Nr. 169, Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Bartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Mittwoch, den 22. Juli 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberbeffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 ff. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzelle 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr. 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Die fon für die Wahl zu stellen. Gießen, den 18. Juli. Man muß sich begnügen, wie wir es bereits früher getan haben, die Stimmenzahl zu konBetr. Fortbildungskurse für Lehrer und Lehrerinnen. statieren, über die die einzelnen Papabili vorläufig verfügen. Vorläufig! Denn im Hin und Her der Beratungen ändern sich gar oft die Ansichten. Es ist schon mancher ins Kon klave mit einem ,, totsicheren" Clan von Anhängern gegangen, der ihm den Sieg zuwenden mußte. Und schließlich ging der Name eines ganz anderen, an den niemand vorher gedacht als Träger der Krone Petri aus der Wahlurne hervor. Prägte man doch deshalb das Wort: Wer als Papst in das Konklave tritt, kommt als Kardinal heraus. Grosh. Kreis- Schulkommission Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Herr Geh. Hofrat Tr. E. von Sallwürt aus Karlsruhe wird auf Veranlassung des Darmstädter Lehrervereins vom 19.- 22. und 26.- 29. August 1. J. nachmittags von 4/2 bis 6 Uhr Vorträge in Darmstadt halten. Nach Verfügung Großh. Ministeriums d. I, Abt. f. Sch., vom 8. 1. M., darf denjenigen Lehrern, welche daran teinehmen wollen, an den betr. Nachmittagen Urlaub erteilt werden. J. V.: Dr. Wagner. An der Babre des Papftes. + ** Rom, 21. Juli. Es ist vollbracht! In der Gobelinkammer des Vatikans ruht Leo XIII. von seinem Erdenwallen und dem letzten herben Kampf mit dem Tode aus. Die Wachsferzen an den vier Enden des Bettes werfen ihren blassen Schein auf das wachsgelbe Dulderantlitz des Entschlummerten, der das Kruzifir in den auf der Brust gefalteten Händen hält. Am Bette halten, auf ihren Schwertknauf gestützt, Nobelgarden die Totenwacht, während an der Tür des Zimmers Schweizergarden und Palastwachen unberechtigten Eindringlingen den Zutritt wehren. Nur in kleinen Gruppen dürfen die trau ernden Gläubigen der Leiche nahen, um einen Kuß scheuer Verehrung auf die weißen Schuhe des Entschlafenen zu drücken. In mystisch- schauerlichem Gleichklang tönen die Totengebete der Mönche aus dem Orden der Minoriten durch den Raum, die die Ehre haben, am Totenbett ihres firchlichen Oberhauptes für dessen ewige Ruhe zu beten. Außer ihnen weilen noch ständig die Geheimkämmerer und Kammeradjutanten des Verstorbenen an seinem Lager, und aus dem Nebengemach dringen die dumpfen umflorten Stimmen der Pönitentiare der Peterskirche, die ebenfalls unablässig für den Papst bitten. Rings in den sorgsam verhängten Gemächern Sterzenglanz. Das Licht des Tages- so scheint es darf das erblaßte Antlig des Fürsten der Kirche nicht mehr schauen. Wird doch auch seine Leiche, nachdem sie sorgsam einbalsamiert worden ist, heute in verschwiegener Nacht von Bettelmönchen in die Sirtinische Kapelle gebracht, wo sie unter Bewachung von Schweizergarden und Ordensleuten drei Tage in stiller Rube bleibt, um dann in strahlendem päpstlichen Ornat am vierten Tage beim Hochaltar des Petersdomis auf einem Katafalk über dem Grabe des ersten Papstes, des Apostels Petrus, der Volk zur Schau gestellt zu werden. Nein Tage trauert d. katholische Christenheit um ihr dahingeschiedenes Oberhaupt. dann treten die Forderungen des Wohles der Kirche in den Vordergrund: das Konklave beginnt, um den neuen Papst zu wählen. Vorbereitungen zum Konklave. Auch jetzt, an der Bohre des Verstorbenen, gibt es für die, deren weislicher Erwägung es vorbehalten ist, von neuem einen würdigen Nachfolger Petri zu berufen, feine Zeit zu untätiger Trauer. Schon heute Vormittag traten, in veilchen farbenem Trauergewand, die in Rom weilenden und aus Stalien herbeigeeilten Kardinäle zu einer vorbereitenden Ver sammlung in der Sala del concistoro zusammen. Die Be ratungen waren streng geheim, doch betrafen sie, wie ver lautet, vorläufig nichts weiter, als den Ort des Konklave. Bei der freundlichen Haltung der italienischen Regierung liegt kein Grund vor, dieses nicht in Rom abzuhalten. Und so ist es denn auch formell beschlossen worden, da die Freiheit der Wahl des Kardinalkollegiums hier keiner Anfechtung ausgesetzt sei. Nach der Versammlung empfing das Kardinalkollegium, an seiner Spitze der Kämmerer Oreglia, die Botschafter von Oesterreich- Ungarn, Frankreich, Spanien und Portugal, die persönlich dem Beileid ihrer Regierungen Aus druck gaben. Kardinal Oreglia empfing außerdem eine große Zahl von Beileidstelegrammen von Fürstlichkeiten, Staatsoberhäuptern, unter ihnen die des Deutschen Kaisers und seines Reichskanzlers. Kombinationen und Kompromisse. Kardinal Oreglia hat mit der Zeitung der Kardinals. bersammlung und dem Empfang der Botschafter zum erstenmal der Außenwelt gegenüber das hohe Amt ausgeübt, das ihm seit dem Tod des Papstes zugefallen ist. In Kardinal Oreglia verkörpert sich zur Zeit die Würde und Macht des Papsttums. Der Kardinalstaatssekretär Rampolla hat bereits sein Amt als solcher niedergelegt. Er schickte sich bereits an, dem Gebrauche gemäß, den Vatikan zu verlassen, doch bat ihn Dreglia herzlich, doch seine bisherige Wohnung beizubehalten, was dankend acceptiert wurde. Die vatitanischen Politiker sehen das als ein Zeichen dafür an, daß zwischen Rampolla und Oreglia, die sich bisher bitter befehdei haben, ein Bündnis für die bevorstehende Wahl geschlossen oder wenigstens ein Kompromiß zustande gekommen sei. Doch sind das, wie alles andere, was über Absichten der Rampollianer, sich eventuell auf eine Kandidatur des Kardinale di Pietro zu vereinen, verlautet, leere Kombinationen. Es ist überhaupt sehr voreilig, schon jetzt ein sicheres Proanoſti. Inzwischen begannen bereits als Frucht des heutigen Beschlusses der Kardinalversammlung: die Bauarbeiten im Va tifan. Die Zugänge im Tamasushofe werden vermaucri und 65 Wohnräume eingerichtet. Am 1. August_ziehen die Kardinäle in ihre Klausur ein und beginnen am Morgen des 2. Auguſt mit ihrer verantwortungsvollen Tagung. Tro aller eifriger Tätigkeit der Parteien ist es kaum anzunehmen, daß es sofort einer von ihnen gelingt, ihrem Kandidaten die Majorität zu sichern. Und die blauen Rauchsäulen aus dem bekannten kleinen Schornstein werden aufsteigen und den harrenden Römern zeigen, daß wegen Uneinigkeit des Kollegiums die Stimmzettel verbrannt wurden endlich eine weiße verfündet: Habemus papam! ** * * bis Das Beileidstelegramm des deutschen Kaisers, bas aus Anlaß des Todes Leos XIII. beim Kardinla Oreglio eintraf, hat, wie aus Rom gemeldet wird, folgende Fassung: „ Schmerzlich bewegt durch die soeben erhaltene Trauernachricht, sende Ich dem hohen Kardinalkollegium den Ausdrud Meiner aufrichtigen Anteilnahme an dem schweren Verlust, welchen die römisch- katholische Kirche durch den Heimgang des Papstes Leo XIII. erlitten hat. Ich werde dem er habenen Greise, der Mir ein persönlicher Freund war, und dessen so außerordentliche Gaben des Herzens und des Geistes Ich noch bei Meiner letzten Anwesenheit in Rom, rst vor wenigen Wochen, erneut bewundern mußte, ein reues Andenten bewahren. Wilhelm I. R.". Die Politik. Die deutsche Torpedo flotte wird binnen kurzem fünf Divisionen moderner Hochseetorpedoboote zählen, also dreißig Schiffe dieses Typs. Da von sind 24 auf der Schichauwerft, 6 auf der Germania verft in Gaarden vom Stapel gelaufen. 28 dieser Boote sind für die heimischen Gewässer zur Verwendung bereit, cines tut in Ostasien als Depeschenboot Dienst und eines ( ,, Sleipner") ist zum persönlichen Dienst des Kaisers be timmt. Außerdem besitzt die deutsche Marine noch eine gröhere Anzahl kleiner Torpedoboote. Arbeiterversicherung und Naturallohn. Eine für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleich inter. essante Streitfrage ist kürzlich zur gerichtlichen Entscheidung gekommen. Das Kranken- und das Invalidenversicherungsgesetz ordnen übereinstimmend an, daß die Versicherten ver pflichtet sind, sich bei der Lohnzahlung ihren Anteil an der Versicherungsbeiträgen abziehen zu lassen und daß die Ar beitgeber nur auf diesem Wege den auf die Versicherten ent. fallenden Betrag wieder einziehen dürfen. Nun giebt es bei der Vielgestaltigkeit des wirtschaftlichen Lebens viele Fälle, in denen es dem Arbeitgeber garnicht möglich ist, auf dieſem Wege den Versicherten Abzüge zu machen, weil ein Barlohn nicht gewährt wird. Man denke nur an die Angestellten im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe, die von ihrem Arbeitgeber vielfach nur Beköstigung erhalten und im übrigen auf Trinkgelder angewiesen sind. Hier kann der Arbeitgeber Abzüge vom Lohn nicht machen. Es fragt sich nun, ob die Versicherten verpflichtet sind, in derartigen Fällen ihren An teil an den Beiträgen an den Arbeitgeber zu zahlen Das Gericht, dem ein solcher Streitfall vorlag, hai diese Frage verneint und zugleich entschieden, daß eir Versicherter, der dennoch die Beiträge an den Arbeitgeber gezahlt habe, sie zurückfordern könne. Daraus, daß das Ge setz bestimme, daß der Arbeitgeber nur im Wege des Abzuges vom Lohn den auf die Versicherten entfallenden Betrag wieder einziehen dürfe, ergebe sich, daß, wenn ein derartiger Abzug vom Lohn nicht gemacht werden könne, die Beiträge eben ihrem vollen Betrage nach vom Arbeitgeber allein zu zahlen seien. Diese Entscheidung ist besonders wichtig für diejenigen Angestellten, von denen jetzt nach längerer Dienstzeit verlangt wird, daß sie ihren Teil der Beiträge für die ganze Dienstzeit dem Arbeitgeber erstatten. Was kostet die deutsche Volksschule? Dem schon mehrfach erwähnten Stat. Jahrbuch f. d. Dtsch. Reich entnehmen wir noc) eine Reihe interessanter Anjaben über die Kosten der öffentlichen Volksschulen im Deutschen Reiche. Sie betragen jährlich insgesamt 415 198 000 Mark. Von dieser Summe werden aus Staatsmitteln nur gedeckt 120 357 000 Marf. Den kleinsten Schuletat haben Schaumburg- Lippe mit 213 000 und Waldeck mit 359 000 Mark, wovon 34 000 beam. 107 000 Mark aus Staatsmitteln bestritten werden. Von den größeren deutschen Staaten wenden Bayern 39,8 Millionen( 14,2 aus Staatsmitteln), Sachsen 34,3( 4,8) Millionen, Württemberg 12,3( 3,8) Millionen, Baden 11,0( 2,4) Millionen für ihre Volksschulen auf. Am weitesten auf dem Wege der Uebernahme der Schullasten durch den Staat sind außer Bayern die Hansestädte vorgeschritten, wo sich die Ziffern folgendermaßen gestalten: In Lübeck trägt von 772 000 Mark Gejamtausgaben 648 000 Marf der Staat, in Bremen von 2147 000 Marf 1597 000 Mark, und endlich in Hamburg übernimmt von 7 321 000 Mark der Staat 6 908 000 Mark auf seine Schultern. In Preußen betrugen die Aufwendungen für die Schule 269 917 000 Mart, davon aus Staatsmitteln 73 066 000 Mark oder 27,06 Prozent. Bei den übrigen Bundesstaaten macht der Staatszuschuß durchschnittlich 32,55 Prozent aus. Während in Preußen die Provinz Ostpreußen einen Staatszuschuß von 49,45 und Bosen von 52,26 Prozent aufweist, beträgt er in der Rheinprovinz nur 19,94 und in Berlin 2,99 Prozent. Alle diese Zahlen beziehen sich auf das Jahr 1901, doch dürften die Summen auch für die Gegenwart sich kaum beträchtlich verschoben haben. Ein stehendes Heer für Südafrika. Die britische Regierung beabsichtigt, wie schon gemeldet, in Südafrika ein stehendes Heer von 25 000 Mann zu unterhalten. Diese südafrikanische Streitmacht soll zugleich auch eine Schußtruppe für Indien sein. Im britischen Oberhause erklärte die Regierung, die Hälfte der SüdafrikaGarnison solle zur Verfügung Indiens gestellt werden. Im Falle des Ausbruchs eines Krieges sei die gegenwärtige Besatzung von Indien nicht genügend, und die Regierung fönne die Sendung von Verstärkungen aus England nach Indien nicht verbürgen; die einzige Möglichkeit, wenn man die geforderte Streitmacht in Südafrika nicht bewillige, wäre die Vermehrung der ständigen Besayung Indiens, die Indien viel Geld kosten würde. Die Forderung wird wohl bewilligt werden. Neue Attentatsgerüchte. † Die Nachricht von der Begegnung Kaiser Wilhelms mit König Oskar von Schweden und Norwegen hat auf die Phantasietätigkeit der britischen Zeitungsleute außerordentlich anregend gewirkt. So meldet jetzt ein Londoner Blatt, die norwegischen Polizeibehörden seien in großer Besorgnis vor einem anarchistischen Mordanschlag auf den Kaiser und König Ostar. Angeblich habe die Behörde aus Chicage Kunde davon erhalten, daß ein schwedischer Anarchist und eine norwegische Anarchistin, sich an Bord eines transatlan tischen Dampfers von Amerika nach Norwegen begeben haben Die Spur dieses Paares sei bis Tromsoe in Norwegen und von da bis Malmoe in Schweden verfolgt worden. Vor dort hätten beide sich wahrscheinlich nach Kopenhagen be. Jeben, und die Polizei der dänischen Hauptstadt sei in fieber hafter Tätigkeit, sie ausfindig zu machen. Daraus, daß die beiden gerade in der Zeit der Begegnung zwischen dem Kaiser und dem König in ihrer Heimat eingetroffen wären, schließe man, daß sie übles im Schilde führen. Es wird sich bei der ganzen Meldung wohl nur um eine englische Sensationsmache handeln. Ein neuer Kriegshafen in Sicht! A Mit dem Wachstum unserer Kriegsflotte geht auch die Erweiterung der Reichswerft Hand in Hand. Jetzt wird eine Erweiterung der Danziger kaiserlichen Werft geplant, um die Werften in Kiel und Wilhelmshaven zu entlasten. Die Kosten der Erweiterung belaufen sich auf rund 21/ Millionen Mark. Die Erweiterung soll in der Hauptsache deshalb erfolgen, weil in Zukunft mehr Kriegsschiffe als bisher in Danzig stationiert werden sollen, für die in den Ausrüstungsbassins in Kiel und Wilhelmshaven kein Plat vorhanden ist. Man geht wohl nicht fehl, wenn man in all Diesen Maßregeln die Anfänge zur Anlegung eines Kriegs. hafens bei Danzig erblickt. Der Aufstand in Venezuela ist trotz der Erklärung des Führers der Aufständischen, Matos, er lege die Waffen nieder, noch immer nicht beendet. Nach einer Meldung aus Newyork beschossen venezolanische Kriegsschiffe das von den Aufständischen besetzt gehaltene Regierungsgebäude in Ciudad Bolivar. Es folgte ein allgemeiner Angriff. Die Regierungstruppen nahmen den Friedhof und die Straßen am Regierungsgebäude; sie ver oren hierbei 100 Mann. Von den Aufständischen wurden etwa 200 Mann getötet. England und Deutschland haben ihre regelnäßigen diplomatischen Beziehungen zu Venezuela wie er aufgenommen. Die lezte Rate der Forderungen, wegen deren die Blockade verhängt wurde, ist an beide Mächte gezahlt worden. Präsident Castro wird in furzem den britischen und den deutschen Gesandten in formeller Audienz empfangen. schleppt und die Folge war eine wesen. sehr, sehr gerne gehabt, doch das konnte man nicht von ein, fie hatte Etepan Karlowitsch hochgeschäßt, schwere Krankheit gewegen schon tot gewesen sei; aber Eristu wollte sich nicht so sogar zu beweisen, daß der Patient eigentlich von Rechts leicht bereden lassen. irgendwie nützlich zu machen; pah, ten! Essen, trinken ichlafen, ichmaken, ip geziemte es sich man fam doch nicht zum Battono, um etwa zu arbeiKeinem fiel es ein, sich leben; Madame Belous war hübsch, von sanfter Gemütsging zwar nicht besonders gut, aber man fonnte davon Belous fonnte sich glücklich preisen. Das Geschäft Neue Unruhen in Haiti. Ein Die Niggerrepublif Haiti ist wieder einmal der Schau platz innerer Wirren. Ueber Haiti ist das Standrecht ver hängt worden, um eine drohende Revolution abzuweh ren. Mehrere Minister legten ihre Aemter nieder. paar Unzufriedene sammeln Streitkräfte gegen die Regiecung. Das deutsche Kriegsschiff Jalke", das im Hafen von Kingston liegt, erhielt Befehl, nach Port- au- Prince abzu gehen. * Kurze politische Nachrichten. Endlich hört jezt der Unfug auf, daß im Dome zu Gnesen alljährlich am 15. Juli eine polnische Gedenkfeier für den Sieg der Polen über die Deutsch- Ordens. sitter bei Tannenberg stattfindet. Jetzt ist das Absingen bes Te deum laudamus" für diesen Polensieg unterſagi vorden. Wie unser Berliner CB- Mitarbeiter hört, beabsichtigt bie Regierung angesichts der jüngsten Hochwasserkatastrophen in Schlesien zunächst ein Notstandsgesetz zur Unterstützung der Geschädigten zu erlassen und außerdem das vor dre Jahren zustande gekommene Gesetz zur Verhütung von Hoch wassergefahren in der Provinz Schlesien zu erweitern. * Der langjährige Referent über Reichsangelegenheiter im bayerischen Ministerium des Aeußeren, Staatsrat Dr Karl v. Mayer, tritt am 1. August in den Ruhestand Der Prinzregent hat ihm das Großkreuz des Verdienstorden: der Bayerischen Krone verliehen. Der isländische Althing hat die Vorlage auf Ab änderung der Verfassung angenommen, nach welcher fortar ein besonderer inländischer und in Reykjavik wohnhafter Minister die Regierung Islands übernimmt. ** Hof und Gesellschaft. Königs erschüttert. Offiziere und Beamte sahen sich) vom Hofe gezwungen, Verlobungen rückgängig zu machen, wenn ihre Braut einer mißliebigen Familie angehörte. König Alexander gab einmal den Befehl, alle Töchter eines ge wesenen Ministers durch Gendarmen in ein öffentliches Haus schleppen zu lassen. Die schmähliche Komödie, mit der die Dirne auf dem Königsthron dem Lande die Hoffnung auf einen Thron erben vorspiegelte, berührt der Verfasser nur kurz und kommt dann schließlich auf die wahnsinnige Idee des Königs paares" zu sprechen, die dem Faß den Boden ausschlug: Nikodem Lunjewiza zum Thronerben auszurufen. Die Vorlage war schon fertig, die Eunuchen- Stupschtina gewählt, die selbst solches Gesez angenommen hätte. Und dieser Tropfen brachte den Kelch zum Ueberfließen. Das wollte kein anständiger Mensch in Serbien. Ein furchtbarer Sturm der Entrüstung tobte durch Volk und Armee und in seinen Wirbeln begrub er das Königspaar und seine Mitchuldigen.... Ein Besuch des Kaisers in Posen steht dem Ver nehmen nach bald nach seiner Rückkehr von der Nordlands. reise bevor. Der Kaiser will sich selbst den Platz aussuchen auf dem nach seinem Wunsch das königliche Residenzschlof Jebaut werden soll. Bei Lawica wird bei diesem Anlaß eini Parade der Posener Garnison stattfinden. Die geschiedene Großherzogin von Hesser st mit ihrer Tochter zum Besuch ihrer Schwester, der Kron rinzessin von Rumänien, nach Bukarest gereist. Aus dem Gerichtsfail. § Die Angeklagten im Pommernbankprozeß aus der Haft entlassen! Eine sensationelle Wendung hat der Pommern bankprozeß gestern nach 50 Verhandlungstagen genommen Der Gerichtshof hat den Beschluß gefaßt, erneut in die Be weisaufnahme einzutreten und die Angeklagten Schulz uni Romeid aus der Untersuchungshaft entlassen. völlig ausgeraubt, nachdem die Insassen, fünf Personen, erschlagen worden waren. Die Gendarmen, die den flüchtigen Zigeunern nachsekten, wurden von der Bande mit Revolverschüssen empfangen. Bei dem Kampf, der nun folgte, wurden jiinf Zigeuner getötet und fünfzehn schwer verwundet. Den Gendarmen gelang es nach hartem Kampfe, die ganze Bande zu überwältigen. Tie Toten und Verwundeten wurden auf die Wagen der Zigeuner geladen, alle anderen wurden gefesselt, und der ganze Zug wurde dem nächsten Gerichte eingeliefert. = Die Macht der Liebe illustriert ein Inserat, das die geschiedene frühere Gräfin Russel in Londoner Zeitungen er läßt. Sie fündigt darin an, daß sie mit ihrem, ihr fälschlich unter dem Namen Prinz Stuart- Modena angetrauten zweiten Mann, dem Lafaien Brown, weiter leben werde. Ihr Gemahl werde den angenommenen Namen weiter führen. Brown wurde am 30. Juni in Winchester wegen Fälschung des The registers nur zu 48 Stunden Arrest verurteilt, weil der Richter annahm, daß sich in England jedermann so nennen könne, wie er wolle, und Brown niemand geschädigt habe. Die Begründung dieses überraschenden Entschlusses des Gerichtshofs gipfelt darin, daß die Richter sich nicht in stande fühlen, nach dem vorliegenden Material eine Ver urteilung auszusprechen, aber auch nicht in der Lage, die Angeklagten freizusprechen. Eine Untreue der Angeklagter würde sicherlich vorliegen, wenn diese die Hypotheken wissent lich über den Terrainwert hinaus begeben hätten. Der Ver dacht gegen die Angeklagten in dieser Hinsicht sei nicht dringend genug, um den Haftbefehl zu rechtfertigen. Bei den sich widersprechenden Tarmethoden, die in der Verhand. lung vorgeführt seien, könne sich das Gericht über die Frag der Beleihung nicht schlüssig machen. Deshalb will das Gericht Sachverständige ernennen, die nach Instruktion die Ab. schätzung der beanstandeten Grundstücke vornehmen sollen. Dann wird ein neuer Verhandlungstermin anberaumt werden. Die Sünden Alexanders und Dragas. Das dritte und letzte Kapitel des häßlichen Sittenbildes, das uns der in Grimm und Verachtung getauchte Pinsel des früheren serbischen Ministerpräsidenten von dem Treiben am Hof zu Belgrad entwirft, zeigt, wie der moralische Sumpf, in den der junge König geraten ist, ihn immer weiter in seine schlammige Tiefe zieht, bis kein Entrinnen mehr ist und die schmutzigen Wasser über seinem Haupte zusammenschlagen. Der böse Geist, der ihn wie ein Irrlicht auf diesem Weg der Schande und Schmach immer tiefer hineinlockt ins Verderben, ist Draga, seine bisherige Geliebte und nun, durch des Verblendeten törichten Machtspruch, gegen des Volkes Willen seine Gemahlin und Königin der Serben. Sie und ihre lasterhaften Ränke stehen deshalb naturgemäß im Vordergrunde dieses Abschlusses der furchtbaren Anklageschrift. b. III. Die Dirne auf dem Königsthron. Bom 10. Der Abend führungen gewibn ftatt und gewäh Beleuchtung einer dianopolis( B. Weise am Red. S vereins führte ein Beschluß der Au Nürnberg mit hi durch hunderte vo namentlich die g einen prächtigen was schon bara anderen Flüssigt tonfumiert wurd daß die Verpfleg Der Fefimo gemeinen Wettur Kreife Mittelrhei Geräte, Red, Ba und eine felbfigen Ausführung mit übungen sind d fehr fhwierig, f möglich ist, mit Geturnt wurde recht wacker, nan ragende Leistung Besonderes das ebenfalls aud Amerifa S A Der chinesische Bentezug eines italienischen Offiziers. Der Staatsantvalt zu Bari übermittelte dem Leutnant Modugno, der, wie vor längerer Zeit gemeldet, wegen Ermordung seiner Frau in Untersuchungshaft sigt, einen neuen Haftbefehl wegen anderer Verbrechen, die er in China während des Feldzuges vom Jahre 1902 begangen haben soll, Verbrechen, die in Raub, Plünderung, Mädchenschändung u. s. w. bestehen. Der Haftbefehl ist im Einverständnis mit allen militärischen Behörden erlassen worden, nachdem die Soldaten, die früher unter Modugno dienten, sehr belastende und augenscheinlich beglaubigte Aussagen gegen den Offizier gemacht hatten. Aus diesen Aussagen ergab sich zunächst, daß der Leutnant zur Nachtzeit die Häuser reicher Chinesen erbrach und plünderte. Die Soldaten erzählten unter anderem folgendes: In einer Nacht begab man sich in das Haus zweier Brüder, die für sehr reich galten; einer von ihnen war Apotheker, der andere Getreidehändler. Als Modugno von den beiden kein Geld erhalten konnte, ließ er sie in den Garten führen, wo eine Grube gegraben wurde, in welche man den Apotheker bis zum Halse hineinsteckte; dann wurde die Grube niit Sand und mit Steinen gefüllt. Aber der Apotheker schrie fortwährend:„ Mio, mio!" d. h. ich habe nichts." Nun liek Modugno noch ene Grube graben; als der Apotheker sah, dat man in diese Grube seinen Bruder hineinsteckte, gab er an, wc er sein Geld versteckt hatte. Man fand dort in der Tat zwei Gesäße mit Goldmünzen. Achtzehn Kisten mit Beute brachte der Leutnant nach Europa mit; kleinere Gegenstände hatte er in China verkauft, bevor er nach Europa zurückkehrte. Die Angeflagten waren durch die Wendung ihres Ge schicks im ersten Augenblick völlig verwirrt, so verwirrt, daß sie in der großen Freude ihre weinenden Ehefrauen ver wechselten und jeder die Frau des anderen abfüßte. Wie mitgeteilt wird, gedenken sie, einmal auf freiem Fuß, das Ur teil der Banken und der staatlichen Kommission über die Tage der Grundstücke erschüttern zu können. § Das Todesurteil gegen den Matrosen Köhler bestätigt. Das Reichsmilitärgericht zu Berlin verhandelte gestern nach mittag in der Revisionsinstanz gegen den Matrosen Köhler von der„ Loreley" und bestätigte das Todesurteil wegen Er mordung des Unteroffiziers Biedrivky im Hafen von Athen, sowie die Zuchthausstrafe von 6 Jahren 3 Monaten wegen Raubes der Schiffskasse. Einzig die Verurteilung wegen Hahnenflucht wurde aufgehoben und wird dieser Teil der Anklage nochmals das Oberkriegsgericht in Wilhelmshaven beschäftigen. Draga wußte, daß bei kluger Erhizung und Lenkung der Leidenschaften des in ihren Nezzen zappelnden jungen Menschen, dem sie nur allein vorfabelte, er sei ein Mann, sie das äußerste zur Befriedigung ihres grenzenlosen Ehrgeizes von ihm verlangen konnte. Sie führte ihn taumelnd vor Genuß zu Genuß, um sich ihm dann plötzlich zu versagen Sie weinte um ihre Frauenehre, ließ ihn nachts auf der Straße unten im Schnee oder im Kot warten und brach. wenn nichts anderes half, in Tränen aus. Was, hieß es dann, war sie, die ihn so unsäglich liebte? Eine Entehrte: und er, der König, konnte, wenn er sie wirklich liebte, dulden, daß man sie seine Maitresse nenne...? Sie, von der sich ein französischer Eisenbahningenieur, den sie durch eine er heuchelte Mutterschaft zur Heirat zwingen wollte, mit 500 Gulden loskaufte, und von der ein belgrader Bürger dem König, um ihn von der beabsichtigten Heirat abzuschrecken sogar den Preis nannte, um den sie sich ihm hingegeben Blind rannte der Verführte in sein Verderben, allen war nenden Stimmen sein Ohr verschließend. Während König Milan im Auslande weilte und die Verlobung seines Sohnes mit einer deutschen Prinzessin betrieb, proflamierte dieser, Dragas Drängen nachgebend, seine Verlobung mit der stadtbekannten Dirne. e I g 11 Kleine Gerichts- Chronik. Wegen Wechselfälschungen in 70 Fällen über 50 000 Mart und Unterschlagung wurde in Dresden ein ehemaliger Seminaroberlehrer Waldleben zu 41 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. Nab und fern. Korsische Blutrache. Daß das alttestamentarische Ge setz„ Auge um Auge, Zahn um Zahn" in Korsika, dem klas sischen Lande der Blutrache, noch immer treulich befolgt wird. beweist die nachstehende Meldung aus Ajaccio. Zwei Brüder Leca erschossen an verschiedenen Orten fast gleichzeitig je einen der Brüder Poli, und zwar auf offener Straße. Zu sammen mit dem einen Poli mußte außerdem sein Freund, der Bürgermeister von Calcatoggio, mit dem Poli zusammen im Wagen fuhr, sein Leben unter der Kugel Toussaint Lecas lassen. Und der Grund? Vor Jahren hatte der Bruder der beiden Poli einen Bruder der Leca im Streit erschossen und hatte sich in die Wälder geflüchtet. Da die Rächer ihn nicht erlangen konnten, mußten seine Brüder büßen. A Nene Ueberschwemmungen in Schlesien sind durc furchtbare Regengüsse herbeigeführt worden, die die kaum besänftigten Fluten der Oder gefahrdrohend geschwell1 haben. Besonders hart wurde wieder der Bezirk von Neisse durch das verheerende Element getroffen. In vielen Ort schaften sind die Felder von neuem weithin überflutet. Di Eisenbahnverbindungen sind mehrfach unterbrochen. Der Ort Langenbrück( Kreis Neustadt) ist der Schauplatz einer schrecklichen Katastrophe gewesen: Von 28 Häusern sind 16 weggeschwemmt worden. Weitere Aufrufe, an der Spizze einer des Vaterländischen Frauenvereins, flehen um Hilfe für die vom Hochwasser so schwer Geschädigten. Die Minister, unter ihnen der Verfasser, reichten ihre Entlassungsgesuche ein. König Milan aber schrieb an seinen Sohn: Nicht ein Musikfeldwebel, geschweige denn der fleinste Offizier der Armee, die ich zu befehligen die Ehre hatte, dürfte so heiraten, wie Eure Majestät heiraten wollen. Ich lege meinen Offiziersdegen Eurer Majestät zu Füßen." Milans Beispiel folgten die Spigen des Heeres und der Verwaltung. Nur durch den Umstand, daß der Zar sich zum Trauzeugen bereit erklärt, gelingt es Alexander, das sogenannte Hochzeitsministerium" aus unfähigen, minderwer tigen Leuten zusammenzutrommeln. Und Milan? Oberst Mischa Kumrijic mußte vor der zweiten Kavallerie- Brigade den Befehl verlesen: König Milan sei ,, wie ein toller Hund niederzuschießen, wenn er versuchen sollte, zurückzukehren“. Eine Bitte des Heeres, sich an seine Spitze zu stellen, um gegen den Sohn zu revoltieren, lehnte Milan ab. aus Italien, Ro aus Rußland S Tag über Turn spiele, sodaß de lebt war. Gestern abe deutsch österreichi gut besucht war war eine weihe deutsche Wort ge Defterreichs auf Bum Schl ftatistische Mitte Es wurden am 30000 Boftfart die zahlreichen i bahn beförderte war, 125 000 Zu dem Dampferzusammenstoß bei Stettin wird weiter gemeldet, daß von den Passagieren des Dampfers ,, Terra" hisher drei Personen vermißt werden, die wahrscheinlich bei der Katastrophe ertrunken sind. Es ist der Regierungsrevisor Rohr, ein 17 jähriger Malerlehrling und ein fünfjähriges Kind, sämtlich aus Stettin. Die Kajüten der " Terra", die, wie erinnerlich, von ihrem Kapitän auf den Strand gesetzt wurde, sind durch Taucher nach Leichen untersucht worden, doch wurden keine gefunden. Während bei diesem Schiffsunfall durch die Besonnenheit des Kapitäns eine Katastrophe vermieden werden konnte, hat auf der Wolga ein ähnliches Rettungsmanöver, ungeschickt ausgeführt, das Unglück nur vergrößert und den Tod von 60 Menschen verursacht. Das Vorderteil des Dampfers Peter I.", mit 300, Fahrgästen an Bord, war in Brand geraten und der Kapitän ließ das Schiff infolgedessen am Ufer auflaufen, und zwar so unglücklich, daß das Hinterteil des Dampfers, auf dem sich alle Fahrgäste befanden, im tiefen Fahrivasser stand, während das brennende Vorderteil am Ufer festgelaufen war. Der Wind trieb die Flammen nach hinten, und die unglücklichen Passagiere sprangen in dichten Massen ins tiefe Wasser, wo ein furchtbares Ringen auf Leben und Tod begann, bei dem 60 Menschen ihr Grab in den Fluten fanden. A Auf der Fahrt zum Lepraheim. Auf den ostpreußischen Bahnhöfen erregte ein in einem Zug nach Memel eingestellter Krankenwagen das aus Mitleid und Grausen gemischte Inter esse des Publifums. An seinen Fenstern zeigten sich die furchtbar zerfressenen Gesichter dreier Leprakranker, die von Ludwigshafen aus nach dem deutschen Heim für Aussäßige bei Memel befördert wurden. Die Absperrungsmaßregeln bei den Transporten Leprafranker sind äußerst streng. Da Betreten des Krankenwagens ist dem Zugpersonal untersagt, der begleitende Arzt vermittelt alles für die Kranken. Aus den Hauptstationen wird den Kranken durch einen an der Außenwand des Wagens angebrachten, mit einem Deckel ver schenen Trichter frisches Wasser zugeführt. Und nun beginnt erst recht Dragas zersetzendes Werk. Im Staatsanzeiger erschien ein schamloser Artikel gegen die Königin Natalie, und ihrem Kämmerer, dem Obersten Simonowitsch, der für sie ein paar verteidigende Worte zu ſtammeln wagt, wurde vom König vor Zeugen ins Gesicht gebrüllt:„ sch weiß ja, sie ist deine....!" Man kann sich vor stellen, wie der König, der so gegen seine Eltern verfuhr, mit anderen umsprang. Seine nächsten Verwandten, seine Minister und Gesandten, seine besten Offiziere wurden vor Depu tationen, in gefauften Hofjournalen, in offenen und chiffrierten Telegrammen des Königs als Verräter und gemeine Diebe gebrandmarkt und die Ehre ihrer Frauen und Töchter in Zeitungen und auf Straßenplafaten in den Rot gezerrt. Einzelne dieser Frauen und Töchter wurden auf die Polizei geschleppt, um sich gegen geheime Denunziationen zu berteidigen. Der jeste Glaube der Kinder an die Ehrenhaftigfeit ihrer Eltern wurde. durch öffentliche Aussprüche des Ein russischer Großgrundbesitzer von Bauern erschossen Wie aus Petersburg gemeldet wird, wurde während einer Fahrt durch seine ausgedehnten Begüterungen im Gouver nement Rjäsan der früher Adelsmarschall Fürst Gagarin vor Bauern erschossen. Die russische Regierung mutmaßt, daß die Täter von nihilistischen Agitatoren zu dem Verbrecher aufgewiegelt sind. * Die näd deutscher H finden. Eine gefährliche Zahnoperation vollzog der Stadttier arzt Kratochmil in Sternberg( Mähren) an einem Löwen der dort gastierenden Menagerie Kludsky. Der Patient lit an einer Zahnfistel, und wenn auch alle möglichen Vorsichts. maßregeln getroffen waren, so war die Operation zwar nicht für den Kranken, doch für den Arzt immerhin lebensgefähr lich. Bei dem eigentlichen Zahnreißen benahm sich der Löwe der bisher furchtbar aufgeregt gewesen war, übrigens rech gesittet. Nachdem es gelungen war, ihn zu fesseln und ir die richtige Lage zu bringen. Hinterher brüllte der Patien einem tud entfernt werden. Hinterher brüllte der Patien zwar laut, das soll aber auch seinen menschlichen Leidens jefährten beim Zahnarzt häufig genug passieren. Ein Attentat auf die griechische Kronprinzessin verübte im Sommertheater zu Phaleron ein betrunkener Athener seleinbürger. Er drang in die tronprinzliche Loge und trat, mit wüsten Schimpfworten die Faust zum Schlage erhebend, auf die Prinzessin zu. Schnell erhob sich Kronprinz Konstantin, packte den Unbekannten, warf ihn der Prinz ist als sehr träftig bekannt-- zunächst gegen die Wand der Loge und stieß ihn dann zur Tür hinaus. Alles dies spielte sich so schnell ab, daß es den Polizeibeamten, die zur königlichen Loge eilten, nicht mehr möglich war, cinzugreifen. Sie konnten lediglich den vom Kronprinzen die Treppe Hinabgeworfenen auffangen. Das kronprinzliche Paar wohnte weiter der Vorstellung bei, während der Attentäter abgeführt wurde. Er gab am nächsten Morgen an, in sinnloser Trunkenheit ge= handelt zu haben und von dem ganzen Vorfall nichts zu wissen. Auf Fürbitte der Prinzessin wurde er auf freien Fuß gejezt. A Gin blutiger Kampf mit Zigennern fand bei Arad statt. Dort wurden von einer aus 47 Leuten bestehenden Zigeunerbande schwere Untaten verübt. Zwei Bauernbäufer wurden ** Alade in der Marburg erhielt einen Ru tät Gießen, zum Ordinarius nannt. † Pestepidemic in Australien. Aus Sidney wird gemel det, daß unter den Eingeborenen in der Nähe von Pam Neu- Kaledonien, eine Epidemie aufgetreten ist, die für Pest gehalten wird. Bisher wurden 25 Todesfälle gezählt, dock, ist noch kein Weißer betroffen. Die ge Saalbau= Abend im Gese unfere feit Jah Eine dreifache Mörderin wurde in Paris verhaftet. Das erst 20jährige Mädchen steht in dem dringenden Verdacht, innerhalb der letzten beiden Jahre drei Liebhaber durch Gift aus dem Wege geräumt zu haben. Bahnen gebrach zu haben, verdi mann Hechler Bunte Chronik. Die aus sechs Köpfen bestehende Familie des Kaufmanns Gothot aus Mühlheim a. Ruhr ist zu einer mehrwöchentlichen Behandlung auf der Berliner Tollwit station eingetroffen. Sie sind sämtlich von dem eigener tollwutkranken Hunde gebissen worden. In Airolo wurde durch Schuttmassen das Elektrizitäts werk und der südliche Ausgang des Gotthardtunnels ver schüttet. Erst nach mühseliger Arbeit gelang es, diesen wie der frei zu machen. Saal um durch Feuer 2 am Boden be gen. Saales Feftlichkeiten, die Rentabileta gehalten werde diefer Umänder -In Memmelshofen bei Weißenburg erschoß der Jagd. Jüter Franz Wagner seinen Schwiegersohn nach einem Wirts hausstreit. Die Ortschaft Villa Banali in Südtirol ist ganz nieder. gebrannt. Ein Kind kam in den Flammen um. oben genannten fich verpflichtet geben, zeigte& Prof. Dr. F ausführlich un aus. Die fin und danach zu daß nicht al humoristisch Freise, unfere an's Wert ge plänen wird 3000 ME. b bom Theatert Distuffton einer Baue Erftere mur Gail, Georgi Mek, Stadt mann. Di den 1. Bor Dr. Fromm und den Her Becker, Stad * Lan Auf der landn findet auch ein war in folgend 2. Sauerrahm Aloffe 5: ander Brobufte bat 6 mißige Anmeld werden diefelbe gerigte bon onen, erflüchtigen Revolvere, wurden det. Dell ze Bande irden auf irden ge= ichte eindie ge ingen er: fälschlich n zweiten r Gemahl Brown g des Ghe der Rigter men fönne, 2. Offiziers. mant MoErmordung zuen Haft während soll, Vermg u. f. w. mit allen die Solstende und Offizier ge nächst, daß Chinesen er er anderem Saus zweier war Apono von den den Garten e man den die Grube heker schrie Nun liek er fah, dak b er an, we er Tat zwei eute brachte nde hatte er hrte. tarische Ge 1, dem klas efolgt wird wei Brüder chzeitig je Straße. Zu ein Freund, i zusammen Taint Lecas Bruder der choffen und er ihn nicht n wird weiter fers„ Terra" rscheinlich bei Regierungs nd ein fünfKajüten der itän auf den Zeichen unterWährend bei Ses Kapitäns if der Wolga geführt, das denschen verI.", mit 300, der Kapitän n, und zwar ers, auf dem wasser stand, gelaufen war. die unglückStiefe Wasser, begann, bei Der Stadttier den. einem Löwen r. Patient lit hen Vorsichts. on zwar nicht lebensgefähr sich der Löwe brigens rech effeln und ir der Patien e der Patien chen Leidens en. wird gemel he von Pam die für Befi gezählt, dod rhaftet. Das en Verdacht er durch Gift hende Famili hr ist zu einer iner Zollwut dem eigener Elektrizitäts Stunnels ver , diesen wie oß der Jagd einem Wirts gang nieber. Bom 10. deutschen Turnfest in Nürnberg. Der Abend des Festsonntags war turnerischen Festvorführungen gewidmet: dieselben fanden auf der Bühne im Freien statt und gewährten vermöge der effektvollen ScheinwerferBeleuchtung einen prächtigen Anblick. Der Turnverein Indianopolis( V. St. von Amerika) turnte in vorzüglicher Weise am Reck. Die Frauenabteilung des Nürnberger Turnvereins führte einen farbenprächtigen Kostümreigen vor. Den Beschluß der Aufführungen machte der Männerturnverein Nürnberg mit hübschen Pyramiden. Der Festplaß war - Der Festplaß war durch hunderte von Bogen- und Glühlampen beleuchtet, und namentlich die glänzend illuminierten Festbauten gewährten einen prächtigen Anblick. Der Besuch war ganz enorm, was schon daraus hervorgeht, daß an diesem Tage neben anderen Flüssigkeiten nicht weniger als 637 Hektoliter Bier tonsumiert wurden. Bei dieser Gelegenheit sei mitgeteilt, daß die Verpflegung auf dem Festplaße gut ist. - Der Festmontag brachte vor allem einen Teil des allgemeinen Wetturnens. Es turnten u. a. Turner aus dem Kreise Mittelrhein( dabei die H ssen). An jedem der drei Geräte, Reck, Barren und Pferd wurden je 2 vorgeschriebene und eine selbstgewählte Uebung verlangt, die je nach Art der Ausführung mit 5 Punkten bewertet wurden. Die Geräteübungen sind der Bedeutung des Wettkampfes entsprechend sehr schwierig, so daß es nur den besten der guten Turner möglich ist, mit Aussicht auf Erfolg am Turnen teilzunehmen. Geturnt wurde von den 680 heute angetretenen Turnern recht wacker, namentlich bei dem Kürturnen sah man hervorragende Leistungen. Besonderes Interesse erregte das Turnen der Ausländer, das ebenfalls am Montag stattfand. Es waren beteiligt aud Amerika Indianopolis( Barren), New- York( Barren), aus Italien, Rom( Schaufelringe, Barren und Stüßen) und aus Rußland St. Petersburg. Daneben fanden den ganzen Tag über Turnspiele statt, und zwar Wett- und Musterspiele, sodaß der Turnplaß den ganzen Tag über sehr be= lebt war. Gestern abend hielten, wie nachträglich bemerkt sei, die deutsch österreichischen Turner eine Festfneipe ab, die sehr gut besucht war und einen glänzenden Verlauf nahm. Es war eine weihevolle Feststunde, in der manches fernhafte deutsche Wort gesprochen wurde, das wohl bei den Deutschen Desterreichs auf guten Boden gefallen sein wird. Zum Schluß des heutigen Berichtes seien noch einige statistische Mitteilungen gemacht, die für sich selbst sprechen. Es wurden am Samstag 35 000 und am Sonntag gar 30 000 Postkarten vom] Festpostamt abgesandt, angerechnet die zahlreichen sonstigen Sendungen. Die elektrische Straßenbahn beförderte trotzdem der Verkehr lange Zeit gesperrt war, 125000 Personen. Lokales. Gießen, 22. Juli 1903. * Die nächste Tagung des Verbandes Mitteldeutscher Handelskammern wird in Kassel stattfinden. ** Akademische 8. Der außerordentliche Professor in der Marburger juristischen Fakultät Dr. Walther Schücking erhielt einen Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Gießen, hat ihn aber nicht angenommen. Es wurde zum Ordinarius in der Marburger juristischen Fakultät ernannt. ** Die gemeinsame Sigung des Konzert, Saalbau und Theatervereins, welche gestern Abend im Gesellschaftshaus stattgefunden hat, ergab, daß unsere seit Jahren mangelhaften Theaterverhältnisse in bessere Bahnen gebracht werden. Den Stein ins Rollen gebracht zu haben, verdient eigentlich ein vom Herrn Bolizeiamtmann Hechler verfügter Polizeibefehl, wonach im Leib'schen Saal um bei einer eventuell einmal ausbrechenden Panik durch Feuer 2c. Unglücksfälle zu verhüten z. B. die Stühle am Boden befestigt werden sollen. Wollte der Besizer des gen. Saales diesem Befehl nachkommen, dann könnten andere Festlichkeiten, wie Bälle, Kommerse, welche gerade am besten die Rentabiletät des Baues sichern, nicht mehr darinnen abgehalten werden. Der Besitzer versteht sich also nicht zu dieser Umänderung und die Folge ist nun die, daß die drei obengenannten Vereine andere Theaterräume zu beschaffen sich verpflichtet fühlen. Daß sie an diese Frage gern herangehen, zeigte der zahlreiche Besuch der Versammlung. Herr Prof. Dr. Fromme referierte über die Theaterfrage sehr ausführlich und auch von einem sehr praktischen Standpunkte aus. Die finanzielle Frage wurde sehr eingehend erörtert, und danach zu urteilen, können wir die Hoffnung hegen, daß nicht allein die„ Bürnehmen", wie Herr Loz humoristisch zu betonen beliebte, sondern auch weite Kreise, unsere Geschäftsleute und Handwerker mit frisch an's Werk gehen werden. Für Beschaffung von Bauplänen wird ein Preisausschreiben erfolgen, für welches 3000 Mt. vom Saalbauverein und cirka 2000 Mr. bom Theaterverein zur Verfügung stehen. Nach langer Diskussion erfolgte die Wahl zweier Kommissionen, einer Bau- und einer Finanz- Kommisson. In die Erstere wurden gewählt die Herren Kommerzienräte Gail, Georgi, Emmeltus und Heyligenstaedt, Justizrat Mez, Stadtverordneter Haubach und Professor Biermann. Die Bau- Kommission setzt sich zusammen aus den 1. Vorsitzenden der drei Vereine, den Herren Prof. Dr. Fromme, Geh. Rat Oncken und Geh. Nat Sprengel und den Herren Oberbürgermeister Mecum, Bauinspektor Becker, Stadtverordneten Kirch und Kaufmann Lotz. ** Landwirtschaftliche Ausstellung Gießen. Auf der landw. Ausstellung im September d. J8. in Gießen findet auch eine Konkurrenz in Molkereiprodukten statt und zwar in folgenden Klassen: Klasse 1: Süßrahmbutter, Klasse 2: Sauerrahmbutter, Klasse 3: Bauernbutter, Klasse 4: Käse, Klasse 5: andere Molkereiprodukte. Die Einsendung der betr. Produkte hat bis zum 5. September, nachdem eine ordnungsmäßige Anmeldung vorausgegangen ist, zu erfolgen, und werden dieselben hiernach am 8. September durch 2 Preisgerichte von Sachverständigen beurteilt und prämiiert. Sämtliche Produtte werden alsdann unter Beifügung der zuerkannten Preise in einer besonderen Abteilung auf der Ausstellung ausgestellt. Als Preise kommen zur Vergebung: Siegerehrenpreis, 1 Staatsmedaille, Medaillen und Diplome. ** Der große Preis von Gießen, der am Sonntag, den 26. Juli, auf der Radrennbahn( Sportplaz an der Hardt) zum Austrag kommt, besteht aus einer Summe in baar von Mt. 500 für den ersten, 250 für den zweiten und 125 Mt. für den dritten Sieger. Niemand, der Interesse für Radsport hat, wolle dieses für Gießen einzig dastehende sportliche Ereignis übersehen. = ** Deutsches Turnfest Nürnberg. Nach einer gestern abend eingegangenen Depesche des Gauturnwarts Will, hat die vom Turngau Hessen entsandte Musterriege Preis- Anteil und der Turner Müller vom T.-V. Gießen 52 Punkte im Einzelwetturnen errungen. Gut Heil! * Die tritischen Tage des zweiten Halbjahres 1903 sollen nach Falb die folgenden sein: 1. Ordnung 24. Juli, 22 August, 21. September, 20 Oftober und 4. Dezember; 2 Ordnung am 7. September, 6. Oftober, 5. No vember und 29. November; 3. Ordnung am 8. August und 18. Dezember. Das Jubiläumsfest des Gießener Schüßen vereins hat mit dem gestrigen Tage sein Ende erreicht. Waren an den beiden letzten Tagen auch nicht so viele Besucher auf dem Festplate, so beteiligten sich doch umsomehr Schüßen, darunter viele von auswärts, an dem Preisschießen. Die Resultate deos lben sind Folgende: a. Jubiläumsscheibe( 175 m.) 36 Ringe Schulz Marburg 35 Wilh. Becker- Gießen Merz- Jdstein Asprion- Gießen Horn- Frankfurt a. M. Bersch Marburg " 33 " 33 " 32 " 31 " 31 "! 31 " 29 " 28 " 27 " 27 " 27 " 27 " 26 " " 25 " 25 " 24 24 " 1 24 " Roth Frankfurt a. M. Thomann- Offenbach a. M. Färber Offenbach a. M Stein- Fechenheim Biz Kastel Salbei- Offenbach Rauch- Hanau Gieße- Offenbach Kopp Fein- Fechenheim A. Difore- Gießen Trtor- Gießen Ulrich Marburg Schütz- Weilburg Die Preise für die Jubiläumsfestscheibe b standen in recht schönen und wertvollen Gegenständen, die zum Teil von Gönnern und Mitgliedern des Vereins gestiftet wurden. Hier nur die 10 ersten Preise: 1. Preis: 1 Bierservice mit 6 Gläsern aus geschl. Glas und aus Geweihen zusammen gestellten Ständer; gestiftet von unserem Reichstagsabgeordneten Herra Kommerzienrat Hyligenstädt. 45 == 1 silberner Tafelaufsaß. " Brauerei Bichler. 1 Gewehr( Doppellauf). ' gestiftet von der 1 silberner Tafelaufsatz( gestiftet von Herrn Juvelier Carl Brück." 2. 3. 1 " 4. " P 5. " 6. 7. " 8. 9. 10. 1 Reisefoffer mit Toilettegegenständen, geftiftet von Herrn Aug. Rilbinger, ein in modernem Rahmen eingefaßter Spiegel, 1 silbernes Theeservice mit Tablett. 1 geschnigter Stuhl. 1 Konfektdose aus geschliffenem Glas und mit si bernem Deckel, gestiftet von Herrn Brauereidirektor Lemmé. Die Preise, bet denen keine Namen vermerkt sind, haben Vereinsmitglieder gestiftet. Nachstehend nun die Schießresultate auf die anderen Scheiben; gestrichen haben wir hier die Namen der mit Erfolg hervorgegangenen auswärtigen Schüßen. Scheibe Laufend Wild( 60 m) 1. Preis: Aug. Kilbinger- Gießen 35 Ringe Frit Seibel 2. " 6. Karl Brück 33 24 " " " 1 7. Asprion 24 " f " " 9. " Himmelreich 23 " " 1 12. " Gg. Appel 18 " Auflege stand- Scheibe( 100 m): A Wieseck, 20. Juli. Auf ein am Sonntag vom Bezirkskriegerfest an den Großherzog gerichtetes Begrüßungstelegramm traf folgende Antwort ein:„ Gratultere zum Stiftungsfest und Fahnenjubiläum, sowie zu der von Seiner Majestät dem Kaiser verliehenen Fahnenschleife. Herzlichen Dank für treue Wünsche. Ernst Ludwig." > Aus dem Biebertal. Holzversteigerung im Walde. Auf eine erneute Eingabe des Zentralvorstandes des Gewerbevereins für Nassau hat die Königl. Regierung beschieden, daß eine allgem. Anordnung, die Holzversteigerung nur an Ort und Stelle abzuhalten, nicht getroffen werden könne, doch solle Hinweisung ergehen, die für den Lokal- Bedarf bestimmten Nutzhölzer soweit möglich größtenteils im Walde zum Verkauf zu stellen. * * Grünberg. Am Dienstag abend trafen von einer Besichtigung des Bahnbaues Laubach- Mücke mit Equipage der Direktionspräsident Thomé- Frankfurt in Begleitung von vier Direktionsmitgliedern auf dem hiesigen Bahnhof ein. Mit Sonderzug fuhren die Herren abends 7.36 über Gießen nach Frankfurt zurück. Die Eröffnung der Bahnstrecke soll, wie wir zuverlässig erfahren, am 1. Oftober erfolgen. ▲ Wetterfeld. Die etwa 20 Jahre alte Tochter eines Landwirts, die auf dem Felde mit dem Hacken von Dickwurzeln beschäftigt war, tehrte nicht nach Hause zurück. Die Angehörigen fanden auf dem Felde die Hacke, doch das Mädchen war spurlos verschwunden. Ob ein Verbrechen oder ein Unglücksfall vorliegt, muß die angestellte Nachforschung ergeben. ** Schotten. Am 12. d. Mts. fand die feierliche Ueberreichung der Gesellenbriefe, verbunden mit einer Ausstellung der gefertigten Gesellenstücke, sowie der Schülerarbeiten der beiden Zeichenschulen statt. Als Vertreter der Großh. Zentralstelle war Herr Hauptlehrer Höhn aus Nidda erschienen. 14 Junggesellen, die sämtlich die Note„ gut bestanden" erhielten, wurden die Gesellenbriefe eingehändigt. Bei dieser Gelegenheit gelobten die Junggesellen durch Handschlag sich jederzeit dem eben erhaltenen Diplom würdig zu zeigen. An der Gesellenprüfung beteiligten sich 2 Schreiner, 1 Spengler, 1 Zimmermann, 1 Holzbildhauer, 1 Weißbinder, 2 Schlosser, 1 Wagner, 2 Schneider, 1 Schmied, 1 Schuhmacher und 1 Buchbinder. * Butzbach, 20. Juli. Meisterprüfung. Am gestrigen Tage wurden zwei hiesige junge Handwerker durch die Meister- Prüfungskommission aus Gießen praktisch ge= prüft. Die theoretische Prüfung findet im Monat September statt. Nidda hat 12 Kandidaten aufzuweisen, welche sich heute der Prüfung unterziehen. X Lauterbach, 18. Juli. Heute Morgen verunglückte an dem Bahn- Nubau Grebenhain- Gedern ein Bahnarbeiter aus Württemberg. Auf der Fahrt ins Krankenhaus verschied er jedoch bereits schon, als der Wagen in Herbstein antam. Die Leiche traf heute Nachmittag hier ein. ** Oberwalgern bei Fronhausen. Die hiesige Gemeindejagd, welche seither von einem Herrn aus Marburg gepachtet war, wurde für den Preis von 310 Mt. auf zwölf Jahre an die Herren Lucas und Brenner in Gießen verpachtet. * Wetzlar, 20. Juli. Der Obst- und Gemüseverwertungskursus an hiesiger landw. Schule wurde heute mit 42 Teiluehmerinnen aus Stadt und Land eröffnet. * Offenbach, 20. Juli. Wie wir hören, beabsichtigt der Großherzog in der ersten Hälfte des Monats August unserer Stadt einen Besuch abzustatten. Der Großherzog wird bei einem hiesigen Großindustriellen absteigen und zwei im Nordende befindliche Fabriken besichtigen." Mainz, 21. Juli. Zu Ehren der hier anwesenden deutschen Gastwirte läßt sich ihr Kollege, der„ Dicke Schorsch" aus Fränkisch- Crumbach 3 Tage lang, von Mittwoch an, im Schützenhof sehen. Schorsch wiegt 425 Pfund und hat 2 Meter im Umfange. Aus dem Gerichtssaal. Straffammer. Gießen, den 21. Juli 1908. Frau Katharine Will von Gießen ist wegen Freiheitsberaubung angeklagt. Sie soll den Taglöhner Johannes Euler dahier etwa 34 Stunden in seinem Zimmer, wo er sich zum Schlafen hingelegt hatte, eingeschlossen haben. Da die Angabe des einzigen Belastungszeugen Euler sehr unbestimmt sind, tommt das Gericht zur Freisprechung. Das hiesige Schöffengericht hat s. 8t. den Taglöhner Adam Maurer von Alten- Bused wegen Körperverlegung z. N. des Philipp Moos von Lollar zu 30 Mt. Geldstrafe und wegen Bedrohung desselben zu 8 Mt. Geldstrafe verurteilt. Der vom Angeklagten gegen dieses Erkenntnis erfolgten Berufung wird heute stattgegeben und wegen Körperverlegung auf 10 - 1. Preis: A. Kaufmann, Rechtsanwalt- Gießen 35 Ringe| Mt. Geldstrafe erkannt. Im übrigen erfolgt Freisprechung. 34 " 34 34" == 2. Fr. Seibel- Gießen " 1 3. Nikolaus- Gießen " 4. Enders- Laubach If 5. " A. Kilbinger- Gießen 33 " 6. Ritter- Laubach 33 " 8. Adolf Möhl- Gießen 33 " If 9. Schmidt- Laubach 32 " " 12. Kreuter- Grünberg 32 " " 13. M Gg. Appel- Gießen 32 " 1 14. Silbereisen- Gießen 32 " " 15. Hogy- Laubach 32 " " 32 16. " Gerbote- Gießen Standmeister- Scheibe( freih. 175 m): 4. Preis: A. Diforé Gießen 53 Ringe 5 " A. Kilbinger T 13. Gg. Appel 52 46 If " " " 15. 45 " Ed. Noll Feldmeister Scheibe( freih. 300 m) 2. Preis: Adolf Möhl- Gießen 53 Ringe Gg. Appel 3. 53 " f " " 5. 11 Aug. Kilbinger " 1P 6. A. Diforé " " 1 " 14. Friz Seibel " " 16. Rechtswlt. Kaufmann 11 H 44 48 28 41 40 Der Schweizer Ernst Schreier von Sonnenberg hat sich wegen Sachbeschädigung und Diebstahl zu verantworten. Er wird für schuldig erkannt, dem Pächter Wendel von Ofarben eine Kuh derart mißhandelt zu haben, daß diese geschlachtet werden mußte. Eine andere Kuh hat infolge Mißhandlungen die Milch verloren. Einem Mitknecht hat er eine Uhr, einem anderen eine Hose entwendet. Das Ges richt erkennt auf eine Gesamtstrafe von 9 Monaten Gefäng nis. Zum Schluß nimmt Julius Rée von Bleichenbach auf der Antlagebant Plag. Der auf Abwege geratene, welcher bereits wegen Meineids und Betrugs bestraft ist, ist der Sohn des zu Bleichenbach verstorbenen Kirchenrats Detan Dr. Rée. Er ist beschuldigt, in der Zeit vom 10. Februar bis 10. März d. I. aus der Wohnung der Minna Leopold zu Bleichenbach über 30 Flaschen Wein gestof len zu haben; außerdem hat er zwei arme hiesige Einwohner um 133 Mr. bezw. 24 Mt. gebracht. Bezüglich des ersten Falles erfolgt Freisprechung, des Betrugs aber wird er für überführt erachtet und in eine Gefängnisstrafe von 8 Monaten und 2 Wochen genommen. Verantwortlich: für den politischen und Inseratenteil Albin Klein; für das Lokale, den„ Gerichts." und" Oeffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann Druck und Verlag der Gießener Berlagsbruckerei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. e 8 8 Grosses Internationales Rad- Rennen Gießen, Radrennbahn u. Sportplat a. d. Hardt. Kartoffeln Verdingung v. Baggerarbeiten größte Auswahl in nur prima Speise- und Salatka: toffeln, Die Ausbaggerung von Verlandungen oberhal empfiehlt die Kartoffel- und und unterhalb der Eisenbahnbrücke in der Gemarkung 3. Hantel. Shloßgasse 6. Friedelhausen, 780 cbm, soll durch schriftliches Angebo öffentlich vergeben werden. Gemüsehandlung Gießen. Ein wenig gefahrenes ad( Claes- Pfeil) billig zu verkaufen. Jakob Becker, Lollar. 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Unsere Destillate sind in unserer Brennerei aus gesunden französischen und deutschen Weinen gebrannt. Erste Taunus- Cognac- Brennerei Fritz Scheller Söbne Homburg v. d. H... Gegründet 1843. 1/1 Flasche M. 1.80. 2.40, 3., 4., 5., 1/2 Flaschen verhältnissmässig. Preise stehen auf den Etiketten. Niederlagen durch Plakate kenntlich. nächste Ziebung am 1. Aug. cr. Frisch GEWAGT ist halb GEWONNEN! Laut reichsgerichtl. Entscheid. vom 8. April 1895 für ganz Deutschland incl. aller Bundesstaaten gesetzl. erlaubte Serienlosgesellschaften besteh. aus je 100 Anteilen comb. in 24Ziehungen mit abwechs. Haupttreffer in Mark: 300000, 240000, 180000, 120000, 105000, 102000, 90000, etc. etc. Gesamtbetrag der kleinsten Treffer ca. 20 Prozent des Einsatzes. Keine Nieten. Jedes Loos ein Treffer! Gewinnlisten n. jeder Ziehung. nur 5 Mk. mationsfrist. - Monatlicher Beitrag Bei Nichtconvenienz 3 Tage ReklaUmgehende Anmeldungen zu richten an: J. SCHMIDT& Co. in Arnheim a. Rhein. Niederland No. 95. - Für Bäcker!< Brotpreis- Formulare hält stets am Lager die Expedition. I g 11 170 Donnerstag, den 23. Juli 1903.