S Rr. 145. Zweites Blatt. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., le's Saus gebracht 60 Pfg., durch die Poft bezogen viertels fährlich Mr. 1.50. Bratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Sbft- und Bertenbas, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. nd die ber der Wahl Bwühle der AllgemeinStimmen ichstags= Stimmen , unseren eten war, nen auf fid ftüßung zu Mittwoch, den 24. Juni 1903. Gießener 12. Jahrgang Insertionsprei: Die einfaltige Betitselle für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kretse Weglar und Marburg 10 Bfg. fonft 15 Pfg.; Meklamen die Betitzelle 30 resp. 40 fg. Boftzettungsliste No. 8289. Rebattion und Expedition: Gießen Regenweg 28. Berufprechaufchluk s, 363. Neuelle Nachrichten ( Sichener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weßlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Kaiferdenkmal und Bismarckfäule. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) Hamburg, 21. Juni. Hamburg war in den letzten Tagen der Schauplak bon zwei Gedächtnisfeiern, die gewissermaßen typisch für die Empfindungen des deutschen Volkes sind. In der Hansastadt selbst wurde das Kaiser Wilhelmdenkmal in Gegenwart der offiziellen Welt enthüllt, und in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Hamberge bei Friedrichsruh weihte die Studentenschaft die Bismarcksäule ein, einen 10 Meter hohen Turm aus deutschem Hartstein, den zwei Seitentische nach Art der altgermanischen Opfersteine flankieren. Die Feier in Hamburg war prunkvoll und, wie alle offiziellen Feierlichkeiten, etwas förmlich im Stile, eine hösische Festlichkeit, allerdings gemildert durch die zwanglose Art, wie der Kaiser sich gibt. Insbesonders machte die Leutseligkeit, die er dem Künstler gegenüber bewies, einen wohltuenden Eindruck auf das is, wollen gehereiche Bubitum, er zeigte während des Gesprächs eten, der bentmal und flopste ihm wiederholt auf die Schultern öfter mit dem Marschallstab, sah lebhaft nach dem Kaiserschließlich überreichte er ihm den roten Adlerorden 2 Klasse persönlich. Das Denkmal zeigt den alten Kaiser mit einem überaus milden und gütigen Gesichtsausdruck, aber mit einem unhistorischen Degen. Der Kaiser trägt nämlich die erst im Jahre 1890 eingeführte Offizierswaffe, ein Fehler, gem Blick in dahilitärischen Berlin gewiß, eher aufgefallen wäre als in Hamburg. An den Säulenwänden des Sockels find die Allegorien des Welthandels und des Friedens angebracht. Das Denkmal steht auf einem erhöhten Plah, unserer im Hintergrund sind Ruhebänke. Dieſe ſind flankiert durch die Darstellung der Rechtsprechung, des Münzwesens, der Des tennt Industrie und des Handels,— der Ackerbau ist leer ausgegangen. Die oberen Flächen sind durch Hochreliefs, darstellend die Kaiserproklamation und den Einzug der 76er in Hamburg ausgefüllt. Das Denkmal ist sehr hübsch und künstlerisch vollendet, aber dennoch nicht individuell. n unserer hier soll die Persönlichkeit des Repräsentanten aus der froßen Zeit dargestellt werden. Anders aber ist die Feier zu Ehren des Fürsten Bisarck gedacht. Diesen faßt die Studentenschaft, die ihm zwischen Aumühle und Friedrichsruh auf dem Hamberge ein Denkmal errichtet hat, nicht als Repräsentanten des deutschen Volfes, sondern als dessen Typus auf. Nicht neter, nicht reis Gießen Reichschöpfers. Ein hehrer Stein und eine altgermanische Kultusfeier, das Sonnenwendfest, künden der Welt das Als Gedächtnis an Deutschlands größten Mann. In bunter eine äußere Persönlichkeit soll dem Besucher von Friedrichsruh entgegentreten, sondern die mythische Figur des - richtige ift Noment im Augenblicke g zu geben, Verhältnisse Farbenpracht bewegte sich am Nachmittag der Zug der Studenten in Wichs und mit Bannern zunächst nach dem Sachsenwalde, dann nach Friedrichsruh, wo das Sterbezimmer besichtigt wurde. Dann ging der Zug nach dem Mausoleum, wo die Studenten einen Kranz niederlegten und defilierten. Mit einbrechender Dunkelheit aber zogen sie, von dem grellen Fackelschein magisch beleuchtet, zum Hamberge, wo patriotische Reden gehalten und Lieder gesungen wurden, während auf der Bismarcksäule lohende Feuergarben zum Himmel stiegen und weit im Lande einen roten Schein verbreiteten. Die alten Eichen aber, die Friedrichsruh umrauschen und die seinerzeit wohl auch bie Sonnenwendfeste der Sachsen sahen, mögen verwunbert gewesen sein, daß ein einziger Mann es vermochte, in Deutschland den Geist der alten Germanen wieder zu erwecken. Vermischtes. $[ Zartbesaitete Naturen.] Ein Theaterverlag in Karlsruhe verschickt soeben an die deutschen Bühnen die Anpreisung eines sensationellen Schauspiels; Draga oder des Volkes Rache von Zeverin Brudrowic. Der Berlag wird vielleicht mit seiner Spekulation auf die Gemütsroheit gewisser Menschen ein glänzendes Geschäft achen. Bringt doch eine französische KinematographenGesellschaft jetzt in vielen deutschen Artistenfachblättern ein Inserat, in dem sie eine hübsch ausgeführte Szene Serbien." ,, Ermordung der Königl. Familie von empfiehlt. Ganz abgesehen davon, daß natürlich keine photographische Aufnahme von den schrecklichen Vorjängen im Belgrader Konak gemacht worden ist, heißt das denn doch mit dem Grausigen in der frivolsten Weise spielen. £[ Gussenbauer- Anekdoten] machen jezt nach dem Tode des genialen Wiener Arztes in dortigen Universitätskreisen die Runde. Bei einer praktischen Prüfung hatte der Kandidat schon die Frage: Ihre Diagnose, Herr" mit tuberkulose Lymphdrüse" richtig Geantwortet. Dann tam Gussenbauers Frage: Therapie es Falles, Herr?" Der Kandidat überlegt und schlägt ndlich die konservative Methode vor. Darauf Gussenauer: ,, Gut, Herr, es frägt sich nur, was Sie konservieren wollen: den Patienten oder die Drüse?" Oft untertüßte Gussenbauer arme Studenten in ausgiebigſter Beise, um mittellosen jungen Leuten ihr Fortkommen u ermöglichen. Er übte auch erziehlichen Einfluß auf en Charakter seiner Schüler und forderte bei den Operationen stumme Präzision und Disziplin; mitunter wies er Hörer zurecht, wenn sie den Ernst der Handlung durch unnötige Bemerkungen störten. In Prag ist es einmal vorgekommen, daß Gussenbauer einem überhöflichen Studenten, der bei jedem Worte ,, Ich bitte!" sagte, zurief: Sind Sie denn ein Kellner?" [ Schusterei und Tanzkunst.] Die Madrider Schuster haben einen Verein gegründet, der den idealen Zweck hat, die Kunst der Terpsichore zu fördern. Im Vereinslokal finden jede Woche zwei Bälle statt. Der Eintritt foftet für jedes Tanzpaar bloß 50 Centimes. Mit der Eintrittskarte wird dem Kavalier und seiner Dame je ein Schein ausgeliefert, der eine Anweisung auf ein Zwanzigstelpaar Stiefel ist; das heißt, daß der Träger von 20 solchen Scheinen das Recht hat, sich vom Vereinsmagazin ein Paar Stiefel ausliefern zu lassen. Auf der Rückseite jedes Echeines steht ein Verslein, das in deutscher Uebersetzung folgendermaßen lautet: Lasset die Füße nimmer in Ruhe, Tanzet und springt und zerreißet die Schuhe. [ Was die Berliner Feuerwehr leisten muß.) In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurde nach einer soeben erschienenen Statistik die Feuerwehr bei 655 Berliner Bränden in Anspruch genommen. Außerdem wurden noch 3779 Brände gemeldet, so daß im ganzen 4434 Brände, oder durchschnittlich 37 täglich zum Ausbruch kamen, die zum größten Teile im Keime erstickt wurden. In 50 Fällen wurden Samariterdienste geleistet. Verletzungen bei Bränden kamen in dieser Zeit in 80 Fällen zur Meldung. In 86 Fällen leistete die Feuerwehr außerhalb der eigentlichen Aufgabe Hilfe. ::[ Die feindlichen Bereine.] Ein Fremder, der sich dieser Tage auf der Durchreise in Leipzig aushielt, war zur Abwicklung mehrerer Geschäfte in einem Einsvänner auf Zeit gefahren und schickte sich nach beendeter Fahrt an, dem Kutscher das Jahrgeld und ein Trinkgeld zu geben, wobei er beiläufig bemerkte:„ Eigentlich hätten Sie etwas schneller fahren können."„ Mein Pferd abheben," meinte der Kutscher ,,, niemals! Ich bin Mitglied des Tierschutzvereins." Und ich," sagte der Fahrgast, indem er das Trinkgeld wieder einsteckte, ich bin Mitglied des Mäßigkeitsvereins und daher ein Feind der Trinkgelder.“ *[ Die erste Maßregel des neuen Serbenkönigs wird nach dem ,, ult" die sein, seinen Offizieren das Waffentragen zu verbieten." Das kann man ihm bei den bösen Erfahrungen seines Vorgängers auf dem Throne mit der ,, treuen" Armee auch nicht verdenken. Nach einer weiteren Nachricht des ,, ulk" lehnte es sogar neulich jemand als unnötig ab, einem Freunde auf die Frage nach dem Familiennamen des neuen Königs Auskunft zu geben. Seiner Meinung nach ist nämlich der Name Karageorgiewitsch so lang, daß, ehe man ihn zu Ende spricht, schon wieder ein anderer auf dem Throne ſißt. Vielleicht wird Veter nach kurzer Zeit den Wunsch heWegen Aufgabe edt h durch ihn end. des Geschäftes gen, daß der Konak sich, wie es der Druckfehlerteufel im Berliner Lokal- Anzeiger mit ihm gemacht hatte, wirklich in einen ,, Kodak" verwandelte, dann hätte er doch wenigstens eine Dunkelkammer, um sich vor Verschwörern zu berbergen. Oder vielleicht noch besser in einen Kognak", wie ihn die Straßb. Bürgerztg. nennt, um sich Mut zu trinken. Das Beste aus den Witblättern. Immer höflich. Der Lederer- Seppl fängt eine Rauferei an. Es entsteht ein Höllenspektakel und ein fürchterliches Durcheinander. Da taucht mitten in dem Trubel der schmächtige, dünnstimmige Dorfpolizist auf, der sich auf den Eeppl zu durcharbeitet und dabei immer ruft: ,, Ich bitt' um's Wort! Ich bitt' um's Wort: Sie sind verhaftet!" Seltsame Motivierung. Erster Buchhalter ( am Neujahrstage): ,, Herr Prinzipal, ich rechne bestimmt auf eine Gehaltserhöhung im neuen Jahre!"- Prinzipal: Soo?! Muß ich Ihnen sagen, daß Se hab'n falsch gerechnet, und ä Buchhalter, was sich tut verrechnen, kann ich nix brauchen. Am Ersten könne Se geh'n!" Ein Pedant. Chef( zum Kommis):„ Ordnen Sie die Briefe nach dem Alphabet und verbrennen Sie sie dann ich brauche sie nicht mehr!" -.- Postskriptum. Hebe diesen Brief gut auf, liever Freund. Sollte ich einmal ein berühmter Mann werden, kannst du ihn teuer verkaufen, und dann teilen wir den Erlös; wenn du mir jezt einen Vorschuß d'rauf geben würdest, wäre es mir sehr angenehm. - Raffiniert. Ich werde es meiner Gattin freistellen, ob sie eine Badereise nach Norderney, nach Helgoland, nach Ostende oder St. Morib unternehmen will dann kommt sie sicher bis zum Ende der Badesaison zu keinem Entschluß!" ( Fl. Bl.) Die gute Freundin. Braut( wenig reizend): Weißt du, daß mein Bräutigam mich vergöttert?" Freundin: ,, Also quasi religiöser Wahnsinn." - Dilemma. Professor: ,, Meine Kollegen haben mir in letzter Zeit den Ehrentitel ,, Sokrates der Zweite" zugelegt, wenn ich nur wüßte, ob megen meiner Gelehrsamkeit oder wegen meiner Frau." - Seine Logik. Bekannter: ,, Der Verunglückte hinterläßt sechs Kinder im Alter von sechs bis siebzehn Jahren." Professor:„ Von sechs bis siebzehn Jahren? Das gibt aber doch elf Kinder!" - Tüchtiger Geschäftsmann. Sonntagsjäger: ,, Der Wildprethändler Meier ist wirklich eine Perle des Berufes. Wenn der einem auf der Straße begegnet, tut er, als ob er einen nicht kenne." - Ein Schlauer. Der Lehrer stellt seinen Schülern die Aufgabe, einen Satz zu bilden, in dem das Wort ,, immerhin" vorkommt. Keiner, außer der schlaue WirtsXaverl, findet einen solchen Saz:„ Wenn bei uns g'raust ( Megg. H. Bl.) wird, dann ist einer immer hin." Aus dem Gerichtsfaal. § Im Prozeß gegen Treberschmidt zu Kassel versuchte die Verteidigung des Angeklagten, die Verhandlung über die Anklage, soweit sie Betrug betrifft, zur Zeit für unſtatthaft zu erklären und das Verfahren insoweit einzuſtellen, da nach dem mit Frankreich bestehenden Vertrage Schmidt wurde bekanntlich in Paris verhaftet- wegen Betruges nicht ausgeliefert werden dürfe. Der Vertreter der Anklagebehörde widersprach dem Antrag, weil die Entscheidung über dessen Zulässigkeit lediglich Sache der Verwaltung, nicht des Gerichtes sei. Nach fast einstündiger Beratung beschoß der Gerichtshof, den Antrag der Verteidigung abzulehnen. § Das Urteil im Prozeß Besas zu Berlin fiel für die Angeklagten sehr günstig aus. Berthold Besas wurde ganz freigesprochen, Julius Besas wegen Urkundenvernichtung zu drei Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe berurteilt. mache heute besonders bei bedeutend herabgesetztes Preisen auf mein großes Lager in Cischmessern und Gabeln, feineren und gewöhnlichen Caschenmessern und Scheeren Schlacht und Hackmessern, sowie Meggerstähle aufmerksam. Der Ausverkauf dauert nur noch bis Juli. Georg Schwan, Messerschmied Gießen. Marktstraße. Amtliche Bekanntmachungen. Gebührenordnung II. Beerdigung. 3. Ueber die Unterhaltung von Grabdenkmälern, die zur Friedhofs- und Begräbnisordnung für die bühren des Teichenwärters oder der Leichenfrau, Berbringen derselben als in diesen Bestimmungen vorgesehen, bleibt bes 1. Begräbnis eines Erwachsenen einschließlich der Ge- erste Anlage von Gräbern, sowie eine reichere Ausstattung Stadt Gießen. der Leiche in die Leichenhalle und zum Grabe, Herrichtung sonderer Vereinbarung mit der Friedhofskommission vorbe I. Gräber. 1. Grufthallen. Plaz für je 2 Särge übereinander 2000 Mart, vorbe haltlich besonderer Vereinbarung; für eine Gruft, entsprechend der oberen Säulenteilung 5000 Mt. Anmerkung: Die Herstellung der Trennungswände zwischen den einzelnen Abteilungen der GruftHallen und der Stüßen zum Uebereinanderstellen der Särge geschieht durch die Stadt auf Kosten des Nuzungsberechtigten. 2. Erb begräbnis an der Mauer. ( weniger als 2 Pläge werden nicht abgegeben.) a. für jede Grabstätte b. Platz zum Aufstellen einer Aschenurne 200 " 100 " 3. Erbbegräbnis an sonstigen Plägen ( weniger als 2 Pläge werden nicht abgegeben) a. für jede Grabstätte b. Plag zum Aufstellen einer Aschenurne 4. Einfassungsgrab 100 " 1 50 PP ( diese Gräber werden nur einzeln abgegeben) 100 5. Reihengrab a. für einen Erwachsenen b. für ein Kind von 3-10 Jahren " des Grabes 6. 4. Für die Unterhaltung der Gräber gilt Folgendes: Sämtliche Gräber sind nach Bedarf umzuarbeiten, so daß feine Senfungen des Bodens entstehen. Steineinfassungen sind in gärtnerischer Weise zu unterhalten, bezw. neu herzurichten, Raseneinfassungen nach Bedürfnis zu erneuern. Regelmäßig zu Ostern sind die Gräber und die anstoßenden Wege zu reinigen und die Wege mit Kies zu bestreuen. Die Gräber sind nach Bedarf zu gießen und zu pflegen. Im Spätherbst hat wieder eine besondere Reinigung und die Bestreuung der Wege mit Kies stattzufinden. Die Gräber sind sodann, solange es die Witterung gestattet, von dürrem Laub zu reinigen. a. Die Gräber der ersten Stufe werden mit Epheu oder Immergrün bepflanzt und unterhalten. 50 Mi halten. 2. desgleichen eines Kindes von 3-10 Jahren 30 3. unter 3 Jahren 20 4. Begräbnis eines Erwachsenen ohne Zuziehung eines Leichenwärters oder einer Leichenfrau " " 45 " " 5. desgleichen eines Kindes von 3-10 Jahren 25 ,, umter 3 Jahren 15 7. Beerdigung auf Kosten der Armenfasse " " 15 10 11 8 10 " 5 " 3 " 10 a. im Fall der Nr. 1 b. 2 " " " 1 C. 3 " " " " d. 4 " " " " e. 5 " " 19 " f. 6 11 " " " 8. Genehmigung zur Aufstellung oder zum Eingraben einer Aschenurne 9. Eingraben einer Aschenurne 10. Herrichtung einer Leiche und Verbringung nach dem Bahnhof 95 1 " " " 1 25 " 11. Verbringung einer Leiche nach dem Bahnhof 15 12. Ueberführung einer Leiche mittels Leichenwagens nach auswärts wird nur gegen eine im Einzelfall be= sonders vereinbarte Vergütung ausgeführt. 13. Ausgraben einer Leiche und Wiederbeerdigung a. auf demselben Friedhof 14. Ausgraben einer Leiche und Verbringung nach der Bahn a bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 2600 Mr. an 20 " P ẞ bei Einkommen des Zahlungsvflichtigen von 900 bis ausschließlich 2600 Mt. b. auf dem anderen Friedhof 10 " a bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 2600 Mt. an 15 " ß bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 900 bis ausschließlich 2600 Mt. 7.50 " c. für ein Kind unter 3 Jahren a bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 2600 Mt. an ẞ bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 900 bis ausschließlich 2600 Mt. Bei Einfommmen des Zahlungspflichtigen bis zu 900 Mt. ausschließlich, werden die Reihengräber unentgeltlich abgegeben. Bei Einkommen von 900 Mt. bis ausschließlich 2600 Mt. kann auf Ansuchen und bei Nachweis wirklicher Bedürftigkeit die Zahlung für die Reihengräber durch die Stadtverordnetenversammlung erlassen werden. 10 " 5 " ( Das Einkommen wird nach der staatlichen Veranlagung zur Einkommensteuer berechnet). 15. Grabgeläut 16. Benußung des Sektionszimmerg 17. Die Anfäße unter Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6 fön nen von der Stadtverordneten- Bersammlung bei einem Einkommen des Zahlungspflichtigen bis zu 2600 Mk. auf Nachsuchen bis auf die Hälfte ermäßigt werden. Anhang. " T " H 75 100 50 " 3 10 " 11 Bestimmungen über die gärtnerische Unterhaltung von Gräbern durch die Stadt. b. Die Gräber der zweiten Stufe werden möglichst zu Ostern mit Frühjahrspflanzen, demnächst, möglichst zu Pfingsten, mit blühenden und einigen grünen Sommerpflanzen bepflanzt und unterhalten. Die Pflanzen werden um Mitte Oktober entfernt. c. Die Gräber der dritten Stufe werden möglichst zu Ostern reicher, insbesondere auch mit einigen blühenden Hyazinthen und Tulpen bepflanzt. Die abgeblühten Zwiebelgewächse werden sofort durch andere blühende oder bald zur Blüte gelangende Pflanzen ersetzt. Möglichst zu Pfingsten findet eine retchere und stets nach Bedürfnis durch bessere Pflanzen zu ergänzende Sommerpflanzung statt. Diese Pflanzen werden um Mitte Oftober entfernt und da nach, soweit dies die Rücksicht auf die Frühzahrspflanzung zuläst, einige grüne und blühende Winterpflanzen gefeßt, die später je nach der Witterung zu entfernen sind. 5. Die Abänderung dieser Bestimmungen bleibt der Friedhofskommission vorbehalten. Gießen, den 16. Juni 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Gärtner sowie Gewerbetreibende, die sich mit Herstellung 1. Die Stadt übernimmt die dauernde gärtnerische Unterhaltung aller Arten von Gräbern gegen eine einmalige oder jährliche Vergütung. Die Unterhaltungspflicht währt so lange wie die Nußungsberechtigung des unterhaltenen Grabes; bei von Grabeinfassungen oder Grabdenkmälern beschäftigen, bejährlicher Vergütung erlischt sie, wenn der Zahlungspflichtige dürfen nach§ 44 der Friedhofs- und Begräbnisordnung vom mit der Bahlung ein volles Jahr im Rückstand und eine ihm 1. Juli d. Is. ab zu Arbeiten auf den hiesigen Friedhöfen unter Androhung des Aufhörens der ferneren Unterhaltung einer Erlaubniskarte. Anmeldungen zur Erlangung einer soldes Grabes gesezte Frist von zwei Monaten erfolglos ver- chen werden im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 13, entstrichen ist. 2. Die Unterhaltung erfolgt nach drei verschiedenen 5 Mt. Stufen, nach denen sich die Höhe der Vergütung bemißt. 6. Ueberschreibung der Besizurkunde über eine Gruft oder ein Erbbegräbnis bei Wechsel des Nuzungsberechtigten 7. Verschonungsgebühr für je 30 Jahre a. für ein Reihengrab " Einfassungsgrab Dieselbe beträgt: gegengenommen. Gießen, den 22. Juni 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. I. Stufe: II. Stufe:| III. Stufe ein jähr ein- fähr ein- fährmal lich mal lich mal lich Mt. Mt. 250 10 500 20 1000 40 800 32 1500 60 20 " b. 50 11 11 8. Erwerb eines Grabes auf 90 Jahre für Israeliten a. Reihengrab a bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 2600 Mt. an 40 " f " B bei Einkommen des Zahlungspflichtigen von 900 bis ausschließlich 2600 Mt. 3 17 1 " 1 400 16 30 4 " " " 475 19 y bei Einkommen des Zahlungspflichtigen unter 900 Mt. 5 550 22 1700 68 3000 120 " " " 20 6 625 25 2000 80 3500 140 " " " " b. Einfassungsgrab " Für ein Grab 2 zusammenliegende Gräber 325 13 Bekanntmachung, Mr. Mt. Mt. Mr. die Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn betr. Die nachstehende Bekanntmachung des Großherzog1100 44 2000 80 lidhen Feldbereinigungskommissärs zu Friedberg bringe 1400 56 2500 100 ich hiermit zur Kenntnis der beteiligten. Grundbesitzer. Gießen, den 22. Juni 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. 150 Für jedes Grab mehr Eisschränke und Kühlanlagen für Metzgereien, Hotels, Restaurants, Konditoreien, Butterhandlungen, Haushaltungen liefert in vorzüglicher Ausführung E. H. Müller, Giessen Eisschrankfabrik. Baik- und Marmorwerke, Dampfziegelet, Eismaschinen August Gabriel jr., Gießen. Wassenfabritation. Bahnanschlüsse. Werke Abendstern. Telephon Nr. 84. - Patent- u. Technisches- Bureau Paul Haves, Ingenieur, Halle a. S. Patentanmeldung einschl. Zeichnungen, Beschreibungen und Prüfungsgebühr 65 Mark. BeBitermainen Fleischhedmaschinen Meffer pnumaschinen Brotschneidmaschinen Haushaltungswaagen Waschmangeln Wringmaschinen Kaffeemühlen Brotkapseln( rund, oval) Vogelkäfige empfiehlt billigst G. Wilh. Orbig, Gebrauchsmusteranmeldung einschl. 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