Nr. 45. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Haus gebracht 60 Bfg., burch bie Boft bezogen vierteljährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberhefftsche Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Montag, den 23. Februar 1903. Gießener 12. Jabrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Weglar und Marburg 10 Pfg. fonit 15 Vfg. Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Bfg. Boftzeitungsliste No. 8869. Redaktion und Expedition: Gießen Nenenweg 98. Fernsprechanfchlu Nr. 368. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung > ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weylar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Dornröschen. Betrachtungen über die politische Weltlage. RK. Marr Möllers neuestes Schauspiel Dornröschen", womit bas Theaterpublikum dieser Tage in einer allerdings wenig glücklichen Weise überrascht wurde, ist ein lebendiger Beweis dafür, daß die alten deutschen Volksmärchen mit ihrer gemütvollen Innigkeit und ihrem tieferen Sinne auch für den erwachsenen Menschen ihren Zauber behalten. Selbst da, wo in höchst seltenen Fällen einmal die Sprache des Poeten gehört wird, in politischen Versammlungen, hat das Märchen eine Zufluchtsstätte gefunden. Unwillkürlich drängt sich bei der Schilderung der Begründung des Reiches die Traumgestalt des Dornröschens in die Versammlung, von dem es in dem ,, Märchen in Reimen" heißt: ,, Wohl hundert lange Jahre schlief Dornröschen seinen Schlummer tief, Und Hund und Kazze schliefen all', Die Hühner, Haushahn, Pferd im Stall Da wie mit einem Zauberschlag, Da tüßt der Prinz sie alle wach." Allerdings ist das Erwachen des Deutschen Reiches kein Erwachen blos zum Genießen gewesen, sondern auch ein Erwachen zur Arbeit. Lange Zeit schien es, als wolle Deutschland als Militärstaat seine Rolle spielen; die jüngsten Debatten im Reichstage aber, in denen sich unsere innerpolitische Entwickelung widerspiegelte, haben gezeigt, daß es seine Aufgabe durchaus in einem friedlichen Sinne erfaßte und in dem Ausbau unserer bürgerlichen Verhältnisse seine Kulturmission erblickte. Mit der Sozialpolitik ist Deutschland allen eur päischen Nationen vorausgeeilt und hat als moderner Märchenprinz das Prinzip der Fürsorgepflicht des Kapitals für die Besitzlosen hgefüßt. Mit dieser reichsgeseßlichen Fürsorge, die einen materiellen Ausdruck in den verschiedenen Versicherungsorganisationen findet, hat aber auch die Reichsregierung ein festes Band um die Einzelstaaten geschlungen, das ein Wiedererwachen der Sonderbündelei verhütet. Zwar flattern bisweilen die Unglücksraben auf, die bei jedem Anlaß ein Auseinanderfallen des Reiches prophezeien. So auch jetzt wieder aufäßlich des Ministerwechsels in Bayern. Der überraschende Rücktritt des Grafen Crailsheini hängt allerdings mit einem immerhin etwas partifularistisch gefärbten Interesse, mit der Swinemünder Kaiserdepesche, zusammen und man kann es verstehen, wenn die Pessimisten im Reiche prophezeien, es werde nun der Geist, der stets verneint, in der bayerischen Regierung seine Heimstätte finden. Sollte das wirklich der Fall sein, dann können sich höchstens in untergeordneten Fällen fleine Friktionen entwickeln, aber an ein Abbröckeln des Reichseinheitsbewußtseins ist nicht zu denken. Derartige innerpolitische Friktionen bestefen sogar in Staaten mit einer völlig einheitlichen Bevölkerung, wie Frankreich, wo augenblicklich in dem Wiedererwachen des Dreyfushandels auch der alte Gegensatz zwischen ,, Nationalisten" und Intellektuellen" wieder wach wird. Die Frage, ob Dreyfus schuldig oder unschuldig ist, wurde vollständig in den Hintergrund gedrängt; es handelt sich nur um eine Machtprobe für die Parteien. Wenn es den Nationalisten gelingen würde, das Heft in die Hand zu bekommen, dann würde die europäische Kriegsgefahr erheblich näher gerückt. Aber die französische Republik hat namentlich auf dem Gebiete der geräuschlosen Welteroberung an der Seite Rußlands zu großen Erfolg erzielt, als daß die Nationalisten günstige Aussichten haben fönnten. Allerdings in Marokko, wo Frankreich eine Zeit lang die erste Geige zu spielen schien, ist England wieder an Einfluß erſtarft. Der Sultan, der von den Franzosen Geld angenommen hat, erbat sich von England zwei im Kolonialfriege erfahrene Offiziere zur Niederwerfung des Prätendenten. Während der Sultan jo die Rolle des bekannten Esels zwischen den beiden Heubündeln spielt, werden anscheinend von dem Gegenſultan seine Heere geschlagen und es ist schließlich nicht unmöglich, daß die europäischen Staaten doch eingreifen müssen, obgleich der Gegenjultan erklären ließ, daß er keine fremdenfeindliche Politik treiben wolle. Vielleicht betont gerade deshalb, weil man in England eine ernsthafte Entwickelung der Dinge nicht für ausgeschlossen hält, die englische Thronrede ihr günstiges Verhältnis zu Rußland mit einer besonderen Unterstreihung der eigenen friedlichen Politik. Das mag und wird ja wohl richtig sein, daß Ruß( and speziell in Persien feine Eroberungspläne hat. Wenn es sich aber für seine wirtschaftlichen Interessen dort ein Absatzgebiet und in der Diplomatie einen Einfluß sichert, dann hat es für die Offenlegung des Weges nach Ostajien genug getan. Auf den nächsten Nachbar, die Türkei, hat es ja einen festen Einfluß. Zunächst schuldet der Sultan noch einen Teil der Kriegsschulden und lann sonach jederzeit von Rußland mürbe gemacht werden. Sodann spielt die Politik Rußlands in der Balkanfrage eine wichtige Rolle für die Türkei. Die slavischen Völker haben lange genug in dem Reußentum deit Märchenprinzen gesehen, der das slavische Dornröschen aus dem Schlafe füßt. Das wird zwar einstweilen nicht geschehen, aber die staffelmäßige Entwickelung des russischen Einflußgebietes ist auch andererseits so offenkundig, daß England die Sprache der Demut lernt. Unter günstigeren Verhältnissen würden bei der Adreßdebatte die Deutschseinde eine andere Sprache gegen die englisch deutsche Verbrüderung vor Venezuela geredet haben, als es der Fall war. Freilich mag auch der Erfolg ihnen die Zunge gelähmt haben. Wir aber, wir können wünschen, daß das Abkommten von Castro auch gebelten wird, denn, wie die Dinge liegen, können wir nur och unser Guthaben herausholen; aber ein lukratives erfehrsgebiet wird Venezu. Ia nicht mehr für uns sein. nn dieses Dornröschen einmal in Schlaf versinkt, dann wird sich kein Märchenprinz mehr finden, der es durch ein, 1 Kuß erweckt. 264. Siguna. Deutscher Reichstag. Statistische Schmerzen. Eigener Bericht. Der gehorsame Diener und zugleich der Prügelfnabe aller Parteien, die Statistit, gab zu einer ausführlichen Erörterung Anlaß. Von allen Seiten regnete es beim Etat des Statistischen Amts Klagen und Beschwerben über die staatliche Handhabung der statistischen Wissenschaft. Der tonservative Graf Kaniß machte den Anjang. Er kritisierte namentlich die amtliche Warenhandelsstatistik, die den Wert unserer Industrieausfuhr viel zu hoch erscheinen lasse und so auf die Handelsvertragsverhandlungen einen für Deutschland nachteiligen Einf'uß ausübe. Der Sozialdemokrat Südekum gab eine lange Abhandlung über Handels- und Zahlungsbilanz zum besten, verlangte weiter für 1905 eine neue Berufsund Gewerbezählung und beschwerte sich schließlich darüber, daß man den bekannten früheren Privatdozenten Dr. Jastrow, der eine Autorität auf dem Gebiete des Arbeitsmarktwesens sei, nicht zu den Arbeiten des Statistischen Amts heranziehe. Dieser letzteren Beschwerde rat der sächsische Bundesratsbevollmächtigte Dr. Fischer entgegen. Dann nahm der Abg. Roesice- Dessau( freis. Verg.) das Wort. Er polemisierte gegen den Grafen Kaniß und bestritt dessen Anschauung, die deutsche Landvirtschaft könne Deutschlands Getreide- und Fleischbe arf auch ohne Auslandseinfuhr decken. Der Nationalliberale Frhr. Heyl zu Herrnsheim trat dem Abg. Südekum entgegen. Dann nahm Staatssekretär Graf Poadowsky das Wort, um die Arbeit des Statistischen Amts gegen die Kritik des Grafen Kanitz zu verteidigen. Jastrows Verdienste als Statistiker erkenne die Regiecung durchaus an, dieser könne sich über irgend eine Erschwerung seiner Privatarbeit durch das Statistische Amt nicht beklagen. Wann eine Berufs- und Gewerbezählung vieder stattfinden werde, hänge von der Finanzlage des Reiches ab. Die weitere Debatte brachte wenig bemerenswertes, und das Haus vertagte sich, nachdem das tapitel Statistisches Amit schließlich bewilligt war. Die Politik. Früher Reichstagsschluß in Sicht. Im Hinblick auf die anhaltend schlechte Frequenz der Reichstagssigungen und die Wahlbewegung wird, wie unjer Parlaments- Korrespondent erfährt, alles aufgeboten, um den Schluß der Reichstagung und der Legislaturperiode bis zum 3. April zu ermöglichen. Auch die Sozialdemokraten haben die Neigung befundet, ihre Reden zum Etat so einzurichten, daß dadurch dessen rechtzeitiges Zustandekommen nicht verhindert wird. Unter diesen Umständen wird allerdings auf die Turchberatung der dem Reichstage nunmehr zugegangen.n Nanfentassengesegnovelle verzichtet werden müssen, ebenso wie auf die des Gesezentwurfs über die Kaufmannsgerichte. Nach neueren glaubwürdigen Berichten sollen übrigens die Reichstagsneuwahlen bereits in der ersten Woche des Juni, nicht, wie es zuletzt hieß, Mitte dieses Monats stattfinden. Die Bedeutung des Ministerwechsels in Bayern. Ueber die Frage, ob der Rücktritt des Grafen Crailsheim einen Wechsel in der Politik der bayrischen Regierung zur Folge haben werde, hat sich der Graf in einer Unterredung mit einem Berichterstatter selbst geäußert. Er bestritt, daß sein Abgang einen Systemwechsel bedeutete, namentlich, was das Verhältnis Bayerns zum Reiche betrifft. Dafür bürge einmal die über jeden Zweifel erhabene Persönlichkeit des Prinzregenten, dann aber auch die des neuen Ministerpräsidenten. Baron Bodewils," sagte Graf Crailsheim wörtlich, ist so reichstreu wie ich. Er ist aus meiner Schule hervorgegangen und ist mein Freund." Wie von anderer Seite verlautet, hatte jich Graf Crailsheim Herrn v. Bodewils selbst zum Nach folger ausersehen und sozusagen herangezogen. Auch in Berliner leitenden Kreisen wird zwar der Rücktritt des um das Reich hochverdienten Grafen Trailsheim bebauert, doch bringt man seinem in der Reichshauptstadt gut bekannten Nachfolger das Vertrauen entgegen, auf welches Frhr. v. Podewils nach seiner wohlbewährten Reichstreue, seiner reichen politischen Erfahrung und seiner erprobten Tüchtigkeit Anspruch habe. Die hier und da geäußerte Annahme, daß der Ministerwechsel in Bayern einen Eystemwechsel in partikularistischem Sinne nach sich ziehen werde, wird in Berlin an unterrichteter Stelle nicht geteilt. Von nicht geringem Werte für die Beziehungen zwischen Berlin und München dürfte der Umstand sein, daß der Reichskanzler Graf Bülow und Freiherr v. Podewils einander persönlich nahe ſtehen, und zwar von Rom her, wo sie gleichzeitig Aemter befleideten, Graf Bülow als deutscher Botschafter, Baron Podewils als bayrischer Gesandter. Das Papstjubiläum. ::: Die Feierlichkeiten aus Anlaß des 25 jährigen Pontifikats- Jubiläums des Papstes nehmen in Romt einen programmgemäßen Verlauf. Zunächst be ab sich ie: Papst, der bei bester Gesundheit ist, unter lebhaf.en Bei alls. bezeugungen und Hochrufen in die Sel regia und erteilte den dort Versammelten den Segen. Von der Sala regia ging der Papst in den Saal der Seligsprechungen, wo sich 6000 Geladene befanden. Kardinal Terca i verlas im Namen der lombardischen Pilgerschaft eine Glückwunsch adresse. Der Papst dankte und erteilte den Segen. Daraus wurden dem Papst mehrere Geschenke, darunter eine Tiara, überreicht. Vielfach ist zu lesen gewesen, das jezige Jubiläum stehe einzig da, kein Papst habe eine so lange Regierungszeit erlebt, wie es XIII. Das ist nicht richtig. Zwei Päpste haben länger als der jeßige auf dem römischen Stuhl gesessen: der erste, der heilige Petrus, wel her nach der Tradition 34 Jahre seines Amtes als Stellvertre.er Christi waltete, und Pius IX., der 31 Jahr und 7 Monate regierte. Bei letzterem traf mithin der alte Spruch, mit welchem bis 1846 seit unvorden.lichen Zeiten jeder neue Papst bei seiner Krönung angeredet worden: Non videbis annos Petri Du wirst die Jahre Petri nicht erleben! nicht ein. Von Jnteresse wird es sein, daran zu erinnern, daß bei der Wahl Leɔs XIII. von einem Teil der Kardinale Bedenken wegen des hohen Alters desselben geltend ge macht wurden; von allen Kardinälen, welche damals an dem Conclave teilnahmen, ist aber heute außer dem jetzigen Papste nur noch der Kardinal Oreglia am Leben. Gegen die amerikanischen Anarchisten geht die Regierung der Vereinigten Staaten jetzt ernstlich vor. Die durch die Ermordung des vorigen räsidenten Mac Kinley hervorgerufene Bewegung hatte zur Einleitung von gesetzgeberischen Maßnahmen geführt, durch welche die Anarchisten weiter schärfer getroffen werden sollten, als es bis jetzt möglich war. Ein Geseßentwurf zum Schuße des Präsidenten wurde ausgearbeitet, welcher jetzt die Zustimmung des amerikanischen Repräsentantenhauses gefunden hat. Das Gesez droht die Todesstrafe für Mord an dem Präsidenten oder dessen Stellvertreter, sowie an den bei der Union beglaubigten Botschaftern und Gesandten an. Auch die Verbreiter der Mordlehren haben die strengsten Strafen zu gewärtigen. Von besonderem Interesse ist, daß die Einwanderung aller Personen, welche gegen die Unionsregierung feindselige Gesinnungen hegen oder einer Organisation angehören, welche solche Gesinnungen bekundet, verboten ist. Im Anschluß hieran sei erwähnt, daß Präsident Roosevelt an einem Halsleiden erkrankt ist und von Spezialärzten behandelt wird. Der Präsident ist über das Leiden sehr beunruhigt, da er beabsichtigte, im nächsten Monat eine Rundreise zu unternehmen. - Auch die Berliner Polizei tritt gegen die Anarchisten wieder schärfer auf. Zwei Anarchisten namens Röhr und Steinbacher wurden verhaftet. Weiter fanden bei einer Reihe Anarchisten Haussuchungen statt. Das mazedonische Problem. Einem Telegramm aus Konstantinopel zufolge ha ben nunmehr der österreichische und der russische Botschafter dem Großvezier das Memorandum über die Vorschläge der beiderseitigen Regierungen zur Besserung der Verwaltung in den mazedonischen Vilajets Uesküb, Monastir und Salonifi überreicht. Um die Annahme der Reformvorschläge der Mächte seitens der Pforte ist in Konstantinopel mit in erster Linie der deutsche Botschafter Freiherr v. Marschall bemüht; er hatte dirüber wiederholte und eingehende Unterredungen mit dem Großvezier. Die Berichte aus Mazedonien selbst lauten ziemlich bedrohlich. Wie aus Seres gemeldet wird, stehen auf bulgarischem Boden an der türkischen Grenze bei dem Kloster Rilo viertausend bewaffnete Mazedonier bereit, in das Strumatal einzubrechen und gegen Malenik vorzubringen; es heißt, man erwarte den Ausbruch des Aufstandes in Mazedonien binnen vierzehn Tagen. In Konstantinopel eingetroffene Konsularberichte aus Monastic melden ferner, daß die mazedonischen Komitees trotz des Winters eine außerordentlich rege Tätigkeit ent bekommt da Geld. warm haben." Dann werden wir Roch zwei Tage! Frühstück bekommen. Ich bin hungrig. Mutter, gib mir Und heute habe ich noch kein es auch hübsch zu essen." , Warte noch, um sechs uhr bekommst du Mittag." jetzt ab wirst du Rosinen verlor. heftig aus seinen Armen fallen, Schrecken sich hinter den Ofen verkroch jeẞt nie mehr ein Stüd Brot, niemals." Er füßte den senaben fieberhaft und ließ immer Hunger leiden! Du bekommst daß der Kleine vor und dabei seine ihn fo Skizze von Ernst Kuhn. faltnachtsbräuche. Wer denkt nicht, wenn ihm der Duft frischer, knuspriin die Nase steigt, an die forg Nachdruck verboten.) ger of einen und mit den Fleischern vereint den obligaten Bäder blieben nicht zurüd, sie bufen gewaltige Festbrote heure Wurst unter freudigem Gesang umhertrugen. Die den meisten Städten Sitte, daß die Fleiſcher eine unge belustigung im großen Stile Sitte, doch trug sie damals spezifisch zunftmäßigen Charakter. So war es in Bereits im 14. und 15. Jahrhundert war die Karnevals t 260 falten. Die Berichte äußern sich auch über die Orga nisation der Banden; 16 Führer von Banden, welche in der Umgegend von Monastir hausen sollen, werden na mentlich aufgeführt. Eine Art Oberfommandeur soll ein bulgarischer Reserveoffizier, der Wohwode Davidos, sein Neben Mazedonien dürfte die Aufmerksamkeit der Mächte in naher Zeit auf Armenien gelenkt werden. Wiener Blätter erhielten herzzerreißende Mitteilun gen über die schreckliche Lage der Armenier in dem Bezirt bon Erzerum, wo das vierte Armeekorps unter dem berüch tigten Marschall Zeki Pascha steht. Türkische Soldaten und Steuereintreiber haben das einst blühende Land in eine unfruchtbare Wildnis verwandelt, selbst die Tortur ist angewandt gegen solche Bewohner, die nicht imstande waren, die Steuern zu erschwingen. Das schreckliche Geschick einer großen Anzahl von Landleuten in dem Dorfe Sergevil macht das Blut in den Adern erstarren. Da sic außerstande waren, die Steuern zu zahlen, wurden sie ergriffen, ins Freie geschleppt und an Bäume gebunden. Die eingeschüchterten Dorfbewohner getrauten sich nicht sie zu befreien, und so wurden die Unglücklichen in der folgenden Nacht insgesamt die Beute hungriger Wölfe. Babel und Bibel. )-( Das Schreiben, welches der Kaiser zur Erläu terung seiner Stellung zu den vielbesprochenen Vorträ gen des Prof. Delißsch an den Admiral Hollmann ge richtet hat, wird in der Presse natürlich verschieden beurteilt, je nach dem Parteistandpunkte der Blätter. Doch ist zu fonstatieren, daß die kaiserliche Kundgebung nirgends starkem Widerspruch begegnet. Die tonservativen Blätter, soweit deren Meinungsäußerungen vorliegen, drücken sich sehr befriedigt aus, aber auch die Dr. gane der freisinnigen Richtung geben, wenn auch mit Einschränkungen, ihre Zustimmung zu erkennen. Ein füh rendes katholisches Blatt sagt, das Handschreiben des Kaisers bedeute eine scharfe Absage an Delißsch and Harnad und in gewissem Sinne eine Schwenfung zu den Orthodoxen hin. Turze politische Nachrichten. Die größeren Truppenübungen dieses Jahres sind nunmehr durch taiserliche Bestimmung sestgesetzt. Die Kaisermanöver werden vier Armeekorps umfassen. * Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses hat die Position für eine neue preußische Unterstaats. sekretärstelle für das Bauwesen abgelehnt. * Der Entwurf eines Wohnungsgeseges ist nunmehr in den beteiligten preußischen Ministerien fertig gestellt und dem Staatsministerium unterbreitet worden. * Der Präsident des Reichstags Graf Ballestrem ist von einem Unwohlsein befallen. Er muß sich Schonung auferlegen und bleibt deshalb vorübergehend den Reichs tagssigungen fern. * Die englische Königsyacht Biktoria and Albert" dürfte in vierzehn Tagen nach Marseille, Villefranche oder Genua abgehen, wo König Eduard für eine dreiwö chentliche Fahrt im Mittelmeer sich einschiffen wird. * Eine Versammlung der Vorstände der holländi schen Arbeitervereinigungen, die 90 000 Arbeiter vertreten, beschlossen, die Eisenbahnangestellten zu unterstüßen, die in den Ausstand treten werden, um der Annahme des Gesezes, das einen Ausstand an den Bahnen untersagt, zuvorzukommen. 27. Sikung. Preussischer Landtag. Daus der Abgeordneten. Eigener Bericht. Ein Eisenbahnreservefonds.- Mit der Errichtung einer neuen preußischen Großstadt von über 130 000 Seelen begann das Haus seine Arbeit: in erster Lesung wurde die Eingemeindung der Vororte von Gelsenkirchen in diesen Stadtkreis genehmigt. Dann ging man an die erst kürzlich eingebrachte Vorlage, die die Bildung eines Ausgleichsfonds für die Eisenbahnberwaltung fordert. Wenn nämlich der Jahresüberschuß der Eisenbahnverwaltung größer ist, als der Etat ihn veranschlagte, so soll die Summe, um die der wirkliche Reinertrag höher ist als der veranschlagte, zur Errichtung eines Fonds verwandt werden, der allmählich bis auf 200 Millionen Mart gebracht und möglichst auf dieser Höhe erhalten werden soll. Aus diesem Fonds soll die Eisenbahnverwaltung jährlich 30 Millionen zur Vermehrung der Betriebsmittel u. s. w. entnehmen dürfen; ferner soll das Extraordinarium des Eisenbahnetats aus Mitteln bieses Fonds im Bedarfskalle verstärkt werden, und schließlich soll der Fonds benutzt werden in solchen Fällen, wo der wirfliche lleberschuß hinter dem etatsmäßig veranschlagten zurückbleibt, das Fehlende zuz schießen, um so auch den allgemeinen Staatshaushaltserar in Ordnung zu halten. Mit einem Wort, der Ausgleichsfonds soll eine Art Reservefonds, wie ihn die Privatunternehmungen anlegen, bilden, vornehmlich für die Eisenbahnverwaltung und in zweiter Linie für den Staat überhaupt. Finanzminister b. Rheinbaben, der die Vorlage begründete, wies auf den Nußen eines solchen Fonds hin. Aber seine Darlegun gen sanden bei der stärksten Partei, dem Zentrum, wenig Gegenliebe: der Zentrumsredner Abg. Am Zehnhoff erklärte, das Zentrum stehe dem Entwurf zu einem Teile ablehnend gegenüber, zum andern Teile wünsche es durchgreifende Aenderungen. Mindestens müßte der Fonds auch zur Beseitigung der Verschiebungen in den Matrikularbeiträgen dienen. Auch die traditionelle Autorität in Etatssachen, der Abg. Richier( freis. Volksp.), kritisierte den Entwurf abfällig, besonders brachte er etatsrechtliche Bedenken vor und bekämpfte die Miquelsche Finanzpolitit, die er eine Hamsterpolitit nannte. Der Konservative von Arnim sagte zwar wohlwollende Prüfung der Frage zu, erklärte aber den gegenwärtigen Zeitpunkt für ungeeignet zur Einbringung der Vorlage. Dieser Auffassung trat der Eisenbahnminister Budde entschieden entgegen, die Notlage der Eisenbahnverwaltung bedinge die jeßige Einbringung. Die erste unumwundene Billigung des Projekts brachte die Rede des nat. lib. Abg. Sattler, er nannte die Vorlage ,, tlein aber niedlich" und verlangte ein Weiterfortschreiten auf diesem Wege. Günstig lautete auch das Urteil des Freikonservativen Gamp, und auch der Redner der freisinnigen Vereinigung erflärte sich im allgemeinen für die Vorlage, die dann nach dem Antrage bes Zentrums an die Budgetkommission verwiesen wurde. Am Montag steht der Eisenbahnetat auf der Tagesordnung. Nab und fern. * Zur Ehescheidung des sächsischen Kronprinzenpaares erklärt das ,, Dresdener Journal" offiziell, daß entgegen anders lautender Darstellungen gegen die Veröffentlichung des Urteils und seiner Fassung von den Vertretern der vormaligen Frau Kronprinzessin Widerspruch erhoben sei". Zur Frage, ob der Kronprinz wieder heiraten könne, erfährt der Fränkische Kurier" aus guter Quelle, daß die Ehe ohne Zweifel auch kirchlich annulliert werden wird. Der Kronprinz werde dann bestimmt den Kindern eine Mutter und dem Lande eine Königin geben. Zu einer Unterhaltsgewährung an die des Ehebruchs schuldig erklärte Prinzessin sei der Kronprinz nicht verpflichtet, er fönne ihr auch alle Geschenke, die sich jetzt in Girons Händen befinden, wieder abnehmen. ::: Volksbibliotheken in der Eisenbahn. Eine dä nische Eisenbahngesellschaft hat jüngst einen originellen und lobenswerten Beschluß gefaßt: Sie ließ die Wagen oritter Klasse mit einer Bibliothek ausstatten und stellte den Reisenden anheim, die Bücher ohne jede Gegenlei tung zu benutzen. Der Versuch ist früher schon auf verschiedenen schwedischen Eisenbahnlinien gemacht worden und hat sich vortrefflich bewährt. Man stellte den Rei. jenden dritter Klasse, die oft nicht wohlhabend genug ind, um sich Bücher für die Reise zu kaufen, geschicht iche Werke, Reiseschilderungen, gute Romane, Gedicht jücher usw. zur Verfügung, und man hat nie davon Jehört, daß Bücher mitgenommen oder verdorben wor sen wären. * Schwere Brandkatastrophen werden von verschiedenen Seiten gemeldet. Zu Glasgow brach in Gebäuden der Govan Road, welche mit Paraffin- und Naphthabe ständen gefüllt waren, eine Feuersbrunst aus, die sich rasch über eine Fläche von mehreren Acres ausdehnte. Brennendes Del floß nach dem Hafen. Die dortigen Schuppen der Shipping Company und der Landungssteg der Finneston- Fähre wurden vom Feuer zerstört. Der Schaden wird auf 800 000 Mart geschätzt. Der schwedische Ort Kiruna, welcher als neuer Ausgangspunkt für Tou ristenreisen in Lappland bekannt ist, ist durch Feuer fast völlig vernichtet worden. In der dem Grafen Arnim Mustau gehörigen Holzstofffabrit zu Klein- Priebus wü tete ein gewaltiger Brand. Binnen wenigen Stunden war das ganze innere Gebäude mit sämtlichen, zum teil neuen Maschinenanlagen zerstört. )( Dic ,, schöne Otero", die bekannte Pariser Tänzerin, ist von ihrer früheren Haushälterin, einer Frau Pasquier, auf 382 Francs 80 Centimes verklagt worden, während die Otero der Klägerin nur eine Restforderung von 102 Francs 60 Centimes zugestehen will. Die Haushälterin wird von ihr dafür verantwortlich gemacht, daß ein Waschbecken im Werte von 65 Francs zerbrochen wurde. In ihrer Gegenrechnung macht Frau Pasquier geltend, daß sie drei Hunde der Oters einen Monat lang burchfüttern mußte, wofür sie 22 Francs Entschädigung verlangt. )-( Benedig ohne Gondeln. Seit einigen Tagen kann man in Venedig ein eigenartiges Schauspiel genießen. Zur Ebbezeit fließt das Wasser in solchen Mengen und mit jolchem Ungestüm zum Merie, das alle Kanäle der Stadt, auch der ,, Kanal Grande", fast troden bleiben. Infolge dessen stockt der Verkehr in der Stadt stundenlang, und man kann von den Brücken aus die Gondeln und Barken im Trocknen liegen und die Gondelführer auf die Flut warten sehen, die sie aus ihrer seltsamen Lage befreien soll. Der Fremde aber, der am Bahnhof ankommt, wundert sich, keines der schlichten Transportmittel, die ihn zum Hotel bringen könnten, an gewohnter Stelle vorzufinden. * Blutige Zusammenstößze zwischen italienischer Hafenarbeitern werden aus Ancona gemeldet. Eine vo furzem gebildete neue Genossenschaft der Hafenarbeiter hatte sich die Ausladung einiger dort erwarteter Dampfer gesichert, wodurch unter den übrigen Arbeitern eine große Erregung hervorgerufen wurde. In der Nacht kam es zwischen den feindlichen Gruppen zu wiederholten Kämpfen, in welchen viele Revolverschüsse abgefeuert, zwei Arbeiter getötet und mehrere schwer verwundet wurden. Bisher nahm man zwanzig Verhaftungen vor. Sämtliche Par. teileitungen veröffentlichen Aufrufe, in denen zur Ruhe gemahnt wird. ::: Eine Junggesellensteuer ist dieser Tage in der Legislatur des Staates Kansas beantragt worden. Je der gesunde Mann, der 40 Jahre alt geworden ist und noch keine Frau hat, soll jährlich eine Steuer von 25 Dollars zahlen. Diese Steuer fällt erst fort, nachdem er das 65. Lebensjahr erreicht hat, ohne geheiratet zu haben. Merkwürdig ist, daß auch die ältesten Jungfrauen, die doch meistens ach! so gern geheiratet hätten, besteuert werden sollen! Bei ihnen erstreckt sich die steuerpflichtige Zeit vom 35. bis zum 50. Lebensjahre. Unverheirateten Staatsbeamten von 40 Jahren will man sɔgar das Gehalt sperren. Die Steuergelder sollen zum besten der Schulen des Landes Verwendung finden. Der Beamten- Paragraph richtet seine Spitze vornehmlich gegen Herrn Bailey, den Gouverneur, und Herrn Hanna, Gouverneur Stellvertreter des Landes. Beide sind noch unverheiratet, obwohl sie täglich Hunderte von Zu schriften, heiratslustiger Jungfrauen erhalten! * Ein Ansturm auf die böhmische Sparkasse in Prag der durch beunruhigende Gerüchte über die Sicherheit des Instituts veranlaßt wurde, hat lärmende und auf regende Szenen im Gefolge gehabt. Gleich bei Beginn der Amtsstunden herrschte in den großen Räumen ein lebens. gefährliches Gedränge; mehrere Frauen fielen in Ohn macht. Das Tor mußte geschlossen werden und die Parteien wurden nur gruppenweise eingelassen. Die Auszahlung erfolgte anstandslos. Um 11 Uhr Vormittag war das Gedränge vor dem Gebäude lebensgefährlich Der Verkehr der elektrischen Bahn stockte. Der Statt. halter als Oberkurator der Sparkasse erließ eine Be fanntmachung, in welcher er die Gerüchte über die an geblichen Verluste der Sparkasse entschieden für unbe aründet erklärt. )-( Ein Zentrum der drahtlosen Telegraphic will nach einer Mitteilung des italienischen Ministers füi Posten und Telegraphen Galimberti Marconi in Jta. lien schaffen. Er will dort eine große Station für Funken. telegraphie anlegen, die vorläufig dazu dienen soll, ein Verständigung mit einer gleichartigen Station in Südamerika und später mit einem Kranz von solchen auj der ganzen Erde anzulegen. Bunte Chronit. Ziemlich heftige Erderschütterunger sind in den letzten Tagen im oberen Vogtlande wahrge men worden. - Erpressungsversuche in Angelegenheit angeblicher großer Fälschungen der rumänischen Rentenscheine hatter zur Verhaftung des Berliner Rechtsanwalts Liebling ge führt. Jezt ist auch sein Schwager, der Spediteur Cove verhaftet worden. -Durch den plößlichen Bankerott des angesehenen Ban liers Burghalter in Potsdam haben viele bekannte Per sönlichkeiten bedeutende Vermögensschädigungen erlitten, unter anderen soll der Kammerherr der Prinzessin Frie drich Leopold von Preußen, v. Trotha, 170 000 Mark verloren haben. - Bei einem Brande in Zennern bei Kassel fanden zwei Kinder den Tod in den Flammen. - In der Krim erschossen Tataren einen Waldhüter vor seiner Hütte und erschlugen seine Frau und drei seiner Kinder mit Aerten, während sie zwei andere schwer verwundeten. Ein Mitbewohner der Hütte wurde gleich. falls getötet. Zwei Missetäter wurden eingefangen. - Bei einem Brande des Clifton Hotels zu Cedar Rapids( Jowa) sollen 15 bis 20 Personen umgekommen sein. Viele wurden verletzt. Vermischtes. ** Affeffor R Frankfurt ** 31 Donnestag des erften, [ Brinz Heinrichs Rechenerempel.] Folgende hübsche Anekdote von der Reise des Prinzen Heinrich von Preužen nach Amerika erzählte dem Washingtoner„ Štar einer der Photographen, welche vor Jahresfrist die Ameritafahrt mitmachten:„ Es war nach den Erfahrun gen, die der Prinz in Chicago gemacht, wo jedes Männlein, Fräulein und Kind mit einer Camera bewaffnet zu sein schien, und wo der Prinz durch lange Reihen jchwarzer tidender Instrumente förmlich Spießruten zu laufen hatte. Der Prinz trat zu mir heran und fragte mich: ,, Wieviel Mal haben Sie mich jetzt wohl photographiert?" Nach oberflächlicher Schäßung wohl 500 Mal, Königliche Hoheit," erwiderte ich. Der Prinz zog ein Notizbuch hervor und schrieb ein paar Minuten lang. Dann wandte er sich wieder zu mir und sagte mit einer gewissen Resignation: ,, Wenn ich Ihre Ziffer und meine Chicagoer Erfahrung zur Bajis meiner Berech nung mache, so finde ich, daß ich in Amerita 4 600 015 Mal photographiert worden sein muß, so daß also wohl 10 bis 15 Millionen Photographien von mir hier vorhanden sind!" 11 V[ Eine eigenartige Eidesformel] gebrauchte dieser Tage bei einer Gerichtsverhandlung in Duisburg ein als Zeuge vernommener Soldat aus Wesel. Er sprach dem Vorsitzenden die Eidesworte nach und änderte dabei: ..... daß ich die reine Wahrheit sagen, nichts verschweigen, alles verseßen werde..." Di allgemeine Heiterfeit ließ ihn stußig werden, dann versicherte er, er wolle ,, nichts hinzuseßen". (*)[ Ein böser Sat] befindet sich in einer fürzlich ergangenen Entscheidung des Oberlandesgerichts in Celle. Das Gericht hatte über eine Beschwerde wegen eines ge pfändeten Schweines zu entscheiden. In dem Erkenntnis heißt es: Das Beschwerdegericht hat die Identität des gepfändeten Schweines mit dem Richter erster Instanz als erwiesen angenommen." Abfap 2 E rungsvorlag und Ausga Machträge L 麻 麻 Ge daß für die Grundfäßer fierten Are ftens Fr eingericht Arbeitgebe 12 Namer halten. 20 wahlbe mindestens [ Eine rätselhaste ,, Ehrenerklärung"] findet sich im Wochenblatt für Augustusberg( Königreich Sachen). Dort heißt es im Jujeratenteil:„ Die schweren beleidigenden Worte in dienstlichen Sachen gegen die Heimbürgerin Anna Pauline Scheffler durch Abbeten deren schärfe ten Strafe vor Gericht dante ich ihr mit der mäßigen Strafe des Friedensrichteramts zu Börnichen. Diese Beleidigung nehme ich in unüberlegtem Aussprechen reuzvoll zurück und warne jeden Mann um Aufregung. Karl Martin, gegen Anna Pauline Scheffler, Heimbürgerin, Börnichen bei Grünhainichen." Die Perfor erfenuen fei wird es fid aufauftellen [ Bur wahltre ben Kam vativer Werdor ( natl.), fo Kandidat verlangte fonft- geht es [ Pariser Karnevalsmasken.] Daß Fasching und Fastnachtslust nahe sind, kann man so schreibt der ., Figaro" sofort sehen, wenn man nur ein Stündchen durch die Straßen von Paris geht. In zahlreichen Schaufenstern sieht man allerhand furiose Gesichtsmasten, und die aktuellen" nehmen natürlich einen hervorragenden Plaß unter ihnen ein. Da sieht man einen Paul Krüger" mit großen Brillengläsern, einen ., Chamberlain" mit dem Monocle, einen fupferroten Bankier Boulaine", einen melancholischen Frédéric Humbert", eine stolzblickende Therese", eine betrübte Marie Daurignac" usw. Die Mitglieder der großen Familie" wird man überall zu sehen bekommen, bei allen öffentlichen Auszügen, auf allen Maskenbällen. Auch die berühmten Säckchen mit Confetti" fann man schon überall zu sehen und zu kaufen bekommen. Der Polizeipräfekt Lépine war auch diesmal so gütig, das Confettiwerfen für die drei Fastnachtstage und für Mittfasten zu gestatten. Die Confetti dürfen aber nur einfarbig sein. Streng verboten sind die ,, Serpentinen", ficher nicht zum Schaden der Bäume der Boulevards. Als Nenheit ist in diesem Jahre ein ,, Confetti Schuß" auf dem Markte erschienen, eine Art Schirm aus Papier, der zum Schuße gegen die nicht gerade angenehmen Confetti dient. Kurzes Allerlei. Ueber 757 Millionen Telephon- Gespräche sind im Jahre 1901 im Reichstelegraphengebiet geführt worden. Der Fernsprecher wird demnach täglich 2086 171 mal in Anspruch genommen. Von den Städten mit den größten Fernsprechneßen führt Berlin die meisten Gespräche, 381 751 täglich. An zweiter Stelle steht Hamburg mit 223 115 täglichen Gesprächen. Nach Münchener Blättern wird am 20. Februar im Schlacht- und Viehhof aus sanitären Gründen eine Hundeschlachtstelle eröffnet, werden, um den Hundeschlächtercien in gewissen Vorstädten zu begegnen, wo viel Hundefleisch ( meist von frevierten Hunden!) gegessen wird. fauft soll das Hundefleisch von den Pferdemeßgern werden. Fast Ningt das wie ein Faschingsscherz. VerDaß Vater und Sohn einander trauen, hat sich in Thailfingen in Württemberg ereignet. Vor nicht ganz zwei Jahren wurde der Sohn des dortigen Ortsvorstehers von seinem Vater, der Standesbeamter ist, getraut. Run ist der Sohn als geseßlicher Vertreter des Standesbeamten gewählt und bestätigt worden. So fam es, daß letzter Lage anläßlich der Wiederverheiratung des Schultheißen Diesmal der Sohn den Vater iraute. Diefer W worben. Nandidater b. Brent Fabritant deutschen demokrate Stadecken ** C " merfiam, Brogramm 8 Uhr be ber traffic dingungen fünstlerische heim. Für tag und E wird in Ma bann weiter zwölf volkst der Saison Der Vertr unterscheide dadurch, d die einzelne geblieben 24 Mitglied vertrag. gelegentlich der Umgeger ** Tot burg am He nach langer Verstorbene als jingit profeffors bekannt, t dienste um co sinc Ehrenbürg biefige G Großh. He mit diesem mit, in deffe Bis 1878 ft und wurde Regt.( Graf Tüdte er ad def auf, ta fommandeur bon 1898 Elsaß und a teit in Rub durch sein li güte wie üb befonders fein bon feinem aufnehmen. * Gin Airgento rend der D man anfang gebrochen, jobaß ein g daß das F mählich wied Fortgang Bahndamm. ** Gef Sumor, das ftern Abend tattfand. W Festräume jeh eidheidenen Giessener Cagesneuigkeiten. ** Ernennung. Der Kaiser ernannte den Reg. Assessor Rosenbaum, Mitglied der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. zum Königl. Regierungsrat. derschütterunger gtlande wahrge eit angeblicher enscheine hatter to Liebling ge Spediteur Covo gesehenen Ban betannte Ber ungen erlitten Prinzessin Frie 000 Mart ver i Kassel fanden inen Waldhüter Frau und brei ei andere schwer te wurde gleich ingefangen. otels zu Cebar n umgefammen olgende hübsche nrich von Breu ngtoner Star Jahresfrist die den Erfahrun vo jedes Männ mera bewaffnet ch lange Reihen ) Spießruten zu van und fragte ezt wohl photo äßung wohl 500 Der Bring 809 ir Minuten lang. und sagte mit Ihre Ziffer und meiner Beredy nerita 4 600015 daß also wohl mir hier vor. ebrauchte dieser Duisburg ein als Er sprach dem änderte dabei. hts verschweigen, e Heiterteit ließ er wolle ,, nichte n einer fürzlic gerichts in Celle. wegen eines ge dem Erkenntnis e Identität des ster Instanz als 3"] findet sich im ch Sachsen) Dort ven beleidigenden Die Heimbürgerin n deren schärfe mit der mäßigen ichen. Diese Be ussprechen reue Aufregung. Karl , Heimbürgerin, ** Zweite Rammer. Tagesordnung zur 12. Sigung, Donnestag 26. Februar 1903, bormittags 10 Uhr. 1. Wahl des ersten, zw it n und dritten Präsidenten, nach Artikel 9 Absaz 2 der landständischen Geschä tsordnung. 2. Regie rungsvorlagen, den Hauptvoranschlag der Staats- Einnahmen und Ausgaben für das Etatsjahr 1903-04 betr., sowie Nachträge und Be ichtigungen hierzu. ** Gewerbegerichtswahlen. Wir weisen darauf hin, daß für diese Wahl, welche jetzt zum erstenmal nach den Grundsäßen der Verhältniswahl stattfindet, von den interessierten Kreisen Wahlvorschlagslisten aufgestellt und späte= stens Freitag, den 27. Februar bei der Bürgermeisterei eingereicht we ben müssen. Die Vorschlagstiften müssen für Arbeitgeber und Arbeiter getrennt aufgestellt sein; jede muß 12 Namen der als Beisiger vorgeschlagenen Personen enthalten. Die ste für Arbeitgeber müssen von mind.stens 20 wahlberechtigt n Arbeitg bern und die für Arbeiter von mindestens 20 wahlberechtigten Arbeitern unterschrieben sein. Die Personen der vorgeschlagenen müssen unzweifelhaft zu erfennen fein. Zur Vermeidung unliebsamer Ueberraschungen wird es sich empfehlen, derartige Vorschlagslisten rechtzeitig aufzustellen und einzureich n. [ 3ur Reichstagswahl. Im Reichstags= wahlkreise Weylar wollen die einzelnen Parteien den Kampf aufnehmen. Jetzt wird als Konser vativer Kandidat der Landwirt einer in Werdorf empfohlen. Dem jeßigen Abg. Strämer ( natl.), so heißt es in den W.- Nachrichten", sei seine Kandidatur aussichtslos. Die ländliche Bevölkerung verlangte unbedingt einen Kandidaten aus ihrer Mitte sonst stimmten fie sozialdemokratisch. Achnlich ergeht es auch dem Wahlkreise Alzey- Bingen. Dieser Wahlkreis wird diesesmal mehr denn je um worben. Außer der freis. Volkspartei werden noch Skandidaten aufstellen das Centrum( Rechtsanwalt b. Brentano- Offenbach), ferner die nationalliberalen ( Fabrikant Avenarius- Gau- Algesheim), die Alldeutschen( Rechtsanwalt GI a ß- Mainz) und die Sozial demokraten; dazu wird dann noch Antisemit WolfStadecken treten. ** Wolzogen- Konzert". Wir machen wiederholt aufmerksam, daß das heute stattfindende Konzert( Buntes Brogramm) des Freiherrn Ernst von Wolzogen präzise 8 Uhr beginnt. Dank des glänzenden Programms und der trefflichen fünstlerischen Leistungen sind alle Vorbedingungen erfüllt, um den Wolzogen- Abend" zu einem fünstlerischen Ereignis unserer Saison zu gestalten. ** Vereinigte Theater Gießen- Marburg- Nauheim. Für Gießen sind als Spielabende Dienstag, Donnerstag und Sonntag bestimmt. Für i den dritten Sonntag wird in Marburg gespielt. Zu diesen Vorstellungen treten bann weitere neun bon seiten des Theatervereins und zwölf volkstümliche Vorstellungen. Im Ganzen sollen während der Saison mehr wie 90 Vorstellungen nicht gegeben werden. Der Vertrag des Theatervereins mit Herrn Steingötter unterscheidet sich von den, mit den bisherigen Verträgen dadurch, daß er der Direktion weiteren Spielraum läßt; bie einzelnen Bestimmungen sind im allgemeinen dieselben Als Personalminimum hat Herr Steingötter 24 Mitglieder zu engagieren und zwar möglichst mit Jahresvertrag. Endlich ist es Herrn Steingötter freigestellt, auch gelegentlich Friedberg, Alefeld, Buzzbach und andere Orte der Umgegend zu besuchen. geblieben Todesfall. Am 20. Februar verschied zu Blanken burg am Harz der Oberstleutnant a. D. Karl Zimmer nach langem schweren Leiden im 52. Lebensjahre. Der Verstorbene war zu Gießen geboren am 19. Mai 1851 als jüngster Sohn des Oberförsters und Universitätsprofessors Dr. Heinrich Franz Karl Zimmer, den, wie bekannt, die Stadt Gießen wegen seiner großen Verdienste um den Gießener Stadtwald am 23. März 1853 В Fasching und so schreibt der nur ein Stünd t. In zahlreichen triose Gesichts natürlich einen .Da sieht man lengläsern, einen inen fupferroten ischen Frédéric eine betrübte der der großen bekommen, bei 1 Maskenbällen. fetti" kann man bekommen. Der l so gütig, das ge und für Mittn aber nur einSerpentinen", fiBoulevards. Als nfetti- Schutz" auf aus Papier, der ngenehmen Con en Telephon- Ge elegraphengebiet bemnach täglich Von den Städten Berlin die meisten Stelle steht Ham n 20. Februar im ünden eine Hunde undeschlächtereien viel Hundefleisch en wird. Veres sind jetzt gerade fünfzig Jahre her zu ihrem Ehrenbürger ernannte. Er trat, nachdem er das hiesige Gymnasium absolviert hatte, in das 2. Großh. Heff. Inf. Regt. Nr. 116 ein und machte mit diesem 1870/71 den Feldzug gegen Frankreich mit, in dessen Verlauf er zum Leutnant befördert wurde. Bis 1878 stand er als solcher hier bei der Leibkompagnie und wurde dann als Oberleutnant in das 4. Rhein. Inf.Regt.( Graf Werder) Nr. 30 in Saarlouis versetzt. Dort rückte er acht Jahre später zum Hauptmann und Kompagnie chef auf, tam im Sommer 1894 als Major und Bataillons fommandeur im Inf.- Regt Nr. 66 nach Magdeburg, war bon 1898 bis 1900 Bezirkskommandeur in Hagenau im Elsaß und ging dann wegen immer zunehmender Kräntlich feit in Ruhestand. Die zahlreichen Freunde, die er sich durch sein liebenswürdiges Wesen und seine große Herzen güte wie überall, so auch in Gießen erworben hat, und besonders seine alten Kriegskameraden werden die Nachricht von seinem Hinscheiden gewiß mit herzlichem Bedauern aufnehmen. ** Eine Panik befil gestern Abend die Besucher deh Kirchentonzertes in der Stadtkirche, als plößtich was rend der Musikaufführung die Sturmglocken läuteten. Da man anfänglich glaubte, in der Kirche selbst sei Feuer aus gebrochen, so stürmte die Menge sofort den Ausgängen zu, sodaß ein großes Gedränge entstand. Als man aber hörte, mählich wieder die Bänke und die Aufführung fonnte ihren Es brannte am Rodberg der voll besetzt. Ein buntes malerisches Bild bot sich dem Zuschauer und die gegen 10 Uhr stattgefundene Gruppen- Aufführung war so finnig zusammengestellt, daß den Mitwirkenden und den Arrangeuren dieser Festnummer, den Tanzlehrern Schmidt ( Vater und Sohn) am Ende reicher Beifall wurde. Nach Mitternacht wurden die Aufführungen auf allg meinen Wunsch nochmals wiederholt. Die Feft- Regie, in den Händen des Vorstandes, fann mit dem Verlauf des Ganzen fehr zufrieden sein. *** Ueberfallen wurde in der Nacht auf Sonntag von zwei Soldaten eines auswärtigen Regiments in der Wallthorstraße ein hiesiger Herr. Die Ursache soll auf Seiten der Angreifer liegen, welche auch nach kurzer Rempe lei sofort zur Waffe griffen und auf den Angegriffenen mit blanker Waffe einschlugen. *** Großen Lärm verübte in vergangener Nacht ein junger Mann in seiner in der Neustadt gelegenen Wohnung, so daß ein großer Menschenauflauf stattfand. Die Polizei mußte einschreiten und nahm den Betreffenden in Haft. ** Zur Berufswahl. An zahlreichen höheren Lehranstalten sehen sich demnächst die Schüler, die zu Ostern ihre Abiturienteneramen zu bestehen gedenken, vor die Frage gestellt, welchen Beruf sie wählen sollen. Mit Rücksicht hierauf scheint es an der Zeit zu sein, darauf hinzuweisen, daß innerhalb der deutschen Justizverwaltungen, es nicht laut genug beflagt werden fann, wie sich fortgesezt eine Bahl von Gymnasialab.turienten dem juristischen Studium ganz außer Verhältnis zu dem vorhandenen Bedarf stehende zuwendet. Die Aussichten für eine sichere und feste An= stellung im Staatsdienste sind für Jahre hinaus um so schlechtere, als infolge langer Andauer der wirtschaftlichen Strife auch im Handel und in der Industrie die Nachfrage rah juristischen Kräften erheblich nachgelassen hat und gar zu bald nicht wieder, lebendig zu werden verspricht. In dieser Beziehung sich keinen Illusionen hinzugeben, ist durchaus geboten. Ta auch alle anderen Berufsarten, und namentlich die gelehrten, überfüllt sind, ist guter Rot natürlich tuer. wie in sa hverständigen Streisen gemeint wird, die Aussicht n Immerhin darf mitgeteilt werden, daß, im Beruf der höheren Lehrer zur Zeit besser sich darstellen als die in jedem anderen akademischen, besonders aber im juristischen. Aus Heffen und Nachbargebieten. sein werden, wie diejenigen Reben, die nicht vom Frost ge litten haben. Die Reben der zweiten Augen sind, wie sich jetzt beim Schneiden zeigt, weniger start ausgebildet. ** Weylar. Seit einigen Tagen wird der 76 jähr. frühere Bahnbeamte Heinrich Schäfer von hier vermißt. Wahrscheinlich ist dem alten Mann, der zeitweilig nicht mehr bei vollem Verstande war, ein Unglück zugestoßen. Herr Dekonom Adolf Bene zu Oberweimar hat das Fürstliche Hofgut Altenberg auf 18 Jahre gepachtet. Die Uebernahme erfolgt am 1. Februar 1904. Brietkasten der Redaktion. " Der Herr Abgeordnete Köhler- Langsdorf hat uns unter dem 21. dss. Mts. die Nr. 15 der Deutschen Volkswacht", Organ des Hessischen Bauernbundes," zugeschickt. In diesem Blatte befindet sich ein längerer Leitartikel aus der Feber des genannten Herrn, der sich ausschließlich mit den " G. N. N." und Herrn Professor Dr. Biermer beschäftigt. Das Köhler'sche Elaborat wimmelt von Entstellungen und unwahren Behauptungen und stroẞt von wüften Schimpfereien. Die unterzeichnete Redaktion hält es deswegen unter ihrer Würde, auf den Köhler'schen Artikel auch nur mit einer Silbe einzugehen. Die Redaktion der ,, G. N. N." Albin Klein. Erklärung. zugehen, liegt auch für mich nicht die geringste Ver Auf den Artikel des Herrn Köhler Langsdorf ein anlassung vor. Ich habe meinerseits mit der Veröffentlichung meiner Broschüre Ruhland, Köhler- Langsdorf & Co." die öffentliche Diskussion geschlossen und werde stehen. Nur auf einen Punkt möchte ich an dieser nur noch an der Gerichtsstelle Rede und Antwort Stelle eingehen. Herr Köhler hat nämlich wider besseres Wissen die vollständig aus der Luft Er meint natürlich jüdische Abstammung. Dieser gegriffene Behauptung aufgestellt, daß ich Jude sei. ich überhaupt meine Familie väterlicher oder mütterdreisten Lüge gegenüber behaupte ich, daß sich, soweit licherseits, wie diejenige meiner Frau, in den letzten fünf bis sechs Generationen in allen mir bekannten Verzweigungen verfolgen kann, nicmals auch nur ein Tropfen semitischen Bluts nachweisen läßt.. Ich verpflichte mich, in die Kasse des„ Hessischen ** Großen Linden, 21. Febr. Heute fand die von Bauernbundes" in dem Augenblick fünftausend Mark Großh. Ministerium angeordnete öffentliche Versteigerung zu zahlen, wo es Herrn Köhler- Langsdorf oder irgend unserer Jagd statt Bekanntlich hatte der seitherige Bächter einer andern Person gelingt, mir und meiner Familie gegen die freihändige Vergebung der Jagd Beschwerde ge= die jüdische Abkunft nachzuweisen. Für diesen Nachführt. Heute warde zunächst der Wald ausgeboten, zu dem weis stelle ich eine zweijährige Frist und verpflichte ein Schußstreifen vom Felde gehört. Höchstbietender blieb mich fernerhin, die Entscheidung einem Schiedsgericht, Rechtsanwalt Grünewald mit 1110 Mt. Bezüglich des Bezirks von dem Herr Köhler- Langsdorf den einen, ich selbst ( Feld) erlangte Fr. Menges von hier das höchste Gebot mit den andern Schiedsrichter zu ernennen haben, zu unter775 Mt. Die vom Ministerium aufgehobene freihändige breiten. Diese Schiedsrichter haben sich nach MaßVergebung hätte der Gemeinde nur 460 Mt. für den Wild gabe der Bestimmungen der Reichszivilprozeßordnung und 360 Mr. für das Feld erbracht. Als neue Be- über den Obmann zu einigen, und ebenso soll das Stimmungen waren in das Versteigerungsprotokoll aufgeschiedsrichterliche Verfahren in Ginklang gebracht werden nommen worden, daß die Gemeinde sich unter den 3 Bept- mit jenem Reichsgefeße. bietenden die Auswahl vorbehält, ferner daß die Fasanen gleich den Eichhörnchen und rabenartigen Bögeln vertilgt werden können, wenn sie überhandnehmen und endlich daß der Jagdpächter kein Entschädigungsrecht hat wenn Wild durch Gift zu Grunde geht, das von der Forstbehörde zur Vertilgung der Mäuse gelegt ist. Auch das Aussehen von Wild ist dem Jagdpächter verboten. Wem nunmehr die Gemeinde den Zuschlag erteilt, steht noch dahin. Bezüglich des Waldes waren die Herrn A. Zobel und Heinrich Schirmer- Gießen Zweit- und Drittlezbietende, bezüglich des Feldes die Herren Heinrich Schirmer und Rechtsanwalt Grünewald. ** * Aus Alsfeld schreibt man der M. Sonntags3tg." Die Wohnungsnot hat hier einen ganz unheimlichen Umfang angenommen, es dürfte zum nächsten Quartaiswechsel mancher Familie schwer werden, überHaupt eine Wohnung zu finden. Nicht wenig Familien Hausen in geradezu menschenunwürdigen Wohnungen, oft 4-5 Personen in einem Stübchen zusammengepfercht. ** Friedberg. Als Nachfolger des Seminardirektors Dr. Quentell wird z. Zt. mit Bestimmtheit Kreisschulinspektor Prof. Dr. Luzius in Sießen genannt. 2. war bis 1896 Kreisschulinspektor in Worms. ** Bad Nauheim. Die Kurmusik für Bad- Nauheim ist dem Nürnberger Philharmonischen Orchester bei großer Konkurrenz( 136 Bewerbungen), auf die Dauer von fünf Jahren vom Hessischen Ministerium übertragen worden. *** Groß- Umstadt, 22. Febr. In Rodheim brannte dieser Tage das Gehöft der Eheleute Johannes Boll ab. Als der Brandstiftung dringend verdächtig wurde der 20 jährige Sohn der genannten Eheleute verhaftet. Der Taugenichts hatte gedroht, er werde seine Eltern umbringen, das höft in Brand stecken und sich dann erhängen. Kastel. Dieser Tage wurde hier eine Wette verloren, die viel belacht wird. Zwei Freunde begegneten zwei Frauen, die zusammen einen Korb mit Kleidungsstücken trugen. Der eine der Freunde wettete nun mit dem anderen, daß ihm die Frauen erlauben würden, sich in den Korb hineinzusehen; der Andere hielt die Wette und verlor sie, da die beiden Frauen tatsächlich gestatteten, daß der betreffende Freund sich in den Korb hineinsetzte. Das der Summe soll für gute Zwecke verwendet werden, während die andere Hälfte für eine farnevalistische Veranstaltung verwendet werden soll. Semetzgern werden. daß das Feuer nicht in Gießen selbst sei, füllten sich all- Objekt der Wette war ein Betrag von 50 Mt.; die Hälfte 13. rauen, hat sich in Fortgang nehmen. Vor nicht ganz Bahndamm. en Ortsvorstehers ift, getraut. Nun Standesbeamten m es, daß Letter des Schultheißen Gesangverein Heiterfeit. Freude und Humor, das waren die offensichtlichen Zeichen, unter denen gestern Abend im Cafe Leib der Maskenball der„ Heiterkeit" stattfand. Wie nicht anders zu erwarten, füllten sich die Festräume sehr früh und wer spät fam mußte mit einem bescheidenen Plätzchen zufrieden sein. Die Räume waren + Aus Rheinhessen. Die Weinreben sind anscheinend gut durch den Winter gekommen. Das Holz ist, zumal bei den mit Kupfervitriolfaltbrühe gefpritten Reben, schön braun. Ein Ernteausfall wird dadurch zu erwarten sein, daß die im Mai v. J. stark erfrorenen Reben, an denen dann noch die zweiten Augen ausgetrieben sind, dieses Jahr nicht so tragbar Gießen, den 23. Februar 1903. Professor Dr. M. Biermer. Bürgermeisterei Lich. Mittwoch, den 25. Febr., vorHolzversteigerungen. mittags 10 Uhr, Brennholzversteigerung im Licher Stadtwald in den Distrikten Plattenwald und Rotherbusch. Zusammenkunft auf der Kreisstraße LichSattenrod beim Pflanzgarten. Bürgermeisterei Lich. Donnerstag den 26. Febr. vormittags 10 Uhr sollen im Licher Stadtwald, Vorderund Hinterwald, versteigert werden: 140 Stück EichenSchnittstämme von 36-60 Ctm. mitlerem Durchmesser, 200 stm., 3 Buchen- Stämme mit 2 Fitm., 2 Ulmen- und 2 Elsbeer Stämme von 23-31 Ctm. Durchmesser, 12 Fstm. Inhalt, 750 Fichten- Derb stangen mit 35 Fstm. Zusammenkunft auf der Kreisstraße Lich- Hattenrod am Waldeingang. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenstraße Nr 2( Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Es tönnen eingestellt werden: 1 Sattler nach Auswärts, 1 Schneider,( Gießen), 1 Schneider( auswärts), 1 Schreiner, 1 Kutscher, 1 Pferdeknecht( auswärts), 3 landw. Arbeiter( auswärts), 1 Stallbursche, 1 Schweizer, 13 Dienstmädchen für sofort,( Gießen), 4 Dienstmädchen für 1. oder 15. März, 3 Desgl. für 1. oder 15. April, 3 Desgl. für sofort,( auswärts), 1 Köchin, 1 landw. Magd( auswärts), 1 Lauffrau. Lehrlinge: 1 Friseur, 5 Schlosser, 1 Bäcker,( Gießen), 2 Bäcker( auswärts), 1 Schuhmacher, 2 Kaufleute, 1 Wagner, 1 Buchbinder, 2 Schneider, 1 Stellmacher und Wagenbauer, ( auswärts), 2 Glaser, 1 Spengler. Es suchen Arbeit: 1 Buchbinder, 3 Anstreicher bezw. Lackierer, 2 Schlosser, 1 Schneider, 1 Schreiner, 6 Kutscher, 10 Knechte bezw. landwirtschaftliche Arbeiter, 3 Taglöhner, 8 Hausburschen, 1 Kinderfräulein oder Gesellschafterin, 1 Hausmädchen, 2 Dienstmädchen, 4 Lauffrauen, 2 Laufmädchen, 1 Puzfrau, 1 landw. Magd, 1 Kaufmann oder Schreiber. Lehrlinge: 2 Kaufleute, 9 Schreiber, 1 Gärtner, 1 Weißbinder, 1 Schlosser. Inserate, welche für die morgen Dienstag erscheinende Nummer bestimmt sind, wolle man bis spätestens 9 Uhr Vormittags aufgeven. Die Expedition. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderet, für die Redaktion verantwortlich: Albin Klein, Gießen. ge t m 11 Montag, den 23. Februar 000000000000000 Telegramm. Riesenpiano- Orchester- Fabrit, Wolfg. Blessing, Unterfirnach ein wahres Prachtwert habe heute aufgestellt. versäumen dasselbe zu hören. Markt 7 Fritz Eccarius Gesucht Markt eine füchtige Büglerin, am liebsten eine, welche in Kleiderfärberei ge 7 ( Wilhelm Orbig Nachfolger) Küchenlampen Niemand sollte Stehlampen Heinrich Schneider, Cswaldsgarten. Holz- Versteigerung der Stadt Gießen. Montag, 2. März 1903, Vormittags 11 Uhr, beginnend, werden in der Wirtschaft Zur Wellersburg" bei Wieseck aus dem Diftrift Hangelstein versteigert: 92 Fichten- Stäm ne mit 44.83 Festm. 1 Buchen- Stamm mit 0,69 Festm.( Schnittholz). 130 Rmtr. Buchen- Scheitholz 220 57 " 1 " 1 " 28 5 33 11 22 " 18 Gichen- Scheitholz Bud en- Knüppelholz Eichen Stnüppelholz Nadel- Knüppelholz Buchen- Stockholz Eichen- Stockholz Nadel- Stockholz 1825 Wellen Buchen- Netsig 550 " 750 " 170 " 1 Eichen Reisig Nadel- Reisig Weichholz- Reisig. Gießen, 21. Februar 1903. Der Oberbürgermeister Mecum. Hängelampen OOBefte absolute Chaisenlaternen, PetroleumCognac deutscher per Fl. von M. 1.40 französ. " 3. Rum, Arak. NordhäuserFruchtbranntwein sowie diverse Sorten Liköre empfiehlt Christian Wallenfels 17 Marktplan 17 am Kriegerdenkmal. empfiehlt: PATENT unter Sarantie. von Mt. 0.50 bis Mt. 3.50 2.00 br M Mr. 40.bon arbeitet hat. Gießener Dampffärberei u. Chemische Beinigungsanfalt Steinstr, neben Restaur z. Anker. Glaserlehrling gesucht Rothermel, Bahnhofstr. 38. Ein braver ehrlicher Hauebursche am liebsten vom Lande, gesucht. Ludwigstraße 44. Junges Hausbürschchen gesucht. 2.00 br. Hennings, Seltersweg 14. Mr. 80.fichere Stuem laternen. echte Motard: ferzen. Öjenu.-Kocher Elektrische Lampen. Gaslampen. Tapezierlehrling gegen sofortige Bezahlung gesucht. Abol Roll, Lapezier und Deforateur. Friseurlehrling gesucht. Ferd. Aff, Neue- Bäue 21. Lehrling sucht W. Balfer Friseur, Lindenblat 12. 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Schweinemarkt stattfindet. Gießen, den 20. Februar 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Im Interesse einer möglichst frühzeitigen Inangriffnahme der Arbeiten zum weiteren Ausbau der Fernsprechanlagen ist es erforderlich, daß die Anmeldungen neuer Fernsprechan schlüsse spätestens bis zum 15. März an die Raiser lichen Telegraphenanstalten eingereicht werden. Verspätet angemeldete und in Folge dessen außerhalb des Bauplans herzustellende Anschlüsse fönnen in dem nächsten Bauabschnitt nur dann ausgeführt werden, wenn die Antragsteller zu den entstehenden Mehrlosten einen Buschuß von 15 Mt. Leisten. Uebersteigen jedoch diese Mehr fosten 50 Mt, so wird der wirkliche Betrag derselben eingezogen. Darmstadt, 17. Februar 1903. Kaiserliche Ober- Postdirektion. XXXX Kobelt. XXXXXXXX Agitator- Ausschank Ist aus der Augustiner- Brauerei in München. mindestens dem Salvator ebenbürtig. Auch in Gebinden zu beziehen durch XXXX Otto Luft, Gießen. XXXXXX I. catif. 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