Pr. 97 Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., n's Saus gebracht 60 Bfg., burd bie oft bezogen viertel jährlich Mt. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Settenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittage Montag, den 27. April 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei& Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi gany Oberbeffen, die Kreise Weslar und Marburg 10 Pfø fenf 15 Bfg.: Reklamen die Betitselle 30 resp. 40 f Postzeitungsliste No. 8809. Redaktion und Expedition: Stesen Remenweg 4. Fernsprechenidis R, 308. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Der Weltfrieden in Gefahr! Das neueste Vorgehen Rußlands in der Mandschurei frage hat zu einer bedrohlichen Zuspißung der Lage in Ostasien geführt. Selbst besonnere Londoner Blätter for dern mehr oder minder verblümt die Kriegserklärung Englands und Japans an Rußland. Ob es dahin kom men wird, ist natürlich noch höchst zweifelhaft; die Folge wäre sicherlich der allgemeine Weltkrieg. Tatsache aber ist, daß Japan und England gemeinsam gegen Rußlands Vorgehen energisch Front machen; wahrscheinlich wird sich auch die nordamerikanische Uniɔn ihnen anschließen, die über die von Rußland betriebene Schließung aller mandschurischen Plätze gegen den aus. wärtigen Handel erzürnt ist. Angesichts dieser Lage dürfte nachfolgender Artikel allgemeines Interesse erwecken, in dem unser Berliner CB.- Mitarbeiter einen Blick auf die gegenwärtige ungünstige Position Eng lands für die Eventualität eines englisch- russischen Krieges wirft. Er schreibt: Je verästelter ein Geschäftsbetrieb ist, je mehr Geschäftszweige er umfaßt, um so vielfältiger sind die Eorgen, die dem Geschäftsinhaber immer aufs neue erwachsen. Das gilt nicht nur für gewerbliche und kaufminnische Unternehmungen, das gilt auch für die großen Geschäftsfirmen auf dem Gebiet der Politik. Jede Großmacht, die Weltpolitik treibt, weiß davon ein Lied zu singen, und vor allem die Macht, die überall auf diefern Erdenball politisch engagiert ist, Großbritannien. Die Engländer haben ihre Hände überall im Spiel, wo irgend etwas für sie zu holen ist; sie sind polifische Geschäftsleute im größten Etil. Und auf sie, denen an Länder- und Geldgier keine andere Nation gleichformmt, gilt eben deshalb mehr als für jede andere Großmacht, daß ihnen jeder neue Tag neue Sorgen bringt. Auch gegenwärtig wieder muß sich das britische Kabinett, dem man außerordentliche Geschicklichkeit nicht absprechen fann, mit einem ganzen Bündel Sorgen herumtragen, von denen einzelne nicht gerade auf die leichte Achsel zu nehmen sind. Da steht im Vordergrunde zunächst die bei Gumurru erkittene große Niederlage der britischen Truppen. Nicht der an und für sich recht schwere Verlust an Mannschaftem ist es, der der britischen Regierung so trübe Stunden macht: Im Burentriege waren die Verluste tausendfach größer, und dort waren es Kinder der britischen Erde, die ihr Leben lassen mußten, während es hier nur afrikanische und indische Eingeborenentruppen waren, die der Grausamkeit des Mullahs zum Opfer fielen. Die schweren Sorgen, die das Gemezzel bei Gumurru den Briten verursacht, haben einen anderen Grund: Man filrchtet und nicht mit Unrecht, daß auch die übrigen britischen Abteilungen unter Oberst Cobbe und General Manning in der dornigen, wasserlosen steinigen Akazienwüste des Somalilandes das Schicksal jener zweihundert Mann unter Plunkett teilen werden. Denn Manning, der die Hauptmacht führt und mit den an der Küste liegenden britischen Truppen keine gesicherte Berbindung hat, verfügt nur über 2000 Mann. Schon jemer Somalitrupp, der Plunketts Kolonne niedermeßelte, var 10 000 Mann start, und der Mad Mullah hat sicherlich außer diesen Zehntausend noch erheblich gröBere Kriegerscharen. Dazu kommt, daß der Erfolg gegenüber der Kolonne Plunketts die ohnehin tapferen, tɔdberachtenden und gut mit französischen Gewehren moderner Konstruktion bewaffneten Somalis noch angriffsund mordlustiger gemacht haben wird, während andererseits auf die abessinische Hilfe für die Briten kein Verlaß ist. Wird außer der Kolonne Plunketts noch eine größere britische Truppenmacht vom Mullah aufgerieben, so ist zweifellos ein langjähriger und dabei nicht sehr aussichtsvoller Kampf im Somalilande den Briten gewiß. Zu dieser schweren Besorgnis tritt nun noch die brohende Gefahr eines Zusammenstoßes mit Rußland in Ostasien, die sich auf die Unverfrorenheit der Russen in der Behandlung der Räumung der Mandschurei gründet. Man ist sich an der Themse der Bedeutung dieser russischen Weigerung, die Mandschurei wieder herauszugeben, für die Frage der späteren Herrschaft in Ostasien wohl bewußt, und man sagt sich, daß der mit der Festsetzung der Russen in der Mandschurei gegebenen russischen Gefahr für Englands ganze Machtstellung in Asien nur durch triegerische Maßregeln wirksam begeg net werden könne. Die Londoner Blätter, die Rußland gegenüber sonst nicht gern mit dem Säbel rasseln, forSern mit dürren Worten eine entschlossene Haftung von der britischen Regierung, indem sie auf das englischjapanische Bündnis verweisen. Mit anderen Worten: Sie verlangen die Kriegserklärung an Rußland. Aber wie soll England, das durch den Burenkrieg an Geld und Mannschaften erschöpste, den Russen mit der Waffe in der Hand gegenüber treten? Sumal wo es nicht nur im Somalilande, sondern noch an so vielen anderen Punkten der Welt militärisch engagiert ist? Dazu die Sorgen wegen eines möglichen russischösterreichischen Einschreitens auf dem Baltan, die Furcht vor der Ausnüßung einer friegerischen Verwicklung Englands durch Deutschland, Amerika und Frankreich zur Lahmlegung der wirtschaftlichen Konkurrenz Großbri tanniens! Man muß gestehen: Ein sorglases Dasein führen die britischen Minister jetzt wahrlich nicht. Es wird ihnen schwer halten, ohne eine friegerische Auseinander. setzung mit Rußland Englands Prestige zu wehren, und noch schwerer, falls es zu einem Zusammenstoß kommt. Die englischen Befürchtungen wegen des Schicksals der britischen Kolonnen im Somalilande scheinen sich zerstreuen zu sollen. Nach Meldungen aus Aden hatte Ge neral Manning im Somaliland bei dem Versuch, dem Oberst Cobbe Hilfe zu bringen, mit den Mullahtruppen in der Nähe von Walwal ein heftiges Gefecht. Von den Mullahleuten wurden 2000 Mann getötet. Oberst Cobbe wurde befreit. Die britischen Verluste sind noch nicht bekannt. Die Politik. Keine Reserveübungen während der Wahlwochen. (-) Um den Wählern, die dem Beurlaubienstande des Heeres oder der Marine angehören, ihr Wahlrecht nicht zu verkürzen, hat die Reichsregierung ebenso wie bei der letzten Reichstagswahl den Generalkommandos den Wahltermin und den Tag für die Stichwahlen bekannt gegeben, damit keine Kollisionen zwischen dem Wahlakt und etwaigen Einbeorderungen stattfinden. W. Einberufungen für diese Zeit stattgefunden haben, sind sie widerrufen worden. Der Trierer Schulstreit ist jetzt endlich endgiltig beigelegt. Bischof Korum erteilte dem aus Kreuznach als Lehrer an die staatliche höhere Töchterschule berufenen Kaplan Reiß die Genehmigung zur Erteilung des Unterrichts in Deutsch, Geschichte und Pädagogik. Außerdem hat die preußische Regierung auch ihrerseits die vom Bischof s. 3t. erhobenen Forderungen erfüllt, indem sie augeordnet hat, daß fortan in den oberen Klassen der staatlichen höheren Mädchenschule Deutsch und Geschichte von einer neu ernannten fathɔlischen Lehrerin erteilt werden. Die pädagogischen Lehrbücher werden abgeschafft, dafür die vom Bischof vorgeschlagenen eingeführt. Mormonenaustreibung aus Deutschland. ::: Preußen und Medlenburg haben jetzt die Ausweisung der Mormonen- Missionare beschlossen, nachdem Bayern die gleiche Maßregel schon vor einiger Zeit ergriffen hatte. Schon früher waren einzelne MormonenMissionare von verschiedenen Ortspolizeibehörden ausgewiesen worden; infolge Vermittelung der amerikanischen Botschaft wurde ihnen aber der Aufenthalt doch gestattet. Jetzt ist die Ausweisung endgiltig mit der Begründung erfolgt, daß das Religionsbekenntnis der Mormonen gegen die deutschen Gesetze und die öffentliche Moral verstößt, indem es die Vielweiberei gestattet. Gegenwärtig leben in Deutschland etwa 150 Mormonen- Missionare, davon in Preußen allein gegen 90. Die Mormonenkirche hat in Deutschland rund 1800 Anhänger. Keine Kabinettskrise in Frankreich? Der halbamtliche Pariser ,, Matin" tritt dem Gerücht entgegen, daß zwischen dem Präsidenten Loubet und dem Ministerpräsidenten Combes infolge des Rücktritts des Gouverneurs von Algier, Revoil, sowie wegen Durchführung des Ordensgesetzes ein Zwist ausgebrochen sei. Ebenso unrichtig sei die Behauptung, daß der Ministerpräsident jüngst den Wunsch geäußert habe, zurückzutreten. Combes sei fest entschlossen, die von der Deputiertenfammer beschlossenen Geseze vollständig durchzuführen. Ob das Dementi den Tatsachen entspricht, muß dahingestellt bleiben. Nicht abzustreiten ist, daß Präsident Loubet sich in Algier deutlich gegen die Behandlung der geistlichen Orden durch das Kabinett ausgesprochen hat. Meuterei der türkischen Landwehr. In Janina im südlichen Albanien ist es zu einer schweren Meuterei der türkischen Redifs der Landwehrtruppengekommen. Das Redifbataillon exerzierte vor der Kaserne. Der Kommandeur des Bataillons, der mit den Leistungen eines Soldaten unzufrieden war, gab diesem eine Ohrfeige. Der Soldat stürzte sich darauf auf den Offizier und versetzte diesem zwei Bajonettstiche in den Nacken. Der Kommandeur befahl, den Mann zu arretieren. Da wandte sich der Soldat hilfeflehend an seine Kameraden: ,, Helft, Brüder! Wie lange sollen wir diese niederträchtige Regierung noch ertragen?" Auf diesen Rus hin stürzten sich auch die anderen Soldaten auf den kommandeur, der nur mit Mühe durch das Erscheinen höherer Offiziere gerettet wurde. Die Soldaten waren nur mit Mühe zu beruhigen, und der General mußte ihnen veribrechen. daß der Bataillonskommandeur bestraft werden solle, und daß ihr kamerad mit einigen Tagen Arrest da vonkommen werde. Diese Rediss sind das einzige Militär, welches in Janina liegt, und die türkischen Behör den müssen sie deshalb, da die Stadt vollständig in ihrer Macht ist, sehr schonend behandeln. Kurze politische Nachrichten. * Die Budgetkommission des Reichstags hat die Nachtragsforderung für den Neubau des Reichsmarineamts mit 19 gegen 6 Stimmen abgelehnt. * Für die gesamte hessisch- preußische Eisenbahngemeinschaft ist jetzt vom preußischen Eisenbahnminister ein Vertrauensarzt bestellt worden, der die Aufgabe hat, die sanitären Einrichtungen für das Betriebspersonal dauernd zu kontrollieren, Verbesserungen vorzuschlagen und dergleichen. * Die preußische Regierung hat den Schwestern des heiligen Franziskus die Erlaubnis zu einer Ordensnieberlassung in Sögel, Regierungsbezirk Osnabrück, erteilt. * Eine nihilistische Geheimdruckerei wurde in Petersburg in einem Speisehause entdeckt, das von Studenten geleitet wurde und sich als Hauptherd der um stürzlerischen Bestrebungen erwiesen hat. Fünf Studenten wurden verhaftet. * Präsident Loubet wird London Ende Juli, kurz nach dem Zusammentreffen der Könige Eduard und Viktor Emanuel dortselbst, besuchen. * Der bekannte amerikanische Millionär Carnegie hat der niederländischen Regierung anderthalb Millionen Dollars für das Haager Friedenstribunal zur Verfügung gestellt. If und Gefellschaft. *** Der Kaiser hat seinen geplanten Besuch in Kum mersdorf aufgegeben, da die dort für Montag in Aus sicht genommenen Schießübungen ausfallen. Er kehrt des halb direkt nach Berlin zurück. *** Die Festlichkeiten am Großh. Weimarischen Hofe, welche im Anschluß an die Vermählung des Großherzogs Wilhelm Ernst mit der Prinzessin Karoline von Reuß ä. L. in Aussicht genommen sind, werden sich nach einer Mitteilung des dortigen Hofmarschallamtes nach folgendem Programm abspielen. Der feierliche Einzug des neuvermählten Paares in die Residenz Weimar fin det, wie bereits gemeldet, am 2. Juni cr. statt. Am 3. Juni wird großer Hofball abgehalten werden, am 4. Juni wird das große vom Künstlerverein veranstaltet? Maifest im Schloßpark stattfinden, welchem der Groß, herzog und Gemahlin beiwohnen werden, am 5. Juni wird als Abschluß der Hoffestlichkeiten Galatafel und Galavorstellung im Hoftheater veranstaltet. *** In Dresden verstarb am Herzschlag der General adjutant des Königs von Sachsen, General der Kavallerie b. Carlowitz. 296. Sigung. Deutscher Reichstag. Krankenversicherungsnovelle. Eigener Bericht. Die sozialdemokratischen Anträge, die neuerdings zu diesem Gesetze eingebracht worden sind, haben im wesentlichen folgenden Zweck: Erhöhung der Unterstüßungsund Ermäßigung der Betragsquoten, sowie die Verleihung des Selbstverwaltungsrechts an die Versicherten, so daß diese nach Mehrheitsbestimmungen etwa wie die Mitglieder einer Aktiengesellschaft über die internen Fragen entscheiden können. Diese Anträge wurden samt und sonders abgelehnt. Die Beratung ging auch heute noch nicht zu Ende. Sie wurde nur bis§ 20 durchgeführt, und es wurde bis dahin die Kommissionsfassung angenommen. - Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 62. Signing Eigener Bericht - Die Verwaltungsdienst- Novelle angenommen. Aus der endlos langen Tagesordnung erregten heute nur zwei Punkte allgemeines Interesse und lebhafte Debatten: Die Interpellation des Zentrumsabg. Letocha u. Gen. über das Unglück auf der oberschlesischen Kohlengrube Königin Luise" am 2. April, bei dem durch schlagende Wetter 30 Bergleute ihr Leben einbüßten, und die britte Beratung des Gesezentwurfs über die Vorbildung zum höheren Verwaltungsdienst. Zur Interpellation Le tocha gab Handelsminister Möller allgemein befriedigende Erklärungen. An dem Unglück hätten die davon Betroffenen selbst schuld, da sie die bestehenden strengen Vorschriften über das Verfahren mit Sprengstoffen außer Acht gelassen hätten. Um Kohlenstaubexplosionen in Zukunft möglichst zu verhüten, sei regierungsseitig eine Berieselung oder, wo diese nicht angängig sei, speziell in Gegenden, wo die Wurmfrankheit herriche, doch wenigstens eine BeEle rilhete fich nicht. Mur απ bent stoßweifen ben ihrer Finger fühlte er, wie sie erregt war. ich fände jemand, der Ich wünschte, hören, nur für mich ganz alleine oder Mädchen. Nur ganz allein müßte Schredlich, schredlich lieb hätte. Ganz egal, ob wunderbar da sein!" Ceine Stimme hatte einen Klang chey fast fromm hielt er ihre Tin mich warmen BeDie Stunde kommt mar er ein Mann mir Skizze von Else Krafft. ge Nachbruc schluß. Er bewältigte faum die Bureauarbeiten zum verboten.) Quartal In der lekten häufin Sie lachte. ,, Ach auch noch die Strümpfe selbst. das unmoderne Getue damals! Da stricte ich ia ungebildet!" Gott, was war man doch Er fühlte seine Ruhe schwinden. Das ist ein falsches Wort, Annie. damals." Glücklich waren wir Sie hoh in fomiſcher mehr beide Söns Wie schön das war, den meiten Annie saß im Wagen neben der Baronin und lächelto. abgeholt haben. fo lebensfrohen n Sie nicht auch an ihrer Wohnung anhalten lassen?" Die Dame nickte. Ein ungewohnter Ernst lag über dem Ich bin Ihnen so dankbar, beste Baronin, daß Sie mich Und Frau Geheimrat Wächter? Wollten auf jedenen Bolstern zurüdzuleeg bis zum Vereinshaus feuchtung der Grubenwände angeordnet worden. Es wurden auch Versuche gemacht, die Arbeiter selbst an der Grubenaufsicht zu beteiligen. Bei der Beratung des Ge sebentwurfs über die Vorbildung zum höheren Verwaltungsdienst kam es zu einem heftigen Renkontre zwischen Minister b. Hammerstein und dem nationalliberalen Abg. Dr. v. Friedberg, der entgegen den Wünschen des Ministers den Regierungspräsidenten die Anstellungsbefugnis der Referendare nehmen will. Dr. v. Friedberg b. fürch tet, daß durch die Regierungspräsidenten der Adel und das Korpsstudententum bevorzugt werden würde. Ein Beschwerberecht des Referendars gegen etwaige Ablehnung, wie es der Abg. v. Savigny( Bentrum) vorschlägt, halte er für aussichtslos. Minister v. Hammerstein leugnet ganz entschieden jede Bevorzugung des Adels, trɔyd.ni er sich freue, wenn adelig: Referendare sich meldeten, da sie die Gewähr bieten, treue Diener des Vaterlandes zu sein. Doch stelle er über alles die Aristokratie des Geistes. Ebenso verteidigt er die von dem Vorredner angegriffenen Korps, die erziehlich auf ihre Angehörigen wirkten. Nach weiterem kurzen Hin und Her wird das Gesetz nach den Beschlüssen zweiter Lesung unverändert angenommen. Nab und fern. ) Mäßigkeitsbestrebungen in unserer Marine. Nachdem bereits vor einigen Monaten an Bord des Linienschiffes Wettin" eine alkoholfreie Kantine( die erste bei der deutschen Marine) eingerichtet worden ist, soll demnächst auch im Seemannshause zu Kiel eine besondere Abteilung für alkoholfreie Getränke ins Leben gerufen, auch die Gründung einer Guttempler- Loge in Erwähnung gezogen werden. Prinz Heinrich von Preußen, welcher dieser Bewegung lebhaftes Interesse zuwendet, hat sich legthin eingehenden Vortrag über die Angelegenheit halten lassen. )( Prinzessin Luise von Toskana hat aus Dresden einen Arzt, eine Hebamme und eine wärterin gesandt bekommen. Am 28. April trifft ein königlicher Beamter, dem die Funktion eines Standesbeamten übertragen ist, in Lindau ein, der bei der Geburt für das Hausarchiv des königlichen Hauses das Zeugnis ausstellen muß, da das bayrische Ministerium des Innern auf eine Anfrage von beteiligter Seite entschieden habe, der Standesbeamte von Aeschach bei Lindau, wohin die Villa Toskana gehört, sei zur Beurkundung der Geburt des zu erwartenden Kindes nicht zuständig. Dieses wird nach drei Wochen auf königliche Anordnung nach Dresden gebracht werden. Nach der Entbindung wird auch die Aussöhnung mit dem Großherzog von Toskana erfolgen. Giron hat keinerlei Annäherung mehr versucht. Fähnrich Hüssener, der den einjährig- freiwilligen Kanonier Hartmann in Essen erstochen hat, hatte, wie gemeldet, einen Antrag auf Haftentlassung gestellt. Dieser ist, wie es nicht anders zu erwarten war, durch den Gerichtsherrn der ersten Marineinspektion abgelehnt worden. Die Bewachung Hüsseners im Stationsgefängnis ist eine sehr strenge. Bei seiner Vorführung schreitet stets ein in der Gerichtsschreiberei tätiger Maat dem Verhafteten borauf, während zwei Infanteristen mit gezogenem Seitengewehr ihm folgen. (?) Ein kgl. Förster als Wilddieb. Auf der Feldmart des hinter dem Neuen Palais bei Potsdam belegenen Dorfes Eiche wurde der Leibjäger des Erbprinzen Wilhelm von Hohenzollern beim Wildern abgefaßt. Schon längere Zeit hatte man bemerkt, daß dort unberechtigt gejagt wurde. Die Jagdberechtigung auf dem dortigen Terrain steht dem Kaiser zu, und der Wildstand wird deshalb dort besonders geschont. Daß es aber der Angestellte cines Prinzen und noch dazu ein Förster war, der die Wilddiebereien vollführte, ahnte man nicht. ) Eine Münchener Skandalaffaire. In München bilden höchst überraschende Entdeckungen, die die nähere Untersuchung des Verschwindens des Rittmeisters Baron v. Horn ergeben haben, das Tagesgespräch. Baron Horn hatte sich angeblich in Meran erschossen, wenigstens hatte er Abschiedsbriefe hinterlassen, die den Entschluß zum Selbstmord ankündeten. Der Baron verschwand auch spurlos aus Meran und man nahm um so eher an, daß er sich das Leben genommen, da er schwerer sittlicher Verfehlungen beschuldigt war. Jetzt ist man aber dahinter gekommen, daß Horn eine raffinierte Komödie aufgeführt hat. Er ist sicherlich noch am Leben, denn er flüchtete aus Meran, nachdem er sich durch Abnehmen des Bartes und Färben des Haares ein anderes Aussehen gegeben hatte. Horn hat auf mehrere seiner Münchener Kameraden gefälschte Wechsel in hohem Betrage ausgestellt. Das Selbstbegräbnis des Selbstmörders. Zu Oberberkowitz an der böhmischen Grenze wurde der Knecht Johann Haberdil in einem 180 Meter langen und einen Meter tiefen Graben erschossen aufgefunden. Haberdig hatte sich das Grab selbst geschaufelt und sich dann mittelst seines Wildererstußens erschossen. Er hatte das Grab derart geschaufelt, daß durch die Wirkung des Schusses und des Sturzes das überhängende Erdreich ihn völlig bedecken sollte, so daß er spurlos verschwunden wäre. Ei wurde jedoch nur teilweise verschüttet. (!)_ Unbegründete Attentatsgerüchte. Auf den König von Dänemark sollten auf einem Spaziergange, den er mi seinen beiden Töchtern, der Kaiserin- Witwe von Rußland und der Königin Alexandra von England in Kopenhagen machte, von einem Soldaten ein Attentat verübt sein Die Meldung flang so unglaublich, daß es angebracht er schien, erst nähere Nachricht abzuwarten. Diese ist denn auch gekommen und hat das„ Attentat" in harmlöser Weise aufgeklärt. Ein betrunkener Soldat, der die Herr schaften nicht kannte, hat sie angerempelt und mit groben Reden belästigt. Das ist alles. Der Betrunkene wurde sofort zur Wache sistiert. $ Ein hartgesottener Mörder war der erst 21jährige Anton Schönefl, der wie aus Wien gemeldet wird, durch den Strang hingerichtet wurde. Schönekt hatte die 81 Jahre alte Tabaktrafikantin Jüllich ermordet. Schönefl wies jeden geistlichen Zuspruch zurück und leugnete Lis zum letzten Augenblick seine haartlein bewiesene Schuld. Als letzte Bitte verlangte er Bücher mit obszönen Bildern und ,, weibliche Gesellschaft" in der Nacht vor seinem Tode. Kurz bevor er hingerichtet wurde, empfing er seine Ge liebte, der er die Sorge für sein Kind empfahl. ) Eine seltsame Sparbüchse. Ein ehemaliger franzöſischer Soldat namens Lécuyer, der im deutsch- französischen Kriege einen Schuß in den Schenkel erhalten hatte, fühlte bor einigen Tagen an der vernarbten Wunde einen seltsamen Schmerz. Man nahm eine Operation vor und fand in dem Schenkel an den Knochen gedrückt ein zujammengebogenes 10 Centimes- Stück, das von der Kugel durch das Portemonnaie hindurch in das Bein getrieben und dort 33 Jahre, ohne bemerkt zu werden, verblieben war. Sizilianisches Räuberunwesen. Bei Santa Christina auf Sizilien wurde der von Piana dei Greci nach Palerms gehende Postwagen von vier Straßenräubern überfallen. Nachdem sie die Reisenden gezwungen hatten, sich zu Boden zu werfen mit dem Gesicht nach unten- plünderten sie eine Frau Maria Soitta, die 25 000 Lire bei sich hatte, vollständig aus, worauf sie die Flucht ergriffen. Die Räuber müssen natürlich grit haben, daß Frau Saitta so viel( d mit sich führte, denn sie ließen von Anfang an die andern Reisenden in Ruhe und widmeten sich nur dieser Dame. Feuersaug und Bolizei. In zahlreichen praktischen Städten, in welchen Pflichtfeuerwehren eingerichtet sind, bestehen Polizeiverordnungen, nach welchen unter anderem für das Fehlen der Feuerwehrleute ohne vorher anzubringende Entschuldigung bei den öffentlich einberufenen Uebungen Strafen angedroht werden. Ein von sil her Strafe getroffener Feuerwehrpflichtiger hat nun durch alle Instanzen Berufung eingelegt und vom Kammergericht ein freisprechendes Urteil erstritten. Hierbei wurde der Rechtssag aufgestellt, daß die Errichtung von Pflichtfeuerwehren nur durch vom Bezirksausschuß genehmigtes Ortsstatut, nicht aber auf Grund einer Polizeiverordnung erfolgen könne. Diese sei daher rechtsunaültia. $ Einen dicbischen Geist lernte der reiche Kaufmann Nathan Zamarowski aus Warschau in Paris fennen. Ein junger Mann, mit dem er in einem Konzert in angeregte Unterhaltung geriet, lud ihn zu einer spiritistischen Sizung ein. In der angegebenen Wohnung fand 3. zwei junge Damen, von denen die eine ein außerordentlich berühmtes Medium sein sollte. Um die Verbindung mit den Geistern herzustellen, löschte man das Licht aus, und 3. konnte sich mit dem Geiste seines Vaters unterhalten. Gegen Mitternacht ging er sehr zufrieden nach Hause und verabredete sich mit seinem neuen Freunde für den nächsten Tag. Als er aber im Hotel angekommen war, merkte er zu seinem Schreck, daß sein Portefeuille mit 15 000 Fr. in Banknoten verschwunden war. Er eilte sofort zurück, aber sein Freund und das berühmte Medium waren nicht mehr dort und sind auch bis jetzt nicht zu finden gewesen. Die Polizei, der er sein Mißgeschick meldete, gab ihm nur schwachen Trost und riet ihm, in Zukunft im Verkehr mit Geistern sehr vorsichtig zu sein. Bunte Chronik. In Posen wurden sechs Mitglieder einer Fälscherbande festgenommen, welche Fünf- und Zweimarkstücke in Silber, hauptsächlich aber kupons der 32prozentigen Preußischen Staatsanleihe in größerem Umfange angefertigt hat. Die Verbindungen der Bande erstrecken sich bis nach Amerika. Ein großes Feuer kam in den Dachräumen der GardeFüsilier- Kaserne in Berlin aus. Die Bekleidungskammer mit den sämtlichen darin aufgespeicherten neuen Uniformen des dritten Bataillons wurde ein Raub der Flammen. -Im Hundekupee fuhr ein russischer Arbeiter von der russischen Grenze nach Berlin. Bei der Reinigung des Zuges im Bahnhof Grunewald wurde der blinde Passagier entdeckt und darauf wegen Fahrgeldhinterziehung nach bem Amtsgerichtsgefängnis zu Charlottenburg gebracht. -Bei Reinigung eines Brunnens fanden in Lippach ( Württemberg) vier Arbeiter den Tod durch Ersticken. - Die Oder und Ohle führen gewaltige Wassermengen mit sich, welche die zwischen ihnen gelegenen Niederungen bei Breslau überfluten. Der Chausseewärter Czok ist in dem stark angeschwollenen Murowerbache ertrunken. - In Staßfurt versuchte die Frau des Fleischermeiters Schuricht sich und ihre beiden Kleinen Kinder durch Gas zu töten. Als dies mißlang, stürzte sie sich aus dem Fenster in den Mühlgraben und ertranf. Hus dem Gerichtsfaal. § Eine dreiface Gattenmörderin wird sich in der im Juni cr. stattfindenden Schwurgerichtsperiode am Landgericht in Allenstein zu verantworten haben. Es handelt sich um die Wirtsfrau Przygodda aus Köblau bei Wittenberg, welche beschuldigt wird, ihre drei Chemänner vergiftet zu haben. Die Angeschuldigte wurde vor etwa sechs Wochen zur Beobachtung ihres Geisteszustandes der Frrenanstalt kortau überwiesen, von wo sie jetzt wieder dem Justizgefängnis in Allenstein zugeführt worden ist. Wie berlautet, soll die irrenärztliche Beobachtung keine Anhaltspunkte für eine geistige Störung ergeben haben. § Teure Oh- Oh- Rufe. Ein eigenartiger Zwischenfall ereignete sich dieser Tage bei der Strafkammer in Essen a. Ruhr. Gelegentlich einer Prozeßverhandlung gegen den früheren Bäckermeister Schilling aus Witten, welcher der Beleidigung des Polizeikommissars Fettköter, sowie dreier Wittener Polizeisergeanten beschuldigt war. Als während der Beweisaufnahme der Kommissar Fettköter Veranlassung nahm, einer seine persönlichen Verhältnisse betreffenden Bemerkung entgegenzutreten, stieß der als Zeuge anwesende Polizeiinspektor Gassinger aus Witten einen ,, Ohoh- Ruf" aus. Der Staatsanwalt brachte hierauf wegen ungebührlichen Verhaltens vor Gericht, zumal seitens eines Beamten, gegen den Zeugen eine Geldstrafe von zehn Mark in Antrag. Das Gericht erkannte jedoch auf fünfzig Mark und behielt sich die weitere Verfolgung des Zwischenfalles vor. Kleine Gerichts- Chronik. Das Marinekriegsgericht zu Kiel verurteilte den Matrosen Koth wegen zahlreicher Einbrüche, Raubanfälle und Fahnenflucht zu acht Jahren Zuchthaus und Ausstoßung aus der Marine. - Das Hanauer Schwurgericht verurteilte den Bankier Leopold Lilienfeld wegen Unterschlagung, Depotvergehen und Untreue zu vier Jahren Gefängnis. Giessener Cagesneuigkeiten. Der Zweiten Kammer ging folgende Anfrage des Abgeordneten Köhler- Langsdorf zu. Ueber Art Geschichte, Zahl, Vergebungsweise und Bedingungen der der Studierenden an der Universität Gießen zuständigen Stipendien herrscht nicht allein im Publikum, sondern selb auch in den Kreisen der Studierenden und sogar innerhal der Lehr- und Verwaltungskörper der Universität nicht minde eine weitgehende Unsicherheit in Kenntnis dieser Dinge, die geeignet erscheint, einer Anzahl Eingeweihter zu unberech tigtem Vorteil zu dienen. Um diesem Mißstand nachdrüdli entgegenzuwirken, frage ich an, ob Großh. Regierung für zweckmäßig hält und gewillt sei, 1. alsbald eine ein gehende und umfassende Untersuchung über Art, Geschichte Zahl, Vergebungsweise und Bedingungen der den Studie renden an der Universität Gießen zuständigen öffentlichen und privaten Stipendien und etwaige anderen Wohlfahrts Einrichtungen einzuleiten und durchzuführen? 2. das Er gebnis dieser Untersuchung, als besondere Abhandlung in Buchdruck vervielfältigt und in Heftform gebracht, den darum nachsuchenden Studierenden und beteiligten Interessenten von nun an fortlaufend, kostenlos mitzuteilen? - Die Untersuchung in der Berliner Kuppeleiaffäre, in deren Verlauf, wie erinnerlich, der Landmesser Steldt in Haft genommen wurde, nimmt immer größere Dimensionen an. Zur Zeit schweben Ermittelungsverfahren gegen sieben Herren, die verdächtig erscheinen, mit Schul mädchen in den Häusern von Kupplerinnen strafbaren Umgang gepflogen zu haben. Sivilifation, laffen. ** Zum ift für den 26 gert, eine Jaum fahrt nach dem Untermainbrüd hause vorbei Bahnhof. Au Hufftellung un Spielhaufis, di bengalifa erle der Kaiser vo ** Der ** Der erst fürzlich als außerordentlicher Professor für Kunstgeschichte nach Halle berufene, bisherige Direktor de deutschen Buchgewerbemuseums in Leipzig und Privatdozent an der dortigen Universität, Dr. phil. Rudolf Raubig wird den an ihn ergangenen Rufe als ordentlicher Professor desselben Faches an die technische Hochschule in Darm stadt zum nächsten Wintersemester folgen. fchen Radfah ausschuß in maßen feftge Bundesausfa Sigung bes und der Sta und Reigenf und Begrüßu Preis Rorfo und Sommern ben 3. Auguf Altreichsfangl fahrten nach Großes Gal Dienstag, de der Kriege fl Selgoland 5. Auguft: Gef Lefer darau belm" Nr. Gaiefta Wuniton ab beitsmaßregel Geschoß veri ** Meisterprüfungen. Wie wir erfahren, ist nunmehr die Meisterrolle für die Provinz Oberhessen auf gestellt und damit eine übersichtliche Festlegung der Prüfungsarbeiten pp. derjenigen Handwerksmeister gesichert, welche gemäß§ 133 der Gewerbeordnung ihre Meisterprüfung be standen haben. Durch diese Meisterrolle, welche vom Vor sizenden Baumeister Traber der Meisterprüfungs fommission für Oberhessen wie auch von der Hand werkskammerin Darmstadt geführt wird, ist den Behörden und Privaten Gelegenheit gegeben, sich nach erwünschten Beziehungen Ausschluß zu holen, zum Segen des Handwerks selbst, wie der Allgemeinheit. = Die Kompagniebesichtigungen beim 116. Inf-Regt. finden nächsten Donnerstag statt. Soweit und bekannt, wird der kommandierende General Exc. von Linde quist denselben beiwohnen. ** Die am letzten Samstag über das Verschwinden des Direktors der Holzindustrie Mücke, Bamberger, ge brachte Angabe: er habe 7000 Mark unterschlagen, was hauptsächlich der Grund der Kündigung gewesen sei, trifft nach uns von beteiligter Seite gewordener Mitteilung nicht - Der Betrieb des Werkes erleidet durch den Weggang Bambergers feinerlei Unterbrechung oder Störung. zu. - *** Gehört die Lebensversicherung zur Konkursmasse? Das Reichsgericht hat entschieden, daß die Konkursmasse tein Recht auf die Versicherungspolize hat, oder, wenn der Versicherungsnehmer gestorben und der Konkurs über seinen Nachlaß eröffnet worden ist. Dies Urteil, dem sich wohl die Gerichte in der Hanptsache an schließen werden, ist von umso größerer Bedeutung als bis. her namhafte Juristen gegenteilige Meinung vertreten. ** Um die Linienführung der Bahn Wez lar- Bußbach streiten sich zur Zeit drei große Gruppen. Die erste Gruppe will die Bahn über Volpertshausen, die zweite über Niederwiz, die dritte über Burgsolms geführt nissen. Die Wünsche, so heißt es in einem Eingesandt im Weglarer Anzeiger", von zwei Gruppen müssen un erfüllt bleiben, denn nur eine von den drei Linien fann ge baut werden. Wäre es nicht recht zweckmäßig, wenn diese zwei Gruppen von dem Projekt Bußbach- Weglar ablassen und mit aller Kraft das zweite schwebende Projekt Usingen -Weglar fördern würden. Die Eisenbahnfrage Usingen -Wehlar ist nämlich eben wieder actuell angesichts der großen Umbauten, die in Gießen vorgenommen werden sollen. Das Geld für die Route Usingen- Weßlar liegt, wenn ver hindert wird, daß es in Gießen zur Verausgabung gelangt, sozusagen parat.. W.A. Insertions fosten für die Eröffnung der Weltausstellung. Unmittelbar vor Beginn der Weltausstellung in St. Louis 1904 beabsichtigt die Ausstel lungsleitung in großartigem Stile zu inserieren, nnd zwar sollen für die wenigen Tage vor der Eröffnung nicht wenige als zwei Millionen Mark für die Inserate, welche die Eröffnung des großen Unternehmens anfündigen, ver wendet werden. Es werden Inserate in allen Tagesze tunger, in den belletristischen Wochen- und Monatsblättern erscheinen, und die Leitung dieser Inseratenfampagne, sowie die Ver teilung der Inserate auf die Zeitungen wird von einen hervorragenden Fachmann der in Amerika so hochwichtige Inseratenbranche besorgt werden. W.A. Weitere Kuriositäten sind von de Weltausstellung in St. Louis 1904 zu melden Das bekannte Smithsonianinstitut wird einen Riesenfäfi mit lebenden Vögeln ausstellen, in welchem mit geringer Ausnahmen alle Vogelarten der ganzen Welt lebend vorge führt werden. Dieser Riesenfäfig ist 200 Fuß lang un hat die Form eines Hauses. Im Innern des Käfigs be finden sich Wasserbehälter, Bäume, Strauchwert, Spring brunnen. Der Käfig ist durchquert von Gängen, welche el dem Besucher ermöglichen, an alle Vogelfamilien heranzu fommen, um ihr Leben und Treiben zu beobachten. Dr Franz Baker, Superintendent des National Zoologischer Gartens, hat die Einrichtu g und Ueberwachung dieser Vogel sammlung übernommen. Als Kuriosität ist es auch woh zu betrachten, daß die Frauen der Stadt Kolumbus in Ro nada an die Ausstellungsleitung in St. Louis das Ersuchen gerichtet hab. n, die Türkei zu der Weltausstel lung nicht zuzulassen. Nich Ansicht dieser Damen ist die Türkei ein Feind der Christenheit und der gesamten insbesondere Gelände insb Weg nach wischen der bach ganz i D in der Tur wir gut be Häufer- Frie das Gerätet Mittageffen anschließend Beit und Sigung. 2 anderen Ror Operette vo am Friedric worden; ei bie Berline tagtäglich Scene gebe ein solches liebhaber zu gestelltes G geftern Aber hatte, dem Der Titel, Wig und Aber nicht bat, ist es aus dem L ring) und alle Augen Arrest gen fall planen lehrt den Alemme gaben die ordentlich bolter Be fpielt in e man es h tommt bie Stüde feb Sommer) Gratewoh Rampel( oder Bam Unftichs. Borten: fagt fchon Seine gan traten rief n lauft's heut ein anderer bas find Studes ift gkeiten. ng folgende Anfra rf 34. Ueber Bivilisation, und feine Nation sollte sich daher mit ihr einlaffen. Zum Sänger- Wettstreit. Wie uns mitgeteilt wird, ** Bedingungen der für den Abend des 3. Juni, nach dem Begrüßungs- KonBießen zuständig ert, eine Jllumination in Aussicht genommen. Der Kaiser | Tänzerin Mimi( Frl. Stöger) verliebt, unternimmt mit ihr eine Vergnügungsreise und verliert dabei ein wertvolles Rollier und einen Tausendmarkschein, beides wird aber von der Tänzerin sehr begehrt. Das Landstreicher paar findet es und nun beginnt ein Abenteuer nach dem andern. Das Paar wird arretiert, es bricht aus, verlifum, sondern fahrt nach dem Konzert den Schaumainkai hinauf, über die und sogar inneintermainbrücke, die Neue Mainzerstraße am Schauspiel tauschen die Kleider mit denen des Assessors und so fort; is dieser Dinge, Bahnhof. Auf dem Maine nehmen die Rudergesellschaften während der Fürst selbst, der seine verlorenen Gegenstände iversität nicht mint house vorbei und über die äußere Kaiserstraße nach dem furz es spielt durch dann das ganze Stück das Fürstenpaar, weihter zu unbere ufstellung und die Ufer, Brücken, die Ruppel des Schau- gern wiederhaben möchte, trozdem aber sein Infognito nicht Rißstand nachdrüd pielhauses, die Türme des Rathauses und der Dom werden lüften will, als gewöhnlicher Meier vorgestellt und als solcher Broßh. Regierung bangalisch erleuchtet. Zum Besuch des Konzertes selbst fährt behandelt wird, am allermeisten aber von den Landstreichern. 1. alsbald eine der Kaiser vom Bahnhof über die Wilhelmsbrücke. über Art, Geschid ** Der Festplan für den XX. Bundestag des Deut Herr Bruck trat in seinem Fürsten entsprechend der Rolle auf und die einzelnen Couplets verfehlten ihre Wirkung en der den Stubchen Radfahrerbundes in Hamburg ist nunmehr von dem Feft- nicht. Große Heiterfeit entfachte, als er, sowohl wie auch ftändigen öffentliusschuß in Gemeinschaft mit dem Bundesvorstande folgender. Herr Gehring verschiedene lokale Spezialbegebenheiten in anderen Wohlfabaßen festgelegt: Freitag, den 31. Juli: Empfang der ühren? 2. das Bundesausschuß- Mitglieder. Sonnabend, den 1. August: den Geſaug mit einflochten, darunter die Uhr am Hospital, die einer gründlichen Reparatur unterworfen werden muß. dere Abhandlung Sigung des Bundesausschusses. Besichtigung des Hafens Ebenso war das Duett der beiden Leutnants sehr ansprechend. en Interessenten und Reigenfahren. Abends großes offizielles Empfangsgebracht, den daru und der Stadt, Vorläufe für die Konkurrenzen im Rennen ? tlicher Professor fi Breis- Rorso durch einen Teil der Stadt. Abends: Festmahl umb Begrüßungsfest. Sonntag, den 2. August: Großer Sherige Direttor& ig und Privatboe ben 3. August: Huldigungsfahrt nach der Ruhestätte des Rudolf Kauzi Altreichskanzlers Fürsten Bismard in Friedrichsruh. Elb. und Sommernachtsfest im Zoologischen Garten. Montag, ordentlicher Bro ochschule in Darn Jen. fahrten nach Blankensee und der Elbschloßbrauerei. Abends: Großes Galasaalfest, Kunst- und Reigenfahren und Ball. rfahren, ist nunme Dienstag, den 4. August: Fahrt nach Kiel zur Besichtigung Oberhessen a bar Kriege flotte und nach Kopenhagen; ferner Fahrten nach Helgoland und den übrigen Nordseeinseln. Mittwoch, den egung der Brüfung 5. August: Beginn der Nordlandsfahrt durch Norwegen. ster gesichert, weld Gefechtsmäßiges Scharfschießen. Wir machen unsere Meiſterprüfung Leser darauf aufmerksam, daß das Regiment Kaiser wil bellm" Nr. 116 am Mittwoch, den 29. d. Mts. auf dem Gießstand 9 ein gefechtemäßiges Schießen mit scharfer Muniton abbalten wird. Da trop Anordnung und Sicherheitsmaßregeln nicht gänzlich ausgeschlessen ist, daß sich ein Geschoß veririt, so dürfte es sich für die Spaziergänger, insbesondere aber für Holzleser empfehlen, das umliegende Gelände insbesondere der an dem Schießstande vorbeiführende Weg nach Annenrod, sowie die Schneißen 2, 3 und 4 le, welche vom 2 Der Meisterprüfun von der H , ist den Behörde nach erwüns Segen des Handwe Der Leutnant Rudi Muggenheim Und Leutnant Mucki Rodenstein Wenn die vorbeimarschieren, Hört man die Fenster flirr'n. Und überall aus jedem Haus Da guden Frau'n und Mädchen raus; Rein Weiberherz im Land Uns jemals widerstand. Auch Herr Sommer gefiel uns gestern Abend, seine Ruhe und das sichere Auftreten imponiert etwas. Leider ist die Bühne für volle Ausstattung derartiger Stücke nicht eingerichtet; trotz alledem wußte das ganze Personal den 8usammenhang und die einzelnen Pointen voll zur Geltung zu bringen. Aus Hessen und nachbargebieten. r. Großen- Linden. Am Samstag Nachmittag gegen 5 Uhr war der Arbeiter Bechthold an der Maschine auf dem Lahntaltofen beschäftigt, geriet mit dem einen Fuß unter ein Rad, wodurch derselbe zerquetscht wurde. Der Verunglüdte wurde sofort nach Gießen in die alte Rinit gebracht. ** Ehringshausen, 24. April. Lehrer Hühnergarth feiert sein Die Untersuchung wird wohl Näheres ergeben; das Schicksal beider Familien wird sehr bedauert. Mißglückte Empfehlung. In Simmern schloß nach der Berl. Volksztg." ein Redner in einer Versammlung seine Agitationsrede für den nationalliberalen Abg. Dr. Paasche mit folgenden Worten:„ Auf dem Hunsrück brauchen wir ein gesundes und kräftiges Rindvich, das rein ift von Maul- und Klauenseuche. Darum wählen wir unsern bewährten alten Abgeordneten wieder." *** Kassel, 21. April. Sowohl der Ausstand der Maler und Weißbinder wie derjenige der Bauhandwerker ist beendet. Kassel, 26. April. In dem benachbarten Lauchröden stürzte am Freitag ein Teil des Ofens der Aßmann'schen Ziegelei ein und begrub 2 Arbeiter unter den Tüm mern. Der eine, im Alter von 16 Jahren, fand dabei seinen Tod. Der andere erfitt einen Beinbruch. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, 24. April 1903 Der Handelsmann Jeisel 8. von Treis a. Lda. hat sich wegen Pfandveräußerung zu verantworten. Nach der Anflage hat er eine vom Gerichtsvollzieher gepfändete Kuh der Verstrickung entzogen. Das Urteil lautet auf 10 Tage Gefängniß. Sodann erscheinen auf der Anklagebank drei Kommis Karl R., Reinhold R. und August Ludwig H. Die Anklage legt ihnen Körperverlegung zur Last. Sie find teilweise geständig und der Fall läßt eine milde Beurteilung zu, weshalb das Gericht auf Geldstrafen von je 15 Maif erfennt. Student med. Georg W. von Gießen erhält wegen Körperverl Bung 25 Mt. Geldstrafe.- Tchnifer Franz B. von Herdorf erhält wegen Betrugs 20 Mt. Geldstrafe. Der Kirchendiener Michael H. von Gießen hat sich wegen Hausfriedensbruch zu verantworten. Der Vertr. der Staatsanwaltschaft beantragt Verurteilung. Das Gericht spricht den Angeklagten frei. - Litterarisches. Weißenburg. Von Carl Bleibtreu. Mt Juustrationen von Chr. Speyer. In farbigem Umschlag 1 Mt., geb. 2 Verlag von Carl Krabbe in Stuttgart. Der igungen beim 18 wischen der Straße Gießen- Reistirchen und Gießen Stein- tam 16. Ma je npril 1853 in den Schulbienſt und Verfasser der Schlachtenschilderungen von Woerth, Gravelott, statt. Soweit mi bach gänzlich zu vermeiden. eral Eye. von Linte das Verschwinden des unterschlagen, was * Die Gauvorturnerstunde, welche gestern in der Turnhalle des Turnvereins Gießen abgehalten wurde, war gut besucht. Die Gauturnwarte Will Wezlar und de, Samberger, geäuſer- Friedberg teilten sich in die Arbeit, erfterer leitete bais Geräteturnen, letterer die Turnspiele. Das gemeinsame ten fel, trittagessen wurde im„ Kaiserhof" eingenommen, wo auch er Mitteilung nida auſchließend daran die Besprechung stattfand. Bur ſelben durch den Wegga Bit und im selben Lokal hatte auch der Gau Ausschuß Sigung. Der Somuner beginnt und da sind, gleich wie in anderen Korporationen, mehr Vorarbeiten 2c. nötig. Störung. figerung icht hat entfeder ie Versicherungpoli er gestorben und de t worden ist. Di ■ der Hanptfache Bedeutung als b nung vertreten. der Bahn B drei große Gruppe Volpertshausen, 85 r Burgsolms gehüt einem Eingefa Gruppen müssen drei Linien fann edmäßig, wenn ach- Wezlar abl Sende Projekt Uing fenbahnfrage U actuell angesichts nommen werden fol Blar liegt, wenn Berausgabung gela r die Eröffnu bar vor Beginn bfichtigt die Mu inferieren, und zwe röffnung nicht weni r die Inferate, w mens anfündigen, allen Tageszeitung natsblättern ersche pagne, sowie die gen wird von ei Die Landstreicher, Operette von L. Krenn und C. Lindau, sind über 150 Mal am Friedrich Wilhelmstädtischen Theater in Berlin aufgeführt worden; ein Beweis, daß das Stück wirklich gut ist. Was die Berliner mit stürmischem Applaus begrüßen, die doch tagtäglich auf den Brettern mehr und größere Stücke in Scene gehen sehen, das kann uns Gießener nur bestimmen, ein solches Stück sich anzusehen, ohne daß es dem Theaterliebhaber zu gereuen braucht, sein auf Vergnügungs- Conto Wer gestelltes Eintrittsgeld besser verwendet zu haben. gestern Abend unseren bescheidenen Musentempel aufgesucht hatte, dem ist auch wahrlich viel geboten worden. Schon der Titel,„ Die Landstreicher" besagt, daß Humor, Wig und tolle Einfälle sich förmlich in dem Stücke jagen. Alber nicht allein das, neben der Musit, die recht flotte Weisen hat, ist es die Spannung und die Frage, was wird jezt aus dem Landstreid erpaar August Fliederbusch( Herr Geh ring) und dessen Frau Bertha( Frt. Mizzi Bart1), die alle Augenblicke entweder als Gauner und Hochstabler in Arrest genommen werden sollen oder sonst einen tollen Einfall planen und ausführen. Das Duett der Beiden: Ist auch der Rock defekt, Der Wert des Mannes steckt- Nicht nur im Kleide Nicht im Geschmeide! Trägt man auch keinen Frack Hat man nur Geld im Sack Und frischen, frohen, hellen Sinn, Da liegt der Zauber drin 2c. 2C. lehrt den Zuhörer, daß das Bummlerpaar sich aus der Alemme zu helfen weiß. Herr Gehring wie Frl. Bartl gaben diese beiden temperamentvollen Rollen ganz außer wirkte in den Orten Zeilbach, Heidelbach und hier. Er ist Meß, Sedan, Paris, Orleans, Belfort, Amiens- St. Quentin, 70 Jahre alt und versieht sein Amt noch vollständig. Le Mans, Königgräß, welche in mehr als 250 000 rem Heppenheim, 23. April. In der gestrigen General- plaren verbreitet sind, zieht nun auch das Gefecht von Weißen versammlung des Verschönerungsverein wurde Beschluß ge- burg in den Kreis seiner Darstellung. Dieses erste Gefecht fakt über die von dem Vorſtand angeregte Feier des 100- auf franzöſiſchem Boden genoß von jeher im Bolte besondere jährigen Geburtstag des großen und verdienstvollen Popularität, teils wil hier das erste französische Geschüß Chemiters Just us Liebig, der in den Jahren 1817 und und die erſten Gefangenen, unter denen man auch die he 1818 in der hiesigen Apotheke tätig gewesen ist. An diesem rühmten Afrifaner fent en lernte, in deutsche Hände fielen, Tage, 12. Mai, wird an der Apotheke eine Gedenktafel mit teils weil hier die Waffenbrüderschaft von Nord- und Südentsprechender Inschrift angebracht. -r. Marburg, 25. April. Auf der Bahnhofsbrücke wurde heute Nacht ein Student von der Polizei im adamitischen Kostüm angetroffen. Er hatte seine sämmtlichen Kleidungsstücke über das Brückengeländer in die Lahn geworfen. Die Polizei glaubte es mit einem Geistesgestörten zu thun zu haben und verbrachte ihn in die Klinik, wo festgestellt wurde, daß er völlig betrunken war. Als er seinen Rausch ausgeschlafen, machte er die für ihn betrübende Entdeckung, daß mit seinen Kleidern auch seine Brieftasche, enthaltend 2600 Mt. ins Wasser gewandert war. *** Aus dem Kahlgrunde, 21. April. Mit der Ausbeutung der Braunkohlenlager im Rahlgrund wird es jetzt ernst. Dieser Tage wurden in Großwelzheim von dem Vertreter einer Gesellschaft verschiedene Grunderwerbungen abgeschlossen. Auf den Grundstücken sollen die Gebäude für das Bergwerk aufgeführt werden. Langen, 26. April. Gräfin Henriette zu senburgPhilippseich, die Gemahlin des Grafen Philipp zu senburgPhilippseich, der am 10. Juli 1866 als Kommandeur des 7. bayrischen Jägerbataillons in dem Gefecht bei Kissingen. den Heldentod starb, ist in München hochbetagt gestorben. *** Mainz, 24. April. Dem Kriminalschußmann Ge= org Korn dahier wurde vom Oberstaatsanwalt Dr. Schmidt für seine bei der Verhaftung des Sponsheimer Raubmörders geleisteten Dienste besonderes Lob gespendet, und mitgeteilt, daß von der ausgesezten Belohnung von 500 Mt. auf ihn 120-200 Mt. fallen würden. Darmstadt, 23. April. Dem nach langer Tätigkeit aus dem Amte scheidenden Großherzoglichen Kreisschulinspektor Schulrat Gg. Ph. Müller wurde gestern von den Lehrern und Lehrerinnen des Kreises Darmstadt eine von dem Hoffalligraphen Göttmann Darmstadt kunstvoll ausgeführte Adresse durch eine Deputation überreicht. erita so hochwicht ordentlich schön, eins unterstüßte das andere und wieder welche vor einigen Tagen zur Verhaftung des Oberpostäten sind von is 1904 zu m rd einen Riesen welchem mit geri en Welt lebend v 200 Fuß lang nnern des Käfig Strauchwert, Spr on Gängen, weld Bogelfamilien hera n zu beobachten. National- Boologi cwachung diefer B tät ist es auch tadt Kolumbus in St. Louis das Gr Der Weltausf Anficht diefer Da heit und der gefu Holter Beifall rief sie öfters vor die Rampe. Das Stück spielt in einem süddeutschen Amtsgerichtsflecken und so wie man es heute noch in solchen Orten wirklich antreffen fann, tommt die heilige Hermandad und die Gerichtsbarkeit in dem Stücke sehr täglich weg; Gerichtsherr Assessor Roland( Herr Sommer) ist in die Tochter( Frl. Rita Dreßler) des Wirts Gratewohl( Herr Walter) verliebt und der Gerichtsdiener Rampel( Herr Ganzert), dem man eher den Namen Hampel oder Pampel geben müßte, ist ein großer Freund frischen Unstichs. Sein erstes Auftreten vor dem Assessor mit den Worten: „ Herr Assessor im Namen des Gesetzes melde ich, daß der Kreuzwirt grad frisch angestochen hat!" sagt schon, daß er die komische Figur des Stückes ist. Seine ganze Figur, sein ganzes stolperndes wankendes Auftuten rief nur lauter Lachen und Beifall hervor.„ Wie ein Del lauft's heut, Herr Assessor! Schade um jeden Tropfen, den ein anderer Mensch trinkt" oder„ H ut rinnt's wie Glycerin!" das sind Blüten aus dieser Rolle. Der Kern des ganzen Stückes ist ein alter Fürst Adolar( Herr Bruck) ist in die - ** Darmstadt, 24. April. Die zum Nachteil einer Anzahl hiesiger Behörden dieser Tage entdeckten Postdiebstähle, assistenten Kehrer führten, haben heute ein weiteres Opfer gefordert. Der 42 Jahre alte verheiratete Oberpostassistent Karl Schneider, welcher abwechselnd mit dem verhafteten K. den Ausgabeschalterdienst erledigt, wurde heute Nachmittag durch einen Gendarmen am Schnangelweg in Darmstadt mit einem Schuße durch die rechte Schläfe tot aufgefunden. Das Motiv ist vorläufig noch unbekannt, da Sch. im Gegensatz zu seinem Kollegen. als nüchterner, solider und pflichteifriger Beamter bekannt war, der seinen Dienst mit größter Genauigkeit versah und auch außerdienstlich mit seiner Familie ein sehr einfaches und geordnetes Leben führte. Jede Unregelmäßigteit seinerseits steint ausgeschlossen, doch liegt die Vermutung nahe, daß er doch, wie es durch den gemeinsamen Dienst wahrscheinlich, vielleicht einzelne Unregelmäßigteiten des A. bemerkt, dieselben aber aus edler Menschenfreundlichkeit nicht zur Kenntnis der vorgesezten Behörde gebracht hat, wie es Vorschrift gewesen wäre. Sch. sollte dieser Tage über den Fall K. vernommen werden und haben ihn vielleicht die Umstände, gegen den jahrelangen Kollegen belastende Aussagen machen zu müssen, die auch ihn selbst belasten mußten, in den Tod getrieben. deutschland zuerst besiegelt ward " Kunst und Verbrechen betitelt sich ein Aufsehen erregender Artikel in der neuesten Nummer des allbeliebten Moden- und Familienblatts Mode und Haus", Verlag von John Henry, Schwerin. Dieses Blatt ist allmählich die beliebteste deutsche Zeitschrift geworden. Aber man findet bier auch alles was Hauswirtschaft und die Familie betrifft. Da werden uns in 100 fünstlerischen Abbildungen wundervolle Moden- Genrebilder für Erwachsene wie für Kinder sowie Handarbeitenvorlagen nnd Wäschemuster vorgeführt, Haus-, Gesellschafts-, und Straßenfostüme, ferner Wäsche, Handarbeiten, Kindererziehung, ärztliche und juristische Ratschläge, vorzügliche geistige Unterhaltung, Aftuelles aus der Zeit wie aus dem Leben der Frau. Ganz speziell machen wir auf den jeder Nummer beiligenden mustergiltigen Schnittbogen aufmerksam. Gratis- Probenummern durch den Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35. Brietkasten der Redaktion. Nach Zeilbach. Jst nicht zu verwenden. Marttbericht. Grünberg, 25. April.( Fruchtmarkt.) Weizen 15,80, Rorn 14.00 bis 00.00, Gerste 13,94 bis 14.00, Hafer 13.82 bis 14 00, Erbsen 00.00-00.00, Linsen 00.00 bis 00.00, Kartoffeln 6.00-6.50. Alles per 100 Rifo. Eine anerkennende Zuschrift. Herrn Franz Wilhelm, Apothefer, t. und f. Soflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich Mittersill. Mache Ihnen zu wissen, daß Ihr Wilhelm's antiarthritischer antirheumatischer Blutreinigungs- Thee sieben Personen, die gichtleidend waren, geholfen hat, so daß alle jetzt gesund sind; eine Berson, muß ich bemerken, ist schon ein ganzes im Jahr Bette gelegen, und auf mein Anraten hat sie solchen Thee getrunken und kann jetzt wieder ihr: n Geschäften nachgehen. Auch meine Frau findet diesen Thee im Hause unentbehrlich. Ich sage dem Erfinder dieses Shees tausendmal Dant, indem dieser Thee in jedem Hause und in jeder Familie ist oder vorrätig sein soll. Achtungsvoll Georg Kräll. Bestandteile: Innere Nußrinde 56, Walnußschale 56, U Imenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 35, Stabiojenblätter 56, Lemnsblätter 75, Bimmstein 150, rotes Sanbelholz 75, Barbannawurzel 44, Carupwurzel 3.50, Radic. Cariophyll. 3 50, Chinarinde B- 50 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Saffavarillwurzel 35, Fenchel, rom. 3.50, weiß Senf 350, NachtschattenStengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. 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I. feſtgeſetzten Preise bis In der Stadtverordneten- Versammlung vom 22. d. Mts. wr weiteres beizubehalten, mit der einzigen Ausnahme, daß der re für Nußfoks, Größe Nr. 2, um 5 Pfennig für den Gentner bra gesetzt wird, so daß die Nußlofs Nr. 1 und 2 jetzt gleichen Preis haben. Die Kokspreise stellen sich biernach wie folgt: Für den Zentner ab Verkaufsfe Stück- Boks 1,10 u- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte Größe Nr. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit. In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks Nukkoks Nr. 1 Duhkoks Nr. 2 Stückkoks Bukkoks Nr. 1 Dukkoks r. 2 à 1 Mk. 11 Stud 10 Mart( alte Zeitungen 2c.) preiswert Bei Entnahme von mindeflens 200 Zentnern: Listen u. Porto 20 Big. mehr. Ziehung 13 Mai empfiehlt die Haupt- Agen'ur Rich. 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