Br. 275. nementspreis: in Cichen, abgeholt monatlich 50- Pfs., t's Haus gebracht 60 fg., burch die Poft bejogen stertels fährlich Mr. 1.50. Brattabellagen: Oberhefftsche Familienzeitung( täglich) Oberhefftsche Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- ux Bartenbau, sowie bie Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint es allen Berliagen nagmitage. Montag, den 23. November 1903. Gießener 12. Jabraang. Jusertion pret e Die einfaltige Petitzeile für Stehen wie gang Oberbeffen, die Kreise Weglar und Warburg 10 Bla. foft 16 Bfg.: Reklamen die Betitzeile 30 resp. 40 fg. Postzeitungsliste No. 3860. Rebattion und Ervebition: Gießen Nenenweg 28. Serufsrechauschluh Ar, 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( siehener Peitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weglar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Ein Opfer der Nihilisten? Zum Tode der Prinzessin Elisabet von Hessen. Der plötzliche, unter eigentümlichen Umständen erfolgte Tod des kleinen hessischen Fürstenkindes in Skierniewice hat in der Petersburger Gesellschaft eine Reihe von mysteriösen Gerüchten gezeitigt, die sich trotz aller Dementis erhalten. Wie das„ Neue Wiener Tagblatt" sich berichten läßt, spricht man davon, daß die Prinzessin einer Vergiftung zum Opfer gefallen sei, die von nihilistischen Verschwörern dem Zaren bestimmt war und nur infolge einer Verwechselung das fremde Kind getroffen habe. Diese furchtbaren Gerüchte basieren angeblich auf folgenden Beobachtungen und Nachrichten. Die Prinzessin befand sich vollkommen wohl und begann erst naa; der Mittagstafel über Kopfschmerzen und Uebelfeiten zu klagen, woraus bald Erbrechen, Krämpfe und partielle Bewußtlosigkeit ein traten. Die rasch herbeigeholten Aerzte konnten das junge lebem nicht mehr retten: die Auflösung der Prinzessin ging mit unheimlicher Naschheit vor sich... Infolge dieser verdächtigen Umstände befahl der Zar die sofortige Obduktion der Reiche. Man weiß nun, daß, dem offiziellen Parere zufolge, die kleine Prinzessin an der Kindercholera gestorben ist. Nach den Berichten, die der Petersburger hohen Gesellschaft zugegangen sind, sollen die Aerzte bei der Obduktion der Leiche jedoch Reste von Strychnin vorgefunden haben. Der eigentümliche Zufall, daß einige Stunden nach der Todeskunde aus Skierniewice die Nachricht kam, daß auch Kaise rin Feodorowna erfranft ist, gab der geschwätzigen Fama neuen Stoff. In Petersburg wird behauptet, die Kaiserin leide nicht, wie die offizielle Depesche besagte, an einer schmerzhaften Mittelohrentzündung, sondern ihr Unwohlsein soll gleichfalls auf eine Vergiftungserscheinung zurückzuführen sein. Es soll sich eben in Stierniewice überhaupt uni ein mißglücktes nihilistisches Attentat handeln, als dessen Opfer Zar Nikolaus qusersehen war. Daher war niemand weiter bertwundert, als es hieß, auch der Zar sei erkrankt. Auch jetzt noch will man dem offiziellen Dementi, das ihn für völlig gesund erklärt, keinen Glauben schenken. Ob an diesen Meldungen etwas Wahres ist, kann man natürlich nicht entscheiden. Wir geben sie das sei ausdrücklich belont nur mit allem Vorbehalt wieder. Ruffifche Deutschenfurcht. Die Chauvinisten an der Seine sind nicht die einzigen, die von Zeit zu Zeit das Bedürfnis fühlen, den Deutschen ins auszuwischen. Trotz der dauernden Freundschaftsversiche nungen des weißen Zaren breitet sich die deutschfeindliche Stimmung durch die skrupellose Propaganda einiger einflußreicher Preßorgane, wie der„ Now. Wremja" und des Swjet", auch im heiligen Rußland mehr und mehr aus. Besonders das letztgenannte Blatt beschäftigt sich mit dem westlichen Nachbar fortgesetzt in liebreicher Weise. Neuerings hat es eine Kampagne gegen den deutsch- russischen Handelsvertrag eröffnet und ihn als schwarzes Schreckmittel usgemalt. So naiv die Begründungen des Blattes sind, so viele Anhänger finden sie doch unter der urteilsloſen Menge, die im Innern des Landes an solcher Lektüre ihren geistigen Bedarf ſtillt.„ Swjet" erklärt seinen Lesern in wischer Breite, daß ein neuer Handelsvertrag mit Deutschland, wenn er ähnlich würde, wie der bestehende, Rußland junderte von Millionen Rubel kosten würde. Dieses Geld periven de Deutschland für sein Heer und seine Flotte. An der Westgrenze Rußlands müsse dauernd eine Millionennee tatenlos erhalten werden, die jährlich 300 Millionen Aubel foste, nur weil man gegen die deutschen Expansions: elite gewappnet sein müßte. Es wäre geradezu Selbstmord, wolle man unter solchen Umständen durch Erneue nnig eines so einseitigen Handelsvertrages den Deutschen mich noch ihre eigene Armee bezahlen". Aber Deutschland jei nicht nur gefchäftsflug, es sei auch perfide. Würde sich nämlich Rußland weigern, auf den Abschluß eines solchen handelsvertrages einzugehen, so würde Deutschland seine ersteckte Unterſtüßung des Sultans zu einer offenen machen and Rußland im Osten von Asien Scherereien aller Art be eiten. Die beschauliche Ruhe, mit der Deutschland die Ent vickelung der Dinge in Panama betrachte, zeige deutlich, daf sich mit den Vereinigten Staaten gut stellen wolle, um im Stillen zean ihrer Unterſtüßung sicher zu sein. Trot dieser entsetzlin Sachen, die Rußland also nach Ansicht des„ Swjet" ron Deutschland zu erwarten hätte, wenn es der Handelsvertrag nicht abschließt, rät das Blatt seiner Regierung doch ernstlich, lieber das Furchtbarste zu er tragen, als sich unter die deutsche Knechtschaft zu begeben. Man wende nicht ein daß solche Sannegießereien Privat arbeiten eines chauvinistischen Publizisten seien. Das russische Ministerium des Innern hat erst dieser Tage gezeigt, da es solcher Presse völlig würdig ist, hat es doch eine Rommission eingesetzt, die Maßregeln ergreifen soll, damit die Ansiedlung von fremden, insbesondere deutschen Kolohiften, in Westrußland hintangehalten werde. Kopfschüttelnd m man sich fragen, was damit bezweckt werden soll. Schon de famose Ukas Aleranders III. vom 14. März 1887, der besonders gegen Die veuija) en gerichter ist, verbietet ja Ausländern, in den zehn Gouvernements des ehemaligen Königreichs Polen, außerhalb der Städte und Handelsniederlassungen mit städtischem Charakter weder Grundeigentum 311 erwerben, noch solches irgendwie zu stützen. Will man nun auch noch die deutschen Kaufleute aus den Städten treiben? Und wozu das? Gibt man an der Newa, daß der deutsche Michel sich dies Chilenen in aller Ruhe gefallen läßt, ohne auch seinerseit aßregeln zu ergreifen, die den russischen Grenzverkehr treffen? Wenn der Regierung des Zaren Nikolaus in der T jo aufrichtig, wie er es wieder und wieder beteuert hat, dan liegt, mit Deutschland eine innige Freundschaft 3 unterhalten, so sollte man erſtens der übelwollenden Treffe etwas mehr auf die Finger sehen - man ist doch sonst in Rußlan: mit solchen Maßnahmen so schnell bei der Hand und sollte ens nicht amtlich Schritte tun, die unser nations.es Empfinden bitter berühren. ,, O du mein Österreich!" Kaum hat Graf Tisza sich einigermaßen mit dem ungarischen Parlament ins Benehmen gesezt, kaum hat er einige Aussicht, sich dauernd zu behaupten, da sucht er bereits Hän. del und bemüht sich, andere Minister zu stürzen. Nicht aus Uebermut, sondern aus kalter Berechnung: Als geschickter Diplomat sucht er die ungarischen Parteien unter seiner Führung zu einigen, indem er auf jemand losschlägt, dem gegenüber sich alle Magyaren, so uneinig sie unter einander sein mögen, solidarisch fühlen. Graf Tisza hat mit seinem Kollegen in Cisleithanien, Herrn v. Koerber, einen Streit vom Zaune gebrochen, mit der offenbaren Absicht, Herrn v. Koerber zu Falle zu bringen. Ursprünglich ließ sich die Sache als eine Art ministerieller Kaybalgerei an, wie sie in Ungarn Desterreich gegenüber nicht ungewöhnlich ist. Allmählich gewinnt die Sache aber ein ernsteres Gesicht, und es scheint, als müßte einer von beiden, Tisza oder Koerber; über diesen Streit amt los werden. Der Sachverhalt ist folgender: Herr v. Tisza hat im unga rischen Abgeordnetenhause Aeußerungen getan, die die staats rechtlichen Befugnisse des Kaisers Franz Josef in seiner Eigenschaft als König und oberster Kriegsherr der Ungarn einengten. Im österreichischen Abgeordnetenhause hat Heri v. Koerber dieses Auftreten Tiszas als eine Beeinträchti gung der Kronrechte entschieden, aber höflich zurückgewiesen Tisza erwiderte in scharfer Tonart, und Koerber zog mun auch derbere Saiten auf. Damit ist ein schwerer Konflik! zwischen beiden Ministern geschaffen, der sich kaum mehr gütlich beilegen läßt. Herr v. Koerber hat mit seiner Zurückweisung de Anschauungen Tiszas so ziemlich alle Parteien des österrei chischen Reichsrats hinter sich. Die Tschechen haben zwa: Roerbers Verteidigung der einheitlichen deutschen Armee sprache mit den Rufen begleitet: Dem wird Preußen zu stimmen, das wird den Hohenzollern recht sein!" Abe das war nur eine der üblichen tschechischen Liebenswürdig feiten, die nichts besagen wollen. Alle deutschen Parteier stimmen geschlossen der Haltung Koerbers zu und woller ihn in seinem Kampf mit Tisza unterstützen, Polen uni Tschechen werden ihn zwar nicht unterstützen, aber ihm aud nicht in den Rücken fallen. Nötig ist ein solcher parlamentarischer Rückhalt für Koer ber in hohem Maße. Denn auch sein Gegner Tisza ha bei seiner Haltung in den streitigen Fragen das ganze unga rische Parlament hinter sich, und das stärkt seine Stellung um so mehr, als er seit Monaten der einzige Staatsmani Ungarns ist, der mit dem Parlament fertig zu werden wußte Ihn gehen zu lassen, wird den Kaiser Franz Josef schwei ankommen: Er weiß, daß Tisza allein der unhaltbaren Lag in Ungarn ein Ende zu machen imstande ist, er weiß, daß wenn Tisza abtritt, der parlamentarische Skandal im Ma gyarenlande genau so wieder floriert, wie unter Szell uni Khuen- Hedervary. Kaiser Franz Josef sieht sich also zwischen zwei Feuern Auf der einen Seite fann er Koerber, der für die kaiser lichen Rechte eingetreten ist, das gesamte österreichische Par lament hinter sich hat und nebenbei der tüchtigste Minister ist, den Desterreich seit Jahren besessen, den Kukuruz magyaren kaum opfern. Auf der anderen Seite muß ei aber auch Tisza halten, da sonst alles in Ungarn drunter und drüber geht. Was Kaiser Franz Josef in dieser Lage tun wird, is noch ungewiß. Vielleicht wird er es mit dem seit Taaff in Desterreich gang und gäbe gewordenen System des„ Fort wurstelns" versuchen. Aber ob sich dies System auch gegen über dem Konflikt zwischen den beiden leitenden Männerr anwenden lassen wird, erscheint doch sehr fraglich. Einer von beiden wird schließlich doch fallen müssen, Tisza odei Koerber. Fällt Koerber, so wird man das geflügelte Wor ,, Tu, felix Austria, nube" etwas variieren und wörtlid übersetzen müssen: Tu, infelix Austria, nube" lin glückliches Desterreich, verhülle dein Haupt! Abdul Hamid in Nöten. Abdul Hamid, der Türkenbeherrscher, ist sehr traurig. Einmal darüber, daß ihn die bösen Mächte mit ihren Reformforderungen noch immer bedrängen, zum andern, daß sein gefährlichster Widersacher, Herr Boris Sarasow, frot aller auf seinen Kopf gesetzten Preise nicht aus der Welt zu räumen ist und sich anschickt, den Türken neue Verlegenheiten zu bereiten, und zum dritten, daß unter seinen eigenen Truppen Meuterei und blutige Streitigkeiten an der Tagesordnung sind. Vielleicht macht die Reformnote der Mächte dem Sultan lange nicht so viel Kopfzerbrechen, wie die Kunde von dem Auftauchen Sarafows in Bulgarien. Was Herr Sarasow seinen bulgarischen Landsleuten über seine fünftigen Pläne erzählte, ist freilich auch nicht dazu angetan, dem Sultan freudige Stunden zu bereiten. Sarafow erklärte einem bulgarischen Journalisten zwar, daß die Feindseligkeiten einstweilen eingestellt werden sollten. Aber wenn es nicht gelinge, die Lage der mazedonischen Bevölkerung bis zum Frühjahr zu verbessern und durch den österreichisch- russischen Reformplan werde das nicht geschehen so solle der Tanz wieder losgehen. Es sei alles dazu vorbereitet. Selbstverständlich würde der Aufstand in solchen Gebieten Mazedoniens losbrechen, die bisher davon verschont geblieben seien, denn die jetzigen Aufstandsgebiete seien so verwüstet, daß an eine Neuentfaltung des Aufruhrs dort nicht zu denken sei. Mit anderen Worten: Im Frühjahr beginnen die Bandenkämpfe unter allen Umständen aufs neue! Und angesichts dieser Sachlage ist das türkische Heer teilweise in volſter Zuchtlosigkeit! In der mazedonischen Gendarmerie kommt es täglich zu blutigen Zusammenstößen zwischen türkischen und christlichen Gendarmerietruppen, weil die Türken ihre christlichen Kameraden nicht ausstehen mögen. Andererseits fehlt es auch in den albanesischen Truppenteilen nicht an Rauflust wider die Türfen. So kam es bei der Feier des Geburtsfestes des Sultans in Gewogheli zu einer Militärrevolte: Der Major eines Nizambataillons war etwas fidel geworden, worüber sich ein jun ger Leutnant albanesischer Redifs laut aufhielt. Der Major ordnete nun die Verhaftung dieses Leutnants an. Das ries unter den albanesischen Rediss große Erregung hervor, sie rotteten sich zusammen und nahmen eine drohende Haltung gegen den Nizamoffizier an, so daß dieser sich genötigt sah, nun seinerseits Mannschaften seines Bataillons herbeizu rufen, um sich gegen die Albanesen zu schützen. Es gelang erst, die Ruhe wieder herzustellen, nachdem der Leutnant wieder in Freiheit gesetzt worden war. Nur zwei Albanesen, die ihre Mausergewehre gegen den Major in Anschlag gebracht hatten, wurden bestraft, aber auch nur leicht. Nette Zustände! Die Politik. In Kaufmannsfreisen trägt man sich an vielen Orten mit dem Gedanken, die Bestimmung der Krankenversicherungsnovelle, wonach mit dem 1. Januar 1904 die Versicherungspflicht für Handlungsgehilfen und Handlungslehrlinge in Kraft tritt, in der Weise auszuführen, daß eigene Ortskrankenkassen für diesen Zweck gebildet werden. Dieser Weg scheint kaum sehr empfehlenswert. Höchstens in großen Städten mag diese Methode brauchbar sein; für die Mittel- und Kleinstädte wird es sich empfehlen, den Anschluß an die Krankenkassen der größeren Handlungsgehilfenverbände, soweit sie eingeschriebene Hilfskassen sind, vorzuziehen. Die Ergebnisse der Abgeordnetenwahlen zum preußischen Landtage liegen jetzt sämtlich vor. Sie haben nachstehende Zusammensetzung der preußischen Volksvertretung im Gejetzt: bisher: folge: Konservative Zentrum 148 143 97 99 Nationalliberale 79 75 Freikonservative 54 57 Freisinnige Volkspartei 23 25 Polen 13 13 Freijinnige Vereinigung 8 10 Bei keiner Partei 11 7 Zu der Rubrik„ bei keiner Partei" zählen drei Mitglieder des Bundes der Landwirte, 2 Dänen, 2 Antisemiten, 2 Wildliberale, 2 Wildkonservative und 3 Fraktionsloſe. Eine evangelisch- soziale Vereinigung ist dieser Tage in Sachsen begründet worden. Ihr Zweck ist, die der Kirche entfremdeten Volksmassen wieder heranzuziehen. Die Vereinigung will darauf hinwirken, daß die Kirche die religiössittlichen Gedanken des Christentums in den das öffentliche Leben bewegenden Fragen geltend macht, also an der Beleuchtung der Gegenwartsfragen sich beteiligt, ohne politische Parteien ins Leben zu rufen oder jene religiösen Gedanken mit politischen, wirtschaftlichen und fulturellen Anschauungen irgendwelcher Volksklassen zu verquicken. Ferner will die Vereinigung dabin wirken, daß die Kirche von ibren Anaecelft bannade no fie monte Madder stri doch nach Marienau tomurchdringend blidte Botttoff den Freund an. Für dich. Ich muß das aus dem Gesundheitszustande Ihr habt das Zeug, euch an einander aufzureiten. Gs ift beffer fo," ſagte er ruhig, für sie und auch und as beiner Erreguna ichlieren Meidet euch for fount Murren, müde und abwie Sie diesmal mit Joften bon dem momentan Rahlungsunfähigkeit laut, bcffentlich, um was es sich handelt? gehetzt. Sie haben stets die Geschäfte geführt, sehen Sie auch. so verliere ihnen zurecht fommen. den wir das Streiten," unterbrach er fie mit unich bin zur Genüge as abhängt ich Wird etwas von einer Sie wissen sofort meinen Sehr leicht mit brennender Fall" Die vielen ebatave zu behandeln, wie ſie es mens ſtolze, unnahbar reine Frau von Oljufiew ſo en canale begrüßten diese Gelegenheit mit fauiend Freuden, um die Neugier weil so wenig wahres daran war los von dem interessanten und brennendem Interesse endihre Die Untautersten endlich reichlich verdient hatte. jahrelange Sypokrisie hlich beleidigten Stunst schon frithzeitig gepflegt und gestärkt gezeichnete, und Bilder müssen das Gefühl für das mit den häßlichsten Unarten befannt machen, sondern auch faturen der gewöhnlichen Bilderbücher das Kind nicht allein schon im Kinde erwecken, während die Zerrbilder und Kariicon geformte und forrett gefärbte Geftalte Schöne und Wahre feinen hörigen soziale Arbeit als ein Gebot des Christentums for.| dere. Antisoziale Einrichtungen der Kirche sollen beseitigt und in Orten, wo eine größere Anzahl oder ganze Volksmassen die evangelischen Gottesdienste grundsäßlich meiden, regelmäßige öffentliche Vorträge mit freier Diskussion ver anstaltet werden. Der Verein wird Versammlungen mit Vorträgen über evangelisch- soziale Fragen und Lehrkurse abhalten, Druckschriften ausgeben, eine Bibliothek der einschlägigen Literatur begründen u. s. w. * Endlich liegt eine allen Zweifeln ein Ende machende amtliche Darstellung über die Vorgänge in Warmbad vor. Sie bestätigt, daß den Weißen kein Haar gekrümmt worden ist. Gouverneur Leutwein meldet:„ Die Station Warmbad wurde bis zum Eintreffen des Hauptmanns v. Koppy aus Keetmannshoop durch die Besagung und durch Kriegsfreiwillige unter dem ehemaligen Leutnant v. Busche verteidigt. Weitere Verluste sind nicht entstanden. Die Gefahr ist vorüber, der Feind unter dem neuen Kapitän in südwestlicher Richtung ausgewichen. Die dritte Kompagnie ( Keetmanshoop) und die Witbois befinden sich im Vormarsch auf Warmbad, während die aus Windhuk abgegangene Truppe mit ihrer Spize in Kettmanshoop eingetroffen ist. Leutnant Jobst und Sergeant Snay sind im offenen Gefecht gefallen bei dem Versuch, den Kapitän der Bondelzwarts zu verhaften. Dieser wurde gleichfalls getötet." Der Schlußsaz zeigt, daß auch der Teil der ersten englischen Meldung, der dem Leutnant Jobst nachsagte, er habe den Kapitän der Bondelzwarts bei einem Palaver erschossen und so den Aufstand verursacht, wieder eine böswillige Entstellung war. Die Nachricht von einer unfreundlichen Behandlung deutscher Schiffe durch die amerikanische Marine bei Panama erweist sich wieder als eine in deutschfeindlichen Newyorker und Londoner Redaktionen ausgebrütete Ente. Auf eine Anfrage des amerikanischen Marinedepartements, ob die Meldung wahr sei, daß die amerikanischen Kriegsschiffe bei Colon die deutschen Schiffe Markomannia" und ,, Scotia" angehalten hätten, hat Admiral Coghlan geantwortet: Die Markomannia" habe vor Colon angehalten, um Passagiere zu landen. Man habe das Schiff jedoch nicht behelligt. Die„ Scotia" sei, drei Tage überfällig, gegen Sonnenuntergang vor Colon angekommen und benachrichtigt worden, daß es nicht gestattet sei, Bewaffnete zu landen. Sonst sei das Schiff nicht belästigt worden. Nur die Dunkelheit hätte die„ Scotia" verhindert, sofort ins Dock zu gehen.- Uebrigens hat die deutsche Reichsregierung den Vereinigten Staaten mitgeteilt, sie sei bereit, die neue Republik Panama anzuerkennen. Nach dem neuen Kanalvertrage garantieren übrigens die Amerikaner die Unabhängigkeit der Republik Panama, so daß jede Anstrengung Kolumbiens, Panama wieder unter seine Botmäßigkeit zu bringen, vergeblich sein muß. * In Windsor ist jetzt in der Tat ein Schiedsvertrag zwischen England und Italien zu stande gekommen. Die beiden Könige Eduard und Victor Emanuel haben dem Vertrage, der zwischen ihren Auslandsministern vereinbart wurde, ihre Genehmigung bereits erteilt. Den praktischen Wert dieses Vertrages braucht man nicht allzu hoch einzuschäßen. Wenn es sich um wirkliche Lebensfragen zweier Mächte handelt, wird keine von ihnen die Entscheidung von dem Spruche eines Dritten abhängig machen. In das„ Star Spangled Banner", das über den weiten Ländergebieten der Nordamerikanischen Union weht, soll ein neuer Stern eingefügt werden: Kuba soll ein nordamerikaniſcher Staat mit allen Rechten und Pflichten eines solchen werden. Im Washingtoner Senat hat der Senator Newlands eine für beide Häuser, also auch für das Repräsentantenhaus, bestimmte Resolution eingebracht, wonach Kuba ersucht werden soll, sich unter den für die anderen Bundesstaaten geltenden Bedingungen den Vereinigten Staaten anzuschließen. Weiter wird darin vorgesehen, daß Puerto Rico ein Kreis oder eine Provinz von Kuba werden soll. Selbstverständlich wird Kuba nicht Nein sagen. Die Folgen einer solchen Eingliederung Kubas in die hochschutzöllnerische Union würden für den europäischen Handel außerordentlich empfindlich sein. * * Hof und Gesellschaft. Das Befinden des Kaisers ist dauernd gut. Am Geburtstage der Kaiserin Friedrich erschien das Kaiserpaar, zu Fuß vom Neuen Palais fommend, im Mausoleum, wo sie am Sarkophage der Kaiserin Friedrich einen Kranz aus Lorbeer und weißen Rosen niederlegten. Prinz Joachim und Prinzessin Viktoria Luise legten ein Bukett aus Crysanthemum nieder. Nachdem die Herrschaften eine zeitlang in stiller Andacht im Mausoleum verweilt hatten, begaben sie sich zu Fuß nach Sanssouci und von dort nach dem Neuen Palais zurück. Das italienische Königspa ar ist von seinem englischen Besuch über Frankreich wieder nach Italien zu Der Wildhirt. Eine oberhessische Dorfgeschichte von J. Becker. ( Fortsetzung.) ( Nachdruck verboten.) rückgereist. In Portsmouth wurden den Abreisenden dura) die versammelte Flotte die königlichen Ehren erwiesen. Aus dem Gerichtssaal. § Zum Kindesunterschiebungs- Prozeß Kwilecki kommt eine Meldung aus Krakau, die auf dem ersten Blick eine große Sensation zu erregen geeignet ist. Danach hat das Berliner Gericht die Krakauer Behörden telegraphisch gebeten, einen Geburtsschein des von der Parcza, später verehelichten Meyer geborenen zweiten Knaben zu besorgen. Aus den Aussagen der Parcza ging hervor, daß sie das fragliche Kind am 17. Dezember 1896 geboren hatte. Nun stellte es sich heraus, daß im Matrikelbuch des Parochialamtes der St. Nikolauskirche zu Krakau, wo der kleine Parcza getauft wurde, das Geburtsdatum von unbekannter Hand weggefragt war. Das Gericht wandte sich sofort an das Statistische Bureau des Krakauer Magistrats, wo eine Kopie des Geburtsscheines liegen mußte. Zur größten teberraschung fand man, daß aus dem Aftenband mehrere Geburtsscheine, darunter der des fleinen Parcza, gestohlen waren. Das konnte nur von einer mit den Einrichtungen der Stadt gut vertrauten Person getan worden sein. So interessant diese Mitteilung ist, notabene wenn sie sich bewahrheitet, so sieht man doch nicht recht ein, wem durch die Entfernung des Datums und der Geburtsscheine denn eigentlich genüßt sein solle. Durch diese Erwägung verliert die Krakauer Nachricht viel von ihrem prozessualen Wert. Etliche Jahre waren vergangen und Hangcurt ein Bursche geworden. Das Elschen war zu einem bildhübschen Mädchen erblüht, fräftig und dabei geschmeidig in Gestalt und Bewegungen, angenehm im Umgang und freundlich im Wesen, Eigenschaften, welche es sich angewöhnt durch den Verkehr mit den Gästen in der Wirtschaft, deren Besorgung ihm fast allein oblag, weil sein Vater kränklich war und seine Mutter den Haushalt besorgen mußte. Das An einem Sonnabend Abend im Monat April war die Wirtschaft ziemlich stark von Gästen besetzt. Auch der Hangcurt war da. Er hatte zuerst mit mehreren seiner Kameraden Karten gespielt, nun saß er am Ofen auf der breiten, gelb angestrichenen Ofenbank mit gedrehten Beinen und Rückenlehne. Elschen saß jedesmal, sobald es nichts zu thun hatte, neben ihm, strickte emsig und unterhielt sich mit ihm. „ Na, d'm Tiophel habense ja nun die Wildhute gegeben", sagte jetzt der Nau's Lange oder einfach der Lange"*) genannt. Ich glaube, da habense auch den Bock zum Gärtner gemacht." " Was kann uns dranliegen", bersetzte der Eckerts Hannmichel, ein schon etwas älterer und verheirateter Mann, der auch Mitglied des Gemeinderats war Was kann uns an dem Wildzeug liegen, das uns § Aufruhr. Die Matrosen Lemke und Laupichler vom Linienschiff ,, Kaiser Wilhelm der Große", welche fürzlich den Oberbootsmannsmaat Raap überfielen und mißhandelten, wurden vom Kieler Kriegsgericht wegen militärischen Aufruhrs zu sechs Jahren einem Monat Zuchthaus, Entfernung aus der Marine und fünfjährigem Ehrverlust verurteilt. § 10 Mark pro Kuß. Die Appellationsabteilung des höchsten Gerichtshofes von Albany beſtätigte dieser Tage ein Urteil des unteren Gerichtshofes, durch das Miß Frances Pettit 12 000 Mark Schadenersatz zugesprochen wurde, weil ein Mr. Tittemore sein ihr gegebenes Heiratsversprechen gebrochen hatte. Während der Verhandlung sagte sie aus, daß Tittemore sie in den vierzehn Jahren ihres Brautſtandes 1236mal gefüßt hatte. Zum Beweise ihrer Behauptung zeigte sie ihr Tagebuch, in das sie immer die Anzahl der Küsse eintrug, die er ihr während seines Besuches gegebe: hatte. Das machte also beinahe 10 Mark für den Kuß. Miß Pettit beanspruchte 200 000 Mark oder etwa 16 Mar für jeden Kuß; aber die Richter nahmen ihren„ Sat" nicht an. Nab und fern. Neue Ueberschwemmungen im Odergebiet. Wie aus Breslau gemeldet wird, ist durch anhaltende Regengüsse die Oder von neuem so stark geschwollen, daß der BriesenLindener Deich bei Brieg an einer alten Bruchstelle den Wassermassen nicht standhielt und zerriß. Da auch andere Deiche gefährdet sind, mußte ein ständiger Wachdienst eingerichtet werden. † Furchtbare Eisenbahnkatastrophen werden zu gleicher Zeit aus Portugal, Spanien und Nordamerika gemeldet. In allen drei Fällen sind zahlreiche Opfer an Toten und Verwundeten zu beklagen. Die Verluste an rollendem Material sind gleichfalls sehr groß. * Lokales. Gießen, 23. November 1908, * Die Darmft. 8tg." veröffentlicht im Namen de Großherzogs folgenden Dan terlaß: Das Unglück in Portugal ereignete sich bei Cascaes, etwa 35 Meilen von Lissabon entfernt. Sieben Personen aus den vornehmsten Familien des Landes fanden dabei den Tod, siebzehn Personen wurden schwer verletzt, darunter die Herzogin von Palmella, die erste Hofdame der Königin. Ungefähr die gleiche Anzahl an Opfern forderte der zweite Unfall, bei dem infolge falscher Weichenstellung in der Nähe des Bahnhofs Cercedilla auf der Strecke Madrid Segovia zwei Güterzüge zusammenstießen, von denen der eine zwei Personenwagen mit sich führte. Sieben Personen wurden dabei getötet, fünf schwer und zehn leichter verwundet. Am unheilvollsten war die amerikanische Katastrophe, die sich bei Tremont auf der Linie St. Louis Chikago ereignete. Ein Güterzug fuhr mit solcher Gewalt auf einen Personenzug, daß der letztgenannte vollständig zertrümmert wurde. Zweiunddreißig Passagiere wurden getötet, viele andere schwer berlebt. Bunte Chronik. Starke Nebel haben auf der Ostsee, speziell im Kattegatt, mehrere Zusammenstöße und Strandungen verursacht. -Auf dem Kieler Hauptpostamt erfolgte die Explosion eines dort eingelieferten Postpakets. Ein Beamter erlitt Verlegungen. Der Inhalt des Pakets bestand aus Feuerwerkskörpern. In Brooklyn stießen zwei Hochbahnzüge zusammen. Die Wagen gerieten in Brand. Zwei Passagiere wurden getötet, zahlreiche andere verletzt. d's ganze Jahr Schaden genug thut. Wenn auch der Tiophel sonst nichts wert ist, zum Wildhirt konnten mir fein' bessern finden im ganzen Dorf." „ Ja, und das Wild kein' schlechtern Hirten." " Das mag das Forstamt mit ihm abniachen." " Ich glaub, eh' s lang währt, spaziert dann der Wildhirt in die Eisen." " Theaterber 25. Rob. no Birrellung ift a Theaterbereins tairs Gültiglett Rofften her Delora Aufführungsb 2.550 1.50 im mit 50 Va. Erma mes Billet 50 Durch diele Breisa amn Belegenheit Brucht der Defor * Stadtt Ennement& borf Berfion Schöller emmann Steing Eter macht feine Aus Anlaß des Hinscheidens der Prinzeffin Elisabeth. Meines innig geliebten Kindes, sind mir aus allen Teilen Meines Landes und aus allen Kreisen der Bevölkerung zahllose Zeichen aufrichtiger Mittrauer, warmer und treuer Anteilnahme zugegangen. Wenn nächst dem festen Glauben an Gottes Güte und Weisheit Mir in Meinem großen Schmerz etwas Troft und Stärkung verleihen kann, so ist es der Blick auf Mein treues Volk, das an der Bahre Meines Lieblings mit Mir trauert. Tiefbewegt sage Ich Allen, die in diesen Tagen schwersten Leides teilnehmend Meiner gedacht haben, von Herzen Dank." * Der Großherzog haben in dem erhebenden B wußtsein der Trauer Seines treuen Volkes zu bestimmen aeruht, daß die Gratulationen zum diesjährigen Allerhöchften Geburtsfefte und die Feier desselben auf den 1. Januar 1904 verlegt werden. " Na, dann sein mir'n los.' s muß im Dorf doch Jeder Sorge tragen, daß er gut mit ihm steht, denn er is doch nun mal' n gefährlicher Bursch." Das is er, und ich glaub', daß' s kein and'rer gewesen is, der neulich Hinnerfranks d'n Stall ange steckt hat." " Ja, um' n Kleines fonnt' das ganze Dorf d'rbei zu Grunde gehn. Wenn nit grad Windstill war, wär's aroße Gefahr gewesen. Ich sagts auch dem Hinnerfcant, er hätt'n gehn lassen sollen." * * Großherzog8 Geburtstag und die Schul fetern. Rufolge Verfüoung Gr. Ministeriums des Innern ( Abt. für Schulangelegenheiten wird folgendes mitgeteilt: Es sind weifel darüber lant aeworden, ob nach dem schweren Leid, das Se. Könial. Hoheit den Großherzon neuerdings betroffen bat, dessen Geburtstag auch in diesem Jahr in den Schulen feftlich zu begeben sei. In Ermäqung. dak die Geburtstagsfeier des Landesherrn ein Fest der Treue ist, die in Tagen der Trauer nicht minder wie in froben Biten die Herzen erfüllt und beweat. ist diese Frage zu bejaben. Selbstverständlich aber wird die Feier in diefem Sabre auf den ernsten Ton aeftimmt sein müssen der den Umständen entspricht. Sie wird sich auf eine Ansprache nebst dem Vortrag einiger ernster Gefänge und pass nder Instrumentalvorträge beschränken können. ,, Der hatt'n angezeigt wegen Diebstahl." " Ja, wegen Fruchtdiebstahl, wo er ihn bei erwischt hat, und da hat der Tiophel paar Wochen sizzen müssen." ' s soll sich Jeder vor ihm in acht nehmen, vor dem Bursch; ich glaub', er schlägt ein tot um'n Butterbrod und steckt' m den roten Hahn aufs Dach." " , Da fragt er gar nichts nach und' n Gewissen macht er sich gewiß nit aus Falscheid und Totschlag. ' n gutes Ende nimmts mal mit dem nit." ,, Sei Mutter is aber, glaub' ich, ezt ganz zufrieden mit ibm." *. Verleihung. Das allgemeine Ehrenzeichen wurde vom Kaiser dem Eisenbahnlokomotivführer Heinrich Köhler 3 Gteken verliehen. bei zahlreichen Merall angelprod gerühmt wurde. Die Bert partei de de fern Sonntag i Die legte Ret nb bie Organ der Tagesordnun bekudt und all Desfusion jedes * Die Be Sießen- Land fa taitt. Ea beteil chulinipettor A 5d berform und der Borfizende Unolics, das Berühlen der An vor den Sigen ofarbann über: Berüdlichtiouna belyandelt die Seffi ben fammlung, di her Lotalvereine Landrirt Reque forte den Vor i fich auf die Ditglieder. Di ifte jabr Ma Die nächstjährig Editt. Sanitätsfolonne Gieken. Beſtern Nach: mittaa fand in der Turnhalle der Stadt mädchenschule bie erste Unterrichtsstunde der neu gehtsbeten Sanitäts folonne statt, die von ca. 70 Berfonen 6 sucht war. Auch Vertreter der Behörde( u.a. Herr Brovinzialdirektor Dr. Breidert) batten sich eingefunden und dadurch ihr Interesse an dem Unternehmen tundgegeben. Ru Anfang wiek Herr Amts gerichtsrat Wiener, der Vorfißende des meiavereins vom roten Kreuz in Gießen, auf den humanen Rw- ck der Sani tätsfolonne hin und forderte die Anwesenden in wormen Worten zur Einzeichnung in die Mitaliederliste. welde schicklich 52 Anmeldungen umfaßte, auf. Darauf wurde den Erschienenen Herr Stabsarzt Dr. Ehrich als Leiter des Unterrichtsturfus vorgestellt, welcher an Hand anotomischer Abbildungen sofort mit den ersten Unterweisungen begann. Sämtlichen Mitoliedern wurde auch ein Leitfaden zur Anleitung für die ersten Hilfeleistungen zum Studium über gehen. Der Kursus besteht aus 24 Unterrichtstunden, die Mittwoch Abend von 9-11 Uhr und Sonntag Na mittag von 4-6 Uhr stattfinden sollen. Dem Unternehmen ist nicht nur ein qutes Gedeihen, sonder auch ein reges Intereff. b- fonders auch seitens jüngeren Herren von Herzen zu wünschen. " - - * Stadttheater Gieken. Am Samstag aing vor mäkta beseztem Hause als Voltsvorstellung zum zweiten Male Maria Magdalene" in Szene. Der Besuch war mäßia und auch die Darstellung ließ im Gegensatz zu der ersten Aufführung manches zu wünschen übrig. Bestern, Sonntag( Ueber den Waffern), wäre, besonders für die besseren Pläß, ein regerer Besuch zu erwarten gewefen. Die Darstellung war wieder vorzüglich. Eine weitere Besprechung, die unsere Ansicht über Sonntagsvorstellungen wieder giebt, lassen wir jedenfalls morgen folgen. ** Maria von Magdala, das viel besprochene Drama von Bant Hayse, dessen Aufführung am letzten Diens ,, Na, ja, die hat ihn ezt auf der richtigen Fährte. Die macht ihm gewiß feine Vorwürf', wenn er stiehlt. Wenn er der nur das Haus tüchtig bouschleppt! Die müßt doch' m Gänschannes sei Frau nit g'west sein, wenn sie' n zu was Gutes anhalten sollt." In solcher Art redete nicht allein der Lange und der Eckerts Hannmichel über den Tiophel, sondern auch die andern. Endlich meinte der Lange: " Soviel kann ich' m sagen, daß ich mich nit vor ihm fürcht. Wenn ich' n mal ecwischt auf'm Hof, ich zeig' n dem Gericht nit an den Vagabund." Dir hat er wohl mal auf den Juß getreten?" „ Das hat er aber ich sag's nit." " Die Burschen lachten und einer von ihnen meinte: Wennst'n totschlägst, Langer verdienste Dir'n Gotteslohn d'emit." " Das thu' ich nit, denn wenn ich das thu', muß ich'n für gut bezahlen und' r is fein Schuß Pulver werth." Der Hangcurt und das Elschen hatten dem Ge spräche zugehört. Endlich meinte dieses, indem es einen innigen und zufriedenen Blick auf den hübschen Burschen warf: Hangcurt, wenn ich dent, was is für'n Unterschied zwischen den Leut': wenn ich Dich so seh und dann an so' nen Menschen denk, wie den Tiophel sollt's faum glauben." - nein, m'r Fortseßung folgt. ** Wir bem feit einigen italienischen Die Töne, welche hervorbringt, d Ouverturen, em arade Freunde Tagenh it nehme * Am bor zirta 22 J * Voge erein. 23 General Verfam toeigten Geflüc ride Ameigber Serrn Söbler flügelzudit u Berein geförde Bert, doch die S Ebarf und fi bner empfat Fanntlich den ferent dafür Gier- Verkaufsg Fiigelzuchtverein mb Muggeflüge Shabnen gelentt, funieren Nuge nicht zu unterfd Geflügelzucht f beben und d Im Allgemei it weniger ereins; in de Fire einen Wert bare, daß die Fruteier von pobl Hübne flügel- Ausstell Alrichstein abo er Versammlu ur Verfügun Anzahl Mit Begenstände gandlungen Broßherzogs Prinzekchens heben von de hauses, anf Fürften He Generalverfa im Januar * Der * und Umgeg Grinberg ei Bereins nicht erboffen. gegen 8 Uhr ovember W im Sto Der Rinder, aus aller idtiger gegange Suite un etwas Ex Der Blid ines Li len, die 6 Meiner merbebe tes au brigen den 1. und di Priums M aendes nach dem aberton n diefem n Erma Soft d ber wie i ift diefe ie eier i n müffen uf eine& nge und w Ehrenvión Seinrid 1. Gefter ot märcheni hildeten S fucht war ireftor Dr Intereffe wiek Sen 8meinveri 8wrd der Senden int lieberlifte F. Doraui rich als Hand anole tmeifungen Leitfaden m Studium rrichts Hube nntag Mot Untern ein reges von H Sametog Jung zum geh Der Beluch im Gegenfa fben übrig. e, befonder Darten ge Fine wo evorftellar gen. iel befprod legten chtigen Fil venn er fchleppt! nit g'weft It." Der Lange , sondern mich mit auf'm bund." getreten ihnen m Derdienfte Das thu Shuk tten dem ndem es d Chen Bur ' n Unter und dann nein, epung - Der Sonntag Morgen brachte uns das erste Schneegestöber, welches allerdings bei der Erdnässe nicht zur Geltung fam. tale in Theaterverein stattfand, foll an diesem Mittwood,| ein unangenehmer Sturm wehte den Passanten um die Ohren. bem 25. Nov. noch einmal zur Aufführung gelangen. Die Volung ist außer Abonnement, so baben also weder be theatervereinsfarten noch die Bassevartouts des Staditheaten Gültigkeit. Die Eintrittspreise sind trotz der enormen Rofen der Dekorationen und Kostüme und trotz der Höhe der Aufführungshonorare auf nur Mt. 350, 3.00, 2.50 1.50 im Vorverkauf( für Theatervereinsmitglieder mit 50 Bfa. Ermäßigung) festgefeßt; an der Abendkasse ist jejbus Billet 50 Bfa. teurer, die Gallerie foftet 60 Pfg. Turd diese Breis abstufung gibt also der Theaterverein Jedermann Gelegenheit, das interessante Drama zu sehen und die Pracht der Deforationen und Kostüme zu bewundern. Stadttheater Gießen. In der Dienstags90bonnement& vorstellung fommt vor Louf Jacokys drastischer Menfion Schöffer ein einaftiger Sbwant, litterwochen" von Sermann Steingoetter zur Aufführung. Der harmlose Einoder mocht feinen Wnspruch auf litterarischen Wert, hat aber bei zahlreichen Aufführungen an größeren Bühren bisher all angesprochen, da ihm liebenswürdiger Humor nachAprühmt wurde. Die Vertrauensmänner der Deutschen Reform poartei des Wahltreises Gieken Nidda waren are ftern Sonntag in Gießen zu einer Besprechung versammelt. Die eßte Reichstagswahl, die Aufgaben für die Zukunft amb die Organisation eines Landesverbandes standen auf Her Tagesordnung. Die Versammlung war sehr zahlreich Besucht und alle Anwesenden nahmen regen Anteil an der Disfusion jedes einzelnen Punktes. Die Bezirks- Lebrerfonferenz für den Bezirk 063ießen Land fand am Samstag im Cafe Ebel zu Gießen fitatt. Gebeteiligten sich an derselben der Vorfiß nde Kreisbulinspektor Aleinschmidt, der Kreisarzt Medizinalrat Dr. aberforn und 58 Lehrer. In warmen Worten gedachte Her Norsißende vor Beginn der Verhandlungen des großen I nolücks, das über den Großherzna bereingebrochen. Den Gefühlen der Anteilnahme aah die Konferenz durch Erheben bon ben Sißen Ausdruck. Kreisarzt Dr. Haberkorn sprach cofhonn über:„ Einrichtungen der Schussäte mit besonderer Brüdfichtiouna der Schulbanffraq." Ein zweiter Vortrag Tehandelt die Wichtigkeit des Schulturnens auf dem Lande." ** Sessicher Bauernverein. Zur 18. Generalterfam mlung. Die in Friedberg stattfand, warer 220 Vertreter Ter Lokalvereine aus allen drei hessischen Provinzen erschienen. 8 and irt Reqner- Breßenbeim, der 1. Präsident des Vereins, hrte den Vorsitz. Der Verein zählt in 56 Lokalvereiner, ie sich auf die drei hessischen Provinzen verteilen, 4500 Ditglieder. Die Einnahmen betrugen im abgelaufenen Gehäfte jabr Mark 4187.11, die Ausaaben M. 3730.27. Die nächstjährige Generalversammlung findet in Hechtsheim tatt. * ** Wir hatten Gelegenheit im Restaurant Royal den seit einigen Tagen dort aufgestellten aufrecht stehenden italienischen Flügel mit elektrisch m Antrieb zu hören. Die Töne, welche dieses geschmackvoll ausgestattete Instrument hervorbringt, darunter besonders die Wiedergabe ganzer Duverturen, empfiehlt das Werk von selbst und es sollten arabe Freunde und Kenner der Musit sich Zeit und Ge( egenheit nehmen, den Konzerten einmal zu lanschen. * * Am Freitag Abend erschoß sich in Frankfurt a. M. ber zirka 22 Jahre alte Hugo Reiß von Gießen. * Vogelsberger Geflügel- und VogelzuchtBerein. Wie faum anders zu erwarten, war die General- Versammlung des über den ganzen Vogelsberg verweigten Geflügelzucht- Verein am Sonntag gut besucht, zahl: reiche Bweigvereine waren vertreten. Aus dem Referat des Serrn Södler- Nieder- Gemünden:" Jeßiger Stand unserer flügelzucht und unser Ziel" entnehmen wir, daß die vom Verein geförderte Rassezucht bedeutende Fortschritte gemacht at, doch die Aufzucht von Nußgeflügel noch der Verbesserung harf und sich eigentlich noch im Anfangsstadium befindet; dmer empfahl, Frühbruten zu betreiben, da diese Eier befanntlich den größten Ertraa einbringen. Warm trat der ferent dafür ein, daß die Züchter es dahin bringen, eine Bier- Verkaufsgenossens baft zu aründer. Als Ziel des Geflügelzuchtvereins bezeichnete Redner die H bung von Rasse und Nußgeflügelzucht, beides sei geeignet, wenn in richtige Bahnen gelenkt, dem Züchter nicht nur Freude, sondern auch petunieren Nutzen zu bringen und in sozialer Beziehung einen nicht zu unterschäßenden Wert in sich zu schließen. Gerade die Geflügelzucht set geeignet, die Liebe zur heimischen Scholle Au beben und damit der Landwirtschaft einen Dienst zu tun. Im Allgemeinen ist der Verein mit seiner Arbeit zufrieden, nicht weniger als 14 Zuchtstationen sind Eigentum des Bereins; in den Stationen befinden sich insgesamt 50 Tiere die einen Wert von 450 Mart repräsentieren. Zu wünschen wäre, daß die Liebhaber und Züchter mehr noch als bisher Bruteier von den Stationen beziehen. Zu haben sind wohl Hühner-, wie Gänse- und Enten- Eier. Eine Geflügel- Ausstellung soll im nächsten Jahre etwa im Juni in Ullrichstein abgehalten werden. Eine Gratisverlosung die in der Versammlung veranstaltet wurde und zu der 12 Gewinne zur Verfügung standen, fand solchen Anklang, daß eine Anzahl Mitglieder zu einer späteren Gratisverlosung Gegenstände in Aussicht stellten. Am Schluß der Verhandlungen gedachte Herr Lehrer Seipp- Beltershain des Großherzogs und des so schnell aus dem Leben geschiedenen Brinzeßchens Elisabeth. Die Versammlung ehrte durch Erheben von den Sitzen den Schmerz und Verlust des Fürstenhauses, anschließend sang die Versammlung Heil unserm Fürsten Heil". Ein recht gemütlicher Teil schloß sich der Generalversammlung an. Die nächste Versammlung findet im Januar statt. * * 11 Der Bienenzucht- Verein für Grünberg und Ümzegend veranstaltet am 13. Dezember ds. J8. in Grünberg eine Versamm'urg. Da die Versammlungen des Bereins nicht gerade häufig tagen, ist ein guter Besuch zu erhoffen. Abnormes Wetter gab's am letzten Samstag gegen 8 Uhr. Um Himmel leuchteten Blige auf Blige, und ** Der verbrannte Regenschirm. Es giebt eine ausgleichende Gerechtigkeit auf Erden, das merkt man täglich von Neuem. Zwei Freunde gingen gestern in Gießen auf dem Seltersweg spazieren und einer davon rutschte auf dem glatten Trettoir aus; er wäre sicher zu Fall gekommen wenn nicht der Freund hilfreich den Taumelnden aufgehalten hätte- aber so gehts! Statt Dank bekam er von dem Ungeschickten mit der Cigarre den Mantel versenkt und was das Schönste ist, der Undankbare freute sich noch über den Schaden seines Mitmenschen. Hochbefriedigt wollte er sich soeben eine Cigarre anzünden, da schlug neben ihm plöglich Feuer empor und sein funkelnagelneuer Regenschirm stand in den hellsten Flammen! Jedenfalls war von der brennenden Zigarre auch da etwas hineingefallen und während sich oben im Kopfe des Besizers schadenfrohe Gedanken formten, glühte unten im Schirme bereits der Funken der rächenden Gerechtigkeit. Der also vom Schicksal Gemaßregelte nahm die Schirmleiche unter den Arm und schlich geknickt davon. § Ettingshausen, 23. Nov. Am legten Samstag wurde hier der Veteran Kaspar Keil IV. beerdigt. Der Verblichene nahm als Unteroffizier im Dragoner- Regiment Nr. 23 am Feldzuge gegen Frankreich teil. Der von ihm gegründete Kriegerverein gab ihm das leßte Geleit. Die Trauerrede hielt Herr Pfarrer Nies. Keil stand im 58. Lebensjahre und bekleidet lange Jahre das Amt eines Polizeidieners. Lich, 21. Nov. Die Fürstin Emma zu SolmsHohensolms- Lich, geborene Prinzessin zu Stolberg- Wernigerod, ist am 19. dieses Monats von einer gefunden Tochter glücklich entbunden worden. § Friedberg, 20 Nov. Der frühere Bürgermeister von Fuerbach Herrn Helferich, wird morgen, Samstag 90 Jahre alt. () Marburg, 21. Nov. Am 5. Dezember wird das Jägerbataillon zum& denken seines 90 jährigen Besteh'ns, das vom Jahre 1813 an gerechnet wird, eine Feier ver. anstalten, zu der auch das Difiziertorps eingeladen werden soll. ** Delkenheim, 22. Nov. Seinen 101. Geburtstag feiert Heute in vollster förperlicher und geist ger Rüstigkeit der Landwirt Joh. Georg Becht dahier. § Frankfurt a. M., 22 Nov. Gestern Abend von 71/2 bis 8 Uhr tobte hier ein furchtbares Unwetter. Unter Blitz und Donner heute ein wahrer Orkan, der in der Stadt an Dächern und Fenstern, Telephon und Telgraphen große Verwüstungen anrichtete. § Oberlahnstein, 22 Nov. Dr Nassauische Bauernverein beabsichtigt hier ein Lagerhaus für landwirtschaftliche Produkte( Futtermittel u. s. w.) und künstliche Düngemittel, zu errichten. Wetterberichte und Vorhersagen.*) Da die in einer Anzahl oberhessischer 3 itungen erscheinenden Wetterberichte und Voraussagen vielfach falsch aufgefaßt werden, s- hen wir uns veranlaßt, einige Ecläuterungen zu g ber. Zunässt muß ich ausdrücklich betonen, daß der„ Gießener Wetterdienst", deren Organisation für Hessen ich auf Anregung des Leiters des hessen- nassauischen Wetterdienstes, Herrn Oberlehrer Freybe und Professor Börnstein übernommen habe, sich lediglich in den Dienst der Landwirtschaft stellt, da die Erfahrung gelehrt hat, daß die Sicherheit der für die nächsten 48 Stunden aufgestellten Prognose groß genug ist, um dem Landwirt besonders während der Erntezeit wirklich Nugen zu bringen. Es ist da her für uns die Ansicht maßgebend, die in ländlichen Kreisen über das Wetter und den relativen Wert der einzelnen Elemente, wie Wind, Bewölkung, Temperatur und Niederschlag herrscht. Wir legen auf den Regen als den wichtigsten Faktor, mit dem es der Landwirt zu tun hat, den größten Wert und rechnen ihn bei Prüfung der Prognose sechsfach, die Temp: ratur zweifach, Wind und Bewölkung je einfach Diese Werte wurden in einer vom föniglich preußischen Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten einbe rufcnen Kommission als der tatsächlichen Auffassung in ländlichen Kreisen nahe entsprechend empfohlen. Wenden wir diese Prüfungsmethode auf die von uns täglich nach verschiedenen Octen Hessens ausgegebenen Prognosen an, dann ergeben sich im Oktober für den Regen 94 Proz, für Temperatur 90 Proz., Wind 92 Proz., Bewölkung 91 Proz, in der Gesamtheit 93% Treffer, Zahlen, welche wohl keinen Zweifel aufkommen lassen an der praktischen Verwendbarkeit der auf Grund der Wetterkarten aufgestellten Voraussagen. Prognosen veröffentlicht, dieselben trafen mit einer Wahr scheinlichkeit von 90% ein, eine gewiß hohe Trefferzahl, menn In einem oberh. Blatte wurden im Monat Oftober 10 man noch berücksichtigt, daß diese Voraussagen sich auf 2 Tage beziehen. Prognosen, die wir nachmittags aufſtellen, erscheinen erst am Abend des folgenden Tages. Größere Trocken- und Regenperioden wurden jedesmal rechtzeitig vorausgesagt. Da wir nun die Erfahrung gemacht haben, daß anscheinend ganz selbstverständliche Ausdrücke, die die einzelnen Witterungslagen kennzeichnen sollen, von dem Laien falsch verstanden wurden, lassen wir die von uns verwanden Bezeichnungen nebst Erklärungen folgen. Dieselben sollen den mittleren Zustand des Wetters in unserm Bezirk ( Oberhessen) während des Zeitraums, auf den sich die Prognose bezieht, charaktrisieren. Es ist vollständig ausgeschlossen und fein bieder denkender Mensch kann von dem Wettermacher" verlangen, daß er für das Quadratmeter Land Regen und Sonnenschein, ihre Dauer nach Stunden, vielleicht noch nach Minuten voraussage, man kann nur einen mittleren Witterungscharakter mit einer ungefähren Wahrscheinlichkeit von 90% bestimmen. Wir schreiben: Für die Bewölkung Heiter: Klarer Himmel- die Nacht natürlich einbe= griffen wiegt entschieden vor, die Bewölkung tritt stark zurück. Teils heiter, teils woltig: Blauer Himmel wechselt in etwa gleichem Maße mit Bewölkung. Trüb: Bedeckter Himmel wiegt entschieden vor, wobei durchaus nicht ausgeschlossen ist, daß während 1 bis 2 Stunden die Sonne scheint oder es aufklärt. Für den Wind: Ruhig: Blätter und kleine Zweige werden noch bewegt. Windig: Dickere Aeste werden bewegt, der Wind pfeift an den Häusern, Dächern usw. Stürmisch: Der Wind übt zerstörende Wirfungen aus. Für den Regen: 1. Höchstens geringer Regen" oder auch ,, feine nennenswerten Niederschläge". Dies fennzeichnet den Fall, wo im Gebiet hie und da leichte Strichregen niedergehen, während in der Nähe befindliche Ortschaften verschont bleiben. 2. Geringer Regen": Der Landwirt wird in seinen Arbeiten nicht sonderlich gehindert. 3. Regenfälle": Stärkerer Reaen. Im Winter tritt gegebenenfalls an Stelle von Regen Schnee oder im Zweifelsfalle Niederschlag. feiner meist nur ganz lokalen Verbreitung- Orte in FlußWas den Nebel anfangt, so läßt sich derselbe wegen oder Falllage haben oft dichten Nebel, während in geringer Entfernung sonniges Wetter herrschen fann- nur bei manchen Wetterlagen vorhersagen, wir schreiben dann: ,, stellenweise" oder„ vielfach" Nebel. Die auf die Temperatur bezüglichen Voraussagen wie„ tälter"," Temperatur wenig verändert",„ milder" beziehen sich immer auf die höchste Temperatur des folgenden Tages, da eine Veränderung dieser sich am raschesten fühlbar macht. Wicht die Temperatur der Nacht von der vor= hergehenden vermutlich stärker ab, dann erfolgen Zusätze wie „ bei falter Nacht“,„ vielfach Nachtfrost" usw. Außerdem verstehen wir unter: Trocken: Abwes nheit von Niederschlägen und starkem Nebel. Feucht sehr feuchte Luft, dabei anhaltender Neb: l oder feiner Regen. Regnerisch: anhaltende Neigung zu Regen und oft wiederholtes Auftreten desselben. Naßtalt: feucht und falt Rauh: windig und für die Empfindung sehr kalt bei trockener Luft. Mild: Temperatur gemäßigt und für die Empfindung angenehm Wer in diesem Sinne die Voraussagen der Wetterdienststellen auffaßt und beurteilt, wird finden, daß dieselben sich wohl für die Praxis verwend' n laffen, er wird nichts Unmögliches verlangen, aber auch einsehen, daß wirklich Ersprießliches mit Hülfe der synoptischen Witterungskunde geleistet wird. Ich brauche wohl nur an die Sturmwarnungen der deutschen Seewarte, an den Wetterdienst in Hessen- Nassau zu erinnern, der nach dem Urteil vieler angesehener Landwirte sich besonders während der Erntezit vorzüglich bewährte und den Landmann vor mancherlei Schaden bewahrt hat. Zum Schluß machen wir besonders die ländlichen Kreise auf Prognosen aufmerksam, die in einigen Zeitungen erscheinen und angeblich auf Grund der Seewarteberichte aufgestellt sind, jedoch als übereilte Machwerke zu betracht' n sind. Der Verfasser derselben erfühnt sich, 4 bis 5 Tage im Voraus ganz detaillirte Brognosen zu stellen, was bei dem heutigen Stand der Wissenschaft unmöglich ist. Wir werden gegen diese wilden Prognosen gemäß der in der Denkschrift für die Organisation eines Wetternachrichtendienstes" ausgeführten Leitfäße energisch vorgehen. Peppler. *) Wir wiederholen einen Teil des Artifels aus Iriter Nummer, weil die richtige Zusammensetzung fehlte. Kirchliche Nachrichten für Gießen. In der Johanneslirche. Montag, den 23. November, abends 8 Uhr: BibelStunde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Galaterbrief, Kap. 2, 1-10. Pfarrer Dr. Naumann. Nächsten Sonntag, 1. Advent, Beichte und heil. Abendmahl für die Lukas- und Johannes Jemeinde im Vormittagsgottesdienst. Sonntag, 2. Advent, Beichte und heil. Abendmahl für die Lukasgemeinde. Sonntag, 3. Advent, Beichte und heil. Abendmahl für die Johannesgemeinde; jedesmal im Abendgottesdienst. Zu diesen Abendmahlsfeiern werden die Neufonfirmierten aus den letzten Jahren besonders eingeladen. Anmeldungen werden vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Am nächsten Sonntag, den 1. Advent, werden 10 Jahre vergangen sein, seit die Johanneskirche eingeweiht und in Gebrauch genommen wurde, dieser Kirchweihe wird auch im Gottesdienst gedacht werden. Marktberichte. *** Fruchtpreise am Grünberger Fruchtmarkt, vom 21. Nov. Weizen 16,00-00,00, orn 13,50 bis Gerste 13,-, Hafer 12,50-00,00, Erbsen 17,00, Samen 00,00, Kartoffeln 6,00-00,00, Linsen 24,00 Mark. Alles per Doppelzentner. Buzbach, 21. Nov. Auf dem heutigen Wochenmarkt tosteten Butter per Pfd. 1,00-1.10 mt., Käse per Pfd. 42 bis 45 Pfg., Eier 1 Sick. 9 Pfg. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil: A16 in Klein; für das Bokale, den Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann, Städtisches Schlachthaus. Ochsenfleisch 54 Pfg. Heute und morgen. Der Verlauf des Fleisches findet während der Marktzeit in der großen Schlachtviehhalle statt. Kein Zweifel besteht mehr die beste und billigste Bezugsquelle für sämtliche Schuhwaren ist Springmann's Schuhwarenhaus Gießzen, Bahnhofstraße 58. In Springmann's Schuhwarenhaus ist die Uebervorteilung eines Kunden vollständig ausgeschlossen, da jedes Paar Schuhe in deutlichen Zahlen auf der Sohle ausgezeichnet ist. Bund deutscher Bodenreformer Stadt- Theater Ortsgruppe Gießen. Dienstag den 24. November, abends 8% Uhr im Café Ebel Oeffentlicher Vortrag von Herrn Prof. Dr. Staudinger- Darmstadt über die Bodenreform als Gießen. Direktion: Steingoetter. Dienstag 24. November 6. Dienstag- Abonnem.: Vorstellung Pension Schöller. Posse in 3 Aften v. Karl Lauffs. V. rher: Flitterwochen. Schwank in 1 Aft von Hermann Steingoetter. Mittwoch, 25. November. ethisches Kulturproblem. Wiederholung der 2. Theaterver= wozu ergebenst einladet der Vorstaud. J. A.: Dr. Koch, Schriftführer. Vorstellung. Anker Abonnement! Maria von Magdala. Drama in 5 Aften v. Paul Heyse Heffische Vereinigung für Freunde Volkskunde. Erster Mitgliederabend Montag, den 23. November 1903, abends 8 im unteren Saale des Café Ebel. Tagesordnung: 1) Ein Odenwälder Zauberspiegel( Prof. Dr. Wünsch) 2) Aus der Werkstatt der Volkskunde( Dr. Koch) 3) Oberhessische Volksrätsel( Prof. Dr. Strack) Gäste sind willkommen. Elektrisch. Uhr Licht, Kraft, Celephon- und Schellen Anlagen Schaufensterbeleuchtung etc. werden prompt und billig ausgeführt durch das einer wirklich hochfeinen Musik wollen nicht versäumen, sich eine folche im Café Royal Gießen Seltersweg hier anzuhören. Es handelt sich um einen wesentlich technischen Fortschritt, durch welchen es end: lich gelungen ist, eine automatisce Musik zu schaffent, welche dem Ohre und selbst dem des verwöhntesten Kenners, eine überraschende Be: friedigung bietet Brima Kartoffel Speise- u. Salattartoffel v., 10., 11. u. 12. Deobr. 1903 Ziehung zu Freiburg 1. B. 250 000 Loose. 3to Grosse Freiburger Verdingung. Die für die Kabelverlegungen erforderlichen Liefi ungen an durchgeworfenen Zahnkies und harte brannten Feldbrandsteinen sollen öffentlich berge werden. Die Bedingungen sind während der Dienststund in dem Geschäftszimmer unseres Werks, Bahnstraße einzusehen. Angebote unter Benutzung der daselbst erhältlichen Vordrucke sind bis zum Donnerstag, den 26. d. Mts., nachm. 3 Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehe an genannter Stelle einzureichen. Gießen, den 21. November 1903. Städtisches Elektrizitätswerk. Frahm. Spar- u. Leihfaffe Gießen 86 Es wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis b acht, daß unsere Kasse vom 3. bis einschließl 8. Dezember I. Js. geschlossen ist. Im übrigen werde Geld- Lotterie im Laufe des Monats Dezember jeden Dienstag, Mi zur Wiederherstellung des Münsters. Lose à M. 3.30 Porto und Liste 30 Pfg. extra. 12,184 Geldgewinne ohne Abzug Mark 322500 Hauptgewinne: M100,000 M. 40,000 20.000 Mr. M. 10,000 3.000 2.000 1 à 5 000 2 à 2 à 5 à 1 000 20 à 500 ROUND ADDR 5 000 6.000 4.000 5000 10 000 1 20 000 10 000 20 000 20 000 200 à 100 200 à 50 1000& 20 2000 à 10 8750 à 6 52500 Lose versendet: Haupt- Debit Ad. Müller& Co. Darmstadt, Rheinstrasse 14. Lose in Glessen bel: Richard Buchacker, Neuen- Bäue 11, Phil. Weiler, Cig., Markt 1, Wilhelm Semmler, Cig. Seltersweg 25. Junger Mann als Handlanoer gesucht. H. Carle, Gießen, Dochdeckermeister. zu den billigsten Tages- Jüngerer Hausbursche preisen empfiehlt J. Hankel Schlokgasse Gießen. Installationsbureau A. P. 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Gehöftsperre ist angeordnet. Gießen, den 20. November 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. In der Zeit vom 14. bis 21 November wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 goldener Manschettenknopf und 1 Arbeitsbeutel mit Inhalt. verloren: 1 silberne Damenuhr und 1 Geldstück Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegen stände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 21. November 1903 Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Stück- Boks Gaskoks. Gegenwärtige Preise: 1,10 m. Für den Zentner ab Verkaufsstelle Buß- Boks, ausschließlich trocken gelagert in 2 verschiebenen Korngrößen für Stubenheizung und für weite und enge Ofenschächte passend zerkleinert: Parterre- Wohnung, Bleichstraße 11, 5 Zimmer mit In allem Zubehör, Gartenanteil. sowie Trockenboden, zu vermieten. Näh Gießen, Neuenweg 28. Möbl. Zimmer billig zu vermieten. Gießen, Seltersweg 10. Möbl. Zimmer vermieten. Disting. Dame wünscht für den Sohn befreundeter Familie, ernst. 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Schaumberger, Marburgerstr. 22 Andreas Euler, Steinstraße 11. Joh. Fischer, Alicestraße 19, 6. Hof, Bahnhofstraße 34 Gebr. Kahl, Frankfurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Emil Lot, Kirchenplatz 9, Emil Bistor Nachfolger, Marktstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, Auguft Strud, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gastors in Mengen unter 5 Zentnern. jamt Anfuhr wie das Gaswerf und verabfolgen dieselben auch Die Preise unserer Gascoks für die Abnehmer auß rhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Oftroirüdver ütung von 4 Pfennig für den Zentner. Gießen, den 31. Dezember 1902. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. AM HÄUSLICHEN HERD Nur gerade, als Mariechen im Begriff ist, in Hut und Mantel fortzuNoch vor Tische fort?" fragt er freundlich. nächsten Tage tommt er auch wirklich zeifig, aber Du wirst immer pünktlich sein, denkt Heinrich, und am geben. mieder da!" c. 275 Montag, be Famili BEN 23: NOVEMBE 6061