Nr. 123. bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Bost bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Donnerstag den 28. Mai 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Beifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Fall Hüffener vor dem MarineKriegsgericht. ( Sonderbericht.) RK. Miel, 27. Mai 1903. Das Urteil im Prozeß Hüssener mußte Ihnen telegra phisch übermittelt werden, da es erst in später AbendStunde gefällt wurde, weil die Plaidoyers und die Beratung des Gerichtshofes ziemlich lange Zeit beanspruchten. Die weitere Zeugenvernehmung war nur noch kurz. Von Belang waren vor allem die Aussagen des Polizeisergeanten Matschin und des Polizeiwachtmeisters Kuhnert über das Verhalten des Angeklagten bei und nach seiner Verhaftung. Aus ihnen ging zur Evidenz hervor, daß der Angeklagte in der Meinung befangen war, seine Pflicht als Offiziersaspirant_getan zu haben. Er habe dem Hartmann befohlen, ihn zu grüßen; dieser habe seine Aufforberung nicht beachtet, sondern sei plump vertraulich geworden und habe ihn sogar mit du" angeredet. Der Verhaftung habe sich Hartmann tätlich widerjeszt, und schließlich habe dieser sogar fliehen wollen. Daß der Angeklagte daraufhin die Wasse gebraucht habe, habe er für eine Forderung der Standesehre gehalten. Der eine Zeuge jagt allerdings aus, daß Hüssener behauptet habe, den partmann von vorne gestochen zu haben, während er ihm in Wirklichkeit den Tolch in den Rücken stieß. Der Geschäftsführer der Aschingerschen Vierstuben sagt aus, daß er Hartmann und seine Begleiter wegen ungebührlichen Betragens an dem kritischen Abend aus dem Lokal habe veisen müssen. Sie wären start angetrunken gewesen. Mehrere Unteroffiziere und Soldaten bestätigen, daß sie von Hüssener während seiner Urlaubszeit angehalten worden seien, weil sie ihn nicht gegrüßt haben. Eine Zeuin will sogar gehört haben, daß Hüssener bei einer solhen Gelegenheit den betressenden Soldaten mit den häßichsten Schimpfworten und Trohungen überschüttet habe. Der Angeklagte bestreitet das aufs entschiedenste und ßt sich außerdem durch den Leutnant z. S. Weiße becheinigen, daß er niemals Soldaten wegen Nichtgrüßens dem Kommando gemeldet habe. Damit ist die Beweisaufnahme geschlossen, und der Staatsanwalt Marinekriegsrat de Bary nimmt das Wort zur Vertretung der Anflage. Er hält den Beweis für die Schuldfrage als erbracht. Es sei nicht anzunehmen, daß Hartmann sinnlos betrunfen gewesen sei, er sei nur start angetrunken gewesen. Aber selbst wenn das erstere der Fall gewesen wäre, so hätte Hüssener doch der Instruktion zuwider gehandelt. Daß der Angeklagte Hüssener den Tod Hartmanns gewollt habe, sei nicht anzunehmen, es handle sich aber um eine schwere Mißhandlung eines Untergebenen mit tödlichem Ausgange, die hart an Totschlag streife. Mildernd für den Angeklagten fiele ins Gewicht, daß er auffallend falsche Begriffe über die Offiziersehre in sich eingesogen habe, und daß er, wie seine kläglichen Briefe beweisen, geistig vollkommen unreif sei. Der Staatsanwalt beantragt 6 Jahre Zuchthaus und Ausstoßung aus der Marine. Der Angeklagte, der bisher seine Fassung unerschütterlich bewahrt hat, zuckt zusammen und tauscht einen entsegten Blick mit seinem Bruder. Dann aber nimmt er sich mit einem Ruck wieder zusammen und lauscht dem Plaidoyer seines Verteidigers, Rechtsanwalts Stobbe, der in warmen Worten bittet, der Aussage des Angeklagten Glauben zu schenken. Ein Teil der Zeugen, die im Interesse der Familie Hartmann erschienen seien, müßten voreingenommen sein, da sie bereits vorher vom Rechtsanwalt Dr. Niemeyer in Essen eidlich vernommen worden sind. Das sei sehr bedenklich. Der Zeuge Lütscher sei förmlich als Ankläger aufgetreten. Man müsse dem Angeklagten glauben, daß er sich von Hartmann bedroht fühlte. Wenn Hüssener etwas vorzuwerfen sei, so wäre es höchstens unrechtmäßige Behandlung eines Untergebenen, feine bewußt rechtswidrige Körperverletzung. Der Verteidiger plaidiert in der Hauptsache auf Freisprechung Nach kurzer Replik des Staatsanwaltes zieht sich dei Gerichtshof zurück und verurteilt den Angeklagten, wie gemeldet, wegen körperlicher Mißhandlung eines Untergebenen mit tödlichem Ausgang zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und Degradation. Wegen Ungehorsams gegen einen Tienstbefehl wurde auf 14 Tage Gefängnis erkannt. Beide Strafen werden auf vier Jahre und eine Woche zusammengezogen. Die Woche Gefängnis wird durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet. Das Urteil wird damit begründet, daß Hüssener wohl die Absicht gehabt habe, den stark betrunkenen Hartmann in Sicherheit zu bringen. Er habe aber seine Dienstgewalt überschritten, indem er Hartmann gleich beim Arm Faßte. Für den Gebrauch der Waffe lag kein triftiger Grund vor, da ein tätlicher Angriff nach den Zeugenaussagen nicht vorlag. Deshalb könne von einer Notwehr nicht die Rede sein. Aber selbst, wenn der Angeklagte geglaubt habe, sich in solcher zu befinden, so hätte wohl Der erste Schlag auf den Arm genügt. Der tödliche Stich Sei dem Hartmann auf der Flucht beigebracht worden. Das sei ein unverzeihlicher Schritt des Angeklagten. Es Sei daher körperliche Mißhandlung anzunehmen. Der Angeklagte nimmt das Urteil mit Ruhe entgegen und behält sich die Erklärung, ob er die Strafe antritt oder Berufung einlegt, vor.( Diese ist inzwischen von ihm eingelegt worden. D. R.) Im Publikum, das mit Spannung der Verhandlung gefolgt ist, wird das Urteil und seine Gründe lebhaft be= sprochen. Man ist allgemein der Ansicht, daß der Gerichtshof in seiner Würdigung des vorliegenden verwitkelten Falles das Richtige getroffen hat. Das Verhalten des Angeklagten spricht allerdings dafür, daß er geglaubt hat, seine Pflicht zu tun. Beklagenswert ist es aber, daß seine geringe Urteilskraft ihm nicht erlaubt hat, aus den Vorschriften oder Instruktionen das herauszuschälen, was für seinen Fall angebracht war. Strenge Disziplin muß in unserem Heere walten, nach innen und nach außen, sonst ist das ganze Gefüge bedroht. Der Vorgesetzte muß aber- und das will die Instruktion- alles vermeiden, was einen Konflikt herbeiführen kann. Wäre Hüssener imstande gewesen, diesen Grundgedanken der Vorschrift zu erfassen, so wären wir nicht Zeugen der erschütternden Tragödie in Essen gewesen. Die Politik. Den deutsch- russischen Handelsverkehr im Jahre 1902 beleuchtet die eben erschienene amtliche Statistik über diesen Gegenstand in interessanter Weise. Danach steht Rußland unter den Ländern, die uns Waren liefern, an zweiter, unter denen, die von uns Waren beziehen, an fünfter Stelle. Die Einfuhr aus Rußland hatte 1902 einen Wert von nicht weniger als rund 760 Millionen Mark, die Ausfuhr nach Rußland einen solchen von 343 Millionen, Edelmetalle im Werte von 44 Millionen miteingerechnet. Gegen 1901 zeigt die russische Einfuhr nach Deutschland ohne Edelmetall ein Mehr von 90 Millionen, mit Edelmetallen ein Mehr von 44 Millionen. Die Einfuhr russischer Waren ist also erheblich gestiegen, während die Ausfuhr nach Rußland, venn man die Edelmetallausfuhr ausnimmt, gegen das Jahr 1901 sogar um 2,3 Millionen gesunken ist. In der Einfuhr aus Rußland nach Deutschland ragen hervor: Roggen( 90,5 Millionen), Weizen( 80,6 Millionen), Gerste ( 72,8 Millionen), Eier( 47,4 Millionen), Bau- und Nutz holz( 40,1 Millionen), Hafer( 39,9 Millionen), Mais( 33,3 Millionen), Flachs( 30,6 Millionen), Kleie( 30,5 Millionen), Häute und Felle zur Pelzwerkbereitung( 28,3 Millionen), lebendes Federvieh( 22,8 Millionen), worunter für 18,9 Millionen Gänse. Die Mehreinfuhr bei russischem Getreide und anderen Landbauerzeugnissen gegen das Vorjahr beträgt 77,2 Millionen Mark, wovon der Hauptanteil auf Mais und Futtergerste, dann auf Weizen und Roggen entfällt. Armeebischof Dr. J. Aßmann †. (?) Im Alter von 70 Jahren ist in Ahrweiler der höchste katholische Armeegeistliche, Bischof Dr. Johannes Aßmann, nach längerem Leiden gestorben. Bischof Aßmann übte seit 1888 die Oberaussicht über die katholische Seelsorge in sämtlichen deutschen Armeekorps, mit Ausnahme der bayerischen und württembergischen, aus. 1860 zum Priester geweiht, kam er schon vier Jahre später als Missionspfarrer und Militärgeistlicher nach Kolberg. Den österreichischen Feldzug machte er als Feldgeistlicher des 1. und 2. Armeekorps mit. Divisionspfarrer in Neiße geworden, nahm er am Kriege 1870/71 teil, aus dem er mit dem Eisernen Kreuz zurückkehrte. Von da an bis 1882 war er als Divisionspfarrer für ganz Oberschlesien tätig. 1882 wurde er als fürstbischöflicher Delegat und Propst an die Berliner St. Hedwigskirche verseßt, sechs Jahre später erfolgte seine Ernennung zum Feldpropst und seine Consecration als Bischof. Seine Beisetzung wird in seinem Geburtsorte Braniz, Kreis Leobschüß, erfolgen. Russische Arbeiterpolitik. ( 22) Die immer zahlreicheren Arbeiterunruhen in Rußland haben der Regierung des Zaren Veranlassung gegeben, auf ein Mittel zu sinnen, dem Umsichgreifen der Unzufriedenheit unter den Arbeitern zu begegnen. Ein bereits zum Gesetz erhobener Beschluß der Regierung ordnet eine staatliche Organisation aller Arbeiter an. Danach sollen die Arbeiter in allen Fabriken Aelteste wäh= len, die von der Fabrikinspektion bestätigt werden und dazu bestimmt sind, in streitigen Fällen mit dem Inhaber der Fabrik oder der Fabrikinspektion zu verhandeln und ihre Forderungen geltend zu machen. Es heißt in dem Geset:„ Diesen Arbeiterältesten, von denen je einer für jede auf einer Fabrik beschäftigte Arbeiterkategorie gewählt werden soll, wird das Recht zugestanden, die Arbeiterkategorie, von der sie gewählt sind, zu einer Beratung zu versammeln und mit ihr die sie interessierenden Angelegenheiten zu besprechen. Ferner wird den Aeltesten aller Arbeitergruppen erlaubt, sich zu gemeinsamen Beratungen zu vereinigen. Dagegen wird es allen übrigen Arbeitern streng verboten, sich zu einer Beratung zusammenzufinden." Die Regierung hofft, durch diese Organisation sich eine Möglichkeit zu schaffen, beim Ausbruch von Unzufriedenheit oder Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern verhandeln zu können. Wenn die Einrichtung wirklich ernsthaft gehandhabt wird, kann sie sich zu einer sehr segensreichen Institution entwickeln, die in anderen Ländern Nachahmung finden dürfte. Noch einmal die Typhusdecken. (-) Die Zahl der in Südafrika verkauften Typhusdecken beläuft sich, wie jezt festgestellt ist, auf nicht weniger als 200,000. Die Auffäuser waren ein Buchmacher Cohn und ein Sergeant, jeẞt Kantinenwirt Sinclair. Sie bezahlten etwa 20 Pfennig für das Stück und verkauften 180,000 von den Decken zu je 2,50 Mark weiter nach England. Die mit dem Kaufe betrauten Beamten in Südafrika kannten die Gefährlichkeit der Decken, sie behaupten aber, auf Befehl des Londoner Kriegsamtes gehandelt zu haben. Neue Attentate auf dem Bairan. Es hat den Anschein, als sei mit der Verhaftung ber bulgarischen Attentäter von Saloniki die Sicherheit der Bevölkerung der Städte einigermaßen gewährleistet. Aber obwohl in lezter Zeit alles ruhig geblieben ist, traut man in Saloniki wie am Goldenen Horn dem Frieden doch nicht recht. In Saloniki rechnet man mit der Möglichkeit neuer Anschläge an dem bevorstehenden Fest des heiligen Cyrillus und des hl. Methodius, der größten Heiligen der griechischen Kirche. Um dem vorzubeugen, haben die türkischen Behörden alle Bulgaren in 3000 aus Saloniki ausgewiesen. Das ist freilich eine sehr zweischneidige Maßnahme: die ausgewiesenen Bulgaren, die ihre Familien in größtem Elend in Salotifi zurückgelassen haben, schließen sich, da sie nicht wissen, vohin, und aus Groll gegen ihre Vertreiber den mazedonischen Banden an. In Konstantinopel selbst schwebt nan infolge der früheren bulgarischen Drohnote an die Botschaften in großer Besorgnis; die Botschaften werden charf bewacht, dem Beispiele der Russen, die zum Schuße hrer Botschaft 150 Mann gelandet haben, wollen jezt auch die anderen Mächte folgen. Gegen die französische Botschaft soll bereits ein Anschlag versucht worden sein, erfreulicherweise ist er mißlungen. Obwohl nach alledem die Lage auf die Dauer unhaltbar ist, wollen die Mächte doch auch weiterhin der Türkei nicht ins Handwerk phuschen. Sie lassen erklären, im gegenwärtigen Augenblick sci der Pforte die Durchführung der Reformen unmöglich, deshalb würden sie sie nicht dazu drängen. Dagegen würden sie in dem Augenblick, wo die Verhältnisse die Durchführung der Reformen gestatten, den nötigen Druck auf die Pforte ausüben, um die sofortige Einleitung der erforderlichen Maßnahmen zu veranlassen. Ehe der Augenblick, wo die Reformen möglich werden, eintritt, wird wohl noch manches Scharmützel in den Balkanbergen stattfinden. Die Arbeiterbewegung in Nordamerika. )( Dem Streik bezw. der Aussperrung der 200,000 Bauarbeiter in Newyork scheint sich in Philadelphia noch ein Streik von 100,000 Tertilarbeitern gesellen zu sollen. Die Arbeiter hatten 55 Stunden Arbeitszeit pro Woche gefordert; das wollten die Arbeitgeber nicht zugestehen, und so dürften am nächsten Montag die Arbeiter in den Ausstand treten. Auch unter den Eisenbahnbediensteten in Colorado macht sich eine Bewegung geltend, die einen Streik in Aussicht stellt. Einstweilen hat der Nationalkonvent der Bruderschaft der Eisenbahnbediensteten beschlossen, den Schußfonds der Gesellschaft, der Ausstandszwecken dient, von 100,000 auf 200,000 Dollars zu erhöhen. Das sieht sich wie eine Ankündigung an, daß demnächst von den Eisenbahnern Schritte unternommen werden sollen, die zu einem Streik führen können. Kurze politische Nachrichten. * Als Nachfolger des schlesischen Oberpräsidenten wird jetzt auch der frühere Kultusminister, vorherige Regierungspräsident in Oppeln und Oberpräsident in Posen, jezige Oberpräsident in Kassel, Graf Zedlig Trübschler genannt. * Der französische Ministerpräsident Combes hat über den Pfarrer von St. Denis die Gehaltssperre verhängt, weil der Pfarrer in seiner Kirche einen Redemptoristen- Pater hat predigen lassen. * In Wallawalla im Staite Washington ist von den Behörden ein Mann verhaftet worden, der Todesdrohungen gegen den Präsidenten Roosevelt und auswärtige Staatshäupter ausgestoßen haben soll. Hof und Gefelll'chaft. *** Der Kaiser nahm gestern( Mittwoch) eine Parade über die ganze Potsdamer Garnison ab. Um 10 Uhr die Parade war wegen des regendrohenden Wetters auf eine Stunde später verlegt, als anfangs angesetzt war ritt der Kaiser in der Uniform des Regiments Gardes du Corps vom Schloßhof aus durch das Brückenportal nach dem Lustgarten. Hier hatte die ganze Garnison unter Befehl des Generalleutnants v. Moltke im offenen Viereck Aufstellung genommen. Anwesend waren die ganze Generalität, fremdherrliche Offiziere und das Hauptquartier des Kaisers. Dieser ritt die Front wenn ich dich so arg vernachlässige, aber trat und sprach zu diesem: ,, Berzeihe mir, lieber Bruno, Bruno, welcher eben aus dem anderen Zimmer her einmeine einzige, ich habe befte Freundin so lange nicht gefehen enleben dieser nun reichlich ein gutiges Und die Erbin des Herderschen Vermögens Menschen, welchen Das vergalt, was sie gelitten! Arnhold? Dora benswürdigen hübschen, und was mehr wert ist, einem guten und lieAugen Unrecht in den ber Man Man hält hier Beamtenin dieser Klasse besaß. Das war ein grobte ich lebte. welt, in deren sehr praktisch und materiell. The für neuem an, die Gäste stürzten in den Salon, und mit noch etwa ein halbes Dußend schöne Pfirsiche lagen. gang. galich hatte ich meinen Hut auf einem Stuhl Genugtuung entdeckte ich, daß auf den grünen Blättern Ich folgte der Menge, aber es war nur ein Scheinab ab, während die Kaiserin und die in Potsdam anwesenden Prinzessinnen mit ihren Kindern am Fenster des Schlos ses standen. Sodann fand der Parademarsch statt, zuerst in Zügen, dann in Kompagniefront resp. Eskadrons ront. Das zweite Mal waren der Kronprinz, Prinz Joachim sowie die beiden Söhne des Prinzen Friedrich Leopold mit eingetreten. Der Kaiser führte zweimal das Regiment Gardes du Corps der Kaiserin vor. Nach der Parade nahm der Monarch zahlreiche militärische Meldungen entgegen und begab sich dann nach dem Stadtschloß zurück. Vom Aufenthalt des Kaisers in Marienburg und Danzig wird noch folgendes berichtet. In Marienburg wurde der Monarch vom Landrat Freiherrn Senfft v. Pilsach auf dem Bahnhof empfangen und fuhr in dessen Begleitung mit den Herren des Gefolges und dem Fürsten Dohna- Schlobitten nach dem Schlöß. Auf dem Schloßhof ließ sich der Kaiser den Brandmeister der Marienburger freiwilligen Feuerwehr Monath vorstellen, der sich bei dem Großfeuer am 6 Dezember vorigen Jahres besonders ausgezeichnet hat. Sodann erfolgte eine Besichtigung des Schlosses. Um 5 Uhr fuhr der Kaiser nach Danzig weiter. Die Ankunft an der Schichauer Werft erfolgte nachmittags kurz vor 6 Uhr, worauf alsbald das Linienschiff" glücklich vom Etapel lief, nachdem es Statthalter Fürst Hohenlohe- Langenburg Elsaß" getauft hatte. Nach einer kurzen Besichtigung der Schichauer Werftanlagen begab sich der Monarch zur kaiserlichen Werft, um darauf die Wagenfahrt nach Langfuhr zum Besuch des Offizierkorps der Leibhusarenbrigade anzutreten. Die Rückfahrt nach Potsbam erfolgte um 10 Uhr abends. *** Der junge Herzog von Koburg- Gotha, der mit Prinz Eitel- Friedrich von Preußen zusammen in Bonn studiert, wird auf Einladung des Kaiserpaares die Pfingstfeiertage im Neuen Palais bei Potsdam verleben. Er begleitet dann das Kaiserpaar nach Frankfurt a. M. zum Sängerfest. Auswüchse des Hutomobilismus. In der französischen Deputiertenkammer ist gelegentlich einer Interpellation über die Unglücksfahrt von Paris nach Madrid von dem Ministerpräsidenten Combes zugesichert worden, daß die Regierung niemals mehr ein derartiges Wettrennen zugeben werde. Die furchtbaren Unfälle seien nicht dem Mangel an Vorsichtsmaßregeln, sondern lediglich der Schnelligkeit zuzuschreiben. Wenn die Automobilgesellschaft Schnelligkeitsproben anstellen wolle, so müsse sie dies auf einer ihr gehörigen Rennbahn tun. Der französische Ministerpräsident hat sich dem Automobilunfug gegenüber noch sehr milde ausgedrückt. Eine wett schärfere Tonart schlug im englischen Unterhause ein Abgeordneter an, der allen Ernstes den Vorschlag machte, die Polizei mit Lassos auszurüsten, um damit rücksichts. lose Radfahrer und Automobilisten in effektvoller Weise zur Strecke zu bringen. Die Polizei," sagte der men schenfreundliche Abgeordnete, muß in die Lage geſetzi werden, die erbärmlichen Subjekte, die das Leben eines Menschen dem einer Fliege gleichwertig erachten, zu Fall zu bringen oder zu zerschmettern." Er setzte hinzu, cr habe in Buffalo Bills ,, Wild Westen" gesehen, wie vorzügliche Dienste ein Lasso leisten könne. Ganz so schlimm braucht man es ja nicht zu machen, aber energische Maßregeln gegen die Auswüchse des Automobilismus wären wohl am Plaze. Nicht am wenigsten im Interesse der Automobilisten selbst, die von Tag zu Tag in ihren Unternehmungen tollkühner werden und mit dem Tode direkt ein frevelhaftes Epiel treiben. Was man heutzutage an wahnwißigen Experimenten erleben kann, um irgend einen neuen schwierigen Rekord zu gründen, das schildert in abschreckender Anschaulichkeit ein englisches Blatt. Ein Kopenhagener Autɔmobilist fuhr im vorigen Jahre die Wandeltreppe zu einem 120 Fuß hohen runden Turm hinauf, die an ihrer breitesten Stelle nur 12 Fuß breit ist. Peter der Große soll, wie erzählt wird, einst in einem Wagen mit vier Pferden hinaufgefahren sein. Der Automobilist bollbrachte die Leistung genau in einer Minute. Das Automobil war ständig in Gefahr, an die Mauer zu stoßen. Den Weltrekord im Ueberwinden einer Steigung hat Mr. E. Doan aufgestellt, als er mit seinem Automobil die Etufen des Staatskapitols in Lansing, Michigan, hinaufführ. Im ganzen führen zu dem Kapitel 25 Stufen hinauf, die je 6 Zoll hoch und 14 3ǝll breit sind, was eine Steigung von 44 Prozent macht. Nach dem halben Aufstieg nahm Doan die volle Kraft und fuhr schnell zur Höhe hinauf. Wie man mit Motorwagen Berge hinauffahren kann, bewies kürzlich Mr. Webb Jah aus Denver, Kolorado, der in Gesellschaft eines Freundes über die Rocky Mountains im Automobil fuhr. Die Maschine arbeitete an den steilen Felsen wunderbar, obgleich die große Kraft, die angewandt wurde, oft die Räder zum Umherwirbeln brachte. Natürlich wurden die Radreifen stack abgenutzt, aber der Chauffeur ist für solche Notfälle mit Extracadreifen versehen; er brauchte jedoch erst einen neuen etwa eine Meile vor dem Gipfel, wo der beschädigte Radreifen sprang. In einer Londoner Singspielhalle gab vor furzem ein gewisser Mr. Coles Vorstellungen, um zu zeigen, welche Herrschaft ein guter Fahrer über sein Automobil haben kann. Einige Fuß über der Bühne wurde eine Plattform errichtet, zu der auf einer Seite Stufen, auf der anderen eine abschüssige Bahn führte. Coles fuhr jeden Abend schnell die abschüssige Bahn hinauf, hielt plötzlich an und fuhr dann auf der anderen Seite schnell die Stufen hinunter. Der Versuch war um so gewagter, als am Ende der Treppe kein Rand war; wenn er sich nur um ½ Zoll geirrt hätte, hätte er diesen Fehler mit seinem Leben bezahlen müssen. Soweit die Mitteilungen des englischen Blattes. Wenn wir diese oben abschreckend genannt haben, so sprechen wir dom Standpunkt des gesunden Menschenverstandes. Leider darf man aber nicht erwarten, daß dieser bei eingefleischten Automobilferen Gehör finden wird. Sie werden im Gegenteil die frebelhaften Kunststücke, die oben beschrieben sind, für Männertaten halten, die hohen Ruhmes würdig Find, und bei erster bester Gelegenheit ihnen nachzueifern oder sie noch zu übertrumpfen suchen. Hosfentlich aber finden sie bald niemand mehr, der ihrem Wahnwiz Beifall flatscht. Wir beginnen heute mit dem bereits angekündigten Roman Das Kainszeichen der wie alle von uns gebrachten gleichen schriftstellerischen Arbeiten unseren gesch. Leserinnen und Lesern eine gern erwartete Lektüre sein wird. * * Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, 28. Mai 1903. Der Großherzog empfing am 27. Mai die Oberlehrer Professor Luler und Dr. Bender, und den Beigeordneten Kommerzienrat Heyligenstaedt von Gießen. ** Der Zweiten Kammer ist eine Regierungsvorlage, betr. Hagelversicherung, zugegangen mit folgendem Inhalt: Die Hagelversicherung ist schon wiederholt Gegenstand landständischer Verhandlungen gewesen zuletzt in eingehender Weise auf dem 29. Landtag 1894/97. Damals hatten die Abgeordneten Köhler, Bähr und Ripper den Antrag gestellt, die Zweite Kammer der Stände wolle Großherzogliche Regierung ersuchen, dem Landtage bald einen Gesezentwurf, betreffend die Errichtung einer staatlichen Erfaßtasse für Hagelschäden im Großherzogtum Hessen vorzulegen, wobei eine Reihe von Grundsäßen, die in diesem Antrage ange geben sind, berücksichtigt werden möchte. In einem darauf bezügl. Bericht des vierten Ausschusses sind die Gründe in überzeugender Wise dargelegt, welche es als eine wichtige Aufgabe des Staates erscheinen lassen, die Versicherung gegen Hagelschaden zu fördern und zu unterſtützen. Es soll durch das staatliche Eingreifen erreicht werden, daß der auf das g sammte Staatswesen rückwirkenden Schädigung und Vernichtung landwirtschaftlicher Betriebe durch Sagelschäden die schädigende Wirkung genommen wird. Den einen gangbaren Weg hierzu, welchen der Antrag Köhler im Auge hatte, nämlich die Errichtung einer staatlich geleiteten Hagelversicherungsanstalt, hielt der Ausschuß nicht für angezeigt. Er stützte sich dabei wesentlich anf einen Beschluß des deutschen Landwirtschaftsrates in dessen 14. Plenarversammlung( 1886), der dahin lautet: Es seien in denjenigen Staaten und Provinzen, in denen durch die bestehenden Hagelversicherungs- Institute dem landwirtschaftlichen Bedürfnis nicht genügt ist, öffentliche Hagelversicherungsanstalten mit gegenseitiger Schadensübertragung ins Leben zu rufen." Der Ausschuß nahm an, daß dem landwirtschaftlichen Bedürfnis nach Hagelversicherung im Großherzogtum Hessen durch die bestehenden Hagelversicherungsanstalten vollständig genügt werde, und daß eine zu gründende Staatsanstalt feine günstigeren Bedingungen bieten könne, wie diese. *** Kreisrat Dr. Wallau, der liberale Reichstagskandidat für den 3. Oberhess. Wahlkreis AlsfeldLauterbach Schotten hat, da es ihm nicht möglich ist, persönlich zu allen Wählern zu sprechen, seinen politischen und wirtschaftlichen Standpunkt durch ein Flugblatt dargelegt. Er sagt darin: durch die Verfassung gewährleisteten Volksrechte, Ich trete ein für die Erhaltung aller insbesondere für die Erhaltung des allgemeinen gleichen, geheimen, direkten Reichstagswahlrechts, Erhaltung der Freizügigkeit, freies Vereins- und Versammlungsrecht und für freies Koalitionsrecht der Arbeiter. Ich trete ein für die Erhaltung unserer Wehrkraft zu Land und zu Wasser, wie solche das Ansehen und die Machtstellung des deutschen Reichs verlangt, halte aber dabei die größte Sparsamkeit für unbedingt geboten. Doch muß vor allen Dingen der Ehrenpflicht unserer Kriegsveteranen gegenüber endlich genügt werden. Ich trete ein für langfristige Handelsverträge, in denen vor allen Dingen die Interessen unserer Landwirtschaft gewahrt werden müssen, soweit dies ohne Gefährdung eines gedeihlichen Aufblühens unseres Gewerbes, Handels und der Industrie möglich ist. Ich trete ein für eine Verminderung der Lasten, welche auf der Landwirtschaft ruhen, insbesondere für die Ermäßigung der Gerichtskosten, Aufhebung der Gebühren für tierärztliche Untersuchungsatteste, welche doch nur im öffentlichen Interesse liegen, und für deu weiteren Ausbau des Eisenbahnnetzes im Interesse der noch nicht an den Eisenbahnverkehr angeschlossenen Landgemeinden. Ich trete ein für alle Maßregeln, die geeignet sind, unsere Viehbestände vor Einschleppung der Seuchen aus dem Ausland zu schützen. Ich trete ein für die Fortführung und Verbesserung der ſozialen und Arbeiterschuß- Geseze, insbesondere für die Verbesserung des Alters- und Invalidenversicherungsgesetzes, für die Durchführung der Arbeiter-, Witwenund Waisenversicherung, für die Förderung des Arbeiter= wohnungswesens, für Erleichterung des Eisenbahnverkehrs, für den Schuß des Handwerks und gewerblichen Mittelstandes, gegen den unlauteren Wettbewerb und gegen die Vergewaltigung, die ihnen durch die großen Warenhäuser und die Kapitalsyndikate droht. Ich trete ein für Erhaltung der Goldwährung und bin gegen den Bimetallismus. Ich trete dafür ein, daß, wo es irgend angeht, dieGarnisonen aus den größeren und namentlich aus den Großstädten auf das Land und in unsere Landstädtchen zu berlegen sind und halte bei etwaiger Bewilligung von Neuformationen diese Bedingung für unerläßlich. Ich verwerfe neue oder Erhöhung solcher Steuern, welche die ärmeren Volksklassen und die Landbevölkerung belasten und bin gegen eine weitere Erhöhung der Matrikularbeiträge. interhalb Bartmo abgegeben Magen, der Boffi weiter. Ein ber mod nachts verhaf ingeliefert, doch mod Patronen. nur ein flechter Wiegt, fonnte bish ** Die Er Grunde bei 8e 91-12 ftatt. ** Kreisrat Dr. Wallan spricht Freitag, den Gastwirts Jost Schmidt. An demselben Tage Abends 8 Uhr 29. d. Mts., nachm. 3 Uhr zu Romrod im Saale des zu Groß Fel da im Saale des Gastwirts Völzing. * " 1 " ** Wie die„ D utsch- Evangel. Korr." mitteilt, ist die Bildung einer Protestantischen Volkspartei" für die bevorstehenden Wahlen vorbereitet gewesen und erst im legten Augenblick verhindert worden, um nicht in protestantischen Kreisen das nationale Wahlelend zu vermehren. Bezirkszuchtverei in Bell. ** * Frant am Main feftli den den deutsch zu dem 2. deuts inimmt ein fp Damenring meifterfchaft 19 Intereffe des Begenwärtig fi a. M. internatio bie vor einigen Begas' in Berli Ben Regeln de bie Concurrenz -r[ Gefellenprüfung im Fleischergewerbe] Im städtischen Schlachthofe fand gestern die zweite Gesellen prüfung hiesiger Meggerlehrlinge statt. Angemeldet hatten sich Geora Lenz aus Gießen( Lehrmeisterin L. Sack Wwe), Heinrich Langohr aus Elpenrod( Lehrmeister Otto Von- Eff gegenwärtig bei A. Möhl), Jacob Seib aus Battenberg ( Lehrmeister A. Möhl). Die von dem Prüfunas- Auschußs festgelegten Arbeiten waren nicht leicht, die Prüflinge zeigten er aber durch die vollzogene Arbeit, daß sie den Anforderungen vollständig gewachsen erschienen. Im Anschluß an die praktische Arbeit folgte die teoretische Prüfung an der auch die Herren Schlochthof- Direktor Dr. Liebe und Hauptlehrer Traber in dankenswerter Weise teilnahmen. Die Prüfung erstreckte sich auf Fragen, welche auf das Handwerk Bezug haben, so weit man dieselben von einem 17jährigen Lehrling verlangen kann. Auch dieser Teil der Prüfung siel zur Befriedigung des Ausschusses aus, dem sich die eingeladenen Herren anschlossen und ihre Anerkennung zollten. Am Schlusse derselben richtete der Vorsitzende des Ausschusses Herr Meßgermeister Birr ermahnende Worte an die Prüflinge, bestrebt zu sein, tüchtig weiter zu lernen, human gegen die zu tötende Tiere, treu und fleißig im Berufe und zuvorfommend gegen alle Menschen womit sie im Verkehr fämen, seien. Gleichzeitig erhielten die Lehrlinge die Mitteilung, daß der Ausschuß mit dem Geleisteten zufrieden st und sie nunmehr als Gefelle anerkenne. Die Ueberreichung der Gefellen- Dipleme soll in nächster Innungs- Versammlung stattfinden. " **[ Gesangsfest und Gesangswettstreit.] In den beiden leßten Nummern berichteten wir, daß unfer teßener und ein Lollarer Gesangverein in nächster Zit auf den Gesangswettstreit gehen. Heute liegen ung mehrere Angaben von einem dieser Gesangsfeste vor. Vom 4.- 6. Juli fetert der Männergesangverein Frohsinn" in Bad Nauheim sein 60jähriges Jubiläum verbunden mit einem großen nationalen Gesangswettstreit. Das Fest wird ein ziemlich umfangreiches werden; der Großherzog, die Badedirektion und die Stadt Nauheim haben durch Stiftung von Preisen dem Feste Sympathie schon jetzt bekundet. Das deutsche Lied" un„ Wer hat dich du schöner Wald" wird aus tausenden von Männerkehlen bei dem Festakte erschallen und die anwesenden ausländischen Badegäste werden Zeuge sein, daß der deutsche Männergesang gebührend_gepflegt und geachtet wird. An dem Gesangswettstreit werden fich 35 Vereine beteiligen, die in 5 Klassen eingeteilt werden. Auf je 2 Vereine fommt 1 Breis und für jede Klasse ein Ehrenpreis; im Ganzen 18 Preise und 6 Ehrenpreise. Das Interessanteste an dem Wettsingen ist, daß Vereine sich gegenüber in Konkurrenz treten, die jeder zum großen Teil vorher und Köln- Ehrenfels; in Klasse 2: solche aus Homburg v. noch nie auf einem Wettstreit zusammen waren. Es beteiligen sich in Klasse 1 je ein Gesangverein aus Offenbach Groß- Umstadt, Lich Diegelbach, Lana göng, Friedberg d. H., Wiesbaden und Griesheim; in Klasse 3: solche aus und Offenbach; in Klasse 4, Abteilung A: solche aus Marburg, Walldorf, Fauerbach, Noßdorf, Obermörlen, Lon= und Sprendlingen; in Abteilung B: folche aus Hungen, dorf, Fechenheim, Ilbenstadt, Gießen( Heiterkeit) Eckenheim, Schlierbach, Winderken, Lollar( LiederMainz; in Klasse 5: solche aus Oberwöllstadt, Rödgen, tafel), Neu- Isenburg( 2 Vereine), Traise b. Darmstadt, Urberach und Mainz. Aus Hessen und nachbargebieten. Aus Rodheim wird uns Folgendes geschrieben: Am Dienstag hatte der antisemitische Agitator Th. Reuter nach der Bieber eine Wählerversammlung einberufen Erschienen waren neben Parteifreunden auch verschiedene politische Gegner, besonders solche von der soz.- dem. Partet. Der Anfang der Versammlung war auf 129 Uhr angefagt, aber es verging 8, es verging 9, ja es verging 10 Uhr und Herr Reuter hatte immer noch seinen Platz hinterm Bierglas. Da 10 Minuten vor 10 Uhr wollte er beginnen, erhielt aber die Erlaubnis vom anwesenden Polizeibeamten nicht mehr. Das Merkwürdige bei der ganzen Sache ist nun, daß Herr Reuter vor 210 Uhr von Anwesenden aufgefordert wurde, doch endlich anzufangen, welcher Aufforderung er aber nicht nachkam. Ich richte hiermit die Anfrage an verehrl. Redaktion, ob diese Manöver man bei Gelegenheit nicht geiseln könne; da der freie Gedankenaustausch doch in solchen Fällen ohne weiteres niedergehalten Karl Koch. wird. *** Die Gründung einer höheren Töchterschule in Friedberg wird voraussichtlich erst im nächsten Fühjahr vollzogen, fast alle Einwohner st hen der Sache sympatisch gegenüber. Die Matildenstiftung FriedbergBuzbach wird vom 1. Juli ab den Zinsfuß Darlehen und Hypotefen auf 4 pCt., für Schuldscheine auf 42 pt. und für Spareinlagen auf 3 pet. festseßen. ** Grebenhain, 26. Mai. Auf die um 9 Uhr 50 M. von Gedern hier ankommende Post wurde gestein abend Deutschland, D Hervorragende ffchaftsringerin Es ladet zum Verbindungswe Lahnstrasse is зи ndstädtchen willigung bon erläglich. lcher Steuern, Landbebölter Erhöhung der t Freitag, den unterhalb Hartmannsbain am Forellenteich, ein Schuß bgegeben. Passagiere befanden sich nicht in den Bagen, der Postillon blieb unverlegt nnd fuhr schleunigst beiter. Ein der Tat verdächtiger fremder Arbeiter wurde 1och nachts verhaftet und in das Haftlokal nach Schotten ingeliefert, doch fand man bei ihm weder eine Schußwaffe no Patronen. Db ein Verbrechen beabsichtigt war, oder nur ein schlechter Scherz, der böse Folgen haben wird, vorim Saale des liegt, fonnte bisher nicht festgestellt werden. Abends 8 Uhr & Völzing. mitteilt, ift die oftspartei ewesen und e o erft m nicht in pro zu vermehren." in Bell. ** ** Die Eröffnung der Jungviehweide am Göhringer Grunde bei Bell findet am Mittwoch, den 3. Juni von 9-12 statt. Im Anschluß ist Generalversammlung des Bezirkszuchtvereins Alsfeld in der Seipp'schen Wirtschaft Frankfurt a. M. Währ nd die alte Kaiserstadt am Main festliche Borbereitungen trifft, um Se. Majestät ben den deutschen Kaiser und die deutschen Sängerscharen zu dem 2. deutschen Gesangswettstreite würdig zu empfangen, die internationalen nimmt ein sportlicher Wettstreit Damenringtamf- Concurrenzen um die Weltmeisterschaft 1903 und einen Peis von Mt. 1000- das Interesse des Publikums in hohem Maaße in Anspruch. 8 Battenberg Gegenwärtig findet in Castan's Panopticum in Frankfurt a. M. internationale Ringfämpfe des zarten Geschlechts statt, die vor einigen Jahren unter dem Protektorat Professor ergewerbe zweite Gefellen gemeldet hatten 2. Sad me), Dtto Von- Eff unas- Auschuss Briflinge zeigten -- | bigny- Paris, sowie Male. Ancelet- Bordeaux; auch LothalGraz, Witt Fredy- Straßburg, Greif- München, BräunigWürzburg zeichnen sich durch große Körp.rkraft und Ge wandheit aus. Nach den bis jetzt vorliegenden Resultaten schwangt die Entscheidung zwischen Daubigny- Paris und Halon- Berlin. Mainz, 27. Mai. Am Montag morgen wurde auf dem Geleis zwischen Hochheim und Kostheim der von der Eisenbahn überfahrene und gräßlich verstümmelte Musfetier Schmitt 2. von der 8. Komp. 81. Inf.- Regts tot aufgefunden. Man nahm zunächst an, daß er in der Trunkenheit aus dem Abteil gefallen set. Die ang stellten Ermittelungen haben jedoch dringende Verdachtsmomente dafür er geben, daß Schmitt erschlagen und dann sein Leichnam auf die Schienen geworfen worden ist. Das Koppel lag 200 Meter von der Stelle, wo der Leichnam gefunden wurde, auf dem Bahndamm. Auf der Müße, die in der Nähe des Bahndammes gefunden wurde, lag ein schwerer Stein. Schnitt hatte mit einem Mädchen in Kostheim ein Liebesverhältniß. Man erzählt, daß er auf dem Rückvege von dem Mädchen, vermutlich aus Eifersucht, überfallen und getötet worden sei, *** Bu den Festspielen in Wiesbaden trifft außer dem Kaiserpaar auch die Schwester des Kaisers, Prinzessin Vittoria von Schaumburg- Lippe hier ein. Auch die regieAnforderungen Begas' in Berlin ins Leben gerufen wurden. Es wird nach rende Fürstin von Schaumburg- Lippe wird von Schwalbach, uß an der auch die nd Hauptlehrer Die Prüfung dem Kaiser der junge Herzog von Coburg- Gotha hier ein die Concurrenzen werden bestritten von Athletinnen aug Deutschland, Desterreich, Holland, Frankreich und der Schweiz. besucht mit dem Kaiserpaar von hier aus den SängerwettHervorragende Leistungen boten bis ißt: die W Itmeiſter-| streit in Frankfurt a. M. Der Kaiser wird auch die röHandwerk Bezug schaftsringerin von 1902, Frl. Hanlon- Berlin, Male. Dau- mischen Ausgrabungen im Badhaus zu Engel besichtigen. ährigen Lehrling rüfung fiel zur die eingeladenen g zollten. Am des Ausschusses e an die Prüf 1, human gegen ufe und zuvor Berfebr fämen, die Mitteilung, eden fi und fie eichung der Ge fammlung ftatt wettstreit wir, daß unfer ächster 3 it auf en und mehrere r. Vom 4.- 6 Frohsinn' läum verbunden reit. Das Jef er Großherzog. ben durch Stif On jezt befundet. 1 schöner Bald" dem Festakte er Badegäfte werden g gebührend ge wettstreit werden eingeteilt werden. r jede Klasse ein Chrenpreise. Dos ereine sich gegen oßen Teil vorher aren. Es betei naus Offenbach aus Homburg v. sse 3: solche aus öns, Friedberg solche aus Mar ermörlen, Lon ( Seiterfeit) aus Hungen, Tar( Lieder. se b. Darmstadt, Saftadt, Rödgen, gebieten. des geschrieben: or Th. Reuter einberufen Er auch verschiedene foz.- dem. Partet. 9 Uhr angefagt, rging 10 Uhr 1 Plaz hinterm ate er beginner, Bolizeibeamten ganzen Sache ist von Anwesenden , welcher Auffor richte hiermit die Manöver man bei reie Gedankenaus res niedergehalten Karl Roch Töchterschule in nächsten Fühjahr Sache sympatisch Friedbergen Binsfuß Dar Schulbfcheine auf Ct. feftfeßen. m 9 Uhr 50 m. de geftein abend Ο Bitte meine Schaufenster zu beachten. Marktbericht. Gießen, 28. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt tofteten Butter per Bib. 1.10-1.20 Mr. Hübnereter 6 Pfg., 2 St.11 Pfg., EnteneierSt. 6-7 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg.. Tauben per Paar Mr. 0.80-1.20, Hühner per Stid Mr. 1.40-2 20, Hahnen, per, Stüd Mt. 1,30-2.00, Enten per Stüd 2.00-2.40, Gänse p. Pid. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch ber Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfd. 66-76 Pfa. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Bfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Bfg., Kartoffeln ver 100 Kilo 8.50-8.50 Mif., Swiebeln per 3t. Mr. 9.00-10.00, Milch per 2fter 18 fa. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein. Gieken Couverts mit Firma von Mk. 350 an, liefert die Expedition. Schlachthaus Gießen. Heute und morgen Rindfleisch 50 Pig. gesalzenes Ochsenfleisch 35 Pig. Schweinefleisch 54 Pfg. Die heutige Herren- Welt sieht beim Enkauf von fertigen Herren- Kleidern nicht nur auf einen guten Stoff und modernes Muster, so dern ist auch hauptsächlich darauf bedacht, daß der Anzug tadellos sitzt und prima verarbeitet ist, weshalb ich in neuerer 3.it bei allen besseren Anzügen zu der inneren Verarbeitung clastisches Leinen und echtes Woll- Roßhaar verwenden lasse, welches mit der Hand fein abpikiert wird. 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