Nr. 228. Insertionspreis: Die einspaltige Petitzeile für ganz Oberhessen 10 fg. soust 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 1288 a. Redaktion und Haupt- Expedition: Gießen, Neuenweg 28. Serafprechanfchluk No. 862. Dienstag, den 29. September 1903. Bote aus dem 2. Jahrgang. Abonnementspreis: vierteljährlich 1.20 Mark frei ins Haus. Das Blatt erscheint täglich mittags, außer Montags. Gratisbeilagen: Oberhessische Familienzeitung( 3 × wöchentl.) Ferusprechanschluß Nr. 362. Ohm- und Feldalhal ( Berhessischer Beobachter) Lokalanzeiger für die Kreise Alsfeld, Grünberg und Schotten. ( Bofe aus Oberheffen) Inserate, Bekanntmachungen zc. aus dem Verbreitungsbezirk nimmt zu Originalpreisen entgegen: J. K. Eißfeller, Generalvertreter des Boten aus dem Bekanntmachung. Betr.: Nebenbahn Buzbach- Lich. Die Bahnarbeiten für die Nebenbahn Buzbach- Lich sind von Lich aus soweit gediehen, daß vor einigen Tagen mit dem Vorstrecken des Gleises begonnen worden ist. Der Transport der Materialien wird auf der genannten Strecke nunmehr durch Materialzüge mit Lokomotivbetrieb erfolgen. Indem wir dies zur öffentlichen Kenntnis bringen, machen wir gleichzeitig auf die Gefahren aufmerksam, welche dem Bublifum beim Ueberschreiten der Bahnübergänge erwachsen können. Mit Rücksicht hierauf ist Anordnung getroffen, daß die Annäherung des Zuges an einen Wegübergang durch Läuten mit der Glocke angekündigt wird. Fuhrwerke, Fußgänger und sonstige Passanten haben alsdann in entsprechender Entfernung vom Gleise die Durchfahrt des Zuges abzuwarten und dann erst den Uebergang zu überschreiten. Gießen, den 24. September 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Kranzbühler. Blinder Lärm. - Die Alarmnachricht über Marokko dementiert. Es war mit großer Sicherheit gemeldet worden, daß neulich von dem französischen Sozialistenführer Jaurès publizierte Enthüllungen über den bevorstehenden Vormarsch Frankreichs nach Marokko der Wahrheit entsprächen. Danach sollte zwischen Frankreich, England, Italien und Spanien ein Abkommen zur Regelung der marokkanischen Frage abgeschlossen worden sein, demzufolge Frankreich das Protektorat über Marokko übernehmen solle; nur ein Küstenstrich solle neutralisiert werden. England würde dafür eine wichtige Kompensation in Egypten erhalten, Spanien und Italien würden gleichfalls entschädigt werden. Inzwischen erging seitens des französischen Ministeriums der auswärtigen Wegelegenheiten die Erklärung, daß diese Gerüchte falsch seien, daß also zwischen den Mächten hinsichtlich Marokkos kein solches Abkommen getroffen sei. Auch sei von Auseinandersetzungen über die Errichtung eines französischen Protektorats über Marokko niemals die Rede gewesen. Wie die Dinge nun auch liegen mögen, jedenfalls ist die Situation in Marokko eine derartige, daß sich jeden Augenblick ein europäisches Einschreiten nötig machen kann. Die neue Situation in Marokko. Unser Mitarbeiter, ein guter Kenner der Verhältnisse, schreibt uns darüber: Muley Abd el Aziz, der Sultan von Maroko, befindet sich in einer wenig beneidenswerten Lage. Seine Vorhut ist nach einem furzen Siege blockiert worden, ja, es heißt sogar, daß sie inzwischen schon wieder einmal empfindliche Verluste erlitten habe. Ein andere Streitmacht von 2000 Sircitern, die nach Fez aufgebrochen war, um den Zusammenschluß der Avantgarde mit der Hauptarmee herbeizuführen, ist in einen Hinterhalt gefallen und gänzlich aufgerieben. Nach Osten vorzurücken, ist also unmöglich, nach ez zurückzugehen, nicht mehr erlaubt, da die Hauptstadt schon seit lange wider den Sultan in Gärung ist und ihn höchstens als Sieger wieder willkommen heißen würde. Im Norden und im Süden warten Berber nur auf eine günstige Gelegenheit, loszuschlagen. Ist es da ein Wunder, daß der arme Sultan rat- und hilflos nach allen Seiten ausspäht und Unterſtüßung sucht. Fünfundzwanzig Millionen Franks Schulden, die er in Frankreich, England und Spanien seinerzeit aufgenommen hat, drücken empfindlich; außerdem aber kostet sein Hofstaat und seine Lage täglich erfleckliche Gelder. Da zeigte sich dem bedrängten Manne anscheinend ein gangbarer Ausweg. Die aufständische Kabyle Thul, einer der mächtigsten Berberstämme mit etwa 8000 Kriegern, erbot sich, durch Verrat den Prätendenten, also die Seele allen Aufruhrs, auszuliefern, wenn der Sultan sämtliche Christen ausweisen lasse. Und Muley Abd el Aziz ging auf den Leim. Er ließ dem Konsularforps in Fez mitteilen, mit Rücksicht darauf, daß er sich gegenwärtig auf einem Kriegszuge befinde, fordere er sämtliche in Jez weilenden Fremden mit Ausnahme der Konsuln auf, abzureisen und sich nach Tanger zu begeben. Für jeden, der die Verhältnisse fennt, ist klar ersichtlich, daß das nur ein Vorwand ist, da sich ja die marokkanischen Sultane eigent lich dauernd auf dem Kriegspfade befinden. Es fragt sich nun, ob dieser Befehl des Sultans eine Verlegung des im Jahre 1900 vom Grafen Tattenbach abgeschlossenen Handelsvertrages darstellt. Ist das der Fall, wäre für die in Betracht kommenden Mächte geradezu leichtsinnig ein Rechtsmittel zum Einschreiten geschaffen. Auch wir in Deutschland sind dabei keineswegs so unbeteiligt, wie es den Anschein hat. Satten wir schon früher zu Zeiten unser Augenmerk auf Ohm und Feldathal in Groß- Felda." diesen Teil der afrikanischen Küste gerichtet, weil wir dort große Handelsinteressen haben, so kommt mun noch hinzu, daß der Ausweisungsbefehl in erster Linie und eigentlich ausschließlich Deutsche betrifft. Im ganzen handelt es sich un sechs Reichsangehörige, von denen zwei als Vertreter des Handelshauses Richter und als Verwalter des deutschen Postamts dauernd in Fez anfäffig sind. So scheint es also feineswegs ausgeschlossen, daß auch wir in die Frage aktiv eingreifen müssen. Daß schließlich einmal ein ernſtes Wort dort unten nötig werden wird, steht jedenfalls außer Zweifel. Ungarns Grofsinquifitor. st Aus Budapest kommt die Nachricht, daß dort der Notar Mathias Laucsik gestorben ist. Diese Todesnachricht frischt die Erinnerung an jene Zeiten auf, da noch auf Ungarns weiten Buszten und dichten Wäldern die Räuberromantik florierte. Mathias Laucsik war es in erster Reihe, der der Unsicherheit im Lande der Garaus machen half. Er war die rechte Hand des Szegeder kgl. Kommissärs Grafen Gedeon Naday, des gefürchteten Bezwingers der Räuberwelt. Lauesit, der Kaufmann war, als ihn Graf Raday zu sich nahin, entfalteie eine ungeheure Arbeitstätigkeit. Wochen hindurch blieben Raday und sein Helfer anscheinend müßig. Tage hindurch saßen sie im Szegediner Grundbuchsamite, wo man sie in den Einlagebogen blättern sehen konnte. Und Er Laucsik verstand die stumme Sprache vieler Blätter. notierte sich nämlich die Namen aller jener Leute, deren Immobilien sich im Laufe der letzten Jahre rapid vermehrt hatten. Ueber die Vergangenheit jener ließ er dann die genauesten Nachforschungen anstellen. Als dann Laucsik und Genossen auch mit dieser Arbeit fertig waren, erschienen die Hajduken eines Tages bei den ahnungslosen reichen Mitbürgern, die sie in Haft nahmen und die dann nach Szegedin in den Kerter geführt wurden. Der schrecklichste und auch rasch zur Berühmtheit gelangte Kerker war der sogenannte„ Sternferfer", aus dem niemand sehr bald herausfam. Es dauerte Wochen, bis der betreffende zum ersten Verhör gelangte, und da war er schon ein gebrochener Mann. Wie Laucsit dabei zu Werke ging, illustriert am besten folgende Geschichte: Auf der Kecskemeter Haide wurden ein alter Hirt namens Stephan Simandi und dessen Sohn ermordet und die Herde, die sie hüteten, weggetrieben. Laucsik ließ einen Bauer namens Johann Gajdor verhaften, welcher im Verdachte stand, diese Verbrechen begangen zu haben. Drei Wochen hindurch verhörte Laucsik den Gajdor, ohne ihn zu einen Geständnisse zu bringen. Eines Nachts ließ der Untersuchungsrichter auf dem Tische seines Amtszimmers vier Kerzen anzünden, das Kruzifir auf den Tisch stellen und daneben den Halfter hinlegen, mit dem man den alten Simandi erwürgt hatte. Dann ließ er den Johann Gajdor aus dem Kerier holen. Janos, ich habe heute Nacht einen bösen Traum gehabt. Ich träumte, daß zwei blutende Menschen vor mir erschienen, ein alter Mann und ein jüngerer. Der Alte begann zu klagen und sagte, ihn habe der Johann Gajdor umgebracht. Dabei übergab er mir diesen Halster." Was geht das mich an?" rief der Angeklagte troßzig.—„ Ich weiß es nicht, Janos. Aber der Alte drohte mir, jede Nacht wiederzukommen, insolange ich nicht diesen Halfter dem Johann Gajdor um den Hals binden lasse."„ Aber ich bin ja nicht sein Mörder!"„ Das behaupte ich auch nicht. Aber ich muß dir diesen Halſter um den Hals legen lassen, sonst läßt das Gespenst mich nicht in Ruhe." Gajdor wich entsegt vor dem Strang zurück. Laucsik aber rief die Wächter herein:„ Bindet ihm einen Strang um den Fals!" Die Wächter fesselten Gajdor die Hände nach rückwärts, machten aus dem Halfter eine Schlinge, legten ihm diese um den Hals und führten ihn dann in den Kerker zu rück. Am folgenden Tage ließ Gajdor sich zum Untersuchungsrichter führen.„ Ich sehe schon, gnädiger Herr, daß ich sterben muß. Ich kann den Strang um den Hals nicht erfragen, er erwürat mich. Lassen Sie mir ihn abnehmen. Ich will gestehen, daß ich die beiden Simandi umgebracht habe..." Der Sternferker" füllte sich stets mit neuen Leuten, darunter reiche Gutsbesitzer, Bächter, Wirte, zwei Bezirks richter, ein Stadtbauptmann, vier Advokaten und etwa jünfzig Kommissäre und Hajduken. Insgesamt hatten Naday und Rauchik 554 Verbrechen, durch 813 Individuen begangen, ausgedeckt und von den Tätern 425 in Haft genommen, darunter den berühmten berhauptmann Rozsa Sandor und seinen Genossen Wezelte eska. Raucsik wurde später Sotar. Er var ein heiterer, gemütlicher Mann, der gut zu plandern erstand. Nur über die Räuber und die Geheim nisse des Szegeder Sterngefängnisses" wollte er nie reden. Die Politik. * Für den schon seit längerer Zeit erörterten Plan eines Pestabkommens zwischen Deutschland und Holland wird neuerdings im Reiche der Königin Wilhelmine wieder beson;- ders lebhaft Stimmung gemacht. Man möchte dieses Abkommen ähnlich wie das deutsch- österreichische formuliert wissen und weist darauf hin, daß der Postverkehr Hollands mit Deutschland verhältnismäkia sehr viel erheblicher ſei, " als der mit Desterreich- Ungarn. Vielleicht sei es nur die Schweiz, die einen noch lebhafteren Briefverkehr mit Deutschland unterhalte, als Holland. Die aus Holland nach Deutschland gesandten Briefe betrügen die größere Hälfte des gesamten holländischen internationalen Verkehrs. Die in ungefähr gleicher Anzahl aus Deutschland nach Hol. land gehenden Briefe erreichten die Zahl von 70 000 auf jeden Tag. Nach sorgfältiger Berechnung betrage das Wagnis, das die holländische Post im schlimmsten Falle laufen könne, nur 500 000 Gulden, was bei einem Neingewinn der holländischen Post von 2-2% Millionen Gulden nicht in Betracht kommen könne. Man wird bei uns zu Lande erst sehr sorgsam prüfen müssen, ob unser Wagnis nicht doch vielleicht das größere ist, ehe man sich auf weitere Erörterungen einlassen kann. A Wie es heißt, soll die neuerliche Einberufung des ungarischen Abgeordnetenhauses für den 29. September verlangt werden. Diese Notwendigkeit ergebe sich aus der in der legten Zeit sich mehrenden Verfassungsverletzungen, besonders seitens des österreichischen Ministerpräsidenten, der sich fortgesetzt in die inneren ungarischen Angelegenheiten mische. Man sieht, daß den Ungarn der Kampjesmut keineswegs gesunken ist. Sie lassen nichts unversucht, um ihre Macht zu zeigen. Tatkräftige Unterstützung finden sie bei ihren Kommunalbehörden, die in großer Anzahl beschlossen haben, die Steuererhebung zu verweigern. Es soll eben offenbar alles auf die Spitze getrieben werden. Während der tschechische Abgeordnete Herold sein Mandat niederlegte, weil er sich über das Auftreten seiner Landsleute im Reichsrat entrüstete, kennt der wackere Ungar Barabas solche Gefühle nicht. Er veranstaltet eine Ertraausgabe seines Organs und versieht sie als Ueberschrift mit dem Wortlaut seines unqualifizierbaren Zwischenruss über den Kaiser. Natürlich wurde das Blatt konfisziert und Klage wegen Majestätsbeleidigung erhoben. Indessen ließ Varabas fünf Abgeordnete fordern, die ihn in jener denkwürdigen Sigung angeblich beleidigt haben. Auch der ehrsame Bürger Bonis aus Miskolcz hielt es für seine Pflicht, unter den Augen der breitesten Deffentlichkeit ein Duell mit einem Hauptmann auszufechten, der anderer Meinung war als er. Daß die Bürgerschaft Herrn Bonis einen Fackelzug brachte, nachdem dieser seinen Gegner zu Tode getroffen hatte, illustriert die Stimmung aufs beste. Eine neue Ausweisung wird aus Finland gemeldet. Sie betrifft den ehemaligen Obergerichtsanwalt in Aabo, Lungenius. Es scheint, als wollte die russische Regierung mit peinlicher Gewissenhaftigkeit die besten Männer aus Finland hinaustreiben. Auch Lungenius, in feiner Weise ein Aufrührer, zählte zu den wackersten Stützen seines Vaterlandes. Die Neubildung des englischen Kabinetts begegnet großen Schwierigkeiten. Der König soll Balfours Ministerlifte die Genehmigung versagt haben. Besonders wegen des Vorschlages Austen Chamberlains als Finanzminister. Milner seinerseits soll es prinzipiell abgelehnt haben, in ein Ministerium Balfour einzutreten. Man wird wohl noch einige Zeit brauchen, che man mit der Frage des Tages zu Stande kommt. Der Friedenskongreß in Rouen beschäftigte sich zur Ab. wechselung mal wieder mit der Frage der deutsch- fran zösischen Beziehungen und nahm eine Resolution an, in der besonders betont wird, daß eine Annäherung zwi schen den beiden Nachbarländern in hohem Grade wünschens. wert wäre. Ein tapferer Delegierter von Rouen wollte diesen Gemeinplatz nicht gelten lassen und führte wider die Abrede die Debatte auf den Gegenstand Elsaß- Lothringen hinüber. Die Sache verlief natürlich wie das Hornberger Schießen. Die türkisch- bulgarische Verständigung scheint Fortschritte zu machen. Jedenfalls tritt das Sofioter Regierungsorgan nach der Notifizierung des Irade des Sultans über die Einstellungen der Berfolgungen in Mazedonien sehr ener. gisch für den Frieden ein, und zwar mit der verständigen Motivierung, daß nach der Note der Mächte an der Isolierung Bulgariens im Kriegsfalle fein Zweifel sein könne. Eine im Yildiz- Kiosk abgegebene gleichlautende, sehr bindige Note der Botschafter hat zudem neuerdings auch die Lust am Streit in Konſtantinopel wesentlich gedämpft, was natürli einem zielbewußten und nicht einseitigen Vorgehen gegen die Insurgenten nur förderlich sein kann. Neuere Meldungen wiffen denn auch von größeren Erfolgen, besonders in Vilaje Monastir Erfreuliches zu berichten. Die von der Pforte ver. sprochene Anerkennung der serbischen Nationalität hat außer. dem auch in Belgrad die Stimmung wesentlich beschäftigt. Der Prozess gegen die Nifcher Offiziere. * Belgrad, 26. September. Das Interesse für den Monstre- Prozeß, der die ganze zivilisierte Welt interessiert, ist seltsamerweise in unserer Stadt ein recht minimales. Man denkt, schreibt und spricht hier viel mehr von den Schwierigkeiten der Kabinettsbildung. Um so geschäftiger sind die Journalisten, die aus aller Welt herbeigeeilt sind. Der Prozeß ist zwar nicht öffentlich, das will aber gar nichts heißen. Man kann hier jedes Material erhalten, das man nur wünscht. Während der Mittagspause Cie fab ihn an, mide, wie sich sammelnd. marum wollen Sie?" Sören Sie, Dmitri. Ich hatte hierher meine alte Amme mitgebracht, das einzige, was ich als Stück meines Vaterthronte Hackenschuhen, In demselben majestätisch der würdevolle führte Das Treppenhaus war märchenhaft schön. und auf dem gepuderten Dreimaster. 211 Son Gefellichaftsräumen in die Höhe. eine weiße Marmortreppe mit Haupte Lustig und reichte Dmitri die nicht ein, warum wir das Schade, daß du so lange weg warst!" dich noch dunkel von früher her, wo du mit uns spielteſt. nicht Hand, Mama befiehlt, daß wir uns duzen. Ich sehe auch as heißt," ſagte Lisa fun sollten! Wir fennen Der Betroffene hat die Empfindung, als ou er von und unüberwindlicher Erschlaffung. in einen fieberhaften Zustand, verbunden mit großem Durst einem Dorn gestochen wäre. Nach zwölf Stunden gerät er verschmäht jede Er Berkehren im Festungsgarten die angeklagten Offiziere miteinander und mit den Offizieren der wachhabenden Regimenter. Die Erlaubnis, mit allen angeklagten Offizieren ohne Zeugen zu sprechen, ist leicht zu erhalten. Sie er= tlären völlig übereinstimmend, daß sie getäuscht und irregeführt worden seien. Man habe Unterschriften im Namen zahlreicher Belgrader Generäle und König Peters gefordert, der angeblich von den Ver= schwörern befreit sein wolle. Man wollte deshalb dem König Peter zu Hilfe kommen. Der Prozeß selbst spielt sich im Kriegsgerichtszimmer_ab, einem kleinen, 12 Quadratmeter großen Ecfzimmer im Erdgeschosse des Generalstabs- Kommando- Gebäudes, das sich zitadellenartig Semlin gegenüber erhebt. Im ganzen sind 25 Offiziere angeklagt. Es sind durchwegs prächtige Gestalten, viele noch jugendlich. Sie nehmen auf vier ungehobelten Bänken Platz. Die meisten Offiziere haben die brenowitsch- Medaillen ostentativ angelegt. In der ersten Bank nimmt der Hauptangeklagte, Generalstäbler Hauptmann Milan Nowakowitsch, Plaz. Er ist wohl die interessanteste Gestalt, hat eine stolze Haltung, große Römernase, buschigen, braun- roten Schnurrbart, ein bleiches Gesicht, geistvolle, mephistophelische Züge. Auf dem braunen Waffenrock trägt er das Takovo- Kreuz und die Ehrenlegion. Unter dem Arm hat er das Militär strafgesetzbuch. Neben ihm sitt Stabsarzt Michael Velickowitsch, der Gestalt und Haltung nach dem König Milan täuschend ähnlich. Staatsanwalt Major Gojka Paulowitsch verliest nach erfolgtem Namensaufruf die Anklage. Das Kriegsgericht besteht nur aus drei Richtern. Der Hauptangeklagte Novakowitsch bekennt sich schuldig der Verleitung aller Angeklagten, welche die Nischer Sturmpetition an den König unterschrieben oder agitiert haben. Er erweist sich als glänzender, gesezeskundiger Redner. Auf zahlreiche Fragen verweigert er die Antwort unter Zitierung verschiedener Paragraphen. Besonders ablehnend verhält er sich den Fragen gegenüber, ob er die Revolution gegen König Peter und die Einsetzung des unehelichen Sohnes König Milans und der Artemisia Christic geplant habe. Er spricht die Ansicht aus, daß die Offiziere, die den König ermordet und den Treueid gebrochen haben, unwürdig sind, das Portepee zu tragen. Er wollte diesen Unwürdigen den Waffenrod vom Leibe reißen. Hauptmann Dobrivoj Lazarewitsch, der Provinzgarnisonen aussuchte, um Unterschriften zu sammeln, bezeichnet sich als das Opfer einer Mystifikation. Man habe ihm Unterschriften vieler Generale und Stabsoffiziere gezeigt. Kriegsrichter Oberst Raschitsch: Wer zeigte Ihnen die Bogen, auf welchen die Namen standen? Lazarewitsch: Darauf verweigere ich die Antwort! Nachmittags erfolgte die Konfrontation zwischen Novakowitsch und Lazarewitsch. Beide blieben bei ihren Aussagen. Die Abendstunden brachten die erste Enthüllung über die Gegenrevolution. Hauptmann Dobrivoj Lazare witsch legte ein anscheinend ziemlich umfassendes Geständnis ab. Er behauptete, General Michael Magdalenitsch habe ihn verleitet. Er habe dem General Novakowitsch zugeführt, der mit Feuereifer auf diesen Plan einging. Ein Konventikel wurde abgehalten, und Lazarewitsch stellte in der Belgrader Druckerei seines Onkels eigenhändig den geheimen Aufruf an das Offizierskorps her. Nach diesem Geständnisse wendet sich der Vorsitzende Oberst Kasi dolc an Hauptmann Novakowitsch mit der Frage: Sind die Angaben des Hauptmanns Lazarewitsch richtig? Novakowitsch bejaht die Frage und gibt zu, an den Konventiteln bei Magdalenitsch teilgenommen zu haben. Damit kommt in die Nischer Offiziersverschwörung endlich mehr Licht. Der weitere Verlauf des Verhörs ergibt manch interessantes Detail. Sämtliche angeklagten Offiziere erklären den Königsmord an sich für eine patriotische Tat, welche der ganzen Sachlage nach das Heer bollbringen mußte. Alle verurteilen aber auch die Prätensionen der an der Verschwörung beteiligten Offiziere nach der Staatsumwälzung.„ Die Teilnehmer an der Verschwörung behandelten uns wie Kameraden zweiter Klasse. Die Affäre des Hofmarschalls Oberst Lesch- janin bewies, daß sich die Verschwörer zwischen die Armee und den obersten Kriegsherrn stellten." Das Urteil des Prozesses dürfte erst nächste Woche gefällt werden, da Novakowitsch in der heutigen Verhandlung erklärt hat, er müsse noch seine Aussagen in weitestem Maße ergänzen und in ausgedehnter Weise erklären. Neues ist kaum noch zu erwarten. Allgemein erzählt man sich, daß den größten Teil der Beweise gegen die Angeklagten der Chef der russischen Geheimpolizei in Sofia, Heinrich Weißmann, beschafft habe. Die hiesige Bresse gibt ihrem Interesse an der Affäre dadurch Ausdruck, daß sie sich völlig ausschweigt. Nah und fern. 500jähriges Jubiläum der Lübecker Kaufmannschaft. Die Lübecker Handelskammer und die Kaufmannschaft begingen in festlicher Weise das Jubiläum ihres 50jährigen Bestehens. Am Vormittag wurde im Hause der Kaufmannschaft eine Festsibung abgehalten, in der Beglückwünschungen vom Senat, den Staats- und Reichsbehörden, den Staatssekretär Kraetke und vielen auswärtigen Handelskammern entgegengenommen wurden. Am Nachmittag fand ein Festmahl im Ratsweinkeller statt. Stadt und Hafen waren festlich geschmückt. * Die Naturforscher als Gäste der Stadt Marburg. Die Teilnehmer an der 75. Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Kassel folgten einer Einladung der Stadt Marburg. Sie besichtigten die Universitätsinstitute, insbesondere die Laboratorien des Professors Behring. * Gattenmord. In Berlin wurde die Schankwirtin Justine Grabowska in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Der Tat dringend verdächtig ist der Ehemann, der 31jährige ehemalige Schlächter und spätere Schankwirt Leopold Grabowski, der sich verborgen hält. Grabowski, der arbeitsscheu und dem Trunk ergeben war, lebte mit seiner Frau wegen Geldangelegenheiten in ständigem Unfrieden. Bunte Chronik. Der Verband fortschrittlicher Frauenvereine, dem die bekanntesten der deutschen Frauenrechtlerinnen, wie Anita Augspurg, Minna Cauer, Frl. Dr. Stöcker, Lidia Heymann und Maria Lischnewska angehören, hält 3. Zt. in Hamburg seine zweite ordentliche Generalversammlung ab. - In Berlin passierte der seltene Fall, daß ein Redner in einer Versammlung von der Tribüne weg verhaftet wurde. Dies Geschick ereilte einen Schriftsteller Senna Hoy, der die Aeußerung fallen ließ:„ Dem Justizminister ist eine Rechtsbeugung zuzutrauen". -Ein verhängnisvolles Schiffsunglück wird aus Lissabon gemeldet. An der dortigen Küste kenterte ein auf den Sardinenfang ausfahrendes Fischerboot. Von den 32 Mann der Besatzung sind zehn Mann tot, andere schwer verletzt. Zugleich kommt aus Leith die Nachricht von einem Zusammenstoß zwischen dem holländischen Dampfer„ Sophie Annet" und einem Fischerfahrzeug, wobei die„ Sophie" sank. Die Mannschaft wurde aerettet. Lokales. Groß Felda 29 September 1903. ** Privattelegramm. Bei der heutigen Ziehung der 6. Klasse der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 40000 mf. auf Nr. 14 446( nach Darmstadt). 3000 Mt. auf Nr. 1046, 57 920, 69 644, 79 552, 86 163, 90 863. * Zar Nikolaus, der bekanntlich von Darmstadt aus einen Besuch in Wien macht, nimmt nach seiner Rückkehr auf Schloß Wolfsgarten Wohnung. Prinzessin Elisabeth bat dieser Tage ihren Vater, den Großherzog, inständig, immer bei ihm sein zu dürfen. Der Großherzog war über diese Bitte seines Töchterchens tief gerührt und würde ihr auch gerne willfahren, wenn dem nicht Vertragsbestimmungen entgegenständen. " ** Das Kirchenbuch für die evangelische Kirche des Großherzogtums Hessen" wird in seinem ersten Teil in aller Kürze im Druck fertig gestellt sein. In der Vorausseßung, daß die noch ausstehende förmliche Schlußgenehmigung der Landessynode erfolgen wird, will man jezt Maßregeln treffen, die erforderlich sind, damit wie es doch wünschenswert ist das Kirchenbuch schon mit Beginn des neuen Kirchenjahres von den Geistlichen in Gebrauch genommen werden kann. - * * Gießener Braunsteinbergwerte vorm. Fernie. Die Drahtseilbahn, welche die Erze zur Eisenbahn befördert ist gegenwärtig so stark in Anspruch genommen, wie nie zuvor. Sie schafft täglich ca. 75 Doppelwaggon und ist damit an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. Zur Lieferung für 1904 sind fast verkauft 123 000 Tonnen Erz, während vordem die Zahl von 100 000 Tonnen nie überschritten wurden. Die Herstellung elektrischer Kraftanlagen und Schienenbahn zur oberhessischen Eisenbahn soll nunmehr schleunigst ausgeführt werden. Im Circus Lorch war gestern in beiden Vorstellungen das Bewundern der gebotenen Leistungen auf's höchste getrieben. Es sind feine alten Sachen, sondern ein durchweg neues Programm rollt sich innerhalb der Arena ab; in erster Linie sind es die 7 Geschwister Lorch, welche in ihrer Parterre Gymnastik einzig dastehen. Das Fräulein Braselly und die beiden Herren Morré und Wilhelmi zeigten wiederum auf einem im Winkel von 45° gestellten Stafetenzaun seltene Künste mittels Zweirad. Mr. Althoff, die Fräulein Amalie und Olga ernteten ebenfalls nicht minderen Beifall und der August" forderte das Auditorium mit Leichtigkeit zum Lachen heraus. Mit Wizen und im Essen ist er nicht faul. Wer einigermaßen tann, sollte die Vorstellungen nicht versäumen, es wird dem Besucher immer Neues geboten. * Am vergangenen Samstag abend hielt der SängerChor des Turnvereins Gießen setne diesjährige Generalversammlung im Vereinslotal Restaurant Wiegandt ab. Nach Eröffnung der Versammlung durch den 1. Vorsigenden, stattete der Kassier Bericht über das vergangene Rechnungsjahr und konnten de Mitglieder mit dem Stand der Kasse sehr zufrieden sein. Nach Erledigung verschiedener Bunfte ging man zur Vorstandswahl über, es wurden als I. Vorsigender 2. Friederich, II. Vorsißender K. Raufmann, Schrift ührer F. Meißner, Kassier K. Hollmann, Bibliothekar Gröninger und Beisiger B. Amend und W. Benner gewählt. Hoffen wir, daß der junge Verein so fortarbeiten möge wie er es feither getan. * ak Bu harter, aber gerechter Strafe wurde von der Straffammer in Darmstadt eine Gesellschaft von Raufbolden verurteilt, die in der Nacht zum 1. Pfingstfeiertage d. J. in Offenbach ohne Veranlassung Streitigkeiten mit Leuten angefangen hatten, die garnichts mit ihnen zu tun haben wollten, und dabei 6 Personen durch Messerstiche verlegt hatten. Mehrere der Gestochenen lagen längere Zeit darnieder. Es wurden verurteilt: der 21jährige Fabritarbeiter Petr Kreis zu 10 Jahren( höchste zulässige Strafe), die Arbeiter Karl Wolf zu 5 Jahren 4 Monaten, Wilh. Göß zu 1 Jahr 3 Monaten, Adam Kreis und Wilh. Weber zu je 1 Jahr 6 Wochen und die Fabrikarbeiterin Marie Schwab, eine Megäre, die wacker mitgerauft hatte, zu 31/2 Monaten Gefängnis. Launsbach, 27. Sept. Die Garten- und Felddiebe treiben es in unserer Gemarkung mal wieder zu arg. Was nur irgend des Mitnehmens wert ist, wird genommen. Kein Landmann und Gartenbesiger ist seiner Gemüse mehr sicher. Der Zwetschenhandel geht flott von statten, der Preis schwankt zwischen 4-4,50 Mt. ** Krofdorf. Die über die Gehöfte der Landwirte Konrad Reeh, Karl Ferdinand Abel und Karl Feuser zu Krofdorf infolge„ Roilausseuche" verhängte Gehöftsperre ist wieder aufgehoben worden.- An verendeten Schweinen des Karl Bender und Christian Debus zu Krofdorf ist die Rotlauffeuche" amtlich festgestellt worden. Ueber die GeHöfte der Genannten ist die Gehöftsperre verhängt worden. | * Leihgestern, 28. Sept. Unser Ort stand gestern wieder Herwiefen worden Sommer vergleiche einmal unter dem Zeichen der vier F. Der alte wie auch ferforten durchg der neue Turnverein hielten ihr Abturnen. Der Umzug eröffentlicht werd durch das Dorf lockte zahlreiche Schaulustige nach den Turnplägen, wo nach den Uebungen der Tanz und die Gesellig. Roggen: 1. Locho feit die Teilnehmer lange beisammen hielt. Hierbei mag erwähnt sein, daß die Turnsache in der letzten Zeit viele neue Anhänger und Gönner gefunden hat; die Mitgliederzahl des alten Turnvereins hat sich verdoppelt, auch bezgl. seiner Leistungen hat er Fortschritte gemacht. " * Leihgestern, 27. Sept. Vergangene Nacht ist hier an mehreren Stellen eingebrochen worden. Die nächtlichen Arbeiter" fönnen nur lofalkundige Personen sein, da an zwei Stellen die Art des Einbruchs und der angefügte Schaden mehr auf einen Racheaft schließen läßt. Die Anzeige ist erfolgt und der Täter wird sich nicht lange der Freiheit mehr erfreuen. Der befferter Zeelan Land 6. Heffifcher Don Mette, 2. 3. Squarehead vo 5. Lohmerweizen, pitten wird durd in großer Dienst führen können. XMarburg Jahre, daß der Aus diesem Anla anstaltet, die heu Dr. Heff, eröffn Ausstellern befchic findet hier eine Aus dem Biebertal, 27. Sept. Die Stationsge bäude der Biebertalbahn zu Heuchelheim und Rodheim werden z. Zt. in der Weise baulich verändert, daß die bisherigen verwandelt werden. Es wird dadurch zwar einem längst Warteräume in Wohnungen für ständige Stationsvorsteher empfundenen Bedürfnisse abgeholfen, aber dem Publikum meldefchluß ift Probefahrt der n Wagen hatten B rfolgt am 1. Of wird durchaus nicht Rechnung getragen, denn die nunmehr Fahrt ging gut b geschaffenen Warteräume sind für die verfehrsreichen Stationen Heuchelheim und Rodheim viel zu dürftig bemessen und für die Folge wohl nicht haltbar. Ein stattlicheres Auss hen würden die beiden Stationsgebäude dadurch erhalten haben, wenn statt dies m Umbau dieselben mit einem Aufbau ( zweiten Stockwerk) versehen worden wären. Wie aus dem neuen Winterfahrplan ersichtlich, so nehmen die Züge von Bieber kommend in gewohnter Weise Anschluß auf Station Abendstern an die Hauptbahn nach Wez'ar. Wezlar, 27. Sept. Mit der abgelaufenen Woche dürfte wohl die reiche Zwetschenernte, womit die meisten Gemeinden unseres Kreises so reichlich gesegnet waren, zum Abschluß gekommen sein. Bei der starken Nachfrage durch auswärtige Händler wurden die Preise auf eine hier zu Lande nicht gewohnte Höhe getrieben, sodaß unsere Landleute mit dem erzielten Erlös wohl zufrieden sein können. Wie uns bekannt ist, so haben viele Gemeinden mehr als tausend Zentner Zwetschen versandt und gar mancher Bewohner hat 2 bis 3 hundert Mark aus seinen Zwetschen gelöst. + Saasen, 27. Sept. Heute wurde unser neues Schulhans in Anwesenheit des Regierungsrats Dr. Wagner, des Kreisbaurats Diehm, des Schulund Ortsvorstands eingeweiht. Dasselbe enthält einen Schulsaal und eine Lehrerwohnung. Am alten Schulhaus auf dem Veitsberg hielt Lehrer Herber die Abschiedsrede. Dieses Gebäude hat über 250 Jahre der Jugendbildung gedient und in ihm wirkte von 1730-1785 der aus der Glaubrecht'schen Erzählung „ Der Kalendermann vom Veitsberg" bekannte Lehrer Konrad Jakob Justus. Bis 1711 diente es drei Gemeinden, dann schied Harbach und 1856 Lindenstruth aus. ) Lauter, 28. Sept. Ein Apfelbäumchen, daß im Frühjahr dieses Jahres versetzt wurde, steht gegenwärtig in schönster Blüte. Ettingshausen, 28. Sept. Eine große Schlägerei zwischen zwei Zigeunerbanden von ca. 100 Köpfen veranlaßte in Ettingshausen die Alarmierung der Feuerwehr, die mit Knüppeln, Stangen 2c. bewaffnet, nicht ohne Widerstand die Banden verjagte. Die Zigeuner haben zahlreiche Diebstähle verübt und besonders die Obstbäume heimgesucht. Laubach, 27. Sept. In dem Hause der Firma Gebrüder Herzog, das augenblicklich nicht bewohnt wird, wurde vor wenigen Tagen ein Einbruchs Diebstahl verübt. + Schotten. 27. Sept. Herr Karl Doneter hat der Stadt Schotten für Krankenpflege 2000 Mt. und seiner Geburtsstadt Kazenelnbogen für ein zu errichtendes Krankenhaus 10 000 mi. testamentarisch zugedacht. ** Langsdorf. Der ansteckende Scheidekatarch des Rindviches zu Largsdorf ist erloschen. < Hungen, 26. Sept. Hier wurde dieser Tage ein geriebener Junge, der Sohn des früheren Pächters des Hungener Hofes, G. Hill, verhaftet. Unter allerhand Vorspiegelungen wußte er sich hier Eingang zuverschaffen; er gab sich als Pfarramtskandidat, Kauf: mann usw. aus und soll auch die Absicht geäußert haben, als Missionar" nach Ostafrika zu gehen. Vorläufig wanderte er jedoch in Haft, da er von der Staatsanwaltschaft Mainz steckbrieflich verfolgt wird; unter anderem soll er einen Fahrraddiebstahl ausgeführt haben. + Hungen, 27. Sept. Seit einiger Zeit macht sich in unserer Stadt der Wohnungsmangel recht fühlbar. So hatten binnen furzem verschiedene Privatleute die Absicht, hier ihren Aufenthalt zu nehmen, mußten aber ihren Plan wieder fallen lassen, da es ganz unmöglich war, passende Wohnungen zu bekommen. Auch anläßlich der bevorstehenden Eröffnung der Bahn Hungen- Mücke sollten verschiedene Beamte hier ihren Wohnsiz nehmen; doch mußten dieselben zum Teil an anderen geeigneten Orten stationiert werden. In Anbetracht der vorhandenen, jetzt noch billigen Bauplätze ist es deshalb recht unverständlich, weshalb das hier verfügbare Kapital sich so zurückhaltend verhält; ein Resito ist tatsächlich vollständig ausgeschlossen. Für die betreffenden Unternehmer und die in Betracht kommenden Privatleute wäre hier nicht nur eine gediegene, sichere Kapitalanlage geboten, sie würden auch zur Hebung ihrer Vaterstadt beitragen, was allgemeine Anerkennung finden würde. A Alsfeld, 25. Sept. Nachdem der Kreistag des Kreises Alsfeld voriges Frühjahr in dankenswerter Weise die Mittel zur Beschaffung eines ca. 8 Morgen großen Versuchsfeldes für die hiesige landw. Winterschule bewilligt hatte, ist das betr. Grundstück erworben und seinem Zwecke § Kirchhain, genoffenschaft Rir das am 1. Ofto Bur Gröffnungsf Regierungspräfib anstaltete der h Rennen, bei wel durchs Biel ging ungünft gen Wet Terrainverhältn ff + Kirchhair hiesigen Lahnhofe C Eine Olga Ed. G bedeu soller K. W Sta Jubel Dub Moti hiftor geftern toiebe alte wie aud Der Um nach den Turn Hierbei may berwiesen worden. Es sind daher schon im verflossenen Sommer vergleichende Anbauversuche mit 4 Gersten- und 8 Hofersorten durchgeführt worden, deren Resultate demnächst beröffentlicht werden dürften. In diesem Herbste kommen kum vergleichsweisen Anbau folgende Wintergetreidesorten: | Vernehmen nach doch die Einführung der Züge der Ohmthalbahn in den Hauptbahnhof vom 1. Oktober an erfolgen. Diese Einrichtung, wodurch den Passagieren eine große Erleichterung gewährt wird, ist mit Freuden zu begrüßen. Die Gebäude des Ohmthalbahnhofes werden von der KornBureauräume einrichtet. die Befelli Roggen: 1. Lochow's Petfuser, 2. Schlanstedter, 3. Heines hausgenossenschaft Kirchhain übernommen, welche darin Blen Beit viel and 6. Hessischer Staudenroggen. Weizen: 1. Squarehead berbesserter Reeländer, 4. Alt Paleschtenner, 5. Probsteier Die Mitglieder elt, auch von Mette, 2. Squarehead von Steiger in Leutewig, 3. Squarehead von Strube in Schlanstedt, 4. Eppweizen, 5. Lochmerweizen, 6. Dividendenweizen. Unseren Landacht ist hier wirten wird durch solche vergleichende Anbauversuche sicher Die nächtig ein großer Dienst erwiesen, da sie selbst solche kaum durchn fein, daa Der angefü läßt.- 2 nicht lange b te Stationsg Rodheim we die bisherign ationsborfteb führen fönnen. Marburg, 25. Sept. In diesem Jahre sind es 25 Jahre, daß der hiesige Gartenbau- Verein besteht. Aus diesem Anlaß hat er eine Jubiläums- Ausstellung veranstaltet, die heute Mittag durch den Vorsitzenden, Direktor Dr. Hess, eröffnet wurde. Die Ausstellung ist von 36 Ausstellern b: schickt. Am 31. Oktober, 1. und 2. Nov. findet hier eine Geflügel- Ausstellung statt. Aneinem läng Brobefahrt der neuen Pferdebahn statt. Auf dem meldeschluß ist der 15. Oftober.- Heute fand die en mune Fahrt ging gut bon batten hat ble groupiedis Dem Bublifun then Statione meffen und fi geres Ausf h erhalten habe einem Aufba -Bie au hmen die Züg Anschluß a Beg'ar. aufenen Bod Wagen Vertreter der Stadt Plaz gerommen. erfolgt am 1. Oktober. § Kirchhain, 27. Sept. Hier ist von der Kornhausgenossenschaft Kirchhain ein neues Kornhaus erichtet, bas am 1. Oktober dem Betrieb übergeben werden soll. Zur Eröffnungsfeier wird reben anderen Beamten auch der Regierungspräsident von Kassel erscheinen.- Heute veranstaltete der hiesige Radfahrerverein„ Blig" ein 52 kmRennen, bei welchem als erſte E Heim und H. Wunderlich durchs Ziel gingen. Diese hatten die Strecke trotz des it die meiſt Terrainverhältn: ſſe in 2 Stb. 13 Min. zurückgelegt. ungünst gen Wetters( starter Nebel) und der schwierigen et waren, zum Cachfrage durd f eine hier a unsere Land n fein fönnen nden mehr al r mancher B inen weij unser neue ungsrats D des Schul enthält einer halten Schul Herber die er 250 Jahre n wirfte bon en Erzählung annte Lehrer es drei 5 Lindenstruth chen, daß im steht gegen ße Schläge 100 p mierung d 2c. bewaffnet rjagte. Die rübt und be e der Firma bewohnt wird, ebstahl berübt. neter hat ber f. und seiner endes Aranlen bekatarch dieser Lage eren Pächters Inter aller Eingang zu didat, Kauf dt geäußert chen. Vor r von der folgt wird; ausgeführt it macht fid fühlbar. Go die Absicht r ihren Plan par, paffende bevorstehen verschiedene Bten diefelben iert werden. en Baupläge as hier ver ein Rifito ift betreffenden Privatleute apitalanlage terftabt beide. reistag des erter Weife gen großen le bewilligt nem Zwide + Kirchhain, 25. Sept. Obgleich der Umbau des hiesigen Lahnhofes noch lange nicht vollendet ist, soll dem Darmstadt. Die Disziplinar- Untersuchung gegen Herrn Prof. Dr. Lepsius ist, wie wir hören, nunmehr abgeschlossen, und wird voraussichtlich in aller Kürze die Verhandlung vor dem Disziplinar- Gerichtshof dahier stattfinden. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 25. September 1903. Das Urteil in der vor 8 Tagen verhandelten Sache gegen den Pfarrer Ferdinand Fertsch von Rendel wegen Vergehens im Amte lautet auf 5 Monate Gefängnis. Das Gericht zog strafmildernd in Betracht, daß die Unterschlagenen Beträge alsbald nach der Entdeckung ersetzt wurden. Lokomotivführer Arnold Handloser zu Gießen erhielt Nachteil des Rangirers Ludwig Hahn von Heuchelheim eine Geldstrafe von 60 Mt. Die von dem Angeklagten verfolgte Berufung wird heute kostenpflichtig zurückgewiesen. Ebenfalls zurückgewiesen wird die Berufung des Taglöhners Jakob wiegand von Alsfeld welcher vom dortigen Schöffengericht wegen Körperverlegung 4 Wochen Gefängnis erhielt.- Heinrich Schäfer VII. von Anner od hat am Tage der dortigen Bürgermeisterwahl in angetrunkenem Bustande dem Landwirt Johannes Peter ein Messer in den Kopf gestochen. Trotz der geringen Verlegung erkannte das Gericht auf 6 Monate. Dem Viehhändler Moritz Lilienfeld von Neustadt ging vom Homberger Steuerkommissariat wegen Steuerhinterziehung einen Strafbefehl über 40 Mark zu. Er trug gerichtliche Entscheidung an, worauf er vom Schöffengericht Freisprechung erzielte. Die StaatsanwaltGrosse internationale Kunst- Ausstellung von Original- Oelgemälden im grossen Saale Lonys Bierkeller, Schanzenstrasse Giessen. Geöffnet von heute ab von 9 Uhr früh bis 6 Uhr abends. Eine Pracht- Sammlung von 86 Stück Gemälden aus dem Besitze der Frau Baronin Olga von Wangenheim, enthaltend Werke von Prof. Andr. Achenbach, Prof. Ed. Grützner, Prof. Fr. von Defregger, Prof. Gabriel von Max und verschiedenen bedeutenden Franzosen und Italienern. Ferner 100 Stück Gemälde sollen im direkten Auftrage der Künstler verkauft werden, wie Alb. Rieger, K. Wagner, J. E. Gaiser, E. Zimmermann, J. Bernard, L. Kern u. a. m. Eintritt à Person 30 Pfennige. Kataloge sind an der Kasse zu haben. Die Direktion. Stadt- Cheater Giessen. Direktion: Steingoetter. Eröffnung der Spielzeit. Dienstag, den 29. September 1903. Jubelouverture v. C. M. v, Weber. Prolog. Ouverture a.„ Figaros Hochzeit" v. Mozart. Der zerbrochene Krug, Lustspiel in einem Akt v. Kleist. Motive aus„ Egmont" v. Beethoven. Die Geschwister. Schauspiel in 1 Aft von Schiller. Historische Märsche. Wallensteins Lager. Dramatisches Gedicht v. Schiller. 2 Wiesen Grummetgras billig abzugeben. K. Malkomefius, Gießen, Neuenweg 27. Hausburiche vom Lande, der rechtzeitig mit der Bahn jeden Tag nach Hause fahren fann, sofort gesucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl. Eine tüchtige Flickfrau gesucht! Von wem? fagt die Exp. d. Bl. Schreinergesellen gesucht Gießen, Wetsteingaffe 33. | schaft verfolgte hierauf Berufung, worauf die heutige Hauptverhandlung beruht. Da die Beratung viel Zeit in Anspruch nehmen wird, soll die Entscheidung nach acht Tagen verkündet werden. Den Schluß bildet eine Privatklage wegen Beleidigung. - Marktberichte. *** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 26. Sept. Weizen 16,00,-00,00 Rorn 14,00 bis 14,28, Gerste Hafer 12,00-12,50, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Kartoffeln 6,00-00,00 mark. Ales per Doppelzentner. Butzbach, 28. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt fosteten Butter per Pfd. 1,20-0.00 Mt., Käse per Pfd. 42 bis 45 Pfg., Eier 1 Std. 8 Pfg. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein: fr bas Botale, ben„ Gerichts- und„ Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Cypermant Brud und Berlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Eine unbeschreibliche Anmut liegt jest wieder über den Blumenfeldern der Stadt Erfurt. Malerisch, in unabsehbaren Flächen stehen in voller Blüte Hunderttausende Reseda, Stiefmütterchen, Kapuzinerkresse, Centaurea, Campanula Ein süßer Wohlgeruch erfüllt stundenweit die Luft. Farbige Falter durchfliegen die Felder und ins Gesumm der Bienen flingt aus der Ferne das Lied der Arbeiter. Dort, wo die Samen zu reifen beginnen, erblickt man Vögel, Stieglitz und Hänfling, jene buntgefiederten kleinen Spizbuben, welche eifrig teilnehmen an der reichen Ernte, als ob sie das größte Recht dazu hätten. Immer größere Dimensionen nimmt der Erfurter Gartenbau von Jahr zu Jahr an. Allein die Blumengärtnereien von Peterseim erreichen eine Gesamtziffer in der Änzucht und im Versand von jährlich 12 Millionen Pflanzen und Zwiebelgewächsen. Erfurt schmückt zahllose Gärten alljährlich mit Blumen. Einem mächtigen Füllhorn ist die Blumenstadt vergleichbar, Blumen ausgießend über die ganze Erde. und wie fie alle heißen, die fieblichen Stimber ber petora. Kirchliche Anzeige der evangelischen Gemeinde. Den Mitgliedern der Markusgemeinde wird hierdurch mitgeteilt, daß nach Verfügung des Großh. Oberkonsistoriums die Verwaltung der Bjarrstelle an der Markusgemeinde bis auf Weiteres dem Pfarrer Dr. Naumann, Südanlage 8, übertragen worden ist. An diesen wolle man sich deshalb wenden in allen pfarramtlichen und kirchlichen Angelegenheiten. Für Weinbezug! Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine, per Liter oder Flasche von 60 Pfg. an, Rotwein( echter Ingelheimer) Lit. od 100 versendet in Gebinden von 25 Liter und Kisten von 12 Flaschen an " " " " P.Chr. Saalwächter, Weingutsbesitzer, Nieder- Ingelheim a. Rh. Das Ei des Columbus ift Sturmvogel Modell 1903 Es ist das langgesuchte und billige Rad. Feinste Präzissonsarbeit,| Höchste Eleganz, Größte Stabilität, G Niedrigster Preis. Man verlange unsere Preisliste. Deutsche Fahrradwerke Sturmvogel Gebr. Grüttner Fahrräder und Nähmaschinen O Berlin Halensee 103. Die durch den Wegzug des Herrn Pfarrer Schennemann leer gewordene Wohnung Zimmer, unmöbl., an alleinstehende Person zu verm Gießen, Neuenweg 6, part. Möbl. 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Hessisch- Thüringische Staatslotterie ( Mitteldeutsche Staatslotterie) Biehung VI. Klasse.( 14. Tag) 26. September 1903. Von der Reise zurück Prof. Dr. Walther, Frauenarzt. XXXXXXX Spezial- Geschäft für Taschen- und Weckeruhren, Uhr- Ket'en. Carl Geismar, Uhrmacher. Selterweg 46. Seltersweg 46. Grünberger Gallusmarkt. Bei dem am 14. und 15. Oktober d. J. hter statt- 229, findenden Markte, findet der Schweinemarkt am 14, der Rindviehmarkt aber wegen dem israelitischen Feiertage, am 15. Oftbr. statt. Grünberg, am 26. September 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer. Obstversteigerung. Freitag, den 2. Oktober 1. J. soll das der Stadt Grünberg gehörende Obst an Ort und Stelle versteigert werden. Der Anfang ist Vorm. 9 Uhr am Neustädtertor. Grünberg, am 26. September 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Grünberg. 3immer. Bekanntmachung. Bei der in der Sigung der Stadtverordnetenversammlung vom 24. September d. Js. vorgenommenen planmäßigen Verlosung der Ende Dezember 1903 zur ¤¤¤¤ Rückzahlung fommenden 31/ pro3. Schuldverschreibungen der Anlehen der Stadt Gießen von den Jahren 1893, 1894 und 1895 find gezogen worden: Für Bäcker! Brotpreis- Formulare hält stets am Lager Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, sind mit 200 Mark gezogen. ( Ohne Gewähr.) 62 117[ 400] 20 21 52 74 293 377 91 518 54 74 99 692 721 48 75 846 89 994 1022 86[ 400] 296 381 457 706 22 2154[ 400] 208 12[ 400] 490 553 604 729 853 910 47[ 2000] 85 3055 117 320 83[ 400] 470[ 2000] 619 58 819 36[ 400] 4088 100 209 20 92[ 1000] 382 87 574 90 661 710 81 62 84 830 35 5020 36 84 318 37[ 400] 84 451[ 400] 73 632[ 1000] 40 65 710 86 [ 400 815 55 79 975[ 400] 87[ 400] 6119[ 2000] 229 87 384 430 516 624 44 400] 52[ 400] 70[ 400] 91[ 400] 732[ 400] 7019 31 160 97 222 49 371 91 425 520| 1000] 55 671 96 99 714 56 882 8025 166 228 364 733 [ 400] 38 94[ 400 853 913 59 82 9003 248 315 17 70 528 37[ 1000] 65 [ 1000] 685 722 809 976 10098 219 310 34 436 99[ 1000] 524 601 71 77 88[ 400] 98 751 854 908 16 20 11289[ 2000] 335 76 82 89 503 57 62 789 891 12186 621 78 [ 1000] 92 745 802 78 94 919 13148[ 1000] 247 360 73 460 528 75[ 400] 91 920 14024 158 99 228 350 79 422[ 400] 24 90 99 519 41 696 723 867 87 15208 74[ 2000] 333 74[ 400] 77 532 47 730 41 16054 92 364 73 429 51 94[ 400] 748 879[ 2000] 955[ 1000] 67[ 400] 69 96 17169 76 202 30[ 2000] 330 59 93[ 1000] 490 540 707 36 866 920 18104 73 345 49 80 478[ 1000] 502 27 617 96 850 19076[ 400] 131 52 306 60[ 400] 598[ 400] 673[ 1000] 712 52 815 31 924 39 20111 63 96 206 51 605 94 96 716 81 21065 153 262 365[ 400] 68 607 72 933 55[ 400] 88 22378 406 501 18 681[ 400] 83 828 39 49 923 23038 72 97 212 89 306 75 414 91 648 55 59 779 838 58 97 992 24090 156 66 84[ 2000] 284 88[ 400] 325 757 861 25427[ 1000] 81 598 676 721 839 916 23 77 26019 59 87 108 274 [ 1000] 471 561 603 27067 158 225 31 93 395 562 650 82[ 1000] 98 741 848 52 72 940 42[ 400] 75[ 400] 81[ 400] 28010 86 146 210 79 314 450 516 42 607[ 400] 27[ 400] 736[ 400] 40[ 400] 849 979 29117 82 [ 400] 94 488 607[ 1000] 767[ 400] 98 877 904[ 400] 30031 92 237 511 49[ 400] 601 800 97 977 31077 85 127 306 95 415[ 400] 500 29 603 32 805 943[ 2000] 32016 35 162 245 99 379 650 51 73[ 400] 765[ 5000] 878 33033 412 59 606[ 400] 7[ 1000] 918 53 34078 91 347 88 480[ 2000] 537 641 42 79[ 400] 706 916 35024 170 383[ 1000] 520 52 620 823 76 960 78 36097 115 200 26 38 73 508 630 762 75 94 846 65 37036 159 63 89 234 70[ 400] 375 505[ 400] 688 795 921 89[ 400] 38143[ 400] 251 453 559 887 88 959 61 86 39049 133[ 2000] 94 233 320 78 400 538 49 767[ 400] 817 924 40266[ 1000] 324 421 554 736[ 2000] 38 823 48 94 985 86 41002 10 76 180[ 400] 383 402[ 1000] 500 17 605 98 763[ 2000] 85[ 400] 938 42295 98 300 444 525[ 400] 600 804 43100 46 88 285 446 753[ 400] 876 44070 112 258 332 53 476[ 1000] 707 87 815 900 73 1000] 45025 139[ 1000] 82 85 207 38 312 82 433 96 516 629 93 781 84 921 64[ 400] 46202 44 315 408 25[ 400] 530 630 34 73[ 1000] 761 843 95 947 47038 290 310 417 75 501 6 613 66 718[ 400] 808 79 922 25 48013 18 92 120 209 52 70 397 447 520 649 952 89 49047 526 641 73 821 95 918 94 50024 57 96 112[ 400] 209 315 633 95[ 400] 716 967[ 1000] 51035 212 36[ 1000] 695 700 912 52036 1000] 68 207 398[ 3000] 421 60 589 91[ 400] 743 865 983[ 2000] 53102 248 328[ 400] 48 466 539 52[ 400] 54+6 730 49 802[ 2000] 85 941 54045 49 196 215[ 400] 95[ 400] 366 453 82 83[ 400) 602 737[ 3000] 814 70 88[ 400] 55051 72 115 35[ 400] 220[ 1000] 48[ 400] 65 89 315 52 408 75 523[ 2000] 78[ 400] 665 729 33 827 56100 19 21 28 230 72 348[ 1000 96 410 503 67[ 400] 98 602 727 49 74 57011 70 185 232 327 96 425 89 554 79 725 50 59 81 927 35 50 69 92[ 400] 58040 161 86 206 30 394 [ 1000] 470 587[ 400] 894 927 59250[ 400] 68 377 83 464 534 77 90 820 60128 13000] 292 440 70[ 400] 648 79 716 400] 914 29 46 61005 [ 2000] 79| 400] 155 269 81 319[ 400] 52 77 504 56 731 43 836 962 62076 154 89 238 50 325 421 46[ 400] 508 600 66 710 26 49 62 81 84 991[ 1000] 92 63078 156 83 381 471 545 610[ 400] 47 793[ 400] 884[ 400] 930 64061 400] 255 413 62 590 680 708 957[ 400] 64 65978 376 424 27[ 1000] 548[ 400] 53 647 76 728 65 80[ 400] 66035 220 92[ 400] 302 25 33 49 424 50 76 503 20 52[ 1000] 56 813 41 980 67071 80 111 239 82 354 95 407 8 545 72 637 736 865 75 971 68002 8 166[ 400] 200 36 39 51[ 400] 333[ 1000] 410 63 510 724 40 78[ 400] 861[ 400] 933 51[ 5000] 69036 348[ 400] 52 53 85 529 660 728 57 99 [ 2000] 895 1000 915 35 70058 144 55 315 17 458 533 618 27 77 80 830[ 400] 71089 92 163 204[ 400] 363 593 630 912[ 2000] 72183 273 394 402 18 23 38 86 502 56 57 668 782 819[ 400] 904 98 73001 77[ 10000] 101 46( 1000] 247 1000] 610 90 794 853 75 3000] 911 74088 96 286 303 520 765 803 7 24 79 87 927[ 1000] 37 80 75030 53 373 438[ 400] 53 97 625 762 894 956 76009 147 95 237 454 60[ 10000] 85 507 13 617 32 773 879[ 400] 77023 164 280 95 643 847 913[ 2000] 54[ 400] 78129 32 71 338 477 564 65 76[ 1000] 678 784 804 79067 394 511 39 697[ 400] 80045 108 36[ 1000] 356 65 92 417 65 608 23 54 767 72 809 28[ 400] 68 955 81052 108 82 99 208 53 54[ 400] 458 61 660 767 804 82014 170 280[ 400] 453 86 544 648 89 83093 194 237 80 430 551 632[ 400] 50 700 55 891[ 5000] 928 84004 43 76 145 297 434 58 68[ 400] 611 92 785 824[ 400] 57 901 14 19 85226 424 49 83 536 65 717 50 91 86031 134 42 89 97 98 209 [ 400] 373 556 82 638 54 94[ 400] 761[ 1000] 72 948 87067 136 204 13 72 76 81[ 400] 452 86 590[ 5000] 603 82 722[ 400] 834 89[ 400] 936 88065[ 400] 99 168[ 400] 261[ 400 86[ 400] 93 433 99 835 75 79 927 [ 2000] 89083 528[ 1000] 625 35 62 721 802 43[ 2000] 90147 87 281 377 432 43[ 400] 505[ 400] 40 639 61 729 44 842 91020[ 400] 59 177 251[ 1000] 68[ 400] 383[ 400] 463 665 908[ 400] 79[ 1000] 92076 153 86 223[ 1000] 301 42 68[ 400] 521 602 29 722 63 800 42[ 400] 65[ 3000] 983 93208[ 1000] 308[ 400] 642 89[ 2000] 929 94017 88 186[ 1000] 240[ 10 000] 60 385[ 400] 440[ 1000] 534[ 400] 44 762 911 25 95062 67 154 246 312 448 52 775 870 96013 30 167 95 210 487 701 82 831 69[ 1000] 957[ 400] 97028 69 103[ 400] 319 33 83 433 [ 2000] 66 529 609 63 68[ 1000] 759 965 98202 376 447 504 74 90[ 400] 637 74 81 812 929[ 2000] 66 91 99044 118 226 28 41 400[ 2000] 576 773 854[ 1000] 955 97 Nächste Ziehung Montag den 28, September 1903. staatl. tonz. Haupt- Kollekteur ( Mitteldeutschen) Staats- Lotterie. Richard Buchacker, Giessen. Neuen- Bäue 11. der Hess. Thüringischen a von 1893er Anlehen. Lit. L. Nr. 11, 47, 54, 71, 76, 96 a. 2000 Mt. die Expedition. " Zirkus Lorch Oswalds- Garten, Gießen. Montag, 28. Septbr. abends 8 Uhr: Novitäten- Abend mit nenem großartig. Brogramm. Allabendl. stürmisch. Beifall. Die einzig dastehenden 7 Geschwister Lorch. Noch nirgends gesehene hoch= elegante Produktionen der alt= griechischen ikarischen Spiele. Die Fahrt im O Todesring. Auftreten aller Kunstkräfte, sowie das neueste und interressanteste auf dem Gebiete der militärischen Pantomimen. Kriegs Episoden aus dem Tranevaalkriege. Dargestellt nach getreuen Begebenheiten auf dem südafrikanischen Kriegsschauplaze, ausgeführt von über 120 Personen und 30 Pferden. Dienstag, Abend 8 Uhr: Gross.Vorstellung dabei Kriegs Episoden aus d: m Transvaalkriege. Mittwoch, nachmitt. 3 Uhr: Kinder- und FamilienVorstellung zu bedeutend herabgesezten Preifen. Das Programm dieser Vorstellung ist eigens für Familien. publikum inszeniert. Turnverein QO Lollar. O Das Abturnen wurde in letzter Stunde verchoben und findet nun nächsten Sonntag, den 4.0ft. statt. Der Vorstand. Brima Kartoffel Speise n. Salatkartoffel zu den billigsten Tagespreisen empfiehlt J. Hankel " 1 " f M. Nr. 166, 237, 272, 274, 350, 372, 386, 392, a 1000 Mt. N. Nr. 87, 141, 204, 224, 373, 375, 398, 467, Abonnementopret m'e Haus gebracht Bratisbellagen: O Oberbeffifche Bette Betenban, fowie bie Das Blatt erfchet für Ob Ext Wendung in Ein römisches Beziehungen steht, 518, 577, 644, 662, 728, 734, 749, 772 Bopit Pius X a 500 Mt. O. Nr. 66, 73, 93, 136, 180, 281 a 200 Mt. P. Nr. 76, 130, 150, 157, 211, 266, 322, 359, a 100 mf. Lit. L. Nr. 370, 371 a 200 Mt. gefagt:" Teilt E Monte Caffi der heilige Vater prochen, dort de befledten Empfäng Ob es sich h handelt, läßt sid b. vom 1894er Anlehen. M. Nr. 415, 464 a 1000 Mt. IP " N. Nr. 860, 967, 975, 1031, 1045, 1068 a 500 Mt. Jedenfalls würde O. Nr. 354, 378, 396, a 200 Mr. P. Nr. 477, 499, 558, 570 a. 100 Mr. c. vom 1895er Anlehen. Lit. L. Nr. 431 " " = = 2000 Mt. M. Nr. 522= 1000 Mt. , N. Nr. 1103, 1106 a. 500 Mt. Es wird dies mit dem Anfügen zur Kenntnis der Besitzer der vorbemerkten Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung derselben bet der Stadtkasse Gießen, bei dem Bankhause A. Heichelhein in Gießen und bei der Mitteldeutschen Creditbank in Frankfurt a. M. erfolgen kann, sowie daß die Verzinsung mit Ende Dezember 1903 aufhört. Von den in vorhergehenden Jahren ausgelosten Schuldverschreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt worden: Lit. N. Mr. 14 und 29 über 500 Mt. O. Nr. 415 über 200 Mr. " " P. Nr. 25 und 252 über 100 Mt. Gießen, 25. September 1903. Der Oberbürgermeister Mecum Bekanntmachung. Die Mäusburg wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Montag, den 28. d. Mts. ab bis auf Weiteres für den Fuhrwerks und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 25. September 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Bekanntmachung. Diejenigen, welche für den bevorstehenden Winter Fichten- Deckreiser aus den städtischen Waldungen zu beziehen wünschen, wollen ihre Meldungen spätestens bis zum 10. Oktober auf der Bürgermeisterei- Zimmer Nr. 15 erstatten. Die Leferung erfolgt frei vors Haus. Der Preis ist auf 16 Pfg. für die Welle festgesetzt und bei der Anmeldung zu entrichten. Gießen, den 24. September 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. In der Zeit vom 19. Septbr. bis 26. September 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 PferdeHalfter, 1 Brille mit Futte al und 1 Gebetbuch. gewaltiger Bedeut Kirchenstaat anne gewählter Verban ihrer Wahl deffen der Protest dofuh gegen das Unred geschehen ist. Me der Päpste viel z habe. Der mys momchen Sieg er Wirkung: Es fe der katholischen G lig fordern, daß meint in diesen Shubles auf wel würde, wenn der Erbe, Bewegungs Persönlichkeit, den und Besuche in mogen agitate ri chon der Augen steinernen Morn mehr dem Geiste fann und wird, d Wir jedenfalls för des römischen Bl zu nehmen. Das Urteil ift gestern( Diens ilgeflägten, a wurden zu zwei Siercharge verurt Gelt à chi Mo Alexanders Ve Fiewitsch ein Pingeflagten erhi Monaten. Alle Ueber den f folgende Nachri Theodorowitsch, naben seine Unt Burschwörer mi interpretiert die mordet, sondern Ginige andere iin. Die Tat Serbien gerveje dient, das Man reiben su taf nen Gegenper forderte. Die Generalen erwe Der eine der folgendes aus: meldje nadj§ 5 en fönnen, der nüberreidjen, ischen Gesetzen Auflehnung g egangen word berloren: 1 silberne Cylinderuhr mit Kette, 1 goldenes Medaillon und 1 Damenportemonnaie mit 6 Mt. Inhalt und Visitkarten. entlaufen sind: 1 schwarzer Dachshund auf den Namen Tom hörend, Steuermarke 1904 1 grauer Rattenpinscher. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend Schloßgaffe Gießen. zu machen. Tücht. Kellner ucht Stellung per sofort oder später Offert. u. 2470 an die Expedition d. Bl. erbeten. Gießen, den 26. September 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Tücht. Schreinergeselle Bandeisen fofort gesucht. H. Vollmöller, Gießen, Großer Steinweg 10. Hechler. eine größere Menge, hat sehr billig abz geben die Expedition. iere qualifizie Dienstreglemen erichtlich geal prechung mein iere. mird der allge fahren wesentlic wird jeinen Ur Eagen verfündi Crivartet für al Deutende Strai jogar starf au der sich der St auf die Dauer rft. Glee tatt. 229, am 14, der en Feiertage Grünberg. 18 der Sta De verfteige uftädtector. nberg. rordnetenbe genommene er 1903 зи rfchreibunge Jahren 189 00 Mt. $ 72, 386, 391 375, 398, 461 734, 749, 77 200 Mt. 266, 322, 35% 068 a 500 Dr. Kenntnis de ngen gebragt Abonnement& prete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., n's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Mittwoch, den 30. September 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionspret 8: Die einspaltige Betttzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Bfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Bfg. Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Wendung in der vatikanischen Politik? Ein römisches Blatt, das zur italienischen Regierung in Beziehungen steht, bringt die Aufsehen erregende Nachricht, Papst Pius X. habe dem Benediktiner- Pater Amelli gesagt:„ Teilt Eurem Aht mit, daß wir uns bald in Monte Cassino sehen werden." Desgleichen habe der heilige Vater dem Abt von Cava di Tirreni ver. sprochen, dort der Jubelfeier des Dogmas von der unbefleckten Empfängnis bei zu wohnen. Ob es sich hier um mehr als einen Versuchsballon handelt, läßt sich natürlich nicht so ohne weiteres fügen. Jedenfalls würde ein solcher Entschluß des Papstes von gewaltiger Bedeutung sein. Seit das königliche Italien den Kirchenstaat annektierte, residiëren die Päpste in selbstgewählter Verbannung im Batikan und überschreiten nach ihrer Wahl dessen Grenzen niemals wieder. Es soll damit der Protest dokumentiert werden, den die Kirche noch hellte gegen das Unrecht erhebt, das ihr nach ihrer Auffassung geschehen ist. Want hat gesagt, daß diese Abgeschlossenheit der Päpste viel zu ihrer Macht über die Massen beigetragen habe. Der mystische Zauber, durch den die Kirche so manchen Sieg erſtritt, tut eben auch hier seine bannende Birkung: Es fehlt aber auch nicht an Stimmen innerhalb der katholischen Christenheit, die seit langeht schon bernehm lich fordern, daß mit der Tradition gebrochen werde. Man meint in diesen Kreisen, daß der Einfluß des heiligen Stuhles auf weltliche Dinge ein noch weit größerer werden würde, wenn der Nachfolger Petri, wie die Fürsten dieser Erde, Bewegungsfreiheit hätte, und durch die Macht seiner Persönlichkeit, den Glanz seines Hoses, durch Empfänge ausgelosten und Besuche in den Hauptstädten der Welt gewisserr Rückzahlung maßen agitati risch wirken könnte. Ob aber heute schon der Augenblick gekommen ist, wo mit schon zut steinernen Nornt gewordenen Gebrauch als nicht mehr dem Geiste der Zeit entsprechend gebrochen werden kann und wird, das, wie gesagt, ist doch noch sehr die Frage Wir jedenfalls können uns nicht entschließen, die Nachricht des römischen Blattes init unbedingtem Vertrauen entgegen zu nehmen. in Gießen und nt in Frant ng mit End ornahme von 8. d. Mts. al Fahrradverkeh henden Winte Waldungen z en spätesten rei- Zimme 5. Der Preis d bei der An Das Urteil im Prozess gegen die Nifcher Offiziere ist gestern( Dienstag) gesprochen worden. Die beiden Hauptingeflägten, Hauptleute Nowakowitsch und Lazarewitsch), wurden zu zwei Jahren Kerker und zum Verlust der Offiziercharge verurteilt. Oberleutnant Theodorowitscherhielt a chi Monate; der ehemalige Leibarzt König Alexanders Velitschtowitsch und Rittmeister 2 e 6 n- tiewitsch einen Monat Kerker. Die übrigen 22 Angeklagten erhielten Kerkerstrafen von vier, acht und zwölf Monaten. Alle haben Berufung eingelegt. Ueber den sensationellen Prozeß verzeichnen wir noch folgende Nachrichten aus Belgrad: Der Oberleutnant Aza Theodorowitsch), Neffe des Ex- Ministers Theodorowitsch, der neben seine Unterschrift auf die Sturmpetition schrieb:„ Alle Verschwörer müssen aus der Armee ausgerottet werden", interpretiert diesen Saz dahin, die Offiziere sollten nicht ermordet, sondern aus dem Offiziekkorps entfernt werden: Ginige andere Angeklagte erffären, irregeführt worden zu jein. Die Tat vom 11. Juni sei ein erlösendes Werk für Serbien gewesen. Novakowitsch habe sich des Tricks bedient, das Manifest inter nur von einem Offizier unterfenen Gegenverschwörer fannte, der ihn zur Unterschrift aufforderte. Die Liste mit den angeblich mitverschworenen Generalen erweist sich als agitatorischer Kniff. ptember 1903 schreiben zu füffelt, so daß der Unterschreibende immer nur Jalt, 1 Pferde utte al und 1 mit fette, 1 1 Damen Inhalt und hund auf den Steuermarte npinscher. denen Gegen i uns geltend Der eine der sechs Verteidiger führte in schneidiger Rede folgendes aus: Was ich sage, gilt für alle Angeklagten, welche nach§ 53 angeklagt sind, jedoch nicht verurteilt wer= den können, denn nur die Absicht, ein Manifest dem König 31 überreichen, ist erwiesen; aber die Absicht ist nach ſerbischen Gesetzen nicht strafbar. Das Verbrechen nach§ 53 ( Auflehnung gegen die Militärgewalt) ist von niemandem begangen worden. Die Handlungen der angeklagten Offiziere qualifizieren sich höchstens als Vergehen gegen das Dienstreglement und können nur disziplinariter, nicht kriegsgerichtlich geahndet werden. Deshalb fordere ich die Freisprechung meines Klienten und aller mitangeklagten Offiziere. Das Los der Verurteilten wird der allgemeinen Meinung nach im Appellationsverfahren wesentlich gemildert werden. Das Oberkriegsgericht wird seinen Urteilsspruch, wie verlautet, bereits nach drei Tagen verfündigen, spätestens aber am 5. Oktober. Man erivartet für alle Angeklagten, auch die Rädelsführer, behat sehr billig deutende Strafherabsetzungen. Ihre Kameraden rechnen xpedition. sogar stark auf gänzliche Begnadigung seitens des Königs, der sich der Strömung, die gegen die Königsmörder herrscht, auf die Dauer nicht entziehen fönne. Von allen Seiten regnet es Sympathiekundgebungen für die Angeklagten. So ethielt General Magdalenitsch angeblich auch eine Ansichtskarte aus Potsdam von Offizieren des ersten Garde- Regiments mit der Aufschrift:„ Hoch den unerschrockenen Verteidigern der Offiziersehre. Ein Pereat den Königsmördern!" Bestimmt verlautet, daß außer Magdalenitsch auch die Generale Franassowitsch, Mischkowitsch, Boschkowitsch und Oberst Vassitsch die Sturmpetition der angeflagten Offiziere gutgeheißen haben. Die Juwelen König Alexanders und Dragas sollen bekanntlich nach einer Erklärung der ſerbischen Regierung demnächst versteigert werden. Sie hätten sich unberührt in Alexanders Nachtkästchen aufgefunden. Damit soll der Empörung gegen die Königsmörder, die von den Nischer Offizieren des Raubes und der Leichenschändung geziehen wurden, ein Damm gesezt werden. Nur traut man der Erklärung nicht recht, aus dem einfachen Grunde schon, weil erwiesenermaßen in Aleranders Zimmer gar kein „ Nachtkästchen" war. Auch zieht man die Versteigerung in berechtigten Zweifel, da die Pretiosen der Königin Natalie als Erbit zustehen. Die„ Beogradska Novine" behaupten allerdings, daß Königin Natalie nur jene Verlassenschaft nach dem König Alexander annimmt, welche aus dem Obrenowitsch- Bermögen stammt. Doch ist dieses„ nur“ unter Umständen auch ein sehr weiter Begriff. Denn König Peter schaltet und maltef in Wahrheit als Herr im Privateigentum des ermordeten Alexander und dessen Ahnherren. Soll doch Betét 1. Get seiner Ankunft in Belgrad nichts weiter als ein Bett in den donat mitgebracht haben. Amerikanische ,, Bombenreklame". - Zur Attentatsriecherei in Amerika. Unser A Mitarbeiter schreibt uns: Die teuren Kabeltelegramme aus Amerika, die in deutschen Blättern allmählich zur stehenden Rubrik geworden sind, haben ein pathologisches Nebeninteresse: Man kann mit einiger Ruhe behaupten, daß jedes dritte von ihnen die Nachricht von einem angeblichen Attentat gegen den Präsidenten Roosevelt bringt und jedes vierte diese Nachricht rückhaltlos dementiert. Eine Industrie für sich und dabei eine schöne Reklame. Auf Herrn Roosevelt könnte Marimilian Harden nicht mit Unrecht das bekannte Wort von einer„ Bombenreflame" münzen, durch das er seiner Zeit den zweiten Reichskanzler unter der Beschuldigung, dieser suche sich durch Attentatsgerüchte populär zu machen, dem Spott der Menge preisgeben wollte. Herr Roosevelt versteht es überhaupt, sich bei jedermann populär zu machen. Seine derbe Biedermannsart mag ein gut Stück Pose sein, jedenfalls wirkt sie nach Wunsch. Das Raubrettertum auf dem Präsidentensize gibt einen martialischen Anstrich. Auch jener Windstoß war sicherlich fein Zufall, der bei der kurzen Fahrt durch Jersey City seine Rockschöße in die Höhe hob und verriet, daß in einer der Seitentaschen auf der Hüfte ein Revolver stecke. Die Newyorker Presse sorgte willig für die Verbreitung dieser Geschichte und von Washington sus wurde geschäftig gemeldet, vorr jei ce längst kein Geheimnis mehr, daß der Präsident bewaffnet umhergehe. Damit aber auch ja der Menge der gewisse heroische Bug nicht entgehe, wurde gewichtig hinzugefügt, der Präsident habe geäußert, daß die Person, die etn Attentat auf sein Leben verüben wollte, gut daran täte, thn nicht beint ersten Schuß zu verfehlen, denn er würde ihr nicht Zeit lassen, einen zweiten zu wagen. Die Herren Anarchisten mögen sich also vorsehen! Man kann sich des Gefühls als ernster Mensch nicht erwehren, daß in einer Reklamie solcherart etwas unendlich Kindisches liegt. Und es hat etwas Beschäntendes, daß sich deutsche Blätter wieder und wieder dazu hergeben, diese Beilenfchinder- Geschwäße geschäftig zu folportieren. Dabei fostet die Sache allein an abelspesen ein kleines Vermögen. Statt daß man sich also wenigstens für diese „ Bombenreklame" bezahlen ließe, legt man oben drein noch Geld zu. Die Amerikaner sind uns an smartness denn doch bedenklich über. Eine Ueberbrückung der Oft fee. $ Warnemünde, 29. September. In festlichem Schmuck prangt Stadt und Hafen, um den Großherzog mit seinen Festgästen würdig zu empfangen, die morgen erwartet werden, um dem großen neuen Verkehrswege über die Ostsee, zu dessen einem Ausgangspunkt Warnemünde ausersehen ist, die Weihe zu geben. Am 1. Oktober wird dann der planmäßige Betrieb der großen Dampffähren zwischen dem dänischen Hafen Gjedser und Warnemünde eröffnet werden, die die zwischen Berlin und Kopenhagen verfehrenden Eisenbahnzüge über die Ostsee befördern sollen und gewissermaßen eine große Brücke vom Festlande nach Dänemark schlagen. Damit wird das dänische und in weiterer Linie das schwedische Eisenbahnnez und damit das Wirtschaftsleben dieser Länder wieder bedeutend enger mit dem Deutschlands verbunden. Gegenüben den schon bestehenden Transportwegen bedeutet die neue Fährstraße nach Skan dinavien eine Verkürzung um nahezu 100 Kilometer. Relativ ebenso bedeutend ist die Annäherung an Dänemark ſelbſt. Vier riesige Fährschiffe, zwei Doppelschraubenfähren und zwei Räderfähren werden den Verkehr vermitteln. Davon stellt Mecklenburg- Schwerin die Räderfähre Friedrich Franz IV" und die Doppelschraubenfähre ,, Mecklenburg", Dänemark die Räderfähre Princesse Alexandrine" und die Doppelschraubenfähre Prinz Christian". Letztere iſt auf der Helsingörer Schiffswerft erbaut, während die drei erstgenannten auf den Schichauwersten in Elbing und Danzig hergestellt worden sind. Die Maße der Schiffe übertreffen bei weitem die Bodensee und die Rheinfähren, wie auch die Dampffähren zwischen Stralsund und Rügen. Für treffliche Anlegestellen ist sowohl hier wie in Gjedser in umsichtigster Weise gesorgt worden. Im hiesigen Hafen ist die Stromausfahrt gerade gelegt worden, was auf diese Weise der ganzen Schiffahrt zugute kommt. Mit der Einrichtung der Fähre geht die einer direkten Schlafwagen- Verbindung zwischen Berlin und Kopenhagen Hand in Hand. Welch große Bedeutung der neuen„ Ostseebrücke" innewohnt, ersieht man am besten daraus, daß der greise dänische König es sich nicht nehmen läßt, der Einweihung beizuwohnen und auf der Fähre Prinz Christian" deren erste Fahrt mitzumachen. Er trifft zu diesem Zweck heut Abend um 7% Uhr' in Gjedser ein. In seinem Gefolge befinden sich u. a. der Kronprinz, die Prinzen Waldemar bon Dänemark und Georg von Griechenland. Sie kommen bon Röskilde, wo sie anläßlich des Todestages der Königin Luise Kränze in der Domkirche niederlegten. Sie werden in der festlich geschmückten Fährhalle den mecklenburgischen Großherzog und seine Gäste empfangen und nach der Besichtigung der Anlagen und einem Frühstück die Fahrt nach Warnemünde antreten. Den Schluß der Feierlichkeiten bildet am 1. Oktober ein Festessen in Rostock. Die Politik. Unser CB- Mitarbeiter teilt uns mit, daß in leitenden militärischen Kreisen das Gerücht stark verbreitet sei, daß anläßlich der letzten Fälle schwerer Mißhandlung von Soldaten der Kaiser selbst demnächst wieder einmal das Wort ergreifen werde, um seiner Meinung unzweideutig Ausdruck zu verleihen. Bekanntlich hat der Monarch schon früher des öfteren Veranlassung genommen, zu diesem Mißstande Stellung zu nehmen. Die Einberufung des Reichstages wird warscheinlich ani 1. Dezember erfolgen. Es blieben somit vor Weihnachten im ganzen 15 Sigungstage. Man ist der Meinung, daß das genügen wird. Nach Neujahr wird man den Etat beraten und sich an die neue Militärvorlage machen, die nach den Feiertagen eingebracht werden wird. Die Handelsverträge sind vor Ostern kaum zu erwarten, wenn überhaupt bis dahin eine Einigung mit den in Frage kommenden Mächten erzielt ist. Mit der Schweiz werden die Verhandlungen am 9. Oktober beginnen; weitere Daten sind noch nicht bekannt. Im Reichsjustizamt ist die Kommission für die Strafprozeßrevision soeben zusammengetreten. Sie befindet sich noch in der ersten Lesung der ihr vorgelegten programmatischen Fragen. Das wäre nicht so schlimm, da die zweite und endgültige Lesung allem Vermuten nach rasch verlaufen dürfte. Ernster ist es, daß sie bisher kaum ein Drittel des Programms durchgearbeitet hat und daß die wichtigsten Fragen, insbesondere die Gestaltung der Voruntersuchung, die Zusammensetzung der Strafkammern, die Berufung gegen Straffammerurteile und die Revision gegen Berufungsurteile noch der Entscheidung harren. In diesen Fragen liegt der Schwerpunkt der Reform. Gelegentlich der Eröffnung der LandwirtschaftsAusstellung in Durlach hat der badische Minister Schenkel eine Rede gehalten, in der er sich scharf gegen die Sozialdemokratie aussprach, die seit Dresden ihre Maske gelüftet habe. Er kündigte des weiteren die schon lange erörterte Vorlage betr. Einführung direkter Landtagswahlen an, die, wie es von anderer Seite heißt, an die Zensuswahl und die Verstärkung des Budgetrechts der ersten Kammer anknüpfen soll. Sollte diese lezztere Vermutung zutreffen, dürfte es in der badischen Kammer erregte Kämpfe geben. In seiner Budgetrede gelegentlich der Eröffnung des bayrischen Landtags hat sich Finanzminister v. Riedel des längeren über das finanzielle Verhältnis des Reiches zu den Einzelstaaten ausgelassen. Eine Neuregelung sei dringend geboten, aber es sei vor der definitiven Gestaltung der Zollverhältnisse gar nicht daran zu denken, daß man an eine erschöpfende Reichsfinanzreform herangehen könnte. Jedenfalls bestehe die absolute Notwendigkeit, daß in nächster Zeit schon neue Reichseinnahmen geschaffen würden. Im ungarischen Abgeordnetenhause hat man pater peccavi gesagt. Den Abgeordneten Perczel, Grafen Andrassy, Rakovsky und Kubinyi ist für ihre unerlaubten Zwischenrufe der gebührende Ordnungsruf erteilt worden. Und der tapfere Barabas, der Hauptkrafehler, hat sich zu einer demütigen Abbitte bereit finden lassen. Er erklärt: In der letzten Sitzung sei ihm der Ausdruck wir glauben dein königlichen Worte nicht" in höchstgradiger Erregung entschlüpff: er habe eigentlich sagen wollen, wir alauben nicht, daß dies das Wort des Königs sei". Er bittet das Abgeordnetenhaus, seine Worte als nicht gesprochen zu befrachten, da es ihm, wie jedem Ungarn, fern liege, die geheiligte Person des Königs absichtlich beleidigen zu wollen. Natürlich trönt seine Rede der übliche Beifall, der in gleichem Maße Herrn Krasznay von der Kossuthpartei zu teil wird, der vom Ministerpräsidenten Koerber sagt, daß er sich mit ebensoviel unwissenheit wie bösem Willen in die ungarischen Angelegenheiten gemengt habe. Der Rouener Friedenskongreß ist geschlossen. Noch am letzten Tage hat sich der französische Handelsminister Trouillot dabei als Gegner des Krieges bekannt und die sozialen Wohltaten aufgezählt, die mit dem Gelde zu realisieren wären, das die Armeen verschlängen. Er kam dabei auch auf die deutsch- französischen Kriege zu sprechen und gab die Schuld daran im wesentlichen der napoleonischen Dynastie. Diese Aufklärung wird den Franzosen nach dreiunddreißig Jahren hoffentlich willkommen sein. Die englisch- amerikanische Alaska- Grenzkommission arbeitet in London schon seit 14 Tagen an der Beilegung des alten und vielerörterten Grenzstreites. Wie es heißt, stehen die Dinge für England nicht sonderlich günstig, was im Interesse Kanadas vom britischen Standpunkte aus sehr zu beklagen wäre. Neue Anklagen gegen England aus alten Ursachen erhebt der Wiesbadener Burenhilfsbund. Er behauptet nichts mehr und nichts weniger, als daß die große Sterblichkeit unter den Buren in den Konzentrationslagern darauf zurückzuführen sei, daß das den Gefangenen gelieferte Brot fremde Substanzen, darunter Glassplitter, enthalten habe. Auch der englischen Regierung sei das bekannt, aber sie leite keine Untersuchung ein, aus begreiflichen Gründen. Nach langem Hin und Her ist nun in Serbien endlich die Stupshtina zusammengetreten. Wie es heißt, wird General Gruic die kabinetsbildung eines Koalitions. ministeriums aus den beiden radikalen Parteien übernehmen. Ob es ihm gelingen wird, eine Vollzahl von bereiten Männern zusammenzubringen, ist noch die Frage. Indessen läßt sich die Dynastie Karageorgewitsch fester im Konak nieder. Prinz Alexander wird nicht nach Petersburg und Prinz Paul nicht nach Genf gehen; man wird vielmehr geeignete Lehrkräfte heranziehen, die die Ausbildung der Prinzen im Lande selbst besorgen. Heer und flotte. Neubewaffnung der bayrischen Armee. In der bayrischen Armee wird Anfang Oktober mit der Einführung des neuen Infanterie- Gewehres" 98" begonnen werden. Dieses Gewehr ist bekanntlich eine Verbesserung des bisher in Gebrauch geweſenen Gewehrmodells„ 88". Da beide Gewehre die gleiche Patrone verfeuern, ist es möglich, die Einführung des neuen Gewehrs allmählich vorzunehmen. Als Waffe der Marine und des ostasiatischen Expeditionskorps hat das Infanteriegewehr 98 sich bei den kriegerischen Ereignissen in China vollkommen bewährt. Rohrrücklaufkanonen für die Schweiz. Wie aus Essen gemeldet wird, hat die Firma Krupp mit der Schweizer Regierung einen Kontrakt über die Lieferung von 288 Rohrrücklauffanonen geſchloſſen. Als Lieferzeit sind drei Jahre bestimmt. Hus dem Gerichtsfaal. beamten Röhl in Kyritz die Summe von 50 Wark zugehen. Röhl wurde bei Erſtürmung der Siko- Forts von einer feindlichen Kugel getroffen. Der Schuß streifte zuerst den Rand der Uhr und zertrümmerte diesen. Dadurch wurde der Anprall gemildert und Röhl selbst nur leicht verwundet. Panik im Hallenser Zoologischen Garten. Eine Schreckensszene entstand im Zoologischen Garten zu Halle dadurch, daß der siebenjährige, mittelgroße Elefant, der als Reittier benutzt wurde und der im Sattel drei Kinder trug, plötzlich scheute. Mit einem Ruck schleuderte er die Kinder ab, durchbrach die Absperrung, und dann trottete der Koloß, der noch ziemlich gutmütig war, durch die Menge, eine An zahl Personen beiseite stoßend und Tische, Stühle und Tassen zertrümmernd. Die von ihm beiseite gestoßenen Wärter fingen ihn an der Eingangstreppe wieder ein und versuchten, ihn in seinen Zwinger zu schaffen. Durch das Hülferufen der bestürzt nach allen Seiten auseinander stiebenden Menschenmenge wurde der Elefant noch mehr erregt und lief nun, eine Frau und einen Kinderwagen mit einem Säugling sowie eine Laterne umstoßend, in die mit Geflüchteten gefüllte Veranda. Dort trat er Tische und Stühle entzwei und drückte, sich in einer Ecke drehend, eine Anzahl Personen empfindlich gegen die Wand, wobei mehrere stark gequetscht wurden. Es dauerte längere Zeit, bis man den störrischen Gesellen soweit gebändigt hatte, daß er abgeführt werden § Interessante Eigentumsfragen werden als Folgeerscheinung des letzten Hochwassers in Schlesien, Brandenburg und Westpreußen dortige Gerichte beschäftigen. Zahlreiche Schwäne wurden durch die Fluten von dem heimischen Gewässer abgeschwemmt und viele Meilen weit verschlagen. Verschiedene derart um ihren Besitz gekommene Schwanenzüchter und Liebhaber haben nun ausgekundschaftet, auf welchem Gewässer die Schwäne jetzt treiben und verlangten die Herausgabe der Tiere. In vielen Fällen wurde diesem Ansuchen entsprochen, in anderen aber nicht, mit der Motivierung, daß mit gleichem Recht auch die verschlagenen Fische gefordert werden könnten. Nun sollen die Gerichte über diese interessante Eigentumsfrage ihre Entscheidung treffen. fonnte. Eine Ballondanerfahrt wird in nächster Zeit der durch seine aeronautischen Bestrebungen bekannte österreichische Erzherzog Leopold Salvator von Paris aus unternehmen. Der Pariser Aeroklub wird dem Herzog einen Ballon von allergrößtem Volumen zur Verfügung stellen. Der Erzherzog hofft bei günstigem Wind bis ins Innere Rußlands zu gelangen, also eine Strecke von etwa 3000 Kilometer zurückzulegen. Der Erzherzog nimmt Proviant für acht Tage mit. Auffindung eines von Zigeunern geraubten Kindes. In Bahrendorf( Kreis Wanzleben) wurden von Gendarmen zwei Zigeuner verhaftet, die ein gestohlenes Kind mit sich führten. Es ist die 1901 verschwundene, damals sechsjährige Tochter Else des Kutschers Kassel in Hannover. Alle Nachforschungen nach dem Kinde im In- und Auslande hatten zu feinem Reſultat geführt, trotzdem der Regierungspräsident in Hannover 1000 Mark Belohnung auf die Auffindung gesetzt hatte. Endlich kam man bei Staßfurt auf die Spur einer Zigeunerbande, die ein blondes Mädchen mit sich führten, auf das die Beschreibung der Else Kassel paẞte. Auch das besondere Kennzeichen, die Warze in der Handfläche, war vorhanden. Den Zigeunern gelang es aber im letzten Augenblick, das Kind noch einmal vor der Behörde zu verbergen, bis es ihnen endlich bei Wanzleben abgenommen werden konnte. § Die Fälschungen des Geheimen Sekretärs Meder aus dem preußischen Ministerium des Innern beschäftigten das Berliner Schwurgericht. Wie erinnerlich, war Meder angeflagt, in acht Fällen Anweisungen des Ministers des Innern, jezigen Finanzministers v. Rheinbaben, auf den Dispositionsfonds, beziehungsweise Quittungen des Geheimen Ober- Regierungsrats Maubach in der Zeit vom 30. April 1900 bis 14. März 1901 gefälscht und die darauf erhobe= nen Gelder im Gesamtbetrage von 7870 Mart für sich verwandt zu haben. Der Angeklagte hatte sich ein Spezial- Verteidigungssystem zurechtgelegt. Er behauptete, er wisse von den acht Anklagefällen nichts und müsse, wenn er überhaupt Fälschungen begangen haben sollte, sich dabei in einem epileptisch- nervösen Dämmerungszustande befunden haben. Bei dieser Behauptung ist er seitdem geblieben. Um diesen Dämmerungszustand" glaubhaft zu machen, ließ der Angeklagte in einem Tagebuch, das er während seiner langen Untersuchungshaft und während mehrerer Beobachtungen seines Geisteszustandes in Frrenanstalten geführt hatte, bei mehreren Tagen Lücken und schrieb dann tags darauf ein, er könne sich nicht besinnen, wie der vorhergehende Tag verLaufen sei. Im Laufe der Verhandlung aber sah er das Nußlose seines Systems ein und besann sich endlich auf seine Straftaten. Er wurde zu vier Jahren Gefängnis unter Anrechnung von zwei Jahren Untersuchungshaft und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Ernen Ralbfleisch an de Traouionen nichts wissen will; er fordert alle Besucher, ohne Unterschied des Standes, höflich auf, Platz zu nehmen. Die Cistercienser aber sträubten sich ein Weilchen; ob sie, eingedenk der alten Tradition, geglaubt haben mögen, daß sie wir nicht, aber es steht fest, daß sie sich nicht setten, auch dann nicht, als der Papst seine Aufforderung wiederholte. Da wurde Pius X. ärgerlich und sagte:„ Ja, soll ich Euch denn selbst die Stühle bringen!" Jetzt erst nahmen die Mönche schüchtern Plaz. Kardinäle sind sie aber nicht geworden! plöglich alle zu Kardinälen ernannt worden seien, wissen ordentlichen Prof † Unruhen wegen einer Riesenpleite werden aus Newyork gemeldet. Dort brach die Lake Superior Company zusammen. Ihre Arbeiter, denen die Gesellschaft 200 000 Dollars schuldet, veranstalteten Tumulte. Alle Fenſter wurden zertrümmert, die Waffenläden geplündert und viele Schüsse abgefeuert, so daß Militär aufgeboten werden mußte. Später erstürmten die Arbeiter das Kontorgebäude und demolierten alles. Die Verlesung der Aufruhrakte blieb erfolglos und das Militär wurde mit Steinen geworfen. Man befürchtet das Schlimmste. § Das Eisenbahnunglück auf dem Berliner FriedrichstraßenBahnhof am 2. Mai d. J., bei dem der Artist Mühlfleth seinen Tod fand und verschiedene Personen verlegt wurden, trug dem Lokomotivführer Richard Grothe vor der Berliner Straffammer 9 Monate Gefängnis ein. Der Angeklagte, der bei der Führung seiner Lokomotive den allerelementarsten Vorschriften zuwidergehandelt hatte, behauptete, sich zur Zeit des Unglücks in einem ohnmachtähnlichen Zustande befunden zu haben. Das Gericht glaubte ihm jedoch nicht, trotzdem der Bahnarzt die Angaben Grothes für nicht unwahrscheinlich erklärte. Nah und fern. Kaiserliches Geschenk. Als Entschädigung für seine während der Chinawirren zerschossene Uhr ließ der Kaiser durch das Reichsmarineamt dem städtischen VollziehungsBunte Chronik. Der deutschfreundliche Häuptling von Apia auf Samoa Seumanutafa ist gestorben. Er hatte seine Würde 30 Jahre bekleidet und war bei der Rettung deutscher Seeleute von den Kriegsschiffen„ Adler" und„ Eber" beteiligt, welche bei dem furchtbaren Orkan am 16. März 1889 Schiffbruch litten. [ Die neueste Abart vom Looping the Loop] ist die Fahrt eines in einem Radreifen stehenden Mannes durch die bekannte Riesenschleife. Dieses tollkühne Wageſtück will ein -In Göttingen fand man bei Ausschachtungsarbeiten eine Anzahl großer Kanonenkugeln mit noch wohlerhaltenem Zünder. Es handelt sich um hannoversche Munition, die im Jahre 1866 im Sumpf versenkt wurde, damit sie nicht den Preußen in die Hände fiel. rn.annt. In den Weidenfteller in& chaft Johannes B bom 1. Oftober 19 * Dem Affi ber Landesuniversi auf Grund feiner venia legendi für Artist, der sich unter den Namen Mr. Eclair verbirgt, in Oxydation aroma Berlin vollbringen. Um den Effekt noch zu erhöhen, sol das Lokal, in dem die Produktion stattfindet, während der Vorführung verdunkelt werden, dafür werden aber Schleift und Radreifen im Glanze zahlreicher Glühlichter erstrahlen Wer weiß, zu welchen weiteren Auswüchsen die Looping the Loop- Manie führen wird. - In der Nähe von Air- les- Bains wurde ein ausweisloses Individuum namens Martin, sowie dessen Genosse, welcher die Angabe seines Namens verweigert, wegen dringenden Verdachts der Urheberschaft an dem Morde der Halbweltlerin Eugenie Fougère verhaftet. Große Depot- Unterschlagungen hat sich der Chef des Stanislauer Bankhauses Ephraim Kamer zuschulden kommen lassen. Kamer veruntreute 250 000 Kronen Depotgelder, verlor sie an der Börse und im Kartenspiel und flüchtete darauf; angeblich ist er nach Amerika entkommen. Vermischtes. [ Wachtelregen.] Die Stadt Nagy- Becskerek( Mittelungarn) hat eine zweite Auflage des biblischen Wachtel. regens erlebt. Wie bekannt, wurden( nach der biblischen Wüste, als einst die Not am höchsten war, durch vom HimANäften außerordentliche or bneten ftatt. Bunft: Die& Robtberg. In diefer Sigung mit * Die Poft eft um 8 Uhr vo Erzählung) die Kinder Israels bei ihrem Zuge durch die ab ihren Postscho mel herabgefallene Wachteln gespeist. In Nagy- Becskerek sam machen. ging über der Stadt ein gewaltiger Wolkenbruch nieder, und die vor dem Gewitter in die Häuser sich flüchtenden Bewohner vernahmen mit Staunen ein absonderlich schweres und dumpfes Niederfallen der Regentropfen. Als sie dann nach dem Regen die Leute auf die Straße traten, sahen sie zu ihrer nicht geringen Verwunderung, daß die wuchtigen Tropfen fette Wachteln waren, zwar naß wie Tropfen, aber doch leibhaftige Wachteln. Der Wolkenbruch hatte nämlich einen gerade auf dem Wanderfluge befindlichen Zug von Wachteln in den Höhen überrascht, und die armen Vögel, des Gebrauches ihrer durchnäßten Flügel beraubt, fielen zu tausenden auf die Erde. Die Bevölkerung besonders die ärmere zog ohne Zögern die Konsequenz aus der unerwarteten Bescherung, und es erscheint glaubwürdig, wenn man berichtet, daß noch in keinem Jahre so viele Wachteln in Nagy- Becskerek verspeist wurden wie an diesem einen Gewittertage. Die theaters tef Einbrud hinterlaff bei der Sache. Temperamente,& rid tige Schattieru das Lustspiel: v. Kleift, das S b. Borthe und zu dramatisches Gebi gleichfam als Beg Jubel Ouverture, Margarethe Hohl und vor wie na Ouverture aus Fi aus Prometheus abwechslungsreich größten Tonkünft Rechnung getrage oder jenes Theate nigt am Blake; Fr. Sellbera. A Telety und Conr [ Köstliche Stilblüten] wurden von einem aufmerk. samen Berichterstatter auf dem dieser Tage in dem kärntischen Städtchen Villach abgehaltenen österreichischen Städte. tage gesammelt. Ein Bürgermeister aus Deutschböhmen leistete sich folgenden Sat:„ Meine Herren, wenn die Zeit kommt, wo die Schüler Tinte und Feder wegwerfen.. Ein Abgeordneter meinte wieder, daß man in dieser Frage der Regierung klipp und klar auf die Zehen treten müſse", wogegen ein Bürgermeister Niederösterreichs der Ansicht war ,,, daß diese Angelegenheit der springende Punkt sei, den man annageln müsse, damit er herabfalle von den Höhen, in denen ihn die Regierung festgeheftet habe". Eine fühne Anforderung stellte wieder ein Bürgermeister Deutschböh mens an seine Kollegen, indem er sagte, die Städtetage sollten mindestens alljährlich abgehalten werden, damit die Bürgermeister zusammen kommen und sich gegenseitig befruchten". Im Gegensatze hierzu hielt ein Gemeindeoberhaupt aus Tirol die Verhandlungen des Städtetages nicht für sehr wertvoll; er behauptete, er werde sich recht kurz fassen, da die Herren ja ohnehin das Referat und die ganze Sauce in Händen haben". A[ Gine Erinnerung an Preußens trübste Zeit] wird durch eine Denkmalsweihe in Laruns im französischen Departement Basses Pyrenées wachgerufen. Das Denkmal gilt dem Manne, der am 10. Oktober 1806 bei Saalfeld dem Prinzen Louis Ferdinand von Preußen den Todesstreich bersezte. Ein französischer Soldat, der das Gefecht bei Saal. feld mitmachte, schilderte später den Tod des Prinzen folgendermaßen:„ Die preußischen Truppen, die von dem Prinzen Louis Ferdinand von Preußen, dem Neffen des Königs, geführt wurden, wollten sich nach dem unglücklichen Ausgang des Gefechts zurückziehen, als der Wachtmeister Guindey vom 10. Husaren- Regiment heransprengte und dem Prinzen zurief:„ Ergeben Sie sich, General, oder Sie sind des Todes!"" Ich mich ergeben!" antwortete der Prinz. „ Niemals!" Sprach's und versette dem Wachtmeister einen Säbelhieb, der ihm das ganze Gesicht zerfeßte. Er wollte gerade zu einem zweiten Streiche ausholen, als Guinden ihm zuvorkam und ihm mit einem Stich die Brust durchbohrte. Tödlich getroffen sank der Prinz vom Pferde." Guindey erhielt einige Tage später das Kreuz der Ehrenlegion; er fiel 1813 in einem Gefecht bei Hanau." [ Eine hübsche Geschichte vom Papst] erzählt die römische Tribuna"; sie hat, wie das Blatt ausdrücklich hervorhebt, den Vorzug der Wahrheit. Vor kurzem empfing Pius X. eine Anzahl Cistercienser- Brüder in Audienz. Nach der ersten Begrüßung forderte er die Mönche auf, Platz zu nehmen. Nun muß man wissen, was früher im Vatikan Brauch war: wenn der Papst einen Priester oder einen Mönch aufforderte, Platz zu nehmen, so hatte diese Aufforderung oder dieser Befehl die Bedeutung, daß der also Geehrte eo ipso" zum Kardinal ernannt war, denn nur die Purpurträger haben das Recht, sich in Gegenwart des Papstes zu setzen. Pius X. hat aber seit seiner Thronbesteigung schon wiederholt gezeigt, daß er von derartigen veralteten [ Die Vallon- Zeitung.] Dem Pariser Heeres- Museum wurde dieser Tage ein Dokument geschenkt, das in seiner Art einzig dafteht: die Nummer einer Zeitung mit dem Titel Ballon- Poste", die in Paris im Jahre 1870 während der Belagerung gedruckt wurde. Das interessante Blatt liefert bemerkenswerte Nachrichten über Ereignisse jener Tage, die wenig befannt waren. Der Herausgeber des Blattes, Gabriel Richard, zeigt darin an, daß das Blatt durch die Ballons, die während der Belagerung von Paris abgelassen wurden, in die Departements geschickt würde. Jener Zeitungsdienst arbeitete mit einer bemerkenswerten Geschwindigkeit. Das sezt bekannt gewordene Exemplar stammte von einem Ballon, der in Tours gelandet war. A[ Der Ehescheidungs- Reford] ist geschlagen worden, natürlich von einem Amerikaner. Der unter dem Namen Kid Mac Coy bekannte Borer Norman Selby hat sich dieser Tage zum drittenmale scheiden lassen, nachdem er dreimal dieselbe Frau geheiratet hatte. Der Sohn eines reichen Bankiers soll ihm, wie er behauptet, die Liebe seiner zärtlichen dritten und einzigen Gattin gestohlen" haben. Kid Mac Coy läßt sich also scheiden und verlangt... 100 000 Dollars Schadenersay, ganz kaltblütig und einfach. Der Landwirt. rd. Das Entblatten der Runkelrüben wird vielfach nock don Landwirten geübt, trotzdem zahlreiche Versuche den Nach. weis geführt haben, daß der Landwirt sich durch jene„ Arbeit" den erheblichsten Schaden zufügt. Das Entblatten hat auf die Entwickelung der Wurzeln einen schwer nachteiligen Einfluß. Das Abblatten beeinträchtigt die Wurzeln umsomehr, je öfter es vorgenommen wird. Wer daher eine reiche Rübenernte erzielen will, muß auf das Abblatten ver zichten. Weniger beträchtlich, doch immerhin auch bemertbar, ist der Nachteil des Entblattens bezüglich der Erzie lung einer möglichst großen Nährstoffmenge. Für den Fall also, daß man Ende September oder im Oktober das nötige Grünfutter sich anderweit durchaus nicht beschaffen kann, darf man zu dem Abblatten seine Zuflucht nehmen. Auf feinen Fall aber früher. barinnen auch pe hierbei das bel Mitglied, Frau Erscheinen mit Haus war faft Sem Beifall nicht Eindruck der erft Sotion hindurch. * * Birtus der Birtus wiede Programm ford die Mitwirkender findet teine Bo eine große Vol Breifen stattfinde Die gr Bierfeller in G öffnet wurde un fig eines allgem Besize der Frei Rinftler- Eigentu fämmtlich fäuf Malerei vertr wollendeter Kun Ig. Die obligatorische Schuhimpfung beim Rindvich soll, wie verlautet, von der preußischen Regierung ernstlich in Frage gezogen werden. Die Gerüchte gründen sich auf eine Unterredung, die der Ministerialdirektor Althoff mit dem Marburger Bakteriologen Professor v. Behring in Nordjausen hatte. Diese soll die Bedingungen zum Gegenstande jehabt haben, unter denen das Rinderimmunisierungsver ahren vom preußischen Staate erworben werden könnte. In einem von uns in einem längeren Artikel gewürdigten Vortrage über Tuberkulose gelegentlich der Naturforscherversammlung in Kassel hatte Behring auf die Gefahr der Verbreitung der Schwindsucht durch die Kuhmilch hingewieen und Schußimpfung des Rindvichs verlangt. Im Großherzogtum Hessen soll die obligatorische Schußimpfung beim Kindvieh bereits in der Durchführung begriffen sein. Max, Prof. A Saale finden Prof. Ed. Grü und Auffaffung Prof. Franz b filbert uns 2 Beitalters in Studienföpfe Sie Werte von Berner- Münd frische. Mä Les PaulusOffene Sturmber Gemälde erwä da uns der feht; wir ho e fich nicht n Luftellung Stellung bestens Das fond am berge balle statt. ganz besonder frieblichen St deffen Resul Rachmittags tarnen an de unfere Turn ausgeführte üblichen The reigen getan gefallen zu h einander ausi namentlich au unb.rmeidliche Lit und Jun Breistur Ehrenpreis S Bejucher, ohn unehmen. Di ; ob fie, ein mögen, daß f feien, wijfe ht festen, au ng wiederholt a, foll ich G nahmen sie aber Loop] ift& annes durch Lokales. Gießen, 30. September 1003. * Ernennung. Der außerordentliche Professor Aalbfleisch an der Universität Rostock murde zum außerordentlichen Professor an der Universität Marburg emannt. * In den Ruhestand wurde versezt der Weichensteller in der Hessisch- Preußischen EisenbahngemeinShaft Johannes Görnert zu Grünberg mit Wirkung bom 1. Oftober 1903 an. * Dem Assistenten am physikalisch- chemischen Institut der Landesuniversität Dr. Kurt Brand aus Lüßen wurde die geſtüd will auf Grund seiner Habilitationsschrift" Die elektro- chemische ir verbirgt, erhöhen, ja venia legendi für Chemie erteilt. Drybation aromatisch gebundener Methylgruppen" während de n aber Schlei ter erstrahle Die Looping feref( Mittel schen Wachtel der biblische Derlich schwer Nächsten Freitag nachmittag 3 Uhr findet eine außerordentliche Sigung der Gießener Stadtverordneten statt. Auf der Tagesordnung steht als einziger Bunft: Die Eröffnung des Friedhofes am Rodtberg. In der Bürgerschaft sieht man dem Verlauf diefer Sigung mit mancherlei Erwartungen entgegen. * ** Die Post öffnet von Donnerstag, den 1. Oftober, Buge durch di ab ihren Bostschalter- und Fernsprechvermittelungs- Dienst urch vom Sim erft um 8 Uhr vormittags, worauf wir besonders aufmerkNagy- Becstere sam machen. uch nieder, un üchtenden& theaters Gießen am gestrigen Abend hat den besten Die erste Vorstellung des StadtAls sie dam Eindruck hinterlassen; Regie wie Spieler waren vollkommen caten, fahen fi bei der Sache. Die neuen Kräfte sind frische, gefügige die wuchtigen Temperamente, die je nach Erfordernis dem Stück die Tropfen, abe richtige Schattierung zu geben vermögen. Gespielt wurden hatte nämlid das Lustspiel:„ Der zerbrochene Krug" von Hch. ichen Zug von v. Kleist, das Schauspiel„ Die Geschwister" von W. armen Bögel v. Goethe und zum Schluß Wallensteins Lager", aubt, fielen z dramatisches Gedicht von Fr. v. Schiller. Zu Eingana, befonders di gleichſam als Begrüßung ertönte Karl Maria v. Weber's aus der une: Jubel Ouverture, das Mitglied des Theaters, Fräulein bwürdig, wenn viele Wachteln Margarethe Hohl sprach mit famosem Accent einen Brolog. diesem einer und vor wie nach dem ersten Stück erklang Mozarts Duverture aus Figaros Hochzeit und v. Beethovens Finale inem aufmert aus Prometheus". Das Gesammtprogramm war sehr in dem tärn abwechslungsreich und mit Anerkennung sei gesagt, unseren chischen Städte größten Tonkünstlern und Dichtern hatte die Direktion Deutschböhmen Rechnung getragen. Heute über das Auftreten dieses wenn die Zeit oder jenes Theatermitgliedes zu berichten, halten wir noch werfen nicht am Blaze; das merkte man aber heraus, daß die in dieser Frage Frl. Hellbera. Auguste Fischer und die Herren Achterberg, treten müsse Teleky und Conradi in den größeren Rollen auftreten und der Ansicht darinnen auch perfekt sind. Nicht vergessen wollen wir Punkt sei, den on den Höhen, hierbei das beliebte aus früheren Jahren her bekannte Mitglied, Frau Jenny; dieselbe wurde bei ihrem ersten Erscheinen mit lebhaftem Händeklatschen begrüßt. Das Haus war fast ausverkauft; die Besucher hielten auch mit dem Beifall nicht zurück. Wünschen wir, daß der gute Eindruck der ersten Vorstellung nachhaltig ist durch die Saison hindurch. " Eine fühne ter Deutschböh Städtetage soll damit die egenseitig be Gemeindeober ädtetages nicht sich recht furz Ferat und die * * " Zirkus Lorch. Auch am gestrigen Abend war der Birkus wieder shr gut besetzt. Das neue, umfangreiche Programm forderte zu lebhaftem Beifall heraus und ließ die Mitwirkenden ins beste Licht treten. Heute, Mittwoch, pas in seiner findet keine Vorstellung statt, doch wird am Donnerstag eine große Volks- Vorstellung mit bedeutend herabgesetzten Preisen stattfinden. Seeres- Museum mit dem Titel während der e Blatt liefert ner Lage, die lattes, Gabriel die Ballon assen wurden, Beitungsdienst digkeit. Das einem Ballon, agen worden, dem Namen hat sich dieser m er dreimal eines reichen e feiner zärt haben. Kid ... 100 000 fadj. vielfach nod iche den Nady ch jene„ Ar itblatten hal nachteiligen rzeln umjo daher eine bblatten ver auch bemert der Erzie Für den Fall er das nötige haffen kann, ehmen. Auf lindvich foll ernstlich in sich auf eine off mit dem in Nord: Gegenstande fierungsver könnte. In digten Bor aturforscherGefahr der hingewie Im Groß pfung beim ein. Die große Gemälde- Sammlung in Lonys Bierkeller in Gießen, welche vor einigen Tagen er= öffnet wurde und zwar auf die Dauer von 10 Tagen erfreut sich eines allgemeinen Beifalls. Die Sammlung aus dem Besize der Freifrau von Wangenheim sowie auch teilweise Künstler- Eigentum, besteht aus zirka 200 Gemälden, welche sämmtlich fäuflich sind. Wir finden jede Genre der Malerei vertreten, darunter sehr wertvolle Werke von vollendeter Kunst; so u. a. Werke von Prof. Gabriel von Max, Prof. Andr. Achenbach, Prof. Thama; in demselben Saale finden wir ein außerordentlich feines Bild von Prof. Ed. Grüßner„ Bruder Kellermeiſter" wobei Kolorit und Auffassung fünstlerisch Hand in Hand geht. Auch von Prof. Franz von Defregger sind zwei vortreffliche weibliche Studienköpfe vertreten. J. Benvinisti Familienglück" schildert uns Vorgängen aus dem Leben des abrosianischen Zeitalters in fesselnder Form. Aehnliche Darbietungen sind die Werke von V. Roland. Auch die beiden Bilder von Werner- München fesseln uns wegen ihrer anmutigen Lebensfrische. Mächtig in seiner Wirkung iſt das Bild von Les Paulus- Stockholm" In höchster Not" das uns auf die offene sturmbewegte See führt. Wir können nicht alle Gemälde erwähnen, die eigentlich eine Erwähnung verdienen, da uns der Raum nicht in dem Maße zur Verfügung steht; wir hoffen aber, daß unsere kunstverständigen Leser es sich nicht nehmen lassen werden, ſelber einen Blick in die Ausstellung zu werfen. Wir fönnen den Besuch der Ausstellung besten empfehlen. - Das Abturnen des Turnvereins Gießen fand am vergangenen Sonntag in den Räumen der Turnhalle statt. Schon früh 8 Uhr waren die Turner, und ganz besonders zahlreich die Zöglinge, angetreten, um im friedlichen Streite ihre Kräfte zu messen. Das Preisturnen, dessen Resultat endstehend bekannt gegeben wird, wurde Nachmittags fortgefeßt und nach dessen Beendigung ein Schauturnen an den verschiedenen Geräten vorgeführt, bei welchem unsere Turner oft schwierige, aber immer elegant und exakt ausgeführte Uebungen zeigten. Abends wurde neben dem Schüttler mit 39 Pft., 2. Preis S. Hüttenberger mit 38 Pft, 3. Preis L. Schmalz mit 361/2 Ptt., 4. Preis R. Schubeder mit 322 Pft., 5. Preis E. Krüger mit 30% Pft., 6. Preis L. Dechert mit 272 Pft. 8öglinge ( Oberstufe) Ehrenpr. Ludwig Pepler mit 723 Bft., 1. Pr. H. Hamel mit 664 ft., 2. Pr. H. Baumann mit 58 Pft., 3. Pr. K. Richter mit 55 Pft., 4. Pr. T. Weller mit 522 ft., 5. Pr. A. Rau mit 51 Pft., 6. Pr. G. Heilmann mit 48 ft., 7. Pr. R. Sparr mit 45 Pft. Zöglinge( Unterstufe): 1. Br. Aug. Loos mit 71 Bft., 2. Pr. K. Kühl mit 70% Pft., 3. Pr. A. Klenk mit 684 Pft., 4. Pr. W. Heck und Ph. Wagner mit 66 Pft., 5. Pr. w. Scheidt mit 63% Pft., 6. Pr. W. Rau mit 61 Pft., 7. Pr. W. Bender mit 59% Pft., 8. Pc. Ph Müssing mit 59 Ptt., 9. Pr. H. Weiß mit 58% Pft., 10. Pr. K. Rumpf mit 58 Bft., 11. Pr. W. Rupp und K. Schneider mit 57 ft., 12. Pr. G. Arnold mit 56 Pft., 13. Pr. G. Horeysech mit 52 Pft., 14. Pr. F. Arndt mit 50% Pft., 15. Pr. F. Meister mit 50% Pft., 16. Pr. A. König mit 481 Pft. Groß- Rechtenbach, 27. Sept. An einem lebenden Mutterschwein des Müllers Viehmann zu Oberkleen ist die Rotlauffeuche festgestellt worden. Nidda, 28. Sept. Hier ist infolge Anregung einiger angesehener Bürger eine gemeinnüßige Baugenossenschaft für den Amtsgerichtsbezirk Nidda errichtet worden. + Fronhausen, 28. Sept. En aus Rodenhausen gebürtiger, hierselbst in Diensten stehender Knecht stürzte heute am Galgenberg beim Zwetschenpflücken von einer hohen Leiter so unglücklich ab, daß er auf einem Wagen zur Wohnung seines Dienstherrn gefahren werden mußte. Ein hiefizer Arzt leistete sogleich die nötige Hülfe. Vilbel, 29. Sept. Von den wegen der Bluttat in der Sonntag Nacht verhafteten 4 Burschen sind 3, Engel und die Brüder Duplouis, wieder aus der Haft entlassen worden. Der 4. Verhaftete, Eckart, hat eingestanden, den födlichen Meſſerſtich geführt zu haben. )( Homberg v. d. H., 29. Sept. In der hiesigen Aktienbrauerei gerieth heute morgen der Braumeister Jäckel in das Getriebe des Drahtseils der Maschine und wurde sofort getödt.t. Die Reise des Zaren nach Sonderzug um 5.50 Uhr. der russische Minister des A Darmstadt, 29. Sept. Wien erfolgt heute abend mit Im Gefolge befindet sich auch Aeußern Graf Lambsdorff. [] Darmstadt, 29." Sept. Das Schwurgericht verurteilte heute den 19 Jahre alten 3 egelarbeiter Johann Peter Myer aus Hainstadt, der Ende Juli in angetrunkenem Zustande in der Nähe von Hainstadt eine über 70 Jahre alte Frau zu vergewaltigen versucht hatte, unter Annahme mildernder Umstände zu zwei Jahren Gefängnis. § Kassel, 29. Sept. Gestern morgen wurde am Ansgang des Bahnhofes Bettenhausen die verstümmelte Leiche eines Soldaten gefunden. Der Kopf war völlig vom Rumpfe getrennt und lag zwischen den Schienen. Der Betreffende heißt Stamberger und stand in der 2. Komp. des Trainbataillons Nr. 11. Er würde schon in aller Kürze seine Dienstzeit beendet gehabt haben. Wahrscheinlich liegt Selbstmord vor. Aus dem Gerichtssaal. Schwurgericht. Gießen, 30. September 1903. Am Montag verurteilte das Schwurgericht die aus Polen gebürtige 24 Jahre alte Landarbeiterin Maria Hurna, zuletzt in Ob bornhofen wegen Kindesmord. Weinend erklärt die Pol n, welche aber gut deutsch spricht, der Herrgott müsse sie, als sie ihr Kind tötete, verlassen und der Teufel in sie gefahren sein. Die Hurva giebt die Tat unumwunden zu und ecklärt unter Tränen, man möge sie dafür nicht zu hart strafen, denn sie sei schon schwer bestraft, weil sie seit dem Vorfall keine Nacht mehr Ruhe habe. Die Beweis aufnahme ergab u. a., daß die Angeklagte ein festes Verhältnis mit einem Grubenarbeiter hatte, der bereit war und heute noch bereit ist, sie zu heiraten. Der Arbeitgeber, Gutspächter Bornemann, gab der Angeklagten das Zeugnis einer sonst braven und fleißigen Person. Unter Annahme mildernder Umstände wurde dieselbe zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt. Die gestrige Verhandlung vor den Geschworenen, die sich gegen den unbestraften, sich eines guten Rufes erfreuendin 21 jährigen Tagelöhner Heinrich Mandler aus Allendorf a. d. Lahn richtete, endete mit dessen Freisprechung von der Anflage der Körperverlegung mit tödtlichem Erfolg. Der junge Mann hatte einen notorischen Schnapstrinker, der auch schon wegen Meineid mit Zuchthaus bestraft war, der ihn im Wirtshaus beleidigt hatte und als ihm dies von der Wirtin verwiesen war, dieser auch noch einen leichten Schlag ins Gesicht versezte zum Wirtshause hinaus getan. Der also Beförderte tehrte jedoch sehr bald wieder zurück, und soll dabei geäußert haben, daß er den Gegner todisteche, worauf Mandler denselben wie er behauptete in abwehrender Absicht abermals in gerade nicht seh sanfter Weise einen Stoß vor die Brust versezte, sodaß de selbe zur Thüre hinaus auf das Straßenpflaster flog, wie leblos auf demselben liegen blieb und alsbald verstarb. Straffammer. Gießen, 29. September 1903. üblichen Theaterstück u. a. von der Damenriege ein Fahnen ers swindelte sich unter Benutzung eines Bestellzettels seines reigen getanzt, der nur dem Leiter der Riege nicht besonders gefallen zu haben schien, denn er ließ ihn zweimal hintereinander ausführen, was auf das zahlreiche Publikum und namentlich auf die Turnerinnen selbst ermüdend wirkt. Das und.rmeidliche Tänzchen schloß die Veranstaltung und hielt Alt und Jung noch lange zusammen. Das Resultat des Preisturnens war: Attive Turner( Fünffampf): Ehrenpreis Ludwig Adam mit 41/2 Punkten, 1. Preis H. - Der Schneidergeselle Reinhard Heil von Homberg Arbeitgebers, in einem hiesigen Geschäft verschiedene Kleidersteff; auch ist er des Diebstahls einer Scheere beschuldigt, muz aber wegen dieses Falles mangels Beweis freigesprochen werden. Wegen Betrugs bekommt er eine Gefängnisstrafe von 8 Monaten. Der Schreinergehülfe Johann Jakob Mohn von Grüningen hat sich wegen Körperverlegung und Hausfriedensbruchs zu verantworten. Die Sache hat bereits im verflossenen Sommer die Straffammer beschäftigt. | - Der heutige Angeklagte konnte aber damals nicht abgeurteilt werden, da er sich ins Ausland geflüchtet hatte. Er giebt zu, gelegentlich der Kontrolversammlung im Frühjahr, in Gemeinschaft mit den früher abgeurteilten, drei Bewohner von Dorf Güll schwer verletzt zu haben. Das Urteil lautet auf 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis. Wegen Körper verlegung begangen an seinem Mitknecht Michael Jaschke in Griedel bekommt Frizz Kunze aus Charlottenburg 6 Monate Gefängnis. Kaufmann Arthur Brieger aus Landeck ( Schlesien) hat zu Nidda und Umgebung unter der falschen Vorspiegelung, er wolle in der dortigen Gegend eine Wollspinneret errichten, von einer großen Anzahl Leute Geldbes träge erschwindelt. Er wird dieserhalb in eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten genommen. Schöffengericht. Gießen, 25. September. Der Metzger Ludwig R., jetzt in Diez, hat sich wegen Körperverletzung zu verantworten. Seine Ausrede, daß er in Notwehr gehandelt habe, wird durch die Beweisaufnahme hinfällig. Das Urteil lautet auf 40 Mt. Geldstrafe. Dem Dreschmaschinenheizer Heinrich L. von NiederWöllstadt legt die Anklage Betrug zur Last. Derselbe hatte in einem Termin vor dem Schiedsgericht für Arbeiterversicherung Reisekosten liquidirt und insbesondere sich für Hin- und Rückfahrt Eisenbahnfahrkarte 3. Klasse bezahlen lassen. Später stellte sich es heraus, daß der Angeklagte falsche Vorspiegelungen gemacht hatte, er war 4. Klasse gefahren, was ihn heute auf die Anklagebant brachte. Er erhält eine Woche Gefängnis.- Aus der Untersuchungshaft wird vorgeführt der Taglöhner August M. Nach der Anklage hat er bereits vor 4 Jahren in Leihgestern einen Diebstahl begangen und war seit jener Zeit gesucht worden. Er verlegt sich heute aufs Leugnen. Nach der Vernehmung der Zeugen, besteht kein Zweifel mehr über die Schuld des Angeklagteu, weshalb ihn das Gericht in Anbetracht der Vorfirafen zu einer Gefängnisstrafe von 4 Wochen verurteilt, die der Verurteilte sofort antritt. Sodann nimmt der Maurer Johann Philipp R. von Treis auf der Anklagebank Platz. Ihm legt die Anklage Bedrohung zur Last. Er behauptet heute, nicht seinen Nachbar sondern seinen Gickel, der nicht in das Hühnerhaus wollte, mit Kaltmachen bedroht zu haben. Die Vernehmung eines ruhigen durchaus glaubwürdigen Zeugens belehrt den Angeklagten eines Andern und das Gericht verurteilt ihn in eine Geldstrafe von 20 Mf. - Backsteinmacher Daniel Sch. und Landwirt Theodor Sch. von Burkhardsfelden haben sich wegen Körperverleg ung zu verantworten. Bezüglich des Theodor Sch. ergiebt die Beweisaufnahme nicht genügende Belastung, um ihn zur Strafe zu verurteilen, weshalb dieser freigesprochen wird. Anders dagegen verhält es sich mit dem Daniel Sch. Bezüglich dieses ist festgestellt, daß er einen älteren Mann, während dieser mit Th. rang, einen Messerstich an den Hinterkopf versezte. D. Sch erhält hierfür eine Gefängnisftrafe von 6 Wochen und das Messer wird eingezogen. Von Steinbach finden sich 11 Burschen ein, die gegen Strafbefehle, in denen sie des groben Unfugs beschuldigt waren, Einspruch erhoben hatten. Bezüglich des Anführers Weißbinders Heinrich G. nimmt das Gericht die Schuld als erwiesen an und verurteilt ihn in 20 Mark Geldstrafe; die übrigen Angeklagten werden mangels Beweises freigesprochen. Kirchliche Nachrichten für Gießen. Gottesdienst der israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Donnerstag, den 1. Oktober: Versöhnungsfest. Vorabend: 6 Uhr. Morgens: 7.30 Uhr. Predigt. Predigt mit Seelenfeier: 11.30 Uhr. Nachmittags: 3.15 Uhr. Thoravorlesung. Schluß- Predigt: 5.10 Uhr. Festesausgang: 6.45 Uhr. NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Marktberichte. Herborn( Dill), 28. Sept. Auf den heute abgehaltenen Markt waren aufgetrieben 470 Stück Rindvieh und 636 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Dhsen I. Qual. 72 bis 74 Mt., II. Qual. 70 bis Auf 72 Mt., Kühe und Rinder I. Qual. 66 bis 70 Mt., II Qual. 60 bis 65 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 30 bis 45 Mt. Läufer 50 bis 70 Mt. und Einlegschweine 90 bis 120 Mt. das Paar. Der nächste Markt findet am 16. November ſtatt. Obstmarkt. Der Wochenbericht der Zentrastelle für Obstverwertung Frankfurt a. M. vom 21.- 26. September besagt: Die Geschäftslage in dieser Woche war gegen die Die Nachfragen laufen in vorhergehende wenig verändert. Monge ein, während Angebote, ausgenommen Zwetschen, sehr schwach vertreten sind. Die Durchschnittspreise betrugen: epfel 12-22 Mt., Birnen 15-25 Mt., Zwetschen 7 bis 8 Mt., in Waggonladungen 4-4,50 Mt. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin win fr bas Botale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. 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