Mr. 74. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., n's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitan,( täglich) Oberhessische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Samstag, den 28. März 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei& Die einspaltige Petitzeile für Gießen wh ganz Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg fenft 15 Pfg.: Reklamen die Petitzelle 30 refp. 40 f Bofizeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Nexenweg 28 Fernsprechanfhluk Ar, 368. Neuelle Nachrichten ( Siehener Tageblatt) Anabhängige Tageszettung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Missstimmung. olitifche Wochenfch a u.] ( Von unserem ständigen CB. Mitarbeiter.) Nachdem es feststeht, daß uns kaum ein Vierteljahr pon den Neuwahlen zum Reichstag trennt, wird wohl inner halb der Wählerschaft die Mißstimmung zum Ausdrud fommen, die sich während der fünfjährigen Legislatur periode aufgetürmt hat. Denn man braucht nur in die bürgerliche Bresse tincinzusehen, um die herrschende Miß timmung über das leyte Parlament zu ertennen. Voi allem wird über den Niedergang des geistigen Standpunftes geflagt mit Recht und mit Unrecht, wie man vill. Jene Zeiten, als Deutschland aus der Hand eines gütigen Schicksals seine neue Mission für das neue Kulturleben der Gegenwart empfing, waren natürlich besser ge ignet, ein Geschlecht von Herren zu erzeugen und gaben bei bent idealen Schwung des damaligen Geschlechts den Par lamentsreden einen anderen Resonanzboden. Heute klingt manches Wort, das damals Begeisterung w.de, hohl und nhaltslos. Damals durchzuckte ein Funke heiliger Be geisterung das ganze Volk und heute müht sich eine neue Beneration, in einen öden Materialismus und in die Aufgaben des Alltagslebens versunken, die Interessen. gegensäße der Berufsschichten und Klassen gegen einander auszugleichen. Da aber, wo wirklich nationale Gegensäße auftauchen, da sind sie das Produft einer niedergerungenen Miß timmung zwischen den verwandten Volksstämmen inner halb der verschiedenen Staaten; insbesondere sind es die Slaven, die nach einer Volkseinheit streben, die siz, selbst venn fie für eine Stunde erreicht wird, nie werden be haupten fönnen. Allein es macht sich in diesem Volke Der neue Geist einer unter deutschem Einfluß ermöglichten höheren Volfserziehung bemerkbar. Während in dem pol nischen Nationalstaate nur zwei klassen das Staatsruder hit der Hand hatten, während die übrigen Bevölkerungslassen für das satte Wohlbehagen der Bevorrechtigten fronden mußten, sind in den Gegenden mit polnischer Bunge die schlafenden Geister der Intelligenz geweckt wor den; das Volk sträubt sich gegen die Gemeinschaft mit nem Volkstum, das in der Erlösung und Befreiung des Beistes allerdings auch die Rechte des stärkeren Kulturlernentes geltend machte und die geistige Unterwerfung es politisch bereits bezwungenen Volkes erlangte. Außer pem gibt es feinen reinen Slavenstaat, der sich für die Bestrebungen der Slaven interessieren würde. Die in Rußand aufgetauchten Panslavisten sind schnell ausgestorben. Denn eine Befestigung der slavischen Rassebestrebungen väre der Ruin Rußlands. Tas klingt wie ein Widerspruch, ist aber keiner, denn Rußland ist ein bunter Flicklappen pom Völkerschaften, wie Desterreich. Wenn einmal in dem stlichen Nachbarreich die tonstitutionelle Verfassung ein. geführt werden sollte, dann wird man das mit Deutlichleit erfahren; dann werden in dem Staate die nationalen Begenfäße auflodern und auf diesen Zeitpunkt warten ingestandenermaßen die Polen. Denn sie sind trotz ihrer Berteilung unter den Völkern das stärkste slavische Volkslement und wegen ihrer Grenzlage in der Nähe der vesteuropäischen Kulturgebiete das geistig überlegene Boltstum, bedeutender vor allen Dingen, als die orientalischen Claven. Anders aber liegen die Dinge in dem Verhältnis vischen Magyaren und Teutschen, die nach der alldeutchen Auffassung von der deu schen Regierung n. uerdings rem Schidsal preisgegeben werden. Die Deutschen in ngarn haben ihren geistigen Mittelpunkt in dem großen Deutsche Reiche und dieses sollte ihnen daher auch ein Stüßpunit sein. Wenn auch eine Einmischung in die inneten Verhältnisse nicht möglich und nicht wünschenswert it, so fann man doch von deutscher Seite immerhin zu uusten der bedrängten Stammesgenossen den politischen influß geltend machen, indem man den Herren in Best u verstehen gibt, daß der Dreibund durch keine Mißtimmung erschüttert werden darf, sondern als ein ernstiches Freundschafts- und Schußverhältnis zu erhalten ist, mit dem sich die Verfolgung unserer wackeren und ehrenperten Voffsgenossen durchaus nicht verträgt. Das deutsche Reich hat die Aufgabe übernommen, die idealen Güter zu schüßen und nicht blos, wie beispielsweise in Venejuela, für gefährdele materielle Interessen einzutreten. Im übrigen könnten uns die Amerikaner ein Muster jein in der Pflege der nationalen Interessen. Troß der Rißstimmung des alten Europa" setzen sie sich in Südamerita fest und suchen sich ihre Leute aus. Zu den wirk amsten Partisanen der allamerikanischen Politik gehört der Halbindianer Castro, der in der letzten Woche ein venig Komödie spielte, der sein Amt niederlegte, um sich bei dem Parlament und Washington ein Vertrauensvɔtum ju holen und der neuerdings wieder seinem Amte mit der tüchtigkeit des Bockes vorsteht, den man zum Gärtner germacht hat. Castro ist vergnügt; nur die Gegner pɔliischer Komödien sind mißgestimmt. Die Politik. Delegiertentag der konservativen Partei. ::: Der in Berlin abgehaltene Delegiertentag der konservativen Partei war sehr zahlreich beschickt. Frhr. v. Manteuffel- Krossen eröffnete die Verhandlungen mit einer Ansprache, in der er, unter Hinweis auf den bevorstehenden Wahlkampf, beklagte, daß die Regierung der Sozialdemokratie nicht mit der nötigen Energie begegne und der Linken durch das Klosettgeset" u. a. entgegengekommen sei. Graf Limburg- Stirum erörterte die Stellung der Beamten zur konservativen Partei und zur Regierung und erntete brausenden Beifall, als er den wegen ihres Votums gegen die Kanalvorlage Bemaßregelten Beamten Dank und Anerkennung ausprach. leber die Wirtschaftspolitik referierte Graf Mirbach- orquitten. Hierzu gelangte eine Resolution zur Annahme, welche die bekannten Forderungen der Kon[ ervativen wiederholt. ,, Arbeiterfürsorge und Mittelstand" lautete das Thema des Schlußvortrags vɔn Frhr. v. Richthofen- Mentschütz. Eine hierzu angenommene Resolution betont die Notwendigkeit der Ausdehnung der Schuß- und Versicherungsgesetze auf den Mittelstand in Stadt und Land, sowie der weiteren Ausgestaltung des Arbeiterschußes, namentlich in bezug auf bie Frauen und Kinderarbeit. Glückliches England! £ Während in allen Ländern Europas die Steuerschraube beständig angezogen wird, hat der englische Steuerzahler eine nicht unerhebliche Entlastung zu er warten. Wie die ,, Pall Mall Gazette" erfährt, hat der Schazkanzler über genügende Ueberschüsse zu verfügen, um eine Ermäßigung der Einkommensteuer um 3 Pence und die Abschaffung der Tor- oder Kornsteuer durchführen zu lönnen. Die genannten Steuern waren erst im vorigen Sommer infolge der riesigen Kosten des Burenkrieges erhöht bezw. neu eingeführt worden. Wenn nun die englische Finanzverwaltung auf das Plus an Abgaben verzichten zu können glaubt, so muß, da die Staatseinnahmen nicht vermindert, sondern bei einzelnen Dienstzweigen, wie namentlich bei Heer und Flotte, sogar größer geworden sind, eine bedeutende Vermehrung der Staats innahmen eingetreten sein. In erster Reihe ist dieser Ueberschuß wahrscheinlich durch einen unerwartet hohen Er rag der Kornsteuer sowie durch eine Zunahme der anderen Zolleinnahmen erzielt. Daß jezt der englische Schazkanzler mit Ueberschüssen rechnen tann, wird seine an Defizit gewöhnten Kollegen im übrigen Europa mit stillem Neide erfüllen. Der Ortenskrieg in Frankreich. ) Auch der Karthäuser- Orden, in Frankreich, der in seinem bei Grenoble gelegenen herrlichen Kloster den berühmten Chartreuse- Likör fabrizierte, ist nunmehr durch die Deputiertenkammer endgiltig unterdrückt worden. Damit ist die Kampagne gegen die Orden zum Abschluß gebracht. Die Ordensgeistlichkeit wird die bisher befolgte Taktik weiter fortseßen. Zwanzig Generalprioren der Orden wollen eine Erklärung veröffentlichen, in welcher dagegen protestiert wird, daß die Orden Politik treiben. Im übrigen sollen die Ordensgeistlichen auch ferner passiven Widerstand leisten, sich von den Gerichten verurteilen und aus den Klöstern mit Gewalt vertreiben lassen. Gegen die Verwerfung der Ermächtigungsgesuche veranstalteten Studenten vor der Kammer eine unbedeutende Kundgebung. Auch zu gunsten der wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes zu Geldstrafen verurteilten Schwestern der Armen" wurde demonstriert. Der bekannte Dichter Coppé griff da bei die Regieruna heftig an. Ein Kriegsminister gesucht. )-( Bulgarien befindet sich augenblicklich in großer Not. Es fehlt nicht an Geld und nicht an Brot, auch nicht an Kanonen, aber man kann keinen Kriegsminister finden. Paprikow, der Heißsporn, der gern den Mazedoniern zu Hilfe kommen und gegen die Türken zu Felde ziehen möchte, wurde bekanntlich vor mehr als acht Tagen genötigt, seine Demission zu geben. Seitdem suchte man in allen Winkeln Bulgariens nach einem Nachfolger für ihn und konnte ihn nicht finden. Endlich glaubte man ihn in dem General Eawow entdeckt zu haben, einem außerordentlich befähigten Militär, der die ihm unterstellte Kadettenanstalt zu einem Musterinstitut gemacht hat. Im lezten Augenblicke je doch scheiterte auch diese Kombination. Fürst Ferdinand nämlich, der im Grunde mit Paprikom sympathisiert, stellte die Forderung, daß Eawow den bisherigen Kriegsminister als Generalstabschef behalten solle, worauf der erstere jedoch nicht einging. Da sich sonach schlechterdings die Unmöglichkeit ergab, einen Inhaber für das Kriegsportefeuille зи ermitteln, gab das ge samte Kabinett seine Entlassung, welche der Fürst auch sofort angenommen hat. Es gibt Leute in Sofia, welche meinen, daß der Fürst auf den Sturz des Kabinetts hingearbeitet hat. Kurze politische amrimren. * Der Kaiser hat dem Komitee des Newyork Yacht. flubs für seine Ernennung zum Ehrenmitgliede tele. graphisch gedankt. In Lemberg wurde ein Oberkommissar der Landesdirektion, Dr. v. Ossolinski, unter dem Verdacht der Spionage für Rußland verhaftet. Dr. v. Osso. linski wurde vor einigen Monaten wegen Veruntreuun gen vom Dienst suspendiert. * Auch die Regierung von Sachsen- Meiningen wird gegen die Aufhebung des Paragraphen 2 değ Jesuitengesezes stimmen. * 43 finländische Geistliche sind verabschiedet wor ben, weil sie sich weigerten, bei der Durchführung des neuen Wehrpflichtgesetzes mitzuwirken. Das Volks. schullehrerseminar in Cordavola wurde geschlossen. Der Sultan hat dem Apothekerlehrling Agop Hatschekian, welcher wegen des Mordversuchs gegen ben armenischen Patriarchen Ormanian zum Tode verur teilt, war, die Todesstrafe erlassen. 52. Sigung Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. Eisenbahnvorlagen. - Eigener Bericht. Die Einleitung zu der heutigen Sigung bildete bie Wahl des ersten Vizepräsidenten an Stelle des verstorbenen Frhrn. v. Heereman. Sie fiel, wie nicht anders zu erwarten war, auf den Zentrumsabgeordneten Dr. Porsch, der die Wahl mit warmen Worten zum Gedächtnisse seines Borgängers und des Dantes gegen das Haus annahm. Die denn folgende erste Beratung des Geseßentwurfs über ben Erwerb der ostpreußischen Südbahn für den Staat gab dem Eisenbahnminister Budde Gelegenheit zu einer furzen Darlegung der Gründe, welche die Verstaatlichung der noch existierenden Privatbahnen im allgemeinen und der Südbahn im besonderen rechtfertigten. Die Vorlage ging nach längerer, aber wenig interessanter Debatte an die Budgetkommission, der auch der Gesezentwurf wegen des Erwerbs der Bahnen Marienburg- Mlawka u. s. w. übermiesen wurde. Die Fortseßung der Verhandlung über die Sekundärbahnvorlage entfesselte wieder eine Flut von Spezial- und Lokalwünschen. Das ,, Blumenmedium" vor Gericht. Nachdruck verboten. Hg. Berlin, 27. März. Fünfter Verhandlungstag. Als erster Zeuge wird heute der Schriftsteller und Spiritist Dr. Spazier vernommen. Er hat mehreren Sizungen der Angeflagten beigewohnt und für jede derselben fünf Mark bezahlt. Der schwebende Tisch. Während der Zeuge in den ersten beiden Sizungen nichts auf Betrug deutendes bemerkte und die Rothe wunderbare Apporte zu stande brachte, war ihr Verhalten in der dritten nicht einwandsfrei. Der Zeuge hat Blumen und Zweige in ihrem Aermel bemerkt, auch gesehen, wie jie unter dem Stuhle mit den Füßen herumwirtschaftete. Sie entschuldigte sich damit, daß die Geister so arg arbeiteten. Einen Vorfall aber könne er sich nicht erklären: in seiner Wohnung stehe ein zwei Zentner schwerer Tisch mit vier Auszugplatten. Frau Rothe stand daneben. Ter Tisch hob sich dreimal ohne jedes Geräusch. Frau Rothe konnte es nicht gewesen sein, auch Jenzsch komme nicht in Betracht. Zeuge hat es versucht, den Tisch zu heben, es ist ihm aber nicht möglich gewesen. Ein ähnliches Wunder mit dem schwebenden Tisch ist auch dem Zeugen Fabrikant Reinte passiert, allerdings nicht mit der Rothe als Medium, sondern mit seinem fünfzehnjährigen Neffen. Mit diesem als Medium habe man überhaupt bie wunderbarsten Resultate erzielt. Gasflammen hätten sich von selbst entzündet, Taschentücher seien durch die Luft geflogen, der Junge habe sich auf Wunsch eines Anwesenden mit einem 60 Meter langen Seil fest einwickeln lassen, sei aber von den Geistern in wenigen Gefunden befreit worden. Nach diesen Erscheinungen habe er sich an die Rothe gewandt und sie zu einer Eizung aus Chemnitz kommen lassen. Sie habe, trotzdem sie genau untersucht worden sei, brillante Apporte, unter anderem einen 38 Zentimeter langen Eukalyptuszweig geliefert. Eine Intelligenz" habe auch einmal bermittels seines Neffen einen Buntstift durch die verschlossene Tür nach der Gartenlaube verschwinden lassen. Der hellsehende Briefträger. In der Wohnung des Zeugen passieren überhaupt sonderbare Dinge. An einem Abend sei die Tür wohl zwölfmal hintereinander aufgegangen, und ein ,, hellsehenber" Briefträger habe jedesmal einen Matrosen darin stehen sehen. Nach einer Photographie hätte er dann " Einen Revisor? Ihnen?" icht bekannt ſcin Man hat mir einen Revisor geschickt." Für sich felber?" fragte der Zar verwundert. " Zuerst bitte ich um Gnade für mich selber!" ,, Sprechen Sie, um was handelt es sich?" Ich wollte in der Tat um zwei Gnadenerweiſe bitten. Ja wohl. Vergebung." fragte fie mit großer Anstrengung. Geruhen Ew. Majestät, uns Gnade zu erweisen? jade handelt es fich übermäßiger Erregung zusammengefunken. Nahida mußte sich an der Wand stüßen, sie wäre vor Gräfin, der Maijer aller Jieußen bittet Sie um Midt einen Bemeia tertanen Treue unseres allergnädigsten Herrn waren; unsere 5 der Nachsicht." Der Zar reichte ihr seine Rechte mit den Worten: Sie tun wohl daran; ich bedarf so sehr der Anführ feren Landesvater lieben." von ganzem Herzen, von un ben. Bisher verehrten wir Ew. Majestät aus Pflichtgewird nunmehr in Bewunderung verwandelt weran werden wir unhänglichkeit aber wahr, nicht Tapeten Renüberzogenen chen Sämmen und Bürsten 28and aufgestellten Toilettentisch. Wer indes bei diesem Schöne die müden Glieder streckt und aus einem an ber Bimmers bestand aus Matten, auf welchen die chinesische Worte im Geiste ein mit weißen und rosa- spißenbesepten einmal ein Bett befand! Das ganze Ameublement bes des Gemaches an, in dem sich, unglaublich, zierlich umhülltes Tischchen, ausgestattet mit Nadelkissen, Seifen und Wohl in der Erscheinung den seit 1885 verschillenen Bruder bes Zeugen erkannt. Dieser Briefträger habe auch einmal im Laden des Zeugen hinter einem Kunden die verstorbene Frau desselben stehen sehen und genau beschrieben. Ein Auge sei eben sensibler als das andere. Das sei ja auch so mit den Röntgenstrahlen, die man früher nicht gekannt habe. Ein Zeuge Wunderlich verbreitet sich über die Theorie ber Apporte, bei denen es auch auf die psychische Kraft ber Anwesenden antomme. Bemerkenswert ist die Ausjage des Zeugen Rosen. Sympathische und kalte Ausstrahlung. Der Zeuge ist von Jenzsch und Frau Rothe sehr freundlich aufgenommen worden und hat nichts zu be zahlen brauchen, da er, wie Jenzsch sagte, eine sehr sympathische Ausstrahlung besiße. Der Zeuge hat aber das Mißtrauen gegen Jenzsch nicht überwinden können. Dieser habe alle Personen, die ihm unbequem waren, entfernt, unter dem Vorgeben, daß sie eine ,, kalte Ausstrah lung" hätten. Wenn Betrug vorliege, trage sicher Jentsch die ganze Schuld. Nach ziemlich unbedeutenden Aussagen verschiedener Zeuginnen, von denen die eine in ihrer Wohnung ein ständiges Schnurren gehört und den Geist auf Rat ihres Dienstmädchens durch 20 Baterunser gebannt hat, wird der ,, Hellseher" Zeuge Wäsch vernommen. Zwingli im Sommerjakett. Dieser hat bei den Sizungen der Rothe deutlich den Reformator Zwingli gesehen. Auf Befragen des Präsidenten gibt er an, daß der ehrwürdige Herr einen hellen Sommeranzug mit modernem Jadett getragen habe. Ebenso habe er den Kontrollgeist Friedchen" deutlich sehen können. Es war ein Mädchen von 10-12 Jahren mit turzem hellen Kleidchen. Der Zeuge sieht abends bei Arbeiten oft Personen neben sich, vielfach Neger und Indianer. Die Dicken als Deckung. gruppe ist also die Mühe und Arbeit, einmal etwas Neues zu bieten, gut gelohnt worden. * ** Krofdorf, 28. März. Wie schnell der Tod den Menschen ereilt, zeigt noch folgender Fall. Der junge Heinrich Emmerich rückte verg. Herbst zum Militär ein, er wurde dem in Homburg v. d. H. stehenden 80. Inf. Rgt. Urlaub, nach seiner Rückkehr in die Kaserne wurde er un von Hersdorf zugeteilt. Vor einigen Tagen war er auf nehmen., Kameraden und ein Teil der Regiments musit geben wohl und gestern schon mußte ihn die fühle Erde hier aufdem so früh Entschlafenen das letzte Geleit. vor 12 Uhr ist nahe der Station Dorheim der z. 8t. in ** Klein- Linden, 28. März. Gestern vormittag furg Hungen stationierte Bremser Honig überfahren worden. Er hinterläßt eine junge Wittwe und 4 fleine Kinder. Die Beerdigung erfolgt morgen Nachmittag hier in Klein- Linden, wohin ihn seine Frau, die von hier stammt, bringen läßt. innigeren Verkehr zwischen den örtlichen landwirtschaftlichen Bezirks- Genossenschafts- Tag zu Weßlar. Um einen Genossenschaften und Kasinos einerseits sowie andrerseits zwischen diesen und dem Genossenschaftsverband sowie dessen Bentralgenossenschaften herbeizuführen, hat der Verband der In rheinpreußischen landwirtschaftlichen Genossenschaften zu Bonn die Abhaltung sogen. Bezirks Genossenschaftstage eingerichtet. diesem Jahre fanden solche Bezirksgenossenschaftstage bereits zu Barmen, Dieringhausen und Altenkirchen statt. Der der gemachten Erfahrungen haben den Beweis geliefert für überaus rege Besuch und der lebhafte gegenseitige Austausch die Notwendigkeit nnd 8weckmäßigkeit dieser Einrichtung. Der 4. Genossenschaftstag findet nun für die Genossenschaften 1. April ds. Jrs. zu Wezlar im großen Saale im und Kasinos des Kreises Weglar am Mittwoch den Schüßengarten statt. Im ersten Teile werden in Vorträgen allgemein- genossenschaftliche Fragen erörtert und im zweiten besprochen und endlich schließt sich hieran die Besprechung Teile Buchführungsfragen und Verwaltungsangelegenheiten lichen Organisationen stehende Landwirte sind willkommen von Warengeschäften. Auch außerhalb der genossenschaft*** Provinzial- Ausschifftung. Die für die gesamte Kohlensäure Industrie prinzipiell wichtige Frage, ob ein derartiges Wert im Sinne des§ 16 der Gewerbe Ordnung als chemische Fabrik anzusehen und daher fonzessionspflichtig sei, unterlag in mehrfachen Verhandlungen der Beurteilung des Brovinzial- Ausschusses für Oberheffen als 2. Instanz. Es handelte sich um ein Gesuch der Firma The Bad Nauheim National- Carbonie- Springs- Limited( vorm. Kern'sches Kohlensäurewert) in Bad Nauheim um Aufstellung eines Dampftessels. Gegen die Aufstellung des Kessels, aus§ 24 der Gewerbe- Ordnung hatten Einspruch erhoben, die Kurverwaltung und die Stadt Bad- Nauheim, sowie Dr. Wachenheim als Inhaber eines Sanatoriums, welches 250 Meter von der Anlage entfernt liegt, bezw. namens des AerzteVereins. Gegen die Dampftesselanlage im Allgemeinen fonnten nach den dafür gegebenen Bestimmungen des§ 24 der Gew. Ordn. Gründe nicht vorgebracht werden, welche für Verlegung der Anlage sprachen und so wurde denn bereits im Verfahren 1. Instanz vor dem Kreis- Ausschuß Friedberg von den Gegnern der Anlage die Behauptung aufgestellt, daß die geplante Ressel- Anlage ein Teil und zwar der Anfang zur Errichtung einer chemischen Fabrik bilde, worauf der Kreisausschuß die Genehmigung zur Errichtung eines Dampftessels für das Kohlensäurewerk versagte. Vor dem Provinzial Ausschuß legte das Werk nun sämtliche Pläne bor, wonach allerdings, mittels der bereits für 108 000 Mt. beschafften Dampftesselanlage der Betrieb in Zukunft anders gestaltet und die Gewinnung der Kohlensäure wesentlich vermehrt werden soll. Mit der neuen Anlage ist das Werk im Stande bei Tag und Nachtbetrieb mindestens achtmal soviel Kohlensäure der Erde zu entnehmen, als dies heute der Fall ist. Der Sachverständige Landesgeologe Dr. Steuer- Darm stadt erklärt, daß mit der Vergrößerung des Werkes das Bad in Nauheim, besonders aber die Sprudel in Gefahr geraten lönnen, denn durch eine verstärkte Vermehrung der Produktion des Nauheimer Kohlensäurewerkes würde unter allen Umständen die in der Erde befindliche Kohlensäure erheblich gemindert und diese bilde das Element, welche die Heilquellen an die Oberfläche der Erde treibe. Nach den vor dem Provinzial- Ausschuß gemachten Darlegungen ist be absichtigt, die bisher auf mechanischem Wege durch Wasser gereinigte Rohlensäure später durch Kalilauge zu reinigen, wodurch dieser Prozeß wesentlich intensivere Resultate zeit gen wird, d. h. die fertige flüssige Kohlensäure wird später reiner und besser sein, als dies bisher der Fall war. Die ver nommenen Sachverständigen Fabrikinspektor Dr. GerhardGießen, sowie Prof. Tr. Diefenbach Darmstadt vertreten den Standpunkt, daß nach den eingereichten Plänen es sich bei dem früher Kern'schen Kohler säure werk um die geplante Anlage einer chemischen Fabrik im Sinne des§ 16 der Gew- Ord. handle. Prof. Dr. Sonne- Darmstadt erklärte auch, er halte die geplanten Veränderungen im Bad- Nauheimer Kohlensäurewerk für die beabsichtigte Anlage einer chem. Fabrit. Demgegenüber waren eine ganze Reihe von Sachverständigen u. A. Dr. Trupp- Friedberg, Geheimerat Prof. Naumann- Gießen, Prof. Städel- Darmstadt der Ansicht, es bleibe sich ganz egal, ob die Reinigung durch Wasser, oder durch demselben zugefeßte Botasche oder Kalilauge erfolge, dies mache gar keinen Unterschied und man könne deshalb ein Kohlensäurewerk nicht für eine nach der Gewerbeordnung fonzessionspflichtige hem. Fabrit erklären. Es sei ein solches Werk überhaupt feine Fabrik, denn das aus der E. de gewonnene Anfangsproduft sei genau wie das Endprodukt Kohlensäure. Der Provinzial- Ausschuß war jedoch anderer Ansicht, er hob zwar das ergangene Urteil des Kreis- Ausschusses auf, ver= wies die Sache noch einmal an die Vorinstanz zurück, jedoch lediglich damit, diese an Hand der ihr nicht vorgelegen habenden Pläne, die Frage noch ein mal prüfen fann, ob und in wie weit ev. unter welchen Bedingungen die nachzusuchende Konzession zur Errichtung einer chem. Fabrif erteilt werden kann oder gänzlich versagt werden muß. Der Magnetiseur Geist gibt an, daß Jenzsch keine studierten Leute zu den Sizungen hinzuziehen wollte, bor allem feine Aerzte. Frau Rothe hatte ein scharfes psychologisches Empfinden. Sie fühlte sofort heraus, welche Leute steptisch veranlagt waren, und diese hielt sie sich fern. Es hieß dann, deren Ausstrahlung sei unsympathisch. Am liebsten nahm sie sich torpulente Personen zur Seite, weil diese ihr die beste Deckung boten. Beuge führt noch an, daß erzählt worden sei, daß sie dem Hofprediger Stöcker ganze Pakete Blumen aus dem Rod hervorgezogen habe. Der Obertelegraphenassistent Kuhhaupt verbirgt sich dafür, daß die Klopflaute der Frau Rothe nicht menschlichen Ursprungs seien. Er habe durch sie viele wertvolle Erfahrungen gemacht. Einmal set sie bis zur Brust in einen Sad gesteckt worden und troßdem kamen die Apporte. Auf den Hinweis des Staatsanwalts, daß Frau Rothe erne vorzügliche Bauchrednerin sei und sie die angeblichen Klopftöne hervorgebracht haben könne, erklärt der Zeuge dies für ganz unmöglich. Eine Zeugin aus Leipzig erzählt, daß die Rothe einmal in einem Restaurant soviel Blumen apportiert habe, daß sie, um nicht Aufsehen zu erregen, fortgegangen seien. Der Zeuge Kuhhaupt berichtet noch von einem Tisch, der auf Kommando bald auf diesen, balb auf jenen der Anwesenden zuwackelte. Der Banttassierer Stehling wird auf Antrag des Staatsanwalts nicht bereidigt, da er der Mittäterschaft verdächtig erscheine. Er gibt einen kurzen Bericht über verschiedene geglückte Apporte der Rothe. Es folgt dann die Vernehmung des Gymnasialprofessors und Spiritisten Sellin aus Hamburg, der erklärt, vollgiltige Beweise für die Hellseherschaft der Rothe zu besitzen. Sie habe in seinem Studienzimmer seinen verstorbenen Freund gefehen und genau beschrieben. Die Intelligenzen" hätten ihm erklärt, daß die Apporte der Frau Rothe aus entfernten Drten stammen. Er habe auch ein als Ap. port erhaltenes Medaillon hingelegt und Friedchen gebeten, es wieder mitzunehmen. Friedchen habe gesagt: Rein, lieber Onkel, das kann ich nicht mehr mitnehmen. Die Schneeflocken. Wenn es draußen geschneit habe, hätten die Blumenapporte Schneeflöckchen aufgewiesen, also seien sie echt. Die im Unterrod der Rothe gefundenen Blumen seien kein Beweis für einen Schwindel. Den Vorfall in Zürich, wo festgestellt worden ist, daß die Rothe bie nachher apportierten Blumen in einer Blumenhandlung getauft hatte, erklärt Zeuge auch dahin, daß da wohl die Geister den Astralleib der in Trance befindlichen Rothe dorthin geführt hätten. Nachdem noch Oberarzt Dr. Heremberg die Klopftöne sowie die Geistererscheinungen für akustif he resp. optische Täuschungen erklärt hatte, wird die Eizung auf morgen vertagt. Höchstwahrscheinlich ist morgen das Urteil zu erwarten. ( Fortsetzung folgt.) Hus dem Gerichtsfaal. § Der Prozeß der Zischer. Ein interessanter Prozeß ist soeben in Paris in erster Instanz entschieden worden. Drei junge Leute waren regelmäßige Besucher der von Chevillard geleiteten Konzerte. Sie gaben sich jedoch in diesen Konzerten einem eigenartigen Sport Hin, i idem si: nur ernste Symphonien gelten ließen ,, Sa onstüde" besonders Klavier onzerte- aber ohne Erbarmen niederzischten. Einmal benahmen sie sich dabei so wild, daß sie an die Luft gesezt wurden. Als sie am nächsten Sonntag mit Einlaßkarten versehen, wiederkamen, verweigerten ihnen die Ausseher auf Befehl des Orchesterdirigenten den Zutritt zu dem Konzertsaale. Die jungen Leute gingen sofort zum Kadi und flagten gegen Chevillard auf Rückerstattung des für die Einlaßkarten gezahlten Gelies und auf Schadenersaß. Der Friedensrichter hat ihnen beides zugesprochen und Chevillard außerdem noch zur Zahlung alier Kosten verurteilt. Jena*. - Lokales. Gedenktafel für den 29. und 30. März. 29. März. 1735. Der Märchendichter Musäus in 1770. Der Dichter Hölderlin*.- 1825. Napoleon I. hebt den Negerhandel auf. 1826. Johann Heinrich Boß t. 1840. Emin Pascha( E. Schnitzer) in Neiße 1863. Der Schriftsteller Freiherr v. Ompteda*. ** Amtstage des Kreisamts Gießen für Grünberg und Hungen sind Samstag den 4. April, vormittags 9.15 Uhr, im Rathaus zu Grünberg, und Mittwoch den 8. April, vormittags 9.30 Uhr, im Rathaus zu Hungen. ** Die großen Rohre für die Kanalisation unter der Wieseckbrücke sind heute glücklich heruntergelassen worden und hofft man bis Montag dieselben fertig, vernietet und eingemauert zu haben. *** Morgen Sonntag findet die Anlage musik in der Südanlage, vormittags 11.30 Uhr statt. Das Programm ist: 1. Ouverteure„ Leichte Cavallerie", Suppé. 2. Spinnlied a. d. Dp., die Here", Erna. 3. Martin Walzer, Beller. 4. Sangesfrühling! Fantasie Mendelsson'scher Lieder, Dertel. ** [ Konzert in Stein's Garten.] Wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, findet morgen in Stein's Garten Konzert unserer Regimentstapelle statt. Da dies das letzte Konzert unter dem jezigen Besitzer Herrn C. Stein ist, so dürfte dieses Abschiedsfonzert gut besucht werden, zu mal Musikdirektor Krauße ein schönes Programm zusammengestellt hat. dürfte sich die Hasenjagd sehr ergieb g gestalten. Ist doch Aus der Wetterau, 27. März. In diesem Jahre der erste Saz so gut durchgefommen, wie selten zuvor. Die Hühner gehen bereits paarweise. Uhr wird im Saal des„ Deutschen Hauses" der Reichstage= ** Hanau, 27. März. Nähsten Montag Abend 812 und Landtagsabg. Reftor Stopsch einen Vortrag zugunsten der Kandidatur der Fre sinnigen Volkspartei( Küster) halten. beren städt. Maschinenmeisters Ferber sind über 500 Be*** Mainz, 27. März. Um die Stelle des verstorwerbungen aus allen Teilen Deutschlands eingelaufen. ** Mann, der zu seiner Erholung zu Hause weilte, vertrieb sich Langen( bei Darmstadt), 25. März. Ein junger oftmals die Zeit mit Spaßenschießen. In dem Garten seines Freundes richtete er plöglich die Waffe gegen sich, ein Schuß nach hat man es auch hier mit einem jener leichtsinnigen ins Herz machte seinem Leben ein Ende. Allem Anscheine Scherze zu tun, die schon so manches blühende Menschenleben fosteten. Balhorn lebt ein 87 jähriges Mütterchen, Wittwe eines armen Kassel, 27. März. In dem benachbarten Dorfe Steinebrechers, das auf ein Körpergewicht von 42 Pfd. zu fammengeschrumpft ist. Die Greisin ist sowohl förperlich wie geistig noch vollständig mobil. Sie lebt dabei nur von 3 Kindern war, machte sie eine schwere Erkrankung an Wasser Brod und Kaffee. Als sie 40 Jahre alt und Mutter von sucht durch. Seitdem hat sie feinen Arzt mehr gebraucht. Hessischer Landtag. I. Kammer. Darmstadt, 27. März. Präsident Graf v. Schlitz geu. v. Görg eröffnet um 10 Uhr die Sigung. Es wird des verstorbenen Mitglieds der Kammer Wirkt. Geheimerat Hallwachs Exz. durch Erheben von den Sitzen gedacht. Als neues Mitglied wird Dekan Dr. Elz von Darmstadt eingeführt und vereidigt. Der Präsident teilt mit, daß 29 Einläufe vorliegen. " 1 Es wird sodann in die Tagesordnung eingetreten und die Regierungsvorlagen, betreffend das Minister hotel, die Position B b 6, Räte bei den Provinzialdirektionen, der Besoldungsordnung vom 9. Juni 1898, den Gefeßentwurf wegen der Vormerfung streitig" in den Grundbüchern der Provinz Rheinhessen, und den Entwurf eines Gesetzes, die Entmündung wegen Verschwendung oder wegen Trunksucht, erledigt. Eine längere Debatte ruft bei der nun folgenden Beratung des But gets die Position Erweiterungsbau für die Technische Hochschule zu Darmstadt" herror. Staatsminister Rothe befürwortet warm, die geforderte Rate zu bewilligen. Geheimerat Dr. Kittler gibt eine eingehende Schilderung der Zustände an der Technischen Hochschule. Ministerialrat Weber weist auf die finanzielle Seite hin. Graf zu Solms- Laubach, Fürst zu Solms- Hohensolms Lich und Graf zu Stolberg- Roßla sprechen sich gegen die Be willigung der geforderten Rate von 558 700 Mart aus. Die für die Erweiterungsbauten der Technischen Hochschule geforderte Summe in Höhe von 558 700 Mart wird schließ Büdingen, des Fürsten zu Solms- Hohensolms Lich, des lich gegen die Stimmen des Fürsten zu Isenburg und -0- Rodheim a. d. B., 27. März. Die kinematoGrafen zu Stolberg- Roßla, des Fürsten zu Isenburg- Birstein graphischen Vorführungen der Ortsgruppe des deutschen und des Grafen zu Solms- Rödelheim bewilligt. Das VerFlottenvereins waren, wie bereits gestern berichtet, über Ermögensbudget wird ganz, das Verwaltungsbudget bis zur warten gut besucht. Im ganzen waren nahe 1800 Besucher X. Hauptabteilung erledigt. gefommen, sich die Vorführungen anzusehen; am ersten Tag ca. 300 Erwachsene, am zweiten Tage sogar 500; Schulfinder 1000, darunter die Schulen von Bieber, Erda, Fellingshausen, Frankenberg, Kinzenbach, Königsberg, Krummbach, Rodheim und Vezberg fast vollzählich. Außerdem waren Erwachsene und Schulkinder von Krofdorf, Naunheim und selbst von Gießen erschienen. Dem Vorstand der DctsAus Hessen und Nachbargebieten. Lollar. Auf Grund Erledigung des Amtes des Standesbeamten und der vorübergehenden Behinderung des Stellvertreters wird für den Standesamtsbezirk Lollar dem Groß herzogl. Bürgermeister Klinkel zu Ruttershausen die einstweilige Beurkundung des Personenstands übertragen. Schluß der Sitzung 1 Uhr 20 Minuten. Nächste Sigung Freitag, 27. März. II. Rammmer. Darmstadt, 26. März. dizinalrat Neidhardt, die Ministerialräte Dr. Becker, Beſt. Am Ministertische: Oberbaurat Coulmann, Geh. MePräsident Haas eröffnet die Sigung um 10% Uhr. Vor Eintritt in Ausfchuffes, nachmittag da bieb- und und den R Sache mit be Dos Hous er bie Borlage a furges Referat Regierungsver Eadverfändig Brau, Weber Dr. Gaßner Obermeister Darmstadt 20 änderung be Haus geht Dr. Schmid Berbindung elektrische B Bei de über die Lo Minifterialro Finanzminift die Berwaltu gemeinfchaft t Die Siz tijd Staatsmi Ministerialrä Sur Beratun Rammer. S Standpunkt Bflafterung Oberförstern iglich der ordneten beb genden Befa endlich einm Aavasara Kap Innere Rhrchen baben Wel jeber Art Breifen, m Laufende t Adolf Liefer Zur G Schulen werd erforderlich: 800 Lefeb 600 Redhe 200 Bibl 200 Gefa 80 Bibe 80 Neu 160 Stat 160 Atl 1400 S 400 Taf 6000 d 1000 Otto 60 Gro 600 St. Mtr. 1 W L 1 nmal etwas Neue nell der Tod de Fall. Der jung m Militär ein, a den 80. Inf. tgt Cagen war er au erne wurde er un hle Erde hier auf giment& mufit gebe it. Gintritt in die Tagesordnung teilt der Referent des zweiten Ausschusses, Abg. Seelinger mit, daß der Ausschuß gestern nachmittag das Ausführungsgesetz zu der Reichs Schlacht vieh- und Fleisch beschau sehr eingehend durch beraten und den Referenten in Anbetracht der Dringlichkeit der Sache mit der mündlichen Berichterstattung beauftragt habe. Das Haus erkennt einstimmig den Dringlichkeitsantrag für die Vorlage an. Abg. Seelinger( nat.- lib.) gibt darauf ein furzes Referat über die vom Ausschuß in Gegenwart der Regierungsvertreter und der von der Kammer gewünschten Sachverständigen( Staatsminister Rothe, Ministerialräte Brau, Weber, Obermedizinalrat Lorenz, Oberbürgermeister Obermeister der Mezgerinnung Falf- Mainz und Lauß Darmstadt zc.) gefaßten Beschlüsse, die sich auf die Abänderung der Artikel 1, 4, 7, 11 und 14 beziehen. Das | Staatstaffe abgelehnt. Sur bringlichen Beratung steht die Rückäußerung der Ersten Kammer über die Regierungsforderung von 558 000 Mark für Erweiterungsbauten an Abg. Hirschel der Technischen Hochschule in Darmstadt. als Berichterstatter begründet nochmals den Standpunkt des Finanzausschusses und empfiehlt die Annahme der Vorlage. Staatsminister Rothe hofft, daß die Kammer die Regierung in dieser Frage nicht im Stiche lassen werde und begründet gleichfalls nochmals die Forderung. Reinhardt und seine politischen Freunde werden für Abg. Molthan und seine Partei gegen die Regierungsforderung stimmen. Finanzminister Gnauth würde es als einen großen Fehler beSchluß halb 2 Uhr, halb 4 Uhr Fortsetzung der Beratung. ern bormittag fun Dr. Gaßner- Mainz, Beigeordneter Dr. Glässing- Darmstadt. lage des Landes sei für jedes Mitglied der Kammer maß trachten, wollte man hier am unrechten Plaze sparen. heim der 3. Bt. i g überfahren twe und 4 flein Rachmittag hie - e von hier stammt aus geht darauf zur Besprechung der Anfrage des Abg. auf dem Lande eine Antipathie gegen alle Forderungen beNeueste Nachrichten. eine entsprechende Vertretung finden. Für Herstellungen im Großh. Residenzschloß wurden 32 000 Mt. gefordert und von der Zweiten Rammer abgelehnt. Die Erste Kammer hat die Regierungsforderung wieder hergestellt und auch der Ausschuß der Zweiten Kammer will heute die Forderung genehmigen. Die Abgg. Wolff und Jouz treten der Forderung entschieden entgegen. Mit Bewilligung der Summe würden für weitere Bedürfnisse Forderungen nicht ausbleiben. Finanzminister Gnauth tritt für die Forderung ein und erblickt in der Ablehnung derselben eine Demonstration gegen den Großherzog. Hiergegen protestiert der Abg. Schmitt in entschiedener Weise im Namen des ganzen Hauses. Lediglich die Finanzgebend. Die Forderung fönne ganz gut zurückgestellt werden, Abg. Hirschel tritt da niemand dadurch geschädigt werde. der Forderung ebenfalls entgegen und betont, daß draußen stehe, die mit dem Hof zusammenhängen. Die Abgg. Bähr * Berlin, 27. März. Die Kaiserin stürzte heute und Köhler werden ebenfalls gegen die Forderung stimmen. Ersterer wird für dieselben erst dann stimmen, wenn der auf einem Ritt im Grunewald mit dem Pferde und zog sich Hessische Staat soviel Vermögen befize, als er eben Schulden einen leichten Bruch des linken Unterarmes zu. Der Unfall ereignete sich auf dem Wege von Wilhelmshabe. Die Forderung wird gegen 3 Stimmen abgelehnt. turm nach dem Jagdschloß Grunewald. Die Kaiserin begab Die Regierungsvorlage, Ausführung des Reichsgesetz& über Schlachtvieh und Fleisch beschau, findet die Annahme sich in einem sofort herbeigeholten Wagen nach dem Jagddes Hauses. Zu dem Antrag Frenay u. Gen. die Entschlosse, wo die herbeigeholten Aerzten, Generalstabsarzt schädigung von Einquartierungslasten betreffend, wünscht Leuthold, Generalstabsarzt Bunder und Oberstabsarzt Jlberg, Abg. Wolf, daß dahin gewirkt werde, daß die MagazinDie Sigung beginnt um 9 Uhr. Am Regierungsverpflegung beseitigt und die Naturalverpflegung bei den tisch Staatsminifter Rothe, Finanzminister na uth, die Bürgern wieder eingeführt werde. Bei Einquartierungen Quartiergeber, auch wenn die Magazinlieferungen eintreten. Der Errichtung eines neuen Truppenübungplazes in Oberhessen mit der damit verbundenen Nasierung von Dörfern sei entgegenzutreten. Abg. Köhler tritt für solche U bungsplätze ein, weil dadurch die Einquartierungs- und Manöverlasten der Einwohner vermindert würden. Ministerialrat Best ist der Ansicht, daß die Reichsfasse die Manöverlasten zu tragen habe. Aus dem Grunde Dr. Schmidt und Genossen, die Entfestigung von Rastel, in Verbindung der Anfrage derselben Abgeordneten über die elektrische Bahnanlage Mainz- Wiesbaden über. Weblar. Um einer landwirtschaftlin fowie andrerfeits erband sowie defen at der Berband rtidaftligen Abhaltung fog eingerichtet. hafistage bereits irchen statt. Det Bei der Beantwortung der Anfrage des Abg. Noad über die Lohnverhältnisse der Main- Neckarbahnarbeiter weist Ministerialrat Ewald auf die früheren Erklärungen des Finanzministers hin und bemerkt, daß die Regierung auf bie Berwaltungsgrundsäge der preußisch hessischen Eisenbahngemeinschaft teinen Einfluß habe. Darmstadt, 27. März 1903. enfeitige Austaus Ministerialräte Braun, Biegeleben und Dr. Weber. liege die Verpflegung der Soldaten doch immer bei dem diefer Einrichtung Rammer. Berveis geliefert für Bur Beratung stehen zunächst die Diffense mit der Ersten Die Kammer beharrt auf ihrem ablehnenden Standpunkt für die Regierungsforderung von 4000 Mt. zur Pflasterung des Hofes im Hofmarstall und bewilligt für die Die Genoffenfchafin Mittwoch den großen Saale in Db rförsterwohnung in Groß- Steinheim 10 000 Mt. Be erden in Borträgen ert und im zweite ngsangelegenheite glich der Gewährung von Diäten an die Reichstagsabges ordneten beharrt die Kammer auf ihrem früheren genehmi genden Beschluß. Abg. Köhler- Langsdorf wünscht, daß an die Besprechung endlich einmal Gewerbe und Landwirtschaft im Richstage habe die Regierung die Forderung der Gemeinden an die der genoffenfft find willkommen In diesem Jahre alten. Jit doch felten zuvor. ontag Abenb 8% 3" der Reichstage Vortrag zugunsten tei( Rüfter) halten. Stelle des verftor nd über 500 Be eingelaufen. ärz. Ein junger weilte, vertrieb sich dem Garten seines sich, ein Schuß Allem Anscheine er leichtsinnigen de Menschenleben nachbarten Dorfe Bittwe eines armen Aussere Kapte Innere Röhrchen MAGGI'S Bouillon- Kapseln Billige Seiden haben Weltruf. Hochmoderne Deffins in weiß, schwarz, farbig jeder Art Unübertroffene Auswahl zu billigsten Engros: Preisen, meter- und robenweise an Brivate porto- und zolfrei. Tausende von Anerkennungsschreiben. Muster franko. Brief= porto 20 Bfg. Seidenstoff- Fabrik- Union Adolf Grieder& Cie Zürich G.22. Kgl. Hoflieferanten. ( Schweiz) bon 42 Lieferung von Lehrmitteln für die Volksschulen. sowohl förperlich ebt dabei nur von und Mutter von cantung an Waffer mehr gebraucht. t, 27. März. Börg eröffnet un Zur Gewährung freier Lehrmittel an den Volksschulen werden für das kommende Schuljahr annähernd erforderlich: 800 Lesebücher, 600 Rechenbücher, 200 Bibl. Geschichte, 200 Gesangbücher, 80 Bibeln, 80 Neue Testamente, 1400 Schiefertafeln mit Schwämmchen, der Kammer Wirt 160 Statachismen, von den Sizen 160 Atlanten, fan Dr. Elz von Der Präfident teilt g eingetreten und inifter hotel ialdirektionen, da den Gefeßentwurf Brundbüchern der zines Gesetzes, die wegen Truntjudht der nun folgenden weiterungsbau für hervor. Staat forderte Rate eine eingehend ischen Hochschule zielle Seite hin -Hohenfolms Li gegen die Be 3700 Mart aut nischen Hochschul Mart wird schließ zu Dienburg un enfolms Lich, del fenburg- Birflein villigt. Das B gsbudget bis uten. tadt, 26. März. Imann, Beh. Me Dr. Becker, Bef 10% Uhr. Bor 400 Tafelschwämmchen, 6000 Schreibhefte mit Schoner und je 2 Löschblättern. 1000 Oftavheftchen( liniiert) mit je 2 Löschblättern. 60 Gros Stahlfedern, 600 St. Federhalter, einen Verband anlegten. Gtegen. 28. März. aus dem geurige 280 den marti to reten Butter per Pfd. 1.00-1.10 Mr. Hübnereier 6 Pfg, 2 St.11 Vfg., Enteneier St. 6-7 Pfa., Käse per St. 5-8 Pfg.. Räsematte 2 St. 5-6 Vfg., Erbsen ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Big Tauben ver Paar WY. 1.00-1.20, Hübner per Stid M 100-170, Hahnen, per Stud Mt. 0,85-2.00, Enten per Stüd 2.00-2.40, Game v. Bfb. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfq., Rindfleisch per Bfb. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Bf 66-76 Big Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Bfa., Ralbfletih per Bfb. 66-78 Bfa., Sammelfleisch ver Pfd. 52-72 Pfq., Kartoffeln per 100 kilo 6.00-6.50 mt., Zwiebeln per St. m. 6.00-7.00, Milch per Liter 18 Pfa. Heu und Stroh. Notierung vom Heu- und Strohmarkt zu Frankfurt a. M., 27. März.( Für 50 Kilo loco Frankfurt.) Heu Mr. 3.00-3.50. Rogenitrob Mt. 2.00-2 20. à 16 bezw. 12 fg. für je 2 abgete Ite Portionen, leiften zu Hause wie auf der Reise vorzügliche Dienste. Tu ch einfaches llebergießen eines Bortionsröhrchens mi kochendem Wasser erhält man sofort eine Tasse vollkommen fertiger Kraftbrühe für 8 Pfg. odec Fleischbrühe für 6 Pfg. Zu haben in Delikateß, Rolo italwaren- G.schäften und Droguerien. Wan verlange ausdrücklich MAGGI's Bouillon Kapseln und weise andere Marken zurück. 250 St. Griffel- bezw. Federkasten, 550 St. Zeichenblöcke, 1300 Bleistifte, 1200 St. Radiergummi, sowie eine größere Menge von Materialien für den Handarbeitsunterricht in der Stadtmädchenschule. Die Lieferung dieser Bedürfnisse soll im Wege schriftlichen Angebots und vorbehältlich der Verteilung größerer Lieferungen an 2 oder 3 Bieter vergeben werden. Muster der zu liefernden Gegenstände, welche von den Schülern der beiden Schulgruppen benutzt werden, liegen bei dem Rektor der Volksschulen im Schulgebäude der Stadtknabenschule und die Muster der Materialien für den Handarbeitsunterricht bei dem Hauptlehrer der Stadtmädchenschule bis einschl. 2. April vormittags von 11-12 Uhr offen. sind Angebote zu welchen Formularien bei dem Rektor in der Stadtknabenschule erhältlich sind bis spätestens 5. April bei der unterzeichneten Stelle verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen einzureichen. Gießen, den 26. März 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Die Reinigung der Schornsteine betreffend. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß bom 1. April 1903 bis dahin 1904 der südöstlich der Straße von Frankfurt nach Marburg gelegene Stadtteil dem Kaminfeger 3wesch und der nordwestlich dieser Straße gelegene Stadtteil dem Kaminfeger Keil zugeteilt worden ist. Gießen, den 26 März 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Versteigerung. Montag, den 30. März d. Jo. nachmittags 2 Uhr versteigere ich im Bieter'schen Saale Neustadt 55: 1. 4 Faß Weiß- u. otwein, 4än ranntwetu, 2 15 Flaschen Champagner, 31 Flaschen Weiswein, 56 Flaschen Cognac, Rum, Nordhäuser Pfeffermünz. Krumhübel u. a., 2 große Bilder und 1 Büfte; im Auftrage der WidtmannMöbliertes Zimmer mit oder ohne Pension Kirchplay 6. Einfach möbl, Zimmer zu Löberstraße 13, 3. ver nie en. Sinige ſchön möblierte Zimmer mit oder ohne Pension zu vermieten. Bismarckstraße 17. 3 mei ineinandergehende ſchön möblirte Zimmer für 1 oder 2 Herren per sofort zu ver.1. 15 Walltborftr ke 15. Freundlich möbl. Zimmer zu verm. Rotherm I, Bahnhofftr. 38 Zwei möhl. 3 mmer ebentl. mit Pension, per Rotwein, 45 Ltr Branntwein. 1. april zu vermieten. Die Verfteigerung findet schen Kontu sverwaltung: 82 Rift en Zigarren, 35 Ltr. Kirschwasser, ca 40 Liter Get ler, Gerichtsvollzieher. ganz bestimmt statt, Gardinen Bahnhofstraße 62. Stübchen mit Bett zu verm. Matgaffe 11. 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