Nr. 223. Abonnementeprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50 fg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberhefftsche Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werttagen nachmitags. Mittwoch, den 23. September 1903. Gießener 12. Jabraang. Janinesspret es u einspaltige Petitzelle für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreife Weglar und Marburg 10 Pfg. fonn 15#fg.: Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Toftzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Erredition: tegen Neuenweg 28. Fussprechanschluß r, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetzlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und Des Sommers Ende ist herangekommen; die Abende werden länger und damit erwacht das Bedürfnis nach anregendem, bildenben Leseftoff zu neuer Stärkung. Wo aber fände diefes Bedürfnis ausgiebigere Befriediguna als durch eine täolich erscheinende, von allem Wissenswerten aufs hnellste unterrichteten Zeitung? Gerade die Ereignisse des vergangenen Sommers und der Gegenwart baben es wiederum schlagend bewiesen, daß heutzutage Niemand, sei er Landmann oder Städter, der seine Zeit mit flarem Blick erfaßt, ohne den täglichen Führer durch die einander überstürzenden Ereignisse des politischen. fommunalen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens sein kann. Wenn wir daher zum Vierteljahrswechsel den Weiter und Renbezug der ,, Giessener Deueste Nachrichten" angelegentlichst empfehlen, so geschieht dies mit der Versicherung, daß es auch in Zukunft unser unablässiges BeStreben sein soll, unseren zahlreichen Leiern einen aediegenen. alle Gebiete des öffentlichen Lebens in erschöpfender Weise behandelnden und aus vorzüglifen Quellen stammenden Lesestoff zu bieten. Insbesondere werden wir unsere Aufmerksamkeit der j.ßt wieder in lebhaften Fluß kommenden Politik des In- und Auslandes zuwenden und dabei die in den Vordergrund tretenden wichtigen politischen Fragen zu beantmorten suchen. Wir können hierbei unseren Lesern die Rersicherung geben, daß die von uns gebrachten politischen Nachrichten, Leitartikel oder Berichte auf autentischen UnterTagen aufgebaut sind und darum auch immer das Richtige treff n. In aleicher Weise werden wir bemüht bleiben, geHüßt auf zuverlässige und unterrichtete Mitarbeiter, die lokalen Nachrichten in jeder Beziehuna auszubauen, sowohl die Nachrichten aus der engeren Heimat, wie der angrenzenden Gebiete. Die Unterhaltungsheilace wird, wie bisher, Orginal- Romane und Erzählungen aus nur gediegener Feder bringen und die Gunst der geneigten Leserinnen und Leser erhalten Besonders an den langen Winterabenden wird die Unterhaltungsbeilage eine gern gesehene Lektüre sein. Der Verbreitungsbezirk der..Gießener Neueste Nachrichten" hat sich durch Hinzutreten zahlreicher neuer Abonnenten ganz bedeutend vergrößert, Inserate finden darum die weiteste Verbreitung und sichern dem Inserenten anten Erfolg. Indem wir die ,, Giekener Neueste Nachrichten" somit ouch ferner der Gunst des verehrlichen Publikums empfehlen, bemerken wir, das neu hinzutretenden Bez ziehern bis zum Schluß des Monats von jeßt ab die Zeitung fostenlos zugestellt wird. play Verlag und Redaktion. Bekanntmachung. Die am 5. August 1. Js. angeordnete Sperre des Durchgangsverkehrs über den Markt-, Kirchen- u. Linden- von der Marktstraße bis zur Wetzsteingasse- wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 22. September 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Betr. Abhaltung der Viehmärkte. Der Auftrieb von Vich auf den Viehmarktplatz beginnt von dem am 29. I. Mts. stattfindenden Viehmarkte ab bis auf weiteres vormittags um 7 Uhr. Gießen, den 21. September 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Am 1., 2. und eventl. nach Bedarf am 3. Oktober d. Is. von nachmittags 2 Uhr an wird die Versteigerung des Mobiliars des städtischen Hospitals, des noch vorhandenen Weißzeugs, Bettbezüge, Handtücher 2c. und der Küchengeräte fortgesetzt. Gießen, den 21. September 1903. Städtisches Armenamt. Curschmann. Bekanntmachung. Betr.: Schweinefeuche; hier: die Abhaltung des Schweinemarktes in Gießen. Das mit Rücksicht auf den Ausbruch der Schweinepe st erlassene Verbot der Schweine märkte im Kreise Gießen wird hiermit aufgehoben. Die Abha tung der Schweinemärkte wird indessen bis auf weiteres an folgende Be= dingungen geknüpft: 1. Landwirte, welche Schweine zum Markte bringen, müssen mit einem Zeugnis der Bürgermeisterei versehen sein, daß die auf den Markt zu bringenden Schweine selbst gezogen oder mindestens 4 Wochen im Besitze des Verkäufers sind und daß das Gehöft und der Ort, aus welchem sie zum Markt gebracht werden, seit länger als 4 Wochen frei von Schweinefeuche und Schweinepest iſt. 2. Händler müssen das Zeugnis eines be= amteten Tierarztes befißen, worin bescheinigt ist, daß die Schweine frei von seucheverdächtigen Erscheinungen sind und entweder aus unverseuchten hessischen Zuchten stammen oder 5 Tage in Hessen unter Quarantäne gestanden haben. 3. Der Auftrieb von Schweinen aus dem Kreise Friedberg ist mit Rücksicht auf die daselbst Herrschende Schweinefeuche verboten. 4. Die Transportwagen sind so einzurichten, daß die Schweine aus denselben herausgenommen und untersucht werden können. 5. Hinsichtlich der aus den Regierungsbezirken Koblenz und Wiesbaden aufzutreibenden Schweine gelten die in unserer Bekanntmachung vom 7. September 1. J. angeordneten Bestimmungen. Gießen, den 21. September 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. J. V.: Dr. Kranzbühler. Bekanntmachung. Betr. Vorträge über Obstbau. Der Obstbautechniker des Oberhess. Obstbauvereins, Herr H. Wiesner aus Friedberg, beabsichtigt, die nachbenannten Orte des Kreises zu besuchen, um Vorträge über Obstbau zu halten und an Obstbäumen praktische Unterweisungen zu erteilen. Die Vorträge beginnen an Wochentagen abends 8 Uhr, am Sonntage nachmittags 3 Uhr, die praktischen Unterweisungen stets am folgenden Tage früh 9 Uhr, mit Ausnahme Samstags, wofür dieselben um 3 Uhr nachmittags stattfinden. Montag, 21. September in Rödgen Dienstag, Mittwoch, Großen- Buseck Beuern 22. " " 23. " 11 Donnerstag, 24. Freitag, 25. Sa nstag, Sonntag, Montag, 28. Dienstag, 29. Bersrod " 1 " 1 " " 1 Lindenstruth 26. " 11 Burkartsfelden 27. " " Albach, Verlosung W " Steinbach Annerod Am Sonntag, den 27. September, findet anschließend an den Vortrag in Albach eine Gratisverlosung von Obstbäumen unter anwesende Mitglieder und solcher von Steinbach statt. Den Herren Bürgermeistern und Obmännern gehen noch besondere Mitteilungen zu. Zahlreiche Beteiligung ist erwünscht. Gießen, den 17. September 1903. Der Vorsitzende des Ver insbezirks Gießen des Oberhess. Obstbauvereins. Dr. Heinrich 8. Stadt und Land. Ein Freund unseres Blattes, der eben von einem längeren Landaufenthalt zurückgekehrt ist, läßt uns über einige Eindrücke, die er während dieser Zeit gewonnen hat, folgende bemerkenswerte Ausführungen zugehen: Es ist janz seltsam, wie sich trotz der Verschiebung eigentlich aller Verhältnisse zwischen Stadt und Land noch bis auf den heutigen Tag eine Menge Vorurteile erhalten haben, die, wenn man der Sache auf den Grund geht, wirklich jeder Berechtigung entbehren. Der dumme Bauer", über den der Städter so mitleidig die Achseln zuckte, eristiert schon längst nicht mehr. Die Bildung hat mit ihrer sieghaften Macht auch in den Dörfern ihre Heimstätte gefunden, und anderer Behörden von Oberhessen. Die avivagende, ruhige Art unserer bäuerlichen Bevölke rung, die von Nerven noch immer, Gott sei Dank! wenig weiß, hat wirklich nichts mit geistiger Inferiorität gemein. Die steigende Frequentierung der höheren städtischen Schulen durch die ländliche Jugend beweist zudem, wie stark das Bestreben nach Vervollkommnung des Wissens und nach Nußbarmachung der besseren Schulbildung für die praktischen Erfordernisse des Tages mit der Zeit geworden ist. Umgekehrt ist die Abneigung des Landmanns gegen den vorlauten und alles besser wissenden Städter eine bloße Resonnanz. Im Innersten weiß man sehr wohl, daß Stadt und Land voneinander abhängig sind, daß der eine nicht existieren kann ohne den anderen. Wenn heute der Bauer kein Korn mehr bauen wollte, hätte morgen auch der klügste Städter nichts mehr zu essen. Und wenn umgekehrt die städtische Industrie und der Handel eingingen, so müßte naturnotwendig die ländliche Produktion darunter den Ruin erleiden. Die schweren wirtschaftlichen Kämpfe der letzten Jahre, bei denen zum erstenmal die ländliche Bevölkerung für ihre eigensten Interessen in die Arena trat, bewiesen am deutlichsten, wie stark doch eigentlich bei allen Unterschieden die Zusammengehörigkeit von Stadt und Land ist. Numerisch sind im Laufe der Zeit die Städter die stärferen geworden. Die Landflucht der ländlichen Jugend, die es, vom behaglicheren Leben der Städte und den besseren Erwerbsbedingungen gelockt, vorzieht, die väterliche Scholle zu verlassen, um in der Stadt ihr Glück zu suchen und nur zu oft ihr Unglück zu finden, ist noch heute anhaltend und scheint auch nicht eher zu hemmen, als bis die Daseinsbedingungen der ländlichen Arbeiterschaft eine wesentliche Besserung erfahren. Gaben die Städte den Dörfern ihren Ueberschuß an Bildung, ihre Maschinen und die Errungenschaften ihrer Industrie, so quittierten diese darüber durch das frische und gesunde Menschenmaterial, das unser Heer und unsere Werkstätten vom Lande empfingen. Ein Austausch an Gütern, der, genau besehen, einen größeren Gewinn auf Seiten der Städte bedeutet. Man hat also in der Stadt sicher keine Ursache, von oben herab auf die ländliche Bevölkerung herabzusehen, die das Beste verschenkte, was nur irgend jemand schenken kann: ihre männliche Jugend.. Mit der Zeit greift diese Einsicht mehr und mehr Platz. Kein wirklich Gebildeter wird heute noch Trennungslinien ziehen, die im Grunde genommen gar nicht eriſtieren. Nur in den alleruntersten Schichten, da, wo man es am wenigsten nötig hätte, ist noch immer stellenweise der törichte Glaube verbreitet, daß der Bauer und der Städter doch eigentlich zwei verschiedene Lebewesen seien, deren eigenstes Interesse es verlange, einander zu befriegen. Bei der steigenden Verbreitung allgemeiner Bildung ist zu hoffen, daß solche firen Ideen bald gänzlich verschwinden. Amerika wider Europa. Das Washingtoner Kabinett hat den amerikanischen Generalkonsul in Marseille, Mr. Skinner, beauftragt, sich an den Hof des Negus Menelik von Abessynien zu begeben und mit ihm über einen amerikaniſch- abeſſyniſchen Vertrag zu verhandeln, dessen ganz offen ausgesprochene Tendenz sein soll, den politischen Einfluß europäischer Mächte in Frage kommen besonders Frankreich und England in Abessynien durch den amerikanischen auszuschalten! Erst hieß es zwar, es handle sich lediglich um einen Handelsvertrag. Dann aber erklärte die Union ganz offen, vor allem handle es sich darum, daß sie die politischen Einflüsse Europas auf Abessynien nicht dulden könne. Mit anderen Worten, Amerika will sich in Abessynien einnisten und die Europäer daraus verdrängen. Und die Union iſt naiv genug, von Frankreich zu verlangen, es solle Herrn Skinner, den ein Trupp amerikanischer Matrosen begleiten soll, den Durchzug durch französisches Gebiet gestatten! Frankreich hat das natürlich abgelehnt. An der Nichtigkeit dieser Meldung ist nicht zu zweifeln, da sie vom Washingtoner Kabinett selbst ausgeht. Und diese amerikanische Anmaßung ist nicht die einzige: Nach den letzten Nachrichten aus Washington macht sich in den amtlichen Kreisen der Union die Absicht geltend, in der mazedonischen Frage zu intervenieren, was die übrigen Mächte bekanntlich entschieden ablehnen. Angesichts der stetig zunehmenden Rücksichtslosigkeiten der amerikanischen Politik gegenüber Europa nahm unser Berliner CB. Mitarbeiter Belegenheit, die Ansicht eines befannten Diplo- maten über das neueste Vorgehen der Union zu hören. Der Diplomat, der sich selbstverständlich einige Reserve aufcrlegte, äußerte sich etwa, wie folgt: " Aus etwaigen mazedonischen Interventionsplänen Amerikas wird selbstverständlich nichts werden. Da sind wir Europäer auch noch da, und wo wir in einer Frage einig fmd, da ist Amerika uns gegenüber ohnmächtig. Anders steht es, wo die Union es nur mit einer oder mit zwei rivalisierenden europäischen Mächten zu tun hat, wie z. B. in Abessynien. Zweifelsohne wird die Union ihre Absicht, mit dem Regus in nahe Beziehung zu treten, erreichen, denn Herr Efinner bietet Menelit große finanzielle Vorteile. Völkerrechtlich läßt sich gegen dieses Vorhaben der Union nichts feinem Bericht die Wahrheit gesprochen, war Murenin voll Mit der Gewißheit, daß Hasan Dngchai, der Tatar, mit fich im Ural und anderen Gebirgsformationen fänden. ordentlich hohen Gisengehalte von 72 Prozent feien, wie solche fuchung gefandten Stücke Magneteiſenſteine mit dem außer Gelehrten, der seiner Erzellenz bestätigte, daß die zur Unterdie der sonst so selbstbewußten Frau einen eigentümlich anziehenden Reiz verliehen, enfin, gerade von Maria Fedorowna sprechen ich kenne die ganze Geldangelegenheit, Vorjahre erledigten, aus zuverlässiger Quelle, und ich bitte dreißig Jahren unser Advokat allerlei vage Gerüchte ,, berzeihen Sie Klumoff ist seit die Sie int aber da wir in noch gesteigerten SachUnd ivotagen! fie oft elend aus, während sie sich hier sofort erholte." als irgend eine andere. Seit dem Verlassen Dubrinkas sab so à mon aise als gerade hier und in Kaſimoff, bei den Semſt. rief er dann ganz entzückt aus. Nirgends fühle ich mich wie Auch meiner Frau bekommt die biesige Luft besser ich mich freue, endlich wieder hier 311 sein. richtig, Dmitri Petrowitsch, daß Sie damals verreisten- gnügen!" der Anblick dieses Brautpaares war ein unbezahlbares Ver( Fortsetzung folgt.) emwenden. Der die Sache gewinnt ein anderes Gesicht, wenn man fich der Monroe- Doktrin erinnert. In dem Mugenblick, wo die Amerikaner diese Doktrin aufstellten, die allen anropäischen Mächten die politische Bewegungsfreiheit micht mr i Nord- sondern auch in Südamerika zu verkürzen : md völlig zu unterbinden sich erdreistet, in diesem Augenblick begabe:: fie fich des Rechts, ihrerseits auf fremden Weltteilen mitzureden. Einstweilen ist ihnen das, bei der Eifersucht und Nebenbuhlerschaft der europäischen Staaten, noch nicht gehährend zu Gemüte geführt worden. Aber der Tag tommt, wo der Tag der Union voll ist, wo keine Kaze sich um die Monroe- Doktrin fümmern wird, der die Yankees durch hr jebiges Berhalten selbst ins Gesicht schlagen. Wer für die Anmaßlichkeit der Union gegenüber Europa einmal Vergeltung üben wird, ist heute noch unklar. Aber allem Anschen: noch wird es Rußland sein. Es flingt wie Zukunftsmufit, aber es wird zur Gelting kommen: Mit dem Heraustreten Amerikas über seine Grenzen hat es seinen Traum von einer panamerikanischen Oberhoheit selbst zerstört..." Die Denkmals- Weihe. ( Von unserem Spezialberichterstatter.) fnn. Dauzig, 22. September. Die alte Hansestadt hatte sich zum Besuche des Kaisers. der zur Einweihungsfeier des Provinzialdenkmals für seinen Großvater direkt aus Wien herbeigeeilt war, festlich, doch ohne Brunksucht und ohne renommierende Verschwendung geschmückt. Es ist ja so leicht, die gebrochene Linie der freundlichen Boulevards zu einem hübschen Bilde herauszupuzen. In der Anlage des gesamten neuen Stadtteils sind tünstlerische Gesichtspunkte, die auf die ehrwürdige Vergangenheit Danzigs Rücksicht nehmen, reichlich zu ihrem Recht gekommen; und so genügen einige Flaggeninasten, etwas Tannengrün und das Bunt der Fahnen, wenn er Parade anTegen soll. gung der obligatorischen Selbstversicherung aufgenommen sehen. * In Frankfurt a. M. tagt gegenwärtig der Verbandstag deutscher Bierhändler. Von seinen bisher gefaßten Beschlüssen ist einer zu erwähnen, der die Absendung einer Petition an den Reichstag um gesegliche Regelung des Flaschenbierhandels betrifft. Der nächſtjährige Verbandstag wird in Hannover stattfinden. Der Kampf zwischen Krone und Parteien in Ungarn dauert fort. Mit der offiziösen Erklärung des Kaisers sind die erbitterten Magyaren nicht zufrieden, sie verlangen den Widerruf des Armeebefehls, den der Kaiser entschieden ablehnt. Wie erregt die Ungarn schon vor dem Armeebefehl waren, beweist die Tatsache, daß sie sich an König Eduard gewandt haben, damit er beim Kaiser Franz Josef Fürsprecher ihrer nationalen Forderungen sei. Der Britenfönig hat das natürlich abgelehnt. Von neuen Streifunruhen in Südrußland berichtet eine Meldung aus Borissoglebsk im Gouvernement Tambow., Danach sind die Arbeiter der dortigen Eisenbahnwerkstätten, die bereits einmal ausständig waren, von neuem in den Ausstand getreten. Aus Tambow mußten zivei Kompagnien Soldaten requiriert werden. Man kann sich also denken, was da wieder vor sich gegangen sein mag. Das Denkmal, ein Werk des Berliners Eugen Börmel. ist Ihnen aus einer eingehenden Beschreibung schon bekannt. Der Festplatz vor dem„ Hohen Tor" bot das bekannte Bild. Das Publikum, namentlich die Damenwelt auf den Tribünen, vielleicht etwas lebhafter als anderwärts: das macht der starke Einschlag slavischen Bluts. Die Hülle des Denkmals zeigte die preußischen Farben. Die Festversammlung wie der militärische Rahmen des Ganzen erhielt durch das starke Ueberwiegen des martialischen Dreß der Totenkopfhusaren ihre Spezialfarbe: Auch der Kaiser trug den schwarzen Attila, und ebenso der Sprecher der Provinz Westpreußen, Vorsigender des Provinziallandtags Rittergutsbesitzer v. GraßPlanin. Punkt 5 Uhr traf der Monarch auf dem Festplatz ein. Er ritt den zur Uniform der ersten Leibhusaren gehörigen Schimmel; eine gemischte Schwadron der ersten und zweiten Leibbursaren, also Schimmel und Rappen, schwarze Fähnlein mit weißem Lotenkopf, und weiße Fähnlein mit schwarzem Toteutopf in gleider Bahl, esfortierte ihn. Jubelndes Hurra in den Straßen bei seinem Anritt, jubelndes Hurra beim Eintreffen auf dem Festplaß. Nach dem Fall der Hülle imter den Alängen des Präsentiermarsches und unter mächtig rollendem Kanonendonner erfolgte die Uebernahme des Denkmals unter huldigender Rede des Oberbürgermeisters. Auch die Russen haben sich allmählich darauf besonnen, daß die Welt im Zeichen des Verkehrs steht. Die russische Regierung hat die Errichtung eines besonderen Ministeriums für Posten, Telegraphen und Telephone im Prinzip beschlossen. Im Prinzip" beschlossen: Das heißt: Vor der Hand ist an die Begründung eines solchen Reichspostamts für Rußland nicht zu denken. Aber es wird schon einmal dazu kommen auch hiermit kann Rußland warten. gab sich der Kaiser mit dem Fürsten zu Dohna- Schlobitten zu Wagen nach dem Jagdschloß Nominten. *** Der Kronprinz befindet sich gegenwärtig in Ostpreußen zur Jagd. Speziell widmet er sich mit Eifer der Elchjagd in der benhorster Forst bei Cranz. Heute ( Mittwoch) weilt der Kronprinz in Königsberg, wo er im * Priva folgten Biehung Staatslotterie wu 55000 m. auf 2 Königlichen Schlosse absteigt. Gegen 5 Uhr nachmittags ist auf 87857( Alte 66000, 7018, 1 447720, 49 174, 917523. * Ueber Mehr zu Romro ** Vom Samstag und ein Besuch des Kronprinzen bei dem Offizierkorps des Grenadierregiments Kronprinz" in Aussicht genommen; hier wird der Kronprinz an einem ihm zu Ehren veranstalteten Festmahl teilnehmen und nach Aufhebung der Tafel nach Schloß Preyl weiterreisen, um dem Generaladjutanten weiland Kaiser Wilhelms I., General der Kavallerie Grafen v. Lehndorff, einen Besuch abzustatten. An den ostpreußischen Aufenthalt des Kronprinzen schließen sich Jagd. ausflüge in den Harz an. Zunächst ist ein Besuch des Forsthauses Delberg bei Afen geplant, von wo der Kronprinz sich nach dem Dambachshause bei Thale begiebt, wo die Ankunft am Sonntag, 27. d. Mts., kurz nach 3 Uhr nachmittags erfolgt. Hier ist ein Aufenthalt von etwa drei Tagen in Aussicht genommen. O Die Mißhelligkeiten und Feindseligkeiten zwischen dem französischen Offizierkorps und der Pariser Regierung erstrecken sich auch auf die Marine der Republik. Neuerdings macht in Frankreich ein Krach zwischen dem Marineminister Pelletan, einem Zivilisten, und dem Admiral Maréchal von sich reden. Der Admiral war mit mehreren Maßnahmen des Ministers nicht zufrieden und wollte ihn zur Rede stellen. Aber Herr Pelletan sah diese Notvendigkeit nicht ein, und wenn der Admiral sich im Marineministerium anmelden ließ, schickte ihn der Minister wieder nach Hause, ohne sich sprechen zu lassen. Dem alten Seebären ging die Galle über, und er setzte sich hin und schrieb Herrn Benetan ein paar bitterböse und an den Salonstil nicht entfernt gemahnende Briefe. Das war eine große Torbeit; im letzten Ministerrat verlas Herr Pelletan die umgeschminkten Wahrheiten, die Herr Maréchal ihn gewidmet, und das Kabinett beschloß, dem Admiral cinen Denkzettel zu geben, indem es ihn pensionierte. Nun wird der Spektakel wohl erst recht losgehen. Schließlich wird man Herrn Maréchal wohl wieder reaktivieren. Nach der Denkmalsfeier empfing der Kaiser eine Deputation von Arbeitern aus den Danziger staatlichen Wertstätten, deren Führer ihn in kurzer Ansprache begrüßte. Der Kaiser wies in einer markigen Entgegnung darauf hin, daß die Arbeiterschaft das höchste Interesse daran habe, das Deutsche Reich ungeschmälert und ungestört zu erhalten und im Innern wie nach außen festgefügt zusammenzuhalten. Denn nur in einem solchen werde die deutsche Arbeiterschaft Lohn, Lebensunterhalt, Zufriedenheit haben und mit Vertrauen in die Zukunft blicken können. Er hoffe nach wie vor, daß die Arbeiter ihr Deutschtum im Frieden nach außen zu Ehren bringen, und im Kriege nicht zögern werden, zur alten bekannten Waffe zu greifen, wenn es gilt, das Vaterland zu verteidigen. Zum Schluß unterhielt sich der Kaiser mit mehreren Arbeitern und sagte ihnen u. a. Berücksichtigung verschiedener Wünsche inbezug auf ihre Wohnungsverhältnisse zu. Ein Diner im Kafino der Totenkopfhusaren bildete den Schluß der Festlichkeit. Um 10% Uhr abends sette dann der Kaiser seine Reise nech Rominten fort. Unser nenester Kreuzer„ Berlin" Aus dem Gerichtsfaat. Beglar, um v welche in Renn Meberall wurde ag früh rückte Mengerstirchen Michen Höhen Gefechte. Die Belände Biwat Site des, Löff haften. Gefter aufgenommen Truppen Duart und Nieder Manövertag, Benerals ein einen von eine Am Nachmitta 1116er beft #reffen um § Prinz Prosper Arenberg, der bekanntlich seit kurzem in der Strafanstalt Tegel interniert ist, wird, dem Ver. nehmen nach, in diesen Tagen von dort nach Celle trans. portiert werden, um in einer vor der Disziplinarkammer der Justizbeamten des dortigen Oberlandesgerichts statt. findenden Verhandlung als Zeuge zu fungieren. Angeklagt sind zunächst drei Aufseher des hannoverschen Gerichtsgefängnisses, welche beschuldigt werden, dem Prinzen wäh rend seines dortigen Aufenthaltes allerlei„ Erleichterungen" gewährt zu haben. Die Verhandlung, die unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfindet, soll vom Oberlandesgerichts. Präsidenten Krah persönlich geleitet werden, während der Oberlandesgerichtsrat Jeß, der die Voruntersuchung in dieser Affaire führte, als Referent wirken wird. Weitere Zeugen sollen zu der Verhandlung nicht geladen werden, da die Angeklagten ein offenes Geständnis abgelegt haben. Ganz und gar nicht paßt den französischen Sozialdemofraten die Absicht ihrer italienischen Gesinnungsgenossen, den Zaren auszupfeifen, wenn er nach Rom tommt. Einige französische Sozialisten haben dem italienischen Sozialistenführer Ferri zu verstehen gegeben, daß es im Interesse der franzöfifch- italienischen Annäherung angezeigt sei, den Plan einer Rundgebung gegen den Kaiser von Rußland bei dessen Besuch in Rom fallen zu lassen. Die italienischen Sozialdemokraten werden sich durch solche Borstellungen faum von ihrer Abficht abbringen lassen. Dazu sind sie viel zu böse auf den Zaren. lief gestern in Danzig glücklich vom Stapel. Wie bereits gemeldet, war der Berliner Oberbürgermeister Kirschner von Raiser eingeladen worden, dem Schiffe, das den Namen der Reichshauptstadt in ferne Meere tragen soll, die Taufrede zu halten. Der Oberbürgermeister darkte in seiner Rede in Namen Berlins für den Beweis landesväterlicher Huld und sprach die Hoffnung aus, daß die Besagung des neuen Kreuzers berall, wo sie dazu berufen wird, an der heimatlichen Rüfte wie in den fernsten Meeren, als ein würdiges Glied unserer tapieren, machtvollen deutschen Marine mutig fämpfen wird für Kaiser und Reich, für deutsche Ehre bis in den Lod." Dann zerschellte er mit fräftigem Schwunge die Flasche deutschen Schaumweins an dem Bug des mächtigen Schiffes und majestätisch glitt dieses, nachdem die Haltetaue gefappt toaren, ohne Unfall in die auffprißenden Wogen. Die Politik. In Mannheim tagt gegenwärtig die 12. Konferenz ber Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen, an der Vertreter der Reichsregierung und der einzelnen Staaten teilnehmen. Auf der Tagesordnung ſtand die Frage der Museen als Volksbildungsstätte, die eine lebhafte Erörterung hervorrief. Zwischen Frankreich und England schweben geheime Verhandlungen über die marokkanische Frage. Frankreich will, falls ihm das Protektorat über Marokko zugestanden wird, für die Neutralität Tangers garantieren und England Handelsvorteile einräumen, außerdem will es scine Ansprüche auf Egypten aufgeben. Die Verhandlungen über den deutsch- schweizerischen Handelsvertrag werden spätestens Mitte Oktober beginnen und in Frankfurt a. M. geführt werden. A Mit der erstgeborenen Tochter der Kirche", mit Frank. reich, will Bapst Pius X. seinen Frieden machen: Er hat sich im Gegensatz zu seinen Vorgängern bereit erflärt, den Bräsidenten oubet bei deflen nächstjährigem Besuch in Rom zu empfangen. § Die Kosten des Kurpfuscherprozesses Nardenfötter sollen, wie jetzt bekannt wird, annähernd 20 000 Mark betragen, über deren Beitreibung vom Verurteilten der Fiskus wohl einige Sorgen haben dürfte. Nardenkötter verbüßt seine Strafe im Gefängnis zu Altona und soll eifrig damit beschäftigt sein, Material behufs Wiederaufnahme des Verfahrens zu sammeln. Er behauptet immer noch, zu unrecht berurteilt au ſein. A In Serbien haben die Stupsahtina- Wahlen mit einem Siege der Radikalen, der stärksten Partei des Indes, geendet: wurden 80 gemäßigte Rabitale, 65 unabhängige Radikale, 15 Liberale und ein Sozialist gewählt. Die nächite Folge dürfte eine Renbildung des Kabinetts sein. Als fünf. figer Miniftegraäfident wird der in Belgrad gewählte ge mäßigte Radiale General Gruitsch genannt. Mit dem Gesetzentwurf über den Privatversicherungsvertrag wird sich die am 5. Oktober in Berlin stattfindende Generalversammlung des deutschen Feuerbersicherungsschußverbandes beschäftigen. Der Ausschuß des Verbandes schlägt der Generalversammlung eine Stellungnahme zu dem Gesetze vor, die es im allgemeinen billigt, aber fordert, daß die Vorlage erst nach den Erhebungen des Reichsversicherungsamtes über das Feuerversicherungstartell zur Beratung komme. Für später soll für die Feuerversicherung, ähnlich wie für die Seeversicherung, ein besonderes Gesez angestrebt werden. In den vorliegenden Gefebentwuri möchte der Ausschuß die BeseitiNab und Fern. A Die liebe Neugier. Die Königin- Witwe Margherita von Italien, die sich, wie seinerzeit gemeldet, auf einer Nordlandsreise befindet, hat in Christiania derartig unter der Neugier der dortigen Damen zu leiden gehabt, daß sie sich mit einer Bitte um Schuß an die Polizeibehörde wenden mußte. Auch die Presse hielt den norwegischen Damen ihr ungebührliches Verhalten gehörig vor. * Die columbische Regierang scheint beftimmi damit zu rechnen, daß der Senat den Panamakanalvertrag doch noch in zwölfter Stunde annimmt: Wie aus Washington gemel det, ist das amerikanische Staatsdepartement bis jetzt von Columbien nicht ersucht worden, den Zeitpunkt für den Austausch der Ratifikationen des Hay- Herran- Vertrages hinauszuschieben. Die Frist lief Dienstag ab, es ist also anzunehmen, daß der Vertrag inzwischen vom Senat angenommen ist. Sollte das nicht der Fall sein, so wird, wie schon gemeldet, die Union zunächst die diplomatischen Beziehungen zu Columbien abbrechen. Die Ungelegenheit, die die Union den Columbiern dann auch sonst noch bereiten würde, dürfte die südamerikanische Republik dann wohl mürbe machen. Heer und flotte. Rout mächsten Samst Stiftungfeft b Breinslofal ein Im neuen Saal wei Einafter, Dirett. Steing Eine ganze Familie vom Eisenbahnzug getötet. Die Nachlässigkeit eines Bahnwärters hat auf dem Bahnübergange an der Calcarer Landstraße bei Cleve ein furchtbares Unglüd herbeigeführt. Der Beamte hatte vergessen, die Schranke zu schließen, und der Weinhändler Obhaus fithr mit seinem Wagen, in dem außer ihm noch seine Frau und zwei Töchter saßen, über den Bahndamm, während ein Personenzug, von ihnen unbemerkt, schon ganz nahe herangekommen war. Der Zug faßte das Gefährt mit furchtbarer Gewalt. Frau Obhaus und die zwei Töchter wurden sofort getötet, Obhaus selbst wurde tödlich verlegt und starb bald darauf in dem städtischen Krankenhause. Der schuldige Bahnwärter wurde verhaftet. Der Dank des österreichischen Thronfolgers für seine Stellung à la suite der deutschen Marine wurde dem Vizeadmiral v. Tirpitz in folgendem Telegramm übermittelt: Bon Seiner Majestät Kaiser Wilhelm gnädigst à la suite der kaiserlich deutschen Marine gestellt, entbiete ich, von Freude erfüllt, Eurer Excellenz und allen Angehörigen der so hervorragenden kaiserlichen Marine meinen wärmsten fameradschaftlichsten Gruß." Die aktive Schlachtflotte ist unter dem Befehl des Generalinspekteurs der Marine, Admirals v. Köster, in Kiel formiert worden. Sie besteht aus zwei Geschwadern mit insgesamt 23 Schiffen. T Hof und Gesellschaft. * Eine Jahren der A thalbjahr 1903 Verein verans bie mit hon Itarten zu de ausgegeben. ** Cir Graf Pückler- Kl.- Tschirne hat gestern die Festung Weichselmünde verlassen, nachdem er dort die ihm seitens der Berliner Straffammer wegen Herausforderung des Geheimen Sanitätsrats Dr. Neumann- Glogau zum Zweikampfe zudiktierte achtwöchige Haft verbüßt hat. Der frühere gräfliche Gutsinspektor Kirchner, welcher in der gleichen Sache wegen Kartellträgerei zu vier Wochen Festung verurteilt worden war, hat diese Strafe bereits vor Monatsfrist in Weichselmünde abgemacht. Der Kaiser traf gestern mittels Sonderzuges über Stallupönen und Gumbinnen auf dem festlich geschmückten Bahnhofe in Groß- Nominten ein. Dort waren der Fürst zu Lohna- Schlobitten und der Landrat v. BergGoldap zum Empfange anwesend. An dem Postgebäude hatten sich die Dorfbewohner eingefunden, die dem Kaiser stürmische Huldigungen bereiteten. Vom Babnbofe aus bebermittelst Ep feine Gala- G Verhindertes Verbrechen. Dem Amtsvorsteher von Lehnin i. M. gelang es durch einen Zufall, ein scheußliches Verbrechen zu verhindern. Als er sich auf einer Diensttour nach dem Dorfe Nahmitz befand, sah er plößlich in der Nähe einer Schonung, wie ein kleines, völlig entkleidetes Mädchen vor einem Manne, der es einzufangen suchte, eitt floh. Da das Kind direkt auf sein Fuhrwerk zufam, ließ er halten, warf sich dem Menschen entgegen und überwäl tigte ihn. Der Unhold hatte dem Kinde, das Besorgungen für seine Eltern, Schiffersleuten aus Nahmik, gemacht hatte, auf der Chaussee aufgelauert und in den nahe ge legenen Wald verschleppt, um es dort zu vergewaltigen. Er sieht jetzt einer schweren Strafe entgegen. * Ge Sammlung de Freitag wid bekämpfung be *. Die Mittelrheinfre Anwesend ma fämtliche Gou wart Frip H jährigen Ver Diplom über Währ Preissteigerun zeigt, bilo ang fichts de Generalverfan preises bis Ein gefährlicher Scherzartikel". Bei einem Frankfurter Lithographen erschien dieser Tage ein eleganter junger Herr, der sich als Stellvertreter einer großen Lyoner Firma ausgab. Er überreichte dem Lithographen einen Hundertfrancsschein mit dem Auftrag, ihn auf das genaueste auf Stein zu gravieren, und erklärte sich bereit, dem Künstler auf seine Arbeit, die ausgezeichnet bezahlt werden sollte, sofort einen Vorschuß zu geben. Seine Firma brauche diesen Hundertfranksschein zwar als Scherzartikel für das kommende Weihnachtsgeschäft, müsse aber trotzdem auf tadelloser und exaktester Ausführung bestehen. Der Lithograph schöpfte nachträglich Verdacht und meldete die Angelegenheit dem französischen Konsulate. Bald tauchte auch in Frankfurt ein französischer Kriminalbeamter auf, der in Begleitung des Konsuls, sowie zweier Frankfurter Kriminal beamten den Lithographen besuchte und ihm mitteilte, daß man seit langer Zeit einer großen Fälscherbande auf der Spur, und daß durch seine schnelle Meldung beim franzö sischen Konsulat die Verhaftung der ganzen Berbrecherbande wesentlich gefördert worden sei. * Vo nidts fo un Bunte Chronik. Die Berliner Metallwarenfabrikanten beschlossen, am 30. September sämtliche Arbeiter zu entlassen, wenn die streifenden Metallarbeiter nicht in allen Betrieben die Arbeit bedingungslos wieder aufnehmen. Die Ausführung dieses Beschlusses würde 14 700 Arbeiter brotlos machen. der Rege ma man die 8 In Bellinzona tagte eine Konferenz, die die Durch führung eines Ostalpen durchstichs, den Greinatunnel, anstrebt. bas oft aud ganzen Tag. brechung in weil die Ab aftuellem St bas d.r Lefe Stunde inf bredung der bleibt die re Quartalswe außerordentl Jeder Brieft + Lun Sadwch fo Bahnhof W die Gijenbal Cachweh di much, der erfreut, ble Lumda. A Wei tattgehabter hob. Theis dies das du weder gew zu warten § Gro man hieror Stellung" Auszeichnu wurde shor besonders in an dem nöti bowerbizu t der Moltere die großen zu unserer nung, die Dohna- Schlobitter gegenwärtig in er sich mit Eife ei Cranz. Heut sberg, wo er in r nachmittags ren beranſtaltete * Lokales. Gießen, 24. September 1908. ** Privattelegramm. Bei der heute Vormittag erfolgten Biehung der 6. Klasse der Hessisch- Thüringischen Staatslotterie wurden folgende Gewinne gezogen: 10000 mt. auf 87 857( Altenburg), 10 000 Mt. auf 95 266( Ruht), herforps des Gr 5000 Mt. auf 24 316, 84 944, 87 586. 3 000 mt. auf genommen; 6000, 7018, 10 694, 15225, 26 416, 40 711, 44 718, g der Tafel no aladjutanten m Ravallerie Graj An den oftpre ießen fich Jag 47 720, 49 174, 57 360, 59 288, 63 673, 97 523. 89 629, 91021, ** Uebertragen wurde dem Pfarrverwalter Ernst Rehr zu Romrod eine Pfarrstelle daselbst. Besuch des For Samstag und Sonntag lag eine ganze Division in und um der Kronpring Bezlar, um von hier aus gegen die 21. Division zu rücken, t, wo die Antun welche in Rennecod, Hadamar, Westerburg ein quatiert war. Uhr nachmittag Ueberall wurden die Truppen gut aufgenommen. Am Mon** Vom Manöver des 18. Armeekorps. Am pa drei Tagen aai. tag früh rückte die 25. Division westwärts gegen Weilburg, Mengerskirchen und Mehrenberg. Auf den westlichen Höhen entwickelten sich dabei lebhafte VorpostenGefechte. Die Truppen bezogen auf dem eingenommenen lich fett Kurze Gelände Bimat. in pogingspunt bilete die afte bird, dem Be Gitte des„ Zöffelbearabens" ber est abgehenden alten Mannnach Celle trans Disziplinartamme schaften. Gestern Dienstag früh wurde das Gefecht wieder desgerichts stat aufgenommen und war um Mittag beendet, worauf die gieren. Angeflo Truppen Quartier bezogen u. a. die 116 er in Hadamar verschen Gericht und Nieder- Hadamar. Heute Mittwoch, am letzten em Prinzen wä Manövertag, findet unter Litung des tommandierenden „ Erleichterungen Generals ein Manöver des gesamten Armeekorps gegen unter Ausſichte einen von einem Infanterie- Regiment markierten Feind statt. Oberlandesgerichts Am Nachmittag beginnt das Einladen der Regimenter, die den, während oruntersuchung n wird. Beite eladen werden, d gelegt haben. ardenfötter solle 0 Mark betragen der Fiskus wo ter berbüßt sein eifrig damit b ufnahme des Ver er noch, zu unret Witwe Marger et, auf einer Nord derartig unter de gehabt, daß sie sid izeibehörde wende egischen Damen ih uzug getötet. Di f dem Bahnüber ve ein furchtbare the vergeffen, die dler Obhaus fuhr Och seine Frau iffid während ein Per ganz nahe heran hrt mit furdbare hter wurden sofort ezt und starb bald Der schuldige Bahn tern die Festung rt die ihm feite ausforderung de Blogau zum Zwei t hat. Der früher welcher in der er Wochen Feftum ereits vor Monal mtsvorsteher v Il, ein scheuẞlide f einer Dienstto plöblich in völlig entfleide angen suchte, et cwerk zufam, li gen und überwil das Besorgunge Rahmit, gemad in den nahe ge ergewaltigen. Gr einem Frank 1 eleganter jum großen Lyoner ographen einen n, auf das ge e sich bereit, den t bezahlt werden ne Firma brande rzartifel für das coßdem auf tadel Der Lithograph e die Angelegen taudite aud) in r auf, der in Be furter Kriminal m mitteilte, da gerbande auf der ung beim franzo Berbrecherbande varenfabrikanten Arbeiter zu ent nicht in allen aufnehmen. Die 0 Arbeiter brot die die Durd einatunnel, an 116 er besteigen in Runkel die Bahn und treffen um 5 Uhr in Gießen ein. Kaufmännischer Verein Gießen. Am nächsten Samstag und Sonntag wird der Verein sein 30. Stiftungfest begeben und zwar wird am Samstag im Vreinglofal ein Kommers stat finden. Am Sonntag findet im neuen Saalbau( Steins Garten) Konzert statt, dem sich zwei Einafter, ausgeführt von der Theater. Gesellschaft, Direkt. Steingött r, und ein Ball anschließt. ** Eine Anzahl Vorträge wird wie in früheren Jahren der Kaufmännische Verein Gießen auch im Winterhalbjahr 1903/04 in Gemeinschaft mit dem Drts- GewerbeVerein veranstalten. Es sind bekannte, bewährte Redner, die mit hen Vorträgen aufwarten werden. Die Eintrittsfarten zu den Vorträgen werden in den nächsten Tagen ausgegeben. * Circus Lorch trifft Freitag früh 7 Uhr 3 Min. bermittelst Extrazuges in Gießen ein und giebt abens 8 Uhr seine Gala- Eröffnungs- Vorstellung. Geheimrat v. Behring wird auf der Versamm'ung der Naturforscher und Aerzte in Kassel am Freitag wichtige neue Mitteilungen über die Tuberkulosebekämpfung beim Menschen machen. Die diesjährige Kreisvorturnerschule des Mittelrheinkreis& fand am Sonntag in Kreuznach statt. Anwesend waren: Der Kreis und Turnausschuß, sowie fast sämtliche Couturnwarte des Kreises. Dem Ehrenkreisturnwart Friß Heydecker wurde in Anerkennung seiner lang= jährigen Verdienste im Kreis von den Gauturnwarten ein Diplom überreicht. ** Während die„ Allg. Fleischerztg." eine beträchtliche Preissteigerung für Rind, Kalb und Hammelfleisch anzetat. b. schloß der Vorstand der Mainzer Bäckerinnung, ang sichts der günstigen Mehlpreise einer einzuberufenden Generalversammlung die Herabseßung des Brodpreises bis zu 5 Pfg. vorzuschlagen. ** Von dem Zeitungsleser wird, wie bekannt, nichts so unangenehm Jempfunden, wie eine Störung in der Regelmäßigkeit der Zustellung seines Leibblattes. Wenn man die 8 itung erwartet und sie bleibt aus, so verdirbt das oft auch dem friedsamsten Menschen die Laune für den ganzen Tag. Bei unserer Zeitung wirft eine etwaige Unterbrechung in der regelmäßigen Zustellung doppelt ärgerlich, weil die Abonnent n wissen, daß jede Nummer reich ist an aftuellem Stoff, an bel hrendem und anregendem Material, das der Leser lebhaft vermißt, wenn es nicht zu gewohnter Etunde in seinen Händen ist. Das beste Mittel, eine Unterbrechung der regelmäßigen Zustellung zu vermeiden, ist und bleibt die rechtzeitige Erneuerung des Abonnements vor dem Quartalswechs 1. Die Postbehörde hat es dem Publikum außerordentlich bequ m gemacht, das Abonnent zu erneuern. Jeder Briefträger nimmt Bestellungen auf unsere Zeitung an. + Lumda, 22. Sept. Der Haltestellenaufseher Sachweh sollte, wie mitgeteilt, an den neu errichteten Bahnhof Weitershain versetzt werden; nunmehr hat die Eisenbahndirektion Frankfurt auf Antrag des Herrn Sachweh die Versetzung zurückgenommen; Herrn Sachwch, der sich in unserem Orte großer Beliebtheit erfreut, bleibt demnach zu allgemeiner Freunde in Lumda. Weitershain, 22. Sept. Bei der am Freitag stattgehabten Beigeordentenwahl wurde Herr Gastwirt Hch. Theis 5. mit 59 Stimmen wiedergewählt. Es ist dies das dritte Mal das Herr Theiß als Beigeordneter weder gewählt wird; ein Beweis, daß er seines Amtes zu warten weiß § Groß- Felda, 22. Sept. Mit Befriedigung blickt man hieroris auf die„ Landwirtschaftliche Provinzial- Ausstellung" zurück; war es uns doch möglich mit mehreren Auszeichnungen aus dem Wettbewerb hervorzugehen. Zwar wurde schon immer schönes Vieh hier und in der Umgegend, besonders in Windhausen gezüchtet, doch fehlte es noch immer an dem nötigen Interesse, um auf einer Ausstellung in Wettbewerb zu treten. Mt Stolz sehen wir die Prämiterung der Molkereibutter und mit Befriedigung blicken wir auf die großen Erfolge des Herrn Sattlermeisters Völzing, und zu unserer Freude nehmen wir Kenntnis von der Auszeichnung, die Herr Gutsbesizer Otto Bölzing, Mitglied des Alsfelder Buchtviehvereins, errungen hat. Hat er damit doch gezeigt, daß man wohl tut, edle Rassen zu züchten, er hat ein Beispiel gegeben, daß mehr als empfehlenswert ist. + Ermenrod, 22. Sept. Am letzten Sonntag fand im Saale des Wirts Chr. Riegel ein zahlreich besuchter Feuerwehrtag statt, zu dem auch Herr Kreisrat Milior von Alsfeld, Herr Feuerinspektor Hoos, Feuerwehr- Hauptmann Rößner und dessen Stello rtreter Martin anwesend waren. Herr Pfarrer Georgi- Ermenrod hielt einen Vortrag über die Entstehung der Löschgeräte. Vor der Versammlung fand eine praktische Uebung der Feuerwehr Ermenrod statt, die den Beifall der beiwohnenden Herren und zahlreichen Wehrmänner, darunter auch solche der Freiwill. Feuerwehr Groß- Felda, fand. ▷ Lauterbach, 22. Sept. Heute Mittag kurz nach 12 Uhr brach in der mit Heu und Stroh gefüllten Scheuer des H. Guntrum, welche an das Anwesen des Friedrich Schäfer grenzt, Feuer aus. Beide Gebäude waren rasch ein Raub der Flammen. Von der angrenzenden Hofraite des H. Lippert wurde ebenfalls die Scheuer vollständig eingeäschert, während das Wohnhaus, wenn auch stark beschädigt, doch gerettet bie angrenzenden Gebäude vor dem verherenden Elemente werden konnte. Die emsige Tätigkeit der Feuerwehr konnte schützen. heute verhandelt gegen den Amtsgerichtssekretär Otto Florian > Marburg, 22. Sept. Vor dem Schwurgericht wurde aus Neustadt megen Unterschlagung von amtlichen Mündel und Krankenkassen Geldern. Er hatte als Vorsitzender der Drtefrankenfasse N- ustadt- Manberg eine Summe von 4600 für sich Beballen. Weiter hatte er 1400 Mt. im AusgabeMt., außerdem eine Lebensversicherungssumme von 1000 M. Register des Amtsgerichts als an die Hauptgerichtskaffe in Raffel abgeführt eingetragen. Der Angefaste gab in der heutigen Verhandlung an, er habe seine Mutter und Geschwister unterstützt, hohe ärztliche Unkosten gehabt und so habe ihm sein Gehalt von 3600 Mt. nicht gereicht. Ec wurde zu e nem Jahr Gefängnis verurteilt. ) Kassel. 22. Sept. De Unterschlagungen des Rendanten Riedesel dr Spar- und Vorschußkasse in Berleburg belaufen sich auf 100 000 Mt. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. wicht) 80-84 Pfg,( Lebendgewicht) 49-50 Pfg., c) geringe Saugfälber 70-73 Pfg., d) ältere gering genährte Kälber( Fresser) Bfg., Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Maſtbämmel 72-73 Pfg., b) ältere Masthämmel 66-68 Pfa., c) mäßig genährte Hämmel und Schafe( Märzschafe) Pfa. Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 11 Jahren ( Schlachtgewicht) 60 Pfg.,( Lebendgewicht) 49 Pfg., b, fleischige ( Schlachtgewicht) 59 Pfg.,( Lebendgewicht) 46 Pfg. c) gering ent widelte, sowie Sauen und Eber( Schlachtgewicht) 50-55 Pfg, Lebendgewicht-, d) ausländ. Schweine unter Angabe der Herfunft Pfg. Das Geschäft in Hornvieh war gut und ist der Markt geräumt. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil bin klein. fr bas Botale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal": Fr. Cromarn Druf und Berlag der Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilb. Keber),( Birkin Landwirte, lernt den Schaden verhüten! Es ist eine häufig wahrnehmbare Tatsache, daß das in Einklang zu bringen ist. Den Grund für die wenig Ergebnis der Viehzucht nicht mit den gehegten Erwartungen rentablen Resultate sucht man aber mindestens ebenso oft an ganz verkehrter Stelle und macht Faktoren für das Mißlinaen verantwortlich, die in Wirklichkeit gar nichts damit zu schaffen Landwirte oft bei aller möglichen Arbeit und Mühe nicht haben. So sehen wir in manchen Fällen, daß es einem gelingen will, ein Schwein ordentlich zu mäſten, d. h. nicht allein fest zu machen, sondern auch an der Mastung zu profitieren. Es ist ja teine besondere leichte Sache, ein Schwein bringen, und namentlich in der dritten Maſtperiode stehenden heil und ohne Schaden durch die Zeit der Mastung zu Tiere erfordern unausgesetzte Beobachtung und Fürsorge. Hier kann schon ein anscheinend belangloser Fehler das ganze Zucht- resp. Mastergebnis in Frage stellen. Es kommt nun naturgemäß in erster Linie darauf an, die Fütterung zweckmäßig durchzuführen, und gerade in diesem Punkte wird am schwersten gesündigt. Man mache sich nur einmal klar. daß faum noch leistungsfähig sein kann, und sofort wird es be der gesamte Organismus eines fast ausgemästeten Tieres are flich erscheinen, daß voluminöse Futtermossen unmöglich aufgenommen und verwertet werden können. Kartoffeln und ähnliche Futtermittel kommen in der dritten Mastperiode nicht mehr in Frage, die Nahrung muß fonzentrierter sein, ohne aber die Nachteile schwerer Verdaulichkeit, stopfender Wirkung zc. aufzuweisen. Diese Eigenschaften sind es nämlich, welche die schwerwiegendsten Gesundheitsstörungen bet den in dieser Mastperiode stehenden Schweinen hervor gerufer, und die, selbst wenn es sich nur um vorübergebend verminderte oder aufgehobene Freklust handelt, stets eine Verzögerung des Abschlusses der Mast, d. h. einen bekuniären Verlust im Gefolge haben. Es kommt vor allen Dingen darauf an, bei den Tieren während der ganzen Mastzeit die Freß'ust ganz und ungeschmälert aufrecht zu erhalten, ja dieselbe womöglich noch zu steigern. Daneben muß dann noch gefordert werden, daß die aufgenommene Nahrung nach Möglichkeit ausgenußt werde. Nur wenn diese beide Fak toren unentwegt zur Geltung tommen, darf man auf schnelle und billige Mast rechnen; es liegt somit im Interesse eines jeden Landwirtes, dafür Sorge zu tragen, daß die Schweine stets mit regem Appetit an das Futter gehen und ein fräftiger Verdauungsapparat die intensivste Ausnutzung der Nährstoffe sichert. Bei besonders sorgfältiger Auswahl, Zusammenstellung und Zubereitung der Futterstoffe wäre dies wohl ohne besondere Hülfe erreichbar, doch würde dadurch ohne Frage die ganze Mast so verteuert, daß selbst bei günstiger Marktlage kein Nuzon verbliebe. Viel einfacher und billiger stellt sich unzweifelhaft die Heranziehung eines zuverlässigen diät tischen Mittels, welches den Appetit anregt, die Verdauungswerkzeuge kräftigt und die Entleerungen reguliert. Als hervorragendstes und unübertrefflichstes Präparat dieser Art hat sich die„ Bauernfreude" aus der Chemischen Fabrik Th. Lauser in Regensburg erwiesen. Selbst heruntergekommene Tiere, von welchen man keinerlei Nußen mehr erwartete, erholten sich nach Verabreichung von Bauernfreude" überraschend bald und lieferten ein hocherfreuliches Mastresultat. Der geringe Aufwand, den die Beschaffung der Bauernfreude" verursacht,( 9 Pfund fosten nur 5,40 Mf.; größere Dantitäten sind noch bedeutend billiger), wird sehr bald wieder hereingebracht; jedenfalls ist er für Tausende dentender und rechnender Landwirte troß aller gehässigen Agitationen gewisser Seiten fein Hindernis, sich des Präparates ständig zu bedienen, denn sie haben in der Praxis mit„ Bauernfreude" gelernt den Schaden zu verhüten.[ 2044 Gießen, 22. September. Der Haltestellenaufseher Thomas Mohr von Mittel- Gründau hat aus der ihm anvertrauten Kasse den Betrag von 650 Mt. unterschlagen. Wegen Vergehens im Amte bekam er ein 1 Jahr Gefängnis abzüglich eines Monats Untersuchungshaft. Bergmann Friedrich Dahmer von Willofs hat den hier wohnbaften Spengler Otto Kretschmann nach vorherigem Wirtshausstreit mit einem Messer förperlich verletzt. Er bekommt dafür 8 Monate Gefängnis, wovon ein Monat Untersuchungshaft in Anrechnung kommt. Bernhard Klobetanz aus Getßliß erhält wegen Sittlich feitsverbrechen begangen an einen 3 jährigen Mädchen, 2 Jahre Zuchtshaus; auch werden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. Händler Ludwig Langohr 2. von Nieder- Ohmen wird wegen Veranstaltung einer öffentlichen Auslosung ohne obrigkeitliche Erlaubnis, in eine Geldstrafe von 5Mt. genommen.Taglöhner Heinrich Haas von Steinbach ist wegen Sittlichkeitsverbrechens angeklagt. Da Bedenken gegen seine Zuchrechungsfähigkeit bestehen, soll er vorerst durch einen Sachverständigen untersucht werden. Den Shluß bildet die Sache gegen Josef Kohlberg, Lumpensammler von Alten- Bused wegen Sittlichkeitsverbrechens. Der Angeklagte ist beschuldigt sich an einigen schulpfich tigen Kindern vergangen zu haben. Bezüglich des einen Falles hält dis Gericht die Schuld für erwiesen, während bezüglich der anderen Freisprechung eintritt. Kommt mit der gelinden Strafe von 6 Monaten Gefängnis, worauf 2 Monate Untersuchungshaft in Anrechnung kommen, davon. Briefkasten. T. K. Gießen. Die Lehre daraus fönnen Sie selbst zichen. Ein Verein, der Feste feiern will, muß auch vorher die Presse tennen; allem Anschein ist das bei dem von Ihren genannten Verein nicht der Fall. Marktberichte. Frankfurt a. M, 21. September. Fruchtmarkt. Es ntierten nach Qualität: An Weizen, hiesiger und Wetterauer Mf. 16.20-16.50, kurhessischer Mt. 16.50-16.75, nerddeuts b. Mr. 16.40, b 16.50, Ransas Mt. 16.75-18.00, Roggen, hiesiger Mt. 13.25 bis 13.50, russischer Mt. 14.20-14.50. Amerikaner Mt. 14.40 bis 14.60, Gerste. hiesige Mt. 15.50 bis 15 75, Pfälzer, Mt. 16.10 bis 16 30, fränkische Mf. 16 10, Riedgerste Mt. 16.00 bis 18.25, un Hafer, hiesiger Mf. 13 25-13.75, furgarische Mt. 17.50-18.50. Hessischer Mf. 13.30-13.90, Württemberger Mk.-- bis boyerischer Mt. 13.25-13.75, russischer f. 13.50-14.90, Mais Wired Mt. 12.75-13.25 La Plata Mt. 12 50-12.75, weißer Mais Mr. 13 10-13.30, russischer Mt. 12.50-12.75. Alles pro 100 Kio ab hier. Frankfurter Wichmarkt. Zum Verkauf standen 471 Ochsen, 58 Bullen, 714 Kühe und Färsen( Stiere und Rinder), 265 Kälber, 211 Schafe und Hämmel, 1626 Schweine. Aus Desterreich 183 Ochsen. Bezahlt wurde für 50 Kilo Ochsen: a) vollfleischige, aus= gemäste e höchsten Schlachtwertes tis zu 6 Jahren Mt. 72-74, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete Mt. 68 bis 70, c) mäßig genährte junge, gut genährte ältere Mk. 64-66, d) gering genährte jeden Alters Mt.- Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwert 8 Mk. 64-66, b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere Mt. 60-63, c) gering genährte Mt.-, ühe und Färsen,( Stiere und Rinder): a) volfleischige ausgemästete Färsen ( Siere und Rinder) höchsten Schlachtwertes Mt 67-69, b) vollfleischige ausg mästete Kühe hösten Schlachtwertes( bis zu 7 Jahren) M. 65-66, c ältere ausgemästete Kühe und wenig aut entwickelte jüngere Kühe und Färs n( Stiere und Rinder) Mt. 54-56, d) mäßig genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mt. 51-53, e) gering genährte Kühe und Färsen( Stiere und Rinder) Mk.-, Bezahlt wurde für 1 Pfund a) feinste Mast-( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber( Schlachtgewicht) 85-86 Pfg.( Lebendgewicht) 52-55 Pfg., b) mittlere Mast- und gute Saugkälber( Schlachtge= - " Blutreinigungs- Thee von Apotheker Franz Wilhelm, k. und k. Soflieferant in Neuukirchen, Nied.- Deft. Daß ein unzweifelbaftes Bedürfnis nach einem guten und wirksamen Blutreinigungs- Thee besteht, beweisen die ahlreichen Versuche ein solches Mittel herzustell n. Herr Apothefer Franz Wilhelm ist es vermöge feiner Fachkennt riffe gelungen, einen Blutreinigungs- Thee aus den wirk: samsten Bestandteilen zusammenzus Ben; nicht weniger als 21 einzelne Droguen enthält sein Thee, der nach einem besonderen Verfahren zubereitet ist. Für die Wuksamkeit dieses Thees bei Gicht und Rheumatismus sprechen zahlreiche Danksagungen Geheilter. Wir verweisen nur auf die Danksagung der Gräfin Butsch u= treitfeld, Oberflientuants- Gattin. Bestandteile: Innere Nußrinde 56, Walnusschale 56, Ulmentinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 3 Stabiosenblätter 56, Lemus blätter 7, bimmstein 150, rotes Sandelholz 75, Burdannaicurzel 44, Caruymur 1 350, Radic. Cariophyll. 350, Chinarinde 850 Eryngiiwurzel 57, Fenbelwurzel Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 15. Sasaparilliourzel 35, Fenchel, röm. 3.50, weiß Senf 350, Nachtschatten Stengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware. Bitten Höfli bst, unser Unternehmen nicht mit amer fa nischen Humbug- Unternehmungen oder einigen hiergewesenen minderwertigen 3 rluffen zu vergleichen. Circus Lorch Nur 7 Tage auf dem Oswaldsgarten in Gießen. Größter und elegantester deutscher Zelt- Zirkus. Eigene elektrische Anlage. 100 Personen. 70 Pferde. Freitag, den 25. Sept mber, beuds 8 Uhr: Gala- Eröffnungs- Vorstellung mit großstadtischem Programum. Das sensationellste auf dem Gebiete der höheren Gymnastik. Die phänomenalen 7 Geschwister Lorch. Die Starts der englischen Variété Theater während des verflossenen Winters. Die 7 Geschwister Lorch hatten die hohe Ehre, zweimal vor der verstorbenen Königin von Eng Land auftreten zu dürfen, und wurden während des verflossenen Winters in allen großen Städten Englands and Frankreichs mit beispiellofem Beifall aus zezeichnet. Die Fahrt im Todesring Das tollkühnste, das im Fahrradsport bisher gezeigt wurde, ausgeführt von drei Mitgliedern der deutschen Rennfahr Kompagnie( 1 Dame und 2 Herren). Das beste auf dem Gebiete der Reitkunst. Mrs. Alfons Althoff in seinem Qriginal- Musik- Akt zu Pferde. Außerdem Auftreten aller Spezialitäten und des gesamten Künstler Personals in seinen Glanznummern. fämtliche Clowns und die zwei dummen Auguste treten in neuen, Hochkomischen Intermezzos auf. Die wunderbaren Original Freiheitsdressuren des Direktors Adolf Lorch, wie solche bisher hierorts fein Zirkus gezeigt hat. Eine halbe Stunde vor Beginn einer jeden Vorstellung: Konzert der eigenen Zirkuskapelle, unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Martan. Samstag, 26 Septbr. und folgende Tage abends 8 Uhr: Grosse Vorstellungen. Sonntag, den 27. Eeptember: 2 Fes grosse Fest- Vorstellungen Nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr. 2 Das Programm der Nachmittags- Vorstellung ist ebenso reichhaltig wie das der Abend- Vorstellung. Der Zirkus ist bei ungünstiger Witterung geheizt. Ohne Fleiss keinen Preis. AURORA Many Bitter Boonekamp Underberg Unentbehrlich für jede Familie Underberg Devise Gegr. 1846. am Rathhause in RHEINBERG am Niederrhein. Hoflieferant Seiner Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm D. H.UNDERBERG- ALBRECHT Fabrikatian alleiniges Geheimniss der Firma: emper idem, Boonekamp Anerkannt bester Bitterlikör! Man verlange ausdrücklich: Underberg- Boonekamp. 24 Preis- Medaillen! G schäfts- Berlesung. Meiner werten Kundschaft zur geft. Natricht, daß ich meine Korb- u. Stuhl- Flechtcrei vom 15. ds. Mts. wieder nach Weidengasse Nr. 8 vis á vis d Bolizeiant verlegt habe Gießen, 14. Septbr. 1903. August Werner, Ko bmachermeister. Landw. 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