Nr. 122. Crites Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., n's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertels fährlich Mt. 1.50. Bratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitage. Mittwoch den 27. Mai 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einfpaltige Betttzelle für Gießen wie ganz Oberhessen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Ervedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechauschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblaff) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Ein Gang durch die Städteausstellung ( Von unserem Spezialberichterstatter.) LM. Dresden, 26. Mai. Vor vier Jahren wurde auf der Oberbürgermeisterlonferenz zu Karlsruhe in Baden der Beschluß gefaßt, in einem regelmäßigen Abstand von fünf Jahren die der technischen und verwaltungstechnischen Arbeiten Städte, ihre Schäße und Reichtümer öffentlich zur Schau zu stellen, und als erste unter den Städten, denen die Austellung zugedacht war, wurde die sächsische Landeshaupttadt Dresden, das herrliche Elbflorenz, gewählt. Der Gebanke ist zur Tat geworden. Der Industriepalast in der Dresdner Vorstadt prangt aus diesem Anlaß im herrlichsten Flaggenschmuck, und auch seine äußere Ausstattung iſt vesentlich verbessert. Er ist von Wallot durch einen Kuppelbau vergrößert worden, an dessen Eingang ein Reiterstandbild des Königs Albert in dreifacher Lebensgröße bon Max Baumbach aufgestellt ist. Den Hintergrund schließt eine Gipskopie des gewaltigen Dresdener Neptunbrunnens von Longelune und Natielli ab. Bei diesem imponierenden Monument verbietet sich eine Häufung von Denkmälern an sich schon, denn diese würden unrettbar durch den Hintergrund erdrückt werden. In dem Frontgang sieht man daher nur die überlebensgroßen Standbilder des Fürsten Bismarck und des Grafen Moltke, den beiden Ehrenbürgern von Dresden, sowie das Modell zu einem neuen Denkmal Wilhelms II. von Peter Brauer. Außerdem thront auf erhabenem Postament noch das Modell des neuen Leipziger Rathauses, ein Bauwerk in rein gotischem Stil und von einem Riesenumfang. Weiterhin sind in der Wandelhalle hauptsächlich Gegenstände des Ratsschazes aus verschiedenen Städten, Urkunden und Ehrenbürgerbriefe zur Schau gestellt. Unter den Kleinodien nimmt der Kölner Ratsschatz die erste Stelle ein wegen seiner künstlerischen Gediegenheit und seines ma teriellen Wertes. Von klassisch antiker Schönheit ist das zur Schau gestellte Modell des Kurhauses und des Theaters in Wiesbaden, prachtvolle Ausschnitte aus mittelalterlichen Städtebildern bietet die Breslauer Gemäldegalerie, sowie die Abbildungen von Nürnberg. Ganz besonders interessant für die Beurteilung des Baustils sind zwei nebeneinander gestellte Modelle von Mannheimer Bauquartieren, von denen das eine aus dem vorigen, das andere aus diesem Jahrhundert stammt, ersteres eintönig und ohne Zierat, letzteres in den wechselvollsten Stilarten gehalten. Besonders stark ist die Reichshauptstadt mit Modellen von öffentlichen Gebäuden, Denkmälern, Brükten, Bahnanlagen, Wasserbauten, Hoch- und Tiefbauanlagen und Straßenquerschnitten vertreten. In der sozialpolitischen Abteilung nimmt Frankfurt am Main einen ersten Platz ein. Die wissenschaftliche Ausstellung von statistischen Arbeiten, Denkschriften und graphischen Darstellungen ist ungemein reichhaltig. Im Kleinen enthält waren Korpskommandeure: Graf Haeseler vom 16., v. Lignig vom 3., v. Klizing vom 4. und Herwarth v. Bittenfeld vom 15. Armeekorps, zwei Gouverneure, sechs Divisionskommandeure, 27 Brigadekommandeure, drei Inspekteure, ein Direktor im Kriegsministerium und ein Kommandant. Wer wird Oberpräsident von Schlesien? (") Als Nachfolger des Fürsten Haßfeldt im Breslauer Oberpräsidium war kürzlich der Regierungspräsident_v. Jagow in Marienwerder genannt worden. Wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter hört, kommt die Kandidatur des Herrn v. Jagow nicht in Frage, ebensowenig die des ebenfalls genannten bisherigen Breslauer Regierungspräsident v. Heydebrand und der Lasa. Letzterem war doch bereits das Posener Oberpräsidium angetragen, mußte er aus Gesundheitsrücksichten jede weitere amtliche Tätigkeit ablehnen. Es verlautet, der künftige Oberpräsident werde wieder einer der großen Magnaten der Provinz sein. Man nennt u. a. den Fürsten Henckel- Donnersmark, Herrn v. Tiele- Winkler und den Grafen Limburg- Siirum. Steuerklagen in Sachsen. (-) Die ,, gemütlichen Sachsen" können auch recht ungemütlich werden, namentlich wenn man ihnen an den Geldbeutel greift. Die sächsische Staatsverwaltung braucht Geld, und da sie nach dem Fehlschlag der Eisenbahntarisreform auf andere Einnahmequellen nicht rechnen kann, versucht sie es mit einer Anziehung der Steuerschraube. Die beteiligten Beamten mögen dabei nicht immer mit dem erforderlichen Takt und Geschickt vorgegangen sein, und die Erbitterung in Sachsen ist groß. Man klagt über Chikanen der Steuerveranlagungsbehörden, und die Cache ist jetzt so weit gekommen, daß ein Ausschuß_angesehener Leipziger Bürger einen Aufruf zur Massenagitation erlassen hat, in dem es heißt: ,, Die Erbitterung der Bewohner Leipzigs hat einen hohen Grad erreicht. Alle Welt beklagt sich über zu hohe, ungerechte Einschäßung unter vollständiger Jgnorierung der wahrheitsgetreu abgegebenen Deklara= tion. Eine große Vereinigung muß ins Leben gerufen werden, welche geschlossen die Aenderung dieser Zustände anstrebt." Auch in den übrigen Städten Sachsens und auf dem Lande herrscht eine ähnliche Stimmung. Die„ Wahlzettelumsch äge", so werden die Wahlkouverts amtlich bezeichnet, werden an die Wahlbehörden bereits versendet. Sie sind in westfälischen Fabriken angefertigt und werden auch vom Herstellungsort versendet, wobei das Bedürfnis für etwaige Stichwahlen Bezug genommen wird. Die Umschläge besitzen die Größe der landläufigen Hanfkouverts, sind blau und an der Innenseite derartig gearbeitet, daß sie vollkommen undurchsichtig sind. An der Vorderseite des Umschlags befindet sich ein Stempelaufdruck, der den Reichsadler mit der Umschrift ,, Wahlzettelumschlag" darstellt. Selbstverständlich werden durch diesen neuen neuen Wahlmodus die bisherigen Wahlurnen außer Gebrauch gesetzt, da ihre Oeffnungen für die Umschläge mit einem Worte die Ausstellung alles, was man in einer modernen Stadt sehen kann, von der äußeren Ausstattung einer Kanzlei oder Sparkasse bis zu dem komplizierten Apparat der Kriminalpolizei und des Feuerlöschwesens. Um die Ausstellung herum gruppiert sich zu klein sind. eine starke Industrieausstellung privater Art, u. a. auch eine Ausstellung von Leichenverbrennungsgebäuden und Defen, Brückenanlagen, Straßenquerschnitte, Be- und Entwässerungsanlagen, Portale, Strebepfeiler aus Hartgußsteinen, Monumenten selbst mit Schleiergeweben aus Zement, eine großartige Maschinenhalle, eine historische Ausstellung des Telephonwesens und eine Anlage für drahtlose Telegraphie, Kohlen- und Heizanlagen, Pumpen und Brunnen und ein Fesselballon, den aber leider niemand benutzen will. Diese Städteausstellungen werden mit der Zeit eine Revue über den Stand unserer inneren Kultur darstellen. Die Politik. Herr v. Podbielski amtsmüde! ( 22) Eine Berliner Zeitschrift, die sehr intime Bezie hungen zu wissen Hoffreisen unterhält und sich bisher stets gut unterrichtet gezeigt hat, brachte dieser Tage die Nachricht, der preußische Landwirtschaftsminister habe kürz lich gespräch weise geäußert:„ Nach der Heuernte verduft' ick." Diese beschikose Ankündigung, die viel kommentiert wird und an deren Echtheit nicht zu zweifeln ist, entspricht wenigstens insofern den Tatsachen, als Herr v. Podbielski wirklich, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter hört, die Absicht hat, emnächst sein Abschiedsgesuch einzureichen. Der Grund dafür ist, daß der Minister an sehr starker Ischias leidet und sich oft kaum bewegen kann. Eine andere Frage ist aber, ob der Kaiser den Minister, der bei ihm wegen seiner Tatkraft sehr wohl angeschrieben ist, nicht zum Bleiben bewegen wird. Der„ blaue Brief". () In den letzten Monaten ist die Zahl der verabschiedeten Generale auffällig gestiegen. Seit dem Januar dieses Jahres sind nicht weniger als 44 Generale verabschiedet worden, darunter ein Generaloberst( Graf Haeseler), fünf Generale der Infanterie und Kavallerie, 11 Generalleutnants und 27 Generalmaiore. Vier der Verabschiedeteten S. M. S.„ Elsaß“. (::) Auf der Danziger Schichauwerst ist am Dienstag ein neues Schlachtschiff der deutschen Kriegsmarine, das Linienschiff ,,, in Gegenwart des obersten Kriegsherrn vom Stapel gelaufen. In der Taufe erhielt das neue Schiff den Namen ,, Elsaß". Ein noch auf der Schichauwerst im Bau begriffenes Linienschiff M", soll den Namen„ Lothringen" führen. Das neue Panzerschiff soll nach seiner Vollendung, die im nächsten Sommer beendet sein muß, der Marineſtation der Ostsee zugeteilt werden. Kurze politische Nachrichten. * Dem Prinzen Heinrich von Preußen wurde vom König von Spanien das Großkreuz des Ordens Merito Naval für Verdienste zur See verliehen. * Wahrscheinlich noch im Laufe dieser Woche wird die Bekanntgabe der Maßregeln erfolgen, mit denen Deutschland das handelspolitische Vorgehen Kanadis zu beantworten gedenkt. * Bei dem schon erwähnten Kampf zwischen Türken und Bulgaren in Emerdec sind etwa neun Zehntel der 300 Häuser des Dorfes durch das Geschüßfeuer der Truppen zerstört worden. * Von der griechischen Regierung wird von einem englischen Ehndikat ist ein Vertrag unterzeichnet worden, der dem Syndikat das Korinthenmonopol überträgt. Das Syndikat verfügt über ein Kapital von einer Million Pfund Sterling. * Durch die Streiks und die Aussperrungen in Newyork sind 3t. nicht weniger als 200 000 Arbeiter beschäftigungslos geworden. * Au3 Soul( Korea) wird berichtet, die koreanische Regierung lasse diejenigen Koreaner verhaften, welche bei dem Verkauf von Grundstücken und Gebäuden an Russen oder Chinesen beteiligt seien.(?) Nab und fern. (!) Prinz Adalbert als Ballgeber. Aus Anlaß der Beendigung des Kursus in der Torpedolehre auf der Mürwicker Marinestation bei Flensburg gab Prinz Adalbert von Preußen, des Kaiserpaares drittältester Sohn, den Kadetten des Schulschiffes Blücher" im Mürwider Parkhotel eine glänzende Abschieds- Ballfestlichkeit. Um dem Feste den militärischen Anstrich etwas zu nehmen, hatte der Prinz zahlreiche Damen der Gesellschaft von Flensburg und Glücksburg mit Einladungen beehrt. () Einem furchtbaren Eifersuchtdrama ist in Berlin der 57jährige Major a. D. Auguch Reisch zum Opfer gefallen. Er wurde von seiner früheren Wirtschafterin Marie Gleditsch aus Posen auf der Treppe eines Hauses, in dem er bei einem Bekannten einen Besuch abgestattet hatte, überfallen und mit einem Dolche niedergestochen. Er verschied nach wenigen Minuten. Die Gleditsch ist zu der Tat durch die Befürchtung veranlaßt worden, Major Reisch könnte die Wirtschafterin scines Bekannten, zu der er in Beziehungen gestanden haben soll, heiraten, während sie selbst darauf Anspruch zu haben glaubte. Sie hatte gegen ihre Nebenbuhlerin, ein Frl. Herhudt, bereits einen mißglückten Mordversuch gemacht. Die Mörderin entfloh, wurde aber nach kurzer Zeit verhaftet. V Zu dem dreifa hen Raubmorde in Lompönen, dem der Meiereibesizer Zürcher, sowie dessen Ehefrau und Kind zum Opfer fielen, werden jetzt noch folgende Einzelheiten bekannt. Zürcher hatte vor einigen Tagen cinen größeren Poſten Schweine verkauft und den Erlös hierfür in Höhe von 2000 Mark in seinem Geldschrank aufbewahrt. Da ihm schon seit längerer Zeit aus einem Stalle verschiedentlich Futtermehlvorräte gestohlen worden waren, so war er auf der Hut, um gelegentlich die Diebe bei der Tat abzufassen. In der Nacht hat er nun anscheinend auf dem Meiereihofe mehrere unbekannte Männer beim Stehlen von Futtermehl erwischt und wurde von diesen sofort durch Messerstiche getötet. Die Mörder sind sodann in das Wohnhaus eingedrungen, haben die Frau erschlagen, deren Leiche neben dem Bett liegend aufgefunden wurde, ebenso das kleine Mädchen, dessen Leichnam im Kinderwagen neben dem Bett lag, und den Geldschrank beraubt. ‡[ Heiteres von der Wahlbewegung.] Vom vadijchen Schwarzwald ist folgender Wahlscherz zu berichten: In dem Heimatort eines neugebackenen Reichstagskandidaten fand Wählerversammlung statt. Der Herr Kandidat lebt in ,, Anwesenheitsgelderverhältnissen“, d. h. er ist kein Krösus und manchem Mann manches schuldig. Nichtsdestoweniger hielt er eine Programmrede, die den Lokalpatriotismus seiner Freunde und Mitbürger in hellem Jubel zum Ausbruch kommen ließ. Einer war so begeistert, daß er die Worte hervorsprudelte: Bigott, bei so' m Ma mueß me e Etɔlz han, des me si Gläubiger isch!" Lautes Beifallsgelächter bekräftigte diesen Ausspruch. [ Der Einzug der Deutschen in Paris 1870] bildet bekanntlich augenblicklich den Gegenstand lebhaf= hafter Erörterung in der Pariser Presse. Hervorgerufen wurde diese durch eine Behauptung Bismarcs in seinen jetzt veröffentlichten Feldzugsbriefen, daß beim Einzug der Deutschen Tausende von Franzosen mit den Truppen fraternisierten. Die Pariser Blätter bestreiten das. Nun richtet ein Engländer, der sich als H. L. Ormsby unterzeichnet, die folgende Zuschrift an den Globe":" Ich war zwar beim Abmarsch der deutschen Truppen aus Paris nicht anwesend, kann aber bezeugen, daß ganz ohne Zweifel ein sehr großer Teil der französischen Bevölkerung 1870 mit den deutschen Trappen auf äußerst gutem Fuße stand. Ich diente eine Zeitlang in der württembergischen Kavallerie und kann Ihnen die Versicherung geben, daß wir nicht nur in 99 von 100 Fällen mit der Bevölkerung freundschaftlich standen, sondern daß mir oft von den lokalen Behörden gesagt wurde, sie zögen in ihren Dörfern eine deutsche Einquartierung einer französischen vor wegen des ausgezeichneten Betragens der deutschen Truppen, verglichen mit dem der französischen. Angesichts der Verleumdungen, die von französischen Schriftstellern so beständig wiederholt werden, will ich hinzufügen, daß ich in der ganzen Zeit meines Aufenthaltes in Frankreich vom September 1870 bis März 1871 nicht von einem einzigen Fall einer begründeten Klage gegen einen der Deutschen gehört habe." An der Tollwut gestorben ist in ihrer Heima Wielepole, Kreis Rybnick, die 17 Jahre alte Tochter Anna des Besizers Zober, welche vor einiger Zeit durch den Biß eines tollwütigen Hundes infiziert worden war. Auch ein Onkel der Verstorbenen erlag fürzlich der Tollwut. Beide hatten von einer Echußimpfung in der Berliner Tollwut- Schutzſtation nichts wissen wollen und wibersezten sich hartnäckig dem Transport in die genannte Anstalt, mußten diesen Eigensinn aber mit dem Tode büßen. Der brabe, alte Herr Rat fuhr er weiß wohl, daß wir uns vieles zu sagen haben, fort, und Ja Dora, das tat er heimen med gekannt haben würde, weiß Gott ,, Das hätte der Herr Rat getan?" machte, weshalb er mich so dringend in fein Haus lud." ten Zeit in etwas auffallender Weise mit mir bekannt nun begreife ich erst, weshalb er fich während der leg und wenn ich seinen geKünftlerlos. Märchen aus der Großstadt von J. ( Forts. u. Schluß.) 3unt. Leute. Anstrengende Arbeit ist Reusenlegen und Fischfang, Schöpfer das Licht der Welt, als ind einfacher, armer 3n einem gischerbörschen, fern von hier, erblickte mein ( Nachdruck verboten.) bei es abgenommen. Fin der chelnd stent sich seiner Brust der Briefträger trat ein und Hände öffnen ihn, ein einziger, jubelnder Laut entringt Jury. Bruno stürzt sich auf den Brief, seine zuckenden ihm eingenistet hatte, fling achte die Antwort als sich die Not in ihrer ganzen abschreckenden Häßlichkeit ger neben seinem Obser Stückt seiner Habe nach dem anderen wurde verkauft. Da, ihm mitleidige Freunde längst Dann bricht er zusammen. eines morgens; Kalt läDa, eines Abends, bei einer wegungen auf. auf. Bisher anziehenden, fesselnben Zügen bisher entgangen war. Nach sich im stillen, daß ihm diese zierliche Erscheinung mit den Tanzes fielen ihm die Leichtigkeit und Grazie ihrer Begefümmert, abe ihn die junge Dame nicht sonderlich Tochter einer angesehenen Offiziersfamilie zum Walzer bekannten Künstlerheim forderte er ganz mechanisch die Prüfend betrachtete er sie und wunderte schon nach den ersten Drehungen des Ballfestlichkeit in dem () Fortunas wetterwendische Launen mußte ein Hamburger Lotterieverein, dem übe wiegend Angestellte der Straßenbahn angehören, an sich erfahren. Der Klub spielte in der Hamburger Lotterie vier verschiedene Viertel. Vor Beginn der 7. Klasse stellte es sich heraus, daß mehrere Mitglieder ihren Losbeitrag noch nicht bezahlt hatten, und beschloß man in einer schwach besuchten Versammlung auf Anregung des Wirtes des Klublokals, eins der Viertel einem anderen, in derselben Wirtschaft tagenden Lotterieklub zu verkaufen. Gesagt, getan. Der Wirt verkaufte das Los, und siehe da, es wurde mit der Prämie gezogen! Die zwölf Spieler des glücklichen Klubs heimsten jeder bare 5000 Mt. ein, denn sie hatten ja ihr gemeinschaftliches Los rechtlich erworben. Nun entdeckten aber die Straßenbahnschaffner, daß in der für sie verhängnisvollen Eizung die meisten Mitglieder nicht anwesend gewesen waren, und da diese selbstverständlich mit dem Verkauf des mit Gold besäten Loses nicht einverstanden gewesen sein konnten, so machten sie nun den Wirt verantwortlich für die unſelige Affäre. Man will ihn wegen unberechtigten Verkaufes des Glücksloses zum Schadenersatz auf die Kleinigkeit von 60 000 Mark verklagen. Das gibt dann einen netten Prozeß! * Eine schwere Gefährdung der Hamburger Schiff. fahrt durch Dynamit hat sich leichtsinnigerweise ein dortiger Schachtmeister zuschulden kommen lassen. 25 Dh= namitpatronen wurden vor einiger Zeit durch Bagger im Hamburger Hafen gefunden. Der unheimliche Fund rief begreiflicherweise in Schiffahrtskreisen große Beunruhigung hervor und veranlaßte die dortige Polizei zu eifrigen Nachforschungen. Diese haben jetzt zur Ermitte= lung eines Schachtmeisters geführt, der nach seiner Angabe die Dynamitpatronen, um sich ihrer auf leichte Art zu entledigen, unweit Tiefenstaat einfach in die Elbe geworfen hat. Durch Taucher sind nunmehr sämtliche 25 Patronen zu Tage gefördert worden, sodaß jebe Gefahr für die Schiffahrt beseitigt und das Fahrwasser wieder frei ist. Für den Urheber dürfte die Angelegenheit noch ein unliebſames Nachspiel vor Gericht haben. () Sternberg in Freiheit gesezt. Der Berliner Bankier August Sternberg, der wegen vielfacher Sittlichkeitsverbrechen an minderjährigen Mädchen zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt war, ist gestern, Freitag, nach Verbüßung seiner Strafe die Untersuchungshaft war eingerechnet aus dem Zuchthause in Moabit entlassen worden. Eternberg soll sich in vorzüglicher Gesundheit befinden und sogleich mit Eifer seine Geschäfte wieder aufgenommen haben, deren Gang er übrigens auch vom Buchthaus aus so sorgfältig wie möglich überwacht hat. Hoffentlich nimmt er nun nicht auch seine alten Neigungen wieder auf. ()[ Der Roman eines Rennpferdes.] Die wechselvollen Schicksale mancher Rennpferde liefern oft Stoff für die Sportlitteratur und in der Unterhaltung der Sportliebhaber. Ein neues Beispiel unter dieser Rubrik ist die Ge= schichte des Pferdes, das jüngst bei den irischen Rennen von Punchestown den Sieg im Kampfe um den„ National Hunt Cup" über ein Dußend der besten Rasse in Irland davongetragen hat. ,, Safe Conveyance", so heißt der Sieger, war ein Hengstfüllen von guter Herkunft, schien aber so wenig zu versprechen, daß sein erster Käufer es einem Kneipwirt schenkte, der auch so wenig von ihm hielt, daß es längere Zeit den demütigen Dienst auf bem Leinpfade versehen mußte, um ein Boot mit Fässern und dergleichen zu ziehen. Ob ,, Safe Conveyance" unter solchen Prüfungen von schlimmen Untugenden geläutert wurde, oder ob er das Glück hatte, unter das Adlerauge eines gottbegnadeten Rossekenners zu kommen, der sofort mit sicherem Blick erkannte, daß der demütige Gaul auf dem Leimpfade zu höherem geboren sei, wird nicht berichtet. Jedenfalls wurde er eines Tages seinem nützlichen, aber bescheidenen Wirkungskreis entrückt und auf der Fuchsheze geritten. Hier zeichnete er sich sofort glänzend aus, bewährte sich auch im weiteren Verlaufe und stieg rasch in der Achtung der Sportmenschen und im Preise der Käufer, bis man ihm der Ehre für würdig befand, regelrecht für die Rennbahn trainiert zu werden. ( Eine sehr häßliche Szene in einem Spielklub macht in Londoner aristokratischen Kreisen großes Aufsehen. Zwischen dem russischen Botschaftsattaché Brinzen Radziwill und dem österreichischen Grafen Eizzo horis tam es über das Spielreglement zu einem Etreit, der schließlich in Tätlichkeiten ausartete. Die Folge wird ein Duell sein, das auf französischem Boen stattfinden soll Bunte Chronik. In Remagen( Rheinprovinz) wurde die gesamte Mannschaft eines dort vor Anker liegenden Schiffes unter dem dringenden Verdachte verhaftet, einen Jungen in den Rhein gestürzt zu haben. Erst als es zu spät war, stellte die Schiffsmannschaft zum Scheine Rettungsversuche pn. Da das diesjährige Pfingstfest auf den 31. Mai und 1. Juni fällt, wird die Auszahlung sämtlicher preußischen Pensionen, Witwen- und Waisengelder, ausschließlich der Unterstübungen außer am 2. und 3. Juni schon am Sonn abend, den 30. Mai, bei sämtlichen preußischen Kassen erfolgen. Bei Sosnowice wurde der Hütteninspektor Gorsenski mit durchschnittenem Halse ermordet aufgefunden. Die Tat hatte auf Anstiften der Frau deren Liebhaber mit einem Rasiermesser berübt. Beide wurden verhaftet. - Bei der Fortseßung der Ziehung der Marienburger Geldlotterie fiel gleich auf das erste Los der erste Hauptgewinn von 60 000 Mt; außerdem fielen 40 000 Mt. auf r. 100 445, 2500 Mt. auf Nr. 174 342, 1000 Mt. auf Rr. 117 848, 180 703, 249 080 und 296 785. Der Ingenieur Paul Mbert, der, wie Binnerlich, aus einer Automobilfahrt in der Nähe von Bieberich sein Leben einbüßte, soll nach seinem verhängnisvollen Sturze der Summe von 40'000 mt. beraubt worden sein. Eine Untersuchung ist im Gange. - Einen Mordversuch auf ein Dienstmädchen machte in Tegel bei Berlin ein gewerbsmäßiger Einbrecher namens Adam, der in die Wohnung des Rendanten ber dortiger Ortskrankenkasse Kulina eingebrochen war. Der Täter wurde verhaftet. Aus dem Gerichtsfaal. § Revision im Trakehner Schulprozeß. Das Reichsge richt hob das Urteil gegen den Lehrer Nickel, der wegen Beihilfe zur Beleidigung des Landstallmeisters von Dettingen- Trakehnen zu 200 Mark Geldstrafe verurteilt war, auf und verwies die Sache an die erste Instanz zurück. Der Verteidiger Rechtsanwalt Sonnenfeld- Berlin rügt insbesondere die Nichtanwendung des Paragraphen 193 des Strafgesetzbuches, da Nickel dem Sanitätsrat Pailzow die Mitteilung nicht in der Absicht, von Dettingen zu be leidigen, gemacht habe. Der Reichsanwalt hatte die Verwerfung der Revision beantragt, weil Nickel von dem Artikel vor der Veröffentlichung Kenntnis genommen habe. Der Hauptbeklagte im Trakehner Prozeß, Sanitätsrat Paalzow, ist inzwischen gestorben. Kunft und Wissenschaft. GF. Serum- Pastillen gegen Diphtherie. Dr. Martin, der Mitarbeiter des Prof. Rour vom Paſteur- Institut, hat ein Mittel gefunden, das flüssige Serum gegen Diphtherie in feste Pastillen zu verwandeln. Ueber seine Erfindung äußerte sich Dr. Martin einem Mitarbeiter des ,, Petit Parisien" gegenüber folgendermaßen: ,, Ich glaube, daß meine Bonbons" das Resultat haben werSen, die Häufigkeit der Diphtherie- Erkrankung ganz bedeutend zu vermindern. Da ist z. B. ein Kind, dem man während einer Diphtherie- Erkrankung Serum- Injektionen gemacht hat und das sich nun auf dem Wege der Besserung befindet. Es ist sogar schon vollständig geheilt so, daß es jetzt im Zimmer umhergeht, läuft, spielt, kurz, die alten Beschäftigungen wieder aufnimmt. Sehr schön! Wenn man aber die Kehle des geheilten Kindes bakteriologisch untersucht, findet man in neun von zehn Fällen, daß dort die Diphtherie- Bazillen noch sehr lebendig und sehr giftig sind. Und wissen Sie, wie lange das geheilte kind die Diphtherie- Bazillen in der Kehle herumschleppen kann? Wochen-, ja oft monatelang. Sie können sich nun leicht denken, was passieren muß oder doch passieren kann, wenn das geheilte Kind sein früheres Leben wieder aufnimmt und zur Schule geht. Es steckt seine Schulfreunde an und gibt die Diphtherie weiter. Sehr oft ist das der Ursprung der Diphtheria-Epidemien, die in der Schule entstehen oder von einem Hause zum anderen geschleppt werden. Meine SerumBastillen sollen nun die Bazillen töten, und die Gefahr der Ansteckung durch ein geheiltes Kind, das die Diphtherie gehabt und während der Krankheit die Pastillen genommen hat, verschwindet fast vollständig. Ein anderer Fall: Wenn in einer Familie die Diphtherie zum Ausbruch kommt, besteht die beste, ja vielleicht die einzige Art, die anderen Kinder und auch die erwach. senen Personen gegen Ansteckung zu ſchüßen, darin daß man sog. prophylaktische Injektionen macht. scheint mir nun, daß auch hier meine Serum- Pastiller die Serum- Injektionen, die man gewöhnlich nicht gerr annimmt, ganz unnötig und entbehrlich machen könnten.' GF. Droht uns eine neue Eiszeit? Ein norwegischer Gelehrter, Professor Ears, glaubt aus gewissen Anzeichen auf das Bevorstehen einer neuen Eisperiode für Nordeuropa schließen zu müssen. Außer der in diesem Jahre bekanntlich sehr großen Eisbildung in den nördlichen Bɔlargewässern und dem ausnahmsweise harten Winter und übermäßigen Schneefall in Grönland wird Professor Sars zu seiner Hypothese vor allem durch die Flucht der Wale aus den Polarregionen nach dem Süden beranlaßt. Er glaubt nicht, daß diese Meerungeheuer, mie man gewöhnlich ſagt, von anderen Tieren gejagt werden. Ihnen sei ein außerordentlich feines Gefühl für Commende Naturveränderungen eigen, und es könne daher ihr Erscheinen eine neue Eisperiode bedeuten. Allgemein erforderten solche Klimaveränderungen wohl längere Uebergangszeiten, aber die sogenannten interglazialen Perioden könnten sich mit sehr kurzen Zwischenräumen ablösen. Hoffentlich behält die Voraussage des Prosessors nicht recht. Vermischtes. )([ Das Ideal eines Heerführers] formuliert in seinem Abschiedskorpsbefehl an das ihm so lange Zeit unterstellte 16. Armeekorps der neuernannte Feldmarschall Graf Haeseler dahin, die Ausbildung der Truppen im Frieden zu den höchsten Anforderungen des Krieges zu steigern und seine braven Soldaten dann unter seinen Augen im Ernstfalle so fechten zu sehen, wie auf dem Manövergelände. Dieser höchste Lohn sei dem Prinzen Friedrich Karl durch das von ihm in 10jähriger Arbeit ausgebildete 3. Armeekorps in der Schlacht bei Vionville geworden. Erziehung und Schulung sei der erste Schritt zum Siege. Daß Graf Haeseler stets bemüht gewesen ist, die ihm anvertrauten Regimenter schlagfertig zu erhalten, davon zeugen die bielfachen Anekdoten, wie er die Offizierkorps häufig überraschenderweiſe von Festlichkeiten, von geselligen Vereinigungen fortgerufen, aus dem Ballsaal hinaus in die kalte Regennacht. Man erzählt sich, daß Graf Haeseler die Garnison Mörchingen einmal in sehr origineller Weise alarmiert habe. Der General fuhr mit dem Schnellzug, der damals von Meß nach Straßburg fahrplanmäßig ohne Aufenthalt in Mörchingen durchging, von Mez ab. Niemand war in Mörchingen darauf gefaßt, daß eine Alarmierung bevorstand. Kurz vor der Station Mörchingen zog der General die Notleine; der Zug stand; der General zahlte die Strafe und hatte dafür die Genugtuung, die Garnison tatsächlich überrascht zu haben. Graf Haeseler war, gleich seinem Kollegen an der westpreußischen Grenze, dem Kommandeur des 17. Armeekorps, Herrn v. Lenze, in Offizierskreisen als unerbittlich streng bekannt. Davon zeugt ein Sprüchlein, das früher unter den jüngeren Herren umlief: Gott schüß uns vor der Grenze, Vor Haeseler und Lenze; Die Herren na, man kennt se! Die unermüdliche Fürsorge für das Wohl ihrer Untergebenen hat aber andererseits den beiden Generalen ebenso biel Liebe wie Respekt erworben. [ Zum Andenken des Erfinders der Nähmaschine,] des Schneidermeisters Josef Madersperger, soll in seinem Geburtsort Kuffstein( Tirol) am 7. Juni ein Denkmal enthüllt werden, das von den Nähmaschinenfabrikanten Wiens gestiftet und vom Bildhauer Theodor Khuen entworfen ist. Madersperger geht es wie vielen Erfindern vor ihm. Jezt, lange nach seinem Tode, wird er gerühmt und geehrt, zu seinen Lebzeiten wollte niemand sich seiner annehmen. Der Mann, der 1814 zuerst eine brauchbare Nähmaschine herstellte und durch dessen grundlegende Erfindung später viele andere Millionen erworben haben, starb einſam und gebrochen im Armenhaus zu Wien. (?)[ Der Pfingstwunsch der Heiratsluftigen.] Wie in Frankreich, so wächst auch in Belgien die Zahl der Hagestolze von Jahr zu Jahr in beängstigender Weise. An den Mauern des belgischen Städtchens Ecaussines- Salamg ist nun folgender Anschlag zu lesen: Pfingstmontag, den 1. Juni, um 4 Uhr, Riesenvesperbrot, gegeben von den 60 heiratsfähigen jungen Mädchen unserer Gemeinde. Von einer großen Anzahl unserer Mitbürger im Stiche gelassen, bitten wir die jungen Männer der Umgegend, unserer Einladung Folge zu leisten, und hoffentlich haben wir bald das Vergnügen, recht viele Hochzeiten feiern zu können. Die 60 heiratslustigen Mädchen.( Viele von uns sind nahe daran, alte Jungfern zu werden.) Giessen ** Sellif Der Landes- Hypothe ift nach einer Beta Gelegenheit geboter Bantgefäften aus berett erklärt, de au erteilen, falls erbungen find a chaft und Eisenb ** Bill Namen„ Berein enthaltsorten fü Verein gegründe 8wed hat, in u bedürftigen billigen u frischen in der im nördlichen rh |: Wiedersehen nach fünfzig Jahren. Zwei Brüder, Charles und Henri Liermann, die als Knaben aus Wismar nach den Vereinigten Staaten kamen, haben in dem Soldatenheim in Milwaukee nach 50 Jahren ein glückliches Wiedersehen gefunden. Beide hatten keine Ahnung gehabt, daß sie in dem Soldatenheim, wo sie ihren Lebensabend beschließen, nachdem sie im Bürgerkriege wacker für die Union gefochten hatten, einander so nahe waren. Zufällig machte der Oberkoch in der Anstalt die Bemerkung, daß die beiden Veteranen Liermann einander so ähnlich sähen, als wären sie Brüder. Nun ging es an ein Hin- und Herfragen, und schließlich war das Geheimnis gelöst. Henry Liermann war als sechsjähriger Knabe nach Ameriko gekommen und hatte bei einem Onkel Unterkommen gefunden. Mehrere Jahre später folgte ihm sein Bruder Karl, ohne daß Henry davon Nachricht erhielt. Beide machten den Bürgerkrieg mit, Henry in der Armee, Charles in der Marine. Letzterer ließ sich bor kurzem in das Soldatenheim aufnehmen, und so erolate Saa alückliche Wiedersehen. ** weifen. Der Jo Gemeinden, Raf Geschäftsführung der staatlichen B übernommen. frgensreich wirt allerfeits. Es alle auf das 1 Beitrittserkläru tommen zu laff man nod) zu e nur eines bor für Familien, geeignit find, welchen Preis oder auch gett nachfragen Gegenb( Obent merfrische gewil fragende eine f ** Um Sport und Schönheit. Gegen den Zug unserer Zeit, daß junge Leute sich aus angeblicher Sportliebhaberei der Pflege der mannigfachsten schweren Athletik hingeben, ist schon häufig von Aerzten gepredigt worden, leider aber immer nußlos. Vielleicht hilft es bei den Sportferen jedoch, wenn man sie bei der lieben Eitelkeit packt. und da kommt das Ergebnis der männlichen Schönheitskonkurrenz, die soeben in Wien stattgefunden hat, wie gerufen. Ach, du lieber Himmel, wie sonderbar nahm sich die moderne Schar der schönen Männer gegenüber den antiken Vorbildern aus, deren Abbildungen den Richtertisch schmückten. Es waren wohl ausgesuchte Leute, alle stroßend von Kraft und Gesundheit, keiner ohne eine schöne Einzelheit, aber im ganzen, mit wenigen Ausnahmen, feines Schönheitspreises würdig. Unstreitig gab es einige herrliche Figuren unter den Bewerbern, allein diesen mangelte wieder das Ebenmaß des Hauptes oder die Schönheit des Angesichtes. Zumeist sah man die unschönen plumpen Muskelwülste, die von Uebertrainierung mit schweren Hanteln herrühren, während dabei die Beine zu kurz kommen, so daß ein solcher Athlet zwei verschiedene Körperhälften zu haben scheint: eine obere, die hypertrophisch entwickelt ist, und eine untere, die ebenso gut einem Manne von dem sanften Gewerbe eines Zuckerbäckers angehören könnte. Oder es sind, wie bei den Radfahrern und Reitern, die Beine auffallend muskulös, dagegen Arme und Brust vernachlässigt. Am meisten Harmonie zeigen noch die Körper der Schwimmer und Turner, deren Uebungen ja auch dem Gymnasion der Griechen am nächsten kommen. Nicht ohne Grund hat schon Galenus gegen die Auswüchse der Athletik als nachteilig für die Gesundheit gewettert. Daß sie auch schädlich auf die Körperschönheit einwirken, zumal in der heutigen Art, das zeigte diese moderne Schönheitskonkurrenz nur allzu deutlich. Man sah viel ungeheure Kraft, aber wenig Schönheit, die, wie es scheint, den goldenen Schnitt in allen körperlichen Uebungen selbst dann verlangt, wenn die nötigen Grundlagen bei einem Menschen vorhanden sind. Die Uebungen des Körpers müssen entschieden in eine andere Richtung gedrängt es den; der wissenschaftliche Sport wird da helfen müssen, [ Ein guter Koch.] Die Indépendance Belge" var= öffentlicht ein Feuilleton über den Grafen Bülow, das sich eingehend mit der Würdigung seiner Persönlichkeit und seiner Politik beschäftigt. Zum Schluß wird folgende scherzhafte Anekdote in dem Artikel erzählt. Als Graf Bülow von der römischen Botschaft als Staatssekretär des Auswärtigen Amts nach Berlin berufen wurde, wo er ein Dienstgebäude zu beziehen hatte, das etwa viermal kleiner war als der mächtige Palazzo Caffarelli in Rom, sagte die Gemahlin des Botschafters ihrem Koch, der auch nach Berlin übersiedeln sollte, er werde sich dort viel einfacher einrichten und mit biel weniger Raum begnügen müssen als in Rom. Wenn er das nicht übernehmen wolle, so stände ihm frei, sich einen anderen Platz zu suchen; worauf der Herrscher des Bülowschen Küchendepartements feierlich erwiderte: ,, Gnädige Frau, man soll seine Herrschaft auch im Unglück nicht verlassen." )-([ Eine neue Modeblume] gibt es seit einiger Zeit in Paris. Ihre Berühmtheit verdankt sie hauptsächlich dem Umstande, daß sie zum ersten Male als Tafeldekoration bei den zu Ehren König Eduards von England veranstalteten Festessen und Empfängen auftauchte. Die ,, Bougainvillea" ist eine Kletterpflanze, deren blütende Zweige ein rosenfarbenes, veilchenblaues und manchnial auch gelbes Glöckchen tragen. In Frankreich eingeführt von den Botanikern, die Bougainville auf einer seiner zahlreichen Reisen um die Welt begleitet hatten, brauchte die ultraerotische, sehr zarte Blume mehr als ein Jahrhundert, um in Europa heimisch zu werden. ( 2)[ Schuhe für Schoßhunde.] Jm Schaufenster und Schaukasten eines Newyorker Sattlers sieht man neben Hundehalsbändern aller Arten Schuhe in verschiedenen Mustern und Größen. Die teuersten sind aus besonderem Schweinsleder. Eine Garnitur von vier Schuhen aus diesem weichen, biegsamen Leder hat gefurchte Gummisohlen und ist mit Ledersenkeln um die Knöchel zugeschnürt. Diese fosten 20 Mark die Garnitur. Schuhe aus Kalbleder haben helle, schwere Ledersohlen und kosten 18 Mark das Paar; andere aus Saffianleder, die der Hundeelite am besten gefallen sollen, kosten ebensoviel. Die schöne Idee, den Hunden derartigen Komfort zu schaffen, ist aus Frankreich importiert. Musletier Wi per pedes a wurde der fef geführt. H. Gefter Verein Gi gelung der Be beamten, der Verdienste find und Invalidi doch, das Ge beiter gefchaffe ftellten und B anderen Sphä nicht allein tiftisch nachge bom Unfall Teil so gr daß für den weder die zu fein find die Altersver gegriffen, da wurden, nur 65 Jahren e Privatbeamter Ruffe- wie angeftreb ficherung and ficht auf gewährt, di Eintritt de Beziehung S Rechnungsfi und Wais Parlament nicht allzu Stück- Boks In der de beschlossen, weiteres beig Für Nuktofs gefekt wird, Die S Duß- Boks, a nen f weit zerflei Größe Ko S Größe gr In Wagen Bei Entna Für waggons pro Centner Für berechnet. NB. C au bie Im G 洽 ftatt; dagege ielen Erfindern bird er gerühmt nand fich seiner ine brauchbare undlegende Er Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, 26. Mai 1903. ** Hessische Gerichtsassessoren, die sich bei der Landes- Hypothekenbank als Volontär beschäftigen wollen, reich überhaupt noch keine Alters- und Invaliditätsversicherung beuzt und sich die Regierung auch geweigert hat, einen Rentenzuschuß zu gewähren.- Erwähnenswert ist die warme Aufnahme, welche das Projekt bei der gesamten deutschen Presse gefunden hat, die begeistert für den GeArbeit Mittel gewährt werden, die es ermöglichen, sich auf worben haben, ist nach einer Bekanntmachung des hess. Finanzministeriums danken eingetreten ist, daß auch dem Veteran der geistigen aus zu Wien. Gelegenheit geboten, sich im Hypothekenwesen sowie in den igen.] Wie in Bankgeschäften auszubilden. Das Justizministerium hat sich dem sozialen Niveau zu halten, auf dem er in voller SchaffensBahl der Hage bereit erklärt, den zu diesem Zwecke erforderlichen Urlaub fraft gestanden. Die leider nicht besonders zahlreich erschie Der Weise. An uffines- Salamg tmontag, den 1 en von den 60 Bemeinde. Bon im Stiche ge Umgegend, un Offentlich haben zeiten feiern ( Viele von uns en.) зн Zwei Brüder, aben aus Wis haben in dem ren ein glüd teine Ahnung wo sie ihrer Bürgerkriege nander so nah der Anstalt die mann einande Tun ging& h war das G is ſechsjähriger bei einem On te später folgte davon Nachricht mit, Henry in sterer ließ si nen, und so er g unserer Zeit vortliebhaberei letik hingeben, en, leider aber n Sportferen eit pact. Und Schönheitsfon at, wie gerufen m sich die mo Ser den antiken en Richtertisch te, alle stroßend ine schöne Gin nahmen, feines es einige herr in diesen man er die Schönheit hönen plumpen schweren Han furz kommen, Körperhälften hisch entwickelt Ranne von dem chören könnte. id Reitern, die und Brust ver noch die Körper en ja auch dem men. Nicht ohne üchse der Athle ettert. Daß sie iwirken, zumal ne Schönheits iel ungeheure scheint, den ebungen selbst gen bei einem n des Körpers gebrängt ze helfen mi ice Belge" var en Bülow, das r Persönlichkeit hluß wird fol el erzählt. Als ft als Staats Berlin berufen beziehen hatte, chtige Palazzo des Botschaf ersiedeln sollte, hten und mit in Rom. Wenn inde ihm frei, auf der Herr ts feierlich er Herrschaft auch it einiger Zeit hauptsächlich als Tafeldeko von England uftauchte. Die eren blütende und manchmal eich eingeführt uf einer seiner atten, brauchte als ein Jahr 1. chaufenster und eht man neben n verschiedenen aus besonderem chuhen aus die ce Gummisohlen Jel zugeschnürt e aus Halbleder n 18 Mark bas Hundeelite am Die schöne Idee, , ist aus Frank zu erteilen, falls nicht besondete Gründe entgegenstehen. Bewerbungen sind an die Ministerialabteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen zu richten. ** Billige Sommerfrischen. Unter dem Namen„ Verein zur Vermittelung von billigen Landes aufenthaltsorten für das Großherzogtum Hessen" wurde ein Verein gegründet, der in Darmstadt seinen Siz und den Bweck hat, in unentgeltlicher Weise jedem Erhohlung 8- bedürftigen einen gesunden, schönen und billigen Aufenthalt sort auf dem Lande( Sommerfrischen in der Bergstraße, im Odenwald, Vogelsberg und im nördlichen rheinhessischen Teil des Donnersbergs) nachzuweisen. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens 1 Mt., für Gemeinden, Kassen und Vereine mindestens 3 Mt. Die Geschäftsführung hat der Gr. Rechnungs- und Kassenführer der staatlichen Betriebstrantentasse Herr Harth in Darmstadt übernommen. Wenn das junge, uneigennützige Unternehmen fegensreich wirken soll, bedarf es tatkräftiger Unterstüßung allerfeits. Es wird deshalb gebeten, dem Geschäftsführer alle auf das Unternehmen bezughabende Mitteilungen, wie Beitrittserklärungen, Wohnungsangebote und Nachfrage zu tommen zu lassen. Bei Wohnungsangeboten bittet man noch zu erläutern, ob Wohnung und Verpflegung oder nur eines von beiden gewährt werden kann, ob dieselben für Familien, einzelstehende Personen( Damen oder Herren) geeignit sind, wann dieselben bezogen werden lönnen, und welchen Preis für Wohnung und Verpfl gung zusammen oder auch getrennt beansprucht wird. Bet Wohnungsnachfragen dürfte es sich empfehlen anzugeben, in welcher Gegend( Odenwald, Vogelsberg p. p.) und wann die Sommerfrische gewünscht wird und zu welchem Preise der Nachfragende eine solche haben will. ** Um seinen Schatz" hier zu besuchen, lief der Musketier Wilhelm Zehender von den 116ern in Gießen per pedes apostolorum nach Frankfurt. Gestern abend wurde der festgenommen und seinem Truppenteil wieder zu geführt. H. Gestern Dienstag Abend sprach im Kaufm. KreisVerein Gießen ein Herr Marquard über staatliche Regelung der Pensionsverhältnisse für Kaufleute und Privatbeamten, der u. A. Folgendes anführte: So groß auch die Berdienste sind, die sich das deutsche Reich durch die Altersund Invaliditätsversicherung erworben hat, so verfehlt ist es doch, das Gesetz, welches eigentlich für die gewerblichen Arbeiter geschaffen wurde, auch auf die kaufmännischen Angestellten und Privatbeamten anzuwenden, die in einer ganz anderen Sphäre leben und an die ganz andere Ansprüche nicht allein gesellschaftlich gestellt werden. Es ist statistisch nachgewiesen, daß die Invaliditätsgefahr abgesehen vom Unfall bei dem Kaufmann erst den dritten Teil so groß ist wie beim Arbeiter und folgert daraus, daß für den Kaufmann im Verhältnis zu letterem, ent weder die Beiträge zu hoch, oder die Aemter zu kein sind. Auch die Altersgrenze,( 70 Jahre) bei der die Altersversicherung eintritt, ist für den Kaufmann zu hoch gegriffen, da nach Erhebungen, die in Desterreich angestellt wurden, nur ca. 2,6% aller Angestellten ein Alter von über 65 Jahren erreichen!- Von Seiten der Kaufleute und Privatbeamten wird deshalb die Bildung einer besonderen Kasse wie sie z. B. die deutsche Knappschaft schon besitzt angestrebt, die, an die Alters- nnd Invaliditätsver. ficherung angegliedert, alle kaufm. Angestellten ohne Rüdsicht auf Gehalt zum Beitritt verpflichtet und Renten gewährt, die es verhindern, daß der Kaufmann mit dem Eintritt der Erwerbsunfähigkeit, auch in gesellschaftlicher Beziehung Invalide wird. Aus den sich durch diese getrennte Rechnungsführung ergebenden Ueberschüssen soll eine Wittwenund Wais nfasse gebildet werden. In Desterreich liegt dem Parlament bereits ein ähnlicher Entwurf vor, hat jedoch nicht allzu viel Aussicht zum Gesz zu werden, da DesterGaskoks. In der Stadtverordneten- Versammlung vom 22. d. Mts. wurde beschlossen, die am 10. April d. J. festgesetzten Preise bis auf weiteres beizubehalten, mit der einzigen Ausnahme, daß der Preis Für Nukkoks, Größe Nr. 2, um 5 Pfennig für den Gentner herabgesetzt wird, sodaß die Nußkoks Nr. 1 und 2 jezt gleichen Preis haben. Die Kokspreise stellen sich hiernach wie folgt: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Stück- Boks Huß- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede= nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte. Größe Nr. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks Duhkoks r. 1 Nukkoks r. 2 Bei Entnahme von mindestens 200 Bentnern: berechnet. Stückkoks Dußkoks Nr. 1 Bukkoks Nr. 2 nenen Zuhörer dankten dem Redner für seine ungemein lebensvollen Ausführungen durch lebhaften Beifall. ** Wie überall, so dürfte auch hier Johann Strauß jun., der mit einem Wiener Orcheſter am 15. und 16. Juni hter konzertiren wird, freudig willkommen geheißen werden. Presse und Publikum sind des Lobes voll über die vorzüglichen Leistungen des Orcheſters und seines famosen Dirigenten, der mit echt wienerische Grazie und Eleganz seine Schaar zum Siege führt. Auch als Komponist findet Johann Strauß jun. große Annerkennung, so daß er auf dieſem Gebiete ebenfalls seinen berühmten Vorgängern nacheifert. Das Mannheimer Tageblatt äußert sich wie folgt: Die Glorie der Lynastie Strauß ist noch lange nicht im Erbleichen, wenn ſolch' wackerer Nachkommen, wie der Erbe von Eduard Strauß, ihren Ruhm erhalten. Das war der Wiener Walzer, schmeichelnd und süß, lockend und singend, wiegend und wogend, wie ihn gestern die Wiener Gäste boten. Elektrisierend fuhr es in die tanzlustigen Füße und leiſe ſummte man die altbekannten lieben Töne mit. Die Kapelle ist vortrefflich diszipliniert. Streicher wie Bläser stehen auf der Höhe ihrer Aufgabe und der Dirigent hat das Ganze in der Hand wie ein einziges Instrument, das er mit Meisterhand beherrscht. *** Unsere gestrige Notiz, daß zwet Gießener Gesang vereine nach Auswärts auf dem Gesangswettstreit gehen, ergänzen wir heute dahin, daß auch der Maschinenbauergesangverein und von Lollar die Liedertafel am Nauheimer Sängerfest resp. am Wettsingen sich beteiligen. ** Bur alleinfabrikation in Deutschland erwarb eine Frankfurter Aktiengesellschaft eine patentirte Erfindung des Elektroingenieurs Henry Hirsch in Mainz, durch welche der sogenannte Kurzschluß in elektrischen Leitungen, speziell Kabel- und Lizenleitungen, in Wohnräume und an Beleuchtungskörpern verhütet werden soll. Die Erfindung ist einfach und sinnreich. Aus Helfen und Dachbargebieten. Stockhausen muß nochmals wählen, da nach einer freisamtlichen Verfügung die legte Bürgermeisterwahl als ungültig erklärt worden ist. Ja, die unfreiwillige Reise jenes Bürgers hat an dem betreffenden Tage doch ihren Haken! ** Schotten, 24. Mai. Der liberale Reichstagskandidat unseres Bezirks, Kreisrat Dr. Wallau von Lauterbach, entwickelte in einer heute in der hiesigen Turnhalle stattgefundenen sehr gut besuchten Wählerversammlung sein Programm. Abends sprach er in Ulrichstein. ** Butzbach. Die Arbeiten au der neuen Bahnstrecke Lich- Buzbach sind jezt auf der ganzen Strecke- seit kurzem auch zwischen hier und Griedel sehr energisch in Angriff genommen. Die Bahn soll am 1. Oktober eröffnet werden. Die Arbeiten an der St. Markuskirche schreiten rüstig weiter und dürften bis zum Herbst vollendet sein. Die Kosten der Renovierung weiden sich auf etwa 30-40 000 Mt. belaufen. *** Friedberg( Oberhessen), 24. Mai. In Fauerbach v. d. H. wurde bei den Ausgrabungen zu den Fundamenten eines Neubaues einer alten Mauer ein steinerner Krug mit 503 silbernen Münzen in der Größe von Thaler-, 2 Mt.-, 1 Mt.. 50 und 20 Pfg.- Stücken. Die Münzen tragen die Jahreszahlen 1660-1683. ** Mainz, 26. Mai. Bis jetzt tamen 2 Fälle ron Genickstarre beim 88. Infanterieregiment vor, ein beim 1. und ein beim 2. Bataillon. *** Kassel, 26. Mai. Für die Verhandlung gegen den Extreberdirektor Schmidt ist eine außerordentliche Schwurgerichtsperiode angesetzt worden. Die Verhandlung beginnt am 22. Juli. Sie dürfte ungefähr 4 Wochen beanspruchen. Kleinverkauf unserer Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bet den Herren: Bachenheimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Altcestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Emil Lotz, Kirchenplay 9, 1,10 Mr. Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, 1,25 Mr. 1,25 Mr. 1,05 Mr. 1,20 Mr. 1,20 Mr. 1,00 Mr. 1,15 Mr 1,15 Mr. Für Kotsabnehmer, welche zwei und mehr Doppel. waggons bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. pro Centner. Für Anfuhr an das Haus werden 5 Pfennig für den Zentner NB. Sofern das Verbringen der Rots- bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerpläße( Keller, Stall 2c.) mit keinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht dies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 gentner Koke statt; dagegen bleibt bet folgenden hiesigen Firmen der August Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5, Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks = Vom Rhein und von der Nahe, 24. Mai. Der von den Maifrösten in den Weinbergen angerichtete Schaden wird durchschnittlich auf annähernd den halben Herbst geschäßt. Aus dem Gerichtssaal. Strafkammer. Gießen, 26. Mai 1903. Peter S. aus Mühlhofen ist wegen schwerer Diebflahls angeklagt. Trotz Leugnen wird als erwiesen angenommen, daß er im Dezember voriges Jahr aus dem Keller des Wirts S. zu Vilbel mittels Einbruch Fleischwaren im Werte von 50 Mt. entwendete, welches er in Frankfurt a. M. zu verwerten suchte. Da er sich über den Erwerb nicht ausweisen konnte, erfolgte seine Verhaftung. Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß der Angeklagte einer Einbrecherbande angehört, welche im letzten Winter die Umgegend von Frankfurt unsicher machte; auch darf angenommen werden daß er den Diebstahl, welcher heute zur Anklage steht, nicht allein ausgeführt hat. Das Gericht geht über den Antrag des Staatsanwalts, welcher 22 Jahre Buchthaus beantragte, hinaus, und fommt zu einer Zuchthausstrafe von 3 Jahren wobei auch auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahren und auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt wird.- Kasper K. aus Queck born vermietete sich als Knecht zu dem Landwirt Georg S. zu Nieder- Eschbach und erschwindelte sich furz nach dem Eintritt von diesem einen Geldbetrag, mit welchem er sich heimlich entfernte. Da Angeklagter wegen derartiger Vergehen häufig vorbestraft ist, wird auf eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 3 Monaten und 20 Tagen erkannt.- Den Schluß bilbet die sehr umfangreiche Berufungssache der Düdelsheimer Jagdpächter A. und M. aus Offenbach, wegen Jagdvergehens. Die Angeklagten wurden durch das Schöffen gericht Altenstadt in je 40 Mt. Geldstrafe genommen, weil sie mit Gewehren ausgerüstet auf fremden Jagdgebiet betroffen wurden. Die Kammer spricht heute den Angeklagten A. frei, während das Erkenntnis des Schöffengerichts bezüglich M. bestätigt wird. Litterarisches. ** Ravens stein's Radfahrer- u. Automobilfarte der Umgegend Marburg- Gießen- Weßlar ist als Sonderausgabe der offiziellen Wegekarte des deutschen Radfahrerbundes erschienen. Dieselbe reicht von AschaffenburgMainz im Süden, bis oberhalb Göttingen im Norden; von Eisenach Meinigen im Osten bis Coblenz im Westen. Auf einer Karte vereinigt iſt alſo ein großes Gebiet dargestellt, welches selbst bet sehr ausgedehnten Fahrten den meisten ten W. Liebenow'schen Kartenwertes giebt diese Karte in Fahrern genügen dürfte. Unter Zugrundelegung des berühmfeinstem Steinstiche Schrift, Orte, Bahnen, Straßen, Wege, Höhenzahlen, Flüsse u. s. w. in Schwarz, Gebirge in braunen Schraffen, Wald in Grün, politische Abgrenzungen in zarten Tönen. Dem besonderen Zwecke entsprechend bietet die Bearbeitung der Straßen in Rot Alles, was den Rad- u. Motorfahrer interessieren fann: Deutliche Unterscheidung der Straßen nach Bedeutung und Güte; Entfernungsangaben bis auf 1/10 Kilometer genau, Steigungen gefährliche Stellen. Dadurch, daß auch alle abseits der Hauptstraßen gelegenen Orte mit Zufahrtsstraßen in der Karte enthalten sind, fönnen selbst die abgelegensten Pläge besucht werden. Die Grundplatten der Karten gingen mit 12 gegen nur 2 Stimmen aus dem Wettbewerbe des Deutschen Radfahrerbundes siegreich hervor. Die Bearbeitung geschah auf Grund amtlicher Unterlagen und glauben wir, die Karte Jedermann impfehlen zu können. Sie ist in allen Buchhandlungen sowie bei Ludwig Ravensstein's Verlag Frankfurt a M. zu haben und fostet aufgezogen in Taschenformat Mt. 3. Neueste Nachrichten. Kiel, 27 Mai. Fähnrich z. S. Hüffener wurde zu 4 Jahren Gefängnis und Degradation verurteilt.( Die Deffentlichkeit hatte ein schärferes Urteil erwartet. D. R.) Schlachthaus Gießen. Heute und morgen gesalzenes Ochsenfleisch 35 Pig. WirWaschweiber wollten wohl weisse Wäsche waschen, wenn wir wüssten, welches Waschmittel wirklich weisse Wäsche wäscht? Das thut Dr. Chompson's Seifenpulver mit dem SCHWAN. man verlange es überall! jamt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen diefelben auch Ein neuer Haushaltungs- Kaffee! in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oktroirückvergütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. Rat in Bausachen! Baurechnungen werden revidert. Banstreitigkeiten, auch in den verwickeltsten Fällen, zu einem außergerichtlichen Vergleich gebracht von einem erfahrenen Sachverständigen. Ia. Referenzen. 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Weißel, Lang= Göns JakobAppel, Krofdorf, Heinrich W. Lein, Klein: Linden, Wilh. Schimmel, Kinzenb. Mühle und Ferd. Weiß, Grüningen 44 Gießen, den 24 Mai 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. LILIENMILCH Radebeuler SEIFE Stain Bergmann& e: Radebeul- Dresden à Stück 50 Bfg ächt bei Weber Heuchelheim Adolf Bieler, Giessen, L. Steinmüller ( Gr. Lind.) Karl Post, Wieseck u. W. Lein KleinLinden 1 Schwarzbrod bei Georg Dern M 11 50 1. Gr. Linden 21 W. Steinmüller W. Weitzel, Lang Göns,& Steinmüller Gr. Linden Heinrich Weber, Heuchelheim Viktoria- Drogerie. Marktstraße 5. Prima feinfte 52 Frankfurter Würstchen Gothaer Cervelatwurst Braunschweiger Mettwurst 22 W. Lein KleinLinden 24 " J. Kd. Velte, KirchGöng 40 Dern II. Gr.- Lind u. Louis Süßmuth, Steinberg 42 bei L. Steinmüller ( Gr. Linden) W. Steinmüller Lang= Gönd, Heinrich Weber, Heuchelheim, W, Weißel, Lang- Göns, Karl Post, Karl Trautmann u. E. Christ Wieseck 44 Jakob Appel, Krofdorf 46 W. 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