Mr. 94 bonnementeprete: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., ' s Haus gebracht 60 Bfg., dur die Bofi bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Brattebeilagen: Oberhessische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Ob- b Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentli). Das Blatt erscheint an allen Berktagen nachmittags Donnerstag, den 23. April 1903. Gießener 12. Jahrgang. Jufertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wi gang Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg fenf 15 Vfg.: Reklamen die Betitzelle 30 refp. 48 is Boftzeitungsliste Sto. 3849. Redaktion und Expedition: Gießen Remenweg A Fernsprechensluk A, 308. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeifung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Wohnungsfürforge und Rentengüter. Die rechtsstehenden Parteien des preußischen Landtags, die den Antrag auf Bildung von Rentengütern und Schaffung von billigen Arbeiterwohnhäusern gestellt haben, sehen in den beiden Anträgen zusammen, wie einem Mitarbeiter unseres Blattes von einem hervortagenden Mitgliede dieser Parteien mitgeteilt wird, ein zusammengehöriges Ganze. Die Wohnungsfürsorge wird belanntlich von dem Staate auf die Gemeinden abgewälzt aus dem einfachen Grunde, weil die Wohnungsnot je nach den lokalen Verhältnissen verschieden ist und dem entsprechend auch vom rein örtlichen Standpunkte aus betämpft werden muß. Ji dessen, so bemerkte der konservative Abgeordnete, bleibt zu befürchten, daß in den Gemeindeverwaltungsbehörden das Element der Hausund Grundbesizer zu stari vertreten ist und sich einer für sorglichen Wohnungspolitik gegenüber ablehnend verhält. Berlin sieht er beispielsweise als ein geradezu typishes Beispiel für diesen Zustand an. Hier sollen gerade die Hausbesißer einer geeigneten Wohnungsfürsorge im Bege gestanden haben. ,, Bei uns auf dem Lande," so fuhr er wörtlich fort, sind derartige Verhältnisse unmöglich, weil die Unentbehrlichkeit gut eingeübter, seßhafter Arbeiter zur Entwickelung eines patriarchalischen Berhältnisses beigetragen hat. Hier sind die Arbeiter burch die Naturalienentlohnung an den Boden gefesselt. Aber der städtische Arbeiter ist unstät und auch der Ausnuzung durch die Bodenspekulanten, welche die Häuserpreise und die Wohnungsmiethen in die Höhe treiben, preisgegeben. Aus diesem Grunde muß neben der gemeindebehördlichen und privaten Wohnungsfürsorge eine Rentengutspolitik betrieben werden, die es dem sparsamen Arbeiter ermöglicht, sich eigenen Besitz in der Größe eines Morgens zu erwerben." Die Regierung aber verhält sich diesen Bestrebungen gegenüber sehr ablehnend, weil sie bekanntlich befürchtet, daß die aufgewendeten Gelder zu den Erfolgen in keinem rechten Verhältnis stehen. Die Arbeiter sind nur zum leinsten Teile geneigt, sich seßhaft zu machen, und es bleibt immerhin die Gefahr bestehen, daß sie durch einen injolge der Konjunkturverschiebungen notwendig werdendem Wohnungswechsel tatsächlich Vermögensverluste erleiden. Bevor hier die Regierung zu einer Aktion übergeht, müßten doch wohl größere Erfahrungen gemacht werden. Dagegen erscheint uns die völlige Ablehnung einer staatlichen Wohnungsfürsorge für die nichtstaatlichen Arbeiter völlig verfehlt. Es gibt immerhin doch eine Form, in der die Staatsbehörden einspringen tönnten, ohne den lokalen Charakter und den von den Freisinnigen start betonten Grundsatz der Selbsthilfe zu verleben. Es schwebt uns hier die Errichtung einer Zentralbilsstasse nach dem Muster der sogenannten Preußenkasse für die Genossenschaften vor. Der Staat sollte eine große Organisation schaffen, die den Spar- und Baugesellschaften und den Gemeinden für ihre Wohnungspolitik bequeme und leichte kreditbedingungen schafft. Auf diesem Wege könnte man der übertriebenen Bauspekulation entgegenwirken, die ihTen Tribut von allen Ständen erhebt, aber gerade die untersten Schichten zu verhältnismäßig hohen Leistungen heranzicht. Die Politik. Nenregelung der Lehrlingshaltung. ::: Der preußische Handelsminister hat eine Verfügung erlassen, die sich mit der Frage der Lehrlingshaltung im Handwerk beschäftigt. Die Verfügung richtet sich gegen die schematische Festsetzung der Höchstzahl der Lehrlinge für die handwerksmäßigen Betriebe durch die Innungen und die Handwerkskammern. Sie betont, daß derartige Festsetzungen besonders eingehender Prüfungen bedürfen und daß sie nicht allgemein für alle Handperfer eines Bezirtes, sondern nur für einzelne Geberbszweige getroffen werden sollten. Um übrigen dürfe man mit der Einschränkung der Lehrlingshaltung durch Sonderbestimmungen nicht zu weit gehen, um so weniger, als durch die Gewerbeordnung( Paragraph 128,1) bereits eine ausreichende Handhabe zur Bekämpfung der Behrlingszüchterei geboten sei, die zugleich den Vorteil biete, daß ihre Anwendung den besonderen Verhältnissen des Einzelfalles angepaßt werden könne Fürsorgeerziehung für schwachsin nige Kinder. Der Verein deutscher Irrenärzte hat sich auf seiner gegenwärtigen Tagung auch mit der Frage der Fürsorgeerziehung schwachsinniger Kinder beschäftigt. Die Aerzte baren allgemein der Ansicht, daß bei der Entscheidung darüber, ob ein verwahrl.sts kind der Fürsorgeerziehung zu überweisen sei, vor allem auch ärztliche Sachverständige gehört werden müßten, was heute leider nur selten geschehe. Die Versammlung beschloß dahin zu wirken, daß eine entsprechende Bestimmung erlassen werde. In der Tat empfiehlt es sich nicht, den Juristen allein di: Entscheidung darüber, ob eine Fürsorgeerziehung notvendig und nüßlich ist, zu überlassen. Fortbildungsschulen für Mädchen. we () Immer eindringlicher wird von Sozialpolitikern aller Parteischattierungen die Forderung erhoben, das Fortbildungsschulwesen für weibliche Angestellte sentlich zu erweitern und auszugestalten. Der preußische Handelsminister will diesem Verlangen entgegenkom men, er beabsichtigt, demnächst eine Konferenz von Leilern und Leiterinnen schon bestehender Fortbildungsschu len für Mädchen und anderen auf diesem Gebiele täti zen Männern und Frauen einzuberufen. In dieser soll insbesondere die Frage erörtert werden, wie die Fortbildung auf kaufmännischem, gewerblichem und hausvirtschaftlichem Gebiete weiteren Kreisen der weiblichen erwerbstätigen Jugend zugänglich gemacht werden kann. Diese Bestrebungen dürften ziemlich allgemeiner Zu timmung sicher sein. 3v eijährige Dienstzeit in Oesterreich- Ungarn! Die Gerüchte, daß die Einführung der zweijährigen Dienstzeit in der österreichisch- ungarischen Armee geplant werde, bestätigen sich. Zwar ist die Meldung falsch, daß Kaiser Franz Josef die darauf bezüglichen ministeriellen Vorlagen bereits formell genehmigt habe, aber es unter liegt teinem Zweifel mehr, daß alle maßgebenden mi litärischen Faktoren der Donaumonarchie sich über die Ein führung der zweijährigen Dienstzeit bei den Fußtruppen und einem Teil der Artillerie geeinigt haben. Die Sache ist schon soweit gediehen, daß der Gesezentwurf über die Einführung der zweijährigen Dienstp licht möglichst schon im Juni vor beide Parlamente gebracht werden soll. Die zweijährige Dienstzeit würde auf einen Teil der Artillerie sowie der technischen Truppen und auf die Kavalleri: nicht ausgedehnt werden. Auch denkt man nicht daran, die Jn. stitution der Einjährig- Freiwilligen abzuschaffen. Als unerläßliche und selbstverständliche Vorbedingung der Einschränkung der Dienstzeit wird eine Erhöhung der Friedenspräsenzstärte von der Regierung hingestellt. Daraus folgt, daß die Einführung dieser Reform mit sehr bedeutenden Mehrkosten verbunden ist. Britisch- portugiesische Mannszucht. )-( Seitdem die angeblich fünfhundertjährige Allianz der Briten und Portugiesen aufs neue feierlich verkündet worden ist, scheinen die portugiesischen Truppen sich für verpflichtet zu halten, es ihren englischen Kameraden in jeder Hinsicht gleichzutun. Meutereien sind im englischen Heere an der Tagesordnung, also müssen die Portugiesen nuch meutern. Kürzlich wurde berichtet, daß 115 portugiesische Soldaten aus Oporto wegen Meuterei in aller Stille nach Afrika in die Verbannung geschickt vorden sind. Jetzt wird näheres über den Fall bekannt. Bor vierzehn Tagen brach in dem in Oporto stehenden Infanterieregiment eine Revolte aus, die zur Folge hatte, Daß es strasweise nach Aveiro verlegt wurde. Die Rädelsführer, 115 an der Zahl, wurden zur Verbannung nach Afrika verurteilt. Unterwegs desertierten von diesen 115 Verurteilten 7 Mann. Die Offiziere des Regiments vurden bestraft, weil sie den Meuterern nicht energisch Jenug entgegengetreten waren. Noch lieblicher sieht es mit der Mannszucht im britischen Heere aus. Bei der Revolte der Truppen in Pretoria, von der fürzlich die Rede war, wurde ein Soldat von seinen meuternden kameraden kurzerhand totgeschlagen. Jetzt wird aus Bretoria gemeldet, daß die Hauptschuldigen an diesem inerhörten Vorkommnis zum Tode verurteilt worden ind, fünf andere wurden freigesprochen. Nette tände! ZuDer Guerillakrieg in Mazedonien. ::: Jeder Tag bringt neue Meldungen über Zusammen stöße türkischer Truppen mit bulgarisch- mazedonischen Banden. Neu ist dabei die Erscheinung, daß jezt auch bulgarische Dorfeinwohner, sfenbar von den Bandenführern bazu gezwungen, sich an der Bekämpfung der Türken beteiligen. So murde eine türkische Abteilung von 50 Mann, die mit einer Bande von etwa 30 Bulgaren handgemein wurde, plötzlich von etwa 500 Einwohnern des nächsten bulgarischen Dorf- s umzingelt und konnte sich erst befreien, als sie Verstärkung erhielt. Die Ausstän dischen ließen zwei Führer und 20 Mann tot auf dem Blaze, 50 Verwundete entkamen. Auch die Türken hatten cerhältnismäßig große Verluste: 2 Offiziere und 11 Mann tot, 7 verwundet. Nach einer Meldung aus Skutari ist dort einer der beiden vor einigen Tagen von einem Albanesen durch Revolverschüsse verwundeten Richter ge storben. Die Nachricht, daß der Mörder des russischen Konsul Schtscherbina, der Albanese Ibrahim, bereits zum Tode verurteilt sei, ist falsch. Ibrahim soll erst vor Ge richt gestellt werden. Marokkanisches. !!! Nächstens fönnen die Wigblätter ein Verierbild bringen: Wo steckt Sultan Abdul Aziz? Neulich hieß es, er habe sich mit allen Europäern aus Fez nach der Küste begeben, und jest wird wieder gemeldet, er denke nicht daran, Fez zu verlassen, sondern wolle dort den Rebellen Widerstand leisten. Dies ewige Hin und Her der Meldungen aus Marokko wird allmählich langweilig. Es wäre zu wünschen, daß eine Entscheidung so oder so bald herbeigeführt würde. Die kürzlich gemeldete schwere Verwundung des Sohnes des deutschen Vizekonsuls 2. Forbe in Larasch in Marotto durch einen Berber wird vielfach als ein Vorfall angesehen, der Deutschland in dis marottanische Affäre verwickelt. Das ist nicht der Fall. Forbe ist englischer Unterian und zugleich englischer Vizekonsul in Larasch. Auch sein Sohn ist britischer Staats. angehöriger. Von einem Zwischenfall, der Deutschland illein betrifft, kann also nicht gesprochen werden; Engand ist noch mehr als Deutschland an der Erlangung einer Genugtuung interessiert. ,, Heiliger Krieg" in Algier! (-) Aus Sidi- bel- Abbes im algerischen Departement Dran kommit die Nachricht, die Araberstämme der Sahara hätten den„ heiligen Krieg", d. h. einen allgemeinen Vernichtungskampf gegen die Nichtmohammedaner, erlärt. Einstweilen läßt sich die Bedeutung dieser Nachcicht nicht übersehen; möglich wäre es schon, daß es sich um einen allgemeinen Araberausstand gegen die französische Herrschaft in Algier handelt. Das wäre ein jeltsamer Kommentar zu den Freundschafts- und Verbrüderungsfesten, die eben erst zwischen dem Präsidenten Zoubet und den Scheichs der algerischen Araberstämme stattgefunden haben. Hat doch eben erst nach der von Loubet in Le Kreider, ebenfalls in Oran, abge. haltenen Revue der Führer der dort versammelten Araberscheichs die Treue der Araber gegenüber Frankreich mit den Worten versichert:„ Gebt uns Kanonen und zeigt uns, wo der Feind steht!" Sicherlich ist die neue Bewegung der Araber ein Echo der marokkanischen Erhebung unter Buhamara. Kurze politische Nachrichten. * Eine neue Aufmerksamkeit gegen Amerika wird rus Niel gemeldet. Amerikanische Matrosen sollen zur ilnahme an den Kieler Ruderregatten während der Kieler Woche eingeladen werden. * Die sächsische Personentarifreform ist mit Rücksicht auf Preußens Weigerung, gleiche Schritte zu ergreifen, fallen gelassen worden. Da aber die sächsischen Eisenbahneinnahmen einer Steigerung dringend bebürtig sind, erfahren die Rückfahrkarten einen Zuschlag son 6 Prǝz. Das ist die Hälfte desjenigen Betrags, > en die sächsischen Rückfahrkarten billiger als die preu zischen sind. * Die badische Regierung hat ihren Gesandten beim Bundesrat angewiesen, gegen die Aufhebung des Paragraph 2 des Jesuitengesetzes zu stimmen. * Zum Ordenskriege in Frankreich wird aus vesneven im Departement Finisterre gemeldet: Die Bewohner mehrerer Ortschaften haben beschlossen, die für Freitag anberaumte Ausweisung der Benediktiner und anderen selostergeistlichen zu verhindern und große Kundge vungen zu veranstalten. * Außer dem italienischen Minister des Aeußeren, Prinetti, dessen Abschiedsgesuch König Viktor Emanuel jetzt genehmigt hat, wollte auch der bekannte italienische Staatssekretär des Aeußern, Baccelli, zurücktreten. Morin, der Nachfolger Prinettis, wußte ihn jedoch zum Bleiben zu be wegen. 293. Sibung. - Deutfcher Reichstag. Eigener Bericht. Das Gesetz über Phosphorzündwaren. Bei den Rechnungsprüfungen entspann sich underhoffter Weise ein Dialog über die ostafrikanische Zentralbahn. Der Zentrumsabgeordnete Dasbach hatte nämlich die Regierung angegriffen, weil sie den vorjährigen Etat nicht vorsichtig genug aufgestellt habe, und war badurch selbst zum Gegenstand einer sehr lebhaften Kritik in der Presse geworden. Dasbach rechtfertigte seine Angriffe. Da sich seiner Zeit an der Kritik auch der Abg. Hasse beteiligt hatte, so fand dieser durch Dasbachs Rechtfertigung Anlaß, ebenfalls das Wort zu ergreifen und seinem Bedauern darüber Ausdruck zu geben, daß die ostafrikanische Zentralbahn noch immer nicht auf die Tagesordnung gefeßt sei. Dann wurde ber Etat für das ostafrikanische Schußgebiet genehmigt. Das nunmehr zur Beratung stehende Gesetz über Phosphorzündwaren entfesselte eine sehr lebhafte, aber wenig interessante Debatte. Die Sozialdemokratie hatte hierzu den Antrag gestellt, diesen Entwurf drei Jahre früher, als im Entwurf vorgesehen ist, in Kraft treten zu lassen, und die Freisinnigen beantragen, den Inhabern der berbotenen Zündholzfabriken eine Entschädigung zu ge währen, die das Dreifache des Jahresgewinnes ausmacht, und daraus auch an die infolge des Zündholzgesetzes entlassenen Arbeiter einen vollen Monatsgehalt als Entschädigung zu gewähren. Bekanntlich bezweckt das Geset das Verbot der Phosphorzündholzfabrikation, weil dieses Produkt auf Generationen hinaus einen verderb lichen Einfluß auf das Besinden ausübt. Troßdem ist der Zentrumsabg. Schättgen, der nach langer Krant einen Arzt geheiratet hätte!" Ete trat näher, Hier und da an einer Falte. blamiere dich aber nun zusammen, Echritte machen, drehte ihn um шnd um und zupfte Hörst du? Junge, halt doch die Füße nicht. Ganz eine ist ja gräßlich, wie du da stehst!" Der angeflebte Schnurrbart fißelte über ben Lipneben ihr her. fortwährend ihr Haare bom Munde und legte lachend den Arm in jenen pen, und der Säbel schleppte viel zu schwer und lang Mit einem energischen Ruc riß Lisbeth die störenden Hin und herwandelnden eine bor viel in das flammende Gesichtses süße Mädel so einen, Frauenkleidung im Arm gehalten. Sammelfragen Lisbeth steckte Daumen und Zeigefinger chen. Nur schade, die Uniform ärgerte ihn. Er hätte dieWilli sah ganz entzückt und feufzte. lieber in einer luftigen leichten hen, engen 9ch mie ich ihn möchte in den hoin einen, fängnisse ein recht ungebundenes Leben, gab große Welt sonders günstig. schwelgt und vor allem brängte, und bis zum Morgengrauen wurde bei ihr ihr und ihren Freunden die Karten im Gefängnisse beSeit dem Verschwinden des Fort Lévêque muß das lage, zu denen sich die ganze vornehme Barijer geſpielt. Wie es heißt, waren heit wieder einmal erschienen ist, gegen den Entwurf, der die deutsche Industrie start schädige. Es sei Zeit, zu sagen: Deutscher Michel, wach auf! Sein Fraktionsge nosse Dr. Pichler stellt einen Zwischenantrag auf Vertagung der Beratung; die Abstimmung hierüber wird aber bis zum Schluß der Beratung ausgesezt. Im Verlaufe der Sigung schildert Staatssekretär Graf Posadɔwsky die Gefahren der Zündholzfabrikation und betont ausdrücklich, daß eine Entschädigung für sozialpolitische Ge sebe nicht gewährt werden könne, weil sonst die ganze Sozialpolitik zum Stillstand kommen würde. Niemand habe ein Recht auf eine der Volksgesundheit schädliche Fabrilation. Das Gesez wurde nach kurzer Debatte mit groğer Mehrheit angenommen. Hof und Gesellschaft. *** Der Kaiser hat sich zur Jagd nach der Wartburg begeben. Unterwegs stattete er dem jungen Herzog von Sachsen- Koburg- Gotha einen Besuch ab. Nach Nachcichten aus Rom wird Kaiser Wilhelm am 2. Mai um 4 Úhr 40 Minuten auf dem Wege über den St. Gotthard bort eintreffen. *** Der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich unernahmen von Neapel aus einen Ausflug nach dem V2sub. Die Prinzen hatten vorher in Gemeinschaft mit der königin von Portugal die blaue Grotte auf der Insel Capri besichtigt. *** Der König von England ist von Syrakus aus mit seiner Yacht nach Neapel gegangen, wo er bis zum 27. d. Mts. verbleiben wird. Von dort begibt er sich nach Rom. 59. ing. - Preussischer Landtag. Haus der Abgeordneten. Eigener Bericht. Einkommensteuergeseß- Novellen.- Die heutige Tagesordnung enthielt nur einen Punkt, ber auf allgemeines Interesse Anspruch machen könnte. Von den Abgg. Kirsch( 3tr.) und v. Wenzel( kɔns.) werden zwei Novellen zum Einkommensteuergesez beantragt. Ersterer will die Gemeindeabgaben, legterer Landwirtschafts-, Handels-, Handwerfs- und Gewerbekammer- Meliorations- und Entwässerungsgenossenschaftsund landschaftliche Tilgungsbeiträge bei der Einkommensberechnung abzugsfähig machen. Vom Regierungstisch werden jedoch Bedenken laut. Es gehe nicht an, so führt der Generalsteuerdirektor aus, daß die Staats. finanzen beeinflußt werden von den Steuerbedürfnissen der Kommunen, die sich die Abzugsfähigkeit bald zu nuẞe machen würden. Diese Frage könnte nur im Rahmen einer Revision der Einkommensteuer gelöst werden. Für den Antrag Wezel sprächen allerdings wirtschaftliche Gründe; läßt man solche maßgebend setn, so würde es sich vielleicht empfehlen, die Förderung allgemeiner zu fassen. Vorher wurde der Gesezentwurf betr. die Ausdehnung der Ablösbarkeit von Reallasten in Schleswig- Holstein in der ersten Lesung erledigt, ebenso die zweite Lesung der Sekundär- Bahn- Vorlage. Nab und Fern. Der lleinste Soldat. Gelegentlich der Anwesenheit des Kaisers in Gotha bezw. Schloß Friedenstein wurde dem Monarchen auf besonderen Befehl der kleinste Soldat des in Gotha garnisonierenden 1. InfanterieBtaillons Nr. 95 in feldmarschmäßiger Ausrüstung vorgestellt. Dieser Soldat, der Dekonomiehandwerker Pietsche, mißt 1,52 Meter. Durch diese Vorstellung sollte dem obersten Kriegsherrn erkenntlich gemacht werden, wie biel der schwächste Soldat an Ausrüstung zu tragen im stande ist. (!) ,, Hochfliegende" Pläne aufgegeben hat Graf Ferdinand Zeppelin, der bekannte Erfinder des großen ,, lentbaren" Luftschiffs, das auf dem Bodensee in einem schwimmenden Dock verankert ist. Graf Zeppelin hat sich nunmehr entschlossen, seine Bemühungen um die Konstruktion eines lenkbaren Ballons aufzugeben und das noch vorhandene Material zu veräußern. Die Versuche haben mehr als eine Million Mark gekostet, wɔzu Graf Zeppelin wohl mehr als die Hälfte beigetragen hat; bei den drei Fahrten über den Bodensee hat sich nach den Berechnungen des Prof. Hergesells zwar eine Geschwindigkeit von neun Meter in der Sekunde ergeben, doch waltete über ihnen ein bedauerlicher Unstern, so daß sie stets nur kurze Zeit dauerten und ein endgiltiges Urteil über das System nicht zuließen. = Die Schrecken der Seefahrt. In der sogenannten Kaiserfahrt zwischen Stettin und Swinemünde gewährt ein infolge des letzten Sturmes gefentertes Fehrzeug einen schrecklichen Anblick. Der Mast ragt um ungefähr drei Viertel seiner Höhe aus dem Wasser. In der Mastspiße hatte sich ein Mann der Besaßung zu bergen gesucht. Dem Dampfer ,, Merkur", welcher den Mann zu retten versuchte, gelang das Rettungswerk des hohen Seeganges wegen nicht. Inzwischen ist der Mann, der sich festgebunden hatte, erfroren und hängt als Leiche am Mast. In den Stürmen der letzten Tage sind an der pommerschen Küste allein fünf Tolkemiter Schuner gestrandet, die von Pillau nach Rügen bezw. Bornholm in See gegangen waren, wobei die aus drei Personen bestehende Besagung eines derselben umfam. Zwei andere gleichzeitig von Pillau abgegangene Tolkemiter Echuner werden noch vermißt. )( Gewaltige Schadenfeuer werden aus Galizien gemeldet. In dem Vorort Zastacie der Stadt Grodek wurden durch eine Feuersbrunst über 60 Häuser eingeäschert. Noch furchtbarer aber wütete das verheerende Element in Lanczyn. Dort fielen ihm nicht weniger als 300 Häuser zum Opfer. Bei dem heftigen Sturme war an eine Rettung der Baulichkeiten nicht zu denfen. Ob Menschenleben zu beklagen sind, steht bisher noch nicht fest. Eine Lasterhöhle wurde in Budapest ausgehoben. In einem Café veranstalteten ältere Herren, von denen einige im öffentlichen Leben der ungarischen Hauptstadt eine bedeutende Rolle spielen, Zusammenkünfte mit jungen Leuten und feierten die widerlichsten Orgien. Die jungen Leute, die sich alle Mädchennamen bellegten, zogen Frauenkleider an, schminkten und parfümierten sich, und es wurde bis in den späten Morgen getanzt. Einem Detetfiv gelang es, sich in die Gesellschaft einzuschleichen, wo er den Namen„ Ella" erhielt. Der Kellner ,, Fräulein Niobe", gab den neuen Mitgliedern Unterricht. Die Pɔlizei drang gerade in dem Moment ein, als die Niobe einen obszönen kupletvortrag zum besten gab. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. )-( Die Mafia in den Vereinigten Staaten. Die sizilianische Verbrechergesellschaft der Mafia, der man in ihrem Vaterlande in letzter Zeit ziemlich energisch zu Leibe gegangen ist, hat sich nach Mitteilungen aus Newyork ein neues Herrschaftsgebiet in den Vereinigten Staaten geschaffen. Wegen Mordes an einem ,, Verräter" ist der Chef der Newyorker Mafiosen verhaftet worden. Aus bei ihm aufgefundenen Dokumenten geht hervor, daß die Mafia ihre Verzweigungen über die ganze Union erstreckt. In den letzten vier Jahren wanderten 180 000 Sizilianer in den Vereinigten Staaten ein, und viele Tausende von ihnen traten der amerikanischen Mafia bei. ¶ Schnepfenfang in der Stadt. In Köln wurde mitten in einer der belebtesten Straßen eine Waldschnepfe aufgehoben, die wahrscheinlich beim Durchzug gegen die Telegraphen- oder Telephondrähte geraten war. Die Schnepfe lebte noch, ward einem Tierfreund verkauft und soll sich jezt in einem Käfig ganz wohl befinden. Ob sie sich aber lange halten wird, ist eine andere Frage. Vor einigen Jahren flog einem Berliner Gastwirt eine Schnepfe direkt or seine Küchentür. Eie ward noch am selben Tage dem Zoologischen Garten übergeben, berendete aber nach einiger Zeit trotz aller Pflege. Bunte Chronik. Aus Frankreich a. M. wird gemeldet Daß in Buzbach unter Mannschaften der zweiten Kompagnie des dort garnisonierenden Bataillons des 168. Infanterieregiments Genickstarre ausgebrochen ist. In der Umgegend von Gleiwig wurden vier bei den ezten Schneestürmen erfrorene Personen unter Schneevehen aufgefunden. Wegen eines an einem 12 bis 13jährigen Mädchen jegangenen Sittlichkeitsverbrechens wurde in Neu- Haljensleben der Arbeiter Damoisi verhaftet. Zwei gefährliche Schwindler, namens Büschen und Walker wurden in Frankfurt a. D. festgenommen. Beide hatten in mehreren dortigen Geschäften den bekannten Tric angewandt, wobei der eine der Gauner für eine gekaufte Kleinigkeit ein zwanzigmarkstück auf den LaDentisch legte, während sein komplize den herausgezahlten Betrag und blizschnell auch das Goldstück an sich nahm. Das deutsche Konsulat in Havana veranlaßte die Festnahme eines Hochstaplers, der Santos Basquez heißt und auch mehrere deutsche Firmen empfindlich geschädigt hat. Der Gesamtbetrag der von dem Betrüger erbeuteten Summen beläuft sich aus 2 Millionen Franken. Zwischen der Marconi- Gesellschaft und Kopenhageier Finanzleuten wurde die Uebereinkunft getroffen, ine drahtlose telegraphische Verbindung zwischen Schottand und Island herzustellen. - Jm Gebiete von Semiretschenst( Gouvernement Turtestan) fand ein Erdbeben statt, dem ein starkes Getöse poranging. Aus dem Gerichtsfaal. § Soldatentragödien. Das Verfahren wegen Mordversuchs an seiner Geliebten, welches seit einiger Zeit gegen den Unteroffizier Degen von der 2. Schwadron des in Kassel garnisonierenden Husarenregiments Nr. 14 anhängig war, ist nunmehr seitens des Kriegsgerichts der 2 Division in der Berufungsinstanz definitiv eingestellt worden. Das Dienstmädchen Homel, das den Angeklagten bekanntlich beschuldigt hatte, er habe sie gelegentlich der Rückkehr von einer Festlichkeit am Justizgebäude in Kassel von der hohen Böschung hinab in die Fulda geworfen, hat jetzt vor Gericht zu Protokoll gegeben, daß sie infolge eines Schwindelanfalles selbst in den Fluß gestürzt sei. Der Giftmordprozeß gegen den Unteroffizier Karnowski von der 7. Kompagnie des in Bromberg stehenden Infanterieregiments Nr. 34 wird voraussichtlich am 13. und 14. Mai cr. vor dem Oberkriegsgericht des II. Armeetorps( Stettin) im Kriegsgerichtssaal zu Bromberg zur Verhandlung gelangen.. wurde vom Kriegsgericht der 4. Division wegen Giftmordes, begangen an dem unehelichen Kinde seiner Geliebten, zum Tode verurteilt und hatte gegen dieses Erkenntnis Berufung eingelegt.- Die Kindesmörderin Bode aus Wülfel wird sich demnächst in Gemeinschaft mit ihrem Geliebten, dem Füsilier stobbe vom Infanterieregiment Nr. 73, vor dem Schwurgericht in Hannover zu verantworten haben. Während die Bode geständig ist, ihr 14 Tage altes Kind im Bett mit den Kissen vorsäßlich erstickt zu haben, bestreitet Robbe jede Mitschuld seinerseits. § Teilweise Begnadigung. Wegen Verausgabung von falschen Zweimarkstücken, die ihr Ehemann, der frühere Assistent an der landwirtschaftlichen Versuchsstation in Hildesheim, Dr. phil. E. v. Wedelstädt, angefertigt hatte, wurde, wie erinnerlich, Frau Elfriede v. Wedelstädt vom dortigen Schwurgericht zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Diese Strafe ist jetzt im Gnadenwege in ein Jahr Gefängnis umgewandelt worden. Dr. E. v. Wedelstädt kam damals unter Zubilligung mildernder Umstände mit einem Jahr Gefängnis davon. Kleine Gerichts- Chronik. In dem nächsten Termin in Wiesbaden über den bekannten Sektstreit bei der Taufe der Kaiserhacht„ Meteor" wird Herr v. Holleben, der frühere deutsche Botschafter in Washington, als Zeuge erscheinen. - In Berlin wurde die Kupplerin Marie Bredow zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie hielt ein Absteigequartier, in dem Lebemänner mit jungen, teilweise noch nicht vierzehnjährigen Mädchen unerlaubten Verkehr pflogen. -- Der zum Tode verurteilte Altonaer Doppelmörder Speck hat Revision gegen das Urteil eingelegt. Er versucht, auf diese Weise die Vollstreckung hinauszuschieben, da an eine Abänderung des Urteils nicht zu denken ist. - In Thorn begann vor dem Schwurgericht der Prozeß gegen die Münzverbrecher Feyerabend und Wagner, die die verschiedensten russischen Wertpapiere gefälscht hatten Im Interesse der Staatssicherheit ist die Deffentlichkeit ausgeschlossen. Giessener Cagesnenigkeiten. ** Der Großherzog hat die Ernennung des Ober. lehrers an der Realschule zu Alsfeld, Ludw. Schmitt zum Oberlehrer an der Oberrealschule Offenbach zurüdge nommen und denselben in seiner seitherigen Stelle belassen. * Das Großh. Regierungsblatt Nr. 28 ausgegeben am 21. April enthält: Barbienft des zweite Stellung zur Brunnent alfi eben nur die en davon versprech jeder weiß von Berdienfte feines Mu portiffen Nimbus die Winne umwoben find. rst gang i an's Bri I. Bekanntmachung, die Vorbereitung zu den Stellenben diefe ftum der Rechner an der Zellenstrafanstalt Bußbach und am ligen fondern mit Landeszuchthaus Marienschloß betreffend. Vom 18. April 1903 h ausgeführten Be Justiz Nr. 10 vom 17. April enthält ein Ausschreiben bertaufigen Schap, fi an die Großh. Justizbehörden, insbesondere die Großbetern erhalten, de Das Amtsblatt Großh. Ministeriums der Amtsgerichte und Notare, betr. den Stempel für öffentliche Urkunden über die Anerkennung der Vaterschaft. Warnung für Radfahrer. Vergangenen Sonntag Abend kehrte ein müder Radler zu Grürberg bei Wirt Theiß ein, um sich durch einen fühlen Trunk zu stärken. Sein Stahlroß lehnte er an das Wirtshaus. Nad faum einer halben Stunde wollte der Radler sein Stahlroj wieder besteigen, zu seinem Entsetzen bemerkte er aber, daß ihm ein Lump, anders kann man den Betreffenden nicht nennen, den Mantel mit Schlauch quer durchgeschnitten hatte. " Kommt zum Turnen!" rief einst Vater Jahn und dieses Wort wollen wir auch der Schule ver bientes. Lepteres no diefer hier ein Idealift be Neigung zu B Birte ein vergnügtes foreden, mogegen jene Spider su fein schein feinen ganzen Sites das wohl fieren dürfte auf miht.--( Das harum auch seinen haben.) Uebrigens bie nächsten Tage lafsenden Jugend, sowie allen, die der Turnerei noch fern dann auch jener stehen, zurufen. Die Turnvereine treten mit der dringenden Stoff zu ihren& Bitte an die Eltern wie auch an die Herren Lehrmeister heran, den jungen Leuten den Besuch der Turnstunde nicht nur zu gestatten, sondern sie selbst dazu anzuhalten. auf ihren Lorbeer mur noch meinem Berlen" unter d IV tag Lebzeiten ** Besizwechsel. Herr Kaufmann Gustav Sonnd, was leider v Abermann das Ecke der Sonnen- und Schulstraße be findliche Geschäfts- und Wohnhaus zur Sonne" für 82 500 Mart. Aus Hessen und nachbargebieten. " * Von der fatholischen eigern fich etwa 7 Rangeln und trog An den Pfarrer, d machen, zu leisten. händigen Atage Busbah verbreitete Nachr Benidftarre ausg nesperrt, schrumpf Rompagnie un nismus( Gehirnh tuelles Weiterver den Unteroffizier Verlassen der F ben Zutritt zu d Finbet fidh auf de ** Lollar.[ Bürgermeisterwahl und Wasserleitung im Rahmen der Poesie]" Ein the Brozesses i gesandt. Der Frühling ist erwacht; schwellende Knospen, sprie Bende Saaten, grünende Hügel, prangende Matten wo hin das Auge blickt. Für den Menschen ist dieser Beitpunft ein lang- und heißersehnter, davon zeugen zur Genüge die zahl- und empfindungsreichen Lieder, welche ihrer Sehnsucht bereden Ausdruck verleihen und ebenso die vielen jubelnden und jauchzenden Lieder, mit denen sie das endliche Erscheinen desselben begrüßen. Wohl weitaus die meisten jener Lieder sind entstanden zur Zeit, da Mutter Erde noch Männer trug wie Uhland, Arndt, Freiligrath und wie sie alle heißen, die Sterne, die zu jener Zeit den litterarischen Himmel übersäten, überstrahlt von dem unverzüglichen Zweigestirn eines Göthe und Schiller. Seitdem haben schwarzen Wollen jenen Himmel überzogen, nur hier und da blizzt wohl noch mal ein Sternlein auf, ohne jedoch so zum Durchbruche zu kommen, wie ehedem. Mit einem Göthe und Schiller ist halt auch Frau Muse zur Ruhe gegangen und wenn auch zuweilen ein schüchterner Dilettant sie rüttelt und schüttelt, so vermag er ihr doch blos Lieder, die leider nur allzu wehmütige Er - ich meine nämlich an verblichene innerungen erwecken, Meister, abzuringen. Ja, fast will es scheinen, als wenn die fortschreitende Entwickelung der Technit verbunden mit dem ungleich schwerer werdenden Kampfe ums Dasein und jenem sich immer steigernden Hasten und Drängen nach Reichtum und Glück und denen daraus entstehenden prosaischen Sorgen, die Poesie ganz zu ersticken drohe.-- Doch diese Befürchtungen sind ziemlich unbegründet, das beweisen schon die jüngsten Produkte zweier Musensöhne Lollars", die ihrer gerade zu unheimlich raschen Aufeinanderfolge die ganze Bürgerschaft genannten Ortes und noch weiterer Kreise in Staunen verseßten, ja, die gewissermaßen Sensation machen. Doch da wäre ich ja nun angelangt. " Ja, jene Mußensöhne haben es wirklich verstanden die schlummernde Muse auf furze oder lange Zeit dem Schlafe zu entreißen. Wenn ich mir nun die Frage vorlege, in wiefern ist es ihnen gelungen, so drängt sich mir unwillkürlich der Gedanke auf, daß sie ihr vielleicht einige Worte von einer gewissen Wasserleitung", die ja bekanntlich die indirekte Anregung zu diesen ginealen Schöpfung n dichterischen Schaffensmusterzeit" gegeben haben soll, ins Ohr geraumt haben. Frau Muse mußte nun wohl noch schlaftrunken wie sie war, deren Worte Sinn sich dahin gedeutet haben, daß man ihr drohend zu verstehen gebe, sie bei fortgesetem Be harren in ihrem Zustande mit dem Strahle einer Wasserleitung Fühlung nehmen zu lassen. Nun wird sie allerdings insofern über diese unliebsame Störung aufgeklärt sein, als sie erfahren, daß man sie nur gebeten, Bate zu stehen b.i jenen poetischen Ergüssen. Doch muß an dieser Stelle auch noch eines Umstandes gedacht werden, nämlich der Verdienste die sich jene Federhelden, die Lollar zu den ihren zählen darf, zweifelsohne erworben haben, der Erstere sogar in zwiefacher Hinsicht. Erstens, wenn er in so rührend fomischer Weise es sich angelegen sein läßt, die sämtlichen für die Bürgermeisterwahl in Betracht zu ziehende Kandidaten einer eingehenden Beleuchtung zu unterwerfen und dabei in geradezu schonungsloser Weise, jedwede Moral mit Füßen tretend, die Mängel und Schattenseiten eines jeden einzelnen, ihrer Vorzüge aber mit feiner Silbe erwähnend, aufdeck. Sind die Pillen, die er seinen Landsleuten zu schlucken giebt, auch gleich unverzuckert, so bieten sie doh an der Hand ihrer einem jeden Gelegenheit, diejenigen Eigenschaften, die man wohl nicht gerade zu den guten zählen darf, seines Nachbars im speziellen und seiner Mitbürger im allgemeinen, fennen zu lernen; so weit das erste Verdienst. Das zweite ist eine naturgemäße Folge des ersteren, nämlich, daß er ihnen infolge sein r höchst originellen Carakterschilderungen die " Qual der Wahl", um mit den Worten seines Kollegen zu reden, auf ein Minimum zu reduzieren bemüht ist. Das Niederhause starb heute an den Verlegu ritt eines seiner ** Grünb cats Sigun meifter 8imm meinderäte. Aus erwähnen, daß d relegenheiten der Deten ftattfinden Marburg- E6 möchten und für ie von der Firm mis jur Grriφtur r Renntnisnah uitglied Sehrt auf diesen Blaz *** Frankf Alexander Born briaen Tocht Monat Gefä aber nicht der Eine Marburg. wegen Widerst worden. Al jollte, spiegelt Strafe nicht ar hanbigen. ding, um die der andere de Mrzt gegangen ves Dietrich Die Beamten und fanden Schornstein ein ben, entdeckt beinen Raum jammengebuc fah aber weiter bampfbaft am mußten folche eländer nach Beländer die Lann gelang Bestrafung m Ritchen" zu Main wad Mainz, Trbeit trat. S Sunf.- Regt. N 1: Der Rum Dr Jahren n Cohn geboren Am deutschen gkeiten. Ernennung des Do 18, Lubw. Schm Berbienft des zweiten gipfelt in der Hauptsache in seiner Stellung zur Brunnenwegnahme. Es ist zwar ein einseitiges, beil sich eben nur die jüngere Generation einen wesentlichen Ruzen davon versprechen fann, aber nichtsdestoweniger dem Wohl in jeder weiß von welch mächtigen, romantischen und poetischen Rimbus die„ Dorfbrunnen" in der Geschichte der Dinne umwoben find. Nun der Verfasser jenes Gedichtes Offenbach zurdy Berdienste seines Musenfreundes ebenbürtig. igen Stelle belaff gsblatt Ne Buzbach und a ligen sondern mit schlauer Berechnung, Strateftit und | - Deutsche bleiben wollte, nach Rumänien, woselbst der junge| in sich birgt und ein Zusammenschluß unbedingt notwendig Mann die Schule besuchte, sich aber, als er das militär- ift. Eine Anzahl tatkräftiger Männer hat viel zur Hebung pflichtige Alter erreichte, nicht stellte, um seiner Militärpflicht Neudorfs beigetragen und auch ein Arbeiterheim gebaut, Genüge zu leisten. Als nun der jest 29 Jahre alte Mann aber es lastet noch eine große Schuldenlast darauf, daß die hierherkam, stellte es sich heraus, daß er sich noch nicht zur Beiträge und Sammlungen faum zur Deckung der Zinsen Ableistung seiner Militärpflicht gestellt hatte nnd deshalb hinreichen, an eine Abzahlung der Schuld war aber nicht zu wurde er zwangsweise dem 117 Juf. Regt. eingereiht. denken. Man entschloß sich daher, eine Lotterie in 3 Tann a. d. Röhn, 21. April. Freiherr Sigmund Ziehungen zur Aufbesserung dieser Lage ins Leben zu rufen, b. d. Tann wurde vom Amtsgericht Hilders wegen Ver- welche die hohe Regierung in lobenswerter Weise genehmigte, schwendung und Trunksucht entmündigt. Dieses Mittel wird sicher helfen, wenn sich Jeder, je nach Kassel, 21. April. Die Hauptbelastungszeugen in seinen Verhältnissen am Ein- oder Verkauf von Losen be teiligt und wird dies hiermit bestens empfohlen. Diese Dienstmädchen Hemel hat auch neuerdings ihre Aussage Lotterie jeder Biehung hat 2490 nur Geldgewinne im Beung zu den Stellt eben diese stummen Beugen nicht gerade immer zuBom 18. April 190 altit ausgeführten Begegnungen, wie heißt's doch im Lied: nisterium's digt gang i an's Brünnele, trint aber net; do such i mein dem Strafprozeß gegen den Husarenunteroffizier Degen, das ält ein Ausschreiberstaufigen Schatz, find'n aber net", den kommenden Ge fondere die Grohlechtern erhalten, darin liegt der Kernpunkt seines Ver- verschiedene Male widerrufen und dann wieder als richtig trage von 41 000 Warf, Haupttreffer 15000 Mt., 6000 empel für öffentlig dienstes. Lepteres nötigt mich auch zu der Annahme, daß hingestellt. Sie soll jest zur Beobachtung ihres Geistes zu Mart 2c. Da der Einsaß nur 1 Mt. beträgt, so empfiehlt terschaft. dieser hier ein Idealist, dafür scheint auch noch seine bedentstandes nach Marburg gebracht werden. Auf alle Fälle Ein heiteres Stückchen hat sich letzter Tage rer. Vergangen liche Neigung zu„ Bter und Seft", welche wohl jedem fommt es zu einer Verhandlung vor dem Oberkriegsgericht. es sich, Lose von dieser Lotterie zu erwerben und zwar nicht nur, weil es sich um ein edles Werk handelt, sondern weil man auch mit der geringen Einlage von 1 Mt. eine an er zu rürber Birte ein vergnügtes Lächeln abgerungen haben dürfte, zu en fühlen Trunt prechen, wogegen jener dort ein Hypochender oder stummer bei Jbersheim( Rheinh.) in einem Eisenbahnwagen zugetragen. sehnliche Summe gewinnen fann. Bu beziehen sind solche adler sein Stahlte fassend seinen ganzen Menschenhaß in Form jenes sarkastischen fuhr, wollte in Jbersheim einiges besorgen, weshalb sie den 8 Wirtshaus. No Cynifer zu sein scheint, der die Gelegenheit beim Schopfe Eine ältere Bäuerin, welche von Eich nach Rhein- Dürkheim durch das General Debit J. Stürmer, Straßburg i. Els., erfte er aber, Gedichtes das wohl schwerlich die Censur einer Presse Bahnsteigschaffner bat, den Zug etwas länger halten zu Betreffenden nit poffieren dürfte auf die verblüfften Bürger auszuschütten sich lassen, da sie schnell in das Dorf laufen müsse und bald urchgeschnitten hot bemüht. " rief einft Bat ( Das hier in Frage kommende Gedicht soll barum auch seinen Weg zu dem großen Papierforb gefunden haben.) Uebrigens stehen wir am Vorabend der Entscheidung, ich der Schule veie nächsten Tage bringen nunmehr die Wahl; möge mit der dringende Herren Lehrmeist er Turnstunde nit anzuhalten. wieder da wäre. Der Bäuerin wurde bedeutet, daß der Bug den Anschluß in Osthofen zu erreichen habe, deshalb fönnte ihr Wunsch nicht erfüllt werden. Turneret noch fer 18 dann auch jenen beiden Musensöhnen, die derselben den Stoff zu ihren Erstlingsarbeiten verdanten, gegönnt sein, auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Ich fann um Schluße nur noch meinem Bedauern Ausdruck verleihen, daß diese Berlen" unter der schützenden Hülle anonym" erschienen H. P., Lollar. ** Von der Lahn. Ein interessanter Fall wird aus ber fatholischen Pfarrei Mengerskirchen berichtet. Dort weigern sich etwa 75 Personen, trop Verkündigung von den Ranzeln und troß öffentlichen Ausschellens, die Naturalien an den Pfarrer, die den größten Teil seines Gehalts ausmachen, zu nn Gustav Son find, was leider verhindert, daß man ihren Erzeugern nicht im Hause hinauf und hinab, notiert fein säuberlich alles rrn Bauunternehm schon bei Lebzeiten ein Denkmal seze. und Schulstraße b Sonne" für 8250 argebieten. Verwahl and Harbine 3 leifter Infolgebeffen hat der Pfarrer beim zu Boefte] En des Prozesses ist man gespannt. Butzbach, 21. April. Die in auswärtigen Blättern berbreitete Nachricht, im hiesigen Bataillon( 168er) sei die Tende Anofpen, pri Matten wo hin do i urfer Berpants e vielen jubelnden endliche Erscheinen meisten jener Lieber noch Männer tru sie alle heißen, die en zur Genüge die he ihrer Sehnsucht gesperrt, schrumpft dahin zusammen, daß ein Mann der 2. Rompagnie unter Symptomen erfrankte, die auf Meningitismus( Gehirnhautentzündung) hindeuteten. Um ein even tuelles Weiterverbreiten der Krankheit zu verhüten, wurde den Unteroffizieren und Mannschaften das außerdienstliche Verlassen der Kaserne untersagt und der Civilbevölkerung Himmel überfähn findet sich auf dem Wege der Besserung. den Zutritt zu derselben verboten. Der erkrankte Mann beJeftirn eines Gotty zen Woiten jener *** Nieder- Weisel, 21. April. Im hiesigen Krankenligt wohl noch ma hause starb heute morgen der Landwirt Haffer aus Gambach chbruche zu kommen an den Verlegungen, die er gestern Abend durch den HufSchiller ist halt and tritt eines seiner Pferde erlitten hatte. wenn auch zuweile Grünberg. Am lezten Samstag hatte Gemeinde ſchüttelt, so verma rat& Sigung stattgefunden. Anwesend waren Bürgerallzu wehmütige& meister 8 immer, Beigeordneter Keil und sämtliche Gemlich an verblichen meinderäte. Aus den einzelnen Beratungsgegenständen ist zu scheinen, als wen erwähnen, daß die Mitglieder der Komission für äußere Anhnit verbunden gelegenheiten den zu Marburg und in den interessierten e ums Dasein und Duten stattfindenden Versammlung für Erbauung der Bahn no Drängen na Marburg- Ebsdorfergrund- Londorf beiwohnen tehenden prosaische möchten und für dieſe Linie eintreten sollen.- Ferner ift rohe. Da die von der Firma Louis Moll Nachf. nachgesuchte Erlaub ndet, daß beweise niz zur Errichtung eines Pulvermagazins an der Eschersbach söhne„ Lollars zur Kenntnisnahme gebracht worden. Lufeinanderfolge di mitglied Sehrt hatte dazu zu bemerken, daß das Magazin, noch weiterer freie auf diesen Blaz gestellt, zu nahe der Stadt liege. ermaßen Genfation Frankfurt a. M., 21. April. Der Kommis nun angelangt. Alexander Born dahier wurde wegen Entführung der minderich verstanden djähriaen Tochter eines Kassirers von der Straffammer zu e Beit dem Schle Monat Gefängniß verurteilt. Er war wohl der Entführer, ge vorlege, in pi mir unwillürl einige Worte ja bekanntlich di hung in dichterin ins Ohr geraum gedeutet haben, te fchlaftrunten w Jei fortgefeptem rahle einer Waff wird sie allerdin aufgeklärt sein, Pate zu stehen In dieser Stelle a mlich der Verdien u den ihren zähl o rührend komis Erftere sogar sämtlichen für aber nicht der Verführer. ** Aus der guten alten Beit Der Herr Landrichter nimmt auf einem Pfarrhofe nach dem Tode Sr. Hochwürden ein Inventar auf, wobei ein junger Akzessist hilft. Der Herr Landrichter, der nicht mehr ganz jung und nicht mehr ganz schlank ist, bleibt dabei im Erdgeschoß am großen Tisch siten, der Akzessist steigt und bringt die Notizen seinem Chef. Im Keller findet er da unter anderem 12 Flaschen Weißwein, 2 Flaschen Bordeaux und 1 Flasche Kognat, schreibt es getreulich auf und überbringt schließlich die Liste seinem gestrengen Vorgesetzen. Der liest alles durch, wie er aber an den Wein gelangt, schiebt er die Brille auf der Nase Jüngling einem feiras bor, betrachtet den singing, bon gaten mit ein Sie sind noch nicht lange im Amte das sieht man! Bringen Sie doch mal ein paar Gläser wir haben ja in der Küche Weingläser inventarisiert, und dann sondern man schreibt 12 Weißweinflaschen 2 Rotwein flaschen sehen Sie Wohlsein, Herr Kolleg! - - Aus dem Gerichtssaal. Schöffengericht. Gießen, 21. April 1903. Landwirt Otto H. von Inheiden verfolgt gegen ein Urteil des Schöffengerichts Hungen wonach er wegen unter laffener Straßenreinigung in eine Geldstrafe von 5 Mark genommen wurde, Berufung. Er bestreitet die Verpflichtung gehabt zu haben, die fragliche Straße zu reinigen, trotzdem bereits entschieden ist daß diese Pflicht für ihn besteht; übrigens ist er wegen der nämlichen Uebertretung rechtsträftig bestraft Das Gericht beschließt die Entscheidung nach 8 Tagen zu verfünden. Heinrich W. von Homburg wurde vom dortigen Schöffengericht wegen unberechtigten Fischens in der Ohm zu 20 Mt. Geldstrafe verurteilt. Trotz Unschuldebeteuerungen wird die Berufung des wegen Diebstahls vorbestraften Angeklagten unter Kostenbelastung zurückgewiesen.- Konrad R. von Almenrod wurde vor einiger Beit wegen Körperverlegung zu einer kleinen Gefängnisstrafe verurteilt. Er hatte den Schmiedemeister Heinrich L. von dorten im Verdacht ihn angezeigt zu haben. Er schrieb des Das Gemeinderats- halb einen Brief an Letteren mit der Aufforderung ihn zu entstädigen, es feien ihm etwa 100 Mt. Gerichtstoften entstanden, andernfalls er dessen Sohn wegen Diebstahl zur Anzeige bringen würde. Da Listmann weder den Angeklagten w gen der fragl. Körperverlegung angezeigt hatte noch sich bewußt war, daß sein Sohn eine Unredlichkeit begangen hatte, ließ er den Vorfall durch die Gendarmerie der Staatsanwaltschaft zur Kenntnis bringen, welche Anklage wegen Expressungsversuch erhob, was zu dem Resultat führte, daß Angeklagter zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt wird. Hermann Sch. von Erfa gesteht zu, daß er seinen Schwager Eduard W. zu Alsfeld mittels Einbruch den Betrag von 20 Mt. entwendet hat. Mit Rücksicht auf die Jugend des Angeklagten wird auf die Minimalstrafe von 3 Monaten Gefängniß erkannt.— Adolf 2. aus Bakenheim und Viktor D. von Offenbach verfolgte gegen ein Erkenntnis des Schöffengerichts Bad Nauheim das sie wegen Betrugs zum Nachteil des Wirts Sch. dortselbst zu je 4 Monaten Gefängnis verurteilte, Berufung. Es wird festgestellt, daß die Angeklagten das Leiden und die Zahlungsschwierigkeiten des Wirts dazu benußten ihn um die leßten unentbehrlichsten Sachen zu beschwindeln. Das Gericht hält deshalb die vom Untergericht erkannte Strafe nicht für hoch genug und erhöht dieselbe auf je 6 Monate.- Bum Schlusse wird der Berufung des Friedrich H. von Gedern welcher wegen Befahren eines angeblich verbotenen Waldweges in Strafe genommen wurde, stattgegeben und Angeklagter unter Belastung der Staatskasse mit den Kosten freigesprochen. Eine Festnahme mit Hindernissen ereignete sich in Marburg. Der Anstreicher Dietrich war vom Gericht wegen Widerstands mit drei Wochen Gefängnis bestraft worben. Als er von zwei Polizeibeamten geholt werden folte, ſpiegelte er dieſen vor, er ſei krank und könne die Strafe nicht antreten. Man könne sich deswegen beim Arzte erfundigen. Während nun der eine der Beamten zum Arzt ging, um die Wahrheit dieser Angaben zu ermitteln, hielt der andere den Ausgang des Hauses besetzt. Als der zum Arzt gegangene Beamte zurückfehrte und nun zur Festnahme des Dietrich geschritten werden sollte, war er verschunden. Die Beamten suchten zweimal das Haus von unten bis oben ab und fanden schließlich oben auf dem Boden hinter dem Schornstein eine Deffnung in der Wand. Als sie hindurch sahen, entdeckten sie den Gesuchten, wie er sich in einem leinen Raum zwischen den Spizgiebeln des Nachbarhauses usammengebuckt hatte. Er wurde hervorgeholt, widersetzte fich aber weiterhin energisch seiner Festnahme, indem er sich hampshaft am Treppengeländer festhielt. mußten solche Gewalt anwenden, daß schließlich das Treppengeländer nachgab und die Beamten samt Arrestanten und Geländer die Treppe hinunter in den Hausgang flogen. Erst dann gelang es, den Widerspenstigen, der nun abermals eine Bestrafung wegen Widerstandes zu gewärtigen hat, ins Kitchen" zu transportieren. de Kandidaten ein nd dabei in geral mit Füßen trete den einzelnen, ih b, aufdece. G fchlucken giebt, c an der Hand in enschaften, die m arf, feines Nachba Das Zweite allgemeinen, fen nlich, daß er ih terfchilderungen d cten feines Rolleg in bemüht ift. D * Die Beamten Mainz. Vor zirka 14 Tagen tam ein Rumäne nach Mainz, der bei einem hiesigen Handwerksmeister in Arbeit trat. Vor vier Tagen ist der Fremde in das hessische Inf. Regt. Nr. 117 eingefleidet worden. Die Sache fam so: Der Rumäne war der Sohn deutscher Untertanen, die vor Jahren nach der Türkei ausgewandert waren, wo der wo der Sohn geboren wurde; später zog die Familie, die nicht aus dem deutschen Untertanenverbande ausgeschieden war, sondern Geschäftliches. Langeftr. 107 und allen Losverkaufsstellen, näheres ist aus den Inseraten zu ersehen. Marktbericht. Gießen, 23 April. Auf dem heutigen Wochenmartt fofteten Butter per Bfb. 1.00-1.15 Mr. Hübnereier 6 Pfg., 2 St.11 Pfg., Enteneier St. 6-7 Pfg., Räse per St. 5-8 Pfg.. Räsematte 2 St. 5-6 Pfg.. Erbsen ver Liter 21 Pfg., Zinsen per Liter 32 Bf. Tauben per Paar 2. 1.00-1.20, Hühner per Sild M 1.00-170, Hahnen, per, Stud Mr. 0,85-2.00, Enten per Stüd 2.00-2.40, Ganie v. Bld. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 66-76 Bfg., Rindfleisch per Bfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfo 66-76 fg. Schweinefleisch gesalzen per Bfund 0.80 Bia., Ralbfleisch per fb. 66-72 Bfg., Hammelfleisch per Pfd. 52-72 Pfa., Kartoffeln per 100 kilo 5.50-6.50 mt., Zwiebeln per St. mf. 6.00-7.00, Milch per Liter 18 Vfa. * Die Ziehung der II. Wohltätigkeits- Geldlotterie naht heran. Diese Lotterie ist zur Tilgung der Schulden und notwendigen Verbesserungen des Neudorfer Arbeiterheims bestimmt. Neudorf hat sich nach dem Ariege 1870-71 von einem unscheinbaren Vorort in ganz auffallender Weise vergrößert und zählt jezt ca. 20 000 inwohner. Fast jede Gemeinde Elsaß- Lothringens und beinahe alle Gauen Deutschlands sind vertreten. Doch befizen nur wenige davon Grundeigentum, noch auch haben sie Verwandte daselbst, weshalb fast jede Familie auf sich allein angewiesen ist. Es wird niemand bezweifeln, daß dies große Gefahren Weylar, 22. April. Auf dem hiesigen Wochenmarkt kostete das Pfund Butter 1.25 Mt., Gier 2 Stüd 12 Pfa. Herborn( Dill), 20 April Auf den heute abghaltenen 4 diesjährigen Markt waren aufgetrieben 249 Stüd Rindvieh und 347 Schweine. Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen I. Qual. 70 bis 72 Mt., II Qual. 68 bis 70 Mt., Kühe und Rinder I. Qual. 60 bis 65 Mt., II Qual. 54 bis 58 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt kosteten Ferkel 50 bis 70 Mt. Läufer 80 bis 100 Mt. und Einlegschweine 110 bis 130 Mtt. Bas Baar. Der nächste Marft findet am 18. Mai statt. Frankfurt a. M., 20. April.( Getreidemarkt- Bericht.) Der heutige Markt verlief in fester Stimmung, da Amerifa seine Offerten gegen die Vorwoche wieder erhöht hat. Es wird dies hauptsächlich auf dem vom Frost notgelittenen Saatenstand Frankreichs zurückgeführt und wird hierüber auch aus verschiedenen Teilen Deutschlands geklagt. Für die argentinischen Weizen tritt England nach wie vor als starter Käufer auf. Fremder Weizen, der infolge des Streits in Holland nur langsam herbeikommt, findet schlanken Absaz. Speziell sind die feinen Sorten in La Plataweizen sehr gesucht, da die leichteren Sorten größtenteils mit bitteren Körnern behaftet sind und daher die Mühlen nicht befriedigen. Landweizen war knapp ausgeboten und konnte im Preise weiter anziehen. Roggen unverändert. Gerste ohne jedes Geschäft. Hafer etwas fester bei normaler Frage. Mais effektiv gesucht und höher bezahlt. Mehl fester. Futterariifel knapp und gesucht. Es notiert: Weizen, hiesiger und Wetterauer Mart 16.50-16 75, ab Station unserer Gegend Mt. 16.10-19.20, kurhessischer Mt. 16.50-16.75, norddeutscher Mt.- bis Amerikaner Redwinter Mt. 17.40 bis 17.60, Ransas f. 17.50-17.70, russischer Nicolajeff Mt. 17.20-17.90, Saronsta Mt. 16.90–17.80, Ulfa Mt. 16.90-17.75, Azima Mt. 17.20-17.90, La bayePlata Mt. 16.75-18.25, rumänischer Mt. 17.40-17.75, Walla Walla 17.50 bis 17.70. Roggen hiesiger Mt. 14 35 bis 14.55, russischer Mt. 14.70-14.90, Amerikaner Mt. 14.75-15 00. Gerste, hiesige Mt. 15.50-15.90, Pfälzer Mt. 16.10-16.30, fränkische Mt. 15.40-15.90, Riedgerfte Mt. 16.20-16.40, ungarische Mt. 17.75-18.25. Hafer, hiesiger und Wetterauer Mt. 14.70-14.90, furhessischer 14.70 bis 14 90, Württemberger Mt. rischer Mt. 14.75-14,90, russischer, Mt. 14.50 bis 15 25, Mas Mixed Mt. 11.70 bis 11.90, Donaumais Mt. 12.80 bis 13.15, La Plata 13.60-13.90, Odessa Mt. 13.80 bis Mt. 14.10, Virginia Mt. 14.90–15.10. Alles per 100 Kilo netto effektiv loco hier.-- Mehl höher. Ez notiert nach Qualität: Weizenmehl hies. Nr. 0, Mt. 25.50 bis 26.25, feinere Marten Mt. 28.50 bis 29,25, hieſ. Nc. 1 Mt. 23.50-24.25, feinere Marken Mt. 25.bis 25.50, hies. Nr. 2, Mt. 22.50-23.25, feinere Marken Mt. 23.50-24.25, hies. Nr. 3, Mt. 21.50-22.25, feinere Marten Mt. 22 50-23.25, hiesiges Nr. 4, Mt. 18.75-19.25, feinere Marken Mt. 19 50-20.25, Roggenmehl, hiesiges Nr. O, Mt. 22 50-23.25, bo. Nr. 1, Mt. 20.25 big 21.25, do. Nr. 2 Mf. 15.75-16.25. Alles per 100 Ailo incl. Sac loco hier. Futterartikel gesucht. Weizenschalen Mt. 4.65-4.75, Weizenkleie Mt. 4.60-4.70, Roggentleie Mt. 4.95-5.10, Weizen- Futtermehl Mt. 6.25 b 6.50, Biertreber, getrocknet Mt. 5.50-5 60, Malzfeime Mt. 5.15-5.20, Rapstuchen Mt. 5.50 bis 5.60, Palmtuchen Mt. 5.50-5.65. Alles per 50 Rilo netto effettiv loco hier, bei Abnahme von 10 000 ilo. - Couverts mit Firma von Mk. 3.50 an, liefert die Expedition. Drud und Verlag der Gießener Verlagsbruderei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruderei( gegr.1783); für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. Giessener Freiw. Feuerwehr. Ordentliche Hauptversammlung findet am 27. April, abends 8, Uhr, bei Hauptmann Wigandt mit folgender Tagesordnung statt, wozu wir die Kameraden hiermit einladen. Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2) Rechnungsablage für 1902/03 und Ent'astung des Rechners Dauerbrand- Defen ( Amerikanisches System), von Junker& Ruh in Karlsruhe liefert zu Originalpreisen Karl Haberkorn Nachf. Emil Willems. Grünberg. Darmstädter Bekanntmachung. Das nachstehende Ausschreiben Großherzoglichen Kreis. amts bringe ich hierdurch zur Kenntnis sämtlicher Pferdebefizer. Gießen, den 21. April 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Bekanntmachung. Wir machen die Pferdebefizer derjenigen Pferde und für 1901/03, 3 Boranschlag für 1903/04, 4) Neuwahl des Vorstandes, 5) Stwaige Pferde- Lose Fahrzeuge, welche bei der Aushebung im Falle einer MobilAnträge gemäß§ 12 der Statuten. In Uniform, Dienstanzug. Das Kommando. Markt 16. Friedrich Teipel Markt 16. empfiehlt Unterzeuge in Wolle, Halbwolle, Merino u. Maco. Sehr empfehlenswert: Reguläre Unterhosen ohne Naht, worin stets großes Lager in allen Größen und Preislagen unterhalte. Prof. Dr. Jaegers Normal- Trico'wäsche. Heyges zweiseitige Unterzeuge, oben Wolle unten Baumwolle. Außerordentlich haltbar ad besonders empfehlenswert für Herren, melche auf der Haut feine Wolle vertra, en fönnen. Empfehle: Stahl- Wendepflüge mit selbsteinfallender Schieberfeststellung. Vorderpflüge ( mit auswechselbaren Achsenschenkeln, staub- u. schmußsicherer Mabe, be de patentamtl. ge schützt von Herrn Karl Bucs in Wehlar.) 333 Karl Haberlorn Nchf. Grünberg. Emil Willems. Grünberg. Bett Federn 1770 Listen u. Porto 20 Big. mehr. Ziehung 13 Mai empfieht die Haupt- Agentur Rich. Buchacker Giessen, Neue- Bäue II. machung zu geftellen sind, bereits im Frieden ausdrücklich à 1 Mk. 11 Stud 10 Mart. auf folgende gefeßlichen Bestimmungen aufmerksam: 1. Uebertretungen der hinsichtlich der Stellung der Pferde zur Aushebung getroffenen Anordnungen werden nach § 27 des Kriegsleistungsgesetzes vom 13. Juni 1873 mit Geldstrafe bis zu 150 Mart geahndet. 2. Pferdebefizer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde nicht ungefäumt und vollständig vorführen, haben außer der gesetzlichen Strafe zu gewärtigen, daß auf ihre Kosten eine zwangsweise Herbeischaffung der Pferde borgenommen wird. 3. Der Verkauf eines Pferdes vor erhaltener Gestellungsaufforderung entbindet nicht von dessen Gestellung, so fern die Ablieferung an den neuen Erwerber noch nicht erfolgt ist. Eine Ausnahme findet nur statt, wenn nachweislich der Verkauf an die Militärbehörde, an Offiziere, Sanitätsoffiziere oder Militärbeamte, welche sich ihre Pferde für die Mobilmachung selbst beschaffen, erfolgt war. Klee= und Grassamen empfiehlt billigst Robert Stuhl Gießen, Neustadt. Meinen werten Kuuden und Nachbarschaft hiermit zur Kenntnis, daß ich mein Flaschenbiergeschäft der Hammstraße 12 nach der Frankfurterstraße 43 verlegt habe. Achtungsvoll Johann Neeb, Gießen. Ein angehender Commis stenographiekundig, wird z. Bettfedern u. Daunen, mit hübscher Handschrift, Barchent, Bettzeug, fofortigen Eintritt nach AusBett- Cattune. wärts gesucht. Offerten nebst Lebenslauf, Referenzen und Gehaltsan sprüche unter 2909 an die Damaste, Betttuchleinen p. 6. Bl. erbeten. u. Halbleinen. Student bestbewährte Qualitäten empfehlen billig mittagstisch. M. Hartmann Giessener Stadttheater. Freitag, den 24. April 1903. Nachfolger. O Grünberg. O Eiserne Gartenmöbel, Bettstellen, u. 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Eine Ausnahme von dem Verbote findet nur statt, wenn nachweislich der Verkauf an Militärbehörden des Aus. hebungsbezirts oder an solche Offiziere, Sanitätsoffiziere oder Militärbeamte, welche sich die Pferde für die Mobilmachung selbst beschaffen, geschehen ist 5. Bei der Vorführung müssen die Pferde durch den Be fizer versehen sein mit: Halfter, Trense, zwei mindestens zwei Meter langen Stricken und gutem Hufbeschlag. Der Wert dieser Stücke ist in der Tage mitenthalten. Fehlt eines derselben, so werden die dadurch entstehenden Kosten bei der Tagsumme in Abzug gebracht. 6. Pferde, welche als brauchbar ausgewählt, aber zunächst nicht abgenommen werden, sind von den Besitzern, bei Meidung der unter 1 erwähnten Strafe, auf drei Wochen, vom Tage der Aushebung an gerechnet, zur Verfügung der Militärbehörde zu halten. Bis zur förmlichen Abnahme haben die Besizer oder deren Beauftragte die Pferde zu beaufsichtigen und auf eigene Kosten zu verpflegen. Wenn die Besizer dieser Verpflichtung nicht genügen, werden die dadurch ent standenen Kosten bei Auszahlung der Taxsumme in Abzug gebracht. 7. Bei den bereits früher gemusterten Pferden sind an den Halftern auf der linken Seite die Bestimmungstäfelchen, welche die Designation der letzten Musterung aufweisen, zu befestigen. 8. Schläger und bissige Pferde sollen ausdrücklich als solche bezeichnet werden, um Unfällen vorzubeugen. Gießen, den 18. März 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen J. V. gez. Dr. Heinrichs. Bekanntmachung. Im Anschluß an meine Bekanntmachung vom 27. März bringe ich hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Ingenieur Herr Richard Fertsch, dahier zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Orpheus in der Unterwelt. Carl Haberkorn Nachf. Städt Arbeitsnagmeis, Gießen. Wafferwert heute zugelaffen worden ift. Bilz- Limetta. Bestes alkoholfreies Erfrischungsgetränk. Empfohlen von ersten Autoritäten Deutschlands. 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