Nr. 124. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Grattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Freitag den 29. Mai 1903. Gießener 12. Jabraang. Jusertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Steßener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung). für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Ein Gedenktag der preufsifchen Armee. - Zu der Jubelfeier in Döberiß.- Auf dem großen Truppenübungsplatz zu Döberib be Spandau wird heute in Gegenwart des Kaisers ein Dent stein enthüllt, der berufen ist, der preußischen Armee die Blütezeit ihres Werdens vor Augen zu führen. Das Dentmal, ein 11 Meter hoher Obclist aus rotem schwedischen Granit, das acht Geschüßrohre umgeben, gilt dem Ruhme des großen Friedrich, der in und um Döberitz durch castlose Friedensarbeit den Grund zu der sprichwörtli hen Schlagfertigkeit der preußischen Truppen legte. Voi 150 Jahren war es gerade, als zwischen Spandau, Dallgow, Rohrbeck, Döberiß, Groß- Glinicke und der Havel- bas ist ungefähr das Terrain des heutigen Truppenübungsplates Döberig die gewaltigsten Manöver stattfanden, die der große König je abgehalten hat: Nicht weniger als 44,000 Mann operierten feldmäßig auf dem weiten Gelände, die passendste Vorbereitung zu dem sie benjährigen Kriege, dessen Wetterwolken schon ganz nahe am politischen Horizont sich zusammenballten. Friedrich der Große hatte dieselbe Maxime als Richtschnur für die Ausbildung seines Heeres, die vor wenigen Tagen erst der scheidende Oberbefehlshaber des 16. Armeekorps, Graf Haeseler, in seinem Abschiedskorpsbe fehl verfündete: Die Friedensausbildung des Mannes muß friegsmäßig sein, und die Manöver müssen ein möglichst genaues Bild der tatsächlichen Verhältnisse geben, wie sie im Ernstfalle eintreten und eintreten können. Denn: hat die Truppe im Frieden auf dem Exerzierplaz nur das gesehen und gelernt, was der Krieg erfor bert, und beherrscht sie das alles vollkommen, so braucht sie auf dem Schlachtfelde nicht erst Schulmäßiges" von sich abzustreifen und operiert im seindlichen Kugelregen mit derselben Ruhe wie im bloßen Manöver. Friedrich der Große brachte auf diese Weise sein Heer zu einer seiner Zeitgenossen fast unbegreiflichen Höhe bar Ausbildung. Er sagt selbst darüber: ,, Beh einer Armee muß alles zur Vollkommenheit getrteben werden." Die preußischen Manöver waren ja in jener Zeit, in der der Geist der Pedanterie in den europäischen Heeren herrschte, bie einzigen friegsgemäßen Uebungen. Zwar kannte man anderswo die sogenannten ,, Uebungslager", aber eigentliche Manöver im modernen Sinne hatte nur das Adlerauge des großen Königs als grundlegend für die Kriegsausbildung des Heeres erkannt. Den großen Ahnen als den ,, Schulmeister" der preuBischen Armee feiert am heutigen Tage in ehrfurchtsvollem Gedenken unser Kaiser, nachdem er seinen Manen schon vorher im Berliner fgl. Opernhause durch das Festspiel ,, Döberiz" von Josef Lauff verdienten Weihrauch hatte streuen lassen. Das Stück führte die Zuschauer- die außer den Vertretern der Presse nur aus Offizieren aller Grade, Chargierten und Mannschaften bestanden in das Manöverleben jener denkwürdigen Uebungstage im Jahre 1753 ein. Wie ,, Wallensteins Lager" den Geist der Trup pen des großen Feldherrn wiedergibt, so spiegelt Dö berit" den kampfesfreudigen Geist der friedericianischen Offiziere und Mannschaften in einigen ernſten und hei teren Gesprächen wieder, denen zum Schluß der große König in Person durch ein paar in die Zukunft weisende Bemerkungen die Weihe gibt. Und in die Zukunft soll auch die heutige Gedenkfeier weisen und den preußischen Kriegern ans Herz legen, stets der großen Vergangenheit und der Lehren Friedrichs des Großen eingeden! rastlos an der Vervollkommnung der Armee weiterzuarbeiten. Diesem Gedanken gab der Kaiser dadurch den lebendigsten Ausdruck, daß er auf demselben Manöver gelände, auf dem Friedrich der Große seine braven Gre nadiere und Reiter auf die Strapazen des sieben: jährigen Krieges vorbereitete, zugleich mit der Denk malweihe heute eine große Uebung des Gardekorps abhält zu der alle Korpskommandeure und viele höhere Truppenführer geladen sind. Wie sein Ahn bivackierte auch ber Kaiser die letzte Nacht auf dem Uebungsplatz und übernahm dann mit Morgengrauen das Kommando seiner Truppen. Der Geist des alten Friedrich lebt weiter in der Armee und im Herrscherhause. Die Politik. Podbielskis Nachfolger. (...) Als Nachfolger des Herrn v. Podbielski im preu zischen Landwirtschaftsministerium wird in politischer Areisen, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter erfährt, Gra Schwerin- Löwiß, der Vorsitzende des deutschen Land virtschaftsrats, der deutschen Landwirtschaftsgesellschaf and des preußischen Landesökonomiekollegiums genannt Graf Schwerin ist letzter Zeit bekanntlich in mehrfacher Begensatz zum Bunde der Landwirte geraten, namentlic auch was die Frage der landwirtschaftlichen Zölle an ging. (:) Durch einen Traum wahnsinnig geworden ist in Berlin die seit längerer Zeit an hochgradiger Nerposität leidende Frau des Maurerpoliers Neumann. Sie hatte sich im Traume selbst auf dem Schafott gesehen, und das Grausen, von dem sie ergriffen wurde, scheint ihre Nerven dergestalt alteriert zu haben, daß sie sich inbildete, man wolle sie um eines vermeintlichen MorDes willen hinrichten. In ihrem Wahn versuchte sie aus em Fenster ihrer Wohnung zu springen, tennte aber noch saran verhindert werden. Als man die Unglückliche feſtjielt, schrie sie unaufhörlich:„ Ich war es nicht, ich war s nicht!" Um weiteres Unheil zu verhüten, wurde die Bedauernswerte, die mit ihrem Manne in glücklicher Ehe lebte, in eine Anstalt gebracht. () Arbeiterunruhen in Dresden. Streifende Bauhandverker versuchten an einem Neubau in der Luisenstraße zu Dresden mit Gewalt Arbeitswillige von dem Baugrundstück zu vertreiben. Zur Wiederherstellung der Ruhe mußte die Gendarmerie mit der blanken Waffe sorgehen. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. (:) Späte Sühne. Als des Vatermordes verdächtig wurde der Besizer Greinus in Galsdon- Joneiten bei Tilsi verhaftet. Im Oktober 1899 wurde der Rentier Greinus in Tilsit ermordet, ohne daß die Tat bis jetzt gesühnt worden ist. Verschiedene Personen haben dieser Sache wegen un schuldig in Untersuchungshaft gesessen. Auf Grund einiger Aeußerungen, die von der Frau des Ermordeten ausge stoßen sein sollen, lenkte sich jetzt endlich die Spur aus den Sohn des Ermordeten. (?) Eine ausschenerregende Ehrung ist dem Goldschmied Rasumomfy zuteil geworden, der bekanntlich dic berühmte falsche Tiara des Saitaphernes, die sich die Direktoren des Pariser Louvremuseums für eine große Summe aufschwaten ließen, angefertigt hat: Die Gesellschaft französischer Künstler verlieh ihm die Ehrenmedaille britter Klasse. Da es noch immer nicht klar ist, ob nicht Rasumowsky an dem Betrug wissentlich beteiligt war, ist das ein ziemlich leichtsinniger Schritt, wenn auch nicht geleugnet werden kann, daß Rasumowsky ein Künſtler iſt. )). Die Lüfung eines schrecklichen Rätsels ist der Kriminalpolizei von Genua gelungen. Dort wurde im Hafen ein Sack gefunden, der zerstückelte Teile einer Frauenleiche enthielt. Nach mühevollen eifrigen Nachforschungen konstatierte die Behörde, daß die Ermordete die Ehefrau eines Mailänder Beamten, Albert Olivo, sei, und nahm deren Gatten als mutmaßlichen Mörder in yaft. Olivo hat unter dem Schreck über die plötzliche Sistierung, die ihn wie ein Bliz aus heiterem Himmel traf, eingestanden, daß er seine Frau, mit der er häufig Streitigkeiten hatte, bei einem neuerlichen Zwiste nicdergestochen, ihre Leiche in kleine Stücke zerschnitten, dieselben in einen Koffer gepackt habe und mit diesem schauerlichen Gepäck nach Genua gereist sei, wo er die Leichenteile dann, in einen Sack gehüllt, in den Hafen geworfen habe Olivo stammt aus guter Familie, während seine Frau den untersten Volksschichten angehörte und nicht inmal lesen und schreiben konnte. Zum amerikanischen Flottenbesuch to Mel. () Gerade sehr imposant wird das amerikanische Ga chwader, das in der Kieler Woche dem deutschen Reichs riegshafen an der Ostsee einen Besuch abstatten soll nicht sein. Es wird, wie jetzt bestimmt ist, aus vier Schif en bestehen: Dem Linienschiff„ Alabama", einem nich jerade überwältigend imposanten Panzer von 11 52 Tonnen und 500 Mann Besaßung, den mittleren Kreu ern ,, Chicago" und„ San Franzisco", die nur 4950 ezw. 4100 Tonnen und 410 bezw. 381 Mann Besatzung jaben, und dem mittleren Kreuzer ,, Machias", der gar tur 1180 Tonnen mit 150 Mann Besagung hat. Das Beschwader ist sehr ungleichartig, auch was die Schnel igkeit der einzelnen Schiffe angeht. Die ,, Mabama", ins der neuesten Schiffe der amerikanischen Marine ie ist 1898 in Dienst gestellt läuft nur 16,5 Knoten Große Bilder werden die Yankees mit diesen Schiffen also im Kieler Hafen nicht herausstecken können. Ansprüche deutscher Burenkämpfer an England. Zahlreiche frühere Burenkrieger deutscher Angehörig leit sind im Verlaufe der lezten Monate aus der englischer Ariegsgefangenschaft in die deutsche Heimat zurückgekehrt um hier wieder in Arbeit zu treten. Das bei der Gefan Jennahme in ihrem Besize befindlich gewesene Geld, zu meiſt während des Krieges ausgefertigte Noten, wurd hnen von der englischen Kriegsleitung nicht abgenommer oder umgetauscht. Vielmehr wurde ihnen die amtliche Versicherung gegeben, daß die englische Staatsregierung päter die Noten einlösen werde. Darauf sind denn auch in letzter Zeit beim Reichskanzler Grafen Bülow von den ehemaligen Burenkriegern Gesuche unter Beifügung ſolher Noten eingelaufen, mit der Bitte um Vermittelung inbezug auf die Einlösung. Es ist zu hoffen, daß das auswärtige Amt die Interessen der deutschen Burentämpfer bei der englischen Regierung mit allem Nachdruck versicht. Für die Geltendmachung der Schadenersatzansprüche an England, die von Deutschen aus Anlas des südafrikanischen Krieges erhoben worden sind, hat nunmehr der von der Staatsregierung zum Sachverwalter bestellte Rechtsanwalt Dr. Sieveking zu Hamburg die umfangreichen Vorarbeiten beendet und der Regierung das Material zugestellt. Das Auswärtige Amt hat den derzeitigen Verweser des kaiserl. deutschen Konsulats in Johannesburg, Vizekonsul Reimer zu Prätoria, zum Kommissar für die weitere Vertretung der deutschen Reklamationen, soweit sie sich auf den Transvaal- und den Orangefreistaat beziehen, bestellt. Aussöhnung zwischen Rom und Lissabon. Seit einigen Jahren besteht zwischen den Herrscherhäusern Italiens und Portugals eine Spannung, die darin ihre Ursache hat, daß der s. 3t. in Rom offiziell angekündigte Besuch des Königs Carlos von diesem plößlich auf Betrieb des Vatikans aufgegeben wurde. Um diese Spannung zwischen den beiden verwandten Höfen aus der Welt zu schaffen, will König Carlos seinen Vetter auf dem Throne Italiens jetzt besuchen, und es finder 3. Zt. Verhandlungen wegen dieser Begegnung statt. Of man sich über die Modalität des Besuchs einigen wird, steht noch dahin, als sicher gilt aber, daß demnächst die königinwitwe von Italien die Mutter des Königs Carol ihre Schwägerin, in Lissabon besuchen wird; beide wer den dann nach vorübergehendem Aufenthalt in einem deutschen Bade nach Italien reisen. Zweifellos ist der Plan zu einer Versöhnung der beiden Dynastien eine Folge des Besuches König Eduards von England an den Höfen von Lissabon und Rom.- Wie groß die Verstimmung zwischen den beiden Herrscherhäusern noch fürzlich war, geht daraus hervor, daß alle italienischen Hafenstädte, die die portugiesische Königin auf ihrer jüngsten Mittelmeerfahrt besuchte, von den Spizen der Behörden ostentativ vorher verlassen wurden, und daß sich auch die Begrüßung der Fürstin durch den portugiesischen Gesandten und die Konsuln in den engsten Grenzen halten mußte, um jeden offiziellen Anstrich zu vermeiden. Neue Arbeiterempörungen in Rußland. )--( Die Arbeiterunruhen im heiligen Rußland hören trotz der drakonischen Maßnahmen gegen ihre Urheber nicht auf. Neuerdings ist im Gouvernement Weronesch eine große Arbeiterbewegung in Fluß gekommen; an einzel nen Orten kam es zu Krawallen. In einem Dorfe bei Weronesch haben sich 10,000 Arbeiter versammelt und vec barrikadiert, und eine entsprechend große Militärge: walt ist aufgeboten worden, um die Arbeiter zur Ruhe zu bringen. Die russischen Behörden versichern, die Bewegung sei auf sozialistische Agitationen zurückzuführen; die Wahr heit ist aber wohl, daß auch die Not der Arbeiterbevöl ferung Rußlands die Triebfeder für die Unruhen ist. Amerikanische Handelssorgen. )( Wie aus Newyork berichtet wird, hat die dortig Kammer für Handel und Verkehr einen Ausschuß eingeseẞt welcher den derzeitigen beunruhigenden Stand der ame rikanischen Schiffahrt im Verkehr mit dem Auslande prü sen, Mittel zur Hebung der amerikanischen Schiffahrt in Vorschlag bringen und den kommerziellen Verbänder das Untersuchungsergebnis unterbreiten soll. Man muß der Amerikanern lassen, daß sie vor dem Eingeständnis be gangener Fehler nicht zurückscheuen, wenn es gilt, eine Besseruna herbeizuführen. Kurze politische Nachrichten. * Der Bundesrat stimmte in seiner letten Sizung dem Antrage von Sachsen- Altenburg betreffend die Prägung von Denkmünzen aus Anlaß des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums des Herzogs Ernst von Sachsen- Altenburg zu. * Zum Nachfolger des ausscheidenden Regierungspräsi denten in Trier zur Nedden ist der Oberregierungsrat Bake ernannt worden. * Im norwegischen Ministerium ist wegen der schwedisch- norwegischen Konsulatsfrage zwischen dem Minister Stang und den übrigen Mitgliedern des Kabinetts ein Konflikt ausgebrochen, der mit dem Rücktritt Stangs enden Sürfte. * Die republikanische Konvention von Pennsylvanien hat die Wiederausstellung Roosevelts zum Präsidentschaftsfandidaten beschlossen und sich gegen jede Aenderung des gegenwärtigen Tarifsystems ausgesprochen. Hof und Gefelll'chaft. *** Prinz Heinrich von Preußen begab sich gestern in Begleitung des Königs Alfons von Spanien und des Prinzen von Asturien von Madrid aus nach Carabanchel, um dort mehrere Bataillone Revue pas sieren zu lassen. Nachmittags fand ein Stiergefecht statt, am Abend vorher ein Bankett auf der deutschen Botschaft. Heute verläßt der Prinz die gastliche Stadt und fährt nach Vigo zurück, wo inzwischen an Bord des Panzers Karl der Große" ein Fest stattfand, dem zahlreiche Familien der Stadt anwohnten. *** Der König von Dänemark ist an Bord seiner Yacht ,, Danebrog" in Lübeck eingetroffen, wo er sich mehrere Tage aufhalten wird. Leife. Der berüchtigte Funkesche Mordprзzеeß? fragte er ihnen! Heiliges Gewitter, wird das ein Hallo fann's nicht glauben! Glück muß der Mensch haben, ich wiesen, und nun sollen die beiden unschuldig sein? ch Natürlich," nickte Etoll. Damals war alles far begeben! gönn's erkennen, Gefichts ließ der Wagen vor einem kleinen Hause, das an einer kleinen rend der keine Unterhaltung möglich gewesen war, hielt angenehm war. Nach einer ziemlich langen Fahrt, wäh Blid, dann nickte sie zustimmend, aber der Ausdruck ihres Cie musterte ihn noch einmal mit einem prüfenden daß ihr diese Begleitung nicht Gasse Yag. Єtoll. Sein Sohn nige Schlingel mitunter in der Ece, es wäre besser gewesen, wenn der leichtsinGott, wenn man nur ein Kind hat, dann Eein einziger Sohn," erwiderte sie ,,, die Gstern hathabe ten ihm verzogen und ihm allen Willen gen. Lieber ihn ins Unglück gebracht?" fragte eine chrüger bekommen der Stock Tracht nicht die jedem anderen unver Stabbrief wohl die älteste Form eines Feldpoſtbriefes dar. genau den gleichen Dimensionen schlang. So stellte der Riemen um den in seinen Händen befindlichen Stab von ändlichen Zeichen nur dadurch zu entziffern, daß er den Geheimhaltung von Nachrichten möglichst zu simitunter ganz, sonderbare Vorkehrun Dieser vermochte daß man manchmal Um chern, traf man gen. rodot B. einen Nab und fern. Höflichkeitsaustausch zwischen deutschen und eng lischen Secoffizieren. Infolge eines heftigen Sturmes im Aermelkanal war die deutsche Kaiserjacht ,, Komet" gezwungen, den Hafen von Dover anzulaufen. Die deutsche Stationsjacht Alice Roosevelt" kam in der Nacht ebenfalls dort an. Der Kommandant der letzteren machte Besuch auf dem königlichen Schiff„ Triton". Die Hafenoffiziere und diejenigen des Etabes von Dover machten Besuch auf der Jacht. Der Raubmörder von Lompönen verhaftet. Als mutmaßlicher Mörder der Familie Zürcher in Lompönen wurde der 28jährige Fleischer Hubert von dort ind seine Frau, welche der Mitwisserschaft verdächtig ist, in Haft genommen. Auf Hubert lenkten sich verschiedene Verdachismomente; er soll öfters in Geldverlegenheiten gewesen sein und war durch Zürcher wiederholt durch Darlehen aus dieser Lage befreit worden. Ferner war Hubert nicht nur mit den örtlichen, sondern auch mit den persönlichen Verhältnissen Zürchers genau vertraut. () Eine furchtbare Schiffstatastrophe wird aus Antwer pen gemeldet. Der englische Dampfer Huddersfield“, Kapitän Beals, der abends von dort nach Grimsby in Eee gegangen war, stieß in der Nähe von Boje 48 bei Säftingen mit dem norwegischen Dampf r ,, Ultɔ", der von Rotterdam kam, zusammen. ,, Hudderfield" sank. Die Besagung wurde gerettet; die Passagiere, ungefähr 15 bis 20 Personen, ertranken. Der norwegische Dampfer wurde am Bug beschädigt. Die Ertrunkenen sind zum größten Teile Seeleute, die nach England zurück uhren, um ihre Löhne in Empfang zu nehmen.- Die Mcldung, daß die gesamte Besatzung gerettet ist, während alle Passagiere ertranken, läßt nicht auf besondere Disziplin an Bord schließen. Es müßten denn ganz besondere Verhältnisse vorgelegen haben. Auf deutschen Dampfern ist es bei Unglücksfällen Brauch: Erst die Passagiere, dann die Mannschaft! ::: Durch ein Tynamitattcntat wurde die Bevölkerung der spanischen Stadt Valdepenos in Schrecken gesetzt. Dort fam im Gasthaus ein unbekannter Reisender an and deponierte dort eine kiſte, die angeblich Chokolade, in Wahrheit aber vierzig Kilogramm Dynamit enthielt. Auf bisher unaufgeklärte Weise explodierte die Kiste, es entstand eine furchtbare Panik. Die Türen und Fenster des Hauses wurden bis auf den Marktplatz geschleudert, eine Frau und drei Kinder getötet, zwölf Personen schwer berlegt. Der Reisende ist verschwunden. )( Das erhörte Gebet. Ein sonderbarer Zwischenfail hielt dieser Tage einen aus Lodz kommenden Eilzug einige Stationen vor Warschau auf. Mitten auf dem Geleise kniete ein Mann mit entblößtem Haupt und betete, ohne sich von der Stelle zu rühren, trotzdem der Zug mit großer Schnelligkeit herankam. Dem Zugführer, der den sonderbaren Beter wahrgenommen hatte, gelang es noch rechtzeitig, den Zug zum Stehen zu bringen. Als man den Mann wegen seines seltsamen Benehmens zur Rede stcllte, meinte er, er habe in Warschau dringend zu tun, nd da der Zug hier nicht halte, so habe er sich auf das Geleise hingekniet und zu Gott gebetet, daß er den Zug hier halten lassen möge, und nun habe der gütige Gott die Bitte tatsächlich erhört. ** Tie Meuterei auf dem englischen Schiff„ Veronika“ wird nächsten Dienstag seine Sühne finden. Von den drei wegen Ermordung ihres Kapitäns wie erinnerlich zum Tode verurteilten deutschen Matrosen werden zwei, Gustav Rau und Wilhelm Schmidt, an diesem Tage in Liverpool hingerichtet werden. Der jüngste der drei Verbrecher, Namens Monsohn, ist zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden. )-( Die Schrecken des Zyklons. In den amerikanischen Staaten Oklahoma, Kansas und Nebraska hat ein Wirbelsturm gewütet, der große Opfer an Gut und Leben gefordert hat. Viele der dort landesüblichen Holzhäuser wurden zertrümmert, so daß tausende von Menschen obdachlos sind, und weit über 100 Personen wurden getötet. Nähere Nachrichten stehen noch aus, da die Telegraphenleitungen zerstört sind. Doch ist ein für die Gewalt des Sturmes bezeichnender Fall bekannt geworden. Eine Kutsche mit 12 Schulkindern wurde in die Höhe gehoben und von der Chaussee in einen Strom geschleudert. Die Rinder ertranken sämtlich. )( Der Kaiser als Automobilist. Der Kaiser beabsichtigt, sich fortan bei seinen Erholungsaugflügen öfter des Automobils zu bedienen. Für diesen Zweck ist ein Fahrzeug bestimmt, das der Monarch der Gasmotorenfabrik in Deuz kürzlich in Auftrag gegeben hat. Das Fahrzeug wird nach eigenen Angaben des Kaisers gebaut; es wird für die Bedienung zwei und für Herrschaften drei Pläße haben und einen sechs- oder achtpferdigen Motor erhalten. Für den Berliner Stadtverkehr ist das Auto jedoch nicht bestimmt. X ur Affäre des Prinzen Prosper von Arenberg wird uns weiter mitgeteilt, daß nunmehr die Oberstaatsanwaltschaft zu Celle das Wort ergriffen und eine Voruntersuchung eröffnet hat. Die Justizbehörde vertritt nach dem ihr zugestellten Material die Ansicht, daß die Mitteilungen über das Gefängnisleben des Prinzen Arenberg stark aufgebauscht und zum Teil direkt erlogen sind, weshalb eine strenge Untersuchung eingeleitet worden ist. Gegenwärtig werden die in Frage kommenden Gefängnisbeamten verhört. Nach Abschluß dieser Maßnahmen sollen die Verbreiter der durch die Hann. Allg. 3tg." erfolgten Nachrichten unter Anklage gestellt werden. )-( Elf Schultinder ertrunken. Ein großes Unglück wird aus Dembno bei Neustadt a. d. Warthe gemeldet. Dasselbe versetzt eine ganze Reihe von Bauernfamilien in tiefe Trauer. In Dembno sollten 45 Kinder aus den umliegenden Ortschaften, die dem Konfirmationsunterricht beigewohnt hatten, in einem schon etwas schadhaften Kahn über die Warte gesezt werden. Kurz nach dem Verlassen des Ufers drohte der Kahn zu sinken. Die erschreckten Kinber stürzten nach dem landseitigen Kahnende und brachten dadurch das Fahrzeug zum Kentern. Der Fährmann and 11 Kinder ertranten. ** Zum Pfingst- Reiseverkehr wird eisenbahnamtlich betannt gemacht: Es ist in früheren Jahren wiederholl vorgekommen, daß Gesuche um Gestellung von Wagen für Gesellschaften, Vereine, Echulen usw. nicht berück sichtigt werden konnten, weil sie zu spät angebracht wurden. Daher empfiehlt es sich, möglichst früh um Gestellung von Sonderwagen einzukommen, zum mindeſten aber zwei Tage vor dem Reisetag, widrigenfalls nicht mit Bestimmtheit auf Berücksichtigung des Gesuches gerechnet werden darf." Die Herren Vereinsvorstände mögen sich danach richten. ** Ansländische Landarbeiter. Infolge des Mangels an landwirtschaftlichen Arbeitern ist von verschiedenen Landwirtschaftskammern in diesem Frühjahre eine größere Anzahl Arbeiter aus Galizien, Südungarn, Polen usw. engagiert worden. Die Kammer für Ostpreußen hat allein 1100 Mann angenommen. [ Ueber das Jahreseinkommen unseres Kaisers] wird von einem großstädtischen Blatt, dessen Mitteilungen teilweise auch in die Provinzpresse übergegangen sind, bewußt oder unbewußt viel Falsches erzählt. Es sei daher berichtigend mitgeteilt, daß sich die Geſamt- Jahreseinnahme des Kaisers auf 15 719 296 Mt. beziffert. Diese Summe setzt sich zusammen aus einer aus den Einkünften von Domänen und Forsten fließenden Rente von 7 719 296 Mt., aus einer Staatsrente von 4500 000 Mark, bestimmt durch Gesetz vom 28. Januar 1868, und einer Staatsrente von 3500.000 mt., bestimmt durch Gesez vom 1. April 1889. Dies ist das effektive Staatseinkommen als König von Preußen, die Höhe des Privateinkommens und Bewirtschaftung der eigenen Besitzungen usw. entzieht sich der öffentlichen Kenntnis. Bekanntlich verfügt der Kaiser über einen Landbesig von 98 746 Hektar Umfang verteilt auf 83 Güter welche einen Grundsteuer- Reinertrag von jährlich 651 631 Marf ergeben. Als Deutscher Kaiser bezieht das Oberhaupt des Deutschen Reiches keine Einnahmen. ()[ Der Kaiser und Chamberlain.] Von dem trockenen Humor unseres Kaisers gibt eine Anekdote Zeugnis, die König Eduard von England kürzlich zum besten gegeben haben soll. Bei einem Gespräche, das er mit Kaiser Wilhelm gelegentlich dessen Besuches in London hatte, drehte sich das Gespräch um die große Popularität, die Kaiser Wilhelm allgemein jenseits des Kanals genießt. Nicht einmal unser Parlamentsmitglied für Birmingham, geschweige denn meine Wenigkeit kann bei meinen Londonern mit dem deutschen Kaiser an Popu( arität konkurrieren," meinte König Eduard lächelnd. ., Das ist aber nicht so wunderbar," bemerkte der Kaiser, der bekanntlich ein vorzügliches Englisch spricht ,, trocken: Ich bin gerade soviel, wie beide zusammengenommen. Sie sind Joe hier wendet sich der Kaiser dem etwas aus der Fassung gebrachten Kolonialsekretär zu- und mein Onkel ist„ King". But I am Joe- King!"(= joking, das heißt ich mache meinen Scherz). :::[ Moderner Konkurrenzkampf.] In einem norddenischen Blatte findet sich folgende Anzeige: ,, Da ein Restaurant am Sophienplay Strohhüte zum Engrospreise an seine Gäste abgibt( entweder soll das eine Lockspeise sein, um sich Gäste zu erhalten, oder sollen vielleicht die Betreffenden für das Lokal Reklame laufen), ich aber meine auch nicht einpökeln will, verschenke ich an jeden, der an den folgenden vier Ausnahmetagen ( 18., 21., 24. und 30. Mai) einen enorm billigen Strohhut kauft gratis! ein Glas Lagerbier gratis! Möbius." Jedenfalls ist diesem Konkurrenz- Gladiator der Humor noch nicht ausgegangen. [ Unerwarteter Erfolg eines zu realistischen Theaterstückes.] In Jelis awetgrad ereignete sich dieser Tage bei der von einer Kleinrussischen Truppe veranstalteten Aufführung des Dramas, Talent" von Starizki ein tragikomischer Zwischenfall. Im vierten Akte soll Theater im Theater" gespielt werden. Hierbei muß sich ein Teil der Schauspieler unter das Publikum in die Logen, das Parterre und auf die Gallerie begeben und Kundgebungen des Mißfallens veranstalten, worauf die Heldin in Ohnmacht fällt. Als nun die Schauspieler unter dent Publikum das Stück auszupfeifen begannen, wollte einer der diensthabenden Polizeibeamten mit aller Energie diese ,, Unordnungen" unterdrücken. Er eilte auf die Gallerie, von wo das Pfeifen und Protestieren ,, gegen das Stück" am lautesten erschallte, und verhaftete da= selbst einen der mitwirkenden Schauspieler wegen des Lärmens". Gegen alle Erklärungen der übrigen Schauspieler und des Publikums blieb er taub und hatte für sie nur die eine Antwort: ,, Die Polizei wird die Sache schon aufklären!" Infolge dieses Vorgehens des Beamten entstand aber nun erst recht Lärm unter dem Publikum, das energisch die Fortsetzung der Vorstellung verlangte. Der Theaterdirektor war schließlich genötigt, mitten in der Nacht zur Polizeiverwaltung hinzu ahren und daselbst die verdächtige" allzu realistische Szene vorzulesen. Erst dann wurde der völlig unschuldig verhaftete Schauspieler wieder in Freiheit gesetzt und auch das Stück selbst konnte weitergespielt werden, ɔbwɔhl bereits der größte Teil des Publikums das Theater verlassen hatte. Tie Vorstellung erreichte erst um 3 Uhr mornens ihr Ende. Bunte Chronit. Bei der Fortsetzung der Ziehung der Marienburger Lotterie fielen 50,000 Mark auf Nr. 68,491, 20,000 Mt. auf Nr. 52,360, 10,000 Mt. auf Nr. 1628, 2500 Mt. auf Nr. 30,997, 1000 Mt. auf Nr. 278,665. -In Nordhausen wurde der Barbier Hans Carstensen aus Flensburg verhaftet und zur Untersuchung nach Aschersleben abgeführt. Der Verhaftete steht in dringendem Verdacht, den scheußlichen Lustmord an dem sechs Jahre alten Kinde des Bergarbeiters Polanick in Aſchersleben verübt zu haben. - Der Nachricht von der Verhaftung des wegen eines bei Tangermünde begangenen Sittlichkeitsverbrechens ſteckbrieflich verfolgten Tierarztes Iskraut bestätigt sich nicht. Durch den Strang hingerichtet wurde in Eger der Raubmörder Fischer. Er hatte in der Nacht zum 1. Juli v. J. in Karlsbad den Besizer des„ Café zur Stadt Regensburg", eines öffentlichen Hauses, in das er in räuberischer Absicht eingedrungen war, durch Revolverſchüsse getötet und dessen Frau schwer verletzt. Der Prozeß gegen die Familie Humbert wird, wie nunmehr feststeht, in der ersten Hälfte des August vor den Pariser Geschworenen zur Verhandlung kommen. Die bevorstehenden Reichstagswahlen in unserem Hessenlande. Im Großherzogtum Hessen sind bis jetzt, so schreibt di ,, Darmst. 8tg.", im ganzen 31 Kandidaten für die be vorstehenden Reichstagswahlen aufgestellt, zu denen nach den vorliegenden Meldungen noch 4 weitere kommen dürften, so daß sich im ganzen 35 Kandidaten um die 9 hessischen Man date bewerben, darunter 8 der seitherigen Abgeordneten. In den einzelnen Wahlkreisen gestaltet sich der Aufmarsch der Parteien folgendermaßen: 1) Gießen Grünberg. Der seitherige Vertreter, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter Philipp Köhler in Langsdorf ist von der deutschen Reformpartei und dem hessischen Bauernbund wieder aufgestellt, Kandidat der ver einigten Nationalliberalen nnd Freisinnigen ist Kommerzien rat Heyligen staedt in Gießen( nationalliberal), Kan didat der Sozialdemokraten Kaufmann und Stadtverordneter Eduard Krumm in Gießen. Der Kandidat des Zentrums ist noch nicht nominiert. 2) Friedberg Büdingen. Gutsbesitzer Graf Oriola in Büdesheim( nationalliberal) kandidtert wieder und wird vom Bund der Landwirte und hessischen Bauernbund unterstützt, ferner sind aufgestellt Weinhändler und Landtags. abgeordneter Josef Molthan in Mainz( Zentrum) und Stadtverordneter Heinrich Busold in Friedberg( Sozial demofrat). Die Nationalsozialen und Freisinnigen beabsich tigen, eine gemeinsame Kandidatur aufzustellen. 3) Alsfeld Lauterbach- Schotten. Der bisherige Vertreter, Kunstmaler Frizz Bindewald in Berlin, kandidiert für die deutsche Reformpartei unter Unterstüßung des Bundes der Landwirte und des hessischen Bauern bundes wieder. Die Freisinnigen und Nationalliberalen stellen gemeinsam Kreisrat Dr. Eduard Wallau in Lauterbach( nationalliberal) auf, die Sozialdemokraten stimmen für Dr. Michels in Marburg. Der Kandidat des Zentrums ist noch nicht benannt. 4) Darmstadt- Groß- Gerau. Der seitherige Bertreter, Privatier und Landtagsabgeordneter Balthasar Cramer in Darmstadt, ist von den Sozialdemokraten wieder aufgestellt; ferner fandidieren Rechtsanwalt Dr. Theodor Stein( nationalliberal, unterstützt von der Deutschen Reform und christlich- sozialen Partei), Generalmajor 3. D. v. Kloeden in Wiesbaden( Bund der Landwirte und hessischer Bauernbund), Professor Dr. Otto Harnad in Darmstadt( freis. Volkept.) und Rechtsanwalt und Landtagsabgeordneter Dr. Adam Josef Schmitt in Mainz ( Zentrum). 5) Offenbach- Dieburg. Der seitherige Ver treter, Buchdruckereibesizer Karl Ulrich in Offenbach( So zialdemokrat, fandidt rt wieder. Ferner ist aufgestellt vom Zentrum Stadtrechner Philipp Uebel von Dieburg, von den Nationalliberalen, Freifinnigen, Deutschen Reformpartei, bess. Bauernbund und Bd. d. Landw. der praktische Arzt Dr. med. Becker in Sprendlingen( nationalliberal). - 6) Bensheim Erbach. Rammerpräsident Geh. Regierungsrat Wilhelm Ha as in Darmstadt( nationalliberal), der seitherige Vertreter, ist wieder aufgestellt und findit außerdem die Unterstützung der deutschen Reformpartei des Bundes der Landwirte und des hessischen Bauernbundes. Vom Zentrum ist aufgestellt Freiherr Heinrich von Roden stein in Bensheim, von den Sozialdemokraten Gastwirt und Gemeinderat Andreas Rau in Mühlheim a. M. 7) Worms Heppenheim. Der seitherige Ab geordnete Fabritbesizer Freiherr von Heyl zu Herrnsheim in Worms( nationalliberal) ist wieder aufgestellt und wird vom Bund der Landwirte unterstüßt, ferner kandidieren Pfarrer Jakob Blum in Ober- Abtsteinach( Zentrum), Buch: händler und Landtagsabgeordneteter Heinrich Berthold in Darmstadt( Sozialdemokrat). Ein freisinniger Kandidat soll noch aufgestellt werden. 8. Bingen Alzey. Der seitherige Abgeordnete Reinhart Schmidt in Elberfeld( freis. Vp.) ist wieder aufgestellt, außerdem Rechtsanwalt Tr. Claaß in Main ( nationalliberal, unterstützt von der deutschen Reformpartei und dem Bund der Landwirte), Rechtsanwalt v. Bren tano in Offenbach( Zentrum) und Tüncher Peter Reichert in Finthen( Sozialdemokrat). 9. Mainz Oppenheim. An Stelle des eine Wiederwahl ablehnenden seitherigen Abgeordneten Dr. Ad. Jof. Schmitt ist vom Zentrum Geh. Postrat Dr. König in Berlin aufgestellt. Fernere Kandidaten sind: Rechtsan walt Dr. Pagenstecher in Mainz( nationalliberal), Geometer, Landwirt und Landtagsabgeordneter Michael Wolf in Stadecken( Bund der Landwirte) und Schriftsteller und Land: tagsabgeordneter Dr. Eduard David in Mainz( Sozial demokrat, unterstützt von den Demokraten.) Das Jubiläumsfest des 2. Bataillons vom 116. Inf. Regt.( Kaiser Wilhelm II.). Vom schönsten Wetter begünstigt hatte heute die Gar nison Gießen einen Ehren- und Festtag seltener Art. Die Stadt pranft im besten Schmuck, und die ganze Be völkerung ist bemüht, mitzufeiern. Heute Mittag 1 Uhr 50 Min. traf Sr. Kgl. Hoheit der Großherzog hier ein und wurde von dem Regiments Kommandeur D'erst von Graeveniß, dem Provinzial- Direktor Dr. Breidert, dem Oberbürgermeister Mecum u. s. w. am Bahnhof begrüßt. Der Großherzog und sein Gefolge, Ge neral- Major v. Wachter und Flügeladjutant Freiherr Schäfft v. Bernstein nebst den Herrn des Empfanges begaben sid auf fürzestem Wege( Bahnhofstraße Westanlage) nach D walds Garten, wo das Regiment, das R- serve- Offizier Corp die Veteranen des Regiments, die früheren Angehörigen de 2. Bataillons und Deputationen der hiesigen Kriegerver einigungen in Parade standen. Der Großherzog richtete eine Ansprache an das Regiment, besichtigte dasselbe und begrüßte die Veteranen. Der Regimentskommandeur dankte und brachte ein Hoch auf den Landesfürsten aus. Von hier aus begab sich Se. Königl. Hoheit, eine Rundfahrt durch die Stadt machend, nach dem Brandplah wo sich inzwischen die gefamte Stube um den Lande berließ vor d Equipage, um Bouwert einer Architett Bau reftauriert der Pläne bie fich der Landes in die prachtv Standarten g teilzunehmen. Herrn in den 5ofe) welde Gewehr. F demselben au und deren& der Großherz aus, währe Hoheit toaff Bahnhof wi nadh Frant Neuen Sa ben Abend ge Der Feie fich in der Be Kühn, ehemal General Byg foeben bei der 116er, überreicht Fürft Solm Anlaß des funftvoll g Offiziere des Der C ment die J * Gi Der tinger aus gewerbesch Linden * Er * Au Die Eisenbah züge ein. a. M. ab 30. Mai nachm. und nachts; an Uhr nachm ber Stred wie folgt: 2.28, Gal Wallenrod Gi Währen 1. Feiert geöffnet t 0006 J Markts Colon Obst Fluss Am 2 Für gute E ได tagswahlen nde. jetzt, so schreibt& daten für die 6 gesamte Studentenschaft unserer Ludoviciana aufgeftellt hatte, um den Landesherrn zu begrüßen und zu huldigen. Dieser verließ vor der Burg in den Gießen"( altes Schloß) die Equipage, um das in der Wiederherstellung begriffene alte Architekt Hofmann- Herborn, nach dessen Plänen der rob 3.17, Ehringshausen 3.28, Burg- und Nieder- Gemünden 3.34, Nieder- Dhmen 3.42, Mücke 3.48, Grünberg 3.56, Saafen 4.04, Reiskirchen 4 10, Großen- Buseck 4.16, Rödgen 4.22, Gießen an 4.31.- Alles Nähere besagen die diesbez. in den Bahnhöfen angeschlagenen Blafate. zu denen nach b Bau restauriert ward, erläuterte Sr. Kgl. Hoheit an Hand verereins für das Großherzogtum Hessen hielt am tommen dürften. der Pläne die ganze Disposition 2c. Von hier aus begab ** Der Landesverband des Deutschen FlottenSonntag nachmittag zu Mainz im Kasino" Hof zum Gutenordentliche Landesversammlung ab. Nach einer BegrüßungsVormittags 11.15 Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Euler. 2. Pfingstfeiertag, den 1. Juli. Kollekte für die Armen. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Vormittags 9.50 Pfarrer Schlosser. Beichte und Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. Anmeldung e 9 hessischen Ma sich der Landesherr einer Einladung des Offizierkorps folgend berg" unter dem Vorsitze des Herrn Dr. W. Merck seine vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Abgeordneten. in die prachtvoll mit Tannengrün, Wappen, Fahnen und teilzunehmen. Die Wache trat beim Erscheinen des hohen altet sich der Standarten geschmückte Zeughausfaserne, um am Festessen ansprache des Vorsitzenden wurde auf den Kaiser nnd Großfeitherige Vertrete Herrn in den Uniformen von 1790( grüne Röcke, weiße für 1902 erstattete Herr Dr. Merc. Die Zahl der MitPhilipp Köhle formpartei und da Kandidat der b gen ist Rommersi tionalliberal), Rom und Stadtberord Der Kandidat de Gutsbesitzer Gr didtert wieder un ischen Bauernbur bler und Landtag aing( Bentrum) un Friedberg( Sayin Freifinnigen behi ftellen. Gotten. Bindewald mpartei unter Unter es beffischen Bauer E Nationalliberale uard Wallaui aldemokraten stimme Kandidat des f u. Der seithig ordneter Balthas Sozialdemokrata Rechtsanwalt Dr. tügt von der Deu artei), Generalmaj Bund der Landwin Dr. Otto Harnal tsanwalt und Lant chmitt in Main Der feitherige e ch in Offenbach( S ist aufgestellt vo von Dieburg, bu utschen Reformporte, der praktische tionalliberal). ammerpräsident Gi ftadt( nationallibera, aufgestellt und finit hen Reformpartei de ischen Bauernbund Heinrich von Rod aldemokraten Gast ühlheim a. M. . Der seitherige Heyl zu Herrnäh aufgestellt und wi t, ferner kandidien nach( Zentrum), Bu Heinrich Berthol freifinniger Kandi feitherige Abgeordn freif. Bp.) ist wied c. Claaß in Mai deutschen Reformpar chtsanwalt v. Bre ncher Peter Reige An Stelle des bgeordneten Dr. V Poftrat Dr. Köni aten sind: Rechtsa Onalliberal), Geomet Michael Wolf Schriftsteller und Lan d in Mainz( Sozid aten.) ataillons vom 11. ilhelm II.). hatte heute die Gor Fefttag feltener Hose) welche das Batallon damals getragen, unter das Gewehr. Fanfarenrufe begrüßten den Großherzog, worauf demselben auf dem Kasernenhofe die Offiziere des Regiments und deren Gäste vorgestellt wurden. Beim Festmahl brachte der Großherzog den Trinkspruch auf Sr. Majestät den Kaiser aus, während der Regiments- Kommandeur auf Se. Kgl. Hoheit toastete. 5 Uhr 35 Minuten traf der Großherzog am Bahnhof wieder ein, um den Schnellzug 10 Minuten später nach Frankfurt a. M. zur Rückreise zu benußen. Im Neuen Saalbau sind umfassende Vorbereitungen für ben Abend getroffen. Der Feier wohnten außer den fremden Offizieren, welche sich in der Begleitung des Großherzogs befanden, bei General Kühn, ehemaliger Führer des II. Bataillons, General v. Dewitz, General Bygge( als Militärschriftsteller bekannt), er hat die soeben bei mittler und Sohn erschienene Regimentsgeschichte ber 116er, von welcher dem Großherzog das erste Exemplar überreicht wurde, verfaßt. General- Leutnant Rau, sowie Fürst Solms- Braunfels. Das Reserve- Offizier Corps hat aus Anlaß des Jubiläums dem Regiment einen echt silbernen funftvoll gearbeiteten Tafelaufsatz geschenkt. Die activen Offiziere des Regiments dedizierten 1 Paar silberne Jardinieren. Der Großherzog überreichte bet der Parrade dem Regiment die Jubiläumeschleife für die Fabne des II. Bataillons. und die ganze B traf Sr. Agl. Hobit e von dem Regimen dem Provinzial- Direle r Mecum u. f. w. und fein Gefolge, djutant Freiherr Schaf Empfanges begaben Weftanlage) nach C R- ferbe- Offizier Cont üheren Angehörigen bel Der hiesigen Kriegerr Der Großherzog ret besichtigte dasselbe ind mentsfommandeur barf esfürften aus. Von hie ine Rundfahrt durch di b wo sich inzwischen die Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, 30. tai 1903. ** Der Großherzog hat den Architekten Emil Bentinger aus Heilbronn zum Hauptlehrer an der Landesbaugewerbeschule in Darmstadt ernannt. Ernannt wurde Pfarrvikar Emmel zu GroßenLinden zum Pfarrverwalter daselbst. * Aus Anlaß der bevorstehenden Pfingstfeiertage legt die Eisenbahnverwaltung wieder verschiedene Vor- und Sonderzüge ein. Von Gießen gehen Sonderzüge nach Frankfurt a. M. ab am 30. und 31. Mai, 1., 2. und 3. Juni. Am 30. Mai und 2. Juni 11.50 Uhr vorm. 4.54, 6.42 Uhr nachm. und 8.08 Uhr abends; am 31. Mat 2.38 Uhr nachts; am 1. Juni 8.08 Uhr abends; am 3. Juni 4.54 Uhr nachm. Sämtliche Züge fahren 1.- 4. Klasse.- Auf der Strecke Fulda Gießen am 2. und 3. Juni wie folgt: Fulda ab 2.12, Oberbimbach 2.25, Großenlüder 2.28, Salzschlirf 2.38, Angersbach 2.43, Lauterbach 2.48, Wallenrod 2.56, Nenzendorf 3 02, Alefeld 309, Zel- Rom herzog ein dreifaches Hoch ausgebracht. Den Jahresbericht glieder beträgt zurzeit im Großherzogtum 6300 An Beiträgen gingen von Mitgliedern 8460 Mt. ein, davon ent fallen auf Rheinhessen 1562 Mt. Die biographischen und tinematographischen Vorführungen haben außerordentlichen Beifall gefunden und den Ortsgruppen viele Mitglieder zugeführt. Ueber den Ausbau der Organisation berichtete eingehend Herr Oberst Becker. Nachdem über die Mitgliederbeiträge eingehend debattiert worden wir, wurde die Anregung gegeben, daß die besser situirten Mitglieder in den einzelnen Ortsgruppen persönlich bearbeit t werden sollen, daß sie zu Gunsten der minderbemittelten Mitglieder ihren Jahresbeitrag freiwillig erhöhen. Nach dem gutgeheißenen Jahresbericht erstattete der Schaßmeister Herr WeigandDarmstadt die Rechnungsablage. Die gesamten Einnahmen betrugen Mt. 10746,02, die gesamten Ausgaben Mark 10 719,92. Entlastung wurde dankend erteilt. Zum Schluß hielt Herr Gewerberat Baentsch einen beifällig anfgenommenen Vortrag über die Zwecke und Ziele des Flottenverbandes. ** Mücke. Gegenwärtig ist man auf unserm Bahnhofe mit der Errichtung eines eisernen Hochsteges beschäftigt. Dieser führt zur Straße von Merlau. Durch die Erbauung dieses Steges wird einem längst gefühlten Bedürfniß abgeholfen, das jetzt um so dringlicher wird, als der seitherige Fußpfad zwischen Merlau und hier durch die neue Bahnlinie Mücke Laubach in Wegfall kommt. Die Erbauung der neuen Bahn macht rüstig Fortschritte, bereits liegt das Gleise bis Freienseen. Eine Fertigstellung der Bahn ist mithin sicher in diesem Sommer zu erwarten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 1. Pfingstfeiertag, den 31. Mai. In der Stadtkirche. Kollekte für die hessische Lutherstiftung. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusund Markusgemeinde. Pfarrer Scheunemann. In der Johannestirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrassistent Vogt. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und dem die Johannesgemeinde. Anmeldungen vorher bei Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Achtung! Nächster In der Johanneskirche. Vormittags 8 Uhr: Siehe Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Naumann. Geschäftliches. Eine neue Radfahrerkarte von Hessen. Von dem bekannten Mittelbach'schen Kartenverlag in Leipzig erhalten wir zur Besprechung die soeben ganz neu erschienene: Radfahrerkarte von Frankfurt- Wiesbaden- Darmstadtvon Dillenburg im N. bis Heidelberg im S., von Roblenz im Mainz bez von Hessen- Naſſau und Heſſen Darmstadt, reichend W. bis Tauberbischofsheim im O. Maßstab 1: 300,000. Preis aufgezogen auf Leinwand M. 1,75. Diese nach dem neuesten amtlichen Materiale und mit Unterstützung des D. Radfahrerbundes und der Radfahrer- Union in Profilmanier Karte enthält alles, was für Rad- und Motorfahrer von W.rt gearbeitete und bis auf den heutigen Tag nachgetragene ist. Nicht nur die fahrbaren Wege, die wesentlichen Steigungen, die Entfernungen von D.t zu Ort, die nur irgendwie u. s. w. sind auf der Karte deutlich angegeben, sondern sie nennenswerten Orte die Eisenbahnen, Flüsse, Landesgrenzen zeigt auch auf den ersten Blick das für den Radfahrer Wichtigste die Güte der Straßen sowie gefährlichen Stellen. Die Mittelbach'sch n Karten haben sich vermöge ihrer sehr praktischen und deutlichen Darstellung der Straßenverhältnisse die Gunst der Rad- und Motorfahrer dauernd gewonnen, sie zählen ohne Frage zu den besten aller existirenden! Schlachthaus Gießen. Heute und morgen Rindfleisch 50 Pig. gesalzenes Ochsenfleisch 35 Pig. Schweinefleisch 54 Pfg. Ochsenfleisch 54 Vfa. Der heutigen Nummer liegt der Wablaufruf für den liberalen Kandidaten im 1. Hessischen Wahlkreis, Herrn Kommerztenrat Heyligenstaedt mit bei. Couverts mit Firma von Mk. 350 an, liefert die Expedition. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Für Bäcker! Nachtrag der Liste der StimmGiessener Volksbad Stadter Beit Stofpreis. Formulare berechtigten für die Reichstags Während der Pfin ftfeiertage ist die Anstalt am 1. Feiertag geschlossen, am 2. und 3. Feiertag geöffnet von morgens 6 bis 1 Uhr. Der Vorstand. J. M. Schulhof Marktstrasse 4 Giessen Telephon 119. Colonialwaren ⟫ * Delikatessen Obst- und Gemüse- Conserven Fluss- und Seefischhandlung. Groß- Felda. Am 2. Pfingstfeiertag von 3 Uhr ab gutbefekte Tanzmusik. Abends: Großes Feuerwerk. Für gute Speisen und Getränke ist reichlich gesorgt. Es ladet höflichst ein F. Figge, Wirt. Hessischer Hof Restaurant Kaltwasser langjähriger Direktor im Hotel Srokherzog empfiehlt: Einzelne Diner von 12-2 Uhr. Warme Küche den ganzen Tag. Münchener und Frankfurter Biere. Weine erster Firmen. ❀❀ Giessen. Frankfurter Straße, Ecke Aliceftraße. Ziehung bestimmt am hält am Richard Buchacker. 20. 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