Nr. 73. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., durch die Poft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Grattabellagen: Oberbeffische Familienzeitan( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmittags. Freitag den 27. März 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jasertionsprei 8: Die einspattige Petitzeile für Gießen wi gang Oberbeffen, die Kreise Mezlar und Marburg 10 Pfa fonft 16 fg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fo Boftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Erbebition: Gießen Nexenweg 38. Fernsprechanschluk Ar, 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Hus der Reichshauptstadt. Wandelbiloer von Spectator. ( Nachdruck verboten.) Der Frühling- nein der Sommer, der Hochsommer ist in Berlin eingetroffen oder wenigstens eine Kostprobe bavon; besonders vorsichtige Leute legen ihren Winterüberzieher zwar ab, aber mit einem verwunderten Blid auf den Kalender so, daß er schnell und ohne Naphtalinoder Leihhaus- Geruch wieder angezogen werden kann. Anbere charakterfeste Leute, die sich durch solche Aeußerlichkeiten, wie das Wetter ist, nicht beeinflussen lassen, behalten ihre Wintersachen, die sie noch nie so zeitig abge legt haben, auf dem Leibe und halten im Schweiße ihres Angesichts an der gewohnten Ordnung fest. Das sind aber Ausnahmen. Im allgemeinen hat Berlin Sommer gemacht. Auf den Straßen wachsen die schönsten Veilchen- Bouquette in den Körben der alten Händlerinnen. Bei Wertheim duftet in einem Verkaufsraum ein großes Rasen- und Blumen- Parterre um einen Springbrunnen herum. Und die Menschen überholen in dieser Beziehung bie Natur selbst; denn es wird noch einige Zeit vergehen, bis die hell- und dunkelgrünen Insektenschwärme, Ivie sie jetzt auf den Bäumen und Sträuchern der Plätze Fißen, sich zu kompakten Blattwerk ausgewachsen haben werden. Strohhüte erscheinen und die kurzen schwarzen Nacht- Jacken, die die Mode als Frühjahrs- Jackets aus. gibt. Alles fleidet sich leichter. Ein rechter Berliner Sommer- Sonntag war der letzte und veranlaßte eine wahre Völkerwanderung nach den Bororten. Das echte rechte Commer- Unterhaltungspro gramm, Vater wäscht sich Unmassen von Staub mit einigen Lagen Bier aus der Kehle; denn die Sprengwa gen einzig und allein haben von der Ankunft der schönen Jahreszeit noch keine Notiz genommen. Mutter fochi Raffee und trinkt ihn natürlich auch. Und das holde Töchterlein genießt die frische Luft im Tanzlokal; denn bort gibt's auch Staub in Fülle zu schlucken und die Temperatur ist noch höher, als draußen. Und dann die Liebe! Wie singt doch Heine: Jedweder Geselle, sein Mädel am Arm, Durchwandelt die Lindenreih'n; Ich aber, ich wandle, daß Gott erbarm! Ganz mutterseelenallein!" Die schwermutvolle Stimmung, die aus diesen Versen spricht, ist für den Frühling, und besonders für diesen Berliner Frühling bezeichnend. Die Jahreszeit der Liebe ist natürlich auch die Zeit der unerwiderten Liebe. Die Liebessehnsucht, die unerfüllt bleibt, führt gerade in dieser schönen Uebergangsperiode beim Anblick so vieler zärtlicher Paare zur tiefsten Schwermut und so kommt es, baß gerade im Lenz die meisten Selbstmorde aus unglücklicher Liebe vorkommen. Und Berlin erwies sich auch in dieser Beziehung recht leistungsfähig. Die hiesige Selbstmordchronit zeigte war schon immer eine traurige Reichhaltigkeit und der Leser ging mit einer durch die Gewohnheit erworbenen Gleichgiltigkeit über die Berichte hinweg. In jüngster Zeit jedoch vermochten einige Fälle, da junge blühende Menschenleben freiwillig aus dem Leben flü.hieten, berechtigtes Aufsehen zu erregen. Da ist die achtzehnjäh rige Echauspielerin vom Potsdamer Schauspielhaus, das Opfer des jugendlichen Liebhabers". Man kennt die Verheerungen, die„, bildschöne Vertreter des Liebhaberfaches unter den Herzen der Backsische und älterer rcmantisch veranlagter Frauen anrichten, da liese naive Weiblichkeit gern solche manchmal recht unreisen Gentlemen zu den Halbgötter- Gestalten idealisiert, deren edle Leidenschaft und aufopfernde Liebesseligkeit sie auf der Bühne mit heißem Bemühen wiederzugeben ver juchen. Hier aber handelt es sich um ein Mädchen, das selbst hinter den Kulissen zu Hause ist und wie es nach beni bekannten Eat keinen Helden vor seinem Kammerdiener gibt, so existiert auch für die Kollegen und Kolleginnen kein edler Held und Liebhaber. Dennoch führte in diesem Falle die unglückliche Liebe zu dem Vielumworbenen oder wie eine andere Version lautet, die Fol gen derselben die Bedauernswerte in den Tod. Nicht minder rührend und ein Tragödienstoff, der eines neuen Sabbel würdig wäre, ist die hoffnungslose Leidenschaft Der Krankenpflegerin zu den unheilbaren Kranken, dic mit dem gemeinsamen Liebestode endigte. Und schließlich das erschütternde AschermittwochsDrama, das dem fidelen Gesindeball folgte, und st recht bezeichnend für das Berliner Leben ist. Ein lebens. frohes, junges Ding wird von der Mutter auf ein Fest geführt, bei dem die Verführung in jeder Gestalt lauert Bor allem der Sekt! Schließlich ist man des Verstan bes, der Sinne nicht mehr mächtig. Und ist dann das Unglüd geschehen, dann wird die ganze Verantwortung Dem Mädchen aufgebürdet, das auf dem schlüpfrigen Wege ins Straucheln kam. Ich möchte es dahingestellt jein lassen, was in einem solchen Falle ,, moralischer" ist, die Entrüstung der Angehörigen über das mißratene Kind, das unter seinem Leichtsinn ja am meisten selbst a leiden bat, oder das Verhalten einer liebenden Mutter, die ihrem Kinde eine tröstende Stütze im Unglüd ist; in unserem Falle waren Mutter und Tochter sehr empfindsame Naturen, bei denen vielleicht anzunehmen ist, daß die Störung des gegenseitigen zärtlichen Ver hältnisses mehr, als die Ursache derselben den Selbstmord des Mädchens und den darauf folgenden der Mutter herbeigeführt hat. Solche Ereignisse, wie das vorliegende, das die beiden Frauen zu einem so tragischen Ende führte, gehören im Berliner Leben leider zu den alltäglichen Erscheinungen. Die Politik. Kaiser Wlhelm und die amerikanische Flotte. (-) Wie uns ein Telegramm aus Washington meldet, hatte der deutsche Kaiser dem Präsidenten Roosevelt mitteilen lassen, daß das atlantische Geschwader der Vereinigten Staaten auf dessen beabsichtigter Fahrt nach Europa namentlich Lissabon sollte hierbei besucht werden - auch in Kiel willkommen sei. Inzwischen sind jedoch, vie das amerikanische Marinedepartement belannt gibt, die Dispositionen für die Reise des Geschwaders abgeändert worden, dergestalt, daß die Fahrt sich über die Azoren hinaus nicht erstrecken soll. Die Abänderung des Reiseplans hat nun wieder zur Folge gehabt, daß Präsident Roosevelt die Einladung des Kaiser Wilhelm ablehnen mußte. Der Präsident fügte ausdrücklich hinzu, daß das Geschwader keinen Hafen des europäischen Festlandes anlaufen werde. Jene ängstlichen Gemüter, die schon das alte Europa durch die Marinegeschütze Onkel Sam's bedroht sahen, können sich somit beruhigen. Neue Landbill für Irland. Die englische Regierung ist jetzt ersichtlich bemüht, Irland zu versöhnen. Eine der dunkelsten Partien irischer Zustände bildet bekanntlich as Elend der Landbevölkerung. Fast der gesamte Boden befindet sich seit Jahrhunderten im Besize englischer Großgrundbesitzer, velche die irischen Pächter nicht gerade sehr rücksichtsvoll behandeln. Jezt hat die Regierung in dem Unterhause eine Landbill eingebracht, welche es den Pächtern ermög ichen soll, ihren Landbesiz mit Hilfe staatlicher Vorschüsse von den Gutsherren käuflich zu erwerben. Da selbst John Redmond, einer der Führer der irischen Partei, zugab, daß die Vorlage einen großen Fortschritt gegenüber früseren Maßregeln darstelle, so sind die Aussichten für Das Zustandekommen der Landbill recht günstig. Castro bleibt! Die mit so großem Geräusch und theatralischem Effekt in Szene gesezte Komödie hat also den Ausgang genommen, der mit ziemlicher Bestimmtheit vorauszusehen war. Don Cipriano Castro, der Vater des venezolanischen Vaterlandes, hat sich von den flehentlichen Bitten seines getreuen Kongresses erweichen lassen und in einer neuen, wieder von ihm höchstselbst verlesenen Botschaft seine Demission zurückgezogen. Er beuge sich vor dem Wunsche des Kongresses, er unterwerfe sich seinen Pflichten von neuem, so versicherte der geriebene Diktator mit gut angenommenen Pathos, aber nur so lange, bis dem Volke der Frieden wiedergegeben und die Ordnung wieder herJestellt sei. Und die braven Kongreßmänner verneigten sich, zerdrückten eine Träne im Auge und hatten alle Mühe das Lachen zu verbeißen. Ehren- Castro aber hat erreicht, was er haben wollte, ein Vertrauensvotum. Kurze politische Nachrichten. * Der Reichskanzler Graf Bülow wird den Kaiser auf seiner Anfang Mai erfolgenden Reise nach Rom begleiten. Inzwischen hat sich der Kanzler mit seiner Gemahlin zur Erholung nach Italien begeben. * Aus militärischen Kreisen ergeht an den Reichstag die Bitte, die Vorlage des neuen Pensionsgesezes gleich bei seinem Wiederzusammentritt zu fordern und dieser Vorlage rückwirkende Kraft zu verleihen. Hof und Gesellschaft. Tas Kaiserpa ar unternimmt jest täglich mi dem Prinzen Adalbert Spazierritte im Tiergarten, so auch gestern nachmittag. Der Kaiser trägt meistens Marine uniform mit weißer Müze. Der Monarch hatte eine Besprechung mit seinem Kanzler, der nach Italien abreiste und hörte dann im Schloß die Vorträge des Vertreters des Chefs des Zivilkabinets Geh. Ober- Regierungsrats von Valentini und des Chefs des Generalstabes der Armee, Generaladjutanten Generals der Kavallerie Grafen von Schlieffen. Am 1. April abends wird der Kaiser die Reise nach Kopenhagen über Stiel antre en und am 2. April gegen 5 Uhr nachmittags in Kopenhagen eintreffen. Ueber den weiteren Verlauf der Reise des Kronprinzen und seines Bruders wird gemeldet, daß beide Prinzen auf besonderen Wunsch noch Konstantinopel besuchen und dort am 6. Mai eintreffen werden. Ob der Abstecher nach Palästina au gegeben wird, steht noch nicht fest; aber es ist wahrscheinlich, da in Damastus zahlreiche Fälle von Cholera aufgetreten sind. 51. Elpung. Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. Eigener Bericht. -80 Reden für Sekundärbahnen.- Wegen der Beiseßungsfeierlichkeit zu Ehren des verstorbenen Vizepräsidenten Freiherrn v. Heereman in der Hedwigs.irche versammelte sich das Abgeordnetenhaus nach eintägiger Pause erst um 2 Uhr und erledigte debattelos den Gejezzentwurf zur Abänderung des Gesetzes über die Gewährung von Wohnungsgeldzu schuß an die unmittel baren Staatsbeamten. Nach unwesentlicher Debatte wurde ebenso ein Cesebentwurf über die Landestrauer angenom men. Darnach sind für die allgemeine Landestrauer 14 Tage bestimmt, während die öffentlichen Lustbarkeiten nur 4 Tage zu ruhen haben. Ein Antrag Wiemer, der die Einstellung der Luftbarkeit nur für den Sterbe- und Beijegungstag forderte, wurde dagegen abgelehnt. Die Sefundärbahnvorlage gab den Rednern aus allen Landesteilen Gelegenheit, die Wünsche ihrer Wähler zum Ausbruck zu bringen. Mit großer Geduld ließ das Haus die Ausführungen von nicht weniger a's ach ziz Rednern über sich ergehen. Sollen wir sie aufzählen? Der Eisenbahnminister sagte allen Wünschen summarisch cingehende Berücksichtigung zu. Morgen: Wahl des erst.n Vizepräsiden en. Der Hang zum Wunderbaren. - Ein Schlüssel zum Prozeß Rothe.- Von unserem ständigen CB.- Mitarbeiter.) Daß das Blumenmedium" Bertha Rothe und ihr jogenannter Impresario Echnindler sind, aller ings nicht Jewöhnlicher Sorte, sondern überaus ge c) cte Brestidigitateure, tann feinem Zweifel unterliegen. Troßdem aber wird sich die juristische Welt noch lange darüber streiten, ob alle Tatbestandsmerkmale des Betinges erfüllt sind. Denn die bei den Seancen anwesenden Berjonen waren durchaus nicht alle von dem Gauben an die Echtheit der Geistererscheinungen überzeugt und haben dennoch den Betrag für den Eintritt gern bezahlt, uni das geschickte Blumenmedium zu sehen. Nur für die Beobachtung ihrer Leistungen wurde schließlich bezahlt und mancher wird den Eintrittspreis auch dann nicht für zu hoch finden, selbst wenn so flar wie ein Adam Riesesches Rechenexempel nachgewiesen werden sollte, daß die in der Luft schwebenden Gesichter nichts anderes als rote und schwarze Tupfen auf einem weißen Leinwandlaken und daß bie Rosen unter den Falten des Kleides verborgen wo den waren. Wie alle Taschenspieler, so operierte die Frau Rothe ebenfalls mit der linken Hand, denn die meisten Menschen beobachten gewohnheitsgemäß nur die Tätigkeit der rechten Hand und wissen nicht, was die Linke inzwischen tut. Dazu das magische Dunkel und die wallenden Gestalten der bemalten Leinwandfeßen, die feierliche Ruhe, die Anwesenheit vornehmer Personen aus der Aristofratie; links vom Medium eine Erzellenz, rechts eine Hofdame, alte Damen mit weiten Gewändern, die sich infolge ihres Aliers nicht mehr vom Plaze rühren und durch ihre passive Haltung ungewollt für die Taschenspielerin eine bequeme Stulisse abgeben, so ist das Milieu geschaffen, von dem der Dichter sagt: Die Seele, befreit von den Fesseln, entschwebt In unermeßbare Fernen; Sie ahnet ein Glück, das über uns lebt, Weit über der Welt und den Sternen." Der Hang zum Wunderbaren und der Mysticismus b2herrscht jeden Menschen. Tenn die Fä igicit des Denkens und des Erkennens ist die Errungenschaft unserer Kulturerziehung. Für das Kind und den naiven Menschen besteht noch der mit lebendigen Gestalten belebte Olymp der antiken Welt, und naiven Naturen sind die auf den ersten Blick unerklärlichen Vorgänge mehr oder minder Offenbarungen geistiger Gewalten. Ein Geist aber ist an sich etwas Immaterielles und um sich offenbaren, d. h. als Eristenz, oder in seinen Handlungen sinnlich wahrnehmbar machen zu können, muß er entweder materielle Dinge demateralisieren, d. h. vergeistigen, der sinnlichen Wahrnehmung entziehen, oder dematerialisierte, d. h. sinnlich nicht wahr nehmbare Dinge rematerialisieren, d. h. wieder förperlich darstellen und in das Stadium der sinnlichen Wahrnehm barkeit überleiten; das ist die Ansicht der Spiritisten. Diese Erklärung entzieht natürlich jeden festen Boden unter den Füßen der Kritik und macht das Meium zu einer direkt unfehlbaren Persönlichkeit. Denn wenn sie Dinge lediglich aus dem Bereich der finnlichen Wahrnehmung entzieht, hat sie nach dem my li, chen Glauben der überzeugten Spiritisten eine Dematerialisation, oder wenn ſie ſeither verborgen gehaltene Dinge in den Gesichtskreis in erbitterte Feinde Wladimirs umgewandelt. Dies ge in sein Vertrauen gleid falls ein Verbannter, nen. Ein neuer Spion follte unter dem Scheine, er sei tommen, um fein Opfer ganz ungeniert quälen zu fönaus Gelegenheit und eine äußere Beranlassung zu be Binin für sich einzunehmen nügte jedoch dem Revisor feineswegs; er wünschte durchen fuchen. Derselbe qun einz schleichen Zdj dich, du mein armer Märtyrer, Wochen sind bereits seit meiner Abreise aus Irkutsk verob und wann er in deine Hände gelangen wird. Sechs Stebenundzwanzigstes Kapitel. fende," ſo ſchrieb die Gräfin ,,, diesen Brief an ab, ohne zu wissen, dem Gefängflossen. nisse entlassen bist Ich hoffe, daß und in du bereits der Freimeinen Brief noch an ingeweiht war, der Spion, der in Palkins Geheimnis hatte ihm die Versicherung gegeben, sein Name würde Lanin einen großen Eindruck machen. In der Tat glaubte ladimir, dem von den letzten Ereignissen nichts bekannt Der Gendarm hatte seinen Agenten gut instruiert; er und erst im letzten Augenblicke seinen Nadas Wohlwollen des Gendarmen. Leider seine Anweisung nicht genau ge= natürlich nicht hatte war, mug den. Mit einer gewaltigen Machtanstrengung erhob er den Brief in den Mund, sich daran, aber gelungen, das Ende seine linfe Hand und steckte das Schreiben allein auf ein Zeichen Schelms Der zerrissene Brief ward Schelm überreicht seriptum festzuhalten und im Augenblicke zu verschlucken. entreißen. Das war eine Kleinigkeit, es war Wladimir des Briefes mit ein Wächter den festa schlossenen 3ähnen zu Laiien dem Bost und La= bringt, hat sie eine Remateralisation vorgenommen. Tiese Leute werden den Betrug nie erkennen, weil sie die Vorgänge selber im Lichte des Mystizismus erblicken. Ter Hang zum Wunderbaren beherrscht die Intelligenz und solche Leute sind nicht zu kurieren. Der veizerische Gerichtspräsident Sulzer ist zweifellos ei hochgebildeter Mann, aber er ist der Typus jener Unheilbaren, die wie das Pfarrerkollegium in Börnsons ,, Ueber unsere Kraft" an die Wundertaten ihres Amtsgenossen glauben, weil die persönliche Neigung zum Wunderba en ihre K.i ii bezwungen hat. Das„, Blumenmedium" vor Gericht. ( Nachdruck verboten.) Hg. Berlin, 26. März. Vierter Verhandlungstag. Nachdem auf Anregung des Verteidigers Rechtsanwalt Dr. Schwindt konstatiert worden ist, daß die Rothe auch in Abwesenheit von Jentsch Apporte und sonstige Manifestationen zustande gebracht hat, kommen in erster Reihe die Vorgänge in mehreren Sigungen in Charlot tenburg, Hamburg und anderen Orten zur Erörterung, u. a. auch die Vorgänge in der Seance bei Rechtsanwalt Dr. Lehmkühler, der auch Hofprediger a. D. Etsecker und Generalleutnant 3. D. von Zastrow beigewohnt haben. Gläubig troh alledem. Die Zeugen, der Ziegeleibesizer Wolfwiß, der sechs, und Kaufmann Joseph Mayer, der vier Sizungen beigewohnt hat, haben auch jezt volles Vertrauen in die Angeklagte. Die Trancereden seien weit über deren Bilbungsgrad gegangen. Die Blumen seien so schnell aufgetaucht, daß sie hätten brechen müssen, wenn sie von unten herauf geschleudert worden wären. Weit reservierter hält sich der Rechtsanwalt Lehmkühler. Er hat allerdings bei der Eißung in seiner Wohnung nichts Verdächtiges bemerkt, aber es ist ihm störend gewesen, daß die Rothe sich nicht hat vorher ärztlich untersuchen lassen wollen. Daß die Rothe auf Einladung zu ihm gefommen sei, um den Ursprung von Klopftönen" in seiner Wohnung aufzuklären, bestreitet der Zeuge. Die Rothe will diese Einladung von dem verstorbenen Thoron übermittelt erhalten haben. Ein schlagen. er Beweis. Der Zeugin Gleise hat die Rothe eine Zusammenfunft mit ihrem verstorbenen Söhnchen vermittelt, wobei sie ganz deutlich die Hand des Kindes auf ihrem Haupte fühlte und die liebe wohlbekannte Stimme hörte, bie nicht etwa sächselte". In einer späteren Eizung erschien die Intelligenz" ihrer seligen Mutter und erzählte der Zeugin Dinge, die sie nur allein wissen könnte, u. a. ihren Geburts- und Todestag(!!). Schließlich zerrieb nach einer rührenden Ansprache Frau Rothe drei Rosenblätter und legte sie dann auf die Hand der Zeugin - und siehe da, es war auf einmal ein Glasei. ,, Ich besize es noch jetzt," meint Frau Gleise ,,, es ist also ein Beweis, daß es wahr ist."( Große Heiterkeit.) Die Zeugin bezeichnet sich selbst als ,, hellsehend", sie sei aber gesund und nicht im geringsten nervös. Eine andere Zeugin, Frau Seifert, hat Gelegenheit gehabt, sich zu überzeugen, daß der Rock der Rothe keine geheimen Taschen hatte. Die Zeugin geriet in heftigen Gegensat mit dem Kriminalkommissar von Kracht, der sie daran erinnert, daß sie bei ihrer ersten Vernehmung die Apporte für gemeinen Schwindel erklärt habe. Die Zeugin ist aber jetzt der festen Ansicht, daß kein Betrug vorliegt. Kriminalkommissar v. Kracht hatte die Zeugin erst im Verdacht, eine Komplice der Rothe zu sein, ist aber davon abgekommen, da er sich überzeugt hat, daß sie keine materiellen Vorteile von den bei ihr abgehaltenen Sizungen gehabt, sondern im Gegenteil oft die ganze Gesellschaft beköstigt hat. Schwester Anna. Die Zeugin gibt an, daß die Rothe mit vielen Da men der Aristokratie auf sehr vertrautem Fuße stand und von ihnen Schwester Anna genannt wurde, speziell von Frau v. Moltke und deren Mutter. An den Sizungen nahmen ferner teil die Prinzeß Karaschka, eine Baronin von Grünhoff, eine Gräfin Wachmeister, General v. Zastrow, selbst auch Hofprediger Stoecker fam oft hin. Die Frau von Moltke erhielt von der Angeklagten einmal in einem Restaurant aus einem Glas Wasser ein Glasei als Apport, ein andermal ein Blatt Papier mit der Unterschrift ihres verstorbenen Sohnes. Die Skeptiker. Zeuge Heilgehilfe Sperling, der bei dem letzten Falle zugegen war, erklärte, daß damals volle Harmonie herrschte; es wären allerdings keine Skeptiker dagewesen. Präs.: Es ist doch aber merkwürdig, daß in jener Sizung, in der die Entlarvung stattfand, die ,, Harmonie" nicht gestört wurde, und doch gingen die Herren darauf aus, zu stören. Auch der Kaufmann Goercke wohnte als Ekeptiker einer Sitzung bei. Er sah deutlich, wie die Rothe die Apporte aus den Kleidern hervorzog. Eine Kofusnuß, die nachher apportiert wurde, bekam sie sehr schwer hervor. Dann sah Zeuge aber, wie sie die Kokusnuß in die Luft warf und auffing. Nach einer Pause verbreitete sich der Sachverständige Oberarzt Dr. Henneberg über die in der Charité mit der Rothe angestellten Versuche. Die Rothe fiel stets prompt in Trance. Ihre Reden waren stets fast wörtlich dieselben. Sie begann mit den Worten: Das menschliche Leben ist gleichsam nur ein Wagen, der dahinfährt. Ich bin die Geistesposaune, die Euch auf den Weg des Heils zurückführen wird" usw. Dann meldete sich ein Geist Friedrich. Ich fragte: Wohl Kaiser Friedrich. Der Geist antwortete: Wenn ich mehr sagen wollte, würdet Ihr kleinen Erdengeister mich verlachen. Das Blümlein im Herzen. Als nachher der Kontrollgeist Friedchen" sich melbete, apportierte die Rothe einen Stein, den sie einem Herrn gab; er sollte dazu dienen, dessen franke Frau wieder gesund zu machen. Wir sprachen Friedchen" an, sie solle Blumen bringen. Aber sie antwortete ausweihend: Ich werde Euch etwas anderes bringen, aber Ihr müßt nicht lachen; ich werde Euch ein Blümlein ins Herz pflanzen.( Heiterkeit.) Der Eachverständige hält die Reden der Rothe nicht für auswendig gelernt, erklärt aber, daß das Niveau derselben es waren wertlose, fonfuse Produkte ohne Gedankenreinheit nicht über ihrem Bildungsstandpunkt läge. Dergleichen hörte man, und besser, sehr häufig in Versammlungen von Seftiecern, durch Leute aus dem Volfe vorgetragen. Die Rothe jei übrigens auch keine ganz gewöhnliche Frau: sie könne z. B. aus dem Stegreif dichten. Zwischen dem Verteidiger und dem Eachverständigen wird die Frage erörtert, weshalb die Angeflagte nicht im Gerichtssaal in Tranec falle. Der Sachverständige erklärt, daß er hieraus auf einen Betrug der Rothe nicht schließen könne. Er hält es auch für nicht ausgeschlossen, daß die Rothe wirk ich Geister zu sehen glaube, da sie hysterisch und für Zuggestion und Autosuggestion start empfänglich sei. Der bekannte Naturheilkundige Reinhold Gerling sagt ils Zeuge aus, daß die Rothe einmal einen Zweig apportierte, den sie aber erst im Nebenraume von einem Rebensbaume abgerissen hatte. Auch sah er, daß ihr ine Apfelsine aus dem Rock fiel. An einer Entlarvung jätte ihm nichts gelegen: ,, Das ist auch bei den Beriner Spiritisten unmöglich, denn diese glauben alles ind wer ihnen sagt, daß ein Medium ein Schwindler ei, den bezeichnen sie selbst als Schwindler." Eine Dame einer Bekanntschaft habe vor einer Eißung genau beobichten können, wie die Blumen zurechtgelegt wurden. Der gute Jentsch. Zum Schluß gibt die Angeilagte die Erklärung ab, daß sie früher nie Geld genommen habe, auch nicht als sie Jenzsch schon begleitete. Dieser habe alles aus eigener Tasche bezahlt und erst als er selbst nichts hatte, sich die Auslagen vergüten lassen.( Mi e ho exec Simme): Es ist selten ein Mensch auf dieser Erde so rechtschaffen, reell und gutmütig, wie Herr Jentsch!" Darauf wird die Verhandlung auf morgen 9½ Uhr ve tagt. ( Fortsetzung folgt.) Nah und fern. * Das erste Kriegsschiff auf dem Elbe- Trave- Kanal. Das Torpedoboot S 65" hat als erstes Kriegsfahrzeug den Elbe- Trave- Kanal befahren. Es legte die Fahrt von Lübeck nach Lauenburg an der Elbe in 1012 Stunden ohne Hindernis zurück. Beim Passieren der zahlreichen Brücken war lediglich das Umlegen des Signalmastes erforderlich. ::: Vom italienischen Schülerausstand wird eine ergötzliche Episode gemeldet. In Rom suchte die Polizei vergebens nach einem Mittel, der lärmenden Jugend Herr zu werden. Schließlich aber kam ihr ein hübscher Einfall. Die Polizisten nahmen der kundgebenden Jugend die Hüt: und Müßen weg und brachten selbige nach der Wache. Wenn die Knaben ihre Kopfbedeckungen wieder haben wollten, so bedeutete man ihnen, sie müßten die Mama mitbringen. Ganz Rɔm lachte über diesen guten Wizz und der Streik der Herren Mittelschüler wird jezt unter dem Fluche der Lächerlichkeit begraben. ===Räuberunwesen in Sibirien. Nach den Berichten russischer Blätter nimmt die Unsicherheit im fernen Osten in geradezu erschreckender Weise zu. Raub, Mord und Ueberfälle nehmen von Tag zu Tag zu, und die räuberischen Tungusen gehen in ihrer Kühnheit so weit, daß sie nicht nur die Bewohner der Dörfer ausplündern, sondern ihre Beutezüge auch auf Städte, wie Nikolsk und Talny, ausdehnen. In Dalny raubten sie jüngst am hellen Tage einen mitten in der Stadt belegenen Juwelierladen aus. In Nikolst wurde eine aus acht Personen bestehende Kaufmannsfamilie ermordet. Hin und wieder werden auch nach den Stationen der Sibirischen Bahn Raub- und Plünderungszüge veranstaltet, wobei gewöhnlich Personen entführt werden, für deren Freilassung dann ein hohes Lösegeld verlangt wird. An der Spize der Räuberbande, die aus nicht weniger als 200 entlaufenen Sträflingen bestehen soll, steht ein ehemaliger Sträfling aus Ssachalin. Dörfer und Städte werden von einer sörmlichen Panik beherrscht. Die Bauern wagen sich nur noch bewaffnet und in größeren Abteilungen auf die Landstraße, und in den Städten werden nachts alle Türen versperrt. Das Land wird Tag und Nacht von Kosaken durchstreift, aber es ist nicht leicht, die Verstecke der Räuber aufzuspüren, da sie sich mitten im Urwalde befinden.- Das flingt wie ein Kapitel aus dem russischen Sittenroman Die Macht der Finsternis" von J. Lubomirski, der jetzt so großes Aufsehen erregt. Bunte Chronik. Bei Brunshausen stieß der englische Dampfer ,, Equity" mit dem Hamburger Schleppdampfer Johannes Körner II." zusammen. Letzterer sank. Der Steuermann des Schleppdampfers wurde gerettet, der Maschinist und der Decksmann sind ertrunken. Das Ergebnis der diesjährigen Seeoffizierhauptprüjung wurde jetzt veröffentlicht. Danach haben Prinz Adalbert von Preußen, ein Fähnrich des Jahrganges 1900 und 189 des Jahrganges 1901 die Prüfung bestanden. Reichlich 200 sind 1901 eingetreten. - Ter Mörder der Wirtschafterin Kohlmeyer, der desertierte Füsilier Jacobowski, wurde in Gestorf bei Bennigsen verhaftet. Er legte sich anfangs einen falschen Namen bei, gab aber endlich seinen richtigen Namen an. -Wegen Sittlichkeitsverbrechens ist in Berlin der Postschaffner Karl Zernicke, ein verheirater Mann, verhaftet worden. Zernicke lockte wiederholt kleine Mädchen an sich und verging sich an ihnen. Infolge eines Wagenunfalls hat ein Frl. Regnault in Paris den Geruch verloren( Anosmie). Das Gericht verurteilte den Besitzer des Wagens, an Frl. Regnault 1800 Francs Entschädigung zu zahlen. - Der 35jährige Landesbeamte Karl Löffelmann in Graz tötete seine Gattin, zwet Kinder und sich selbst. Ein 12jähriger Sohn entkam dem Mordstahl des Vaters. Die Ursache der Bluttat sind finanzielle Sorgen. - Lokales. Gedenktafel für den 28. März. 1483. Raphael Sanzio*. 1758. Hohenlohes Sieg über die Franzosen bei Bingen.- 1759. Akademie der Wissenschaften in München gegründet. 1820. Der Tiroler Volksheld Josef Speckbacher t. 1840. Der Jurist Thi baut t. 1849. Aufstellung einer deutschen Reichsver fassung in Frankfurt a. M. Friedrich Wilhelm IV. zum deutschen Kaiser gewählt. 1900. Der französische Di plomat Benedetti in Paris t. 1902. Fürst Münster bon Derneburg t. - = Der heutigen Gesamtauflage liegt die Zieh ungsliste der Gießener Pferdemarktlotterie bei Privattelegramm. Bei der heute Vormittag erfolgten 17. und legten Ziehung der letzten( Haupt)-Klasse der Hessisch Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne und Prämien gezogen: 100 000 Mt. auf 12 423, welche zuletzt mit 2000 Mt., 4 Prämien à 50000 Mt. auf 26894, 36001, 37743, 80498, welche zuletzt mit 1000 Mt. und ferner 8 Prämien à 25000 Mt. auf 2902, 11425, 29627, 44681, 58388, 60 193, 79 186 u. 80 353, welche zuletzt mit 400 Mt. gezogen wurden.( Ohne Gewähr.) ** Der Großherzog von Hessen, der auf seiner Rückreise von Indien auch im Luyorhotel in Luxor( Oberegypten) Wohnung genommen hatte, schenkte dem Direktor des Hotels, Jakob Geißler, gebürtigt von Oberlahnstein, eine goldene Busennadel mit Krone und Initialen in Brillanten, ** Nach einer offiziösen Rundgebung werden die Reichstagswahlen für 1903-08 voraussicht. lich am 15. Juni stattfinden In unserem Lande wurde eine regere Wahlvorbereitung bis jetzt haup sächlich auf sozialdemokratis her Seite fonstatiert. ** Von unseren Sielbauten. Die interessanten Ausschachtungsarbe ten an der Wieseck sind soweit gediehen, daß man heute mit den Betonierungsarbeiten fertig wird und mit dem Herablassen der Rohre sofort beginnen fann. Die anderen Arbeiten in der Bahnhofstraße und Wallthor straße nehmen infolge der längeren Arbeitszeit und günstigen Witterung einen guten Fortgang. ** Am 21. März d. J. wurde der Kreisschulinspektor bei der Kreisschulfommission Gießen, Professor Dr. Albert Lucius zum Kreisschulinspektor bei der Kreis schultommission Darmstadt mit Wirkung vom 16. April 1903 an ernannt am 25. März d. J. wurde der Kreisschulinspektor Philipp Seib- Bingen auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. April 1903 an in den Ruhestand verseßt und ihm aus diesem Anlaß der Charakter als„ Schulrat" berlichen. ** Die Schlußprüfung der Höheren und er weiterten Mädchenschule fand heute vormittag in der Turn halle statt. Zu der Feier hatten sich sehr viele Eltern der Schülerinnen, besonders der abgehenden, und viele Freunde und Gönner der Schule eingefunden. Direktor Störifo richtet in seiner Ansprache anerkennende Worte der Ermahnung an die scheidenden, jungen Mädchen, besonders legte er ihnen ans Herz stets den geraden und rechten Weg zu wandeln, wie überhaupt sich zu einer deutschen Frau auszubilden. Die Chorgefänge und Vorträge waren zum Teil sehr schön. Die ganze Feier hielt die Anwesenden in aufmerksamer An dacht über 1 Stunden beisammen. ** Obertriegsgericht des 18. Armeetorps. Im Schüß nhof" lachten am Heiligen Abend einige Mus fetiere der 11. Komp. 116 Inf.- Rgts., unter ihnen der Karl Münch, über den Unteroffizier Mor Renz von der 7. Romp. desselben Regiments. Es schien ihnen, als ob der Unter offizier einen über den Durst getrunken hätte. Auf dem Nachhauseweg tam es darüber zu Disputen, und Renz wollte schließlich den Münch arretieren. Dieser st äubte sich da gegen, worauf ihn Renz durch Stöße vorwärts schubste. Das Kriegsgericht hat dem Münch 4 Wochen strengen Arrests, dem Unteroffizier wegen vorschriftswidriger Behand lung 7 Tage Mittelarreft zudiftirt. Die Berufung des Ge richtsherrn gegen dieses Urteil wird verworfen. fielen: *** Die 10 Hauptg winne der Gießener Pferdelotterie 1. auf Nr. 6 404 nach Garbenteich 2. 13 948 Gießen " " 3. 11 830 Lollar " " " 4. 14 779 Burkartsfelden " " " 5. 8 798 Gießen " H 6. 11 809 Reiskirchen " " " 7. 4172 Gießen " 1 " " 8. 5 640 17 " M 9. 14626 " " " 10. 1 212 Oppenheim Worms. Н Die Glücksgöttin Fortuna hat bei der diesjährigen Gießener Pferdemarktlotterie ihre Gewinne nicht allein, wie vorstehend ausweist, weit und breit ausgeworfen, sie ist auch in der Auswahl der Gewinner sehr wählerisch gewesen; z. B. hot den 1. Preis eine bedürftige Witwe in Garbenteich, den 2. Preis ein hiesiger Schmiedgeselle, den 3. Preis ein Arbeiter in Lollar, den 4 Preis ein Bauersmann in Burkhardsfelden, den 5. Preis ein Schuhwarenreisender in Pirmasens, den 6. Preis ein 18jähriger Bursche in Reiskirchen, den 8. Preit Herr Weinhändler Frank in Gießen und den 9. Preis ein Bauersmann. Die anderen Glücklichen verweisen wir auf die Gewinnliste. " ** Der Verein Hessischer Waisenschu Verband Gießen hielt gestern Abend im„ Schipta paß seine diesjährige Generalversammlung ab. Der erf Vorsigende, Bauunternehmer inn erstattete Bericht und gab bekannt, daß am 14. Juni auf der Schönen Aus sicht" ein größeres Vereinssommerfest stattfände. Hierbe tam es gleich zur Sprache, daß alle 4 Wohltätigteitsver eine ihre Feste von jetzt ab jeder getrennt an einem Son tage, an dem fein anderer gleicher Verein eine gleiche Fe lichkeit hat, also fonkurrenzlos, abhalten werden. Ein größerd gemeinschaftliches Volksfest ist für den August im Walde geplant. Aus dem Vereinsbericht interessiert, daß da Verein im vergangenen Jahre 975 Mt. 93 Bfg. eing nommen hat, davon wurden 200 Mt. an die Oberfechter nach Mainz gesandt, größere Ausgaben für Wittmen un Halbweisen, ein Waggon Briketts, sodaß ein Kosten bestand von 82 Mt. 50 Pfg. verblieb. Die Vorstande wahl ging sehr glatt von statten, da alle Vorstandsmitglieder einftimmig wieder gewählt wurden. Briefmarken- Börse. In der vergangenen Woc gründete sich im Café Ebel eine Freie Vereinigung be Briefmarkensammler. Zweck der Vereinigung ist, in unsere Stabt für Austauscht find vorerst ficht genom ** Be 165tigkeitsber Gießen- Lahr wenn einer von den gen glieder zufan und will die e wird da wendung an von diesen Aussicht fa wird follen fä Schönen " - to Borbereitu find in vol noverfchen Studenten bie Sportb haben fich außerlich fo Beweis dafi meldungen bom deutsch fdießen, pe reichen, bu beren Stä Folgendes Pundesbar 8weite Bogenschüt bon den ha Döhrener Schüßenfeft in einem bl bamen folge hunderts fa boll tempor Haupts no thor, über von frafti thront 8 Schule, orig Studentenle Wichs, zu wagen der in hiftori Caratterift der Säng Drpheus, Wagen der geben von Jägern. hütte, tann Schimmender Sennerinne birgsschüßer nialgefellid ben Troper gezähmten werden die Die Radl Der Wagen fröhlichen S fieren die eigenen Mu Bannerwag ** [ V Gangbiebm v rzeichnen. Schwere während de Nhmor fan 870 Mart, Il Sorte 70 Der Schwein Stud. Dbg doch die Bre Rärfte. 8. J. borge e liegt die Bieb Stabt für bie Sammler eine Stelle für den gegenseitigen Austausch von Doubletten zu schaffen. Die Versammlungen sind vorerst für jeden Freitag Abend im Café Ebel in Aussicht genommen. ttlotteriebe er heute Vormitta en( Daupt) Alaf taatslotterie gezogen: Bt mit 2000 4,36001, 37743, Mt. und ferner 2, 11425, 29627, 4. 80 353, weld n.( Ohne Gewähr fen, der auf feine 1 in Luxor( Dbe nfte dem Direttor Oberlahnstein, eine alen in Brillanter Sung werden 8 boraussi In unserem jgt haup fi Die intereffante 8 soweit gebieber beiten fertig win ort beginnen fa raße und Balliho tszeit und günstige Areisigulinipelt Brofeffor D ftor bei der Krei g vom 16. April 8. J. wurde d auf sein Nachsuchen, treuen Dienste, mit Ruhestand beije ter als Schulrat Höheren und tag in der Tur r viele Eltern b und viele Freund reftor Storifo right der Ermahnung Ders legte er ihne Weg zu wandel Frau auszubilde m Teil sehr shin maufmerksamet 8. Armeelprvi Abend einige Mu nter ihnen der Ral von der 7. Rona als ob der Unte en hätte. Auf der ten, und Renz wolk ser st äubte sich b e vorwärts su Bochen strenge iftswidriger B ie Berufung des worfen. ießener Bierbelotte Barb nteich Gießen Lollar Burlartsfelden Gießen Reistirchen Gießen Vereinigt haben sich die 4 hiesigen Wohlthätigkeitsvereine, der Hessische Waisenschutz, der Fechtverband Gießen- Lahr, die Contentia und der Eitherklub, dahin, daß wenn einer von diesen Vereinen ein Fest hat, tein anderer von den genannten Vereinen zu gleichem Zwecke seine Mit glieder zusammenruft. Ja, man hat sich noch weiter vereint und will die größeren Feste gemeinschaftlich abhalten; es wird dadurch ein weit größerer Ueberschuß für Verwendung an unsere Stadtarmen erzielt werden können. Eins von diesen Festen soll für den August auf der„ Schönen Aussicht schon vorgesehen sein. Wie uns weiter berichtet wird was wir aber noch in Zweifel ziehen möchten sollen sämtliche Festlichkeiten dieser Vereine auf der " Schönen Aussi ht" abgehalten werden. - " Der Festzug beim deutschen Bundesschießen. Die Vorbereitungen für das deutsche Bundesschießen in Hannover find in vollem Gange. Die Stadtverwaltung und die Hannoverschen Schüßengesellschaften, die Bürgerschaft und die Studenten der beiden Hochschulen, die sämtlichen Innungen, die Sportvereine, Turner und viele andere Rorporationen haben sich zusammengethan, um das Bundesschießen auch äußerlich so glänzend wie möglich zu gestalten. Einen neuen Beweis dafür liefern die von allen Seiten fommenden Anmeldungen zum großen Feftzuge beim Bundesschießen, der bom deutschen Kronprinzen, dem hohen Protektor des Bundesschießen, persönlich abgenommen und in seiner abwechslungsreichen, buntbewegten Gestaltung die Festzüge in den anderen Städten übertreffen soll. Das Programm dazu ist Folgendes: Erste Hauptgruppe: Wagen mit dem Pundesbanner und berittenen althannoverschen Schützen. 8weite Gruppve: Heinrich der Löwe, umgeben von Bogenschüßen und Reisigen, die den in Brand geschossenen, von den hannove shen Spartanern" hartnäckig verteidigten Döhrener Turm bestürmen. Armbrustschüßen, die ein Schüßenfest aus dem 14. Jahrhundert darstellen und denen in einem blumenbekränzten Rosenmontagswagen holde Schüßbamen folgen. Ein Jagdzug aus der Beit des 17. Jahr hunderts schließt sich an. Dritte Gruppe: Ein wunderboll komponierter Wagen der Gartenkunst. Wagen der Haupt nnd Residenzstadt, auf dem vor dem großen Stadt thor, über dem der rote Löwe die Branken hebt, flankiert von kraftstroßenden Wappenhaltern, die stolze Hannovera thront. Zwei Wagen der technischen und tierärztlichen Hochschule, originell mit Szenen aus dem früheren und jebigen Studentenleben, begleitet von den Verbindungen in vollem Wichs, zu Fuß und hoch zu Roß. Dem herrlichen Bruntwagen der Kunst und des Kunstgewerbes folgen die Innungen in historischen Trachten mit den Fahnen und allerlei charakteristischen Emblemen. Vierte Gruppe: Wagen der Sänger, sinnreich und vornehm geschmückt, darauf Orpheus, dem selbst die wilden Tiere gebannt lauschen. Wagen der Turner mit Vater Jahns Kolossalbüfte, umgeben von Turnern und der wehrhaften Jugend, Lützowschen Jägern. Wagen des Alpenvereins mit veritabler Schutzhütte, tannenumrauscht, im Hintergrunde ein blauweißschimmender Gletscher, im Vordergrund zitherspielende Sennerinnen, tanzende Buas und Madel, umgeben von Gebirgsschüßen, Steigern, Bergfroglern, Touristen. Die Kolonialgesellschaft arrangiert eine Szene aus dem Jägerleben in ben Tropen, vielleicht mit Büff lochsen, Kameelen oder einem gezähmten Raubtier in der Mitte Ebenso charakteristisch Oppenheim Worms. diesjährigen Gießer allein, wie vorstehe n, fie ist auch in d gewefen; z. B. Garbenteich, den 3. Preis ein Arbeit n in Burkhardsf r in Pirmasens, isfirchen, den 8. Bre und den 9. Preis jen verweifen wir c Aus Heffen und Nachbargebieten. -i- Rodheim a. d. Bieber, 26. März. Die fino matographischen Aufführungen des deutschen Flottenvereins, welche gestern und heute hier stattfanden, haben die Erwartungen weit übertroffen. Die beiden Abendvorstellungen waren in der That bis auf den legten Blaz besetzt. Die stehenden Bilder zeigten die Entwickelung der Schiffsbaukunft bom altgermanischen Raubboot bis zum modernen Panzerschiff. Die übrigen in drei Gruppen vorgeführten lebenden Bilder brachten Szenen aus allen Gebieten des Seelebens, heitere und ernste Bilder aus dem Leben der Matrosen, Heimkehr der Chinatruppen und vor allem eine sehr instruftive Uebersicht über Deutschlands Kriegs- und Handele flotte. Durch eine Ansprache und ein zelne Erläuterungen wurden die Buschauer über Zweck und Bedeutung der deutschen Flotte aufgeklärt. Die Schüler, welche bei dem herrlichen Frühlingswetter selbst aus den entlegenen Orten am Dünsberg herbeigeeilt waren trugen unter Musitbekleidung ein für diesen Tag eingeübten dreistimmigen Schülerchor:„ Deutsches Flaggenlied" vor, welches von ungeheurer Wirkung war, wie überhaupt auch alle Vorführungen unter den exakten Tönen der hier rühmlichst be fannten Artilleriefapelle einen mächtigen Eindruck machten. r Krumbach, 26. März. Die behördliche Bestätigung unseres neugewählten Bürgermeisters, Herrn Krauskopf ist in diesen Tagen hier eingetroffen. So haben wir einen neuen Pfarrer, neuen Bürgermeister erhalten und mit dem 1. April erhalten wir auch einen neuen Lehrer. Darum , Glückauf" der Gemeinde Krumbach. " Unterseibertenrod. Am Sonntag fand hier, die von dem hiesigen Kriegerverein veranstaltete Abendunterhaltung statt. Zur Vorführung gelangten Bilder aus dem Kriege 1870/71. Der B such war recht zahlreich und ein jeder verließ nach Beendigung der Vorstellungen das Lokal mit dem Bewußtsein, heitere Stunden verlebt zu haben. Unterseibertenrod.( Heimgeleuchtet.) Nach obenbesagter Abendunterhaltung fam es noch zu einem orginellen Zwischenfall. Einige Herren hatten sich zusammengefunden um bei einem Glas Bier die Freuden eines gemütlichen Beisammensein zu genießen, als auf einmal ein Fremder in weinseligem, oder vielmehr in bier- resp. schnapsseligem Zustand eintrat und ein über's andermal ausrief:" Das war recht, naut wie fest of die Franzose!" Er redete sich in einen solchen Eifer hinein, daß es ihm auf einmal eigentümlich in der Hand zuckte und zu gleicher Zeit ein Herr der Gesellschaft laut aufschrie. Er war nämlich mit der Hand des Fremden in unangenehme Berührung gekommen. Kurz besonnen legte dieser auch gleich Proben seiner Zärtlichkeit ab, so daß um die Augen des Fremden Regenbogenfarben erschienen und die Ohren ihre seitherige Farbe mit einem flammenden Rot vertauschten. Hierauf begleitete er ihn bis vor die Thür und kehrte zur Gesellschaft zurück, der andere aber machte sich wutschnaubend auf den Heim veg, doch: Wem das Herz so fümmelschwer, Dem ist so schwer das Reisen." Der Alkohol war stärker als er und zwang ihn ein wenig zu rasten. Zum Unglück fam noch das Sandmännchen und streute ihm den Schlaf in die Augen, daß er zum Tode matt einschlief und schlief bis ihn die ersten Strahlen der Sonne weckten. In feuchtfröhlicher Stimmung und mit entblößtem Haupte vollendete er dann endlich den Heimweg. Vor seinem Heimatorte macht er noch einmal Kehrt, hebt die Fäuste gegen den Himmel und schwört Rache temjenigen, der ihm so arg heimgeleuchtet. ** Darmstadt. Der englische Generalkonsul in Budawerden die Feſtwagen der Ruderer und Regler sein. pest, Herbert, wurde zum englischen Geschäftsträger in Die Radler lassen auch ihre Musik auf Tricykles fahren. Der Wagen der vereinigten Brauereien bildet den feuchtfröhlichen Schluß. Zwischen den einzelnen Gruppen marschieren die deutschen Schüßen, von denen viele ihre eigenen Musikkorps und aus einigen Städten sogar schöne Bannerwagen mitbringen. ** [ Viehmarktbericht.] Auf dem vorgestrigen Bangviehmarkt ware eine Auffahrt von ca. 200 Dhsen zu v rzeichnen. Das Geschäft wickelte sich sehr glatt ab. Schwere Ware wurde für oberhessische Hofgüter angekauft, während der Vorrat von Mittelschlag nach dem Siegerland Nhmer fand. Bezahlt wurden pro Paar I Sorte 800 bis 870 Mart, einzelne schwere Paare auch bis 900 Mark. II Sorte 700-775 Mart. III Sorte 640-680 Mark. Der Schweinem arft hatte einen Auftrieb von 600-700 Stüd. Obgleich der Handel langsam voran ging, blieben doch die Preise für die verschiedenen Gattungen die der letzten Märkte. Als nächste Marktage sind der 21. und 22. April d. J. vorgesehen, am zweiten Tage ist auch Krämermarkt. r Baisensoi no im Schip nlung ab. Der rstattete Bericht Schönen Au stattfände. Hie e 4 Wohltätigkeitto ennt an einem Sor erein eine gleiche n werden. Ein großer den Auguft ima interessiert, daß Mt. 93 Bfg. ein an die Oberfedte ben für Wittwen daß ein Roftenbefa Die Vorstandswahl gi bsmitglieder einftima er bergangenen Bo Freie Bereinigung einigung ift, in unfer Jedes interessante Ereignis aus aller Welt photographisch illustrirt bringt am schnellsten die ,, Berliner Illustrirte Zeitung" Jede Nummer hochinteressant. Wochen: Abonnement: 10 Pfennig oder 1 Mt. 30 fg. vierteljährlich bei allen Buchhandlungen und Postanstalten. Darmstadt und Karlsruhe ernannt. Mainz, 26. März. Hier und in der Umgegend wurden in diesen Tagen die ersten Spargeln gestochen. ** In einer Hadernsortieranstalt in Haßfurt fand ein Mädchen beim Sortieren von Lumpen in der Tasche eines Rockes eine Geldbörse mit über 200 Mt. = Aus Rheinhessen, 26. März. In Uffhofen brach beim Seilhupfen plöglich ein junges Mädchen zusammen und starb alebald. 2. nass Wahlkreise den Landtagsabgeordneten Landgerichtsrat > Wiesbaden, 26. Mä z. Das Centrum stellt im Imwalle als Reichstagskandidaten auf. Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Aus der Beweisaufnahme ergiebt sich, daß der Angeklagte, welcher wegen Ruhestörung nachts angehalten und nach dem Namen gefragt werden mußte, gegen den Schuhmann thätlich geworden war und mit Totstechen bedroht hatte. Nur dem sehr ruhigen und geschickten Benehmen des Schußmanns ist es wohl zu verdanken, daß sich G. nicht schwerer verging. Das Urteil lautet auf 5 Wochen Gefängnis. Der Korbs macher Wilhelm K. von Gießen ist wegen Diebstahls angeflagt. Er ist geftändig und erhält zu der fürzlich gegen ihn wegen Körperverlegung erkannten Gefängnisstrafe von sechs Wochen einen Zusatz von einer Woche. Gegen die Frizz W. Ehefrau in Gießen war Anklage erhoben wegen Körperverlegung, begangen dadurch, daß sie einem Pflegkinde, das ihr anvertraut war, nicht die erforderliche Nahrung gewährt hätte, sodaß das Kind in einen elenden Bustand geraten sei. Die Angeklagte behauptet, das Kind sei frank gewesen und ihre Schuldigkeit gethan zu haben. Nach der Vernehmung von Beugen und 3 Sachverständigen, beantragt der Vertreter der Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Das Gericht spricht die Angeklagte frei.- Die Kommis Heinrich G., Karl R. und Karl B. von Gießen haben sich wegen Sachbeschädigung zu verantworten. Sie sind geständig und fommen deshalb mit Geldstrafen von 100 Mt. bezw. 60 Mt. davon. Der Landwirt Johannes R. von Rödgen hatte sich zu einer Beleidigung des Straßenwarts Jost hinreißen lassen und erhält dafür 5 Mt. Geldstrafe. Auch wird dem Straßenwart die Befugnis zugesprochen, das Urteil an die Ortstafel in Rödgen zu hängen, Der Ge weil die Beleidigung öffentlich geschehen war. müsehändler Karl Sch. und seine Ehefrau nehmen auf der Anklagebant Plaz. Nich der Anklage sollen sie beide zwei Gendarmen beleidigt haben. Aus der Beweisaufnahme ergiebt sich, daß sich die Angeklagten nicht weniger, wie an ständig benommen und ihre Zungen nicht im Baume behalten hatten. Nach dem Urteil muß dies der Mann mit 40 Mr. Gelbstrafe und die Frau mit 20 Mt. Geldstrafe büßen. Den beleidigten Beamten wird die Befugnis zugesprochen, das Urteil zu veröffentlichen. Der erheblich vorbestrafte Schuhmacher Ludwig G. von Gießen hat sich wegen Widerstands und Bedrohung zu verant porten. Er will von der Hauptsache nichts wissen und versucht, den Schußmann als unglaubwürdig hin zu stellen. Prima Betonkies Lahniand und Gartenties gefiebt und gewaschen empfehlen Gebr. Kahl, Dampfbaggerei. Lagerplay: a. d. Margarethenhütte. 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Mittwoch den 1. April, abends 6 Uhr 6. Passionsandacht. Pfarrer Euler. Nächstfolgenden Sonntag, Palmarum den 5. April wird der Landes- Buß- und Bettag gefeiert, dabei wird eine Kollette zum Besten hessischer evangelischer Gemeinden in katholischer Umgebung erhoben werden. Am Sonntag Palmarum wird Beichte und heiliges Abendmahl für die Lutas- und Johannesgemein e im Abendgottesdienste gehalten. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Batholische Gemeinde. Samstag, den 28 März. Rachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. Samstag Nachmittag und Abend und Sonntag Vormittag wird ein fremder Priester Beicht hören. Sonntag, den 29. März. Palmsonntag. Feier des Großen Gebetes". Vormittags von 6.30 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. Aussetzung des Allerheiligsten. Beginn der Betstunden. " um 8 Uhr: Die zweite hl. Messe. и um 10 Uhr: Die dritte hl. Messe. Die Betstunden werden ununterbrochen von 7 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags gehalten. Die legte Betstunde ist nachmittags um 5 Uhr. Darauf feierlicher Schluß des Großen Gebetes mit Te Deum. Mittwoch Abend um 6 Uhr: Fastenandacht. Freitag Abend um 6 Uhr ist Mutter- Gottes- Andacht. Druck und Verlag der Gießener Verlagsorud eret, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Logis zu vermieten, 2 bis 3 Zimmer, Küche, Anteil am Garten Schiffenbergerthal 63. Mein Nebenhaus, 5 Zimmer: wohnung, an ruhige Leute per 1. April oder später zu vermieten. Karl Eichmann, Ederstraße 1, Ede Nordanlage Sine 4- Zimmerwohnung nebst Bleichplatz zu vermieten. E. H. Müller, Schillerstraße 26. Stube mit Küche pr. April zu vermieten. Näheres Wallthorstraße 8 im Laden. Schöne 3- Bimmerwohnung im Borderhaus, mit allem Zubehör, per 1. April zu vermieten. Ed. Klinkel, Bahnhofftr. 10. Freundlich möbl. Zimmer zu verm. Rothermel, Bahnhofftr. 38 Zwei möbl. 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Die Beerdigung findet in Marburg- Süd nachmittags 5 Uhr von der Friedhofskapelle aus statt.- Sterbehaus Gisselbergerstrasse 3. Bekanntmachung. Die nachstehend genannten Spengler und Installateure sind zur Ausführung von Anlagen im Anschluß au das Gas- und Wasserwerk auf Grund der Bestimmungen bom 29. Dezember 1902 zugelassen worden: 1. Adam, Johann, 2. Appel, Georg, 3. Chriftophersen, August Peter, 4. Dörr, Emil, 5. Faber, Karl August, 6. Graf, Karl, 7. Hamel, Konrad, 8. Hamel, Wilhelm, 9. Kretschmann, Otto, 10. Rödiger, Rudolf, 11. Rosenberg, Christian, 12. Schneider, August, 13. Stohr, Julius, 14. Thörmer, Johannes, 15. Walter, Peter, 16. Zimmer, Christian, Bürgergesellschaft. Samstag, den 28. März. in Steins Garten. Abendunterhaltung mit Theater, ausgeführt von Mitgliedern des hiesigen Stadttheaters, Direktion Richard Kcuse. Der Hochzeitstag. Schwank in 4 Aften von Wolter Königsb cann- Schaub, und Bekanntmachung. Die Hasenpfote. Tragikomödie in 1 Aft von Hans Brennert. Anfang 8 Uhr. Das Bureau der Großh. Bezirkskasse Gießen II befindet sich vom heutigen Tage ab Bleichstraße 16 im Hinterhans. Der Vorstand. Gaskoks. In der Stadtverordneten- Versammlung vom 22. b. Mts. wurde beschlossen, die am 10 April d. J. festgesezten Preise bis auf weiteres beizubehalten, mit der einzigen Ausnahme, daß der Preis für Nukkofs, Größe Nr. 2, um 5 Pfennig für den Gentner berab 3ahltage: Dienstag, Donnerstag, Samstag von gesetzt wird sodaß die Nußlots Nr. 1 und 2 jetzt gleichen Preis haben. 8-12 Uhr und von 2-4 Uhr. Gießen, den 27. März 1903. Großh. Bezirksfasse Gießen II. Dieter. Hessischer Hof Restaurant Kaltwasser langjähriger Direktor im Hotel Großherzog empfiehlt: Einzelne Diner von 12-2 Uhr. Warme Küche den ganzen Tag. Münchener und Frankfurter Biere. Weine erster Firmen.&&& Giessen. Frankfurter Straße, Ecke Aliceftrake. Ich bringe dies hiermit zur öffentlichen Kenntnis unter dem Anfügen, daß diejenigen Hauseigentümer, welche Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerf, oder Ausbesserungen und Veränderungen an solchen durch Spengler und Installateure vornehmen lassen, welche nicht zur Ausführung derselben von mir zugelassen sind, sich unter Umständen Ünannehmlichkeiten und Weiterungen außerordentlich reiche Auswahl aussetzen. Gießen, am 27. März 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Vergebung von Bauarbeiten. Für den Neubau der katholischen Kirche zu Gießen sollen die Zimmer Spengler, Dachdecker und Schlosserarbeiten, sowie die Blizableiteranlage vergeben werden. Zeichnungen und Bedingungen liegen bei dem Architeften Soderbed in Gießen, Wilhelmstraße 3 und bei dem Architekten L. Becker in Mainz, Pfandhausstraße 5 offen. Angebots- Formulare fönnen gegen vorherige Einsendung von 70 Pfg. für die Blizableiteranlage und 1,20 Mf. für jede der übrigen Arbeiten vom Architeften L. Becker in Mainz bezogen werden. Angebote sind bis zum 11. April abds. 8 Uhr einzusenden an den katholischen Kirchenvorstand zu Gießen, Atelier für Portraitmalerei von Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Plockstrasse B a II. Farbiges Panorama von Giessen 45X 65 zu 5 Mk. Für die bevorstehende Saison empfehle ich meine, moderner Tapeten Die Kokspreise stellen sich hiernach wie folgt: Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Stück- Boks 1,10 Mr. Buß- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede: nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Größe Nr. 1. etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte い 1,25 m. Größe Nr. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit. 1,25 Mr. In Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Stückkoks 1,05 Mr. Nuhkoks Nr. 1 1,20 Mr. Bukkoks Nr. 2 1,20 Mt. Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Stückkoks 1,00 Mr. Bukkoks Nr. 1 Bukkoks Nr. 2 1,15 M 1,15 Mt. 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Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplatz 9, Emil Pastor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Urverzagt, Kaplansgasse 5, Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gastole iamt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen dieselben aud in Mengen unter 5 Zentnern. Die Breise unserer Gascofs für die Abnehmer außerhalb der Gemartung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oftroirückvers gütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. UNTER UNS Bornen bewirtschaftete, noch das gräflich M.'sche Pachtain früherer Schäfer, der wohnte auf watt wie frühinem Nachbardorfe r. 72. Freitag, den 27. März 1903.