsprechanfchink Ne, 362. Neueste Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sichener Peitung für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Guthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Bekanntmachung. Betr.: Sonntagsruhe im Barbier- und Frisiergewerbe in der Stadt Gießen. Die Mehrzahl der Barbiere und Friseure der Stadt Gießen hat bei uns den Antrag gestellt, auf Grund des§ 41 lb der Gewerbeordnung Bestimmung zu treffen, daß die Ausübung des Barbier- und Friseurgewerbes in der Stadt Gießen in und außerhalb des Hauses( auch der selbständig b. b. ohne Gehilfen arbeitenden Meister) am ersten Weihnachts, Oster- und Pfingstfeiertag ganz untersagt, an Sonnund Festtagen auf die Beit bis 2 Uhr nachmittags beschränkt wird. Der Gewerbebetrieb der Friseusen soll mit Rücksicht auf die Eigenart desselben von einer derartigen Beschränkung ausgenommen sein. Gemäß§§ 85 bezw. 14 der Ausführungsanweisung zur Gewerbeordnung bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß wir den Herrn Kreisamtsregistrator Guthier dahier zum Kommissar zur Herbeiführung und Leitung der Abftimmung der beteiligten Gewerbetreibenden bestellt haben. Gießen, den 26. November 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. B.: Dr. Wagner. Bekanntmachung. Im Anschluß an obige Bekanntmachung des Großherzogl. Kreisamts Gießen bringe ich zur Kenntnis der Beteiligten, daß die Neußerungen für oder gegen den oben mit geteilten Antrag der Friseure und Barbiere schriftlich bis zum 15. Dezember If. Js. oder mündlich in der Zeit vom 28. November 1f. Js. bis zum 15. Dezember If. Js. bei mir abzugeben sind. Die Abgabe der mündlichen Erklärung kann werftäglich während des angegebenen Beitraumes von 10 bis 12 Uhr vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags auf der Registratur des Großh. Kreisamts Gießen, Zimmer Nr. 6, erfolgen. Ich fordere hierdurch alle Gewerbetreibende, welche im Bezirk der Gemeinde Gießen das Friseur- und Barbiergewerbe ausüben, zur Abgabe ihrer Aeußerung auf und weise daraufhin, daß nur solche Erklärungen, welche flar ertennen lassen, ob für oder gegen den fraglichen Antrag gestimmt wird, gültig sind. Nach Ablauf des obigen Be.tpunftes einlaufende Aeußerungen bleiben unberücksichtigt. Gießen, den 26. November 1903. Der Kommissar: Guthier. Areisamtsreniftrator. Bekanntmachung Betr. Schweinero lauf. In den Gehöften des Konrad Bender zu Grüningen, der Joh. Gg. Müller Wtwe. zu Bettenhausen, des Wish. Amend zu Gießen und des Karl Hermann zu Steinbach ist Schweinerotlauf ausgebrochen. Gießen, den 21. November 1903. Großh. Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Kranzbühler. Polizei- Verordnung, die polizeiliche Beaufsichtigung der Spinnstuben in der Gemeinde Garbente ich betreffend. Mit Genehmigung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 19. November 1903 wird auf Antrag der Ge meindevertretung auf Grund des Art. 78 der Kreisordnung nachstehende Polizei Verordnung für die Gemeinde Garbente ich erlassen. § 1. Spinnstuben dürfen nur bis zu der festgesetzten Polizeistunde stattfinden. Wer über diese Stunde hinaus eine Spinnstube hält oder an einer solchen teilnimmt, wird mit Beidstrafe bis zu 30 Mt. bestraft. § 2. Gegenwärtige Polizei- Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung in Kraft. Gießen, 27. November 1903. Großh. Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Wagner. Betr. Das Meldewesen in der Provinzialhauptstad Gießen. Bekanntmachung. Nach pos III 2 der Melde- Ordnung für die Provin= jilhauptstadt Gießen vom 10. Mai 1890 haben die dort des Näheren bezeichneten Meldepflichtigen mit Ausnahme der Dienstboten die vorgeschriebenen An- und Abmeldungen persönlich oder schriftlich zu erstatten. Für schriftliche Meldungen sollen vom 1. Dezember 11. Js. ab eigens dazu eingeführte Formularien zur Verwendung kommen. Wir ersuchen die Meldepflichtigen sich dieser Formularien bedienen zu wollen und machen darauf aufmerksam, daß solche außer auf unserem Meldebureau auch an den Oftroihebestellen des Selters, Neustädterund Wallthors unentgeltlich verabreicht werden. Gießen, den 26. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. für unfre minderbegabten Kleinen! CB. Soviel auch schon seit Jahren von der Notwendigkeit einer Reformnierung der Volksschule, als der allgemein zugänglichen Bildungsstätte des deutschen Volkes, gesprochen wird, so wenig ist bis jetzt nach dieser Richtung getan worden. Gerade deshalb wohl erregt eine Denkschrift berechtigtes Aufsehen, die der Leiter der Mannheimer Schulen, Stadtschulrat Dr. Sickinger, soeben veröffentlicht hat. Der Verfaffer weist in tnapper und schlagender Weise an Hand der Statistik nach, wie groß die Mißerfolge ge en sind, welche die Volksschule in den letzten Jahrzehnten durch die ,, Uniformierung bei der Klassenbildung" gezeitigt hat und teilt die faktischen Erfolge mit, die man unter seiner Aegide in Mannheim durch die Einrichtung von parallel laufenden Sonderklassen für minder begabte Kinder erzielt hat. Dr. Sidinger bringt da neuerdings eine Frage ins Rollen, die ungeheuer wichtig ist und es wohl verdient, daß sich die Regierung intensiv mit ihr besaßt; war es doch bisher der Stolz unseres Volkes, was die Bildung der Allgemeinheit anlangt, an der Spitze der Kultur zu marschieren. Allein die betrübliche Tatsache, daß in Charlottenburg nur 50 Prozent, in Berlin 61 Proz. aller Volksschüler die oberste Klasse erreichten, sollte den Pädagogen zu denken geben und deutlich ankünden, daß da etwas am System nicht in Ordnung ist. Dabei ist es gar nicht schwer, die Ursachen solchen Rückstandes festzustellen. Wer nur einigermaßen in den Volksschulen wirklich nicht nur in denen der großen Städte Bescheid weiß, wer die Ueberfüllung der Klassen kennt, und die Schablone, nach der Kinder der verschiedenartigsten Individualität, der unterschiedlichsten Begabung gleichmäßig dressiert" werden, wird ohne weiteres die Gründe für das Zurückbleiben eines so hohen Prozentſages erkennen fönnen. Im allgemeinen richtet sich der Lehrer nach der Aufnahmefähigkeit seiner besseren Schüler. Er hat einen vorgeschriebenen Lehrplan zu absolvieren und paßt dessen Erledigung dem Vermögen der Intelligenteren an, da er durch ein Beharren bei den schwächeren Schülern erſtens sein Pensum faum zum Abschluß bringen könnte und zweitens den Besseren Gelegenheit geben würde, in Muße Allotria zu treiben und auf Abwege zu geraten. Daß durch dieses fast alleinige Beschäftigen mit den Begabteren die Minderbegabten ganz ins Hintertreffen geraten, daß sie im Gefühle ihrer eigenen Inferiorität nun ihrerseits die Schule als ein Martyrium betrachten und absolut nicht vormärts kommen, weil der anwachsende Stoff sich naturnotwendig auf einer Basis aufbaut, die noch gar nicht ihr Eigentum geworden ist, dieser Umstand wird, als leider nicht abzuwenden, mit in Kauf genommen. Der Vorschlag des Dr. Sickinger, der auf diesem Gebiete praktische Erfahrungen gesammelt hat, scheint nun geeignet, da neue Wege zu bahnen. Es leuchtet ohne weiteres ein, daß es ein wesentlicher Fortschritt bedeuten würde, wenn man, anstatt wie bisher, die Bildung der Parallelklassen einfach dem zahlenmäßigen Zufall zu überlassen, die Individualität der einzelnen Schüler prüfen und die Begabteren in die Hauptklassen, die weniger Begabten oder durch Unglück zurückgebliebenen aber in Nebenklassen bringen würde, welche von besonders geeigneten Lehrern gemäß dem Grade ihres Fortbildungsvermögens allmählich und n..t pädagogischer Liebe zu dem gemeinsamen Ziele geführt werden müßten. Alle Schüler unserer Volksschulen haben das gleiche Recht. Es wäre Torheit, wollte man daraus die Folgerung formulieren, daß sie ohne unterschiedliche Behandlung ihrer jeweiligen Begabung auf dem gleichen Terrain und in gleichem Zeitraum den einheitlichen Lehrplan durchpeitschen müßten. Es ist durchaus nicht nötig, daß der eine beim Abgang genau dasselbe und auf dieselbe Weise gehört hätte, wie der andere. Aber es iſt dringend zu münschen, daß der notwendige Stoff nicht nur den Begabteren als Eigentum mitgegeben wird, sondern seiner auch die teilhaftig werden, welche von der Natur so oder so vernachlässigt wurden und nicht im stande sind, in gleicher Schnelligfeit eine Materie in sich aufzunehmen, wie bevorzugtere Geschöpfe. Dr. Sidinger, den die modernen Pädagogen gar nicht ernst genug nehmen können, hat in Mannheim die Wege gewiesen, und den Beweis erbracht, daß eine Reform in diesem Sinne durchführbar ist und zu schönen Resultaten führt. Es ist dankbar zu begrüßen, daß der erste internationale Kongreß für Schulhygiene, der Ostern 1904 in Nürnberg tagen wird, diese Frage auf seine Tagesordnung genemmen hat und daß die leitenden Männer die Absicht befundet haben, sich intensiv mit einer Reform in diesem Sinne zu beschäftigen. Wer ein Herz für die schwachbegabten Kinder hat und wer hätte das nicht! wird den innigen Wunsch haben, daß die Beschäftigung mit einer solchen sinngemäßen Reformierung zu greifbaren Resultaten führen möge. Es gilt das hohe Ziel, den Bildungsstand des deutschen Volkes auf alter Höhe zu erhalten und allen unseren Volksgenossen die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder durch die Schule für den Kampf des Lebens zu stählen. Die Politik. Der neue Reichs postetat bringt, wie unser Berliner CB.- Witarbeiter hört, eine Erhöhung des Anfangsgehalts der Landbriefträger von 700 Mr. auf 800 Mt. Damit findet eine alte und wohlberechtigte Forderung der vielgeplagten Stephansboten ihre endliche Erfüllung. §§ Gine finanzstatistische Veröffentlichung des faiserlich statistischen Amts gibt interessante Aufschlüsse über die Verschuldung und die Steuerlast der einzelnen deutschen Bundesſtaaten. U. a. ergibt sich daraus, daß nach der Bevölkerungszahl gerechnet Hessen und Baden die größte Schulderlast zu tragen haben. In Hessen hat die Bevölkerung jährlich 9,48 Mart pro Kopf an Schulden zinsen, in Baden 8,48 Mart aufzubringen. Die geringsten Schuldenzinsen trägt die Bevölkerung in Sachsen- Altenburg mit 19 Pfg. pro Kopf und in Sachsen- Weimar mit 24. Pig. Gar feine Schulden hat Reuß ä. L., so daß es auch feine Schuldenzinsen zu zahlen hat. Die Schuldenzinsen des Reiches stellen sich auf 1,65 Mt. pro Kopf ein nettes Sümmchen bei rund 60 Millionen Deutschen! Die indirekte Steuerlast beträgt im Reiche 18,71 Mt. pro Kopf und Jahr. Hoch belastet mit indirekten Steuern ist auch die Bevölkerung der Reichslande( 9,60 Mt.), Badens( 9,27 Mf.) und Bayerns ( 7,83 Mt.) Es folgen u. a. Württemberg( 6,98 Mf.), Hessen( 3,45), Sachsen( 2,28). Die niedrigste indirekte Steuerlast trägt die preußische Bevölkerung( 1,25 Mf. pro Kopf). Was die direkten Steuern angeht, so hat die Bevölkerung von Sachsen die größten Lasten( mit 11,40 Mk. pro Kopf) zu tragen, dann kommen Hessen( 10,27) und Württemberg( 9,25), Baden( 9,21) und die Reichslande ( 7,65). Verhältnismäßig niedrig sind die direkten Steuern, die in Preußen( 6,13) und Bayer( 6,22) auf den Kopf der Bevölkerung entfallen. Die niedrigste direkte Steuerquote weist Mecklenburg, Strelitz auf: 4,33 Mt. pro Stops. Das Reich erhebt bekanntlich überhaupt keine direkten Steuern. Nach neueren Mitteilungen stößt der Gesezentwurf über die Kaufmannsgerichte, der den Bundesrat gegenwärtig beschäftigt, bei den Vertretern mehrerer Bundesstaaten nach wie bor auf hartnäckigen Widerspruch. Streitig ist vor allem die Frage, ob die Kaufmannsgerichte den Amtsgerichten oder den Gewerbegerichten angegliedert werden sollen. Die Fachjuristen des Bundesrats wollen von der Angliederung der Kaufmannsgerichte an die Gewerbegerichte, wie sie der Entwurf vorsieht, nach wie vor nichts wissen. Eine Verständigung zwischen ihnen und den Freunden des Entwurfs im Bundesrat ist vor der Hand kaum zu erwarten. Infolgedessen dürfte der Entwurf faum so schnell fertiggestellt sein, daß er dem Reichstag sofort nach dessen Zusammentritt zugehen könnte. Die freie und Hansastadt Bremen steht im Begriff, zur Erweiterung ihrer Hafenanlagen preußisches Gebiet zu erwerben. Es handelt sich um einen ziemlich großen Gebietskompler, der an Bremen abgetreten werden soll. Der bekannte polnische Abgeordnete Josef v. Glembocki auf Czerlejno ist am Freitag Nachmittag in Posen auf der Straße infolge eines Schlaganfalles gestorben. Er hat ein Alter von 47 Jahren erreicht. Mitglied der polnischen Frattion des preußischen Abgeordnetenhauses war er seit 1893, zugleich hatte er das Reichtstagsmandat für Schrimm inne. Die geplante neue Automobil- Ordnung hat den Zweck, innerhalb des Deutschen Reichs eine gleichmäßige polizeiliche Behandlung des Automobilverkehrs herbeizuführen. handelt sich dabei um das Anbringen von Nummern und Lichtern. Die Frage der Haftbarmachung der Besizer von Automobilen für angerichtete Schäden unterliegt zwar der Prüfung im Schoße der Reichsverwaltung, gilt aber augenblicklich noch nicht als spruchreif. Frankreich. Einen neuen parlamentarischen Skandal soll die Sizung der französischen Deputiertenfammer am Montag oder Dienstag bringen. Sein Opfer soll der gegenwärtige Marineminister Pelletan werden, gegen den bereits mehrere derartige parlamentarische Verstöße gemacht worden sind. Wie es heißt, soll diesmal der ehemalige Marineminister Lock roy Beweise für eine Reihe von einigen hochgestellten Beamten des Marineministeriums begangener schwerer Veruntreuungen und Durchstechereien in Händen haben, die er in der Kammer zur Sprache zu bringen gedenke. Wenn Belletan sich weigere, gegen die Schuldigen vorzugehen, würde er gestürzt und durch den Admiral Fournier, den Kandidaten der Radikalen und Radikosozialisten, ersetzt werden. Ministerpräsident Combes, dem Lockroy sein Beweismaterial vorleate, soll diesen beschworen baben, die Sache nicht und Datte Der Landstraße reifte icht recht, Es war übrigens die höchfte 3eit, daß er in den Saal Sand drüďte, und dann die Tür wieder hinter ihm schloß. die ihm zum Abschied nur noch voll stummen nfes die Den tiefen Gedanken durchschritt er den Korridor mit Julia, einaureter es su hindern, wenn die Gräfin mit ihm auf ein halblautes jich ce entschwunden war. doch auf ein Gespräch, das vor nicht langer Zeit an de an feiner schwachen Seite getroffen. Bezogen sich ihre Worte aus dem Staube machte und im Gedränge rasch den Blid In der Tat hatte die übermütige Prophetin den Generol Vere", während die 3igem bes Benim Zabrat, und tone berbant su ta ist, das anton tur netan werden. Der Monia, midte. ,, Daß er ein braber Soldat ist, hat mir Sein General Aber er muß auch zu der Bravour die Klugheit gejagt. versteht fr Der Schlangen hinzufügen. rrhaus feine Semalt. Mais je ne veux pas de force Das Reich Der Rittmeister ft nich Stunde arbeite sich dann marsch vor, ihm einen Kuß zu geben. beugten Gatten, amfdylingt ihn von rüdwärts Lautlos nähert sie sich dem iar feinem Kabinett, metbet schon feit einer leise die zu demselben führende ibr. Justina öffnet Lür und schlüpft über seine Arbeit geund beugt t zu ihm hinein. an die größe Glocke zu hängen. Man wird ja bald sehen, was an der Sache ist. Rußland. * Zar Nicolaus, der alle Tage irgend eine neue Idee hat, scheint sich neuerdings den Namen des„ Städtegründers" erwerben zu wollen. Er hat die Gründung einer neuen Stadt in Ost- Sibirien beschlossen. Aus der Ansiedeluna„ Vodaibosche Residenz" im Gouvernement Irkutsk sol eine Stadt Bodaibo gegründet und zu diesem Zwecke 2000 Deßjätinen Kronlandes hergegeben werden. Sollte es in Rußland nicht andere Dinge geben, die der Aufmerkſamkeit ,, Väterchens" mehr bedürfen? Balkan- Staaten. Zu all dem Kriegszunder, der auf der Balkanhalbinsel aufgehäuft liegt, kommt jetzt allem Anschein auch noch eine serbisch- bulgarische Spannung. Nach einer Meldung aus Belgrad werden die Beziehungen Serbiens zu Bulgarien täglich schlimmer. Die Organe der beiden Regierungen greifen sich gegenseitig heftig an. Die serbischen offiziellen Blätter halten es offen mit der Opposition in Bulgarien, andererseits greifen die offiziellen bulgarischen Blätter direkt den König Peter an. Diese Mißstimmung ermutigt die Pforte, Versuche zu machen, sich die Neutralität Serbiens im Falle eines Krieges der Türkei mit Bulgarien im Frühjahre zu sichern. Die serbische Regierung scheint indessen nicht geneigt, mit der Türkei zu paktieren. Diese Heinen Radau- und Raubstaaten am Balkan werden nachgerade eine lästige Plage für Europa. Asien. In der Nordmandschurei nehmen neuerdings die Ueberfälle der Chunchusen gegen die Russen zu. In der Südmandschurei sollen sie sogar, im Einverständnis der chinesischen Behörden, gemeinsam mit chinesischen Soldaten marodieren und rauben. Die Russen werden ihnen wohl bald das Handwerk gründlich legen. England. + Herr Balfour, der britische Premierminister, hat in London eine in mancher Hinsicht interessante Rede über das fünftige Wehrpflichtsystem Großbritanniens gehalten. Die Rede des Ministerpräsidenten gipfelte in zwei Sägen: Er erklärte, er glaube, die Gelegenheit werde kommen, wo jeder Erwachsene seine Dienste der Verteidigung seines Vaterlandes zu widmen haben werde". Dann aber fügte er hinzu:„ Wir werden niemals in der Lage sein, eine allgemeine Wehrpflicht zu besitzen, eine zwangsweise Aushebung en masse, um Befizungen weit jenseits des Meeres in entfernten tropischen Himmelsstrichen zu verteidigen. Wir müssen uns auf den freien Willen eines freien Volkes stüßen." Das scheint ein Widerspruch, ist aber bei näherem Zusehen keiner. Balfour fündigt in der Tat die allgemeine Wehrpflicht an. Aber diese Wehrpflicht wird die Ausgehobenen nur zur Verteidigung Englands und für den Seefrieg anhalten. Zur Verteidigung der englischen Kolonien zu Lande sollen die im Mutterlande Wehrpflichtigen nicht gezwungen sein. Offenbar hofft Balfour aber, daß sie freiwillig dazu bereit sein würden. Immerhin bleibt eine solche Reform des englischen Heerwesens eine Halbheit. Afrika. A Der Aufstand der Bondelzwarts ist als beendigt anzusehen. In Kapstadt sind Nachrichten eingelaufen, daß ihre endgültige Ergebung jeden Augenblick zu erwarten steht. Ein deutscher Offizier machte einem Orangeflußfarmer die Mitteilung, daß das Land der Bondelzwarts von den Deutschen anneftiert und ihr Stamm nicht mehr als Volk anerkannt werden würde. Das wäre nur recht und billig. merika. Die Yankees haben nun glücklich den casus belli fonstruiert, um die Republik Santo Domingo in die Tasche stecken zu können. Eine amerikanische Firma hat an die Regierung von Santo Domingo eine Forderung von 5 Millionen Dollars, die sie schon unter der bisherigen Regierung angemeldet hatte. Jetzt weigert sich die neue, von den siegreichen Aufständischen gebildete Regierung, diese 5 Millionen zu zahlen. Infolgedessen hat Amerika es abgelehnt, die Rebellenregierung anzuerkennen. Frankreich und Belgien haben aus ähnlichen Gründen Protestnoten an die neue Regierung gesandt. Das Ende vom Liede ist selbstverständlich, daß die Amerikander die Republik unter ihr. Protektorat stellen, d. h. sie den Vereinigten Staaten einverleiben. Die höchfte Bahn der Erde. Um die reichen Erzgruben der argentinischen Republik in den Kordilleren besser ausbeuten zu fönnen, wird jetzt von dem Bergwerksdistrikt La Mericana nach der Eisenbahnstation Chilecito eine Drahtseilbahn gebaut, die in zweifacher Hinsicht merkwürdig ist: Es ist die längste Drahtseilbahn und gleichzeitig die höchste Bahn und Maschinenanlage der Erde. Sie erhält eine Länge von 35 Kilometer und hat darauf nicht weniger als 3536 Meter Gefälle zu überwinden. Die untere Station der Bahn liegt 1049, die Endstation 4585 Meter über dem Meere, 400 Meter höher als die Jungfrau. Fürwahr ein kühnes Werk, das deutscher Gewerbefleiß, die Leipziger Firma Bleichert u. Co., dort zur Ausführung bringt. worden sind, erforderte außerdem der Seetransport besondere Sorgfalt, denn es wurden nicht weniger als 16 000 einzelne Kolli, Kisten und Ballen im Gesamtgewichte von annähernd zwei Millionen Kilogramm( 2000 Tonnen) über Antwerpen nach dem Hafen von Rosario verschifft, darunter allein 140 Kilometer Drahtseil, das einer Strecke von Berlin nach Magdeburg entspricht. Das wilde, zerrissene Hochgebirge schien jedes Eindringen des Menschen in diese Bergregionen zu verbieten. In der Tat sind die Schwierigkeiten des Baues ganz ungeheure. An einzelnen Stellen muß man die Drahtseile, an denen die Transportwagen laufen, bis zu 850 Meter weit freihängend spannen, wobei deren tiefster Punkt etwa 200 Meter über der Talsohle liegt, dann wieder sind Türme, nur aus Eisen konstruiert, bis zu 40 Meter Höhe notwendig, um die Seile genügend zu stützen. Um den Bau zu erleichtern, hat man die Bahn durch sieben Zwischenstationen in acht Teilstrecken geteilt. Die erste Teilstrecke wird in kürzester Zeit dem Betriebe übergeben. Die Leistungsfähigkeit der Bahn ist enorm. Sie wird in der Stunde 40 Tonnen( 40 000 Kilogramm) Erz mit einer Geschwindigkeit von 25 Meter in der Sekunde befördern, wobei alle 45 Sekunden ein Wagen von 500 Kilogramm Inhalt an der Endstation zur Entleerung kommt. Nab und Fern. Der letzte Vertreter der„ freien Stadt" Frankfurt, Senator Dr. b. Oven ist im 87. Lebensjahre gestorben. Er war 1864 erster Bürgermeister Frankfurts. Um den Ausbau zu erleichtern, begann man bei der unteren Station zu bauen. Ist eine Teilstrede fertig, wird sie sofort in Betrieb genommen zum Aufwärtstransport der Materialien für die nächste Strecke. Denn der Transport ist hier eine der wichtigsten Fragen. Alle Konstruktionsstücke, die eisernen Pfeiler, die riesenhaften Drahtseile, die Dampfmaschine, kurzum die gesamte Bahnanlage muß auf Maultieren an Ort und Stelle gebracht werden. Infolge dessen durfte feiner der Teile ein bestimmtes Marimalgewicht überschreiten, daher wurden die schweren Maschinenteile, Dampfmaschinen, Seilscheiben, Pfeiler, alle in fleine Stücke zerlegt. Keines dieser Stücke überschreitet die Tragfähigkeit eines Lasttieres. Da sämtliche Teile der Bahnanlage in Deutschland heraestellt Fünf deutsche Fischfutter verschollen. Die deutsche Fischereislotte ist von einem harten Schlage getroffen worden. Eine aus fünf Fahrzeugen bestehende Flottille mit 15 Mann Besatzung aus Finkenwärder a. d. Elbe wird seit mehreren Tagen vermißt. Es ist zweifellos, daß die Kutter mit Mann und Maus untergegangen sind. Der neueste Eheskandal. Kaum haben die Dresdener Blätter sich über die„ Theirrung" im Hause Schönburg- Waldenburg beruhigt, fommt schon wieder von dort die Nachricht von einem sensationellen Cheskandal. Der bekannte Schriftsteller v. Ompteda hat gegen seine Gattin die Ehescheidungsklage wegen böswilliger Verlassung angestrengt. Sie hat Dresden in Begleitung eines Rittmeisters verlassen. Der Freifrau v. D., einer äußerst lebenslustigen, pikanten Dame, behagte das ruhige, behagliche Leben an der Seite ihres emsig schaffenden Gatten nicht mehr. Eine folgenschwere Benzinexplosion ereignete sich an Bord des Schiffes Caledonia" im Hafen von Rotterdam. Drei Matrosen wurden dabei getötet, vier tödlich verlegt. Das Schiff erlitt erhebliche Havarien infolge Explosion und Feuersbrunst. Kampf zwischen Wilderern und Förstern. Im Schleißheimer Revier bei München griffen zwei Gendarmen zivei Wilderer auf. Der eine der Wilderer, der auf einen Gendarmen angelegt hatte, wurde von diesem durch einen Schuß in den Kopf sehr schwer verletzt; der zweite wurde festgenommen und in die Fronfeste nach München eingeliefert. Die Humbertaffäre wird wohl so bald nicht zur Ruhe fonimen. Die zur Prüfung des berüchtigten geheinen Dessoirs betraute parlamentarische Kommission ist an ihre Arbeit gegangen. Da die Pakete nicht weniger als 40 000 Nummern enthalten, wird diese ziemlich lange währen Im ersten Paket sind Momentphotographien, die die Humberts, ,, für alle Fälle", unbemerkt von ihren Gästen aufgenommen hatien: Darunter 15 Bilder, die den Kammerpräsidenten Deschanel in idyllischen Situationen zeigen, wie er mit Eva Sumbert Tennis spielt, wie er hinter ihr durch den Vart lauft u. s. w. Außerdem finden sich Liebesbriefe und schwärmerische Gedichte dieses Herrn an Eva Humbert vor. Deschanel leugnet die Verfasserschaft. Bunte Chronik. Kaiser Wilhelm hat zur Linderung der Not der mazedonischen Flüchtlinge 2000 Francs gespendet. An der atlantischen Küste Frankreichs herrschte ein furchtbarer Orfan. In La Rochelle und Umgegend sind mehrere Fischerbarken untergegangen. Josef und Pharov in moderner Neuauflage. In Petersburg geht die öffentliche Meinung 3. 31. offen und verstohlen mit dem Finanzsystem des bisherigen Ministers Witte streng ins Gericht. Es ist die allgemeine Ansicht, daß Witte das Volf ausgepreßt hat. Um seine Tätigkeit zu charakterisieren, dient die folgende boshafte Erzählung: Der Zar hatte einen seltsamen Traum: er sah drei Kühe vor sich, eine fette, eine magere und eine blinde. Am nächsten Morgen schickte er nach dem Metropoliten Palladius und bat ihn, diesen Traum zu erklären. Der Metropolit lehnte es ab. Darauf schickte der Kaiser nach dem Vater Johann von Kronstadt und wandte sich an ihn mit der Bitte um Deutung dieses Traumes. Der Vater Johann strich mit der Hand durch sein lauges, lockiges Haar und räusperte sich: Majestät, ich verstehe Ihren Traum folgendermaßen: Die fette Kuh ist der Herr Finanzminister, die magere Kuh das russische Volf... und die blinde Kuh..." Zürchte dich nicht, fahre fort," sagte der Kaiser.„ Die blinde Kuh- das ist Eure Majestät." § Ein junger Dippold. In Liegnik wurde der Kaufmanns. lehrling Hütter zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er kleine Knaben durch Stockhiebe mißhandelt hatte. Das eine seiner Opfer hatte eine ganze Woche krank gelegen. Das Urteil führte aus, der Angeklagte sei Sadist; er habe aus reiner Bollust schwächliche Kinder brutal gepeinigt. Hitter habe ähnliche Anlagen wie Dippold. O Hofrat Parisianu ermordet. Der Hauptangeklagte im großen Bufareſter Rentenbetrugsprozeß, Hofrat Parisianu, der bekanntlich spurlos verschwunden war, ist jetzt in einer öden Gebirgsgegend ermordet aufgefunden worden. Aus dem Gerichtsfaal. mmit 166 Rinber Der Biegenzuch hafte gewefen u Als zweiter To ibie Errichtung Oberheffen erör Herr Generalfe aumann. M fation von Lag der ganzen Proving Gründung flattgefunden ho jeitlichen, jedod Befichtspunkten Bäufer auf eing Tandw. Hauptg tattfinden foll offenschaften and genomm § Ein Polizeikommissar unter schwerem Verdacht. Von dem Schwurgericht in Braunsberg begann eine Verhandlung gegen den früheren Polizeikommissarius Johannes Riedzkowski von dort. Der Angeklagte ist beschuldigt, in dre Fällen einen wissentlichen Meineid geleistet, ferner in zwei Fällen eine Verleitung zum Meineide unternommen und schließlich einen einfachen Diebstahl ausgeführt zu haben. Die Verhandlung, zu der etwa vierzig Zeugen geladen find, wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen, feld neben seiner Berliner Wohnung auch in Rostock etme Wohnung gemietet, und er war infolgedessen sowohl in Berlin als auch in Rostock in die Wählerlisten eingetragen worden. Bei der Hauptwahl am 18. Juni hat Dr. Herzfeld in Rostock, wo er selbst zur Wahl stand, seinen Stimmzettel abgegeben. Hier war eine Stichwahl nicht erforderlich, dagegen fand in dem ersten Berliner Reichstagswahlkreis, in dem Dr. Herzfeld seinen eigentlichen Wohnsitz hat, eine Stichwahl zwischen dem Kandidaten der freisinnigen Volkspartei, Stadtältesten Kämpf, und dem Parteigenossen des Angeklagten, dem Privatdozenten a. D. Dr. Leo Arons, statt, und der inzwischen wieder nach Berlin zurückgekehrte Dr. Herzfeld hat mun am 25. Juni in der Stichwahl auch in Berlin wählt. Dr. Herzfeld ist eventuell von einer Gefängnisstrafe bis zwei Jahren und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte bedroht. Im letzteren Fall würde der Angeklagte auch sein Mandates verlustig gehen. Er bestreitet jede Schuld und be hauptet, daß es sich um zwei vollständig getrennte Wahlhand. lungen handle. Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft gegen ihn bedeute einen Versuch der Wahlent rechtung. 85 000 Francs im Sattel. Aus Orlan an der belgischen Grenze fommt die Nachricht von einem seltsamen Fund. Dort starb vor furzem der Mezger Adolphe Bidaine. In seinem Nachlaß befanden sich zwei Sattelzeuge, die Bidaine im deutsch- französischen Kriege erworben hatte. Da die Gegenstände einen historischen Wert zu haben schienen, wurden sie dem Direktor des Provinzialmuseums zur Prüfung übergeben. Dieser entdeckte im Futter eines der Sättel eine zugenähte Tasche. Bet der Vernung jano jaj var ein unver bon 85 guterhaltenen, gültigen 1000- Francs- Scheinen vor. Die Freude der Witwe Bidaine kann man sich denken. * Die Leiche im Koffer. Wie aus Krestnowodsk( Südrußland) gemeldet wird, fand man dort auf der Station in einem mit der Bezeichnung Frisches Wild" signierten Koffer die bereits in Verweſung übergegangene Leiche einer älteren Frau, welche, wie die sofort angestellte Untersuchung ergab, ermordet worden war. Der Koffer enthielt außer dem entseelten Körper noch verschiedene Kleidungsstücke, sowie ein Kästchen mit Patronen. Bunte Chronik. Der vor kurzem erst aus der Haft entTassen Pastor Jakobsen in Scherrebek ist mit mehreren Mitschuldigen verhaftet worden. Das große Loos der preußischen Selassenlotterie im Betrage von einer halben Million Mark fiel auf Nr. 135 927. Jm 2 berordnete pergänzend beme nicht, wie ma Weit er Stadtve Defen fchon fei aupt diese Ar Theod. Küchler Stab maligen Auffi Wohltäter de ben Herrn D Tamte und d werden. Die am Totenfonn durch diese un Vorbereitung ponnen werde früher Dr. Dezember in Gi Baftfpiel abfol Bremen, Stett § Der Nacheschwur des Verurteilter. Eine aufregende Szene spielte sich vor dem Schwurgericht zu Würzburg ab Wegen Sittlichkeitsverbrechen wurde gegen den ledigen Lage löhner Val. Völker verhandelt. Als der Staatsanwalt auf Verneinung der mildernden Umstände plaidierte, sprang der Angeklagte auf, schlug mit der Faust auf die Barriere und schrie:„ Wenn Sie mich durchaus zum Verbrecher machen wollen, dann tun Sie es und geben Sie mir die höchste Strafe; aber ich schwöre, so wahr ich Völker heiße, ich bin unschuldig; sobald ich herauskomme, stirbt die Weber( die Hauptbelastungszeugin) von meiner Hand!" Die Geschwore nen verneinten die mildernden Umstände. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. § Einen dämonischen Einfluß muß der Tagelöhner Karl Kanamüller zu München auf seinen Freund", den früheren Postgehilfen und späteren Musiker Karl Neumann besessen haben, wegen dessen Tötung durch Beilhiebe er vom Schwur gericht zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Neumann lebte mit seiner Frau, der Tochter eines Oberförsters, in glücklichster Ehe, bis der Angeklagte Kanamüller in der Fa milie auftauchte. Er zog im Oktober 1900 als möblierter Herr" bei Neumanns ein. Wenige Tage nach seinem Gr scheinen begann Neumann seine bis dahin vergötterte Frau zu schlagen und überhaupt in einer Weise zu behandeln, daß diese mit der Zeit tiefsinnig wurde. Im Sommer 1900 fam es zur Ehescheidung. Nunmehr war Neumann vollständig dem unheilvollen Einfluß des Angeklagten preisgegeben. Dieser schleppte ihn von Kneipe zu Kneipe. Unter diesen Umständen wurde Neumann schließlich auch von der Post behörde entlassen. Als Neumann infolge von Krankheit und Trunkenheit allmählich arbeitsunfähig wurde, nahm ihn der Angeklagte bei sich auf, und nun hausten beide in vollständigem Kommunismus miteinandner. Kanamüller zwang den Neumann, sich seinen Lebensunterhalt durch Musizieren in Münchener Bierlokalen zu verdienen, und da Neumann beim Militär als Hautboist tätig gewesen war, so verdiente er auch täglich 7 bis 9 Mart, die er jedoch jedesmal dem Angeklagten abtreten mußte. Dabei war im übrigen das Verhältnis das denkbar schlechteste, denn der Angeklagte miß handelte den Neumann fortgesezt in der rohesten Weise. Als das unglückliche Opfer sich schließlich gegen die Tyrannei seines bösen Dämons auflehnte, mußte es den Versuch mit dem Leben bezahlen. Lokales. Gießen, 30. November 1903. Wir erhalten über die Jahresversammlung des land wirtschaftl. Provinzialvereins noch folgenden Be richt. In Steins Saalbau dahier fand am 26. dz. Mts. unter sehr zahlreicher Beteiligung die Jahresversamm lung des landw. Vereins für die Provinz Obeth ssen statt. Neben Vertretern der Regierung wurde besonders Herr Ge heime Regierungsrat Haas aus Tarmstadt, der Anwalt des Reichsverbandes der Deutschen landw. Genossenschaften, be merft. Der Präsident des Vereins, Herr Dekonomierat Schlenke gab zunächst eine Uebersicht über die Tätigkeit des Vereins im Jahre 1902/3. Wir erwähnen hieraus unter anderem folgendes: Dem Vereine gehören über 2500 Mitgliedern an. Er gliedert sich in 6 Bezirksvereine, 7 Bezirkszuchtvereine mit 93 Lofalvereinen, 7 Schweinezuchtvereine 9 Biegenzuchtvereine, 1 Provinzialobstbauverein mit 6 Sef tionen und einer großen Anzahl von Ortsvereinen. Die Einnahmen und Ausgaben des Vereins stellen sich auf etwa 200 000 Mart. Der Bericht des Präsidenten erstreckt sich auf die einzelnen Zweige des landw. Betriebes und die Arbeiten des Provinzialvereins zur Förderung derselben. Neu hinzugekommen sind in dieser Beziehung die zum ersten mal in diesem Jahre unternommenen Düngungsversuche, die sich auf 14 Versuchsflächen in den verschiedenen Teilen der Provinz erstrecken. Ebenfalls neu aufgenommen wurden Sortenanbauversuche an der landw. Winterschule Alsfeld. Die Tätigkeit auf dem Gebiete der Rindviehzucht ist nach dem im Jahre 1897 aufgestellten Plane fortgesetzt worden. In die Herdbücher wurden neu aufgenommen: 1354 Simmen taler und 426 Vogelsberger Tiere. Es bestehen 15 Bullenstationen. An Schauen wurden 7 Ortsschauen und 16 Stallschauen abgehalten. Für Vogelsberger Vieh bestehen 4 Zuchthöfe. Bur Debung der Simmentaler Zucht wurden 15 Bullen und 12 Rinder, zur Hebung der Bregen zucht: 30 Böcke und 25 Saanter Biegen eingeführt. Unterstüßungen an Gemeinden mit Vogelsberger Zuchtrichtung in Höhe von 20% des Antaufspreises zur Beschaffung von Gemeindebullen erhielten 29 Gemeinden. Die 4 vom Ver eine unterhaltenen Jungviehweiden und 1 Fohlenweide waren chweig, Hofth Teil die Gafts Auf verschied Radtafyl- G den Termin f bereits fontr Tourne in E ( Stad abgefehen von Mößl" von on With nich Salzkammerg Frl. Hohl war sie mitu Rechtsanwalt fönnen. Diese Sandorff g Frl. Sellbe fo fesch in ih zwischen ihr Ganz vorzü Leopold; das liebenswürdig und verliebt spielte das br natürlich befferen Man die Schönhei für das T Telety in Serr Conr Bergnügungs ähnlich wie heiten meist Bettler Loid „ Geschäfts" berlumpt und Refi fang ift nur zu lo befeht und in ( Kro Rotlauffeuch und Karl § Eber des nächster Liedertra Es sollen de laben werden einige, fomie In der biefiger St gefund berlor Entla Die ftände belie zu machen. Gießen sfaal rem Berdad un eine Bethe us Joliannes beidhpildist eiftet, jerner e unternom usgeführt Seugen gel niprudh ne and in effen jowob eingetrag t. Sorgfeld Fimmgettel lich, dagege is, in dem ne Stichpa Spartei, G s Augellag , statt, und efehrte Dr. 61 auch in einer Gefang rgerlichen G Angeklagte a et jede Schuld getrennte hatsanwalti redtung. r. Gine a icht zu Wür gen den ledig Der Staatsam plaidierte, i auf die Barr in Verbreder Sie mir Völfer hei tirbt die nd!" Die G de. Das Jahre Ehm der Lagelöh Freund", den rl Neuman hiebe er bom ilt wurde. ines Oberf anamüller in 1900 als m Cage nad jeine ahin vergötterie eise zu behandeln, m Sommer 1900 Neumann bollito Elagten preisge neipe. Unter auch von der e von Aranth urde, nahm beide in b namüller 3 durch Mu nd da Neuman war, so berdi ch jedesmal del im übrigen de der Angeklagte rohesten gegen die pro es den Serum November 190 mmlung des lo noch folgenden Dam 26. be! ie Jahresver z Oberh ffen besonders dt, der Ann Benoffenido Herr Deto er die Tät Shnen hiera en über 2 girlsverein Schweinezu uverein mit 6 Ortsvereinen tellen fich of benten erfi Betriebes u rberung be Ing die zum ngungsverfu iebenen T genommen nterschule viebzucht fortgefe 1: 13548 Es bif Ortsfand ogelsberg Simmentaler B bung ber 8 egen eingef ger Budirigh Beldoffung Die 4 bom Be blenweide ward 166 Rindern und 62 Fohlen benugt. Die Tätigkeit deen Biegenzucht- und Geflügelzuchtvereine ist eine lebhalte gewesen und wird allseitig ein Fortschritt fonstatiert. weiter Tagesordnungsgegenstand wurde die Frage über dite brrichtung von Lagerhausgenossenschaften in der Provinz erhessen erörtert und hielten hierzu einleitende Vorträge Elen Generalsekretär Grabein und Herr Generalsekretär Dr. Neumann. Man tam zu dem Ergebnis, daß eine Organiseittion von Lagerhausgenossenschaften( etwa 10-12) in der zen Provinz erstrebt werden soll und daß, nachdem die indung der Genossenschaften in den einzelnen Gebieten flattgefunden hat, die Erbauung der Lagerhäuser nach einheitlichen, jedoch den lokalen Verhältnissen entsprechenden Chichtspunkten durchgeführt ist, der Betrieb sämtlicher Lageruser auf einmal und zwar unter einer Verkaufsstelle der Te now. Hauptgenossenschaften für die Provinz Oberhessen", fiattfinden soll. Von dem Verband der Hess. landw. Gesenschaften sollen zunächst die weiteren Arbeiten in die and genommen werden. Im Anschluß an das Referat über die Stadtbitrordnetensißung in Gießen am Donnerstag sei ergänzend bemerkt, daß Stadtv. Haubach das Ofengeschäft rigt, wie man vielleicht annehmen könnte, erst betreibe, Fit er Stadtverordneter sei, sondern, daß er amerikanische #Defen schon seit etwa 25 Jahre verfaufe und daß er überBleaupt diese Art Defen damals in Verbindung mit Herrn Theob. Küchler in Gießen eingeführt hat. Stadttheater Gießen. In der morgigen einmaligen Aufführung von Philippis wirksamen Schauspiel Bohltäter der Menschheit" werden die Hauptrollen von I den Herrn Dir. Steingoetter. Haag, Pichler, Achterberg, Tamte und den Damen Kellermann und Hellberg gegeben murdem. Die Darstellung des Stückes hatte in Marburg motensonntag einen durchschlagenden Erfolg. " Durch diese und andere Wiederholungen Zeit für sorgfältige Worbereitung verschiedener hochinteressanter Novitäten geDonnen werden. Der Berliner Salon für alle Kunst" früher Dr. Heine Ensemble der Donnerstag, den 3. Dezember in Gießen mit Samlomes„ Die Gefangene" ein Bastspiel absolviert, hat auch an den Stadttheatern in Brenen, Stettin, Schiller- Theater in Kiel und in Braunchweig, Hoftheater, so eminenten Erfolg gehabt, daß zum Teil die Gastspiele überall verlängert werden mußten.- Auf verschiedene Anfragen wird mitgeteilt, daß das Satta syl- Gastspiel bestimmt nachgeholt wird. Ueber ben Termin schweben Unterhandlungen, da dasselbe mit den Sereits fontraftlich festgelegten anderen Gastspielen der Tourne in Einflang gebracht werden muß. - () Stadttheater Gießen. Gestern Abend ging vor bgesehen vom Sperrfit gut befetten Hause Im weißen öß von Blumenthal und Kadelburg in Szene und das an Bih nicht arme, aber an Albernheit ziemlich reiche Salzkammergutluftspiel fand natürlich lebhaften Beifall. Jl. Hohl gab die Josepha Vogelhuber recht gut; doch war sie mitunter so großstädtisch im Spiel, daß sie der Bechtsanwalt Dr. Siedler eigentlich ganz gut hätte heiraten Fönnen. Dieser„ reizende" Unmensch wurde von Herrn San bo'r ff gewandt und temperamentvoll dargestellt und Sellberg war so liebenswürdig im Spiel und sah so fesich in ihrem Alpenkostüm aus, daß einem die Wahl pischen ihr und Josepha wirklich schwer fallen konnte. Ganz vorzüglich war Herr Pichler als Zahlkellner Leopold; das war ein Serviettenkönig wie er sein sollte Liebenswürdig, ohne aufdringlich zu sein, trinkgeldhungrig und verliebt bis über die Ohren. Fri. Großmüller pielte das„ lispelnde" Alärchen in wirklich reizender Weise, shr natürlich und drollig und sie hätte eigentlich einen besseren Mann verdient wie Herrn Achterberg, der für Die Schönheiten der Souffleuse weit mehr Augen hatte, als ir das Töchterchen Hinzelmanns, welcher von Herrn Telefy in äußerst gelungener Weise verkörpert wurde. herr Conradt als Fabrikant Giesecke fann von seiner Bergnügungsreise unmöglich viel gehabt haben, da er, hnlich wie Herr Achterberg, die großartigen Naturschönheiten meist im Soffleurkasten zu suchen schien. Der Bettler Loidl des Herrn Haag fonnte jedem wirklichen Geschäfts" mann der Branche erfolgreich Konkurrenz machen, Terlumpt und naturg treu var er, und Frl. Lembach als isang recht herzig das Busserllied und auch ihr Spiel it nur zu loben. Alle übrigen Rollen waren entsprechend kesest und in und nach jedem Akte wurde lebhaft applaudiert. (;) Krofdorf, 28. Nov. Die infolge der ausgebrochenen Rotlauffeuche über die Gehöfte Karl Schmidt, Ernst Moos und Karl Bender verhängte Sperre ist wieder aufgehoben. § Eberstadt( Kreis Gießen), 29. Nov. Am 3. Juli des nächsten Jahres gedenkt der hiesige Gesangverein iederkranz sein 50 jähriges Stiftungsfest zu feiern. sollen dazu auch die benachbarten Gesangvereine einge laden werden. Von den Gründern des Vereins leben noch inige, sowie der Dirigent Herr Lehrer i. P. Hasselbaum. Bekanntmachung. In der Zeit vom 21. bis 28. November wurden in hieffiger Stadt gefunden: 2 silberne Taschenuhren, 1 gold. Zwicker, 1 Zigarrenetui, 1 Brille, 1 Manschette mit 2 Knöpfen, 1 Haarpfeil, 1 Arbeitsbeutel mit Inhalt, 1 weißes Kinderfäppchen und Geld. werloren: 1 goldene Damenuhr, 2 goldn. Man schettenknöpfe, 1 goldene Brosche und 1 Pferdedecke. Ontlaufen ist: 1 stichelharriger Hund( Brauntiger). Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegentände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 28. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Quedborn, 29. Nov. Gegenwärtig wird unsere| Kosten für den Anschluß seiner Niederlage 2c. an das elekWasserleitung erweitert und zwei neue Hydranten werden trische Stabel zurück zu vergüten, hat schon einmal der Verangelegt. Beim Auswerfen der Ausschachtungen wurden sammlung vorgelegen, welche damals den Antrag aus rechtKnochen von Pferden und acht Hufeisen gefunden, die ein lichen und prinzipiellen Gründen ablehnte. Für die GeRenner als Hufeisen von Rosaten- Pferden bezeichnete. Es währung des Antrages Geiße sprechen die Stadtv. Birr, ist höchstwahrscheinlich, daß diese Bezeichnung zutrifft, denn Brück und Schmall. Die Mehrheit der Versammlung im 16. Jahrhundert sind Rosaken in einem Sumpf bei stimmt aber dafür den Antrag erneut abzulehnen. Die Queckborn mit Mann und Roß umgekommen. Die Huf- Rechnung der Loeber'schen Stiftung für 1902/03, der Voreisen und etwaige weitere Funde sollen an das Kreisamt in anschlag derselben pro 1903/94, der Voranschlag der Plock'= Gießen abgeliefert werden. schen Stiftung pro 1903/4 und die Rechnung derselben pro 1902/03 werden ohne Debatte angenommen. Die vorliegenden Wirtschaftsgesuche werden in der Weise erledigt als bei ihnen das Vorliegen eines Bedürfnisses bejaht wird. + Langsdorf, 29. Nov. Ein Unterrichtskursus über Landwirtschaft wird im Winter hier für Erwachsene über 22 Jahre durch Lehrer Leidig abgehalten, in welchem derselbe Belehrungen über die künstlichen Dünge- und Futtermittel geben wird. Der Unterricht findet jeden Mittwoch von 7-9 Uhr im Rathaus statt. Auch aus der Umgegend erhalten Landwirte unentgeltlichen Unterricht. † Hungen, 29. Nov. Heute Nachmittag fand hier eine Versammlung von Verkehrsinteressenten von Hungen und der Umgegend statt, in der besonders die Bahnverbindungen nach Friedberg, Frankfurt und Laubach besprochen wurden. Es trat der Wunsch nach einer Vermehrung und besseren Ausgestaltung dieser Verbindung hervor. Auch hofft man, daß der Bahnverkehr zwischen Friedberg und Mücke bald zu einem durchgehenden ausgestaltet wird, gegenwärtig ist diese Strecke in zwei geteilt: Friedberg- Hungen und HungenLaubach- Mücke. Der gesamte Bahnhof soll umgebaut und erweitert werden, das Gelände ist bereits erworben. An zuständiger Stelle ist man auch mit dem Projekt der Unterführung des Personenverkehrs beschäftigt. Wenn man er wägt, daß täglich 40 Züge ein- und auslaufen und der Bersonenverkehr ein bedeutender ist, wird man die Tunnelführung für dringend nötig erachten. Sihung der Stadtverordneten. W. Gießen, 27. November 1903. ( Schluß.) - Im Hause Neuenweg 2 hat ein gewisser Fißler Räume gemietet, derselbe ist aber dort vor Ablauf der Mietdauer ausgezogen und bittet um den Erlaß eines Quartals Miete von 25 Mt Dem Antrag wird von der Versammlung aus prinzipiellen Gründen nicht entsprochen. Für die Auffüllung der Gerbergruben im ehemals Plant'schen Hause werden dem Fuhrherrn Karl Jughardt II. 45 Mt. bewilligt. Für die Reinigung und Heizung der Schulbarack n am Hamm wird für das Winterhalt jahr eine Entschädigung von 15 Mt. pro Monat( m Sommer 12 Mt.) bewilligt.- Die Versammlung ist mit der Ueberlassung der städtischen Wiesen hinter den Eichen( an der Moltkestraße) an den Eisverein unter den bisher üblichen Bedingungen einverstanden. Für die Vertretung der Direktion Liebe im Schlachthause durch den Kreistierarzt Schmidt werden dem letzteren 104 Mt. zugebilligt.( 2. war erkrank). Ebenso werd n die Stellvertretungskosten für den zu einer 14 Tage dauernden militärischen Uebung eingezogenen Maschinisten des Schlachthauses mit pro Stunde 60 Pfg. gut geheißen. Zur Beschaffung von Warnungstafeln für Radfahrer waren 150 Mt. bewilligt. Dieselben sollen in Eisen hergestellt werden, wozu der bewilligte Betrag nicht langt Eine Offenbacher Firma verlangt für die Tafeln als Mindestfordernde 250 Mt. Die Versammlung bewilligt daher weitere 100 Mt. Stadtv. Emmelius bittet die Schußmannschaft anzuweisen, daß diese darauf achtet, damit der Bürgersteig an der Marburgerstraße nicht von Radfahrern benutzt wird. Der Oberbürgermeister sagt dies zu tun zu. Im Interesse der Scherheit des Grund- und Hypothefenverkehrs ist durch die Anlegung des neuen Grundbuches die Anlegung eines topographischen Pfandregisters nötig geworden. Der Staat ist zur Uebernahme der Kosten hierfür nicht verpflichtet. Die Versamm lung ist damit einverstanden, daß im allgemeinen Interesse diese Kosten von der Stadt getragen werden. Der Ziegenzucht- rein, welcher bisher für die Bockhaltung an städtischen Mitteln einen Jahresbetrag von 125 Mt. erhalten, beantragt den Zuschuß auf 300 Mt. zu erhöhen. Es werden nur 200 mit. bewilligt. Der Staat hat eingewilligt für die Versuchshunde der Universitäts- Institute, es handelt sich um 24 Tiere, die staatliche Hundesteuer nicht zur Erhebung zu bringen. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß es ebenso mit demjenigen Teil der Hundesteuer, welche die Stadt bezieht, gehalten werden soll. Die Stadtverordne ten sind damit einverstanden, daß die Brennholzversteigerungen wieder wie früher im Walde an Ort und Stelle stattfinden sollen. Die Stelle eines Feuervisitators, welche früher durch das Kreisamt an einen Maurermeister übertragen war, dessen Tätigkeit die Stadt bezahlte, ist frei geworden und vom Kreisamt zur Besetzung ausgeschrieben. Die Versammlung ist damit einverstanden, daß das Kreisamt ersucht werden soll, mit diesem Bosten das städtische Hochbauamt zu betrauen. Ein Antrag des A. Geise, ihm einen Teil der bezahlten Städt. Wohnungsnach- Möbl. Zimmer weis Gießen. mit Pension in der Nähe der Lesehalle zu mieten gesucht Gefchäftsstunden von 8-1 und von jungem Kaufmann. Off. u. L. S. 48. Stadtpostlagernd. Schloßgasse 5 Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 14. von 3-6 Uhr Es sind zu vermiet.: 50 Wohnu ng von 1 bis 9 Zim, 4 möbl. Zim. 0 unmöbl. Zimmer, Zimmer zur Aufbewahrung von Mobiliar. 3u mieten gesucht: 21 Wohnungen von 1 bis 7 Zimmern. 0 möbl. Zimmer. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und war für eine Wohnung mit einem fährlichen Mietwert bis 300 mt. einschließlich 0.20 Mt., von mehr als 300 Mr. bis 500 mt. einfleine Wohnung zu vermieten. 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Die„ Kreuzelschreiber" haben dem Großbauer vom Grundllofa G'shrift" unterschrieben ( XXX) worüber der Seelsorger der Nachbargemeinde höchlichst ergrimmt und den Frauen der Abtrünnigen einredet, ihre Ehegatten würden die Freveltat einstmals in der Hölle zu büßen haben, wenn sie nicht Buße tun und die Unterschrift zurücknehmen würden. Die Frauen beschließen also für die Männer: Entweder Bußfahrt nach Rom oder hinauf in die Dachkammer; die ausgewiesenen Themänner versammeln sich abends im Wirtshaus, jeder klagt sein Leid, man trinkt in den Zorn und schließlich kommt es zu einer wahrhaft idealen Keilerei, bei der Herr Sandorff eine ver= blüffende Geschicklichkeit im Hinauswerfen entwickelte. In dem darauf folgenden moralischen Kazenjammer geben die Hausyrannen der besseren Hälfte nach und die Bußfahrt nach Rom ist beschlossene Sache. Da existiert aber ein Dorfphilosoph, der Steinflopferhannes, der nimmt sich der verlorenen Sache an und arrangiert einen sogenannten " Junfernbund"; die Mägdelein sollen den Bußfertigen die Pilgerfahrt erleichtern und der Steinklopferhannes übernimmt es persönlich, die Frau Josepha Huber, Gattin des Hauptkreuzelschreibers von dieser Straferleichterung in Kenntnis zu setzen. Da naht auch schon die Prozession. Voran Anton Huber mit einer flotten Biermamsell, dahinter all die andern Sünder mit dem Junpfernbund und den eifersüchtigen Eh gesponsten. Die Huberbäuerin sieht ein, daß sie den Gatten, der jetzt absolut nach Rom will, so nicht gehen lassen kann, sie bittet und bittet und schließlich sinft sich alles gerührt in die Arme. Die Bußfahrt ist endgültig begraben und nur der Bauer Altlechner von Herrn Conradi wirkungsvoll verkörpert ist damit nicht einverstanden; mit steinerweichender Stimme gröhlt er fortwährend sein: „ Wir sind schon bereit!", da er schon froh war, mal ein paar Wochen ohne seinen Drachen leben zu können. Die Rolle des Steinklopferhannes hatte Herr Arthur Bauer vom Stadttheater in Frankfurt übernommen und in meisterhafter Weise eine wirklich föstliche Figur geschaffen. Das war eine Gestalt so herzerfrischend und natürlich, daß man meinen fonnte, Herr Bauer habe sein Lebtag Steine geklopft und in der Dorfwirtschaft gesessen. Her San= dorf als Anton Huber schien sich in seinem Gewande auch recht wohl zu fühlen, er spielte frisch und flott und kam mit dem Dialekt ganz schön zurecht. Seine Gattin Frl. Hohl, war in der Liebe wie im Born gleich einnehmend und Frl. Lem= ba ch sang und spielte die Kellnerin Lisel nicht schlecht. Komisch wie immer gab sich Herr Gronert als Kreuzelschreiber Mathias; Freitag Abend hatte er sich einen wahrhaft indianischen Kopfpuz zurechtgemacht und die Herren Bichler, Achterberg, Knabe und Tamte bildeten ein äußerst lebendiges Kleeblatt. Vorzüglich im Dialekt war Herr Haag. Wenn auch sein - tenerisch neulich ziemlich ähnlich flang, so gab er den alten, jähzornigan Brenninger doch so lebens- und wirkungsvoll, daß wir ihm heute schon Absolution erteilen, falls er uns sein famoses Tirolerdeutsch nächstens als Sächsisch auftischen sollte. Die Regie war anerkennenswert, die Dekorationen sehr wirkungsvoll und unsere Regimentskapelle verdient unter der Leitung des Herrn Musikdirektor Krause volles Lob. H. H. Wetterbericht. ( Wetterdienst zu Gießen: Peppler.) Montag und Dienstag: Fortdauer der trüben, kälteren Witterung, vielfach Frost, Schneefälle. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, den ,, Gerichts." und Deffentlichen Sprechjaa": Fr. Oppermann ☛☛ Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Welssweine, per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an, Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od. 100 versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten ven 18 Flaschen an " " " P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. * g. Blutstock. Timerman Wer Stelle fucht, berl. die Hilfe* Samburg, Fichteftr. 33. Deutsohe Vakanzenpost' Eglingen.] # 30 41 Spar u. Leihkasse Gießen. Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis ge bracht, daß unsere Kasse vom 3. bis einschließlich 8. Dezember I. Js. geschlossen ist. Im übrigen werden im Laufe des Monats Dezember jeden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Samstag von Vormittags 8. bis 12 und von Nachmittags 2 bis 4 Uhr Geschäftstage abgehalten. Gießen, den 21. November 1903. Der Direktor der Spar- und Leihkasse Gießen. Wiener. Die Mitglieder unserer Gemeinden bitten wir, uns auch für die kommenden Weihnachten zum Besten unserer Armen und Kranken freundliche Gaben zukommen lassen zu wollen. Die Unterzeichneten und alle anderen Mitglieder der Kirchenvorstände nehmen gern solche Gabe an; auch durch die Gemeindeschwestern können sie übermittelt werden. Anmeldungen zur Christbescheerung seitens der Armen sind nicht erwünscht. Die Kirchenvorstände der vier Gemeinden. Dr. Naumann. D. Schlosser. Euler. Schwabe. Verein „ Jugendfreund" zu Gießen. Unter Bezugnahme auf die bereits in diesem Blatte erschienene Lokalnotiz bitten wir um gütige Unterstützung unserer Sache, sei es durch Geldspenden oder Cigarrenspißen, Staniolfapfeln 2c. Zur Feier dre 30jährigen Bestehens unseres& reins möchten wir diesmal 30 Kinder auf Weihnachten von ständig fleiden. Gaben nehmen entgegen: Ad. Bourgeois, Buchbindermeister, Doering, Rendant, M. Dörr, Schlossermeister, Julius Hartmann, Kreisamtsregistrator i. P., Dr. Heuser, Custos, Ludwig Friedrich, Monteur, Jaskowsky, Wirth( Aquarium), E. H. Müller, Schreinermeister, Lehrer Mulch, Konrad Roth 2., Weinhändler, Schröbel, Kreisdiener. Außer den von mir seither geführten Bieren bringe jetzt auch stmu dio pj 11.jp gunsd uldo7 28 dan muni 001# Die stete Zunahme unserer Kundschaft berechtigt zu dem Schluß, daß unsere nu Dista Schuhwaren die rouſte Zufriedenheit des verehrlichen Publikums gefunden haben und dieselbe auch verdienen, weil s sie sich durch Solidität, Eleganz und besonders Preiswürdigkeit auszeichnen. Springmann's Schuhwarenhaus Bahnhofstraße 58. Stadt- Theater Gisken. Gießen, Hess. Fechtverein Waisenschuk Zweigverein Gießen. Direktion: Steingoetter. Wie alljährlich so beabsichDienstag 1. Dezember tigen wir auch in diesem Jahr 7.Dienstag- Abonnem.- Vorstellung. eine Anzahl Kinder Einmalige Aufführung! Wohlthäter der Menschheit. Schauspiel in 3 Akten von Felix Philippi. „ Eure Lindigkeit lasset kund werden allen Menschen" so klingt es abermals freundlich in die liebe Weihnachts zeit hinein! Jedermann hat wohl Gelegenheit genug, folche indigkeit seinen eigenen Hausgenossen und den Armen und Kleinen seiner nächsten Umgebung Mainzer Aktienbieren und werden zu beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle dasselbe die 11 Flasche zu 18 Pfennig 1/2 " " lassen. Aber die Liebe hat in Weihnachten, Gott Lob, weitsichtige Augen und lange Arme, und so bitten wir getrost die Freunde, unserer großen und kleinen Fallsüchtigen, Geifte skranten, Arbeitslosen, Heimat loser, verlassenen Waisen Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, daß nur mir allein die Vertretung der Mainzer hier und im fernen seitabAktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen worden ist. 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Alle Symptome wie Kopfschmerzen, Bufftoßen, Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magen leiden um so heftiger auftreten, werden eft nach einigen Mal Trinken beseitigt. Stuhlverstopfung und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Solikschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, sowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein belebt jedwede Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl alle untauglichen Stoffe aus dem Magen und Gedärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftigung sind meist die Folge schlechter Berbauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit, unter nervöser Abspannung und Gemütsverfimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Kranke langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der geschwächten Lebenskraft einen frischen Impuls. Kräuter- Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel fräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken neue Bräfte und neues Leben Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Kräuter. Wein ist zu haben in Flaschen à Mr. 1.25 und Mt. 1.75 in den Apotheken von Gießen, Großen- finden, Wehlar. Fro hausen, sraunfels, Buzbach, Brandoberndorf, Gladenbach, Weilburg, GroßenBuseck, Gülendorf, Grünberg, Lich, hungen, Laubach, Bad- Bauheim, Marburg u. s. w., sowie in allen größeren und kleineren Orten ganz Deutschlands in den Apotheken. Auch versendet die Firma Hubert Ullrich, Leipzig, Weststrasse 82", im Engiosverkauf 3 und mehr Flaschen Kräuter: wein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands portound fistefrei. Mindestquantum im Engrosversand also drei Flaschen. Vor Nachahmung wird gewarnt. Man verlange ausdrücklich Kräuterweln. Hubert Ullrich, sohen Mein Kräuterwein ist kein Geheimmittel; seine Bestalde reile sind: Malagamein 450,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rotwein 240,0, Gberefchensaft 150,0 Kirschfaft 320,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Raluuswurzel aa10,0. Diese Bestandteile mische man Petroleum- Glüblicht ohne Strumpf, ohne Lampenänderung! Rein Rußen, fein Dunsten. Explosionssich er. Unbegrenzte Dauerhaftigkeit. 50 Proz. Delersparnis. 3 hnfache Lichtverstärkung. Für 10" 12" 14" 16" Rundbrenner vorrätig. Stück Mr. 1.80 fco. Nachnahme. J. Pausch II, Kronach. ( Wiederverkäufer aesucht.) Pelzwaren in grösster Auswahl von den einfachsten bis zu den seirsten befannt billigen Preisen Schuhwarenhaus Springmann J. Kaan jr. Giessen, Bahnhofstraße 58. Giessen, Kreuzplatz 10. fichen Wesens zeigt er diesmal eine wahre Trübsalsmiene. Schule gehabt babe fich überanstrengt, und Tante Die Eltern schütteln den Kopf über ihren Aeltesten; der Bater forscht ihn aus, ob er Merger in der hat, Mama fürch denen ein malerisch beanlagter Freund des Sersen, vom neuen Regenschirm in herzerschütternden granjige Bilder gemalt hat. Tante Riefchen preist im stillen das gütige Schicksal, welches Mr 281 Montag Famil den 30 November 061