Mr. 248 Abonnementsprets: in Gießen, abgeholt monatlich 50- Pfg., in's Haus gebracht 60 fg., durch die Poft bezogen viertel fährlich Mr. 1.50. Bratt@ bellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmitags. Donnerstag, den 22. Oktober 1903. Gießener 12. Jabrgang. Jusertionsprei 8: Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wie gang Oberbeffen, die Kreise Wehlar und Marburg 10 fa. fonist 15 Bfg.: Reklamen die Petitzetle 30 resp. 40 Pfg. Boftzettungsliste No. 3269. Rebattion und Expedition: Gießen Nenenweg 28. Ferasprechanschlah Rr, 362. Neuelle Nachrichlen ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wezlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Esthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberheffen. Der Reichsfinanz- Reformplan. Wenn es noch einem Zweifel unterliegen konnte, daß die Konferenz der deutschen Finanzminister der Vorbereitung einer Reichsfinanzreform gilt, so ist dieser Zweifel beseitigt durch eine offiziöse Mitteilung, wonach der ReichsTanzler der Konferenz mehrere auf seine Anregung ausgearbeitete Vorschläge zur Neuregelung der Finanzbeziehungen zwischen dem Reiche und den Einzelstaaten zur näheren Prüfung unterbreitet und dabei auf die ungünstige Lage der Reichsfinanzen hingewiesen hat, die einen weite- ren Aufschub der allseitig als unabweisbar erkannten Reform nicht tunlich erscheinen läßt. Und weiter ergibt sich aus der offiziösen Verlautbarung, daß zwischen den Regierungen der beiden größten Bundesstaaten über das Wesen dieser Reform Uebereinstimmung herrscht: Der neue Reichsschatzsekretär Frhr. b. Stengel hat die Vorschläge des Kanzlers d. h. seine eigenen Vorschläge eingehend begründet, und der bayetische Finanzminister v. Riedel hat seine Zustimmung zu diesen Vorschlägen erklärt. Ueber das Wesen der Reform selbst wird in der offiziösen Mitteilung nichts verlautbart. Aber es bedarf keines großen Scharfsinns, um einen sicheren Schluß auf das Wesen dieser Reform zu ziehen, wenn man sich vergegenwärtigt, daß Frhr. v. Riedel ein überzeugter Schüler Miquels und Frhr. v. Stengel, der jezige Reichsschatzsekretär, ein Schüler seines Landsmannes v. Riedel ist. Danach ist mit Bestimmtheit anzunehmen: Die geplante Reichsfinanzreform wird sich auf der Grundlage aufbauen, auf der die Reformpläne Miquels fußten. Wir haben die Miquelschen Finanzreformgedanken an dieser Stelle bereits ausführlich behandelt, so daß es sich erübrigt, auf ihre Einzelheiten einzugehen. Ueberdies dürften die jetigen Pläne auch, bei aller grundsätzlichen Gleichheit, in Einzelheiten von den Miquelschen sich unterscheiden. Darauf läßt eine Rede schließen, die Frhr. v. Riedel bei der Vorlegung des bayerischen Budgets Ende September im bayerischen Landtag hielt. Seine Finanzpolitik geht zwar, wie die Miquels, darauf hinaus, die Einzelstaaten von jeder Haftbarkeit für die Reichsbedürfnisse frei zu machen und so das Reich zu zwingen, seinen ganzen gegenwärtigen und zufünftigen Bedarf aus in direkten Steuern zu decken und die gesamte direkte Steuerkraft der Bevölkerung den Einzelstaaten rückhaltlos zu überlassen. Indessen ist Frhr. b. Riedel im Gegensatz zu Miquel fein Freund einer erhöhten Besteuerung des Bieres, und wenn er ein Freund der Tabaksteuer ist, so weiß er doch genau, daß diese Steuer ebenso wie die Biersteuer vorderhand bei der ausschlaggebenden Partei im Reiche, beim Zentrum, ebensowenig Gegenliebe finden wird wie zu Miquels Tagen. Die Frage ist nun: welche indirekte Reichssteuer neu eingeführt oder erhöht werden soll, um der Steigerung der Matrikularbeiträge der Einzelstaaten entgegen zu wirken. Hierüber Vermutungen anstellen zu wollen, kann nur Sache leichtfertiger Kombinationspolitiker sein. Nur so viel darf man schon angesichts der Abneigung des Zentrums gegen jede neue Steuer, die die schwächeren Schultern belastet mit Sicherheit voraussetzen, daß von neuen Steuern auf die Gegenstände, die zur Lebenshaltung der unteren und mittleren Bevölkerungsschichten gehören, Abstand genommen werden wird. Die neuen indirekten Steuern, die von der Regierung vorgeschlagen werden sollen, dürften samt und sonders solche sein, an deren Aufbringung in erster Linie und wohl ausschließlich die bemittelten Klassen beteiligt sein werden.. Zur Ergänzung der immerhin kaum sehr hohen Erträge solcher indirekten Steuern könnte vielleicht trotz der dadurch herbeigeführten Durchbrechung des Systems- eine einzige direkte Steuer neu geplant sein: die Wehrsteuer. Indessen sprechen gegen diese so viele gewichtige Gründe, daß die Regierung auf die Empfehlung dieser Steuer verzichten wird. Tut sie es nicht, so ist doch die Ablehnung dieser Steuer so gut wie sicher. Für andere direkte Steuern, wie die Reichseinkommen und die Erbschafts steuer, mag wohl bei den parlamentarischen Kreisen Meinung bestehen, doch stoßen sie auf entschiedenen Widerstand bei der Regierung. Deshalb ist auch an ihre Einführung nicht zu denken. Das sicherste und dauernd erfolgreiche Mittel, die etwas im argen liegenden Reichsfinanzen wieder auf eine gesunde Basis zu stellen, bleibt nach wie vor die Beobachtung größtmöglicher Sparsamkeit in den Ausgaben. Man darf zu der Regierung das Vertrauen haben, daß sie diese Sparfamkeit, die selbstverständlich an den notwendigen Lebensbedürfnissen des Reiches ihre Grenze finden muß, gewissenhaft walten laffen wird. Die Brettener Melanchthonfeier. + Karlsruhe, 21. Oftober. In dem kleinen badischen, früher Kurpfälzischen Städten Bretten vollzog sich die festliche Einweihung eines stattLichen Baues, einem Kinde der Stadt zu Ehren und zugleich emem der größten Söhne Deutschlands zu bleibendem Gedächtnis: Das Melanchthonbaus, auf Anregung des Berliner Theologieprofessors D. Nikolaus Müller, eines geborenen Rheinpfälzers, in Angriff genommen und mit Gaben aus der ganzen evangelischen Christenheit erbaut, will das wirken und die Persönlichkeit des hervorragendsten Mitarbeiters Luthers der heutigen Welt in einem vom Geist des reformatorischen und humanistischen Zeitalters durchwehten Museum zum Bewußtsein bringen. Die überwältigende Persönlichkeit des„ Lehrers Deutschlands", wie die Geschichte ehrend den Sohn des pfalzgräflichen Waffenschmiedes und Rüstmeisters Schwarzerd nennt, tritt uns in allen Räumen des gotischen Baues aus rotem Wertheimer Sandstein lebendig entgegen. Von der vielgegliederten hochragenden Giebelfront angefangen, die über den Wappen aller Städte, die auf dem Lebensweg Melanch thons Bedeutung besißen, von Bretten bis Wittenberg, die Widmung trägt: Gott zu Ehren, Melanchthon zum Gedächtnis Errichtet von der evangelischen Christenheit. Im Erdgeschoß empfängt uns eine ſtattliche Halle, in der die meisterhaften Statuen Melanchthons und seiner Mitreformatoren: Luther, Bugenhagen, Jonas, Brenz, Calvin und Buzer im gedämpften Licht der reichbemalten Fenster den Besucher auf die intimen Reize der inneren Gemächer vorbereiten. Das Städtezimmer mit den Wappen von 121 Städten, die in brieflichem Verkehr mit Melanchthon standen; das Fürstenzimmer mit den Wappen von Fürsten und edlen Herren, die dem Reformator Freund waren; das Theologenzimmer, in dem die geistlichen, das Humaniſtenzimmer, in dem die weltlichen gelehrten Mitarbeiter und Freunde Melanchthons ihren würdigen Plaz gefunden haben- allen diesen mit Kunstsinn und feinem Geschmack ausgestatteten Räumen ist der Stempel seiner tiefgründigen Wirksamkeit unverkennbar aufgeprägt. Sie bilden den stilgerechten Arbeitsraum für den Forscher, der aus der mit ihnen verbumdenen kostbaren Bibliothek, die alles auf Melanchthon und sein Lebenswerk auffindbare Material zusammenfaßt, schöpfen und das Gefundene in zeitgenössischen Geiste des großen Reformators auf sich wirken lassen will. Zur Einweihung vereinten sich denn auch kirchliche und wissenschaftliche Krcise in gemeinsamer Feier unter dem Vorantritt des Großherzogs von Baden, der mit seiner Gemahlin und dem Erbgroßherzogspaar erschienen war. Steht er doch auch an der Spize des Kuratoriums, das die Verwaltung der Stiftung leitet. Weiter waren anwesend die Erbprinzessin von Anhalt sowie als Vertreter des deutschen Kaisers General v. Lindequist aus Stuttgart. Nach einem einleitenden Festgottesdienst in der Stadtkirche fand auf dem romantischen, in Fahnen- und Guirlandenschmuck prangenden Marktplatz der eigentliche Festakt statt, bei dem Professor Müller ein fesselndes, volkstümliches Lebensbild Melanchthons entwarf. Im Festraum des Hauses, dessen Tür der Großherzog eigenhändig öffnete, folgten dann die Ansprachen der Vertreter der Kirchenbehörden und der Unibersitäten. Den Schluß der stimmungsvollen Feier bildete die Aufführung des von Herrn v. Freydorf verfaßten Melanchthon- Festspiels und am Abend eine glanzvolle Illumination, die die architektonischen Schönheiten des neuen Baues und seiner altertümlichen Umgebung wunderbar ergreifend hervortreten ließ. Hochzeitsreife zu den Kannibalen. Die Abenteuer des Grafen Festetics.- Wunderliches Zeitalter, in dem wir leben! Die Sucht nach eigenartigen und gefahrvollen Aufregungen, treibt immer wieder neue, sonderbare Blüten. Sogar der Honigmond, das stille„ Glück im Winkel" der Neuvermählten, wie es die Poeten seit Urväter Zeiten preisen, kann ihrem Ansturm nicht mehr standhalten. Hochzeitsreisem im Automobil mit obligaten Bein- und Halsbrüchen, in der Gondel des Luftballons, im kleinen Boot auf sturmgepeitschtem Meere sind längst nichts mehr neues. Einen Anspruch auf Originalität kann aber die Idee des Grafen Rudolf Festetics de Tolna erheben, der die Auserwählte seines Herzens, wie er in einer soeben erschienenen Beschreibung seiner Reise selbst erzählt, an feinen angenehmeren Ort zu führen wußte, als geradenwegs zu den Menschenfressern auf den Neuen Hebriden. Eine eigene Art, seine Liebe zu beweisen. Oder wollte ihn etwa die Geliebte prüfen, ob es ihm mit seinem Schwur:„ Er hätte sie zum Fressen gern," auch ernst war? Das wäre doch eine etwas gefährliche Liebesprobe. Ja, wenn es sich noch um die Schwiegermutter gehandelt hätte, da hätte der gute Festetics vielleicht zugebissen, denn sie scheint ihn vor Antritt der Reise gehörig geärgert zu haben. Bei den Menschenfressern hat sich das junge Ehepaar aber schließlich schlecht und recht amüsiert, und das ist ja am Ende die Hauptsache, obgleich wirklich Geschmack dazu gehört, sich in solcher Gesellschaft, noch dazu mit einer jungen, zum Anbeißen" niedlichen Frau, wohl zu fühlen. Nachdem sie etwa vierzehn Monate von San Francisco fort waren, famen sie nach Tanna, der am meisten kannibalischen und wildesten Insel der Neuen Hebriden. Ein gelblicher Rauch stieg vom Vulkan auf, der nahe dem Ufer gelegen ist, und Dämpfe erhoben sich von dem heißen Waffer, das an den Seiten des Vulfans niederrann. Die Bai war früher viel größer gewesen, aber eine Gruption hat die Hälfte davon mit Blöcken von Lava gefüllt. Eine Reihe von Feuern am Meere entlang waren eine Einladung für die Wilden, sich zu nähern. Man sah sie erregt zu Hunderten herbeilaufen. Der Graf schickte einige seiner Leute wohlbewaffnet zu ihnen, und die Wilden famen freimütig auf sie zu, ohne Furcht zu zeigen. Ihre Gesichter waren schrecklich anzuschauen; sie hatten einen Ausdruck wilder Tierheit, von List und Grausamkeit. Der Graf bot dem König ein Stück Baumwollenzeug an, das dieſer um seine Lenden schlug; solches Zeug wurde auch einigen von denen gegeben, die ihn begleiteten, aber sie bekleideten sich nicht damit, sondern hielten es in der Hand. Missionäre haben sich bemüht, den Wilden ihr Gelüste nach Menschenfleisch zu nehmen; aber man hat diese Leute getötet. Es war übrigens zur Zeit der Anwesenheit des Grafen ein Missionär da, der vor einiger Zeit angekommen war und den man noch nicht ermordet hatte. Er wohnte in einem anderen Teile der Insel. Uebrigens machte er keine Bekehrungen. Der König sagte dem Grafen folgendes: „ Der Missionär will uns das Essen von Menschenfleisch verbieten, aber unsere Väter haben es ebenfalls verzehrt, warum soll ich es nicht essen wie sie!" Der Graf fragte ihn, ob er schon das Fleisch von Weißen gegessen habe. Sa," antwortete er, aber ich bin kein großer Liebhaber davon... Und warum das?" antwortete der Graf ein wenig verlegt. „ Es hat einen schlechten Geschmack; es ist zu gesalzen." Die Wilden haben das Fleisch ihresgleichen lieber; aber der König gestand, daß er am meisten das Fleisch von Gelben vorziehe. Er kommt manchmal in die Gegend der chinesischen nud japanischen Inseln; das Fleisch der Leute dort sei ein Gericht für Götter. Während der Graf noch mit den Wilden unterhandelte, kamen andere herbei, die ihnen sagten: Ihr habt eure Geschäfte beendigt, geht jeẞt weg, damit wir euern Platz einnehmen und unsererseits verkaufen." Die zuerst dageweſenen verweigerten den Rückzug und ein Kampf entstand. Man sah den Chef derjenigen töten, mit denen der Graf soeben Handel abgeschlossen hatte, und dieser Verlust setzte die Krieger seines Stammes so in Schrecken, daß sie die Flucht ergriffen. Die neuen Anfömmlinge boten dem Grafen von ihren Waren an: immer Schweine, immer Hühner, immer Kofusnüsse 2c. Da man mit den Siegern zart umgehen mußte, kaufte man ihnen gegen Tabak und andere Dinge ihre Waren ab. Während dieser Unterhandlungen sah man die Wilden sich auf die Leichen werfen und sie in Stücke schneiden. Andere sammelten unterdes trockene Zweige und zündeten das Feuer an, um das Menschenfleisch zu braten. Nach einer halben Stunde war das kannibalische Mahl fertig. Man befreite den Backofen von der Erde, die ihn bedeckte, und jeder nahm seinen Teil von Fleisch und Eingeweiden... Und zu diesem appetitlichen und troß aller Versicherungen des einen Häuptlings, daß das Fleisch von Weißen zu salzig sei, doch recht gefährlichen Schauspiel führt ein moderner Bräutigam seine junge Frau? Sonderbarer Schwärmer! Die Politik. Die Ernennung des bisherigen Direktors im Reichsjustizamte, Wirkl. Geh. Rates Gutbrod zum Reichsgerichtspräsidenten, die unser CB.- Mitarbeiter schon seit langem ankündigte, sieht unmittelbar bevor. Gutbrod, der aus dem württembergischen Richterstande hervorgegangen ist und nahezu 25 Jahre dem Reichsjustizamt angehört hat, gilt als einer der ersten Kenner unseres öffentlichen und privaten Rechts; seine Vorbildung liegt wesentlich auf zivilistischem Gebiete, während sein Vorgänger aus der staatsanwaltlichen Laufbahn hervorgegangen war. Gutbrod steht im sechzigsten Lebensjahre und soll sich einer ungewöhnlichen Arbeitskraft erfreuen. Zu Gutbrods Nachfolger im Reichsjustizamt wurde der Wirkt. Geh. Oberregierungsrat Dr. Hoffmann ernannt. Zu der Erwiderung des Freiherrn v. Podewils auf die Interpellation des bayerischen Zentrums wird uns geschrieben: Bodewils machte den Versuch einer Rechtfertigung, obwohl er erklärte, die Regierung habe eine Rechtfertigung" nicht nötig. Als Quintessenz des Ganzen ist der Sak zu betrachten, daß lediglich Meinungsverschiedenheiten über die Frage, ob der Vorsißende im Ministerrate zu gewissen Handlungen ohne vorherige Fühlungnahme mit den anderen Ministern befugt sei, jene Ministerkrisis heraufbeschworen hätten. Crailsheim habe die Lage verschärft, indem er in jenem Zeitpunkte seine Entlassung erbeten habe. Die Krisis habe damit zu jener Lösung gedrängt, die sie durch Genehmigung des Abschiedsgesuches gefunden habe. Eine Veränderung in den Regierungsgrundsäßen sei infolge des Personalwechsels nicht eingetreten. Nach wie vor werde das Ministerium die guten Beziehungen zum Reiche auf GrundLage der Reichsverfassung sorgfältig pflegen und sich bei Führung der Geschäfte im Innern nicht von Parteirücksichten Leiten lassen. Der bisherige türkische Botschafter am Berliner Hofe, Tewsif Pascha, der zur Zeit in Konstantinopel weilt - wird ―er wurde seinerzeit bekanntlich dorthin berufen Mehrfach Schiffen. ertönte stufe Der Bewunderung bon den Bouverneurs feinen Hafen von Man eingelaufen sein, denn selbst die Jacht des och niemals wohl mochte ein ähnliches Fahrzeug in den Hielt Vergleich mit der des Mr. müde wurde, neugierig nach all den tausend kleinen Dingen giltigkeiten gehören, aber zu fragen, welche in London zu den alltäglichsten Gleichhatten. verkehr den hier auf der von allem Weltganzen Reiz der Neuheit Magnus härte fchmeigend 21: entfernten Insel faum berſtand er etwas Magnus Hause zurück. und doch noch so jugendlich die den Oghams Gäste auf sie gemacht hatten, und mußte nicht genug zu rühmen, wie schön die Tochter und wie würdig Frau Redwar sprach lebhaft den günstigen Eindruck aus, begleitete Frau Nedwar und Erse nach ihrem Kleinod untersucht. fie gibt den winzigen Propellern die Kraft, den Torpen nist, alle baben mit Liebe und Aufmerksamkeit das teure Torpedo abgefeuert wird. Kommandant, Maat, MaschiEs ist ein spannender Moment, wenn von Bord aus ein Dann arbeitet die Dampfluftpumpe,- auer Wahrscheinlichkeit nach nicht auf seinen Posten zurückkehren. Es heißt, daß die allbekannte Komplottriecherei im Mildiz Kiosk daran schuld sei. Eine Unzahl von Anklagen gegen ihn seien erhoben und seine Stellung dadurch unhaltbar geworden. Der Zarenbesuch in Italien wird nun doch stattfinden! Der italienische Botschafter in Petersburg, der soeben in Rom eingetroffen ist, hat bestimmt erklärt, daß der Zar seine Reise nach Italien im kommenden Frühjahr unternehmen wird. Sollten auch dann sozialistische Kundgebungen angefündigt werden, so wird die Zusammenfunst zu Schiffe, und zwar im Hafen von Neapel stattfinden. Der Besuch des Zaren soll in die Zeit unmittelbar vor oder nach dem Besuche Loubets in Rom fallen. Dieses unerwartete Entgegenkonumen des russischen Herrschers ändert indessen nichts an der Tatsache, daß das Schicksal des Kabiketts Zanardelli besiegelt ist. Zanardelli hat sein Rücktrittsgesuch, dem sich die übrigen Mitglieder des Kabinetts angeschlossen haben, mit den üblichen Gesundheitsrücksichten begründet. Er empfiehlt dem König als seinen Nachfolger Visconti Venosta, dem früheren Minister des Auswärtigen und Ministerpräsidenten. Von anderer Seite wird Giolitti als fünftiger Ministerpräsident genannt. In jedem Falle dürfte das neue Kabinett nur ein Uebergangsministerium sein. O Der neue Papst hat während seiner kurzen Regierungszeit schon manchmal zu abenteuerlichen Gerüchten unbeabsichtigt den Stoff geliefert. Auch eine neue Meldung ge hört offenbar zu dieser Kategorie. Danach versuche Papst Pius X. neuerdings auf nichtoffiziellem Wege Verhandlungen mit der italienischen Regierung über einen modus vivendi zwischen Vatikan und Quirinal anzuknüpfen. Als feine Motive seien erstens seine Friedensliebe und zweitens seine Lust an Bewegungsfreiheit anzusehen. Punkt zwei deckt sich also mit früheren Versionen. Natürlich, so wird hinzugefügt, läge dem Papst daran, daß Italien„ auf ihn zufäme".... Man wird nicht lange auf das Dementi dieser Information" zu warten brauchen. Sie ist nur deshalb von Interesse, weil sie offenbar wieder einen von den Tropfen darstellt, die den Stein höhlen sollen. Das norwegische Ministerium Blehr hat seine Entlassung gegeben. Der Führer der Rechten im Storthing, Professor Dr. Hagerup, hat dem König bereits eine neue Ministerliste unterbreitet und ist mit der Bildung des neuen Kabinetts beauftragt worden.. [ Eine gefährliche Schaustellung. In Völklingen produzierte sich auf der Kirmes eine Tierbändigerin, die eine Riesenschlange um ihren Hals legte, um die Ungefährlichkeit des Tieres darzutun. Die Schlange zog sich jedoch plötzlich zusammen und preßte dem Mädchen den Hals zu, so daß es erstickte. Der Budenbesizer hieb so lange auf das mörderische Tier los, bis es zerstückelt und unschädlich gemacht war. [ Das Maulwurfspelzwerk,] das diesen Winter die Mode beherrschen wird, erregt schon jetzt das Entzücken aller Pariser und Londoner Damen. Im Durchschnitt mißt ein Maulwurfsfell nur drei zu zweieinhalb Zoll. Wenn deshalb ein alles bedeckender Motorrock für Damen aus Maulwurfsfellen gemacht werden soll, müssen 700 Tiere getötet werden! Eine gewöhnliche Stola von der jetzt modernen Breite und Länge erfordert 150 Felle. Die Pelzhändler Londons und anderer europäischer Hauptstädte brauchen also Maulwurfsfelle millionenweise. Die schottischen Maulwürfe sind die schönsten und besten. Ihr Pelz zeigt einen deutlichen blauen Ton in seinem Grau. Er ist auch sehr dicht und vollkommen weich. Ein ungegerbtes Fell kostet dem Pelzhändler 75 bis 85 Pfennig; soviel muß er dem Fänger bezahlen, selbst wenn er die Maulwürfe zu tausenden bestellt und kauft. Die Pelzhändler suchen natürlich das fleine Fell möglichst vorteilhaft zu verwenden. Manchmal werden die kleinen Felle übereinander gelegt, was sehr gut wirft. * Im Riesenstreik in Armentieres dürfte demnächst doch wohl eine friedlichere Stimmung Plaz greifen. Der sozialistische Führer Jaurès soll die Absicht haben, seinen Einfluß in beruhigendem Sinne geltend zu machen. Auch in Dünkirchen wird's ruhiger. Die Kohlenverlader haben sich die Mißbilligung der Hafenarbeiter zugezogen, weil sie ohne Zustimmung der Genossenschaft in den Ausstand eingetreten sind. Infolgedessen wird den braven Leuten wohl nichts anderes übrig bleiben, als die Arbeit wieder aufzunehmen. Bedrohlicher sieht die Sache in Bilbao aus, wo sich die Zahl der Ausständigen jezt auf nahezu 19 000 beläuft. Der Eisenbahnverkehr ist unterbrochen, und die Gendarmerie mußte verstärkt werden. In Bulgarien scheint man friedlich werden zu wollen. Neuerdings wurde wenigstens die Entlassung einer weiteren Reserveklasse verfügt. Dazu wird offenbar offiziös bemerkt, daß die Regierung überhaupt zu größeren Entlassungen bereit sei, wenn die Türkei dasselbe tue. Bisher lag die Sache bekanntlich umgekehrt. ** Lokales. Gießen, 22. Oftober 1908. * Der Großherzog empfing am 21. Oktober u. a. den Oberpfarrer Vogt von Lauterbach, den Professor Gisebius von der Landesuniversität Gießen. ** Geburtstag der Kaiserin. Auf den öffentlichen Gebäuden wehen heute aus Anlaß des 45. Geburts. tags der Kaiserin die Fahnen, die Truppen haben einen dienstfreien Tag und Parade- Anzug angelegt. Vertrauens voll blickt das deutsche Volk zur Kaiserin Augusta Viktoria, der vielgeprüften Tochter vom Fürstenstamm des meer. umschlungenen Schleswig- Holstein empor und wünscht ihr, der hohen Protektorin der Nächstenlieben, daß allzeit die Liebe des Volkes, der Segen den sie so reich ausgestreut, erhalten bleibe. Die meiſtverschuldete Stadt in Deutschland ist nach einem soeben erschienenen statistischen Ausweis die Reichshauptstadt. Sie hat rund 313 Millionen Anleihe und sonstige Schulden, einschließlich eines vorübergehend aufgenom= menen" Darlehns von 9,7 und der Amts- u. s. w. Kautionen von 11,2 Millionen Mark. Die nächſtgrößte Schuldenlast hat die Stadt München( 147,5 Millionen), dann folgen Frankfurt a. M. mit 107, Leipzig mit 82,6, Köln mit 73,4, Hannover mit 68,8, Dresden mit 63,3 und Breslau mit 57 Millionen Mark. Unter den folgenden sieben Städten, die zwischen 40 und 50 Millionen Schulden haben, befindet sich auch das„ reiche" Charlottenburg mit 43,5 Millionen; mehr haben Elberfeld, Magdeburg, Nürnberg und Düsseldorf( von 47 Millionen herab bis auf 44), weniger Mannheim und Stettin( 42 Millionen). Auch in Bezug auf die Höhe der Gesamtausgabe für Tilgung und Verzinsung der Schuldenlast steht Berlin( mit 16% Millionen Mark) an der Spize; den nächst höheren Betrag hat zu diesem Zweck aber Köln( mit 10,8 Millionen) aufzuwenden und ihm folgen dann erst München( mit 8,4) und Frankfurt a. M.( mit 7,4 Millionen Mark). Die Gesamtsumme der Schulden für 52 Städte beläuft sich auf über 1865 Millionen Mark, nicht gerechnet eine inzwischen neu aufgenommene Anleiheschuld von 216 Millionen, zu der bald auch noch die Berliner 228 Millionen- Anleihe wird zu rechnen sein. Die von dem Schotten Maclean gegebene Schilderung der Lage in Marokko erweist sich doch als recht euphemistisch. Jetzt sollen sich die Schürfa, ein außerordentlich einflußreicher Stamm, dem Präsidenten Bu- Szumare, der schon von aller Welt verlassen sein sollte, angeschlossen haben. Damit wäre für den Sultan die Lage sehr verschlechtert. Auch heißt es, daß neuerdings die Regierungstruppen wieder einmal von den Insurgenten geschlagen worden wären und ernsthafte Verluste erlitten hätten. Weiter berichtet man, daß eine Verschwörung, die sich gegen das Leben des belgischen Gesandten richtete, nur an der Uneinigkeit der Stämme im legten Augenblicke gescheitert sei. Und Maclean wußte doch soviel Schönes über die unangetastete und unantastbare Herrschaft seines reformfreudigen Sultans zu sagen und über die gewitterlose Ruhe, die im Lande herrsche und nur von Böswilligen für ein unhaltbarer Zustand erklärt werde! Heer und flotte. Die veralteten Hochsee- Torpedoboote werden auf der Kieler Werst zur Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit mit neuen Kesseln versehen und sollen hernach in der Ostsee eine Division bilden. Der Marine- Verein von Kiantschou ist als erster Kriegerverein aus unseren Kolonien dem Kyffhäuser- Bund beigetreten. Der Verein zählt 6 Ehrenmitglieder und 71 Mitglieder. Eine neue Mitrailleuse ist von einem gemeinen franzö fischen Soldaten erfunden worden. Das Kriegsministerium wendet der neuen Waffe seine spezielle Aufmerksamkeit zu. Die Mitrailleufe ist 2 Meter und 15 Zentimeter lang und wiegt 1800 Kilogramm. Sie ist aus 20 Rohren zusammengesezt, die in zwei Minuten 480 Schüsse abgeben können mit einer Munition von 24 Patronen für jeden Lauf. Die Läufe sind nach Art der Lebelgewehre gezogen und die Schußweite beträgt 3000 Meter. Nah und fern. Die 228 Millionen- Anleihe der Stadt Berlin ist von der Regierung genehmigt worden. Sie soll in zwei Serien zerlegt und nach Bedarf ausgegeben werden. Die erste soll in Höhe von 128 Millionen Mark ausgegeben und vom 1. April 1908 ab amortisiert werden. Der Zinsfuß ist auf 3½ v. H. festgestellt. W. 8 wi Stiebelmarkt meetftens Wet mittags noch zahlreiche Kun aus gut enti Nachmittags a Mare per Ctr. 4-4,50 M. p + Geba ** Wie uns aus sicherer Quelle mitgeteilt wird, ist Herr Pfarrer Schwabe zu Rödgen zum Pfarrer der Markusgemeinde zu Gießen ernannt worden. * Die Vorlage des Oberkonsistoriums, die Aus. arbeitung eines Kirchenbuches für die evangel. Kirche des Großh. Hessen wurde, wie vom Geh. Kirchenrat Köstlin- Gießen ausgeführt, von der Landessynode genehmigt. Der 1. Teil liegt im Druck bereits vor, der 2. Teil soll ohne weitere Beschlußfassung der Synode fertig gestellt werden. Freiherr v. Wrede verhaftet. In Köln a. Rh. wurde der Freiherr Georg v. Wrede verhaftet, der vor einiger Zeit von der Straffammer in Braunschweig wegen Betruges zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, sich aber der Vollstreckung des Urteils durch die Flucht entzogen hatte. Der Festgenommene wurde in sicherer Begleitung der Strafanstalt in Wolfenbüttel zugeführt. * * Ortsgewerbeverein- Gießen. In der am 20. d. Mtz. abgehaltenen Generalversammlung, welche sehr schwach besucht war, wurde über das geplante Genossenschaftswesen für das Großherzogtum Hessen verhandelt. Nach längerer Debatte, in welcher das Für" und„ Wider" lebhaft zum Austausch gebracht wurde, beschloß man:„ das geplante Unternehmen durch Aufnahme von 5 Aftien à 200 Mt. zu unterstützen, im übrigen aber zunächst noch eine abwartende Stellung einzunehmen, und zwar ins besondere deshalb, weil man für die Allgemeinheit einen tatsächlichen Nutzen z. Zt. noch nicht erkennen tann." Ein peinlicher polizeilicher Mißgriff passierte in Meiningen. Dort arretierte ein Polizist die Gattin des kommandierenden Generals des XVI. Armeekorps, v. Stößzer, die zusammen mit ihrem Gemahl in einem dortigen Hotel Wohnung genommen hatte. Der General, der unmittelbar hinter seiner Gemahlin ging, intervenierte sofort, und der Beamte entfernte sich unter Entschuldigungen. Einweihung des Potsdamer Kaiser Friedrich Denkmals. Auf dem Luisenplatz zu Potsdam wurde das von der Stadt errichtete Standbild Kaiser Friedrichs, ein Werk des Bildhauers Eugen Börmel, in Anwesenheit des Kaiserpaares, des Kronprinzen und der in Berlin weilenden Prinzen und Prinzessinnen feierlich enthüllt. Die Prinzen Eitel Friedrich, Adalbert, August Wilhelm, Oskar und Joachim waren bei der Leibkompagnie des 1. Garde- Regiments eingetreten, die zusammen mit der Leibeskadron der Garde du Corps die militärischen Ehren erwies. Der Kaiser, in der Uniform des 1. Garde- Regiments, und die Kaiserin, in einem mattblauen Sammetkostüm, nahmen in einem prunkvollen Baldachin Platz. Nach einer Hymne des Männergesangbereins entwarf Bürgermeister Vorfastner in kurzen Worten ein Lebensbild des Kaisers Friedrich. Dann fiel die Hülle, während die Truppen präsentierten. Mit dem Gesang der Nationalhymne und dem„ Niederländischen Dankgebet" schloß die erhebende Feier. * Die Verhaftung eines mutmaßlichen Anarchisten wird aus Kiel gemeldet. Auf dem dortigen Hauptpostamte erschien ein Fremder und nahm die Berliner anarchistische Zeitschrift Neues Leben" in Empfang. Ein benachrichtigter Polizeibeamter stellte fest, daß der Unbekannte Ausländer ist und unter verschiedenen Namen aufzutreten pflegt. Er hat demnächst seine Ausweisung zu gewärtigen. Dynamitattentat. Gegen das Haus des Pfarrers in dem luxemburgischen Orte Medernach wurde ein Dynamitattentat gerichtet, das großen Sachschaden anrichtete. Es handelt sich um einen Racheakt. ** Gemälde- Ausstellung. Dr. Caesar, der Besizer des alten Gebäudes, die frühere Hirsch- Apotheke am Markt zu Gießen, hat deren untere Räume auf einige Wochen Leib dem Aelteren überlassen, welcher darin eine Gemälde- Ausstellung veranstalten wird. A Neuer Raubanfall auf eine russische Bahn. Aus Tambom wird gemeldet, daß zwischen Tambow und Ljade der Rjäsan- Uralschen Bahn in einem Güterzuge der Versuch gemacht wurde, einen Wagen zu berauben. Der Schaffner wurde verwundet. Die Uebeltäter entfamen. In kurzer Zeit ist dies schon der dritte Fall, daß russische Bahnzüge von Räubern überfallen werden. - Herr Theaterdirektor Steingoetter teilt uns mit, daß von jeßt an für eine gleichmäßige Durchwärmung des Theatersaales Sorge getragen ist.- Dringend wird auch darauf hingewiesen, daß der Anfang der Vorstellungen pünktlich 8 Uhr stattfindet. " Blattes.) ** Stadttheater Gießen. Auf vielseitigen Wunsch findet am nächsten Sonntag noch eine Extra- Aufführung von Der blinde Passagier" statt; da dies die zweite Aufführung des Stückes im Sonntagsabonnement ist, so wird den Abonnenten gestattet, für ihre Plätze Gutscheine für eine andere Abonnementsvorstellung ohne Aufschlag einzulösen. Diese Sonntagsaufführung des hübsch ausgestatteten Stückes ist unter allen Umständen die letzte. Sonntag Nachmittag 3,30 Uhr findet die erste Kindervorstellung der Saison statt und zwar gelangt„ Die Mär vom tapferen Schneiderlein" zur Aufführung. * Selbstmordversuch. Heute vormittag wurde in Gießen ein 16jähriges Mädchen, das anscheinend freiwillig den Tod in der Lahn am sog. Konfirmandensprung suchen wollte, von dem Bademetster Phil. Müller, und zwar in dem Moment als es untergehen wollte, gerettet. Müller war ca. 80-100 Meter von dem Tatort entfernt und sprang dem Mädchen, das etwa 20-25 Meter vom Ufer entfernt war, nach. Das Mädchen wurde seinen Eltern zugeführt. Präsident Steijn an der Riviera. Der frühere Präsident des Dranjefreistaates, Steijn, weilt seit einigen Tagen in Cannes an der Azurküste, um sich von den Prüfungen der letzten Jahre zu erholen. In einer kleinen Villa an der prächtigen Promenade de la Croisette hat sich der Erpräsident des Dranjefreistaates mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern niedergelassen, zwei reizenden Mädchen von zehn und zwölf Jahren, mit rosigen Gesichtern und langen, seidigen blonden Locken. Die bescheiden aussehende Villa liegt etwas außerhalb der Stadt Cannes in vollkommener Ruhe. Das Wohnhaus ist in Palmen verborgen; präch tige Gärten umgeben es, und der Blick erstreckt sich auf das Meer. Hier verbringt Steijn, in einem kleinen Wagen sitzend er kann nicht gehen einen Teil seiner Tage. Eine Lähmung seiner Glieder zwingt ihn zur völligsten Unbeweglichkeit. Nur sehr schwer fann er sich seiner Hände bedienen, so daß seine Frau ihm bei Tisch das Essen vorschneidet. Der Präsident muß die strengste Ruhe beobachten, er darf niemand empfangen, kaum daß einige Freunde sekundenlang mit ihm sprechen. Bunte Chronik. In dem Kurhaus auf der Heide bei Stuttgart erfolgte eine schwere Gaserplosion. Der Architekt Hauser sowie ein Kurgast und ein Hausdiener erlitten schwere Brandwunden. D. beb und lo wer t noch wenn bon vergif lägt a in g die und und Dent wie le nur D du wi lag n Schlim nur fr und h Ulrichstein, bm Treibern de Felbtrüden tot bean Rumpfe g Verm ßte erhär § Die diesjährigen Kontrollversammlungen im Kreise Alsfeld finden statt: zu Nieder- Ohmen am 12. Nov., vorm. 9,20 Uhr, am Bahnhof für die Bes wohner von Azenhain, Bernsfeld, Elpenrod, Ermenrod mit der Herrnmühle, Flensungen mit Mücke, Hainbach, Ilsdorf, Kirschgarten, Lehnheim, Merlau mit der Herrnmühle und Trippmühle, Nieder- Dhmen mit Ober- Grubenhof, Ober. Dhmen mit der Lackmühle und Rahnsmühle, Ruppertenrod mit der Nikolausmühle, Wettsaasen. Am 12. Nov., nachm. 3 Uhr am Bahnhof in Nieder- Gemünden für die Bewohner von Bleidenrod, Büßfeld, Burg- Gemünden, Deckenbach, Ehringshausen mit Oberndorf, Gontershausen, Haarhausen, Höingen, Homberg mit Wäldershausen, Maulbach, Nieder- Gemünden, Nieder- Ofleiden, Ober- Dfleiden, Otterbach, Rülfenrod, Schadenbach. Zu Kirtorf am 13. Nov., vorm. 9,30 Uhr, auf dem Marktplaß, für die Bewohner von Appenrod, Arnshain, Bernsburg, Dannenrod mit Neu- Ulrichstein, Erbenhausen, Gleimenhain, Heimertshausen, Kirtorf, Lehrbach mit Schmitthof, Ober- Gleen, Ohmes, Ruhlkirchen, Wahlen. Zu Ober- Breidenbach am 13. Nov., nachm. 2 Uhr auf dem Brunnenplaß. für die Bewohner von Groß- Felda, Restrich, Klein- Felda, Nieder- Breidenbach, Ober- Breidenbach, Romrod, Schellnhausen, Storndorf, Strebendorf, Vadenrod, Windhausen, Zeilbach mit der Burgmühle und Duckbörnerhof. In der Grube Victoria bei Senftenberg stürzte ein Stollen ein; drei Bergleute wurden verschüttet. Bei einem heftigen Föhnsturme ist das Dorf Vasön im Taminatale bis auf ein Haus abgebrannt. 40 Familien sind obdachlos. Es liegt Brandstiftung vor. Die Oberlichen evangl. filiale Seilba #cennen und ( Nieder 2 Uhr, find Per Areistaffe Nied Müller b tagnacht in Straße über Loch in dersel abgeholt und Hofft Müller W. Viehmarkt Gießen. Der gestrige Fahrbiehmarkt hatte einen Vorrat von 80 Gangochsen. Troz des kleinen Quantums der aufgefahrenen Tiere, war, da es an Kundschaft fehlte, der Handel gedrückt. strengen Vorschriften zur Verhütung der Seuchengefahr beranlassen die Käufer zurückzuhalten. Trotz des schlechten Marktes verlangten die Händler hohe Preise und waren auch nicht zu bewegen, abzulassen. Bezahlt wurde für Gangvieb pro Paar 1. Sorte 860-900 Mark, einige wenige bessere Paare bis zu 950 Mark. 2. Sorte 770-840 Mf.; 3. Sorte 650-750 Mt. blieben ca. 12 Baar überſtändig- Der Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 800-900 Stück. Der Handel war bei guten mittleren Preisen überaus flott, so daß die Verkäufer ihren Vorrat schnell abgesetzt hatten und der Markt früh zu Ende ging. Markt: 10. und 11. November, am zweiten Markttage auch Krämermarkt. Es Nächster ** Alsfel Synode wur Defanats A Gern meifters Geor Mindern aus knäbchen im and und rol find lief dem Mutter zusehe fängenden wintrat. Bad- Na Murhauses ist lange dauern gginn des Ba boben verschn firche Blak 3 Fried purde gestern and Speiseha Musschant. (:) Bilb StodheimKriegser Am 14 Bezirksvorsitz iber feine Kr wir hier Fold Der Vo 17. Rompagni bem Ausbrud Dienftjahre, h 1866 teilgeno Damals noch Feine Pflichte 1870 zum zum Feldwel Am 16 Die Führun Rißner, vor die Appels in den umlie für die durd Rompagnie Tages fand ei Dort wurden war die Mob igung des Bepad der D Die 7. Komp ten. Als es ober 1908 Ottober u en Profe 7. f Den 45.0 haben Bertra ufta Bilt m des wünscht Ballzeit ausgeft eilt wird, Pfarrer Sie Sie ebang Geb. Kird des synode 8 bor, der Synode f In der jammlun das gepla rzogtum H er das wurde, bef nahme von aber zund und zwar heit einent Inn." c. Caesar,& irid): 2 pothe Räume ffen, weld ten wird. er teilt Durchwärme Dringend Borftella ettigen Muni Lufführung vo ite Aufführung So wird te heine für eine g einzulösen. teten Chides onntag Rad orstellung der om tapferen mittag wurde scheinend frei mandensprung Jer, und zwn ettet. Mülle entfernt und Leter vom Un nen Eltern zu mmlungen Der- Ohmen für die Be Ermenrod mit bach, Jlsdorf ernmühle und Ruppertenrob tov., nachm nhof, Ober n für die Gemünden, ontershaufen, aufen, Maul Ober- Dfleiden irtorf am play, für di Dannenro Seimers Dber- Glem reidenbad nenplay, fir Alein- Felba b, Schell Windhaufen, 7. trige Fahr bfen. Tr Ttere, wa rüdt Die euchengefahr Trok des hohe Breile n. Bezahl te 860-900 950 Mart 0 Mt. G weine Stid. Der Deraus flott abgefe Nächte Markttag W. 3 wiebelmarkt Gießen. Der gestrige| gonnen. Dieser Tage hat sich ein Komitee gebildet, das die Zwiebelmarkt hatte einen Vorrat von 350-400 Ctr. Weiterführung der Strecke über Erlenbach und Eschbach bis meistens Wetterauer Gewächs. Der Handel war Vor Homburg erstrebt. mittags noch wenig lebhaft, doch stellte sich nach Tisch zahlreiche Kundschaft ein, sodaß das Geschäft sich überaus gut entwickelte. Der Markt war gegen 5 Uhr Nachmittags ausverkauft. Bezahlt wurde für bessere Ware per Ctr. 5-6 Mt. Geringere Sorten erzielten 4-4,50 Mt. per Ctr. Blattes.) D, heb nur hoch dein Haupt empor und laß den Mut nicht sinken, wer weiß ob nicht aus Staub empor noch Hohes wird dir winken; wenn auch der Mensch erbärmlich zeigt von Neide sich getragen, vergiß; ein Funken Seeligkeit läßt alles dich ertragen. Litterarisches. - Der Tierschutz Kalender für 1904, herausgegeben vom Berliner Tierschutzverein, liegt uns vor. In seinem bunten Gewande mit schönen Deckelzeichnungen auf beiden + Gedankensplitter.( Von einer Leserin unseres mannigfaltige Inhalt auf 48 Seiten mit 25 Abbildungen, Umschlagfeiten nimmt er sich sehr nett aus. Dazu der wahrlich für 5 Pfennig so billig kommt er bei Bezug von 100 Stück- tann man nicht mehr verlangen! Es giebt verschiedene Tierschutz- Kalender. Der Berliner behauptet unter ihnen seinen eigenen Plaz. Er hat sich als Richtschnur das Wort genommen:„ Die Menschen lehr' als lehrtest du sie nicht." In fürzeren Erzählungen, worin entweder gute, fluge und treue Tiere oder gute und böse Menschen eine Rolle spielen, werden dem findlichen Gemüt die Dinge, welche auf dem Gebiet der Tierbehandlung im Argen liegen und anders werden müssen, in liebenswürdig freundlicher oder in spannender und ergreifender Form nahe gerückt, so daß den kleinen Leuten die Augen und die Herzen dafür aufgehen. Das Ganze atmet jedoch nicht etwa den Geist der Kinderfibel, sondern ist so, daß selbst Erwachsene den Kalender gern lesen. Schulen und Vereine seien besonders hierauf aufmerksam gemacht. Es kostet in Deutschland und Desterreich- Ungarn portofrei versandt: 1 Kalender= 10 Pfennig, 10 Kalender nebst 1 Frei- Exemplar= 70 Pfg., 20 Kalender nebst 2 Frei- Exempl.= 1 Mt. 30 Pfg., 50 Kalender nebst 5 Frei3 Mt., 100 Kalender nebst 10 Frei- Exempl. 5 Mart. Der Berliner Tierschutzverein hat seinen Siz in Berlin SW., Röniggräßerftr. 108. * * Es nimmt das Leben seinen Lauf in gut und bösen Tagen, die Sorge flieht und Glück kommt d'rauf und alles wird ertragen. * * Dent ja nicht nach mit finstrem Sinnen wie leicht könnt sein dein irdisch Los, nur muttg frisch an dein Beginnen du wirst dann deine Sorgen los, laß nur nicht alles an dich kommen, schlimme Gedanken jag hinaus, nur fröhlich drauf, du wirst gewinnen und harr'n im Weltgetriebe aus. J. Ulrichstein, 20. Oft. Bei einer Treibjagd wurde von den Treibern der seit Pfingsten vermißte Arbeiter Lang von Feldkrücken tot im Wald aufgefunden. Der Kopf war von dem Rumpfe getrennt, dem Anschein nach hatte sich der Verm ste erhängt. )( Ober- Ohmen, 21. Oktober. Auf der 6. ordentlichen evangl. Landessynode wurde beschlossen, die Pfarrfiliale Zeilbach von dem Kirchspiel Ober- Ohmen zu trennen und Zeilbach der Pfarrei Ermenrod zuzuteilen. () Nieder- Ohmen, 20. Oft. Am 2. November, nachm. 2 Uhr, findet im Lokal des Wirts Langohr ein Zahltag der Kreiskasse statt. ** Nieder- Ofleiden, 20. Oktober. Polizeidiener Müller von hier wurde in der bergangenen Sonntagnacht in Ausübung seines Dienstes auf offener Straße überfallen und gestochen. Der Täter wurde noch in derselben Nacht von der Homberger Gendarmerie abgeholt und ins Gefängnis dortselbst überführt. Man hofft Müller am Leben zu erhalten. ** Alsfeld, 21. Oktober. In der gestrigen DekanatsSynode wurde Pfarrer Sauerwein zum Dekan des Dekanats Alsfeld gewählt. Gernsheim, 17. Oft. Als die Ehefrau des Glasermeisters Georg Müller von hier mit ihren beiden jüngsten Kindern aus einem Hause trat, fiel dem etwas vorlaufenden Knäbchen im Alter von 3 Jahren der Kreisel aus der Hand und rollte unter ein vorbeifahrendes Fuhrwerk. Das kind lief dem Kreisel nach und mußte die bedauernswerte Mutter zusehen, wie ihrem Liebling das Hinterrad eines anhängenden Wagens über den Kopf ging, daß der Tod sofort eintrat. Bad Nauheim, 20. Oft. Mit dem Abbruch des alten Kurhauses ist der Anfang gemacht worden und wird es nicht lange dauern, so wird dieses Gebäude, welches von Anbeginn des Bades Nauheim als Badehaus diente, vom Erdboden verschwunden sein, um der neuen evangelischen Dankesfirche Platz zu machen. Friedberg, 20. Dft. Eine alkoholfreie Wirtschaft wurde gestern in der Schulstraße eröffnet. In dem Kaffe und Speisehaus gelangen nur alkoholfreie Getränke zum Ausschank. (:) Vilbel, 20. Oft. Die Arbeiten an der Bahnstrecke Stockheim- Höchst a. d. Nidder- Vilbel haben nunmehr beKriegserlebniſſe aus dem Feldzuge 1870/71. Am 14. Oftober hielt im Kriegerverein Gießen der Bezirksvorsitzende, Herr Bruchhäuser, einen Vortrag über seine Kriegserlebnisse im Feldzuge 1870/71, aus dem wir hier Folgendes wiedergeben: Der Vortragende hat den Feldzug als Feldwebel in der 7. Kompagnie des Gießener Regiments mitgemacht. Bei dem Ausbruch des Krieges stand er bereits in ſeivem 12. Dienstjahre, hatte also auch schon an dem Feldzuge im Jahre 1866 teilgenommen. Die Beförderungsverhältnisse waren damals noch sehr ungünstig. Obwohl der Vortragende stets fine Pflichten treu erfüllt hatte, konnte er doch erst Anfang 1870 zum Sergeanten und bei dem Ausmarsche in den Krieg zum Feldwebel befördert werden. Am 16. Juli 1870 wurde die Mobilmachung befohlen. Die Führung der 7. Kompagnie übernahm Oberleutnant Rißner, vor dessen Hause auf dem Lindenplak damals auch die Appels stattfanden. Am 23. Juli bezog das Regiment in den umliegenden Dörfern Quartiere, um die Stadt Gießen für die durchmarschierenden Truppen frei zu lassen. Die 7. Kompagnie lag in Münchholzhausen. Am 24. Juli war die Mobilmachung beendet, und am Nachmittage dieses Tages fand ein Generalappel auf dem Heßler und die Besichtigung des Regiments durch den Oberst Kraus statt. Dort wurden auch zum ersten Male die Backpferde, die das Gepäck der Offiziere und Feldwebel tragen sollten, erprobt. Die 7. Kompagnie hatte ein schwaches Schimmelchen erhaltem. Als es mit Packförben hüben und drüben beladen war, | Erempl. = == Marktberichte. Gieken, 22 Oftbr. Auf dem heutigen Wochenmarkt fofteten Butter per Pfd. 1.00-1.20 mt., Hühnereter 2 Stüd 14-18 Pfg., Enteneter St. 8 Pfg., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Pfg., Erbsen ver Liter 21 Pfg., Linsen per Liter 32 Big., Tauben per Paar T. 0.70-0.90, Hühner per Stüd Mt. 1.30-1.80, Hahnen, per Stid Mr. C.70-1.50, Enten per Stid 1.70-2.20, Gänse p. Pfd. 54-60 Pfg., Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 62-66 Pfa. Schweinefleisch per Pfb. 66-76 Bfa. Schweinefleisch gesalzen ver Pfund 0.80 Bfg., Kalbfleisch per Pfd. 70-76 Pfa., Hammelfleisch per Pfd. 56-74 Bfg. Kartoffeln per 100 kilo 4.50-5.50 mt.. Zwiebeln per Rt. Met. 4.50-500, Kirschen per Pfund 00-00 Pfg. Milch ver Liter 18 Vfa. Dauer der Marktzeit von 8 Uhr morgens bis 2 Uhr Nachmittags. Gegenstände des Wochenmarktverkehrs dürfen vor Beginn der Marktzeit überhaupt nicht, und während der ersten drei Stunden der Marktzeit im Umerzi ehen feilgeboten werden. Berantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin@lein: Botale, ben„ Gerichts." und" Deffentlichen Sprechsaal":& r. Opperman 2rud und Berlag der Gießener Berlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Morgenstunde hat wirklich Gold im Munde, wenn man regelmäßig Kathreiners Malzkaffee zum Frühstück trink, nämlich das Gold der Gesundheit, Ruhe und Arbeitslust! Die rationelle Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere kann bekanntlich nur mit Hülfe ständiger Beobachtung aller Lebensverrichtungen durchgeführt werden. Die Meinung, daß es genüge, wenn nach den bekannten Mustern eine Nation zusammengestellt werde, muß als sehr irrig bezeichnet werden. Theoretisch läßt sich ein solches Schema zwar leicht entwerfen und verteidigen, die Praxis stört sich aber nicht daran; es wird da immer nur eine den Fähigkeiten der Tiere entsprechende Futterverwertung erzielt, die sich einesteils nach der Verdaulichkeit der Futtermittel, andernteils nach den Verdauungskräften der einzelnen Individuen richtet. Den überzeugendsten Gradmesser für die Bedeutung dieser Faktoren bietet dem Praktiker dann die Leistungsfähigkeit des Viehs. Recht packend vermag die großen Unterschiede in der prozentualen Ausnutzung der Nährstoffe eine umfangstellte es sich breit auf alle Viere und war nicht von der Stelle zu bringen. Mit einem Fuhrwerk mußte dann das Gepäck zur Bahn befördert werden. Am 25. Juli, morgens gegen 8 Uhr fuhr das 2. Bataillon von Gießen ab. Am Bahnhofe wurden noch von den Angehörigen und Freunden den ausmarschierenden Truppen Erfrischungen und Lebensmittel überreicht. Die Fahrt ging das Lahntal hinab und dann rheinaufwärts bis Mosbach. Ueberall wurden die Truppen stürmisch begrüßt. In Klein- Winternheim wurde übernachtet und für die Weiterbeförderung des Gepäckes ein Karren requiriert. Am 26. Juli ging der Marsch nach Alzey und am folgenden Tage nach Wörrstadt, wo die Kompagnie bis zum 1. August verblieb. Hier wurden an die Kompagnie die Erkennungsmarken ausgegeben. Am 2. August trat das Regiment den Vormarsch an, und zwar ging es quer durch die bayrische Pfalz nach Saarbrücken zu. Bei Ober- Berbach kam Herr v. Bockum- Dolos, ein angefehener Gießener Bürger, zum Regimente, um seinen Sohn, der in der 7. Kompagnie diente, noch einmal wiederzusehen. Er verblieb die Nacht bei den Soldaten in den Quartieren und nahm am andern Morgen von seinem Sohne tiefbewegt Abschied.„ Meinen Karl sehe ich nicht wieder", waren seine legten Worte. Aber seine Befürchtungen trafen nicht ein, denn wohlbehalten kehrte der Sohn aus dem Feldzuge zurück. Als das Regiment am 9. August nach Spiesen marschierte, brach auf der Straße der Gepäckfarren der 7. Kompagnie zusammen. In Neunkirchen wurde rasch ein neuer Wagen requiriert, der aber für das Schimmelchen viel zu groß war. Bald gab es jedoch bessere Pferde. Als man nach Frankreich fam, blieb eines Tages das Schimmel| Die reiche Probefütterung darzutun, welche in 39 Einzelversuchen mit 11 Haferforten durchgeführt wurde. Es ergaben sich dabei Verdauungs Koeffizienten in den Extremen zwischen 65-94%, für nh; 75-92% für f; 65-94% für nfr; 1-44% für hf, während nach den Diese Zahlen beweisen ohne weiteres, daß die AufTabellen als normal anzunehmen find: 78-83-76-20%. nahme von Nährstoffen durch den Organismus ganz bedeutend unter das wahrscheinliche Mittel sinken kann und demgemäß einen Verlust hervorzubringen vermag, der gegenüber der normalen Futterausnußung nur durch Beigabe von etwa 1.475 kg, gegenüber der höchſtmöglichen Verwertung sogar nur durch ein Mehr von 3.850 kg auf 10 kg Hafer auszugleichen ist. kräftigste Ausnutzung erzielt ferner mit 10 kg denselben Nähreffekt, wie die normale mit 12 kg; sie stellt sich also, in Geldwerten ausgedrückt( den Preis des Hafers 34 13,80 Mr. für 100 kg angenommen) um 27,6 Pfg. sich der schlechtesten gegenüber um 53 Pfg. wohlfeiler günstiger als die Durchschnittsverwertung, während sie gestaltet. Der Landwirt mag hieraus ersehen, welche ansehnlichen Verluste aus der mangelhaften Funktionsfähigkeit des Verdauungsapparates der Tiere entstehen können; gleiche Beispiele lassen sich von sämtlichen zu dem Schlusse kommen muß, daß nur die auf das anderen Futtermitteln aufstellen, sodaß man unbedingt höchste Maß gesteigerte Verdauungstätigkeit die billigste Fütterung ermöglicht. Selbstverständlich muß diese auf der Höhe erhalten bleiben, was ja durch die regelintensive Leistungsfähigkeit des Organismus dauernd mäßige Verabreichung des berühmten Milch- und Maſtpulvers„ Bauernfreude" aus der chemischen Fabrik Th. Lauser in Regensburg auf leichte Weise und mit faum nennenswertem Aufwand zu erreichen ist. Präparat, welches in relativ kleinen Gaben dem Futter zugesetzt wird, übt vermöge seiner meisterhaften Zusammenseßung einen hervorragenden Einfluß auf die Leistungsfähigkeit des gesamten Verdauungsorganismus aus. Dasselbe steigert nicht nur die Ausnutzung der Futtermittel, sondern regt auch die Freßlust an und reguliert die Ausscheidung der Ueberreste. Alle diese Vorzüge haben der Bauernfreude" in zahllosen Wirtschaften zu hohem Ansehen verholfen. Nicht minder überzeugend für die hervorragenden Eigenschaften der Bauernfreude" sind die in lezter Zeit auftauchenden Nachahmungen derselben, vor welchen jeder Landwirt sich aber sorgsam hüten soll, da naturgemäß nicht eine an die echte„ Bauernfreude" heranreicht, geschweige denn sie übertrifft. Bauernfreude allein führt zu guten Erfolgen, und ihre Anwendung in der Wirtschaft bedeutet unter allen Umständen einen Gewinn sowohl für die Gesundheit der Tiere wie auch für den Geldbeutel des Landwirtes. [ 2047] NAUMANNIA- SEIFE. mit dem Beste Seife nah undfern! Arbeitsnachweis der Stadt Gießen. Gartenstraße 2. Es fönnen eingestellt werden: Das 3 Pferdefnechte, 1 landwirtschl. Arbeiter, 1 Installateur, 2 Spengler, 1 Schlosser, 1 Schmied, 2 Schreiner, 2 Küfer, 1 Bäcker, 1 Brödgenträgerin, 1 Schneider, 10 Erdarbeiter, 2 Hausburschen, 1 Kutscher, 1 Köchin, 30 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und ausw., 1 Stüße der Hausfrau, 2 Kindermädchen für nachmittags, 8 Lauffrauen, 4 Laufmädchen, 2 Waschfrauen. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Bäcker, 1 Schneider. Es suchen Arbeit: 2 Knechte, 1 Taglöhner, 1 Schlosser, 1 Schmied, 2 Buchbinder, 5 Schreiner, 1 Küfer, 1 Holzdreher, 1 Wagner, 1 Bäcker, 1 Schuhmacher, 2 Büglerinnen, 1 Flickerin, 1 Friseur, 2 Installateure, 2 Spengler, 2 Heizer, 2 Hausburschen, 2 Kutscher, 2 Dienstmädchen, 1 Bureaugehülfe, Kranken- bezw. Wochenbettpflegerin( auch nach auswärts.) Lehrlinge: 1 Kaufmann. | chen in einem Stalle stehen und zwei stolze Pferde traten an seine Stelle. Als die Kompagnie später aus dem Feld zuge zurückkam, hatte sie statt eines Packpferdes ein flottes zweispänniges Fuhrwerk. Die hessischen Truppen waren dem IX. Armeekorps unter dem General v. Manstein zugeteilt. Die hessische Division wurde von Prinz Ludwig von Hessen, dem späteren Großherzog Ludwig IV., befehligt und die 49. Infanterie- Brigade, der das Gießener Regiment angehörte, von Generalmajor v. Wittich. Am 10. Auguſt erreichte das Regiment St. Johann, und am folgenden Tage sollte es die Grenze überschreiten. In Saarbrücken marschierte die 49. Infanterie- Brigade an dem König von Preußen vorbei, der sich anerkennend über ihre gute Haltung aussprach. Gleich nach dem Ueberschreiten der Grenze kam man an das Schlachtfeld von Spichern und dann nach Forbach. Ueberall sah man Zeichen des hartnäckigen Kampfes. Nahe bei Forbach, links am Waldesrande, standen einige Soldaten bei einem gefallenen Hauptmanne. Es war Hauptmann v. Manstein, der Sohn des kommandierenden Generals. General v. Manstein ritt hinzu, stieg vom Pferde, füßte die Leiche seines Sohnes und weiter ging es neuen Kämpfen entgegen. In Forbach wurden alle Gebäude nach verborgenen Franzosen untersucht und u. a. auch eine franzöſiſche Regi= mentsfapelle aus einem Keller hervorgeholt. Da der Feind sich nach Metz zurückgezogen hatte, so wurde der Vormarsch dorthin angetreten. ( Fortsetzung folgt.) Alice- Schule für Frauen Bildung und Erwerb Die Alice- Schule zu Gießen wird am Meine gebrannten Kaffee's O erfreuen sich großer Beliebtheit, auf Bekanntmachung. Die unter dem Schweinebestand des Bahnwärters meine neuen Mischungen mache P I och in Gießen ausgebrochene Rotlauffeuche ist erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben. ich besonders aufme: ffam. Emil Fischbach, Gießen. Prima Sonntag, den 25. Oktober um 11 Nhe pünktlich Kartoffel in der Turnhalle der Stadtknabenschule an der Nordanlage die Feier ibres 25jährigen Bestebens begehen und ladet hierzu die Mitglieder des Alice- Vereins und alle ihre jetzigen und früheren Schülerinnen freundlichst ein. Speise- u. Salatkartoffel zu den billigsten Tagespreisen empfiehlt J. Hankel Schloßgasse Gießen. Der Zutritt ist nur gegen Vorzeigung einer Eintrittskarte gestattet, die am Cervelatwurst or Freitag und Samstag für die Mitglieder des Alicevereins in der Bürgermeisteret Zimmer Nr. 14, für die Schülerinnen in der Alice- Schule- ausgegeben werden. empfiehlt Email Fischbach. Der Eingang ist nur von der Nordanlage aus.| Nach Schluß der Feier wird die Ausstellung für weibliche Handarbeiten bei in der Alice- Schule eröffnet. Hessischer Hof Restaurant Kaltwasser langjähriger Direktor im Hotel Broßhesgeg empfiehlt: Elazeine Diner ven 12-2 Uhr. Warme Küche den ganzen Tag. Manohener und Frankfurter Blere. Wolne erster Firmen. Giessen. Frankfurter Straße, Ecke Aliceftraße. nächste Ziehung am 2. Dovbr. cr. Frisch GEWAGT 1st halb GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. 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