Mr. 99 Erstes Blatt. Abrauement prets: in Siegen, abgeholt monatli 50 Bfg., n's Saus gebracht 60 Bfg., burd die Boft bejeger viertel jährlich Wet. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffifce Beitsdrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartcaban, fotoie die Sießener Setfenblasen( wet). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittageMittwoch, den 29. April 1903. Gießener 12. Jahrgang. Infectionsprei d: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wh aanz Oberbeien, die Kreise Beklar und Marburg 10 fe len 15 Vig.; Reklamen die Betiselle 30 resp. 40 is Boftzeitungsliste No. 3209. Redaktion und Expedition: Gießen Rexenweg Serusprechenfilak e, 308. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt Anabhängige Tageszettung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die preussischen Landtagswahlen und die Sozialdemokratie. Aus Berlin schreibt uns unser parlamentarischer Berichterstatter vom 27. b. Mts.: Die preußische Sozialdemokratie hielt gestern hier ibre Partei- Stonferenz ab, um sich über ihre Stellungnahme 3 den preußischen Landtagswahlen schlüssig zu machen. Machdem der große Parteitag zu Mainz im Jahre 1901 die Beteiligung auch an den vielfach nach dem Dreiflassenwahlrecht erfolgenden Wahlen der Einzelstaaten genehmigt hat, ist über die Frage, ob die Sozialdemokratie in Preußen auf den Plan tritt oder nicht, die grundsätzliche Entscheidung schon gefallen. Seither hat sie sich bekanntlich diesem Wahlkampfe ferngehalten. Nun aber hat sich die Sozialdemokratie zur Veränderung ihrer Taktik entschlossen. Bahnbrechend sind die siddeutschen Genossen vorangegangen, die seit Jahr und Tag an den Landtagswahlen teilnehmen und dort auch ihre Wandate innehaben; sie sind allerdings auch nicht an die Parteiparole gebunden gewesen, weil in den meisten süddeutsen Staaten das gleiche Wahlrecht allerdings nach indirektem Wahlsystemherrscht. Die preußische Parteifonferenz verlief ohne innere Meinungsverschiedenheiten. Alle Delegierten waren darüber eimig, daß die Sozialdemokratie mit eigenen Wahlmännern in den Wahlkampf eintreten müsse und daß zu diesen Urwahlen feinerlei Vereinbarungen zu hoffen sind. Erst nach deren Beendigung haben sich die Wahlkreisleitungen über ihren Auf. marsch bei der Haupt- und Stichwahl schlüssig zu machen. Bon Wichtigkeit ist die Beteiligung der Sozialdemokratie bor allen Dingen. Für den städtischen Liberalismus. der Inotz der auf Stimmenthaltung lautenden Wahlparole seither immerhin einen großen Bestandteil der sozialdemokratischen e timmen erhielt. Folgerichtiger Weise hat die preußische Sozialdemokratie auch lediglich über ihre Stellung zum Libe ralismus Beschluß gefaßt. Bei Stichwahlen will sie die liberalen Kandidaten ,, im Allgemeinen" unterstützen, aber. Die Sache hat wirklich ein aber, denn die Sozialdemokratic berlangt, daß in den Wahlkreisen, wo mehrere Kandidaten aufgestellt sind, die Liberalen in erster Linie auch für einen envaigen sozialdemokratischen Kandidaten stimmen. Geschieht dns nicht, so ist bei einer etwaigen Stichwahl Stimmenthaltung zu üben. In den Wahlkreisen, wo mur ein Abgeordneter 3 wählen ist, erhalten die Liberalen nur dann eine sozialdemokratische Stichwahlunterstützung, wenn dafür eine an dere sozialdemokratische Stichwahlfandidatur von den Freifinigen in Tausd) gegeben wird. Man sieht also, daß keinerlei ideelle Beweggründe mit im Spiele sind, sondern daß in höchst materieller Weise den Liberalen nur dann eine sozialdemokratische Wahlhilfe zu teil wird, wenn sie dafür die höchsten Preise" bezahlen. Unter diesen Umständen gewinnt die Beteiligung der Sozialdemokratie die Bedeutung einer Grenzregulierung zwischen dem städtischen Libe ralismus und der Sozialdemokratie. Auf dem Lande dürften die Erfolge der Sozialdemokratie auch deshalb ausbleiben, weil der Wahlaft ein öffentlicher ist. So dürfte sich der ganze Stampf auf die Städte beschränken. Groß wer den die Erfolge der Sozialdemokratie wohl nicht sein, aber der Wahlkampf wird durch das Auftreten einer neuen Partei lebhafter werden, als in früheren Jahren. Moderner Kindertausch. ( Von unserem ständigen CB. Mitarbeiter.) In Berlin wirkt gegenwärtig der Verein für Kinberaustausch angesichts des herannahenden Sommers wieder eifrig für seine Verbreitung, und zwar mit gutem Erfolg. Der Titel dieser seit 15 Jahren bestehenden Gesellschaft mag vielleicht auf den ersten Blick verblüffen. Allein dieser Verein bezweckt nicht etwa, daß der Vater 21. sein Kind dem Vater B. überantwortet und dafür dessen Sprößling eintauscht, sonbern er will im Austausch den Ferienaufenthalt der Kinder aus der mittleren Bevölkerungssicht regeln. Städtische Kinder sollen einer ländlichen und ländliche einer städtischen Familie übergeben werden. Der Gedanke ist sehr gesund und fördernswert. Zunächst ist es für die Volkshygiene außerordentlich wichtig, daß die fast immer in abgeschlossenen Räumen lebenden und den Nervenreizungen der Großstadt amsgesetzten Kinder städtischen Familien sich in einem Landorte in freier Luft, bei angemessener törperlicher Arbeit und derber Kost Eecle und Körper stärken, um nachher um so leichter die Arbeit wieder aufzunehmen und sich auch durch den Aufenthalt im Tempel der Natur die Seele mit unerlöschlichen Eindrücken zu er füllen. Denn das schönste gibt der Städter und insbesondere der gebildete Städter für das bischen Wissen und Erkenntnis dahin: die Natur. Er lernt deren geheimnisvolles Walten und die bunte Fülle ihrer Schöpfungen, sowie auch die Unerschöpflichkeit ihrer Gestaltungstraft nur in der Theorie kennen. Währenddem aber ergibt sich das Kind des freien Landes der Betrachtung dær Natur: es siebt, wie der Keim aus dem Boden ich hebt, es hört die Vöglein jubilieren, es labt seinen Farbensinn an der leuchtenden Pracht der Blumen, an dem saiten Grün der Fluren und in dem gewaltigen Waldesdom empfängt seine Seele eine höhere Weihestimmung und den Glauben an die Weisheit und Allgewalt der schöpferischen Naturkraft. Alle diese Eindrücke sind dem Stadttinde versagt. Selbst wenn es an den schulfreien Tagen auf Stunden den engen Mauern und dem Häuſermeere entflieht, so fehlt zum Genuß der Naturschönheiten doch die innere Sammlung, die nur ein längerer Aufenthalt in der Stille und dem Frieden eines ländlichen Jdylls zu geben vermag. Anbererseits aber fehlt den ländlichen Kindern in ihrer Weltabgeschiedenheit die Berührung mit dem Leben und jene Gelegenheit zur Entfaltung und Geltendmachung der Persönlichkeit, wie sie dem Stadtkinde geboten werden. Dieses sieht sich im Umlauf des Jahres tausend neuen Situationen gegenüber, mit denen es sich nach eigenem Ermessen und meist mit einem raschen Entschluß abfinden muß, während das in der Eintönigkeit und Gleichmäßigkeit des Landlebens aufwachsende Kind durch alles Neue überrascht und alles ungewohnte leicht verblüfft wird. Die Jugendzeit und das Kindesalter aber ist die Zeit, in der sich Charakter und Gemüt bilden, um im höheren Lebensalter etwas dauerndes zu sein. Der Verein für Kinderaustausch will bei den Kindern schon die zwischen ,, Stadt und Land" bestehenden Gegensäße, die in einem einst beliebten Theaterstück, im Lorle", in einer rührseligen Weise behandelt sind, ausgleichen und ergänzend auf die Seeleneindrücke der Kinder einwirken, ohne Zweifel ein guter Gedanke, dem ein recht ausgedehnter Erfolg zu wünschen wäre, zumal gerade durch diesen Kinderaustausch auch ideale Freundschaftsbande für das Leben geknüpft werden, die beiden Teilen von Vorteil sind. Die Politik. Arbeitslosen- Versicherung. Gegen die Forderung einer staatlichen Arbeitslosenversicherung haben sich bisher die verbündeten Regierungen, wie die Parlamente mit Rücksicht auf die Tragweite einer solchen Maßregel und ihre Kosten ablehnend verhalten. Erfreulicherweise fehlt es angesichts dieser derzeitigen Unmöglichkeit einer gesetzlichen Regelung dieses Gegenstandes nicht an privaten Bestrebungen, Arbeitern, die unverschuldet brotlos werden, über die arbeitslose Zeit hinwegzuhelfen. In den Gewerkvereinen ist bereits eine Arbeitslosenversicherung eingeführt, und dieser Tage ist nun auch nach dem Vorgange von Köln, das breits eine lokale Arbeitslosenversicherung besitzt, eine solche in Leipzig von dortigen angesehenen Bürgern ins Leben gerufen worden. Der Verein besteht aus Mitgliedern, die sich zur Gewährung einer Garantiesumme von mindestens 500 Mark( Stifter) oder zu laufenden Jahresbeiträgen von mindestens 5 Mark( Förderer) verpflichten, sowie aus Versicherten, die durch Zahlung verschieden abgestufter Wochenprämien im Falle der Arbeitslosigkeit Tagegelder beziehen. Ein Garantiekapital in Höhe bon 100 000 Mark ist von Freunden des Unternehmens, dem auch die städtischen Behörden sympathisch gegenüberstehen, in sichere Aussicht gestellt. Mit den bestehenden Arbeitsnachweisen wird der Verein unverzüglich in möglichst enge Beziehungen treten ,, Ex- lex" Zustand in Ungarn. (-) In Ungarn wiederholt sich jetzt das Schauspiel, das sich zu Anfang der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts in Preußen abspielte. Wegen der von der Regierung geforderten und von einem Teil der Volksvertretung hartnäckig befehdeten Heeresreform droht es zu einem Konflikt zwischen dem Kabinett und dem Parlament, zu einer teilweisen Außerkraftsetzung der Verfassung, zu kommen. Die neuen Wehrvorlagen der österreichisch- ungarischen Regierung begegnen, soweit sie ungarn angehen, bei den Gegnern des Kabinetts im ungarischen Abgeordnetenhause einer hartnäckigen Obstrufiion, und so hat denn Ministerpräsident v. Szell angekündigt, daß er die Ausgaben für die geforderte Heeresvermehrung auch ohne Bewilligung des Parlaments machen werde. Zugleich erklärte der Ministerpräsident, daß, wie unser CB.- Mitarbeiter schon neulich melden konnte, die Einführung der zweijährigen Dienstzeit in der österreichisch- ungarischen Armee vorbereitet werde. Hoffentlich ändert die ungarische Opposition noch in zwölfter Etunde ihre Taktik und erspart dem Lande die unerfreulichkeiten eines Verfassungstonflikts. Rußlands Mühlen mahlen langsam... )-( Die russische Diplomatie sucht unter den zeitgenössi schen Politikern ihresgleichen: alles, was sie einfädelt, ge lingt ihr. Auch mit dem neuesten ziemlich gewagten Streich mit der Mandschurei scheinen die russischen Staatslenfer Glück haben zu sollen. Zwar England und Japan geben nach wie vor in den höchsten Tönen ihre Entrüstung fund und machen drohende Mienen. Aber ob sie noch Lust haben werden, mit dem russischen Bären anzubandeln, ist höchst zvereinaft, naajoem es vet tugemine gegen scheint, die Amerikaner für das russische Projekt zu firren. Der Widersprud) Amerikas gegen Rußlands Vorgehen rührte hauptsächlich von der Forderung Rußlands an China her, die Mandschurei sollte dem Handel jeder anderen Macht versperrt werden. In dem gegenwärtig im Abschluß begriffenen amerikanisch- chinesischen Handelsvertrag wird aber bestimmt, daß einige mandschurische Häfen dem amerikanischen Handel offen stehn sollen. Deshalb protestierte die Union gegen Rußlands Vorhaben, während ihr sonst die Frage, wer in der Mandschurei gebietet, ziemlich gleichgiltig ist. Nun hat Rußland sich beeilt, den Amerikanern zu versichern, die fraglichen mandschurischen Plätze sollten dem amerikanischen Handel dauernd zugänglich sein. Das genügt den Amerifanern um so mehr, als sie dann obenein die Konkurrenz anderer Mächte auf dem mandschurischen Markt nicht zu fürchten brauchen. Deshalb reden sie jetzt den Chinesen gut zu, sich mit Rußland zu verständigen, und China will offenbar diesem Rate folgen. Damit fällt auch die Gefahr chinesischer Aufruhrbestrebungen in der Mandschurei fort. Japan und England werden sich jetzt also überlegen müssen, ob sie ohne amerikanische und chinesische Unterstützung Rußland in den Arm fallen wollen. Ein neuer Staatsstreich) in Serbien. X Man wird sich nicht wundern dürfen, wenn die Serben über kurz oder lang ihrem Könige den Stuhl vor die Tür setzen: Alexander tuf alles, um eine Revolution, die ihm den Thron kosten muß, heraufzubeschwören. Das Gelingen des jüngsten Staatsstreichs, der zeitweiligen Aufhebung der Verfassung, ist dem ohnehin jeder flüchtigen Lanne nach gebenden Sprossen Milans und Nataliens offenbar zu Kopf gestiegen. Jest plant er eine neue Herausforderung der stärksten Partei in Serbien, der Radikalen, indem er einfac die vier radikalen Mitglieder des Kabinetts verabschieden und an ihrer Stelle gefügigere Leute aus dem liberalen Loger zu Ministern ernennen will. Dieser Ministerwechsel soll, wie aus Belgrad verlautet, in den ersten Tagen des Wai erfolgen. Aber noch mehr: obenein will der König noch das jetzt geltende Wahlgesep abgeändert wissen: die jetzt bestehende Vertretung der Minderheit in der Stupschtina soll wegfallen und die Wahl durch beschriebene Stimmzettel er folgen. Diese Wahlrechtsänderung wird namentlich bei den Radikalen scharfer Opposition begegnen, und es ist leicht möglich, daß die Radikalen, sobald sie ganz aus der Regierung ausgeschaltet sind, einen Butsch machen, bei dem sie auf die Unterstützung der dem König abgeneigten Armee und auch auf Förderung von außerhalb, durch Montenegro, dessen Prinzen längst nach dem serbischen Thron schielen, und durch Rußland, das diese Wünsche der Montenegriner aus guten Gründen begünstigt, zu rechnen haben. Aber selbst wenn das nicht geschieht: Wenn König Sascha so fortfährt, ist sein Sturz unausbleiblich. Der Aufstand in San Domingo scheint endgiltig zu Gunsten der Aufständischen entschieden zu sein: sie haben dem Führer der Regierungstruppen, dent General Basquez, eine Niederlage beigebracht, die so groß war, daß Vasquez es vorgezogen hat, seine eigene Person in Sicherheit zu bringen. Er hat sich unter Mitnahme von 150 politischen Gefangenen nach Cuba begeben. Weshalb er die politischen Verbrecher mitgenommen hat, bleibt unerfindlich; nach internationalem Recht mußte er sie in Cuba doch freigeben. Sturze politische Nachrichten. * Kaiser Wilhelm hat dem König Christian von Dänemart ein herzliches Handschreiben mit einer Photographie gesandt, die den Kaiser in der dänischen Admiralsuniform barstellt. * Nach einer neuern Entscheidung des preußischen Oberverwaltungsgerichtes steht jedem Wähler die Einsicht in die ganze Wählerliste zu. In dem Urteil heißt es weiter, daß ein Wahlverfahren, in welchem die Einsichtnahme in die Wählerliste in unzulässiger Weise eingeschränkt ist, die Ungiltigkeit der Wahl zur Folge hat. * Die Aufhebung des Paragraphen 2 des Jesuitengesezes wird vorläufig nicht auf die Tagesordnung des Bundesrats gesezt werden. Wie unser Berliner CB.Mitarbeiter von unterrichteter Seite hört, hält der Reichskanzler angesichts der ablehnenden Haltung der meisten Bundesregierungen gegen die Aufhebung des Baragraphen es nicht für angezeigt, einen dahingehenben Antrag im Bundesrat in absehbarer Zeit einzubringen. * Eine seltsame Meldung kommt aus Trier: Danach hat sich herausgestellt, daß der Verfasser der gegen den Bischof& orum in Sachen des Trierer Schulstreits gerichteten scharfen Angriffe in der Franff. 3tg. der Privatsekre. tär des Reichstagsabgeordneten und Trierer Staplans Dasbach gewesen ist. Staplan Dasbach gehörte bekannt. lich zu den entschiedensten Verteidigern des Vorgehens des Bischofs; es ist daher undenkbar, daß er von der Tätigkeit seines Privatsekretärs, eines Studenten der Rechte, Kenntnis gehabt haben sollte. * Gegen die Ausweisung der Mormonenmissionare aus Preußen und Baiern wollen die Amerikaner Protest erheben. Das wird ihnen nicht viel helfen. Exeppe weiter hinauf und Topfte an die Tür, an weldjer festigt war. bie Visitenkarte Ningende, jugendliche Stimme. Herein, wenn's ein Yusti ,, Herein! Herein!" rief drinnen eine faute, fröhlich des Arbeitgebers thres Vaters bzger Gefell ist!" Dora fchrat zusammen und blieb wie gelähmt stehen. Gin Tuftiger Cheferri Sie vermochte nicht, die Hang haben P CG hervor. ,, Begraben?!" Wer ihren Eränen Flagene gestern bei mir. Er sagte mir nichts von dem Tode plöglich, Denn die Erflärung er ſtoeltjame Berhalten fall sprach nur von der Krankheit Ihrer Mutter. Wa higenblick der Ihr Vater war boch b Arnholds tam ihm in demsemo Dier aber ihre Diec bin ichy, Water, seine Jagte te ihr Herz. Schne Gestalt unheimliches ten sich verzerrt, und in Aussehen sich noch mehr blickte, und Todesangst ergriff Stimme stoďte, als sie Dabei In der kurzen Bett, da te fortgewesen, batte Lein ihr Glanz war ein sn blickten dieselben seinen Augen glühte ein fast verändert. Seine Büge hatfranthaf= eigenund Feuer. unſtät D Bantnote in bas Licht. te, Stett fiel, bares Häuschen Asche. auf ihn zu. Aber vergebens! Als war von der großmütigen tings nicht mehr übrig geblieben, Dora stieß einen verzweifelten Schrei aus flaternbe Das zerstreute Arnhold über und eilzta als ein taum Gabe Bruno sie ihm in den Arm Sper fichtden Tisch und sagte * Der russische Kriegsminister Kuropatkin hat seine Bereifung der sibirischen Bahn jezt angetreten. Die chinesische Gesandtschaft in Petersburg gab ihm vor seiner Abreise noch ein Abschiedsfrühstück. Kuropatkin begibt sich zunächst nach Ostsibirien, wo er die großen Manöver im Amurgebiet leiten wird, und sodann nach Korea und Japan. Der Zug, in dem er reist, ist gegen etwaige Schüsse während der Fahrt durch die Mandschurei mit Panzerplatten versehen worden. * Aus Rom wird der Besuch einer französischen Flotte in den italienischen Häfen für Ende Mai angefündigt. Da wird es wohl wieder große Verbrüderungsfeste geben! * Aus Marokko kommt die Nachricht, daß der Sultan eine neue Anleihe von 400,000 Pfund Sterling in England aufgenommen hat. In Tetuan ist die Lage so kritisch, daß die konsuln ihre Schußbefohlenen aufgefordert haben, sich bereit zu halten, um beim ersten Alarm die Stadt zu verlassen. * Wegen der großen Mißstände, die sich bei mehreren amerikanischen Kriegsschiffen gezeigt haben, ist eine gründliche Inspektion der nordatlantischen Seemacht der Union angeordnet worden. Hof und Gefellschaft. *** Der Kaiser nahm gestern auf dem Bornstedter Felde bei Potsdam eine Besichtigung der drei Bataillone des 1. Garderegiments zu Fuß und des Lehrinfanteriebataillons vor. Sodann wurde mit beiden Truppenteilen eine größere Gefechtsübung abgehalten, zu welcher auch der größere Teil der übrigen Regimenter der Garnison hinzugezogen werden soll. Später nahm der Kaiser das Frühstück bei dem Offizierkorps des 1. Garderegiments ein. *** Die Herzogin Karl Theodor in Baiern ist an Diphteritis erkrankt. Sie hat sich wahrscheinlich bei der Pflege ihrer soeben an derselben Krankheit verstorbenen Enfelin, Prinzessin Irmgard, angesteckt. Die Krankheit nimmt allem Anschein nach einen guten Verlauf. 298. Sigung. Deutscher Reichstag. Eigener Bericht. - - Fleischbeschau und Krankenkassen. Als vor etwa einem Jahre das neue Fleischschaugesetz im Reichstage erledigt wurde, kam es zwischen der Regierung und dem Parlamente zu einer Meinungsverschiedenheit über die Frage, ob der Bundesrat befugt sein solle, Bestimmungen über die Fleischbeschauprüfungen zu treffen oder nicht. Die Mehrheit des Hauses wollte es bei dem seitherigen Zustande belassen, wonach zur Ausübung der Fleischbeschau lediglich eine Bescheinigung des Kreistierarztes notwendig war; die Regierung aber beanspruchte für den Bundesrat das Berfügungsrecht über diese Frage und ließ sich auch zu teinen Erklärungen über die endgültige Gestaltung des Gesetzes herbei. Inzwischen sind Bestimmungen getroftroffen worden, wonach zur Ausübung der Fleischbeschau eine vierwöchige Vorbereitungszeit und schließlich noch eine regelrechte Prüfung notwendig ist. Die Parlamentsmehrheit erblickt in dieser Bestimmung einen Widerspruch gegen die Absichten der Gesetzgeber, wie der Zentrumsabgeordnete se ohl in der Begründung einer hierüber eingebrachten Auskunftsforderung betonte. Vor allen Dingen haben die hohen Kosten der Ausbildungszeit die Landbevölkerung verstimmt, sodann wird auch befürchtet, daß sich einfache Leute nicht mehr zu diesem Dienste melden und daß sonach die Fleischbeschau sehr erschwert werde, zumal wenn sich die Bezirke erweitern. Im allgemeinen waren die Rechte, die Nationalliberalen und das Zentrum gegen die Bundesratsverordnung, während Sozialdemo kratie und Freisinnige damit einverstanden waren. Von der Regierung wird die verschärfte Bestimmung mit der inzwischen eingetretenen Freizügigkeit des Fleisches, sowie mit der gefeßlichen Vorschrift einer Prüfung des aus dem Auslande eingeführten Fleisches gerechtfertigt. Ein einfacher Fleischbeschauer vom Dorfe, so erklärte Staatssekretär Graf Posadowsky, werde gewiß nicht zur Ueberwachung des Hamburger Freihafengebietes verwendet. Man könne aber leicht verschiedene Bestimmungen treffen; also habe der Bundesrat die Regelung dieser Frage in Angriff nehmen müsse. Bei der nunmehr folgenden Beratung der Krankenkassennovelle tam es bei Paragraph 42 zu einer ausgedehnten Erörterung über die von der Regierung gewünschte Verschärfung der staatlichen Aufsicht. Die Regierung hält diese für notwendig, weil sie bisher kein Recht zum Einschreiten hatte. Die Abg. Rösicke Dessau und Stadthagen( Soz.) sehen sehen darin den ersten Versuch zur politischen Entrechtung der Krankenkassenmitglieder. 64. Sigung. Preussischer Landtag. Eigener Bericht. lautete gegen den Bürgermeister von Niedermirsberg auf eine Gefängnisstrafe von einem Monat, gegen die Gemeindedienerfrau Bernreuther auf eine Gefängnisstrafe von einem Monat. Es galt nicht als völlig erwiesen, daß der Tod der unglücklichen Armenhäuslerin Ged auf ihre Vernachlässigung durch die Bernreuther zurückzuführen sei. Daus der Abgeordneten. - Die Militäranwärter. Es geht zu Ende. Petitionen und Interpellationen füllen die Tagesordnung. Von allgemeinem Interesse ist nur die Interpellation des Abg. v. Willisen( kons.): Welche Maßregeln gedenkt die Staatsregierung zu tref= fen, um die Nachteile auszugleichen, die den Militäranwärtern aus den Besoldungsvorschriften im Staatsund Kommunaldienst erwachsen? Die Militäranwärter seien gegenüber den Zivilanwärtern sehr benachteiligt. Die Benachteiligung wirkt auf die Dauer schädlich auf die Qualifikation des Unteroffizierkorps, das nach der Absicht eines preußischen Königs die Grundlage für die Ausbildung des Eubalterbeamtenstandes werden sollte. Minister v. Hammerstein legt überzeugend dar, daß namentlich bei der Steuer- und allgemeinen Verwaltung die Militäranwärter bedeutend besser wegkommen als die Zivilanwärter. Die Interpellation halte er nicht für glücklich; sie werde Unzufriedenheit erzeugen bei den Militäranwärtern und das zu einer Zeit, wo die 36vilanwärter lebhaft darüber Klagen, daß sie durch die Militäranwärter ernstlich benachteiligt werden. Bei der Besprechung tritt das Haus im allgemeinen dieser An sicht des Ministers bei. Hus dem Gerichtssaal. § Verworfene Revision. Die Revision der früheren Stiftsoberin Elise von Häusler in München, die am 8. März vom Schwurgericht zu sechs Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt worden war, ist vom Reichsgericht verworfen worden. Bekanntlich gilt die Häusler als überführt, der Krankenpflegerin Wagner an dem von ihr verwalteten Maximilianwaisenstift Gift in den Kaffee geschüttet zu haben. § Das Urteil im Bamberger Armenhausprozeß Kleine Gerichts- Chronit. Der wegen wiederholter Sittlichkeitsverbrechen an fleinen Mädchen verhaftete Obermeister der Berliner Schuhmacherinnung Louis Schumann wurde von der Straftammer zur Beobachtung jeines Geisteszustandes der Jrrenabteilung der Charitee überwiesen. Echumann ist 68 Jahre alt und fast blind. Nab und Fern. (") Eine Abordnung schwedischer Offiziere weilt augenblicklich in Berlin und wurde dort vom Kaiser empfangen. Die Herren gehören dem Bohuslänregiment an und wollen an der Feier des Füsilierregiments Graf Roon( Ostpreußischen) Nr. 33 anläßlich des 100jährigen Geburtstages seines verewigten Chefs teilnehmen. Das Füsilierregiment 33 ist schwedischen Ursprungs und wurde 1815, als Schwedisch- Vorpommern an Preußen fiel, mit übernommen, soweit die Angehörigen des Regiments im Lande ansässig waren. * Eine furchtbare Nacht in den Schneeg uben des Riesengebirges verbrachte der eine Bruder des Wirtes der Martinsbaude, Salomon Lauer. Er hatte seinem Bruder bei einem Umzug geholfen, auf dem Rückwege aber war die aus fünf Leuten bestehende Gesellschaft in ein Schneetreiben geraten, und Salomon Lauer, der an der Spize ging, war in einen Abgrund gestürzt. Der Schnee milderte die Wucht des Falles und Lauer wurde nur ohnmächtig. Nach einigen Stunden erwachte er und hörte nun in der Finsternis, hinter einem Felsblock zusammengekauert, Lawine auf Lawine über sich herniederdonnern. Beim Morgengrauen gelang es ihm mit unsäglicher Mühe, sich aus seinem Schneegrabe herauszuarbeiten, und der Abgestürzte langte schließlich bei seinem hocherfreuten Bruder an, der sich gerade anschickte, die Leiche des Totgeglaubten zu holen. )-( Arbeiteraufruhr in Belgien. In Estaires und La Gorgue bei Lille kam es zwischen ausständischen Webern, welche troß des Verbotes Zusammenrottungen bildeten, und Gendarmen, die sie auseinandertreiben wollten, zu einem Zusammenstoß; die Gendarmen wurden mit Steinwürfen und mit Messern angegriffen; es wurden zahl reiche Personen verwundet. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. : Das zerrissene Testament. Vor kurzem starb in Wien ein bekannter Cafétier. Nach seinem Tode produzierte die Nichte des Cafétiers ein Testament, in dem ihr der Cafétier eine in die Tausende gehende Summe vermachte, welche ihr gleich nach seinem Ableben ohne jeden Abzug aber ausgezahlt werden sollte." Demgegenüber erklärt die Witwe, der Gatte, mit dem sie wiederholt im Scheidungsverfahren gewesen war, habe ihr gelegentlich der letzten ,, Versöhnung" von einem Testament gesprochen, in dem er sie zur Universalerbin einsetzte. Das Testament fand sich auch vor, allein als die Witwe es ihrem Advokaten brachte, war es in zahllose Stückchen zerfeßt. Die Frau sagte, sie habe während des Euchens nebst vielen Papieren auch dieses zerrissen, dann aber zu spät bemerkt, daß es das Testament des Gatten gewesen. Die Nichte dagegen vertritt die Annahme, der Verstorbene habe das Testament selbst zerrissen, um es ungiltig zu machen. Falls nun kein Aus-. gleich zu stande kommt, wird das Gericht die Entscheidung darüber zu fällen haben, ob die Witwe oder die Nichte Anspruch auf das Erbe hat. () Die Kischinewer Unruhen. Wie aus Petersburg nachträglich gemeldet wird, haben sich bei dem dieser Tage gegen die jüdische Bevölkerung der Stadt Kischinew gerichteten Aufstande schreckliche Szenen ereignet. In den demolierten und zerstörten Häusern der jüdischen Händler wütete das erregte Volk in der fürchterlichsten Weise. Frauen wurden geschändet, Kinder aus den Fenstern auf das Pflaster geworfen. Der Gouverneur, zu dem die Verfolgten Zuflucht nahmen, begann erst einzuschreiten, als er telegraphische Anweisung dazu aus Petersburg erhielt. Der Schaden soll über 4 Millionen Rubel betragen und tausende von Personen sind ohne Dach Bunte Chronik. Vom Hofe in Toskana wird den Meldungen, der Kronprinz von Sachsen habe seiner geschiedenen Frau aus eigenen Mitteln eine Jahresrente von 30,000 Mart ausgesetzt, widersprochen. Die 30,000 Mark sind nur die Zinsen der von der Prinzessin Luise eingebrachten Mitgift, deren Herausgabe sonst im Prozeßweg erstritten worden wäre. -In Montjoie( Rheinprovinz) ist eine Scharlachepidemie ausgebrochen. Die Schulen wurden geschlossen, die Mannschaften des 40. Jüsilierregiments, welche, auf dem Marsche nach dem Truppenübungsplatz Elsenborn begriffen, dort einquartiert werden sollten, sind auf die umliegenden Ortschaften verteilt. - In Mettmann( Rheinprovinz) ermordete ein Arbeiter seine Frau und sein siebenjähriges Kind und erschoß sich dann. Vermischtes. ( 22)[ Unser Kaiser als Prophet.] An der Kathedrale von Mez geht ein neues Portal, das Christusportal, seiner Bollendung entgegen. Die Schuhwand ist gefallen, und das Publikum bewundert in großen Scharen den reichen fünstlerischen Schmuck, den die Spizbogen des herrlichen Kircheneinganges tragen. Nicht weniger als 554 Figuren aus der biblischen Geschichte hat die Hand des Bildhauers darauf verewigt. Am dichtesten staut sich die Menge vor dem ersten Pfeiler rechts. Dort trägt nämlich die pla. stische Figur eines alttestamentlichen Propheten under. tennbar die Gesichtszüge unseres Kaisers. Wenn der Kaiser also, wie er beabsichtigt, dem Papste Photographien des Bortals nach Rom sendet, so wird er sein eigenes Bild mitschiden. - Auf einem See bei Canow in Mecklenburg- Strelitz ertranfen bei einer Kahnfahrt der Fischer Lemke mit ſeinen beiden Töchtern im Alter von 13 und 14 Jahren. Die Leichen konnten noch nicht aufgefunden werden. -Als der Fürst von Bulgarien von Mentone zu einem Besuche in Cannes eintraf, wurde gegen das Fenster des Wagenabteils, in welchem er Platz genommen hatte, ein Stein geworfen, der das Fenster zertrümmerte; man glaubt, daß der Stein von einem spielenden Kinde geworfen ist. Giesse Der Groß lebrers an der R Brofeffor Gottfr Auguftinerfchule Burdgenommen Stelle. Das G ausgegeben am einer edlen T 34 Mainz B nung der G 1899/1900 bet coffnungen. befeßende Deil, Ar. F Organiftendien befeßende Lebre beim, Rr. F Organiftendienf bejegende Lebre Kr. Lauterbach Leftordienst ver Das Sweite Stände dasselbe zu führung e fung nimmt. [ Graf Haeseler als Kindermädchen.] Anläßlich des Haeseler- Jubiläums wird noch folgendes hübsche Ge schichtchen von den M. N. N. mitgeteilt: Als Graf Hae seler sein Kommando in Mez übernahm, fand er dort in vielen Offiziersfamilien die bequeme Sitte vor, den Burschen als Mädchen für alles, besonders auch als Kindsmagd zu verwenden. Er sprach seine Mißbilligung darüber aus und die Burschen wurden daraufhin soweit sich dies kontrollieren ließ mit unmännlichen Zumutungen verschont. Als aber einmal der Graf früh morgens vor 8 Uhr unterwegs war, begegnete ihm das Töchterchen eines ihm persönlich bekannten jungen Of. fiziers, das vom Burschen in die Schule geführt wurde. Der Graf blieb stehen, nahm das Kind an der Hand und schickte den Burschen heim: ,, Eagen Sie der gnadigen Frau, General Haeseler stehe hier auf dem Marktplaze und warte auf Ablösung." Es soll nicht sehr lange gedauert haben, bis die Ablösung erschien. - Ein Viehzug der Missouri Pacific Railway fuhr in der Nähe von Buffalo( Kansas) von hinten in einen Arbetterzug hinein. Es wurden dabei 11 Personen getötet und 25 verletzt. [ Gespickte Gäuse] soll nach dem ,, Figaro" Bismards Gattin ihrem Manne während des Feldzuges 1870 öfter von Hause nachgeschickt haben. So sei in seinen jetzt von der Gartenlaube veröffentlichten Briefen zu lesen. Die pommerschen Gänse, von denen Bismard bekanntlich ein großer Verehrer war, besigen jest wie damals von selbst ein so startes Fettpolster, daß jede Hausfrau von einer gebratenen Gans noch ein tüchtig Teil Gänseschmalz ab. schöpft. Man braucht sie also nicht erst zu spiden. Aber Bismard hat auch teine ,, gespickten" Gänse, sondern ,, Spid gänse" geschickt bekommen. Ja, die deutsche Sprache ist wunderlich und schwer. (?)[ Eine transportable zerlegbare Wahlzelle] wird von einer Hamburger Fabrik in Hinsicht auf den neulichen Beschluß des Reichstags empfohlen, zur Sicherung des Wahlgeheimnisses einen Isolierraum im Wahllokal herzustellen. Die Wahlzelle, die nur 35 Mart tostet, nimmt nur zwei Quadratmeter Grundfläche in Anspruch, kann in jedem Wahllokal direkt am Wahlvorstandstisch leicht aufgestellt und nach Gebrauch in wenigen Minuten zerlegt werden, unr bei den nächsten Wahlen dem gleichen Zwede zu dienen. Bei Benutzung der Wahlzelle wird bei starfer Beteiligung der Wähler keine Zeit verloren und findet im Wahlgang feine Unterbrechung statt. Der Wähler nennt dem Wahlvorstande seinen Namen und erhält, nachdem derselbe in der Wahlliste aufgefunden und angemerkt ist, das amtliche Wahlcouvert. Nun betritt der Wähler die Wahlzelle am Eingang, steckt seinen Wahlzettel, ohne dabei beobachtet zu werden, in das Wahlcouvert und verläßt die Wahlzelle am Ausgang, woselbst ihm vom zweiten Wahlvorstande das Wahlcouvert abgenommen und in die Wahlurne gelegt wird. Beim Verlassen der Wahlzelle durch die Ausgangstür öffnet sich selbsttätig die Eingangs tür und zeigt dem folgenden Wähler an, daß die Wahlzelle zu seiner Verfügung steht. Die Wahlhandlung wird demnach automatisch reguliert. (:)[ Königliche Gäste des Pariser Jockey lubs.] Gelegentlich der bevorstehenden Anfunst des Königs Edu ard von England in Paris macht der Figaro" darauf aufmerksam, daß der König auch diesmal den Jockeyklub aufsuchen wird, wie er es als Prinz stets zu tun pflegte. Er war ständiger Gast bei den großen Sportsdiners, die dort die ,, Könige der Rennbahn" nach Siegen in Longchamps ihren Freunden geben. Ein treuer Bepicher des Jockeyklubs ist auch der König der Belgier. Leopold III. steht im begründeten Ruf eines großen Gourmands und ist begeistert von der vorzüglichen Küche dieses vornehmsten Pariser Klubs. Eines Abends war er von den Leistungen eines Kochs so hingerissen, daß er diesen schlankweg für seine Hoffüche in Laeken mit einem fürstlichen Gehalt engagierte. Einige Mitglieder des Klubs sollen ihm ob dieser Entführung noch immer im geheimen grollen. [ Bittere Klagen eines englischen Offiziers] veröffentlicht ein Londoner Blatt. Mein einziger Sohn so schreibt darin ein Oberstleutnant ist der stolze Sproß einer Offiziersfamilie, die seit fünf Generationen im Dienste ihrer Könige ihr Gut und Blut eingesetzt hat. Das Resultat dieser langjährigen Aufopferung ist, daß ich nicht imstande bin, meinem Sohn die nötige Ausbildung und die nötigen Mittel zu geben, den Beruf seiner Ahnen zu ergreifen. Ich bin gezwungen, ihn in eine Militäreffektenfirma als Lehrling eintreten zu lassen. Hoffent lich gelingt es ihm, den Grundstod zu einem neuen Fa milienvermögen zu legen, das nach zwei, drei Genera tionen seine Nachkommen wieder im Dienste des Vater landes aufwenden können. Daß die englischen Offiziere schlecht bezahlt sind und großen Aufwand machen müssen, ist ja hinlänglich bekannt. Ist das letztere denn aber abso lut nötig? )[ Bandalendiners] sind die neueste Errungenschaft des Newyorker Milliardärspleens. Reiche junge Männer, die im Begriff stehen, das Joch der Ehe auf sich zu neh men, müssen jeßt, wenn sie wirklich chif sein wollen, am Vorabend ihrer Hochzeit ein Junggesellendiner geben, an dessen Schluß Möbel und andere Gegenstände im Werte von Tausenden vernichtet werden, um die Verachtung für das Geld zu zeigen. Teppiche werden zerschnitten, Spiegel zerschlagen, und zerbrochenes Porzellan wird knöcheltie auf dem Boden des Eßzimmers zerstreut. Wer am meisten Möbel zerstört, ist der feinste Kerl. Diese stolze Berachtung des Geldes wurde fürzlich in einem Falle so weit getrie ben, daß vom Hause des Wirtes nur die Wände und das Dach übrig blieben. Die Gäste verbrannten sogar die Kleider des Haushofmeisters und badeten dann in Cham pagner. barnach nicht Laubten Erw Der Regierung tellungen irg influffes de mittleren und önnen. Die vorliegenden richtig bestätig Einzelwirkung geben von fle Regierung ei der Frage, bäufer ausge treffe des 2 unf re Viehm verstorbenen Vorftandes die jest so wollte. Die der Antrag da erhielt de D irgend eine auf das Pol begrüßte: 2 die Milchve taput. Der fein persönl rat F. die stehen wie geplanten 2 haften alte darauf aufm nicht e Gießer und meinte S., ben Herren der Brafti und deren Augen fü Marft nid Verordnun ** wurde ale berwundet Schwarz dichten K Genefung borigen Bebra und wobei alle tauscht wu ehemalige der Wid gleiter zu bille 187 ** lich dadu amtsland ja viele werden, f ibre Detr mußten b Auch die mußten obe durchaus dürfte d Seminar in Fried ihre Ero Leute 3 biele zu ** Sprach a Nation reichen V ftatt, in borstehend 3. An der Kathedral hristusportal, feine Sift gefallen, Scharen den reid ogen des herrli er als 554 Figu and des Bildhau sich die Menge t nämlich die Propheten unte rs. Wenn der Photographien fein eigenes en.] Anfäßlich& ndes hübsche It: Als Graf H hm, fand er ba ne Gitte bor, sonders auch eine Mißbillig en daraufhin nit unmännlid il der Graf f gegnete ihm& inten jungen le geführt wun nd an der Ha Jen Sie der gi auf dem Mar s foll nicht ng erschien. igaro" Bismar zuges 1870 öf feinen jekt b zu lesen. betanntlich ein amals von f frau von eine Bänseschmalz a zu spicen. Aber sondern, Spid tsche Sprache Bahlzelle] wil uf den neuli Sicherung d Bahllotal herz f fostet, nimm Ansprud), tam stisch leicht auf Minuten zerleg gleichen Zived wird bei star ren und finde -Wähler nenn hält, nachdem angemertt ist r Wähler di tel, ohne dabi t und verlöft bom zweiten ien und in di der Wahlzell die Eingangs daß die Wah handlung wir Jockey lub Königs Ed garo" dara en Jockeyflu tun pflegte tsdiners, d gen in Long Besucher de pold III fteht ands und ist vornehmsten en Leistungen chlantweg fin lichen Gehalt ollen ihm of grollen. Offizier nziger Sol st der stole eneratione ngesezt ha g'ist, daß i ſeiner Ahne ine Militi en. Hoffen Ausbildu n neuen& Drei Genen des Vate hen Offizi hen müj 1 aber abj cungenfda ge Männer fich zu ne jein wolle Diner gebr de im Wert achtung ten, Spieg Knöchel am meite Berachtu weit getr be und bel Sogar di 1 in Cha Giessener Cagesneuigkeiten. Gießen, 29. April 1905. Der Großherzog hat die Ernennung des Oberlehrers an der Realschule und dem Progymnasium zu Bingen Brofessor Gottfried Erdmann zum Oberlehrer an der Augustinerschule( Symnasium und Realschule) zu Friedberg zurückgenommen und beläßt denselben an seiner seitherigen Stelle. Bezüglich der Pflicht des Lehrherrn, auf die Aus. bildung der Lehrlinge die nötige Sorgfalt zu verwenden, hat fürzlich eine Prüfungskommission eine beachtenswerte Entscheidung getroffen: Bei einem Innungsmeister hatte ein Lehrling eine vierjährige Lehrzeit absolviert, aber seine Gefellenprüfung vor der Prüfungs- Kommission der Innung nicht bestanden. Da vier Jahre die längste Dauer einer Lehrzeit sind, mußte der Lehrling gleichwohl freigesprochen werden. An diese Freisprechung knüpfte jedoch die Innung die Be Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 9, dingung, daß der Lehrling noch ein halbes Jahr auf Kosten ausgegeben am 25. April enthält: Deffentliche Anerkennung seines bisherigen Lehrmeisters bei einem anderen Innungseiner edlen Tat des Fährmann Heinrich Joseph Diederich meister nachzulernen und der frühere Lehrmeister dem Lehrzu Mainz Bekanntmachung, die Ergebnisse aus der Rechling während der Nachlehrzeit monatlich 12 Mt. zu zahlen nung der Staatsschuldenverwaltung für das Etatsjahr habe. Die Innung nahm an, daß im vorliegenden Falle 1899/1900 betreffend. Vom 28. März 1903. Konkurrenz den Lehrmeister die Schuld dafür treffe, daß der Lehrling eröffnungen. Erledigt find u. a. eine mit einem ev. Lehrer die Prüfung nicht bestand; der Meister habe es bei der zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Dortel Ausbildung des Lehrlings an der nötigen Sorgfalt fehlen weil, Kr. Friedberg,( mit der Stelle ist die Hälfte des lassen. Die zuständige Handwerkskammer erkannte diesen Organistendienstes verbunden); die mit einem ev. Lehrer zu Beschluß als gerechtfertigt und gesetzlich zulässig an. beseßende Lehrersielle an der Gemeindeschule zu Stammbeim, Kr. Friedberg( mit der Stelle ist die Hälfte des Drganistendienstes verbunden); die mit einem ev. Lehrer zu beseßende Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Ripfelb, Kr. Lauterbach( mit der Stelle ist Organisten-, Kantor- und Leftordienst verbunden). ** Das Großh. Ministerium der Finanzen hat an die 8weite Ständefammer eine Dentschrift gerichtet, in welcher basselbe zu dem Antrag Molthan und Genossen, die Ein führung einer Warenhaus steuer in Hessen Stellung nimmt. Tie Aufgabe der Steuerbehörde fönnte es barnach nicht sein, den Betrieb eines an und für sich erlaubten Erwerbebetriebes unmöglich zu machen. Seitens der Regierung wird bezweifelt, ob aus den statistischen Fest stellungen irgend welche Art sichere Schlüsse hinsichtlich des Einflusses der großfapitalistisch n Unternehmungen auf die mittleren und fleinen Kleinhandwerksbetriebe gezogen werden fönnen. Die gemachten Erfahrungen und das Ergebnis der vorliegenden Feststellungen haben diese Auffassungen als richtig bestätigt. Gerade wegen der vielgestaltigen, in ihren Einzelwirkungen nicht erkennbaren Veranlassungen zu Eingehen von fleinen und mittleren Betrieben fann die Großh. Regierung einen erheblichen Wert bei der Beurteilung der der Frage, welchen Einfluß das Auftommen der Warenhäuser ausgeübt hat, nicht beimessen. ** Die erlassene Polizeiverordnung betreffs des Abmelkens der Kühe welche zum Verkauf auf unsere Viehmärkte kommen, ruft die Erinnerung wach an den verstorbenen Polizeirat Fresenius der auf Betreiben des Vorstandes des Thierschutzvereins schon vor etwa 15 Jahren Die jetzt so vielfach angefochtene Polizeiverordnung erlassen wollte. Die Angelegenheit war bereits soweit gediehen, daß der Antrag an das Kreisamt zur Genehmigung gehen sollte, da erhielt der inzwischen auch verstorbene Landwirt S. auf irgend eine Weise Kenntniß von der Sache und begab sich auf das Polizeiamt wo er den Polizeirat mit den Worten begrüßte: Abber Harr Polizeirat wus mache se denn; mit die Milchverordnung, mache se' n den Viehmarkt in Gieße faput. Der alte erprobte Landwirth, der an der Sache gar fein persönliches Interesse hatte, sezte nunmehr dem Polizei rat F. die Gründe auseinander, die heute noch ebenso bestehen wie vor 15 Jahren, die gegen die Ausführbarkeit der geplanten Maßregel sprachen. Der Polizeirat ließ den lebhaften alten S. ruhig ausreden und machte dann diesen darauf aufmerksam, daß der Vorstand des Thierschutz- Vereins nicht er etwa die Sache betreibe; das sind doch Gießer und die wolle doch nich den Markt caput machen, meinte S., und so war es auch, denn als der Polizeirat den Herren vom Tierschutz- Verein mitteilte, welche Ansicht der Praktikus S. über die Durchführbarkeit der Maßregel und deren Endergebniß falls es damit Ernst wird vor Augen führte, da war man sich bald einig, daß man den Markt nicht caput machen wollte und die geplante PolizeiVerordnung unterblieb. Eisenbahnminister General Budde wurde als Leutnant im Gefecht bei Noiffeville 1870 schwer verwundet. Sein damaliger Bursche, der jetzige Zugführer Schwarz in Rassel, trug ihn mit einem Kameraden aus dem dichten Rugelregen heraus und pflegte ihn bis zu seiner Genesung. Das hat ihm Budde nicht vergessen. In der vorigen Woche beschied der Minister den Zugführer nach Bebra und nahm ihn in seinen Wagen mit bis Eichenberg, wobei allerlei Erinnerungen aus dem Soltatenleben ausge tauscht wurden. Beim Abschied schickte der Minister seinem ehemaligen Burschen einen Bokal mit silbernem Beschlag und der Widmung: Seinem treuen Kriegskameraden und Begleiter zur Erinnerung. Leutnant Minister Budde. Noisseville 1870. Rassel 1903. Der Lehrermangel in Hessen wird deutlich dadurch illustriert, daß die vor Ostern entlassenen Schulamtskandidaten bereits sämtlich Verwendung gefunden haben, ja viele mußten noch im abgelaufenen Schuljahr verwandt werden, so hatten z. B. die Abiturienten von Alzey eher ihre Defrete als ihre Abgangszeugnisse. Vor einigen Jahren mußten die jungen Leute bis Sommer, oft bis Herbst warten. Auch diesmal fonnten nicht alle Lücken gefüllt, vielmehr mußten zahlreiche Neueinrichtungen von Schulstellen verschoben werden, sodaß Klassen mit über 100 Schüler durchaus teine Seltenheit sind. Erst in etwa 5 Jahren dürfte der Lehrermangel behoben sein, da man jezt auf den Seminaren Parallelklassen errichtet, eine solche besteht bereits in Friedberg mit 60 Schülern, in Alzey und Lich steht ihre Errichtung bevor. Dieses Jahr haben sich 200 junge Leute zum Eintritt in die drei Seminare gemeldet, sodaß biele zurücktreten mußten. ** Ueber Kartelle, Syndikate und Trusts sprach am Montag Abend Herr Dr. Stecker Buzbach im Nationalsozialen Verein. Nach dem sehr lehr reichen Vortrag fand noch eine geschlossene Versammlung statt, in welcher Beschlüsse über Stellungnahme für die bevorstehenden Reichstagswahlen aufgestellt wurden. Staatliche Juvalidenversicherung der Handwerker. Die Vorarbeiten für einen Gefeßentwurf, betr. die staatliche Invalidenversicherung der selbständigen Handwerker sind in vollem Gange. Unter dem Vorsiz des Reichstagsabgeordneten Euler ist eine Kommission aus den Vorständen verschiedener Handwerkskammern zusammengetreten, um die Grundzüge zu einem Gesezentwurf festzulegen. In der letzten Sitzung des Ausschusses des deutschen Handwerks und GewerbefammerTages wurde dieser Entwurf eingehend beraten. Es wurde dabei beschlossen, daß die Fixierung der Beiträge und Renten sich nach dem Einkommen, das von dem Versicherten aus dem von ihm selbständig betriebenen Handwerke erzielt wird, richten soll. Die Durchführung der Versicherung soll durch die jetzt bestehenden Versicherungsanstalten, denen eine Abteilung für Handwerker angegliedert werden fönne, erfolgen. Dem neuen Reichstage wird seitens der Handwerkskammern bereits eine derartige Petition zugehen. Die Regierung steht der Frage sympatisch gegenüber. ** Wegen unberechtigter Führung des Meistertitels verurteilte am 1. April d. Js. das Mark Geldstrafe. Schöffengericht zu Trier einen dortigen Schuhmacher zu 30 -e Am gestrigen Abend wurde als Novität die 3aftige Operette von Alexander Landsberger„ Das süße Mädel" gegeben, ein wirklich erheiterndes so recht ins Leben eingreifendes Stück. Die Titelrolle war dem Frl. Stöger zu geteilt, welche dieselbe auch in recht ausdrucksvoller natür lichen Weise durchführte. Den Balduin Graf Lunburg gab Herr Bruck, welcher den auf der Bühne als natürlich erscheinenden alten und doch noch verliebten Lebemann agirte, der mehrere Versuche macht noch junge Fräulein zu gewinnen und zwar auf recht possicliche Art. Der Neffe des Grafen ( Herr Sommer), die Nichte des Grafen( Frl. Schredt), und der drollige ehemalige Diener des lepteren, der sich aber später als Sohn entpuppte( Herr Gehring) ernteten wie auch Herr Nolte und Frl. Bartl reichen Beifall. Die ganze Regie war dieses Mal eine recht flotte, eine Wartezeit, wie man solche in den leßten vorhergehenden Abenden verschiedentlich hatte, war nicht zu verspüren. ** Es finden in diesem Jahre Uebungen der Gießener Freiwilligen Feuerwehr statt: 1) Montag, den 4. Mai, 2) Montag, den 25. Mai, 3) Montag, den 8. Juni, 4) Montag, den 22. Juni, 5) Montag, den 6. Juli, 6) Montag, den 27. Juli, 7) Donnerstag, den 13. August, 8) Montag, den 31. August, 9) Donnerstag, den 10. Septem ber 10) Montag, den 28. September Sämmtliche Uebungen beginnen präcis 81/2 Uhr. ** Der Verkauf der Thomas'schen Hofcaithe bestätigt sich. Herr Dachdeckermeister Carlé zahlte 36 000 mt.- Damit rücken die schon fürzlich gemachten Angaben, daß das alte Viertel am Neuenweg in nicht zu langer Zeit von der Bildfläche verschwindet und ein neues Wohn- und Geschäftsviertel dort entstehen wird, einen großen Schritt der Wirklichkeit näher. Aus Hessen und nachbargebieten. ** Eine gute Praxis hat der„ Wunderdoktor" Müller in Biebrich. Vorgestern besuchten diesen wegen Kurpfuscherei mehrfach vorbestraften Tagelöhner ca. 150 von denen, die nicht alle werden. ▲ Butzbach, 28. April. Die Kaserne unseres Bataillons ist dem freien Verkehr wieder geöffnet. Außer dem einen Krankheitsfall hat sich nichts Verdächtiges mehr gezeigt. * Wetzlar. Nach dem Verwaltungsbericht des Kreisausschusses hat der Kreis Wezlar einen Flächeninhalt von 530,92 Quadratkilometer, auf welchem nach der am 1 De. zember 1900 stattgefundenen Zählungen in 11,150 Haus haltungen und Anstalten 54,075 Einwohnern leben. Dem Kreise gehören zwei Städte mit zusammen 10,390 Einwohnern meinden) mit 43,685 Seelen an. und 84 Landgemeinden( einschießlich fünf Fürstlicher Ge** Beltershain. Einem Meggergesellen, welcher mit der Bahn von hier nach Grünberg fuhr, wurde beim Hinaus sehen aus dem Coupefenster seine Kappe vom Wind entführt. Die Thür aufreißen, aus dem fahrenden Zuge springen und der Kopfbedeckung nacheilen, wurde im letzten Moment zum Glück vom Schaffner noch vereitelt. Im andern Falle wäre ein Unglücksfall wohl sicher gewesen. Wie unüberlegt doch manchmal Passagiere handeln, zeigt dieser Fall auf's Neue. ** Bensheim, 27. April. Heute Nachmittag starb nach längerem Leiden Herr Professor Kaufmann, Gymnasiallehrer i. P. im 78. Lebensjahr. Der Verblichene war am 1. August 1825 zu Mainz geboren und 49 Jahre hier tätig. Nicht unerwähnt bleibe hier, daß Herr Prosessor Kaufmann ununterbrochen, also während seines 49 jährigen Hterseins, bei ein und demselben Hausherrn in Miete wohnte. In Eberstadt wurde ein junger Mann verhaftet, der im Verdachte steht, die fürstlichen Scheunen in Brand gesteckt zu haben. ** Frankfurt a. M., 28. April. Im Hotel„ König von England" traf gestern ein Paar ein, das sich als Eheleute Fleckenstein in's Fremdenbuch eintrug. Heute Vormittag hörte man aus dem Zimmer der beiden Schüsse fallen, und als man eindrang, fand man das Paar blutüberströmt im Bett liegen. Der junge Mann, der 25jährige Sohn des Werkmeisters Fleckenstein dahier, war todt, die Frau durch einen Schuß in die Brust tödtlich verletzt. Die leztere ist die Frau des Fabrikarbeiters Heinemann dahier, bereits 6 Jahre verheiratet und Mutter von 2 Kindern. Ueber das Motiv der That weiß man noch nichts. Mainz, 28. April. Die Aussperrung der Maurer ift heute Morgen perfekt geworden. Es werden davon etwa 600 Mann betroffen. Die Tagelöhner sollen so weit als möglich weiter beschäftigt werden. Die Aussperrung erfolgte, weil die Maurer über die Firma Gebr. Mertes wegen Wiedereinführung der Affordarbeit die Sperre verhängt hatten und der Aufforderung des Bauunternehmerverbandes, bei der genannten Firma gestern die Arbeit wieder aufzunehmen, nicht nachgekommen waren. Nach einer Mitteilung der Firma Gebr. Mertes haben die Maurer bei der Affordarbeit über 5 Mt. pro Tag verdient. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer sitzung. Gießen, den 28. April 1903. Otto J. und Otto Sch. von Villingen sind der gefährlichen Körperverletzung mittels hinterlistischen Ueberfalls angeflagt. Sie lauerten eines Abends dem Briefträger Döring von Laubach, welcher ist mit der früheren Geliebten des J. Verhältnis hat, auf und mißhandelten ihn derart, daß er das eine Auge verlor. J. als Anstifter erhält 2 Jahre Gefängnis, während Sch. mit 6 Monaten davonkommt.- Wilhelm H von Gießen, welcher sich arbeits- und ob dachlos in hiesiger Stadt herumtrieb, nahm aus einem Arbeiterhäuschen, wo ei nähtigte, einige Kleidungsstücke mit. Wegen Diebstahls wird er, unter Einbeziehung einer früher erkannten Strafe, zu 5 Wochen Gefängnis verurteilt. Der 18 jährige Gewerb schüler Heinrich H. von OberSorg entwendete in einem Lehrsaale zu Alsfeld einigen seiner Kameraden mittels falscher Schlüssel verschiedene Schulutensilien. Da das Gericht schweren Diebstahl in drei Fällen annimmt, wird troß der Jugend und seitherigen guten Führung des Angeklagten, auf 5 Monate Gefängnis erfannt. Dachdeckermeister Heinrich M. von Alsfeld, welcher an der Bahnstation Zell sich den Anordnungen des Stationsverwalters widersetzte und gegen einen Weichensteller tätlich wurde, sodaß dieser im Laufe der Rauferei einen komplizierten Beinbruch erlitt, und vom Alsfelder Schöffengericht wegen Körperverlegung in eine Gefängnisstrafe von 5 Wochen genommen. Die von dem Angeklagten wegen Strafhöhe eingelegte Berufung wird heute fostenpflichtig zurückgewiesen. Den Schluß bildet eine durch Vergleich sich erledigende Privatflagesache. Neueste Nachrichten. Januar durch einen noch nicht aufgeklärten Unglücksfall ums Sangershausen, 28. April. Die Wittwe des am 27. auf Schloß Stolberg von einem Sohne entbunden worden. Leben gekommenen Fürsten Stolberg- Stolberg ist heute Nacht Madrid, 28. April. Nach Meldungen aus Medilla hat Bu Hamara die Kabylenstämme zu einem 8uge gegen Fez aufgefordert.- In Tetuan sind drei jüdische Kaufleute von den Benider Kabylen er mordet worden. Marseille, 28. April. Vor dem hiesigen Kapuzinerfloster kam es heute zu Kundgebungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Das Polizeigebäude wurde von der Menge mit Steinen bombardiert. Die Polizei gab mehrere Schüsse in die Luft ab und säuberte dann die Straßen. Im Kloster haben sich viele Personen verschanzt. Litterarisches. Die Frage, wo und wann das höchst organisierte Lebewesen in Gegensatz zu seinen förperlich fast gleich gestalteten, aber heute geistig weit unter ihm stehenden tierischen Verwandten getreten ist, beginnt Prof. Klaatsch in den jetzt zur Ausgabe gelangten Lieferungen 29 und 30 bon, Weltall und Menschheit" Geschichte der Erforschung der Natur und der Verwertung der Naturfräfte im Dienste der Völker ( Deutsches Verlagshaus Bong& Co., Berlin,) zu erörtern. Der ausgezeichnete Anthropolog hat damit ein Gebiet betreten, das unbedingt die schwierigste Materie innerhalb der vorgeschichtlichen Forschung bezw. der Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Menschengeschlechtes darstellt. Er bietet gerade in dem neuen Abschnitt eine Fülle wertvoller Anregungen für Gelehrte und Laien und es ist dabei doppelt erfreulich, daß er in der namentlich von Häckel bis in die neuste Zeit hinein mit großem Eifer verteidigten Frage der unmittelbaren Abstammung des Menschen vom Affen mit bis an Schroffheit grenzendem Freimut als scharfer Gegner der unzweifelhaften Jerlehre des Jenenser Gelehrten auftritt. Marktbericht. Frankfurter Hen- und Strohmarkt vom 29. April. Heu per Zentner Mt. 3.00-3.50, Stroh per Bentner Mt. 1.90 2.20. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Keine Damen- Bedienung. Wirtschafts- Webernahme. Dem verehrten Publikum, sowie der werten Nachbarschaft zur gefälligen Mitteilung, daß ich die in der Bahnhofstraße 48 gelegene Wirtschaft Zur Centralhalle ( früher Westendhalle) = übernommen habe. Es wird mein Bestreben sein, meine werten Gäste durch ein tadelloses Glas Bier aus der Brauerei& öbel- Niedershausen, sowie gute Speisen bei civilen Preisen in jeder Beziehung zufrieden zu stellen. Hochachtungsvoll Carl Schneider. Donnerstag abend 7 Uhr: Großes Frei- Konzert. Giessener Stadttheater. Achtung! Donnerstag, den 30. April 1903. Die Landstreicher. Donnerstag, 30. April, von vormittags 9 Uhr bin ich in der Bahnhofstraße ¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤¤ unterm Felsenkeller im Patentkummet und Seipp'schen Garten mit einer größeren Sendung feinsten gelben Kopffalat Std. 10 Pfg., Spinat Pfd. 20 Pfg., Rotkohl Stck. Pfg., Besonders mache noch aufmerksam auf Geschirrversandthaus 28-30 Big Inh. 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Baum steh Die Stirne mutig als feinen befo ten Sie na man sich ih Sveig aus d nicht fannte fann sich di auch der Ko Sohn, es is raschten un Da es schon mehrmals vorgekommen, daß uns zugedachte Aufträge an eine andere Firma abgegeben wurden, so mache ich hiermit aufmerksam, daß die Expedition der ,, Giessener Neuesten Nachrichten" ,, Boten aus dem Ohm- und Feldathal" ,, Grünberger Zeitung" ,, Curnzeitung für den Gau Hessen“ Neuenweg 28( im Gasthaus zum Löwen) sich befindet. Man wolle besonders auf die Hausnummer achten. Albin Klein ( Inh. der vorm. Wilh. Keller'schen Druckerei.) ** 12 Traurige Renntnis Dem in m ben; dass ben und 2 jowie fein Totschlag t an mir a meine Wol 34. Gustav bet die beg fentlichteit $[ Der tete in Rehbod, d gen, sich e Unterllaffe frohen Sp prang dur füllte Sch bie erstau fich auf d furz entia bie Schule [ Son und tragij harmiloferen Stadt Aler Radfahrerh