beiten. mechanismen werden nad weis auf den ermit öffentli inter runter runter Befrönungen ge. nferm 3we en; Angebo elbittoftenpo ft find aufg 3, den 5. R em Gröffnung niverfitats g. Vornahme 26. Oktober 3- und Fahr en. 8. ordnete Spen gasse und en. A. dnete Spent 11. ehoben. g. er 1903 wurde nhalt, 1 Schen tter. brauner Hente fundenen Gege bei uns gelte en. A Deuze Nr. 250 Zweites Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgebolt monatlich 50- Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitage. Samstag, den 24. Oftober 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertiondpret 68: Die einspaltige Petitzeile für Sießen wir ganz Oberheffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 Pfa. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Boftzeitungsliste No. 3869. Redaktion und Erbedition: Gießen Neuenweg 98. Fernsprechenschluß Ar, 363. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Hus der Reichsbauptstadt. -Wandelbilder von Spectator. Die herrlichen Zierblumen in den Vorgärten der Vororts Villen bieten jetzt einen bejammernswerten Anblick am frühen Morgen. Vom Herbstreif, der Avantgarde des Winterschnees, bedeckt, zittern sie vor Kälte und frümmen sich blaß und ängstlich zusammen und neiden ihren Genossen im Blumenladen das warme behagliche Plätzchen. Ja, es ist teine Zeit mehr für Blumen und selbst der- Rosenstiel, dem man draußen in Moabit einiges wegen seines Geschäftes Wucher en gros zu erinnern hatte, kann seine Tätigkeit vor der Oeffentlichkeit als Angeklagter in dent Wucherprozeß noch nicht ausüben, da er wegen Vertagung der Verhandlung vorderhand noch in dem Dunkel des Moabiter für derartige Gewächse bestimmten Hauses zu über vintern hat. Während er vermutlich den Aufenthalt im Freien seinem jezigen vorzieht, zieht es die anderen in normaler Position befindlichen Menschen mehr zum häuslichen Herd oder zur Zentralheizung der öffentlichen Unterhaltungsfabriken. Ausgenommen die leidenschaftlichen Jäger und Autler. Die ersteren benußen jeßt fleißig die Gelegenheit, allerlei Wild durch drohende Schüsse nervös zu machen und, wenn nichts anderes, ein junges Mädchen als Jagdbeute nach Berlin zu bringen; freilich nicht zu„ Muttern". Man hat ja Beispiele dafür; das vermißte junge Mädchen, das von den Zeitungen als Jagdbeute eines ollen ehrlichen" Berliner Nimrods bezeichnet wird, ist ja bis heute noch nicht ermittelt. Und wenn man auch nicht zu befürchten hat, daß das arme Ding als falscher Hasenbraten" Verwendung gefunden hat, so ist es doch zu bedauern, daß man weder den Jäger noch seine Beute bisher entdeckt hat.. Die Auto- Brüder aber ließen es sich nicht nehmen, der Hauptstadt noch nachträglich ein Sommer- Ereignis zuzufügen. An dem Tage, da zur Enthüllung der Kaiser und Kaiserin Friedrich- Denkmäler Militär und Himmel ihre grauen Mäntel angelegt hatten, fuhren sie draußen auf der Westender Trabrennbahn um die Wette. Es ist gewiß schon viel über den Automobilsport geschimpft worden; aber so, wie hier, wurden die Töff- Töffs sicherlich noch nie in dert Schmitz gezogen. Von diesent Material gab es nämlich reichliche Massen bei dent Dauer- Landregen, und so fam es, daß die rauchenden Fahrzeuge bald aussahen, wie eine Spottgeburt ven Dreck und Feuer". Und sicherlich hätte das bei dent Feste" verbrauchte Benzin nicht hingereicht, alle die Flecken zu reinigen, die dieses Festfahren" verurfacht hat. Und als ich wieder in die Stadt zurückkehrte, begriff ich erst die eigentümliche Stellung der Tänzerin Saharet auf dem Plakat der Anschlagsäulen, von dem aus sie den harmlosen Wanderer mit der großen Zehe in den Wintergarten" winkt. Daß sie so ängstlich das eine Füßchen bis über den Kopf erhebt, kann nur die Furcht vor dem Straßenschmutze sein. Das fast sprichwörtlich gewordene Pech, das den Automobilsport verfolgt, wie der Benzinduft das einzelne Fahrzeug, zeigte sich aber eigentlich erst nach dem Rennen; denn jeit diesem vom Regen verpfuschten Unternehmen lacht die Sonne mit faltem Hohn auf die Arrangeure herab. Freilich ist es ein sehr kaltes Lachen und die Gesichter der Erdgeborenen sind fast so blau, wie das des Himmels. Und feiner, der nicht gerade eins der neunundneunzig Denkmäler ist, die Berlin jetzt zählt, bleibt überflüssigerweise auf der Straße stehen. Mit den armen Denkmals- Figuren aber bat man hier fein Mitleid, sonst hätte man nicht die arme heilige Gertrud, die an sehr zugiger Stelle auf der Gertraudtenbrücke steht, gerade jetzt der immerhin wärmenden Schmußkruste, die statt des erhofften Edelrostes ihre Figur umkleidete, beraubt. Und wer bedauert sie, die gute Schutzpatronin der Mäuse? Nicht einmal die ,, süßen Mäuschen", die die Brücke mit ihren Verehrern passieren, von denen sie am Geschäft oder an der Normaluhr erwartet worden sind. ne jegliche No nicht wundern; denn sie steht in jenem Viertel, das sich er Sig Höl ngen oder da durch ein fallen. and stilgerecht ölzing. Me Baris 1900 Wenn es wahr ist, daß es das Geschäft so mit sich bringt", daß es das Mitgefühl mit sich nimmt, dann darf die arme Heilige sich über die Gefühllosigkeit der Passanten immer mehr zur reinen Geschäftsstadt entwickelt. Der Oftober- Umzug soll wieder erheblich dazu beigetragen haben, daß die Berliner Bevölkerung nach dieser Richtung„ berrückt" ist. Noch mehr, als bisher, machte sich nach der vor. läufigen Statistik bei dem letzten Umzugstermin die Erfahrung geltend, daß das Wohngebiet sich immer mehr nach der Peripherie und den Vororten ausdehnt, und die Häuser im Zentrum sich mehr und mehr zu wohnungsreinen Geschäftshäusern umwandeln. Kunft und Wiffenfchaft. DP. Professor Kuno Fischer amtsmüde. Der berühmte Heidelberger Philosoph Kuno Fischer hat an das schwarze Brett der Universität folgenden Anschlag anheften lassen: „ Nach leidvollsten Schicksalen fühle ich mich bei meinem hohen Alter nicht mehr fräftig genug, um akademische Amtsund Lehrpflichten zu erfüllen. Ich habe daher das großherzogliche Ministerium des Unterrichts gebeten, mich zu beurlauben." Kuno Fischer, der zu Sandewalde in Schlesien geboren ist, steht jetzt im 80. Lebensjahre. Seit 1872 wirft er in Heidelberg als Nachfolger Zellers. Der Landwirt. rn. Gegen die Ackerschnecken muß der Landwirt dieses Jahr ganz energisch vorgehen, da sie allenthalben starf auftreten. Es ist sehr zu empfehlen, das Kartoffelfraut, welches den Schädlingen Unterschlupf bietet. möglichst gleich nach der Ernte zu entfernen. Das ist in dieser Jayce um so mehr am Plate, als das Kraut an manchen Sorten, wie z. B. an Magnum bonum, vielfach krank ist. Auf einem derart abgeräumten Felde lassen die Schnecken sich mittels ausgelegten Kürbisschnitten oder Möhren födern und massenhaft fangen. Ein brauchbarer Köder ist ferner das Ausstreuen von Weizenkleie, die von den Schnecken gerne gefressen wird. Die vielfach verbreitete Meinung dagegen, daß Weizenkleie die Schnecken töte, ist irrig. Wo Enten und Hühner bei der Ernte mit auf den Acker genommen werden können, werden diese schon zum Teil unter den Schnecken aufräumen. Besonders sind aber diejenigen Tiere zu schonen, welche mit Vorliebe sich der Vertilgung der Schnecken hingeben: Spitzmaus, Igel, Maulwurf, Kröten, Stare, Krähen, Lauffäfer u. f. w. Vermischtes. [ Das gelobte Land der Antler"] scheint Irland zu sein. Dort machte jüngst ein Herr Mecredy Versuchsfahrten mit einer neuen Maschine, als er oder die Maschine sich plötzlich in den Kopf setzte, rückwärts zu fahren. Der Versuch gelang, aber plötzlich gab's einen Ruck, und die Maschine prallte gegen einen Körper; Herr Mecredy stoppte, sprang ab, hielt gewissenhaft Umschau und entdeckte unter den Rädern seiner Maschine einen Radler in bejammernswertem Zustande. Er wollte, wie es sich in solchen Fällen ziemi, einige Entschuldigungen stammeln, als der zerschmetterte Radler ihm das Wort abschnitt und ihm seine Karte überreichte, mit den höflich, aber energisch gesprochenen Worten: Bitte, sehen Sie lieber nach Ihrer Maschine und fahren Sie weiter; als ,, sportsman" sollten Sie doch wissen, daß man einen ,, sportsman" nie aufhalten soll!" Nach dieser heroischen Ansprache suchte der Radler seine Glieder zusammen, stieg wimmernd und ächzend aufs Rad, grüßte und verschwand. Am nächsten Morgen erhielt Herr Mecredy einen Brief: der Radler entschuldigte sich wegen der Störung", die er dem Autler verursacht, und erkundigte sich nach dem Befinden des Automobils. Ich werde," so fuhr er fort, infolge des Unfalls, den ich allein verschuldet habe, wahrscheinlich das Leben einbüßen und erlaube mir daher, Ihnen den dritten Teil meines allerdings nur kleinen Vermögens zu vermachen, damit Sie Ihre Maschine ausbessern können." Herr Mecredy war ob dieser Sportfreudigkeit des Zerschmetterten" so gerührt, daß er sich vornahm, in Zukunft Radler nur im äußersten Notfalle zu überfahren! †[ Die naiven Bauern.] Pilgerten da kürzlich, so erzählt ein russisches Blatt, sechs Bäuerlein friedlich und gemütlich auf dem Bahndamm der von Jaroßlaw nach Moskau führenden Bahnlinie. Plötzlich taucht hinter ihnen der Jaroßlawer Personenzug auf. Wie wahnsinnig pfeift die Maschine ihr ganzes Register von Warnsignalen herunter, aber die Bäuerlein kümmern sich nicht darum, denken:„ Pfeif' du nur, bis dir die Puste ausgeht" und schreiten seelenruhig fürbaß. Der Klügste gibt nach," kalkuliert die Maschine und bleibt stehen, mit ihr der ganze Zug. Der Zugführer und die Schaffner herunter von den Wagen und mit einem Satze hin zu den Mushiks. Warum sie auf die Signale nicht ge ichtet hätten, ob sie denn taub wären, oder was ihnen sonst n die Dickschädel gefahren sei?! O, sie hätten die Signale in der sehr gut gehört, antworten sie, aber sie hätten sich gedacht, daß der Zug ja ebenso gut ausweichen und auf den anderen Schienenstrang übergehen könnte. Einen Augenblick lang ist alles paff! Dann aber eins, zwei, drei hat man die Bäuerlein gepackt und in den Zug geworfen, und fort geht's nach Moskau, wo die naiven Sechs jetzt mit sehr gemischten Gefühlen ihrer Bestrafung entgegensehen. [ Gine moderne Amazone.] Die 18 Jahre alte Lucille Mulhall hat in South Mc Allister, Ver. Staaten, bei einem ,, Wett- Stierbändigen" den Sieg und den ersten Preis von 1000 Dollars davongetragen. Es gelang ihr von allen Wettbewerbern am schnellsten, drei Stiere mit dem Lasso einzufangen, zu Fall zu bringen und zu fesseln. Die fühne Stierbändigerin rühmt sich, eine Freundin des Präsidenten Roosevelt zu sein, der sie auf seiner Reise durch den wilden Westen kennen lernte und ein Bewunderer ihrer Reiterſtückchen war. [ Das verkannte Ständchen.] Ein Mißverständnis hat in Iserlohn große Heiterfeit hervorgerufen. Die Kammersängerin X. hatte dort ein Konzert gegeben und übernachtete im Hotel Sander. In demselben Gasthof logierten auch die Ausschußmidtglieder des westfälischen Feuerwehrverbandes. Diesen wurde num am Morgen ein Ständchen gebracht, das die Sängerin auf sich bezog. Sie fühlte sich durch die Aufmerksamkeit angenehm überrascht und spendete der Kapelle ihren Dank in klingender Münze, der gern in Empfang genommen und entsprechend angelegt wurde. [ Eine Polizei, die keinen Spaß versteht, I gibt es in Chersson. In einem dortigen Zirkus trat vor einiger Zeit der musikalische Klown und Verwandlungskünstler Trabelli auf. Eines Abends erbot er sich, das Publikum„ amerifanisch" zu photographieren und jedem Zuschauer die Momentaufnahme gleich mitzugeben; wer sein Bild nicht ähn lich finde, könne sich an der Kasse das Eintrittsgeld zurückgeben lassen. Jeder Besucher der Vorstellung erhielt dann einen kleinen Spiegel, in dem er sich betrachten konnte. Das war die amerikanische Photographie! Das Publikum nahm den billigen Scherz nicht übel und lachte herzlich darüber. Nicht so die Polizei. Sie glaubte, in der Anfündigung Travellis alle Kriterien des Betruges zu erkennen, und brachte die Sache zur Anzeige. Umsonst beteuerte der Klown unter feierlichen Schwüren seine Unschuld und wies auf den humoristischen Charakter der ganzen Veranstaltung hinder Friedensrichter ließ sich nicht überzeugen und verurteilte Travelli zu einem Monat Gefängnis! [ Die erste Zivilehe in Finnland.] Auf Grund der in Finnland geltenden Geseze wurde vor dem Rathausgericht in Wiborg zwischen dem Fräulein Etna Selin und dem Dr. Rolf Lagerborg eine Zivilehe eingegangen, die erste in Finnland. Dr. Lagerborg hatte vorher eine Abhandlung veröffentlicht, in der er aus den finnländischen Gesezen nachweist, daß eine solche Ehe in Finnland gestattet ist. So lautet 3. B. ein Gesetzesparagraph:„ Wenn ein Mann seine Braut entehrt, so handelt es sich um eine Che, die durch eine Trauung bestätigt werden muß. Weigert sich der Mann, die Trauung vollziehen zu lassen, und beharrt er bei dieser Weigerung, so wird die Betreffende für seine Ehefrau mit allen Rechten einer solchen erklärt." Dazu bemerkt Dr. Lagerborg: Hiermit bietet sich also allen denen, die sich weigern, eine kirchliche Trauung über sich ergehen zu lassen, die volle gesetzliche Möglichkeit, sie zu vermeiden." Berantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil Ibin Qlein: bas Botale, ben„ Gerichts." und„ Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermany Drud unb Berlag ber Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Kleine Ursache - große Wirkung! Nur eine Messerspitze voll Linde's Kaffee- Essenz und man erhält einen vorzüglichen Kaffee von köst icher Farbe und delikatem G.schmad! erziehlt die Hausfrau Suppen- und SpeisenWirkliche Ersparnis Küche- MAGGI's Würze. Man verlange ausdrücklich MAGGI's Würze! Sehr ausgiebig! Nicht zuviel nehmen! Lager le Expedition. 1Gin Meisterschuß. Mit einem Schuß ein Huhn und einen Hasen zu schießen, wird nicht mancher Jäger versuchen, soll aber jezt doch in Goldap einem glücklichen Nimrod gelungen sein. Herr J. und Dr. D. gingen auf die Hühner- und Hasenjagd. Indem sie gegen einen kleinen Hügel losmarschieren, gehen vor ihnen einige Hühner hoch. Herr. schießt in gerader Richtung vor sich ein Huhn herunter, und kaum liegt es auf der Erde, kommt vom Berge herab ein schwer angeschossenes Häslein herabgehumpelt und fällt ein Endchen hinter dem glücklichen Schüßen„ wider Willen" mausetot um.„ Was fehlt denn dem?" meinte ganz verblüfft Herr Dr. D., der Begleiter Is. ,,, ist Lampe etwa vor Schreck umgefallen?" Die Sache verhielt sich jedoch folgendermaßen: Der Hase hatte in der Schußrichtung am Berge gelegen und einige Schrote des auf das Huhn abgegebenen Schusses hatten ihn so gut getroffen, daß er nur noch einige Sätze machte und dann ein Opfer seiner Unaufmerksamkeit wurde. Die Geschichte soll zwar sehr unglaubwürdig flingen, aber vollständig wahr sein". Wir wollen das beste hoffen. [ Von einer ganz neuen Wunderwirkung der X- Strahlen] weiß ein französisches Blatt zu berichten. Die merfwürdigen Strahlen sollen imstande sein, neuen Geigen ein altes Aussehen zu geben. Man braucht die Geigen nur einen Tag lang der Einwirkung der Strahlen auszusetzen und erhält dann Instrumente, die mindestens 60 bis 70 Jahre alt zu sein scheinen. Vorsicht also beim Ankauf von Stradivaril [ Einen Schlag gegen den„ Feminismus] führte der Generalgouverneur von Kiew, indem er in einem Rundschreiben, das er an die ihm unterstellten staatlichen und kommunalen Behörden richtete, die Anstellung von Frauen auf Kanzlei- und anderen Posten der staatlichen und städtischen Institutionen untersagte; nicht einmal aushilfsweise sollen Frauen im staatlichen und kommunalen Dienst beschäftigt werden. Die bereits erfolgte Anstellung von Frauen erklärt der Gouverneur für ungesetzlich und fordert die administrativen Behörden auf, die angestellten Frauen sofort zu entlassen. [ Wie leicht im Theater eine Panik entstehen kann] und wie rasch das Publikum den Kopf verliert, wenn auch nur ganz haltlose Gerüchte von angeblich drohender Gefahr um= Herschwirren, das zeigte sich in zwei Pariser Theatern: in der Komischen Oper und in der„ Comédie française". In der Komischen Oper hatte eine alte Dame heimlich eine Wärmflasche ins Theater geschmuggelt, um sich die kalten Füße zu wärmen. Plötzlich ging von den Schuhen der Dame ein Brandgeruch aus, und im nächsten Augenblick ertönte der Ruf: Feuer!" Alles sprang von den Sißen auf und eilte in wilder Flucht den Ausgängen zu, obgleich der diensttuende Feuerwehrmann hoch und heilig versicherte, daß auch nicht die Spur von Gefahr vorhanden sei. Es ist ein Wun der, daß die ganz unerklärliche Panik nicht zahlreiche_Unglücksfälle herbeiführte. Noch toller ging es in der„ Comédie française" zu. In einer Loge des vierten Ranges gab es plöglich einen gewaltigen Krach. Alles drehte sich um und blickte in die Höhe. Ein Herr im Orchesterraum, der nichts gesehen hatte, weil nichts zu sehen war, hielt es für durchaus nötig, Feuer!" zu rufen, worauf eine Dame laut versicherte, daß der Saal bereits voll Rauch sei und daß oben am Kronleuchter bereits die Flammen aus der Decke züngelten. Obwohl die anderen Zuschauer weder Rauch noch Feuer sahen, suchten doch die meisten Hals über Kopf die Türen zu erreichen, und es dauerte lange, ehe die Ruhe wiederkehrte. Und die Ursache der Panik? Im vierten Rang war ein älterer Herr ohnmächtig geworden und hatte, als er umfiel, zwei Stühle mitgerissen. Das war alles. [ Der Bock als Gärtner.] Eine tragikomische Geschichte wird aus Leipzig berichtet. Seit einiger Zeit bemerkte ein dortiger Restaurateur, daß sich seine Fleisch- und Zigarrenvorräte auf eine Weise verringerten, die darauf schließen ließ, daß nur Diebeshände im Spiele sein konnten. Wer der Dieb war, das blieb trotz aller Recherchen ein Rätsel. Da tam der Restaurateur auf die Idee, sich des Nachts selbst auf die Lauer zu legen und nach dem unangenehmen Kommunisten zu fahnden. Nichts regte sich, bis plötzlich die Schlüssel flirrten un ein Beamter der Wach- und Schließgesellschaft eintrat, nicht aber um seines Amtes zu walten und Einbrüche zu verhindern, nein, der Wächter über Eigentum und Sicherheit war es, der die Vorräte auf so bequeme Weise verringern half. Was deutsch- brasilianische Zeitungen ihren Lesern auffischen, geht aus folgendem„ Telegramm" hervor, das der ,, Beobachter von Curityba" in seiner letten, nach Europa gelangten Nummer, die vom 9. September datiert ist, sich) ,, direkt" aus Berlin kabeln läßt. Kaiser Wilhelm," so teilt das Blatt seinen Lesern mit, hat eine Vergnügungsreise nach Bukarest angetreten. Bevor er jedoch diese Reise unternahm, erteilte er den Befehl, den Kronprinzen von Sachsen und den General v. Treitschke(?) aus dem Heeresverbande zu entlassen.( Beide sind wahrscheinlich nicht loyal genug!)" Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß dieser Blödsinn brühwarm aus der amerikanischen Jingopresse hinübergenommen ist, die ihrem Leserkreise allerdings derartiges Zeug aufbinden kann. Daß aber eine deutsche Zeitung dergleichen weiterdruckt, ist haarsträubend. A[ Ein Duell mit Strümpfen.] Die Nue du Général Mori zu Paris war in einer der letzten Nächte der Schauplatz eines eigenartigen Duells. Zwei junge Frauenzimmer, Louise Hanin und Andrée Merle, hatten sich gezankt und beschlossen, den Streit durch einen Zweikampf beizulegen; aber um einen tragischen Ausgang zu vermeiden, waren die gewählten Waffen zwei Strümpfe, die mit Sand gefüllt waren. Die leicht bekleideten Gegnerinnen schlugen mit ihren gefüllten Strümpfen auf einander los, bis Louise Hanin, von einem heftigen Schlag zwischen den Schultern getroffen, zu Boden sank. Sie wurde in ein Hospital gebracht, we ihr Zustand für höchst ernst erklärt wurde. ( Der auferstandcae Prophet Elias] alias Seftiererapostel Dowie ist bei seinem Kreuzzug" gegen das sündige Newyork weiter vom Unglück verfolgt. Er hielt einen sogenannten Heilgottesdienst ab, in dem seiner Ankündigung gemäß hunderte von ihren Krankheiten geheilt werden sollten. Es hatten sich denn auch zahlreiche Krüppel eingefunden, doch gelang es dem heißen Gebet des Propheten nicht, auch nur eine einzige Heilung zustande zu bringen. Dowie droht jetzt Wallstreet aufzusuchen, um die bösen Wege der Stockbroker und Finanzleute vor aller Welt aufzudecken. Unter der Armee des wiedergekehrten Elias scheint eine Rebellion ausbrechen zu wollen. Die Soldaten sehen nicht ein, daß sie sich kasteien sollen, während Dr. Dowie in einem der ersten Hotels in Lurus lebt. ** Feste Preise. Die großen Warenhäuser haben ihren riesigen Umsatz nicht am wenigsten dem Umstande zu verdanken, daß sie möglichst billige, aber feste Preise stellen. In kleineren Geschäften ist das Prinzip der festen Preise noch lange nicht so üblich, wie es im Interesse der Verkäufer wie der Käufer zu wünschen wäre. Viele von diesen setzen noch immer voraus, daß sie stets überfordert werden und daher unter allen Umständen feilschen müssen, während wieder zahlreiche Verkäufer durch dieses Mißtrauen eines großen Teils der Kundschaft verleitet werden, in allen Fällen höhere Preise zu fordern, als sie von vornherein zu erhalten gedenken. Wer also bei solchen Geschäftsleuten nicht feilscht, wird übervorteilt, wogegen der Käufer, der sich auf's Handeln verlegt, billig abkommt. Solche Mißbräuche schaden aber auf die Dauer jedem Geschäft. Vielleicht bricht sich diese Ueberzeugung in der deutschen Kaufmannschaft doch allmählich Bahn. Ist es doch erst eine verhältnismäßig kurze Zeit her, daß der Brauch, in den Schaufenstern und Läden ausgestellte Waren mit Preisangaben zu versehen, und sich beim Verkauf nichts abhandeln zu lassen, in Deutschland zuerst auftauchte. Für den Erfinder dieses Brauches gilt ein Pariser Krämer, der gegen Ende des 18. Jahrhunderts einen Laden an der Ecke der Rue Dauphine und des Quai Conti besaß. Das Geschäft- es hieß Au Petit Dunkerque erfreute sich ob der Neuerung eines aroßen Zulaufs. [ Ginen eigenartigen Kunstgenul verspricht in seinen Konzertanzeigen das Trompeterkorps der Potsdamer LeibGardehusaren. Als besonderer Vorzug der Kapelle wird der schwarze Pauker Arara vom Tongo angepriesen.„ Arara," so heißt es, steht einzig als schwarzer Pauker in der deutschen Armee da, und repräsentiert zu Pferde, einem Schimmel, mit seiner roten Uniform und schwarzer Hautfarbe, die deutsche Nationalfarbe, schwarz- weiß- rot. Ein prächtiger Anblick für die, welche Arara zu Pferde schon gesehen haben.“ Hoffentlich für die anderen auch, die diesen eigenartigen Kunstgenuß noch nicht hatten. Das übertrifft noch die künstlerischen Darbietungen der gelben Stiefel, die die Kapelle der Jäger zu Pferde als besonderes Zugmittel anpries. Die Zivilkapellen bleiben übrigens, das sei lobend hervorgehoben, auf dem Wege fünstlerischen Wettbewerbs nicht zurück. Den Wirten von Gollnow und Umgegend empfiehlt ein Musikdirektor seine 22 Mann ſtarke Kapelle mit dem besonders lockenden Hinweis: Zu Hochzeiten, zu denen ich die Musik stelle, liefere ich eine ehrliche gute Kochfrau gratis." Das heißt wirklich raffiniert an den KunstGeschmack" appellieren. Geschäfts- Uebernahme und Empfehlung. Der Unterzeichnete beehrt sich hiermit ergebenst anzuzeigen, daß er das seither unter dem Namen Gg. Koch in Gießen betriebene Uhren und Optische Waren- Oeschäft fäuflich erworben und unterstelle die hierbei übernommenen Waren einem Ausverkauf. Regulateure, 14 TageSchlagwerk, ca. 1-1,05 Mtr. lang, so lange Vorrat reicht v. 20 M. an. Gleichzeitig empfehle ich mich in allen in der Uhrmacherei, Optik und Goldwaren Branche vorkommenden Reparaturen einschließlich komplizierter Uhren, unter reeller Garantie. dienen. Brillen nach ärztlicher Vorschrift. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, meine werte Kundschaft pünktlich und reell zu be= Einem geneigten Zuspruch gerne entgegensehend, zeichne - Mit aller Hochachtung Julius Philipp, Ahrmacher. Kochs Nachfolger. Gießen, Bahnhofäraße 50. Jean Dern& Co. Giessen. Gegründet 1883. Inhaber: Oskar Gutmann. Bureau und Lager: Westanlage 31 Telephon 21. Gegründet 1883. Cementwaren- Fabrik und Lager: Frankfurterstr. 114, eign. Bahnanschl. Bau- und Kanalbau- Artikel. Trottoir-, Fussboden- und Wandplatten. Grösstes Lager am Platze in sämtlichen Bauartikel. Städt. Wohnungsnachweis Gießen. Gartenstraße 2, Zimmer Nr. 14. 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Das wäre an sich nichts wunderbares, denn Haus- und Klopfgeister sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Die Geister im Hause des Herrn Senators begnügen sich aber nicht damit, das Tambourin zu schlagen, die Mandoline zu zupfen oder - à la Anna Rothe Blumen zu werfen, nein, sie sind viel gesitteter und gebildeter und haben eine große Oper, deren Text sie nach berühmten Mustern selbst ge= schrieben haben, fir und fertig komponiert! Die Medien, durch deren Hand sie dieses Wunder bewirkten, sind die eigenen Söhne des Herrn Senators, Eduard und Franz Pejero. Das überirdische Wesen, das ihnen den Operntert in die Feder diftierte, nennt sich Felia", während der Geiſt Jo" das Komponieren besorgte und den jungen Leuten die Musik Note für Note, mit allen Motiven, Schlüsseln, Zeitmaßangaben u. s. w. vorsprach. Die Oper führt den symbolischen Titel:„ I travolti"( eigentlich: Die Verdrehten, d. H. die, deren Geist verwirrt ist), und die Musik wird allgemein sehr günstig beurteilt. Es muß bemerkt werden, daß die Söhne des Herrn Senators im wachen Zustande vom Versemachen keine Ahnung haben und einen Baßschlüssel nicht von einem Hausschlüssel unterscheiden. Wer's nicht glaubt, kann sich selbst überzeugen, wie die Geister komponieren. Der Bürgermeister läßt sein Haus für jeden anständig angezogenen Menschen offen. Das Neueste aus den Witzblättern. Viel verlangt. Der kleinen Erna fällt das Butterbrot auf die Erde, natürlich mit der gestrichenen Seite nach unten; weinend läuft das Kind zur Mama. Erzürnt wendet sich die junge Hausfrau an die Köchin:„ Ich muß Sie schon bitten, daß Sie den Kindern das Butterbrot nicht immer auf der verkehrten Seite streichen!" Humor des Auslandes.„ Ist es dir schon aufgefallen, daß die meisten Helden verheiratet waren?". ,, Mein Lieber, jeder verheiratete Mann ist ein Held!" Ein Gemütsmensch. ,, Liebe Ida, Einer von uns beiden muß dieses Semester seinen Doktor machen. Also, bitte!!" ( Jugend.) Kaltblütig. Räuber:„ Halt! oder ich gebe Feuer!" -Reisender:„ Danke sehr für Ihre Liebenswürdigkeit, ich rauche nicht!" Daher. A.: Seit seiner Verheiratung hat Krause sehr schnell eine Glaze bekommen."- B.:„ Kein Wunder, seine Frau läßt ja kein gutes Haar an ihm." Vorsichtig. Schön ist meine Tochter allerdings nicht aber, wie Sie ja wissen, eine reiche Erbin!"- Hmda darf ich mich wohl zuvörderst nach Ihrem werten Befinden erkundigen, gnädige Frau." Schwere Geburt. Erster Kadett: Kommt Kurt heute?" Zweiter Kadett:„ Nee, darf nich! Muß Bett hüten; kriegt Schnurrbart!" In der Instruktionsstunde. Hauptmann:„ Einjähriger Silbermann, was würden Sie machen, wenn kommandiert würde: Freiwillige vor!"— Einjähriger:„ Nu, Herr Hauptmann, ich würde Platz machen, damit die Freiwilligen vortreten können!" Das Stadtfräulein auf dem Land e.„ Herr Huber, wie viel Ferkel sind das?" Ae 15 Stück,' m Fräulein!" ,, Alle von einem Mutterschwein?" Ja. gnädiges Fräulein!"„ Das hat aber mal gut gebrütet!" Kindliche Vorstellung. Bauchgrimmen gehabt, Onkel?" „ Das muß dir doch arg weh tun?" du so' n großen Bauch hast." „ Hast du schon' mal „ Freilich, öfter." „ Warum?"- ,, Weil ( Lust. Bl.) Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Ibin@lein: bas Sotale, den„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Opperman Drud und Berlag der Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Königl. Preuss. Staats- Medaille Seidenstoffe jeder Art, in jeder Farbe, von 75 Pf. an. zu jedem Preise, der Meter Muster portofrei. Fertige seidene Kostüm- Röcke, Jupons, Blusen, halbfert. Roben. Deutschlands grösstes Spezial- Seiden- Geschäft M Seidenhaus Michels& C, Berlin SW. 19 43 Leipzige. St asse 43 Ecke Markgrafen- Strasse. Mechanische Seidenstoffweberei in Krefeld nächste Ziebung am 2. Novbr. cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. 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