Nr. 125. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Samstag, den 30. Mai 1903. Gießener 12. Jahrgang Insertionsprei 8: Die einfpaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 fg. fonft 15 Pfg.: Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Stehener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Husgiessung des Geistes. [ Politische Wochenschau.] CB. Das letzte der drei großen Feste des christlichen Kirthenjahres, das fröhliche Pfingstfest, ist wieder erschienen. In bräutlichem Schmucke zeigt sich die Welt, der gefiederte Sängerchor im Walde begrüßt den jungen Tag mit einem jubelnden Lied. Für den gläubigen Christen ist der Tag das Weihefest der innigsten Vereinigung mit seinem Schöpfer, denn am ersten Pfingstfeste, 50 Tage nach Christi Auferstehung, wurde der hl. Geist über die Jünger ausgegossen. Sie wurden mit einem Strahl göttlichen Lichtes erfüllt, so daß sie die leßten Dinge erkennen und den Zweck der Welt, den sie begriffen, in allen Zungen preDigen konnten. Das Erkenntnisvermögen ist ja überhaupt ein Abglanz der göttlichen Vollkommenheit, und auch ohne ein wundertätiges Eingreifen des Schöpfers findet unablässig ein Ausgießen des Geistes über die Menschheit statt, solange sie an der Erweiterung ihrer Erkenntnis, der Bereicherung des Wissens und der Vervollkommnung der sittlichen Anschauungen arbeitet. In gewissem Sinne ist auch die augenblickliche Wohltätigkeit, die aller Orten stattfindet, ein Ausgießen des Geistes besserer Erkenntnis, denn die Parteten wollen die Wähler befähigen, sich in dem Wirrsal der widerstreitenden öffentlichen Interessen zurechtzufinden und ihre besten Vertreter auszuwählen. Aus diesem Grunde ist es notwendig, daß sie sein Programm kennen lernen und es billigen. Vielfach aber wird von einzelnen Parteigruppen eine vollständige Festlegung der Kandidaten angestrebt, die während ihrer ganzen Parlamentstätigkeit von dem Willen und der Instruktion ihrer Wähler abhän sig sein sollen. Die Versuchung, an die Stelle des eige nen Urteils bei dem Kandidaten den unverlöschenden Einfluß der Wählermehrheit zu setzen, ist unt so größer, als es an einer Parole fehlt, die hypnotisch die gesamte Aufmerksamkeit auf einen einzigen Punkt hinlenkt; außer dem fehlt es auch bei der raschen Entwicklung unseres öf fentlichen Lebens an der Uebersicht über die Einzelfragen, die im Laufe der Gesetzgebungsperiode auf die Tagesordnung kommen können. Menschlich begreiflich ist es, daß die an dem öffentlichen Leben teilnehmenden Wähler nach der Einrichtung einer Art Volksreferendum streben, d. h. nach der in der Schweiz bestehenden Gepflogenheit, daß die gesamte Volfsgemeinde über jeden neuen Geseßentwurs abstimmt. Allein eine derartige Einrichtung würde in einem größeren Staate polnische Zustände heraufbeschwören und die gesetzgeberische Arbeit zum Stillstand bringen. Wir sehen ja in den außerdeutschen Staaten, wohin die Ausgießung eines neuen Geistes und die Einflußnahme der Wäh erschaft führt. Unter dem Einfluß solcher Zustände sind in Desterreich die unerquicklichsten nationalen Verhältnisse geschaffen worden, und neuerdings regen sich auch in Kroatien die Absonderungsbestrebungen. Denn während dor: die Bauern lediglich für eine Erleichterung der Steuern kämpfen, wollen die Gebildeten nichts anderes, als die Schaffung eines selbständigen Königreichs Kroatien. Da die ungarische Monarchie den Titel führt: Königreich Ungarn und Kroatien", so halten sie ihr Land für einen besonderen und unabhängigen Bestandteil der Gesamtmonarchie, in der Ungarn die Führung hat. Die kroatische Bewegung wird übrigens mit besonderer Schärfe von den Dalmatinern geführt, obgleich diese italienischer Nationalität sind und daher nur soweit an der Schaffung eines selbständigen Staates interessiert sin dürften, als sie selbst darin die Führung haben. So birgt auch diese Bewegung wieder den Keim einer neuen Berwicklung und abermaligen Verästelung des Nationalitätenſtreites. Die österreichische Regierung verkennt die Gefahr dieser italienischen Bewegung durchaus nicht und nimmt deshalb auch zu der Universitätsfrage eine durchaus zurückhaltende Stellung ein. Bekanntlich verlangen die italienischen Studierenden eine eigene Universität in Triest, Trient oder Görz. Die Regierung aber will kein wissenschaftliches Zentrum im Herzen ihrer italienischen Lande schaffen, von dem aus die Ausgießung des nationalen Beistes bewirkt werden könnte, und errichtet deshalb einen Lehrstuhl um den andern in Innsbrud, womit die Tivoler ebenso unzufrieden sind wie die Italiener. Die italienische Bewegung nimmt bereits derartige Dimensionen an, daß die Universitäten des Königreichs Italien Stellung zur Frage nehmen und die italienische Regierung wegen lärmender Kundgebungen gegen Desterreich der Wiener Regierung ihre Entschuldigung aussprechen mußte. Sobald das Volf als Gesamtheit sich einer Angelegenheit bemächtigt, nimmt diese stets Kiesendimensionen an. Wir sehen das insbesonders wieder an Frankreich, dessen Parlament sich in den lezten zwei Tagen mit den häßlichsten Bolksgerüchten gegen den Sohn des Ministers Combes und gegen den Marineminister Pelletan befaßte. Ersterer sollte gegen ein Douceur eine Spielerlaubnis erwirkt haben, letzterer sollte in einer Wahlfrage ein Söbling ber Humberts gewesen sein. Indessen vermochten beide für die Grundlosigkeit der Gerüchte so viele Gründe vorzubringen, daß mit einer erdrückenden Mehrheit die Mißbilligung über die Angriffe ausgesprochen wurde. In dieser Wirrnis der Zeiten, in denen tein Mini ſter vor Angriffen sicher ist, bietet England ein Bild straffster Disziplin. Kaum zwei Wochen sind verflossen, als Chamberlain den Geist des Imperialismus in Birmingham über das Volk ausgoß, und jetzt hat schon der Ministerpräsident Balfour unter dem starken Drud der öffentlichen Meinung seine Uebereinstimmung dazu ausgesprochen. Damit ist das Schicksal des Freihandels besiegelt, denn auch seine letzte Hochburg wird in absehbarer Zeit kapitulieren. Die Politik. Gegen die Steuerklagen. () Angesichts der immer häufiger werdenden Beschwerden der Steuerzahler über zu hohe Veranlagung und über die Belästigungen, denen sie bei der Prüfung ihrer Reklamationen ausgesezt sind, hat der preußische Finanzminister eine bemerkenswerte Verfügung erlassen. Bekanntlich ist es Vorschrift, daß Reklamanten gegen eine Steuerveranlagung dem mit der Prüfung der Reklamattonen beauftragten Beamten ihre Geschäftsbücher, Bilanzen und ihre jährlichen Gewinn- und Verlustrechnungen vorlegen. Die Beamten sind, da sie dem taufmännischen und industriellen Leben fern stehen, selten in der Lage, sich in diesen Ausweisen zurechtzufinden, und so gibt es unaufhörliche Rückfragen, die sɔwɔhl den Reklamanten wie den Beamten viele Scherereien machen. Um dem abzuhelfen, hat der preußische Finanzminister eine Verfügung erlassen, in der er die Unterweisung der Staatsbeamten in der kaufmännischen Buchführung anregt, die dazu erforderlichen Mittel zur Verfügung stellt und gleichzeitig die Teilnahme der Gemeindebeamten an einem solchen fachmännischen Unterrichte gegen Uebernahme der Kosten seitens der Gemeinde empfiehlt. In Ruhrort ist mit der Ausführung dieses Erlasses durch den dortigen Landrat bereits begonnen worden: Es ist ein Unterrichtskursus für die betr. Beamten eingerichtet worden, der von einem praktischen Kaufmann, einem vereidigten Bücherrevisor, geleitet wird. In ähnlicher Weise dürfte sich die Ausführung der Verfügung auch an anderen Orten empfehlen. Lehrerkandidatur für den Reichstag. ::: Unter den bisher für den Reichstag aufgestellten Kandidaten finden sich auch 28 Lehrer. Davon sind 13 von den Freisinnigen, 5 von den Nationalliberalen, 3 von den Antisemiten, 2 von den Sozialdemokraten und je einer von den Nationalsozialen, den Welsen, dem Zentrum, der süddeutschen Volkspartei und dem Bayerischen Bauernbund aufgestellt. Unter diesen Kandidaten, die überwiegend noch im Lehramt tätig sind, finden sich eine ganze Anzahl bekannter Herren, die namentlich auch im Lehrerwesen sich hervorgehoben haben. Yankeepech. ) Geradezu komisch wirkt nachgerade das Pech, das die Amerikaner bei dem Flottenbesuch in Kiel entwickeln. Aus Washington wird gemeldet, die ,, Alabama", die als Renommierschiff das amerikanische Europageschwader nach Kiel begleiten sollte, könne nicht mitfahren, weil sie nicht rechtzeitig segelfertig gemacht werden könne! Statt ihrer wird das Linienschiff ,, Kearsarge" als Flaggschiff nach Kiel gehen. Es muß eine merkwürdige Wirtschaft in der amerikanischen Marineverwaltung herrschen, wenn der Staatssekretär der Marine immer wieder die Erfahrung machen muß, daß Schiffe, die er segelfertig glaubt, nicht in Dienst zu stellen sind! Bekanntlich hat sich schon neulich, als drei andere Schiffe für die Fahrt nach Kiel be= stimmt waren, herausgestellt, daß sie in so jämmerlichem Zustande waren, daß an ihre Entsendung nicht zu denten war. Angesichts solcher Zustände sollten die Yanfees etwas weniger Wesens von ihrer Marine machen. Die Affäre Pelletan. (-) Herr Pelletan, der französische Marineminister, hat sich vor der französischen Deputiertenkammer zu den Angriffen geäußert, die der Figaro" auf ihn gerichtet hat. Der Minister bestritt aufs entschiedenste, auch nur einen Pfennig von der Familie Humbert erhalten zu haben; er bestritt, den ominösen Brief Parahres, des Sekretärs der Humberts, der ihn der Bestechlichkeit zeiht, erhalten zu haben, und er bestritt schließlich, daß ein solcher Brief bei der Post überhaupt aufgegeben sei. Die Kammer quittierte diese Erklärungen mit einer Vertrauenskundgebung, die sie mit 39 gegen 3 Stimmen annahm. Aber der Figaro" gibt sich noch nicht zufrieden. Zwar erklärt er, dem Minister zu glauben, wenn dieser den Empfang irgendwelcher Bestechungsgelder in Abrede stelle. Aber er bleibt dabei, daß der fragliche Brief Parayres, entgegen der Behauptung Belletans, tatsächlich abgesandt und auch im Marineministerium eingegangen sei. Der Brief sei eingeschrieben gewesen und auf dem Postamt in der Avenue de la Grande Armee am 25. Ceptember, abends 8 Uhr 15 Minuten aufgegeben. Die Empfehlungsbescheinigung, die beweise, daß im Ministerium der Brief abaenommen worden set, trage die Nummer 706. Angesichts der Erklärung Pelletans, die Nachforschungen bei der Post hätten ergeben, daß der Brief überhaupt nicht abgesandt worden sei, sind diese genauen Angaben des„ Figaro" doppelt merkwürdig. Der Regierung wird es ein leichtes sein, festzustellen, ob der Figaro" recht hat. Ist das der Fall, so erhebt sich die Frage: Wo ist der Brief geblieben? Die Antwort wird das Kabinett nicht schuldig bleiben dürfen. Kurze politische Nachrichten. * Bei der Feier des fünfzigjährigen Bestehens des erzbischöflichen Konvikts in Neuß hielt der Kölner Erzbischof Fischer eine Rede, in der er die Zöglinge des Konvikts auf die Notwendigkeit einer gründlichen Kenntnis der klassischen Sprachen hinwies. Unter anderem erklärte er: Die preußischen Gymnasien seien Musteranstalten vor aller Welt. Er hoffe, daß das gute Einvernehmen zwischen Kirche und Staat ungestört bestehen bleiben werde. In Paris verlautet, die französische Regierung solle demnächst von London aus eingeladen werden, ein französisches Geschwader zur Bekräftigung der freundlichen Beziehungen in einen englischen Hafen zu entsenden. Ferner verlautet in Paris, daß auch Deutschland binnen furzem die Entsendung eines Geschwaders in die englischen Gewässer beabsichtige. Wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter erfährt, ist dieses Gerücht unbegründet. * Der Petersburger Korrespondent der Londoner Times ist wegen seiner Berichte über die Mezeleien in Kischenew aus Rußland ausgewiesen worden. * Der Bruder des Sultans von Marokko soll durch Gift getötet worden sein. Döberitzer Kaifertage. ( Eigener Bericht.) Hohenzollernwetter! Die Sonne strahlt blendend über das weite Terrain, auf dem sich heute das große Manöver des Gardekorps zum Andenken an die Truppenübungen Friedrichs des Großen vor 150 Jahren abspielte. Wie Sie bereits erfuhren, übernachtete der Kaiser in dem Döberizer Barackenlager, das zu seinem Empfange reich geschmückt war, in einem eigens für ihn hergerichteten Zelt. Am Abend entfaltete sich die ganze Poesie des Lagerlebens. Um 9 Uhr begann der große Zapfenstreich, mit dem melodiösen Gebet, ausgeführt von sämtlichen Kapellen, der einen wahrhaft überwältigenden Eindruck machte. Im Kasino sand dann ein Festmahl statt, bei dem fridericianische Musik die Speisen würzte. Nach kurzer Ruhe ging es dann heute in aller Früheder Kaiser stellte sich schon um 6 Uhr an die Spize seiner Truppen- an die großen Aufgaben des Tages. Unter dem Befehl des Kaisers stand der größte Teil des Gardekorps als blaue Westarmee; den Rest bildete als markierter Feind eine rote Ostarmee, welche von Prinz Friedrich Leopold kommandiert wurde. Der Uebung wohnten der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich, sowie die Kaiserin bei, welche im Wagen von Potsdam eingetroffen war. Den Hauptteil der Uebung bildete ein gewaltiger Angriff auf das alte Dorf Döberitz, den den Kaiser vom Westrande des Uebungsplates aus ansetzen ließ. Der Feind hatte hinter dem Hasenheideberge, auf dem jezt der Denkstein sich erhebt, eine recht feste Stellung eingenommen. Nach kurzen Plänkeleien war um 8 Uhr das Gefecht in sollem Gange. Ein furchtbares Artilleriefeuer erschütterte die Position der feindlichen Armee immer meh, so daß nach weiteren anderthals Stunden der eigentliche Sturn folgen konnte, der von drei Seiten zugleich erfolgreich ausgeführt wurde. In der Nähe des Hasenheideberges tam die Bewegung zum Etehen und wurde vom Kaiser anſchlieBend eine Kritik abgehalten. Dann folgte die Denkmalweihe, zu der die Truppen im Viereck um den Obelisker herum Aufstellung genommen hatten. Der Kaiser, der zu Pferde inmitten seiner Truppen hielt, während dicht neben ihm die Kaiserin mit dem Prinzen Joachim und der Prinzessin Luise im Vierspänner des Augenblicks harrte, wo die Hülle fallen sollte, sprach mit hallender Etimme längere Worte der Weihe, dann zeigte sich das Denkmal in seinen graziösen Formen den Augen der unter Trommelwirbel präsentierenden Truppen. Nachdem die Artillerie den üblichen Salut abgegeben, un: ritt der Kaiser das Denkmal und nahm dann den Vorbeimarsch des Armeekorps ab, den die Infanterie in Regimentskolonnen, die Artillerie und Kavallerie im Trabe ausführte. Im Anschluß an die Feier fand unter einem gewaltigen Zelt ein Frühstück beim Kaiser statt, zu dem 360 Einladungen ergangen waren. Vielen der Geladenen wurden Rangerhöhungen zuteil, unter anderen dem kɔmmandierenden General des Gardekorps Gencralleutnant v. Kessel und dem Generalleutnant v. Deines, die beide zu Generalen der Infanterie ernannt wurden. Jeue und Besserung glaubt niemand. Dieses Weib Fönnte Den leicht ein Geschäft fem Franz Rüttgen, dem reichen Geizhals, läßt sich biermachen, ein Geizhals ist immer reich bah, das sind findische Gedanken! Aber mit diemir gefallen, ich würde vielleicht ein guter Mensch wer und leichter wie jeder andere zu betrügen." der engen Gaffe heraus Er rückte den Hut tiefer auf den Marktplatz, in die Stirn und trat to trat aus Heinrich fummerbollen Augen blickten sein schmales, Die vielen schlaflosen finster blasses Gesicht jetzt hoch aufgerichtet vor dem Direktor stand. Etunden, die hinter ihm lagen, hatten tiefe Furchen in fünfzig Jahren, eine ziemlich große, hagere Gestalt, die Funke war ein Mann von etwa dreiundNächte und in der an die underseine dunklen diente Schmach, ein scharfer erblicher Zug um flave seiner auf Liebesabenteuer ausgegangen ist, aller ein denn igen Audenschaften, hierüber werden wir wohl nie erwinbewohnten Gasse in nen, genug, in einer Zeugen war er die entlegenen, von er Klarheit begegnete er einer Dirne, zu schaffen haben wollte. Der Liebhaber der Dirne, mit schimpfte, weil sie mit dem halbbetrunkenen manne nichts der Nähe des Flussen Menschen anredete und auch sofort be The Yehti Der verzweiflungsvoll danach suchte. schalter liegen lassen," meinte err Briggs. Einsteigen fallen lassen oder vielleicht auch am dann wiederkommen. Vielleicht finden Sie es inzwischen." Wahrscheinlich haben Sie es auf dem Bahnhof beim Aber es fand sich nicht, obwohl der Eigentümer ganz Billet= Schaffner wurde ungeduldig. Ich will erst nach den andern Billets sehen und Nah und Fern. () Beilegung von Streiks. Durch Vermittelung des Dresdener Oberbürgermeisters Beutler wurde der Streit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern im Baugewerbe, der, wie gemeldet, zu heftigen Ruhestörungen geführt hatte, beigelegt. Auch in Bremen hat es den Anschein, als ob in letter Stunde die drshende Gencralaussperrung der Bauarbeiter abgewendet werden wird. Infolge der Verhandlungen der beiderseitigen Ausschüſſe wollen die Klempnergesellen wahrscheinlich auf den pɔlitischen Teil ihrer Forderungen, namentlich den Achtstundentag und die Freigabe des 1. Mai verzichten, wogegen die Meister eine kleine Lohnerhöhung zusagen. V zu der Bootskatastrophe auf der Warthe der außer dem Kahnführer elf Schulkinder zum Opfer fielen, wird jetzt weiter aus Neustadt gemeldet, daß die Leichen der Unglücklichen sämtlich geborgen werden konnten. Nach amtlichen Feststellungen ist der bedauerliche Unfall dadurch herbeigeführt worden, daß sich die Kinder, als das Wasser in den defekten Kahn drang, in ihrer Angst an den Fährmann anklammeren, so daß dieser in seinem Rettungswerk behindert war und selbst das Leben einbüßte. Wie weiter berichtet wird, hätten die Kinder zu Ostern entlassen werden sollen, sie wurden aber von dem zuständigen Geistlichen in Dembno nicht für reif erachtet. Die übrigen Kinder, welche gerettet werden konnten, sind zum größten Teil infolge des ausgestandenen Schreckens ernstlich frankt. erDie Jubiläumsfestlichkeiten in Petersburg wurden mit der großen Prozession zum Tenkmal Peters des Großen feierlich eröffnet. Unter Kanonenſalut wurde das Boot Peters des Großen aus dem Peterhäuschen zum Peterdenkmal gebracht; voran fuhr ein Tampfer mit der Geistlichkeit und dem Erlöserbilde, dann kam eine Barke mit dem Boot Peters des Großen, der eine Flotille von Dampfern, Jachten, altertümlichen Galeeren und Ruderbooten folgte. Als vor der Festung auf dem Boote Peters die Kaiserstandarte gehißt wurde, erdröhnte Kanonensalut, sämtliche Schiffe salutierten und legten bunten Flag= genschmuck an. Beim Winterpalais vereinigte sich die Geistlichkeit mit der dort harrenden Kirchenprozession und sette sodann ihren Weg nach der Isaakskathedrale fort. Die Truppen bildeten Spalier; unter ihnen befanden sich Kompagnien der unter Peter dem Großen gebildeten R gimenter, auch des jetzigen Wiborg'schen Regiments, des sen Chef Kaiser Wilhelm II. ist, mit Fahnen aus der Zeit Peters des Großen. Unter dem Gesang der Kirchensänger passierte die Prozession sodann den Admiralitätskai und zog unter Glockengeläut zur Kathedrale, in der die Würdenträger, das diplomatische Korps, die auswärtigen Deputationen und Vertreter der Stadt und Stände die Majeftäten erwarteten. In der Kathedrale fand eine feierliche Liturgie statt. Infolge der beunruhigenden Gerüchte über beabsichtigte Attentate nahm das Kaiserpaar an der Prozession mit dem historischen Christusbilde von der Isaakskathedrale zum Peterdentmal nicht teil, sondern wohnte später nur der Einweihung der Troizkibrücke und dem Festakte beim Petersdenkmal bei. * Traurige Nachklänge zur Unglücks- Wettfahrt Paris- Madrid werden gemeldet. Man hätte glauben sollen, daß mit dem Abbruch der Autɔmobilwettfahrt Paris- Madrid, die so vielen Teilnehmern und Zuschauern Das Leben kostete, die Kette der Unglücksfälle geschlossen sei. Einige Automobilisten aber haben es sich nicht versagen können, noch auf der Rückkehr die Liste der Verwundeten und Toten zu erhöhen. Ein Herr Eerpollet überfuhr eine Bauerfrau, ein anderer unbekannter Rennfahrer einen Kavalleristen, ob mit oder ohne Pferd, wird in der Meldung nicht gesagt. Veide Ueberfahrene sind lebensgefährlich verletzt. Bei derartigen Vorkomm nissen kann man es den Parisern nicht verdenken, wenn sie einen Horror vor allen Automobilfahrten bekommen haben und sich von keinen Sicherheitsmaßregeln Erfolg versprechen. Die Pariser Gesellschaft zum Schuße des menschlichen Lebens auf öffentlichen Straßen hat den König von England telegraphisch im Namen der Menschlichkeit gebeten, die Automobilwettfahrt um den Gordon- Bennett- Preis zu verbieten und so, in gleicher Weise, wie es die französische und spanische Regierung soeben getan hätten, der öffentlichen Meinung in zivilisierten Ländern eine gerechte und deutliche Genugtuung zu gewähren. ** Ernte- Urlauber. Der Kaiser hat genehmigt, daß auch in diesem Jahre gut ausgebildete Soldaten während der Erntezeit, soweit es der Dienst zuläßt, zur HilfeLeistung zu fleineren Landwirten beurlaubt werden dürfen, sofern für gutes Quartier und gute Verpflegung garantiert wird. ** Preußische Klassenlotterie. Die Frist für die Einlösung der Lose zur 1. Klasse nächster kgl. preußischer Klaffenlotterie läuft mit Dienstag den 2. Juni, abends 6 Uhr ab. Wer bis zu diesem Zeitpunkt unter Vorzeigung des Vorlassenloses die Einlösung nicht bewirkt hat, berliert jedes Anrecht auf seine Losnummer, da die nicht eingelösten Lose dann als Kauflose zur Verfügung gestellt werden. Bunte Chronik. Außer dem verurteilten Fähnrich Hüssener wird wahrscheinlich auch der Gerichtsherr Beiufung einlegen, einmal weil die Differenz zwischen dem Autrag des Staatsanwalts und dem Urteil so sehr erheblich ist, und zweitens, um dem Berufsgericht die Möglichkeit einer schärferen Bestrafung des Angeklagten nicht zu nehmen. Ein wolkenbruchartiger Regen ist über Spanien niedergegangen. Der Ort Pajares in der Provinz Léon ist überschwemmt. 40 Häuser sind eingestürzt und meh rere Personen ums Leben gekommen. --- Infolge der Automobilkatastrophen in Frankreich ha ben die irischen Behörden angeordnet, daß sich bei dem Automobilrennen um den Gordon Bennetpokal am 2. Jul niemand auf den von dem Rennen berührten Straßer aufhalten dürfe; durch ein starkes Polizei- und Mili täraufgebot soll die Durchführung dieses Befehls gesicher: perden. - Wie aus Newyork gemeldet wird, zerstörte eine Feuersbrunst in der 135. Avenue eine Zigarrenfabrik. Bier Personen tamen in den Flammen um. Der Brand var von einem Frrsinnigen angelegt worden, der die Treppe mit Petroleum begoß und anzündete. Aus dem Bezirkseisenbahnrat Frankfurt. Sigung vom 28. Mai. Im Verkehr mit einer Anzahl Stationen des Direktionsbezirkes untereinander war für El- und Frachtgutsendungen in der Zeit vom 1. Mä z 1. J. bis 30. April 1. Js. versuchsweise ein vereinfachtes Abfertigungsverfahren mit Ma tenentwertung angewandt worden. Die gemacht n Erfahrungen waren nicht befriedigend, das Publikum konnte sich mit dieser Neuerung wegen mancher ihr anhaftenden Uebelstände nicht befreunden. Dieser anfängliche Wißerfolg hält die Preußisch- hess. Gemeinschaft nicht ab, demnächst allgemein zu und von ihr als zweckmäßig erkannten, rereinfachten Abfertigungsdienst wie er sich bei der Aufgabe von Postpacketen vollzieht- überzugehen. Bei den neuen Bestimmungen werden die vorliegenden Erfahrungen Berücksichtigung finden, wie auch die Fachzeitungen bei Besprechung dieser Frage manchen zu beachtenden Verbesserungsvorschlag enthalten. Ein vom Herrn Minister ernannter Ausschuß ist mit der Prüfung der Angelegenheit betraut Es ist beabsichtigt, das Verfahren am 1. Ditober d. Is. in Kraft treten zu lassen. Der Vertreter der Handelskammer Kassel hatte in der Sitzung vom 26. Nov. v. Is. beantragt, daß der für die Strecke Herdorf- Bremen bestehende Ausnahmetarif für Basalt- Pflastersteine auch für die Basalt- Versandtstationen in Niederhessen gewährt werde, um die Konkurrenz gegenüber dem schwedischen Granit zu ermöglichen. Die Direktion war in der angenehmen Lage mitteilen zu können, daß dieser von ihr befürwortete Antrag das weitgehendste Entgegenommen ces Herrn Ministers gefunden habe. Es seien außer Bremen auch die in Betracht kommenden unterhalb gelegenen Stationen wie Geeftemünde und Lehe, als Empfangsstationen zugelassen und den genannten Versandpläßen ein Staffeltarif auf billigster Grundlage bewilligt werden. Vom Referenten wurde die Herabseßung an Zahlen erläutert. So ist der Frachtsaß von Flensungen nach Bremen von Mt. 81( nach Spez Tarif 3) auf Mt. 60 und von Homberg a. F. nach Bremen von Mt. 80 auf Mt. 63 ermäßigt, auch der Station Herdorf wird durch den Staffeltarif ein niederer Frachtvorteil zu teil. Borerst bleibt die versuchsweise eingeführte Maßenzeit auf die genannten Versandtstationen beschränkt. Sollte sie den erwarteten günstigen Erfolg einer wirksamen Befämpfung und Verdrängung des fremdländischen Materials haben, so ist vom Herrn Minister die allgemeine Einführung dieses Tariis für den Versandt von Basaltsteinen nach bezeichneten Plägen beabsichtigt. Damit würde sich auch für unsere Oberhessische Basalt Steinbrüche ein sehr ausgedehntes Absaßgebiet erschließen. Der Antrag des Herrn Macco= Siegen und Koch Gießen auf Einführung eines zweiten Schnellzug. paares auf der Strecke Köln- Gießen wurde von den Antragstellern begründet und vom Herrn Generaldirektor Kaiser in Weglar sehr warm unterstüßt. Der Antrag hatte sich der wohlwollenden Aufnahme Seitens der Direktion zu erfreuen, deren Herr Vertreter die Bedürfnißfrage anerkannte. Die Fahrzeiten wurden in dem Antrag in nachstehender Weise als zweckmäßig bezeichnet: ab Gießen nachm. nach Eintreffen der M. W. B. Schnell üge Nr. 77 und Nr. 46, die nachm. gegen 6 Uhr einlaufen. Der Gegenzug CölnGießen müßte Vormittags hier einlaufen. Wir geben uns der Erwartung hin, daß diese Vekehrserleichterung schon mit dem Winterfahrplan ins Leben tri't. Bei der weiteren Besprechung der Fahrplan- Angelegenheiten empfahl unser Vertreter die Berücksichtigung nach stehender Wünsche, die zum Teil in Form von eingehend begründeten Anträgen der Direktion bereits unterbreitet worden sind. 1. die Gewährung eines Spätzuges von hier nach Lich, Hungen. 2. Vermittelung des Anschlusses des Eoblenzer Zuges Nr. 123 an Bug 514 der D. H. Bahn abends 9.19 in Richtung Gelnhausen.( Der Coblenzer Zug trifft 8.25 hier in Gießen ein, und der Gelnhausener Zug fährt nach dem jeßt bestehenden Fahrplan schon 8.19, also 6 Minuten früher ab. 3. Ein etwas früheres Ablassen des um 550 Uhr vorm. abgehenden Zuges Nc. 507, um in Hungen die Uebernahme des postalischen Verkehrs nach Lavbach zu sichern und event. in Gelnhausen den Anschluß an den Zug vorm. 8.11 nach Elm zu gewinnen. Es wurde ferner von hessischen Mitgliedern vereinbart, bezüglich der Strecke Gießen- Fulda der Direktion Verbesse rungsvorschläge zum Fahrplan zu unterbreiten. Giessener Cagesneuigkeiten. Gießen, 30. Mai 1903. *** Pfingsten, das schöne h rrliche Frühlingsfest, hä't wiederum seinen Einzug, unterstützt von den besten Wetteraussichten. Siegreich geleitet es uns in diesem Jahr mit seinen hohen, heiligen Feiertagsklängen vom Wonnemonat Mai zum Rosenmonat Juni. Wer könnte sich dem herzbezwingenden wunderbaren Zauber des heiligen Festes entziehen, wer jubelt nicht aus vollem Herzen der weiten schönen Natur entgegen, wer bliebe zu Haus in der engen Stube? Sollte nun so mancher etwa gar im Zweifel sein, wohin er die Feiertage seine Schritte lenken soll, den verweisen wir auf den Anzeigenteil in heutiger Nummer. ** Göttinger Geologen auf der Studienreise. Geh. Regierungsrat Professor v. Köhnen- Göttingen traf gestern mit einer Anzahl seiner Hörer( Geologen) hier ein, um unter Führung des Oberbergrat Prof. CheliusDarmstadt das Gebiet des Gießener Braunsteinbergwerkes zu durchforschen. Heute begab man sich die Lahn abwärts ins Dielthal zu einer prologischen Ercussion auf mehrere Tage. ** Verhüteter Unglücksfall. Das gestern zur Ankunft des Großherzogs am Bahnhof erschienene Publikum wäre beinahe Zeuge eines Unglückes geworden. Als der Wagen des Großherzogs in die Bahnhofstraße einbog, lief ein Kind direkt vor die Pferde desselben. Nur der Geistesgegenwart | | des Kutschers, der im äußersten Momente die Pferde zurüc riß und zum Stehen brachte, ist es zu danken, daß ei Unglück verhütet wurde. Der hohe Gaft schien die Ur sache des plötzlichen Stillstandes nicht bemerkt zu haben. ** Das Jubiläumsfest des 2. Bataillons unsere 116 er ist glänzend verlaufen. Nach der Rückkehr der ein zelnen Truppentelle in die Kasernen qab es eine anständig Festportion pro Mann, wozu der nötige Stoff nicht fehlte * - A Am Abend hatten die Kompagnien in den einzelne Sälen der Stadt Ball. Das 2. Bataillon aber war in Neuen Saalbau" versammelt, woselbst unter Leitun Ses Herrn Oberleutnant Schröder sich ein Festprogram abwickelte, das den Beteiligten alle Ehre einlegte. Ein Fest spiel und Turnübungen waren die Hauptnummern. dem guten Gelingen dieser Festlichkeit im Neuen Saalbau trugen auch die neuen Inhaber des Etablissiments ih redlich Teil mit bei; die Herren Trescher und Schrödes arbeiteten emsig mit, daß den Gästen an der Bewirtung ji nicht mangele; denn soll die Festesfreude eine rechte sein, darf bekanntlich der Magen nicht zu kurz kommen. * * Der Sängerchor des Turnvereins Gießen unter nimmt am 2. Pfingstfeiertag einen Familien- Ausflug nag Kloster Arnsburg. Abfahrt 2.05 nach Lich. ** Bet der gestern in Alzey stattgefundenen Pferde lotterie fiel der rierte und sechste Hauptgewinn in die Kos leftur von Richard Buchacker hier. Aus Helfen und Nachbargebieten. * Kinzenbach, 29. Mat. Wir hatten schon früher an dieser Stelle mitgeteilt, daß viele junge Burschen und Mädchen hierselbst, die in der Fastnachtsnacht noch nach 11 Uhr von der Polizei in den Spinnstuben angetroffen wurden, von Seiten des Bürgermeisteramtes zu Krofdorf in eine Strafe von je 5 Mart genommen wurden. Nach einer alten Bürgermeistereiverordnung sollten sog. Spiel- und Spinnstuben nicht über 11 Uhr geduldet werden. Am heutigen Tage stand diese Angelegenheit am Schöffengericht zu Wetzlar zur Verhandlung und wurden sämtliche beteiligten Personen, 37 an der Zahl, desgleichen auch die Hausbesitzer von der Strafe freigesprochen und die Kosten der Staatstasse auferlegt. Ein zelne haben natürlich die über sie verhängte Strafe sofort bezahlt und ist sie somit die letzte Fastnachtsnacht teuer zu stehen fommen. * k 2 Centner Grünberg. 30. Mai.( Fruchtmarkt.) Weizen 16,00 Mart, das Malter oder Doppelzentner 48 Mart, Kartoffeln 3,50 per Centner. 7 Mart das Malter. ** Saasen, 28. Mai. In den kommenden Pfingsttagen wird dahier auf dem Berge, der dicht hinter unserem Dorfe aufsteigt und von dem aus man eine sehr lohnende Aussicht in das hessische Oberland hat, ein von unserm Jagdpächter, Herrn Lamster aus Frankfurt a. M zu Ehren eines seiner Freunde, des Herrn H. Stackemann aus Frankfurt, errichteten Aussichtstempel in pass nder Weise der öffentlichen Benutzung übergeben. Herr Stackemann insbesondere erfreut sich hier großer Beliebtheit und ist es ganz besonders unsere kleinste Jugend. deren Herzen er sich bald zu gewinnen wußte. Interessant ist der für den Aussichtstempel gewählte Bunkt noch dadurch, daß in seiner unmittelbaren Nähe die Quelle der Wieseck mächtig aus dem dunklen Schoß der Erde entſteigt. Benannt ist der Tempel nach dem einzigen Töchterchen des Herrn Stackemann: Martha- Ruh. -r Marburg, 29. Mai. Heute Nachmittag gegen 3 Uhr entgleisten die letzten Wagen des von Rassel kommenden Eilgüterzuges bei der Station Bürgeln an einer neu repa rierten Stelle des Bahnkörpers. Die Wagen liefen eine Strecke von ca. 100 Metern neben dem Geleise her. Ter gleichfalls entgleifte Postwagen brach mitten durch. Von hier ging ein Hilfszug nach der Unfallſtätte ab. Menschen sind glücklicherweise bet dem Vorkommnis nicht zu Schaden gekommen. Um 9 Uhr Abend war der Verkehr wieder her gestellt. ** Darmstadt, 29. Mai. Zur feierlichen Einsegnung der Leiche des verstorbenen Oberstleutnant Frhrn. v. Schenl zu Schweinsserg hatte auch der Kaiser einen Vertreter in der Person des Flügeladjutanten Oberst v. Jacobi gesandt Herr v. Jacobi legte im Auftrage des Kaisers einen präch tigen Kranz an der Bahre nieder. Vom Odenwald, 29. Mat. Für den 3 ntner Eichelschälrinde werden in diesem Jahre nur 4,50 Mart bezahlt. Da der Schällohn pro 3- ntner allein 3 Mt. beträgt, ist dieser Teil der Waldwirtschaft kaum noch lohnend. ** 13 Schüler einer Lehranstalt in Griesheim im Alter von 14--17 Jahren marschiren auf die Anklagebank des Schöffengerichts. Was haben die bösen Buben verbrochen? Sie haben ihre Namen an eine Türe geschrieben oder eingerigt, allerdings an die Tür eines Polizeiarrestlokals. Un so größer das Verbrechen, das nur durch eine gerichtliche Strafe wegen Sachbeschädigung gesühnt werden konnte. Dos Schöffengericht vermißte jedoch den verbrecherischen Willen," sprach die Angeklagten frei und legte die Kosten inclusive der jenten der Verteidigung der Staatskasse auf. Geschäftliches. Neues Lebensglück. Unsere Erde ist alt geworden und der Menschheit Jugendzeit dahin geschwunden. Für die ursprüngliche Kraft und Einfachheit tauschen wir die verwickelten modernen Verhältnisse mit ihren üblen Folgen, ueberarbeitung, Schlaflosigkeit und Nervenschwäche, ein, und fein Sehnen bringt uns die gute alte Zeit zurück. Aber wie so oft, bringt auch hier die Krankheit die Hilfe schon in sich. Zuerst fast übersehen, gab uns die moderne wissenschaftlich industrielle Entwicklung, die das Un heil verschuldet, auch schon im Sanatogen das Heilmittel, das uns nach kurzem Gebrauche die verlorenen Kräfte er setzt Die Nerven, anstatt uns zu peinigen, werden wieder zu unseren gehorsamen Dienern, die uns die Empfindungen von Wohlbehagen, Gesundheit und Lebensfreude ermitteln. Wir machen deshalb unsere Leser auf den der heutigen Ausgabe beigefügten Prospekt der Sanatogen- Werke Bauer & Cie., Berlin, besonders aufmerksam. 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Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. Militärgottesdienst mit Predigt. " um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 21/2 Uhr: Fest- Andacht mit Segen. Sonntag, den 31. Mat. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit heit zur heil. Beichte. " Montag, den 1. Juni. Pfingstmontag. Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beichte. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe vor und in derselben Austeilung der Leil. Kommunion. Eum 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Militärgottesdienst. " um 92 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 22 Uhr: Andacht. O Marktbericht. Gieken, 30. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter per Pfd. 0.85-1.20 Mt. Hühnereter 6 Pfg., 2 St.11 Pfg., Enteneter St. 6-7 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar mr. 0.80-1.00, Hühner per Stüd Mt. 1.40-2.20, Hahnen, per, Stüd Mt. C.85-2.30, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. 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