Nr. 149. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfs., ta's Haus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. rattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberhefftsche Beitschrift für Landwirtschaft, bft- und Jastenbau, sowie bie Gießener Geifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Montag den 29. Juni 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jusertionsprei 8 Die einfaltige Betttzelle Mr Cleßen wie ganz Oberheffen, die Kreise Weblar und Marburg 10 fe. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitgeile 30 resp. 40 Big. Postzeitungsliste No. 3900. Rebattion und Expedition: Gießen Nenenweg 98. Fernsprechanfalak As, 308. Neuelle Nachrichten ( Giefener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Deutschlands Zukunft. C. B. Der frühere Reichskommissar Dr. Peters äußert sich in einem Artikel der ,, Londoner Finanz- Chronik" über die Gründe des nach links hin erheblich verschärften Wahlergebnisses in Deutschland und führt sie auf den Mangel an Bewegungsfreiheit zurück. Die Schlußfolgerung seines Aussages zielt begreiflicherweise auf eine Belebung des kolonialen Interesses ab, wogegen sich von Haus aus nicht viel sagen läßt. Bemerkenswert ist lediglich die Art seiner Begründung. Er meint nämlich, daß Deutschland an einen Ueberschuß von Arbeitskräften leide, daß daher die Stellenjägerei nicht allein, sondern auch die Miẞgunst, der Neid, die Verfolgungssucht, die Verdächtigungen gegen besser gestellte Personen und als unschönes Gegengewicht die Kriecherei und der Lakaiensinn sich entwickle. Man sieht, das Bild, das Peters hier entrollt, ist nicht besonders schmeichellast für uns. Aber er urteilt doch auch zu sehr nach dem äußeren Schein und seinen Eindrücken infolge des englischen Aufenthaltes. Dem Deutschen fehlt allerdings der Aplomb des äußeren Auftretens, der den Engländer kenn- aber nicht auszeichnet. Der Engländer ist eine durchaus eigensüchtige, rücksichtslose Persönlichkeit in seinem privaten Leben, in der geschäftlichen Tätigkeit, wie auch in seiner Politik, daher unfähig sich in fremde Anschauungen und Gebräuche hineinzufinden, Groberungen moralischer Art zu machen, oder auch nur zu kolonisieren, sofern man unter Kolonisation Kultur versteht. Er gleicht heute noch jenen normannischen Eroberern, die dem englischen Volk den Etempel aufgedrückt haben. Die Engländer verstehen es ausgezeichnet, fremde Gebietsteile zu unterwerfen, auszubeuten, und sich daran zu be= reichern, aber nicht eigentlich sie auf eine höhere Kulturstufe zu erheben. Das reiche Indien, das die Schätze des Orients aufwies, ist unter englischer Herrschaft so arm geworden, daß jährlich viel Tausende verhungern müssen. Herr Peters aber ist in seiner Heimat fremd geworden und sicht die Verhältnisse mit englischen Augen an. Wir haben gar nicht den Bevölkerungsüberschuß, wie er meint: wir leiden nur unter einer falschen Verteilung. Während in den Großstädten und Industrie- Mittelpunkten ein Ueberangebot herrscht, fehlt es in kleinen Städten und auf dem Lande vielfach an Arbeitsfräften. Der Schwerpunkt unseres geschäftlichen Lebens liegt nicht in der Bearbeitung fremder Erzeugnisse, sondern in der zweckmäßigsten Verwendung der eigenen Produkte. Ein weiteres Ziel ist es, die Volksbildung zu vervollkommnen, damit wir im Stampfe mit den anderen Nationen den Vorsprung durch die höhere Leistungsfähigkeit wie bisher behaupten können. Was nun die kolonialarbeit anbelangt, so kann nicht unser Ziel dahin gerichtet sein, daß wir über ein, Gott weiß wie, ausgedehntes Gebiet verfügen, sondern daß wir die Eingeborenen auf eine höhere Stufe heben und sie dadurch befähigen, die Naturschäße des eige nen Landes durch intensive Arbeit zu gewinnen und mit dem Mutterlande in einen engeren Verkehr zu treten. Wenn Herr Tr. Peters sich ein wenig umgeschen hätte, dann würde er sehr bald herausfinden, daß seit seinem Ausscheiden aus dem Kolonialdienst die Deutschen auch nicht geschlafen, sondern in der Erziehung der unkultivierten Stämm zur Plantagentätigkeit und zum Handel bereits ganz beachtenswerte Fortschritte gemacht haben. Die Zufunft Deutschlands baut sich demnach keineswegs auf dem Grundsatz des Länderhungers in den Kolonien auf, sondern beruht in Vertiefung der Volksbildung, in der Weiterführung einer vorsichtigen Sozialpolitik und in der kulturellen Hebung der Kolonien. König Peter als Verfchwörer entlarvt? D. V. König Peter von Serbien hat bekanntlich dagegen Verwahrung eingelegt, daß man ihn der Mitschuld an der Ermordung des Königs Alexander und Dragas bezichtigte. Ein Oheim Mexanders, der in Rumänien lebende Fürst Moruzzi, hält diese Beschuldigung trotzdem aufrecht. In einem Bukarester Blatte erklärt er, Peter Karageorgiewitsch sei mindestens der geistige Urheber des Mordplans. Er macht folgende Enthüllungen: Zwischen dem ersten und britten Juni kamen zwei Ausländer auf einem Donaudampfer in Turn- Severin, einer rumänischen Stadt nahe der ungarischen Grenze, an. Von dort begaben sie sich nach einem nahen Dorfe, Balotesli, wo ein wegen seiner Agitation für die Karageorgiewitsch aus Serbien verbannter reicher Eerbe, Anget Stojanowitsch, wohnt. Von Stojanowitsch war männiglich bekannt, daß er in ständiger und enger Fühlung mit Peter Karageorgiewitsch stand. Bei Stojanowitsch blieben die beiden Fremden zwei Tage zu geheimen Besprechungen. Etojanowitsch beantwortete die Fragen der Dorfbewohner nach den beiden geheimnisvollen Fremden damit, sie seien hervorragende Advokaten aus Ungarn, die er in einer Privatsache konsultiere. Nachträglich hat aber ein Bruder dieses Stojanovy oorl ausgeplaudert, daß der eine der Fremden Péter Karageorgiewitsch gewesen sei, und daß es sich bei den geheimen Besprechungen um einen Plan zum Sturz der Dynastie Obrenowitsch gehandelt habe. Was an dieser Enthüllung wahres ist, wird sich schwer ermitteln lassen. König Peters Verhalten ist dazu ingetan, sie durchaus nicht unglaubhaft zu machen. Wie wenig er an eine Bestrafung der Königsmörder denkt, geht da raus hervor, daß sie, wo es geht, befördert werden. So wurde der an der Verschwörung beteiligte Oberst Maschin zum General ernannt. Auch hat der König beschlossen, die Leiche Aleranders, die im Kloster Rakowita beigefeßt werden sollte, in ihrem Grabe zu belassen. Toch soll für den ermordeten König alljährlich ein Gedächtnisgottesdienst abgehalten werden. Gegenüber der früheren Königin Natalie hat Peter I. große Zuvorkommenheit gezeigt. Er hat sie verständigen lassen, daß im alten Konak alles ihe gehöre, und sie frei darüber verfügen könne. An den außerserbischen Höfen ist man allgemein von König Peters Verhalten nicht gerade sehr erbaut. Es heißt, daß er, falls er die am Königsmord Beteiligten unbestraft läßt, nur dann anläßlich seiner Antrittsb suche von den Höfen empfangen werden wird, wenn er ohne militärisch Begleitung kommt. Und König Carol von Rumänien hat alle Offiziere des 6. serbischen Infanterieregiments, die rumänische Ordensauszeichnungen besitzen aus der rumänischen Ordensliste gestrichen. Der Privatsekretär des Königs Dr. Nenadovitsch reist in acht Tagen nach Genf, um den dortigen Haushalt des Könis aufzulösen und die Tochter des Königs Prinzessin Helene, sowie dessen jüngeren Sohn Alexander nach Belgrad zu geleiten. Auf Anordnung des Königs wird ein Hausstatut ausgearbeitet behufs Begrenzung der Ange höri teit zur königlichen Familie und Bestimmung de Pflicht. Rechte und Titel der königlichen Verwandten Sine ie Erhöhung der königlichen Zivilliste behufe Sicherung Lebenshaltung der Abkömmlinge der älteren Linie Ka..georgiewitsch ist wahrscheinlich. Die Politik. Statistisches vom neuen Reichstag. ( 2::) 84 Doppelmandatare, d. h. Abgeordnete die zugleich dem Reichstage wie dem preußischen Landtage angehören, wird der neue Reichstag zählen. Davon entfallen auf das Zentrum 34, die Konservativen 21, die Nationalliberalen 9, die Reichspartei 8, die freisinnige Volkspartei 5, die Polen 4, die freisinnige Vereinigung 1( Gothein), die Artisemiten 1( Werner), die Dänen 1( Jessen). Selbstverständlich gibt es noch mehr Doppelmandatare im Reichstag, wenn man auch diejenigen Volksvertreter mitzählt, die neben ihrem Reichstagsmandat auch ein nichtpreußiſches Landtagsmandat ausüben. Mterspräsident des neuen Reichstages wird Abg. v. Winterfeld- Menkin( tons.) sein. Er steht im 67. Lebensjahre. Bisher war es Abg. Lingens ( Ctr.). Das jüngste Mitglied ist Abg. Rosenow( Soz.), der im 33. Lebensjahre steht. Er ist das jüngste Mitglied bereits seit 1898. Recht interessant ist die Verteilung der sozialdemo fratischen Wahlstimmen auf die einzelnen Staaten und die preußischen Provinzen. Das Königreich Sachsen steht poran mit 443 000 sozialdemokratischen Stimmen( 144 000 mehr als 1898). Bayern hat rund ein Drittel mehr Einwohner als Sachsen, stellt aber nur 212,000sozialdemofratische Stimmen, Württemberg, das die Hälfte der sächsischen Einwohnerzahl hat, nur 100 000, Baden, bei dem ungefähr dasselbe prozentuale Verhältnis zu Sachsen besteht, nur 72 000. Die Rheinprovinz, die etwa ein Drittel mehr Einwohner als das Königreich Sachsen zählt, hat weniger als die Hälfte der sozialdemokratischen Stimmen Sachsens ergeben, nämlich 206 000, Westfalen 140 000. In Rheinland und Westfalen ist andererseits die Vermehrung der Sozialdemokratie am stärksten. Sie beträgt in beiden Provinzen beinahe 100 Prozent, da in der Rheinprovinz eine Zunahme von 112000 auf 206 000, in Westfalen eine Zunahme von 77 000 auf 140 000 erfolgt ist. Das neue preußische Wohnungsgesetz, das schon in der Thronrede bei der Landtagseröffnung am 8. Januar 1901 angefündigt wurde, ist jetzt im Entwurf fertiggestellt und den Regierungspräsidenten zur Begutachtung zugestellt werden. Aus seinem Inhalt ist als wesentlich mitzuteilen: Die Bestimmungen zielen in erster Linie darauf ab, die Herstellung kleiner, gesundheitlich, sittlich und sozial einwandfreier Wohnungen zu fördern und den Mietpreis dieser Wohnungen in angemessenen Grenzen zu halten. Zunächst ist deshalb eine Reihe von Maßnahmen vorgesehen, die der ungesunden Bodenspekulation entgegen wirken sollen. So soll die Ortspolizeibehörde die Befugnis erhalten, die Festsetzung der Fluchtlinien mit Rücksicht auf das Wohnungsbedürfnis zu verlangen. Von einschneidender Bedeutung für die Grundstücksbesitzer ist die Befugnis der Polizeibehörden, durch die Bauordnung eine Beschränkung in der Ausnutung der einzelnen Grundp yewwelzuysell. Um die Bauunternehmer zur Herstellung von Häusern mit ge= sunden Kleinwohnungen zu veranlassen, ist eine Begünstigung solcher Häuser hinsichtlich der Straßenkostenbeiträge, sowie anderer Gebühren und Steuernachlässe vorgesehen. Für Gemeinden mit mehr als 10,000 Einwohnern müssen Wohnungsordnungen erlassen werden. Wohn- und Schlafräume müssen auf jeden Bewohner über 10 Jahren mindestens 10 Kubikmeter Luftraum und vier Quadratmeter Bodenfläche haben. Die Wohnung muß soviel Räume enthalten, daß die ledigen, über 14 Jahre alten Personen, nach den Geschlecht getrennt, in besonderen Räumen schlafen können, und daß jedes Ehepaar für sich und seine noch nicht vierzehnjährigen Kinder einen besonderen Schlafraum besißt. Dienstboten und Gewerbegehilfen dür fen, abgesehen von Chegatten, mit Personen anderen Geschlechts über vierzehn Jahren nicht in demselben Schlafraum untergebracht werden. Die Aufnahme von Zimmervermietern, Einliegern und Schlafgängern darf nur erfolgen, wenn die Schlafräume dieser Personen von denen des Wohnungsgebers und seiner Familienangehörigen baulich oder in einer sonst geeigneten Weise, die den unmittelbaren Verkehr ausschließt, getrennt sind. Der Gesetzentwurf enthält schließlich eine Reihe von Bestimmungen über die Durchführung der Wohnungsaufsicht, die der Gemeinde obliegt. Das Kabinett Combes wackelt! 222 Der mit einer unerwartet großen Mehrheit erfoch tene parlamentarische Sieg, den das Pariser Kabinet dieser Tage über die Anhänger geistlicher Orden in der Kammer errang, war, wie sich jetzt herausstellt, nur eir Scheinsieg. Nach diesem parlamentarischen Ereignis is es nämlich den heimlichen Gegnern des Kabinetts unter den Regierungsparteien gelungen, einen Teil der Anhän ger des Ministeriums in der Kammer zum Anschluß ar die Opposition in kirchlichen Fragen zu bewegen. Da Ergebnis dieses geheimen Schachzuges zeigte sich dent auch, ebenfalls zu allgemeiner Ueberraschung, darin, das bei der Endabstimmung über das Ordensgeseg die Re gierung nur noch eine Mehrheit von 16 Stimmen erhielt Darunter befanden sich sechs Stimmen von den Ministeri selbst, die bekanntlich mitstimmen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß das Kabinett schon in dieser Sizung gestürz worden wäre, wenn der Ministerpräsident nicht erklär: hätte, daß alle Genehmigungsgesuche, die einzelne Order für ihre Krankenanſtalten einreichten, mit Wohlwollen be jandelt werden sollen. Da obenein nun der Senat auc noch in seiner Mehrheit gegen das Gesetz ist, das der Se natszustimmung bedarf, so ist es mehr als wahrscheinlich daß das Ministerium darüber zu Falle kommt, falls das nicht etwa schon früher geschieht, was sehr leicht möglich iſt. Schwere Kämpfe im Somaliland. :: Ueber Paris kommt die Nachricht, daß die Englän. der gegen den vollen Mullah eine schwere Niederlag erlitten haben sollen. Dieser habe fünf Posten zwischer Burao und Bohotle vernichtet; 39 englische Offiziere seien gefallen und 2000 eingeborne Soldaten, die zur britischen Truppe gehörten, seien gefangen genommen. Danach wäre die ganze Kolonne des Obersten Manning, die sich nach Bohotle durchschlagen wollte, um dort Anschluß an seine Reserven zu finden, so gut wie vernichtet. Dieser Darstellung gegenüber ist das Reuterſche Bureau" amtlich ermächtigt, zu erklären, daß das Kriegsamt eine aus Bohotle vom 26. Juni datierte Tepesche von General Manning erhalten habe, nach der derselbe in Bohotle eingetroffen sei. Der Mullah habe mit seinen Kriegern die Linie zwischen Damete und Bohotle wegen der festen englischen Stellung im Mudugdistrikt, und weil ihn die von Süden vordringenden Abessynier bedrängten, überschritten. Die Flucht des Mullah hätte sich zu einer Niederlage gestalten können, wenn genügend Streitkräfte von Bohotle hätten vorgeschickt werden können. Gefangene sagen aus, die Anhänger des Mullah seien desorganisiert. Welche von biesen beiden diametral widersprechenden Nachrichten recht behält, muß man abwarten. Jedenfalls ist die Lage der Engländer sehr schwierig. Einjährig- freiwillige Volksschullehrer. )--( Eine neue Verfügung des preußischen Kriegsministers bestimmt: Die Kandidaten des Volksschulamtes, die die Militärdienst Berechtigung zum einjährig- freiwilligen nachzusuchen beabsichtigen, aber das wissenschaftliche Befähigungszeugnis nicht rechtzeitig erlangen, sollen durch die Seminardirektoren angewiesen werden, etwa drei Monate vor Ablauf der Lehrerprüfung bei der Prüfungsfommission für Einjährig Freiwillige ordnungsmäßig die Erteilung des Berechtigungsscheines zu beantragen. Dem Gesuche ist eine Bescheinigung des Seminardirektors dahin beizufügen, daß der Bewerber zur nächsten Lehrerprüfung zugelassen und das Befähigungszeugnis im Falle des Beſtehens der Prüfung nachfolgen wird. Der preuBische Unterrichtsminister hat ferner verfügt, daß die Anträge auf Erteilung des Berechtigungsscheines spätestens unmittelbar nach bestandener Prüfung einzureichen sind, und daß verspätet eingereichte Gesuche fortan immer ablehnend beschieden werden. gut es geht. zwei Zimmer, du kannst eins davon haben, wir richten ung Go tomm zu mir," erwiderte Elise rasch, ich habe ein, fo an sich, Tränen schimmerten in seinen Augen. Du hast doch ein gutes Herz," sagte er Er reichte ihr beide Hände und zog sie noch einmal ich will dich dann erwartner Stunde bin ich zu ause, 112 tiefer beiden Prinzipale vor öffentlichen Eklat er als hegten. Interesse besser unerörtert blieben " Stellte er den Strafantrag, so tamen vielleicht Dinge zur Sprache, die in seinem eigenen nicht geheim bleiben, und in der Gerichtsverhandlung gegen den Küfer auftreten, auch das te den Herren einem solchen Zeuge Und wenn Ich ich diese Bitte schriftlich an Sie richte, Dann es tun, weil den Strafantrag ablehnen? fragte noch ich immer à einer sie dann. ten Verneigung. werden Sie werde Ihre Liebe zu gewinnen," antwortete er mit ,, So will ich mich denn auch noch zu dieser DemütiTeichHoffe, Io3 bor Schreck, nichts fig, als der Zug fuhr. er alles der Pflicht geopfert hatte, ins Gedächtnis zurüddrohte, sah er noch. Ginen Augenblic schien er unschlüs komotive, die das Liebste, was er hatte, zu vernichten Eine Sekunde hatte dann lief er dem Zuge entgegen, er lief rascher als die sich ihm nahende Doseine ehrenvolle Laufbahn beim Militär, um ihm In icinan während ber cits boi furchthor Nurze politische Nachrichten. * Wie nunmehr feststeht, trifft Kaiser Wilhelm am 18. September zu zweitägigem Aufenthalte in Wien ein. Der Kaiser begibt sich hierauf auf die Besizungen des Erzherzogs Friedrich nach Slavonien, wo er drei Tage ver. weilen wird. Ob er die Rückreise über Budapest antritt, ist noch nicht bestimmt. * Ein sächsisches Blatt berichtet, daß im Reiche Geldjammlungen zu einer Agitation für das Pluralwahlsystem für die Reichstagswahlen veranstaltet werden, und hält bie Meldung troẞ mehrfacher Ableugnungen aufrecht.(?) * In München steht ein Streik der Aerzte der Kranken. tassen bevor. Die Aerzte haben allen Krankenkassen zum 1. Juli gekündigt, da diese einer friedlichen Beilegung der ärztlichen Honorarfrage abgeneigt sind. * Auf der türkischen Eisenbahn Saloniki- Dedegatsch ist wiederum ein Dynamitanschlag auf einen Zug verübt wor den. Personen wurden nicht verleßt, auch der Materialscha ben war unerheblich. Hof und Gesellschaft. *** Großherzog Friedrich Wilhelm von Mecklen burg- Streliß und seine Gemahlin Großherzogin Augusti Karoline, eine geborene Prinzessin von Cambridge, be gehen ihre diamantene Hochzeit. Der Großherzog iſt iezi 84, seine Gemahlin 81 Jahre alt. Die Mecklenburger aus beiden Landesteilen überreichten als Geschenk einen goldenen, dreiviertel Meter hohen Tafelaufsaz in Form einer Urne im englischen Empirestil. Auf dem Deckel sind die Namenzüge des Jubelpaares in Brillanten unter einer Krone aus Perlen und Brillanten ausgeführt. *** In Oldenburg fand die Taufe der jüngsten Tochter des Großherzogspaares statt. An den Festlichkeiten nehmen Königin Wilhelmina der Niederlande und ihr Ge mahl Prinz Heinrich teil. Der Kaifer und die Amerikaner. R. K. Bei einem Festmahle, das der amerikanische Botschafter Mr. Charlemagne Tower in Kiel zu Ehren des Kaisers gab, brachte der Botschafter einen Trinkspruch auf den Kaiser und das kaiserliche Haus aus. Er betonte darin besonders die freundschaftlichen Gefühle, die Amerika und Deutschland zum Eegen für die ganze Welt miteinander verbänden, und überbrachte dem Kaiser die herzlichsten Grüße und besten Wünsche des Präsidenten und des Volkes der Vereinigten Staaten. Kaiser Wilhelm dankte in längerer Rebe. Zunächst versicherte er die Amerikaner, daß Deutschland die freundschaftlichen Gefühle Amerikas herzlich erwidere. Ich bin," sagte der Kaiser ,,, glücklich, daß meine Hoffnungen auf bessere gegenseitige Verständigung zwischen unferen beiden Ländern infolge des persönlichen Verkehrs, den mein Bruder Prinz Heinrich mit Eucrer Excellenz Landsleuten pflegen konnte, in großem Maße verwirklicht worden sind und daß das Band der Freundschaft zwischen Deutschland und Amerika dadurch enger geknüpft wurde. Mein aufrichtigster Wunsch geht dahin, daß unsere beiden Bölter sich einander besser kennen lernen. Kein ernst denfender Bürger in Amerika und Deutschland ist, wie ich weiß, der Meinung, daß die Harmonie und der Fortbestand unserer gemeinsamen Interessen gestört werden könnten durch Tatsachen, die unsere Beziehungen dauernd beeinflussen. Wir sind zu eng aneinander gewiesen durch unsere gemeinsamen Interessen. Rivalitäten auf dem Gebiete des Handels und Gewerbes werden immer vorhanden sein, aber die Kraft, die uns zusammenführt, ist zu stark, um das Entstehen eines Antagonismus zu erlauben." Der Kaiser schloß mit einem Hoch auf Roosevelt; er sagte dem Präsidenten Dank für die erfreuliche Begegnung, die Deutschland seiner Zuvorkommenheit verdanke. ,, Wir alle," sagte der Kaiser ,,, bewundern seine Charakterstärke, seinen eisernen Willen, seine Hingabe an sein Land und seine unbeugsame Tatkraft und wir ergreifen gern die uns über den Ozean entgegengestreckte hand in herzlichster Freundschaft und im Gefühl, daß Blut dicker ist als Wasser. Gott segne ihn und die Vereinigten Staaten." An den Präsidenten Roosevelt hat der Kaiser ein Telegramm gesandt, in dem er ihm wärmsten Dank für die Entsendung des Geschwaders sagte, das hier herzlich willkommen sei und dem er den Aufenthalt angenehm machen zu können hoffe. Präsident Roosevelt crividerte mit einem ebenfalls in herzlicher Form gehaltenen Danktelegramm. Admiral Cotton, der Befehlshaber des in Kiel weilenden amerikanischen Geschwaders, telegraphierte nach Washington, das Geschwader habe in Kiel eine äußerst herzliche und schmeichelhafte Aufnahme gefunden, insbe fondere habe der Kaiser sich höchst anerkennend über die Beschaffenheit der Schiffe ausgesprochen und namentlich bas Flaggschiff ,, Kearsarge" sehr bewundert. Dieses Schiff hat übrigens einmal die Stadtväter von Newport in Rhode Island in nicht geringe Aufregung versetzt. Als sie friedlich bei einer Beratung saßen, erdröhnte plötzlich das Gebäude und durch die Wand drang eine Kugel in den Eigungssaal. Der ,, Kearsarge" war der Attentäter. Gr übte gerade mit neuen Nordenfeldt- Maxim- Geschützen und hätte beinahe die Vorzüglichkeit der Waffe an seinen eigenen Landsleuten erprobt. * Mit seinen amerikanischen Gästen wohnte der Kaiser in Kiel dem Stapellauf des neuen deutschen Kreuzers ,, Ersaz Kaiser" bei. Außerdem waren bei dem feierlichen Akt: anwesend die Kaiserin, Prinz Heinrich von Preußen und Gemahlin, sowie die Prinzen August Wilhelm und Oskar, Herzog Paul Friedrich von Mecklenburg, ferener der Reichsfanzler Graf v. Bülow und Graf Waldersee, der den Kreuzer auf den Namen ,, Roon" taufte. Er führte aus, daß dieses stotze Schiff den Namen desjenigen Mannes in alle Lande tragen solle, der durch das große Werk der Heeresorganisation ,, das Echwert geschärft" habe, wie Kaiser Wilhelm I. am Abend der Schlacht bei Sedan dankerfüllt zu Roon gesagt habe. Später nahm der Kaiser an Bord des Flaggschiffes Kearsarge" zusammen mit dem Prinzen Heirich, Reichskanzler Graf Bülow und dem amerikanischen Botschafter Tower den Lunch ein. Außer zu den offiziellen Festlichkeiten an Bord des ,, Kearsarge" und zum Festmahl des Botschafters Tower in der Seebadeanstalt folgte der Kaiser auch einer Einladung auf die Yacht Northstar" des amerikanischen Eisenbahnkönigs Vanderbilt. Weiter wird aus Kiel gemeldet: Aus Anlaß des Stapellaufs wurde seitens des Kaisers eine Anzahl von Orden und Ehrenzeichen an Angestellte und Arbeiter der kaiserlichen Werft verliehen. Die Kaiserin empfing die zum Stapellauf geladen gewesenen Mitglieder der Familie Roon in Audienz. Der Kaiser überreichte an Bord der Hohenzollern" den Yachtbesitzern der an der Regatta DoverHelgoland beteiligt gewesenen Yachten die Siegerpreise und hörte darauf den Vortrag des Reichskanzlers Grafen Bülow. Hus dem Gerichtsfaal. § Dic Brandtsche Millionenerbschaft. Die Berliner Straftammer verurteilte den Makler Richard König und den Agenten Karl Schwarzhaupt aus Halberstadt zu einem Jahr 6 Monaten Gefängnis. Der Gerichtshof erachtete beide Angeklagte der Beleidigung durch die Presse, der wiederholten schweren Urkundenfälschung und der unbefugten Benutzung eines kaiserlichen Siegels für schuldig, bewilligte ihnen aber mildernde Umstände, weil sie möglicherweise doch an die Millionenertschaft geglaubt und der irrigen Ansicht gewesen sein könnten, einen gewissen Rechtsanspruch gegen den Grafen Douglas zu haben. Zu dieser Ansicht kan der Gerichtshof durch die Ergebnisse der Vernehmung des Polizeiinspektors Becker aus Aschersleben. Es wurde konstatiert, daß Becker mit den AngeNagten in lebhaftem brieflichen und persönlichen Verkehr gestanden hat, andererseits auch sich mit dem Grafen Douglas in Verbindung gesezt und den Schein erweckt hat, als sei dieser nicht abgeneigt, sich mit einer großen Summe von den Ansprüchen der Brandtschen Erben loszukaufen. Der Gerichtshof beschloß, den Polizeiinspektor Becker nicht zu vereidigen, da er der Beteiligung an der trafbaren Handlung zum mindesten verdächtig sei. VielNach der Wahl interessiert sich jeder Deutsche für die weitere Gestaltung der politischen Verhältnisse, vor allem dafür, in welche Bahnen unsere Politik durch die neue Zusammensetzung der Reichstags size gelenkt wird. Wer verfolgt jeßt nicht mit umsogrößerer Spannung die Stellungnahme und Arbeiten unserer Reichsregierung; wird es doch nicht ausbleiben, daß Regierung und Parlament in sehr vielen Punkten jegt diplomatischer verfahren wird und muß, soll das erreicht werden, was der alte Reichstag nicht mehr verabschieden konnte. Besonders wir in Oberheffen Seiner Errichtung ber Arbeitsnachwe zur Vermittelung mädchen, Lauf, ben nachstehenden über die Tätigkeit Abteilung: Gefuch um Buweisung b Stellen. Weiblic Arbettern 436; Es wurden befe 998 Gefuche vor bor. Von den e und den benachbarten Kreisen haben alle Ursache nicht ge= dankenlos das deutsche politische Leben an uns vorüberziehen zu lassen; hier Landwirtschaft, hier Handwerker- und Arbeiterstand, dort Industrie, Handel, Kunst und Wissenschaft, alles Erwerbszweige, über dessen weiteres Gedeihen unsere neuen Volksvertreter mit zu entscheiden haben. Wer da um Anteil an all den politischen und wirtschaftlichen Tagesfragen nehmen will, wer aber vor allen Dingen unparteiische und unabhängige, nur von einem objektiven Standpunkte aus gegebene Berichte darüber lesen will, der halte sich die frei von jeder Anmaßung erscheinenden Gießener Neuesten Nachrichten leicht erlebt der ominöſe Prozeß in kurzem eine N Gießener suflage. Kleine Gerichts- Chronit. Das Schwurgericht zu Torgau hatte an einem Tage über zwei Gattenmordversuche abzuurteilen. Der Gutsbesizer Barth erhielt 4½ Jahre, der Arbeiter Zwanzig 10 Jahre Zuchthaus. - Der Vizefeldwe Breyer vom Füselicrregiment Nr. 37, der in der Trunkenheit seinen Hauptmann Maschke, ohne ihn zu erkennen, überfallen und ihm einen Schlag mit dem Säbel versezt hatte, wurde in Anbetracht seiner guten Führung nur zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Der Pastor Haspelmadt in Kirch- Boizen bei Berden ( Aller) wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt, weil er nächtlicherweile aus seinem Fenster auf vermeintliche Einbrecher einen Schuß abgab und dabei einen gänzlich unschuldigen jungen Menschen tötete. In Hildesheim wurde der frühere Bankier Christiar Könnecke wegen Vergebens gegen das Depotgeset, die Kon kursordnung und Unterschlagungen in Höhe von 900,00€ Mark zu 3 Jahr 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Nab und Fern. (:) Die Sachsen und ihre frühere Kronprinzessin. Wie aus Dresden berichtet wird, lebt in einem großen Teil der sächsischen Bevölkerung noch immer eine warme Zuneigung für ihre frühere Kronprinzessin, trotz allem, was vorgegangen. Tagtäglich sollen unzählige Briefe aus Sachsen an die Prinzessin nach ihrem jezigen Aufenthaltsort Ronno in Südfrankreich gehen. Von allen Vorgängen in Dresden selbst, am Dresdener Hofe und in der Kinderſtube des Schloſſes und der kronprinzlichen Villa in Wachvitz ist die Prinzessin genau orientiert, und man erzählt sogar, daß der älteste Sohn rührende Briefe an seine Mutter schreibt und dieselben persönlich in den Briefkasten teckt. Daß auch der Kronprinz Friedrich August in Wehnut seiner einstigen Gattin gedenkt, darüber sollen auch Beweise vorliegen. An mehrere ihr bekannte Damen hai Prinzessin Luise bald nach ihrer Ankunft im Schlosse Ronno cührende Briefe gerichtet. Die Prinzessin schreibt u. a. Ich bin meinem Gatten, dem Kronprinzen, zu aufrichtiJem Danke verpflichtet, daß er meinen Wünschen und Bitten in so vielem Maße in edelmütigster und ritterlichster Weise entgegengekommen ist. Mein Töchterchen kann ich nun auf Jahre hinaus bei mir behalten, und auch Die vermögensrechtliche Regelung meiner Verhältnisse wird nicht mehr auf Schwierigkeiten stoßen. Ich bin glücklich und froh, daß alles Schwere nun überstanden ist grüßen Sie alle lieben Sachsen, die meiner gedenken. Viele Da men in Dresden tragen jezt das Bild der Prinzessin alé Brosche. ) Sensation auf Sensation häuft sich in der Bologneser Affaire Bonmartini- Murri. Nachdem erst eben, wie gemeldet, Dr. Naldi, einer der Helfer des mutmaßlichen Mörders des Grafen Bonmartini, sich im Gefängnis die Pulsadern öffnete, wurde jetzt der Dr. Carlo Secchi ver. haftet, der seit langen Jahren der Geliebte der Gräsin war. Schon früher hatte man ihn in Verdacht, an der Mordtat beteiligt zu sein, doch wußte er alles gegen ihn Vorgebrachte zu widerlegen. Jetzt scheint man aber die Gewißheit zu haben, daß er gemeinsam mit dem Hauptschuldigen Murri, dem Schwager des Grafen Bonmartini, den Mord begangen hat. Bunte Chronik. Eine Fischerflottille von 60 Booten aus Melneraggen bei Schwarzort wurde vom Sturm überrascht. Das Boot des Fischers Martin Hermann kenterte, wobei Hermann und ein Fischerknecht den Tod in den Wellen fanden. Zwei Boote und drei Mann werden noch bermißt. - In Görlig tötete der nervenkranke Schlosser Ziesche in Abwesenheit seiner Frau seine beiden Kinder im Alter von 12 Wochen und 1 Jahr durch Messerstiche, öffnete sich hierauf die Pulsadern und stürzte sich dann aus einem Fenster seiner im dritten Stock gelegenen Wohnung auf die Straße hinab. - Während einer Bootswettfahrt zwischen den amerikanischen Universitäten Harvard und Yale zertrümmerte eine Dampfhacht den Bugspriet der bei Newlondon( Connecticut) verankerten Dampfyacht„ Shlps", auf der sich die Gemahlin und Familie Roosevelts befanden. Es wurde jedoch niemand verlegt. Die Zieglersche Nordpolerpedition nahm in Tromsoe 200 Hunde und fünf Ponys an Bord und ging darauf nach Archangelsk ab, um von dort aus die Eisgegend aufzusuchen. die infolge ihrer vorzüglichen Mitarbeiter und ihrer zahlreichen Korrespondenten das Wissenwerteste und Interessanteste zuverlässig und schnell in nicht aufgepauschtem sensationellem Stile zu bringen vermögen. Der Abonnementspreis ist so niedrig bemessen, monatlich 50 Pfennig und 10 Pfennig Bringerlohn, daß es keinem zu schwer fällt, diese lleine Ausgabe aufzubringen. Bestellungen werden jederzeit angenommen von allen unseren Boten, allen Bostanstalten und Briefträgern wie auch in der Expedition Gießen, Nenenweg 28. Lokales. Gießen, den 29. Juni 1903. * Die Vertretung Hessens im Reichstag. Der seitherige Reichstag war von Hessen beschickt durch 3 Nationallibera e, 2 Antisemiten, 1 C ntrum, 1 Freis. Voltspartei 1 Sozialdemokraten; im jeßigen Reichstag ist Hessen dagegen urd) 6 Nationalliberale," 1 Freis. Volkspart i und 2 Sozialdemokraten vertreten, und zwar: Gießen Heyligenstaedt( N.), bish. Ant. Friedberg: Graf Oriola( N.), bisher N. Alsfeld: Dr. Wallau( N.), bisher Ant. Off nbach: Dr. Becker( N.), bisher Soz. Bensheim Haas( Nl.) bisher Nl. Worms Freiherr v. Heyl( N.), bish. Nr. Bingen Schmidt( Fr. Vp), bish. Fr. Vp. Mainz: Dr. David( Sox.), bisher Zentrum. Darmstadt- Groß- Gerau: Cramer( Soz.). * Eine Einladung hat der Präsident der 2. Kammer an die Abgeordneten zu einem zweitägigen Ausflug in den Vogelsberg ergehen lassen. Derselbe soll am Mittwoch, 8. und Donnerstag 9. Juli stattfinden und dabei folgende Orte berühren: Bad Salzhausen( Besichtig ung der Sal ne), Schotten, Hoherodskopf, Grebenhain, Krainfeld, Hartmannshain, Hergenhain, Gedern, von wo die Rückreise per Bahn erfolgt. Es werden besonders auch die Meliorationsarbeiten, Aufforstungen am HDherodskopf, die Jungviehweiden bei Krainfeld und die in der Nähe Herchenhains für die Stadt Frankfurt zu errichtende Talsperre besichtigt werden. Es werden auch verschiedene Regierungsvertreter an dem Ausflug teilnehmen. X Die juristische Fakultäts- Prüfung, der sich 38 Kandidaten, davon 11 zum zweiten und einer zum dritten Mal unterzogen, fanden am Freitag ihren Abschluß. Krankheitshalber traten zwei Herren zu ück, während zwei weitere wegen nicht bestandener schriftlicher Prüfung vom weiteren Gramen ausgeschlossen wurden. Die mündlich Prüfung bestanden 24 Kandidaten, 12 fi len durch, davon 4 zum zweiten Male. Es bestanden die Herren: Hermann Hesse aus Darmstadt mit der Note 1( sehr gut), Johann Falt aus Mainz, Ludwig Lahm aus Groß- Umstadt, Rudolph Petry aus Gießen, Heinrich Winter aus Mainz, mit der Note 2 ( gut); Hermann Bergheimer aus Laubach, Meier Bodenheimer aus Darmstadt, Hermann Dröll aus Langen, Karl Hein aus Mannheim, Paul Homberger aus Gießen, Hans Keller aus Bingen, Valentin Loß aus Hechtsheim, Adolf Peterjen aus Darmstadt, mit der Note 3( im ganzen gut); Julius Carnier aus Reinheim, Jakob Henrich aus Offenbach, Leopold Kaß aus Großen- Buseck, Ludwig Keßler aus Offenbach, Sigmund Loeb aus Griesheim, Rudolf Reiß aus Echzell, Karl Schuchhard aus Brau rschwend, Wilhelm Weber aus Gießen, Rudolf Wendecker aus Alzey, Ferdinand Schaefer aus Offenbach. Städtischer Arbeitsnachweis. Das Jahr 1902/03 ist für den städt. Arbeitsnachweis in Bezug auf Inanspruchnahme und Zahl der vermittelten Stellen seit Gießen 812 fu auswärtige bezm Stellen waren 33 meldet, die 191 gereiften Arbeitern gewiesen wurden. r Die Pr fand am Freitag mehrerer Schulbor Brüfung war ein Frl. Authes, alle auch auf diesem der Schülerinnen d. 98. * Verungl Wiefenwärters Mi durch das Fallen ein Bau der Veterinä daß er in die Alin ** Night f. d. G. 5." mitt Schantwirtschaftsb 1902 in Araft ge der für die Lehrl felben zu gewähren der Beteiligten. S hilfen den Bestim besteht fein 8weif tommende Ruheze * Peter lischen Mitbürger gebotener Feiertag * Dag 30 findet am 4., 5., abend ist Vorfeier ber Turner und Feftzug. Nichmit einstiegen. Aben bon Pyramiden u det am Montag b find Turnübungen und der Stadtschu unterhalb der Bu Die Ge einigung im Groß berg statt. * Der Evan Stiftung im sammlung am 7. Die Ge geftern sein Wal Freunden und B funden; feuchtfröl Glas wurde dem * Cinen gestern nachmittag angefchloffen hatte wieder, daß ihre feine alte Araft b muß man lagen, abend zurück, mit lebt zu haben. -s Sein So gefangverein Aussicht". Dieses in diesem Jahre a Sommerfeste übert Mühe gegeben, um zu bereiten. Auß der bewährten Le wurden, wurde reichlich Sorge qe Feft der Gemüt * Kirsche höhe. Der Bes zahlreich und dür gekommen sein. ** Die Fab Großen Lind Berbandsfest bes, aus Anlaß d hat gestern unter und ehemaliger C Berein hatte alle ung entsprechend tameradschaft Ha gelegenen Bruder erschienen waren göns, Langgons, Reistirchen, Röt Wagenborn- Stein der Artillerie- Be Ariegerverein. waren von den göns, Hornsheim dorf a. Lahn, Li 12 Uhr ab rüdter Richtungen heran Itung der Bahnen Reichs nit umfos en unferer B Regier omatifer was der icht ges borüber Hands ustrie, Erwerbs n Volts: Dirtfchaft tallen , nur von bene Be von jeder chten hrer zahl Be tionellem Swer fällt, von allen gern wie 1903. igtag. t durch 3 eis. Voltsift Heffen part i und nt. ent der 2. igen Auss e foll am nden und ( Besichtig cbenhain, 1, bon wo besonders am Hound die nkfurt zu & werden Ausflug Fung, der einer zum Abschluß hrend zwei ifung vom blich Brüf von 4 zum mann Heffe in Fall aus olph Betry der Note 2 er Boden ngen, Aarl Ben, Hans im, Adolf anzen gut); Offenbach, aus Offeniz aus EdyJelm Beber nb Schaefer Das Jahr Bezug auf Stellen feit seiner Errichtung das beste gewesen. Erfreulicherweise wurde der Arbeitsnachweis im abgelaufenen Jahre auch sehr viel zur Vermittelung von Personen für häusliche Dienste, Dienstmädchen, Lauf, Buzz- und Waschfrauen usw. benutzt. In den nachstehenden Zahlen fügen wir eine kleine Uebersicht über die Tätigkeit im letzten Geschäftsjahr an. Männliche Abteilung Gesuche um Zuweisung von Arbeitern 562; Gesuche um Zuweisung von Arbeit 865. Es wurden besetzt: 269 Stellen. Weibliche Abteilung: Gesuche um Zuweisung von Arbeitern 436; Gesuche um Zuweisung von Arbeit 237. Es wurden besetzt 117 Stellen. Im Ganzen lagen somit 998 Gesuche von Arbeitgebern und 1102 von Arbeitern bor. Von den ersteren waren von auswärts 186 und von Gießen 812 G fuche. Von letteren 520 Gießener und 582 auswärtige bezw. zugereiste Arbeiter. Von den besetzten Stellen waren 331 von Gießen und 55 von auswärts gemeldet, die 191 Gießener und 195 auswärtigen bezw. zugeretsten Arbeitern und Arbeiterinnen und Dienstboten zugewiesen wurden. r Die Prüfung der Haushaltungsschule fand am Freitag im Schulhause der Neustadt in Gegenwart mehrerer Schulvorstandsmitglieder statt. Der Ausfall der Brüfung war ein sehr befriedigter und machte der Lehrerin Frl. Authes, alle Ehre. Die ausgelegten Handarbeiten legten auch auf diesem Gebiet ein gutes Zeugnis von dem Können der Schülerinnen ab. Der nächste Kursus beginnt im Herbst d. Js. | des Großen an dem Tage, getrennt marschieren, vereint zu schlagen". Gegen 3 Uhr wurde der Festzug aufgestellt, an dem außer den vorbenannten Vereinen von Großen- Linden noch Ehrenjungfrauen, die Feuerwehr, der Radfahr- und der Turnverein sowie die beiden Gesangvereine sich beteiligten. Für Großen- Linden war dies ein Festzug, wie er wohl selten wieder zusammenkommen wird. An der Spize direkt hinter dem Musikkorps und den Ehrenjungf auen mit der neuen, noch verhüllten Fahne bemerkten wir auch als Vertreter der Regierung den Herrn Kreisamtmann Dr. Kranzbühler. Nach Rückkehr des Zuges auf den Festplatz war als erster Herr Bürgermeister Leun, der zunächst Worte der Begrüßung an den Regierungsvert eter, den Bezirksvorsteher der Hassia, Herr Bruchhäuser und die auswärtigen Vereine richtete. Duran anschließend schilderte er die vergangenen 25 Jahre, da der Kriegerverein Großen- Linden als einziger Verein dem damals gegründeten Hüttenberger Kriegerverbande beigetreten sei und in dem verflossenen Vierteljahrhundert stets treue Kameradschaft gehalten. In Anerkennung dessen hat der Verband sein Verbandsfest dem Großen Lindener Bruderverein zugestimmt, damit auch dessen Fahnenweihe in einer recht fameradschaftlichen Weise unter dem Anblick hessischer und preußischer Fahnen stattfinde Herr Bürgermeister Leun erwähnte, daß der Zahn der Zeit an der alten Kriegervereinsfahne genagt habe, so daß der Verein eben in dieser Stunde eine neue in seinen Lesit übernehme. Der Weiheaft war kurz und herzlich, zwei Jungfrauen, davon die eine die Tochter des Bürgermeisters, überreichten das neue Symbol der Treue nach einem fernig gesprochenen Prolog dem Fahnenträger, der sie allezeit in Ehren zu tragen und zu halten gelobt. Herr Kreisamtmann Dr. Kranz bühler heftete jezt die dem Verein vom deutschen Kaiser gestiftete Fahnenschleife an die neue Fahne nnd ermahnte die Krieger im Rückblick an die erhabene Zeit von 1870/71, daß die alten Krieger allezeit die Treue zu Kaiser und Reich hoch halten und weiterpflanzen mögen, gerade in unserer Zeit sei es nötig. Der Bezirksvorsteher, Herr Bruchhäuser, überreichte dem Bürgermeister Leun und dem Kameraden Menges in Anerkennung ihrer 25 Mitgliedschaft zur Hassia" die Ehrentafeln und dem Herrn Bürgermeister als Vorsigender des Kriegervereins Großen- Linden für den Verein noch eine solche aus gleichem Anlaß. Herr Bruchhäuser betonte hierbei, daß innerhalb des Gießener Bezirks in diesem Jahr 13 solche Ehrentafeln an Mitglieder und 5 an Vereine verliehen werden, Zahlen, die wohl aus feinem anderen Bezirk * Dag 30. Gauturnfest des Gaues Hessen der Hassia in diesem Jahre konstatirt werden. Herr Dr. findet am 4., 5., 6. Juli in Wetzlar statt. Am Samstag Plaz erschien jetzt auf dem Podium und dankte im Namen abend ist Vorfeier bei Gesang und turner schen Aufführungen des Kriegervereine, dessen Präsidenten, d m Bürg rmeister Leun der Turner und Damenriege. Um 2 Uhr Sonntags ist der für seine 25jährige unermüdliche und pfl chtbewußte VerFeftzug. Nichmittags ist Stabturnen und Turnen der Verwaltung und Führung. In Anerkennung dess n und seiner einsriegen. Abends ist Preisverteilung, Turnerreigen, Stellen persönlichen Hochachtung überreichte er ihm eine rom Verein von Pyramiden und Feuerwerk. Das Einzelwetturnen fin- gestiftete Ehrenschärpe, welche ihm von zwei Jungfrauen det am Montag vormittag von 7 Uhr ab statt. Nachmittags umgelegt wurde. Herr Leun stattete nun den Dank des find Turnübungen des Lehrerseminars, der Präparandenschule Vereins und den für seine Person mit herzlichen Worten ab. und der Stadtschule. Zum Festplatz ist die Manhäuser Bach, Zum Schluß sang der Gesangverein Germania" das Lied unterhalb der Burgruine Kalsmunt gelegen, bestimmt. Die Kaiserblume" womit der offizielle Teil beendet war. Die Generalversammlung der freten Ver- Auf dem Festplaß herrschte fröhliches fameradschaftliches Leben, einigung im Großh. Hessen findet am 12. Juli in Fried- die Sonne lachte dazu und alte Kameradschaft wurde auf's Neue geschworen. Es hat doch sein Eigenes, diese uns noch gebliebenen Kämpfer aus dem Einigungstriege sich ihrer Zufammengehörigkeit freuen zu sehen. Dazwischen wurde einmal mitgetanzt oder die vom Turnverein gestellten Pyramiden mit angesehen; es verging die Zeit damit und der hereinbrechende Abend mahnte die Auswärtigen zum Aufbruch. Alle sind aber von Großen- Linden gegangen, einen recht gemütlichen und heißen Tag verlebt zu haben. * Verunglückt und gestorben ist der Sohn des Wiesenwärters Müller in Gießen. Der Bedauernswerte wurde durch das Fallen einer vier Zentner schweren Schiene auf dem Bau der Veterinäranstalt am Freitag morgen derart verletzt, daß er in die Klinik gebracht werden mußte, wo er verstarb. ** Nicht befriedigt ist, wie das Gewerbebl. f. d. 6. H." mitteilt, ein Teil der Gehilfen im Gast- und Schantwirtschaftsbetrieb in Gießen mit der am 1. April 1902 in Kraft getretenen neuen Bundesratsverordnung. Nur der für die Lehrlinge bestimmte besondere Schuß, die den selben zu gewährende Ruhezeit, findet den allgemeinen Beifall der Beteiligten. Im übrigen steht selbst ein Teil der Gehilfen den Bestimmungen feindlich gegenüber und darüber besteht fein 8weifel verzichtet freiwillig auf die ihm zutommende Ruhezeit. * Peter und Paul. Heute begehen unsere tatholischen Mitbürger das Fest Peter und Paul, welches ein gebotener Feiertag für dieselben ist. ** * berg statt. - * Der Evangelische Hauptverein der Gustav AdolfStiftung im Großh. Hessen wird seine 59. Jahresversammlung am 7. und 8. Jult in Herbstein abhalten. * Die Gesellschaft Sachsenhäuser" feier te gestern sein Waldfest im Wäldchen an der Hardt. Mit Freunden und Bekannten hatten sich die Mitglieder eingefunden; feuchtfröhlich gings im Wäldchen her und manches Glas wurde dem schön verlaufenen Fest geweiht. ** Einen Ausflug nach dem Windhof unternahm gestern nachmittag der Turnverein, dem sich zahlreiche Damen angeschlossen hatten. Die Turner bewiesen gestern einmal wieder, daß ihre Devise: frisch, fromm, fröhlich, frei, noch feine alte Kraft bewährt; denn fröhlich ging es her, das muß man lagen, und befriedigt kehrten die Teilnehmer gestern abend zurück, mit dem Bewußtsein, einen schönen Tag verlebt zu haben. -s Sein Sommerfest feierte gestern der Männeraesangverein„ Gemütlichte it" auf der Schönen Aussicht". Dieses Fest hat wohl an Besuch alle bisher in diesem Jahre auf der Schönen Aussicht" veranstalteten Sommerfeste übertroffen. Der Verein hatte sich die größte Mühe gegeben, um seinen Gästen einen recht gemütlichen Tag zu bereiten. Außer verschiedenen Gesangsvorträgen, die unter der bewährten Leitung des Herrn Kasten zu Gehör gebracht wurden, wurde auch zur Unterhalturg der lieben Jugend reichlich Sorge getragen. Kurz, in jeder Hinsicht nahm das Fest der Gemütlichkeit" einen fröhlichen Verlauf. * Kirschen- Kirmes war gestern auf der Liebig 3- höhe. Der Besuch war bei dem schönen Wetter äußerst zahlreich und dürfte Wirt und Publikum auf seine Rechnung gekommen sein. ** Die Fahnen weihe des Kriegervereins zu Großen- Linden und das damit zugleich abgehaltene Verbandsfest des Hüttenberger Ariegerverbandes, aus Anlaß des 25jährtgen Bestehens dieses Verbandes, hat gestern unter Teilnahme einer selten großen Zahl Krieger und ehemaliger Soldaten stattgefunden. Der Festgebende Verein hatte alles dran geseßt, damit das Fest seiner Bedeutung entsprechend auch verlaufe. Als Verein der Kriegertameradschaft Hassia hatten die Großen- Lindener ihre nah gelegenen Brudervereine aus dem Bezirk Gießen eingeladen; erschienen waren die aus Wieseck, Leihgestern, Cleeberg, Hohlgöns, Langgöns, Klein- Linden, Burkhardsfelden, Grüningen, Reiskirchen, Rödgen, Nieder- Kleen, Ober- Kleen, Hausen, Waßenborn- Steinberg, Staufenberg, Albach, und von Gießen der Artillerie- Verein, Gardeverein, Krieger- Kameradschaft und Artegerverein. Aus dem angrenzenden preußischen Bezirk waren von den Verbandsvereinen erschienen die aus Ebersgöns, Hörnsheim, Groß- Rechtenbach, Müncholzhausen, Allendorf a. Lahn, Lüßellinden und Dornholzhausen. Von Mittag 12 Uhr ab rückten die einzelnen Vereine aus den verschiedenen Richtungen heran und es war, als gelte das Wort Friedrich " ** Lollar. Hier ist eine Ortsgruppe des Deutschen Flottenvereins gegründet worden, die jetzt ungefähr 50 Mitglieder zählt. ** Grünberg, 27. Juni. Die Gewerkschaft Elisenburg brennt wie wir hören einen sogenannten feinen Feldbrand bei Lumda. Die Gewerkschaft geht mit dem Plan um, die Backsteinbrennereie in großem Maßstabe,( mit sog. Ringöfen) zu betreiben. Wir wünschen der Gewerkschaft recht viel Glück zu ihrem neuen Unternehmen, da es in hiesiger Gegend an dieser Fabrikation fehlt. ** Grünberg, 29. Juni. Bei dem heute in der Neumühle begonnene Hauptschießen des Schüßenvereins hat Herr Dr. med. Friß sich den 1. Ehrenpreis erschossen. Die Beteiligung seitens der Mitglieder ist eine sehr rege, wozu die herrliche Witterung noch das ihrige dazu beiträgt. *** Laubach. Am 11. Juli wird, so erfährt unser Gewährsmann, Se. Königl. Hoheit der Großherzog dem Grafen Solms- Laubach einen Besuch abstatten und am 12. Juli den Lutherfestspielen in Wetterfeld beiwohnen. *** Wetterfeld, 29. Juni. Unter großem Andrang von Nah und fern fanden gestern wieder zwei Vorstellungen der Lutherfestspiele hter statt. Per Wagen, per Rad, zu Fuß. alles war nach Wetterfeld. Auch mehrere Schulen fah man in geschlossener Reihe herankommen, darunter die von Eichelberg unter Führung thres Lehrers mit 61 Schülern, die von Flensungen unter Führung ihres Lehrers mit 50 Schülern, und die von Merlau unter Führung des Pfarrers Frank mit 26 Schülern. = Vom südlichen Odenwald, 26. Juni. Rascher als man bermutete, geht die Heidelberreife vor sich. Dies ist wohl auch Ursache des raschen Preisabschlags, der sich schon nach den ersten Tagen der anfangs spärlichen Ernte einstellte die Früchte waren nämlich noch nicht zeitig Von 20 Pfg. pro Pfund fiel der Preis auf 12 Pfg. Udenhausen. Einem hiesigen Einwohner, dem vor einigen Monaten einige Fenster eingeschlagen worden waren, ohne daß es gelang, den Täter zu entdecken, wurden heute Nacht 6 Stücke leinen Tuch im Wert von ca. 120 Mt., die auf der Wiese hinterm Hause zum Bleichen angeflöckt waren, gestohleu. * Beuern, 29. Juni. Der hiesige Veteranen- Verein beging gestern sein Stiftungsfest. Wie immer, nahm auch das 30jährige Stiftungsfest bei Spiel und Tanz einen glänzenden Verlauf. Butzbach, 28. Juni. Hier wurde nach einem Vortrage des Landeswohnungsinspektors Gretschel die Gründung einer Baugenossenschaft beschlossen. Es traten sofort 20 Mitglieder bei. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, den 26. Juni. Unter anderem verhandelte das Schöffengericht heute gegen den Gshäftsführer eines Schaustellers Ludwig H., den Sohn des Schaustellers Max W. sowie gegen den Lafierer August H. zu Gießen. Den sämtlichen Angeklagten wird Körperverlegung, Bedrohung, Beleidigung und d.m letteren auch Diebstahl zur Last gelegt. Sie verlegen sich aufs Leugnen. Die Beweisaufnahme ergibt, daß sie sich nachts in roher Weise an einem Ehepaar, das auf dem Heimwege begriffen war, vergangen haben, insb sondere wird festgestellt, daß die beiden ersten Angeklagten die Frau in ganz gemeiner- hier nicht wiederzugebenden- Weise tätlich beleidigten und zwei der Angeklagten den friedlichen Bürger mißhandelten und bedrohten. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte Gesamtgefängnisstrafe von 5 Monat n, 1 Monat und 1 Woche sowie 3 Monate und 1 Woche. Brietkasten der Redaktion. Abonnent der sich für die„ Küche" interessiert. Ein Ochsenmetzger soll, wie der Name schon ausdrückt, nur Ochsen schlachten. Ochsen sind solche männliche Tiere, welche ge= schnitten, ausgemästet und ein Alter von 4 Jahren, also ausgezahnt( 6 breite Zähne) haben. Nach der SchlachthausOrdnung muß ein Dhse ein Gewicht von 9 Centner haben. Ein Rindsmetzer schlachtet weibliche Tiere, die noch nicht gefalbt haben und leichte Stiere. Bullen schlachten fast alle Schweinemegger zur Verarbeitung der Wurst. Ochsen- und Rindsmetzger sind in Gießen nicht. Mit Namen können wir Ihnen im Briefkasten nicht aufwart n. K. Lumda. Sie können ruhig Ihren Willen aufrecht erhalten; der Herr scheint sonderbare Auffassungen zu haben. Uns wunderts nur, warum er Sie nicht auf die 5jährige Reichstagswahlzeit festzunageln versuchte. F., Löbershof Gießen. Ste sehen wieder einmal, wie anmaßend diese Kliq te ist. Wenn doch nur Niemand werfen wollte, wenn er selbst im Glashause sißt. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebotene. Georg Rieß, Schneider und Turnwart dahier, mit Maria Josepha Katharine Graulich hierselbst. Friedrich August Ludwig Krüger, Kellner in Klein- Linden mit Katharine Elisabete Häuser, geb. Jung daselbst. Johann Georg Eisenacher, Kanalarbeiter dahier, mit Emma Kauß hierselbst. Karl Gustav Schwantaler, Rechtskonsulant in Grünberg, mit Jenny Löwenthal dahier. Wilhelm Kinkel, Schreiner dahier, mit Sophie Philippine Katharine Berger, geborene Schmidt hierselbst. Eheschließungen. Johannes Peter, Tabakspinner dahier, mit Johanna Hillgärtner hierselbst. Wilhelm Hamel, Installateur dahier, mit Anna Marie Seufert hierselbst. Dito Emil Brinkmann, Kaufmann in Zürich, mit Lina Aurelia Marie Elisabethe Möller dahier. Geborene. Dem Taglöhner Philipp Peter eine Tochter, Elisabethe Marie. Dem Bureauvorsteher Heinrich Rothe ein Sohn, Heinrich Franz. Dem Lithographen Justus Christ eine Tochter, Ernestine Wilhelmine Marie. Dem Universitätsprofessor Dr. Paul Drude ein Sohn, Burkhard Karl Ferdinand. Dem Dreher Frizz Wenzel ein Sohn. Dem Fabrifarbeiter Heinrich Braun II. ein Sohn, Georg Ludwig. Dem Fnhrknecht Karl Biz ein Sohn, Karl Adolf. Dem Bahnarbeiter Heinrich Karl Rethwisch eine Tochter, Minna Marie. Dem Taglöhner Christoph Heidelbach ein Sohn. Dem Wirt Paul Wilhelm Frenzel eine Tochter, Karola Henriette Hedwig Frieda Minna. Dem Schneider Johannes Ludwig Mantel ein Sohn, Ludwig. Gestorbene. Johann Georg Hübner, 78 Jahre 8 Mon. alt, ohne Beruf, dahier. Georg Simon, 45 Jahre alt, Hausdiener dahier. Dorothea Friebel geb. Franz, 74 Jahre alt, Wwe des Schuhmachers Jeremias Friebet dahier. Minna Marie eß, 25 Jahre 11 Mon. alt, ohne Beruf dahter. Elise Hopp geb. Dörr, 45 Jahre alt, Wittwe des Taglöhners Heinrich Hopp dahier. Emil Karl Philipp Wenzel, 60 Jahre 11 Monate alt, Rentner dahier. Justus Wilhelm August Karl Hohmeier 19 Jahre alt, Kaufmann dahier. Ludwig Mankel, 1 Tag alt, Sohn des Schneiders Ludwig Mantel dahier. Jakob Wacker, 66 Jahre 10 Mon. alt, Schreinermeister dahier. Wilhelm Döring, 56 Jahre 11 Monate alt, Fuhrmann dahier. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckeret, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Couverts mit Firma von Mk. 3.50 an, liefert die Möbl. Zimmer eventuell mit 2 Betten sofort zu bermieten. Gießen Marktstraße 1'. Möbl. Zimmer und Schlafstelle ist zu vermieten. Näh. Lindenplay Nr. 4. Expedition. Bum 4wöchentlichen Aufent halt sucht junger Mann möbl, Zimmer mit Frühstück und sep. Eingana. Off. mit Preisangabe u. M. 99 postl. Gießen erbeten. ( auberes möbl. Zimmer per sofort zu verm. Gießen. Leihgesternerweg 7, III. Geschäfts- Verlegung. Von heute ab befindet sich mein Geschäft 3 Schulstrasse 3. Giessen. Polizeiverordnung. Carl Keil, Keil, Lederhandlung. Schulstrasse 3 Die Ausführungsbedingungen und Arbeitsbeschreibungen Auf Grund des Artikels 56 3. 1 der Städteord- lettere, mit Vordruck zu dem bezüglichen Angebots- Verment liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen, und können nung vom 13. Juni 1874 wird nach Anhörung der versehen, daselbst zum Selbstkostenpreis in Empfang_geStadtverordneten- Versammlung und mit Genehmigung nommen werden. Großh. Ministeriums des Innern vom 28. Mai 1903 zu Nr. M. d. J. 18 249 im Anschluß an die Friedhofsund Begräbnis- Ordnung der Stadt Gießen Folgendes bestimmt: § 1. Mit Geldstrafe bis zu 50 Mark wird bestraft: 1. wer den Bestimmungen in§§ 7, 8, 14, 28, 37, 40, 41, 43, 46, 47, 49, 63, 57 Abs. 1 der Friedhofsund Begräbnis- Ordnung zuwiderhandelt. 2. wer Denkmäler, Grabeinfassungen, Gitter- und Aschenurnen, die ohne Genehmigung des Bürgermeisters aufgestellt sind, trok Aufforderung des Bürgermeisters innerhalb der gesetzlichen Frist nicht entfernt. 3. wer den von dem Begräbnisamt innerhalb seiner Zuständigkeit für die Beerdigung getroffenen Anordnungen nicht unbedingt Folge leistet; 4. wer die Ausgrabung und Wiederbestattung einer Leiche den Vorschriften des§ 73 der Friedhofs- und Begräbnis ordnung zuwider vornimmt. § 2. Mit Geldstrafe bis zu 30 Mt. werden die in§ 44 Abs. 1 der Friedhofs- und Begräbnisordnung genannten Personen bestraft, wenn sie ohne Erlaubniskarte oder ihre Arbeiter oder Gehilfen ohne Arbeiterkarten auf dem Friedhof betroffen werden. § 3 Mit Geldstrafe bis zu 30 Mark wird bestraft, wer der in§ 58 Abs. 1 der Friedhofs- und Begräbnisordnung vorgeschriebenen Anzeigepflicht nicht rechtzeitig nachkommt Die Strafe tritt nicht ein, wenn die Anzeige, obwohl nicht von den Verpflichteten, doch rechtzeitig gemacht worden ist. § 4. Mit Geldstrafe bis zu 30 Mark wird bestraft, wer die angeordnete Ueberführung einer Leiche nach der Leichenhalle während der in§ 61 Abs. 1 der Friedhofsund Begräbnisordnung bestimmten Frift oder zu der von dem Begräbnisamt festgesetzten Zeit verhindert. § 5. Zuwiderhandlungen gegen§ 68 der Friedhofs- und Begräbnisordnung werden nach§ 367, 3. 2 des Reichsstrafgesezbuches mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mit Haft bestraft. § 6. Angebote sind bis zum versiegelt und mit entsprechender Aufschrift portofrei an uns 6. Juli d. J., vormittags 10 Uhr, abzugeben. Zuschlagsfrist 8 Tage. Gießen, den 27. Juni 1903. Großherzogliches Hochbauamt Gießen. Reuling. Sielbau Gießen. Markt 7 Giessen. Fritz Eccarius Markt 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) Küchenlampen Stehlampen Die Lieferung der zur Fortseßung der Sielbauten not- Hängelampen wendigen Eisenteile, wie Schachtabdeckungen, Steigeisen und Spülbrunnenrohre soll öffentlich vergeben werden. Beste absolute Beichnungen fönnen gegen porto- und beſtellgeldfreie EinBedingungen und Angebotsformulare ausschließlich der ſendung von 1,5 Mart durch das Städt. Ziefbauamt, Chaisenlaternen, Nr. 4 bezogen werden. Ebendaselbst liegen die Beichnungen PetroleumAbt. Sielbau, Bürgermeistergebäude, Zimmer und sonstigen Berdingungsunterlagen während der Dienststunden zur Einsicht offen. Auskunft erteilt außerdem Herr Oberbaurat Schmid, Darmstadt, Mühlstraße 60. Angebot auf Lieferung von Schachtabdeckungen, Steigeisen Die Angebote sind versiegelt und mit der Aufschrift und Spülbrunnenrohe für den Sielbau Gießen" bis zum 18. Juli d. 3., nachmittags 3 Uhr, bet vorgenanntem Amt einzureichen, woselbst die Eröffnung der eingelaufenen Angebote im Beisein etwa erschienener Bewerber am genannten Zeitpunkt erfolgt. Buschlagsfrist werber am genannten Zeitpunkt erfolgt. 4 Wochen. Gießen, den 27. Juni 1903. Städt. Tiefbauamt. Braubach. Bekanntmachung. Die Bekanntmachung vom 23. Juni d. Js. wird dahin berichtigt, daß die Wohnung der Leichenfrau Elise Dürr sich Marktplat 8, Eingang Wagengaffe, befindet. Gießen, den 26. Juni 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Mit Geldstrafe bis zu 17 Mart wird bestraft, wer ohne Was die Damen wissen sollten! borher eingeholte polizeiliche Erlaubnis eine Leiche öffentlich ausstellt.( Art. 366 P. St. G.) § 7. Mit Geldstrafe bis zu 30 Mark wird bestraft, wer den im Fall des§ 77 der Friedhofs- und Begräbnisordnung erlassenen Anordnung des Bürgermeisters zuwiderhandelt, soweit nicht nach anderen Bestimmungen eine höhere Strafe verwirkt ist. § 8. Diese Polizeiordnung tritt mit der Veröffentlichung in Straft. Gießen, den 12. Juni 1908. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Ich bringe zur öffentlichen Kenntnis, daß das Geschäftszimmer des städtischen Begräbnisamts mit dem des Standesamts, Bürgermeistereigebäude Zimmer Nr. 14, vereinigt ist. Gießen, den 26. Juni 1903. Der Oberbürgermeister Mecum Arbeitsvergebung. Das Haar pflegen heißt nicht nur die Gesundheit, sondern meist zur Last, weil es sich fest und schwer in seiner erdrückenden auck in hohem Maße die Schönheit pflegen. Reiches Haar wird Fulle auf den Kopf legt und recht oft Migräne und ähnliche Zustände hervorruft. Dazu kommt noch, daß die meisten Damen versäumen, der Kopfhaut die richtige Pflege zuteil werden zu lassen und mit dem flüchtigen Frisieren des Morgens und Abends genug getan zu haben glauben. Das Javolisierungs- System setzt jede Dame in den Stand, selbst das dichteste und schwerste Haar und die Kopfhaut allein oder mit Hilfe einer Zofe nach den Regeln der Hygiene und Schönheitspflege zu behandeln. Das Haar, nach dem Javolisierungs- System, gewinnt nicht nur an Schönheit, Glanz und Fülle, sondern wird auch außerordentlich leicht und duftig. Das zeitraubende, langweilige Waschen der Damenhaare, nicht zum mindesten aber das teils direkt schädliche, teils überdas unangenehme Spilen derselben nach dem alten Verfahren Standpunkt, seit das Javolisieren der Haare und der Kopfhaut populär geworden ist. aus lästige Trocknen der nassen Haare ist ein überwundener Der besondere Vorzug des hervorragenden Haarwassers Javol, sein unvergleichlich wohltätiger, erfrischender und nervenanregender Einfluß auf die Kopfhaut wird im vollsten Maße durch den Erfrischungskamm„ Javoliseur" zum Ausdruck gebracht; Javol in Verbindung mit dem Javoliseur schafft neue die ermattenden Nachwirkungen körperlicher und geistiger AnAnregung, führt die volle körperliche Frische zurück und gleicht strengungen aus. Die zur Aufstellung einer Brückenwage für die neuen Aliniken zu Gießen nötigen Maurer- und Pflaster- Arbeiten nebst Materiallieferungen, werden hierDie genaue Anleitung zum Javolisieren liegt jeder Flasche durch unter Hinweis auf den Ministerialerlaß vom 16. Juni Javol à M. 2., 3.50, Reiseflasche in praktischem Etui à M.a.as 1893 zur Vergebung auf dem Submissionsweg ausgeschrieben. bei. Javol ist in allen einschlägigen Geschäften erhältlich. empfiehlt: ATENT von Mr. 0.50 bis Mr. 3.50 Den 2.00 bis 10 Mr. 40.t 2.00 bio TO Mr. 80.fichere Sturmlaternen. echte Motardterzen. Öfen u.-Kocher unter Garantie. Elektrische Lampen. Gaslampen. Einladung zum Abonne ment auf die Jugend' Illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben herausgeber: Dr. Georg hirth. Prels pro Quartal 3 m. 50 Pfg. Einzelnummer 30 Pfg. Jede nummer mit neuem farbigem Titelblatt. 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