Nr. 173. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 27. Juli 1903 Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Bff fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3969. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 98. Fernsprechanschluk Ar, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Unabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Um die Gefahr einer Entzündung durch Funkenauswurf der Lokomotiven oder durch Fahrlässigkeit der Reisenden zu verhüten, ist die Lagerung von Heu und Grummet und die Aufstellung von Getreide in der Nähe der Bahnförper möglichst einzuschränken und nicht länger auszudehnen, als dies zum Trocknen unbedingt erforderlich ist. Gießen, den 24. Juli 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Heinrichs. Gießen, den 23. Jult 1903. Betr. Die Vertilgung der der Forst- und Landwirtschaft schädlichen Vögel. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großt. Bürgermeistereien des Kreises. Da die Sperlinge, die Raben und rabenartige Vögel im Laufe des Sommers so sehr überhand genommen haben, daß ein erheblicher Schaden zu befürchten ist, so beauftragen wir Sie, sich an Ihre Jagdpächter mit dem Ersuchen zu wenden, den Abschuß namentlich während der bevorstehenden Hühnerjagd vorzunehmen. Zugleich wollen Sie dieselben bedeuten, daß, falls sie diesem Ersuchen nicht nachkommen, dritte Personen mit dem Abschuß werden beauftragt werden. Wir sehen Ihrem Bericht über den Erfolg entgegen. J. V.: Dr. Heinrichs. Gießen, den 11. Juli 1903. Betr. Die Stempelfreiheit für von den Polizeibehörden ausgestellte Ursprungszeugnisse für Vieh. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Wir setzen Sie davon in Kenntnis, daß die auszustellenden Ursprungszeugnisse für Vieh, soweit sie nicht bon Amtswegen zu erteilen sind und schon aus diesem Grunde der Stempelpflicht( 3iff. 19 des Tariss) nicht unterliegen, gemäß Art. 10 des Urfundenstempelgesetzes mit Rücksicht darauf, daß die Ausstellung dieser Bescheinigungen vorwiegend im scuchenpolizeilichen Interesse erfolgt, vom Großh. Ministerium des Innern für stempelfret erklärt worden sind. J. V.: Dr. Heinrichs. Volks- Bibliotheken. CB. Durch die Blätter geht die Ankündigung, daß der frühere preußische Scharfrichter Reindel demnächst unter einem Titel, der ebenso blutrünstig ist, wie sein Gewerbe es war, seine Memoiren veröffentlichen wird. Um sie für die Hintertreppenliteratur reif zu machen, wird sie von einem Herrn Viktor von Falk, der bereits früher die Lebenserinnerungen eines Scharfrichters unter dem Titel:„ Die Opfer des Schaffotts" in eine funstgerechte Fassung gebracht hatte, literarisch appretiert. Es läßt sich schon jetzt bemessen, relch schlechter literarischer Geschmack durch eine derartige Schundliteratur im Volke großgezogen wird. Gerade dieser Stoff drängt allen Beobachtern des öffentlichen Lebens die Erkenntnis von der literarischen Verseuchung um so mehr auf, als die Staatsbehörden darauf bedacht sind, die brutalen Volksinstinkte nicht mehr durch das öffentliche Schauspiel der Hinrichtungen zu nähren. Die Hinrichtungen finden vor einem auserlesenen Zeugenpublikum in geschlossenen Räumen statt. Wenn aber der Scharfrichter mit einer Darstellung, die das grausige Schauspiel hundertfach übertreibt, breite Volksmassen unterhält, dann geht der Zweck dieser meisen Staatsfürsorge vollständig verloren. Mit jedem Tage setzt sich in den führenden Kreisen des deutschen Geisteslebens überhaupt das Verständnis für die Notwendigkeit gediegener Volksbibliotheken mehr und mehr durch. Die verschiedenen Anregungen, die auf diesent Gebiete entstanden sind, haben keinen rechten Erfolg gehabt, weil auf dem flachen Lande keine Organisation vorhanden ist, die den Gedanken fruchtbringend zur Durchführung bringt. In neuerer Zeit ist in einer fachwissenschaftlichen Zeitschrift der Vorschlag gemacht worden, daß auf genossenschaftlichem Wege in den größeren und vor allen Dingen in den wohlhabenden Gemeinden sogenannte Gemeindehäuser gebaut werden, die Versammlungsräume für die Männer, Kentenaten für die Frauengeselligleit, Kinderzimmer und Voltsbibliotheken erhalten sollen, und unter die Leitung einer sogenannten Gemeindeschwester gestellt werden müßten. In diesen Gemeindehäusern sollen tagsüber die gerade während der Erntezeit stark vernachlässigten Kinder ihren Aufenthalt finden, und an den langen Winterabenden soll die ortseingesessene Bevölkerung dort ein gemütliches Beisammensein berleben. In den weltabgeschiedenen Gegenden hat man befanntlich in einer Zeit, da die Maschine den häuslichen Privatfleiß noch nicht überflüssig gemacht hatte, die sogenannten Spinnstuben eingerichtet, in denen die iungen Mädchen und Frauen zu leichter Arbeit und geselliger Unterhaltung abwechselnd bei den einzelnen Hausbesikern zusammenkamen. Die neue Zeit, die größere geistige Interessen gebracht und die häusliche Arbeit inimer mehr in den Hintergrund gedrängt hat, verlangt naturgemäß andere Organisationen und vor allen Dingen auch eine Pflege der geeigneten Literatur. Die Presse deckt ja allerdings einen Teil der geistigen Bedürfnisse auf literarischem Gebiete, aber da sich die Leser der Zeitung aus den verschiedenartigsten Ständen zusammensezen, und da darin nicht nur das ländliche Publikum, sondern auch in noch weit höherem Grade das städtische vertreten ist, so kann deren Inhalt naturgemäß keinen Zuschnitt erhalten, wie er zur systematischen Erziehung eines guten literarischen Geschmacks bei dem Volke notwendig wäre. Die Errichtung von Gemeindehäusern und in Verbindung mit diesen von Volksbibliotheken, ist deshalb tatsächlich eine Idee, die zwar jetzt noch vollständig als Luftgebilde erscheint, die aber bei ernstlicher Förderung von Literaten und Gemeindevertretungen ihrer Verwirklichung entgegengeführt werden fann. Diese Volksbibliotheken müßten außer dem schöngeistigen Inhalt naturgemäß auch eine Art landwirtschaftlicher und gewerblicher Literatur enthalten und würden so dem neu zeitigen Bedürfnis, das für die theoretische Berufsbildung freie Bahn fordert, in einer sachgemäßen Weise abhelfen: Volksbibliotheken sind eines der wichtigsten sozialen Erfordernisse unserer Zeit. Die Politik. 10 Millionen Staatshilfe! + Eine hocherfreuliche Kunde kommt aus der Reichshauptstadt: Zur Linderung des Hochwassernotſtandes in Schlesien hat das Staatsministerium einen Kredit bis zur Höhe von 10 Millionen Mark, unter Vorbehalt der Genehmigung des Landtages, zur Verfügung gestellt. Die Festsetzung dieses Betrages und die sofortige Flüssigmachung eines Teiles der Summe ist auf direkte Veranlassung des in Norderney weilenden Grafen Bülow erfolgt. Der Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben hat sich sofort nach Breslau begeben, um in Gemeinschaft mit den dortigen Behörden über die Verwendung dieſer Staatsmittel zu beraten. Auf dem Oberpräsidium fand sofort nach Ankunft Herrn von Rheinbaben eine Besprechung statt. Die Schlesier werden dem Grafen Bülow für dieses energische Eingreifen um so dankbarer sein, als die in Berlin weilenden Minister zunächst beschlossen hatten, die Linderung der Not einstweilen der Privatwohltätigkeit zu überlassen und erst später von Staatswegen einzugreifen. Kultusminister Dr. Studt bereist Montag und Dienstag die infolge des Hochwassers gesundheitlich gefährdeten Gegenden Schlesiens, und zwar Montag die Umgegend von Brslau, am Dienstag Oberschlesien. Im Kreise Glogau ist nämlich der Typhus ausgebrochen, in Wetterschütz und Delkau starben bereits mehrere Personen. Die Rückkehr des Kaisers. * Die Rückkehr des Kaisers von der Nordlandsfahrt wird in der zweiten Augustwoche erwartet. Am 10. oder 12. August dürfte der Kaiser in Wilhelmshöhe eintreffen. Ein am Sonnabend in Berlin umgehendes, zuerst an der Wiener Börse aufgetauchtes Gerücht wollte wissen, der Kaiser habe am Sonnabend früh plötzlich auf Depeschen aus Berlin hin seine Nordlandsreise urplötzlich abgebrochen und sei nach Deutschland zurückgedampft. Angeblich sollen die Nachrichten über die Hochwassersnot in Schlesien diesen Entschluß gezeitigt haben. Im Berliner Hofmarschallamt war davon nichts bekannt, und später einlaufende Depeschen berichten, daß es sich bei dem Gerücht um ein leeres Börsengerede handelt. Ministerwechsel in Preußen? Der preußische Minister des Innern, Frhr. v. Hammer stein, hat einen fünfwöchigen Urlaub angetreten. Unmittel bar vor dieser Nachricht tauchte die Meldung auf, Herr v. Hammersteins Rücktritt stehe nahe bevor. Als fein Nach folger wird mit großer Entschiedenheit Herr v. Manteuffel der frühere Führer der konservativen Partei und jetzige Landesdirektor der Provinz Brandenburg, der zugleich Vizepräsident des Herrenhauses ist, bezeichnet. Der Ministerwechsel soll mit der Absicht der Regierung, bald nach dem Zusammentritt des preußischen Landtags die Mittellandkanal vorlage einzubringen, zusammenhängen. Der Kaiser soll davon überzeugt sein, daß es Herrn v. Manteuffel, der in der fonservativen Partei großes Ansehen genießt, am ehesten ge lingen wird, die Rechte für das Kanalprojekt zu gewinnen. Inwiefern diese Begründung der Kandidatur v. Manteuffel zutreffend ist, läßt sich natürlich nicht feststellen. Tatsache ist jedoch, wie unser Berliner C.B.- Mitarbeiter aus Hoffreisen vernimmt, daß der Rücktritt des Herrn v. Hammerstein in unterrichteten Streisen für sehr wahrscheinlich gehalten wird. Ganz außer Zweifel steht der Rücktritt eines anderen Ministers, des Justizministers Schönstedt. Der 70 jährige Minister hat längst den Entschluß geäußert, aus dem Staatsdienst zu scheiden, und wird diesen Entschluß im Herbst noch vor dem Zusammentritt des Landtages, ausführen. Als sein Nachfolger wird ein Oberlandesgerichtspräsident aus dem Osten genannt. Ebenso zweifellos wie der Rücktritt des Herrn Schönstedt ist, wie wir früher schon einmal mitteilten, der des Kriegsministers v. Goßler, dessen Nachfolger der Generalmajor v. Einem, der Sprecher des Kriegsministeriuns im Parlament, werden wird. Herr v. Podbielski dagegen, von dem vor einigen Wochen der Ausspruch kolportiert wurde,„ er wolle nach der Heuernte verduften", Herr v. Podbielski bleibt im Amte. Ein russischer Geniestreich. + Die russische Diplomatie gibt von ihrer Rührigfeit, Wachsamkeit und Geschicklichkeit täglich) nene Proben. Jetzt hat sie wieder einen Meisterstreich vollendet, der das Zarenreich seinem europäischen Hauptziele, der Herrschaft über den Balkan, um einen großen Schritt näher bringt: Die russische Regierung hat sich den entscheidenden Einfluß auf die armenische Kirche gesichert, indem sie die Verwaltung des Vermögens dieser Kirchengemeinschaft den armenischen Geistlichen ab- und in die eigene Hand genominen hat. Einstweilen handelt es sich nur um die witer russischem Szepter lebende Kirchengemeinschaft; aber gaaj zweifellos gewinnt Rußland durch diese Beherrschung der aussisch- armenischen Kirche binnen kurzem auch bestimmer den Einfluß auf die auf türfischem Gebiete bestehender armenischen Gemeinden. Die Russen wissen eben, was sie wollen, und sie sind nicht gerade heikel in der Wahl ihrer L. ttel. Mörderische Manöver. Aus der Herzegowina kommt die Meldung von einem schweren Unglück bei den gegenwärtig dort stattfindenden bosnischen Korpsmanövern. Eine Truppenabteilung unternahm einen 15 stündigen Eilmarsch von Trebinje nach Bielef. Die Mannschaften waren mit allen Marscherleichterungen versehen. Die Feldflaschen waren gefüllt und Wasser wurde auf Wagen nachgeführt. Die Hize stieg auf 40 Grad Réaumur. Man hatte die Absicht, das nahegelegene Bielek sobald als möglich zu erreichen, um den Soldaten Rast zu gewähren. Ein Kilometer von Bielek entfernt wurden jedoch 15- nach anderen Meldungen 19 Soldaten vom Sonnenstich getroffen und starben. 40 andere, die ebenfalls vom Hitzschlag getroffen wurden, wurden auf Wagen nach Bielef ins Lazareth geschafft. Außerdem brachen 450 Soldaten infolge der Hiße und der Ueberanstrengung durch den Eilmarsch untervegs zusammen und auch die im Gliede gebliebenen waren größtenteils nach ihrer Ankunft in Vielek dienstunfähig; einige, die sich dazu kräftig genug fühlten, sind desertiert. Militärischerseits ist eine ſtrenge Untersuchung eingeleitet worden, die Schuldigen sollen streng bestraft werden. Bei 40 Grad Réaumur einen Eilmarsch anordnen, ist wahrlich nuch das Stärkste an Unverstand und Leichtsinn, was man ich denken kann. Regelung des Wohnungsgeldzuschusses der Beamten. Die preußischen Miniſter des Innern und der Finanzen haben jetzt, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter uns mitteilt, den Durchschnittssatz des Wohnungsgeldzuschusses für die Servisklassen 1 bis V, wie er bei Bemessung der Pension für die preußischen Beamten in Anrechnung gebrachi wer den soll, festgestellt. Er beträgt für die Beamten der NangClasse 1 855 Mark( früher 804 Mark), der Klasse II und III 690 Mark( früher 660 Mark), der Klasse IV und V 525 Mark( früher 492 Mark), der übrigen Beamten mit Ausschluß der Unterbeamten 327 Marf( früher 297,60 Mark), der Unterbeamten 126 Mark( früher 112,80 Mark). Die Servisklasse V ist in Fortfall gekommen. Kurze politische Nachrichten. * Auf der Werft des„ Vulkan" in Stettin ist ein neuer fleiner Kreuzer glücklich vom Stapel gelaufen. Er erhielt den Namen„ Hamburg". * Der Gemeinderat von Hagenau i. E. hat den Bezirkspräsidenten Alerander Hohenlohe, den bekannten„ roten Prinzen", zum Ehrenbürger ernannt. * Der höchste katholische Geistliche der Marine, Oberpfarrer Wiesemann scheidet am 1. Oktober d. J. aus dem Marinedienst aus und siedelt in seine Heimat Westfalen über. Der frühere Staatssekretär des Reichsschaamts, Wirklicher Geheimer Rat v. Jacobi ist in Zinnowitz gestorben. * In der bayerischen sozialdemokratischen Landtagsfraktion sind, wie die Parteileitung selbst einräumt, neuerdings erhebliche Differenzen entstanden. Sie haben ihren Ursprung in den gleichen Umständen, die auch in der Reichstagsfraktion der Partei zu lebhaften Auseinandersetzungen geführt habe: in dem Gegensatze zwischen den„ Zielbewußten" und den Jungen", die eine Entwickelung der Partei zu einer bürgerlich- radikalen Arbeiterpartei anstreben. * In Sachen Dasbach- Hoensbroech teilt Graf Hoensbroech jezt mit, er werde Herrn Dasbach unverzüglich wegen Zahlung des von ihm ausgelobten 2000 Gulden- Preises verflagen. gewichen. etwas in ihr sagte ihr auch gleichzeitig, daß sie selbst ihn noch vorläufig diese Liebe ihr füßes Geheimnis bleiben sollte, aber Jebt wußte sie wieder, daß sie ihn liebte und daß Mutter?" Moment gefonimen ist, werde ich zu handeln wissen." als verjährt zu betrachten... Was sagst Du, liebste Ich sage vorläufig gar nichts, aber wenn der gegebene mache Dir mit der Sonnalie Sie ersichern, geehrte Versamml total verfehlt hat. 3 er eine Starriere die RechtswissenAdvokat, wie er gegenwärtig der Hätte ihn sein schaft studieren lassen, er wäre ohne Zweifel ebenso der erste Letzte Seilfünstler des finden liche Atanosphäre und ebenso ruhmreiche wohin verlegen müssen, aber sie werden nirgends eine ähn= Im Jahre 1670 verkaufte ein Amerikaner auf dem Schachspieler werden ihre gelehrten Sombinationen anderseriten M Erinnerungen Der goldene Mittelweg. Rom, 25. Juli. Heute tagte die fünfte Kongregation der Kardinäle, bei der das heilige Kollegium schon fast vollzählig zur Stelle war. Zwischen den italienischen und den ausländischen Kardinälen fand ein kurzer Meinungsaustausch über das Konklave statt. Es scheint, daß von seiten der Freunde des Amerikaners Gibbons start für diesen eingetreten wird und daß auch sonst allen Ernstes die Frage erörtert wird, ob nach den vielen italienischen nicht einmal ein Papst fremder Nationalität in Rom residieren solle. Einige superfluge Politiker wollten sogar aus dem Umstand, daß die Kardinäle Kopp und Fischer äußerst zuvorkommend von Oreglia bewillkommnet wurden, auf die Möglichkeit schließen, daß ein Deutscher den Thron einnehmen könne. Das ist wohl gänzlich ausgeschlossen, und es ist überhaupt wahrscheinlich, daß die ausländischen Einflüsse sich schließlich mit den italienischen auf dem goldenen Mittelweg in einem Kompromiß bereinen werden. Man wird trotz aller Gegenströmungen gegen Rampolla, Oreglia, Vanutelli u. s. w. doch schließlich einen Kandidaten zu finden wissen, der allen zusagt. Das Konklave wird der Voraussicht nach nicht länger als 48 Stun den dauern wenigstens hat kein geringerer als der mailändische Kardinal Ferrari dies vorausgesagt, da ein jeder Kandidat. der ernstlich in Frage käme, in seinem Programm die Ideen der Gegner berücksichtigen müsse und werde. erdarauf hin, daß ein solcher beflagenswerter Fall in der " rmee eine Einzelerscheinung sei, die nur durch die Persönichkeit verschuldet wäre. § Wegen Mordversuchs gegen seine dreizehnjährige Geliebte wurde in Wien der Buchbindergehilfe Emil Kleinen zu 3 Jahre schweren Kerkers verurteilt. Kleinen hatte aus das Mädchen namens Kasimire Jackowska, bei deren Muttei er wohnte, aus Eifersucht fünf Revolverschüsse abgegeben und sie schwer verletzt. Der Gerichtshof ließ bei der Straf bemessung die äußerste Milde walten, weil das strafbare Verhältnis mit dem Kinde von der Mutter stillschweigend jeduldet, wenn nicht gar begünstigt worden ist. Ein anderer Kirchenfürst, der Kardinal Celesia von Palermo, hat sich ebenfalls offen dahin ausgesprochen, daß der zu wählende neue Papst unbedingt den goldenen Mittelweg weiter verfolgen müsse, auf dem Leo XIII. ihm schon vorangegangen sei. Heutigen Tages, so drückte er sich einem Interviewer gegenüber aus, haben wir mehr als je einen Bapst not, der zu gleicher Zeit energisch und vorsichtig ist. Mit Extremen kommt man nicht mehr weit. Auf dem goldenen Mittelweg dagegen läßt sich immerhin Ersprießliches reichen. Ich selbst habe ihn in den langen Jahren, die ich mein Bistum verwalte, ständig gewandelt. Ich habe kein Titelchen an den Pflichten versäumt, die mir mein Amt auferlegt, und doch habe ich die freundschaftlichsten Beziehungen zu den politischen und städtischen Behörden aufrecht erhalten können. Auch Leo XIII. hat dies, soweit es anging, versucht. Sein Nachfolger wird es noch im höheren Maße können und müssen. § Der Prozeß Humbert, der bekanntlich am 8. August beginnen wird, nachdem er wiederholt verschoben wurde, erregt in Paris so geringes Interesse, daß der Schnurgerichtspräsident bisher nur zwei Gesuche um Eintrittskarten erhielt. Frau Humbert soll einen großen Skandal beabsichtigen. Sie soll zu ihrem Verteidiger gesagt haben, sie werde dafür sorgen, daß nach einer halben Stunde alle Anwesenden sich nach dem Schluß der Verhandlung sehnen würden. Nab und Fern. -- Firma natürlic den Preis der fdvand gegenüb einige Minuten in einen Minima bictungsrekord m ten jet Rinder, zu den billigen Gaifonfrucht fahi Mittag war das tofteten die Airf Vfund. Der Verbleib der flüchtigen Frau Schindler, der Ehefrau des in einem Hamburger Hotel als Leiche aufgefun. denen Banfiers Schindler aus Berlin, hat sich auch bisher nicht ermitteln lassen. Wie indessen die Hamburger Polizei feststellte, hat Frau Schindler die auf dortigen Bostämtern an Verwandte aufgegebenen Telegramme nicht selbst befördert. Frau Schindler ist vielmehr, nachdem sie das gemeinsame Hotellogis berlassen, schleunigst nach Curhaben gefahren. Dort hat sie sich sofort nach ihrer Ankunft mit einem Steward in Verbindung gesetzt und diesen unter Zusicherung eines reichen Trinkgeldes zu veranlassen gewußt, für sie in Hamburg die Depeschen aufzugeben. Der Steward ist auch nach Hamburg gereist und hat noch an demselben Abend sich seines Auftrages entledigt. Seitdem ist Frau Schindler verschwunden. Es wird vermutet, daß sie sich in Curhaven an Bord eines Dampfers begeben und eine Auslandsreise angetreten hat. Leopold Wölflings Aufgebot. An den Mauern der Mairie der Genfer Gemeinde Veyrier ist folgendes Aufgebot angeschlagen:„ Es wollen eine Ehe eingehen: Leopold Wölf ling, ohne Profession, aus Salzburg, Desterreich, wohnhaft in Beyrier, Zivilstand unverehelicht, geboren in Salzburg 2. Dezember 1868, Sohn des Ferdinand Großherzogs von Toscana und Erzherzogs von Desterreich, sowie der Alice Marie Großherzogin von Toscana und Erbherzogin von Sesterreich, und Wilhelmine Adamovic, ohne Profession, aus Lundenburg, Desterreich, wohnhaft in Weyrier, Civilstand unverehelicht, geboren in Lundenburg 1. Mai 1877, Tod)- ter u. s. w." Seit dem 1. Juli wohnt Leopold Wölfling mit Fräulein Adamovic in Veyrier„ Hotel Beauséjour". Diese Meinung des Kardinals Celesia scheint die des ganzen Kollegiums zu sein, von dem Wahrer der päpstlichen Würde während des Interregnums, Kardinal Camerlengo Oreglia angefangen. Dieser hat beim Empfang der kleri. talen Gemeinderäte der in der letzten Sigung des Gemeinderates zu Ehren des Papstes Leo gehaltenen Reden gedacht, ihnen auch im Namen des heiligen Kollegiums gedankt und auch den liberalen Gemeinderäten den Dank entbieten lassen. Kardinal Oreglia betonte sodann, daß unter den eingelang. ten Rondolenztelegrammen sich auch solche von italienischen Kommunal- und Provinzialräten befänden, was vor 25 Jahren niemand erwartet hätte. Also Entgegenkommen auf beiden Seiten. Auch in der Form der üblichen Verwah. rungen des heiligen Kollegiums in der Note an das diplo matische Korps in bezug auf die Rechte des päpstlichen Stuhle soll dieser versöhnliche Ton zum Ausdruck kommen. Meh rere Kardinäle haben einmütig der Meinung Ausdruck gegeben, daß der Sekretär des Konklave, Monsignore del Val, in der Note nicht die früheren Verwahrungen fallen lassen solle, jedoch eine gemäßigte Form gebrauchen. Auch hier der goldene Mittelweg. Die Beisetzung des Papstes Rittmeister Baron Horn verhaftet. In Trient wurde der frühere bayerische Rittmeister Baron Horn verhaftet, der sich aus München nach Berübung zahlreicher Wechselfälschuntgen geflüchtet hatte. Baron Horn versuchte, wie erinnerlich, bet setner Flucht in einem Brief an seine Frau die Metnung zu erwecken, et habe, um der Schande zu entgehen, Selbstmord begangen. Seine Gattin hat die Ehescheidungsflage angestrengt. O Terlinden und die amerikanische Presse. Eine wunderbare Nachricht kommt aus Chicago! Auch nachdem nunmehr in Deutschland die Verurteilung des seiner Zeit hier in den Ver. Staaten verhafteten früheren Großindustriellen Gerhard Terlinden erfolgt ist, so schreibt man einem Newyorker Blatte von dort, haben seine hiesigen Anwälte die Hoffnung, ihn schließlich doch noch frei zu bekommen, nicht ganz aufgegeben. Sie wollen nämlich beantragen, daß er nach den Ver. Staaten zurückgebracht werde! Das Bundesgericht entschied in einem analogen Falle, daß eine Person, die von einem anderen Lande ausgeliefert worden ist, nur für das Verbrechen prozessiert und bestraft werden kann, für welches sie ausgeliefert wurde. Die hervorragendsten Autoritäten für internationale Gesetze haben im Prinzip dieser Entscheidung beigestimmt. Terlinden wurde wegen Fälschung ausgeliefert, aber er wurde schuldig befunden, mehr Aktien- Certifitate ausgestelt zu haben, als gesetzlich erlaubt ist. Seine Verurteilung ist daher nach der Ansicht vieler Rechtsgelehrter eine Verlegung des Auslieferungsvertrages zwischen den Ver. Staaten und Deutschland. Die Hize scheint den Chicagoern gefährlich auf das Hirn zu sengen. ist inzwischen erfolgt. Die Leiche wurde in vollem Schmuck, mit einem roten Schleier und einer Samtdecke umhüllt, in einen Sarg von Zypreſsenholz, dieser wieder in einen Bleisarg gelegt und der letztere schließlich mit einer Verkleidung aus Ulmenholz bedeckt. In den Sarg wurden dem Toten eine Messingkapsel mit der lateinischen Trauerrede und seinem Bebenslauf mitgegeben. Weiter zwei Samtbörsen, die soviel Denkmünzen in Gold, Silber und Bronze enthalten, wie sein Pontifikat Jahre zählt, d. h. 26. Die große Size zwang dazu, die Ausstellung der Leiche in der Petersfirche vorzeitig abzubrechen. Leos XIII. Sarg wird vorläufig in die Nische über der Treppentür, die zur Kuppel von St. Peter führt, ruhen, wo bisher der Sarg Pius IX. stand. Dieser findet nun seine endgiltige Ruhestätte in der Krypte von St. Peter neben seinem Vorgänger Gregor XVI. Der Kuriosität wegen sei noch erwähnt, daß das römische Blatt Messaggero wissen will, daß gegen die bisher beobachtete Sitte Leo XIII. nicht die echten Edelsteine und Ringe, wie seine Vorgänger mit ins Grab gegeben werden sollen. Ein römischer Fabrikant habe den Auftrag, einen Ring und ein Kreuz herzustellen, die mit falschen Steinen besetzt seien und aus vergoldetem Silber beständen. Ebenso wie diese Nachricht braucht eine zweite aus Carpineto, der Geburtsstadt des Papstes, erst gehörige Bestätigung. Der Bürgermeister und die Notabeln dieses Ortes hätten die Idee, unter den Katholiken der ganzen Welt eine Sammlung zu veranstalten, um auf dem 1800 Meter hohen Monte Capreo, auf dem der jugendliche Joachim Pecci den flüchtigen Hafen jagte, eine Kolossalstatue des Papstes aufzuführen. Diese, die 40 Meter Höhe erreichen soll, würde aus Material aus jenem Berge von dem Carpineter Bildhauer Biondi geschaffen werden. Hus dem Gerichtsfaal. Bunte Chronik. In Straßburg tagt zur Zeit der inter. nationale Kongreß für Erdbebenforschung. Bei einem Fest mahl seitens der Landesverwaltung toaste Fürst Hohenlohe auf den Deutschen Kaiser und die Souveräne der für die Erdbebenforschung assoziierten Staaten. Auf dem Bahnhof in Bad Elster wurde der Wiener Vizebürgermeister Hofrat Abt plötzlich wahnsinnig und füßte die Beamten, ihnen Orden versprechend. Er wurde in das Gerichtsgefängnis zu Adorf verbracht, wo er in Tobsucht berfiel. In der Umgegend des Arkell- Sees bei Seattle ( Washington) sind reiche Goldfelder entdeckt worden. Tau sende von Goldgräbern finden sich eint. Die Eisenbahnfatastrophe bei Annaberg ist nach ben vorläufigen Ermittelungen darauf zurückzuführen, daß am Saltepunkt Buchholz eine Weiche umgestellt wurde, bevor ste der verunglückte Zug völlig passiert hatte. folge dessen gerieten einige Wagen auf einen anderen Strang wie die übrigen Teile des Zuges und entgleisten. Bei dem Unglück fanden folgende bier Personen ihren Tod: Feaufmann Albert Grund aus Bärenstein, Husar Langer aus Großenhain, Frau Boftverwalter Otto aus Sehma und Witwe Emilie Meyer aus Marienberg. Die Körper der beiben Frauen waren furchtbar verstümmelt. Der Witwe Meyer war der Köpf und die Beine vom Leib getrennt, der Kopf Ottos war zu einer formlosen Masse serquetscht. Man nimmt an, daß dte Getöteten sich durch Herausspringen aus den Waggons retten wollten und dabei von den umstürzenden Wagen zersmettert wurden. Von den beiden schwer verletzten Bersonen hat Kaufmann Faust aus Plauen Rippenbrüche, Fräulein Wagner aus Schneeberg Arm- und Beinbrüche erlitten. Die Verlegungen der weiteren 6 Personen, die bei der Katastrophe berunglückten, sind äußerst leicht. Der Stationsvorsteher der Haltestelle Buchholz, der anfänglich verhaftet worden war, ist wieder in Freiheit gesezt, § Soldatenmißhandlungen bildeten den Gegenstand zweier Kriegsgerichtsverhandlungen in Aachen und Erfurt. In Aachen wurde ein Feldwebel zu 7 Wochen Gefängnis verurteilt, weil er einen Füsilier ins Gesicht geschlagen und ihn gezwungen hatte, Petroleunt zu trinken. In Erfurt wurde der Sergeant Kempe wegen Mißhandlung Untergebener in 9 Fällen zu 6 Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. Zugleich mit ihm erhielten zwei alte Leute" der Korporalschaft 4 Wochen Gefängnis. Die beiden hatten, wie das Gericht als mildernd annahm ,,, unter dem unheilvollen Einfluß des Sergeanten", die Rekruten mit Klopfpeitschen bearbeitet. Der Sergeant gab meist nur leichte Ohrfeigen und stieß die Leute vor die Brust, daß sie an das Spind flogen, scheute aber auch vor Tritten in das Gefäß nicht zurück und schlug einzelne mit der Faust an das Kinn, daß das Blut aus dem Munde rann und die Zähne gelockert wurden. Als ein Rekrut aus Verzweiflung einen Selbstmordversuch machte, kam die unmenschliche Handlungsweise des Sergeanten ans Tageslicht. Der Auditeur wies Was cin laffenschaft eines im Laufe einer Diener in englis als 615 000 Wie dus Sidney gemeldt wird, hat, wie der dort einge troffene Dampfer„ Stettin" berichtete, am 13. Juli auf der Insel Matupi( Bismarckarchipel) ein Erdbeben stattgefunbeh und vermutlich bedeutenden Schaden angerichtet. Vermischtes. emilien zu diene zu fein. Wie e mitteilt, ist es du ner, Mindermäde 20 000 bis 1000 [ Alkoholfreie Trintlieber] sollen bei den Festlich) citer des ersten Deutschen Abstinententages, der befannilia, volk 8. bis 10. August, in der Neichshauptstadt seine Sitzunger halten wird, von den Teilnehmern gesungen werden. E steht allerdings in Frage, ob lyrische Erzeugnisse wie Bel nachfolgende Symnus auf das Wasser aus dem offizieller Liederverzeichnis" im stande sind, Begeisterung hervorzu rufen. Man höre! Ein schwerer Unfall bei einer Feffeiballon- Uebung ereignete fich auf dem Schießplate in Thorn, woselbst zur Beit Mannschaften der Luftschifferabteilung Yesungen verenjualten, Als die Leute einen Ballon an der Erde befestigen wollten, hob ihn ein plößlicher Windstoß in die Höhe te Soldaten ließen rechtzeitig los und sprangen aus geringer Höhe ab, bis auf einen, der die Gondel erfaßt hatte. Dieser wurde fast zwanzig Meter hochgehoben und stürzte dann zur Erde. Dabei erfitt er so schwere Verlegungen, daß seine sofortige Ueberführung in das Garnisonlazareth erforderlich war. 65 000 Mark Schmerzensgeld. Der bei der großen Altenbekener Eisenbahnkatastrophe seiner Zeit schiver verlette Kaufmann Jacobsohn, der damals für ein Berliner Konfektionsgeschäft reiste, hat sich, wie jetzt aus Paderborn gemeldet wird, mit dem Eisenbahnfiskus in Güte geeinigt. Bisher erhielt er eine Rente und war außerdem ständig auf Kosten der Eisenbahnverwaltung in ärztlicher Behandlung. Nunmehr hat Jacobsohn eine einmalige Abfindungssumme von 65 000 Mark erhalten. A Mit dem Automobil in den Rhein gestürzt. Auf der großen Baseler Rheinbrücke ereignete sich ein schwerer Autoinobilunfall. Ein von dem Gipshändler Nuof gesteuertes Automobil, in dem sich noch ein Dr. Laroche befand, fuhr mit voller Wucht gegen das gußeiserne Geländer, zerschlug es und stürzte in den Rhein. Die beiden Fahrer wurden schwer verletzt, konnten aber durch einen Pontonierverein, der gerade Fahrübungen abhielt, geborgen werden. was wandelt Gesang zu der Tiere Gebrumm, Bis die Sänger oft friechen auf Wieren? Was macht dem Philister den Rücken, frumm? Was hält den Bruder Studio Bümmt? Das Gift i ben Weinen und Bieren! Und fragt Ihr, was Freiheit und Kampfluft uns schaffe Wasser, frisches Wasser, Wasser, das gab uns die Kraft!" Wer sem Baterland stebt, ber trinkt es nicht mehr, Das Gift bon den Brennern nnd Brauern! flöß es hinab doch ins feruste Meer, Dann wären die Taschen, die Schädel nicht leer, Mand Witwe braucht nicht zu trauern! Was erhält unserm Vaterland Reichtum und Kraft? Wasser, Wasser ,. Wasser, das alles uns schafft!" Der G ben Areifarzt D Oberlehrer Ber Grünberg. * Mit Er herzogliche Mini sk Lostrennung Gu Begründung ben junächst der Swe ratung und Bef Berlie der juristischen F Anila feiner E jum Ritterfreuz Seder Freund frischer, sanglicher Weisen, auch der trinkfesteste Bruder Studio, wird dagegen die folgende Strophe aus einem anderen alkoholfreien Liede gern mitsingen: † Zur Berhaftung des Hochstaplers Manolescu wird noch aus Innsbruck gemeldet, daß der Gauner dort schon wieder den großen Herrn spielen konnte und mit dem Gelde nur so um sich warf. Manolescu gab bei seiner Vernehmung an, daß er bei seiner Flucht aus Herzberge von einer ihm bekannten Berliner Dame ein größeres Darlehen erhalten habe. Bei seiner Verhaftung wurden noch 210 Kronen bei ihm gefunden. Sie erfolgte auf Veranlassung des Buchhalters des Hotels, in dem Manolescu unter dem Namen George Arturo logierte. Dem Buchhalter war zufälligerweise ein Wiener Blatt mit dem Steckbrief und der Photographie Manolescus in die Hände gefallen. Manolescu versuchte noch im letzten Augenblick auf dem Transport durch die Stadt zum Polizeiamt zu entwischen, wurde aber wieder eingeholt. Manolescu soll übrigens geäußert haben, er wolle viel lieber in einem österreichischen Gefängnis als in Das Klingen der Gläser gar biele beſtrict Wir wissen, was reiner die Seele entzückt! Uus hebet die Herzen zu festlicher Stund Ein silbernes, Lachen aus lteblichem Mund! Juvivallera! Nach de für Fleischbeschau die vor dem 1. Grund des Rei Wenn, fie vor 8 Dienste waten, 1. April 1904 e Uebergangsprüfun bon Intereffenten 1903 bei ber Weiterfunktion& Der König von Dänemark im Straßenbahnwagen. König Christian von Dänemark hat wiederum einen Beweis oon seiner einfachett Lebensweise gegeben. Gelegentlich seiner Durchreise durch Hamh... unternahm der greife Tonard emer Besichtigung dee statser Wilheint- Denkmals mit feinem Gefolge eine Rundfahrt durch die Häfen. Zur Fahrt nach dorthin benußte der König mit zwei Hoffavalieren vom Parkhotel aus die Straßenbahn, während die ihn begleirenden Prinzen und die Prinzessin den Weg zum Hafen mittels Equipagen zurücklegien. 727 mia bis zu genannt daß der Betreffe + Geif bethebang. Rird tirde veranstaltet ficheren Leitung& inen äußerst wi Bon vielem Fle treten zum beten benn Herr Orga bie bas Wert fo *[ Einst und jezt.] Inter dieser Ueberschrift schreiben die„ Innsbr. N." Es sind etwas fiber 100 Jahre her, daß Papst Pius VII, zu Valence gestorben ist. damals die Nachricht vom Tode des Papstes bis nach Inns bruck brauchte, klingt uns heute geradezu unglaublich. Nach Zollers Geschichte der Stadt Innsbruck wurde der Tod des Papstes, der am 29. August 1799 erfolgt war, erst am 25. Januar 1800 ins Insbrud bekannt, weshalb an diesem Tage und am 26. und 27. Januar geläutet wurde. So vor 100 Jahren. Und jetzt! Um 4 Uhr nachmittags war der Papst verschieden und drei Stunden später kündeten in allen Städten Europas Ertrablätter den Tod an! Orgelphantafie als aud in feine bietet, mit spiele Schmidt aus Ha mit fehr schönem Organ, bas für Lommen ausreich bir borzüglichen rennung. Bef Boldlig folgte b Die Stabilire Der Sonntag bi gefunden hatten, Kirchengefangper [ Ein belustigender Konkurrenzkampf spielte sich zu Magdeburg am Breiten Wege zwischen zwei Warenhäusern ob. Das eine offerierte Kirschen erster Güte das Pfund zu 12 Pf. Darauf bot der schräg gegenüber arbeitende Konfurrent seine eigene hochfeine Qualität sofort zu dem Ausnahmepreise von 9 Pf. an. Das durfte sich die erstgedachte einem deutschen Irrenhaus untergebracht sein. Wahrscheinlich, um nac) Wien transportiert zu werden, gestand er dem Untersuchungsrichter, in dieser Stadt einen großen Diebstahl begangen zu haben. Stunde waren Intereffe daran mufit anzuhören einen jo genußr ** Rad Sonntag bei Sardt Hattgefu Der Besuch wa Ein raffinierter Diebstahl wurde in Paris ausgeführt. Das dortige Bankhaus Nazovitch et Gers, Rue Vivienne, erhielt morgens feinen einzigen Brief. Auf der Hauptpost zeigte man ihnen einen Razovitch- Gers unterzeichneten Brief. welcher bat, vom 22. ab alle Briefschaften Boulevard- Rochechuart 10 zu senden. In diesem Hause hatte ein Mann ein Zimmer auf acht Tage gemietet und sich unter diesem Namen eingeschrieben. Nachdem er die Briefschaften in Empfang genominen, war er verschwunden. Nur einen ein. geschriebenen Brief erhielt er nicht ausgeliefert. Vor zwei Monaten wurden in ganz derselben Weise dem Geschäftshaus Georges Offenstadt vierzehn Tage lang alle Briefe abgefangen. Die Pariser Geschäftswelt ist durch diese Vorgänge in begreifliche Unruhe versezt. 9 futtate gezeitigt offen für Serten noch feinen erit föln in 3,1% Belowaty Frank fahren 2000 fahrer mit zwei Minuten, weite Horig- Roin 3,2 Meter 6 Ru Borms Röln in in 3,6 Min. m Minuten mit tennen 6000 mania", Rad Rlub Frankfur gegen 6 Bun Dauerrennen Läufen zufamm Graf Frankfurt Magdeburg; diefer Rennen eigenen Motors Bitterfahren. ** Die Theaterba Bau- und Fin Abend im for der Che aufgefun. uch bisher ger Bolizei Bostämtern Ibit beför s gemeins haben ge unft mit unter Zu n gewußt, r Steward demselben ist Frau sie sich in eine Ausient wurde rhaftet, der felfälschun erinner u die Metentgehen, cheidungs. t der inter einem Fest Hohenlohe Der für die der Wiener g und füßte urde in da in Tobsucht bei Seattle den. Lau dort einge Juli auf del tattgefunden t. Jestli citer Anilia, voll e Gizunger Derden: G ffe te bel " offizieller g hervorzu * schafft? ehr, raft? ich der trink ende Strophe itsingen: bahnwagen: einen Beweis entlich fether eifé tronardi Jentmals mit . Zur Fahrt balieren bom e ihn beglei. m Hafen mit rift schreiben ahre her, daß zvit iunie nach Jums blich. Nadj der Tod des ar, erst am Ib an diesem de. So vor ags war der Deten in allen ielte fich zu Barenhäusern s Pfund zu eitende Konu dem Ause erftgedachte Wahrschein estand er dem Ben Diebstahl & ausgeführt. Vivienne, erDer Hauptpoft dineten Brief, lebard- Rochee ein Mann unter diesem ffchaften in ur einen ein. t. Bor zwei Beschäftshaus Briefe abge efe Borgänge Firma natürlicherweise nicht gefallen lassen; sie ermäßigte den Preis der süßen Frucht flugs auf 8 Pf. Sofort verschwand gegenüber die Tafel mit dem Angebot zu 9 Pf., um einige Minuten darauf wieder zu erscheinen; die 9 Pf. waren in einen Minimalfaz von 5 Pf. umgearbeitet. Dieser Unterbictungsrekord wurde nicht mehr geschlagen, wohl aber strömten jetzt Kinder, Frauen und Männer in dichten Kolonnen zu den billigen Kirschen. Der Vorrat der schmackhaften Saisonfrucht schien aber rasch vergriffen zu sein. Gegen Mittag war das 5 Pf.- Schild verschwunden, und gegenüber kosteten die Kirschen wieder, wie am Morgen, 12 Pf. das Vfund. [ Was ein Diener verdienen kann zeigt die Hinterlassenschaft eines 65 jährigen Mannes in Newcastle, der sich) im Laufe einer langen Dienstzeit als Lakai und Kammer diener in englischen herrschaftlichen Häusern nicht weniger als 615 000 Marf erspart hat. In besseren englischen Familien zu dienen, scheint überhaupt kein schlechtes Geschäft zu sein. Wie eine Londoner Zeitung zu dem obigen Hall mitteilt, ist es durchaus nicht ungewöhnlich, daß Köche, Gärtner, Kindermädchen und Haushälterinnen Beträge 20 000 bis 100 000 Mark hinterlassen. Lokales. זוטי Gießen, 27. Juli 1903 ** Der Großherzog empfing am 25. Juli u. a. hen Kreisarzt Dr. Königer von Schotten und den Oberlehrer Bernius, Reftor der höheren Bürgerschule zu Grünberg. Mit Ermächtigung des Großherzogs hat das Groß herzogliche Ministerium des Innern den Geseßentwurf, die Lostrennung Gustavsburgs von Giensheim betreffend, nebst Begründung den Ständen des Großherzogtums, und zwar zunächst der Zweitent Kammer, zur verfassungsmäßigen Beratung und Beschlußfassung übersandt. Berliehen wurde dem ordentlichen Professor in der juristischen Fakultät Dt. Karl Friedrich Heimburger aus Anlaß seiner Entlassung aus dem Staatsdienst die Krone jum Ritterkreuz I. Klasse Philipps des Großmütigen. ** Nach den Bestimmungen der Prüfungsvorschriften für Fleischbeschauer fönnen seitherige Laien- Fleischbeschauer, die vor dem 1. April 1903 angeftellt waren, auch auf Grund des Reichs Fleischbeschaugesetzes weiter amtieren, Wenn sie vor dem 1. April 1903 mindestens 1 Jahr im Dienste waren, sich tadellos aufgeführt haben und vor dem 1. April 1904 eine vor dem Kreisveterinärarzt abzulegende Uebergangsprüfung bestanden haben. Vergessen wird dabei von Interessenten meist, daß sie sich vor dem 1. Oktober 1903 bei der Bürgermeisterei, bezw. dem Kreisamt ut Weiterfunktion zu melden haben. Geschieht die Meldung bis zu genanntem Zeitpunkt nicht, so wird angenommen, daß der Betreffende auf sein Amt verzichtet. 31 PP " eine Ergänzung durch geeignete Personen aus der Bürgerschaft heraus vorzunehmen. ** Schülerunfug. Am vorvergangenen Sonntag haben sich mehrere Schüler des Realgymnasiums und der Realschule grobe Ausschreitungen gegenüber einem Lehrer ihrer Anstalt zuschulden kommen lassen. Diese Ausschreitungen werden sich nun schwer rächen, denn neben geringen Strafen wird bei zwei der Exzedenten auf Relegation erkannt werden. Die darüber in andere auswärtige Blätter lanzierte Notizen treffen in ihrem Wortlaut nicht zu. Verhaftung. Am leßten Samstag wurde ein hiesiger Fabrikant wegen Betrug und Urkundenfälschung verhaftet, wurde aber nach Hinterlegung einer Raution von 5000 Mart bald darauf wieder auf freien Fuß gefeßt. ** Städtebundtheater. Dem oberhessischen Städtebundtheater soll sich außer Marburg, Gießen und Bad- Nauheim auch Friedberg angeschlossen haben. Nach in letter Minute eingeholter Information trifft diese ins B. T" lanzierte Nachricht nicht zu. ** * ** Das Düngberg- Wetturnen findet, wie in der letzten Nummer der Turnzeitung für den Gau Hessen" offiziell bekannt gegeben ist, am 30. August statt. Es be. ginnt vormittags 11 Uhr und wird vom 1. Gauturnwart will geleitet. Geturnt wird: Freiweit, Freiweithoch, Steinstoßen und Stemmen einarmig. * " Neuner" Klub". Eine größere Feier, die viele Ueberraschungen bot, fand gestern abend in der Restauration Wiegand statt, es handelte sich um die Einweihung der Fahne( Standarte), welche Frauen und Jungfrauen dem dort tagenden Neuner- Klub überreichten. Die Feier fand im engsten Kreise der Vereinsmitglieder statt, wurde aber derart humorvoll eingeleitet und zum Schluß gebracht, daß jedem Teilnehmer die Feier unvergeßlich bleiben wird. Wir wünschen dem Klub auch ferneres Blühen und Gedeihen, da seine Tendenzen nur dem Humor und der Ein tracht zustreben. * Der 20. Deutsche Tischlertag des InnungsVerbandes Bund Deutscher Tischlerinnungen" findet am 2., 3. und 4. August in Frankfurt a. M., Etablissement Zoologischer Garten", statt. * Von der Großh. Staatsanwaltschaft Gießen werden steckbrieflich verfolgt: Maurer G. Thomas aus Ober- Dhmen wegen Betrugs; Siebmacher Joseph Gorgan aus Ludwigshöhe wegen Diebstahls und Betrugs; Mer Wonschitowski aus Maleszechewo wegen Diebstahls; Agent Georg Ewald aus Ober- Greißlau wegen Betrugs und senmacher Anton Müller aus Fürth i. O. wegen Diebstahls. ** Militärbienstnachrichten. Biermann, Obertt. im Inf- Reg: Kaiser Wilhelm Nr. 116, Gießen, mit der Aussicht auf iftedung im Zivildienst, der Abschied mit der gesetzlichen Bension aus dem aktiven Heere bewilligt; zugleich ist derselbe bei den Offizieren der Landw. Inf. 1. Aufgebots eingestellt; Beytsch, Major a. D. Bezirksoff. beim Landw..Bez. Friedberg, mit der Aussicht auf Anftellung im Zivildienst und der Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf.- Leib- Regts. Großherzogin Nr. 117 der Abschied mit Bension bewilligt; Tarnogrodi, Major z. D., zuleßt Bezirksoffizier beim Landw.- Bezirt Stockach, die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Inf. Reg. Kaiser Wilhelm M. 116 erteilt; Dr. Schrade, Stabs- und Bats.- Arzt des 3. Bats. Inf.- Neg. Kaiser Wilhelm Nr. 116, bei dem 1. Westpr. Fußart. Reg. Nr. 11 zum Reg.- Arzt unter Beförderung zum Oberstabsarzt ernannt; Dr. Friedrichs bei der Unteroffizier- Vorschule in Neubreisach, bei dem 3. Bat. Inf. Reg. Kaiser Wilhelm Nr. 116, vorläufig ohne Patent, zum Bats: Arzt unter Beförderung zum Stabsarzt ernannt; Assistenzarzt der Meserve Dr. Weiß( Gießen), zum Oberarzt, Dr. Wez( Gießen), Unterarzt der Reserve zum Assistenzarzt befördert. Geistliche Musitaufführung. Die von bem ebang. Rirchengefangverein gestern abend in der Stadtfirche veranstaltete Getfil. Mustlaufführung nahm unter der ficheren Leitung des Herrn Univ. Musikdirektors Trautmann einen äußerst würdigen Verlauf. Alle Darbietungen zeugten pon vielem Fleiß und eingehendem Studium. Schon die Srgelphantasie über das altniederländische Volkslied ir treten zum beten" von G. Beckmann war eine Musterleistung, denn Herr Organist Görlach überwand die Schwierigkeiten, bie das Wert sowohl in seiner breiten, wuchtigen Melodit, als auch in seinen jähen Übergängen von Forte zu Piano bietet, mit spielender Leichtigkeit. Frau Profeffor Mathilde Schmidt aus Halle, sang Lieder von Bach und Mendelsohn mit sehr schönem Erfolge. Die Sängerin verfügt über ein Organ, das für die doppelte Größe unserer Stadtkirche volt tommen ausreichen würde. Auch der Chor verdient unter der borzüglichen Leitung des Herrn Trautmann alle Anerkennung, Bestimmt und prätis erfolgten die Einfäße und willig folgte die Schaar den Intentionen ihres Dirigenten. Die Stadtkirche war von Andächtigen nahezu gefüllt, wenn ber Sonntag, vielleicht doch noch Einige, die auch noch Blaz gefunden hätten, fern gehalten, so soll sich der Evangelische Kirchengefangverein dadurch nicht irre leiten lassen: Tag und Stunde waren durchaus richtig gewählt, um jedem der Interesse daran hat, Gelegenheit zu geben, eine gute Kirchenmufit anzuhören. Hoffentlich bescheert man uns bald wieder einen so genußreichen Abend. Meter - - *** Radrennen a. d. Hardt. Das am gestrigen Sonntag bei günstiger Witterung auf dem Sportplay a. d. Hardt stattgefundene Radrennen nahm einen guten Verlauf. Der Besuch war gut. Das Rennen selbst hat folg nde Refultate gezeitigt: Erstfahren 2000 Mtr. 5 Runden, offen für Hertenfahrer, welche bei einem öff ntlichen Rennen noch feinen ersten Preis errungen haben. Sieger: RörigKöln in 3,12% Min., Grünhagen- Frankfurt in 3,1% Min., Belowsky Frankfurt in 3,1% Min. Eröffnungs5 Runden, offen für alle Herrenfahren 2000 Mtr. fahrer mit zwei Vorläufen. Sieger: Worms- Köln in 3,22 Minuten, zweiter Reuß- Nürnberg in 3,22% Min., dritter Rörig- Köln 3,22% Min. Vorgabefahren 2400 6 Runden, offen für alle Herrenfahrer. Sieger: Borms Köln in 3,5% Min. ohne Vorgabe, Reuß- Nürnberg in 3,6 Min. mit 15 mtr. Vorgabe, Gierer- Mainz in 3,61% Minuten mit 60 Mtr. Vorgabe. Mannschaftsrennen 6000 Mtr.= 15 Runden. Es starteten:„ Germania", Rad- Klub Gießen mit 5 Mann, Mars", RennKlub Frankfurt mit 4 Mann. Sieger:" Mars" mit 5 gegen 6 Punkte.- Großer Preis von Gießen, Dauerrennen für Berufsfahrer mit Motorführung, in drei Läufen zusammen 100 Runden= 40 Kilom ter. Sieger: Gräf- Frankfurt, zweiter Möder- Berlin, dritter WernerBei einen Magdeburg; Gesamtzeitdauer 36,20 Minuten. dieser Rennen stürzte Möder- Berlin über den Ablasser seines eigenen Motors ohne jedoch Schaden zu nehmen, er konnte writerfahren. " ** Die beiden für die Vorbereitungen unserer Theaterbaufrage fürzlich gewählten Kommissionen, au- und Finanz- Kommission, werden morgen DiensAbend im Bürgermeisteretgebäude gemeinsam tagen. for Stzung ist über die Pläne zu beraten und -X Die Bahn von Buzbach nach Lich, eine der wichtigsten und den meisten Berkehr in Aussicht stellenden Nebenbahn Oberhessens, soll am 1. Oktober d. J. eröffnet werden. * ** Alter israelitischer Friedhof. Ein interessanter alter Friedhof befindet sich in Großen- Linden. Keine 200 Schritte von der Hauptstraße entfernt, sind mehrere Gärten mit Obstbäumen beflanzt, unter denen Hunderte verstorbener Israeliten gebettet sind. Grund und Boden befindet sich im Besiz mehrerer Privatleute, welche ihr Besitztum jeder einzeln umfriedigt haben, und inmitten dieser Gärten stehen hier und dort teits in Gruppen, teils vereinzelt verwitterte Grabsteine mit hebräischen Lettern, darunter vereinzelte deren Schrift in Hochreliefmanier ausgehauen ist. Es handelt sich um einen aufgegebenen jüdischen nur die Gemeinde Gießen sondern die Israeliten aus allen Friedhof auf welchem noch vor etwa 50-60 Jahre nicht umliegenden Dörfern bis tief in die Rabenau und Wetterau hinein ihre Toten bestatteten. Wie es kommt, daß das Gelände Privatbesitz geworden, obwohl die Altvordern noch bestehender hochangeſehener Familien dort ihre leßte Ruhe ſtätte gefunden, ist nicht zu ermitteln. Die jetzigen Besitzer der Gärten können den Nachweis des Erwerbes des sehr Bürgermeister Leunausgedehnten Geländes erbringen. Großen Linden hat das Verdienst, dafür gesorgt zu haben, daß von dieser Stätte der Toten aller Unfug fern gehalten wird und daß die alten Steine welche noch vorhanden sind nicht entfernt werden. Bemerkt muß noch werden, daß einige Frankfurter Familien, welche aus hiesiger Gegend stammen, das Stück Erde in denen ihre Väter und Großväter bestattet wurden, aus privatem Besitz zurückerworben haben und für die Erhaltung der Gräber pietätvoll sorgen, um so mehr aber stimmen die Gräber, um die sich niemand fümmert, den dort Verweilenden wehmütig und nachdenklich. = Garbenteich. Der Bau einer Kreisstraße von hier nach Lich ist nunmehr beschlossen; es ist damit einem längst gehegten Wunsch Rechnung getragen. ** Wezlar. Lehrer Eduard Schwarz zu Nauborn ist nach abgelegter zweiter Prüfung zum Lehrer an der evang. Schule daselbst endgültig ernannt worden.- Zum Lehrer an der neu errichteten 5. Lehrerstelle zu Weglar- Niedergirmes wurde Lehrer Heinrich Köster aus Bechtheim im Kreise Untertaunus, ein geborener Griedelbacher, ernannt. Ettinghausen. Dieser Tage fam ein dreijähriges Kind mit der Hand unter das Messer einer Häckselmaschine und schnitt sich zwei Finger ab. Geilshausen. Luise von Toskana bei unsern Sechjährigen. In der Voltsschule zu Geilshausen in Oberhessen, einem Dorfe von 500 Einwohnern, wurde die Geschichte von der Hochzeit Cana behandelt. Die diesjährigen ABCSchüßen sind auch zugegen. Ein pausbackiges Mädchen folgt mit großem Interesse dem Unterricht. Als die Erzählung noch einmal wiederholt wird, stellt der Lehrer u. a. die Frage: Wo war die Hochzeit? worauf das kleine Mädchen den Finger hebt und prompt mit klarer Stimme antwortet: In Tostana. Marburg, 26. Juli. Zum Rektor der hiesigen Universität wurde gestern der Professor der Theologie, Mirbt, gewählt. In der Kaserne des hiesigen Jägerbataillons gerieten vorgestern zwei Jäger in Streit, wobei der eine dem andern einen derartigen Fußtritt gegen den Unterleib gab, daß der Getretene bald darauf starb. Groß- Umstadt, 26. Juli. Das hiesige Schöffengericht verurteilte den Fuhrknecht Bärmann zu Reibach, der mit seinem Gespann in vollem Galopp durch das Dorf Dudenhofen gefahren war und dabei den Landwirt Ph. Keil überfahren hatte, zu 3 Monate Gefängnis. Keil war längere Zeit arbeitsunfähig gewesen. Kassel, 27. Juli. Die Aussperrung der gesamten Bauarbeiter, die die hiesigen Bauunternehmer für den Fall, daß die streifenden Schreiner die Arbeit nicht wieder aufnehmen würden, vorgesehen hatte, ist zur Tatsache geworden. Die meisten Bauten werden von heute ab still liegen. Die Gesamtzahl der ausgesperrten Arbeiter beträgt etwa 3000. Schöffengericht. - Der Gießen, 24. Juli 1903. Der Schneider Jakob M. aus Ober- Mellrich ist der Bettelei beschuldigt. Er ist geständig und erhält, weil vorbestraft, 3 Wochen Haft, die er fofort antritt.- Der Taglöhner' Ludwig W. von Allendorfa. Lda. ist ebenfalls der Bettelei beschuldigt. Die Beweisaufnahme ergiebt, daß der schon vielfach vorbestrafte Angeklagte die Bettelei in sehr zudringlicher Weise betrieben hat. Das Uteil lautet auf 6 Wochen Haft, auch wird der Angeklagte nach verbüßter Strafe der Landespolizeibehörde überwiesen. Schuhmacher Friedrich V. von Schlt hat sich wegen Diebstahls zu verantworten. Er soll einem Handwerfsburfchen in der hiesigen Her erge eine Schachtel mit Werkzeug entwendet haben. Der Angeklagte leugnet, wird aber durch die Beweisaufnahme überführt und erhält 1 Woche Gefängnis. Auf der Anklagebant nimmt sodann der Schneider B. von We Blar Plaz, dem Unterschlagung zur Last gelegt wird. Mangels Beweises erfolgt Freisprechung. -Fuhrmann Heinrich B. von Gießen soll sich des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht haben, da jedoch ein genügender Beweis nicht erbracht ist, wird er freigesprochen. Hierauf wird vorgeführt die Dienstmagd Marie D. von Alsfeld, welche z. Bt. in Frankfurt a. M. eine Gefängnisstrafe wegen Diebstahls verbüßt. Die Angeklagte soll einen Betrugsversuch begangen haben, indem sie unter Angabe falschen Namens in ein hiesiges Geschäft ging und angeblich im Auftrage einer Frau Uhren und Ketten zur Auswahl holen wollte. Seither hat die Angeklagte geleugnet. Jezt ist sie geständig. Das Urteil lautet auf 3 Wochen GeEine Sache gegen Konrad R. von Gießen, fängnis. Den Schluß wegen verbotenen Baggerns, wird vertagt. bildeten 5 Privatklagen wegen Beleidigung. Litterarisches. - Der Stein der Weisen" veröffentlicht in seinem jüngst erschienenen 7. Hefte( des 16. Jahrganges) eine Reihe von lesenswerten mit reichlichem Bildermaterial ausgestatteten Abhandlungen. Mit vielem Interesse wird man die zahlreichen furz gefaßten Mitteilungen über allerlei FortDer Stein der Weisen", dessen verdienstliche Leistungen im schritte auf dem Gebiete der exakten Naturwissenschaften lesen. In- und Auslande rühinenswerte Anerkennung gefunden haben, erscheint in halbmonatlichen Heften mit 30-40 Abbildungen und kostet das Heft nur 50 Pfennig. Auch gibt jedes bessere Buchhandlung auf Wunsch Probehefte ab. Herborn( Dill), 23. Juli. Auf dem heute abgehaltenen 8. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 405 Stück Rindvieh und 614 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen I. Qual. 70 bis 72 Mf., II. Qual. 68 bis 70 Mt., Kühe und Rinder I. Qual. 60 bis 65 Mt., II Qual. 54 bis 58 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 24 bis 40 Mt. Läufer 50 bis 70 Mt. und Einlegschweine 100 bis 120 Mt. das Paar. Der nächste Markt findet am 24. August statt. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für das Lokale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Wer gebraucht nicht schon längst Pfeiffer& Diller's Kaffee- Essenz Jeder der Wert auf guten Kaffee legt! Versuchen Sie dieselbe einmal! Eine Apfelmühle und Presse und ein neuefter konstruktion Rollwagen billig zu verkaufen. Otto Luft, Gießen, Neuenweg 28. Geld. Darlehne sofort an Jeden, jede Höbe coulant. A. Löthöffel Berlin W. 64., Ridpto. Bum neuen Saalbau Gießen ( früher Steins Garten). Dienstag, den 28. Juli. Grosses Extra- Konzert = zum Besten des Invalidendank ausgeführt von der Kapelle des Infanterie- Regiments ,, Kaiser Wilhelm"( 2. Großh. Hess.) Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors Herrn C. Krauße. Anfang präcis 8 Uhr. Eintritt 50 Pig. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im Saale statt. Städtische Pflichtfeuerwehr. Donnerstag, 30. Juli, abends 8½ Uhr im Turmhaus am Brand Uebung der 1. und 2. Rotte. Gießen, am 24. Juli 1903. Der Branddirektor: Traber. Ortsgewerbeverein Gießen. General- Versammlung. Dienstag, 28. Juli, abends 8% Uhr, Restaurant Feidel. Tages Ordnung. Jahresbericht; Rechnungsablage 1902/03; Voranschlag 1903/04; Vorstandswahl; sonstige Vereinsangelegenheiten. Zu recht zahlreicher Beteiligung ladet ergebenst ein. Achtung! Soeben eingetroffen Der Vorftand. Achtung! hochfeine reife Erfurter Nieren- Kartoffelu; diese Art ist bekanntlich die beste Ware der Jezztzeit. selbige Eine gut erhaltene fast neue Vergebung von Bauarbeiten. eiserne Wendeltreppe zu verkaufen. Näheres Für den Neubau der Universitäts- Biblioth et in Gießen Grünbergerstraße 24 parterre werden auf Grund des Erlasses Großh. Ministeriums der Finanzen vom 16. Juni 1892 folgende Arbeiten bezw. LieferGießen. 1 schönen Acker Korn ungen öffentlich ausgeschrieben! zu verkaufen. Näheres Crednerstraße 33 III, Gießen. 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Julius Witzel. nur peinliche Mund- und Zahnpflege, die die Unterstützung des Zahnarztes nicht ausschliessen darf, bietet gegen die ungünstigen Folgen der Zahnfäule etc. weitgebenden Schutz. Wer also auf die Erhaltung seiner Zähne Wert legt, der benutze wer sein körperliches Wohlbefinden dauernd sichern und das Wohl seiner Pflegebefoblenen wirklich fördern will, Kosmodont- Zahnpflege- Mittel, hergestellt nach den Vorschriften und unter ständiger Kontrolle des Herrn Professor Dr. med. Jul. Witzel. Kosmodont- Mundwasser, pro Flasche Mk. 1.50, Doppel- Flasche mk. 3.-, verbindet die Vorteile eines antiseptischen Zahnputzmittels mit denen eines erfrischenden, aromatischen mundwassers. Jeder Flasche Kosmodont- Mundwasser liegt die Broschüre des Herrn Professor Dr. med. Jul. Witzel bei:„ Die Erkrankungen der Zähne und deren Einfluss auf den Körper." Kosmodont- Zahnbürste, nr. 1 für Erwachsene, Mk. 1,25 12r. 2 für Kinder, mk. 1. 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