Nr. 174, Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Bratisbetlagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Dienstag, den 28. Juli 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die einfpaltige Petitzeile für Sießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfc fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Bostzeitungsliste No. 3869. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernſprechauschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Das Teftament des Papftes. In der letzten Kongregation der Kardinäle, an der 40 Mitglieder des heiligen Kollegiums teilnahmen, ist nun mehr das Testament des Papstes verlesen worden. Das mit großer Spannung erwartete Dokument lautet: Da wir uns dem Ende unserer irdischen Laufbahn nähern, legen wir in diesem holographischen Testament unseren letzten Willen nieder. Vor allem bitten wir in Demut die unendliche Güte und das Erbarmen des gebenedeiten Gottes, daß er uns die Irrtümer unseres Lebens verzeihe und unsere Seele gnädig aufnehme zur ewigen Seligkeit; und wir hoffen darauf besonders wegen des Verdienstes Jesu Christi, des Erlösers, und im Vertrauen auf sein hochheiliges Herz, den glühenden Ofen der Barmherzigkeit und die Quelle der Erlösung für die Menschheit. Wir flehen auch an als Fürbitterin die heilige Jungfrau Maria, die Mutter Gottes und unsere liebende Mutter, und die Heiligen, die wir in unserem Leben besonders verehrten als unsere Patrone. Und indem wir Verfügung treffen über das uns gehörende Familiengut, seßen wir zum Erben ein unseren Neffen, den Grafen Ludovico Pecci. Von diesem Gut sind in Abzug zu bringen die unserm andern Neffen, dem Grafen Ricardo, aus Anlaß seiner Verheiratung gegebenen Güter. Desgleichen sind in Abzug zu bringen alle in Carpineto gelegenen Güter, welche gemäß unserer eigenhändigen Verfügung vom 8. Februar 1900 Gigentum des Heiligen Stuhles sind. Wir haben in diesem Testamente feine Verfügungen zu gunsten unseres Neffen Camillo, unserer Nichten Anna und Maria, sowie der Söhne und Töchter unseres Bruders Giovanni Battista getroffen, da wir bei Lebzeiten für dieselben gelegentlich ihrer Heirat schon in angemessener Weise gesorgt haben. Wir erklären, daß niemand aus unserer Familie irgend ein Recht an alledem geltend machen kann, was nicht in gegenwärtiger Urfunde in Betracht gezogen ist, denn alles sonstige Gut jeglicher Art ist uns in unserer Eigenschaft als Pontifer zugefallen und ist daher jedenfalls wollen wir, daß es so sei-unantastbares Eigentum des Heiligen Stuhles. Wir übertragen die genane Vollstreckung unseres Willens den Kardinälen Rampolla, Mocenni und Cretoni und erklären, daß dies unser letter Wille ist. Rom, im Vatikan am 8. Juli 1900. Gioacchino Pecci. Leo P. P. XIII. Das Testament ist auf einem großen Bogen von der Hand des Papstes geschrieben. Die Schrift ist klein und sehr deutlich und regelmäßig und weist keine Spur von Ün sicherheit auf. Der Kardinalvikar gab befannt, daß er beauftragt sei, 50 000 Lire aus der Hinterlassenschaft des Papstes an die Armen Roms zu verteilen. Aus Nom wird noch gemeldet: Das provisorische Grab des Papstes wird ununterbrochen von Tausenden von Andächtigen besucht. Die furchtbare Hiße, die zur Zeit herrscht, hat zur Folge gehabt, daß mehrere unter den ja meistens hochbetagten Kardinälen erkrankt sind. Man spricht davon, daß aus Rücksicht auf die Gesundheit der Mitglieder des heiligen Kollegiums die Dauer des Konklave nach Möglichfeit beschränkt werden und die Krönung des neuen Papstes entweder bis zum Herbst verschoben oder aber sofort nach der Wahl abgehalten werden soll. Die Arbeiten zur Herrichtung der Räumlichkeiten für das Konklave werden inzwischen eifrig fortgesetzt. Kardinal Rampolla hat den Vatikan verlassen, um in dem Palais Wohnung zu nehmen, welches ihm als Erzpriester von St. Peter gehört. Die Politik. Hochwassersnot und Staatshilfe. Von den 10 Millionen Mark, die die preußische Regierung zur Beseitigung der Hochwasserschäden in Schlesien ausgeworfen hat, sind 1 600 000 Mart sofort flüssig ge. macht worden. Für die Verwendung, dieser Summe hat die in Breslau abgehaltene Konferenz des Finanzministers mit den höheren Verwaltungsbeamten der Provinz folgende Grundsäge aufgestellt: Das Geld soll in der Hauptsache ver. wandt werden: erstens, um zerstörte und schwer beschädigte Gebäude aus dem Ueberschwemmungsgebiete auf die Höhe zu verlegen, zweitens, um die erforderlichen Deichschlüsse ungesäumt vornehmen zu lassen und drittens, um durch Wiederaufrichtung zerstörter Brücken und Wehre und Wiederherstellung von Wegen die sofortige Wiederaufnahme der gewerblichen Tätigkeit zu ermöglichen. Auch die weiteren vom Staat geschenkweise in Aussicht gestellten Gelder sollen für diese Zwecke verwandt werden. Die Linderung der gegenwärtigen persönlichen Not der Ueberschwenimten bleibt also nach wie vor in der Hauptsache der privaten Wohltätigkeit überlassen. Inzwischen sind auch die Posener Ueberschwemmten an den Staat mit einem Unterstüßungsgesuch herangetreten. Behördliche Organe haben das Hochwassergebiet der Warthe bereist; der Schaden, den sie feststellten, beläuft sich auf mehrere Millionen. Eine Eingabe wegen staatlicher Unterstützung ist bereits abgegangen. Handelsvertretung und Konsumvereine. Eine ganze Anzahl Handelskammern sind neuerdings dazu übergegangen, die Bewegung der Kleingewerbtreibenden gegen die Konsumvereine zu unterstützen. Von der Handelskammer für Schwarzburg- Sondershausen ist kürzlich eine diese Frage behandelnde Eingabe an das fürstliche Miniſterium gerichtet worden, die auch den Regierungen aller anderen deutschen Bundesstaaten übersandt werden soll. Die Eingabe verlangt eine gesetzgeberische Aktion folgenden Inhalts: 1. Heranziehung der Konsumvereine zu den gleichen Steuern wie denen des Kleinhandels unter gesetzlicher Einführung der Eintragspflicht für Konsumvereine. 2. Ausfall jeder behördlichen Begünstigung der Konfumvereine gegenüber dem Kleinhandel( durch Hergabe von Räumlichkeiten u. s. w.) 3. Verbot für aktive Reichs-, Staats- und Gemeindebeamte einschließlich Offiziere, eine Betriebstätigkeit in den Konsumvereinen auszuüben. 4. Ausdehnung des Verbotes der Warenabgabe an Nichtmitglieder auf die vom Konsumverein selbst produzierten Waren. 5. Ausstellung des Grundsatzes für Konsumvereine, daß der Nachweis eines örtlichen Bedürfnisses bei Erteilung der Konzession für Kleinverkauf von Branntwein und Spirituosen nicht schon durch Vorhandensein einer genügenden Zahl von Vereinsmitgliedern als erbracht angesehen wird, sondern erst dadurch, daß die vorhandenen Konzessionsberechtigten nach Zahl und Leistung nicht genügen. Die Kaufmannsgerichte. + Ju jüngster Zeit sind widersprechende Meldungen über das Schicksal des Geseßentwurfes über die kaufmännischen Schiedsgerichte in die Oeffentlichkeit gedrungen. Einmal hieß es, der jetzt dem Bundesrat vorliegende Entwurf sei begraben, man denke aber durch eine Reform der Rechtsprechung bei den Amtsgerichten den Erfordernissen einer raschen, billigen, sachverständigen Schlichtung der Streitigkeiten aus dem faufmännischen Arbeitsvertrag nachzukommen. Die andere Meldung wollte dagegen wissen, der ursprüngliche Gesetzentwurs werde nur umgearbeitet und hauptsächlich der Anschluß der Kaufmannsgerichte an die Amtsgerichte, nicht an die Gewerbegerichte vorgeschlagen. In dieser Form werde er dann dem Reichstage in der Session 1893 03 zugehen. beide Meldungen treffen erfreulicherweise nicht zu. Endgültige Beschlüsse über den Entwurf hat der Bundesrath noch nicht gefaßt. Richtig ist allerdings, daß gegen die von der preußischen Regierung gemachten und vom Reichstag gutgeheißenen Vorschlä ge seitens einiger Bundesstaaten Widerspruch erhoben ist; diese Staaten sind für eine Angliederung der kaufmännischen Schieds. gerichte nicht an die Gewerbegerichte, sondern an die Amtsgerichte, wie sie viele Handelskammern, Richter und Rechtsanwälte vorgeschlagen haben. Jedenfalls wird der Reichs. tag Veranlassung nehmen müssen, alsbald nach seinem Zusammentritt die Regierung wegen des Schicksals des Entwurfes zu befragen und nochmals die Zweckmäßigkeit der Vereinigung der Kaufmannsgerichte mit den Gewerbegerichten zu betonen. Fürst Ferdinand. A Die Gerüchte von einer freiwilligen oder erzwungenen Abdankung des Bulgarenfürsten Ferdinand werden von seiner Familie ins Reich der Fabel verwiesen. Die Mutter des Fürsten läßt durch einen Coburger Journaliſten erklären, davon, daß ihr Sohn nicht wieder nach Bulgarien zurückkehren werde, sei eine Rede; es handle sich dabei nur um eine böswillige Er.... dung serbischer Gegner des Fürsten. Die Tatsache, das der Fürst bei seiner Abreise ins Ausland auch seine Kinder mitnahm, wird damit erklärt, daß die Hize in Sofia unerträglich sei. Fürst Ferdinand selbst har zu den Gerüchten feine Stellung genommen: Ehe er zu der Gedächtnisfeier für seinen Vater nach Koburg fuhr, machte er von Wien aus einen Abstecher nach seinen ungarischen Besitzungen, um dort der Jagd obzuliegen. Angesichts der fritischen Lage in seinem Fürstentum und angesichts der Tatsache, daß er zu einer ernſten Gedächtnisfeier nach der Burg jeiner Väter fuhr, berührt dieser Jagdabstecher nicht gerade sehr sympathisch. Keine Kriegsgefahr in Ostasien! Allmählich muß auch die britische Presse eingestehen, daß ihre Meldungen über einen bevorstehenden feindlichen Zusammenstoß zwischen Rußland und Japan eitel Humbug waren. Die„ Times" leitet den Rückzug ein, indem sie sich aus Tokio melden läßt: Die beunruhigenden telegraphischen Nachrichten über Kriegsvorbereitungen Japans, die in England veröffentlicht worden sind, sind völlig unbegründet. Die Erklärung für den pfößlichen Rückzug der britischen Presse ist sehr einfach: Japan hat nämlich das Abkommen bekannt gegeben, das zwischen ihm und dem russischen Kriegsminister Kuropatkin getroffen ist. Es bringt eine ganze Reihe wichtiger Zugeständnisse Japans an Rußland und umgekehrt. Kurze politische Nachrichten. Der bisherige österreichisch- ungarische Gesondte in Athen Frhr. v. Burian ist als Nachfolger des verstorbenen Barons v. Kallay zum Reichsfinanzminister ernannt worden. * Der schwedische Kriegsminister von Crusebjörn ist zurückgetreten, zu seinem Nachfolger wurde Oberst. W. Virgin, Chef des 1. Svea- Artillerieregiments, ernannt. König Peter von Serbien begab sich am Sonntag nach Topolo, um einem Requiem am Grabe seines Großvaters, des schwarzen Georg", beizuwohnen. Er fehrte abends nach Belgrad zurück und wurde von der Bevölkerung lebhaft begrüßt. Der Bischof von Rischi new hat auf Anordnung des Oberprokurators des heil. Synods die russische Geistlichkeit angewiesen, in der Kirche durch Predigten und außerhalb derselben durch Belehrung auf die orthodore Bevölkerung einzuwirken, damit der religiöse Haß gegen die Juden schwinde. * Auf Einladung des Sultans wird König Georg von Griechenland demnächst in Konstantinopel einen Besuch abstatten. Hof und Gesellschaft. ** Des Kaisers Jacht„ Hohenzollern" liegt zur Zeit 311 mehrtägigem Aufenthalt in Mo, wo von Diggenmulen aus die erste längere Station auf der Rückreise gemacht wurde. Auf der Strecke zwischen Diggermulen und Mo warf das Schiff nur für kurze Stunden vor dem Eingange des Holandsfjords Anker. Der Kaiser unternahm auf dem Sleipner" mit Gefolge einen Ausflug in diesen Fjord, hinauf nach dem Svartisengletscher. Der Nordsecausflug, den der Kaiser in Gemeinschaft mit der Kaiserin an Bord des neuen Lloyddampfers„ Kaiser Wilhelm II." von Bremerhaven aus unternehmen wollte, ist aufgegeben worden. Die Kaiserflottille wird von der Nordlandsreise direkt nach Kiel gehen. *** Die Kaiserin gedenkt, wie aus Cadinen gemeldet wird, sich im Laufe dieser Woche nach Riel zu begeben und von dort aus an Bord der Schonerjacht Iduna" Ausflüge noch Alsen und der Flensburger Föhrde zu unternehmen, bei welcher Gelegenheit in Glücksburg und Grünholz Besuche in Aussicht genommen sind. *** Nach einer Meldung des Londoner„ Standard" wird König Eduard im September von Marienbad nach Darmstadt kommen, um dort den 3aren und die Zariza zu begrüßen. Das deutsche Kaiserpaar werde dann auch von Wiesbaden aus ant hessischen Hofe eintreffen, worauf der König in Wiesbaden einen Gegenbesuch mache. Trau, fchau, wem? - Ein Mahnwort anläßlich der neuesten Defraudationen. Aus kaufmännischen Kreiſen wird uns geschrieben: Die Defraudationen, die in der letzten Zeit stattgefunden haben, die in der Regel aber nach einigen Tagen hochgehender Erregung der Vergessenheit anheimfallen, sollten für das kaufmännische, wie für das private Publikum eine ernſte Lehre sein, in Zukunft bessere Sicherung gegen die Gefahr einer unehrlichen Geschäftsverwaltung zu schaffen. In England z. B. besteht eine Bestimmung, daß derjenige, der eine Haustür unverschlossen läßt oder in einem leicht erreichbaren Teile des Hauses das Fenster während der Nachtzeit nicht schließt, strafbar ist. Bringt er einen Dieb zur Anzeige, der ihm nachweisen kann, daß er die nötigen Vorsichtsmaßregeln zum Schutz seines Eigentums und seines Lebens nicht getroffen hat, so wird der Dieb bestraft, der Geschädigte aber auch, denn es gibt auch ein Gesetz zur Verhütung von Verbrechen. Wenn wir auch ähnliche Verhältnisse in Deutschland, wo man ohnehin schon genug über Polizeireglementierungen und die Bevormundung des Staatsbürgers Klage führt, nicht wünschen können, so mu man um so dringlicher dem„ verehrlichen Publiko" und auch der Geschäftswelt ans Herz legen, auf der Hut zu sein nach dem Sprichwort:„ Trau, schau, wem!" Der Berliner Bankier Schindler beispielsweise hat es vortrefflich verstanden, sich durch eine bescheidene und anspruchslose Lebensweise das Vertrauen gerade der ehrbaren mittleren Volksschichten zu erwerben, und er war trotz seiner biederen Außenseite ein Vulkan von Leidenschaften. Ein Techniker aus Mittweida hat sein gesamtes Vermögen in Höhe von 40 000 Marf bei ihm verloren, und ein Berliner Handwerksmeister hat sogar zahlreiche Verwandte in den Sturz des Bankhauses hineingezogen, indem er Depots von ihnen zur Beschaffung eines Konto- KorrentKredites hinterlegte. Sämtliche Geschäftsfreunde, die dem verstorbenen Bankier und seinem Spießgesellen Jakobus ohne Sicherheit ihr Vermögen anvertraut haben, haben ihr Geld verloren, dagegen sind diejenigen vollständig schadlos geblieben, die bei der Hinterlegung der Depots die Talons entweder selber aufbewahrt haben oder einem anderen Bankhause zur Aufbewahrung gaben. Wenn nicht beide Teile zusammen sind, Mantel und Talons, ist jedes einzelne Stück für sich wertlos, und darin liegt ein sichererer Schutz der persönlichen Interessen, als in dem ehrlichen Gesicht, das manchmal gerade die Unehrlichsten zur Schau zu tragen wissen. Wer aber der Bank bar Geld anvertraut hat, wird gut tun, sich von Zeit zu Zeit von dessen Vorhandensein zu überzeugen. Ebenso sollte ein jeder, der Depots hinter legt, mindestens allmonatlich deren Vorhandensein nachprüfen. Würde dieses zur Regel werden, so könnte fast niemals ein unehrlicher Bankier oder sein Gehilfe eine Depotveräußerung wagen, denn in einer dreifach verkürzten Zeit, an die er sich seither unbewußi geflammeri, über welche er dahin, die Gegenwart zu genießen, jezt war ihr der Liebesununterbrochen und hartnäckig gegrübelt. icht fein Fleina Warum sollte er fiones Sanital daran wagen Ge= wachenden Leben und seinen zarten Blüten begehrenswerter frühling mit all seinem Duft, seiner Frische, seinem erwürde man einfac) erklären, daß Alexander Alexandrowitsch auf dem Felde arbeiten. Was er denkt und wovon er träumt, eigentliche Geschäft ruhig abgewickelt werden. handeln, und drüben bei Eristu in aller Stille konnte das gekommen sei, um wegen der fünftigen Maisernte zu unter- wenn seine großen schwarzblauen Augen zu den fliehenden geht seine pa täglichen Lebens hinaus, felbst mit seinem nächsten Rad)= das vertraut er niemand an. Indessen Wolken harren, twohl nie über die Forderungen in der ein Wechsel zur Fälligkeit reif wird, ist sein Verbrechen schon entdeckt. Also können wir dem Publikum nur zurufen: Uebt Selbstschutz! Ganz auffällig ist es aber, daß die Spekulationen von Bankangestellten in Berufsfreisen so wenig auffallen. Hier muß doch unter allen Umständen über kurz oder lang ein Schaden zum mindesten für das Bankhaus eintreten, denn der betreffende Beamte gewöhnt sich entweder bei günstigem Verlauf seiner Spekulationen eine über seine Verhältnisse hinausgehende luxuriöse Lebenshaltung an, oder aber er vergreift sich bei ungekehrtem Verlauf an fremdem Eigentum. Der Profuriſt der Firma Kempner& Co., Levy, hat das wohl gewußt und deshalb die Ges häfte auf den Namen seiner Firma abgeschlossen. Der Banfier Jakobus der Firma Schindler aber hat diese Bankgeschäfte vollständig offen unter seinem eigenen Namen betrieben. Man sollte meinen, daß die Bankwelt ein gemeinsames Interesse daran hätte, derartige gefährliche Elemente aus dem Beruf auszumerzen; deshalb sollte sich nicht nur jeder Inhaber einer Banffirma entschließen, Beamte, die privatim spekulieren, sofort zu entlassen, sondern die einzelnen Bankfirmen sollten sich auch in vertraulichen Briefen davon in Kenntnis ſetzen, wenn sie derartige Neigungen oder Vorkommnisse bei irgend einem Bankangestellten beobachtet haben. Würde in dieser Hinsicht für die nötige Sicherheit Sorge getragen werden, dann würde sich auch wohl die Zahl der Eigentumsverbrechen bei der Bankwelt nach unserer Ueberzeugung ganz erheblich vermindern. Aus dem Gerichtsfaal. boten täglich Wunder: Lahme und alle Kranken werden gesund, Blinde werden sehend. Die Ansammlung von Wallfahrern hat in Sarowo schon jetzt ungeheure Dimensionen angenomen. In riesigen Baracken außerhalb der Wüste und der Klöster finden die Wallfahrer Unterkunft. Es wurden auch neue Straßen angelegt, um den Verkehr zu erleichtern. Die Kosten der Ceremonie, welche die Heilige Synod trägt, werden schon jetzt mit einigen Millionen Rubel beziffert. § Die im Gerichtssaal erfolgte Verhaftung eines Polizeibeamten wegen dringenden Verdachts des wissentlichen Mein eides erregt gegenwärtig in Braunsberg( Ostpreußen) großes Aussehen. Es handelt sich um den dortigen Polizeikommissar Nießkowski, der auf höhere Anordnung bereits seit dem 16. d. Mts. vom Amte suspendiert ist. Die Verhaftung erfolgte unmittelbar nach Schluß der Verhandlungen in einem Beleidigungsprozeß, den der Polizeikommissar gegen den Kaufmann Malina angestrengt hatte und zu dem Zeugen aus Königsberg, Danzig, Elbing, Dt. Eylau und Braunsberg geladen waren. Der Beklagte wurde freigesprochen und Niezkowski sofort in Untersuchungshaft abgeführt. Der Tod des„ schlafenden" Schußmannes wird aus Blankenburg a. H. gemeldet. Wie erinnerlich, war dort kürzlich der städtische Schuhmann Ernst Bünger nach der Rückkehr vom Nachtdienst in einen schlafähnlichen Zustand verfallen, von dem er erst am dritten Tage erwachte, um nach kurzer Zeit wiederum einzuschlafen. Jetzt ist Bünger nach zehntägigem Schlafe verstorben. Die eigentümliche Grfrankung wird auf einen Sturz zurückgeführt, bei dem B. eine schwere Kovsverletzung erlitt; seitdem klagte er zeitweilig über heftige Kopfschmerzen. Der bedauernswerte Beamte hat ein Alter von nur 34 Jahren erreicht; er hinterläßt eine Witwe mit fünf unmündigen Kindern. Eine ruchlose Kirchenschändung hat der 16jährige Knecht Andreas Böttcher im Dorfe Kaznaje bei Stuhm ver übt. Er drang furz vor 7 Uhr in ein Fenster der Safristei ein, riß die Goldfranzen des Abendmahltuches ab und zertrümmerte das Kruzifir. Ferner beschädigte er die Orgel erheblich und verunreinigte die Sakristei. Böttcher wurde in Grünhagen verhaftet. § Die Folgen einer seltsamen Wette. Ein Komitee des englischen Hauses der Lords wies die Ansprüche des angeb lichen Viscount Hinton, früheren Drehorgelspielers, auf den Titel und das Vermögen des Earl Poulett einstimmig ab. Es wurde als erwiesen betrachtet, daß der sechs Monate nach Schließung der ersten Ehe des verstorbenen Earl Poulett 1849 geborene angebliche Viscount Hinton in Wirklichkeit der Sohn eines Hauptmanns Granville war, dessen Maitresse die spätere Gräfin Poulett vorher gewesen war. Earl Poulett hatte seine Gattin verlassen, als er ihren Zustand gemerkt hatte, und den dann geborenen Sohn, den die Mutter mit dem Vornamen des Hauptmanns Granville und dem Zunamen Boulett hatte taufen lassen, nie anerkannt. Den Grund zu der Eheschließung gab eine seltsame Wette. Cord Poulett, der Gardeoffizier war, machte in der Weinlaune während einer Auslandsreise mit mehreren Kamie raden eine Wette, daß er die erste Frau heiraten würde. welcher er bei seiner Bandung in England begegnen würde. In der Tat heiratete er dann der Wette getreu die Tochter eines Lotsen, um mit ihr die oben geschilderten bösen Erfahrungen zu machen. Nab und fern. festes im Jahre 1897 rund 3000 Sektoliter Bier auf dem Nürnberger Festplaße ausgeschänkt worden sind. A[ Die größte chemische Fabrik der Welt] befindet sich, wie ein Fachblatt mitteilt, in Deutschland. Es ist die Badische Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen am Rhein. Sie beschäftigt 148 wissenschaftlich gebildete Chemiker, 75 Ingenieure und Techniker und über 6000 Arbeiter. Ein ländliches Drama, das von einer unglaublichen Noheit der Sitten zeugt, spielte sich in dem Rhöndorfe Rüttersfeld ab. Funfzehn Ortseingesessene drangen nachts n das Anwesen des vor kurzem hinzugezogenen Schneiders Leopold Schäfer, der als„ Ortsfremder" allerlei Hänseleien ausgesetzt war und mehrfach im Wirtshaus Streit gehabt hatte. Als Schäfer den Angreifern entgegentrat, wurd hm mit einer Hacke der Schädel gespalten, so daß er nad furzer Zeit den Geist aufgab; seine Mutter und Schwester wurden bis zur Unkenntlichkeit zerschlagen und zertreten. Sie schweben in höchster Lebensgefahr. Dann demolierter die Wüteriche Haus und Wirtschaftsgebäude und stachen und vürgten das Vieh tot. Vier Haupträdelsführer sind ver haftet. A Ueber eine Huldigung norddeutscher Turner vor dem Prinzregenten von Bayern wird aus Herrenwörth folgendes gemeldet. Nach Beendigung des X. deutschen Turnfestes in Nürnberg haben die meisten der dort anwesend gewesenen fremden Turnverbände Gelegenheit genommen, Ausflüge in das schöne Bayernland zu unternehmen. Unter anderem traf auch eine starke Abteilung norddeutcher Turner auf der Herreninsel im Chiemsee ein, als gerade der Prinzregent Luitpold nach genommenem Bade in den Anlagen vor dem alten Schlosse Herrenwörth einen Spaziergang machte. Nachdem die Turner des greisen Fürsten ansichtig geworden waren, brachten sie ihm eine ipontane Huldigung durch ein dreifaches Gut Heil!" Der Regent dankte, sichtlich erfreut über diese unerwartete Ovation, und erkundigte sich sodann in der leutseligsten Weise bei den Turnern über ihren Aufenthalt in Bayern, worau die Turnerschaar im strammen Parademarsch an dem Negenten vorbeidefilierte. * Telegro Biehung de Staatslotterie Mart auf 55 40 000 mt. a [ Einem Esel einen Anzug angemessen], d. h. einem leibhaften vierbeinigen Esel, dieses Kunststück hat ein Angestellter eines Berliner Geschäftes für Teater- Ausstattungen fertig gebracht. Aus Amsterdam war eine Bestellung auf einen Eselsanzug eingelaufen, der bei einer lustigen Festlichkeit Verwendung finden sollte. Zwei Jungen sollten hineinfriechen und das Grautier darstellen. Wenn die Hülle völlig naturgetreu ausfallen sollte, so mußte nach einem lebenden Modell gearbeitet werden. Zu diesem Zweck begab sich ein Angestellter des Geschäftes nach den Ställen des Tierschutzvereins, ließ sich einen noch jungen, kleinen, aber schön gewachsenen Esel vorführen und nahm ihm Maß nach allen Regeln der Kunst und mit Anstand und Würde, wie nur je ein Damenschneider einer jungen Dame zu einem neuen Ballkleid Maß genommen hat. Das Tier soll sich dabei so geduldig benommen haben, daß es manche Kundin eines Damenschneiders beschämen könnte. Lynchjustiz in Ungarn und Amerika. Im Dorfe Bodony bei Arad wurde ein Bursche, der die sechzehnjährig Tochter Katharina des Bauers Nagy vergewaltigt hatte, vor dem erbitterten Vater und seinen Leuten gelyncht. Durch; furchtbare Hiebe mit Sensen und Spaten wurde der UnIn Amerika ist Richter hold buchstäblich in Stücke gehackt. Lynch eifrig weiter an seiner blutigen Arbeit. In Danville( Illinois) stürmte ein Volkshaufe das Gefängnis, um einen Schwarzen, der eine weiße Frau angegriffen hatte, zu lynchen. Die Gefängniswächter schossen scharf, töteten einen Weißen und verletzten drei schwer. Der Volkshaufe gewann schließlich die Oberhand, trampelte einen Neger zu Tode und verbrannte einen anderen, welcher einen Weißen verwundet hatte. Die Trauung Leopold Wölflings mit Wilhelmine Adamowich hat inzwischen in aller Stille im Dörfchen Veyrier bei Genf stattgefunden. Die Civilehe wurde vom dortigen Maire vollzogen. Zeugen waren der Bruder des Maire und sein Adjunkt. Das Paar war sehr einfach gekleidet, die Braut trug ein grauseidenes Kleid. Der Civilege folgte die Trauung, die in der Kirche des kleinen Dorfes vom Dorfpfarrer vorgenommen wurde. Sodann hielt der Pfarrer Blanchard Grunde von der Elisabeth- Kirche in Genf an die Vermählten eine kurze Ansprache, in der er das Baar herzlichst healüminichte 51 413 nad Offenbad, 5000 á 3000 auf 10 * Die z Randidaten ber den Amtsräumer Darmstadt ihre baran 6 Grami Oberbeffen und Land Von den ge nennen: Von Mart, vom 500 Mart, vo gierungsbezirt belanntlich 300 Brauereien Ober und Brivate ha Tages berordneter Ju'i, nachm. 2. Baugeluch de [ Wann fliagt er denn?] Der Heldentenor Kammerfänger Heinrich Zeller zu Weimar hat eine Sammlung von Gedichten in oberbayerischer Mundart unter dem Titel Frisch auf!" herausgegeben, aus denen wir folgendes als besonders gelungen herausgreifen: Einem furchtbaren Bootsunglück fielen 10 Teilnehmer an einer galizischen Hochzeitsfeier zum Opfer. Sie mußten zusammen mit anderen 9 Personen in einem kleinen Kahn einen Fluß passieren. In der Mitte des Stromes schlug das gebrechliche Fahrzeug wn, und zehn Frauen und Mädchen ertranfen. Der Ziagler geht in Münke( München) drin in die Oper nein Heunt is, Der fliagad Holländer" Und der is fein. Auf was er si am meisten freut is no' net g'scheg'u. Er isch schon voller Ungeduld nud möcht's bald seh'gn. Und wia die zwoati Paus'n ist, und d' Lent aufsteh'n, Ta fragt der Ziagler g'schwind an Herrn: ,, Wann fliagt er denn?" +[ Die transportable Kirche.] Die Bewohner des kleinen Ortes Ober- Eichwald in Böhmen haben auf sonderbare Art eine Kirche erhalten. Fürst Clery- Aldringen, der in der Gegend von Ober- Eichwald große Güter besitzt, sah in Venedig die Kirche der Madonna Dell' Orta, und war von ihr so entzückt, daß er beschloß, in Ober- Eichwald eine Kopie errichten zu lassen. Der Architekt Pietro Bigaglia in Venedig erhielt den Auftrag und ging sogleich ans Wert. Aus istrischem Kalk und Veroneser Marmor wurden die Teile der Kirche hergestellt, numeriert, in Kisten verpackt und nach Ober- Eichwald geschickt, wo man d. Kirche in der Art aufbaute, wie man eine Maschine montiert. Das Gebäude ist 55 Meter lang, der Turm 50 Meter hoch. Der Stil des venetianischen Originals ist getreu nachgeahmt worden. † Dover als Hafen für den Weltverkehr. Der neue Dampfer der Hamburg- Amerika- Linie Prinz Sigismund" hat, mit Generaldirektor Ballin, Direktor Wolff, Oberinspektor Sachse und dem Vorsteher der nautischen Abteilung Kapitän Polis an Bord, auf seiner Ausfahrt nach Amerika den Hafen von Dover angelaufen. Er ist der erste transatlantische Dampfer, der die im Bau befindlichen, für den Weltverkehr bestimmten Landungsanlagen in Dover praftisch erprobte. Der Versuch gelang vortrefflich. Die Passagiere wurden ohne Schwierigkeit gelandet. Generaldirektor Ballin und Direktor Wolff waren voll Lobes über die neuen Anlagen. Der Kaiser richtete anläßlich des gelungenen Verjuchs an Direktor Ballin ein Glückwunschtelegramm, in dem es heißt:„ Mit der Aufnahme Dovers ist ein von englischer Seite an mich herangetretener Wunsch in Erfüllung gegangen, und es wird das sicherlich dazu beitragen, die so vielseitigen friedlichen Beziehungen der beiden Nationen noch weiter auszugestalten und enger zu knüpfen." [ Beneidete Versuchskaninchen" sind eine Anzahl von Leuten, die Professor Dr. Wiley, der Chef des amerikanischen Chemiedepartements, sich ausersehen hat, um an ihnen die Einwirkung des Tabafgenusses auf die Funktionen der Lungen, des Herzens, der Verdauungsorgane u. s. w. zu studieren. Da den zu Untersuchenden während einer gewissen Beit alle Arten von Zigarren, Zigaretten, Pfeifentabat, Rautabat und Schnupftabat verabfolgt werden, so liefen unzähliche Anmeldungen von passionierten Rauchern ein, von denen nur eine beschränkte Zahl berücksichtigt werden konnte. Unser Schulschiff„ Stein" in Petersburg. Der Verweser des russischen Marineministeriums, Admiral Avellan, und der Chef des Marinestabes, Roschestwenski, besichtigten das im Hafen von Petersburg anfernde deutsche Kadetten schulschiff„ Stein". Die Kadetten besuchten die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten. Einem Gottesdienst an Bord wohnten der deutsche Botschafter Graf von Alvensleben und der deutsche Generalfonsul Maron mit den Herren der Botschaft und des Konsulats Oberst von Siegsfeld und Freiherrn von Schimmelmann nebst Gemahlin bei. Schreckenstat eines Wahnsinnigen. In einem plöklichen Tobsuchtsanfall erschoß in Altona der seit Mai d. Js. vom Amt suspendierte Amtsrichter Baur am Totenbette seiner Mutter deren Dienstmagd, seinen Bruder, den Rechtsanwalt Baur, und endlich sich selbst. Der Täter war seit cinem halben Jahre schon nervenleidend, und durch den Schmerz um den Tod seiner Mutter kam der Wahnsinn bei ihm zum Ausbruch. Die Wallfahrt des Zareupaares. In Gegenwart des Zarenpaares werden am 26. d Mts. in der im Gouverne ment Nischni- Novgored belegenen Sarowwüste die Gebeine des heiligen Seraphim unter großen Festlichkeiten in einen vom Baren gespendeten Silberschrein gebettet und nach dem Dunajewkloster übergeführt werden. Die Leibwache des Zaren hat sich bereits nach dem Orte der Wallfahrt begeben. Am Grabe Seraphims und an der in der Nähe befindlichen Suelle geschehen nach dem russischen Regierungsbes Beter Pfe 5. Winn für des Fr. Egly A.& M. Kör †[ Ironie der Elemente.] Bei Ziegenhals in Oberschlesien wurde durch die Gewalt der entfesselten Fluten auch ein Bergrutsch verursacht. In der Nähe der Unglücksstelle stand eine Tafel mit der warnenden Inschrift:„ Das Hinunterrollen von Steinen ist streng verboten!" An dem Gebäude des Wilhelmsbades bei Ziegenhals stand vor der Katastrophe zu lesen:„ Kneippsches Kur- und Badehaus"- nachher:„ Kneippsches Kur- u. B..."„ adehaus" war fortgerissen wie mit einem höhnenden Abschiedsgruß: Ade, Sous! Landfriedensbruch. In Kiel kam es bei der Verhaftung eines Arbeiters zu einem förmlichen Aufruhr. Das Publikum bombardierte die Schußleute mit Steinen und verletzte mehrere schwer, ebenso mit Messerstichen einen Sergeanten des Seebataillons, der den Beamten zu Hilfe fam. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Gegen 15 Arbeiter aus Zabrze ist wegen Landfriedensbruchs, begangen durch Wahlkrawall vor dem Geschäftshaus des Oberschlesischen Wanderers" in Gleiwitz, Anklage erhoben worden. Eisenbahnfatastrophe. Auf der schottischen Station Saint- Enoch ereignete sich gestern ein schweres Eisenbahnunglück, bei dem 13 Personen getötet und 20 verletzt wurden. Zwei Wagen des Zuges wurden ineinandergeschoben. Der Zug führte viele Ausflügler mit sich, die von der Insel Man zurückkehrten. ** Reiz( für die M.Abermann f des En. Arbeiter 10. Ber ennung Querstraße. 11. firche. 12. De Vereins für den bau der Straße J. L. Spieß. um lleberlaffun am 8. Auguft migung von H für 1902/03. Besuch des A. Ruleituna zu Friedr. Schäfe fchaftsbetrieb in Belloff III. des Louis Be im Hause Neu Wirtschaftsbetri Das Körpergewicht der Säuglinge galt bisher allge. mein als der zuverlässige Maßstab für die Gesundheit der fleinen Erdenbürger. Jede junge Mutter strahlt vor Stolz, wenn sie Angehörigen und Gevattern ihren Liebling in recht feiſtem Zustande mit einer dicken Fettschicht auf Aermchen und Beinchen präsentieren kann. Bei den Babyausstellungen, die letzthin in Mode gekommen sind, erhalten meistens auch die fettesten Kinder den Preis, als handle es sich bei einer ratio. nellen Ernährung um eine Mästung. Wie eine ärztliche Zeitschrift schreibt, drängen diese formlosen kleinen Massen von Menschlichkeit", deren eigentliche Körperanatomie unter einer Masse von Wülsten und Fettpolstern gänzlich verschwindet, jedem nachdenkenden Menschen die Frage auf, ob wirklich für ein Kind dieselbe Körperbeschaffenheit ein Zeichen von Gesundheit sein sollte, die beim ermachsenen Menschen zweifellos einen unerwünschten, wenn nicht geradezu frankhaften Zustand bedeutet. Bei einer fieberhaften Erkrankung ist das Fett, das alle Organe des Kindes einschließt, stets ein wesentliches Hindernis für eine schnelle Heilung. Außerdem sind fette Kinder, wenn nicht Ansteckungen, so doch sicher Erkältungen und den gewöhnlichen Kinderkrankheiten stärker ausgesezt als andere. Namentlich im Sommer zeigt sich die Wahrheit dieser Tatsache mit aller Schärfe. Die fetten Kinder schwißen in dieser Jahreszeit mehr, sie werden leichter wund, sie schlafen schlechter und sind bei irgend welcher ernsten Erkrankung Nervenzufällen mehr ausgesezt. Ein Kind von geringerem Gewicht, aber festem Körperbau ist gesunder und widerstandsfähiger, als ein kleiner Fettklumpen. Bunte Chronik. Bei Cocroy stürzte Prinz Philipp von Chimay mit seinem Automobil in einen Graben. Der Führer ist tot, der Prinz schwer verletzt. -- Das Schulschiff des deutschen Schulschiffvereins„ Großherzogin Elisabeth" ist wohlbehalten in Eckernförde eingetroffen und geht am 11. August nach Christiania weiter. Vermischtes. [ Der Durst der deutschen Turner.] Beim soeben be endigten X. deutschen Turnfest in Nürnberg sind während der fünf eigentlichen Festtage auf dem Festplatz etwa 3000 Heftoliter Bier ausgeschänkt worden, nämlich am Sonn. abend 545, am Festsonntag 637, am Montag, Dienstag und Mittwoch je 600 Hektoliter. Rechnet man die voraus. gegangene Fest- Vorwoche hinzu, so tonimt man auf die respektable Leistung von rund 4000 Heftolitern. Bemerki sei hierbei, daß in den zehn Tagen des deutschen SchüßenEin des Invalidenda im Neuen Sac Ronzert im Sa X Dem gräbnisstät zur Beruhigung Religionsgemein jubenschaftsvorit wegen Wiederin handlungen pfle vorgefeßte Behö hat sich dieser zum Wiedererwe * Geftern Straßen gefübr von dem Roßid * Rad Die Einwohn für sportliche habt. Dies ze der Große P Bardt ausgefal erfchienen und Beamten, Stude □[ Der Freund des Königs Kalakaua.] In Honolulu starb Richter Robert William Wilcox, der intime Freund und Berater des verstorbenen Königs Kalakana und überhaupt des hawaischen Königshauses, infolge einer Operation an Blutvergiftung. Wilcor war eine Autorität in der hawaischen Sprache und war vollständig vertraut mit der Geschichte und dem Gesez des hawaischen Inselreiches, wie er überhaupt seit vielen Jahren eine der interessantesten und hervorragendsten Figuren der Geschichte Hawais gewesen ist. Er wurde im Jahre 1855 in Hawai geboren und genoß seine Ausbildung in den Schulen Hawais, um sie dann durch einen Kursus in der italienischen Militärakademie zu Turin abzuschließen. 1880 wurde der junge Mann in die hawaische Legislatur gewählt, wo er sich bald zum Führer der Konservativen emporschwang und im Jahre 1889 den Putsch leitete, der die Wiedereinführung der alten Verfassung bezweckte. Im Jahre 1894 organisierte er einen neuen Putsch, der nichts geringeres beabsichtigte, als die Königin Liliuokalani wieder auf den Thron des Inselreiches zu sehen. Der Putsch mißlang und Wilcor wurde von den hawaischen Gerichten zum Tode verurteilt. Das Urteil wäre auch vollstreckt worden, wenn die amerifanische Regierung nicht für Wilcox ein gutes Wort eingelegt hätte. So kam er mit einer Verurteilung zu 35 Jahren Zuchthaus bei harter Arbeit davon. Bereits im folgenden Jahre wurde er jedoch begnadigt und im Jahre 1901 zum Delegierten Hawais im Vereinigen Staaten. Kongreß zu Washington gewählt. fonnte man die Damen bewund Spannung den Verb ist die tadel schädliche W F Diese S Gesichts- oder Haaren Beha Aeonal wirkt behaarte Hau su verwandel änderung z sündlichkeit Mk.3.-. Wo quellen nach R Sauftreitigk einem au einem Mitteilungen Druderei Gießen er auf dem 8. efindet sich, ist die Ba am Rhein, emiter, 75 ter. d. h. einem at ein AnAusstattunBestellung mer luftigen Fungen follWenn die mußte nad iesem Zwed Den Ställen en, fleinen, n ihm Maß und Würde, Dame zu Das Tier te. es manche r Kammermlung von dem Titel Digendes als in ner des fleiauf sonderdringen, der er besitzt, sah ta, und war Sichwald eine Bigaglia in hans Werk. wurden die iten verpackt . Kirche in ntiert. Das Meter hoch. getreu nachin OberFluten auch Inglücksstelle „ Das Hin- An dem and vor der adehaus" dehaus" war dsgruß: Ade. bisher allge. Sesundheit der lt vor Stolz, bling in recht auf Aermchen ausstellungen, istens auch die ei einer ratio. eine ärztliche einen„ Massen atomie unter gänzlich verFrage auf, ob affenheit ein ermachsenen nicht geradeberhaften ErKindes eineine schnelle n nicht Angewöhnlichen re. 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Hess.- Thür.( Mitteldeutschen) Staatslotterie wurden gezogen: die Prämie von 50 000 Mart auf 55 532 nach Gonsenheim, die Gewinne von 40 000 mt. auf 16 638 nach Offenbach, 20 000 Mt. auf 51 413 nach Darmstadt, 10000 Mt. auf 77 435 nach Offenbach, 5000 Mt. auf 10 676 nach Mainz, 2 Gewinne á 3000 auf 10 966 nach Alzey und 94 218 nach Greiz. * Die zweite diesjährige Schlußprüfung der Randidaten der evangelischen Theologie hat in den Amtsräumen des Großherzoglichen Oberkonsistoriums in Darmstadt ihren Anfang genommen. Es beteiligen sich daran 6 Examinanden, wovon 2 aus Starkenburg, 3 aus Oberhessen und 1 aus Rheinhessen sind. Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen. Von den gestifteten Ehrenpreisen sind hauptsächlich zu nennen: Von der Großh hessischen Staatsregierung 1200 Mark, vom Landes pferdezuchtverein des Großh. Hessen 500 Mart, von der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Raffel 325 Mr. Die Stadt Gießen ſtellte bekanntlich 300 mt. zur Verfügung, ebenso die vereinigten Brauereien Oberheffens. Auch viele Körperschaften, Vereine und Private haben Preise gest ftet. ** Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten Versammlung am Donnerstag, 30. Ju't, nachm. 4 Uhr. 1. Genehmigung von Rechnungen, 2. Baugesuch des L. Huhn für die Wetsteingasse. 3. Deegl. des Beter Pfeiffer für die Neustadt 24. 4. Desgl. des H. Winn für die Liebigstraße, hier: Dispens. 5. Desgl. des Fr. Egly für den Brandplatz 10. 6. Desgl. von A.& M. Körner für die Westanlage. 7. Desgl. des Ph. Reitz für die Bahnhofstr., hier: Dispens. 8. Desgl. des M. Abermann für die Blockstraße, hier: Dispens. 9. Desgl. des Ev. Arbeitervereins für den Weglarerweg, hier: Dispens. 10. Ber ennung der von der Marburgerstraße abzweigenden Querstraße. 11. Beleuchtung des Plazes neben der Johannesfirche. 12. Den Straßenkostenbeitrag des Kaufmännischen Vereins für den Blaz neben seinem Vereinshaus. 13. Ausbau der Straße Mittelweg; hier: Straßenkostenbeitrag von J. 2. Spieß. 14. Gesuch des Ziegenzuchtvereins dahter um lleberlassung des städtischen Biehmarktplatzes zu einer am 8. Auguft cr. stattfindenden Ziegenschau. 15. Geneh migung von Handabgaben aus den städtischen Waldungen für 1902/03. 16. Das städtische Elektrizitätswerk; hier: Gesuch des A. Geiße um Zurückerstattung von Kosten der Buleituna zu seinem Haus Seltersweg. 17. Gesuch der Friedr. Schäfer Ehefrau um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Neustadt 1. 18. Desgl. der Heinrich Belloff III. Witwe im Hause Weserstraße 8. 19. Desgl. des Louis Belloff zum Brandweinverkauf über die Straße im Hause Neuenbäue 10. 20. Desgl. des H. Carle zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Neuenweg 28. Ein großes Extra- Konzert zum Besten des Invalidendant giebt heute abend unsere Militär- Kapelle im Neuen Saalbau. Bei ungünstigem Wetter findet das Konzert im Saale statt. × Dem Artikelschreiber„ Aufgegebene Be gräbnisstätte" in gestriger Nummer dieses Blatt 3, sei zur Beruhigung mitgeteilt, daß der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen in Gemeinschaft mit dem Landjudenschaftsvorsteher der Provinz Oberhessen seit Jahren wegen Wiederinbesißnahme des fraglichen Friedhofs Verhandlungen pflegt. Auch das Gr. Kreisamt Gießer, als vorgesetzte Behörde, war mit der Angelegenheit befaßt und hat sich dieser Tage zur Sache geäußert. Die Bemühungen zum Wiedererwerb fragl. Begräbnisstätte dauern fort. * Gestern wurde ein Pferd geschmückt durch sämtliche Straßen geführt und dann in den Schlachthof, wo es heute von dem Roßschlachter geschlachtet wird. der ** Radrennen. Der große Preis von Gießen. Die Einwohnerschaft Gießen und der Umgebung hatten für sportliche Veranstaltungen stets ein reges Interesse ge, habt. Dies zeigte auch der letzte Sonntag, an dem u. a. Große Preis von Gießen" auf dem Sportplay a. d. Hardt ausgefahren wurde. Etwa 3000 Personen waren erschienen und alle Stände unserer Bevölkerung- Offiziere, Beamten, Studenten, Bürgerwaren vertreten. Ueberall fonnte man die mannigfachen und reizenden Toiletten unserer Damen bewundern. Auch eine Fürstlichkeit verfolgte voller Spannung den Verlauf der einzelnen Rennen. Was die Verblüffend ist die tadellos schnelle, sichere und vollkommen unschädliche Wirkung des Enthaarungsmittels AEONAL Diese Spezialität unserer Firma sei allen mit lästigen Gesichts- oder sonst am Körper unangenehm empfundenen Haaren Behafteten auf das Angelegentlichste empfohlen. Aeonal wirkt direkt rasierend. Man ist damit imstande, behaarte Haut im Laufe von 5 Minuten in eine schöne, glatte zu verwandeln, die nicht die geringste unvorteilhafte Veränderung zeigt. Schmerzhafte Empfindung und Entsündlichkeit ist gänzlich ausgeschlossen. Preis p. Flasche Mk.3.-. Wo nicht erhältl., weisen wir bereitwilligst Bezugsquellen nach. Wilh. Anhalt G. m. b. H., Ostseebad Kolberg. Rat in Bausachen! Baurechnungen werden revidert. Bauftreitigkeiten, auch in den verwickeltsten Fällen, zu einem außergerichtlichen Vergleich gebracht von einem erfahrenen Sachverständigen. Ia. Referenzen. " Mitteilungen werden unter Bausache" an die Keller'sche Druckerei Gießen erbeten. Rennen selbst anbelangt, so ist zu bemerken, daß unter den Amateuren sich Worms aus Köln als ein äußerst sicherer scharfen Ronkurrenten fand. Im Mannschaftsfahren konnte Fahrer zeigte, der allerdings in Reuß aus Nürnberg einen leider die Mannschaft des Gießener Radklubs„ Germania“ Klube„ Mars" nicht auffommen. Das meiste Interesse gegen die wohltrainierten Fahrer des Frankfurter Radrennwandte sich, wie ja vorauszusehen war, dem Rennen um den " Großen Preis von Gießen" zu. Obwohl einer der Fahrer infolge eines Sturzes nicht starten fonnte und ein anderer infolge eines Motordefeftes teine genügend schnelle Führungsmaschine besaß, um die seinem Können ancemessene höchste Schnelligkeit zu entwickeln, so gestaltete sich dieses Rennen, besonders im 2. Laufe, zu einem der schärfsten und aufaus Frankfurt hervor, der bekanntlich im vorigen Monat regendsten. Als Sieger ging in allen 3 Läufen Herr Gräf diesem heißumstrittenen Rennen einen Preis zu sichern wußte. zu Mainz gegen den Weltmeister Robl fuhr und sich in Es schien zwar manchmal, als sollte ihm die zähe Ausdauer und die eisernen Must In feines Gegners Möder, der ihn trotz der weniger schnellen Führung seines Motors zweimal unter brausendem Jubel der Zuschauer, wenn auch nur auf furze Strecke, zu überschreiten vermochte, gefährlich werden. Indessen gewann schließlich doch die bessere Führung und die maschinenmäßige Gleichmäßigkeit Gräfs, besonders in dem 3. Lauf über 25 Alm. einen sicheren Sieg. Die Zeiten, die gefahren wurden, waren infolge des aufreibenden Kampfes dieser beiden erstklassigen Berufsfahrer sehr günstig und müssen wir den eifrigen Bemühungen der Rennbahndirektion unsere ville Anerkennung aussprechen, daß sie die uncemein hohen Kosten nicht gescheut hat, um uns in diefem, an sportlichen Veranstaltungen sonst so stillen Jahre, auf einmal eine solche ersten Ranges zu bieten. ** Frühzeitiger Herbst in Sicht? Aus dem Leben unserer gefiederten Lieblinge wird vielfach auf die eintretenden Witterungsverhältnisse aeschlossen. Merkwürdigerweise wird nun beobachtet, daß sich bereits die Kiebige in größerer Bahl zusammenscharen, indem öfter 40 bis 50 hei einander getroffen werden, gleichsam als wollten sie sich durch Flugübung zur weiten Reise nach den fernen Winters quartieren vorbereiten. Sogenannte Wetterkundige erblicken in dieser Erscheinung ein frühzeitiges Nahen des Herbstes, da sich die Kiebige sonst meist erst später in größerer Zahl zusammenfinden. * ** Die Zeit der mitternächtlichen Dämm e- rung ist wieder einmal vorüber. Sie begann am 26. Mai und reichte bis Mitte Juli. Die Sonne beginnt nun mertlich rückwärts zu gehen. Dämmerung ist nur durch balbe Erbellung hervorgebracht durch das aus der Atmosphäre refl ttierte Sonnenlicht. Die Dauer der Dämmerung zwischen dem ersten Lichtschein und dem Sonnenaufgang Fänat ab von der Lage des Tagbogens der Sonne zu dem Horizont und ist am fürzesten, wenn dieser Tagbogen den Horizont senkrecht schneidet. * Vom Obst markt. Der Wochenbericht der Zentralstelle für Obstverwertung Frankfurt a. M. vom 20. bis 25. Juli besagt: Das Geschäft war in dieser Woche nicht recht zufriedenstellend. Die Durschnittspreise betrugen: Kirschen 14-25 Mt, Erdbeeren 40 Mt., Johannisbeeren 11-13 Mt., Stachelbeeren 10-12 Mt., Heidelbeeren 8 bis 10 Mt., Himbeeren 20-25 Mt. Aprikosen 40-45 Mark per 50 Kilogramm. Einer Statistik über die Obsternteaussichten pro 1903 entnehmen wir für das Großherzogtum Hessen folgende Angaben: Beerenfrüchte gut; Aepfel mittel; Birnen mittel- gerina; Pflaumen und Zwetschen mittel; Mirabellen mittel; Reineclauden mittel; Nüsse mittel- gering. + Launsbach. Einen Ausflug nach Frankfurt veran= ſtaltet am nächsten Sonntag der Gesangverein„ Frohsinn". * Leihgestern. Hier feierte gestern der Besitzer des früheren Ritterguts Neuhof, Herr Müller, sein 25- jähriges Jubiläum als Besizer des Gutes. Sämtliche Vereine, der Orts, Kirchen- und Schulvorstand nahmen am Feste teil. Herr Müller wurde zum Ehrenbürger ernannt. * * Burkhardsfelden. 26. Juli. Zu der am Sonntag abend 10 Uhr zw schen Burkhardsfelden und Appenrod stattgefundenen Affäre wird uns geschrieben, daß die 4 jungen Burschen, welche in friedlicher Stimmung nach Appenrod gingen, die Ueberfallenen sind. Einer derselben, welcher feststellen wollte, wer der Lenker des ersten Fuhrwerks sei, in tüchtiger junger Schuhmacher auf sofort gesucht. Erfte Gießener Schnellbesohl- Anstalt. J. Heker. Junger Bursche als Ausläufer sofort gesucht. Näh. in der Expedition der, Gießener Neueste Nachrichten." Kirchenplatz 15 M öbl. Zimmer eventuell mit 2 Betten sofort zu vcrm. Gieken, Marktstraße 11. öbl. Zimmer von 15 Mr. an zu vermieten. Hotel Einhorn. auberes möbl. Zimmer per sofort zu verm. Leihgefternerweg 7, III. Gieken. Laden mit anstoßendem Zimmer öbl. Zimmer pr. sofort zu per Oktober zu vermieten. Näheres Ble: chstraße 11 part. Seltersweg 38, eine Treppe hoch, schöne 4-3immerwohnung mit Zubehör, Marf 380 per Jahr, an ruhige finderlose Leute zu vermieten. mit vermieten. 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Bürgermeister Heinrich Bräuning III. und Konrod Horst wurden als Feldgeschworene unserer Gemarkung eidlich verpflichtet. = Hungen. Das Großh. Ministerium des Innern bat dem Ortsvorstand die Erlaubnis erteilt, mit dem am 14. Sept. stattfindenden Prämiierungsmarkte( Fasels bau) eine Verloosung von Vieh und landwirtsch. Geräten zu vertum zu gestatten. binden und zugleich den Vertrieb der Lose im Großherzog** Fulda, 28. Juli. Italiener, welche bei der hiesigen Kanalisation beschäftigt sind, gingen vorgestern abend in die Wirtschaften, aßen und tranken, ohne zu bezahlen. Dadurch entstanden Schlägereien, die in schlimmster Art endigten. Türen, Fenster und Gaslaternen wurden zertrümmert. In verschiedenen Straßen war Schlägerei und Radau. Man traute sich nach 9 Uhr nicht mehr auf die Straße. Gestern Mittag wurde über die Stadt Fulda der Belagerungszustand verhängt. *** Mainz, 28. Juli. Es wird uns mitgeteilt: Einen jähen Abschluß fand die Jubiläumsregatta des Mainzer Rudervereins am Sonntag. Als das Boot des Mannheimer Rudervereins" Amecitia" zum Start des Junior- AchterRennens" fuhr, wurde es von einem heftigen Windstoß quer vor den Ponton 5 getrieben und kam mit der Spize gegen den Bonton 6 zu liegen; die Gewalt des Stromes brach das Boot in zwei Stücke und die Mannschaft verschwand in den Wellen. Sieben Ruderer fonnten sich retten, während der Achte, Aug. Freier von Mannheim, ertrarf. Freter fuhr erst 5 Tage in dem Boot und war als Ersatzmann für einen erkrankten Ruderer eingesprungen. Er war Jahre alt. Die Regatta wurde sofort abgebrochen. einziger Sohn eines Mannheimer Postbeamten und erst 18 Marktbericht. Gleben, 28 Juli Auf dem heutigen Wochenmarkt lofteten Butter ber Bfd. 1.00-1.20 m, Hübnereter 6-7 fg.. Enteneter St. 6-7 Bfa.. Käse per St. 5-8 Pfa.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfa.. Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfa. Tauben per Paar 1. 0.80-1.00, Sübner per Stüd Mt. 1.20-2 00 Hahnen, ver Stud Mr. C.65-1.50, Enten der Stite 1.60-2.00. Gänse p. Bid, 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per fb. 68-78 Bfa., Rindfleisch ber Bfb. 60-66 Bfa. Schweinefleish per Bfb. 66-76 Bia. Schweinefleisch gefalzen ver Pfund 0.80 fa., Ralbfleisch der Bfd. 68-74 Bfa., Hammelfleisch ver Pfd. 56-74 Bfq.. Kartoffeln ver 100 Kilo 9.00-12.00 mr.. Zwiebeln ver Rt. Mr. 9.00-10.00, Kirschen per Pfund 30-40 Pfg. Milch ver Liter 18 Pfa. Frankfurter Viehmarkt. Zum Verkauf standen 446 Ochsen, 69 Bullen, 716 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 182 Kälber, 134 Schafe und Hämmel, 1139 Schweine. Aus Desterreich 191 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, aus= gemästete höchsten Schlachtwertes bis zu 6 Jahren Mt. 69-72, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 65 bis 67, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 60-63, d) gering genährte jeden Altecs Met. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes Mt. 61-62, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mr. 57-59, c) gering genährte Mt.-, ühe und Färsen( Stiere und Kinder): a) vollfleischige. ausgemästete Färsen ( Stiere und Rinder) böhsten Schlachtwertes Mt 63-65, b) bollfleischige, ausgemäſtete Kühe höchsten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren Mt. 60-62, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe und Färfen( Stiere und Rinder) Mf. 51-52, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 48-50, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt.- Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 80-81 Bfg.( Lebendgewicht) 48-49 fa., b) mittlere Maft- und gute Saugfälber( Schlachtge= wicht) 69-71 Pfg,( Lebendgewicht) 40-43 Bfg., c) geringe Saugfälber 55-60 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Maftbämmel 70-72 Pfg., b) ältere Masthämmel 66-68 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1½ Jahren und Schafe( Märzschafe) Pfg. Schweine: a) vollfleischige der ( Schlachtgewicht) 59-60 Pfg.,( Lebendgewicht) 47 Pfg., b) fleischige ( Schlachtgewicht) 58 Pfg.,( Lebendgewicht) 46 Pfg. c) gering ent= wickelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 50-54 Bfg., Lebendgewicht, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft war in Horrvieh mittelmä ig, Ueberstand bedeutend, in Kleinvieh Markt geräumt. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für das Bokale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Halte Sprechstunde ab. Wochentags: 8 bis 5 Uhr. Sonntags: 9 bis 2 Uhr. Poliklinik: 1 bis 2 Uhr wochentags. Schwalm, Zahnarzt. Spezialist für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Gießen, Bahnhofstraße 63, an der Wieseckbrücke. Ernte- Tücher, Frucht- Säcke in allen Grössen zu billigen Preisen. M. Hartmann Nachf. Grünberg, neben der Apotheke. Für Bäcker! Schlachthaus. Brotpreis- Formulare hält stets am Lager sofort zu verm. Offerten u. Schweinefleisch 45 Ps. ,, Laden" in d. Exp. d. Bl erb. Heute und Morgen. die Expedition. 59 Volks- und Jugendfest Sonntag, den 2. August 1903 *= im Philosophenwald C veranstaltet von der Verdingung für Wasserleitungsarbeiten. Die bei Herstellung der Wasserleitung für die Gemeinde Stumpertenrod, Kreis Schotten, Oberhessen, vorkommenden Arbeiten und Lieferungen und zwar: Los 1{ Titel I: Quellfassungsarbeiten, " II: Hochbehälter( 120 cbm), Titel III Röhrengräben, 208 2 " IV: Rohrlieferung und Verlegungsarbeiten Vereinigung der 4 Wohltätigkeitsvereine Giessens. Behörde, lettere auch bei der Großh. BürgerMorgens 6 Uhr Tages- Reveillie durch die Stadt. Mittags 1 Uhr Aufstellen des Festzuges, auf Oswaldsgarten. Bräcis 2 Uhr Abmarsch durch die Stadt nach dem Festplatz. Daselbst Kinderspiele aller Art mit Preisverteilung. Auf dem Festplaz werden 3 Musikkapellen konzertieren. Von 5 Uhr ab Große Tanzbelustigung. Präcis 7 Uhr Rückmarsch der Kinder mit Musik nach der Stadt. Großer Jugplak, Karussell, Schießbuden 2c. 6 Vereins- Wirte werden für ein gutes Glas Biec, sowie für gute Speisen Sorge tragen. Omnibusverkehr von und nach dem Festplatz. Eintrittspreis pro Person 25 Pfg. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Bier 10 Liter 10 Pfg. Der Festausschuss. NB. Ainder ohne Begleitung Erwachsener können nicht zur Feier zugelassen werden. Bum neuen Saalbau Gießen ( früher Steins Garten). Dienstag, den 28. Juli. Grosses Extra- Konzert zum Besten des Invalidendank ausgeführt von der Kapelle des Infanterie- Regiments ,, Kaiser Wilhelm"( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn E. Krauße. Anfang präcis 8 Uhr. Eintritt 50 Pig. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. Maschinenbauer Gesangverein Kartoffel Gießen. Donnerstag, den 28. Juli, abends 8 Uhr: Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 20jähriges Stiftungsfest 1904. 8 NB. Es werden sämtliche Mitglieder wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung gebeten zu erscheinen. Der Vorstand. Markt 7 Fritz Eccarius Markt 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) Küchenlampen Stehlampen Hängelampen Befte absolute Chaisenlaternen, Petroleumempfiehlt: QATENT unter Garantie. bon Mr. 0.50 bis mr. 3.50 bun 2.00 bis box M Rt. 40.- 2.00 bis mr. 80.fichere Sturmlaternen. echte Motardferzen. Öfen u.-Kocher Elektrische Lampen. Gaslampen. ADLER Das beste Fahrrad! , Wunderbar" 99 leichter Lauf Die feinste Marke ,, Grösste" Verbreitung Prima Speise- u. Salatkartoffel 50 Kilo 4,50 Mark J. Hankel Schloßgaße Gießen. Erntestricke genannt Garbenbänderempfiehlt Edgar Borrmann Eisenhandlung Gießen. Schirme werden schnell und gut reparirt n. ner be= zogen. Kaffeler Schirmfabrik Gießen, Seltersweg 9 Dorinol, vorzügliches Mittel zum Imprägnieren sollen durch schriftliches Angebot bergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei der unterzeichneten meisterei Stumpertenrod einzusehen; Bedingungen und Angebotsvordrucke gegen postfreie Einsendung von 1 Mt. Bargeld für jedes Los nur von uns beziehbar. - Angebote sind unter Benuzung der Vordrucke verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag, den 15. August 1903, Vorm. 12 Uhr, auf unserem Bureau: Frankfurterstraße 29 einzureichen. Eröffnung in Gegenwart der Anbieter. Freie Auswahl bleibt vorbehalten. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Gießen, am 27. Juli 1903. Großh. Kulturinspektion Gießen. J. V.: Wallet. Vergebung von Bauarbeiten. Die für den Neubau der Central- Waschanstalt bei den neuen Kliniken erforderlichen Puzz arbeiten werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom 16/6. 1903 öffentlich ausgeschrieben. Es sind vorgesehen 480 qm Bug auf Massiv- und Balkendecken. 1600 qm Wandput. 161 qm äußerer Fachwerkspuz 2c. 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