Nr. 255. Abonnementoprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50- ẞfg., n's Saus gebracht 60 Bfg., burch die Poft bezogen viertel fährlich war. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitage. Freitag, den 30. Oktober 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionspref 8 Die einfpaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Bfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanfchlak Nr. 363. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Wider die Unfittlichkeit. CB. Die preußische Generalsynode hat in ihrer gegenwär Hgen Tagung u. a. einen Beschluß gefaßt, der sich mit einer der wichtigsten Fragen unserer Volkserziehung beschäftigt und in weiten Kreisen lauten Widerhall wecken wird. Die einen werden ihm lebhaft beipflichten, die anderen ihn ebenso entschieden bekämpfen. Er wird den alten Streit erneuern, der um die ,, lex Heinze" entbrannte; denn ein neues Gesetz dieser Art fordert die Generalsynode in ihrem Beschluß zur Bekämpfung der Unsittlichkeit. Wenn aber auch über die Methode, wie man dem auch bei uns in erschreckendem Maße um sich greifenden Verfall der Sitten steuern soll, die Ansichten auseinandergehen werden, darin werden ernſte Patrioten einig sein, daß unter allen Umständen etwas gegen die Gefahr der moralischen Verwilderung unseres Volkes geschehen muß. Wir Deutsche waren seit den Tagen des Tacitus ein Volk, das im Gegensatz zu den meisten anderen Nationen einen tiefeingewurzelten Widerwillen gegen alle Schlüpfrigkeiten und Unsittlichkeiten betätigte. Ohne prüde zu sein, war unser Volf zu allen Zeiten in seinen besten und kraftvollsten Schichten keuschen Geistes und ehrbaren Sinnes, und in diesen heute unter dem Einfluß seinden Schrifttams, insbesondere der lasziven Franzosen, leider auch bei uns schon vielfach belichelten Eigenschaften unseres Wolfscharakters lag und liegt unser Stärke. Sie zu erhalten, die moralische ltebermacht, die allein den unvermeidlichen Zukunftskampf zwischen Germanen- und Slaventunt zu unseren Gunsten entscheiden fann, uns zu wahren, das ist wahrlich eine Aufgabe, des Schweißes der Edlen wert. Ja, ist es denn überhaupt so arg mit der sittlichen Fäulhis in unserem Volfe, gegen die sich der Vorstoß der Generalfynode richtet? Mancher, der stolz darauf ist, Deutscher zu sein, wird diese Frage aufwerfen, und mancher wird sich nicht dazu verstehen können, die Anschauung von der bereits vor handenen sittlichen Gefährdung unseres Volkes zu teilen. Aber das hieße eine Vogelstrauß- Politik treiben, die angesichts so vieler bedenklicher Erscheinungen auf dem Gebiete unferer öffentlichen Moral unverzeihlich wäre. Wer sich ein Bild von der Größe der einstweilen gottlob erst auffeimenden Gefahr machen will, braucht nur ein paar Tage lamg die Zeitungen zu verfolgen, um sich zu überzeugen, daß das moralische Sinnesniveau bei uns gegen früher gesunken ist. Ein paar Erempel aus den letzten Tagen: Da ist zunächst die mit allen Begriffen von weiblicher Reinheit und Keuschheit unvereinbare Gepflogenheit unserer Damen, Sensationsprozessen ungeachtet der Immoralitäten, die dabei öffentlich verhandelt werden, beizuwohnen. Der Prozeß wilecki, in dem so viele für die Ohren sittsamer Frauen beleidigende Dinge erörtert werden, sieht im Zuschauerraum fast nur Damen. Und Damen der sogenannten besten Gesellschaft! Sie erröten nicht, sie verlassen nicht schamhaft den Saal, wenn mehr als delikate Dinge öffentlich vor ihnen crörtert werden: im Gegenteil, begierig lauschen sie jeder noch so häßlichen„ Enthüllung". Then fehlt offenbar das Gefühl dafür, daß es ein Schimpf für eine Frau ist, dergleichen freiwillig mitanzuhören. Und darin, in diesem Mangel an Gefühl für ihre sittliche Frauenwürde, liegt eben die Gefahr für unser Volk. Diese Frauen sind die Mütter. der kommenden Generationen. Welche sittlichen Begriffe sind sie im stande, ihren Kindern einzuflößen? Willst du genau erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei edlen Frauen an," so hieß es einst mit Altmeister Goethe. Heute finden edle" Frauen, Frauen der besten Gesellschaft, Geschmack an den widerlichen Enthüllungen aus dem zerrütteten Eheleben weier gefunfenen Menschen! Wenn das am grünen Holz der„ Gebildeten" geschieht, mie darf man sich wundern, wenn es mit dem dürren der Bildungslosen nicht besser bestellt ist. Fälle, wie der der ben verurteilten Kupplerin Gustava Schettler und ihrer Schülerin Frida Horn sind leider feine Seltenheiten mehr. Und Seltenheiten sind es auch nicht, daß in solcher schmutzigen Affäre Angehörige der besten Kreise, Männer in verantwortlicher Stellung, Volksvertreter, selbst hohe Beamte verwickelt sind! Der Prozeß Schettler ist charakteristisch dafür, daß der moralische Fäulnisprozeß in den oberen wie den unteren Schichten unseres Volkes gleicherweise begonnen hat. Das sind aber Erscheinungen, wird man einwenden, die nur oder fast nur die Großstadt hervorbringt; das Leben in der Provinz" fennt sie nicht fast nicht. Das ist richtig fast richtig. Allein die Gefahr liegt nahe, daß das Uebel Mode" wird und den Zug von den Großstädten ins Land nehme; und darum ist es publizistische Pflicht, den Finger auf die Wunde zu legen und an der Ausrottung des fressenden Uebels mitzuwirken, so lange es noch Zeit ist. Es ist n.och Zeit, aber es ist die höchste Zeit! Kunsttempel als Lasterhöhlen. In engstem Zusammenhang mit den obigen Ausführungen steht eine Rede, die Dr. Naumann( München) auf der rbeiten deutschen Nationalkonferenz zur internationalen Be fämpfung des Mädchenhandels hielt, die, wie wir meldeten, in Berlin tagte. Dr. Naumann wies auf den bekannten Trid doer Mädchenhändler bin, junge, unerfahrene Mädchen unter dem Vorgeben, ihnen die künstlerische Laufbahn zu eröffnen, an sich zu locken.„ Die heutigen Impresarii und Agenten" - so behauptete der Redner rekrutieren sich meistens aus dem Stand der Zuhälter oder der Schankkellner." Redner verlangt 1. Konzessionierung für Impresarii, Agenten u. s. w., 2. Kautionsstellung für Impresarii, welche Kunstreisen ins Ausland unternehmen wollen, 3. Meldepflicht für jeden nach dem Ausland abgeschlossenen Kontrakt nebst Angabe der Reiseroute und Meldepflicht bei den Konsulaten im Ausland; 4. strenges Verbot des Engagements von Mädchen unter 18 Jahren oder möglichst ein noch höheres Schußalter. Bedeutend fißlicher, fuhr der Redner fort, sei das Thema des indirekten, verschleierten Mädchenhandels an unseren Theatern, selbst den bestrenommierten. Ob so ein Direktor mit alten Hosen handele, oder ob er Theater mache, sei egal, die Hauptsache sei ihm, daß er Geld verdiene. Wer einen Blick in das Theaterwesen, Protektionswesen hinter den Kulissen getan hat, werde zustimmen, daß höchste Zeit zur Abhilfe sei. Notwendig sei eine Revision der Bühnenkontrakte und auch hier wäre eine gewisse Selbsthilfe zu organisieren. Wenn wir auch keine Aussicht auf Erfolg haben sollten, so wollen wir doch die Gelegenheit wahrnehmen, unserem Zorn und unserer Entrüstung Ausdruck zu geben, daß unsere Theater in solcher Weise mißbraucht werden. Die Politik. * Wie wir erfahren, ist vorläufig für den Zusammentrit. des preußischen Landtages der 12. Januar nächsten Jahres despreußischen Landtages der 12. Januar nächsten Jahres in Aussicht genommen. Die neuesten Nachrichten aus Deutsch- Südwestafrika, die auch nähere Kunde von der Ermordung der deutschen Farmers familie Paasch, sowie des Händlers Azend bei Grootfontein durch die Ovambos bringen, lassen einen Strafzug gegen diese im Norden unserer Kolonie wohnende Völkerschaft dringend notwendig erscheinen. Leute, die offenbar ganz gut unterrichtet sind, erklären, daß die passive Haltung unserer Schußtruppe viel dazu beigetragen habe, diese Ovambos in ihrer wachsenden Frechheit zu bestärken. Jetzt sei natürlich kein Zandern mehr möglich. Auch hindere die Truppe, die schlagfertig sei, ja nichts, mit diesem unbotmäßigen Stamme furzen Prozeß zu machen. Die operierende Abteilung wird voraussichtlich über 500 Mann berittene Infanterre und eine Gebirgsbatterie verfügen, zu denen vermutlich noch Abieilungen militärisch ausgebildeter Buren und Bastards, sowie einige berittene Hottentottenstämme stoßen. Das Ovamboland ist das wasserreichste und fruchtbarste Gebiet der ganzen Gegend. Man hat also alle Ursache, die deutsche Vorherrschaft dort zu zeigen. Das vom französisch- deutschen Bagdadbahn- Syndikat getroffene Arrangement ist nicht perfekt geworden, weil die deutsche Finanzgruppe sich nicht damit einverstanden erflären konnte, die von französischer Seite gewünschte Erhöhung der französischen Quote und Gleichberechtigung des französischen Elementes in der Leitung der Bagdadbahn zu bewilligen. Daraufhin hat der französische Ministerrat seine Genehmigung nicht erteilt. Die Zustimmung der deutschen Regierung sollte erst nachgesucht werden, wenn die franzöfische Finanzgruppe von ihrer Regierung die Genehmigung erlangt haben würde. Allerhand törichte Gerüchte darüber sind also vollkommen aus der Luft gegriffen. In Paris hat in diesen Tagen ein internationaler Kongreß für Arbeitergärten getagt, an dem etwa 800 Delegierte teilgenommen haben. Aus Deutschland waren Geheimrat Bielefeldt und eine Anzahl Abgesandte des„ Roten Kreuzes" erschienen. Man wird sich erinnern, daß unsere deutschen Arbeitergärten ihr Entstehen französischem Beispiel verdankten, und wird es nur begreiflich finden, daß gerade in Frankreich, wo Madame Hervieu und der Abbé Lemire mit dieser Art sozialer Bestrebungen den Anfang machten, ein Austausch der gemachten Erfahrungen stattfindet. Das Kabinett Tiszas steht auf einem Pulverfaß. Die liberale Partei beratet noch fortgesezt die redaktionellen Aenderungen" des Elaborates des Neunerausschusses, ohne zu einem Beschlusse zu kommen. Besonders fällt Apponyi auf die Nerven, der sich in stylistischen Haarspaltereien gefällt und nichts unversucht läßt, die Stimmung, die sich kaum ein wenig gebessert hatte, wieder zu trüben. Es gewinnt aber an Wahrscheinlichkeit, daß Tisza Sieger bleibt, und Apponyi aus der Partei austritt. Dabei ist all die Aufregung eigentlich der Mühe kaum wert. Tisza hat nur ein Wort am Programm des Neunerausschusses geändert. Statt: Die Herrscherrechte seien vom Könige in verfassungsmäßiger Weise auszuüben, sagt er: Der König solle die Herrscherrechte in bisheriger Weise ausüben. Wozu der Lärm? Die ertremen Obstruktionisten müssen doch wohl wissen, warum sie diesen Kaiservogel", der ein Sohn Koloman Tiszas sei, der fünfzehn Jahre hindurch dieses Land korrumpiert" habe und dessen Protektoren man kenne", mit schärfsten Worten angreifen und ihm schon heute wohlmeinend zurufen: ,, Adieu, Tisza!" Die Angst vor österreichischen Eroberungsplänen auf dem Balkan verwirrt in Italien im Augenblicke wieder sonst ganz flare Köpfe. Desterreich rüstet sich zum Einfall in Albanien", lautet der Alarmruf, und seine Bans ruht auf der fadenscheinigen Tatsache, daß in Bosnien und der Herzegowina zahlreiche Offizierskommissionen eingetroffen seien, welche die öffentlichen Gebäude einer Besichtigung unterzögen, zwecks Feststellung ihrer Brauchbarkeit für Besatzungszwecke. Ebenso wird gemunkelt, daß unter den dalmatischen Soldaten eine Untersuchung darüber abgehalten werde, welche und wieviele das albanische Idiom beherrschen. Diese Kriegsriecherei gegenüber Desterreich bekommt nachgerade einen komischen Anstrich. Um sich vor den dauernden Demonstrationen und Wühlereien der österreichisch- italienischen Studentenschaft zu schützen, hat man in Desterreich neuerdings ein Exempel statuiert. Man hat nämlich gegen 200 solche Studenten, die an einem Irredentisten- Kongreß in Undine teilgenommen haben, das Verfahren wegen Hochverrats eingeleitet. Man wird dieses Vorgehen der Regierung nur verständlich finden. A Der frühere Schazmeister Papst Leos XIII., Monsignore Folchi, der vor zehn Jahren aus dem Vatikan verbannt wurde, weil die öffentliche Meinung ihm die Hauptschuld an dem großen Vermögensverluste beimaß, den der päpstliche Stuhl durch allerhand Bankkrachs erlitten hatte, soll von Papst Pius rehabilitiert und, wie es heißt, mit dem hohen Posten des Majordomus betraut werden. Damit würde Papst Pius einen Akt hochherziger Gerechtigkeit vollziehen, denn die Zwischenzeit hat erwiesen, daß Folchi damals falschem Verdachte zum Opfer fiel. Einem neuen Offiziersputsch wollte man in Belgrad auf die Spuc gekommen sein. Die Aktion sollte sich wieder gegen das Regime der Königsmörder richten. Nun stellt sich heraus, daß der verhaftete Rädelsführer, der frühere serbische Militärattachee in Wien, Oberstleutnant Michael Jankowitsch, nur ein überspannter Mensch ist, der in feiner Weise ernst genommen werden kann. Sein törichter Plan soll dahin gegangen sein, sich durch einen Handstreich der Festung Schabat oder Nischs zu bemächtigen, um einen neuen Putsch zu inszenieren. Daß er diese Gespräche in öffentlichen Caféhäusern geführt hat, hätte eigentlich schon genugsam beweisen müssen, weß Geistes Kind er ist. Die Meldung von einem Mordversuch auf den merikanischen Präsidenten Porfirio Diaz ist stark aufgebauscht. Der Täter Toscano soll betrunken gewesen sein und nur zur Begrüßung des Präsidenten fünf Freudenschüsse abgegeben haben.... Zieht die„ Bomben"-Reklame weitere Kreise? Angesichts der Schwäche der chinesischen Behörden, welche ihre Versprechen nicht erfüllen, und der herrschenden Gährung" rückte eine russische Abteilung in Mukden ein und besetzte die Wachen. Die Herren Russen sichern sich für alle Fälle. Entgegen englischen Meldungen, die offenbar Maclean inspiriert, verlautet aus französischen Quellen, daß der Prätendent Bu Hamara auf der ganzen Linie siegreich sei und den Norden Marokkos in seiner Gewalt habe. Der Sultan sei nach Fez zurückgekehrt und dort eingeschlossen. Die Bevölkerung zwischen Tetuan und Tanger befinde sich in vollem Aufruhr. Wer wagt zu sagen, was hier Wahrheit ist?! Dem wackeren Castro, Präsidenten des Raubstaats Venezuela, ist von Washington eine Verwarnung zugegangen. Roosevelt hat ihm vertraulich mitteilen lassen, daß das Abkommen mit den europäischen Mächten strikt durchgeführt werden müßte. Andernfalls lehne die Union es ab, eventuellen europäischen Zwangsmaßregeln entgegenzutreten. Ob er sich's hinter die Ohren schreiben wird? Der Kindesunterschiebungs- Prozess. ( 4. Verhandlungstag.) RK Berlin, 29. Oktober. Heut haben im großen und ganzen die Entlastungszeugen das Wort. Eine Anzahl von Bedienerinnen und Gutsfrauen des angeklagten Grafenpaares kommt zum Verhör, und nur eine Zeugin aus der bunten Reihe sagt gegen die Gräfin aus. Daß diese Zeugin jetzt bei dem Grafen Mieceslaw wielecki, dem Prätendenten auf das Majorat, in Dienst steht, gibt der Verteidigung Veranlassung, den Wert ihrer Aussage anzuzweifeln. Mit mehr Recht aber noch kann man an die Aussagen der gräflichen Gutsleute das Messer skeptischer Kritik legen. Wies doch der Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Folk auf das„ Unterwürfigkeitsgefühl" dieser Leute hin, das ihm schon in der Voruntersuchung so viel zu schaffen gemacht habe. Wäre es da zu verwundern, wenn diese an sklavische Abhängigkeit gewöhnten Frauen hier unter den strengen Augen der Herrin die diese vernichtende Wahrheit fälschten? Wenn von ihnen ein Meineid geschworen werden sollte, so wäre es einer von den menschlich verzeihlichsten, die von Bewohnern jener nach der eigenen Aussage des Distriktskommissars so meineidsfruchtbaren Gegend da hinten je geschworen worden sein mögen. Den ersten Punkt der Verhandlung bildete heute nochmals das„ zärtliche" Verhältnis zwischen den Ehegatten, das nach den gestrigen Behauptungen der Zeugin Falfowska in letzter Zeit existiert habe und dessen Unterbfand der kleine Majoratserbe sein soll. Die Worte des sich die Tür. Der alte Dunald trat feierTich auf Francis zu und sagte mit dumpfer Stimme, vor ber der fröhliche Jubel ringsum berstummte: Die Gräfin ist gestorben gestorben mit Eurem Namen auf den Lippen fie ist eingegangen zu Gott, der den GeStoß nach der Brust des Grafen, aber wie Glas. feinen Schultern hervor, und er rief mit einer Stimme, die fich in eine furchtbare Kralle, schwarze Flügel wuchsen aus die Klinge zerbrach Der Graf streckte die Hand aus. Diese Hand verwandelte Am Morgen Hochzeit bat des folgenden Tages nach der silbernen rau Wallrat ihren Mann um eine Unterredung. Lieber Hans Egon, ich möchte etwas Ernstes mit dir besprechen!" fichit in ganz blai Aber Frauchen, so feierlich! Ist dir nicht wohl? Di Aber, Papa, erkläre mir doch, wie ist das möglich, s habe ich denn getan? fann dir Aufklärung geben. wir beide darunter leiden. Geh', Du hast nichts getan, ich auch nicht, und doch mussen 1 erzählteit. frag die grau dort. Staatsanwalts, es sei ihm interessant, zu erfahren, auf welchem Wege die Verteidigung, auf deren Frage hin die Falkowska ihre Wahrnehmungen bekundete, in den Besitz ihrer Wissenschaft gekommen sei, führen zu einer Kontroverse zwischen Verteidiger und Staatsanwalt. Der Verteidiger Justizrat Wronker lehnt es entschieden ab, Auskunft darüber zu erteilen, woher er diese Informationen habe. Die Verteidigung könne für sich dasselbe Recht beanspruchen wie die Staatsanwaltschaft, daß in die Lauterkeit ihrer Quellen und ihre Objektivität, das Recht zu finden, keinerlei Zweifel gesetzt werden. Die Verteidigung sei in dieser Beziehung der Staatsanwaltschaft mindestens ebenbürtig. Der Staatsanwalt erklärt, er habe nicht etwa andeuten wollen, daß die Verteidiger aus unlauterer Quelle geschöpft haben, beantragt aber die Vernehmung des Untersuchungsrichters über diesen Bunft. Hieran schließt sich eine Erörterung über den Kostenaufwand, den Graf Hettor Sewilecti für die Nachforschungen gemacht hat. Der Graf gibt an, daß er bis vor 14 Tagen im ganzen etwa 9000 Mart an seinen Beauftragten Hechelski abgeführt habe. Nun folgen in bunter Reihe eine Anzahl von Zeugenaussagen, die im allgemeinen ein der Gräfin günstiges Resultat geben. Einzelne betreffen so intime Dinge des Frauenlebens, daß man sie nicht gut wiedergeben kann. Den problematischen Wert aller dieser Aussagen haben wir bereits eingangs geschildert. Eine der Zeuginnen gibt selbst zu, daß sie nicht die geeignete Persönlichkeit ist, um ein Urteil über den Zustand der Gräfin abzugeben. Unter allgemeiner Heiterfeit erklärt sie verschämt: Ich bin ein Fräulein, und kann doch so etwas nicht verstehen." Besonderen Eindruck macht die Aussage der Frau v. Bninska, geb. Gräfin Czapska. Diese verbürgt sich dafür, daß die Gräfin, der sie am Tage nach der Entbindung einen Besuch machte, das Wochenbett nicht simuliert habe. Auf die Frage des Verteidigers, ob sie wisse, wie eine Wöchnerin aussieht, antwortete sie mit Stolz: ch habe selbst acht Kinder und zwei verheiratete Töchter." Die energische Dame weiß sogar einen Sachverständigen abzuführen, der sie fragt, ob sie denn auch den typischen Geruch des Wochenbettes im Zimmer wahrgenommen habe. Die Zeugin erklärt: Solch Geruch ist doch wahrhaftig nicht nötig. Wozu hat man denn Nefraichiffeurs?"( Heiterkeit.) Das Kind, das sie allerdings erst am dritten Tage gesehen hat, habe ihr den Eindruck eines Neugeborenen gemacht. Bei ihrer großen Praris glaubt sie sich in dieser Richtung genau auszukennen. Die Aerzte werden aber mit diesen oberflächlichen Schlüssen kaum einverstanden sein. Aus dem Gerichtsfaal. Rache, weil er von der Braut einen Korb erhalten hatte. Er brachte zwei Dynamitpatronen vor dem Hochzeitshause zur Explosion, doch wurden nur starte Sachbeschädigungen angerichtet und niemand verletzt. Buchta wurde verhaftet. § Die Affäre Wagner. Der frühere Oberpostpraktikant Richard Wagner, welcher bekanntlich durch Urteil der Kaiserlichen Disziplinarkammer zu Kassel am 24. September cr. wegen Befundung sozialdemokratischer Gesinnung aus dem Postdienst entlassen wurde, hat gegen dieses Erkenntnis die Berufung angemeldet. Die Affäre wird daher noch den Disziplinarhof des Reichsgerichts in Leipzig beschäftigen. A Die Explosion auf dem Bahnhofe Schmerinka, von der wir berichteten, ist nach Berichten aus Kiem durch Pulver, das wahrscheinlich als Kontrebande mitgeführt wurde, verursacht worden. In dem Wagen, der demjenigen folgte, in dem die Explosion stattfand, wurde ebenfalls Pulver ge= funden. Zwei der Verletzten sind gestorben. A Geschwisterehe. Wie ein antiker Dramenstoff mutet eine Affaire an, mit der sich der Staatsanwalt der italienischen Stadt Varese zu befassen hat. Er hat einen Verhaftsbefehl gegen ein Geschwisterpaar erlassen, das in sündiger Liebe zu einander entbrannt war und auch Sprößlinge aus diesem unnatürlichen Bunde aufzuweisen hatte, die aber kurz nach der Geburt starben. Die Mutter hatte von dem Standesbeamten verlangt, er sollte die Kinder eintragen als„ geboren von ihr und ihrem Stiefbruder". Der Beamte weigerte sich jedoch dessen, und die Kinder wurden als unehelich registriert - wahrscheinlich hatte der Beamte an die Schauerlichkeit der Tatsache nicht glauben können. Das Geschwisterpaar ist ins Ausland entflohen. Die Stiefgeschwister gingen vor Jahren zum Pfarrer des Ortes und erbaten von ihm die kirchliche Trauung. Der weigerte sich natürlich entsetzt. Da begaben sich die Verlobten auf den„ Heiligen Berg", wo eine Statue des Moses steht, knieten davor nieder, und erklärten sich, nachdem sie Gott als Zeugen für ihren Ghebund angerufen hatten, für Mann und Frau, und lebten auch als solche bisher unbeanstandet in dem ihnen von den Eltern berbliebenen Hause. § Der Schwur des Verurteilten. Bei einem Verfahren gegen eine Einbrecherbande von 19 Personen, über die von der Berliner Straffammer im ganzen 47 Jahre Zuchthaus, 3 Jahre Gefängnis und 51 Jahre Ehrverlust verhängt wurden, kam es bei der Abführung der Angeklagten zu einer dramatischen Szene. Der zu 7 Jahren Zuchthaus ver urteilte Barenth wandte sich an den anwesenden Kriminal kommissar Wanowski mit der Drohung:„ Das schwöre ich Ihnen zu, als Spitzbube geb' ich ins Zuchthaus, als Raubmörder komme ich wieder heraus, und mit Ihnen rechne ich dann zuerst ab!" Hoffentlich wird dem rabiaten Menschen diese Abrechnung einmal nicht zu leicht gemacht. § Eine Entartete. Selten hat man auf der Anklagebank ein weibliches Geschöpf gesehen, das schon im frühen Mädchenalter so monströse Verworfenheit, so bestialische Mordlust gezeigt hätte, wie die 19jährige Bauernmagd Julie Ando, die sich z. 3t. wegen ihrer scheußlichen Verbrechen bor den Budapester Geschworenen zu verantworten hat. Die Angeklagte hat ihren Dienstherrn, den 76jährigen pensionierten Honvedrittmeister Koloman Horvath, im Schlaf mit einer Hacke erschlagen und dann seine Wertsachen und Bargeld geraubt. Nach ihrer Verhaftung brachte die Polizei heraus, daß Julie Ando einige Monate früher in einem Weinberg die 15jährige Esther Szebo ermordet und zerStückelt hatte. Sie hatte das Kind an sich zu locken gewußt und um der hübschen Kleider willen erschlagen. Nab und Fern. *[ Die Opfer der wilden Tiere in Indien] sind trotz des enormen Fortschreitens der Kultur immer noch erschreckend zahlreich. Nach dem jetzt erschienenen amtlichen Bericht wurden im Jahre 1902 nicht weniger als 2836 Menschen durch wilde Tiere getötet. Von dieser Zahl fielen 1046 allein den Tigern zum Opfer. Durch Schlangenbiz_kamen 23 166 Menschen ums Leben. Außerdem erlagen 80 796 Stück Vieh den Raubtieren und 9019 den Schlangen. Die Zahl der erlegten wilden Tiere, auf deren Vernichtung Belohnungen ausgesetzt sind, betrug 14 983, darunter 1331 Tiger; die Zahl der erlegten Schlangen 72 595. Wahlausschreitungen in Galizien. Anläßlich der Wahlen zur Bezirkskrankenkasse verübten in Stanislau, wie aus Lemberg gemeldet wird, Arbeiter schwere Ausschreitungen. Die Polizei sah sich gezwungen, einzuschreiten, und in dem entstehenden Handgemenge wurde ein Schüler getötet und ein Polizist schwer verwundet. Militär mußte die Ruhe herstellen. Der Aufstand in Bilbao dauert in ungeschwächtem Maße an. Es fanden wiederholt blutige Zusammenstöße zwischen den Truppen und den streifenden Arbeitern statt, deren Zahl auf 50 000 gewachsen ist, und die die Stadt förmlich belagern. Bunte Chronik. Die Berliner Kriminalpolizei hat in der Grabowskischen Mordsache eine neue Spur entdeckt. Sie fahndet auf den 30jährigen Arbeiter Kirschwens, der in der fritischen Zeit ein Bündel mit Menschenblut befleckter leider auf der Straße weggeworfen hat und seitdem verschwunden ist. -In Emden kam es wegen Lohnstreitigkeiten zu einem Generalausstand der Maurer. Die übrigen Bauhandwerker werden sich dem Streik wahrscheinlich anschließen. Schwere Stürme und Wolkenbrüche suchten den Südwesten Englands heim. Das Land steht meilenweit unter Wasser. Bestellungen auf die Giessener Neueste Nachrichten In Paris tam es zu einem Zusammenstoß zwischen Handlungsgehilfen und Polizei. Die Gehilfen hatten sich versammelt, um gegen die Stellenvermittlungsbureaus Front zu machen. Dabei kam es zu lärmenden Ausschreitungen. Vermischtes. Die Lage ist äußerst ernst. Die Verhältnisse in der Stadt sind kläglich. Das Brot fehlt. Tausende von Aufständigen, die mit Revolvern bewaffnet waren, drangen in die Stadt und plünderten Läden und Märkte. Die Truppen gaben mehrmals Feuer; fünf Tote und viele Verwundete bedeckten die Straßen. Auch Barrikaden wurden errichtet, gegen die das Militär mit dem Bajonett vorging. Unter den Verwundeten sind viele Weiber und Kinder, was die Erbitterung des Kampfes beweist. Mehrere Klöster wurden gestürmt und mit Petroleum begossen. Die Geistlichen weigern sich, Begräbnisse zu begleiten, da sie ihres Lebens nicht sicher sind. Wie nunmehr feststeht, sind bei den letzten Busammenstößen sechs Personen getötet und etwa hundert verwundet worden. Die Lokomotivführer und Heizer der Eisenbahnen drohen, sich dem Ausstande anzuschließen. Auf Befehl aus Madrid berief der Gouverneur die Minenbefizer zu einer Besprechung ein. Die Truppen bewachen die Banfen und öffentlichen Gebäude. Die fremden Konsuln wurden beim Militärgouverneur um Schutz für die im Hafen liegenden ausländischen Schiffe vorstellig. Dynamitattentat eines Eifersüchtigen. In Laurahitte versuchte der Grubenhäuer Buchta eine ganze Hoch zeitsgesellschaft mit Dynamit in die Luft zu sprengen. aus für die Monate November Dezember werden von allen Bostämtern, Zeitungsboten und der Ge schäftsstelle unseres Blattes entgegengenommen. Die Expedition. Sitzung der Stadtverordneten. - gleiden Arbe zufammen 14 4. Schultlaff pro Jahr 25 berein für für Ausbild Stadtmädchen Buntt: Grla Aeiftiger Getr Auguft& Lo Carl Schw erlaubnis. Wirtschaftsge Neustadt 1 an Wirtschaf Saus Web Wirtschaft b nehmigung Versammlung Emmeliu halb ber Se wegen junge Bürgermeifter bamit das F energifch ent Aur Sprache Beerdigungen mangele. G welche für ganzen Alei find. Es e bes Friedhof bei Beerdig und daß M wird es un Berfonen, w luftigend in meifter bem feien nicht i find eben b werde daher beklagten M Befferung dazu schreit auf dem bittet von ferner Sorg des Toten bis zur G ber Kapelle hinter dem Uebelstand, gewöhnlich bürgermeiste fei, bie näd Rapelle zu fi erft noch et bie Neugier ftellt, befrie tommen, d in der Pre nicht schader W. Gießen, 28. Oktober 1903. Gestern Nachmittag 1/25 Uhr eröffnete der Oberbürger meister die Versammlung und fommt darauf zu sprechen, daß in der Stadt dem Oftroi Inspektor Mäser verleumderischer Weise nachgesagt wurde, derselbe sei seines Antes entsetzt, weil er durch den Prozeß Jeckel, welcher jüngst vor dem Kriegsgericht sich abgespielt hat, kompro mittiert worden wäre. Der Oberbürgermeister erklärt, daß natürlich an der ganzen Sache fein Wort wahr ist, daß allerdings M. vor dem Kriegsgericht darüber als Zeuge vers nommen ist, welches Quantum Wein der Angeklagte Jeckl von außerhalb bezogen hat. Der Bauunternehmer Rinn weißt in einem Schreiben den Vorwurf des Stadtv. Wallen fels, daß der von ihm Ecke Landgrafenstraße- Ditanlage erbaute Pferdestall unschön sei, zurück und spricht sich dahin aus, daß wenn das Gebäude erft fertig gestellt sei, es eine Ver unzierung der Straße nicht sein werde. Stadtv. Wallen fe Is bezieht sich auf das was der Oberbürgermeister selber in der letzten Sigung geäußert, daß nämlich diese Vaulichkeit teine Zierde der Anlage bilde. Troß der Eingabe des Bau herrn bleibe er bei dem was er in letter Sigung gesagt habe. Stall bleibt eben immer Stall und ein solcher ge höre nicht an eine öffentliche Straße. Stadtv Kirch teilt Wallenfels Ansicht voll und ganz. Ihm scheine als wenn Bauunternehmer Rinn der Ansicht sei, daß die Versammlung zu viel gesagt habe, wenn sie sich oder einzelne ihrer Mitglieder in der geschehenen Art und Weise mißbilligend über den errichteten Stall geäußert. Hiergegen wolle er Ver wahrung einlegen, es sei nicht nur ein Recht, sondern auch Pflicht der Stadtverordnet n, Mißstände zu besprechen und dieses Recht werde man sich nicht beeinträchtigen lassen. Stadtv. Hauba ch bemerkt, daß der Stall an jene Stelle nicht hingehörte; wie der Fall aber nun einmal liegt, handelt es sich um das Recht der baulichen Ausnutzung von Hinterland und da war eben nichts zu ändern. Damit ist die Angelegenheit erledigt. Der Gailschen Dampf ziegelei wird ein Baugesuch betreffend der Errichtung eines Wohnhauses genehmigt. Ebenso erhält der Bau unternehmer Pfaff, welcher an einem Neubau de Stephanstraße einen Balkon ausbauen will, den hierzu nötigen Dispens befürwortet.-Willi Hause wünscht die Erlaubnis, in seinem Hause Mäusburg seinen Laden modern umbauen zu dürfen( 2 Schaufenster, in deren Mitte den Eingang). Die Versammlung giebt ihre Genehmigung.- Dem Bauunternehmer Winn wird die Genehmigung er teilt, auf dem Gelände neben Lenz Felsenfeller, ein Hinter haus zu errichten. Für Bauveränderungen im Gymnasium für Vorschulzwecke werden von der Versammlung 450 verlangt und bewilligt. Die Versammlung ist damit dr verstanden, daß dem Bauunternehmer Winn an der Room straße eine städt. Bauparzelle, ca. 193 Quadratmeter gro zum Preise à 13 Mt., fäuflich überlassen wird. Bu weiteren Durchführung der Roonstraße wird der Versamm lung ein Tausch städt. Geländes gegen Gelände von Seipp 3. von der Baud putation vorgeschlagen, welcher g billigt wird. Dagegen wird der Punkt: Geländeaustaus mit K. Stohr 1. Ww. zurückgestellt. Um eine erleichter Orientierung für Fremde und Einheimische zu ermöglide ist die Versammlung damit einverstanden, daß die Stra Neuenweg ihr Ende erreichen soll bei ihrem Zusamm treffen mit der Johannesstraße, dagegen dem Straßenzu Neuenbäue diejenigen Hofraithen zugeteilt werden soller welche bisher die Nr. 78, 74, 39 und 41 des Neuenwege waren. Damit erhält der fortlaufende Straßenzug von d Schulstraße bis zum Neuenwegthore eine einheitliche B zeichnung. Der im laufenden Budget vorgesehene Betra für Unterhaltung des Straßenpflasters langte in Rüdid auf die schlechten Verhältnisse der Fahrbahnen in der Stad nicht hin, weshalb beantragt wird, diesen Kredit um 1000 Mark zu erhöhen. Der Oberbürgermeister bemerkt hierzu daß außer der Marktstraße auch andere Straßen der gründ licheren Pflasterung bedürfen. Der Antrag wird angenomm [ Hausierer und König.] Mehr als naiv muß ein Budapester Hausierer sein, der an Kaiser Franz Josef oder vielmehr an den ungarischen König Franz Josef einen Schreibebrief richtete, in dem er um ein Darlehn von 5000 Stronen bat. Er brauche diesen Betrag zur Verwirklichung einer glänzenden, Infrativen Idee( diese selbst teilte er vorsichtigerweise nicht mit), welche eine phänomenale Verzinsung des Anlagefapitals erzielen müßte. Der sonderbare Gesuchsteller verlangte das Darlehn beileibe nicht umsonst: er erklärt sich bereit, den König an dem Nutzen seines Projektes mit vollen 40 Perzent partizipieren zu lassen. Die Eingabe erfuhr das Schicksal aller derartigen unnützlästigen Einläufe: das Gesuch wurde an die Budapester Oberstadthauptmannschaft mit der Weisung herabgesendet, es dem Betenten zurückzustellen. Der Hausierer wird sich nun um einen anderen Geldgeber umsehen müssen. [ ,, Erinnerungen der Königin Draga".] Aus Belgrad wird berichtet: Die Buchdruckerei Neugebauer in Koprinja fündigt an, daß dieser Tage in ihrem Verlage ein Buch, betitelt:„ Erinnerungen der Königin Draga, Favoritin Milans und Frau des Alexander Obrenowitsch", erscheinen wird. Das Buch ist im Auftrage der an der Verschwörung gegen das Königspaar beteiligten Offiziere geschrieben und soll der Lebensbeschreibung der Königin Draga, die ihre Schwester Gina Lunjewita veröffentlicht, zuvorkommen. [ Buckel- Amor.] In Berlin verstarb ein sonderbares Original mit dem noch sonderbarerem Namen„ BuckelAmor". Es war ein Bureaugehilfe, der, obgleich von der Natur zu verschwenderisch, d. H. mit einem großen Buckel, und von Fortuna zu stiefmütterlich, d. H. mit einer schmalen Börse, bedacht war, den Berliner Variétésängerinnen seine Huldigungen darbrachte und von ihnen gern gesehen wurde. Da er ihnen sonst nichts bieten konnte, so stellte er sein Schreibtalent in ihren Dienst. Er schrieb ihnen Noten und Gesangsterte ab, formulierte Kontrakte und Offerten, vor allem aber setzte er seinen meist mit Schulfenntnissen nicht allzu sehr belasteten Slientinnen ihre Liebesbriefe auf. Dieser eigenartigen Tätigkeit, die er übrigens nur aus Liebhaberei betrieb, dankte er seinen Spitznamen. Mancher liebeglühende Jüngling, der sein Herz an einen„ BrettlStern" verloren und in den Briefen seiner Angebeteten den deutlichsten Beweis für ihre Intelligenz und ihr empfindungsreiches Herz erblickte, hatte keine Ahnung davon, daß die heißesten Liebesschwüre von Buckel- Amor", dem armen Schreiber, stammten und von der Holden nur getreulich abgeschrieben waren. †[ Was ein Jagdhund vertragen kann.] Bei einem Jagdhund, der dem Hundezüchtereibesitzer Hendrich in Weimar starb, fanden sich im Herzen und in der Leber SchrotTugeln vor. Das Tier hat vermutlich schon jahrelang die Geschosse im Körper getragen, ohne daß sie ihm Beschwerden verursacht haben. Wie viele Schicksalsgefährten mag er wohl unter dem Geschlecht der Jagdhunde haben? [ Das Adreßzbuch als Heiratsvermittler.] Die neueste Einrichtung des gegen Ende des Jahres erscheinenden neuen Adreßbuchs von Meß wird nach der„ Lothringer Zeitung" die Beifügung eine Sterns bei den Namen der Verheirateten sein, wie das bei den Militärquartierlisten seit einigen Jahren schon der Fall ist. Durch dieses Verfahren fann dann jede liebende Maid feststellen, ob der Jüngling, für den sie sich interessiert, noch zu haben ist. 1 - - der Deffent die Wägeld wird, mit G an, ob auf in der Rap feier abbal daß dies a des Pfarre dadurch Mehrkoster verbilligen Abstand g Es fol Der in der vergangenen Sigung von der Versammlung gebilligte Vertrag mit der Gemeinde Queckborn ist vo dem dortigen Gemeinderat unter der Bedingung genehmig daß die Stadt Gießen an einer näher bezeichneten Stell des Ortes noch einen Hydranten anbringt, womit man f einverstanden erklärt. Die Versammlung ist mit der Ei leitung des Enteignungsverfahrens für Gelände zwisch Eisenbahn und Lahn, soweit dasselbe in Privatbesitz und zu Weiterführung des gemauerten Hauptfieles erforderlich einverstanden. Die Stadtverordneten sind mit der frei händigen Vergebung der Herstellung des Schmutzwasserfield am Schiffenbergerweg und ebenso der Rohrlegung für d Stadtringgraben längs der Westanlage an die Firma Jäg & Rumpf zu den vorjährigen Submissionspreisen für d - + woch, der öffentliche Tagesordn Gießen Lindenplat planes fü hier: Ente gegen die B bes Speng Straßenmei Reil I. Au freisamtlid § N lich der K ca. 600 Majeftate am ande * S im Jabre * das milit gemacht, Dienste e Der Auffä fegung de nächster N XD Grünber nadhitehend Stadt le bon Rechn achrid ember boten und ommen. Expeditio ordneten. 28. Oftober 1 nete der Ober darauf zu pettor Mäfer derselbe si rozeß Jedel, gespielt hat, ermeister erto Bort wahr i rüher als B Der Angellag auunternehmer des Stadtv. cage- Ditanlagen icht sich dabi ellt fei, es ein Stadtv. Wal berbürgermeista mlich diese Ba der Eingabe d legter Sigu und ein fold Stadto Ri hm scheine a daß die Ver er einzelne ihm eife mißbilligen ergegen wolle& Recht, sondema e zu besprech einträchtigen Stall an jene nun einmal l ichen Ausnutzung zu ändern. Da Bailschen Dau ffend der Errigts enso erhält der& einem Neubau n will, den hi i Hause wünscht feinen Laden mo in deren Mitte& hre Genehmigung die Genehmig Ifenfeller, ein inter ungen im Gym erfammlung 450 mlung ist damit Winn an der 3 Quadratmeter ffen wird. wird der Verfa n Gelände von Schlagen, welcher it: Geländeaudl - - gleichen Arbeiten einverstanden. Die Arbeiten werden etwa usammen 14000 Mt. erfordern. Für die Reinigung der Schulklasse im alten Schulhause in der Neustadt werden pro Jahr 25 Mt. verlangt und bewilligt. Dem Hilfs berein für verwundete Soldaten zum rothen Kreuz wird für Ausbildung einer Sanitätskolonne die Turnhalle der Stadtmädchenschule fostenlos hergegeben. Der nächste Buntt: Erlaß einer Polizeiverordnung wegen Verabfolgung geistiger Getränke wird von der Tagesordnung abgefeßt. August& Louts Daß haben das Geschäft des Hoflieferanten Carl Schwaab übernommen und bitten um Wirtschaftserlaubnis. Das Bedürfnis wird anerkannt. Ein weiteres Wirtschaftsgesuch der Dranienbrauerei Dillenburg für Neustadt 1 wird nicht befürwortet, weil es in der Gegend an Wirtschaften nicht mangelt. Ph. Hofmann hat das Saus Wetsteingasse 8, in welchem er vor dessen Neubau Wirtschaft betrieb, fertig gestellt und ersucht um die Genehmigung den Ausschant darin wieder zuzulassen. Die Bersammlung erkennt hier die Bedürfnisfrage an. Stadtv. Emmelius weist darauf hin, daß Spaziergänger innerhalb der Hege im Schiffenbergerwald des gefärbten Laubes wegen junge Baumpflanzen ausgerissen haben. Der Oberbürgermeister wird der Oberförsterei davon Renntnis geben, bamit das Forstpersonal angewiesen wird, dem Vandalismus energisch entgegenzutreten. Stadtverordneter Birr bringt Aur Sprache, daß es auf dem Friedhofe am Rodberg bei Beerbigungen noch sehr an der wünschenswerten Ordnung mamgele. Es drängen sich z. B. in die Kapelle Neugierige, welche für das Trauergefolge hinderlich und auch ihrer gangen Kleidung nach für die feierliche Handlung störend find. Es empfehle sich vielleicht, durch Anschlag am Bortal des Friedhofes bekannt zu geben, daß das Schiff der Kapelle bei Beerdigungen für die Leidtragenden reserviert bleibt und daß Neugterige die Empore benutzen können. Ebenso wird es unangenehm empfunden, daß am Grabe selbst Bersonen, welche nicht zur Beichenfolge gehören, sich belustigend in den Vordergrund drängen. Der Oberbürgermeister bemerkt, der Aufseher und die Friedhofsarbeiter feiert nicht in der Lage diesem Uebelstande zu begegnen, sie find eben bei einer Beerdigung in Anspruch genommen, er weride daher den Versuch machen, durch einen Anschlag die beklagten Mißstände hintenan zu halten. Würde dadurch Besserung nicht erzielt, so würde er zu seinem Bedauern dazut schreiten müssen, zur Aufrechterhaltung der Ordnung, auf dem Friedhof Polizei hinzustellen. Stadtv. Kirch bittet von der Polizet für den Ort abzusehen. Es müsse fermer Sorge dafür getragen werden, daß die Angehörigen des Toten und die Leidtragenden, welche den Sarg bis zur Gruft begleiten wollen, in dem hinteren Teil ber Kapelle diese verlassen können, um sich als Gefolge hinter dem Sarge gruppteren zu können. Es sei feßt der Uebelstand, daß die nächsten Angehörigen die Kapelle gewöhnlich als die Lezten verlassen können. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß der Friedhofs- Aufseher angewiesen sei, die nächsten Angehörigen des Toten zur Seite aus der Rapelle zu führen. Stadtv. Hausberg bemerkt, daß, wenn erst noch einige Wochen herumgegangen seien, dann werde bie Neugierde, wie solche ja bei allen Neuerungen sich ein stellt, Sefriedigt sein und die Klagen werden nicht mehr vortommen, die heutige Verhandlung und deren Wiedergabe in der Presse werden schon Abhilfe schaffen. Es könne auch nicht schaden, wenn eine Aufklärung der Bürgermeisterei in der Deffentlichkeit erscheint. – Stadtv. Helfrich regte an, die Wägelchen, mit denen der Sarg zur Gruft geschafft wird, mit Gummireifen zu versehen.- Stadtv. Pirr fragte an, ob auf dem alten Friedhof die Leichen nicht auch erst in der Kapelle aufgebahrt werden könnten, um eine Trauerfeier abhalten zu fönnen. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß dies auf Wunsch der Angehörigen der Toten oder auch des Pfarrers, der die Grabrede hält, geschieht, ohne daß dadurch Rosten erwachsen. Es stehe Jedermann frei, ohne Mehrkosten die Kapelle zu benutzen. Die Beerdigungskosten verbilligen sich aber auch nicht, wenn von der Benugung Abstand genommen wird. Ein Beschluß wird nicht gefaßt. Es folgt eine nichtöffentliche Sißung. Lokales. - Gießen, 30. Oktober 1930. + Provinzial Ausschuß. Nächsten Mittwoch, den 4. November, Vormittags 9 Uhr findet eine -Um eine erleid öffentliche Sigung des Provinzial- Ausschußes mit folgender mide au The fream 38 for en, daß die gen dem Straß eteilt werden 41 bes Neuen Straßenzug von eine einheitliche et vorgefehene B langte in Ri bahnen in der fen Arebit um ifter bemerkt h Straßen der g ag wird angenom on der Verfam uedborn if Bebingung gene bezeichneten& gt, womit man ung ift mit ber ir Gelände z Privatbefig und eles erforderlig find mit ber Schmugwaffe Rohrlegung für n die Firma ionspreifen für Gießen um Erlaubnis zum Liförausschant in dem Hause Binbenplats 12 babier. ter such brugen Str. 15; planes für den Selters weg vor dem Hause Nr. 75; hier: Enteignungsantrag der Stadt Gießen. 3. Reklamation gegen die Bürgermeisterwahl zu Bodenrod. 4. Beschwerde bes Spenglers Georg Kreuder zu Nidda gegen den Kreistraßenmeister Krafft daselbst. 5. Neubau des Georg Heinrich Reil I. zu Ettingshausen; hier: Refurs gegen eine freisamtliche Verfügung. § Nach Wiesbaden kommandiert, anläßlich der Kaiserbegegung sind auch die 116er. Es werden car. 600 Mann am 4. November, die Ehre haben für die Majestäten Spalier zu bilden. Die Rückkehr erfolgt am anderen Tag. ** Für Einjährige. Diejenigen jungen Leute, welche im Jabre 1884 geboren sind, also am 1. Januar 1904 in das militärpflichtige Alter eintreten, seien darauf aufmerksam gemacht, daß sofern sie die Berechtigung zum einjährigen Dienste erwerben wollen, sie den erforderlichen Antrag bei der zuständigen Prüfungskommission bald zu stellen haben. Wegen Raummangel bringen wir die 6. Fortsagung der Kriegserlebnisse aus dem Feldzug 1870/71 in nächster Nummer. X Die nächste Sigung des Gemeinderats zu Grünberg findet am 31. d. Mts. Abends 7 Uhr mit machstehender Tagesordnung statt: Octrotreglement für die Stadt Alsfeld, beziehungsweise Grünberg. Geuehmigung won Rechnungen. Maria von Magdala- Aufführung. Nach| gelegt und eine Geldstrafe von 2 Mt. zugedacht war. Eindem die nötigen neuen Dekorationen vom Theater- Verein bei dem Atelier Falck in Berlin in Bestellung gegeben sind und voraussichtlich bald hier eintreffen werden, ist die Aufführung dieses hochinteressanten Heyse'schen Dramas auf Dienstag den 17. November als 2. Theatervereinsvorstellung festgesetzt. Vormerkungen von Plätzen werden von jezt an von Herrn Challier entgegengenommen. Die Nach frage nach Pläßen wird ja sicher außerordentlich groß sein. Als 3. Theatervereinsvorstellung werden Anzengruber's Kreuzelschreiber" mit Herrn Bauer aus Frankfurt a. M. gegen Ende November in Szene gehen, und endlich ist soeben ein Vertrag mit der Agentur Ledner in Berlin abgeschlossen worden, durch welchen Frl. Triesch gelegentlich ihrer größere Gastspielreise im Januar zu einem Gast spiel im Theaterverein am Mittwoch, den 6. Januar verpflichtet wird. Einem auswärtigen Herrn wurde gestern Abend, während er sich in einer Wirtschaft in der Neustadt zu Gießen aufhielt sein im Hofe stehendes Fahrrad entwendet. * * ** Unfug. In der Nacht auf gestern Donnerstag wurde die über der Eingangstür eines Gießener Restaurants befindliche Gaslaterne mutwilliger Weise zerschlagen. Der Täter ist ermittelt und Anzeige gegen denselben erhoben. ** Einer bewegten Beit gehen wir entgegen; im deutschen Parlamente dürfen wir auf interessante Kämpfe gefaßt sein. Für den Zeitungsleser wird es im kommenden Beitabschnitt eine Fülle von unterhaltungsreichem Stoff geben. Die Leiter der Blätter werden vor eine große Aufgabe gestellt werden, aus dem nicht geringen Material für ihre Kreise das herauszufinden, was am meisten fesselt. Unsere Beitung hat bereits gute Fürsorge getroffen, nicht allein für die Reichtstagsberichte, sondern auch auf allen anderen politischen Gebieten wird es wie bisher rasch und zuverlässig bedient werden. Als Anerkennung für große petuniäre Opfer, welcher ein solcher prompter Nachtrichtendienst erfordert, wird es aber die Schriftleitung betrachten, wenn sich der Kreis der Leser stets mehr erweitert und wenn sie von seinen Freunden in immer weiteren Kreisen empfohlen wird. Bei Anbruch der Winterzeit wollen wir nicht verfehlen, unsere Hausfrauen, Töchter und Dienstmädchen auf die große Gefahr hinzuweisen, die durch die unvorsichtige Handhabung der Petroleumkannen entsteht. Wie viel Unglücksfälle sind nicht schon durch das Begießen des erstickenden Feuers mit Petroleum herbeigeführt worden, wie oft sind nicht Lampen explodiert und haben ganze Familien unglücklich gemacht, indem man der brennenden Lampe Petroleum aufgießen wollte. Das Schlimmste bei solchen Unglücksfällen ist meist noch die Erkenntnis, daß es selbstverschuldet ist, purer Leichtsinn und Gedankenlosigkeit. Unser Redaktions- Bureau gleicht bald einer Ausstellung; immer neue Raritäten, die der Herbst gebeut, schmücken unser Raritätenfach; da liegen Apfelblüten in verschiedenen Spielarten, eine Kartoffel von immenſem Umpfang und Gewicht, Erdbeeren frisch im Wald gepflückt, ein paar Maitäfer surren an der Fensterscheibe und gestern wurde uns eine Traube überreicht von einem Weinstock der in Grünberg zum zweitenmal geblüht und neue Trauben angesetzt hatte, ein sehr dicker Kohlkopf wurde uns jedoch nur gezeigt; auch duftende Kinder der Flora fehlen nicht, ein Strauß Veilchen schmückt den Redaktionstisch. Wir warten jetzt nur noch auf den Redaktionshaſen, die Redaktionsschnepfen und last not last die Redaktionsaale. Redaktionsenten brauchen uns unsere geehrten Leser weder zu zeigen noch zu bringen, die kennen wir zur genüge. = * * Lich, 27. Oft. Der langjährige Leiter der Präparandenschule H. Wagner zog sich eine schwere Verlegung zu. Ein Stück Holz flog ihm beim Verrichten häuslicher Arbeiten in's Gesicht und verlegte ein Auge so schwer, daß es auslief. ( Lang- Göns, 28. Oftbr. Unser Bahnhof wird gegenwärtig bedeutend erweitert. Die Arbeiten werden vom Untern hmer Weimer- Gießen ausgeführt. Das Gelände ist fester Schalstein, weshalb die Arbeiten nur langsam vorwärts schreiten. Für den Umbau des Bahnhofs sind 200000 Mt. vorgesehen. + Butzbach. Bei den gestern beendeten Staats- Vorprüfungen bestanden von 41 Kandidaten( Maschinenbau 8, Architekten 11, Ingenieurfach 22) 27 die Prüfung, davon 1 mit Auszeichnung. Marburg, 28. Oftbr. Eine Ueberraschung wurde gestern vorgefſtern einem hiefſigen Handwerker Teil. Er lebt mit seiner Frau in finderloser Ehe, trotzdem war im Haushalt fein Ueberfluß, im Gegenteil, bie poft fier manchmal zu wünschen übrig. Als er nun gestern oder vorgestern zufällig im Rauchfang etwas nachsehen wollte, fand er hübsch eingewickelt in einer versteckten Ecke eine Geldsumme von nahezu 1000 Mark, die seine Ehehälfte heimlicherweise an dieser Stelle ,, aufbewahrte". Die Freude des Ehemannes über diesen ihm in die Hände gefallenen verborgenen Schatz war eben so groß, wie der Aerger der Ehefrau, daß er entdeckt worden war. Der Ehemann brachte das„ Gerschtchen" schleunigst auf dem Rathaus in Sicherheit. Jedenfalls ist die Sparkasse ein besserer Aufbewahrungsort als der Rauchfang. Kirchhain, 28. Oftbr. Die Einführung der Ohmthalbahn in den Hauptbahnhof, die zuerst am 1. November erfolgen sollte, hat sich verzögert und wird auch wohl vor dem 20. November nicht erfolgen. Der Tunnel ist zum größten Teile fertiggestellt. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, 27. Oftober 1903. Ein Bettler, der vorgeführt wird und der geständig ist, erhält 10 Tage Haft. Der Schmied H. von Burkhardsfelden hatte gegen einen Strafbefehl, worin ihm unentschuldigtes Ausbleiben bei einer Feuerwehrübung zur Last - spruch erhoben. Nach der Beweiserhebung hielt der Vertreter der Staatsanwaltschaft die früher angefeßte Strafe für zu gering und beantragte Erkennung einer Geldstrafe von 5 Mr. Das Urteil lautete auf 5 Mt. Geldstrafe event. 2 Tage Haft und die Kosten. Schmiedelehrling B. von W. nimmt sodann auf der Anklagebant Plaz. Der erst 15 Jahre alte Angeflagte hatte sich wegen Diebstahls, Diebstahlsversuchs, Unterschlagung in 2 Fällen und Hausfriedenbruchs zu verantworten. Er wird wegen jeden Vergehens schuldig befunden und erhält 10 Tage Gefängnis, 2 Geldstrafen von je 10 Mt. und eine solche von 5 Mt. Reinhold Ch. zu Frankfurt a. M. hat sich der Pfandverschleppung schuldig gemacht und erhält dafür 3 Tage Gefängnis. Die Dienstmagd Rosalie J. von Konitz wird aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Aus der Verhandlung ergiebt sich, daß die vorbestrafte Angeflagte, versucht hatte in Gießen unter falschem Namen eine Stelle anzunehmen. Die Angeklagte, die erst vor kurzer Beit die Freiheit wieder erlangt hatte, entschuldigt dies, indem sie behauptet, daß es für sie geradezu unmöglich sei, auf ihren Namen eine Stelle zu erlangen, des Diebstahls beschuldigt beantragt der Staatsanwalt ein Monat Gefängnis. Das Urteil lautet auf ein Monat Gefängnis, unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Der Former Heinrich M. von Trohe erhält wegen Körperverlegung eine Geldstrafe von 15 Mt. und wegen Bedrohung eine solche von 5 Mt. und darf die Kosten tragen. - Litterarisches. + Kunst- und Literatur- Freunde seien auf den soeben von der Verlagsanstalt F. Bruckmann A.-G. in München herausgegebenen Bücherkatalog hingewiesen, der sich vor der Menge der alljährlich um diese Zeit erscheinenden Weihnachtstataloge sehr zu seinem Vorteil auszeichnet und ein reicher Bilderschmuck, unter dem herrliche, bisher zum Teil nur wenig bekannte Porträts von Bismarck, Böcklin, Goethe, Homer, Kant, Rembrandt, Wagner u. a. hervorzuheben sind. Die Verlagsanstalt verschickt das elegante Büchlein solange der Borat reicht franko gegen 10 Bfa.- Marfe. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Evangelische Gemeinde. 21. Sonntag nach Trinitatis, Sonntag, den 1. November. ( Reformationsfest.) Kollekte für die Gustav- Adolf- Stiftung. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Prof. D. Drews. Abends 5 Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten; für die Markusgemeinde bei Pfarrer Dr. Naumann, Südanlage 8. Abends 8 Uhr, im Konfirmandensaal: Vereinigung der tonfirmierten männl. Jugend der Matthäusgemeinde, wozu auch die Neukonfirmierten eingeladen werden. Die Anmeldung der Konfirmanden aus der Markusgemeinde wolle man vornehmen am Donnerstag und Freitag, den 5. und 6. November, jedesmal Nachmittags von 3 bis halb 7 Uhr, bei dem neu ernannten Pfarrer Schwabe, und zwar im Pfarrhaus, Südanlage 8. In der Johanneskirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler.! Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. Abends 5 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Montag, den 2. Nov., abends 8 Uhr: Bibelstunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Pfarrer Euler. Die diesjährige Defanatssynode wird am Mittwoch, den 4. November in Gießen abgehalten. Im Eröffnungsgottesdienst, der Vormittags 9 Uhr in der Johanneskirche stattfindet, predigt Pfarrer Glück aus Heuchelheim. Hieran schließen sich um 10 Uhr die Verhandlungen an die im Konfirmandensaal der Johannesfirche gehalten werden und öffentlich sind. Freitag, den 6. November Nachm. 5 Uhr findet im Konfirmandensaal der Johanneskirche Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde statt. Pfarrer Euler. Katholische Gemeinde. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: GelegenSamstag, den 31. Oktober. heit zur heil. Beichte. " Sonntag, den 1. November. Allerheiligen. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 51/2 Uhr: Rosenkranzandacht mit Segen; darauf Predigt und Andacht für die Abgestorbenen. " Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabathfeier am 31. Dttober 1903. Freitag abend 4.35 Uhr. Samstag vorm. 8.30 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabathausgang 5.50 Uhr. Wochengottesdienst: Morg. 7.00 Uhr, Ab. 4.30 Uhr. Methodistengemeinde, Asterweg 16. Sonntag, 1 November, abends 8 Uhr: Predigt. Mittwoch, den 4. November, abends 8½ Uhr: Bibelstunde. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein; für das Lokale, ben Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann, Gasthaus Gießen. 晶 Zum Löwen". Besizer: Heinrich Carlé. Neuenweg 28. Dem geehrten Publikum von Gießen und Umgegend, Vereinen, Gesellschaften und Familien bringe meine gutrennobierten Lokalitäten mit Sälchen in empfehlende Erinnerung. - Zu jeder Tageszeit warme Küche.- Auf den anerfannt vorzüglichen Mittagstisch sei speziell hingewiesen. Gut eingerichtete Fremdenzimmer. Nenes Billard von der Firma Fürstweger Mainz. Kirchweih in Gross- Felda. Christian Wallenfels Zu dem am Sonntag, den 1. u. Montag den 2. Novbr. stattfindenden Kirchweihfest ist für gutbesetzte Tanzmusik und flotte Bewirtung bestens gesorgt. Es ladet höft. ein Die Burschenschaft. Hessischer Hof Restaurant Kaltwasser Lesgjähriger Direktor in otel@rakterzeg empfiehlt: Einzelne Diner von 12-2 Uhr. P Warme Küche den ganzen Taş. Machener and Frankfurter Blere. Welse erster Firmen. Giessen. Frankfurter Straße, Ece Alicestraße. Unsere Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, mit eigenem Instrumentarium und von der Privatpraxis vollständig getrennt, steht unter Leitung eines Assistenten und ist Wochentags von 1-3 Uhr unentgeltlich geöffnet. Giessen, Schwalm, Zahn- Arzt. Bahnhofstrasse 63.( an der Wieseckbrücke.) ente fiche Frankfurter Bratwürstchen in bekannter geräucherte à Paar 25, 30 und 35 Pfg. empfiehlt Güte Friedrich Schreiner, Mekgermeister, Bießen. Seltersweg. Das Ei des Columbus ift Sturmvogel Modell 1903 Es ist das langgesuchte und billige Rad. 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Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplay 9, Emil Bistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13. aud Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gas fo samt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascoks für die Abnehmer außerhalb d Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirüdb gütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerf Gießen. Couverts mit Firma von Mk. 3 50 an, liefert die Expedition. enthält ein großer Eact. Der Riftendeckel da auf den schmalen stoffer geschraubt, gibt einen Tisch ab, die fleine Stiſte da einen Herd für den Retro focher, die anderen Stisten bilden Nr. 255 Fami Freitag, den 30. Oftober 1903.