Nr. 48. Abonnementeprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., burch die Boft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglió) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Cbft- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittags. Donnerstag, den 26. Februar 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi ganz Oberbeffen, die Streife Weglar und Marburg 10 fa fonft 15 Pig.; Reklamen die Petitgeile 30 resp. 40 Bfg. Postzeitungslifte No. 8969. Redaktion und Expedition: Gießen Nexenweg 28. Ferusprechens Ink Rr, 368. Neuelle Nachrichten ( siehener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Eine ägyptifche Prinzeffin Luife. - Zur Flucht der Schwester des Khedive. RK. Vor einigen Tagen verschwand aus Kairo, wie wohl erinnerlich, die Schwester des Khedive, Prinzessin Nemet Allah Hanem unter Verhältnissen, die dem Drama in der sächsischen Kronprinzenfamilie aufs Haar gleichen: Die Prinzessin hat ihren Gatten Prinzen Toussoun und ihr vierjähriges Söhnchen im Stich gelassen, um sich über Triest nach Wien zu begeben, wo sie sich mit ihrem Geliebten, einem österreichischen Grafen, verbinden will. Prinz Djemil Toussoun Pascha, Botschaftsrat bei der türkischen Gesandtschaft am österreichischen Hose, und feine Gemahlin lebten seit 4 Jahren in Wien und erfreuten fich in der Gesellschaft großer Sympathien. Der Prinz ist ungefähr 30 Jahre alt, die Prinzessin um zehn Jahre jünger. Sie gilt als eine ideale orientalische Schönheit. Ihre faszinierende Erscheinung und die ausgesuchte Pa riser Eleganz, mit der sie sich zu kleiden verstand, erregte überall das größte Aussehen. Prinzessin Nemet Allah Hanem heiratete schon im Alter von 14 Jahren den Prinzen Djemil Toussoun, der übrigens ihr Kousin und der des Vizekönigs von Aegypten ist. Der Prinz ist jehr reich; seine Ländereien bringen ihm eine Jahresrevenue von 600 000 Francs. Er lebte demgemäß auch als Grandseigneur. In ihrer mit größtem orientalischem Lurus ausgeftatteten Wohnung am Franzensring sahen sie häufig Bäfte, und zwar sowohl Mitglieder der diplomatischen, vie auch der aristokratischen Kreise. In diplomatischen reisen wurde wiederholt erzählt, daß es im Yildizkiosk vie auch am Hofe des Khedive unangenehm berühre, daß Ste Brinzessin entgegen aller heimatlichen Tradition sich frei in Gesellschaft bewege und sich vollständig den uropäischen Sitten unterordne. Während sonst die Damen der türkischen Botschaft in den Empfangslisten der > iplomatischen Welt nicht figurieren, sah man die Prinjessin gleichwohl sehr häufig bei den Empfängen. Sie batte sich über diese Schranke hinweggesetzt. Man sah te auch sehr viel in den Salons bekannter Aristokratincen. Das Prinzenpaar verbrachte alljährlich viele Wɔhen teils in Paris, teils in Kairo. Bor zwei Jahren weilte die Prinzessin längere Zeit am Hofe ihres Bruders, der, wie erzählt wurde, seiner Schwester über ihre Hausführung in Wien ernste Vortellungen gemacht hatte. Man sprach auch davon, daß die Che, die früher so glücklich war, damals bereits nicht mehr frei von einem Mißton gewesen sei. Es hätte auch des Einwirkens des Khedive bedurft, um die alte Harmonie wieder herzustellen. Als das Prinzenpaar im perbfte vorigen Jahres die Wohnung auf dem Franjensring verließ und in ein vornehmes Hotel auf der Ringstraße übersiedelte, führte man die Auflösung des Haushaltes auf eheliche Zwistigkeiten zurück. Kurz nachher reiste die Prinzessin allein nach Paris, wo sie eine berheiratete Schwester hat, kam aber bald wieder nach Wien zurück, wo sie sich aber nur sehr wenige Tage aufhielt. Mitte Dezember vorigen Jahris reiste sie mit ihrem Söhnchen Aziz nach Kairo, wohin ihr der Gatte nachfolgen follte. Der Prinz hatte bereits Urlaub genom men, als ihm plötzlich bedeutet wurde, bis auf weiteres muf seinem Posten in Wien zu verharren, weil die mizedonische Angelegenheit, ferner die Ankunft des russischen Ministers Grafen Lambsdorff in Wien seine Anwesenheit dort nötig machen. So begab sich der Prinz crst vor drei Wochen nach Kairs. Er hatte seine Rückreise rst für Mitte April angekündigt. In der diplomatischen Welt wird wohl der Name des Grafen, der die Prineffin nach der Trennung ihrer Ehe angeblich heiraten wolle, genannt, doch liegt eine authentische Mitteilung us Kairo über diesen Umstand bis zum Augenblick nicht vor. Während soweit, von den Nebenumständen. abgesehen, die Romane der Prinzessinnen von Toskana und Aegypten ich gleichen, wie ein Ei dem andern, besteht in einem Bunfte ein großer Unterschied. Während die Prinzessin luise arm und gänzlich auf die Gnade ihrer Verwandten angewiesen ist, hat ihre ägyptische Schicksalsschwester über ein ungeheures Vermögen zu verfügen und kann, da der Prinz sie nicht verfolgt und ohne weiteres in die Scheidung gewilligt hat, ruhig ihren Launen folgen. Eo eilte fie, frei von Sorgen, ihrem vermeintlichen Glück: entgegen und achtete nicht auf die Reisegefährtin, die sie iter bas blaue Mittelmeer begleitete und ungesehen den tpreßzug nach Wien bestieg. Erst wenn sie nach flüchti gem Liebesrausch zum Bewußtsein dessen kommen wird, was sie als Mutter und als Frau verloren, wird sie gewahr werden, daß das Gespenst der bitteren Reuz schon jetzt neben ihr gesessen hat. Die Wehrfteuer. CB. Einen Zeitgenossen, der gern Steuern zahlt, kann man am helllichten Tage mit der Laterne suchen. Aber diese Abneigung gegen das Steuerzahlen hindert unsere Volksvertrefer nicht, mit immer neuen Steuerprojekten herauszurücken, und das umsomehr, je zurückhaltender die Regierung mit neuen Steuerwünschen ist. Der unerfreuliche Stand der Reichsfinanzen hat wieder eine neue Steueridee gezeitigt: Es besteht die Absicht, beim Reichsmilitäretat eine Resolution einzubringen, die die Einführung einer Wehrsteuer fordert. Auf den ersten Blick hat der Gedanke etwas Bestechendes. Warum sollen diejenigen, die durch irgend einen Umstand vom Heeresdienst befreit geblieben sind, nicht als Ausgleich für die Vorteile, die sie dadurch gegenüber den Dienstpflichtigen haben, ne Steuer zahlen? Man denke: Wer zum Dienst eingezogen wird, muß dem Staate Opfer an Zeit, Kraft und Geld bringen, er muß seine bürgerliche Berufstätigkeit unterbrechen, vielleicht eine schon gewonnene Stellung im Erwerbsleben aufgeben, er verliert die Fühlung mit seinem Beruf und hat, wenn er seiner Dienstpflicht genügt hat, vielleicht zunächst große Schwierigkeiten, wieder einen Erwerb zu finden. Die ,, Armeekrüppel" dagegen, die vom Dienst befreiten, sind in ihrem Beruf nicht gestört worden, haben sich inzwischen bessere Stellungen erarbeiten können und sind obenein von den Anstrengungen und Unbehaglichkeiten des Dienstes verschont geblieben. Und während im Kriegsfalle der Gediente Gesundheit, Blut und Leben, vielleicht die Zukunft seiner Familie dran wagen muß, bleibt der Militärfreie behaglich zu Hause und geht lohnendem Erwerbe nach. Wie gesagt, auf den ersten Blick scheint eine Wehrsteuer ein Att ausgleichender Gerechtigkeit. Bei näheren Zusehen aber stellt sie sich ganz anders dar. Zunächst wird in Deutschland so gut wie jeder waffenfähige Mann aus gehoben; wer für dienstuntauglich erklärt wird, ist es auch. Diese Untauglichen, die durch körperliche Mängel am Dienen gehindert werden, für diese von ihnen nicht verschuldeten Mängel noch durch eine Steuer zu bestrafen, geht nicht an. Daß sie in wirtschaftlicher Hinsicht den Dienstpflichtigen gegenüber im Vorteil sind, muß man in den Kauf nehmen; das ist die unausbleibliche Folge des vortrefflichen Prinzips unserer Armeerekrutierung, daß nur die körperlich entwickeltsten Männer zum Dienst in der Armee genommen werden. Darin liegt ja eben eine der Hauptursachen der sieghaften Kraft unseres Heeres. Weiter: wer soll die Steuer zahlen, wenn der Dienstuntaugliche noch keinen eigenen Erwerb ha? Eine Vorlage von 1881 wollte diese Last den Eltern ausbürden. Diese sollten also den dienstuntauglichen Sohn unterhalten und dann noch für ihn Wehrsteuer entrichten. Das wäre eine große Ungerechtigkeit und eine schwere Belastung weiter Streise, namentlich des Mittelstandes. Aber selbst wenn das umgangen würde, selbst wenn nur erwerbsfähige Dienstun augliche testenert würden, ein durchschlagender Grund spricht doch gegen jeden Versuch einer Wehrsteuereinführung: Eine Strafsteuer auf die Dienstunfähigkeit widerspricht der im deutschen Volke gottlob allgemein verbreiteten Anschauung, daß der Dienst im Heere nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Ehre ist. Der Pflicht, sich dem Vaterlande zur Verfügung zu stellen, genügen auch die Dienstuntauglichen; wenn sie nicht ausgehoben werden, ist es nicht ihre Schuld, und mancher von ihnen mag das schmerzlich bedauern. Und wenn sie durch die Untauglichkeitserklärung der Ehre, dem Vaterlande mit der Waffe zu dienen, nicht teilhaftig werden können, so darf man sie dafür nicht noch bestrafen. Aus diesen Erwägungen hat denn auch der Reichstag 1881 die damals eingebrachte Wehrsteuervorlage a limine einstimmig abgelehnt. Kein Geringerer als der größte deutsche Soldat hat sich gegen sie erklärt. Moltke, der damals Abgeordneter war, verließ vor der Abstimmung den Saal, weil er es nicht über sich gewinnen konnte, für die Vorlage einzutreten, und weil er andererseits nicht gegen die Regierung stimmen wollte. Und Heinrich v. Treitschke, der glühende Patriot, erklärte sich mit flammenden Worten dagegen, daß durch eine solche Steuer im deutschen Volke die Anschauung großgezogen werden könnte, als sei der Dienst fürs Vaterland etwas, das auf gleicher Stufe stände mit einer Geldzahlung an den Staat. Diese beiden treuen deutschen Männer sind die besten Kronzeugen gegen den jetzt wieder aufgefrischten Plan, und es ist zu hoffen, daß das Gewicht ihrer Persönlichkeit für die Regierung maßgebend sein wird in ihrer Stellungannahme zu dem neuesten Steuerplane, der den Teufel durch Beelzebub austreiben will. Die Politik. Die Rückgabe der venezolanischen Schiffe. Durch eine Meldung des den Befehl über das Deutsche Geschwader in den venezolanischen Gewässern führenden Kommodore Scheder wird nunmehr amtlich bestätigt, daß die von den deutschen Seestreitfräften weggenommenen venezolanischen Kriegs- und Handelsfahrzeuge zurückgegeben worden sind. Die Ausstreuung amecikanischer Zingoblätter, die Rückgabe der Schiffe werde von Deutschland geslissentlich verzögert, um auf Venezuela einen Drud zur Erfüllung der der Republik ob liegenden finanziellen Verpflichtungen ausüben zu kön nen, eriveist sich also als eine tendenziöse unwahrheit. Unter den an Benezuela ausgelieferten Schiffen befand sich auch der viel genannte Restaurador". Präsident Castro ist nun in den Stand gesetzt durch die wiedererlangte Flotte der während des Konflikts mit den europäischen Mächten von den Insurgenten ungehindert betrie benen Landung von Proviant und Munition Einhalt zu tun. Die Heeresreform in England gesichert. Die Debatte im englischen Unterhause über die von dem Kriegsminister Brodric beantragte Reorganisation der englischen Armee hat mit einem Siege der Regierung geendet. Möglicherweise hätte die Sache einen anderen Ausgang genommen, wenn nicht der Premierminister Baljour seinem Kollegen vom Kriegsdepartement zu Hilfe gekommen wäre. Er wies darauf hin, daß der Schlüssel zu der militärischen Lage Englands nicht im Mutterlande, sondern in Indien sei. Die Frage, ob die gegenwärtige englische Armee für die Verteidigung Indiens in einem Kriege mit Rußland ausreichend sei oder nicht, müsse für die Frage der Heeresreorganisation entscheidend sein. Die Regierung würde sich aufs äußerste verächtlich machen, wenn sic infolge eines Umschlags der öffentlichen Meinung, die vor den notwendigen Mehrkosten zurückscheue, ihre Ansicht über die Heeresreform ändern würde. Kurze politische Nachrichten. * Berlin, 25. Februar.( Hofbericht.) Der Kaiser hatte heute eine Konferenz mit dem Reichskanzler und hörte dann im Königlichen Schlosse die Vorträge des Hausministers u. a.— Dem deutschen Kronprinzen hat die Stadt Bonn aus Anlaß seines bevorstehenden Scheidens von ihr zur Erinnerung an seinen dortigen Studienaufenthalt ein Album in fostbarem Einband gestiftet. Das Geschenk wird ihm morgen, am Tage seiner Exmatrikulation, durch eine besondere Abordnung in Bonn überreicht werden. * Die Unterrichtskommission des preußischen Abgeordnetenhauses faßte einen Beschluß zu gunsten der Umwandlung der Gestütsschulen in öffentliche Volksschulen. * Minister Chamberlain stellte in Kapstadt den baldigen Erlaß einer Amnestie zu gunsten der Rebellen in Aussicht. Hufmarsch der türkischen Armee. Die allgemeine Ansicht der in Sofia lebenden Mazedonier geht, wie uns gemeldet wird, dahin, daß ein Konflikt zwischen der Türkei und Bulgarien unvermeidlich ist. Die Türfen haben jetzt zwei Vorpostenlinien an der Grenze gezogen. Die erste Linie zieht sich dicht an der Grenze entlang und besteht aus Gruppen von 30 bis 40 Mann, welche in Zwischenräumen von drei Meilen postiert sind. Die zweite Linie ist in einiger Entfernung von der ersten aufgestellt, und zwar in Bosten von je 100 Mann. Die Türfen der ersten Linie, heuen sich, die aufständischen mazedonischen Banden zu behelligen und gestatten ihnen, die Vorpostentette zu passieren. Der bulgarische Oberst Kusses erklärt öffentlich, daß, wenn die revolutionären Banden sich darauf beschränkten, als Guerillas aufzutreten, sie unbesiegbar wären. Und ein hervorragender Mazedonier versicherte, daß die Dinge in nächster Zeit die ernsteste Wendung nehmen würden. Nach weiteren Berichten aus. Sofia hat der bulgarische Kriegsminister die Registrierung und Prüfang aller in Bulgarien befindlichen Pferde zu militärischen Zwecken angeordnet. Der Befehl wurde an den Strißenecken in Sofia angeschlagen und die Kommissionen für die Erhebungen sind bereits bestellt worden. Das Reformprogramm für Mazedonien. Das von der türkischen Regierung angenommene Reformprojekt für Mazedonien liegt nun im Wortlaute vor. Es entspricht im wesentlichen den darüber in der Presse bereits gemachten Mit.eilingen; nur das sei noch erwähnt, daß die Pforte, um die Rückkehr zu normalen Zuständen zu beschleunigen, sich verpflichtet, allen Personen in Mazedonien, welche wegen politischer Vergehen angeflagt oder verurteilt sind, sowie den Ausgewanderten eine Amnestie zu gewähren. Die Stimmung hüben und drüben, Ueber den Eindruck, welchen die Reformvorschläge und deren unerwartet rasche Annahme durch den Sultan in den zunächst beteiligten Balfanländern und vor allem in Mazedonien selbst hervorgerufen haben, liegen noch keine Nachrichten vor. In Konstantinopel gibt sich eine große Enttäuschuna fund. und zwar howohl bei er dem Beamten, Popoff war inzwischen nachdenklich gemardenschnellsten Galopp nach der Polizei zu fahren. Nachdem Echelm obiges unterschrieben hatte, befaht in eine Droschte zu bringen und im aften und im stillen bei Seite schaffen zu lassen." Exzellenz den Chef der Polizei, morgen den Bopoff bertehr Popoffs wartete. hier ist die Summe von 100 000 uber füllt werden," sagte der Beamte bei seinem Eintritt ,,, und Schritten auf und ab, indem er ungeduldig auf die Rü anmelden. Leßterer ging in feinem Bimmer mit großew Die Forderungen Ew. Exzellenz werden morgen exnelche mir box ren der Gesellschaft verfehrt; er traf nun in dem Klub fchafi hörten, und begrüßten ihn freundlichst. zusammen. Als diese Herren von seiner angeblichen Erbmit den früheren Genossen seines lustigen Kavalierlebens erkannten sie ihn ohne weiteres wieder In den griten Tagen des März fehrte das junge ,, Sumor" Bortrag in englischer Sprache halten sollte, Engländer hatte auch nicht ein Milligramm was Sie wollen, ein Gentlemani handelt nicht so." Diefer Ats O'Nell im Jahre 1887 in Newyork seinen ersen Leibe. dem Bublifum mit stellte i n wie wie bei Bulgaren. Den ersteren gehen die Zugeständnisse des Reformprogramms viel zu weit, den Testeren bietet dieses viel zu wenig. Den Wiener diplomatischen reisen ist die Annahme es Memorandums sehr überraschend gekommen. Man reibt sie dem Einflusse Deutschlands zu, welches der forte das schleunige Eingehen auf die Propositionen d. Mächte dringend angeraten hat. Die englischen Blättsprechen sich zumeist befriedigt, zum Teil aber auch recht steptisch aus. Wie auf Verabredung erscheinen gleichzeitig in Wien und Petersburg undgebungen der beiderseitig n R gierungen, in wel n nach einem Rückblick auf den bisherigen Verlauf der Reformattion die Mazedonier und ihre Freunde in Bulgarien ernstlich davor gewarnt werden, Bestrebungen zu verfolgen, welche auf eine revolutionäre Umgestaltung der Dinge gerichtet sind. ,, Wenn fich," sagt das offiziöse Wiener Fremdenblatt", die Be befferung trop wiederholter Abmachungen außerhalb des Gesezes stellt und von Komitees hinreißen läßt, den Stampf um ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, so handelt sie auf ihre eigene Beansprung und Gefahr. Niemand wird der Türkei in die Arme fallen, wenn sie in Ausübung gerechter Notwehr die aufständische Bewegung gewaltsam unterdrückt." Aehnlich äußert sich der amtliche russische ,, Regierungsbote". Nab und Fern. :: Fastnachtsball beim Kaiserpaar. Jm Weißen Saale bes Berliner Schlosses beendete, wie üblich, der Fastnachtsball den glänzenden Reigen der Winterfestlichkeiten. Bor dem Thron, auf dem neben dem Kaiser in der Uniform bes 2. Leibhusaren- Regiments die Kaiserin in einer Robe von weißem Atlas mit reicher Silberstickerei Platz genommen hatte, bewegte sich in malerischen Gruppen eine reiche Fülle von Tänzern und Tänzerinnen. Wie immer, war das Bild der Uniformen ein glänzendes und buntstrahlendes. Zwischen den verschiedenartigsten Vertretern unseres und fremden Heeres sah man die goldgestickten Fracks der Gesandten und hohen Würdenträger, neben den mannigfachsten Typen der taukasischen Race Chinesen und Japaner. Der Kaiser und die Kaiserin unterhielten sich leutselig mit vielen der Erschienenen. Unter den Tängen machte besonders Eindrud eine vom Prinzen Joachim Albrecht komponierte ,, Prinzen- Gavotte". bei der die Paare schräg gegen den Thron im Gavot ritt avancieren, um bann eine Ronde im Poltatakt zu machen. Der Selbstmordversuch zweier Knaben am Lehrter Bahnhof in Berlin erregte allgemeines Aufsehen und Mitleib. Der am 9. März 1886 zu Bochum geborene Karl Wohlrath und der am 17. Oktober 1887 in Halle a. S. geborene Max Eige jagten sich dort eine Kugel in den Leib. Die beiden jugendlichen Selbstmörder liegen in ber Charité schwer darnieder. Wie lange die Jungen aus dem Elternhause fort sind, was die Veranlassung zur Flucht und zu der unseligen Tat gegeben hat, ist noch völlig unbekannt. Daß aber etwas Böses vorgegangen sein muß, beteist ein Brief, der bei Wohlrath geunben wurde und in dem er Eltern und Geschwister bittet, ihm die Schande zu verzeihen, die er über sie gebracht. Heiratsschwindler und Betrüger. In Schöneberg hat der Dr. chem. Christianson nach berühmtem Muster drei Brautens" sigen lassen, troßdem er selbst starf verheiratet ist. Er hat den Ehereflektantinnen bedeutende Summen abgenommen. Der Herr Doktor, der nicht auffindbar ist, wird jezt auch von den Gerichten wegen eines etwas derberen Schwindels gesucht. Er hat einer Frau in Frankfurt a. D. eine Lebensversicherungspolize, auf 10 000 Mark lautend, für 6000 Mart verkauft. Das Papier hat sich aber als ,, Blüte" erwiesen. Was konnte auch von solcher Pflanze", wie der Herr Doktor zu sein scheint, anders kommen? V Eine Grabschändung aus Rache. In der schweizerischen Ortschaft Ropraz( Kanton Waadt) fand man das Grab der eben verstorbenen Rosa Gilliéron, geöffnet und die Leiche in der grauenhaftesten Weise verstümmelt. Den Kopf hatten die Leichenschänder in einen nahen Bach geworfen. Unter dringendem Verdacht, die Tat begangen zu haben, wurden die beiden Brüder Heinrich und Ludwig Caillet aus Buichérens verhaftet und in das Schloß Dron gebracht. Die Eltern der Caillets sind beide im Zuchthause gestorben, wo sie wegen Raubes fünf, resp. sechs Jahre abzusißen hatten. Obmann der Geschworenen, die damals das Urteil sprachen, war der Vater des Opfers der Leichenschändung in Ropraz gewesen. Dafür hatten ihm die beiden Brüder Rache geschworen, die sie nun auf so schauerliche Art ausführten. [ Therese Humbert im Gefängnis.] Die ,, Concier gerie", in der die Schwindlerin Therese Humbert gefangen figt, ist kein sogenanntes fideles Gefängnis". Es ist ein wirkliches Gefängnis mit sehr schwarzen Mauern, welche sichern, mit kleinen, mit dicken Eisenstäben versperrten Fensterchen, welche kaum das Tageslicht durchlassen, mit falten Steinplatten, mit Schweigen und Mißbehagen, wie die Gefängnisse, die man in Sensationsdramen sieht. Hier bewohnt die ,, große Therese", wie die Pariser sie nennen, eine finstere Belle. Ob sie sich wohl langweilt? Man weiß es nicht. Wünscht sie sich ein weniger dunkles und feuchtes Asyl? Sie sagt es nicht. Sie besißt keinen Pfennig und muß die Gefängniskost essen. Sie spricht nicht, sie geht nicht auf und ab, sie liest nicht, sie schreibt nicht. Sie tut nichts! Ganze Stunden sißt sie auf dem Bettrand, die Hände im Schoß, und starrt ins Leere. Worüber sinni sie nach? Ueber das Rätsel des Lebens? Sie unterbricht ihr Sinnen und Träumen nur, um nach ihren weißen Hand schuhen zu sehen. Sie besitzt zwei Paar solcher Handschuhe, die sie hegt und pflegt wie ein geliebtes Wesen Ihre größte Sorge ist, vor dem Untersuchungsrichter ir korrekter Kleidung zu erscheinen, aber wenn die Untersuchung noch länger dauert, wie will sie dann mit zwe Baar Handschuhen auskommen? Womit wird sie am Tage des Gerichts die Hände bedecken?! ::[ Was eine englische Schriftstellerin haßt.] Eine englische Revue hat eine sehr bekannte Schriftstellerin gefragt, was ihr auf der Welt am meisten verhaßt sei. Sie erwiderte: 1. der Mann, der sich für einen allmächtiger Gott hält, 2. die Frau, die ihr Leben nicht mit Reinheit und Treue einer großen Liebe weihen kann, 3. die rad fahrenden Frauen und im allgemeinen alle Frauen, die äffische Nachahmerinnen des Mannes sind, 4. die amerika nischen Millionäre, 5. Mr. William Archer( ein für Ibsen schwärmender englischer Kritiker) und sein Gott Ibsen 6. die Frauen der hohen Gesellschaftskreise, die den öffent lichen Verkauf ihrer Photographien gestatten." Vermischtes. !!![ Eine Vismard- Anekdote] wird im Schwäbischen Merkur erzählt: Ein Herr aus Krefeld, der häufig als Gast im Hause des Fürsten Bismard war, war dort einmal mit seiner jugendlichen Tochter zum Tee. Als zu diesem gerufen wurde, bot der Fürst dem Fräulein den Arm, und als diese in respektvoller Scheu sich zurückhält, munterte er sie mit den Worten auf: Kommen Sie nur, mein Fräulein; Sie müssen sich beizeiten daran gewöhnen, nit einem braven Mann gleichen Schritt zu gehen!" A[ Begasus im Joche.] Auch unter den Dichtern gibt es doch noch praktische Leute, wie man daraus ersehen kann, daß jetzt einer derselben, Herr Franz Pf., den undankbaren Musen den Dienst gekündigt hat und in Berlin eine Wild- und Geflügelhandlung betreibt. Der Erdichter führt sich bei seiner Kundschaft mit folgenden schwungvollen Versen ein: Dichter von heut'! Einst träumt' ich von Gold und von Ehre, Von fünft'ger Unsterblichkeit, Verhaucht sind die Jugendträume, Entflohen wie weit wie weit! Den Kopf voll von gold'nen Gedanken, Von Plänen, so hoch und so hehr, Wie voll war das Herz stets gewesen, Doch leider der Magen wie leer! Heut' handle ich brav und vernünftig Mit Federvieh, Hirschen und Reh' Und voll sind, wenn leer Kopf und Herz auch, Der Magen und das Portemonnaie! Fahrt wohl denn, ihr Jugendträume, Ihr Trugbilder früherer Zeit! Es handelt mit Hasen und Gänsen Ein Zerrbild der Dichter von heut'!!! Daß er sein Vorleben ernstlich bereut, zeigt folgende menschenfreundliche Ankündigung am Schluß der Reflamezettel: Zur Beruhigung! Zum Einwickeln der Waren benute id meine Gedichte nicht!! D. D Es wäre nur zu wünschen, daß andere moderne Dichter diesem nachahmenswerten Beispiel folgten. V[ Die Notbremse.] Fährt da neulich ein Bäuerlein von Regensburg nach Straubing und studiert während der Fahrt die Vorschriften über den Gebrauch der Notbremse. Was da geschrieben, scheint ihm unglaublich und, um sich zu überzeugen, faßt er den Griff und zieht. Der Zug hält; Zugführer und Schaffner eilen herbei und fragen, was geschehen sei. Das Bäuerlein antwortet gemütlich: Fahren's nur wieder weiter, das Ding geht wirklich ausgezeichnet." Wie viel es dem Bäuerlein ge kostet, verschweigt des Sängers Höflichkeit. [ Marconis erstes debut.] eine hübsche Marconi Anekdote erzählt die Tribuna": Als der Erfinder der , Telegraphie ohne Draht" das Technikum in Livorno be suchte, war er bei einer bürgerlichen Familie in Pension, bei welcher auch zwei Gymnasiallehrer wohnten. Eines Tages ließ die Wirtin das ganze Haus mit elektrischen Glocken versehen. Der Student Marconi behauptete bei dieser Gelegenheit, daß die Elektriker sich hätten die Drähte sparen können. Das hielten nun die beiden Gymnasial lehrer zunächst für einen Scherz. Als Marconi aber fest bei seiner Behauptung blieb, erklärten sie, dann sei er ein eitler Renommist. Kommen Sie morgen früh in mein Zimmer, dann sollen Sie den Beweis haben," erwiderte Marconi. Als die Gymnasiallehrer sich am nächsten Morgen pünktlich einstellten, gab Marconi dem einen von ihnen einen Besenstiel, an welchem eine Glocke be festigt war, und ersuchte ihn, diesen Apparat" in irgend eine Ecke zu stellen; dem anderen gab er nur eine Glocke mit dem Ersuchen, sie hinzulegen, wo er wolle. Jener lief sich das nicht zweimal sagen und legte sie bald aufs Bett, bald auf den Tisch, bald auf den Schrank. Sobald er sie hingelegt hatte, begann die Glocke ,, wie verrückt" zu läuten. Die beiden Lehrer verließen schließlich das Zimmer und Tiefen auf die Straße, wo sie zuerst wortlos auf- und abgingen. Dann haben sie zugleich die Köpfe und sprachen: ,, Hast du gesehen, wie er uns zum besten hatte?! Unt doch möchte ich wissen, wo die Drähte waren!" " )-( Der Enkel des Mormonen- Propheten Brigham Young, William Hooper Young, der in Newyork inter Mordanklage stand, ist dem elektrischen Hinrichtungsstuhl entronnen. Er war von der Anklagebehörde des ,, Mordes im ersten Grade", auf welchem die Todesstrafe steht, angeschuldigt worden, indessen wurden plötz lich die Verhandlungen gegen ihn unterbrochen und der Richter erklärte, Young habe sich bereit erklärt, ein auf ,, Mord im zweiten Grade" lautendes Schuldbekenntnis anzuerkennen. Das Bekenntnis wurde zur Ueberraschung des Publikums vom Gericht und dem Vertreter der Anklage angenommen und der Gefangene dann sofort su lebenslänglichem Gefängnis verurteilt. Der Verurteilte hatte, wie seiner Zeit berichtet, eine junge Frau Anna Bulizer in seine Wohnung gelockt und dort auf graujame Weise umgebracht. Er hatte dann den Leichnam zerstückelt und in einen Sack genäht, den er in der Bai von Newart zu versenken suchte. Auch ein Scheidungsgrund.] Amerikanische Blätter erzählen die Geschichte einer Mrs. Welch aus Baltimore, die die Scheidung von ihrem Ehemanne beantragt und auch durchgesetzt hat, weil dieser, ein leidenschaftlicher Insettensammler, die seltsame Angewohnheit hatte, in seinem Schlafzimmer ungezählte Raupen, Käfer, Spinnen, Rüsselkäfer, ja sogar große Taranteln in Freiheit aufzuziehen. Dabei ist es freilich nicht erstaunlich, daß Mrs. Welch, wie sie vor dem Gerichtshof erklärte, schreckliche Nächte durchzumachen hatte. Kurzes Allerlei. Der italienische Unterrichtsminister Nasi hat die Absicht, das Theater des Marcellus, eines der schönsten Baudenkmäler des römischen Altertums, freilegen zu lassen. Das Theater ist jeßt eingeschachtelt zwischen Nebengebäuden des Palastes Orsini. Aus Leipzig kommt die wie ein Fastnachtsscherz klingende Kunde, daß Schlammrückstände" des Wassers der Mulde in der Nähe des fleißigen Ortes Aue e inen starKen Goldgehalt aufwiesen. Mit nicht zu unterschätzender Schnelligkeit hat sich angeblich tium von Kapitalisten" der Mulde und ihres gleißenden schon ein Konsor Inhalts angenommen. bie frühere tgl. bayrische Hofopernsängerin Karola Berger alsbann Tragisches Geschte einer Skugerin. In Wien wurde zurüdgew wegen Taschendiebstahls verhaftet. Sie wurde aber nicht heimmitte ins Gesängnis, sondern in die Frrenklinik gebracht. Bor in ihrer Jahren war sie eine berühmte Sängerin. Da traf jie ein Staatsfetr furchtbares Unglück, das ihre ganze Karriere vernichtete. daß alle B wenn ein Im Jahre 1894 wurden ihr während der Fahrt auf der Südbahn zwei Finger abgequetscht. Die Finger mußtan Finger, die sie seither trägt. Toch der Unfall hat derart auf ihren Geist eingewirkt, daß sie nerventrant geworden Schauplaze ihrer großen Bühnenerfolge verschwinden. amputiert werden und die Sängerin erhielt zwei künstliche sei. Nach fition des Der nächste ist. So mußte sie auch im Zenith ihrer Karriere jäh vont nommen Befferftellu Seit fast einem Jahrzehnt steht sie unter Kuratel. Zweiteilung, di wurde. mal schon hat sie in irrenärztlicher Behandlung gestanden und dem und ebenso oft ist sie in Irrenanstalten interniert gewesen. Es ist zweifellos, daß sich die geistige Störung auch in der Kleptomanie äußert, da die ehemalige Sängerin schon wiederholt beim Taschendiebstahle attrapiert wurde. Debatte Schwefter forde jchl Abg. Sf Baftorie Diatoniff Erwiderum Debut einer Flugmaschine. Aus Washington wird berichtet: Professor Langlers Flugmaschine, welche sich bis jetzt von dem Boden nicht zu erheben vermochte, hat s bei dem dieser Tage herrschenden starken Sturme zu ihrer ersten Luftfahrt gebracht. Sie war an einem auf dieses Fahrzeug in ziemlich erratischen Kurven auf dem Wasser umher. Der Schluß war der, daß das Boot mit einem Dampfer heftig zusammenstieß und demselben ver schiedene Beschädigungen beibrachte, worauf das Seil riß und die Flugmaschine ins Wasser flog. Bielversprechend für die Zukunft! dem Potomac liegenden Hausbɔot befestigt und schleppte Abg. Rö Bunte Chronif. In Wien wurde der Raubmörder Schönekl, der seiner Zeit das greise Fräulein Jülich, Inhaberin einer Tabakstrafik, auf grausame Weise förm lich abgeschlachtet hatte, zum Tode durch den Strang verurteilt. Der Verurteilte verzichtete auf das Rechtsmittel der Nichtigkeitsbeschwerde. -In Spandau wurde der Laden des Juweliers Brose von Einbrechern vollkommen ausgeraubt und Gold- und andere Gegenstände im Werte von 12 000 Mart gestohlen. Die Täter sind bis jetzt noch nicht ermittelt worden. Bei der Pariser Konfetti- Schlacht kam es zu Ausschreitungen. Rowdies und Zuhälterbanden stießen und borten das Publikum und versuchten, die Konfettiwerfer auszuplündern. Die Polizei nahm vierhundert Verhaftungen vor, von denen allerdings nur 17 aufrecht erhalten werden konnten. Die Gegner der Konfettischlachten benutzen den Vorfall, um ein Verbot gegen das Konfetti wersen herbeizuführen. - Nach dem Berichte eines bekannten Arztes sind in Portugal 1500 bis 2000 Fälle von Ausjazz nachgewiesen. Von einer Absperrung der Kranten ist keine Rede. Diese mitteilungen haben erhebliches Aufsehen und Unruhe er regt, da von der Existenz der Lepra in Portugal niemand unterrichtet war. - Die fünfzehnjährige Tochter des Herrn James Wal lei in Mostau war spurlos verschwunden. Der Rater seßte eine Prämie von 100 Rubeln zwecks Auffindang seines Kindes aus. Nun wurde das unglückliche Mäbchen dieser Tage im Danilowschen Männerkloster physisch und moralisch gebrochen aufgefunden. - Bei den elektrischen Schnellfahr- Versuchen auf der Berlin- Bossener Militärbahn wurde während einer Zeitdauer von etwa 3 Stunden eine Weglänge von 250 Stilometer zurückgelegt. Es würde dies einer Reise- Geschwin digkeit von 85 Kilometer in der Stunde gleichkommen. 30. Eitung. Preufsifcher Landtag. Haus der Abgeordneten. - Sonderwünsche. - politifchen und mit de daß fie die sostale Re ( 8u wie berlaw Gießen au und Schr night felbf V Kreiſe G versammlu mit verschw freten. M Baurat D Gießen un Stadtvorste Darmstadt leben zu mitgeteilte aufgeworfer Bon Inter armenberbä Gefeßes nic Ausführung Unterflügur drmenverban bilfabedürfti antame, wc oder ob er Koſten- Erfa anfprüche& fam des we auch die V Baurat Die Stellung Au und ihre An Kulofunger Eigener Bericht. bom Flid aus technisch Im weiteren Verlauf der Beratung des Eisenbahnetats kamen vorzugsweise Einzelwünsche zur Sprache. So verlangte der Abg. Heisler bessere Zugverbindungen nach Oberschlesien. Abg. Kittler verlangte einen besse ren Bahnhofsschuß gegen Bahnbiebstähle, was von Regierungsseite zugesagt wurde. Abg. Ring empfahl ebenfalls mit Erfolg die Einrichtung eines Kursbuchs für die Viehtransporte. Abg. Osthaus schlägt die Wiedergewährung der Sonntagsfahrten auf der Strede HanauFrankfurt a. M. vor. Abg. Goldschmidt wünscht eine Erleichterung des Beschwerderechts. Nach einem kurzen Zwischenspiel, in welchem ein Regierungsvertreter nachwies, daß für die Uebernachtungsgelegenheiten von Fahrbeamten auf den großen Bahnhöfen hinreichend Gorge getragen sei, legte der Abg. Gothein ein gutes Wort für die Aufhebung der Rückfahrkarten und Einführung der Einheitsbillets ein. Nach einer Serie von Spezialwünschen lokaler Natur, denen der Minister wohlwollende Erwägung verhieß, vertagt sich das Haus. 267. Sigung. - Deutscher Reichstag. Geheimmittelfragen. - Bferde die fr ist die Wal ftatiert wurd mit fich brin meinen Anfl noch Bespre Gemeindeine bereinigunge anderes. verschiedenen gehoben, daß Bevorstände, gung fei, wer neue Dentmal rung.- Her Bujammenfaff über die Ten Deuter den Be Serr Minist tung des Ge Eigener Bericht. Mit lauter Stimme zählte vor Beginn der Sigung der Präsident Graf Ballestrem die Anwesenden. Feier lich erklangen die Ziffern durch den Saal 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 acht Mann es waren und wurden nicht mehr. Dabei wechseln fortwährend die Gesichter. Auch Stadthagen ist wieder da, nachdem er sich in Italien von den Strapazen der vorhergehenden Verhandlungen erholt hat. Auf der Tagesordnung steht immer noch bas Reichsgesundheitsamt, wobei zunächst das Borsäureberbot zur Sprache tam. Die Freisinnigen sind Gegner des Verbots, was zunächst Abg. Dr. Zwick von der freisinnigen Boltspartei zum Ausbruck brachte; der konservative Abg. Dr. Oertel gab seiner Verwunderung darüber Ausdruc, daß die Freisinnigen sich stets der Surrogate annehmen, wie z. B. der Margarine und des Saccharins. Nachdem sich auch der nat. lib. Abg. Dr. Deinhardt für das Berbot ausgesprochen hatte, wics Stantsietretär Graf Posadowšty darauf hin, daß Borsäure von Pharmatologen als ein schädlicher Stoff anerkannt sei und daß Amerika selbst ein Gesez gegen biersäure angenommen habe. Der freisinnige Abg. Dr. Langerhans wollte sogar die Vorsäure mit Alkohol auf eine Stufe stellen, ein Vergleich, der von Dr. Oertel mit Entschiedenheit Qu Sofinung was die Bä rege, und so benn erst aus gange Birfune Beifall und di allen Seiten Flandes, wobei Gemannbezeic Tung und Sic fich noch in Anidlus an gefaßt: Die b erachten es jupes unt arbeitung d handfchriftlic hunderts ant ausbrüdlicher Gemeinden. Die Befich lern zum Bus as Intereffe ein. Sn Wien tourbe zurüdgewiesen wurde. Ginen wunden Bunft berührte gerin Karola Berger alsdann der Abg. Dr. Müller- Meiningen, die Ge** Bom 1. April d. 3. ab bürfen künstliche Süßstoffe,| Sacharin 2c., im deutschen Reiche nur noch in Apotheken Profeffor Göz aus Bonn einen Bortrag halten, im Römischen Kaiser" zu dem alle Protestanteu von Wezlar Der Vereins- Geistliche Sie wurde aber nicht heimmittelfrage nämlich; die Gesegesbestimmungen seien verfauft werden. Zuwiderhandlungen werden mit Geld- und Umgegend eingeladen werden. finit gebracht. Bor in ihrer Anwendung sehr lästig für die Zeitungen. ftrafen bis zu 1500 Mt. geahndet. rin. Da traf sie ein Staatssekretär Graf Posadowsky teilte hierzu mit, Karriere vernichtete. der Fahrt auf der Die Finger mußten thielt zwei fünftliche daß alle Beläftigungen für die Presse aufhören würden, wenn einmal die Liste der Geheimmittel veröffenlicht sei. Nach einer furzen weiteren Debatte wurde die PoUnfall hat derart fition des Reichsgesundheitsamts angenommen. Bei Der Handelsminifter hat angeordnet, daß jüdische Fortbildungsschüler an jüdischen Feiertagen auf Verlangen ihrer Eltern, Vormünder oder Lehrherren dem Schulunterricht fernbleiben dürfen. Am legten Samstag hielt die Contentia im - Pastor Arnold von Barmen wird am Sonntag drauf über die Frauenhülfe in den Gemeinden reden. Er wird Vormittags in der Hospitalkirche predigen und Nachmittags dort über diese wichtige Seite der inneren Mission Mit teilungen machen. Frankfurt a. M., 25. Febr. Der erst 16 jährige nach nach 4000 Mt. und für rventrant geworden der nächsten Position Patentamt, die ebenfalls ange- Rheinischen Hofe die statutengemäße Generalversammlung Kaufmannslehrling Albert Mack hat einer hiesigen Annoncen er Starriere jäh vom nommen wurde, wünschte der Abg. Paasche eine ab. Die Tagesordnung fand glatte Erledigung; der Ge folge verschwinden. Besserstellung der Beamten und eine bessere Arbeitsver- samtvorstand wurde einstimmig wieder gewählt. Der Ver: Vergnügungen ausgegeben. Das Geld; entnahm er[ der nter Kuratel. Bei teilung, die auch von dem Patentamtsdirektor Twele ein hat auch im vergangenen Jahre eine gute Bilanz erzielen Bortokaffe. Das hoffnungsvolle Bürschen wurde heute von Störung auch in bet wurde. Die Versicherungsanstalten entfesselten eine größeren Geldbetrag für Wohltätigkeitszwecke den maßgebenSängerin schon wie Debatte über die Krankenpflege durch barmherzige den Behörden auszuliefern. ehandlung gestanden interniert gewesen. piert wurde. und dem Staatssekretär Grafen Posadowsky zugesagt fönnen und ist demzufolge in der Lage gewesen, einen ** 8u unserm Bericht in der Samstagsnummer betr. der Straffammer zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt. Frankfurt a. M., 25. Febr. In einer hiesigen Wirtschaft am Mainkai war der ledige Heinrich Jörg aus Mömlingen i. D. eingeschlafen. Aus dem Schlafe aufge 13 Washington wirb forde schlägt bei Stapitel„ Reichsversicherungsamt" der die Aufstellung des Riesenpiano orchesters bei Sch. rüttelt. ging er, offenbar in schlaftrunkenen Zustande, auf najchine, welche sich Abg. Schmidt- Marburg( 3tr.) an; er flagt über Schneider Oswaldsgarten, sind wir nunmehr in der Lage den Main zu, stürzte über die Kaimauer in den Fluß und eben vermochte, hat " Pastorierung" katholischer Arbeiter durch evangelische mitteilen zu fönnen, daß dieses Werk einzig in seiner Art war an einem auf Erwiderung des Staatssekretärs nimmt zu langer Rede empfehlen dasselbe anzuhören. starten Sturme zu Diakonissinnen in schlesischen Heilanstalten. Nach kurzer ist. Nur ein Lob hören wir darüber, und fönnen wir jedem estigt und schleppte Abg. Nöside. Dessau das Wort, um auf die sozialKurven auf dem daß das Boot mi und demselben ver politischen Debatten der letzten Tage zurückzugreifen und mit der Rechten abzurechnen über deren Behauptung, orauf das Seil tik daß fie die soziale Gesetzgebung eingeleitet habe. 3. Bielversprechend e der Raubmörder e Fräulein Jüllich, caufame Weise form Giessener Cagesneuigkeiten. ( 8ur Reichstagswahlbewegung.] Die deutsh5 te auf das Rechts wie verlautet, merkwürdigerweise den Tierarzt Dr. Schmidtdurch den Strang foztale Reformpartei im Wahlkreis Gießen Nidda soll, Unterstüßung anhält. es Juweliers Bros: und Schmidt) aus einer Partei auf einmal Gießen aufzustellen beabsichtigen. Zwei Kandidaten( Köhler sollte das ubt und Gold- und 000 Mart gestohlen. nittelt worden. nicht selbst für Gießen ein wenig zu viel sein? ** Versammlung der Bürgermeister aus - ,, Armut" oder Frechheit? Krankheiten, Unglücksfälle oder Arbeitslosigkeit fann für manche Familie bittere Stunden der Not und Entbehrung bringen; wer wird da in solchen Fällen nicht unterſtügen und welcher edle Menschenfreund oder Freundin läßt da ein Bitten und Flehen unerhört? Daß es derartige verschämte Arme in großer Bahl giebt, wiffen wir alle; dieser Armut braucht man sich aber auch nicht zu schämen; wenn nur das Gewissen und das Herz rein, die betr. Familie ehrlich und redlich um - Ganz anders verhält es sich aber mit solchen Familien, in denen der Mann und die Frau der Arbeit aus dem Wege gehen, zur Arbeitszeit sich in den Wirtslokalen herumtreiben und zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes, der bei solchen Personen ja immer nicht so knapp ist, sich auf die Wohltätigkeit der pekuniär besser zur Bekräftigung dieser leider so traurigen Wahrheit folgende Beilen vor, welche per Zufall in unsere Hände gelangten. Den Namen wollen wir hier nicht nennen; es genügt für den Leser zu wissen, daß die Zeilen auf frischer Tat in der Frankfurter Straße aus den Händen eines bleichen hohläugigen Mädchens empfangen wurden, dessen Eltern unter die vorgenannte zweite Schablone gehören. Der Gegenstand: ein lieberlich, ungleichmäßig geriffenes Stück Druckpapier, beschmußt und mit genau folgendem Wortlaut: Gehrte Frau Direktor. berbem es zu Aus. Areise Gießen. Um Montag fane sine Bürgermeister geſtellten Mitmenschen verlaſſen, Deute liegen uns min banden stießen und versammlung in Hungen statt. Sie war gut besucht; die Konfettiwerfer mit verschwindenden Ausnahmen waren alle Gemeinden verierhundert Verhaftreten. Man sah außer den Beamten des Kreisamts, Herrn ur 17 aufrecht er Baurat Diehm, als Vertreter der Kreisbauverwaltung r Konfettischlachten Jegen das Monfetti Gießen und die Mitglieder des Kreisausschuss& und des Stadtvorstandes von Hungen unter den Anwesenden. Von ten Arztes sind in Darmstadt tam später Herr Ministerialrat Frhr. v. Biegeusjab nachgewiesen Leben zur Versammlung. Die Diskussion über die schon t feine Rede. Diese mitgeteilte Tag sordnung und über die in der Versammlung en und Unruhe er aufgeworfenen Fragen wurde angeregt und lebhaft geführt. Portugal niemand Bon Interesse war u. A. die Feststellung, daß einzelne OrtsMännerkloster phy dtag. 11. Eigester Bericht. armenverbände über ihre Unterstützungspflicht im Sinne des gerrn James Wal Gesezes nicht hinreichend im Klaren sind. Dies gab zu der undet. Der Bater Ausführung Veranlassung, daß nach dem Gesez über den zwecks Auffindang Unterſtüßungswohnsiz jeder Hilfsbedürftige von dem Ortsangüdliche Mäb ärmenverband unterfügt werden muß, in deſſen Beziak er nden. hilfsbedürftig werde; daß es dabei gar nicht darauf Versuchen auf der anfäme, wo der Betreffende seinen Unterstüßungswohnsitz ährend einer Zeit oder ob er überhaupt einen habe, sondern dies erst bei der länge von 250 often- Ersatzfrage in Betracht fäme. Wie diese Ersatziner Reise- Geschwin ansprüche zu sichern und wo sie geltend zu machen sind, unde gleichkommen. tam des weiteren zur Sprache. Besonderes Interesse fanden auch die Verhandlungen über Kreisstraßen und die Herrn Baurat Diehm veranlaßten, sich über Straßenbau und seine Stellung zu den beiden Systemen, Flick- und Walzsystem, und ihre Anwendung im Kreise Gießen zu äußern. Die Auslaffungen gipfelten in der Ansicht, daß der Uebergang bom Flick: zum Walzsystem für den Kreis Gießen sowohl aus technischen Gründen als auch in Rücksicht auf unsere 1g des Eisenbahn- Pferde die früher die Steine eintreten mußt n, während sie je zur Sprache. So ist die Walze einwalz, zu beginnen sei. Wenn auch konZugverbindungen statiert wurde, daß das Uebergangsstadium einige Störungen langte einen beffe mit sich bringe, so fanden diese Ausführungen doch allge= Sihle, was von Re meinen Anflang.- Es reihten sich an die Tagesordnung ing empfahl eben Kursbuchs für die noch Besprechungen über gemeinschaftliche Versicherung des Gemeindeinventars aller Gemeinden des Kreises, über Feldägt die Wiederge ber Strede Hana bereinigungen, Auslegung des Urkundenstempelges Bes und schmidt wünscht anderes. Die Vorteile der Feldbereinigung wurden von 3. Nach einem kur verschiedenen Seiten warm vertreten und besonders hervorRegierungsvertreter gehoben, daß, da Parzellenvermessung und Grundbuchanlage sgelegenheiten von bevorstände, die nächste Beit, die geeignete für Felobereinithöfen hinreichend gung sei, wenn man doppelte Kosten sparen wollte.- Das othein ein gutes neue Denkmalschutzgesetz fam als letzter Bunft zur Erörte hrkarten und Ein rung. Herr Kreisamtmann Dr. Kranzbühler gab eine then lokaler Natur, Zuſammenfassung der Geſetzesbeſtimmungen und ließ sich über die Tendenz des Gesetzes aus, das dem Volte die bebeuter den Beichen seiner Vergangenheit bewahren wolle. Serr Ministerialrat Frhr. von Biegeleben legte die Bedeulung des Gesetzes mit warmen Worten dar, und sprach die Hoffnung aus, daß der Stolz und die Teilnahme an dem was die Väter geschaffen", Alle zu reger Mitwirkung anrege, und so das Gesetz zu einem lebendigen Geseze" werde, benn erst aus der Sympathie des Volkes könne es seine ganze Wirkung schöpfen. Diese Ausführungen fanden lauten Beifall und die daran anknüpfende Diskussion brachte von allen Seiten eine verständnisvolle Würdigung des Gegengung verbies, ver tag. Elgenec Bericht. n der Sigung ber wesenden. Feier al 1, 2, 3, 4, 5, nd wurden nicht - - Gesichter. Auch ftandes, wobei auch der volkshistorische Wert alter FlurDa wir in Trauer gekommen sind Mein Stiefatter ift nähmlig gestorben wird Morgen früh um ½ halb 10 Uhr Beerdigt wo ich mit gebe es fehlt mir schwarze Kleider, Rock und Tailier und Schuhe am meisten ich möchte Ihn daher bitten daß Sie so gut sei möchten und der kleine einmal heute 1 Mart 50 Bfg. geben und hab 2 Rezepte in der an Pulver in der Apoteke liegen, wo die kleine gleich holen muß von der Stadt bekommen wir nichts deshalb möchte ich Ihnen bitten da ich es haben muß. Wenn wir die letzten 5 Worte betrachten und uns die beiden Ehegatten daneben, da müssen wir sagen, um unser soziales Elend wäre es um ein ganz bedeutendes besser gestellt, wenn so manchen Leuten ihr Verdienst, den sie doch nicht gut anwenden fönnen, nicht mit barer Münze, sondern mit Naturalien für die zu Hause hungernden Kinder ausgezahlt würde. Die Frau Direktor hatte zum Glück erfahren, von wessen Eltern das Kind geschickt wurde; eine Gabe blieb aus. Wir sind nun der Ueberzeugung, daß nicht Trauerfall, nicht die Not in der Familie die Veranlassung in diesem Falle war, sondern der Eltern Verlangen nach Vergnügen Fastnachten war ja- das die arme Kleine - vor die Tür der Reichen trieb. ertranf. *** Darmstadt, 24. Febr. Einen Karnevalswizz hatten sich in der Nacht zum Sonntag unbekannte junge Leute geleistet, indem sie dem Landgrafen Philipp dem Großmütigen auf dem Standbild am Theater eine große Serviette als Kravatte umgebunden hatten. Der ehrwürdige Herr nahm sich in dieser Vervollständigung seiner Toilette sehr merkwürdig aus. Die Kravatte wurde morgens von der Polizei heruntergeholt. Aus dem Taunus, 25. Febr. Die niedrigen Holzpreise haben es zu Wege gebracht, daß die Gemeinde Tröftel zum 1. Male seit undenklicher Zeit gezwungen ist, Gemeindesteuern zu erheben. Vom Oberwesterwald, 25. Febr. In Berod wurden beim Ausschachten der Gruben zum Bau der Wasserleitung 2 Arbeiter durch nachrutschendes Erdreich verschüttet. Der eine, Ludwig Schneider aus Berod, fand dabei seinen Tod. Er war verheiratet und hinterläßt eine Frau und 2 Kinder. ** Wie die Aerzte- Arbeit bezahlt wird. Unter 308 hessischen Krankenkassen, die ihren Aerzten ein Fiyum gewährten oder pro Mitglied eine Pauschalsumme zahlten, befanden sich, wie wir in der Korrespondenz des Verbandes der Aerzte Deutschlands lesen, unter anderen 16 Kassen mit 1 Mt. bis 1.50 Mt., 53 mit 1.51 Mt. bis 2 Mt, 48 mit 2.01 bis 250 mt. 119 mit 251 Mt. bis 3 Mt. und 31 mit über 3 Mt. pro Kopf. 18 Kassen berechneten das Arzthonorar nach Prozenten der Einnahmen und zwar 17-40 pCt. der Einnahmen. Das Honorar für die Einzelleistung ergab bei diesen Kassen, soweit sie zu berechnen waren, bei 19 Rassen auf höchstens 25 Pfa., aber auch abwärts bis zu 14 und 12 Pfg.,(!) bei 46 zwischen 26 und 50 Pfg., bet 64 zwischen 51 und 75 Pfg., bei 43 zwischen 76 und 100 Pfg. und bei 28 überschreitet es 1 Mt. Wir fügen zwei Ergebnisse aus Erfurt hinzu. Die gemeinsame Ortskrankenkasse Erfurt zahlte pro 1. Quartal 1901 pro Boint Konsultation, ausgenommen die erfte, 22 Pfg, in Hochheim bei Erfurt stellte sich die Einnahme aus einem Besuch auf 17 fg. Aus Hessen und nachbargebieten. Büdesheim, 25. Febr. Das 2 jährige Söhnchen eines Sattlermeisters fiel in Abwesenheit der Eltern so unerlittenen Brandwunden nach 2 Stunden starb. In Udenhausen brach am Dienstag Feuer aus. Litterarisches. Kaufmännische Organisation im Handwerk von Carl Eyrich. Ein Lehr- und Hilfsbuch für die gesamten KontorArbeiten des Handwerkers. Verlag von Carl Ernst Boeschel. Preis elegant gebunden Mt. 2.40. Die Zeiten sind vorüber, wo der Handwerker seine ganze Buch und Rechnungsführung in Form eines Notizbuches stets bei sich trug und wo er durch Verlust desselben zuweilen in große Verlegenheit geriet. Es hat sich auch für ihn die Notwendigkeit ergeben, seine Geschäftsführung nach dem Muster faufmännischer und industrieller Betriebe zu organisieren, d. h. so zu gestalten, daß ihm selbst bei bedeutender Ausdehnung des Geschäfts nie die Uebersicht verloren geht. Mit Recht wird daher allseitig dem Handwerker eine geregelte Buchführung als eine unentbehrliche Grundlage für einen erfolgreichen Geschäftsbetrieb anempfohlen. Neben ihr müssen aber die übrigen Kontorarbeiten, insbesondere die Preisberechnung oder Kalkulation und nicht zuletzt die Schriftfürhung als gleichwichtige Punkte betrachtet werden. sich in Italien Gewannbezeichnungen, sowie die Notwendigkeit der Samm- glücklich gegen den glühenden Ofen, daß es an den dabei En Verhandlungen ung und Sicherung des alten Urfundenmaterials, soweit es t immer noch das fich noch in Gemeindebesitz befindet, Ecwähnung fand. Im as Borfäureverbst Anschluß an letteres wurde folgende Resolution einstimmig Drei Hofcaiten brannten. Die Entstehung des Feuers ist Gegner des Ver on der freifinnigen tonservative Abg. darüber Ausdrud, crogate amehmen, ccharins. Nachdem nhardt für das intéfetretär Graf ure von Pharma annt sei und daß iure angenommen gerhans wollte gefaßt: Die versammelten Bürgermeister des Kreises Gießen erachten es zur Durchführung des gefeßmäßigen Urkundenschußes und zur Ermöglichung einer wissenschaftlichen Bearbeitung des Urkundenmaterials für erforderlich, alles handschriftliche Material bis zum Beginn des 19. Jahr hunderts an einem geeigneten Blaze zu sammeln unter ausdrücklichem Vorbehalt des vollen Eigentumrechts der Gemeinden. Die Besichtigung des Schlosses und der Kirche wobei das Interesse aller Beteiligten an diesen alten Baudenkunbekannt. Nieder- Gemünden. Unserem Hühnerzüchter Phil. Söbler, der schon mehrmals für seine ausgestellten Tiere auf Ausstellungen Auszeichnungen bekommen hat, ist auf der jüngst vom 20.- 23. Februar in Frankfurt a. M. stattgefundenen 9. Deutschen Nationalen Geflügel- Ausstellung für ausgestellten Hühner der vom Wetterauer Geflügelzuchtverein gestiftete Ehrenpreis zuerkannt worden. Nach Oberhessen sind außerdem nur ganz wenige Auszeichnungen gefallen. - ** Weglar. Ueber die Aufhebung des Paragraphen 2 it Gutschiedenheit mälern zum Ausdruck fam, schloß diesen anregenden Tag. des Jesuitengefeges wird nächsten Samstag Abend Herr ine Stufe ftellen, Marktbericht. Gießen. 26. Febr. Auf dem heutigen Wochenmarit lofteten Batter per Bib. 0.80-1.00 Mt. Sühnereier 1 St. 6-7 Pfg., Enteneier St. -00 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Bfg., Tauben per Paar RY. 0.80-1.20, Hühner per Stud Mr 1.00-1 70, Hahnen, per Stud Mt. 0,85-2.00, Enten per Stud 2.00-2.40, Gänse p. Bfd. 54-60 Pfg, Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Bfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Bf 66-76 Big. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfa., Kalbfleisch per Pfd. 66-72 Bfa, Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Bfg., Kartoffeln per 100 kilo Liter 18 Pfg. 6.00-7.00 Mt., 3wiebeln per 3t. Met. 6.00-7.00, Milch ver Wehlar, 25. Febr. Auf dem hiesigen Wochenmarkt fostete bas Pfund Butter 1.05 Mt., Eier 2 Stüď 12 Pfa. Holzverkäufe und Holzversteigerungen. Fürstliche Oberförsterei Lich. Montag, den 2. März, vormittags 9 Uhr in den Distriften Häuserberg, Schießacker und Westphälisch- Eck. An demselben Tage, mittags 12 Uhr im Distrikt Langeberg. Die Busammenkunft ist im Zuge der demnächstigen Kreisstraße Nieder- Bessingen- Langsdorf, im Distritt Langeberg, wo das von Mühlsachsen her chauffierte Wegstüd aufhört( früherer Pflanzgarten). S. Inserat. Kirtorfer Stadtwald, Distrikt Spiz, Abt. 3 tommen Montag, den 2. März zum Ausgebot: 430 Kiefern- Stämme mit 237,58 Fftm. 2 Birten- Stämme mit 0.66 Fftm. Sämtliche Stämme sind ohne Rinde gemeffen. Busammenkunft vormittags 9 Uhr im Distrikt Spit 3. Im Jede Unregelmäßigkeit beim Zustellen der Zeitungen bitten wir sofort direkt uns melden zu wollen. Die Expedition. Gestorbene. Am 25. Febr.: Gertrude Borchardt, geb. Odendahl, 82 Jahre 11 Monate alt, Rentnerin dahier. Beerdigung: Samstag, den 28. d Mts. nachmittags 3 Uhr, vom Sterbebause, Steinstraße 17, aus. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruckerei, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. D e 9 Bekanntmachung. Giessener Das Umlagefatafter ber land- und forfimiliaftigen Konzert- Verein VI. Konzert In der Turnhalle. forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, fortgeführt für 1902, liegt zwei Wochen lang, nämlich vom 27. Fbruar bis zum 13. März 1903 ds. Js. auf der Bürgermeisterei( Bimmer Nr. 15) zur Einficht der Beteiligten offen. Etwaige Einsprüche gegen den Inhalt dieses Ratasters gegen die Aufnahme oder Nicht auf. nahme der Nebenbetriebe in das Kataster, gegen deren Beranlagung und gegen die Einschätzung der Betriebsbeamten Sonntag den 1. März 1903, abds. 5, Uhr präzise. und Facharbeiter find innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Offenlegung bei dem Vorstande der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Darmstadt bei Meidung späterer Richtberüdfichtigung vorzubringen. da Gießen, 25. Februar 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Verdingung. mit einer Haupt Probe am Samstag den 28. Febr. 1903, abds 5, Uhr präzise. Dirigent: Herr Grossh. Univ- Musikdirektor G. Trautmann. Sellsten: Fräulein Marle Busjäger aus Bremen( Sopran), Chor: Die zur Teilung des Reichensaales in der Stadttaabenschule, sowie zur Beschaffung von Einrichtungs- Orchester: gegenständen für bret Schultlassen erforderlichen Zimmer, Weißbinder- u. Schreinerarbeiten sollen Dienstag, ben 8 März 1. 3, Vorm. 11 Uhr öffentlich bergeben werden. Plan, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserer Schreibstube, Zimmer Nr. 3 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Termin bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, am 25. Februar 1903. Städtisches Hochbauamt. J. V.: Gerbel. Gaskoks. In der Stadtverordnet n Bersammlung vom 22. b. Mts. wurbe beschlossen, die am 10 April d. J. feftgefeßten Preise bis auf weiteres beizubehalten, mit der einzigen Ausnahme, daß der Preis Frau Helene Bratanitsch- Hellmrich aus Frankfurt a M.( Alt). Herr Richard Fischer aus Frankfurt a. M.( Tenor). Herr Rudolf Hellmrich aus Frankfurt a. M.( Bass). Der Akademische Gesangverein. Das Vereins- Orchester( Kapelle des Inf- Regts. Nr. 116 ,, Kaiser Wilhelm II", verstärkt durch andere geehrte Künstler. Programm: 1. ,, Die erste Walpurgisnacht", Ballade von Göthe für Soli, Chor und Orchester, op. 60, komp. 1831 bis 1832, umgearb 1842 F. Mendelssohn- Bartholdy. 2. Neunte Symphonie mit Schlusschor über Schillers Ode an die Freude, op. 125 in D- moll, für Orchester, Soli und Chor, begonnen 1817, vollendet 1823 Telegramm! Nicht selbstgemahlenes aber selbstgebackenes garantiert reines Kornbrot, schmackhaft, mit und ohne Butter, empfiehlt Wilhelm Lein, Bäckermeister, Klein- Linden. Atelier für Portraitmalerei Ten Otto Fritz akad. Kunstmaler. Unterricht. Plockstrasse B a M. Farbiges Panorama von Giessen 45X 65 zu 5 Mk. Kartoffeln rökte Auswahl in nur prima und Speise und Salatkartoffeln, empfielt bie Kartoffel Ges üsehandi ng J. Hankel, Schloßgasse 6. Prima Betonties Lahnland unb Bandeisen, eine größere Menge, hat sehr billig abzugeben die Gießener Verlagsdruckerei ( vorm. Wilb. Keller). Spareinlagen werden je nach Kündigung bis 4% verzinzt beim Vorschuss Verein Juchen, eing. Gen. m. 1. beschr. Haftpflicht zu Jüchen. Ge schäftsbericht u. Sparbedingungen franco zu Diensten. Spareinlagen können auch per Post eingesandt Gartenties werden. gefiebt und acwaschen empfehlen Dampfbaggerei. Lagerplay: L. van Beethoven. Gebr. Kahl, Eintrittskarten sind in der Musikalienhandlung des Herrn Ernst Challier( Rudolphs Nchfl.) für Studierende auch bei Herrn Hausverwalter Stork und abends an der Kasse zu haben. Zum Konzert: Sperrsitz 4 Mk., Eintrittskarte 3 Mk, Studentenkarten 1 Mk. Zur Hauptprobe: Eintrittskarte 1.50 Mk, Studentenkarte 1 Mk., Schülerkarte 50 Pfg. Vollständige Texte 20 Pfg. Bürgergesellschaft. für Nukkots, Größe Nr. 2, um 5 Pfennig für den Gentner herab- Samstag, 28. Februar, abds. 8 Uhr 20 Min. gefeßt wird fodaß die Nuklots Nr. 1 und 2 jeg gleichen Preis haben. Die Rotopreife stellen sich biernach wie folgt: Für den Zentner ab Berkaufsstelle: Std- Boks uk- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiede nen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert:) 1,10 Mr. Größe Br. 1. etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, gangbarste Sorte 1,25 Mr. Größe Br. 2, fleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit. 1,25 Mr. Stückkoks 1,05 Mr. Buhkoks Dr. 1 1,20 Mr. Ja agenladungen von mindestens 36 Zentnern: Juskoks Jr. 2 Bet Entnahme von mindeflens 200 Zentnern: Stückkoks Bußkoks Br. 1 Jukkoks Jr. 2 1,20 Mr. 1,00 Mr. 1,15 Mr 1,15 Mr. mehr Doppel. Für Kotsabnehmer, welche wet und waggons bezichen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 fg. pro Gentner. berechnet. Für Anfuhr an das Haus werben 5 Pfennig für den Zentner NB. Sofern das Verbringen der Stofs bis zu 6 Zentnern - auf die betr. Lagerpläge( Keller, Stall ic.) mit feinem außergewöhnlichen Zeitaufwand verbunden ist, geschieht bies ohne besondere Vergütung. Im Gaswerk findet nur ein Verkauf von über 5 Gentner Koke ftatt; bagegen bleibt bei folgenden biesigen Firmen der Kleinverkauf unserer Gaskoks von 1 bis 5 3entner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bachenbeimer u. Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplag 9, Emil Bistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Kaplansgasse 5, Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gastofte jamt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gascots für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oftroirüdver= gütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wafferwerk Gießen. Otto Bergen. Bekanntmachung. Die am 28. Auguft 1902 angeordnete Sperre der Sandgasse zwischen Löbers Hof und Stallgaffe wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. Februar 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Im Intereffe einer möglichst frühzeitigen Jnangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsprechan schlüsse spätestens bis zum 15. März an die Kaiserlichen Telegraphenanstalten eingereicht werden. Verspätet angemeldete und in Folge dessen außerhalb des Bauplans herzustellende Anschlüsse können in dem nächsten Bauabschnitt nur dann ausgeführt werden, wenn die Antragsteller zu den entstehenden Mehrkosten einen Buschuß von 15 Mt. leisten. Uebersteigen jedoch diese Mehrtoften 50 mt, so wird der wirkliche Betrag derselben eingezogen. Darmstadt, 17. Februar 1903. Raiserliche Ober- Bostdirektion. Robelt. 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