9. نے ete Sperre 9. oncte Specte en. 3. Ben. g. rdnete Sperr oben. Bießen. ng. geordnete Spe en. Be und Nort ng. geordnete t aufgehob gen. Jen 304. nementenreis: ta Gießen, abgeholt monatlich) 50- Bfg., ' n gebrat 60 fg., burd die Poft bezogen stertel jährlich Mr. 1.50. Bilbellages: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Office Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Balaban, foie bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Blatt erscheint an allen Mertingen necesitags. Dienstag, den 29. Dezember 1903. Gießener 12. Jahrgang Insertionsprei es Die einfaltige Weigelle far lejen e gany Oberbeffet, die Kreise Weller und Warburg 10 font 16 Pfg.: Refloniex bie Detitzelle 30 reip. 40 Boftzeitungsliste No. 3900. Rebaftion und Expedition: Gießen Neuem 98 Berriredben, 362. a. a Neuelle Nachrichten ( Sichener Hageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Sistemer Deitungs fr Oberheffen und die Streise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Gutbilt alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Zum Jahresfchluss. CB An der Grenze, wo zwei Jahre scheiden, wirft ein jedor, der auf ein geordnetes Leben Betracht nimmt, gern einen Blick zurück, um zu sehen, ob die Bilanz mit Gewinn den Verlust abschließt. Auch der Staatsbürger, der sich als " benutter Teil des Ganzen fühlt, muß für die nationale Entwicklung des Volkes soviel Interesse und Verständnis haben, daß an der Wegscheide der Jahre das Konto der nationalen Enwide ung überprüft. Das munmehr zu Ende gehende Jahr war gekennzeichnet ng. durch die Annahme des Zolltarifs, durch die im Angesichte der Wahlen aus dem politischen Leben gewissermaßen das rdnete Sperrrred der Parteien beseitigt worden war. Die gesamten en. gen. ng. politischen Kämpfe des Vorjahres fanden lediglich unter dem Getunkte der Stellungnahme zu dem Tarif statt. Nach den Grdigung dieser Vorlage entstand im politischen Leben getisermaßen ein luftleerer Raum und die Parteien waren gezwungen, im Wahlkampf lediglich ihre Parteiprinzipien auf das Volk wirken zu lassen. Das zu Stande gekommene geordnete Sh Muhib fann man sonach als eine ziemlich getreue Wiedergabe der allgemeinen Volksstimmung betrachten. Wie beird hiermit a tant, sind aus den Wahlen die gesamte Rechte, das Zentrum aid die Nationalliberalen ziemlich ungeschwächt hervorgegaragen und auch auf der linken Seite ist eine Veränderung in der Stärke nicht eingetreten. Die Verschiebung in der datverteilung zu gunsten der Sozialdemokratie bringt in das gesamte Bild nur eine Verschärfung der Konturen, verandert aber die Physiognomie des Parlaments fast gariht. Es zeigt sich lediglich, daß die auf der Oppositionsseite stehende Wählerschaft stets der Partei folgt, die am tr. 127-5254 fortem kritisiert. Sie hält es, um mit einem Ausspruch des alten Frißen zu reden, im allgemeinen mit den besten Finten. ng. cker der eva ken in der chtet werden el). 4684 qm 3241 qm( 2202 qm( Do, wie wir oben darlegten, die Parteien feinen eigent= Tiden Mittelpunkt für ihre Agitation hatten, so mußten sie viljach die Parteitraditionen auffrischen, um ihre Anhängeonidas bei der Fahne zu halten. Aus diesem Grunde sind die Gegensätze zwischen Liberalen und Zentrum einerseits uud zwischen Liberalen und Konservativen andererseits wiedau neu belebt worden. Dafür aber haben Konservative und enberger- Chauffe Sentrum sich einander genähert, so daß man als die Sig( seither. Bächter nur ides zu Ende gehenden Jahres die Erstarkung der Kirchen und Schulpolitik altpreußischen Stiles bezeichnen 5165 qm feither cha Das politische Moment hat im Jahre 1903 wieder iesseits des oberh 5310= 634 q f). 3 qm( feitherig Dah lelbergewicht über die rein wirtschaftliche Politik erlangt, mohrend die vorhergegangene Periode sehr stark unter dem Minilu der wirtschaftlichen Interessengegensäße stand. Sm allgemeinen war das wirtschaftliche Leben des Jahres 1903 besser als in dem vorgehenden Jahre, das stark von den er Schönen Ausmenbrüchen großer Unternehmungen und von der amerikanischen Gefahr beherrscht war. Die inneren Krisen, sob drwer sie vielleicht auch den einzelnen betroffen haben gent, haben entschieden in das Erwerbsleben gesundere Verlife gebracht und der Hochdruck der amerikanischen Konfirenz hat sich ebenfalls vermindert, nachdem dort die großen 1537 qm( jeb aße( neben 11, 9tr. 23 Herr Bernhard Flur XXI, Nr. unternehmungen durch Ueberspannung des Bogens notschaftlichen Schwierigkeiten hat vorzugsweise die deutsche dustrie gelittten, die durch forcierte Produktionen selbst nivenig zu der Entwicklung des Jahres 1902 beigetragen Der deutsche Handel aber war von den Stürmen jenes odres so wenig berührt worden, daß er zeitweilig den fremNain- Weserbal Geldmärkten, namentlich dem englischen, eine Stüze gedem ist. Herr Nih, bez n( feith. Päd In schlechten Jahren sind es immer die Armen und anten, die unter der Ungunst der Zeiten am meisten leiXXVII, Nr. 6 Schlechte Konjunkturen und wirtschaftliche Krisen brinahn und Butter des Hungers. Erfreulicherweise hat sich aber ggan Arbeitslosigkeit und die Arbeitslosigkeit selbst ist wieder Simon). 459 gm( fei chlößden). ( feither. Pater am Dienstag . 9 Uhr an Reihenfolge, wi Versammlung g. Bon Mr. 11 verweg) foll die 86, bon 2 Uhr m Wiefederweg orhand Lage i im Jahre 1903 die Tätigkeit in unserem Industrieleben i doar thig gehoben, daß wir mit den besten Hoffnungen für die Yhrilere Entwicklung in das Jahr 1904 eintreten können. Die Wiederaufrollung der ,, Affaire". A Paris, 28. Dezember. In die Friedensklänge der Weihnachtsglocken mischte esisch dieses Jahr in der französischen Presse wie Gemetter von Kriegsdrommeten. Die Streitart zwischen en Gegnern und den Verteidigern des Kapitän Dreyfus i wieder ausgegraben und der Kampf auf der ganzen Amiee hell entbrannt. Die Affaire" wird allem Anschein ach in ihrem ganzen Umfang wieder aufgerollt werden: Die: Revisionsfommiſſion des Juſtizministeriums hat sich einstimmig zu Gunsten der Revision des Prozesses ausgeprochen. Diesem Beschlusse ging eine gründliche Beratung and minutiöse Prüfung des Elaborats des Kommissionsberidterstatters Mercier, welches das Revisionsgesuch Dreyfus' begründet, voraus. Zur Beratung war auch der DrBonn aanzoffizier des Kriegsministeriums, Kapitän Large, Thorge, eladen, welcher bekanntlich gemeinsam mit dem Minister die neue Untersuchung der Dreyfus- Affaire gepflogen hat. An der Hand des mitgebrachten umfangreichen Aftenfasgifele erläuterte er den Kommissionsmitgliedern die Tatfoderen, auf denen die neue Revisionsaktion basiert. Wie bestimmt verlautet, soll dieselbe sich hauptsächlich auf die Feststellung gründen, daß ein Schriftstück, das aus der Zeit nach Dreyfus' Verhaftung datiert, betrügerischerweise mit einem Datum vor diesem Zeitraum versehen worden sei, sowie auf die fernere Feststellung, daß auf einem anderen Schriftstücke der Anfe buchstabe" P" durch den Buchstaben" D" ersetzt wo sei. Es soll dies das bekannte Schriftstück mit den Worten„ Cette canaille de D" sein. Die Kommission nahm an, daß das Kriegsgericht in Rennes sich wohl in dem fälschlichen Glauben befinden konnte, daß diese beiden Schriftstücke sich auf Dreyfus bezogen hätten. Zu Nuß und Frommen unserer deutschen Leser, denen die Affaire" wohl nicht mehr so haarklein im Gedächtnis haften wird, wie den Pariser Zeitungstigern, sei hier ein kurzer rückschauender Ueberblick über den Fall Dreyfus gegeben. Am 22. Dezember 1894 wurde Dreyfus von dem Kriegsgerichte unter Vorsitz des Obersten Maurel wegen Verrotes militärischer Geheimnisse in Frankreich zu lebenslanger Deportation verurteilt und auf die Teufelsinsel gebracht. Die Anlage, welche von Major d'Ormecheville vertreten wurde, hatte sich auf ein aus dem Papierkorbe des deutschen Militärattachees Oberst Schwarzfoppen entwendetes und angeblich von dem Angeklagten geschriebenes ,, Bordereau" gestützt. Die Familie des Verurteilten behauptete, daß der wirkliche Verfasser der Major Walsin- Esterhazy gewesen sei. Dieser wurde vor ein Kriegsgericht gestellt, aber freigesprochen. Emile Zola klagte darauf die beiden Obersten des Generalstabes Henry und Paty du Clam schwerer Fälschungen in dieser Angelegenheit an. Die Prozesse gegen Zola führten dazu, daß Oberst Henry mehrere Fälschungen zugestand und Selbstmord beging. Schließlich wurde vom Kasjationshof die Revision der Dreyfusaffaire angeordnet, doch sprach das neue Kriegsgericht in Rennes am 10. September 1899 den Kapitän abermals schuldig. Auf sein Ansuchen wurde er dann begnadigt, ohne jedoch seinen Anspruch auf völlige Rehabilitierung aufzugeben. Am 26. November d. J. überreichte er sein Revisionsgesuch, das einer Kommission überwiesen wurde, die es jetzt als begründet anerkannt hat. Das Was wird nun geschehen? Das ist die große Frage, über die in allen Pariser Cafés und in den Spalten der Zeitungen aufs heftigste debattiert wird. Einer der hartnäckigsten Gegner des Hauptmanns, Rochefort, nennt den Kriegsminister André, der die Revisionsbewegung eingeleitet hat, einen deutschen Agenten. Sollte es ihm aber gelingen, in der Armee drei„ Kains" zu finden, die schamlos genug zu einem Freispruch wären, so würden diese von den anderen Offizieren ausgerottet werden. Anderenfalls müßte man die Fahnen der ganzen Armee als schmachbedeckt verbrennen. Aus diesen drohenden Schmähungen geht mit Deutlichkeit hervor, daß Rochefort selbst von dem bevorstehenden Freispruch des Kapitäns Dreyfus überzeugt ist, wie die ganze öffentliche Meinung. Man nimmt mit Bestimmtheit an, daß Dreyfus nach Kassierung des alten Urteils- vielleicht im März nächsten Jahres vor ein neues Kriegsgericht gestellt werden wird, das, da die belastenden Dokumente ausscheiden, die Schuldfrage verneinen muß. ist aber nur der Anfang. Mehr Kopfzerbrechen als der Freispruch machen den Anti- Dreyfusards die daraus resultierenden Konsequenzen. Wird man Dreyfus reftifizieren müssen, wenn seine Unschuld anerkannt wird? Das ist die Hauptfrage, die sie beunruhigt. Der allgemeinen Ansicht nach wird sich diese Forderung des einfachen Rechtes nicht umgehen lassen. Doch ist anzunehmen, daß es sich dabei nur um eine Formsache handeln wird. Dreyfus selbst wird mohl einsehen, daß sein Verweilen im Heere nur zu schweren Unzuträglichkeiten führen könnte, und deshalb sofort seinen Abschied nehmen. Weiter sträuben sich die nationalistischen Blätter schon im voraus gegen eine etwaige Rangerhöhung, die etwa Dreyfus zuteil werden sollte. Dreyfus freundlich gesinnte Kreise dagegen fordern nicht nur eine solche, sondern für seine Leidenszeit ein Pflaster in Form einer Ertrabeförderung. Das objektive Rechtsgefühl sagt sich, daß Dreyfus, wenn er für nichtschuldig erklärt wird, den Rang berliehen erhalten muß, den er bei normalen Verhältnissen in der Zwischenzeit erreicht haben würde. Bis die„ Affaire" aber endgiltig erledigt sein wird, werden, wie gesagt, noch Monate vergehen und viel Tinte und noch mehr Haß in den Blättern um sie versprigt werden. Huf des Meffers Schneide. In Ostasien steht die Lage nach wie vor auf dem alten Fleck: Rußland versichert, es wolle den Frieden, Japan tut das gleiche, und beide rüsten eifrig zum Kriege. Die japanische Regierung hat der Presse bereits alle Mitteilungen über Truppenbewegungen untersagt; Tatsache ist, daß mehrere Abteilungen japanischer Truppen und ein Kommando von 600 Eisenbahn- und Telegrapheningenieuren nach Korea abgegangen sind. Dorthin ist auch eine japanische Flotte entsandt worden. Angeblich ist diese Maßregel durch einen Aufstand der Koreaner gegen die eingewanderten Japaner veranlaßt worden. An einzelnen Nachrichten sind heute die folgenden zu verzeichnen: Rußland hat bei einer amerikanischen Gesellschaft dringend eine Million Pfund Pökelfleisch bestellt, die am 26. Januar in San Franzisko geliefert werden soll, wo sie von zwei russischen Schiffen übernommen werden. Zweideutig ist, wie stets, die Haltung Chinas. Nach einer Meldung aus Peking sind die Vizekönige von ganz China angewiesen worden, Ausweise über die Zahl der zum Dienst verfügbaren, von fremden Offizieren ausgebildeten Truppen einzusenden. Der Thron genehmigte die vom russenfeindlichen Vizekönige Quanschikai vorgeschlagene Or ganisation der chinesischen Armee in zwanzig Heeresabteilungen, eine für jede der 18 Provinzen Chinas und je eine besondere für die Mongolei und die Mandschurei. Entgegen gewissen Gerüchten ist allerdings bis jetzt noch feine Mobilisierung chinesischer Truppen erfolgt, indessen dürfte sie kaum lange auf sich, warten lassen, sobald es zu Feindseligkeiten zwischen Japan und Rußland kommt. Rußland wäre übrigens mit einer feindseligen Haltung Chinas durchaus einverstanden; im Notfalle würde es die Chinesen dazu sogar reizen. Wenn nämlich zwei Mächte gegen Rußland vorgehen, ist Frankreich verpflichtet, den Russen Beistand zu leisten. Das aber würde zur Folge haben, daß England nach seinem Bündnisvertrage mit Japan den Japanern beistehen müßte. Dann fämen also auch Frankreich und England aneinander; Frankreich würde die englische Flotte in Europa beschäftigen, und Japan könnte nur geringfügige Hilfe von England erhalten, während ihm Chinas Hilfe so gut wie gar nichts nüßen könnte. Aus diesen Erwägungen heraus scheint Rußland es darauf anzulegen, die Chinesen zu Feindseligkeiten zu reizen, und das Wort wird verständlich, das der russische Botschafter in Pefing, Lessar, gesagt haben soll:„ Wir müssen die chinesische Raße reizen, bis sie Miene macht, zu beißen." Man wird sich bei dem Konflikt in Ostasien immer eines vor Augen halten müssen: Rußland hat nichts zu verlieren und alles zu gewinnen, Japan alles zu verlieren und nichts zu gewinnen. Danach dürfte wohl auch die deutsche Politik ihre Stellungnahme zwischen den beiden Mächten im Falle eines Krieges einrichten. Die Politik. Einer der bedeutendsten deutschen Volkswirte hat das Zeitliche gesegnet: Albert Schäffle in Stuttgart, der Nestor der deutschen Nationalökonomie. Schäffle, ein geborener Schwabe, schlug bereits mit neunzehn Jahren er war 1831 in Nürtingen geboren- die journalistische Laufbahn ein. Bis über die Gründung des neuen deutschen Reiches hinaus blicb er einer der hartnäckigsten Verfechter eines Großdeutschland unter österreichischer Führung. So war es verständ= lich, daß er 1871 einem Ruse Desterreichs folgte und österreichischer Handelsminister wurde. Indessen sah er bald ein, day Desterr.ich die Mission, die er ihm bis dahin zugedacht hatte, nicht erfüllen konnte, und so kam er denn, von tschechischen Einflüssen aus seinem Amte gedrängt, nach Deutschland zurück, um als Professor der Tübinger Universität sich ganz der nationalökonomischen Wissenschaft zu widmen. Schäffle war das geistige Haupt der sogenannten Kathedersozialisten. Der demnächst beginnenden Session des preußischen Landtages wird auch der von der Generalsynode bereits angenommene Gesezentwurf betr die Erhebung von Kirchen-. steuern in den Kirchengemeinden und Parochialverbänden der cangelischen Landeskirche unterbreitet werden. In diesem Ecsetzentwurf wird den Kirchengemeinden und-Verbänden die Ermächtigung eingeräumt, als Maßstab der Umlegung der Stiragensteuern neben der Staatseinkommensteuer auch die Realsteuern( Grund-, Gebäude- und Gemeindeſtener) heranzuziehen. Gegen die Gewährung dieser Ermächtigung sind bei den Staatsministerium aus den Kreisen der Hausbesitzer Einsprüche erhoben worden. Das Staatsministerium wird sich demnächst mit diesen Einsprüchen befassen, sie werden, wie unser Berliner CB- Mitarbeiter aus guter Quelle hört, bei der endgültigen Aufstellung des Entwurfs nicht unberücksichtigt bleiben. Nach wie vor sind die Aussichten auf eine Beilegung des Crimmitschauer Weberstreits feineswegs sonderlich groß. var schien die Basis für eine Einigung bereits so gut wie gefunden: Unter der Einwirkung des bekannten Sozialpolttifers Professor Tr. Boehmert wollten die Fabrikanten statt des bisherigen 11stündigen und des von den Arbeitern verlangten 10ständigen Arbeitstages einen 10½stündigen Arbeitstag bewilligen und diesen nach einem Jahre um eine weitere Viertelstunde verfürzen. Sie verpflichteten sich ferner, vor Ablauf von drei Jahren mit den Arbeitern in Verhandlungen über die Einführung des Zehnstundentages einzutreten. Zudessen scheiterte die beiderseitige Annahme dieser Bedingungen daran, daß die Arbeitgeber sich außerstande erflärten, angesichts der Geschäftslage sämtliche ſtrefenden Arbeiter sofort wieder einzustellen. Auch hat das Ergebnis der Weihnachtsbescherung, die den Streifenden von ihren Berufsgenossen im Reiche zuteil geworden ist, und die Sicherung der Geldunterstützung bis Mitte Februar bei den Ausständigen die Neigung verstärft, im Streif auszuharren. Aus Hamburg war für die Streifenden ein voller Möbelwagen, aus Chemnitz 59 Kolli, aus Leipzig 7500 Ta Expedition aaaaa Christstolen getommen. So erhieiten etwa 6000 Familien mit rund 10 bis 12 000 Personen Weihnachtsgaben. In der Bürgerschaft herrscht dagegen trübe Stimmung; ein großer Teil der Wohnungen steht leer. Etwa 1000 Arbeiter und Arbeiterinnen haben Crimmitschau verlassen. Der Betrieb, den die Fabriken aufrecht erhalten, ist mir scheinbar; die Zahl der Arbeitenden ist minimal. Die Crimmitschauer Industrie steht vor dem Verlust ihrer gesamten Kundschaft, wenn nicht bald der Betrieb wieder aufgenommen wird. Italien. Einer der bekanntesten Staatsmänner Italiens, Ginseppe Zanardelli, ist in den Weihnachtssfeiertagen in seinem Landhause in Madeino am Gardasee gestorben. Zanardelli seines Zeichens Rechtsanwalt, war seit 1860 Kammerdeputierter. 1876 übernahm er zum ersten Male ein Ministerportefeuille. Im Ministerium Depretis war er 1876 Minister der öffentlichen Arbeiten. 1878 war er Minister des Innern, dann dreimal 1881-83, 1887-1894, 1897-98 Justizminister, inzwischen ebenfalls dreimal Präsident der Deputiertenkammer und schließlich vom Februar 1901 bis zum Oktober 1903 Ministerpräsident. Seine Bedeutung für Italien liegt vornehmlich auf dem Gebiet der Rechtspflege, er selbst ist der eigentliche Urheber des neuen italienischen Strafgesetzbuchs, das nach ihm den Namen„, codice Zanardelli" führt. Seiner Parteirichtung nach war Zanardelli Demokrat. Die Absage des Zarenbesuches im Herbst dieses Jahres führte den Sturz des einzigen Kabinetts, dem er in seiner politischen Laufbahn präsidierte, herbei. Zanardelli, der ein Alter von 77 Jahren erreicht hat, war ein überzeugter Anhänger des Dreibundes und ebenso wie sein Lehrer Crispi ein treuer Freund Deutschlands. Seine Beisetzung soll auf Staatskosten erfolgen. Balkan- Staaten. † Fürst Ferdinand von Bulgarien hat ein Schreiben an den Zaren gerichtet, dieser möge ihn im Februar empfangen, da er sonst der Bewegung in Mazedonien nicht Herr werden könne. In der bulgarischen Sobranje verlangte der Kriegsminister, daß das Kriegsbudget wegen Ma zedonien! ohne Besprechung angenommen wurde. Die Opposition obstruierte, es fam zu großen Lärmszenen sowie zu Tätlichkeiten gegen den Abgeordneten Christow. Die Opposition verließ hierauf den Saal. Schließlich wurde das Krieasbudaet angenommen. Spanien. Französische Blätter wissen zu berichten, Spanien wolle den Hafen von Casablanca oder den von Rabat, beide an der afrikanischen Westküste, an Deutschland verpachten, sobald der im November 1902 abgelaufene französisch- spanische Vertrag wegen Marokkos in Geltung trete. Die Nachricht ist, wie unser Berliner CB. Mitarbeiter an unterrichteter Stelle erfährt, durchweg erfunden. Alien. Mit einer wohlverständlichen Unermüdlichkeit suchen die Briten den Russen in Persien das Wasser abzugraben. In Tuerbet- Haidari( Persien) steht in nächster Zeit die Gröffnung eines englischen Konsulats bevor. Da nun in Tuerbet feine britischen Untertanen leben, wird das Konsulat zweifellos nicht zur Verfolgung kommerzieller Ziele, sondern zur Ueberwachung der Schritte Rußlands gegründet werden. Auch gedenkt England, um erfolgreicher gegen den Einfluß Rußlands anzufämpfen, in Tuerbet eine ambulatorische Krankenuntersuchung einzurichten. Diese soll ein Gegengewicht gegen die russische ärztliche Beobachtungsstelle bilden, die bereits große Popularität bei den Eingeborenen genießt. Mit solchen kleinen Nadelstichen wird nun freilich England dem russischen Bären auf die Dauer nichts anhaben fönnen. 365961 I น h npma Afrika. Amerika. Gine in ihrer lafonischen Kürze doppelt beunruhigende Nachricht kommt aus Cap Haitien: Die Lage auf Santo Domingo ist, so lautet die Nachricht, ernst. Die Konsuln verlangen die Entsendung von Kriegsschiffen. Bekanntlich sind auch eine große Anzahl deutscher Kaufleute in Santo Domingo ansässig. Endlich einmal können die Engländer von einem Siege im Somaliland berichten. Der britische General Hegerton hat dem Londoner Kriegsamt folgende Depesche aus Kerrit gesandt:„ Fünfhundertundfünfzig englische und indische Soldaten und zweihundert Mann EingeborenenKavallerie überrumpelten auf einem Rekognoszierungszuge bei Vidbaillit, 38 Meilen westlich von Badwein, zweitausend Derwische. Das Treffen dauerte drei Stunden. Die Derwische verloren dabei nach den Aussagen der Gefangenen 80 Tote und 100 Verwundete. Auf englischer Seite wurden nur zwei Mann verwundet, einer wird vermißt; außerdem hatte die Eingeborenenreiterei zwei Tote und zwei Verwundete. Eine andere feindliche Abteilung wurde nahe bei Badwein überrascht, in die Flucht geschlagen und verfolgt." Nun fragt sich's nur, was von diesem Siegesbulletin Wahrheit ist.. Bekanntmachung. Betr.: Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben: * Die neue Republik Panama spielt den Großmütigen. Die Regierung in Panama erklärt, sie sei bereit, einen seiner Bevölkerungszahl entsprechenden Teil der kolumbischen äußeren Schuld zu übernehmen, sobald Kolumbien die Republik Panama anerkenne. Die folumbische äußere Schuld beläuft sich auf ungefähr 15 Millionen Dollars; Panama hat ein Fünfzehntel der Bevölkerung von Kolumbien. Es will also eine Million Dollars gutwillig hergeben. Uebrigens ist es mit dieser Großmut nicht weit her: Mehrere Großmächte haben bekanntlich erklärt, sie würden der neuen Republik die Anerkennung so lange verweigern, bis sie ihren Anteil an der folumbischen Schuld übernommen habe. Das dürfte wohl der Hauptgrund sein, weshalb Panama sich zur Zahlung bequemen will. Hof und Gefeli ft. ** Der Kaiser erfreut sich weiter recht guter Gesundheit. Die Feiertage verlebte er im engsten Familienfreiſe. Gestern nahm er die Geschäfte in vollem Umfange wieder auf und hielt mehrere Audienzen ab. *** Die Trauerfeier für die verstorbene Für stin zu Hohenlohe- Langenburg fand in Straßburg unter allgemeiner Anteilnahme der Bevölkerung statt. Außer den Familienangehörigen wohnten der Einsegnung der Leiche im Statthalterpalais der kommandierende General des 18. Armeekorps v. Lindequist als Vertreter des Kaisers, Herzog Albrecht von Württemberg als Vertreter des Königs von Württemberg, ferner der Großherzog und die Großherzogin von Baden, Prinz May von Baden, die Prinzen Friedrich und Ernst von Sachsen Meiningen, in Vertretung des Königs von England der englische Militärattachee Graf Gleichen und Mitglieder der verschiedenen Linien der Familie Hohenlohe sowie die Spitzen der Militärund Zivilbehörden bei. Das nachstehend abgedruckte Reichsgeseß, welches mit dem 1. Januar 1904 in Kraft tritt, bringen wir zur öffentlichen Renntnis. Gießen, den 21. Dezember 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Wagner. Gesetz, betreffend Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben. Vom 30. März 1903. Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen 2c. verordnen im Namen des Reichs, nach erfolgter Zustimmung des Bundesrats und des Reichstags, was folgt: I. Einleitende Bestimmungen. § 1. Deer und flotte. Uniformabänderungen. Das Armeeverordnungsblatt bringt folgenden faiserlichen Erlaß: Aenderungen am Offizierspaletot, Achselstücke für Generale und Stabsoffziere. Auf den mir gehaltenen Vortrag bestimme ich: 1. die Paletots der Offiziere, Sanitätsoffiziere und obern Beamten der Militärverwaltung sind fünftig mit einer oben eingenähten Längsfalte im Rückenstück zu fertigen. Paletots bisherigen Schnitts dürfen aufgetragen werden; 2. die Offiziere, Sanitätsoffiziere und obern Beamten der Militärverwaltung tragen die für sie vorgeschriebenen Achselstücke auch zum Baletot, der dementsprechend mit Schulterknöpfen und Tuchknöpfen zu versehen ist; 3. für die Achselstücke der Generale und Stabsoffiziere sind bei Neubeschaffungen die von mir heute genehmigten Proben aus flacher Schnur maßgebend. Diese Proben gelten sinngemäß auch für die Achselstücke der in entsprechendem Range stehnden Sanitätsoffiziere und obern Beamten der Militärverwaltung; 4. die Paletots der Generale und der in gleichem Range stehenden Sanitätsoffiziere erhalten Vorstöße von ponceaurotem Tuch vorn herunter an den Aermelauf schlägen, den Taschenklappen ringsherum, den hintern Taschenleisten und am Taillengurt. Generale als Chefs u. s. w. eines Truppenteils tragen ponceaurote Vorstöße am Baletot auch zur Regimentsuniform. Militärintendanten mit dem Range der Räte 1. Klasse tragen die Vorstöße von farmoisinrotem Tuch. Das Kriegsministerium hat hiernach das Weitere zu veranlassen. Hannover, 20. Dezember 1903. Wilhelm. Auf die Beschäftigung von Kindern in Betrieben, welche als gewerbliche im Sinne der Gewerbeordnung anzusehen sind, finden neben den bestehenden reichsrechtlichen Borschriften die folgenden Bestimmungen Anwendung, und zwar auf die Beschäftigung fremder Kinder die§§ 4 bis 11, auf die Beschäftigung eigener Rinder die§§ 12 bis 17. § 2. Kinder im Sinne dieses Gesetzes. Als Kinder im Sinne dieses Gesetzes gelten Knaben und Mädchen unter dreizehn Jahren sowie solche Knaben und Mädchen über dreizehn Jahre, welche noch zum Besuche der Volksschule verpflicht t sind. § 3. Eigene, fremde Kinder. Im Sinne dieses Gefeßes gelten als eigene Kinder: Nab und Fern. Asowschen Weer folgendes berichtet: In der Nähe der rui fischen Stadt Berdiansf im Gouvernement Laurien ware mehr als hundert Fischer auf dem Eise beschäftigt. Plön lich löste sich die Eisscholle, auf der die Männer stander vom Ufer los und trieb mit den Fischern auf das Mee hinaus. Das Schicksal der Unglücklichen ist noch nicht b Zum Ehezwift des Prinzenpaares Schönburg- Waldenburg wird jetzt mitgeteilt, daß Dr. Gibes, der Rechtsanwalt des Prinzen, in Rom bereits die nötigen Schritte getan hat, um die firchliche Scheidung der bürgerlich bereits getrennten Ehe herbeizuführen. Sollte kirchlicherseits die Scheidung nicht ausgesprochen werden, so wird die Ehe wegen eines Formfehlers bei ihrer Schließung( der Prinz war damals des Italienischen nicht mächtig) angefochten werden. Katastrophe auf dem Asowschen Meer. Ueber eine ebenso eigenartige wie furchtbare Katastrophe wird vom 1. Kinder, die mit demjenigen, welcher sie beschäftigt, oder mit dessen Ehegatten bis zum dritten Grade verwandt sind, 2. Kinder, die von demjenigen, welcher sie beschäftigt, oder dessen Ehegatten an Kindesstatt angenommen oder bevormundet sind, fannt. Eisenbahnzusammenstoß. Die Reihe der schwere amerikanischen Eisenbahnunfälle ist schon wieder um ein neues Glied bereichert worden. In der Nähe von Gai Paris stießen, wie aus Grand Razids( Michigan) gemelde wird, zwei Personenzüge zusammen. Zwei Lokomotiven un mehrere Wagen wurden zertrümmert, 18 Personen sind tot 31 verletzt. Nach Aussagen der Bahnbeamten wurde den Unglücksfall dadurch verursacht, daß der heftige Wind di Signallampen auslöschte. 3. Kinder, die demjenigen, welcher sie zugleich mit Kindern der unter 1 oder 2 bezeichneten Art beschäftigt, zur gesetzlichen 8wangserziehung( Fürforgererziehung überwiesen sind, sofern die Kinder zu dem Hausstande desjenigen gehören, welcher sie beschäftigt. Kinder, welche hiernach nicht als eigene Kinder anzusehen sind, gelten als fremde Kinder. A Aufruhr in einem italienischen Zuchthaus. In Castel franco in der italienischen Provinz Emilio kam es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Zuchthäuslern und Gendarmerie. Ein großer Teil der Insassen des dortigen Zuchthauses hatte sich zusammengerottet, das Dach des Gefäng nisses durchbrochen und versuchten von dort mit Strid. leitern zu entweichen. Einer kleinen Anzahl von ihnen gelang dies auch. Die übrigen wurden von den herzueilenden Gendarmen daran gehindert. Es kam zu einem Zu sammenstoß, bei dem mehrere Zuchthäusler schwer verwun det wurden. Die Vorschriften über die Beschäftigung eigener Kinder gelten auch für die Beschäftigung von Kindern, welche in der Wohnung oder Werkstätte einer Person, zu der sie in einem der im Abs. 1 bezeichneten Verhältnisse stehen und zu deren Hausstand sie gehören, für Dritte beschäftigt werden. II. Beschäftigung fremder Kinder. § 4. Verbotene Beschäftigungsarten. Von einem Wahnsinnigen überfallen wurden in einem Dresdener Hotel zwei Gräfinnen G. aus Görlig. Der neben ihnen wohnende 22jährige stud. phil. Hans Gähde aus Riel zertrümmerte in einem Wahnsinnsanfall die Verbin dungstür und suchte die ältere der beiden Schwestern, eine 63jährige, gebrechliche Dame, zu erschlagen. Auf die Hilfe rufe eilte der Wirt und andere Personen herbei, die den Wahnsinnigen bändigten und fesselten. Dem Wirt wurde dabei der eine Daumen abgebissen, den der wütende Kranke verschluckte. Die Gräfin ist schwer verlegt. A[ Sonderbare Hochzeitsreise.] Aus Athen kommt die Nachricht, daß Menelik, der Kaiser von Abyssinien, sich trok seiner 59 Jahre noch einmal fürchterlich verliebt hat. Die Auserwählte seines Herzens ist die Frau eines griechischen Arztes, Helene C..., eine Dame von geradezu überirdischer Schönheit. Sie machte mit ihrem Gatten eine- Hochzeitsreise nach Abyssinien und soll dort die Geliebte des Kaisers geworden sein. Meneliks rechtmäßige Gattin, die viel genannte Taitu, hat sich die Eheirrung ihres kaiserlichen Ge mahls so zu Herzen genommen, daß sie nach Jerusalem pilgern und dort ins Kloster gehen will. Was sagt denn der griechische Arzt zu diesem sonderbaren Ergebnis seiner Hoch zeitsreise? Bei Bauten aller Art, im Betriebe derjenigen Ziegeleien und über Tage betriebene Brüche und Gruben, auf welche die Bestimmungen der§§ 134 bis 139 b der Gewerbeordnung feine Anwendung finden, und der in dem anliegenden Verzeichnis aufgeführten Werkstätten, sowie beim Steinklopfen, im Schornsteinfegergewerbe, in dem mit dem Sp- ditionsgeschäft verbundenen Fuhrwerksbetriebe, beim Mischen und Wahlen von Farben, beim Arbeiten in Kellereien dürfen Kinder nicht beschäftigt werden. Der Bundesrat ist ermächtigt, weitere ungeeignete BeA Gegen die Nachäffung studentischer Bräuche an tech nischen Lehranstalten hat sich die öffentliche Meinung wiederholt gewendet. Kürzlich erst wieder bei der Nachricht, daß in Altenburg zwischen Schülern des dortigen Technikums eine Schlägermensur nach studentischer Art ausgefochten worden war. Die Affaire hat für ihre Teilnehmer jetzt ein böses disziplinarisches Nachspiel gehabt. Die beiden Baukanten wurden für immer von der Anstalt verwiesen, gegen vier weitere Techniker, die der Beihilfe beschuldigt werden, wurde auf Verweisung bis Michaelis 1904 erkannt. Die sonstigen Anwesenden auf dem Baufplate erhielten nach Feststellung ihrer Personalien die Androhung der Ausweisung. Schließlich wurden die Vereinigungen„ Ernestina" und„ Minerva", denen die Teilnehmer an der Mensur ongehörten, im Aufsichtsmege sofort aufgelöst. Man wird das strenge Vorgehen der Anstaltsleitung nur mit Freuden be grüßen können. Technische Lehranstalten sind keine Hochschulen und ihre Besucher keine Studenten, denen von jeher ein größeres Maß von Freiheit erlaubt war. In erster Reihe haben unter der harten Strafe allerdings die Eltem zu leiden. Explosionskatastrophe. Wie aus Neapel gemeldet wird, wurde in dem benachbarten Resina ein Gehöft, in welchen mehrere Landleute mit der Herstellung von Feuerwerktörpern beschäftigt waren, durch eine Explosion zerstört. Act Personen wurden getötet, fünf wurden schwer verletzt unte den Trümmern hervorgezogen. Bunte Chronik. Bei einem Zusammenstoß mit zw Wilderern wurde der Förster Haas aus Kleinblittersdor schwer verwundet. - In dem französischen Dorfe Lescure( Departemen Aveyron) wurde ein Dynamitanschlag gegen das Pfarrhau verübt. Personen wurden nicht verletzt, doch bedeutende: Sachschaden angerichtet. schäftigungen zu untersagen und das Verzeichnis abzuändern. Die beschlossenen Abänderungen sind durch das ReichsGesezblatt zu veröffentlichen und dem Reichstage sofort ober, wenn derselbe nicht versammelt ist, bei seinem nächsten Zusammentritte zur Kenntnisnahme vorzulegen. § 5. Beschäftigung im Betriebe von Werkstätten, im Handelsgemerbe und in Verkehrsgewerben. Im Betriebe von Werkstätten(§ 18), in denen die Beschäftigung von Kindern nicht nach§ 4 verboten ist, im Handelsgewerbe(§ 105 b Abs. 2, 3 der Gewerbeordnung) und in Verkehrsgewerben(§ 105 i Abs. 1 a. a. D.). dürfer Kinder unter zwölf Jahren nicht beschäftigt werden. Die Beschäftigung von Kindern über zwölf Jahren darf nicht in der Zeit zwischen acht Uhr abends und acht Uhr morgens und nicht vor dem Vormittagsunterrichte stattfinden. Sie darf nicht länger als drei Stunden und während der von der zuständigen Behörde bestimmten Schulferien nicht länger als vier Stunden täglich dauern. Um Mittag ist den Kindern eine mindestens zweistündige Pause zu gewähren. Am Nachmittage darf die Beschäftigung erst eine Stunde nach beendetem Unterricht beginnen. § 6. Beschäftigung bei öffentlichen theatralischen Vorstellur gen und anderen öffentlichen Schaustellungen. Bei den öffentlichen theatralischen Vorstellungen und anderen öffentlichen Schaufstellungen dürfen Kinder nicht be schäftigt werden. Bei solchen Vorstellungen und Schaustellungen, be denen ein höheres Interesse der Kunst oder Wissenschaft obwaltet, kann die untere Verwaltungsbehörde nach Ar hörung der Schulaufsichtsbehörde Musnahmen zulassen. ( Fortsetzung folgt.) * * die mo 312 Uhr Bildern, holung * * fand au fich fast beteiligt Ansprac * * Mit probewe Spiri getan, für gef Anlagen aber wu einmal ausgefpr Laterner eine an richtiger Laften oder ei uns die die von unferer nicht d Stimmu handen, intereff Erri oberflä Borsch Drte u warum zeigend wir wert e Buzba hier n Kraftal private dann anstalt motorb eines zweifel Neuzeit fädel e * in 61 gemein gefund mehrfa Verein da der durch hören der d Untoft Sümm mert i * f. 33. wenig zu bet bericht Stollefti Muste * Boftam n der Babe ber t ment Eurim Hie beidianit Die Mannst a ichern auf das then it noch ni Reihe der chon wieder Der Nähe b ( Michigan) Bivei Lofomation 18 Berjonen hnbeamten w Der heftige S Buchthaus. In milio fam es häuslern und m des dortigen Das Dach des bon dort mit Anzahl von ih von den herzu fam zu eine äusler iper ber allen wurden in e us Görlig. De hil. Sans Baby innsanfall die beiden Schweiten lagen. Auf di jonen herbei, en. Dem Win en der wütende erlegt. Aus Athen tom on Abyssinien, rlich verliebt Frau eines gr n geradezu über atten eine- fot ie Geliebte de Bige Gattin, g ihres faiserlic nach Jerusalem Was sagt de Ergebnis feina icher Bräuche a ie öffentliche pieder bei der N pes dortigen Te cher Art aufg hre Teilnehmer abt. Die beide i Instalt verwieja ilfe beschuldigt is 1904 ertam fplate erhiel Indrohung der einigungen er an der Faelöft. Ma g nur mit talten find fem Denten, denen bo laubt war. e allerdings die Neapel gemeldet n Gehöft, in well ing bon Feuerwe rplosion zerstört. schwer verlegt un ammenstoß mit aus Kleinblitter Lescure( Depor gegen das legt, doch be Berzeichnis abzud durch das Reichstage fofort bei feinem na zulegen. ewerben. Stätten, im Ha $ 18), in den § 4 verboten if Der Bew rbeor 1 a. a. D. ftigt werden. Der zwölf Sabba bends und unterrichte ftatifide und während бет en Schulferien ni cn. Um Mittag Baufe zu gewähre g erft eine Stun fchen Borstellurg uftellungen. Borstellungen by fen Rinder midt b Shauftellungen, tober Wiffenid behörde nach men zulaffen. Von Weihnachten bis Neujahr bleiben nur wenige Tage übrig, um für die Erneuerung des Postabonnements zu sorgen und damit die pünktliche Zustellung unseres Blattes am 1. Januar 1904 zu sichern. Wer sein Postabonnement noch nicht erneuert hat, wird gebeten nach Empfang dieser Nummer eine an das Postamt adressierte Postkarte unfrankiert in den Brieffasten zu werfen, worauf der Briefträger fommt und den Abonnementsbetrag gegen Quittung einzieht. Kosten werden hierfür von der Post nicht berechnet. Lokales. 29. Dezember 1903. Stadtheater Gießen. Nochmals ſei auf die morgigen Vorstellungen hingewiesen. Nachmittags 3 Uhr Blapper mä ulchen", Kindermärchen in sechs Bildern, abends 8 Uhr 3 apfenstreich" als Wiederholung der Theatervereinsvorstellung. ** Im Provinzial- Siechenhaus zu Gießen farid ain Donnerstag die erste Weihnachtsfeier statt, an der sich fast alle Insassen, ca. 150 Männer und ca. 130 Frauen, beteiligten. Herr Landgerichtsrat Schäfer hielt eine Ursprache. ** Es wird uns folgendes aus Grünberg geschrieben: Mit der in der letzten Gemeinderatssigung beschlossenen probeweisen Beleuchtung der Straßen durch Spiritus glühlicht hat man insoweit einen Fehlgriff get an, als diese zwei angebrachten Spiritusbrenner sich nur für geschlossene Räume eignen, aber nicht zu öffentlichen Anlagen. Die hierzu erforderlichen besonderen Apparate aber wurden, da sich erfreulicherweise der Gemeinderat nun einmal für eine Verbesserung der öffentlichen Beleuchtung ausgesprochen bat, auf etwa 4000 Mt. für unsere sechzig Laternen zu stehen kommen, eine Summe, die denn doch für eine andere Beleuchtungsart anzulegen wäre. Unter der ridhtigen Erwägung, daß der Gemeinde teine allzu großen Lasten erwachsen, macht sich eine Bewegung für ein Gasoder ein Elektrizitätswerk geltend." Wir schließen uns diesen Ausführungen an unter der Hinzufügung, daß die vom Gemeinderat beabsichtigten Verbesserungen bezüglich umferer öffentlichen Beleuchtung wohl anerkennenswert, aber nicht durchgreifend genug sind. Ift nun einmal die Stimmung für einen Fortschritt auf diesem Gebiete vors handen, so sollte man, unter voller Wahrung der Gemeindeintereffen, einer modernen Anlage das Wort reden, der Errichtung eines Elettrizitätswertes. Bei oberflächlicher Betrachtung wird wohl mancher Leser diesem Borschlage mit Kopfschütteln begegnen, jedoch, was andere Dorte unter nicht günstigeren Verhältnissen zu Stande bringen, warum sollte die auf allen Gebieten eine enge Entwicklung zeigende Stadt Grünberg nicht dasselbe leisten? Betrachten wir Alsfeld, welches im letzten Jahre mit dem Elektrizitätswert einen Ueberschuß von 7300 Mt. erzielte, desgleichen Buzbach mit einem günstigen Abschluß. Wäre doch auch hier neben einer Reihe von gewerblichen Betrieben für Kraftabnahme auch eine große Anzahl behördlicher und privater bnahmen für Lichtanlagen zu rechnen; dazu käme dann noch als Hauptkonsument die zu erbauende Jdiotenanstalt, desgleichen unser Wasserwerk, wo dann der Benzinmotorbetrieb wegfallen würde. Also an der Rentabilität eines städtischen Elektrizitätswertes wäre sicher nicht zu zweifeln, und damit einer unabweisbaren Forderung der Meuzeit entsprochen, wie auch in absehbarer Zeit dem StadtFäckel eine neue Einnahmequelle erwachsen." ** Bazar. Der zum Besten der Alice- Schule Bießen vor Weihnachten abgehaltene Bazar hat allgemeinen Beifall und ein außerordentlich großes Interesse gefunden, so daß der Wunsch nach Wiederholung schon mehrfach hervorgetreten ist. Jedenfalls wird der AliceWerein diesem Wunsch zu gelegener Zeit gern nachkommen, doa der Mühe Lohn neben einem: Vergelts Gott! sich auch durch einen klingenden Reingewinn repräsentiert. Wie wir hören hat der Reingewinn des legten Bazars, nach Abzug wer durch die besonderen Verhältnisse entstandenen hohen Mntoften, 8500 Mt. betragen, eis immerhin ganz erkleckliches Sümmchen, daß der Mühe und Arbeit so vieler Hände mert ist. ** Eine neue Arzneitage tritt vom 1. Januar . 3. für die Apotheken des Großherzogtums in Kraft. ** Bei dem hessischen Weinhandel besteht wenig Geneigtheit sich an der Weltausstellung in St. Louis u beteiligen. Troz aller Agitation werden sich laut JahresBbericht des Verbandes Rheinhessischer Weinhändler, an der Rollektiv- Ausstellung in St. Louis im ganzen nur fünf Aussteller aus Hessen beteiligen. * Falsches Papiergeld. Bei einem schlesischen Bostamt ist ein gefälschter Reichstassenschein über 5 Mart " angehalten worden. Der Schein ist in der Breite 2½, in| der Höhe 4 Millimeter fleiner als die echten; das Papier ist dünner und glatt; die Pflanzenfasern sind aufgezeichnet, der Druck, sowie die Zeichnung des Rankenwerkes auf der Borderseite und auf der Rückseite sind nicht scharf; die Strafandrohung ist undeutlich; in derselben fehlt außerdem das erste Wort„ Wert"; ferner steht auf der Rückseite der Buchstabe" D" höher als die Nummerreihe. " × Klein- Linden, 27. Dez. Am zweiten Weihnachtsfeiertag veranstaltete der hiesige Turnverein eine im ganzen gelungene Christbaumfeier in dem sehr geräumigen Saale zur Deutschen Eiche". Nachdem die ganze Festversammlung das Weihnachtslied" Stille Nacht" gesungen hatte, erklang eine kräftige Ansprache, die besonders die nationale Seite der Turnbestrebungen hervorhob. Die Beteiligung war eine so starke, daß alle Pläge vollauf besetzt waren. Den Glanzpunkt der Unterhaltung bildeten unstreitig die von der Musterriege anfgeführten Uebungen am Barren, welchen allgemeines Lob gespendet wurde. Diese Riege hatte sich schon durch ihre Ausbildung auf verschiedenen Turnfesten Ehren- Diplome errungen. Nachdem die geschmückten Aeste des im Kerzenglanz strahlenden Christbaums versteigert waren, begann die Gabenverlosung, worauf eine recht gemütliche Unterhaltung folgte. Die in letter Woche hier vorgenommene Sammlung zur Großhezogspen de ergab die Summe von 26 Mart. * Klein- Linden. Eine recht erfreuliche Weihnachtsbescherung erhielt vor einigen Tagen der Vorstand der Kleinfinder- Bewahranstalt dahier. Ein unserer Anstalt geneigter Herr in Gießen spendete uns 300 Mart, und der Direktor einer größeren Genossenschaft 100 Mt. mit dem Anfügen, daß fünftighin jedes Jahr 50 Mt. gespendet werden sollen. Es sind diese Zuwendungen um so angenehmer, als im abgelaufenen Jahre durch Störungen in der Unterhaltung dieselbe in finanzieller Beziehung etwas beeinträchtigt wurde. Lüzellinden, 26. Dez. Auch an dem diesmaligen Weihnachtsfeste hat wiederum wie seit einer Reihe von Jahren Herr Fernie, der frühere Besizer des Gießener Braunsteinbergwerks, durch seinen Generalbevollmächtigten Herrn Direktor Pascoe in Gießen uns reiche Liebesgaben zugewandt. Es erhielten zum Beschent unsere Kleinkinderschule 100 Mt. und eine bedürftige Bergmannswitwe in Hörnsheim 40 Mt. K + Weylar, 28. Dez. Am Donnerstag abend nahm sich ein hiesiger Fabrikschlosser, Wittwer und Vater von 4 kleinen Kindern, das Leben. Schwermut dürfte das Motiv zur Tat gewesen sein. Schliß, 23. Dez. Dem Gräfl. Görzschen Revierförster Bongard zu Rimbach wurde anläßlich feines vierzigjährigen Dienstjubiläums durch den Großherzog das silberne Kreuz Philipps des Großmütigen verliehen und von Herrn Kreisrat Wallau feierlichst überreicht. * Lauter, 28. Dez. In dem Verfahren zur Anlegung des Grundbuchs und Berggrundbuchs für unsere Gemarkung beginnt die Anmeldefrist am 10. Januar 1904; die Frist endigt am 9. April 1904. Die Vorschriften darüber, was seitens der Beteiligten während der Anmeldungsfrist zu geschehen hat ist auf der Amtsstube zu erfahren. > Nieder- Gemünden, 27. Dez. Zwischen hier und Elpenrod kam es in der Nacht vom 1. zum 2. Feiertag zwischen Burschen aus Elpenrod zu einem Wortwechsel der in eine Schlägerei ausartete, wobei auch das Messer ge= zogen wurde. Einer der Beteiligten erhielt mehrere Messerstiche am Kopf, die ein von Nieder- Ohmen gerufener Arzt bernähte und verband. Dorlar, 27. Dez. Für unser Dorf ist nunmehr auch Aussicht vorhanden, daß hierselbst eine Bigarrenfabrit gegründet wird. Die Firma Renn u. Cloos- Heuchelheim hat am hiesigen Orte ein Baugelände käuflich erworben, worauf im nächsten Jahre eine Zigarrenfabrik errichtet werden soll. Friedberg, 27. Dez. Die hiesige Zuckerfabrik hat dieser Tage die diesjährige Kohzuckerproduktion beendet. Es wurden 800 000 Bentner Rüben verarbeitet, der Zentner wurde mit 0,85 Mt. bis 1 Mt. bezahlt. Der Zuckergehalt war vorzüglich. Die Fabrik verarbeitet täglich bis zu 12 000 Bentner( 60 Waggons) Rüben. Griedelbach. Als ein rechter Mangel wird es in nnserer Gemeinde empfunden, daß wir am Sonntag gar teine Bostbestellung haben. Schon öfters ist es vorgekommen, daß furz angesezte Termine für Versteigerungen und Verkäufe infolge dieses Mangels zu spät zur Kenntnis der hiesigen Einwohner famen. Dabei ist die nächste Postagentur nur 20 Minuten von hier entfernt. Es ist ein dringender Bunsch der hiesigen Bürgerschaft, daß in dieser Beziehung Wandel geschaffen wird. = Bad- Nauheim, 23. Dezember. Die Frequenz vom 1. April bis 31. Ottober 1903 betrug 23 931 Kurgäste, darunter 329 Aerzte. - daher auf dem Lande ebenso hoch wie in der Stadt. Ein erwachsenes Dienstmädchen bekommt mitunter 240-250 Mt. jährlich und, wie üblich, noch einige Zugaben an Kleidungsstücken oder ein paar Schuhe. Ein Knecht erhält einen Jahreslohn von mindestens 350 Mt. und noch darüber bei völlig freier Station. Man fängt jetzt auch vielfach an, Knechte ohne Lohnföftigung in den Dienst zu nehmen und find solche mit einem Jahreslohn von 800 Mt. und darüber gedingt worden. Redakteurs- Klage. Eine Strafverhandlung vor dem Landgerichte München ergab: In einem Dorfe bei Holzkirchen wurden am Kopfe eines Burschen neun steinerne Maßtrüge und mehrere Biergläser zerschlagen, während er festgehalten wurde. Vierzehn Tage später konnte der Mann als geheilt aus dem Krankenhause entlassen werden. In einem fühlen Grunde Da geht es flapp flapp tlapp; Sie schlagen neun steinerne Maßfrüg' An einem Schädel ab. Doch ein solider Knochen Wird nicht so schnell zu Brei; Die Maßtrüg' find zerbrochea, Der Schädel ging nicht entzwei. Ich möchte zuweilen springen Vor Kopfweh bis ans Dach; Die Trambahnglocken flingen Mir noch im Traume nach! Ich möchte zuweilen reißen Mir sämtliche Haare aus, Wenn fingen ihre Weisen Die Orgeln vor meinem Haus. Doch seit ich das gelesen, Ich weiß jeßt, was ich will: Ich möcht so einen Schädel! Dann wär's auf einmal still... ( ,, Münchner Jugend") Wetterbericht. ( Wetterdienft zu Gießen: Peppler.) Verlauf der Witterung von Sonntag bis Montag. während ein flaches TIEF über Italien lagert. Ein umfangreiches HOCH bedeckt Nord- und Mitteleuropa Infolge= dessen wehen nordöstliche Winde, welche trocknes, heiteres Frostwetter hervorrufen. Die Wetterlage scheint in den nächsten Tagen teine merkliche Aenderung zu erleiden. Daher für Zeitweise heiter, windig, strenges Frostwetter. Dienstag und Mittwoch: Marktberichte. Steven, 29. Dezbr. Aus dem heutigen Wochenmartt tojzeren Butter per Pfd 0.95-1.00 M., bubnereier 2 Stüd 16-20 Bfg., Enteneier St. 8 Pf. Räje per St. 6-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg.. Erbsen per Liter 21 Bfg., Vinien ser Liter 32 Brg., Tauben per Baar F. 0.80-1.00, Hühner per Stud M 1.30-1.40, Hahnen, per Stüd 0.80-1.70, enten per Stud 1.70-2.20, Gänse p. Pfd. 60-70 Pfa, Ochsenfleisch per fb. 68-78 3fg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Bfg. Schweinefleisch per Pfo. 66-76 Bfg. Schweinefleisch gesalzen per fund 0.80 Big, Ralbfleisch per Pfd. 70-76 Bfg., Hammelfleisch per Vfd. 56-74 Bfa., Kartoffeln per 100 kilo 5.50 6.00 Mt., Zwiebeln per 3t. Met. 4.50-5.00, Aepfel per Gentner 16-20 Mt. Wilch per Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umherziehen feilgeboten werden. Frankfurt a. M., 21. Dezember. Frucht markt. Es notierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mt. 16.25-16.30, furhessischer Mt. 16.20-16.30, norddeutsch. Mr. Kansas Mt. 17.75-18.10, Roggen, hiesiger Mt. 13.25 bis 13.50, russischer Mt. 14.30-14.60. Amerifaner Mt. 14.40 bis 16.20, fränt.sche Mt. 15.80, Riedgerste Mt. 15.75 bis 16.10, ungarische Mt. 17.50-18.50. Hafer, hiesiger Mt. 12.25-13.25, furhessischer Mr. 12.25-13 25, Württemberger Mt. boyerischer Mt. 12.25-13.25, russischer wit. 12 90-14.75, Mais Mixed Mt. 11.95-12.20, La Plata Mt. 11.40-11.60, weiser Mais Mt. 12.10-12.30, ruffischer Mt. 13.25-13.50. Alles pro 100 Kilo ab hier. 14.75, Gerste, hiesige Mr. 15.30 bis 15.70, Pfälzer, Mt. 15.80 bis -.- bis Hamburger Futtermittelmarkt. Originalbericht von G.& D. Lüders, Futtermittelgroßhandlung, Reis- und Delfuchenmühle, Hamburg. In dieser Berichtswoche machten die herannahenden Festtage ihren Einfluß bereits geltend; es waren die Umsätze sehr beschränkt. In Baumwollsaatmehl wurden infolge fefterer amerikanischer Kabelmeldungen hier einige Partien aus dem Markte genommen, Tendenz: ruhig. Reisfuttermehl 24-28 Proz. Fett und Protein Mt. 4.00-4.15 pr. 50 Kilo ab Hamburg, Mt. 4.20-4.40 ab Hamburg, ohne Ge= haltsgarantie Mt. 325,-3,90 ab Hamburg Reisfleie 1.90-3.00, Weizenkleie, grobe 4.25-4.50, Roggenkleie 4.10-450, Gerftetleie 4.60-5.25, Erdnußkleie( gemahlene Erdnusschalen) 1.85-2.25, Erdnußkuchen und Erdnußmehl 52-54 Brez. 5.85-6.20,- 53 + Marburg, 27. Dez. Der Professor der Mathematik Broz. 6.00-7.15, Baumwollſaattuchen und Baumwolfaatmehl 52 Dr. Edmund Heß ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Der Generalsuperintendent Hermann Wilhelm Müller zu Aurich und der Professor für Kirchengeschichte Baul Wernle zu Basel wurden zu Ehrendoftoren der hiesigen Universität ernannt. Vom Lande, 27. Dez. Der dritte Weihnachtsfeiertag ist für viele Herrschaften in Stadt und Land geradezu zu einem kritischen Tage geworden, indem an demselben die Dienstboten aus dem alten Dienst aus- und in den neuen Dienst eintreten. Vielfach führt der Tag auch den Namen , Büntels Geburtstag" oder„ Wandertag", da alljährlich auf diesen Tag die Bündel geschnürt werden oder gewandert wird. Der Dienstbotenwechsel tritt in neuerer Zeit auch vielfach mit dem 1. Januar ein, in anderen Gegenden erfolgt er auch erst am Petritage. Es sind in den letzten Jahren nicht allein die Dienstbotenlöhne stetig geftiegen, sondern es hält überhaupt oft schwer in hiesiger Gegend Dienstboten zu bekommen, zumal alle freien Arbeitsträfte den Fabriken zueilen. Die Löhne der Dienstmädchen find bis 58 Proz. 6.25-6.40, 58-62 Proz. 6.40-6.80, Cocusnußfuchen und Mehl 8-34 Proz. Fett und Protein 5.20-6.00, Balmfernfuchen und Mehl 22-26 Proz. 5.00-5.20, Rapsfuchen und-Meht 38-44 Broz. 4.40-4.60, Leinfuchen und-Mehl 38-42 Pro3. 5.80 bis 6.50, Maisölkuchen und-Mehl 18-14 Broz. 5,50-5.75, e- trocknete Schlempe 33-45 Broz. 5.20-5.40, Geirodnete Treber 24-30 Broz. 4.90–5.20, Malzfeime Mt. 4 50-4.85 alles pro 5 Kilo ab Hamburg. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin Klein für das Lokale, den„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Achtung! Ziehung in kurzer Zeit! Achtung! Das beste Geschenk ist das grosse Loos! der Karlsruher Lotterie Lose à 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. Porto und Liste 25 Pfg. Gesamtgewinne i. W. Mk. 26000 Hauptgewinn Mk. 8000 Baar Geld mit 90% garantiert! Kleine Loszahl!. erh. bei J. Stürmer, General- Agent, Strassburg i. E. Giessen bei: Rich. Buchacker, W. Semmler, Ph. Weiler. Theater- Verein Gießen. K Krieger- Verein Giessen. Bamstag, den 2. Januar, 8 Uhr, in der großen Aula der Universität: Vortrag des Herrn Prof. Dr. Collin über Ibsen und sein Schauspiel Hedda Gabler."- Für die Abonnenten des Theater- Vereins, sowie für Alle, die eine Tageskarte Der Vorstellung gelöst haben, ist der Eintritt frei. Diejenigen, welche kein Billet vorveisen, zahlen 50 Pfg. Eintrittsgeld. Mittwoch, den 6. Januar im Stadttheater: 5. Borstellung. Gastspiel von Fil. Irene Triesch als ,, Hedda Gabler". - Es wird gebeten, durchaus pünktlich zu erscheinen. Anfang 8 Uhr. Ende gegen 11 Uhr. Billets: renumelogen und erste Sperrſigreihen Mk. 6, Sperrfiz- Mittelim Vorverkauf bet Herrn Challier und abends an der Kaſſe: eihen, Mittelbalkon und Seitenbalkon( Vorderreihe) Mt. 5.-, Sperrsih- Hinterreihen ind Seitenbalkon( Hinterreihe) Mt. 3.50.[ Für Mitglieder bei weiterem Bedarf Mt. 5 50, 4.50, 3.-] Estrade Mr. 2.Ackerverpachtung. Die nachstehend verzeichneten Aecker der evange. ischen Kirche und Pfarreien Gießen in der Genarfung Gießen sollen neu verpachtet werden auf ) Jahre, vom Herbst 1904 bis 1913: 1) Acker am Altenfeld. Flur XV, Nr. 127= 5254 qm ( seitheriger Pächter Herr Nickel). 2) Daselbst. Flur XV, Nr. 122= 4684 qm( seither. Pächter Herr Haubach). 3) Daselbst. Flur XVI, Nr. 34= 3241 qm( seither. Pächter Herr Winter). 4) Daselbst. Flur XVI, Nr. 8= 2202 qm( seither. Pächter Herr Puth). 5) Acker am Sandkauterweg( Schiffenberger- Chaussee) Flur XIII, Nr. 54= 3656 qm( feither. Pächter Herr Häuser). 6) Daselbst. Flur XIII, Nr. 156= 5165 qm( seither. Pächter Herr Schneider). 7) Acker am untersten Riegelpfad( diesseits des oberh. Bahndamms). Flur IV, Nr. 3531/10= 634 qm ( seither. Pächter Herr Langsdorf). 8) Acker rechts dem Aulnweg( bei der Schönen Ausficht) Flur V, Nr. 335= 2093 qm( seitheriger Pächter Herr Spieß). 9) Daselbst. Flur VII, Nr. 57= 1537 qm( jeither. Pächter Herr Langsdorf). 10) Acker an der Frankfurterstraße( neben der neuen Veterinäranstalt), Flur VIII, Nr. 23/10 u. 388/10= 3274 qm( seith. Pächter Herr Bernhardt). 11) Acker unter dem Wieseckerweg. Flur XXI, Nr. 26 = 4606 qm( seither. Pächter Herr Kitz, bezw. Herr Preiß). 12) Acker in der Lichtenau, rechts der Main- Weserbahn, Flur XXII, Nr. 165= 3030 qm( seith. Pächter Herr Weller). 13) Acker daselbst, links der Bahn, Flur XXVII, Nr. 64= 1121 qm( seith. Pächter Herr Simon). 14) Acker auf dem Sand( zwischen Lahn und Bahndam), Flur XXVIII Nr. 21= 459 qm( seither. Pächter Herr Nolte). 15. Acker, die Leimenfaut( unweit Feldschlößchen). Flur XXXVIII, Nr. 236= 3829 qm( jeither. Pächter Herr Schwan). Ein wahrer Schatz für alle durch jugendliche Verirrungen Erkrankte ist das berühmte Werk: Dr. Retau's Selbstbewahrung 82. Aufl. Mit 27 Abbild. Preis 8 Mark. Lese es Jeder, der an den Folgen solcher Laster leidet. Tausende verdanken demselben ihre Wiederherstellung. Zu beziehen durch das Verlags- Magazin in Leipzig, Neumarkt 21, sowie durch jede Buchhandlg. Brima Kartoffel Speise- u. Salatkartoffel zu den billigsten Tagespreisen empfiehlt Samstag den 2. Januar 1904, Abends 8 Uhr in Steins Garten Weihnachtsbescheerung, Verlosung und Tanz. Die Mitglieder des Vereins und ihre Familien sind zu dieser Feier herzlichst eingeladen. Stadt- Theater Gien. Direktion: Steingoetter. Mittwoch den 30. Dezember Nachmittags 3½ Uhr Kindervorstellung zu ermäßigten Preisen. Plappermäulcben. Goßes Kindermärchen mit Gesang und Tanz in 6 Bildern von Hermann Steingoetter. Abends 8 Uhr: Wiederholung d. 4. TheatervereinsVorstellung. Novität! Novität! Außer Abonnement Zapfenstreich. Drama in 4 Aufzügen von Franz Adam Beyerlein. Ermäßigte Theatervereins- Preise. Eureka bestes J. Hankel Waschmittel Schloßgasse Gießen. Reizend crscheinen alle, die eine zarte weiße Haut, rosigen jugendfrischen Teint u. ein Gesicht ohne Sommersprossen u. Hautunreinigkeiten haben, daher gebrauchen Sie nur: Badebeuler Lilienmilch- Seife Schutzmarke: Steckenpferd". à Etück 50 Pfg. ebt bei; Adolf Bieler, Gießen Victoria- Drogerie Marktraße 5. Union Wichse ( vormals Krauss- Clinz) ist und bleibt die beste! In Schachteln u.Dosen überall vorrätig! Fabrik: Union Augsburg. Die Verpachtung soll stattfinden am Dienstag den 29. Dezember d. Js. von Vorm. 9 Uhr an, an Ort und Steue und zwar in der Reihenfolge, wie die Aecker oben aufgezeichnet sind; also Versammlung Morgens 9 Uhr am alten Steinbacherweg. Von Nr. 11 des Verzeichnisses ab( Acker am Wieseckerweg) soll die Verpachtung am Nachmittag desselben Tags, von 2 uhr an abgehalten werden. Zusammenkunft am Wieseckerweg.. Spülmädchen Gießen, 18. Dezember 1903. Der evangelische Gesamt- Kirchenvorstand. Dr. Naumann. Unsere Poliklinik für Zabn-, Mund- und Kieferkrankheiten, mit eigenem Instrumentarium und von der Privatpraxis vollständig getrennt, steht unter Leitung eines Assistenten und ist Wochentags von 1-3 Uhr unentgeltlich geöffnet. Giessen, Schwalm, Zahn- Arzt. Bahnhofstrasse 63( an der Wieseckbrücke.) Marktplatz 18. Zimmer-, Hausfür Saison 1904 gesucht. Bad- Nauheim, Villa Charlotte. Frankfurterstraße 22. ädisches Scifachthaus Ochsenfleisch gesalzen 40 Pfg. frisches Rindfleisch 50 Heute und Morgen. Marktplatz 18. Gänzlicher Ausverkauf meines Stahlwarenlagers in Wie man Stellung als chiffsjunge auf erstklassigem Segelschiff erhält, crteilt gratis usfunft M. Glöde, Hamburg. Vorseßen 67. Das abgelegte Steuer manns- Examen bei echtigt zum einjähr. Dienſt bei der Kaiserlichen Marine bei freier Station. Gesucht. Bekanntmachung. Die Benüßung des Schweinemarktplages und ver= schiedener anderer Pläge zur Förderung des in der Lahn gewonnenen Eises soll für den laufenden Winter Donnerstag, den 31. Dezember 1903, vorm. 11 Uhr an Ort und Stelle öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 29. Dezember 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Bekanntmachung. Die am 24. November I. J. angeordnete Sperre der Braugasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, deu 27. Dezember 1903. Croßh. Polizeiamt Gießen. J. V. Roth. Bekanntmachung. Die am 19. November 1. Js. angeordnete Sperre des Gäßchens Auf der Bach" wird hiermit aufgehoben. " Bekanntmachung. Mittwoch, den 30. d. Mts., nachmittags 4 Uhr soll das Halten des Fasselebers und der Ziegenböcke auf weitere 3 Jahre in dem hiesigen Rathaussaale bergeben werden; desgleichen auch die Lieferung des Petroleu. s und Cylinder für den städtischen Bedarf in 1904. Grünberg, am 28. Dezember 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Großze Jnventar- Versteigerung. Wegen Wirtschaftsauflösung sollen Mittwoch, den 6. und Donnerstag den 7. Januar 1904 je vormittags 10 Uhr beginnend, sämtliches lebende und tote Inventar öffentlich meistbietend versteigert werden und zwar: 6 Arbeitspferde, da= runter 1 gute Zuchtstute und 1 flotter Einspänner( auch zugeritten), 20 Stück Rindvich dabei 7 Simmentaler Heerdbuchtiere und 2 von Herdbuchhaltern abstammende junge Bullen, 4 trächtige Mutterschweine, 1 schottischer Schäferhund, Enten und 1 Flun Tauben; ferner von 1otem Inventar: 1 Woodscher Garbenbinder( tadellos erhalten, 2 Grasmäher, Drillmaschinen, Düngerftrener, Huw ader, Heurechen, Balzen, Pflüge, Eggen, Häcksel: maschine, Bindfege 2c.; 4 Erniewagen, darunter 2 sehr gute Brijchenwagen, 4 tleinere Wagen, 1 4fiziges modernes Breaf, 1 Nenjahrswunsch! Ige. Dame, softast neuer Kartoffeldämpfer, ein großer für Müller geeigneter Mehlkasten, etwas Hausrat 2c. 2c. Das lebende Inventar fommt zuerst zum Ausgebat. Zum Schluß wird noch t: oh in einzelnen Partien versteigert. 2 Knaben zum Brezelaustragen. H. Brieß, Ebelstraße 2. 65 000 M. 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