Nr. 100. Abonnementeprets: in Gießen, abgeheit monatlich 50 Bfg., Saus gebracht 60 Bfg., dur die Bon bezogen vierteljährlich. 1.50. Gratisbeilagen: Oberbeffiiche Familienzeitung( täglich) Oberbefftiche Zeitschrift für Landwirtschaft, Obh- und Gartenbau, sowie die Gießener Setteblafen( wbentlig). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittage. Donnerstag, den 30. April 1903. Gießener 12. Jahrgang Jafertis sprei 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wh gang Oberbeffen, die Streife Weslar und Marburg 10 Pfe fenfi 15 Pfg. Reklamen die Petitgeile 30 resp. 49 Bofzeitungsliste No. 3809. Redaktion und Expedition: Gießen Renenweg M Fernsprechenfluh A, 308. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die foziale Bedeutung der Leibbäufer. Die Justizkommission des preußischen Abgeordnetenbauses hat sich in ihrer letzten Sigung mit einem Gegenstande besaßt, von dem diejenigen, die ihn am besten tennen, am unliebsten zu reden pflegen: mit den Leihhäusern. Erscheinen diese doch auch dem modernen Menschen noch immer als eine Art Schredgespenst, während sie in Wirklichkeit schließlich nichts anderes sind als eine Art von Lombardinstitut für Private, in denen diese gegen Hinterlegung einer Ware Kredit in Anspruch nehmen fönnen. Und wer brauchte heutzutage nicht einmal plöblich Kredit? Die Pfandleihen und ihre verschwiegenen Kammern find gar nicht so schlimm, wie sie im Vollsmunde verschrieen sind, wenn ihnen und dem durch sie vertretenen Eystem auch mancherlei Mängel anhaften. Sie haben ganz entschieden eine große soziale Aufgabe, wie aus den nachfolgenden Ausführungen unseres CB.- Mitarbeiters herborgeht. Mons pietatis eine Zinne der Mildtätigkeit wurde das erste um die Wende des 15. Jahrhunderts entstandene Leihhaus in Italien genannt. Damals war noch die Anschauung im Schwange, daß das Kreditnehmen bei Darlehensgeschäften sündhaft sei. Da aber auch damals trozz dieser höchst sittlich klingenden Anschauung die Menschen nicht selbstloser waren als heutzutage, so bot sich eben den Armen und Hilfsbedürftigen keine Gelegenheit, sich Darlehen zu beschaffen, und vor allem machte sich auch bei dem blühenden italienischen Handel der Mangel an Geld oft bemerkbar. Die Kirche mußte deshalb selbst für die Abstellung von Mißständen sorgen, die durch das firchliche Verbot des Zinsnehmens verursacht waren, und so entstand das erste Leihhaus allerdings auf einer ganz anderen Grundlage als heutzutage. Denn zunächst wurde das Geld zinslos gewährt, und die entstehenden Unfosten wurden durch wohltätige Zuwendungen gedeckt. Dadurch aber wurde die Möglichkeit der Kreditgewährung großen Schwankungen ausgesetzt und begreiflicherweise auch vielfach ein Akt der Gunst und Willkür. Das Zinsnehmen wurde unvermeidlich, und im Jahre 1515 vom lateranischen Konzil unter dem Papste Leo X. auch gutgeheißen. Seitdem verbreiteten sich die Leihhäuser schnell über die damalige gebildete Welt. So wurde um das Jahr 1498 das erste Leihhaus in Nürnberg errichtet, das jeinem italienischen Muster nachgebildet war, aber sehr bald nach der Zulässigkeit der Zinsberechnung für das dortige blühende gewerbliche und kaufmännische Leben ein Antriebsmittel der Entwicklung wurde. Die Handwerker und die Kaufleute wickelten in ähnlicher Weise wie heute ihre Geldgeschäfte ab und hatten immer einen flüssigen Geldstand auf ihrem Markte. So haben die Leihhäuser tatsächlich den Ruhm, daß sie mit der Möglichkeit ber Zinsberechnung auch die wirtschaftliche Bedeutung des Leihkapitals begründet haben. Im Laufe der Jahrhunderte traten neben die öffentlichen die Privatleihinſtitute, denen allerdings das Kreditgewähren keine soziale Pflicht ist, sondern die gerade an den Bedürftigen die Möglichkeit einer sicheren und mühelosen Bereicherung finden. Denn die Zinsen sind in der Regel hoch und durch volle Berechnung eines jeden angefangenen Monats ohne die komplizierte Verrechnung, wie sie bei dem soganannten täglichen Gelde eintritt, ohne vorherige taufmännische Schulung zu ermitteln. Seitdem sind die Volkswirtschaftslehrer sehr geteilter Anschauung über den Wert der Leihhäuser. Professor Hack beispielsweise verwirft sie deshalb, weil die Kreditgewährung lediglich nach dem Prinzip des in Pfand gegebenen Wertes erfolgt und daher nicht der Persönlichkeit des Kreditsuchenden gegeben wird. Die sparsame Hausfrau erhält, wie er sich ausdrückt, das Geld zu dem gleichen Zinsfuß wie die leichtsinnige Dirne. Professor Kries aber sieht in den Leihanstalten heute noch die Institute, die den Kreditsuchenden eine rasche Befriedigung ihres Bedarfs ermög lichen; er ist so sehr Anhänger des Leihhaussystems, daß er sogar dessen Ausbau zu Vorschußkassen empfahl. Ihn leitete dabei der Gedanke, daß die Ueberzinsen, die der Leichtsinnige zahlt, zu einer Wiederherstellung des Personalkredits bei den Sparkassen für Kleingewerbetreibende benukt werden sollen, allein dieser Gedanke hat sich doch als schwer durchführbar erwiesen und zwar aus dem einfachen Grunde, weil dem Leihhaus immerhin ein gewisser Leichengeruch anhaftet. Es ist die verschwiegene Not oder der ungebändigte Leichtsinn, die dort Kredit suchen, jener Leichtsinn, wie er in einem Kölner Karnevalsscherz ge= kennzeichnet wird: Ein biederer Einwohner von Köln versetzt sein Oberbett, um sich den rheinischen Faschingsfreuden widmen zu können; aber seine Gattin will ihn beobachten und versetzt zu diesem Zweck das Unterbett. In dem Festsaal treffen sie zusammen, ohne daß der Gatte seine Ehehälfte erkennt. Als er nach mehrmaligem Tanze fragt: Wer bist du denn, schöne Maske, lüftet sie die Larve mit den Worten: Ich bin das Unterbett!- wirft ihm den Pfandschein hin und enteilt. Eben wegen dieses Leichengeruches läßt sich jene Verquickung von Leihhaus und Sparkasse nicht erreichen; in Großstädten würden nur die privaten Pfandgeschäfte und iene, welche gelegentlich auch einmal gestohlene Sachen ,, verschärfen", d. H. als Hehler übernehmen, von einer derartigen Praris gewinnen. Aber eine neue öffentliche Kreditanstalt, die dem gut beleumundeten Handwerker auch ohne Bürgschaft und Verpfändung von Realwerten Darlehen vorschießt, wäre sehr notwendig. Diese Institute sind indes nur auf dem Wege der Selbsthilfe möglich. Darüber ein anderes Mal. Die Politik. Der Kampf gegen die Karthäuser. Die Entfernung der Karthäusermönche aus ihrem Hauptsitz, dem berühmten eloster de la grande Chartreuse, ist erfolgt. Sie ist nicht ohne Schwierigkeiten von statten gegangen. Die Mönche befanden sich in der Kapelle bei der Morgenandacht; um zu ihnen zu gelangen, mußten sechs Türen eingeschlagen werden. Ungefähr 1000 Personen waren aus allen Richtungen herbeigeeilt und veranstal teten eine Kundgebung für die Mönche. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung war eine Anzahl Truppen herangezogen worden. Zu irgend einem ernsten Zwischenfall fam es nicht. Wie tiefgehend aber die Abneigung der Bevölkerung gegen die Regierungspolitik ist, erhellt u. a. auch aus der Tatsache, daß der Kommandeur des 4. Dragonerregiments, Oberst Coubertin, der beauftragt worden war, zwei Schwadronen seines Regimentes nach dem Kloster de la grande Chartreuse zu senden, dem Kriegsminister telegraphisch sein Abschiedsgesuch übermittelte, um nicht gegen die Mönche einschreiten zu müssen. Auch der Untersuchungsrichter Santis in Grenoble, dem die Untersuchung der Millionenbestechungsaffaire übertragen ist, in die die Karthäuser verwickelt sind, hat seine Entlassung aus demselben Grunde eingereicht. Werfen diese Abschiedsgesuche auch tein sonderlich günstiges Licht auf die Disziplin im französischen Heere und den Richterstand, so sind sie doch als Symptom für die Stimmung auch der gebildeten Kreise von Belang. Auch auf den französischen Geldmarkt ist die Ausweisung der geistlichen Orden nicht ohne Einfluß geblieben. Große Posten franzöſischer Rente werden an der Börse zum Verkauf angeboten. Das hat zur Folge, daß ein Kurssturz der Rente, der Kapitalsanlage der bürgerlichen Kreise, eingetreten ist, wie er seit vielen Jahren nicht dagewesen ist. Diese Massenverkäufe der französischen Staatspapiere stammen fast durchweg von den aufgelösten Kongregationen her. Ein neuer russischer Trik. )-( Das Petersburger Kabinett seßt seiner Unverfrorenheit in der Behandlung der mandschurischen Angelegenheit die Krone auf: Nachdem tagelang über die russischen Forderungen an China hin und her verhandelt worden ist, nachdem von anderen Mächten Vorstellungen bei Rußland wegen seiner Forderungen erhoben worden sind, und nachdem die Existenz dieser Forderungen schon dadurch erwiesen ist, daß China sie jeßt unter dem Druck Englands und Japans abgelehnt hat, nach alledem versichert das Petersburger Kabinett mit der unschuldigsten Miene von der Welt: Es habe solche Forderungen nie gestellt! Das ist denn doch ein starkes Stück russischer Unverfrorenheit! Natürlich glaubt kein Mensch die russische Versicherung, da ja Beweise des Gegenteils in Hülle und Jülle vorliegen. Abgesehen von der Ablehnung der Forderungen durch China, die doch die Vorlegung der Forderungen zur Voraussetzung hat, liegen z. B. in Washington von dem amerikanischen Gesandten in Pefing Conger, sowie von dem japanischen und dem chinesischen Gesandten Berichte vor, die dartun, daß die russischen Forderungen tatsächlich China übermittelt worden sind. Aber was tümmert das die verschlagenen und in der Wahl ihrer Mittel skrupellosen Politiker an der Newa? Rußland kann doch niemand etwas am Zeuge flicken, wie ungebührlich es auch mit den anderen Mächten umspringe. Die anderen Kabinette werden die Petersburger Kollegen nicht einmal der Doppelzüngigkeit bezichtigen dürfen, aus Besorgnis, daß Rußland das trumm nehmen könnte. Man wird sich stellen müssen, als glaubte man den Russen, und diese werden in aller Gemütsruhe weiter in der Mandschurei schalten und walten. Ein Seitenstück zu dieser edlen Dreistigkeit der russischen Politiker bietet eine Aeußerung des russischen Gesandten in Pefing, der in einer Unterredung erflärte, die Wirkungen der Vorstellungen Japans und der übrigen Mächte bei Rußland würde sein, daß die leitenden Staatsmänner in Petersburg sich dahin schlüssig machen würden, die drei mandschurischen Provinzen Rußland einzuverleiben. So wird's wahrscheinlich auch kommen! König Eduard in Rom. )( König Viktor Emanuel und König Eduard VII. haben bei dem Festmahl, das zur Begrüßung des britischen Herrschers im Quirinal stattfand, Trinksprüche von großer Herzlichkeit gewechselt. Beide betonten die politische Freundschaft zwischen ihren Völkern. Viktor Emanuel sprach von den ,, heiligen Erinnerungen an Englands dauernde Bundesgenossenschaft", die ihm der Besuch Eduards VII. wachrufe, und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die zwischen beiden Dynastien und beiden Völkern bestehende Freundschaft ewig währen und immer fester werden möge. König Eduard erklärte, er sei gewiß, daß England und Italien wie bisher, so auch künftig Schulter an Schulter stehen würden im Kampfe, für die Sache der Freiheit und der Zivilaſition wie für das allgemeine Wohl und die Wohlfahrt aller Völker." Jm Munde des Herrschers der Nation, die eben noch die Buren ihrer Freiheit beraubt und ihren Wohlstand zerrüttet, ja vernichtet hat, nimmt sich diese Phrase besonders eigenartig aus. Aber schließlich: Trinksprüche bei Galadiners verpflichten ja zu nichts, und daß man sie auf die Goldwage legt, vertragen sie erst recht nicht. Am Mittwoch fand vor den Toren Roms eine große Parade über 25,000 Mann statt, der beide Könige beiwohnten. Der Vorbeimarsch dauerte eine Stunde; die Bersaglieri legten ihn, wie üblich, im Lausschritt zurück. Zum Schluß wurde ein Fesselballon, in dessen Gondel sich ein Offizier befand, freigelassen. Kurze politische Nachrichten. Frankfurt * Die Stadtverordnetenversammlung in ( Main) hat zur Errichtung eines Grabdenkmals für den ehemaligen Finanzminister Dr. v. Miquel auf dem Frankfurter Friedhof 19 000 Mt. bewilligt. * Der Privatsekretär des Kaplans Dasbach, Stud. jur. Eßlen in Trier, bestreitet entschieden, der Verfasser der in der Frankfurter Zeitung erschienenen Angriffe auf Bischof Korum zu sein. * Die sibirische Reise des russischen Kriegsministers Kuropatkin wird zweieinhalb Monate dauern. * Buhamara hat die Kabylenstämme aufgefor dert, sich ihm zu einem Zuge gegen Fez anzuschließen. Sultan Abdul Aziz sizt bekanntlich in Fez, und Buhamara will ihn offenbar in seine Gewalt bringen, um o endgiltig die Herrschaft in Marokko an sich zu bringen. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser machte gestern seinen gewohnten Spaziergang im Tiergarten, hatte darauf eine Konferenz mit dem Reichskanzler Grafen v. Bülow und hörte später die Vorträge des General- Inspekteurs der Festungen, Ge neralleutnants Wagner und des Kriegsministers, Ge nerals der Infanterie von Goßler. *** Erbprinz Danilo von Montenegro und seine Gemahlin Miliza geb. Herzogin Jutta von Med. lenburg, haben sich zum Besuche der Großeltern und Eltern der Erbprinzessin nach Neustrelitz begeben. Aus der Durchreise verweilten sie kurze Zeit infognitɔ in Berlin. Deutscher Reichstag. 299. und 300 Citung. Eigenec Bericht. - Kündigung der Handelsverträge. Bevor die Beratung der Krankenkassennovelle weiter. fortgesetzt werden konnte, einigte sich das Haus, eine aus der Tagesordnung stehende Auskunftsforderung über den Termin für die Kündigung der Handelsverträge nicht als ersten Gegenstand zu erledigen. Das geschah seither immer aus Courtoisie gegen den Reichskanzler, damit dieser nicht gelegentlich einmal vergeblich warte. Mit Einverständnis des Regierungsvertreters wurde sie dann von der Tagesordnung abgesezt- um heute noch wiederzuerscheinen. Denn, um es kurz zu sagen, das Haus erwies sich als beschlußunfähig, und die Sigung mußte deshalb abgebrochen werden. Dreiviertelstunden darauf war das Haus wieder versammelt; auf der Tagesordnung stand die abgesetzte Interpellation. Auf die Anfrage des Präsidenten, ob und wann die Regierung diese Interpellation beantworten könne, erwiderte Staatssekretär Graf Posadowsky, eine Beantwortung könne aus staatsrechtlichen Gründen, welche die Interessen der Landwirtschaft nahe berühren, nicht erfolgen. Dann verließ er den Saal. Trogdem aber fand eine Besprechung statt, die durch den Führer der Deutschkonservativen Grafen Limburg- Stirum eingeleitet wurde. Er bezeichnete namentlich mit Rücksicht auf die wachsende amerikanische Gefahr die baldige kündigung für notwendig, eine Forderung, die der Abg. Dr. Barth als einen brünstigen Schrei nach dem Zollfrieg bezeichnete. Barth ging sehr scharf ins Zeug; er wars den Mehrheitsparteien vor, daß sie eine Politik betreiben, wie sie auf dem Mühlendamm üblich sei, und schloß unter den lebhaftesten und widerspruchvollsten Kundgebungen seine Rede mit der Behauptung, der neue Zolltarif sei so ungeheuerlich, daß er nicht in Kraft gesetzt werden könne. Von den nachfolgenden Rednern Herold, v. Kardorff, Dr. Paasche, Richter und Graf Kaniz veranlaßte der erstere einen lebhaften Zusammenstoß, weil er die Bemerkung gemacht hatte, daß die Prozesse der letzten Zeit bewiesen, daß auch in den Kreisen der Linken unreelle Manipulationen vor: gekommen sind. Diese wollte Namen wissen und wurde so laut, daß man sich in die bewegtesten Zeiten des Zolltariffampfes zurückversezt glaubte. Schließlich rechtfertigte. Herold seine Bemerkung damit, daß er auf den groben Bormittags wird jemand u Euch tommen ganze Geschichte mal gründlich untersuchen." Türe und öffnete dieselbe. Bei diesen Worten stand unb bie er auf, schritt rasch out Zimmer, tein Wort mehr über die Was Dora auch noch hatte sagen wollen- sie brachte - Sie eilte aus dem lich zu wissen, wie und war unten auf der Straße angelangt, ohne eigent wie von einer unbaren Macht getrieben, Mein ,, telepathischer“ Tip. Merkwürdige Geschichte vom Rennplatz von J. Tassirer. Nachbruc verboten., Große Armee- d- en Es war am Vormittage des Ein Telegramm für Sie, Herr Doktor!" Tages, an dem das geringfe seinem Siege ing ausfindig machen tonnte, tröstete ich mich mir einzureden versuchte, er tolle mir absichtlich aus durchfuhr mich der fürchterlich zweifelte. Als ich aber Dawson durchaus nicht der damit, daß ich Großen armee" nicht mehr das dem Wege und gehen. Sof Raum wage ben. Eechzehn ich zig die von. st Don Pedros Nummer, vierundzwanes, meinen eigenen Augen zu glauOutsiders. Rings um mich her herrscht eine Totenstille. Bein man's treibt" und vier die eines anderen Enthuigi Klotz von der Mühlendammpolitit" einen groben Keil hatte sezen wollen. Großes Interesse fonnten sonst die Ausführungen nicht erregen, da wir nur einen Aufguß der Zolltarifsdebatte erlebten. 65. Sigung Preussischer Landtag. Daus der Abgeordneten. Aufräumungsarbeiten. Eigener Bericht. Mit einer ganzen Reihe von Vorlagen machte das Haus heute reinen Tisch. In dritter Lesung und ohne be sondere Debatte wurde der Gefeßentwurf betr. die Ausbehnung der Ablösung der Reallasten in Schleswig- Holstein auf den Kreis Herzogtum Lauenburg und das Gesetz über die polizeiliche Regelung des Feuerlöschwesens_genehmigt. Der Antrag Zedlig auf Umwandlung der Trafehner Gestütsschulen in öffentliche Volksschulen wurde gemäß dem Vorschlage der Unterrichtskommission der Regierung, deren Vertreter sich ziemlich ablehnend verhielten, der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. Dann kam eine Reihe Petitionen aufs Tapet; u. a. wurde eine Betition der Landwirtschaftskammer für Schleswig- Holstein wegen Erlasses eines Strafgeseges gegen den kontraktbruch der Regierung als Material überwiesen, ebenso eine Petition betr. Aufhebung der Beschränkungen für das Schornsteinfegergewerbe. Dann bertagte sich das Haus auf Freitag. Nab und Fern. seine ::: Der Baterländische Frauenverein hielt diesjährige Delegiertenversammlung zu Berlin in den Festräumen des Ministeriums für öffentliche Arbeiten ab. Den Verhandlungen wohnte die Kaiserin und Prinzessin Heinrich bei. 300 Delegierte aus allen Teilen des Reiches nahmen an den Beratungen teil. Die Berichte ergaben ein erfreuliches Anwachsen des Vereins. * Das 300 jährige Jubiläum der Stadt Husum soll Anfang Juli mit großem Glanz gefeiert werden. Biele hunderte von Eprößlingen der alten Hanſaſtadt haben aus ganz Deutschland und allen Weltteilen schon jezt ihr Erscheinen zugesagt. Den Mittelpunkt der Feierlichkeiten wird ein von Gustav Frenssen, dem bekannten Verfasser des„ Jörn Uhl" gedichtetes Festspiel bilden. = Giron weicht nicht. In der Angelegenheit der frühe ren Kronprinzessin von Sachsen ist eine neue überraschende Wendung eingetreten. Da es als erwiesen gette, daß sie noch mit Giron in Beziehungen steht und nur Komödie mit ihrer angeblichen Reue gespielt hat, so sollen alle in ihrer Sache zwischen dem sächsischen Königs- und dem österreichischen Kaiserhause gepflogenen Verhandlungen endgiltig abgebrochen sein. Der König von Sachsen ist deshalb schneller, als ursprünglich in Aussicht genommen war, aus Wien abgereist und hat sich nach München zum Besuch des Prinzregenten Luitpold begeben. Aus demselben Grunde seien auch die Verhandlungen zwischen dem Kaiser Franz Josef und dem Großherzog von Toskana gescheitert, die den künftigen Titel der Prinzessin zum Gegenstand hatten. Es ist jetzt fraglich, ob man ihr überhaupt einen hohen Adelstitel zugestehen wird. ¶ Das Opfer der Stiftsoberin Heusler in München, das Dienstmädchen Minna Wagner, hat eine gefährliche Operation glücklich überstanden. Bei ihr war durch das im Kaffee enthaltene Gift infolge Verlegung des Magens eine Berengerung desselben entstanden. Durch die Operation ist jetzt ein neuer Magenausgang geschaffen worden. Der bekannte Naturmensch Nagel hat von dem Staatsanwalt zu Neapel, wohin er sich, wie erinnerlich, mit seiner Braut begeben hat, eine Anklage wegen Frei heitsberaubung zu erwarten. Nach einer anderen Version sitzt er sogar bereits in Untersuchungshaft. Er hat auf der Durchreise durch Budapeſt den minderjährigen Sohn des Kaufmanns Hörbiger mit sich gelockt. Dieser ist ihm auf Requisition der Eltern inzwischen wieber abgenommen worden. () Ein unverbesserlicher Durchbrenner. Das Elternhaus heimlich verlassen hat der 13 Jahre alte Sohn Jesko des früheren Kieler Polizeipräsidenten von Butt famer, welcher vor einiger Zeit in gleicher Eigenschaft nach Stettin versetzt worden ist. Der Knabe war, wit erinnerlich, bereits einmal und zwar im Dezember v. Is von Hause geflüchtet, doch konnte er damals in Breslau angehalten und zurückgeführt werden. Auf die Ermittelung des jugendlichen Abenteurers, der den Einbruck eines 16 bis 17jährigen macht, ist seitens der Angehörigen eine Belohnung von 300 Mark ausgesetzt worden. Ein falscher Kronprinz Rudolf hat in Ungarn den naiven Glauben des Landvolkes, daß der unglücklich österreichische Thronfolger nicht im Schloß Meyerling! gestorben sei, sondern in Verkleidung von Dorf zu Dor wandere, um den Nachstellungen mächtiger Feinde zu entgehen, geschickt ausgenußt. In den Gemeinden des Szatmarer Komitats tauchten zwei Leute auf, von de nen sich einer für den Kronprinzen Rudolf, der ander aber für dessen Begleiter ausgab. Der letztere teilte unter dem Siegel der Verschwiegenheit dem auserlesenen Opfer mit, daß der Kronprinz Rudolf im Dorfe an gekommen sei und um ein verläßliches Nachtquartier bitten lasse. Auch ließ er durchblicken, daß der Kron prinz demnächst den Thron besteigen und diejenigen, die ihm auf seiner Flucht ein Asyl geboten hätten, fönig lich belohnen werde. Die Bauern fühlten sich hochge ehrt, schafften das beste an Speise und Trank herbei und halfen auch nach Kräften mit barem Gelde aus Einer aber konnte die große Auszeichnung, die seinem gause widerfahren, nicht verschweigen. So kam die wun derbare Mär auch vor die Ohren der Polizei, die ohn jede Rücksicht auf seinen hohen Rang den ,, Kronprinzen perhaftete, während sein Begleiter entwischte. Kronprinz Rudolf entpuppte sich als ein Handelsmann Schwartz jein entflohener Genosse ist ein gewisser Kazz. Bei diesem Anlaß sei daran erinnert, daß das oberbayrische Landpoff noch heute an den Tod König Ludwigs II. nicht glau ben will und behauptet, er säße irgendwo gefangen Die Reklame des„, Sozialapostels". In einer Pari her Kirche gab ein Rechtslizentiat Eduard Salomon wäh rend der dacht mehrere Revolverschüsse ab. Als er verhaftet wurde, erklärte er, er habe weiter nichts beabsichtigt, cl3 auf diese Weise die Aufmerksamkeit auf seine epodjemachende Theorie der sozialen Umgestaltung der ganzen Welt zu lenken. Nähere Nachforschungen ergaben, daß der Unglückliche infolge des Verlustes seines bedeutenden Vermögens seit längerer Zeit geistige Störungen verriet und deshalb scharf von seiner Familie überwacht wurde. Man brachte ihn in die Frrenstation des Polizeigefängnisses. * Der Sicherheitsdienst für den Pariser Aufenthalt König Eduards wird angesichts der bedenklichen Haltung eines Teils der Bevölkerung sehr umfangreich organisiert. Tausende von Geheimpolizisten in allen möglichen Verkleidungen werden auf die Straßen verteilt werden, die gemessene Befehle erhalten haben, jeden, der zu feindseligen Kundgebungen aufreizen sollte, sofort dingfest zu machen. Der König selbst wird auf allen seinen Fahrten und Besuchen von dem Spezialkommissar Paoli und einigen besonders geschulten und tüchtigen Beamten begleitet werden. Diese werden durch eine auserlesene Truppe englischer Geheimpolizisten verstärkt werden. Außerdem ist die französische Abteilung der englischen Polizei, 150 Mann start, mit ihrem Vorgesezten Herrn Melville in Paris bereits eingetroffen, die die Aufgabe hat, die Hotels zu überwachen, in denen Engländer absteigen, und die Umgebung der englischen Botschaft, der Pariser Residenz des Königs, unausgesetzt im Auge zu behalten. Auch unter das Personal der Botschaft sind geschickt viele englische und französische Geheimpolizisten eingereiht worden. Kurz, König Eduard wird keinen Schritt tun können, ohne von einer Schar aufmerksamer Wächter begleitet zu sein. Der ihm beigegebene Herr Paoli hat in seinem Fache schon viel Uebung, da er seit langer Zeit allen in Frankreich zum Besuche weilenden Monarchen, wie dem König von Württemberg, der Kaiserin von Oesterreich, dem König der Belgier, dem Zaren und der Zarin, dem Schah von Persien, in gleicher Eigenschaft beigegeben worden war. - ** Der wunderschöne Monat Mai hat heute nicht nur wie alljährlich seinen kalendermäßigen Einzug gehalten, sondern es scheint auch so, als ob er seine Pflicht und Schuldigkeit tun wolle, um das Beiwort, mit dem ihn der Dichter geschmückt, in Ehren tragen zu dürfen. Er will uns die Unbill vergessen machen, die uns sein ungezogener Stiefbruder, der April, zugefügt hat. Jener benahm sich wie ein echter, rechter Straßenjunge. Hinter Hecken und Zäunen lauerte er den Passanten auf und bewarf sie mit Schneeballen, und das gellende Hohngelächter seines mutwilligen Kumpans, des Sturmwindes, schrillt uns noch in den Ohren. Ganz anders unser Mai. Ais Musterknabe naht er uns, der seine Schulaufgaben mit Eifer und Verständnis gelernt hat und sie nun fehlerlos dem beifällig nickenden Auditorium aussagt. Es ,, klappt" alles nach dem Programm: Frau Sonne strahlt, Knospen springen, Vöglein singen, Lämmlein hüpfen auf blumiger Au- und mit ihnen hüpfen und jubilieren all die kleinen und großen Menschenkinder, die nach langer Winterhaft sich nun im Freien tummeln. Hat doch der liebe Junge Mai für jedes Lebensalter sein besonderes Angebinde, das er mit artigem Krazfuß überreicht. Die ganz kleinen Menschlein krabbeln lustig im warmen Sande, die heranwachsende Jugend jagt und hascht sich im munteren Spiel, die ,, reifere" liegt dem Sport ob oder sucht den verschwiegenen Hain, um ihm das süße Geheimnis der erſten Liebe anzuvertrauen. Aber auch die Alten, denen die Zeiten, wo das junge Herz weit aufsprang, wie alle Knospen ringsum, so fern, ach, so fern liegen, bleiben nicht ohne Gabe. Für sie läßt der Mai tief im Wald verborgen ein lieblich Kräutlein erblühen: Waldmeisterlein zaubert mit seinem poetischen Duft aus dem Grunde des blinkenden Römers die Erinnerung an liebe Gestalten und selige Stunden herauf, und das alte Herz schlägt in jugendfrischen Schlägen wie einst im Mai". Möge der artige Knabe, der seinen Monatskursus unter so erfreulichen Aussichten beginnt, auch fernerhin sich durch Fleiß und Gesittung auszeichnen. Dann steht zu hoffen, daß er die Klippen der schwierigen Zwischenprüfung, die ihm das Kollegium der drei ,, gestrengen Herren" auferlegen wird, erfolgreich besteht, damit sich ihre kalten, mürrischen Magistergesichter durch ein Lächeln des Wohlwollens erwärmen. Und wünschen wir ihm und uns endlich ein glänzendes Schlußeramen am ersten Pfingsttage, zum Ansporn für seinen nächstältesten Bruder und Beisiber im Komitee für das ,, liebliche" Fest, den Juni. Bunte Chronif. Jn Saarbrücken kam es wegen polizeilicher Schließung des Café Continental zu ernsten Straßenunruhen. Der Besizer Bruch und 30 Demonstranten wurden verhaftet. Das Militär mußte einschreiten. -In Frankfurt a. M. wurde in einem Zimmer eines Hotels ein 30jähriger Mechaniker mit einem Schuß in der Brust tot aufgefunden; neben ihm lag seine 25jährige Geliebte mit einer Kugel in der Lunge, das Mädchen wurde in ein Hospital gebracht. - Aus Eifersucht überfiel der Schlächter Emil Adam in Gemeinschaft mit seinem Bruder den Bureauvorsteher Diitmann vor seiner Wohnung in Lichtenberg. Der Ueberfallene erhielt mehrere Messerstiche in die Brust und den Rücken, außerdem wurden ihm an der rechten Hand, mit der er das Messer faßte, alle Sehnen durchgeschnitten. Die beiden Uebeltäter wurden später verhaftet. -Im Garnisonarresthaus zu Torgau wurde im Zimmer hinter der Wachtstube der Inspektor, Sergeant Redell mit einem jungen Mädchen vergiftet aufgefunden. - Aus Petersburg wird gemeldet: Die beiden Brüder Arsen und Paul Draginow haben eine Reise um die Welt auf einem Kamel unternommen und hoffen, binnen Jahresfrist wieder in Petersburg einzutreffen. Es handelt sich hierbei um einen Preis von 20 000 Rubel. Den Lebensunterhalt wollen die beiden unternehmungsluftigen Brüder durch Musizieren verdienen. - In Sebastopol brach, nachdem morgens noch warmes sonniges Wetter geherrscht hatte, plößlich ein starfer Orkan aus, der die Dächer von Häusern abriß und Bäume entwurzelte. Eine Barkasse, auf der sich eine Anzahl von Personen befanden, wurde ins Meer entführt; zur Rettung der letzteren ging ein Torpedɔboot in Cee. Hus dem Gerichtssaal. § Die Inhaber einer Berliner Kuppelherberge, der 41jährige Militärinvalide Lück und seine Ehefrau, wurden von der dortigen Straffammer zu einem Jahr bezw. vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten hatten außer ihrem unsauberen Gewerbe noch eine ganze Menge anderer Straftaten zu vertreten. Sie hatten die übrigen Hausbewohner, die sich über das unsittliche Treiben beschwert hatten, beschimpft, verhöhnt und gemißhandelt. Schließlich hatte der Angeklagte Lück seiner Verhaftung tätlichen Widerstand entgegengesezt und einem Bolizisten dermaßen in die Hand gebissen, daß dieser mehrere Tage dienstunfähig war. Vermischtes. Giess Ein ge unb Nationaliber berg- Midda werben. Bon v Lmg eines pa argen. Man if Mann fein wir Der G Generalleutnant feffor Lucius b Uebertrag Bfarrverwalter Midda, die eva Das 10, ausgegeben ¶[ Sie geprellten Pfandleihen.] In einer gemeinsamen Petition an das Abgeordnetenhaus beklagten sich Pfandleiher aus Berlin, Breslau und anderen Orten, daß sie durch Gaunertricks schwer geschädigt würden, und wünschten, daß die Herausgabe gestohlener Gegenstände, die bei Pfandleihern verpfändet sind, nur gegen Bezahlung erfolgen soll. Es seien Fälle vorgekommen, in denen z. B. ein Vater die kostenlose Herausgabe eines ihm von seinem Sohne gestohlenen Gegenstandes ver langte und durchsetzte, ohne daß es möglich gewesen wäre, den Cohn zu bestrafen, da der Vater sich weigerte, Strafantrag zu stellen. Ehemänner setzten sich angeblich im Besitz ihrer Frau gehörigen Gegenstände, die Frau tommt dann und verlangt sie ohne Zahlung zurüd Von zwei Freunden besitzt A. eine goldene Uhr und Kette, die mit 200 Mart beliehen wird. B. nimmt mit Wissen des A. diesem die Uhr und Kette und versezi diese. A. zeigt den Diebstahl an, und Uhr und Kette werden bei dem Pfandleiher ermittelt. Der Dieb kann nicht ermittelt werden, wohl aber bekommt A. seine Uhr und Kette und teilt sich dann brüderlich mit seinem Freunde die 200 Mart. Dazu kommt, daß zu einer ver pfändeten Sache, die bei der Polizei gemeldet ist, sich mehrfach eine Reihe verschiedener, sich völlig fremder Personen als Eigentümer bekennen. Einige von diesen müssen sich mindestens doch in einen starken Irrtum befinden. )-([ Aus dem Leben eines Schöneberger Millionen bauers] teilt anläßlich des Absterbens der Witwe des berühmten Millionärs Hewald, der seiner Gattin um 18 Monate im Tode vorausgegangen ist, das Berliner Tagebl. einige komische Züge mit. Hewald, dessen Vater seiner Zeit durch die riesige Ausdehnung der Reichshaupt stadt seine mageren Ländereien in Schöneberg zu hohem Preise an Baugesellschaften losschlagen und so aus einem Ileinen Bauern zum Millionenbauern" avancieren fonnte, fand sich als junger Mann im Besitz eines ko lossalen Vermögens. Sein erstes war, nun eine eigene Zeitung zu gründen, deren Reporter, Redakteur, Sezer, Drucker, Verleger und Leser er selbst war. Dieses Pro dukt der Journalistik enthielt den größten Unsinn, wirkte aber nicht gemeingefährlich, weil nur wenig Auserkorent dieses Millionärblatt zu Gesicht bekamen. Die häufi gen Prellereien, denen er ausgesetzt war, machten den reichen Mann mißtrauisch, und so kam es, daß er oft wochenlang seine Villen nicht verließ und mit seinem Hausintendanten und Musikdirektor Winter, der aber ni Musik machen durfte, tagelang in seinem im Keller gele genen Trinkzimmer saß und trant, ohne daß beide ein Wort sprachen. ,, Reden Sie nicht so viel, trinken Sie!" war seine ſtete Redensart. Von Kunstsammlungen wai er ein großer Freund. Sehenswert war seine Porzellan sammlung, in der allerdings neben unbezahlbaren Sevrestücken auch ganz wertlose fünfzig Pfennigartikel standen. Nach seinem Tode fand man unter seinem Bett eine große eiserne Kiste. Sie enthielt, blank geputzt, und einzeln in Watte verpackt, alle Arten von in Bran denburg- Preußen geprägten Talern. ¶[ Sped von Sternburg.] Der Großvater des jezi gen deutschen Vertreters in Washington Freiherrn Sped von Sternburg war, so schreibt man den Leipz. Neuest. Nachr.", der reiche Leipziger Kaufmann Herr Epeck. Er kaufte im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts das Rittergut Lübschena bei Leipzig( heute noch im Besitze der Familie) und führte dort die Zucht der sogenannten Elektoralschafe, einer damals als besonders gut geltenden Rasse, ein. Für seine Verdienste um die Schafzucht ward Speck später von der bairischen Regierung ge adelt und erhielt den Namen Freiherr Eped von Sternburg. Gelegentlich der Anwesenheit des sächsischen Königs in Leipzig wurde die Stadt festlich beleuchtet, und der neuernannte Freiherr verfehlte nicht, sein in der Reichsstraße gelegenes Grundstück zu schmücken und mit einem Transparent zu versehen, das den schönen Vers enthielt: möchte stets in unserm Sachsen Elektoral veredelt machen! Ein wißiger Leipziger Schuhmachermeister, Specks Gegen über, benutzte die Gelegenheit folgenden Vers an seinem Transparent anzubringen: O möchte doch in unserm Eachsen Elektoral auf Schweinen wachsen, Damit der Speck auf dieser Erde Noch immer mehr veredelt werde! $[ Ein neuer Titel.] Das bairische Staatsministerium des Innern gibt bekannt, daß mit dem staatlichen Konsulenten für Milchwirtschaft Dr. Herz der„ Probemeltassistent" Eß der Allgäuer Herdbuchgesellschaft zum Studium der milchwirtschaftlichen Verhältnisse Däne marks abgeordnet wurde. Vielleicht empfiehlt es sich, auch die vielbesungenen Sennerinnen fünftig als Meltassistentinnen in die bürgerliche Gesellschaft einzureihen! Kurzes Allerlei. Der Weltpostverein umfaßt jezi 106 603 028 Quadratkilometer mit 1 102 658 581 Einwoh nern. Noch nicht zu ihm gehören an 30 Millionen Qua bratkilometer mit rund 400 Millionen Menschen. - Die Leitung der Weltausstellung in St. Louis hal zwei Millionen Mark für Inserate in Bereitschaft ge tellt. In den Newyorker Elementarschulen soll vom nächsten Herbst ab der bisher fakultative deutsche Un terricht obligatorisch werden. Dieser Erfolg ist haupt sächlich den Bemühungen des dortigen Vereins deutscher Lehrer zu verdanken. Deffentliche Seine Rön Shwimmlehrer tennung der bo Mut und Entfe bewirkten Retty Soneller, beid Rettungsmedai Sülfeschoffner bei der Rettu fje eine Geldp In Gem öf thiermit zur Darmstad Ferner D Schulamteafpir telle an der B Aam 23 Mar aus Langs Gemeindeschul Fi tionen hal funden. Her Student. Nach Gastwirte 23. Juli in *[ Bef Schwanen" deren Grundst 26000 St. Aus ** Lon irdischer Tele Norded v an der nach Raiserlichen ** Röd 8 Tagen be Gießen öfter ** Lich. dorf wird einigen Jah auf etwa 63 = De berg. Jahre Bilanz schlo zu verzeih 52% Dib Jahren ist riefig gefti doppelte ja der Verein auch zum S X Lau werden bom gurid berte auch noch 650 in Hu 930 zurüd nach Gieße sfaal. er Kuppelherberg und seine Ehefra ner zu einem Jah teilt. Die Angefla Gewerbe noch ein ertreten. Sie hatte über das unfittlid berhöhnt und g geflagte Lüd feine engejezt und einen ebiffen, daß diefe 5. In einer gemein haus beklagten fi Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, 30. April 1903. Ein geeigneter Randidat der Freifinnigen und Nationalliberalen für den Wahlkreis Gießen Grünberg Nidda fonnte bis zur Stunde noch nicht gewonnen werden. Von verschiedenen Seiten wird jezt die Aufstellung eines parteilosen Kandidaten in Erwägung gejogen. Man ist allgemein gespannt wer dieser kommende Mann sein wird. Der Großherzog empfing am 29. April den Generalleutnant z. D. Korwan, und Kreisschulinspektor Profeffor Lucius von Darmstadt. Uebertragen hat der Großherzog am 25. April dem Bfarrverwalter Heinrich Weiß zu Wallernhausen, Dekanat Ribba, die evangelische Pfarrstelle daselbst. Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 10, ausgegeben am 28. April enthält: nd anderen Orten geschädigt würden, gestohlener Gegen et sind, nur gege älle vorgefomm Herausgabe ins Begenstandes ve möglich gewefe Bater sich weigerte gten sich angebli enstände, die Fra ne Bahlung zurüd goldene Uhr und rd. B. nimmt mi Kette und verse d Uhr und Kett Der Dieb kam bekommt A. fein derlich mit seinen daß zu einer ver gemeldet ist, si h völlig fremba Sinige von diese n starken Irrtur berger Millionen Deffentliche Anerkennung einer edlen Tat. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Schwimmlehrer Andreas Rödel zu Gießen, in Anerfennung der von demselben am 26. November v. Js. mit Mut und Entschlossenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr bewirkten Rettung der Knaben Louis Diel und Wilhelm Schneller, beide von Gießen, vom Tode des Ertrinkens, die Rettungsmedaille, f rner dem Schlosser Schüß und dem Hülfsschaffner Emil Michel, beide zu Gießen, welche sich bei der Rettung mit Mut und Entschlossenheit beteiligten, je eine Geldprämie zu verleihen geruht. In Gemäßheit Allerhöchster Gntschließung wird dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht. Darmstadt, den 30. März 1903. Großh. Ministerium des Innern. Rothe. v. Bechtold. ** Friedberg. Die Stadtverordnetenversammlung hat sich dahin ausgesprochen, daß sie bei Errichtung der 3. Bataillone Schritte tun will, ein solches zu erhalten. Ein neuer Geflügelzuchtverein hat sich am lezten Sonntag zu Alsfeld konftituirt. Vorsitzender ist Lehrer Fink in Bell. Groß- Felda. Die Ingenieure Schäfer und Schlinke aus Halle, die mit den Vorarbeiten betr. Ausarbeitung eines günstigen Bahn- Projektes von Ehringshausen nach Groß- Felda- Ulrichstein beauftragt wurden, haben ein solches jetzt fertig und im Auftrag des hiesigen Eisenbahnkomites der Regierung eingesandt. Letztere soll eine genaue Prüfung zugesagt haben. + Kirchhain, 29. April. Zum gestrigen Rindvieh markte waren ca. 380 St. Großvieh und 70 Kälber aufge trieben. Fast sämtliches Vieh war im Vorverkauf abgesett und wurde nur zur Untersuchung auf den Markt geführt, der schon gegen 8 Uhr beendet war. In Lauter sind aus dem Zuchtverein für Vogelsberger Rindvieh 14 Mann ausgetreten. Als nun fürzlich Kör Termin war, war auch nicht ein Stück von hier vorgeführt worden. Was geht da vor?" A Offenbach a. M., 29. April. Der Stadtverordnete Böhm lehnte die ihm von den Nationalliberalen angetragene Reichstagefandidatur für den Wahlkreis Offenbach- Dieburg ab. ( Ariegsgericht der 21. Division.) 3 Mo nate Gefängniß fosteten dem Gefreiten Paul Belz von der 10. Stomp. 87. Inf. Regts.( Mainz) ein Briefbogen und ein Couvert. Er hatte mit seinem eigenen Spindschlüssel das Spind eines Kameraden aufgeschlossen und daraus Papier und Couvert entwendet, um einen Brief zu schreiben. Sein eigner Schlüssel war zu dem Spinde eines Anderen ein„ falscher" Schlüssel. Daher lag schwerer Diebstahl" vor, auf dem bei Annahme mildernder Umstände als geringste zulässige Strafe 3 Monate Gefängniß stehen. Außerdem hat der Gefreite noch einem anderen Kameraden eine silberne Taschenuhr und einem dritten ein Portemonnaie mit einer Freimarke ent rendet und sich dadurch zweier einfacher Diebextra einbrachten. Selbstverständlich werden die„ Spaßen" mitsamt der Rofarde heruntergeschnitten. Ferner Dienstnachrichten. Am 5. März wurde dem Schulamtsaspiranten Wilhelm Lehr aus Gießen die Lehrer- stähle schuldig gemacht, die ihm noch zwei Monate Gefängniß stelle an der Gemeindeschule zu Feld krüden, Kr. Schotten, am 23 März wurde dem Schulamtsaspiranten Karl Noth aus Langsdorf, Kr. Gießen, eine Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Groß- Gerau übertragen. 3 der Witwe de einer Gattin un ist, das Berliner ald, dessen Vater der Reichshaupt neberg zu hohen und so aus einem tern" avancierer Besiß eines to nun eine eigent Redakteur, Seger war. Dieses Pro Unsinn, wirkte nig Auserforent en. Die häufi ir, machten der es, daß er oft und mit seinem ter, der aber ni n im Keller gele ne daß beide ein el, trinken Sie! ammlungen wat seine Porzellan unbezahlbaren g Pfennigartile nter seinem Bett blank gepust n von in Bran vater des je Freiherrn Sped ,, Leipz. Neuest Herr Eped. Gr ahrhunderts das noch im Besitze der sogenannten ers gut gelten die Schafzucht Regierung ge peď von Stern sächsischen Kö beleuchtet, und t, sein in der ücken und mit n schönen Vers chsen , Specs Gegen Bers an seinem ** Eine Viertelmillion Immatrikula tionen haben bisher an der Universität Leipzig stattgefunden. Herr stud. jur. Zimmer aus Graz ist der 250 000 Student. Nach Blättermeldungen hält der Bund deutscher Gastwirte seinen diesjährigen Bundestag vom 20. bis 23. Juli in Mainz ab. **[ Besizwechsel] Gastwirt Georg Lauer Bum Schwanen" Gießen faufte von der Frau Lehrmund Ww. deren Grundstück im Neuenweg für den festen Preis von 26000 Mt. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Londorf. Die Pläne über die Errid tung oberirdischer Telegraphen- Linien an der Landstraße Londorf Nordeck von Klm. 12,4 bis 13,8 und im Orte Nordeck an der nach Winnen führenden Landstraße liegen bei dem Kaiserlichen Postamt Londorf aus. ** Rödgen. Der Gärtner Ludwig Inderthal wird seit 8 Tagen vermißt. Er ist 63 Jahre alt und versah in Gießen öfter Gärtnerarbeiten. ** Rich. Bon Nie berbeſſingen nach Langsdorf wird eine neue Kreisstraße erbaut, welche schon seit einigen Jahren projektiert war. Die Kosten belaufen sich auf etwa 63 000 mit. = Der Vorschußverein Grünberg hat im berg. Jahre recht erfreuliche Fortschritte zu verzeichnen. Die Bilanz schloß mit 1441 335 Mart ab; an Reingewinn sind zu verzeichnen 15913,95 Mart. Zur Verteilung kommen 512% Dividende. Der Geschäftsverf.hr in den letzten 10 Jahren ist trotz Rückgang der Mitgliederzahl ganz riesig gestiegen, durch alle Rubriken sind die Summe ums doppelte ja bis ums 10fache angewachsen. Ein Beweis, daß der Verein gut verwaltet wird, auf der anderen Seite aber auch zum Segen der Allgemeinheit arbeitet. ausgebildete Handwerker der Konkurrenz des Großbetriebes nicht unterliegen." Die Folge dieser Erwägungen war nun eine Verschärfung der Bestimmungen nach der Seite der Lehrlingsausbildung durch den Meister und der Gesellenprüfung hin. Das K. K. Handelsministerium in Wien dagegen glaubte besonders bei der Förderung der Ausstellungen für Lehrlingsarbeiten, des Lehrlingsheimwesens und mit der Hebung der Berufslehre beim Meister durch Subventionierung desselben einsetzen zu müssen. *** Frankfurt a. M., 29. April. Vor etwa 9 Wochen verhängte der Holzarbeiterverband über die Schreinerwerkstätten der Firma J. Kothe u. Söhne dahier die Sperre, obwohl die Firma sich bereit erflärte, zu den hier allgemein üblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen arbeiten zu lassen. Es handelte sich für den Holzarbeiterverband nur darum, durch partielle Sparrer die Arbeitszeit von 10 auf 9 Stunden zu drücken. Da alle Einigungsversuche mißlangen, insbesondere auch das Zugeständniß 91stündiger Arbeitszeit nichts half, hat nunmehr der Verband der Arbeitgeber im Schreiner gewerbe und ähnlichen Betrieben beschlossen, nächsten Samstag sämtlichen Arbeitern auf den 16. Mai zu fündigen und die Arbeit so lange ruhen zu lassen, bis die Sperre gegen Kothe u. Söhne aufgehoben ist. × Laubach. Auf der Bahnstrecke von hier nach Hungen werden vom 1. Mai ab täglich 5 Züge hin uud 5 Züge zurück verkehren. Neu hinzugekommen ist ein Abend zug, der auch noch Anschluß nach Gießen hat. Derselbe fährt 650 in Hungen ab, trifft 726 hier ein und fährt dann wieder 930 zurück nach Hungen, wo er eben dann noh Anschluß nach Gießen hat. Beide Systeme haben ihre ausgesprochenen Vorteile und Nachteile. In den Kreisen der handwerklichen Praktiker macht man es der Gewerbeordnungsnovelle zum Vorwurf, daß dieselbe nur eine freiwillige Gesellenprüfung kenne. Und es ist richtig, daß die mit der Verwaltung der Handwerkstammern betrauten Personen sowie die Innungen mit dieser freiwilligen Gesellenprüfung nicht viel Freude erleben, sowohl mit Rücksicht auf die Hebung des Lehrlingswesens, wie in finanzieller Hinsicht, und zwar umsomehr, als der fast durch. weg angenommene Satz von 3 Mart Gebühren für die Jnnungen sowohl wie für die Handwerkskammern eine finanzielle Schädigung zu Folge hat. Auch ist vielen Meistern die Pflicht, ihre Lehrlinge zur Ablegung der Gesellenprüfung anzuhalten, deswegen lästig, weil das Verfäumen derselben mit einer hohen Geldstrafe bedroht ist. Man sagt, wir haben unsern Lehrling bisher immer dazu angehalten, ohne daß es einer solchen Strafandrohung bedurft hätte. Aber Einen grauenhaften Tod fand der 58 Jahre alte Geheimrat und Landwirt Karl Backfisch von Waldkaßenbach. Auf einer Fahrt nach Eberbach wurden die Pferde vor seinem Wägelchen scheu und rannten davon. Backfisch wurde vom Wagen geschleudert und ca. 300 Meter weit geschleift. Dabei wurden ihm vom Gesicht und dem ganzen Kopf die Fleischteile losgelöst. Außerdem erlitt der unglückliche mehrere Schädelbrüche. Der Tod trat nach 2 Stunden ein. Zur Lehrlingshaltung in Deutschland und Desterreich. ( Nachdruck verboten.) wie viele es nicht gethan haben, das entzieht sich der Kenntnis. Anzuerkennen ist dagegen ohne Weiteres die Klage darüber, daß mit dieser Haltung des Gesetzes von 1897 den Noßen nur das fünftige Geschlecht erhalte, die Last aber auf dem jetzt lebenden liege. Richtig ist auch die Beschwerde darüber, daß die Durchführung der bezüglichen Vorschriften zur Beit viel zu wünschen übrig läßt, weil das bei ein ganz anderer Grad der organisatorischen Schulung und des Standesbewußtseins die Voraussetzung bildet, als er zur Zeit in manchen Kreisen des Handwerks gefunden wird. Kurz, der Charakter des Kompromisses, als welchen sich ja das Gesetz von 1897 darstellt, zeigt sich in seinen Folgen, nur nicht immer zum Guten. Trotzdem hat das Gesetz zweifellos einen Fortschritt gebracht. Lange Zeit nun schon wird mit allen Kräften seitens der Interessenten, mit viel Liebe und Fleiß seitens der Staatsbehörden daran gearbeitet, für das Handwerk etwas zu schaffen, das diefem Stande wieder aufhelfen, ihn moralisch und materiell neu fräftigen soll. Das können wir in Deutschland so gut wie in Desterreich beobachten. Auch wo hierbei der Hebel anzusetzen sei, das hat man in beiden Ländern so ziemlich übereinstimmend beantwortet; namentlich der Pflege des Lehrlingswesens wendet man hier wie dort in gleicher Weise die öffentliche Aufmerksamkeit zu. Alles in Allem betrachtet liegt also das Schwergewicht der Förderung des Lehrlingswesens bei uns in einer Einwirkung auf den Lehrmeister im Wege der Gesetzgebung. Davon meldet der Bericht des Gewerbeförderungsdienstes ( die Gewerbeförderungsaktion des K. K. Handelsministeriums, Uebersichtliche Darstellung des Standes im Juni 1901, S. 15 f.) nichts. Er fennt nur die drei schon erwähnten Möglichkeiten, von denen zwei in das Thätigkeitsfeld der handwerklichen Interessenvertretungen hineingehören, nämlich die Ausstellungen von Lehrlingsarbeiten und das Lehrlingsheimwesen, und nur eine Rücksicht nimmt auf die Persönlichkeit des Lehrmeisters. Aber gerade diese dürfte sich nach unserm Dafürhalten geringer Sympathicen erfreuen. Beteiligt sich der subventionierte Lehrherr bei öffentlichen Arbeiten, hat er vor seinen Berufskollegen stets den Vorteil billigerer ArbeitsKräfte voraus, und das pflegt ihm wie auch den vergebenden Verwaltungen regelmäßig zum Vorwurf gemacht zu werden. Gleichwohl muß der betreffende Meister Arbeiten heranschaffen, denn woran sollen sonst die jungen Leute lernen? So liegt hier gewissermaßen eine Zwickmühle, die auch nicht durch die schärfsten Bestimmungen zur Einschränkung der Zahl der zu haltenden Lehrlinge behoben werden kann, und das umso mehr als der etwaige Charakter dieser Zuwendungen als Stipendien doch nur so lange gerechtfertigt ist, wie das behat, wenigstens soweit öffentliche Mittel in Frage kommen. Die Motive zur Gewerbeordnungsnovelle vom 26. Juli 1897 begründen diese Erscheinung in der nachfolgenden Weise( R. T.-V. 1897, Drucksache 713 S. 52):„ Für die Erhaltung eines fräftigen Handverkerstandes ist die möglichst sorgfältige Ausbildung der Lehrlinge von besonderer Bedeutung. Hier ist die individuelle Leistungsfähigkeit von besonderer Bedeutung für das Bestehen zahlreich'r Betriebe. In manchen Gewerben wird nur der technisch vollkommen treffende, Gewerbe Mangel an Nachwuchs zu beklagen Marktbericht. Gießen, 30. April. Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter pr Pfd. 0.90-1.00 Mr. Hühnereier 6 Pfg., 2 St.11 Pfg., Enteneter St. 6-7 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. täſematte 2 St. 5-6 Bfg, Ecbsen ver Liter 21 Bfg., Linien per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar f. 0.80-1.20, Hübner per Stüd Mt. 1.00-230, Hahnen, per, Stüd Mt. 1,10-2.30, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Bib. 54-60 Pfg, Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Bfb. 60-66 Pfa. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pig. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 66-72 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo 6.00-6.50 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 7.00-8.00, Milch per Liter 18 Pfa. Schlachthaus Gießen. Heute: Hammelfleisch 50 Big. Morgen u Samstag: gesalz. Ochsenfleisch 50 Big. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei. vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. chsen en, Frde vde! atsministerium em staatlichen der„ Probe eſellſchaft zum ltnisse Däne fiehlt es sich ftig als Melt ft einzureihen! umfaßt jest 58581 Einwoh Millionen Qua Menschen. St. Louis hal Bereitschaft ge en foll bom deutsche Un lg ift haupt Vereins deut Die Giessener Neueste Nachrichten find verbreitet in 55 Orten. Der Bote aus dem Ohm- und Feldathal iſt Die Grünberger Zeitung ❤ Die Turnzeitung für den Gau Hessen " 1 H " 1 30 15 48 "! " 1 " 1 11 11 Wer erfolgreich inserieren will wende sich an den Verlag dieser 4 Zeitungen, an die vorm. Wilh. Keller'sche Druckerei Gießen Neuenweg 28. QQGQQQQQQQ Markt 16. Friedrich Teipel Markt 16. Enverein. empfiehlt Unterzeuge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Sehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin stets großes Lager in allen Größen und Breislagen unterhalte. Prof. Dr. Jargers Hormal- Tricotwäsche. Heyges zweiseitige Unterzence, oben Wolle unten Baumwolle. Außerordentlich haltbar nd besonders empfehlenswert für Herren, melche auf der Haut feine Wolle bertragen fönnen. Wegen Verlegung unseres Hauptgeschäftes und Fabrik Ausverkauf bon Sonnen-.. Regenschirmen น. mit 10 bis 20% Rabatt, welche nur bei Baareinkäufen an der Kasse in Abzug kommen. Die letzten Frühjahröneuheiten 1903 in Sonnenschirmen find fertiggestellt und empfehle solche ebenfalls sehr preiswert. Kaffeler Schirmfabrik Gießen, Seltersweg 9. Bilz- Limetta. Bestes alkoholfreies Erfrischungsgetränk. 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Die nachstehende Bekanntmachung des Großherzogl. Feldbereinigungsfommissärs zu Friedberg wird hiermit zur Kennt nis der beteiligten Grundbesizer gebracht. Gießen, den 29. April 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Betr. Wie oben. In der Zeit vom 30. April I. J. bis einschließlich 13. Mai oooooo00001. Js. liegen auf dem Gemeindehaus zu Heuchelheim die Arbeiten des 2. Abschnittes über die infolge Grenzregulierung zugezogenen Fluren XVII und XVIII der Gemarkung Heuchelheim, nämlich: Darmstädter Pferde- Lose 52 à 1 Mk. 11 Stüd 10 Mark. Listen u. Porto 20 Pig. mehr. Ziehung 13 Mai 24 48 72 22 44 empfiehit die Haupt- Agentur 1. Das Besizstandsverzeichnis, 2. Die Bonitierungstarten, 3. Die Gütergeschosse nebst Zusammenstellung zur Einsicht der Beteiligten offen. Tagfahrt zur Entgegennahme von Einwendungen hiergegen findet ſtatt: Donnerstag, 14. Mai 1. J., vorm. von 11-12 Uhr auf dem Gemeindehaus zu Heuchelheim bei Gießen, wozu ich 1 Weißbrob bei Georg Dern Rich. Buchacker bie Beteiligten unter dem Anfügen einlade, daß die NichtGr. Linden 23 L. Steinmüller( Gr. Linden) W. Steinmüller( Lanagön8) 24 W. Fabel( Wieseck) Heinrich Weber ( Heuchelheim.) W. Weigel Langgöns u. L Steinmüller Gr. Lind. 25 Karl Post, Wiesect W Leir: KleinLinden 26 2 Dern II., Gr. Lind. " 1 u. Louis Süßmuth Steinberg 46 1 Steinmüller[ Lang, Gön8) 48 W. Fabel Wieseck und L. Stein= müller( Gr. Lind.) 50 Karl Post, Wieseck u. W. Lein KleinLir den 1 Schwarzbrod bei Georg Dern " " 52 II. Gr. Lind 21 W. Steinmüller W. Weigel, Lang Göns und Heinrich WeberHeuchelheim 22 W. Lein KleinLinden 24 40 2 J. Kd. Velte, Kirch Göns Dern II. Gr. Lind u. Louis Süßmuth, Steinberg 2 " 21/2 " B bei L. Steinmüller ( Gr. Linden) W. Steinmüller Heinrich Weber Heuchelheim, Karl Post, Karl Trautmann u. E. Christ Wieseck 42 41 W. Lein KleinLinden 48 bei Louis Süßmuth Steinberg W. Fabel und Karl Post, Wieseck Karl Trautmann, Giessen, Neue- Bäue II. erscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungen sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier in Attengröße( mindestens/ Bogen) e nzureichen. Friedberg, 25. April 1903. Richard Buchacker. II. WohlthätigkeitsGeld- Lotterie d.Strassb.- Neud.Arbeiterheims Ziehung sicher am 20. Juni 2490Geldgew 41000 zus.: M. Hauptgw.M. 15000 1 Gew. M. 15 000 1 á 6000 3 á 1000 23 Gew zus. 400" 2060 M. 6000 3000 4500 11 5000 7500 Baar ohne Abzug auszahlbar. L IM., 11L.10M.Port. u. List.25Pf. Nachnahme teurer, empfiehlt: J.Stürmer, Strassbg. E. General- DebitLangestr. 107. Ph Weiler. W. Semmler, Kartoffeln gräkte Auswahl in unr prima Spetse- und Salatkartoffeln, bie Kartoffel und mpfielt Gez üsehandlung J. Hankel, Schloßgaffe. Für einen 17 Jahre alten Spenglergesellen wird Stellung gesucht. Näh. auf dem Armenamte. Gießen, 18. April 1903. Die Armen- Depudation der Stadt Gießen. Mecum Mädchen Der Großherzogl. Feldbereinigungsfommissär get. Spamer, Kreisamtmann. Bekanntmachung. 8um 1. Juni laufenden Jahres ist die Stelle eines Turmwarts zu beseßen. Die Annahme erfolgt auf unbestimmte Zeit mit vierwöchentlicher Kündigungsfrist gegen eine jährtiche Vergütung von 600 Mart. Die näheren Bedingungen sind auf der Bürgermeisterei Zimmer Nr. 15 zu erfragen. Zuverlässige Bewerber wollen sich unter Beibringung von Zeugnissen über ihre seitherige Beschäftigung bis spätestens zum 15. Mai laufenden Jahres schriftlich bei mir melden. Gießen, den 28. April 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Das Fahren der Leichenwagen ist von Eröffnung des Friedhofs am Rodtberg ab bis auf Weiteres zu vergeben. Angebote hierfür sind in verschlossenem Umschlag bis zum 15. Mai 1. Js. bei mir einzureichen. Die Bedingungen werden auf der Bürgermeisterei, Bimmer Nr. 15. unentgeltlich abgegeben. Gießen, den 28. April 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Spar- u. Leihkasse Giessen. 52 fönnen das Wrikzeug- Nähen Freitag den 1. Mai 1. 3. von vormittage E. Christ, Wiesed 66 1 Kornbrod bei Ferd. Weiß, Grüningen 2 Kornbrod W. Lein KleinLinden, Wilh. 22 Schinimel, Kinzenb. Mühle und Ferd. Weiß, Grüningen 44 J. Appel, Kroid 42 Gießen, den 25 April 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bu verkaufen: ( Hand und Maschinen- Nähen), sowie Zuschneiden gründlich erlernen. Magd. Rauber, Neuenweg 36. Lehrling 8-12 Uhr ist die Kasse geöffnet. QGO Heinrich Schönhals, Grünberg Marktüraße. empfiehlt: Marktstraße. für größeres kaufmännisches Komptoir am Plaze gesucht. Selbstgeschriebene Offerten einzelne Möbel als: Schränke u. Stühle, alle Arteh beliebe man unter 4111 an Sesel, Koffer, Taschen, Hosenträger, Kinder Haasenstein& Vogler A. G. wagen in größter Auswahl. Uebernehme auch LieferAnnoncen- Exp. Gießen ge- ung ganzer Ausstattungen in sauberer Ausführung bei mäßigen Preisen. lannen lassen. 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