Nr. 22. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., burch die Poft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Platt erfd cint an allen Werktagen nachmittage. Dienstag, den 27. Januar 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pfg. fonft 15 Vfg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Foftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanschluß Nr. 362. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Politik. Verwendung der Kriegshunde ::: Eine neuerdings herausgegebene Vorschrift über bie Verwendung der Kriegshunde besagt u. a.: Der Kriegshund ist, insbesondere im Aufklärungs- und Sicherheitsdienst, zum Ueberbringen von Meldungen vorge sandter Patrouillen, zur Unterstüßung der Posten, zur Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen Posten und Feldwachen, sowie zwischen anderen Teil: n der Vorposten zu gebrauchen. Zur Ausbildung für militärische Zwecke eignet sich in erster Linie der Airedale- Terrier. Die Versuche mit dem furzhaarigen deutschen Hühnerhund werden fortgefeßt. Bei jeder Kompagnie sollen mindestens zwei fertige Kriegshunde sein, im allgemeinen soll aber die Bahl von zwölf Hunden für das Bataillon nicht überschritten werden. Die Blockade Venezuelas. foll, so haben sich die Blockademächte schlüssig gemacht, sofort aufgehoben werden, sobald zwischen den Mächten und Mr. Bowen Abkommen mit den von den Mächten aufgestellten Bedingungen abgeschlossen sind. Diese Bedingungen betreffen namentlich die von Venezuela zu leistenden Garantien. Venezuela hat einen Teil der Zolleinkünfte von La Guayra und Puerto Cabello als Garantie für pünktliche Zahlung angeboten. Inzwischen haben auch unsere lieben Vettern in England eingesehen, daß sie bei der vorschnellen Beurteilung der Beschießung von San Carlos wieder einmal gründlich über die Schnur gehauen haben. Jetzt erklärt die englische Presse das Bombardement für durchaus gerechtfertigt und sagt, englische Kapitäne würden ebenso vorgegangen sein. Castros Truppen haben von den Revolutionären wieder eine große Schlappe erlitten: Das Gefecht sand 40 englische Meilen von Puerto Cabello statt. Kleine Abteilungen der Regierungstruppen sind in völliger Auflösung in Puerto Cabello eingetroffen. Der„ Achtstun entag" im marokkanischen Kriege. D Man könnte versucht sein, zu glauben, Buhamara der marokkanische Thronprätendent habe deutsche Philosophie studiert. Der Rebellenführer hat nämlich in seinen Heere die Kantsche Dreiteilung eingeführt, die dem Menschen folgende Verwendung der 24 Stunden des Tages empiehlt: 8 Stunden Sch a, 8 S unden Erolung, Essen und Vergnügen, und 8 Stunden Arbeit. Drei englische Offiziere, die das marokkanische Heer genau kennen, sind im Tanger eingetroffen, wo sie einem Berichterstatter mierkivürdige Einzelheiten von den unter den Soldaten des Sultans und unter den Truppen Bu Hamaras, herrschenden Sitten erzählten. Bemerkenswert ist besonders die Art und Weise, wie Bu Hamara im Kriege die Theorie des Achtstundentages praktisch zur Anwendung bringt. Er teilt seine Truppen in drei Linien. Die erfte fämpft acht Stunden und tritt dann in die dritte Reihe, um zu schlafen. Wenn sie ausgeschlafen hat, fommt Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 26. Januar.( Hofbericht.) Heute Bormittag machte der Kaiser mit dem Prinzen Eitel Friedrich einen Spaziergang im Tiergarten, hatte dann eine Besprechung mit dem Reichskanzler Grafen v. Bülow und hörte im Schloß einen Vortrag des Grafen Hochberg über den Gesangwettstreit deutscher Männergesangvereine. Der Kronprinz ist heute Morgen um 5 Uhr von seiner Reise aus Rußland wieder eingetroffen. * Graf Ballestrem hat sich nunmehr fest entschlossen, eine auf ihn fallende Wiederwahl anzunehmen. * Der frühere Direktor im Reichspostamt, Wirkt. Geh. Rat Sachse ist gestorben. Er war u. a. Ehrenmitglied der Kolonial- Gesellschaft. * Die jüngst für das Landheer erlassenen neuen Kriegsartikel sind jetzt auch bei der Marine eingeführt worden. Preussischer Landtag. 7. Sigung. Hans der Abgeordneten. CB. Berlin, 26. Januar. Zweite Beratung des Etats. Zu Beginn der heutigen Sizung nahm bei schwach besuchtem Hause der Abg. Gothein( freis. Verg.) das Wort um u. a. den Wunsch auszusprechen, daß die Forsten überall eingehegt werden möchten, in denen Rotwild vorhanden sei. Abg. Schwarz( Zentrum) ersuchte den Minister, dahin zu wirken, daß bei Handelsverträgen die Holzeinfuhr nicht zu sehr erleichtert werde. An der weiteren Debatte beteiligten sich noch die Abg. Gamp( freif.), Vorster( freit.), Lüders- Gronau, Szmula( Zentrum) und Red( tons.). Letterer bat die Forstverwaltung, in Ostpreußen mehr Brennholz und weniger Nuzhiz zum Verkauf zu bringen. Landwirtschaftsminister v. Podbielski erwiderie, die Forstverwaltung könne doch unmöglich Nugholz zu Brennh siz verarbeiten lassen.( Heiterteit.) Ersteres foste 25 Mart pro Raummeter, leßteres nur 5 Mart. Auch seien in Ostpreußen allein an Schulen 144 000 Raummeter zu liefern. Er werde aber in Zukunft der Torsstecherei seine größte Aufmerksamkeit zuwenden. Hierauf wurden die Einnahmen bewilligt. Bei den Ausgaben Titel ,, Oberförster" erklärte auf eine Anfrage des Abg. Kaute( Zentrum, der Landwirtschaftsminister b. Podbielski, betreffs der Gleichstellung der Forstgssessoren und der Feldjäger im Dienstalter seien Verhandlungen eingeleitet. In der weiteren Debatte erklärte auf Anfrage des Abg. v. Kölichen( konf.) der Oberlandforstmeister Wesener, es sollten noch mehr Försterschulen eingerichtet und deren Besuch für die Forstlehrlinge auf ein Jahr obligatorisch gemacht werden. Abg. Hofmann- Dillenburg( nat.- lib.) empfahl allgemeine Stellenzulagen für die Forstassessoren und Dienstaufwandsentschädigungen für Forstbeamte. Beim Titel ,, Revierförster und Förster" 6757 645 Mark begrüßte Abg. Meyer Diepholz( nat.- lib.) daß eine große Zahl von jie in die zweite Reihe, um zu ejfen, zi zuen u. f. ft. Die neuen etatsmäßigen Stellen schaffen se ab1-151, anderen Linien rücken natürlich in derselben Weise vor bezw. zurück, sodaß jedesmal nach acht Stunden ein neuer Schichtwechsel" stattfindet. Jede Abteilung muß also acht Stunden schlafen, acht Stunden kämpfen und acht Stunden ruhen. Die Ergebnisse dieses Systems sind zwar nicht sehr günstig, aber in Marokko wird der Krieg überhaupt in so sonderbarer Weise geführt, daß eine Sonderbarkeit mehr nicht auffällt. Sieger im Kampfe ist immer die Partei, die am lautesten schreien kann. Das ist eigentlich Beweis dafür, daß die Marokkaner sich der europäischen Zivilisation nähern!- Uebrigens sind neuerdings in Tanger ernste Nachrichten aus Fez eingegangen. Der Prätendent ist offenbar entschlossen, die Offensive zu er greifen und rückt an der Epiße einer beträchtlichen Truppenmacht vor, deren Zahl man nicht schäßen fann. Am 21. d. Mis. erreichte die Vorhut einen Ort, der 25 bis 30 Meilen von Fez entfernt liegt. Zu einem Gefecht tam es nicht, aber ein Zusammenstoß ist nur eine Frage furzer Zeit; man erwartet, daß es eine Entscheidungsschlacht sein werde. Sollte es dem Prätendenten glücken, die Hauptmacht der am Sebuflusse postierten Truppen des Sultans zu schlagen, so würde Fez unvermeidlich in seine Hände fallen. Türkische Greuel? Von einem großen Blutbade unter den türkischen Christen weiß ein Pariser Blatt aus Saloniki zu berichten. Es meldet, zweihundert Christen seien von türtischen Truppen erschossen worden, die Türken hätten die Frauen und Mädchen unter den Hinterbliebenen der Erschossenen geschändet. Wo dieses Gemezel stattgefunden haben soll, wird nicht gesagt. In Saloniti selbst wird es faum gewesen sein, sonst hätte man bereits näheres darüber gehört. Wahrscheinlich handelt es sich nur um ein Gerücht. die Dienstaufwandsentschädigungen pensionsfähig zu machen, was Oberlandforstmeister Wesener als gesetzlich unzulässig ablehnte. Abg. Hofmann- Dillenburg( nat.lib.) bat, das Gehalt der Förster um die fortgefallene Teuerungszulage zu erhöhen. Minister v. Podbielsti bat, die Abgeordneten möchten in den Forstbeamten nicht ständig neue unzufriedenheit erregen. Der Forstetat wurde dann bewilligt. Es folgte der Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung. Abg. Ring( fons.) fragte an, wie es mit der Durchführung des Fleischbeschaugesezes stehe, ferner ob eine obligatorische Schlachtviehversicherung zu erwarten jei. Minister v. Podbielski erklärte, einer einseitigen Einführung der Schlachtviehversicherung in Preußen ständen erhebliche Schwierigkeiten entgegen, das Reich müsse erst die Grundprinzipien aufstellen. Abg. Frhr. v. Wangenheim( fons.) meinte, es sei nur etwas zu erreichen, wenn Preußen vorgehe. Leider scheine die Regierung dazu keine Lust zu haben. Minister v. Po d- bielski betonte, die Regierung wolle aus der Fleischuntersuchung feine Einnahmequelle machen. Ob man die Gebühren auf dem Lande den Fleischbeschauern überlasse, sei noch ungewiß. Abg. Ring( ons.) wünschte, daß die Notierungsfommissionen auf den Viehmärkten die Preise einwandfrei feststellten, am besten nach bendgewicht. Minister v. Podbielski erwiderte, diese Notierung sei am Widerstand der Fleischer und Händler gescheitert. Die weitere Beratung wurde auf Mittwoch 11 Uhr vertagt. Nab und fern. Eine Bande jugendlicher Verbrecher hat der Berliner Kriminalpolizei schwer zu schaffen gemacht. Ste zählte 23 Köpfe, durchweg Kinder achtbarer Eltern, die von ihrem Treiben keine Kenntnis hatten. Der ,, Häupt ling", ein Bursche von 17 Jahren, hat an der rechten Hand ein Armband und zwischen Daumen und Zeigefinger einen Stern über zwei gekreuzten Flaggen. Bei dem Unterhäuptling, der etwas jünger ist, fällt das Armband weg. Die übrigen Mitglieder tragen, je nachdem sie der Bande länger oder kürzer angehörten und mehr oder weniger tätig waren, zwei gekreuzte Flaggen ohne Stern oder nur eine einfache Flagge. Zum Ausbaldowern wurde häufig der Sohn," vorgeschici, ein eines Kerlchen von 8 Jahren, der sich leicht überall einschleichen und verbergen konnte. Wie der Sohn", so hatten auch alle anderen ihren Spiẞnamen: Bismarc, der ,, Blaufopf", der ,, Epißtopf" usw. Sollte eine Ladenkasse geplündert werden, so versammelte sich ein Teil der Bande zum Spielen vor dem Geschäfte, oft ein anderer Teil auch noch auf dem Hofe. Durch einen Heidenlärm und allerhand Unfug erregte man die Aufmerksamkeit des Geschäftsinhabers oder Verkäufers, lockte ihn auch wohl auf die Straße heraus und gab so dem dazu Bestimmten Gelegenheit, sich wie eine Kaze in den Laden hineinzuschleichen und die Kasse zu erhaschen. Eine gefährlich: Sorte Romantik, die auf dem Pflaster unserer Großstädte wuchert. :| Die Kronprinzessin von Sachsen unternahm dieser Tage mit Giron einen Ausflug nach Monte Carlo und besuchte die Spielfäle. Giron nahm am Roulettetisch Plaz und begann zu pointieren, indem er einige Goldstücke auf einfache Chancen setzte. Die Kronprinzessin stand, den Strohhut ihres Begleiters in der Hand haltend, hinter dem Stuhl Girons und folgte lächelnd dem Verlauf der Partie. Es war ein ganz bescheidenes ,, Jeu", bei dem weder viel gewonnen noch verloren werden fonnte. In Dresdener amtlichen Kreisen wird die Ehescheidung der Kronprinzessin als nahe bevorstehend bezeichnet. Eine Wiederannäherung an ihre Familie sei gänzlich ausgeschlossen. Am schwarzen Brett der kgl. Hochschule zu Dresden macht der Senat bekannt, er habe den im vorigen Herbst als Studierenden der allgemeinen Abteilung immatrikulierten André Giron wegen Nichterfüllung seiner Zahlungsverbindlichkeit aus der Liste der Studierenden gestrichen. |::| Ein sonderbares Gelübde. Vor dem Moabiter Kriminalgericht spielte sich eine wunderliche Szene ab. Ein jüngerer Mann von etwa 25 Jahren tam mit seinen Angehörigen die Freitreppe herunter. Dieselben schienen sämtlich freudig gestimmt. Plößlich riß sich der junge Mann aus dem Arm der Mutter los, stürzte blitzschnell die letzten Stufen der Treppe hinab auf eine dort alleinstehende feingekleidete Dame zu, die er im nächsten Moment herzhaft füßte. Natürlich entstand sofort ein allgemeines Erstaunen. Der Fremde erklärte dann sehr höflich, daß er soeben von einer Anklage des Betruges freigesprochen worden sei, obgleich der Staatsanwalt eine empfindliche Freiheitsstrafe gegen ihn beantragt hatte. Er hatte sich vorgenommen, falls seine Freisprechung ererfolge, die erste unbekannte Dame, die ihm begegne, zu küssen koste es, was es wolle. Nach diesen Ausführungen schienen die Umstehenden weniger erbost zu sein. Auch die gefüßte Dame, wie es hieß, die Gattin eines Rechtsanwaltes, nahm die Sache nicht tragisch, sondern entfernte sich unbemerkt. () Die Untersuchung in der Humbert- Affäre hat mit immer neuen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die ,, große Therese" sett bekanntlich schon seit längerem allen ,, Anzapfungen" des Untersuchungsrichters ein verächtliches Schweigen entgegen. Jezt hat sich Romain Daurignac diesem System angeschlossen. Weil der Untersuchungsrichter ihm nicht erlaubt hat, seine Geliebte Madame d'Arvalho und seine Kinder zu sehen, hat er diesem gedroht, jezt auf keine Frage mehr zu antworten. Seine Drohung hat er ausgeführt, und er mußte schon mehrmals ohne daß es gelungen wäre, ein Wort aus ihm herauszubringen, in seine Zelle zurückgeführt werden. + Schweres Schaden feuer in den Docks von Plymouth. In den Great Western Railway Docks zu Plymouth brach nachts Feuer aus und zwar in der großen Bicklesschen Maschinenbauwerkstätte. Die Feuersbrunst breitete sich rasch auf die benachbarte Dampffägemühle aus, die große Massen Bauholz enthielt. Beide Gebäude waren in einem Augenblick in Flammen gehüllt und binnen furzem Trümmerhaufen. Die Matrosen der Kriegsschiffe unterſtüßten die Feuerwehr von Plymouth bei den Löscharbeiten, sodaß der Brand lokalisiert werden konnte. Der Schaden ist beträchtlich. * Der jezt abgeschlossene Banamafanalbertrag sett fest, daß das Gebiet am Kanal neutral sein soll, und daß die Vereinigten Staaten seine Teutralität fomie die Oberhoheit Kolumbiens garantieren. Panama und Colon sind zu Freihäfen erklärt worden. Der Kanal wird dem Handel 14 Jahre nach Austausch der Ratifitationen geöffnet werden. wohl genug sein, um ausgehen zu fönnen?" begann sie Wissen Sie, daß Dr. Cloſe ſagte, ich würde bald ten gewonnen; aber sie sah doch noch recht leidend aus. Sie Gody? erschrecken! drückt. Schauen Sie meine Hand an; sie ist ruhiger als Sagen Sie mir, wer es gewesen, der das Ver Die Ungewißheit ist es, die mich so schwer -Sie brauchen nicht zu fürchten, mich zu daß sie unfehlbar dies die finstere Wolle vertreiben, worden, für immer verschwiegen werden könnte, so hieß Kenntnis, daß Walter Bryant um ihretwillen ermordet derselben völlig unbewußt. Wenn ihr die ben die ihr künftiges Leverdüstern müßte. Tage zum Besuch. sich ebenfalls." ihn fee und er seine Kräfte für mich anstrengen mußte." ,, Aber am meisten für uns," protestierte sie ,,, Mark, blos für Sie, Barbara," warf Paul ein, für sind mir die Augen Er tam sehr selten, weil sein Beruf Aus dem Gerichtssaal. § Leichenplünderungen in einem gerichtsärztlichen Institut. Ein aussehenerregender Verleumdungsprozeß beschäftigt zur Zeit das Budapester Preßgericht. Der Direktor des gerichtsärztlichen Instituts zu Budapest, Professor Dr. Karl Ajtay hat gegen den Journalisten Andor Kerekes die Berleumdungsklage angestrengt wegen eines Artikels, den dieser im Független Hirmondo" veröffentlicht hatte. Es werden darin haarsträubende Dinge erzählt über die Art und Weise, wie die Diener des gerichtsärztlichen Instituts mit den Leichen umgehen. Ein entlassener Diener erzählte kurz vor seinem Tode dem Berichterstatter des genannten Blattes verschiedene Geschehnisse, die den Direktor Ajtay arg kompromittieren würden. Ajtay solle das Institut durch Einstellungen falscher Quittungen und Rechnungen materiell geschädigt haben. Er übe eine grenzenlose Rachsicht den Dienern gegenüber und vertusche Leichenplünderungen. Der Diener behauptete, man habe ihn aus dem gerichtsärztlichen Institut entlassen, weil er sich den Goldknopf aus dem Hemde einer Leiche angeeignet haben sollte, in Wirklichkeit habe er den Goldknopf im Kanal gefunden. Durch die auf Kosten des Instituts aufgenommenen Tagelöhner lasse Ajtay seinen mit LeichenBestandteilen gedüngten Garten bearbeiten. Ein Diener des Instituts treibe mit den Leichen systematischen Hondel. Im Juni 1900 habe er den Kopf einer Köchin um 1 k. 20 H. verkauft; außerdem habe er eine Leiche bestohlen und mit den Leichen den gröbsten Unfug getrieben. So spiele er mit den Schädeln Football. Man sieht dem Ausgang des Prozesses mit begreiflicher Spannung entgegen. § Wegen Ermordung seiner Dienstherrin wurde in Graz der Jrrenwärter Tschedenigg zum Tode verurteilt. Die Witwe Gleichweit, die in einem abgelegenen Hause bei Eggenberg wohnte, hatte für ihren 28 Jahre alten irrsinnigen Sohn Hermann ein Individuum namens Tschedenigg zum Wärter angenommen. Am 2. November b. J. fuhr sie mit ihrem Sohne und dem Wärter nach Graz, um Zinsen einzufassieren; alle drei kehrten mittags zurück. Tschedenigg fuhr eine Stunde später mit der Stadtbahn wieder nach Graz. Bei seiner Abfahrt bat er einen Rachbar, im Hause der Frau nachzusehen, ob Hermann nichts angestellt habe. Als der Nachbar dem heimkehrenden Tschedenigg mitteilte, daß der Frrsinnige unaufhörlich auf und ab ginge, meinte dieser: Gewiß hat er die Mutter umgebracht" und verlangte, der Nachbar solle mit ihm in das Haus gehen. Die Frau lag in einer Blutlache ſtöhnend im Todeskampf. Als der Arzt tam, war die Frau, deren Schädel zertrümmert war, eine Leiche. Der Verdacht der Täterschaft lenkte sich auf Tschedenigg, ber trop seines hartnäckigen Leugnens der Tat überführt und verurteilt wurde. Vermischtes.. [ Die größten Plähe Europas.] Ein Architekt hal eine sehr interessante Aufstellung über die Größenverhältnisse der verschiedenen großen Pläße Europas gemacht. Dabei hat sich herausgestellt, daß, was Umfang anbetrifft, das Marsfeld in Paris mit 112 000 Quadratmeter an der Spize steht. Dann folgen: Der Königsplay zu Berlin mit etwa 100 000 Quadratmeter, der Rathausplatz in Wien mit 90 000 Quadratmeter, die Place de la Concorde in Paris mit 85 000 Quadratmeter, der Waterloopla in Hannover mit 60 000 Quadratmeter, der Augustusplaz in Leipzig mit nur 27000 Quadratmeter, der Neumarkt in Köln miit 25 000 Quadratmeter, der Atmeidan- oder Hippodrɔmplat in Konstantinopel mit ebenfalls 25 000 Der Gauturntag des Gaues Hessen tagte am Sonntag um 71. Male. Das Beratungslokal war der kleine Saal in Steins Saalbau zu Gießen. Aus allen Bezirten waren die Turngenossen in reicher Zahl erschienen. Welche Dimensionen und mit welchen Verhältnissen innerhalb des Gaues gerechnet werden muß, fann der dem Turnen Fernstehende daraus ersehen, daß z. B. Frankenberger( hinter Marburg) und auf der anderen Seite Turner aus Schliß oder Usingen sich eingefunden hatten. Der Unterschied, ob Preuße oder Hesse, kommt unter Turnern nicht zur Geltung. Gemeinsam zu arbeiten an der Förderung der Turnsache, das Bewußtsein lag wie ein leuchtender Schein über der ganzen Versammlung und wachte über den Beratungen Gegen 10 Uhr, nachdem die von weit her erschienenen Turner, manche haben ihren Weg schon zu sehr früher Morgenstunde antreten müssen, an einem warmen Morgen trunt sich gestärkt, eröffnete der 1. Gauvertreter Friedrich Helm Gießen den Turntag, hieß die Delegierten wie immer herzlich willkommen mit dem Wunsche, daß auch dieses Mal die Arbeit eine segensreiche sein möge. Bur Tagesordnung übergehend erstattete elm seinen Jahresbericht in sehr ausführlicher Weise und die Art seines Vortrages hielt die Aufmerksamkeit der Erschienenen äußerst gespannt. Stufenweise streifte er die Statistik der deutschen Turnerschaft, die des 9.( Mittelrhein) Kreises und kam dann im dritten Teile auf den Gau Den in weiten Turnerfreisen um die Sache sich besonders ver= dient gemachten verstorbenen Kreis Geschäftsführer Tierolf, der im vorigen Jahre auf dem Kreisturntag zu Limburg durch den Tod mitten aus seiner turnerischen Thätigkeit herausgerissen wurde, sowie dem ebenfalls sehr verdienstvollen Gauturnwart Schneider von Marburg widmete er einen warmen Nachruf. Das Andenken dieser beiden treun ihr von Sißen. Den offiziellen genauen Bericht werden die Turnvereine und Turner demnächst im Druck erhalten. Erwähnenswert ist aber auch heute wieder, und das besonders für die breite Masse des Volkes, daß die Mitgliederzahl der Quadratmeter, der St. Petersplay in Rom mit 21000 Quadratmeter, der Trafalgar Square in London mit 20 000 Quadratmeter, der St. Martusplay in Venedig mit 12000 Quadratmeter uno schließlich der Kleberplay in Straßburg mit 11 000 Quadratmeter. =[ die bösen Fremdwörter.] Der Bund" erzähli unter der Spizmarke„ Extravagant" folgendes Stückchen aus den schweizerischen Schulverhältnissen:„ 3wei neupatentierte Lehrer meldeten sich an eine bernische Schule. Die Schulkommission verlangte ihre Zeugnisse zu sehen, welche in nur einem Stück für jeden bestanden, nämlich im Abgangszeugnis vom Seminar. Der eine hatte folgende Charakteristik empfangen:„ Er ist ziemlich begabt, aber manchmal etwas extravagant." Die Schulväter hatten einige Mühe, das letzte Wort sicher zu entziffern, dann aber schüttelten sie die Köpfe mit großer Entrüstung:„ Es wär scho bös gnue, daß sie us dem Seminar Vagante schicke; aber diese isch de no 1 Extra- Vagant." [ Napoleon der Erste in der Tanzstunde.] Graf Fleury hat ein Buch erscheinen lassen, in welchem er eine Reihe Porträts aus dem 18. Jahrhundert vorführt. Zu den interessantesten Gestalten gehört der Liederdichter Despréaux, der unter Ludwig XVI. ,, föniglicher Tänzer" war. Die Revolution hatte ihn ruiniert, aber das Kaiserreich brachte ihn wieder in die Höhe, denn Napoleon vertraute ihm die Leitung der Hoffeste an. Ja, noch mehr: er mußte der Kaiserin Marie Louise nach ihrer Ankunft in Compiègne ,, Tanz- und Anstandsunterricht" geben. Tie Kaiserin war eine schlechte Schülerin. Als Despréaur sich einmal respektvoll eine Bemerkung über ihre schlechte Haltung erlaubte, trat gerade Napoleon zin. Sie werden hier viel Arbeit haben," sagte er zu dem Tanzlehrer. Dann wandte er sich zu seiner Gemahlin mit den Worten: ,, Sie müssen alles tun, was Despréaur jagt. Ich werde Sie erst dann nach Paris führen, wenn Sie die richtige Haltung haben und gehen und tanzen fönnen. Ja, ja! Früher hatten Sie die Haltung einer Erzherzogin, jeẞt sollen Sie aber die einer Kaiserin annehmen." Und um ein gutes Beispiel zu geben, ging er gravitätisch zu einem großen Spiegel, machte tief: Verbeugungen und sagte jedes Mal: ,, Na, Despréaux, fann ich's?" Dann legte er seinen Arm auf die Schulter des Tanzlehrers und begann zu walzen. Darauf lief er zu seiner Frau hin, streichelte ihr verliebt die die Bäckchen, umfaßte sie und wollte tanzen. Man ließ eine Geige holen. Despréaur, der den Degen an der Seite und den dreieckigen Hut unter dem Arme hatte, begann zu spielen, und der Kaiser sprang wie ein Böcklein". Er machte eine komische Figur, aber er tanzte taltmäßig. † Ein grauenhafter Merd wurde in der Nähe von Fiume entdeckt. Der Landmann Johann Lade in Ita lebte mehrere Jahre mit seiner Geliebten zusammen. Er heiratete später und ließ Geliebte und Kind in größter Armut. Die Verlassene bat ihn wiederholt um Hilfe, und oft gerieten sie in heftigen Streit. Der hierob erboste Mann lockte sie auf eine entlegene Straße bei Jka und ermordete sie. Er zerhackte den Körper der Unglücklichen und verbarg die Leiche in einem Sack unter einem Steinhaufen. Jeßt erst, ungefähr acht Tage nach dem Morde, fand ein Bauer den blutigen Sack und meldete den Fund der Behörde. Der Mörder wurde verhaftet und ins Volostaer Gefängnis gebracht, wo er die gräßliche Tat gestand. - Der Brunnenbauer Arp aus Hohenwestedt in Holstein wurde bei Neuanlage eines Brunnens durch Zusammensturz der Seitenwände lebendig begraben und erstickt, ehe man ihm Rettung bringen konnte. Er hinterläßt eine zahlreiche Familie. sozialdemokratischen Fahnenweihe im letzten Sommer offiziell beteiligte, besondere Müge gemacht, hatte Zeit und Mühe nicht gescheut. Die Verhandlungen wuchsen sich aber nach und nach zu persönlichen Angriffen aus, was den vollen Bruch zur Folge hatte. Die mit zur Verlesung gekommenen Briefe erregten allgemeine Mißachtung. Im Interesse der Sache sei die Wiedergabe der persönlich untaktmäßigen scharfen Angriffe stellen aus einem gewechselten Briefe hier nicht wieder gegeben. Nach deren Verlesung aber waren sich die Delegierten voll bewußt, daß der Gau- Ausschuß resp. der Gauvertr ter zur Beilegung des Zwiespaltes voll und ganz seine Schuldigkeit gethan hatte; weiter noch entgegenzukommen wäre untaktmäßig. Der zweite Ganvertreter, EidmannGießen führte an, daß es auf Seiten Wieseck liege, die Sage gut zu machen; bis dahin riſtiere für den Gau der Turnverein Wieseck nicht mehr. Dieselbe Stellung nahmen noch verschiedene Redner ein, sodaß man es angebracht hielt über die Angelegenheit zur Tagesordnung überzugehen, was auch geschah. Es folgte der Bericht des Gauturnwarts Will Bezlar. Derselbe war benfalls folgerichtig gegeb n und brachte interessante Taten und Ergebnisse zur Kenntnis. Die Entlastung des Rechners wurde glatt genehmigt, des gleichen die Festsetzung der Gausteuer pro 1903 auf 25 Pfg. Im 6. Punkt der Tagesordnung lag ein Antrag des Turnvereins Gießen vor. Derselbe lautete: Der norwegische Dampfer ,, Adekke", von Kragerō nach England bestimmt, ist mit seiner ganzen Besatzung von zwölf Mann in der Nordsee untergegangen. - Die Lokomotive des Nordexpreßzuges entgleiste zwischen Ostende und Brüssel. Ob und inwieweit Personen und Material zu Schaden gekommen sind, darüber liegen bisher keinerlei Nachrichten vor. Bei Wies in Mittelsteiermark wurde ein siebenzehnjähriges Mädchen von Wölfen angefallen und zerfleischt. ** Glesse feiten zu Der Raifer feinem Danz. 8tg" fürzli freut es mich, wenn chrung bezeigt, daß veranstaltet und bie Ich meine aber, die Arbeitsverdienft ift möchte. 3h würde traausgaben beftim wendet werden wür zur Bishoffung vo meindeverwaltunger infaffen aus Anl Jm Keller eines Importgeschäftes im Bezirk Neubau zu Wien brach Feuer aus, das sämtliche Stockwerke des Hauses ergriff. Da das Treppenhaus einstürzte, mußten die Bewohner der oberen Stockwerke mittels Sprungtuches und Rettungsschlauches gerettet werden. Bei dem Einsturz der Treppe, durch Rauch und durch Herausspringen aus den Fenstern wurden 11 Personen verlegt. - Wie aus Biarris gemeldet wird, wurden dort drei Schauspieler aus Bordeaux, die eine Gastspielreise nach der Mole von einer Sturzielle ergriffen und ins Meer blieben erfolglos. prochen, ich wünf Biarritz unternommen hatten, bei einem Spaziergange auf einigen Jahren m geschleudert. Alle Nachforschungen nach den Verunglückten wäre eine ausgebe -Gegen den Expreßzug Paris- Cherbourg wurde in der Nähe von Bolinies ein Attentat verübt. Eine Anzahl Steinblöcke wurde von einer Brücke auf den Zug geworfen, durch welche die Dächer von zwei Wagen zerbrückt wurden. Verlegt wurde jedoch niemand. ju Mute, wenn ich Geburtstage n Geld schließlich in ** Der Prob hat in feiner öffent Gen. wegen Abtret Schwurgericht wurde der Webergeselle Michael Bauer hoffnung gegn § Die Bestie im Menschen. Von dem Münchener Plage des Großh. urteilt und die Zulässigkeit seiner Stellung unter Po- Rechtsanwalts Juf zu 14 Jahren Zuchthaus und 10jährigem Ehrverlust verlizeiaufsicht ausgesprochen. Bauer überfiel am 20. Juni nachmittags auf dem Wege von Hainsbach nach Hirschling eine Holzarbeitsfrau und tat ihr unter Bedrohung Uhr packte er in der Nähe der Ortschaft Hochreuth eine fegt- Als 2. P ammendienst zu F firchen das Prüfu mit Erstechung Gewalt an. Am 21. Juni morgens& vinzial- Ausschuß, 13jährige Schreinerstochter von wohenthann an, schleppte sei Die Koffer, sie in den Wald und vergewaltigte das Mädchen, das er dann mit sich fortzog, in der Absicht, es auf seinen Stromerzügen durchs Land zum Bettel zu verwenden. Den Widerstand des Mädchens brach er mit den schrecklichsten Drohungen. Er wanderte mit ihm über Klähan nach Pfellenkoff, wo es dem Kinde nach achtstündiger Freiheitsberaubung gelang, ſeinem Beiniger indiger lausen und in einen Bauernhof zu flüchten. Am 22. Juni griff Bauer eine andere Dreizehnjährige in der Nähe der Ortschaft Scheuered auf und bestimmte sie durch Drohungen, mit ihm nach Tirol zu wandern und schickte sie unterwegs auf Bettel aus, bis es dem Mädchen am 28. Juni gelang, sich der Gewalt und den unsittlichen Angriffen des Bauer zu entziehen und in einem Bauernhause Schutz zu finden. Am 2. Juli morgens vergewaltigte er auf dem Wege von Harthausen nach Aibling ein 12jähriges Mädchen von Harthausen, am 9. Juli ein 10jähriges Kind in einer Waldung am Teisenberg, das er dann nach Desterreich mitnahm und dort auf den Bettel ausschickte, bis auch diese Kleine am 11. Juli entfam und in ein Bauernhaus bei St Kolmann zu flüchten vermochte. Am 31. August tat Bauer auf dem Wege von Tickenbühl nach Haldenwang eine 13jährigen Gastwirtstochter im Walde Gewalt an und zwang sie dann zu einer Wanderung durch Schwaben bis zum 7. September, an welchem das zum Bettel ausgeschickte Kind ihm in der Nähe von Vorderwies entfloh und in einem Bauernhaus Zuflucht fand. In der Nähe des leßteren konnte der Unmensch endlich von einem Gendarmen verhaftet und seiner Bestrafung zu geführt werden. hebung einer * Als N Herr Baurat Di * Wie uns Bane für den Ba herr Architekt o haben, sämtliche B ** Ernannt den Boranschlägen d. J an die Ef sofort mit den aussichtlich wird geftelt. Werle für die Amtes zum Mitg ** Das Gro ordnung das neu 1902 zum Abdruc *** Steins( und zwar nicht fü 14 Tagen verlaute v ntar an die rre Die Uebernahme e geht der Ruf, tüd Der Erft re war Bahnhofsrestaura Hof. Beide hab alle Ehre zu mac Gießener, daß d Etabl. ffement unte Erfüllung geben. Als neu Gießen, Marbu Nauheim ist, w Oberregisseur Di in Erfurt, Leite Wegen bildung der Lehr fürzlich eine Br Die Zusammensetzung des Geschäftsführenden Ausschusses ist somit fast dieselbe; neu hinzugekommen ist nur der Turngenosse Post- Marburg als 2. Schriftführer, der bisherige Inhaber dieses Amtes Lehrer Häuser rückte in die bisherige Stelle des Will, welcher der Nachfolger des verstorbenen 1. Gauturnwartes Schneider- Marburg wurde.- Zu Punkt 8: Wahl des Festortes für das Gauturnfest 1903 lagen 3 burg a.. Havel. in Bad Nauheim Meldungen vor und zwar von Usingen, Weglar und Herrn Steingött Schotten. Usingen hat seit 41 Jahren das Fest noch nicht gehabt, Wezlar seit 1889, Schotten trat zu Gunsten dessen eventuell dieser beiden Orte zurück. Da dieses mal das Feſt zum Abschluß im 2. Bezirk( Gießen) stattfinden sollte nach einer bor jährigen Bestimmung und Wezlar im nächsten Jahre wieder das Ochsenfest hat, so entschloß sich die Mehrheit für Wezlar; im Jahre 1904 aber hat Usingen das Fest. Als Tag der Abhaltung wurde der 5. und 6. Juli angenommen. Die Gauturnfahrt für dieses Jahr wurde dem Turnverein Lollar gegeben. Bei der Abstimmung erhielt auch Frankenberg die gleiche Anzahl Stimmen, aber das Los entschied für Lollar. Die Turnfahrt findet am 7. Juni statt. Im nächsten 11. Buntte tam man auf die Entsendung einer Gau- Musterriege auf das deutsche Turnfest nach Nürnberg zu sprechen. Im Turn- Ausschuß war schon vorher für Entscheidung einer Riege geftimmt. Obgleich mehrere Redner bezüglich Ueberzahlen habe. Di aufnahme der damit verbundenen Kosten dagegen waren, entschloß sich doch die Mehrheit der Anw.senden für eine Musterriege. die " Der Gauturntag wolle beschließen, daß für Folge, wie solches auch früher der Fall g wesen, den Gauturnfahrten und Gauturnfesten wieder um Ehrenpreise geturnt werden kann." Den Antrag befürwortete Pirr- Gießen, hatte dabei nur die Hebung des aftiven Turnens und die Wachhaltung des - Der letzte Bunft betraf die Gründung einer Gau zeitung. Der 1. Gauvertreter, Helm hob in treffender eibung getroffe Lehrling eine vie fellenprüfung vor bestanden. Ta b find, mußte der Un diefe Freispre dingung, daß der feines bisherig n meifter nachzuler Lehrling warren Falle den Lehrmei bie Brüfung nich Ausbildung an de ftandige Handwer rechtfertigt und ge ** Belizwed Interesses für eine regelmäßige Uebung unter den jungen Weise die Vorzüge in idealer und materieller Hinsicht hervor, giftern daß am Turnern im Auge. Müller- Friedberg war derselben Wamser- Bußbach, Almenröder- Weglar, Häuser Bad Nauheim und Engel- Marburg sprachen dagegen, welche bei der Abstimmung auch die Mehrheit auf ihrer Seite hatten. Turnverein Bad Nauheim zog während der Handhabung der Haftpflichtversicherung" zurück. Nach diesem erfolgte die Wahl des ganzen Gauausschusses mittels Stimm zettels. Es ist dies das erste Mal auf Grund der neuen Gausazungen. Die Resultate sind folgende: gab dem Gedanken Ausdruck, daß man sich im Gau unter Georg Emil Se einander unterrichten il B die nur für die Gründung und Bestehen einer solchen Zeitung sprechen. Die Versammlung erkannte das voll und j. Blutige S berurfachte wüfte ganz an, nur von Seiten des Turners Muth. Bad Nauheim auflauf, dem au wurde die Rentabilität in 8weifel gezogen, der sich aber der Wirtschaft 2 Turner und Turnfreunde uners hü tert aufwärts steigt, damit Verhandlung seine als Antrag eingebrachte Beschwerde über auch beruhigte, als ihm von dem Gauvertreter wie von Streit entstanden aber auch das aktive Turnen i immer weiteren Kreisen neue Anhänger findet. Dem Gau sin drei Vereine neu hinzugetreten, die in Ober- Mörlen, Marbach und Männerturnverein zu Rodheim a. d. B.; neuangemeldet ist Odershausen. Ausgetreten sind Wieseck und Kirtorf. Davon der erstere wegen Streitigkeiten, weiche in der an den Bericht sich an schließenden Diskussion zu weitgehenden Auseinandersetzungen Veranlassung gab. Der erste Gauvertreter Heim hatte sich für Beilegung dieses unliebsamen Vorkommnisses, das dadurch entstanden war, weil der Wiesecker Turn- Verein sich an einer 2. Turner Klein- Gießen, dem Herausgeber der bereits er. schienen 1. Nummer gen. Zeitung der B scheid ward, daß der Gau mit der Zeitung gar nichts zu risfieren habe. Die Versammlung beauftragte darauf hin den Gau- Ausschuß mit Mann an die madhte er feinen Ausbrüden Luft, Eingangstür fol 1. Gaubertreter: Weinhändler Fr. Helm Gießen( 67 St.) dem Herausgeber Albin Klein über die Art der gegen fensterscheib n erf ( 60 St.) feitigen Abmachungen in dieser Angelegenheit zu verhandeln. Thur. In feiner Damit waren die Berathungen zu Ende und man trennte Billardstod auf d Lehrer Häuser Bad Nauheim( 49 St.) fich nachmittags 6 Uhr mit dem Wunsche auf fröhliches Assistenz eines Ga " Bureauvorsteher Wilh. Eidmann 1. Gauturnwart: Tanzlehrer Will- Wezlar 2. ( 67 St.) 1. Gau- Schriftführer: Profurist Wenzel- Gießen( 59 St.) ( 46 St.) Gau- Rechner: Buchdruckereibes. Post Alsfeld( 08 St.) 3. B Wiedersehen am 7. Juni auf der Gauturnfahrt in Lollar. fodaß der Betroffe jammenbrach bon Kragero en Befazung ngen. ntgleiste zwieit Bersonen arüber liegen nd zerfleischt. Giessener Cagesnenigkeiten. ** Der Kaiser und sein Geburtstag. Ueber Feierlichfeiten zu seinem Geburtstag soll sich der Kaiser nach der „ Danz. 8tg" fürzlich wie folgt ausgesprochen haben:" Gewiß freut es mich, wenn mein Volt mir dadurch Lebe und Vere schreiend in den Straßen umher, bis zwei mitleidige Passan-| protokoll, genügte den Anforderungen der Abiturientenprüfung ten den Transport nach dem Polizeiamt übernahmen. ** Teuere Wurst- Reise.( Eingesandt.) Wir Gießener fin gewiß nicht verwöhnt betreffs der Wurstpreise. Aber gewöhnt sind wir, wenn man einen Ausflugsort besucht und eine Portion Wrst essen will, selbst wenn wir nobel sein n siebenzehn ehrung bezeigt, daß es zu meinem Geburtstage Extrafefte wollen und eine Portion Servelatwurst bestellen, angemessene Bezirk Neuhe Stodwerte stürzte, muß tels Sprung ben. Bei dem Heraussprin verlegt. den dort drei veranstaltet und die Fenster mit brennenden Lichten bestellt. Ich meine aber, die wirtschaftliche Not und der Mangel an Arbeitsverdienst ist so groß, daß man der Armen gedenten möchte. Ih würde mich freuen, wenn ein Teil der zu Extraausgaben bestimmten Gelder im Interesse der Armen verwendet werden würde, sei es in direkter Zuwendung oder zur Beshoffung von Arbeitsgelegenheit. Namentlich die Gemeindeverwaltungen sollten das Wohl der ärmeren Drtsspielreise nach insassen aus Anlaß meines Geburtstages pflegen. ziergange auf und ins Meer Berunglüdten urg wurde in ibt. Eine Anauf den Zug ei Wagen zermand. m Münchener Michael Bauer Ehrverlust ver ng unter Po. am 20. Juni h nach Hirsch ter Bedrohung ni morgens Hochreuth eine in an, schleppte Mädchen, das es auf seinen zu verwenden. mit den schred n über Klähan ch achtstündiger niger zu ent ichten. Am 22 jährige in der bestimmte sie I zu wandern us, bis es dem un er Gewalt und entziehen und n. Am 2. Juli bon Harthausen Jon Harthausen er Waldung am mitnahm unt ich diese kleine rnhaus bei St luguſt tat Bauer ldenwang eine Gewalt an unt durch Schwaben as zum Bettel von Vorderwiel flucht fand. In ensch endlich von r Bestrafung zu -führenden Aus jugekommen ist als 2. Schrift: Amtes Lehrer s Will, welcher Bauturnwartes ft 8: Wahl des 1903 lagen 3 n, Wezlar und das Fest noch Seit einigen Jahren wird diesem meinem Wunsche etwas entsprochen, ich wünschte aber, die Beachtung des Wunsches wäre eine ausgedehntere. Mir wäre wohler und freudiger zu Mute, wenn ich wüßte, daß die Armen an meinem Geburtstage nicht darben, als wenn das schöne Geld schließlich in nichts zerfließen würde." ** Der Provinzial- Ausschuß der Provinz Oberhess n hat in seiner öffentlichen Sigung vom 24. 1. Mts. in Sachen Klage des Großh. Fistus, vertreten durch Grube Ludwigshoffnung gegen den Fürsten von Solme- Braunfels und Gen. wegen Abtretung von Grundeigentum auf Antrag des Rechtsanwalts Justizrat Hirschhorn die Entscheidung ausgejeßt.- Als 2. Bunft der Tagesordnung steht der Heb ammendienst zu Ruhlkirchen. Hier beschließt der Brovinzial- Ausschuß, daß der Hebamme Marie Mohr zu Ruhl Kirchen das Prüfungszeugnis als Hebamme zu entziehen sei Die Kosten trägt die Gemeinde Ruhlkirchen. Von Erhebung einer V rhandlungsgebühr wird abgesehen. ** Als Nachfolger des Herrn Vaurat Stahl wird Herr Baurat Duhm von Erbach i. D. genannt. Wie uns mitgeteilt wird, sollen ist endgiltig die Bäne für den Bahnhof in Gießen festgest üt worden sein. Herr Architeft Hofmann in Hrborn soll Austrag erhalten haben, sämtliche Bläne mit den erforderlichen Details und den Voranschlägen mit genauer Berechnung bis zu n 1. April d. I. an die Esenbahndirektion abzuliefern und soll dann sofort mit den Bauarbeiten begonnen werden. Voraussichtlich wird in diesem Jahre nur der Rohbau fertig. gestellt. ** Ernannt wurde der Oberlandesgerichtsrat Dr. Ernst Werle für die Dauer des dermalen von ihm belleideten Umtes zum Mitglied des Verwaltungs erichtshofs. ** * Das Großh. Regierungsblatt Nr. 6 bringt die Verordnung das neue Staatswappen betr. vom 9. Dezember 1902 zum Abdruck. * Steins Garten ist jetzt endlich definitiv verk uft und zwar nicht für 150 000 Dtarf, wie es feit mehr denn 14 Tagen verlautete, sondern für 225 000 Mt. inklusive In v ntar an die Hrren Drescher u. Schrödel aus Franffuit a M. Die Uebernahme erfolgt am 1. April 1. Js. Be den Herren geht der Ruf, tüchtige intelligente Fachleute zu sein, voraus. Der Erst re war lange Jahre Doerfellner im Frankfurter Bahnhofsrestaurant 2. Klasse und Herr Schrödel im Pariser Hof. Beide haben früher auch im Auslande ihrem Berufe alle Ehre zu machen verstanden. Möge der Wunsch aller Gießener, daß das große 7000 Quadratmeter umfassende Etablissement unter den neuen Besitzern recht aufblühe, in Erfüllung gehen. 水 *** Als neuer Direktor der vereinigten Stadttheater Gießen, Marburg und des Großh. Kurtheaters BadNauheim ist, wie wir hören, in Aussicht genommen Oberregisseur Direktor Steingötter vom Stadttheater in Erfurt, Leiter des Sommertheaters in Brandend. burg a. 5. Havel. Der Finanz- Miniſter, welchem die Bühne in Bad- Nauheim unterſtellt ist, soll gegen die Person des Herrn Steingötter nichts einzuwenden haben und dürfte deſſen eventuelles Engagement in den nächsten Tagen zum Abschluß kommen. trat zu Gunsten mal das Fest nach einer vor nächsten Jahre ich die Mehrheit tusingen das der 5. und 6. ahrt für dieses Ilar gegeben. berg die gleiche für Lollar. Die ächsten 11. Buntte Rufterriege auf bot zu sprechen. Im Entscheidung einer ** Wegen der Pflicht der Lehrherren, auf die Ausbildung der Lehrlinge die nötige Sorgfalt zu verwenden, hat fürzlich eine Prüfungsfom nission eine beachtenswerte Entsheidung getroffen. Bei einem Innungsmeister hatte ein Lehrling eine vierjährige Lehrzeit absolviert, aber seine Gesellenprüfung vor der Prüfungskommission der Innung nicht bestanden. Ta vier Jahre die längste Dauer einer Lehrzeit sind, mußte der Lehrling gleichwohl freigesprochen werden. An diese Freisprechung knüpfte jedoch die Innung die Bebingung, daß der Lehrling noch ein halbes Jahr auf Kosten seines bisherigen Lehrmeisters bei einem anderen Innungsmeister nachzulernen und daß der frühere Lehrmeister dem Lehrling wärrend der Nachlehrzeit monatlich 12 Mark zu Falle den Lehrmeister die Schuld dafür treffe, daß der Lehrling die Prüfung nicht bestand; der Meister habe es bei der Ausbildung an der nötigen Sorgfalt fehlen lassen. Die zuständige Handwerkskammer erkannte diesen Beschluß als ge= rechtfertigt und gesetzlich zulässig an. " Preise zu bezahlen. Lobend erwähnt muß es werden, daß die Wirte der näheren Ausflugsorte stets civile Preise berechnen. Am legten Sonntag ließen sich mehrere Gießener mit ihren Damen verführen, einen größeren Ausflug in die Rabenau zu machen Nachdem dieselben ihre Lungen von der Großstadtluft" einigermaßen gereinigt, wollten sie auch dem übrigen Körper etwas zukommen lassen und kehrten ein. Jeder ein Gläschen Bier und jeder eine Portion Servelatwurst. Gut; wenig wars, dafür aber die Rechnung etwas größer. 65 Pfg. Wir wollen dem Wirt nicht näher treten, haben aber den einen Rat- soll der Fremdenbesuch der gleiche wie bisher sein- doch etwas wenigstens den Gießenern entgegen zu kommen. X 8ur Pflege der Bimmerpflanzen. Die Schädlichkeit des Etaubes für alles, was da lebt und webt" wird in weiten Kreisen noch nicht hinreichend be= achtet und zweckentsprechend bekämpft. Der Staub verstopft sodaß dieselben der Erstickung verfallen. Man soll daher die Boren der Blätter, welche die Atmungsorgane bilden, täglig auf Entfernung des Staubes bedacht sein, was am besten mit einem weichen Schwamm oder auch durch gehöriges Besprengen m t lauwarmem Wasser geschieht. Auch die austrocknende Wärme des Diens wirkt schädlich auf die Bimmerpflanzen. Um dem vorzubeugen, stellt man ein wasserge ültes Gefäß auf den Ofen. Frner ist es bedenklich, wenn die Pflanzen dem direkten Gaslicht ausgesetzt sind, da auch dies ihnen schadet. Wer seine Zimmerlieblinge erhalten will, thut gut. vorstehende Winke zu beherzigen. Aus Hessen und Nachbargebieten. V Grünberg. Gestern abend feierte der Kriegerverein Grünberg in der prächtig geschmückten Turnhalle, Kaisers Geburtstag. Nachdem sich die Halle bis auf den legen Blaß gefüllt hatte, eröffnete Herr Bürgermeister Zimnr die Feier mit einer fernigen Ansprache. Hierauf hielt Herr Defan Wagner eine zu Herzen gehende Festrede, welche mit cinem dre sachen Hoch auf Se. Majestät endet?.- Nach dem gemeinschaftlichen Absingen der Nationalhymne und anderen Vaterlandsliedern, hielten verschiedene Vereine Gesangsvorträge, von welchen der gemischte Chor, welcher als erstes Lied„ Die Himm rühmen des Ewigen Ehre", zum Vortra1 brachte, besonders hervorzuheben ist. Auch der Männergesangverein trug, durch meh ere wohlgelungene und der Feier angemessene Lieder, sehr viel zur Unterhaltung bei. Der Kriegerverein, Turnverein und freiwillige Feuerwehr stellten einige lebende Bilder, welche recht reichen Beifall fanden. Gegen Mitternacht schloß die erhabene Feier mit dem schönen Lied:„ Es braust ein Ruf we Donnerhall" und ein jeder Anwesende verließ die Halle mit dem Bewustsein einen recht gemütlichen Abend verlebt zu haben. - Groß- Felda, 25. Jan. Im Saale des Gastwirts Hrch. Völzing sprach heute nachnittog im hiesigen Ortsgewerbeverein der Herr Oberbergrat Prof. Chelius über die geologischen Weryältnisse des Vogelsberges. Recht launig wußte er die daselbst hergestellte Vogelsberger Höhenfräuter: Tafelbutter als eine führende Macht zu behandeln, da diese es gewesen, die den Namen„ Groß- Felda" deutlicher bemerkbar gemacht hätte. Sodann folgten sehr logische Erf'ärungen über Entstehung und Bauart unseres Erdballes, deren praktischer Wert durch Karten und Wandtafelstizzen noch erhöht wurde. Volles Interesse verdienten auch die Darlegungen über die Entstehung des Vogelsberges, welche ebenfalls durch Stizzen erläutert, uns die großen Thalsenkungen des Rheines, der Wetterau, des Gelnhausener Thales u. s. w. veranschaulichten, in deren Zwischenflächen di Urformation stehen geblieben, und dem das folgende Menschengeschlecht den Namen„ Vogele berg" beilegte. Ueber den in der Sage so großen Erzreichtum, ersuchte der Redner die Schäßungen gewisser Leute recht vorsichtig zu prüfen, ehe man ein sauer erworbenes Vermögen, dem Hange, Millionär zu werden, opferte. Wohl seien die Steinreichtümer des Bogelsberges ein sicherer Industrieanfang und könne nicht dringend genug auffordern, die zu Tage tretenden Basalt und Basaltlava( Lungſtein) Brüche anzuschneiden und zu verwerten. Er ersuchte das anwesende Ditsoberhaupt, den Herrn Bürgermeister von Groß- Felda, in das nächstjährige Ortsbudget eine fleine Summe für derartige Arbeiten einzustellen, deren eventueller Ertrag ja doch auf Generationen, die ganzen Ortschaften beglücken könnte. Der Vortrag des haftem Beifall aufgenommen und einstimmig herrschte die Ansicht, daß derselbe ein zweites Thema in nächster Vortragszeit hier halten möge. Diesem Wunsche entsprachen auch die Worte des Gewerbevereins- Vorsitzenden Joh. Hch. Völzing und wurde durch Erheben von den Sißen den Herren Rednern der Dank der Gesellschaft ausgesprochen. bezüglich Ueberzahlen habe. Die Janung nahm an, daß im vorliegenden Herrn Oberbergrats Prof. Chelius wurde allseitig mit leb= agegen waren, fenden für eine ng einer Gau hob in treffender ** Besitzwechsel. Herr Meßgermeister Trinkaus erwarb ** = * Hanau, 26. Jan. Der Brand in der Fabrik der Dunlop Pneumatic Tyre Co. hat einen Gesamtschaden von Cler Hinsicht hervor, gestern das am Seltersweg gelegene Besigtum des Herrn sich im Gau unter Georg Emil Seng für den Preis von 75 000 Marf. fönne, also Puntte, Wirtschaft und Mezgerei werden unverändert weiter geführt. 80 000 Mart verursacht. annte das voll und verursachte wüster Lärm in der Sonnenstraße einen Menschenehen einer solchen Ogen, der sich aber j. Blutige Keilerei. Gestern abend kurz vor 12 Uhr der Wirtschaft Vogt war aus uns unbekannten Gründen ** Wiesbaden, 26. Jan. Dem evangelischen Nassauischen Pfarrverein wurde nunmehr auch vom Oberverwaltungsgericht da der Verein ein polit scher Verein ſei. ** Mainz, 26. Jan. Ter bisherige Vertreter von Mainz im Reichstage, Rechtsanwalt Dr. Schmitt( Zentrum) wird wegen Arbeitsüberhäufung eine Kandidatur für den Reichstag nicht wieder annehmen. Schmitt ist auch Landtagsabgeordneter und Stadtverordneter. uth Bad Nauheim auflauf, dem auch triftige Gründe zu Grunde lagen. In in Berlin die Aufnahme in das Vereinsregister verweigert, uvertreter wie von Streit entstanden, in dessen Verlaufe ein start angetrunkener ber der bereits er Mann an die Luft gesezt wurde. Aufgebracht darüber, Bscheid ward, daß machte er seinem Herzen in nicht gerade liebenswürdigen ristieren habe. Die Ausbrücken Luft, dem das Zertrümmern einer Scheibe der die Art der gegen fensterscheib n erfuhren ein gleiches Schicksal wie die der e und man trennte Billardstock auf den Expedierten und versette ihm unter Gau- Ausschuß mit nheit zu verhandeln. anfche auf fröhliches infahrt in Lollar. Eingangsihür folgte. Der Wirt schimp'te, die Parterre** Mainz, 26. Jan. Die Jbie des diesjährigen Thür. In seiner Wut stürzte Vogt mit einem durchgebrochenen Karneval zuges soll der„ Zug der Zeit" sein. ** Kassel, 23. Jan. Die Hessische Post" macht Assistenz eines Gastes zwei wuchtige Hiebe über den Kopf, darauf aufmerksam, daß jezt 25 Jahre verflossen sind, seitdem sodaß der Betroffene nach einigen Schritten blutüberströmt unser Kaiser sein Abiturienteneramen am biesigen Gymnasium zusammenbrach. Der Verlezte taumelte stark blutend und gemacht hat.„ Prinz Wilhelm", heißt es in dem Prüfungsin ehrenvoller Weise." Er erhielt auch eine Denkmünze, über die er sich herzlich freute, indem er hinzufügte:„ Ich weiß nämlich, daß ich sie verdient habe. Ich habe redlich gethan, was in meinen Kräften stand." Marktbericht. Gießen. 27. Jan. Aus dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Bfb. 0.80-0.90 Mt. Sibnereier 1 St. 7-9 Pfg., Enteneier St. -00 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbien ver Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar T. 0.70-1.00, Hübner per Stild Mt 1.00-140, Hahnen, per Stud Mt. 80,0-2.50, Enten per Stüd 2.00-2.50, Ganie v Bsd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg, Rindfleisch per Bfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Bf. 70-80 Biq. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.84 Bfq., Ralbfleisch per Pfd. 66-72 Bfa., Hammelfleisch per Pfd. 50-70 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo 0.00-6.50 mt., Zwiebeln per 3t. mf. 5.00-6.00, Wilch per Liter 18 Pfg. Holzversteigerungen und Holzverkäufe. Montag, den 26. Januar, werden im Distrikte Struth des Bußbacher Stadtwaldes diverse Holzsorten versteigert. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr an der Einmündung des BuzbachEspaer Weges in die Kreisstraße beim Exerzierplag. Montag, den 26. Jasuar, vormittags halb 10 Uhr sollen im Distrikt Niedwald der Fürst 1. Oberförsterei Lich. Zusammenfunft dort, wo der Fußpfad von Lich nach Harbach die sogen. alte Laubacherstraße kreuzt. Montag, den 26. Jannar bei Freienseen im Distrikt Kreuzseenerberg und aus dem Distrift Imsenhau. Zusammenkunft: vormittags halb 10 Uhr bei der Löbsacksmühle( Freienseen). Das Holz im Imsenhau kommt gegen 2 Uhr nachmittags auf der Schreinersmühle zum Ausgebot. Montag. den 26. Januar, vormittags 9 Uh beginnend werden in dem Saale bei Gastwirt Müller in Bernsfeld aus den Distrikten Pfingstweide, Brühl und Müllerberg der Forst wartei Bernsfeld Nuß- und Brennhölzer versteigert. Nähere Auskunft erteilt der Großh. Förster Schaaf zu Bernsfeld. Dienstag, den 27. Januar, vorm. halb 10 Uhr im Dist cift onze bühl der Fürstl. Oberförsterei Lich( an der Chausse Lich- Gießen) Nuz und Brennholzversteigerung. Treffpunkt auf der Chaussee Lch- Gießen beim Teichdamm. Mittwoch, den 28. Januar, vormittags halb 10 Uhr beginnend, sollen im Licher Stadtwald, Bezirk Hinterwald, Distrift Unter- und Oberspeierlingsfopf, Maurerfaeperstopf und Eisenfaute, Nuzzund Bauhölzer versteigert werden. Zusammenfunft am Pflanzgarten. Die Buchenstämme werden um 1 Uhr versteigert. Donnerstag, den 29. Januar voru ttags halb 10 beginnend, sollen im Bezirk Vorderwald, Distrikt Maurerfasprst opf, Fichtenfi pf, R hträntsberg verschiedene Hölzer versteigert werden. 8usammenkunft auf der Kreisstraße Lich Hattenrod, am Pflan garten. Bemerkt wird, daß samtliches Holz an und nahe chaussierten Wegen liegt und gutabzufahren ist. - - Donnerstag, den 29. Januar 1903, werden aus den Distrikten Hoheroth, Azenboden, Lindenstruth, Beunewald, Burgwald, Gänsheege der Forstwartei Merlau Hölzer versteigert. Borgezeigt werden die Kiefern und Fichten im Distrikt Hoheroth, sowie die Eichen und Birken im Distrikt Gänsheege, das übrige Holz ist vorher einzusehen. Die Bahnstation Mucke liegt 2-3 km. von den Holzschlägen entfernt. Zusammenfunft: vormittags 92 Uhr im Kirschgarten. Auskunft erteilt Forstwart Müller. Mücke. Freitag, den 30. Januar, vorm. 10 Uhr beginnend, sollen in den Distrikten Heide und Badenburgerwäldchen diverse Holzsorten versteigert werden. Bemerkt wird, daß zuerst das Holz im Distrikt Heide zur Versteigerung tommt. Die Zusammenfunft ist im Distrikt Heide an der Straße nach Daubringen. Drud und Verlag der Gießener Verlagsdruderei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1783) für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Todesanzeige. Freunden und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung, dass gestern, am Montag Mittag 1 Uhr unsere liebe Mutter, Grossmutter und Urgrossmutter Frau Katharine Waldschmidt geb. Schmidt im Alter von 80 Jahren sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten die trauernd Hinterbliebenen Giessen, Grünberg, Ruttershausen, 27. Jan.1903. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, vormittags 11 Uhr vom Trauerhause, Kaplaneigasse 7 aus statt. Gießener Zither Club. Gesellenprüfung. ( Wohlthätigkeitsverein). Sonntag, den 1. Februar 1903: I Grosser Maskenball mit großartigen Gruppen- Aufführungen im Café Leib. Die diesjährigen Gesellenprüfungen finden in den Monaten März und April statt. Kartoffeln, prima magnum bonum ( Wetterauer Ware) hat preiswert abzugeben Prima gelbe Mäuschen- Salatkartoffeln. J. Weisel, Sonnenftrafe Telephon Nr. 235. faufen. Neuenweg 2 Geflügelhof M. Becker, Weidenau- Sieg An derselben können alle jungen Handwerker aus den Orten: Gießen, Heuchelheim, Wieſed, Alten- Ein Dampferzeuger, Buseck, Großen- Buseck, Beuern, Hausen, Burk hardsfelden, Wagenborn- Steinberg, Leihgestern, mit Kohlenfeuerung, billig zu ver Langgöns, Großen Linden, Trohe, Rödgen, Annerod, Garbenteich, Klein- Linden teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist, Eintrittskarten im Vorverkauf für Herren 1 Mt., für Damen 40 Pfg. Geheim- und für welche kein Innungs- Prüfungsausschuß besteht. farten giltig bis zur Demastirung 50 Pfg. An der Abendkasse Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benugung beste u. bill. Bezugsquelle für Herrenfarten 1.20 Mf., Damenkarten 50 Pig., Gallerie 20 Pfennig. des vorgeschriebenen Formulars( bei dem Unterzeichneten Zucht- und Legehühner etc. Verkaufsstellen: Herrenkarten befinden sich bei den Herrn: C. Schneider, Gigarrenhandt. erhältlich) bis zum 1. März a. c. an den unterzeichneten Prachtkatalog gratis und postfrei Marktplaz: Daniel Heil, Lindenplay; bei den Friſeuren Aff, Neuenbäue Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr beträgt 3 Mr. Kuhl, Wallthorstraße; Wahl, Neustadt; Tiſchy, Seltersweg; Louis del, und ist mit der Anmeldung an den Unterzeichneten einNeustadt; für Damenkarten bei den Herren: Fr. Teivel, Marktplay; Alexander Salomon, Schulftr.; Geheimkarten in der Cigarrenhandl. Strauß, Mäusburg. zusenden. Anfang Abends 8 Uhr und 11 Sekunden. zu recht zahlreichem Besuche labet ergebenst ein - Der Vorstand. Markt 16. Friedrich Teipel Markt 16. CREA empfiehlt Unterzenge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Sehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin stets großes Lager in allen Größen und Breislagen unterhalte. Pof. Dr. Jaegers Dormal- Tricotwäsche. Heyges zweiseitige Unterzenge, oben Wolle unten Baumwolle. 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