Nr. 95. Abonnementspreis: in Siegen, abgeholt monatli 50 Bfg., n's Haus gebracht 60 Bfg., duró bie Boft bezogen vierteljährlich Mt. 1.50. Bratisbellagen: Oberheffische Familienzeitun( taglia) Oberbeffifche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittage. Freitag den 24. April 1903. Gießener 12. Jahrgang. Juiertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wh gang Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg fenfi 16 Bfg.; Steklamen die Betitgeile 30 refp. 40 s Bofzeitungsliste No. 3409. Redaktion und Expedition: Gießen Remenweg sa Fernsprecherin R, 308. Nenelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die Politik. Nochmals Hohenzollern und Cumberland. ( 2) Gegenüber dem Dementi der Nordd. Allg. 3tg. hält der Hann. Anz." seine Meldung von einem bevorstehen den Besuche des Kaisers in Gmunden, am Hofe des Herogs von Cumberland, aufrecht. Das Blatt beruft sich darauf, daß auch seine früheren, das Haus Cumberland betreffenden Meldungen, so z. B. die Nachricht von der Berlobung des Prinzen May von Baden mit einer Prinjessin von Cumberland, vom Besuch der Gemahlin des Brinzen am Kaiserhose in Berlin, von der Reise des Kaifers nach Stopenhagen, sowie von der Annäherungsdepesche des Staisers an den Cumberländer zuerst bestritten worden paren, sich nachher aber bestätigt haben. Angesichts der Tatsache, daß die fragliche Meldung von dem Gmundener Kaiserbesuche nicht nur von Berlin, sondern auch von Gmunden aus dementiert worden ist, dürfte das hannɔversche Blatt diesmal doch im Unrecht sein. Zu den Gerüchten, die sich in lezter Zeit an die Person des deutschen Kronprinzen geheftet haben, teilt die von Berliner amtlicher Stelle inspirierte Südd. Reichskorr. mit: Von irgend einem Heiratsplan für den Kronprinzen sei absolut nicht die Rede, ebensowenig werde daran ge dacht, den Kronprinzen, wie einige Blätter wissen wollen, als Statthalter nach Straßburg zu schicken. Keine Handelsvertragsverhandlungen. Dieser Tage meldete ein westdeutsches Blatt, die Verhandlungen mit Rußland über die neuen Handelsverträge seien schon ziemlich weit gediehen. Ein Vertreter der russischen Regierung weit. seit etwa einer Woche in Berlin und arbeite dort mit den deutschen Regierungsvertretern. Man glaube, daß der Handelsvertrag mit Rußland in vier Wochen fertig sei. Auch die Verhandlungen mit Desterreich und der Schweiz seien bereits ziemlich weit gediehen. Wie unser Berliner CB. Mitarbeiter an zuständiger Stelle hört, trifft diese Meldung nicht zu: Bisher ist weder mit Rußland noch mit Desterreich oder der Schweiz über die neuen Handelsverträge verhandelt worden. Auch über den Zeitpunkt des Beginns solcher Verhandlungen verlautet noch nichts. England gegen die Bagdadbahn! () Das Zetergeschrei der englischen Deutschenhasser in Parlament und Presse hat seine Wirkung getan: Die britische Regierung verhindert die englischen Kapitalisten an der deutscherseits vorgeschlagenen Beteiligung an der Bagdadbahn. Das Wolfssche Bureau meldet darüber: Die Verhandlungen wegen einer englischen Beteiligung an der Bagdadbahn sind ,, vorläufig" abgebrochen worden, da die englische Finanzgruppe die Zusage der Erfüllung der seitens der deutschen Gruppe aufgestellten Bedingungen von der englischen Regierung nicht erlangen konnte. Diese Bedingungen waren u. a.: die englische Regierung sollte in Aussicht stellen, die indische Post zu später zu vereinbarenden Bedingungen über bie Bagdadbahn zu leiten, falls diese tatsächlich die bessere Route werden sollte; und ferner sollte die englische Regierung ihre guten Dienste zur Verfügung stellen, damit eine geeignete Endstation der Bagdadbahn am Bersischen Meerbusen bei Kuweit angelegt werden könne. Die Söhne Albions fürchten halt, daß die deutsche Bagdadbahn, selbst wenn sie zum Teile mit britischem Gelde gebaut wäre, den englischen Interessen in Kleinasien Eintrag tun könnte. Der ,, Kulturkampf“ in Frankreich. )-( An dem streitbaren ,, Mönch Ilsan" in der deutschen Sage, dem Bruder des Hadubrandsohnes Hildebrand, scheinen sich die französischen Prämonstratenser in Nantes ein Beispiel zu nehmen. Die Bevölkerung von Nantes ist im Gegensatz zu den meisten anderen Franzosen den Mönchen feindlich gesinnt, und so kam es Denn am Donnerstag zu lärmenten Kundgebungen gegen die Mönche. As die Menge mit Eteinen gegen das Gebäude warf, machten die Mönche, mit Knütteln bewaffnet, einen Ausfall, es kam zu einer Rauferei, bei ber ein Mann lebensgefährlich verlegt wurde.- Auch in Angers fam es bei der Schließung des dortigen Stapuzinerklosters zu Kundgebungen, die in eine Schlägerei ausarteten, bei der mehrere Personen verletzt wurden. Militär stellte die Ruhe mühsam wieder her. Ebenso brachen in Poitiers beim Wegzuge der Dominikaner Schlägereien aus, bei denen 10 Verhaftungen vorgenɔmten wurden. Der Ministerpräsident Combes hat in seiner Eigenschaft als Kultusminister dem Bischof Turinaz von Nanch, der den Orden die Abhaltung von Gottesdiensten nicht verbieten wollte, das Gehalt gesperrt. Neues von Abdul Aziz. ::: Abdul Aziz scheint seinen Thron doch nicht so leichten Kaufes preisgeben zu wollen; er sigt tatsächlich nich in Jez. Er soll seit einer Woche ertrankt sein. Offenbar ist das nur ein Vorwand, keine Europäer empfangen zu müssen. Die Europäerempfange, die die warɔrtaner erbittern, sind nämlich eingestellt. Ob Abdul Aziz aber frant ist oder nicht, jedenfalls seßt er die Vorbereitungen zu einer Expedition gegen Tazza fort; bei der Brücke über Ben Sebu, vier kilometer von Fez entfernt, lagern 8000 Mann Sultanstruppen. Der Aufständischenführer El Roghi, nach Meinung der Riffkabylen ein Ablömmling von Mulai El Dris, dem Begründer der ersten mohamedanischen Dynastie in Maroft), ist auf dem Marsche nach Tazza. Die Arbeiter rage in Südafrika. (!) Den Engländern macht die B schaffung von Arbeitern für die Transvaaler Goldminen große Kopfschmerzen. Jezt haben sich die englischen Minenbesizer zu einem großen Geldopfer entschlossen, um unter den Kaffern doch neich Arbeitskräfte zu finden. Londoner Kapitalisten haben eine Summe von 150 000 Pfund Sterl. gezeichnet, um 100 000 Gingeborene im Innern des Landes für die Minen anzuwerben. Ob die Sache glückt, ist noch zweifelhaft; die Kaffern haben als Kundschafter und noch mehr als Plünderer im Kriege so viel Geld zusammengeschart, daß sie gut ein paar Jährchen auf der Bärenhaut liegen tönnen. Und wenn sie nicht unbedingt arbeiten müssen, sind sie zur Arbeit nicht zu haben. Zur Lage in Mazedonien. J Ein neuer blutiger Zusammenstoß zwischen türkischen Truppen und einer 25 Mann starken bulgarischen Bande wird aus Zabrecani im Vilajet Monastir gemeldet. Die Bulgaren flohen schließlich unter Zurüdlassung von 7 To ten und Verwundeten, indem sie die Türten mit Dynamit bewarfen. Die Türken verloren 6 Tote und 7 Verwundete.. Der militärische Ueberwachungsdienst der Eisenbahnlinie in Mazedonien ist jetzt durchgeführt. Bei allen Kunstbauten stehen größere Posten. Kurze politische Nachrichten. * In New york hat ein von den Verlegern der dortigen deutschen Staatszeitung" veranstaltetes Festmahl zu Ehren des deutschen Bevollmächtigten Barons Speck v. Sternburg stattgefunden, an dem viele hervorragende Persönlichkeiten teilnahmen. Es wurden verschiedene Reden gehalten, die auf eine Förderung der Freundschaft zwischen den beiden Ländern hinauslesen. * Die englische Somalilandexpedition soll in einem Gefecht bei Nahilodo 200 Mann verloren haben. 10 englische Offiziere sollen gefallen sein. Ueber die Verluste ber Comali ist nichts bekannt. Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser liegt zur Zeit in den reichen Waldungen, die die Wartburg umgeben, in Gemeinschaft mit dem Großherzog Wilhelm Ernst von Sachsen- Meiningen dem edlen Waidwerk ob. In dem festlich geschmückten Eisenach herrscht großer Andrang von Fremden. *** Der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich begaben sich gestern in Begleitung des Herzogs der Abruzzen und des Herzogs von Braganza im Hafen von Neapel zur Begrüßung des Königs von England an Bord von dessen Jacht ,, Victoria and Albert". Am Abend fand cine Illumination der Stadt und der auf der Reed: liegenden Geschwader statt. *** Die Beisetzung der fleinen Prinzessin Irmengard von Bayern fand gestern in Tegernsee ſtatt. Ihr wohnte nur die staatliche Kommission bei, da die Sektion der Leiche Diphtheritis als Todesursache ergeben hatte. Die Eltern der Verstorbenen, Prinz und Prinzessin Rupprecht von Bayern, befinden sich bereits auf ber Rückkehr von Ostasien. 294. Sibung. Deutfcher Reichstag. Eigener Bericht. - Das Krankenversicherungsgeseß. Nachdem in einem kurzen Vorspiel die Ergänzung zum Reichsbeamtengejez ohne Erörterungen angenom men worden war, wurde die Beratung der Krankenversicherungsgesegnovelle begonnen. Bekanntlich handelt es sich hier im wesentlichen darum, daß die Unterſtüßungsdauer von ¼ auf 12 Jahr verlängert wird und daß auch die Geschlechtstranten unterstüßungsberechtigt sind. Ebenso wird die Unterstützungspflicht für Wöchnerinnen ausgedehnt. Zu diesem Gesezentwurf liegen zunächst zwei Resolutionen vor, von denen die eine die baldige Ausdehnung des Gesetzes auf Kaufmannsgehilfen und Kaufmannslehrlinge vorschlägt, während die andere eine durchgreifende Reform des Krankenversicherungsgesetzes, wobei auch die Interessen der Aerzte und Appthefer gewahrt werden, verlangt. Diese Forderung ist um so berechtigter, als die Ausdehnung der Unterstüßungsdauer wieder den Tätigkeitsbereich dieser beiden Stände einengt. Die Sozialdemokratie wünscht noch weitergehende Aenderungen und zwar vor allem Ausdehitung der Krankenversicherung auch auf die Landarbeiterschaft. Die Beratung spiegelte im ganzen folgendes Bild wieder: Die rechtsstehenden Parteien und das Zentrum sind keine Gegner der Ausdehnung der Krankenversiche rung, wünschen aber keine schematische Behandlung der Frage, die liberalen Parteien halten mit Reformvorschlägen zurüd, um nicht die Novelle zum Scheitern zu bringen und die Sozialdemokraten halten an ihren Forderungen fest; alle Parteien sind aber darüber einig, daß die kaufmännischen Angestellten einen Anspruch auf die Einbeziehung in das Gesez haben. Nach Ablehnung der sozialistischen Anträge zu§ 1 wird lediglich der Antrag Raab angenommen. Eine Reihe weiterer sozialistischer Anträge wird ohne Erörterung abgelehnt. GO. ituna. Preuisifcher Landtag. Daus der Hbgeordneten. Eigener Berl ht. -Befähigung für den hohen Verwaltungsdienst. Nach debatteloser Erledigung einiger Rechnungsvɔrlagen tritt das Haus in die zweite Beratung des Gesezentwurfs über die Befähigung für den höheren Verwaltungsdienst ein. Der Entwurf wird nach den Anträgen der Kommission angenommen, die u. a. bestim men, daß 1. für genannten Dienst dreijähriges Etudium und zwei Prüfungen erforderlich seien, 2. daß der zweiten Prüfung ein mindestens vierjähriger Vorarbeitungsdienst vorangehen müsse. Ebens gelangen zwei Refolutionen zur Annahme, wonach bei den Prüfungen auf National- Dekonomie und Staats- und Verwaltungsrecht mehr Rücksicht genommen werden soll als bisher und den Regierungs- Assessoren Gelegenheit zur praktischen Ausbildung bei Celbstverwaltungskörperschaften gegeben werden soll. Nach Annahme der Sefundärbahn- Vorlage in dritter Lesung vertagt sich das Haus auf morgen. Hus dem Gerichtsfaal. § Das Urteil im Thorner Prozeß wegen Münzver. brechens lautete gegen den Lithographen Feherabend aus Thorn auf vier Jahre Zuchthaus und sechs Jahre Ehrverlust, gegen Wagner auf acht Monate Gefängnis, die durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt anzusehen sind. Der Lithograph Schröder- Berlin wurde völlig freigesprochen. Gegen Feyerabend waren acht Jahre Zuchthaus, gegen Wagner ein Jahr beantragt. § Baronin v. Seckendorff wegen Kindesmordes vor Gericht. Vor dem Echwurgericht in Hanau begann die Verhandlung gegen die Baronin Ernestine v. Eeckendorff aus Rüsselsheim. Der am 13. Juni 1882 in Rüsselsheim geborenen Angeklagten wird zur Last gelegt, in der Nacht vom 7. zum 8. Oktober 1901 in Fulda ihr außerehelich geborenes Kind gleich nach der Geburt getötet zu haben. Nach Verlesung des Eröffnungsbeschlusses beantragte der Staatsanwalt, die Deffentlichkeit auszuschließen. Diesem Antrage wurde stattgegegeben. Nab und fern. () Den Rekord der Schnelldampfer hat nach dem Gutachten des Direktors Flohr von den Stettiner Vulkanwerken der neue Lloyddampfer Kaiser Wilhelm II." auf seiner ersten Amerikafahrt erreicht. Das Schiff verzeichnete cine Durchschnittsgeschwindigkeit von 23 Senoten. Diret tor Flohr glaubt nicht, daß die von der Cunardlinie geplanten großen Schnelldampfer, die 25 Knoten in der Stunde Jaufen sollen, jemals zur Ausführung fommen werben; derartige Riesenschiffe feien zu fostspielig und Ennten ihrer Größe wegen auch nicht in den Newyorker Hafen einlaufen. = Zwei raffinierte Schwindler, der angebliche Landmann Ech. aus Berlin und der Matter F. aus Hamburg wurden durch die Kriminalpolizei in Altona in bem Augenblick verhaftet, als sie in einem dortigen Bankgeschäfte Wechsel in Höhe von einigen Tausend Mark einkassierten wollten. Beide operierten auf Grund eines ganz neuartigen Echwindels. Sch. hatte erfahren, daß ein Hofbesizer bei Quickborn beabsichtigte, sein Anwejen zu verkaufen. Er suchte den Mann auf, stellte sich als Sohn eines Rittergutsbesizers mit einem Vermögen Don 200 000 Mark vor und kaufte ohne weiteren Handel die Hofstelle für etwa 70 000 Marf, mit der Bedingung, daß er diese am 1. August übernehmen und alsdann die erste Anzahlung leisten werde. Da nun das Land noch nicht gebüngt war, es auch an Dung mangelte, gab der Besizer dem Ech. drei Wechsel in Gesamthöhe von 2200 Marf, um diese bei verschiedenen Fabrifen für Dunglieferungen in Zahlung zu geben. Sch. versuchte nun, anstatt diesem Auftrage nachzukommen, mit Hilfe des erwähnten Matlers die Wechsel anderweitig zu Geld zu machen, was ihm auch in einem Falle gelungen ist. auf. Jaj bin oft recht Sie Denn meine Freundinnen bisher verstehen mich nicht. affeine meiner mit Sehnsucht. lachen mich aus, wenn ich von jener gewaltigen Liebe spreche, die alles glaubt, alles duldet und verich glaub's beinahe auch. ren alle, die ich bisher Taufen Die zeiht. Ach ja, fennen gelernt, Bapa Geld hat und ich nach wie abgerichtete Pudel. Sie wissen wohl auch, daß eine sogenannte Partie bin. Und das ist ia fchliebrich bei jedem die S rasch. a" gleicht mic izt Seleide. Vorsichtig legte sie den Arm Dielem," im weißen sagte LLLTI Die Jtalienerin lich, indem Lisbeth Himmlisch gut, unter der Berührung mit denen Lisbeths. ,, ch bin dir nickte und schmiegte rich sich Ihre Finger waren heiß, zitterten Mädchen!" sagte sie weich, zärtnäher die junge Gestalt ſte ſeu an Sicht ihre Mber Monsieur Moreau war vorsichtig gewejen sehromiß fichtig, und hatte sich die Vortcstre der kom durch eine feiner Partei bot, Ministeriums gesichert. als er diese Erklärung in Händen hielt. rungsvorlage versprach.. Der Miniſter atmete erleichtert auf, Schriftstück abfaßte, worin er die Unterſtützung der Regielangt und auch erreicht, daß Etienne Moreau ſeinerseits ein Natürlich hatte der Minister verErtlärung des Jofer Rolitifor mic oreg ute fein Selbst ein strupelsohn. dront s als Sie? abwenden. bin die Trennung nur eine Probe shrer Standhaftigten lein au bricht in Tränen aus. Für Sie und den Geliebten Ihres Und Ihr Vater fann diese Gefahr mit einem einzigen Wort gam droht eine entsetzliche Gefahr, der Verlust seiner Ghre. Denten Sie nicht, daß ich schlimmer daran bin, Fräulein Moreau, und meinem BräutiErinnern Sie sich an diesen Infanterieleutnant?" mir it + Falsche Oberammergauer veranstalten zur Zeit in norddeutschen Städten Passionsspiele. Als Leiter der Truppe wird Hr. Leopold Peterka aus Oberammergau bezeichnet. Wie die Gemeindeverwaltung von Oberammergau erklärt, hat Peterka weder als Einzeldarsteller noch bei den Volksszenen jemals in Oberammergau mitgewirkt, und auch kein anderer Oberammer gauer Passionsspieler ist jemals zu Gastspielen auf Reisen gegangen. Die Gemeindeverwaltung von Oberammergau hat bereits in Hamburg und Bremen Schritte in der Angelegenheit getan. Danach wären die Darsteller also keine Oberammergauer, sondern bloße Obergauner. $ Das Züricher Sechselänten, das altberühmte Fest, mit dem die Züricher den Abschied des Winters zu seiern pflegen, ist pflichtgemäß begangen worden. Doch lag zum Abschied diesmal eigentlich gar kein Grund vor, denn während des Festes tanzten die Schneeflocken lustig in der Luft. Man hatte einen ,, kostümierten Kinderumzug" arrangiert. In allen möglichen Kostümen trippelten die Kinder durch die Hauptstraßen der Stadt, und die Würste und Brötchen, die sie nachher als Belohnung erhielten, waren wohlverdient. Nachmittags fand mit Musikbegleitung der Umzug der Zünfte statt. Die Schmiede brachten eine Verspottung des Anna Rothe- Prozesses. Ein von Berliner Schußleuten begleiteter Wagen stellte einen schwarz ausgeschlagenen Gerichtssaal dar. Vorsitzender, Richter, Etaatsanwalt und Rechtsanwälte wa ren zur Stelle. Auf der Anklagebank saß das Blumenmedium und im Hintergrunde stand der bekannte Hauptzeuge" Präsident Sulzer aus Zürich, über dessen Haupt eine Bapierrose schwebte. Die Gruppe erregte große Heiterkeit. Punkt 6 Uhr fand der Hauptaft, die Verbrennung des Bögg", einer großen Puppe, die den Winter darstellt, statt. Sie war diesmal sehr sorgfältig vorbereitet worden, denn es herrscht der Glaube, daß es einen schlechten Sommer gibt, wenn der Bögg" nicht brennt. Es ging diesmal auch vortrefflich. Wir haben also Grund, auf ein günstiges Wetter zu hoffen. Ein falscher Prinz von Modena sezt augenblicklich die Londoner Aristokratie in nicht geringe Aufregung. Man erinnert sich, daß vor zwei Jahren der englische Graf Russel von der Kammer der Lords unter der Anklage der Bigamie zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Die Sache erregte damals großes Aussehen. Graf Russel hielt sich für berechtigt, in den Vereinigten Staaten eine zweite Ehe zu schließen, weil seine Gattin Nr. 1, eine gewesene Schauspielerin, troß seines ausdrücklichen Verbots auf fleinen Londoner Bühnen auftrat. Seine Frau beantragte dann selbst die Scheidung, und dadurch wurde seine zweite Ehe giltig. Die geschiedene Frau heiratete, ,, um sich zu rächen", einen Prinzen Athrobald Stuart von Modena. Sie hatte aber vergessen, im Gothaer Kalender nachzusehen, ob ein solcher Prinz wirklich auf Erden wandelte, und so muß sie jeßt erleben, daß ihr Gatte Nr. 2 als ein Abenteurer namens William Brown entlarvt wird; er ist der Sohn eines Kutschers aus Maidenhead bei London. Der falsche Prinz befindet sich gegenwärtig in Portsmouth in Haft. (!) Judenverfolgung in Rußland. In der russischen Stadt Kischinem fanden schwere Arbeiterausschreitungen gegen Juden statt, wobei 25 Menschen getötet, gegen 70 schwer und gegen 200 leicht verwundet wurden. Der Minister des Innern erklärte für Stadt und Kreis Kiſchinew den Zustand des verstärkten Schutzes. 22 Der Antialkoholismus in Abessinien. Zur selben Zeit, als in Bremen der Antialkoholkongreß tagte, hat, wie aus Massaua gemeldet wird, der abessinische König Menelik eine bedeutsame alkoholfeindliche Kundgebung erlassen. Er hat zwei seiner Generale, welche sich aus London Branntwein hatten kommen lassen, schwer bestraft und einen Erlaß an die Kommandos seines Heeres gerichtet, in dem er die strengsten Maßnahmen zur Unterdrückung jeden Genusses geistiger Getränke unter Offizieren und Mannschaften anordnet. )-( Die neuste Verwendung der Röntgenstrahlen geschieht jetzt in dem japanischen Münzwerkstätten in Tofis. Seit lange wird dort in der raffiniertesten Weise von den Arbeitern Gold und Eilber gestohlen. Der Dieb verschluckte das Edelmetall, das er mitnehmen wollte, und wenn er nach Hause zurückgekehrt war, nahm er ein Brechmittel, und gelangte so wieder in den Besitz seiner Beute. Die Inspektoren waren dieser Kriegslist gegenüber absolut machtlos. Jetzt aber hat die japanische Regierung aus Philadelphia einen sehr fräftigen Apparat zur Untersuchung mit Röntgenstrahlen erhalten. Wenn die Versuche, die fortgehenden Arbeiter zu durchleuchten, wie man erwarten kann, glücken, werden die Golddiebe ihres arɔßartigen Tricks beraubt sein. )[ Ein Diner in einer Eierschale.] Die Newyorker Millionärsdamen haben sich ein eigenartiges Fest geleistet. Der große Ballsaal eines Etablissements war in eine Landschaft verwandelt worden. In bunter Fülle tummelten sich darin allerlei lebende Haustiere herum, sogar die grunzenden Schweine waren nicht vergessen. In ber Mitte des Saales erhob sich bis zur Decke eine gewaltige künstliche Eierschale, unter der die selbstvertändlich eirunde Festtafel hergerichtet war. Eine anbere feine Eierschale, voller weißer und gelber Blumen, symbolisierte Eiweiß und Eigelb. Die Teller, auf denen serviert wurde, waren alle eirund. (" Zum Koniker Knochenfund wird jezt mitgeteilt, daß die bei den Winterschen Leichenteilen gefundenen Stiefel auch von dem Schuhmachermeister Schuhmann, der für den jungen Winter arbeitete, als diesem nicht gehörig bezeichnet worden sind. Winters Eltern hatten das Gleiche konstatiert. Die Stiefel sind billige Marktwar: und sind nach sachverständiger Ansicht von ihrem Träger bis aufs äußerste abgenutzt gewesen. Ob man durch sie auf die Spur der Täter kommen wird, ist mehr als zweifelhaft. (-) Opfer des Bergsports. Zwei Wiener Touristen, die beiden Brüder Teufelsbauer, wurden unterhalb des Gipfels der Hochschwab erfroren aufgefunden. Sie hatten in Begleitung von vier anderen Herren am Ostersonntag die Besteigung des schwierigen Berges unternommen. Drei aus der Gesellschaft gaben wegen Schneetreibens ihren Vorsatz auf. Die Brüder Teufelsbauer und ein gewisser Fleischer verharrten aber dabei. Fleischer wird ebenfalls vermißt und dürfte von demselben Schidsal wie seine Freunde ereilt worden sein. Bunte Chronit. Zweihundert schwimmenden Eisberzen ist der Hamburger Schnelldampfer Deutschland" auf der Fahrt nach Newyork begegnet. Die Eismassen Des Nordpols haben sich nämlich nach den Erklärungen oon Gelehrten mehr als sonst nach Süden verschoben. Ein verheerendes Feuer brach in der Kaserne des Trainbataillons in Spandau aus. Das etwa 150 Meter lange Stallgebäude ist bis auf die massiven Umfassungsmauern niedergebrannt. Glüdlicherweise fonnten sämtliche Pferde gerettet werden. Tie Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt. - In einer Konditorei zu Groß- Lichterfelde, die viel von den älteren Jahrgängen der dortigen Kadettenanstalt besucht wird, schoß aus Unvorsichtigkeit der Kadettenunteroffizier M. seinen Kameraden v. H. mit einem Taschenrevolver in die Brust. Der beflagenswerte Unfall gab zu Gerüchten über eine neue Affäre à la Hüssener unbegründeten Anlaß. In dem Dorfe Gonsawa bei Gnesen erschlug der Arbeiter Siuda in einem Zwiste seine Ehefrau mit einem Stocke. Der Täter wurde verhaftet. - In Berlin wurde der bekannte Professor der Medizin Dr. Martin Mendelssohn durch Beschluß seiner Fakultät bis auf weiteres vom Lehramte suspendiert. Ihm werden schwere sittliche Verfehlungen vorgeworfen. In Schlesien wurden abermals sieben im Schneesturme erfrorene Personen aufgefunden. Die Zahl der Verunglückten beträgt damit 22. -Auf dem Gute Kunsdorf bei Nimptsch wurde die 25jährige Ehefrau des Gutsschiveizers Bartsch nachts in ihrem Schlafzimmer überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt. Der Einbrecher goß dann Petroleum auj ihr Bett und zündete es an. Die Frau erlitt furchtbare Brandwunden, denen sie erlag. Der Mörder ist noch nicht ermittelt. - Die amerikanische Central Railway Co. hat, wie aus Newyork berichtet wird, über eine Million Dollars für die Entschädigungsansprüche der bei dem Eisenbahnunfall Verunglückten zu zahlen gehabt, der sich im Januar vori gen Jahres im Tunnel bei der Grand Central Station ereignet hat. Vermischtes. †[ Eine Revision des Kalenders] schlägt ein Spaßvogel vor. Alle Leute stimmten darin überein, daß der Sommer jegt weit in den Winter hineinreicht, der dafür ein Etüd vom Sommer an sich reißt. Von Jahr zu Jahr tritt diese Erscheinung schärfer hervor. In diesem Jahre konnte man es leicht konstatieren, da der Winter besonders mild war, und da man in dem Augenblicke, wo die ersten Higen beginnen sollten, von Schlittschuhlaufen spricht und anstatt des klassischen ,, Blütenschnees" wirklichen Schnee sieht. Es ist nicht einzusehen, warum nicht bald die Hundstage im Januar sein und die Flüsse im August zufrieren sollten. Wenn als die Menschen fortfahren, sich nach der alten Tradition zu Neiden, im Mai die Winterkleider abzulegen und sie im Oktober wieder anzuziehen, so wird im Sommer die Sterblichkeit entseßlich groß sein. Was uns fehlt, ist ein großer internationaler Kongreß, der die Revision des Kalenders besorgen müßte. Es schreitet heutzutage eben alles fort, auch die Jahreszeiten, und daher müssen ihre Daten geändert werden. Keine üble Idee! ¶[ Man muß sich zu helfen wissen.] Ein in Eimsbüttel wohnender, vielbeschäftigter Barbier hatte, wie Hamburger Blätter zu erzählen wissen, vor kurzem das Pech, daß ihn an einem Tage gleichzeitig seine beiden Gehilfen im Stich ließen. Was war zu tun? Die Stube füllte sich mit Kunden, und der Meister stand allein da. Schnell entschlossen, rief er seine noch junge Frau herbei und drückte ihr mit einer kategorischen Bewegung Handtuch und Seifennapf in die Hand. Und siehe: In fachkundiger Weise seiste die junge Frau die Kunden ein, der Meister fuhr mit dem Patentmesser hinterher und das Geschäft ging wie ein geölter Bliz. Der Kundenkreis des Betreffenden hat sich seitdem so erweitert, daß er demnächst sein Geschäftslokal vergrößern wird. [ Der Zeugeneid] wird von dem bekannten Berliner Rechtsanwalt Sello anläßlich einer Besprechung des Prozesses gegen das Blumenmedium Anna Rothe in der Zukunft einer recht abfälligen Kritik unterzogen. Durch die Verhandlung sei aufs neue erhärtet worden, wie geringen Wert manchmal die vermeintlichen Sinneswahrnehmungen von Augen- und Ohrenzeugen und ihre beschworenen gerichtlichen Aussagen besißen. Dußende von Zeugen hätten beschworen, Dinge gesehen und gehört zu haben, die unmöglich jemals geschehen können. Daraus müßte auch der hartnäckigste Verteidiger des Zeugeneides gelernt haben, daß es nicht auf die formale Bekräftigung durch den Eid, sondern auf die psychologische Würdigung der Aussage ankommt. †[ Was man seinen Kindern nicht schenken soll.] Ein teures Geburtstagsgeschenk machte ein in dem Hamburger Stadtteil St. Georg wohnender Arzt seinem 7jährigen Söhnchen. Der Herr Sohn wünschte sich schön seit langer Zeit einen Gummistempel mit seinem Namen. Der Vater erfüllte den Wunsch; auf dem Geburtstagstisch lag der Etempel und ein Farbenkissen. Alle möglichen Papiere bestempelte der Junge mit seinem Namen, dann verstempelte er die Türen und die Fensterpfosten, sodaß das Dienstmädchen nachdem das Geburtstagskind eine Tracht Prügel bekommen hatte mit Seife und Wasser stundenlang zu tun hatte, um die Farbenflexerei zu entfernen. Den größten Schrecken empfand aber der Vater, als er nach Hause kam. Die wertvollen, an der Wand hängenden Delgemälde zeigten an verschiedenen Etellen den in schöner blauer Delfarbe hergestellten Namenszug des Sohnes. Dieser erhielt die zweite, verbesserte Auflage der Tracht Prügel und außerdem wurde ihm der Stempel wieder entzogen. )[ Der„ eingesperrte" Herr Richter.] Am Augsburger Landgericht soll sich, wie man von dort berichtet, ein heiteres Stückchen zugetragen haben. Wie auch derswo ist es dort üblich, daß ein abwesender Justizbeamter durch Aufhängen einer Tafel an der Tür: ,, Auf Kommission"," Auf Reisen" oder Im Gefängnis" den Grund seiner Abwesenheit kenntlich macht. So hing denn auch an der Türe des Untersuchungsrichters Landgean= Giesse * Das Gro gegeben am 22. 2 I. Gefeß, die SlagtoiehI Fleif rats X. unter dessen Namenschild eine Tafel„ Im fängnis". Zufällig kam nun an dem Tage ein eine spätere Zeit vorgeladenes Bäuerlein. Dasselbe den Namen, dann die Aushängetafel, und zog dann le brummend wieder ab. Zum Termin erschien es ni und deshalb sollte es nun zur Rechenschaft gezg werden. Wie erstaunte man aber, als man hörte, Mann sei dagewesen und ohne die Zeit der Vorladu abzuwarten, wieder gegangen. Die Aufklärung gab die Worte: ,, Jo, i hän g'lese, dasch de Herr Landgrich rat uig'sperrt ist, und do hän i mer denkt, sie laj ihn do so glei' net wieder ausse!" [ Ein arabisches Festessen] wurde in Le Kreider III. Diens fauer, welche Sgotten ift b Im Wa Herr Kreisrat Ehren des Präsidenten Loubet veranstaltet. Herrn Loandidat aufgestellt bet schien aber das Essen nicht zu schmecken. Als bisherige Abg. Bi Braten angekündigt wurde, brachte man nach arc scher Eitte ganze Tiere( Schafe, Gazellen usw.) auf de Tisch und jeder nahm sich ein Stück mit den Finger farten Rampf geb ( Militä Der Abgeordnete Etienne, der einen algerischen Web Gießen), Ober freis vertritt, machte die Eitte mit. Das junge Kan fleisch, das man als ganz besonderen Leckerbissen a tischte, hatte keinen großen Erfolg; es war weichlich faserig. Und dazu mußte man noch Milch von Stute und Kamelen trinken, da die Araber bekanntlich keine ge stigen Getränke genießen dürfen. Bupleuten beförd Het von Witti Cherentnant befö Die Feier ages Justus hat sich ein Pariser zugelegt. Er soll nach dem Beriale, dem Hessis eines Boulevardblattes schon mehr als hundert wirtschaftlichen V sigen, die alle mit Nummern und mit Aufschrifte und dem Verein versehen sind. Unter den Zigarren findet man u. a., einliche Feier began die ursprünglich dem General Mercier gehörte, der wurden. Vorm *[ Eine Sammlung von Zigarren berühmter Männe on der Stadt Hädtischen Saal ei dem Geheim eh. Hofrat sich während des Dreyfus- Prozesses in Rennes gefau hatte. Eine Zigarre stammt aus der Kiste des en lischen Finanztönigs Leopold von Rothschild; zwei st dem Vorrat des Henkers Billington entnommen; gehörte einem jungen Manne aus vornehmer Famil heil- Darmstadt der, nachdem er in Australien mehrere Personen e mordet hatte, sein Leben in einem Irrenhause schloß. Die Nummer 8 bis 14 sind Hamburger Biga ren, die König Eduard den deutschen Offizieren schent welche der feierlichen Beifetzung der Königin Victori beiwohnten. [ Alte Brautpaare.] Beim Standesamt in Rottha münster( Bayern) wurde dieser Tage ein Brautpaa aufgeboten, vor dem Er 85 und Sie 65 Jahre zählt Er war schon viermal und Sie schon zweimal ver heiratet. Von einem anderen Ehepaare, das noch in de Flitterwochen lebt, hat Er 76 Lenze gesehen und schon dreimal den Bund fürs Leben geschlossen, während Sie nur 70 Jahre alt ist. Nach der Trauung auf dem Standesamte hatten sie sich noch drei Monate bedacht ehe sie ihren Bund auch durch kirchliche Bande unau löslich machten. )[ Das königliche Rind.] In einer Klasse der höheren Töchterschule des österreichischen Städtchens W. wurde als Aufsaythema die Beschreibung einer fleinen Reise gegeben. Eine Schülerin schilderte einen Ausflug in ein Städtchen, in dessen Nähe sich ein königliches Schloß befindet, und nachdem sie sich eingehend über die präch tige Einrichtung des Schlosses ergangen, schloß sie mit den Worten: ,, Und dann begaben wir uns auf die grü nen Wiesen, um das königliche Rind zu besichtigen." [ Eine stumme Predigt.] Ein rührendes Schauspiel bot sich kürzlich den Besuchern der Kirche des heiligen Rochus in Paris. Nach einer der gewöhnlichen Predig ten bestieg der Abbé Goislot die Kanzel und predigt: zu einem Teil der Zuhörerschaft, der aus Taubstum men bestand. Eine halbe Stunde lang sprach der Geist liche zu diesen Enterbten der N- tur mit einer Bered samkeit, die sich durch Zeichen und mannigfache Ge sten mitteilte. Es war ergreifend, alle diese Gesich ter von Männern und Frauen zu sehen, auf denc das Verständnis der beredten Mimik des Predigers auj leuchtete. Eie ,, hörten" die stumme Predigt mit einem hingebenden Eifer. Und als sie die Kirche verließen. standen die Taubstummen auf den Stufen und unter hielten sich eifrig gestikulierend über die eben gehörte Predigt. ( 2)[ Disziplinlosigkeit im französischen Heere.] In einem Tagesbefehl an das ihm unterstellte 4. Kolonial regiment rügt der französische Oberst Marchand, daß er auf einer Reise fortwährend Urlauber seines Regiments total betrunken und verwahrlost angetroffen hätte, die sich schwere Ausschreitungen hätten zu schul den kommen lassen. Er wäre beinahe selbst von einigen dieser Säufer aus dem Abteile seines Waggons herausgeworfen worden. Fast gleichzeitig ließen sich 50 Mann der korsischen Garnison, die auf Osterurlaub nach Mar seille gekommen waren, eine schwere Gehorsamsverwei gerung zu schulden kommen. Sie weigerten sich, sich auf dem ihnen zur Rückreise zur Verfügung gestellten Transportschiff einzuschiffen, da es zu stürmisches Wet ter sei. Nette Soldaten! =[ Eine fruchtbare Familic.] Von einem Ende des 18. Jahrhunderts in Nordamerifa eingewanderten eng lischen Farmer namens Jonathan Fairbanis wird be hauptet, daß er der Stammvater von 4000 Familien sei, die jezt über die ganzen Vereinigten Staaten ver streut leben. Die Hauptvertreter dieser Familien hiel ten im August vergangenen Jahres in Dedham, Massa chusetts, eine große Zusammenkunft ab, im Verlaufe deren beschlossen wurde, in der genannten Stadt ein Fa milien- Museum anzulegen. Den Vorstehern desselben soll auch die Aufgabe zufallen, alte auf Jonathan Fair banis und seine Nachkommen Bezug habende Doku mente und sonstige Andenken zu sammeln und eine Familien- Chronik anzulegen, die dann genau weiterge führt werden soll. ** Warnung vor durchlochten Banknoten. An einer Staatskasse in Düsseldorf wurden wohl aus Mutwillen einem Beamten durchlochte Banknoten präsentiert, doch zurückgewiesen. Auf eine Beschwerde erging der Bescheid, daß durchlochte Banknoten als entwertet angesehen, auc von den Filialen der Reichsbant nicht eingelöst wür den. Ein Ersatz für solche Banknoten fönne nur durch das Reichsbankdirektorium in Berlin, welches in jedem Einzelfalle erst zur Prüfung des Falles schreite, veran laßt werden. Dem Besizer durchlochter Banknoten ent stehen daher stets unnüße Schreibereien, zu denen, wenn er außerhalb Berlins wohnt, noch Portokosten treten. Vor Annahme durchlochter Banknoten ist eine War nuna daher am Blab. mittags findet he eine gefellig on Damen ist ** Gießen crfeben ist dazu Erbauung foll volgen. Eine Dlula der Unive ** Dem den Besitzern mnd Schrödel öwen, welche ierten in dan Wrchitekturftüde hemaligen Ma Museums find. [ Stad zten Haus Ensembles D bchichte, zur muf die ganze and Requisiten Inisches Bereich langt, so lief Heber Spieler Herr Ganzert hauses, der d Bublifums h 10on Frl. Stö Marquis Ima er japanischer hortrefflich. A Stud war fe Doperette„ Orpl * [ Besi Café Ebel uflich erwor 84 noch anzufüge ed erbaut nehmer Aber Chriftopferfen Bab Nauhei Kung gab. [ Vi markt, welch beginnen foll blirfen, erst Mensch und im firömende gefahren war funden. Ein crst, welcher 850 Ma Rart vertau toon ca. 1300 handel sehr en Breisen Lift der Vert mit farbigen Der in Zerfammlun Etadt Gieße 1 April 190 flage des Safferwerts eit liegen ton heute a Zimmer Gießen eine Tafelm Idem Tage ein äuerlein. Dajjelbe el, und zog dann nin erschien es Rechenschaft ge , als man hörte, e Zeit der Borla Die Aufklärung de Herr Landgri mer denkt, sie urde in Le Kreide canstaltet. Herrn schmecken. Als jte man nach a Jazellen usw.) au tück mit den Fin Giessener Cagesneuigkeiten. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 25, ausgegeben am 22. April, enthält: I. Gesez, die Ausführung des Reichsgesetzes über die Schlachtvieh- und Fleisch beschau betreffend. II. Fleisch beschauordnung. * III. Dienstanweisung für die Fleischbe schauer, welche nicht die Approbation als Tierarzt besigen. ** Im Wahlkreis Alsfeld Lauterbach Schotten ist von den Freisinnigen und Nationalliberalen Herr Kreisrat Wallau- Lauterbach als Reichstagsfandidat aufgestellt worden, dessen schärfster Gegner ist der bisherige Abg. Bindewald. Es wird also auch hier einen harten Rampf geben. ten algerischen it. Das junge Deren Leckerbissen ; es war weichli Och Milch von& bekanntlich teine berühmter Män *( Militärdienst nachrichten.) Erb, Wiener ( Gießen), Oberlts. der Landw. Inf. 1. Aufgebots zu Hauptleuten befördert. Wünsch, Lt. der Res des Inf. Regts. von Wittich( 3. Kurhess.) Nr. 83( Gießen) zum Oberleutnant befördert. ** Die Feier des hundertjährigen Geburts tages Justus von Liebigs am 12. Mai d. Js. wird von der Stadt Darmstadt, der Großh. Technischen Hochman sonst nur an Schweinen vorzunehmen pflegt, welche be-| wegen, in das Geschäft einzugreifen, und dadurch die reits ihren Herrn haben, konnte die Reflektanten nicht befand, herbeizuführen. Der Schweinemarkt blieb erheblich Räumung des Marktes, der erst gegen 21 seinen Schluß überständig. findet in der Turnhalle des Turnvereins Gießen die GauTurnerisches. Nächsten Sonntag den 26. d. M. vorturnerstunde des Gaues Hessen mit anschließender Beratung statt. ** Die turnerische Tätigkeit auf dem 10. Deutschen Turnfeste zerfällt in ein allgemeines Turnen, für welches diesmal Stabübungen gewählt wurden, in das Turnen der Kreise, deren die deutsche Turnerschaft 18 zählt, in Sondervorführungen, Einzel- Wetturnen in Sechs- und Dreifampf, Ringen, Fechten und Spielen. Dieser Tage waren nun hier die Kreis- und Gauturnwarte von Bayern versammelt, um die Kreisvorführung der Bayern zu regeln, die am Sonntag den 19. Juli stattfindet. Aus Hessen und nachbargebieten. Grünberg. Wie wir erfahren, soll kommenden 1. August an unserem Bahnhof die Bahnsteigsperre Bügen hauptsächlich abends, das reisende Publikum sich durch die ansammelnde Menge Bahn brechen muß, wird dann ge= hoben sein. oll nach dem Beschule, dem Hessischen Landwirtschaftsrat, der Großh. land- eingeführt werden, der Uebelstand, daß bei den eintreffenden jr als hundert ind mit Aufschr findet man u. a., rcier gehörte, de es in Rennes ge der Miste des Rothschild; zwei on entnommen; 3 vornehmer Far mehrere Persone nem Irrenhause id Hamburger en Offizieren der Königin Bi andesamt in Rot age ein Braut Eie 65 Jahre za schon zweimal are, das noch in e gesehen und st hlossen, während& Trauung auf drei Monate beda chliche Bande una er Klasse der höher tädtchens W. mut einer fleinen S inen Ausflug in 1 königliches Sc hend über die pri ngen, schloß sie r uns auf die gi ind zu besichtigen. rührendes Schausp Kirche des heilig gewöhnlichen Pre Kanzel und predi der aus Taubst ang sprach der G ur mit einer Ber nd mannigfache alle diese Ges sehen, auf den * des Predigers a Predigt mit ein ie Kirche verlies Stufen und un r die eben gehi ösischen Heere.] erstellte 4. Kolon erst Marchand, Urlauber seines vahrloft angetro gen hätten zu f he selbst von eini es Waggons her ließen sich 50 M erurlaub nach Gehorsamsver veigerten sich f Jerfügung gefelter zu stürmisches We Bon einem Ende eingewanderten Fairbanis wird von 4000 Fami inigten Staaten iefer Familien in Dedham, M ft ab, im Verl mmten Stadt ein ſtehern desselben uf Jonathan zug habende sammeln und inn_genau weiter antnoten. An hl aus Mutwi erging der Befe ten präsentiert, ertet angesehen, nicht eingelöſt en könne nuv d 1, welches in jed alles schreite, ver jter Banknoten ien, zu denen, we Portofoften tr ten ist eine wirtschaftlichen Versuchsstation, dem Verein Hessischer Aerzte und dem Verein deutscher Chemiker durch eine gemeinschaft liche Feier begangen, zu der soeben die Einladungen erlassen wurden. Vormittags 10 1/2 Uhr findet ein Festakt im städtischen Saalbau unter Mitwirkung des Musikvereins statt, bei dem Geheimrat Prof. Dr. Bolhard aus Halle a. d. S, Geh. Hofrat Prof. Dr. Wagner- Darmstadt und Dr. med. Heil- Darmstadt Reden halten werden. Um 2 Uhr nach mittags findet ein gemeins haftliches Essen statt, abends 8 Uhr eine gesellige Vereinigung im Saalbau. Die Teilnahme von Damen ist erwünscht. ** Gießen soll ein Liebigmuseum erhalten. Ausersehen ist dazu das alte Liebig'sche Laboratorium und die Erbauung soll nach Fertigstellung der neuen Kliniken er folgen. * Eine Liebigfeier findet am 12. Mai in der Aula der Universität statt. ** Dem Museum im alten Rathause wurden von den Besißern des Neuen Saalbaues, den Herren Trescher und Schrödel die aus Stein gefertigten Wappen haltenden Löwen, welche den Eingang zu dem früheren Steins Garten zierten in dankenswerter Weise überwiesen. Es sind diese Architekturstücke genau so interessant, wie die Löwen des ehemaligen Marktbrunnens, welche ebenfalls im Besiz des Museums find. [ Stadttheater.] Gestern gelangte bei einem vollbefesten Haus das 7. Gastspiel des Elbinger OperettenEnsembles" Die Geisha", eine japanische Theehausge. schichte, zur Aufführung. Besonderen Wert wurde dabei auf die gänzende Ausstattung an Dekorationen, Kastümen und Requisiten gelegt, die den Theaterbesuchern ist ein japanisches Bereich versetzten. Was die Aufführung selbst anbe langt, so ließ das Stück nichts zu wünschen übrig, denn jeder Spieler wur auf seinen Posten. Besonders machte Herr Ganzert den Chinesen Wun- Hsi, der Besitzer den Theehauses, der durch sein komisches Gebaren die Heiterkeit des Publikums hervorrief, vorzüglich. Die Geisha Mimosa, bon Frl. Stöger gespielt, sowie der japanische Gouverneur Marquis Imari,( Herr Bruck) und der Leutnant Kanata der japanischen Artillerie( Herr Nolte) spielten ihre Rollen bortrefflich. Auch der Melodienreichtum der Musit in diesem Stück war fesselnd. Heute Abend gelangt die BurlesfOperette Orpheus in der Unterwelt" zur Aufführung. Besizwechsel.] Dem Vernehmen nach soll das Café Ebel von der Brauerei Bichler für 120000 Mark täuflich erworben sein. begnügt hätten, weil wir, wie auch andere Leute der MeinRecht, solches Gelände für den genannten Preis zu erwerben. ung gewesen wären, die Stadt habe ein gefeßlich festgelegtes Dieser Irrtum sei jetzt längst beseitigt, und wenn dort oben das jetzt zu enteignende Gebiet freigegeben werde zur Villenbebauung, dann seien die Grundbesiger durchaus nicht von vorn hrein verpflichtet, das für die Straße zu verwendende Gelände zu 1.12 Mt. für je 1 qm herzugeben; habe doch auch Herr Professor Bostroem für sein Gartenstück, das zur Straße werden solle, durch freiwilliges Anerbieten 19 Mt. für je 1 qm erhalten. 2. Ich habe ferner nicht gesagt, daß wir an der Kirchstraße einige von dem Pfarrgarten abgeschnittene Geländestücke der Stadt überlassen hätten, natürlich auch für 1 Mt. 12 Pfg.", sondern ich habe, einzig richtig erklärt, die Stadt habe uns für je 1 qm diese Geländestücke 6 Mt. geboten, und wir hätten sie hierfür derselben verfauft. Um nun auch meinerseits ein Beispiel dafür anzus führen, wie sehr zu Gießen der Preis des Baugeländes ge= stiegen sei, erwähnte ich noch, daß vor wenigen Jahren die Stadt für das erwähnte, zu 6 Mt. erworbene Gelände einem Nebenlieger 42 Mt. für den 1 qm angefordert habe. Gießen, den 23. April 1903. Dr. Naumann, Pfarrer. Geschäftliches. Es ist eine Freude, zu sehen, wie unsere Kolonien beitragen, daß gute deutsche Fabrikate sich immer mehr über die ganze Welt verbreiten und selbst in das dunkelste Afrika aus der Kolonie Tabora in Ostafrifa herübergekommene Photographie, auf der min zwischen einer tropischen Vegetation zwei Neger mit der bekannten„ Dalli" plätten sieht. Man erkennt auf letzterer deutlich das Schild mit der Aufschrift Dalli", welches für die grinsenden Neger eine Art Fetisch zu sein scheint, da sie es bei ihrer Plättarbeit darangelassen haben. Die Deutsche Glühstoff Gesellschaft in Dresden, der die Driginal- Photographie freundlichst überlassen wurde, hat Vervielfältigungen in Form von Ansichtskarten herstellen lassen, die sie Kolonialfreunden, die bei ihr darum nachsuchen, gern tostenfrei übermittelt. " * Mücke. Nicht geringes Aufsehen erregt das Verschwinden des Direktors der„ Oberhess. Holzindustrie" auf Mücke. Derselbe ist seit etwa 14 Tagen mit unbekanntem eindringen. Einen entsprechenden Beleg hierfür liefert cine Aufenthaltsort verreist. Wie aus sicherer Quelle verlautet, sind bis jest teine erheblichen Unterschlagungen entdeckt Flucht des Direttors Bamberger gewesen sein. Derselbe worden. Private Schulden mögen der Beweggrund der bezog übrigens für Mücke einen recht bemerkenswerten Gehalt, nämlich 4000 Mt. Besoldung, freie Wohnung, freies Licht und freien Brand. Bamberger, der früher in Alsfeld ein Geschäft betrieb, war dort schon einmal fallit geworden. Er war ein in allen Fächern gewandter Mann von sehr einnehmendem Wesen und genoß volles Vertrauen. Allerdings hatte der Aussichtsrat der Holzindustrie in letzter Zeit bemerkt, daß Bamberger die Geschäfte nicht mehr pünktlich führte, und deshalb einen Ersatz für ihn bereits in Erwägung gezogen. ** Frankfurt a. M., 22. April. Der sozialdemokratische Stadtverordnete Quard spielt, so schreibt unser K- Korrespondent aus Frankfurt, bekanntlich in den Versammlungen unserer Stadtväter den Hecht im Karpfenteiche. Fehlt er einmal, dann herrscht idyllische Ruhe. So auch in der legten Sigung. Ein Wizbold glossiert das folgendermaßen: Auf allen Bänken ist Ruh' überall spürst du kaum einen Hauch, Herr May schläft der Alte, kommt Quard nicht balde, schlafen die Andern auch." " ** Strikende Polizei! Das ist das Neueste! An den Bahnhöfen Mainz werden die Polizeiwachtlokale aufgehoben, weil die Bahnverwaltung sich weigert, die Reinigung, Heizung und Beleuchtung auch fernerhin zu stellen. *** Mainz, 22. April. Vorgestern Nacht geriet der Schuhmacher Gottfried Flackius mit seinem 17jährigen Sohne Philipp in Streit. Dabei brachte Meister Knieriem seinem Sohne 9 erhebliche Stiche mit dem Schusterkneip in den Nacken bei. Schwerverlegt wurde der junge Mensch in das Rochusspital gebracht. ** Eine 12jährige Bauzeit ist für die Restaurationsarbeiten am Kurfürstlichen Schlosse zu Mainz, die nunmehr begonnen wurden, vorgesehen. Zu den Kosten tragen bekanntlich das Deutsche Reich, der Hessische Staat und die Stadt Mainz bei. Oeffentlicher Sprechsaal. Enteignung von Gelände zu Klinikbauten. Eingesandt. In dem letzten Termin, der in vorbenannter Sache vor dem Provinzial- Ausschuß abgehalten wurde, hatte auch ich, namens des Kirchenvorstandes beBu dem gestern gemeldeten Besizwechsel ist noch anzufügen, daß das Haus vom Architekten Rocker= bed erbaut wurde und vom feitherigen Besizer Bauunternehmer Abermann für 82000 Mart vorerst an Herrn Christopfersen verkauft wurde, wobei der Käufer ein in Bad Nauheim habendes Haus für 33000 Mart in Bah- ziehungsweise der 1. Pfarrei meine Meinung betreffs der lung gab. * [ Viehmarkt.] Der Auftrieb auf dem Ochsenmarkt, welcher am Mittwoch schon um 6 Uhr in der Frühe beginnen sollte, ging erst um 8 Uhr vor sich, weil der Tierarzt, welcher die Tiere bevor diese den Markt betreten dürfen, erst untersuchen soll, nicht früher zur Stelle war. Mensch und Vich mußte daher mehrere Stunden zwecklos im strömenden Regen unter freiem Himmel warten. Aufgefahren waren 34 Stück Gangochsen welche schnell Nehmer fanden. Einige Paare schöne Mittelwaare ziehen mit 800 bis 850 Mart fort. Der Rest wurde zwischen 600-750 Mark verkauft. Der Schweinemarkt haite einen Auftrieb bon ca. 1300 Stück, darunter wenig Ferkel. Troßdem der Handel sehr langsam vor sich ging hielten die Verkäufer an den Preisen wie bei den letzten Märkten fest. Selbst die List der Verkäufer die noch massenhaft unverkauften Tiere mit farbigen Strichen zu zeichnen, eine Manipulation die Bekanntmachung. Der in der gestrigen Sitzung der StadtverordnetenBersammlung beratene und festgestellte Voranschlag der Stadt Gießen für das Rechnungsjahr 1903- vom Preisfrage ausgesprochen. Die Berichterstattung, die in Nr. 78 des„ Gießener Anzeigers" über meine Aeußerung gegeben wurde, war dem Gesagten nicht ganz entsprechend und enthielt einige sachliche Unrichtigkeiten. Ich unterließ aber eine Berichtigung, weil ich dachte, das Dargelegte werde gegenüber den gewichtigen Ausführungen der Herren Rechtsanwälte nicht weiter beachtet werden. Nunmehr ist mir aber wiederholt versichert worden, daß das Berichtete, auch an maßgebenden Stellen doch sehr auffällig hingenommen worden fei, weil es als von mir behauptet gelten mußte. Darum gebe ich auf Wunsch in zwei Punkten eine Berichtigung. 1. Ich habe nicht gesagt, die Kirchengemeinde habe vor Jahren für das zur Kirchstraße verwendete Pfarrgartengelände 1.20 mt. für je 1 qm von der Stadt erhalten, sondern ich habe gesagt 1.12 Mt., und ich setzte hinzu, daß wir uns mit diesem allzugeringen Betrag für das wertvolle, mitten in der Stadt gelegene Gelände nur darum Bekanntmachung. Betr.: Die Löber'sche Stiftung. Aus obiger Stiftung ist eine Pfründe von 260 Mt. jährlich an einen in Gießen geborenen verwitweten 1. April 1903 bis 31. März 1904 sowie die Voran- Handwerker zu vergeben, welcher einen guten Ruf besigt, söläge des Stadterweiterungsfonds, des Gas- und fortwährend einen gesitteten Lebenswandel geführt hat Basserwerks, sowie des Elektrizitätswerks für dieselbe und wahrhaft dürftig sein muß. Zeit liegen in Gemäßheit des Art. 83 der Städteordnung Anmeldungen werden von heute an binnen 14 von heute an während 8 Tagen auf der, Bürgermeisterei Tagen auf dem Armenamt, Neuenbäue 43, entgegen-Zimmer Nr. 15- zur Einsicht der Beteiligten offen. Gießen, den 24. April. Der Oberbürgermeister. Mecum. genommen. Gießen, 21. April 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Samstag, den 25. April. In der Johannestirche. Nachmittage 2 Uhr: Beichte und Vorbereitung zu der mit der Konfirmation verbundenen Abendmahlsfeier. Pfarrer Euler. Misericordias Domini, Sonntag den 26. April. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde Pfarrer Schlosser. Abends 6 Uhr: Siehe Johanneskirche. Montag den 27. April, abends 8 Uhr versammelt sich im oberen Konfirmandensaal die Vereinigung der konfirmirten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde und die der Marfusgemeinde im unteren Konfirmandensaal, Kirchstraße 9. In der Johanneskirche. Kollekte für die Armen. Vormittags 9.30 Uhr: Konfirmation der Kinder aus der Lucas- und Militärgemeinde; im Anschluß daran Feier des heil. Abendmahls. Pfarrer Euler. Abends 6 Uhr: Pfarrer Dr. Na umann. Gottesdienst der. israelitischen Religionsgesellschaft. In der Synagoge, Südanlage. Sabbathfeier am 25. April 1903. Freitag Abend 7 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr Predigt. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 8.20 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr. Nachmittags 6.30 Uhr. Abends 8.20 Uhr. Couverts mit Firma von Mk. 3.50 an, liefert die Expedition. Die Besten unter allen ähnlichen Produkten sind MAGGI'S Suppen- Würfel Versuch überzeugt. á 10 Bfg. für 2 Teller föstlicher Suppe. Ein Stets frisch zu haben bei Trageser& Mayer, Grünbergerstraße 27. 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Wir machen die Pferdebefizer derjenigen Pferde und Fahrzeuge, welche bei der Aushebung im Falle einer Mobil machung zu gestellen sind, bereits im Frieden ausdrücklich auf folgende gefeßlichen Bestimmungen aufmerksam: 1. Uebertretungen der hinsichtlich der Stellung der Pferde zur Aushebung getroffenen Anordnungen werden nach § 27 des Kriegsleistungsgesetzes vom 13. Juni 1873 mit Geldstrafe bis zu 150 Mark geahndet. 2. Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht ungesäumt und vollständig vorführen, haben außer der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen, daß auf ihre Kosten eine zwangsweise Herbeischaffung der Pferde borgenommen wird. 3. Der Verkauf eines Pferdes vor erhaltener Gestellungsaufforderung entbindet nicht von dessen Gestellung, fo fern die Ablieferung an den neuen Erwerber noch nicht erfolgt ist. Eine Ausnahme findet nur statt, wenn nachweislich der Verkauf an die Militärbehörde, an Offiziere, Sanitätsoffiziere oder Militärbeamte, welche sich ihre Pferde für die Mobilmachung selbst beschaffen, erfolgt war. 4. Von Bekanntgabe des Mobilmachungsbefehls bis nach Beendigung der Pferdeaushebung ist jede Ausführung von Pferden in andere Kreise oder Ortschaften ver boten. Zuwiderhandlungen werden für jeden einzelnen Fall mit der in§ 27 des Kriegsleistungsgesetzes vom 13. Juni 1873 vorgesehenen Strafe geahndet. Eine Ausnahme von dem Verbote findet nur statt, wenn nachweislich der Verkauf an Militärbehörden des Aus hebungsbezirks oder an solche Offiziere, Sanitätsoffiziere oder Militärbeamte, welche sich die Pferde für Mobilmachung selbst beschaffen, geschehen ist. die 5. Bei der Vorführung müssen die Pferde durch den Be siger versehen sein mit: Halfter, Trense, zwei mindestens zwei Meter langen Stricken und gutem Hufbeschlag. Der Wert dieser Stücke ist in der Tage mitenthalten. Fehlt eines derselben, so werden die dadurch entstehenden Kosten bei der Tagsumme in Abzug gebracht. 6. Pferde, welche als brauchbar ausgewählt, aber zunächst nicht abgenommen werden, sind von den Besitzern, bei Meidung der unter 1 erwähnten Strafe, auf drei wochen, vom Tage der Aushebung an gerechnet, zur Verfügung der Militärbehörde zu halten. Bis zur förmlichen Abnahme haben die Besizer oder dera Beauftragte die Pferde zu beaufsichtigen und a eigene Kosten zu verpflegen. Wenn die Besizer diese Verpflichtung nicht genügen, werden die dadurch en standenen Kosten bei Auszahlung der Tagsumme it Abzug gebracht. 7. Bei den bereits früher gemusterten Pferden sind a den Halftern auf der linken Seite die Bestimmung täfelchen, welche die Designation der letzten Musterung aufweisen, zu befestigen. 8. Schläger und bissige Pferde sollen ausdrücklich ab solche bezeichnet werden, um Unfällen vorzubeugen. Gießen, den 18. März 1903. Betr. Großherzogliches Kreisamt Gießen J. V. gez. Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. Das Einhalten der Tauben während de Saatzeit. Die Besitzer von Tauben werden unter Hinweis qu Art. 79 des Feldstrafgeseßes aufgefordert, ihre Taube vom 18. April bis Ende dieses Monats in den Schläge einzuhalten. Hebertretungen dieser Vorschrift müsse nach Maßgabe des Feldstrafgesetzes zur Anzeige und B strafung gebracht werden. Gießen, den 17. April 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. 9061 Freitag den 21. pril. ische Familienz Modernen vq Crunkfucht im Altertum. daß die Griechische und römische Urkunden gen eisen, Dionysius, der Jüngere, mehrmals neunzig age, ohne Alten in bezug auf den Trunk die Leistungen bei weitem übertreffen. Aristoteles erzählt Beno trant B., F.H EINST JETZT - UND.