11. 303. Sonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfs., 1'4 Haus gebracht 60 fg., burch die Poft bezogen viertel jährlich Mr. 1.50. ratiobellagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) berbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bastenban, fole.Sie Gießener Geffenblasen( wöchentlich). Das Blatt erichetat en allen Berlingen naomitage. Montag, den 28. Dezember 1903. Gießener 12. Jahrgang. Injection pret Or Die einipattige Betiselle für Gießen wie gany Oberbeffen, die Kreise Wetler und Warburg 10 f foff 15 Pig.: Reklamien die Betttzelle 30 refp. 40 fe Boftzeitungsliste No. 3909. Redaktion und Ervedition: Gießen Neuenweg 98. Bersired. 888. Nenelle Nachrichten ( Glefones Sageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) fr Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung Cuthilt alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. otos und fest fab fte der antunft three boor ent geas schwache Mädchen wiene Bort Sabrais gehört, daß Selbin geworden. widerlegte jie es unbewußt Und ihr Opfermut ermies fich als ein hätte fie bas ongemene S er ihr feinen jetzt durch die Lat. höherer, denn selbst der Julias; er war ein selbstlos ent990 O 9999999999 Geschäftsverlegung. Vom 1. Januar 1904 ab befindet sich meine Buch- und Akzidenzdruckerei, sowie mein Zeitungsverlag rechter Seltersweg 83, Seitenau ( im Hause der Eisenwarenhandlung von Brüder Schmidt). Indem ich allen verehrten Geschäftsfreunden, Inserenten, Abonnenten und Mitarbeitern für das mir während den letzten verflossenen 1½ Jahren im alten Lokal, Neuenweg 28, entgegengebrachte Wohlwollen von Herzen danke und mich dadurch in meinen ernsten Bemühungen: die vorm. Wilh. Keller'sche Druckerei wie die ,, Gießener Neuste Nachrichten" auf eine solide, feste Grundlage zu stellen, unterstützen, gebe ich gleichzeitig allen Gönnern hiermit zu wissen, daß ich in dem neuen Lokal neben der Einführung elektrischen Betriebes besonders durch Anschaffung neuer größerer Maschinen wie durch praktischere Einteilung des ganzen Geschäfts nunmehr in der Lage bin, noch weit größere Aufträge als bisher in kurzer Zeit sauber und preiswert zur Erledigung zu bringen. Empfehle besonders billig Preislisten, Kataloge, Flugblätter, Extrabeilagen 2c. in Massen- Auflagen. Die immerwährende Zunahme meines Kundenkreises, der weitere Ausbau des ganzen Geschäfts- es sei hier nur der freundlichen Aufnahme des neu entstandenen Boten aus dem Ohm- und Feldathal, der Grünberger Zeitung ( Publikationsorgan der Bürgermeisterei Grünberg) und der Turnzeitung für den Gau Hessen gedacht— gibt mir den angenehmen Ausblick, daß man mit der ganzen Leitung dieser Blätter im Allgemeinen zufrieden ist. Es soll darum auch fernerhin die Devise: uns als Richtschnur dienen und wir werden ohne nach rechts Alles für unsere Leser Alles durch unsere Leser und links zu sehen berichten über alles was am politischen Himmel vor sich geht, was in Stadt und Land sich ereignet. Besonders sei noch auf die unseren Zeitungen beiliegenden Familienblätter hingewiesen, deren Inhalt: Originalromane, Erzählungen, praktische Winke für Haus und Familie, interessante Artikel aus Natur, Kunst und Wissenschaft, Rätsel und Spiele, schon allein das Abonnement empfiehlt. Für die Geschäftswelt am Ort wie in der Umgegend werden die vorbenannten Zeitungen die ihnen überschriebenen Inserate und Bekanntmachungen in die we testen Schichten der Bevölkerung zur Kenntnis geben, die verschiedenen Staats- und Gemeindebehörden, die Herren Kaufleute und Handwerker, Vereinsvorstände 2c. bitte ich darum dies nicht außer Acht zu lassen und wie bisher ihre Publikationen mir mit zuzuweisen. Hochachtungsvoll Albin Klein Inh. der Gießener Verlagsdruckerei vorm. Wilh. Keller. A18 chatte. gute vorte Teinen fortgesetzt habe. das er auf einem nahen Gutshofe erstanden, seine Reise weiter dort eingetroffen und am andern Tage auf einem Pferde, Auf Seelens Veranlassung schickte er sofort gescheiterten Fluchtversuches auf der Donau wohlbehalten der Stadtleutnant noch in der verhängnisvollen Nacht des Munde in die Tür trat, erfuhr er denn auch, daß Bon dem fchrichten wanne, ber slande er fein Pfeifantel, wie die schwäbischer agen bie zu diesem ved in it angefertigt waren. Der Forstart als Der Wald, Seelen i Wegfundi diger Taschen der Mäntel verborgen hielten. zeichneten Lichtung österreichisches Gebiet wurde, zog sich fast Derthon bei der von Seelen für das Salten der Sänfte be weiten und Friß waren mit Pistolen bewaffnet, die sie in den voran. Er hatte seine Flinte umgehängt, bis auf ni 000000000000000000000000000000000000 Geben Sie mir Ihre ..Dietrich folgt uns auf den Fersen." nimmst die des Herrn and it es weit bis zum Walde?" flüsterte Sulia angftvoll ( Fortſebung folgt.) Fric Gräfin, und bu. avrat." Der Privatbeamten ftand. Von einem Geschäftsmann wird uns geschrieben: Die bielfachen Klagen, die zur Weihnachtszeit über den Geschenkaufwand der Geschäfte für die Gratifikation der Angestellten laut werden, mögen vielleicht insofern berechtigt sein, als die einmalige jährliche Ausgabe tatsächlich) den Ausgabenetat des letzten Jahresmonats stark belastet. Ein umsichtiger Kaufmann falfuliert indessen die Weihnachtsgratififationen in sein Budget hinein, und ein ordnungsliebender Angestellter rechnet auch mit der Weihnachtseinnahme, wie mit einem stehenden Posten. Aber vielleicht ist gerade die Firierung des Weihnachtsgeschenks verfehlt. Am zweckmäßigsten wäre cine relative Bemessung der Gratifikationen nach Ausstellung der Jahresbilanz. Allerdings verliert dadurch die gnadenbringende und segenspendende Weihnachtszeit einen Teil ihres Zaubers. Auch diese Entweihung, wenn man die Beseitigung der Weihnachtsgratififation so bezeichnen dari, könnte ungangen werden, wenn die Weihnachtsgretifikation lediglich als eine abschlägliche Beteiligung an dem Jahresgewinn gerabrt würde und die endgültige relative Entlohning je nac dem Geschäftestande dann bis zur Ermittelung des Gewinn. iontos verschoben würde. Jeder erfahrene Geschäftsmann nid zugeben, da gerade die Pr patangestellten durch Pünktichkeit, Gewissenhaftigkeit, Zuvorkommenheit gegen das Publifum einen großen Einfluß auf die Gewinnerfolge eines Geschäftes ausüben. Demgemäß sollte ein gewissenhafter Geschäftsmann auch seiner getreuen Mitarbeiter durch Gratifitationen in Form eines Rechtsanspruches und nicht in Form eines Geschenkes gedenken. Diesen dankenswerten Ausführungen eines unserer Leser möchten wir von unserer Seite noch anfügen, daß der Privatbeamtenstand nicht nur in seiner privatwirtschaftlichen, sondern auch in seiner sozialen Bedeutung vielfach nicht genügend gewürdigt wird. Er hat eine ganze Bevölkerungsschicht abge löst, die untersten Stufen der selbständigen Eristenzen, und vertritt dabei vielfach noch, wenn man den kaufmännischen Stand in Betracht zieht, das fulturell fortgeschrittene Element. Neuerdings hat sich ein Teil der Kaufmannschaft, wie es auf dem Frankfurter Arbeiterfongreß geschehen ist, auch noch in Reih und Glied mit der Arbeiterschaft gestellt, der ihre Sozialen Eristenzbedingungen auch ähnlich sind. Denn die Arbeiter sowohl wie auch die kaufmännischen Angestellten sind abhängig von dem Betrieb. Ihre Eristenz hängt in einem, wie in dem anderen Falle von der Zufriedenheit des Geschäftsinhabers und von dem Fortgang des Ge schäftes ab. Indem nun der Privatbeamtenstand sich sozial den gleichwertigen Schichten anschließt, ermöglicht er die Konsolidation eines neuen Mittelstandes und schafft für dessen Weiterentwickelung die notwendigen Verbindungen namentlich auf dem Gebiete der Sicherstellung gegen die Gefahren des Wirtschaftslebens und durch den sachgemäßen Ausbau der theoretischen Ausbildung. Wenn die zu den gebildeten Kreisen zählenden Privatangestellten hierin die Führung übernehmen, dann dienen sie nicht nur den eigenen Interessen, sondern auch dem sozialen Frieden und der nationalen Wohlfahrt.. Die Politik. & Sensationsblätter wußten kürzlich von einer geheimen Kabinettsorder des Kaisers zu berichten, die furz nach dem Bilseprozeß ergangen sein sollte. Jetzt will ein Wiener Blatt sogar näheres über den Inhalt der Order wissen. Es erklärt, sie behandle vorwiegend den zunehmenden Lurus im Offizierkorps, den Fall Bilse und die Soldatenmißhandlungen. Der Kaiser mache es den Kommandeuren der Truppenteile zur Pflicht, aufs strengste darauf zu achten, daß die Offiziere einen einfachen und soliden Lebenswandel führen, und daß ihre Ausgaben mit ihren Einnahmen im Einklang stehen. Ferner wünsche der Kaiser, daß den Offizieren in den kleinen Garnisonen Gelegenheit zu weiterer missenschaftlicher Ausbildung gegeben wird. Zum Schlusse befehle der Kaiser, daß die Kommandeure der Truppenteile ihm über alle zu ihrer Kenntnis gelangten Soldatenmißhandlungen einen Immediatbericht einreichen. Wie unser CB.- Mitarbeiter an unterrichteter Stelle hört, ist diese ganze Kabinettsorder eine blanke Erfindung. Frankreich. Von ihrer Spionenfurcht werden die Franzosen wohl faum jemals geheilt werden, wenigstens nicht, wo Deutsche in Frage kommen. Schon wieder schreit man jenseits der Vogesen Zeter und Mordio über eine vermeintliche deutsche Spionage in den forsikanischen Häfen. Französische Blätter berichten:„ Neulich traf in Ajaccio ein deutscher Kapitän S. ein, der seine Jacht, flän 3 che n" mitgebracht hatte und vorgab, er wolle den Winter in Ajaccio zubringen. Nachdem er an verschiedenen Stellen des Hafens Anker geworfen hatte, suchte er sich einen Platz hinter dem Hafendamme von Margonajo aus, ganz nahe dem Posten der beweglichen Küstenverteidigung. Es war leicht zu merken, daß Kapitän S. sich unseren Torpedobooten möglichst nähern wollte, um zu erfahren, was sich dort zutrug. Eines Tages ließ er sich bei dem Kommandanten der beweglichen Küstenverteidigung, Herrn Biard, anmelden, weil er ihn unter irgend einem Vorwande darum bitten wollte, seine Jacht neben den Torpedobooten anlegen zu lassen. Herr Biard, der das Treiben des Kapitäns S. schon selbst überwacht hatte, weigerte sich, ihn zu empfangen, und wieß ihn an, das Pflänzchen" von dem Ankerplak, den er eigenmächtig gewählt hatte, zu entfernen. Der Kapitän befolgte das Gebot nicht und unternimmt Fahrten und durchstreift den Golf nach allen Richtungen. Man glaubt, er nehme gegenwärtig Liefmessungen vor, und sucht ihn auf der Tat zu ertappen. Man wird ihn wohl nicht ertappen fönnen, einfach deshalb nicht, weil der Kapitän S. und sein Pflänzchen" zweifelsohne nur in der Phantasie französischer Deutschenfresser existieren. Der Gouverneur von Kamerun beabsichtigt, im Anschluß an die Regierungsschule in Victoria eine Fortbildungsschule einzurichten, in der begabte Farbige zwecks späteren Eintritts in den Gouvernementsdienst oder in den Dienst von Privatunternehmungen eine über den Lehrplan der Regierungsschulen hinausgehende Ausbildung erhalten fönnen. Von einem neuen Erfolge der deutschen südwestafrikanischen Schutztruppe gegenüber den Bondelzwarts berichtet eine Meldung des stellvertretenden Kommandeurs der Schutztruppe, Techow. Danach haben Witbois unter dem Bezirksamtmann von Burgsdorff am 10. Dezember den Eingeborenen am Südrand der Karasberge ein siegreiches Gefecht geliefert. Der Verlust auf deutscher Seite betrug an Eingeborenen drei Tote, zwei Verwundete. A Bedauerlicherweise ist nun auch ein Versuch des bekannten sächsischen Sozialpolitikers Geheimrats Boehmert, eine Beilegung des Crimmitschauer Weberstreiks herbeizuführen, gescheitert. Die Arbeitgeber erklären, angesichts der Behandlung, die ihnen von einem Teil der Streifenden widerfahren sei, fönnten sie an eine Wiedereinstellung dieser Arbeiter nicht denken. Die Einführung einer Staatsprüfung für Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen steht in Preußen nahe bevor. Damit wird eine Forderung erfüllt, die von ärztlicher Seite schon lange erhoben worden. Oefterreich- Ungarn. Balkan- Staaten. In türkischen Regierungsfreisen herrscht wieder einmal große Besorgnis wegen des enfant terrible auf dem Balkan, Bulgariens. Die Pforte hat sich bei den Botschaftern über die mehr oder weniger offenen Kriegsbor= bereitungen Bulgariens und die ungenierte Propaganda der mazedonischen Agitatoren beschwert. Nun, die Besorgnis der Türfen ist unbegründet. Die Mächte werden schon darüber wachen, daß die Bulgaren keine dummen Streiche machen. Der Mann der starken Hand", Graf Tisza, ist offenbar entschlossen, der ungarischen Obstruktion den Daumen aufs Auge zu drücken. Im ungarischen Abgeordnetenhaus richtete er an die Obstruktionsparteien einen flammenden Appell: Mit Rücksicht auf die Lage des Landes, auf die Vorgänge auf dem Balkan, auf die vielen Tausende von Familien, deren Väter und Söhne länger als nötig bei der Fahne bleiben müssen, weil die Bewilligung des Refrutenfontingents von der Obstruktion bisher verhindert worden ist, sollte die Obstruktion den verhängnisvollen und aussichtslosen Kampf aufgeben. Die Regierung wolle noch einige Tage warten, dann aber, wenn auch blutenden Herzens, mit allen ihr 311 Gebote stehenden Mitteln dem Willen der Mehrheit Geltung verschaffen. Man kann es Tisza nicht verargen, wenn er sich und den Staat von einer kleinen Gruppe verbissener Fanatiker nicht zum Narren halten lassen will. Hof und Gesellschaft. Die Bescherung am Kaiserhofe fand in der üblichen Form statt. Für den Kaiser, die Kaiserin und jedes ihrer anwesenden Kinder( einzig Prinz Adalbert weilt fern von seinen Eltern in Ostasien) war je ein Baum aufgestellt. Der Bescherung in der Familie ging die des Hofstaats und der Hofbediensteten voran. Der Kaiser wohnte außerdem mit seinen Söhnen der Bescherungsfeier im Lehr- InfanterieBataillon bei. Der Monarch erfreute bei dieser Gelegenheit die Leute, die keinen oder wenig Zuschuß von Hause haben, mit einem Geldgeschenk. Auch auf der Schloßwache war der Kaiser bei der Bescherung zugegen. Heer und flotte. Die Gründung eines neuen Spielhauses in Neutr Moresnet soll nach Aachener Mitteilungen von einer Pari Gesellschaft beabsichtigt sein. Die Unternehmer sollen den Ausgang der Verhandlungen gegen die Mitglieder aufgehobenen Spielklubs abwarten, um danach ihre B fichtsmaßnahmen zu treffen. Die Nachricht klingt sehr wahrscheinlich, da sowohl Preußen wie Belgien die schärfe Maßnahmen gegen die Einschleppung der Spielseuche it die Enklave getroffen haben. Die Macht des Gewissens. Vor einiger Zeit wurde in Oberwiesenthal der Fabrikant Horder aus Frankfurt a. R ermordet und beraubt aufgefunden. Die Nachforschungen nach dem Mörder waren bisher erfolglos. Jetzt hat eine Bauerntochter, von Gewissensbissen geplagt, bei der Gen darmerie die Anzeige gemacht, daß ihr Geliebter, ein Maurer, den Raubmord verübt hat. Raubanfall auf einen Geldbriefträger. Im Dorse Studzienna bei Ratibor überfiel ein Sohn des Hauptlehrers Wiesner den Briefträger Bend mit einer Art und nahm ihm die Tasche mit 200 Mark ab. Der Täter ist verhaftet und in Gefängnis von Ratibor eingeliefert worden. abonnemen Luftspiel Stüdes in fich bekan Kindermär nachmittag Szene. D feinen fed wechslung daß sicher gerechnet gegentom abends 8 Schauspie Siefe auß heute auf zahlreiche Nov. mit zu Anfang am Mitte des The Gabler gewählt. wird Her 2. Jan fität eine halten, in der Kolle fügung dürfte fic 20$ fg. Vortrag fie ihre A zu der V ein Eintr * Bescherun Familien gebracht. wurde, if Rätselhafter Fund. In Wien verhaftete man den Tape zierergehilfen Blaschek wegen verdächtigen Brillantenber kaufs. Er gestand, im Sommer in der Reparaturwerkstätt des Westbahnhofs im Postambulanzwagen hinter einer au zubessernden Siulchne einen Postkarton mit Brillanten ge funden zu haben. Wahrscheinlich hatte ein Postdieb ihn don verstedt. Fine Postsendung der Wiener Juwelierfirma Lad mann an einen Goldschmied in Köln mit mehr als 300 Brillanten war auf unerflärliche Weise verloren gegangen. Ein besonderes Exerzierreglement für Luftschiffer ist soeben ausgegeben worden, das sich in dem Teile über die Ausbildung zu Fuß genau dem Exerzier- Reglement für die Infanterie anlehnt, während die Ausbildung der Mannschaften der Bespannungsabteilung nach den Bestimmungen des Ererzier- Reglements für den Train erfolgt. Das Exerzieren zu Fuß ist auf dasjenige Maß beschränkt, das für die Ausbildung des einzelnen Mannes, zur Festigung der Mannszucht, für die Anforderungen des Garnisondienstes und der Parade notwendig ist. Das Gefecht zu Fuß ist unter dem Gesichtspunkte zu üben, daß im allgemeinen der Luftschiffer zum Kampf mit der Handfeuerwaffe nur zum Zwecke der Selbstverteidigung, der Verteidigung des Ballons und der Fahrzeuge schreiten wird. Mit Rücksicht auf diese einfachen Aufgaben der Taktik schließt die infanteristische Ausbildung der Luftschiffer in der Kompagnie ab; diese ist nur in zwei Züge eingeteilt, die, mit sieben Schritten Abstand hintereinander aufgestellt, die Zugkolonne bilden. Ihre hauptsächlichste Tätigkeit findet aber die Luftschiffertruppe in der Handhabung des Ballons, welche durch das Ballon- Ererzieren eingeübt wird; dabei ist das Reglement für den Drachenballon als Jesselballon entworfen, während der Kugelballon in der Regel als Freiballon Verwendung findet, welcher im Reglement auch kurz behandelt wird. Die Ausbildung er folgt im einzelnen wie in der Abteilung ohne Bespannung; der bespannten Abteilung ist ebenso wie der Tätigkeit im Feld- und Festungsfrieg ein besonderer Teil gewidmet. Im Kriege ist der Ballon ein Werkzeug der Aufklärung in der Hand der höhern Truppenführung und ergänzt die auf klärende Tätigkeit der übrigen Waffen. Die Organisation und Ausrüstung einer Luftschiffer- Abteilung ist ähnlich einer Feldbatterie derart beschaffen, daß sie jederzeit in der Lage ist, einen Drachenballon als Fesselballon in kürzester Frist aufsteigen zu lassen, wobei sämtliche Gaswagen, zwölf an der Zahl, durch Verbindungsschläuche untereinander verbunden, gleichzeitig wie ein Gasometer in Tätigkeit gesetzt werden können, was für das Begegnungsgefecht von besonderer Wichtigkeit ist. Ein Ersatz des Gases der Feld- Luftschiffer Abteilung geschieht durch Umtausch der Behälter bei den besonders mitgeführten Gaskolommen. Nab und fern. ● Die Rache des Entlassenen. Ein verabschiedeter frog tischer Diener des deutschen dieformers im türkischen Wham miniftrium, des Sektionschefs v. Elterlein, brod in belia Webmung zu Konstantinopel nächtlicherweise ein. In Asch und das Stubenmädchen, die ihm entgegentraten redte er mit Revolverschüssen nieder. Die Köchin ist to as Stubenmädchen schwer verletzt. Der Mörder, der auer Wahrscheinlichkeit nach auf den Sektionschef selbe ubgesehen hatte, entfam. Durch drahtlose Telegraphie gerettet wurde der holländische Dampfer Kroonland". Er befand sich auf dem Wege von Antwerpen nach Newport. als er westlich vom Leuchtturm auf dem Fastnetfelsen, einer Klippe an der Südküste Irlands, das Steuerruder verlor und infolgedessen seine Reise aufgeben mußte. Glücklicherweise war das Schif mit Apparaten für drahtlose Telegraphie ausgerüstet, und so konnte der Kapitän den Unfall dem Agenten der Linie in Antwerpen, mitteilen. Außerdem waren die Passagiere in die Lage versetzt, an ihre Angehörigen Mitteilungen ergehen zu laffen, um sie über ihre Sicherheit zu beruhigen. + Erkrankung durch Austerngift. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen durch den Genuß von Auſtern föd liche Vergiftungen hervorgerufen werden. Jetzt wieder wird von einem traurigen Vorkommnis dieser Art berichtet. Der Marquis Alois de Bona in Zara sandte an seine Verwandten und Freunde Austern zum Geschenke. Alle Personen, die von diesen Austern genossen, sind nach dem Genusse derselben schwer erkrankt. Die Frau de Bonas ist bereits gestorben. Die Aerzte schreiben die Erkrankungen dem Genusse von Austerngift zu. Eisenbahnkatastrophe. Die Unglücksserie auf den amerikanischen Bahnen ist noch immer nicht abgeschlossen. Schon wieder kommt die Nachricht von einer furchtbaren Katastrovbe. Ein Schnellzug der Baltimore and Chio Railroad ist acht Meilen westlich von Connellsville( Pensylvanien) auf ein Stapel Bauholz aufgelaufen. Dabei wurden 35 Personen getötet infolge Verbrühung durch den aus der zertrümmerten Lokomotive ausströmenden Dampf. Zwanzig Personen wurden verlegt. Ein kritischer Moment. Eine aufregende Szene spielte sich in Sarajewo( Bosnien) ab. Ein plötzlich wahnsinnig gewordener Mohammedaner namens Zikmanovitsch eilte mit gezücktem Messer durch die Straßen der Stadt, überfiel hinterrücks einen einheimischen Kaufmann und dann einen 14jährigen Knaben und verletzte beide durch Messerstiche lebensgefährlich. Zikmanovitsch machte dann noch den Versuch, einen in der Tür seines Geschäfts stehenden Fellhändler niederzustechen. In dem kritischen Moment kam die Musik des Infanterieregiments Nr. 38 des Weges. Der Regimentstambour Dvoracek erkannte sofort die Gefahr, in welcher die Passanten schwebten, ließ die Musik aufmarschieren, das Seitengewehr ziehen und den Totschläger, welcher die Flucht ergreifen wollte, im Laufschritt verfolgen und umzingeln Bifmanovitsch wurde überwältigt, gebunden und der Polizei übergeben. Rückwanderung aus den Vereinigten Staaten. Eine Rückwanderungsbewegung, wie sie kaum je zuvor zu ver zeichnen war, hat sich in letzter Zeit aus den Vereinigten Staaten von Nordamerika bemerkbar gemacht. Tausende vor Arbeitern kehren, hauptsächlich wegen Mangel an Beschäft gung, jetzt zurück. Die Anzahl der in diesem Herbst zurüc gefehrten Arbeiter soll jene des letzten Jahres um das Dor pelte übersteigen und soll bereits etwa 30 000 3wischendeck passagiere allein von Newyork die Rückreise angetrete haben. Besonders die nach den Mittelmeerhäfen abgehende Dampfer sind regelmäßig in den Zwischendecksräumen vol und jeder Dampfer läßt Hunderte von Arbeitern zur Be förderung mit nachfolgenden Tampfern zurück. Bunte Chronik. Auf der Insel Rügen sind im Jahre 1902 nicht weniger als 1243 Krenzottern gefangen worden, wofür der Kreis 621,50 Marf Fanggeld bezahlt hat. Die größte Brutstätte der Kreuzottern ist die Schabe. - Baron Erland Nordenskjöld wird seine Expedition nach Bern und Bolivia am 6. Januar von Southampton aus antreten. Er wird den Bea über Panama nehmen. Mitte R- bruar in der Hauptstadt Polivias. Vavaz, anfommten und and now dort aus teine Streitzüge um den Titikafatce umetDas Neuefte aus den Witzblättern. Ueberraschende Eröffnung. Räube:„ Geld oder Leben!" Angefallener:„ Nehmen Sie, bitte, das Leben, ich wollte mich nämlich so wie so gerade an dem Afte hier aufhängen." Hus dem Gerichtsfaal. § Ein Wucherprozeß. Von dem Leipziger Schwurgericht wurde im Prozesse gegen Rechtsanwalt Dr. Werthauer wegen Meineids und Beihilfe zum Wucher, sowie gegen die Kauf Teute Ossipowitsch und Strauß wegen Wuchers das Urteil gesprochen. Rechtsanwalt Dr. Werthauer wurde freige sprochen; Ossipowitsch und Strauß wurden zu je sechs Mo naten Gefängnis und je 3000 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Gefängnisstrafe ist durch die Untersuchungshaft für ver büßt erachtet. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse. § Wegen Herausforderung zum Zweikampfe mit tödlichen Waffen wurde der Leutnant d. R. Heinicke des 5. Infanterieregiments Nr. 104 vom Kriegsgericht der 40. Division in Chemnitz zu einem Monat Festungshaft verurteilt. Wegen des gleichen Vergehens verurteilte das nämliche Gericht den Rechtsanwalt und Leutnant d. R. Beukes in Auerbach zu einem Tage und den Regierungsassessor Oberleutnant d. R. Schmidt in Auerbach wegen Startelltragens zu einem Tage Festungshaft. § Der Rächer seiner Ehre. Das Schwurgericht zu Heilbronn sprach den Zimmermann Monmönzing aus Weinsberg, der den Verführer seiner Frau, einen Schuhmacher, beim sträflichen Verkehr betroffen und durch zwei Schüsse lebensgefährlich verletzt hatte, frei. richten. bier o Gießer müht, nachzufon gefells berein. * * Juger Gießener Diefelbe gefellschaf Rendant darauf fet, wel Beit 50 überreic feier ei fine B lichen 32 Ain nach M die An träglich er nod möge. * Herbe Am he pflegun 44 frei * * 2 Uhr t Leuten Gin am K mußte gefelle des ihm Wirt entfcha * nachts jezt n belieb es auf dassel 23 id, um daß m Aftien DorDen Spielhauses in ngen von einer Internehmer jo gen die Mitglie um danach ih achricht flingt e Belgien die i ng der Spiel t einiger Zeit t r aus Frankfurt Die Nachforit olglos. Jest b geplagt, bei de Geliebter, ein briefträger. 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Das Märchen bietet bet hübscher Ausstattung mit fein en sechs Bildern so viel des Neuen, Lustigen, Abwechslungsreichen für die Kleinen sowohl wie für die Großen, daß sicher bei der Wiederholung auf ein ausverkauftes Haus gerrechnet werden darf. Durch das liebenswürdige Entgegenkommen des Theatervereins ist für Mittwoch, 30. Dez. abends 8 Uhr eine Wiederholung von Beyerleins sensationellem Gauspiel 3 apfenftreich" ermöglicht worden. Auf diese außer Abonnement stattfindende Aufführung sei schon heute aufmerksam gemacht, da auch von auswärts bereits zahlreiche Anmeldungen vorliegen. Irene Trisch wird auf Grund eines am 5. Roro mit ihrem Impresario abgeschlossenen Vertrags gleich zu Anfang ihrer Gastspielreise in Gießen auftreten, nämlich am Mittwoch, den 6. Januar 1904 in der 5. Vorstellung des Theatervereins. Als Gastrolle wurde„ Hedda Gabler" in dem gleichnamigen Ibsenschen Schauspiel gewählt. Um das Verständnis des Stücks zu fördern, wird Herr Professor Dr. Collin am Samstag, den 2. Januar abends 8 Uhr in der großen Aula der Univerfität einen Vortrag über Ibsen und seine Hedda Gabler ha ten, in welchem auch die Auffassung des Frl Trisch von der Rolle der Hedda auf Grund eines von ihr zur Verfügung gestellten Manustrips zur Mitteilung gelangt. Es dürfte sich empfehlen, das Schauspiel vorher zu lesen( Preis 20 Pfg. in der Reklam- Ausgabe). Der Eintritt zu dem Vortrag ist für die Abonnenten des Theater- Vereins, wenn sie ihre Karte vorweisen, sowie für alle, die eine Tageskarte zu der Vorstellung gelöst haben, frei; im anderen Fall wird ein Eintrittsgeld von 50 fg. erhoben. ** Die Weihnachtsfeiertage haben neben den Bscherungen und Freuden innerhalb in den einzelnen Familien auch der Vereinsfestlichkeiten in Hülle und Fülle gebracht. Soweit uns von den einzelnen Festen berichtet wurde, ist über deren Verlauf auch nur das Beste zu beridhten. Harmonie und Eintracht hatte die Oberhand. Die vier Wohltätigkeitsvereine: Contentia, Waisenschuß, Gießen- Lahr und Zitherklub waren besonders bemüht, ihrem Zweck und Ziel nach bestem Können nachzukommen; die beiden Turnvereine, die Bürgergesellschaft und der Maschinenbauer Gesangberein. * Eine schöne Weihnachtsfeier hatte der Verein Jugendfreund" am Sonntag den 20. d. Mts. in der Gießener Turnhalle der höheren Töchterschule veranstaltet. Dieselbe wurde durch einen gemischten Chor der Bürgergesellschaft eingeleitet. Der Vorsitzende des Jugendfreund, Rendant Döring, hielt eine erhebende Ansprache, gleichzeitig darauf hinweisend, daß dies die 30. Weihnachtsbescherung sell, welche der Verein veranstalte und daß während dieser Beit 500 Kinder bescheert worden seien. Herr Jaskowsty überreichte alsdann dem Vorsitzenden anläßlich der Jubelfeier ein vom Vorftande gestiftetes Anerkennungsdiplom für fine Verdienste um den Verein mit einer schlichten, herzlichen Ansprache. Nach abermaligem Gesang wurden 32 Kinder vollständig gekleidet, die Sachen waren sämtlich nach Maaß gearbeitet, von nur guten Stoffen und fanden die Anerkennung aller Anwesenden. Wir gratulieren nachträglich dem Verein zu seiner Jubelfeier und wünschen, daß er noch viele Jahre seine Weihnachtsbescheerungen halten möge. ** Während der drei Feiertage war die Gießener Herberge von wandernden Stationsgästen stark besucht. Mm heiligen Abend erhielten 77 Handwerksburschen Berpflegung, am ersten Feiertag 52 und am zweiten Feiertag 44 freie Unterkunft. * * Schlägerei. In vergangener Nacht gegen 2 Uhr fam es in der Nähe des Bahnhofs Gießen zwischen jungen Beuten aus Gießen und Dorf- Gill zu einer Schlägerei. Ein Bursche aus Dorf- Gill erhielt mehrere blutende Wunden am Kopfe, welche er sich in der Klinik verbinden lassen mußte. Auzeige ist erhoben. ** Raudie. Ein fremder angetrunkener Schlossergeselle schlug am Donnerstag Abend in einer Wirtschaft des Neuen Wegs in Gießen eine Glasscheibe entzwei, weil ühm verweigert wurde in dem Lokal zu musizieren. Der Wirt wurde, da der Täter noch im Besitz von Geld war, antschädigt. * * Zimmerbrand. Beim anbrennen eines Weihmachtsbaumes entstand in einem Hause des Selterswegs in Gießen ein Zimmerbrand. Ein Fenstervorhang war jedenfalls zu nahe an ein brennendes Lichtchen gekommen, sodaß dieser Feuer fing. Im Moment waren Vorhänge, Bilder und ein Teil Tapeten verbrannt. Das Feuer wurde von den Bewohnern gelöscht. Einen bedauernswerten Unfall erlitt am Donnerstag Abend ein 4jähriges Kind in Grünberg. Beim spielen fiel die Kleine vom Sofa und brach sich ein Bein. Ein hinzugezogener Arzt legte sofort einen Verband an. Hoffentlich bleibt der Unfall ohne nachteilige Folgen für die Kleine. * * Konzert. Eines überaus zahlreichen Besuches hatte sich das am zweiten Feiertag vom Grünberger Gesangverein in der Turnhalle veranstaltete Konzert zu erfreuen, die Darbietungen der Vereins waren auf der Höhe und bezeugten fleißiges Studium, die Zuhörer ließen es an Beifall nicht fehlen und folgten den Chören der Sänger mit der größten Aufmerksamkeit. Ein flottes Tänzchen schloß sich dem Konzert an und hielt die Teilnehmer bis zu früher Stunde in gemütlicher Stimmung beisammen. ** Postalisches. Beim Herannahen des Neujahrsfeftes machen wir unsere geehrten Leser darauf aufmerksam, daß handschriftliche Bemerkungen auf Drucksachen oder Postfarten, wl he als Drucksachen versandt werden, nicht zulässig sind. Der Absender darf nu seinen Namen( Namen und Wohnort) auf der Drucksache vermerken. Die Annahme, daß Bemerkungen bis zu fünf Worten auf Drucksachen geschrieben werden dürfen, ist nicht richtig. Drucksachen, welche diesen Anforderungen nicht entsprechen, werden von der Beförderung ausgeschlossen. Zur Personalreform im Postfach. In sehr wünschenswerter Weise hat der Staatssekretär des Reichspostamts seine älteren Beamten zum Weihnachtsfest bedacht. Sämtliche Post- und Telegraphen- Assistenten führen, soweit sie länger als 5 Jahre angestellt sind, von da ab den Titel Oberassistent" oder, sofern ihr Anstellungsalter mehr als 20 Jahre beträgt, den Titel" Post" bezw.„ Telegraphen- Sefretär". Beamte, die die Sekretärprüfung ablegen, erhalten den Titel„ Sekretär" fünftig sofort nach dem Bestehen der Prüfung, während bisher mehrere Jahre bis zu ihrer Ernennung vergingen. Die Bureaubeamten des Reichspoftamtes, bisherigen Bureauassistenten mit dem Range der Obersekretäre, haben den entsprechenden Titel zu führen. Den Kanzlisten, die mit Einschluß der Militärdienstzeit eine 30jährige Gesamtdienstzeit vollendet haben, wird der Titel ,, Kanzleisekretär" verliehen. + Alten- Buseck, 28. Dez. In der Nacht auf den 2. Feiertag hat das Messer hier eine traurige Rolle gespielt. Der 53jährige Taglöhner Becker geriet im Wirtshaus mit dem 20jährigen Alban wegen einer Kleinigkeit in Streit und auf der Straße stach Becker seinem Gegner das Taschenmesser in die Brust und schlitte ihm noch den Unterleib auf. Der Todt trat sofort ein. Die Gendarmerie verhaftete den Täter sofort und lieferte ihn ins Gerichtsgefängnis nach Gießen ab. Dort hat er sich nun in der Nacht darauf durch Erhängen dem irdischen Richter entzogen Der Erstochene war im Orte beliebt und man nimmt regen Anteil an der schwer geprüften Familie. - Großen- Linden. Der hiesige Turnverein, ein sehr gutes Glied im Turngau Hessen, hatte in seiner neuen Halle am zweiten Weihnachtsfeiertag einen Theater- Abend arrangiert. Die Besucher haben von dem ganzen Programm und dessen Verlauf nur einen guten Eindruck mit nach Hause genommen. Es sei der Bitte noch Ausdruck gegeben, man möge in Großen- Linden öfters solche Abende den Einwohnern bieten. × Leihgestern. Am ersten Weihnachtsfeiertag hatten die Kirchenbesucher einen besonderen Genuß. Der Gesangverein„ Eintracht", unter der Direktion des Herrn Muhl, Großen- Linden, hatte es sich nämlich nicht nehmen lassen den Gottesdienst durch mehrere Gesänge zu verherrlichen. Hierbei sei mit erwähnt, daß der Kirchenbesuch ein selten zahlreicher war; die Gemeinde hatte auch an der Predigt des Herrn Defan Strack außerordentlichen Gefallen. Am zweiten Feiertag war es der„ Liederkranz", welcher ebenfalls anerkennenswert mit mehreren schönen Gesängen den KirchenBeiden besuch etwas weltlich angenehmer geftaltet hatte. Vereinen sei darum an dieser Stelle dafür gedankt. § Griedel, 24. Dez. Der wegen des Brandes auf unsrem Hofgut in Untersuchungshaft gekommene Arbeiter Schopta wurde wieder in Freiheit gesezt, da der bestandene Verdacht hinfällig geworden sein soll. × Marburg, 27. Dez. Nach der neuesten Zählung betrug die Einwohnerzahl unserer Stadt im Jahre 1903 18 744 gegen 18 351 im Borjahr. Im Jahre 1891 waren es 14 668 Einwohner. Die Bevölkerungszunahme betrug demnach in den letzten 12 Jahren 4076. Außer den von mir seither geführten Bieren bringe| 64986 jezt auch Mainzer Aktienbier beliebt wegen seines reinen, milden Geschmackes und weil es außerordentlich gut bekommt, zum Verkauf und empfehle dasselbe die 1/1 Flasche zu 18 Pfennig 1/2 "" 9 " Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Zugleich bemerke ich, um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen, daß nur mir allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei für Gießen und Umgegend übertragen worden ist. Gotthilf Röhrle Bier- Großhandlung. Marburgerstraße 7. Telephon 344. Gießen. Stadt- Theater Gießen. Direktion: Steingoetter. Dienstag den 29. Dezember 9. DienstagAbonnements- Vorstellung. Renaissance. Lustspiel in 3 Aften von Fr. von Schönthan und Fr. Koppel Ellfeld. Städtisches Schlachthaus Ochsenfleisch gesalzen 40 Pfg. Naumannia Seife mit dem Beste Seife nah und fern! Villa, gross. Steinweg 9 Die Wohnung des Herrn Forstmeister Joseph ist per 1. April 1904 anderweitig zu bieten. Näheres bei H. W. Rinu, Gießen. Landg rafenftrate 3. Hilfe Buttod. Timermann Hambur, Fichteſtr. 33. ( Aus dem Odenwald, 27. Dez. Die leberhandnah der Sperlinge und, damit zusammenhängend, der gro Schaden, der durch die genannten Vögel den Landwirt zugefügt wird, veranlaßt viele Gemeinden des Ovenwald geeignete Personen mit dem Abschuß zu beauftragen. J Ablieferung eines erlegten Sperlings werden 3 bis 5 Pf. aus den Gemeindekassen bezahlt. Stadttheater Gießen. Kindervorstellung. Das von Herrn Direktor Steingötter verfaßte, Plapper mäulchen" ging am zweiten Feiertag in Scene. Kinder fin ja bekanntlich die unbefangenften und maßgebensten Kritike dachten Märchenspiele einen vollen unbestrittenen Erfol und Herr Steingötter errang mit seinem ganz hübsch dure Der Besuch der Vorstellung war zwar ein mäßiger Christkindchens Saben mögen noch allzusehr den Reiz de Neuheit besessen haben, die Zuschauer bemühten sich aber durch stürmischen Applaus diesen Mangel wett zu machen. Sie folgten mit einer wahren Andacht den Vorgängen auf der Bühne, wodurch ein mutiges braves Dirndl, der mi seinen sechs tapferen" Gefährten in grasgrüne Frösche verwandelte Prinz Hoppsasa erlöst wurde. Im letzten Afte- den wir uns leider nicht mehr ansehen konnten hat der dankbare Prinz seine liebreizende Ketterin jedenfalls pflicht schuldigst zur Gemahlin genommen. Frl. Großmüller hatte sich als Plappermädchen di Herzen der kleinen Zuschauer im Sturme erobert. Sie spielte das mutige Dorfmädchen so reizend und anmutig, das fertigt war. Herr Achterberg gab den Prinzen Hoppsasa die Sympathie des Publikums in jeder Beziehung gerechtmit befanntem Schwunge. Frau Jenny als Here Spindel dünn(?) war eine gar pugige Person, Herr Linzen hatte den Riesen mit der nötigen Häßlichkeit ausstaffiert, und die Kleinen haben sich an seinen vielen Untugenden, z. B. hielt er sich beim Gähnen nicht einmal die Hand vor den Mund, gewiß kein Vorbild genommen. Den König Blasius von Immerfern spielte Herr Conradi zwar ziemlich nnfürstlich aber doch wirkungsvoll, während sich Herr Tamte mi einem wahrhaft halsurecherischen Pferdeliedchen als fuß- und zungenfertiger Coupletsänger bewährte. Im übrigen haben alle Darsteller, außer Frl. Großmüller, mit der Soufleuse allzu oft geliebäugelt. Eine Besprechung des gestern Abend in Scene gegangenen " Hochtouristen" lassen wir, da uns ein Besuch unmöglich war, bei der Wiederholung folgen. H. H. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. Aufgebotene. Am 19. Dez. Taglöhner Karl Meisel und Emilie Blieder beide dahier. 22. Dez. Schußmann Ludw. Henkel in Worms und Marie Hahn dahier.- Sprachlehrer Henry Maria Joseph Honeix de la Brousse dahier mit Margarete Bröder in Gambach. Eheschließungen. - Am 19. Dez. Taglöhner Heinr. Karl Johs. Schweitzer mit Elisabethe Auguste Wilhelmine Gehrke beide dahier. Rangierer Ferdinand Franz Karl Anton Heßler in BadNauheim mit Maria Holsbuh dahier. 22. Dez. Heizer Ph. Rocker dahier mit Katharine Schäfer in Annerod. 23. Dez. Eisendreher Pet. Aug. Wagner mit Anna Kathar Wagner beide dahier. Kutscher Hrch. Joh. Genné mit Dienstknecht Karl Beppel Elisabethe Zirkel beide dahier. mit Anna Elisabethe Bornemann beide dahier. Erdarb. Philipp Luch 3. dahier mit Anna Schmalz in Hungen. Kaufmann Karl Ernst Born in Eckelshaus n mit Charlotte Lina Johannette Christine Konradine Faß dahier. 24. Dez. Bahnarbeiter Hrch. Borig in Garbenteich mit Maria Janz dahier. - Seborene. - Am 12. Dez. Ein Sohn dem Uhrmacher Aug. Schwab. 14. Dez. Eine Tochter dem Schneider Wilhelm Hoffmann. 15. Dez. Hans Wilhelm S. d. Handschuhmachers Heinrich Henn. 18. Dez. Karl, S. d. Landbriefträgers Hrch. Arend. Starie, T. d. Lokomotivheizers i. P. Friedr. Peil.- Friedrich Ludwig Karl, S. d. Schlossers Hugo Nitsche. 19. Dez. Ein S. d. Kesselheizer Hrch. Nispel. Lillr Erna, T. d. Färbereibefizers Reinhold Thomas. 20. Dez. Ein S. d. Dienstknecht Hrch. Becker. Gestorbene. Am 16. Dez. Wilhelm, S. d. Hilfswagenmeister Wilh. Bender, 6 T. alt. 20. Dez. Ehefrau Charlotte Brühl geb. Friebel, 59 J. alt. 22. Dez. Privatmann Emil Sauer, 61 J. alt. 24. Dez. Ww. Katharine Mook geb. Dßwald, 49 J. alt. 24. Dez. Karl Vollbrecht Friedrich, S. d. Taglöhners Joh. Friedr. Wenzel, 10 M. alt. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: Albin жlein für das Lotale, den„ Gerichts-" und" Deffentlichen Sprechiaa": Fr. Oppermann Für Weinbezug! → Unter aller Garantie naturreine, flaschenreife Weissweine, per Liter oder Flasche von 60 Pig. an. 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Salatkartoffel zu den billigsten Tagespreisen empfiehlt J. Hankel Schloßgaffe Gießen. Ein trächtiges Mutterschwein welches i. 7 Woch. d. 3. Ferkel wirft, preiswert zu verkaufen bei Peter Schäser, Stangenrod. Aus allen Teilen Deutschlands ist in den 3ten Tagen bei uns angefragt worden, ob es wahr sei, daß nach dem 1. Januar 1904 der echte Anker- Pain- Erpeller ( In 100 Teilen; Span. Pfeffer 3, Weingeist 44, Kampfer 1,5, Aeth. Dele( Rosmarin, Thymian, Lawendel usw.) 2,5, Pfeffermü zwasser 15, Mel ssenwasser 15, Kamillenwasser 10, Med. Seife 1, Salmiatgeist 8, Gefärbt. nicht mehr verkauft werden dürfe. Diese Ausstreuung ist n*- wehr und kann nur den Zweck haben, die Unterschie ung von Nachahmungen zu erleichtern. Es liegt deshalb im Interesse aller, die das altbewährte Hausmittel auch ferner echt mit der Marke Anker haben wollen, jedesmal ausdrücklich Richters Anter- Pain- Expeller zu verlangen und uns jeden Fall mitzuteilen, wo an Stelle des echten Bräparats eine Nachahmung, kenntlich daran, daß die Fabrikmarke„ Anter" fehlt, verabfolgt werden sollte. F. Ad. Richter& Cie. in Rudolstadt. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Bekanntmachung. Die am 24. November I. J. angeordnete Sperre der Braugasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 27. Dezember 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. J. V.: Roth. Betanntmachung. Die am 19. November 1. Js. angeordnete Sperre des Gäßchens„ Auf der Bach" wird hiermit auf gehoben. Ackerverpachtung. Die nachstehend verzeichneten Wecker der evangelischen Kirche und Blarreien Gießen in der Gemartung Gießen sollen neu verpachtet werden auf 9 Jahre, vom Herbst 1904 bis 1913: - 1) Acker am Altenfeld. Flur XV, Nr. 127= 5254 qm ( seitheriner Pächter Herr Nickel). 2) Daselbst. Flur XV, Nr. 122= 4684 qm( feither. Pächter Herr Haubach). 3) Daselbst. Flur XVI, Nr. 34 Pächter Herr Winter). r. 304. Annementen Pes Sans gebrac Brati@ bellagen Oberbeffife 8 Bartenbau, fo Das Blatt n CB An der C ü er, der auf e men Blick zurü Srer Verlust abf ewußter Teil d pildlung des Vo der an der W Sntwidelung Das nunme Surch die Anna Ster Wahlen au Criebrad der plolitijchen Käm Besichtspunkte Dier Erledigung gremijermaßen gezwungen, Cuf das Volk Bahlbild fann abe der allge annt, sind aug and die Nati gangen und a in der Stärke Mandatverteil in das gesam verändert abe nicht. Es ze seite stehende schärfften frit des alten Fr Flinten. Do, wie m lichen Mittelp vielfach die S gerschaft bei 3241 qm( seither. Die Gegensät 4) Daselbst. Flur XVI, Nr. 8= 2202 qm( seither. Pächter Herr Puth). 5) Acker am Sandkauterweg( Schiffenberger- Chaussee) Flur XIII, Nr. 54= 3656 qm( seither. Pächter Herr Häuser). 6) Daselbst. Flur XIII, Nr. 156= 5165 qm( seither. Pächter Herr Schneider). 7) Acker am untersten Riegelpfad( diesseits des oberh. Bahndamms). Flur IV, Nr. 353/10= 634 qm ( seither. Bächter Herr Langsdorf). 8) Acker rechts dem Aulnweg( bei der Schönen Ausficht) Flur V, Nr. 335= 2093 qm( seitheriger Pächter Herr Spieß). 9) Daselbst. Flur VII, Nr. 57= 1537 qm( seither. Pächter Herr Langsdorf). 10) Acker an der Frankfurterstraße( neben der neuen Veterinä anstalt), Flur VIII, Nr. 231/10 U. 388/10= 3274 qm( seith. Pächter Herr Bernhardt). 11) Acker unter dem Wieseckerweg. Flur XXI, Nr. 26 = 4606 qm( ſeither. Pächter Herr Kitz, bezw. Herr Preiß). 12) Acker in der Lichtenau, rechts der Main- Weserbahn, Flur XXII, Nr. 165= 3030 qm( seith. Pächter Herr Weller). 13) Acker daselbst, links der Bahn, Flur XXVII, Nr. 64= 1121 qm( seith. Pächter Herr Simon). 14) Acker auf dem Sand( zwischen Lahn und Bahndam), Flur XXVIII Nr. 21= 459 qm( seither. Bächter Herr Nolte). 15. Acker, die Leimenfaut( unweit Feldschlößchen). Flur XXXVIII, Nr. 236= 3829 qm( jeither. Pächter Herr. Schwan). Die Verpachtung soll stattfinden am Dienstag den 29. Dezember d. Js. von Vorm. 9 Uhr an, an Ort und Stete und zwar in der Reihenfolge, wie die Aecker oben aufgezeichnet sind; also Versammlung Morgens 9 Uhr am alten Steinbacherweg. Von Nr. 11 des Verzeichnisses ab( Acker am Wieseckerweg) soll die Verpachtung am Nachmittag desselben Tags, von 2 Uhr an abgehalten werden. Zusammenkunft am Wieseckerweg. Gießen, 18. Dezember 1903. Der evangelische Gesamt- Kirchenvorstand. Dr. Naumann. Für Bäcker! und zwischen der neu beleb Sentrum fich natur des zu Kirchen- und faun. Das das Uebergew während dies Einfluß der n Sm allgem 1903 besser al Bujammenbri amerikanischer fo schwer fie megen, haben hältnisse gebr Furrenz hat fi Trustunterne ebenfalls in wirtschaftliche Industrie ge nicht wenig& hat. Der de Sabres so to Sen Geldmä worden ist. In schle Aernisten, di den Schled gen Arbeitsl Die Mutter. im Jahre 1 derartig geh reitere Ent Die W In die es sich dies ichmetter den Gegner ist wieder Linie hell nach in ih Die Revisio einstimmig sprochen. und minuti berichterstat fus' begrin donmanzoffi vorgeladen, Die neue U An der Ha die Expedition Brotpreis- Formulare hält stets am Lage gifels erla fachen, auf