r. 251 bonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., ta's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, bft- und Wartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Montag, den 26. Oftober 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Betitzelle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfa. fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 refp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechanfchlak Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Eine vaterländifche Arbeiterbewegung. ( Von unserem CB.- Mitarbeiter.) Heute wird in Frankfurt a. M., der Stadt, wo einst die Nationalversammlung tagte und der Friede mit Frankcich geschlossen wurde, der erste deutsche vaterländische Arbeiterfongreß abgehalten. Schon allein diese Tatjache, daß nach jahrelangen Vorarbeiten und unsäglichen Zährnissen nun doch ein solcher Kongreß möglich geworden ist, beansprucht die Aufmerksamkeit des gesamten deutschen Volfes im höchsten Grade. Miquel war wohl der erste, der es mit dem Gedanken der Sammlungs"-Politik ernst nahm. Doch mußte es damals bei der Theorie bleiben, weil die Zerklüftung der Parteien eine zu tiefe war, und die gegenseitige Verbitterung Rompromisse nicht zuließ. Inzwischen haben neuerdings die Weichstagswahlen eine Wirkung auch auf indifferente Gemüter ausgeübt. Das kolossale Anwachsen der sozialdemoFratischen Mandate ist eine so eindringliche Lehre gewesen, daß man ganz von selbst wieder auf Gedanken zurückkam, Die feinerzeit wenig freundlich ad acta gelegt wurden. Dieser Arbeiterkongreß ist die Verförperung eines solchen Gedankens. Wenn auch das Wort„ nichtsozialdemokratisch" peinlich vermieden wurde und besonders betont wird, daß micht eine gemeinsame Abwehr aus dem Bedürfnis heraus 3wed und Ursache dieses Kongresses sei, daß er vielmehr eine gemeinsame Aktion aus eigener Kraft darstellen solle—, ſo ist do ch aus allem unschwer zu erkennen, daß hier eine Blüte Miguelschen Geistes reifende Frucht trug. In einer machtwollen Kundgebung, so heißt es im Aufruf, soll bewiesen werden, daß hunderttausende organisierte deutsche Arbeiter and Gehilfen, die treu zu Kaiser und Reich, zu Fürst und Vaterland stehen, in geschlossener Einheit sich zusammenfinden". Mehr als zwanzig Verbände entienden ihre Verfreter; beide christliche Konfessionen, Nord und Süd gehen Hand in Hand. Sie verförpern die stattliche Zahl von 600 000 Mitgliedern, eine Ziffer, die sich gegen die 733 000, welche die sozialdemokratischen sogenannten freien Gewerkfchaften ins Feld führen, wirklich nicht so verschwindend ausnimmt. Drei Gegenstände sollen zur Beratung stehen. Der erste behandelt das Koalitionsrecht, von dem gesagt wird, daß es die Vorbedingung für die gedeihliche Entwickelung der Arbeiterbewegung und der Sozialreform sei, sofern seine Ausübung sich in den Schranken des christlichen Sittengesetzes, des gemeinen Rechts und der öffentlichen Wohlfahrt bewege. Weiterhin wird die Verleihung der RechtsfähigTeit an die Berufsvereine verlangt und drittens endlich die möglichst baldige Einführung von Arbeitskammern. Ein Programm, das jeder gut national gesinnte Mann mit Freude unterschreiben kann und das die Hauptforderungen der organisierten Arbeiterschaft in sich schließt, ohne für Gytravaganzen freilich Platz zu lassen. Wenn wir die Geschichte der Nationen überschauen, werden wir immer finden, daß die befreienden Taten stets im Schoße des Volkes geboren wurden, daß sie spontanen Regungen entsprangen, die aus der Tiefe ungeſtüm ans Licht drängten. Es ist keine Zufälligkeit, daß sich kurz nach den denkwürdigen Wahlen dieses Sommers ein fast unwillkürlicher Zusammenschluß im einzelnen recht verschiedener Elemente vollzog, daß das Volk aus sich heraus eine Bewegung gebar, die berufen ist, den antinationalen Strömungen wirfsam entgegen zu treten. Die gesunde Kraft, die bei uns mfgespeichert liegt, ringt sich immer von selbst wieder durch, benn vaterländische Gefahren heraufziehen. Wir haben erst in diesen Tagen von vertraulichen Konferenzen nationaler Männer der verschiedensten Parteien und Berufe gehört, die in Halle stattfanden und in der Hauptstadt des Reiches ihre Fortsetzung finden sollen. Auch da steht offenbar das gleiche thema zur Beratung. Bürgertum und Arbeiterschaft, die festesten Stützen von Thron und Altar, wenn patriotischer Geist durch ihre Reihen geht, schließen sich zusammen zu gemeinsamer sozialer Arbeit. Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet, wächst sich der Frankfurter Kongreß zu einem Erignis aus, das aufrichtige Freude bei allen erwecken muß, denen des Vaterlandes Wohlfahrt aufrichtig am Herzen liegt. Drei Hohenzollerndenkmäler. Küstrin, 24. Oktober. Einen dreifachen Dankeszoll hat unsere alte WendenStadt am Zusammenfluß der Oder und Warthe heut entrichtet: Drei Denkmäler, von der Professoren Schaper und Janensch Meisterhand geschaffen, zu Ehren dreier Hohen30 lern, deren Namen mit dem Geschick Küstrins eng verEn üpft sind, wurden im Beisein des Kaisers enthüllt. Das erste gilt dem Markgrafen Johann von Küstrin( † 1571), der den strategischen Wert des Plates erkannte und den Grund legte zu der hohen Bedeutung, die Küstrin als Waffenplag ersten Ranges besitzt. Den scharfen Blick seines Vorfahren zu rühmen, bot dann später düstrin als sicheres Asyl gegen die anbrandende Flut der schwedischen Reiter dem zeiten der heut Gefeierten, dem Kurprinzen Friedrich Bilhelm, Gelegenheit, der auch später als Kurfürst Küstrin offt als Stübpunkt für seine glorreichen Kriegsoperationen benußte, die ihm in der Geschichte den Ehrennamen des Großen erwarben. Das Denkmal stellt ihn als jugendlichen Prinzen dar, von einer mächtigen Dogge begleitet. Ein Jugenddenkmal ehrt auch den dritten im Kranze, den großen Friedrich, der hinter Küstrins Mauern nach seinem bekannten Fluchtversuch interniert wurde. Aus einem Fenster der Festung mußte er dem blutigen Ende seines Freundes und Mitverschworenen Katte zusehen. Im siebenjährigen Kriege benutzte auch der große Friedrich ebenso wie der große Kurfürst die starke Feſte wiederholt als Stützpunkt. Der Platz vor der Schloßkaserne, auf dem das Denkmal des Markgrafen Johann steht, bildete den Hauptschauplatz der heutigen Feierlichkeiten. Vom rollenden Donner der Geschüze begrüßt, von einer gewaltigen Menschenmenge aus Küstrin und der Provinz jubelnd empfangen, war der Kaiser in seine getreue Stadt eingezogen. Am Denfmal seines Borfahren überbrachte ihm Bürgermeister Securius die huldigung und den Ehrentrunk der Stadt. Dann folgte der Reihe nach die Enthüllung und Besichtigung der übrigen Denkmäler im inneren Schloßhof und endlich, vor dem Abschied, ein Gang in die Gruft der Marienkirche, wo der Raiser am Sarkophage des Markgrafen ein stummes Gebet berrichtete. Dann trat er, auf dem Wege zum Bahnhof stürmisch von der Menge begrüßt, die Rückreise nach Berlin an. Ein Ultimatum an die Türkei! Die mazedonische Frage ist in ein neues Stadium getreten: Desterreich- Ungarn und Rußland haben an die Pforte eine neue Note gerichtet, die eine Art Ultimatum darstellt. In dieser Note werden neue Forderungen wegen der Durchführung der Reformen in Mazedonien erhoben. Zu gleich bezeichnet die Note diese Forderung als„ unwiderruflich", d. h. als solche, auf deren Annahme durch die Türkei beide Mächte unter allen Umständen bestehen wollen. Ferner setzt sie der Pforte eine Frist zur Annahme dieser Forderungen. Was geschehen soll, falls die Pforte diese Frist nicht innehält oder die Annahme der Forderungen überhaupt ablehnt, wird in der Note nicht gesagt. Man kann sich aber an den Fingern abzählen, daß für diesen Fall beide Mächte zu einem energischen Vorgehen entschlossen sind, und es wäre leicht möglich, daß das den Anfang einer euro= päischen Intervention in der mazedo= nischen Angelegenheit bedeutete. Die neuen Reformforderungen der Mächte in ihrer Bedeutung zu beurteilen, ist zur Zeit noch nicht möglich, da über den Inhalt der Note einstweilen nur sehr allgemeine Mitteilungen laut werden. Bestimmtes über den Inhalt der Note ist nicht bekannt; was darüber mitgeteilt wird, sind lediglich Vermutungen. Nach einer Meldung wird 3. B. in der Note die Bildung einer internationalen Kommission gefordert, nach einer anderen trifft das nicht zu, dagegen werde, so wird versichert, die Zerlegung Mazedoniens in acht Bezirke mit Berücksichtigung der verschiedenen Nationalitäten der Bevölkerung verlangt. Bei der Unsicherheit dieser Meldungen hat es keinen Zweck, sie zu diskutieren. Die Bedeutung der Note und ihrer Forderungen für die Herstellung der Ruhe am Balkan läßt sich, wie gesagt, unter diesen Umständen vorderhand nicht abschätzen. Auch die Bedeutung, die die Note als Ultimatum" zu bean= spruchen hat, hängt ganz und gar davon ab, wie lang die Frist bemessen ist, die dem Sultan zur Annahme der neuen Forderungen gestellt wird. Jedenfalls ist das Eine wohl so gut wie sicher, daß Abdul Hamid sich solange als irgend möglich mit Händen und Füßen gegen die Annahme dieser neuen Forderungen sperren wird. Der Padischah ist übrigens ein anschlägiger Kopf; er hat gegen diesen neuesten russisch- österreichischen Schachzug einen feinen Gegenzug getan, auch dadurch ausgezeichnet, daß es geeignet ist, die Einigkeit Rußlands und Desterreichs der Türkei gegenüber in die Brüche gehen zu lassen. Abdul Hamid beabsichtigt nämlich, die aus Frankreich ausgewiesenen Kongregationen nach der europäischen Türkei zu ziehen. Er hat ihnen große Erleichterungen für die Ansiedlung und insbesondere Terrainkonzessionen in Aussicht stellen lassen. Dabei geht der Sultan von der Erwartung aus, die römisch- katholischen Ordenspriester würden Schulen und Wohltätigkeitsanstalten errich= ten und so imstande sein, den Einfluß der griechisch- katholischen Geistlichkeit, die auf Seiten der Mazedonier steht und der auch Rußland größtenteils seinen Einfluß verdankt, zu untergraben. Selbstverständlich würde sich dadurch der Einfluß Desterreich- Ungarns am Balkan erheblich verstärken. Und das hätte zur Folge, daß die mit Mühe darniedergehaltene Rivalität Rußlands und Desterreichs wieder hell auflodern müßte, zum Vorteil der Türkei als des lachenden Dritten. Die Frage ist nur, ob Rußland nicht imstande sein wird, die Ansiedlung römisch- katholischer Orden in der Türkei zu hintertreiben. Versuchen wird es das jedenfalls. Aber schon dieser Versuch kann die Einigkeit zwischen Rußland und Desterreich sprengen. Die Politik. Zur Konferenz der Finanzminister der größeren Bundesstaaten wird von amtlicher Seite mitgeteilt, die Beratung habe ausschließlich der Erörterung über die Finanzierung des Reichshaushaltsetats für 1904, sowie über Anregungen zur Abstellung von Mängeln, die sich in den zur Zeit geltenden finanzgefeßlichen Bestimmmungen des Reichs bemerklich gemacht haben, gegolten. Größere Steuervorlagen seien nicht Gegenstand der Beratung gewesen. Dem vorbereitenden Charakter der Verhandlungen entsprechend hätten förmliche Beschlüsse nicht gefaßt werden können, und es lasse sich zur Zeit nicht mitteilen, in welcher Richtung sich die Ergebnisse dieser Ministerkonferenz bewegen werden. Das deckt sich mit dem, was wir vor einigen Tagen ausgeführt haben. An größere Steuern ist zur Zeit nicht zu denken, nachdem, wie wir schon betonten, Bayern und Preußen sich gegen die Bier- und die Tabaksteuer erklärt haben. Daß die Reichsfinanzresorin Gegenstand der Beratungen gewesen ist, ohne daß man zu bestimmten Beschlüssen gekommen ist, geht aus den obigen Darlegungen hervor. Zum Nachfolger des zurückgetretenen Oberprästdenten Frhrn.». Richthofen ist, wie unser CB.- Mitarbeiter aus guter Quelle hört, ein zur ständigen Umgebung des Kaisers zählender ostvreußischer Edelmann in Aussicht genonunen. Im bayerisches Landtage sah sich Ministerpräsident Frhr. v. Podewils abermals veranlaßt, auf den Sturz des Grafen Crailsheim zurückzukommen. Er verwahrte sich ganz entschieden gegen eine Menge Ausdrücke und Verdächtigungen, die in der Parteidebatte zutage getreten waren und erklärte neuerdings, daß er sich durch das Parteigetriebe nicht irre machen lassen werde, sondern nichts anderes tun werde als seine Pflicht. Tatkräftig unterstützt wurde Herr v. Podewils durch seine Ministerkollegen Frhr. v. Feilitsch und Wehner, die auch ihrerseits auf die schweren Nachteile hinwiesen, die durch die konfessionellen Parlamentskämpfe, an denen das Volk keinen Anteil nehme, dem Lande zugefügt würden. Die lezte Sigung der Zuckerkommission in Brüssel eröffnete die Aussicht, daß nachträglich auch Rußland für die Konvention gewonnen werden wird. Zu diesem Zwecke hat man die ursprüngliche Grundlage der Besprechungen beträchtlich erweitert. O Die ungarische Krisis ist dauernd höchst ernst. Kaiser Franz Josef hält an seinem Standpunkt unverbrüchlich fest und will keinerlei Ronzessionen mehr machen. Neuerdings ist abermals der starke Mann", Graf Tisza, in die Hofburg berufen, was als Symptom für die strengen Absichten des Monarchen aufgepaßt werden kann. Die guten Italiener haben es in Desterreich wirklich schlecht. Im istrischen Landtage ist es zu sehr lär menden Auftritten gekommen, und es hätte nicht viel gefehlt, so wäre die slavische Minderheit über die italienische Mehrheit hergefallen. In Bozen hat man dem Präsidenten des Kreisgerichts, Baron Bingeleben eine große Kazenmusik gebracht, weil unter seinem Vorsitz eine Verhandlung in italienischer Sprache stattgefunden hatte. Dieser lette Fall ist allerdings seltsam, da Bingeleben selbst Desterreicher ist. Der König von Italien hat nunmehr Giolitti mit der Nenbildung des italienischen Ministeriums betraut. Dieser soll die Absicht haben, sein Kabinett auf Grundlage der alten Majorität aufzubauen, aber auch einige radikale Deputierte gemäßigterer Gesinnung hineinzuziehen. Der Kriegsminister Ottolenghi und der Marineminister Morin werden vermutlich bleiben. Für das Innere bemüht sich Giolitti, Viskonti Venosta zu gewinnen. Für das Schazamt wird an den bekannten Theoretiker Luzzati gedacht. Jedenfalls dürfen der Kabinettsbildung kaum Schwierigkeiten entstehen. Neulich hieß es, im Gegensatz zu seinem Vorgänger Leo sei Papst Pius IX. bereit, den Präsidenten Loubet bei dessen Besuch in Rom zu empfangen. Jetzt verlautet aus Rom, Papst Pius wolle auch Frau Loubet, die als eifrige Katholikin bekannt ist, in Audienz empfangen, allerdings nur in privater Audienz, da Frau Loubet nach der franzöſiſchen Verfassung keine offizielle Persönlichkeit ist. Recht sehr kompromittierend für die ferbischen Königsmörder verläuft ein Prozeß gegen zwei Belgrader Hofbedienstete, die beschuldigt werden, in der Mordnacht Schmucksachen des Königspaares gestohlen zu haben. Nach den bisherigen verschiedentlichen Aussagen wären diese Schmucksachen seinerzeit von den Königsmördern im Garten des alten Konaks vergraben worden, wo ihn die beiden Diener durch Zufall fanden. Die ostentativ festgehaltene Behauptung der Offiziere, die Leichen weder verstümmelt noch beraubt zu haben, wird in ein eigentümliches Licht gerückt durch die Tatsache, daß ein Teil des Schmuckes der Getöteten gefehlt hat und daß in einem aufgefundenen Ringe des Königs der start verweste Teil eines Fingers steckte. ( er für einen nejen Benehmen voraben mochte, unterrichtet worden vollständig geändert und behandelte inte aljo den übrigen in den Salon und gab einer ausgezeichneten Artigkeit. fich Miihe, Magnus den Unnut, den er dennoch nicht bannen konnte, fo gut als möglich zu berbergen. zügliche Stimme, ich hoffe, er wird uns Lord Archibald," sagte Mistreß Johnston, hat eine vorTassen!" auch etwas hören ich nur zu gehorchen!" „ Nach Miß Ellen?" sagte Archibald. Vermessenheit! Doch wenn die Damen es befehlen, so habe Das ist fast eine Ich bin start fagte fie, uno perr Weg zu machen," zu unterdrücken, mir seinen Arm geben will, so ist das der Stütze genug mening, den furzen Magnus preßte die Lippen aufeinander, um den Jubelder aus seiner Brust hervorbrechen gham, mein treuer Führer, moto ruf für mich." zu richten, Stuhl mit mächtiger und ihr wie sonst, häufig der daß seine Worte nur ihr verständlich waren. fie faum die Bewegung verspürte, weit vorausschiebend, so Mistreß Johnston war wenig erbaut von diesem Spior Soch so leise und zart, daß Der Kampf um das Majorat. Kindesunterschiebungs- Prozeß Wensierski- Kwilecki. - Heute begann vor dem Berliner Schwurgericht der große Sensationsprozeß des polnischen Grafenpaares WensierskiKwilecki, dessen Vorgeschichte nun schon seit Monaten die dortige Gesellschaft in höchster Spannung hält. Eintrittskarten zu dem Verhandlungssaal waren nur mit größter Mühe zu haben und seit Wochen vergriffen. Ist doch auch die Angelegenheit, um die es sich handelt, so romantischer Natur, daß sie jedem Kolportageroman als fesselndes Substrat dienen könnte. Die Auflage prinz gegen seine frühere Gemahlin versöhnliche Gefühle. Sie habe ihn in einem Schreiben in den rührendsten Ausdrücken gebeten, ihr zu gestatten, zu Weihnachten zum Besuch ihrer Kinder nach Dresden zu kommen. Der Brief soll auf den Kronprinzen großen Eindruck gemacht haben. behauptet, daß die Gräfin Isabella Wensierski- Kwilecka vor sechs Jahren sich des Verbrechens der Kindesunterschiebung schuldig gemacht habe. Der Beihilfe dazu sind angeklagt ihr Gatte, der Majoratsherr Graf 3bingniew Wensierski- Kwilecki auf Wroblewo, die Hebamme Ossowska aus Warschau, die Kammerfrau der Gräfin, Frau Chwialkowska aus Troppau, und deren Mutter, die Dienstfrau Knoska aus Wroblewo. Diese letzteren alle sind außerdem des wissentlichen Meineides angeklagt, zu dem sie die Gräfin verleitet haben soll. Die Tat soll begangen worden sein, um das in Besitz des Mitangeklagten Grafen Kwilecki befindliche Majorat Wroblewo im Kreise Samter in Posen der Familie desselben zu erhalten. Diese besteht zur Zeit aus drei Töchtern und dem angeblich unterschobenen Sohne, bei dessen Nichtvorhandensein das Majorat nach dem Tode des Grafen an das Mitglied des preußischen Herrenhauses Grafen Mirislam Awilecti, bezw. dessen Sohn, den Reichstagsabgeordneten Grafen Hektor Kwilecki gefallen sein würde. Das Majorat ist 18 000 Morgen groß und hat einen jährlichen Nugungswert von 60 000 Mart." Die Unterschiebung Die kluge Fran". In Rogowo wurde die achtzigjährige Ortsarme Lamunski, die als„ kluge Frau" in hohem Ansehen bei der Bevölkerung stand, verhaftet, weil sie durch einen Aderlaß eine rüstige Frau ums Leben brachte. Die „ Kluge Frau" kurierte schon seit langen Jahren. Meistens wurde sie von armen Leuten in Anspruch genommen. Es fam sogar häufig vor, daß man sie mit Gespann über Land holte. Zu der Drebkauer Bürgermeisteraffaire erläßt der Stadtsekretär Schimanowski aus Könnern folgende Erklärung: Die durch die Zeitungen gebrachten Mitteilungen, daß ich stellenlos sei, meine Zeugnisse gefälscht hätte, und ferner, daß eine strafrechtliche Untersuchung wegen Urkundenfälschung gegen mich eingeleitet sei, sind sämtlich erfunden. Ich habe bereits die erforderlichen Schritte getan, um den Urheber dieser Behauptung zu ermitteln und seine Beſtrafung zu erwirken.“ soll in folgender Weise vor sich gegangen sein: Während der mitangeklagte Graf, angeblich wegen Kränklichkeit, im Süden weilte, reiste die Gräfin am 25. Januar 1897 nach Berlin, um hier ihre nahe bevorstehende Niederkunft, die mit Rücksicht auf ihr damaliges Alter von 51 Jahren als eine voraussichtlich sehr schwierige bezeichnet worden war, in nächster Nähe der ersten Geburtshelfer zu erwarten. Sie mietete also in dem Hause Kaiserin Augustastraße Nr. 74, dem vornehmsten Teile des Berliner Tiergartenviertels, eine große Wohnung, die auf das prächtigste ausgestattet wurde. Dienerschaft wurde jedoch nicht aufgenommen, da die Gräfin bereits die Mitangeklagten Chwialkowska und Knoska, sowie die Hebamme Ossowska von Wroblewo mitgebracht hatte. Zwei Tage nach ihrem Einzuge kam die Gräfin dann in Gegenwart dieser drei Personen, die kein Wort Deutsch können und aus diesem Grunde den übrigen Hausbewohnern von dem freudigen Ereignisse keine Mitteilung gemacht haben wollen, nieder. Die wirkliche Mutter Bestellungen auf die Giessener Neueste Nachrichten † Ein schändliches Sittlichkeitsverbrechen wurde an der jungen Frau des Lehrers H. aus Tiege verübt. Ein Strolch überfiel den Lehrer, während er mit seiner Frau und seiner Mutter abends über Feld nach Hause zurückkehrte, und betäubte ihn durch einen heftigen Schlag. Dann stürzte er sich auf die junge Frau, knebelte sie, schleppte sie ins Feld und vergewaltigte sie. Als die Hilfe, die die Mutter des Lehrers aus dem Dorfe herbeigeholt hatte, ankam, war der Verbrecher verschwunden. Ein anderer Sittlichkeitsverbrecher kam nicht so leichten Kaufes davon. In einem Wäldchen bei Heidelberg versuchte ein Maurer eine russische Studentin zu vergewaltigen. Auf deren Hilferuf eilten ihre beiden Freundinnen, die nur ein Stück voraufgegangen waren, herbei und gingen dem Verbrecher mit Dolchen zu Leibe. Der Schandbube wurde verhaftet. für die Monate November Dezember Shre Nachfolg Die bas Amt 1898 berwalt übernahm. 1897 von Gnauth über im Jahre 190 werden von allen Bostämtern, Zeitungsboten und der Ge. schäftsstelle unseres Blattes entgegengenommen. Verhafteter Falschmünzer. Der Falschmünzer Gelhaus, der, wie erinnerlich, aus der Irrenstation der Berliner Charitee entwichen war, wurde jezt in Neisse festgenommen. Zwei in seiner Begleitung befindliche Komplizen sind leider entwischt. Auch Gelhaus suchte sich den Händen des ihn verhaftenden Polizeibeamten zu entwinden, was ihm jedoch nicht gelang. Der Verhaftete hatte auf dem Neisser Jahrmarkt bei einer großen Zahl von Geschäftsleuten falsche Zweimarkstücke abgesetzt. Die Falsifikate weisen die Jahreszahl 1903 und das Münzzeichen A auf; sie fühlen sich fettig an, sind klanglos und im Gewicht leichter als die echten. soll nach den Ermittelungen der Berliner Kriminalpolizei die Bahnwärterstochter Karoline Pareta in Zwierzine sein, welche am 25. Januar 1897, also an demselben Tage, an dem die angeklagte Gräfin von Wroblewo nach Berlin gefahren war, einen Knaben geboren und diesen gegen eine einmalige Entschädigung von 100 Gulden an die inzwischen verstorbene Hebamme Barberina Cewell in Warschau abgetreten hatte. Die Pareza, die inzwischen den Bahnwärter Mojer in Lippina geheiratet hat, stellte Nachforschungen nach ihrem Kinde an, da ihr Mann es adoptieren wollte. Die Ermittelungen ergaben, daß der Knabe von der Hebamme Cewell wieder weitergegeben worden war, und zwar an eine unbekannte Dame, welche schon vor der Entbindung der Pareza bei dieser einmal erschienen war und sich nach dem Datum der voraussichtlichen Niederkunft des Mädchens erfundigt hatte. Als diese Unbekannte entpuppte sich schließlich eine früher in Diensten der angeklagten Gräfin gestandene Russin. Die Angelegenheit hat bereits das Posener Landgericht in einem Zivilprozeß beschäftigt. Die nächstberechtigten Grafen Awilecki von der älteren Linie wurden darin verurteilt, die Legitimität des Knaben anzuerkennen. Die Gräfin Kwilecka erschien damals mit ihrem angeblichen Sohn auf dem Arm im Gerichtssaal. In jenem Prozeß sollen die Meineide geschworen sein, die zur Anklage stehen. Man rechnet, da 200 Zeugen und eine Menge Sachverständige geladen sind, auf eine Prozeßdauer von mindestens zwei Wochen. Nab und Fern. Die Expedition. Lokales. Gießen, 26. Oftober 1930. Landrichter Bühner ha große Berbienf bolle 19 Jahr Wegzug bon es, indem sie d Gebäuden get nächst zwei R Rammern im Thauses auf d obere Stod geräumt; end ber Stadtina Shulhaus a Die Spar regelmäßig i fpäter von 40 mäßigen 8mi Das Schulgel um namentli hindern, daß I foften in der ▷ Der Großherzog empfing am 24. Oktober u. a. den Oberlandesgerichtssekretär Justizrat Mayer, den Ober amtsrichter Kolb und den Steuerkontrolleur Regierungsassessor Krag von Lauterbach. ** Der Großherzog hat am 14. Oktober d. J. den Großh. Geheimen Oberforstrat i. P. Ludwig Frey auf sein Nachsuchen von der Stelle eines Mitgliedes der Prüfungs. kommission für das Finanz- und technische Fach zu entheben und den Großh. Geheimen Oberforstrat Dr. Walther zum Mitglied der Prüfungskommission für das Finanz- und technische Fach zu ernennen. Eine Stadt in der Gewalt von Räubern. Die amerikanischen Ritter von der Landstraße sorgen jetzt wieder fast täglich für neue, überraschende und aufregende Notizen in den Zeitungsspalten. Eine Räuberbande machte sich zwei Stunden lang zum völligen Herrn der Stadt Newburg im Staate Oregon. Die Räuber beabsichtigten, die Bank von Newburg aufzusprengen und zu plündern. Sie brachten wiederholt Dynamit im Bankgebäude zum Aufflammen; die Stahlgewölbe hielten jedoch den Angriffen stand. Nach dem dritten Versuch stiegen die Räuber wieder zu Pferde und ritten davon. Das Bankgebäude ist durch die Sprengbersuche arg mitgenommen worden. Ein Unfall des Kaisers in Rominten wird nachträglich bekannt. Bei der Pirsch im Forst Blindischen, wo der Kaiser seine Hauptbeute, einen starken Zwanzigender, zur Strecke brachte, erlebte der Monarch das Mißgeschick, bis zu den Hüften in ein brüchiges Moor einzusinken. Sobald der Kaiser von Rominten abgereist war, wurde ein 60 Mann starkes Kommando Pioniere unter Führung eines Offiziers bom Pionierbataillon Nr. 1 in Königsberg dorthin beordert, um das Moor zu entwässern. Aus dem Gerichtsfaal. ** Das Großh. Regierungsblatt, ausgegeben am 23. Oft. d. Is., enthält u. a. Verordnung, die Enteig nung von Gelände zum Bau einer Nebenbahn von Bußbach nach Lich. * In den beiden abgelaufenen Quartalen dieses Jahres hat der Großherzog an Schenkungen und Stift ungen eine Summe von 233 423 Mt. genehmigt. Davon tommen allein für kirchliche und religiöse Zwecke 169 411 Mt. Die katholische Kirche und deren Einrichtungen sind mit 74 469 Mt., die evangelische mit 63 890 Mf., und die israelitischen Religionsgemeinden mit 31 053 Mart bedacht. Für wohltätige und gemeinnüßige Zwecke sollen 55 000 Mt. verwendet werden. § Der betrügerische Justizrat. Großes Aufsehen erregte in Aachen die Verurteilung des ehemaligen Rechtsanwalts Justizrats Dr. Lambert Schmitz wegen Betruges. Der Gerichtshof erkannte gegen Sch., der einen armen Tagelöhner unter Vorspiegelung falscher Tatsachen um 3 Mark 65 Pfg. betrogen hatte, auf 30 Mark Geldstrafe. Von einer Gefängnisstrafe nahm der Gerichtshof Abstand, um dem Angeklagten Gelegenheit zu geben, sich wieder emporzuarbeiten. § Der„ märkische Hiesel", wie der gefährliche Einbrecher Franz Pfuhl genannt wird, der zur Zeit eine schwere Zuchthausstrafe wegen Raubes verbüßt, erhielt in Potsdam weitere fünf Jahre Zuchthaus wegen Mordanfalls auf den Geheimrat Isenbiehl in Wannsee, den er am 23. Juni 1900 gefährlich verwundete. Ein deutsches Pasteurinstitut. Eine Begegnung, die zwischen dem Direktor im Kultusministerium, Althoff, und dem Geheimrat v. Behring unmittelbar nach dem Kasseler Aerztetag stattgefunden hat, ist damals dahin gedeutet worden, daß eine Verstaatlichung des Behringschen RinderImmunisierungsverfahrens in Aussicht stehe. Die Vermutung traf nicht das richtige; an eine Verstaatlichung des genannten Verfahrens wird nicht gedacht. Dennoch war jene Konferenz von großer Bedeutung. Wie unser CB.- Mitarbeiter erfährt, ist die Errichtung eines deutschen Instituts Behring nach dem Muster des Pariser Instituts Pasteur von der Regierung in Aussicht genommen. Das neue Institut wird sich wissenschaftlichen Aufgaben aus dem Gebiet der Serumforschung in großem Umfang zu widmen haben; daneben aber wird es vor allen Dingen die kunstgerechte Herstellung von Seris aller Art nach Maßgabe des Bedarfs betreiben. Durch sein Inslebenrufen soll insbesondere auch die wichtige soziale Aufgabe gelöst werden, die Anwendung der in die ärztliche Praris eingeführten Sera, insbesondere des Diphtheritis- Heilserums, erheblich zu verbilligen. find regelmäß Ilöbliche Sitte night oft, gei Voltsbildung Sehr rasch e fie auch die Programm au Aurfe. Die Damen Möse Der Besuch de fftebens auf in ** Stadttheater Gießen. Morgen Dienstag findet die letzte Aufführung des hochinteressanten Engelschen Dramas„ Ueber den Wassern" statt. Die Rolle der Stine wird in dieser Vorstellung von Fräulein Margarethe Hohl gegeben. In der zweiten Voltsvorstellung am Mittwoch gelangen die drei Einakter der Eröffnungsvorstellung zur legten Aufführung. Da die Darstellung der klassischen Einafter„ Zerbrochener Krug"," Geschwister" und" Wallensteins Lager" wie bekannt bei der Eröffnungsvorstellung außer. ordentlich angesprochen hat, so ist aus weiteren Kreisen Bu spruch zu erwarten. Billets sind im Vorverkauf bereits jezt bei Herrn Challier zu haben. § Zwei Todesurteile fällte das Schwurgericht Landsberg a. W. gegen den Unterschweizer Klix und den Oberschweizer Schärer aus Lorenzdorf. Klix hatte auf Anstiften von Schärer die Wirtschafterin Burkart mit einem Rasiermesser ermordet. Die Frau des Oberschweizers wurde wegen Begünstigung zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Prinzessin Luise von Toskana und ihre Kinder. Von Brüssel aus wurde kürzlich das Gerücht verbreitet, daß die frühere Kronprinzessin von Sachsen vom König Georg die Erlaubnis erhalten habe, ihre Kinder zu besuchen. In Dresdener eingeweihten Kreisen heißt es dagegen allgemein, daß der König unerbittlich sei. Dagegen habe der Kron§ Eine Gewissensfrage. In große Verlegenheit wurde ein indischer Militärgerichtshof gebracht, der einen Soldaten zu 168 Stunden schwerer Arbeit verurteilt hatte, weil er im Zorn seinen Korporal, einen Brodrick" genannt hatte. Nach der Verurteilung fragte der Soldat den Gerichtshof, ob er bestraft sei, weil er den Staatssekretär Brodrick oder den Korporal beleidigt habe. Antwort: Stummes Schweigen. Brodrick, der gegenwärtige indische Staatssekretär, wurde bekanntlich wegen seiner Verwaltung des Kriegsamtes in der gesamten englischen Presse heftig angegriffen. I ftetig gestiegen Jahren 1878 Jahre 1083 fidh 38 zu Jabre 1888 1893 auf 22 rund 3500. arbeitslehreri waldsberg w Plan der Ar bringen. I Leitung der Aufsicht der erzielt. In Großherzog bon Battenbe im Programm I vom Winter Raufmännisc gerichtet. J Minifterium daß in Gem öffentlichen tommen dürf haben. Gine wurde nach Areissulini mehrere Vor ernannt. D beftem Grfo Möchte es Segenereich niglicher T und Beiste Großher * Au *** In Anwesenheit der Prinzessin Ludwig von Battenberg und zahlreicher Freunde und Gönner der Frauenbildung und Frauenerwerb wurde gestern Vor mittag 11 Uhr die nunmehr 25jährige Gründung des Gießener Altce Vereins durch feierlichen Akt festlich begangen. Gingeleitet wurde die" Feier durch den 3stimmigen Frauenhor, Laudate puri", gesungen vom Akadem. Gesangverein. Frau Amtsgerichtsrat Gebhard begrüßte die Anwesenden und Herr Prof. Dr. Fromme berichtete über die nunmehr der Vergangenheit angehörenden ersten 25 Vereinsjahre. Aus der Geschichte des Alice- Vereins und der Alice- Schule zu Gießen seit der Gründung im Jahre 1878 sei folgendes wiedergegeben: Auf Anregung der leider zu früh berstorbenen Großherzogin Alice, der Mutter unseres regierenden Großherzogs und der jetzigen hohen Protektorin der Schule, Prinzessin Ludwig von Battenberg trat am 2. Oftober 1875 in Darmstadt eine kleine Gewerbeschule für Mädchen, verbunden mit einem Kursus zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen ins Leben. Durch methodischen Ünterricht sollten die Arbeiterinnen in den weiblichen Handarbeiten unterrichtet und dadurch ihr Los verbessert und auf diese Weise reicher Segen in die Familien getragen werden. Nachdem nun schon in den ersten drei Jahren ihres Bestehens die Darmstädter Aliceschule unter der teilnehmenden Proteftion der Großherzogin einen großen Aufschwung genommen hatte, war es der Wunsch der hohen Frau, solchen Segen auch in den anderen Städten des Landes zu verbreiten, dadurch daß auch in ihnen fleine Gewerbeschulen im Anschluß an die Darmstädter und nach deren Muster errichtet würden. Da bei wurde zunächst an Gießen gedacht. Mit Hilfe der schon längere Zeit auf dem Gebiete der Frauenhandarbeit tätigen Frau Landrichter Erdmann in Gießen und nachdem am 13. Mai 1878 die Großherzogin zugesagt hatte auch die Protektion über den zu gründenden Gießener Verein zu übernehmen, wurde am 9. Juli eine Sißung des Komitees abgehalten, in der endgültige Beschlüsse gefaßt wurden. Am 1. Oktober sandte die Großherzogin an Frau Erdmann ein Glückwunschtelegramm zur Eröffnung der Schule, in welcher der Unterricht am 2. Oktober begann. Den da maligen Vorstand bildeten die Damen Landrichter Erdmann( Präsidentin), Bürgermeister Bramm, Professor Bratuscheck, Fabrikant Hanstein, Dr. Weiffenbach, Kauf und die Herren Kreisschulinspektor Büchne ( Vizepräsident), Bürgermeister B ram m, Professor Bra tu scheck, Fabrikant Hanstein, Rechtsanwalt Baist, Professor Oncken. Die ersten Lehrerinnen waren di Fräuleins Müller und Gerbode. Beide hatten sich vorher in der Darmstädter Schule mit dem Unterrichtsbetrieb vertraut gemacht Außerd. m wirfte als Lehrer Herr Hug. Nach Frau Landrichter Erdmann wurde Frau Fabrikant Hanstein Präsidentin, das sie 12 Jahre blieb bis 1892. § Von Stufe zu Stufe. Das Wiener Schwurgericht verurteilte den Reichsfreiherrn Franz Josef v. Lerchenfeld wegen Betruges zu 15 Monaten schweren Kerkers und Adelsverlust. Der Verurteilte stand unter Anklage, durch mystische Vorspiegelungen, mit seinen Schwestern einen Millionenerbschaftsprozeß zu führen, sowie mittels seiner Beziehungen Stellen verschaffen zu können, eine Reihe von Personen um Beträge in Höhe von insgesamt 4000 kronen geschädigt zu haben. Kaiser Franz Josef war Taufpate des Angeklagten, der 1878 in Wien im Palais des Erzherzogs Ludwig Viktor Aufnahme fand, um die Offiziersprüfung zu machen. Er brachte es aber in der österreichischen Armee nur bis zum Husarenkorporal und trat im Jahre 1880 aus der Armee aus. Nach dem Tode des Vaters erbte er als Rest seines Erbteiles 40 000 Mark und die Herrschaft Frauenstein in Ober- Desterreich, bei deren Verkauf er aber nur 10 000 Gulden erzielte. Nach rascher Vergeudung seines Erbteiles machte er Schulden unter Berufung auf die Patenschaft des Kaisers und die Protektion des Erzherzogs Ludwig Viktor, von denen er anfänglich Unterstützungen erhielt. Als dann diese verweigert wurden, begann Lerchenfeld mit Betrügereien bei Juwelieren und später bei Kellnern, Lohndienern und selbst bei armen Frauen, die er um kleine Ersparnisse brachte. Auch belästigte er die Erzherzoginnen Maria Therese und Maria Valerie mit Bettelbriefen. im Grünb Männerr find. Getur halb 10 16 Ariegse Da die erneuerten, General v. S den helfischer Sprach fid felben Lage nad Roffela bie ersten G Homberger ein. Am 4 nad deffen bei Sedan Raifer fei g zur Gewig fündigt. mufit in Regiment Einwohner riefen fie i Mac Mah bi fem Tag feinen Stan Als er h Die Soldat Boden das Laubdach od bündel zuja Darunter bi chricht ber oten und men. Expeditin Oftober 19% 24. Oftober ayer, den Regierung Oftober 6.9 pig Frey a der Brü Fach zu ent Dr. Walther as Finan att, ausg nung, die G ahn von B ** Der gestrige Ausflug in das Gebiet der projeftierten Anlagen für einen Luftkurort in Grünberg hatte eine große Beteiligung aufzuweisen, es mochten wohl annähernd 150 Herren und Damen sein, die daran teilnahmen. Ein schönes Fleckchen Erde war es, daß da unter Führung des Vorsitzenden vom Verkehrsverein an dem prachtvollen Herbsttage in Augenschein genommen wurde, Herr Rohleder gab die Erklärungen an den Plägen die für das Unternehmen in Aussicht genommen sind. Die Wanderung nahm ihren Anfang an der unteren Ziegelhütte, am Stadtwald vorbei nach dem Tannenkopf( bort soll sich das projektierte Hotel erheben) und dann hinunter zur Dickelsmühle, oberhalb der letzteren ist die Nervenheil- Anstalt geplant; darauf wandte man sich dem Brunnental zu, um noch den von Herrn Bingmer geschaffenen Springbrunnen anzusehen. An der Brunnenpforte sprach Herr L. Moll im Namen der Teilnehmer Herrn Rohleder den Dank für seine Erklärungen auf der Wanderung aus und Herrn Bingmer die Anerfennung für seine Anlage im oberen Brunnenteich; weiter stellte Herr Moll eine Belebung des Teiches durch Schwäne und weiße Enten in Aussicht. Den Weg, den Herr Bingmer in der Anlage der Fontaine gezeigt, wolle man weiter verfolgen und bei der Reinigung des unteren Brunnenteiches im nächsten Frühjahr auch dort eine Fontäne anlegen, die etwa 45 Meter hoch springen könne. Von den abgesprengten Felssteinen am alten Friedhof soll auf Vorschlag des Herrn K. H. Jöckel an der Brunnenpforte eine Grotte mit Ruhebant errichtet werden. Wie wir hören, hat der Stadtvorstand dem Komitee zur Förderung der Vorarbeiten für die projektierte Luftkurort- Anlage 100 Mark bewilligt. Bestzwechsel. Die Dickelsmühle im Brunnenthal bei Grünberg ging mitsamt der„ Wilden Grube" und 10 hess. Morgen Ackerland und Wiesen für den Preis von 8000 Mt. an den Besitzer der Loßzmühle, Herrn Th. Stein, über. Ihre Nachfolgerin wurde Frau Provinzialbirettor von Gagern, die das Amt bis zu ihrem Wegzug von Gießen im Jahre 1898 verwaltete, worauf es Frau Oberamtsrichter Gebhardt übernahm. Das Amt des Vizepräsidenten ging im Jahre 1897 von Herrn Büchner auf Herrn Oberbürgermeister Gnauth über, und nach dessen Ernennung zum Finanzminister im Jahre 1900 auf Herrn Oberbürgermeister Mecum. Frau Landrichter Erdmann und Herr Kreisschulinspektor Büchner haben sich um die Hebung des neuen Instituts große Verdienste erworben; Herr Büchner stand dem Verein bolle 19 Jahre, bis zu seinem im Jahre 1897 erfolgten Wegzug von Gießen, vor. Aber auch die Stadt unterstützte es, indem sie der Schule unentgeltliche Unterkunft in städtischen Gebäuden gewährte. Am 11. Juli 1878 wurden ihr zu nächst zwei Räume im obern Stock nebst Küche und zwei Rammern im unteren Stock des damaligen städtischen Schulhauses auf dem Asterweg überlassen; 1880 wird ihr der obere Stock des Hauses mit Ausnahme eines Zimmers eingeräumt; endlich in 1892, nach Vollendung des Neubaues ber Stadtknabenschule, erhält die Schule von der Stadt das Schulhaus auf dem Oswaldsberg zur alleinigen Benußung Die Spar- und Leihfasse in Gießen gewährte dem Verein regelmäßig jährliche Unterstüßungen zuerst von 100 Mt., später von 400 und 500 Mt., und der Staat gab in regelmäßigen Zwischenräumen einen Beitrag von 500 Mart. Das Schulgeld hat man auf sehr mäßiger Höhe gehalten, um namentlich auch nicht ärmere Gemeinden daran zu hindern, daß sie ihre Industrielehrerinnen auf Gemeindefoften in der Aliceschule ausbilden ließen. Für Unbemittelte find regelmäßig einige Freistellen offen gehalten, auch ist die löbliche Sitte, folche zu stiften, verschiedentlich, wenn auch nicht oft, geübt worden, so von der Gießener Loge, vom Boltsbildungsverein und der Grünberger Sparkasse. Sehr rasch erweiterte die Schule ihren Wirkungskreis, indem sie auch die Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen in thr Brogramm aufnahm. Der Unterrichtsplan 1889 verzeichnete 5 Kurse. Die Zahl der Lehrkräfte betrug fünf, nämlich die Damen Möser, Decker, Pfeil, Schopbach und Herr Hug. Der Besuch der Schule, der sich im ersten Jahre ihres Beftebens auf insgesamt 85 Schülerinnen belaufen hatte, war stetig gestiegen. Die Durchschnittszahl war 155 in den Sabren 1878 bis 1885. Insgesamt hatten bis zum letzteren Jahre 1083 Personen dort Unterricht genossen, von denen sich 38 zu Handarbeitslehrerinnen ausbildeten. Bis zum Jahre 1888 stieg die Bahl auf 1557 und bis zum Jahre 1893 auf 2200. Jetzt beträgt die Gesamtschülerinnenzahl rund 3500. Davon haben 180 die Prüfung als Handarbeitslehrerinn abgelegt. Im neuen Hause auf dem O8waldsberg war es auch möglich, den schon lange bestehenden Plan der Angliederung einer Kochschule zur Ausführung zu bringen. Im Herbst 1892 eröffnet, hat sie unter der Leitung der Lehrerin Frl. Renner und unter spezieller Aufsicht der Frau Baronin von Bused sehr gute Erfolge erzielt. Im Sommer des Jahres 1898 besichtigten der Großherzog und die Großherzogin, sowie Prinzessin Ludwig von Battenberg die Schule. Als weiterer Kursus erschien im Programm von 1902 ein Kursus im Kunstwaschen und born Winter 1901/02 an wurde gemeinschaftlich mit dem Kaufmännischen Verein ein Handelskursus für Damen eingerichtet. Im Jahre 1902 verfügte das Großherzogliche Ministerium betr. der Ausbildung der Handarbeitslehrerinnen, daß in Gemeinden von mehr als 2000 Seelen an den öffentlichen Schulen nur solche Lehrerinnen zur Anstellung fommen dürfen, die sich einer staatlichen Prüfung unterzogen haben. Eine der drei zu errichtenden Prüfungskommissionen wurde nach Gießen verlegt, zum Vorsitzenden der Großh. Kreisschulinspektor für den Kreis Gießen und zu Mitgliedern mehrere Vorstandsmitglieder und Lehrerinnen der Aliceschule ernannt. Die erste Prüfung, der sich 11 Prüflinge mit bestem Erfolge unterzogen, fand im Frühjahr 1903 statt. Möchte es der Aliceschule vergönnt sein, auch fernerhin segensreich zu wirken in der Erziehung der Frauen zu nüßlicher Tätigkeit in Familie, Schule und Leben im Sinne und Beiste ihrer hohen ersten Protektorin, der verewigten Großherzogin Alice. len dieses J gen und G enehmigt. 2 pede 169 411 tungen find O M., und 53 Mart be follen 55 0001 Morgen Di ffanten Eng Rolle der Margarethe ung am Mitt gsvorstellung p rtaffischen nd„ Wallenstei eftellung auf ren Areifen B fauf bereits j fin Ludwi unde und Gön de gestern Gründung ierlichen At Feier durd ngen vom Alade ard begrüßte berichtete über 125 Vereingj der Alice- S 1878 fei folg Der zu früh feres regieren orin der G erg trat om ewerbeschule f Ausbildung bon hobifchen Unter Sanbarbeits und auf die Cragen werd ihres Bestehe enden Protetti genommen ha Segen aud n, dadurch d fchluß an würden. D Hilfe der f barbeit tätige nachdem a Jatte auch d Verein Sigung hliffe ge ogin an ung der Gul ann. Den b brighter Erb 7m, Profef t. Weiffen tor Bün feffor Biral malt Bail en waren e hatten Unterri er Herr Sug Cau Fabrilan lieb big 1892 * * Auf Anregung des Herrn Rektor Bernius hat sich im Grünberger Turnverein am Freitag Abend eine Männerriege gebildet, der ca. 15 Herren beigetreten find. Geturnt wird jeden Mittwoch abends von halb 9 bis halb 10 Uhr; Vorturner ist Herr Lehrer Roth. Firma Meyerhoff& Goslar" zu Gießen eingetragen: Ge** In das Handelsregister wurde bezüglich der schäft ist mit Firma auf Kaufmann Siegmund Herzberger dahier übergegangen. drucker in Gießen und Marburg wird demnächst ins Ein Tarif- Schiedsgericht für die BuchLeben treten. Dasselbe seßt sich zusammen aus je 4 Marburger und Gießener Prinzipalen und der gleichen Zahl Gehilfen, wovon abwechselnd je zwet Prinzipale und zwei übrigen als Ersatzmänner fungieren sollen. Gehilfen dieser beiden Druckstädte als Richter und die = Kinzenbach, 25. Oft. Die hiesige Dampfziegelei hat nunmehr unterhalb des Bahnkörpers der Strecke Louar= Wetzlar in der Gemarkung Heuchelheim mehrere Parzellen fäuflich erworben und läßt auf denselben gegenwärtig Bohrbesuche vornehmen. Das Ergebnis derselben war ein recht günstiges, in einer Tiefe von 13 Metern wurde geeignetes Material gefunden. Die Dampfziegelei blickte bekanntlich schon in diesem Frühjahr auf ein 25jähriges Bestehen zurück und hat infolge seines mächtigen Tonlagers, das zu den mächtigsten Ablagerungen Deutschlands zählt, nunmehr eine Jahresproduktion von 4 Millionen Steinen erreicht. Sämtliche Arbeiter finden auf dem Werk Sommer und Winter volle Beschäftigung. XFrankenbach am Dünsberg, 25. Oft. Die hiesige Gemeinde ist genötigt im nächsten Frühjahr einen neuen Friedhof anzulegen und eine zweite Schulstelle zu errichten. Die hiesige Schule gilt schon viele Jahre als überfüllt, denn eine Schülerzahl von nahezu 100 Kindern ist für eine Lehrkraft zu viel. )( Laubach, 25. Oft. Dem Amtsgerichtsgefängnis entsprang gestern ein Gefangener; ein Agent aus Frankfurt. Troß eifriger Suche gelang es noch nicht des Gauners habhaft zu werden. § Münzenberg, 22. Oft. Bei den Arbeiten an der im Bau befindlichen Bahnstrecke Butzbach- Lich wurden bedeutende Funde aus der Römerzett gemacht. Die Bahnstrecke berührt bei Muschenheim und Hof- Gill das Römerkastell Arnsburg und durchschneidet bei Dorf- Gill den von Grüningen nach Hungen führenden Pfahlgraben. Außer Schmuckgegenständen, Messern und eisernen Werkzeugen wurden Gefäße, Hufeisen und Teile von Waffen gefunden. Kriegserlebnisse aus dem Feldzuge 1870/71. lotte führte eine Pappelallee. Binnen einer Stunde waren ( 3. Fortsetzung.). Da die Franzosen am 2. September ihren Angriff nicht erneuerten, fonnten die Truppen wieder zurückmarschieren. General v. Mai teuffel, der die Schlacht geleitet hatte, dankte den hessischen Truppen für die energische Unterstüßung und sprach sich sehr lobend über ihre Haltung aus. An dem selben Tage kam das II. Bataillon des Gießener Regiments nach Rosselange, wo es bis zum 3. verblieb. Hier trafen bie ersten Ersaßmannschaften des Regiments und Herr J. Homberger aus Gießen mit Liebesgaben für die Soldaten ein. Am 4. September fand ein Feldgottesdienst statt, und nach dessen Beendigung teilte General b. Bantzau den Sieg bei Sedan mit. Er fügte hinzu:„ Man sagt sogar, der Kaiser sei gefangen". Am Nachmittag wurde dieses Gerücht zur Gewißheit und die Gefangennahme des Kaisers verfändigt. Bur Feier dieses Ereignisses spielte die Regimentsmusit in einem Garten. Am 5. September wurde das Megiment beim Kochen des Mittagessens allarmiert. Als die Einwohner des Dorfes die Truppen ausmarschieren sahen, riefen sie ihnen höhnisch zu, der Kaiser sei nicht gefangen, Mac Mahon werde bald erscheinen. Ein Ausfall fand an doi ſem Tage zwar nicht statt, doch mußte das Regiment seinen Standort wechseln und kam bei Regonville in Biwats. Als er hier anfam, wütete ein furchtbares Gewitter. Die Soldaten fonnten sich nicht hinlegen, weil auf dem Boden das Wasser in Strömen floß. Auch kein schüßendes Laubdach oder Belte waren vorhanden. Man band ReisigBündel zusammen, auf die man sich niederseßte, während barunter hin das Wasser floß. Von Regonville nach Gravevon allen Pappeln die Aefte abgehauen, aus denen Hütten gebaut oder Reisigbündel hergestellt wurden. Das Biwack bei Regonville gehörte zu den unangenehmsten Erlebnissen im ganzen Feldzuge. Bei Durchstreifen der umliegenden Wälder fand man noch Leichen der am 16. August gefallenen Soldeten des Regiments. Während dieser Zeit tamen auch Transporte der bei Sedan gefangenen französischen Infanterie vorbei. Am 9. September fonnte das II. Bataillon das Biwak verlassen und wurden in dem Dorfe Regonville Massenquartiere bezogen. Der Ort war aber so überfüllt, daß auf die 7. Rompagnie nur eine Scheune, ein Stall und ein Wohnhaus famen. Hier gelang es, für 10 Franken ein Schaflämmchen zu kaufen, das bald geschlachtet und gekocht wurde. Die französische Suppe, die man daraus herstellte, war für Alle ein ungewöhnlicher Genuß. Am Abend des 9. wurde das Regiment allarmiert, weil die Beschießung der Lager vor Meß versucht werden sollte und man dabei einen Ausfall befürchtete. Es war sehr dunkel und regnete fürchterlich, sodaß die Beschießung bald aufgegeben wurde. Der Feind hatte keinen Ausfall unternommen, und die Truppen konnten daher wieder zurückmarschieren. Am 11. September wurde das Regiment für den Vorpoftendienst bestimmt. Vom 11.- 22. bezog es in Ars an der Mosel Quartiere, und am 23. fam das II. Bataillon bei Vour auf Vorposten. Wenn die Truppen in Ars auch nicht mehr so sehr den Unbilden der Witterung ausgesetzt waren wie bei Regonville, so kamen jezt doch viele Typhus- Ertranfungen vor. Auch die Ruhr grassierte noch stark. Feldwebel Bruchhäuser war ebenfalls an der Ruhr erkrankt und fonnte sich nur mit größten Anstrengungen nachschleppen, die unentgeltliche Hergabe von Grund und Boden in GeUsingen. In der Sitzung des Kreistages wurde meinschaft mit dem Oberlahnkreis zum Weiterbau der Bahn nehmenden Verpflichtungen genehmigt. von Usingen nach Weilmünster und die sonstigen zu überdes Evangelischen Bundes Lic. Bräunlich, in Krafts Saalbau (:) Nidda, 22. Oft. Gestern hielt der Generalsekretär einen Vortrag über die evangelische Bewegung in Desterreich. Gegen 50 Beitrittserklärungen zur Bundessache und Bildung einer Ortsgruppe Nidda waren das Ergebnis der Versammlung. (:) Lauterbach, 22. Dft. Das Scheiden des allgemein im Kreise beliebten Kreisrates Dr. Wallau, der am 1. November in gleicher Eigenschaft nach Bensheim übersiedelt, wird sehr bedauert. Dr. Wallau hat in den 5 Jahren seines Hierseins sich um die Verbesserung und Hebung der Viehzucht, des Haupterwerbszweigs unseres Kreises sehr verdient gemacht. § Hersfeld, 25. Oft. Im hiesigen Bahnhofe fuhr gestern Morgen infolge falscher Weichenstellung ein Güterzurückgebogen, und die Maschine fuhr über ihn hinweg zug auf einen Prellbock. Der Prellbock wurde vollständig einige Meter in die Weichenstellerbude hinein. Verlegungen von Personen famen nicht vor. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, 23. Oftober 1903. Unter der Anschuldigung der Elise Lämmer zu Alsfeld einige Haushaltungsgegenstände demoliert zu haben, wurde der Taglöhner Johann Heinrich Schmidt von Offenbach durch das Alsfelder Schöffengericht wegen Sachbeschädigung zu einer 14tägigen Gefängnisstrafe verurteilt, wogegen er Berufung einlegte. In der heutigen Verhandlung bestreitet er die Tat und bietet Beweise zu seiner Unschuld an, weshalb Vertagung eintritt. Litterarisches. Fleischers Deutsches Post- ABC" nennt sich etn neues im Verlag von Hobbing& Büchle in Stuttgart ers schienenes Handbuch für den gesamten inländischen Post-, Telegraphie und Fernsprechverkehr, das im Gegensaße zu der fortlaufenden und daher vielfach unübersichtlichen Einrichtung anderer Posthandbücher alle Vorschriften nach ihrem Inhalt alphabetisch d. h. in Form eines Lerifons geordnet vorführt, so daß jede Bestimmung irgend welcher Art sofort zu ermitteln iſt. Marktberichte. ** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 24. Oftbr. Weizen 16,00,-, Rorn 13,32 big Gerste 13,-, Hafer 12,50-00,00, Erbsen 00,00, Samen 00,00, Kartoffeln 6,00-00,00 Mark. Ales per Doppelzentner. Hamburger Futtermittelmarkt. Originalbericht von G.& D. Lüders, Futtermittelgroßhandlung, Reis- und Delfuchenmühle, Hamburg. Die letzte Berichtswoche brachte dem Futtermittel- Geschäft keine nennenswerten Veränderungen. Die Abforderungen waren befriedigend, doch konnten sich die Preiſe einſtweilen noch nicht beſſern. Tendenz: ruhig. Retsfuttermehl 24-28 Proz. Fett und Protein Mk. 4.25-4.40 pr. 50 Kilo ab Hamburg, Mt. 4.35-4.50 ab Hamburg, ohne Gehaltsgarantie Mt. 3,60-4,30 ab Hamburg. Reiskleie 2.15-3.50, Weizenkleie, grobe 4.10-4.35, Roggenkleie 4.20-4.40, Gerstefleie 4.60-5.50, Erdnußkleie( gemahlene Erdnußschalen) 1.90-2.25, Erdnußkuchen und Erdnußmehl 52-54 Proz. 6.20-6.40, 53-58 Proz. 6.50-7.25, Baumwollsaatkuchen und Baumwollsaatmehl 52 bis 58 Proz. 6.50-6.75, 56-62 Broz. 6.80-7.10. Cocusnußfuchen und Mehl 28-34 Proz. Fett und Protein 5.30 6.25, Palmfernfuchen und-Mehl 22-26 Proz. 4.90-5.30, Rapskuchen und-Mehr 38-44 Broz. 4.10-4.50, Leintuchen und-Mehl 38-42 Broz. 6.20 bis 6.60, Maisölkuchen und-Mehl 18-14 Proz. 5,75-6.00, Getrocknete Schlempe 33-45 Pro3. 5.20-5.80, Getrocknete Treber 24-30 Proz. 4.65-5.05, Malakeime Mt. 4 40-5.-. alles pro 50 Kilo ab Hamburg. Berantwortlich: fär ben politischen und Inseratenteil Ib in klein: bas Sofale, ben„ Gerichtz-" und Oeffentlichen Sprechsaal": Fr. Opperman Druf und Berlag der Gießener Verlagsbruderet( vorm. Bilh. Keller), Gießen. wenn die 7. Kompagnie auf Vorposten zog. Zum Glück fand er manchmal in dem Eisenwerk bet Ars an den Feuerungsanlagen ein warmes Lager. Die Belästigung der Vorposten erfolgte durch die Franzosen am meisten am Nachmittag. Vom Fort St. Quentin tamen manchmal riesige Granaten herüber, ohne aber erheblichen Schaden anzurichten. Auf den Feldern sah man zuweilen Frauen mit Kartoffelausmachen beschäftigt. Da dies aber zumeist verkleidete französische Soldaten waren und die Festung auch mit feinen weiteren Lebensmitteln versehen werden sollte, so befahl Prinz Friedrich Karl, der Oberbefehlshaber vor Meg, diese Arbeiten nach Möglichkeit zu stören und stellte hierfür eine Anerkennung in Aussicht. Eines Tages befand sich Sergeant Basel der 7. Kompagnie auf einem weit vorgeschobenen Unteroffizierposten, der wegen der Nähe des Feindes nur Nachts abgelöst werden konnte, als sich wieder Arbeiter auf den Feldern zeigten. Durch einen wohlgezielten Schuß mit einem ChassepotGewehr streckte Basel einen davon nieder, während die anderen sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Nach einigen Tagen erhielt Basel zur Belohnung das Eiserne Kreuz. Um 28. September verließ Generalmajor v. Wittich die 49. Brigade und an seine Stelle trat Oberst v. Winkler vom Infanterie- Regiment 84. Am 1. Oktober kam die hessische Division wieder aus dem Vorpostendienst heraus und nach dem Städtchen Gorze in Quartiere, wo sie big bis zum 29. Oftober verblieb. Auch jest traten Ruhr und Typhus noch zahlreich auf. Die Truppen, die jeßt R. ſerveſtellungen einnahmen, wurden mehrmals allarmiert, doch fand kein Ausfall statt. Dagegen wurde fleißig im Exerzieren geübt, und auch Felddienst- Uebungen wurden auf dem Schlachtfelde vom 16. August abgehalten. ( Forts. folgt.) Giessener Concert- Verein. Stadt- Theater I. Concert am Sonntag den 1. November, abends 5 Uhr Gießen. Direktion: Steingoetter. Dienstag 27. Oftober 1903 3. Dienstag- Abonnem. Vorstellung. Zum letzten Male. Ueber den Wassern. im Saale des Gesellschafts- Vereins. Dirigent: Grossh. Universitäts- Musikdirektor G. Trautmann. Solist: Richard Breitenfeld, Mitglied des Frankfurter Opern- Drama in 3 Aufz. von Gg. Engel. hauses( Bariton). Orchester: Das Vereins- Orchester( Kapelle des Inf.- Reg. Nr. 116 Mittwoch, 28. Oktbr. 1903. Kaiser Wilhelm II.", verstärkt durch andere geehrte Künster). Programm. 1. Symphoni in Fmoll, op. 12 2. Lieder am Klavier. 3. Ouverture zu Iphigenie in Aulis 4. Lieder am Klavier. Richard Strauss. Chr. W. Gluck. 5. Vorspiel zu ,, Die Meistersinger von Nürnberg" Rich. Wagner. Eintrittskarten sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier( Rudolph's Nachf.), für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork und abends an der Kasse zu haben. Zum Konzert: Sperrsitz Mk. 3.50 Eintrittskarte Mk. 2.50, Studentenkarten Mk. 1. Zur Hauptprobe: ( vormittags 11 Uhr): Eintrittskarte Mk. 1.-, Schülerkarte 50 Pfg. Das zweite Konzert findet am 15. Novbr. statt. Frau Erika Wedekind Königl. Sächs. Kammersängerin aus Dresden. Herr Professor J. Kwast aus Berlin. Gäste: Die ausgelosten Abonnementskarten sind bei Ernst Challier in Empfang zu nehmen; ebendaselbst Anmeldung neuer Mitglieder( Abonnements für die ganze Saison Mk. 10 bezw. 15. Gasthaus„, Zum Löwen" Morgen Dienstag den 27. Oktober, abends 8 Uhr großes Konzert der hier beliebten Musik-, und Gesangskapelle Süddeutsche Bauern 2 Damen 3 Herren. 2. Volksvorstellung. Der zerbrochene Krug. Lustspiel in 1 Aft von G. v. Kleist. Hierauf: Die Geschwister. Schauspiel in 1 Aft v. Goethe. Zum Schluß: Wallensteins Lager. 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