Nr. 118. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratt@ bellagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmittags. Donnerstag, den 22. Mai 1903. Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Petitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wetzlar und Marburg 10 Pfg. sonst 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 Pfg. Postzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Fernsprechauschlußk Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Weklar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Partikulariftifche Hetze. Neue bairisch- preußische Konfliktsmärchen. Mit das tollste, was je in einem deutschen Blatt gestanden hat, war jüngst in einer Würzburger Zeitung zu lesen. Da wurde der alte. Kohl von bairisch- preußischen Verstimmungen aufgewärmt und am Ende gar allen Erntes die ungeheuerliche Behauptung aufgestellt, Baiern vürde gegen Preußen schließlich den Schutz Desterreichs anrufen! Man sollte nicht glauben, welchen sauſtdicken Unsinn manche Zeitungsmänner in Deutschland ihren Lesern aufzubinden wagen! Aber hören wir diese tiefgründige Weisheit! Da soll Baiern bei der Reichsregierung vorstellig geworden sein, ber in der Verfassung vorgesehene Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten, in dem Baiern ständig den Vorsitz führt, solle öfter einberufen werden. Ferner soll Baiern den ihm durch das preußisch- bairische Abkommen von 1870 zugesprochenen stellveriretenden Vorsitz im Bundesrate gefördert haben, der ihm angeblich von Preußen nicht gewährt worden sei. Preußen soll sich geweigert haben, diesen Wünschen nachzukɔmmen, falls Baiern nicht auf folgende Bedingungen eingehe: Besetzung der Kommandostellen des zweiten und britten Armeekorps durch preußische Generäle unter gleichzeitigem Austausch einer größeren Anzahl Offiziere aller Grade in zeitweiliger Abkommandierung à la Württemberg, ferner Einführung der neuen Arbeitsuniform zunächst der graven Litewka in der bairischen Armee. Durch diese preußische Forderung, s erzählt das Würzburger Blatt weiter, sei Prinzregent Luitpold auss höchste verblüfft worden, und es kursiere eine sehr drastische Aeußerung des Regenten über dies Verlangen. Und nach dieser wundersamen Enthüllung schließt das Blatt: ,, Höhere Militärs sind der Meinung, daß schließlich der Schutz Desterreichs von Baiern angeruſen werden würde, da sich der Regent unmöglich der Hoheitsrechte begeben könne." Es wäre wirklich schwer, gegenüber solchem dumman Geschwäß ernsthaft zu bleiben, wenn nicht jeder gute Deutsche, sei er Preuße, Baier oder anderen Stammes, empört sein müßte über die Gehässigkeit und Reichsseindschaft, die aus diesen Tarlegungen hervorbricht. Der Artikel soll das bairische Volt gegen Preußen aufheben, und so unsagbar dumm und verlogen diese Heße ist, sie wird doch einen gewissen Widerhall finden. Denn die wenigsten sind darüber unterrichtet, daß das, was bas Würzburger Blatt hier berichtet, einfach ein Ding Der Unmöglichkeit ist. Erstens hat, wie unser Berliner CB.- Mitarbeiter schon neulich aus authentischer Quelle berichtete, Baiern niemals Grund gehabt, sich zu beklagen, Preußen habe ihm den stellvertretenden Vorsiz im Bundesrate verweigert. Zweitens ist es nicht wahr, daß der Bundesratsausschuß für auswärtige Angelegenheiten nicht nach Baierns Wünschen einberufen worden wäre. Baiern hat einen solchen Wunsch bisher überhaupt nicht geäußert! Unter dieser Umständen kann Preußen auch für die Erfüllung solcher bairischen Wünsche keine Bedingungen gestellt haben. Aber selbst wenn eine Spannung zwischen Baiern und Preußen bestände, welch ein Wahnsinn ist die Behauptung, Baiern werde nötigenfalls bei einem außerbeutschen Staate, bei Desterreich, Schuß gegen Presen suchen! Der Mann, der diese unglaubliche Behauphing aufgestellt hat, weiß offenbar nicht, daß nach der heichsverfassung das ganze übrige Deutschland bei einem solchen Bruch der Verfassung seitens Baierns Baiern zur Berantwortung ziehen müßte( Artikel 19 der Veraffung). Aber genug! Es lohnt nicht, den Unsinn eingehender widerlegen. In allen deutschen Gauen, bei allen richstreuen Patrioten wird nur eine Stimme darüber herrschen, wie vaterlandlos das Treiben der Männer ft, die in so gewissenlos leichtfertiger Weise zwischen en geeinten deutschen Stämmen aufs neue die Drachenaat der Zwietracht säen. Die Politik. Deutschlands Beziehungen zum Vatikan beschäftigen noch immer im Anschluß an die Romfahrt des faisers die politischen Kreise Frankreichs und Italiens in hohem Maße. In der französischen Deputiertenkammer burde vom Nationalisten Engerand die bekannte Behauptung aufgefrischt, daß Kaiser Wilhelm sich bemühe, das Protektorat über die Christen im Orient zu erhalten. In Rom verstiegen sich die Deputierten Gattorno und Socci allen Ernstes zu der Anfrage an die Regierung ,, ob es richtig sei, daß der deutsche Reichskanzler Graf Bülow bei dem Ministerpräsidenten Zanardelli Schritte unternommen habe, um zwischen der italienischen Regierung und dem Vatikan einen Modus vivendi herzustellen. Unterstaatssekretär Ronchetti erklärte im Namen Ranardellis, dieſes unsinnige Gerücht entbehre durchaus Jeglicher Begründung. Wann werden endlich die Konjekturen über die Begegnung zwischen Kaiser und Papst verstummen? Des Kaisers Tank an Graf Haeseler, den treuen Wächter an der deutschen Westmark, gelegentlich dessen Rücktritt vom Kommando des 16. Armeekorps, hat äußerlich in der höchsten preußischen Auszeichnung, den Brillanten zum Schwarzen Adlerorden, bestanden. Mehr noch aber werden den im Dienst seines Vaterlandes ergrauten Heerführer die ehrenden Worte erfreuen, die ihm sein Kaiser vor versammeltem Offizierkorps nach der Gefechtskritik zuteil werden ließ. Er hoffe, daß der Name dieses Mannes, dieses ganzen Soldaten, im Korps nicht nur erhalten bleibe, sondern daß auch dessen Geist darin weiterlebe. ,, Graf Haeseler," so schloß er ,,, verlangte viel von Ihnen, aber uns allen ist klar: dieser Mann mutete sich selbst das meiste zu. Er gehörte zu denjenigen Soldaten, denen der Wille ihres Königs das höchste Gebot, die Anerkennung ihres Königs die höchste Auszeichnung ist." Um Graf Haeselers Andenken in der Armee für immer zu erhalten, hat der Kaiser befohlen, daß das brandenburgische Ulanenregiment Nr. 11 fortan den Namen ,, Ulanenregiment Graf Haeseler" zu führen hat. Militärverschwörnng gegen den Zaren? Wie in Petersburg verlautet, sollie Frühjahrssarade, die der Zar abhalten wollte, und die im letzten Moment abgesagt wurde, infolge eines alarmierenden Be: ichtes des Chefs der geheimen politischen Polizei verschojen worden sein. Dieser habe erklärt, daß er keine Gaantie für die Sicherheit des Zaren übernehmen könne, alls dieser sich zur Parade begebe. Es bestände eine ausgedehnte Verschwörung gegen dessen Leben, in die viele Offiziere verwickelt seien, und man hätte bereits nehrere Dynamitverstecke entdeckt. Das Attentat auf den Zaren sollte stattfinden, wenn die Truppen an ihm vorbeidefilierten. Die ganze Angelegenheit wird äußerst geheim behandelt, aber es ist doch bekannt, daß schon viele Verhaftungen stattgefunden haben. Ermordung eines russischen Gouverneurs. ( 2) Einem politischen Racheakt ist am Geburtstag des Zaren der Gouverneur Bogdanowitsch in der russischen Bouvernementsstadt Ufa( im Uralgebiet) zum Opfer gefallen. Der Gouverneur hatte sich in den Stadtpark begeben, der wegen des Zarentages viele Besucher aufwies. Plötzlich traten ihm aus einer Seitenallee mehrere Personen entgegen; während der eine ihm unter demütiger Verbeugung ein Schriftstück überreichte, seuerten die anderen auf den ahnungslosen Bogdanowitsch neun Revolverschüsse ab, die ihn in Brust und Rücken trafen. Der Tod trat sofort ein. Die Meuchelmörder entkamen. BogDanowitsch hatte sich dadurch verhaßt gemacht, daß er die Unruhen in Slatrust im März durch Gewalttätigkeiten unterdrückte. Glaubenswechsel im sächsischen Königshaus? (!) Eine aufsehenerregende Nachricht läßt sich ein französisches Sensationsblatt, der Pariser ,, Rappel", aus Dres den übermitteln. In sächsischen Hofkreisen soll danach der bevorstehende Uebertritt der sächsischen Königsfamilie, mit einziger Ausnahme des Königs Georg, vom Katholizismus zum Protestantismus eifrig besprochen werden. Zwei Gründe hätten diesen schwerwiegenden Schritt entschieden: Die Dynastie könnte sich auf die Dauer dem Druck nicht entziehen, der von der folossalen Mehrheit der protestantischen Bevölkerung- dreieinhalb Millionen gegen nur 150,000 Katholiken auf sie ausgeübt werde. Zweitens aber wünsche der Kronprinz sich wieder zu verheiraten, was ihm als Katholik durch die bekannte ablehnende Haltung des Vatikan unmöglich gemacht wäre. König Georg allein mache eine Ausnahme von dem allgemeinen Bekenntniswechsel, da er dem Glauben seiner Kindheit treu bleiben will. Die Nachricht ist mit großer Vorsicht aufzunehmen, sie verdient aber ihrer eventuellen großen Tragweite wegen immerhin, registriert zu werden. Militärische Personalfragen. )( In militärischen Kreisen stößt, wie unser CB.- Mitarbeiter uns schreibt, die Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritt des Chefs des Generalstabes der Armec, Grafen von Schlieffen, auf große Zweifel. Allerdings ist Gras Schlieffen bereits 70 Jahre alt, aber körperlich und geistig von einer außerordentlichen Frische und den Anforderungen seines arbeitsreichen Amtes voll gewachsen. In maßgebenden militärischen Kreisen wird versichert, man halte einen nahe bevorstehenden Rücktritt Schlieffens auch an leitender Stelle für ausgeschlossen; deshalb sei die Frage, wer Schlieffens Nachfolger werden solle, noch gar nicht zur Sprache gekommen. Wiederaufnahme des Petersprozesses? () Die zahlreichen politischen Freunde des Dr. Karl Peters haben an den Kaiser ein Schriftstück gerichtet, in dem sie die gegen Dr. Peters wegen seiner Führung in Ostafrika erhobenen Anschuldigungen zu enifrästen suchen und bitten, das seinerzeit gegen Peters gefällte Urteil umzustoßen und eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen Dr. Peters zu ermöglichen. Das Schristtück trägt die Unterschriften zahlreicher Kolonialpolitiker und hochgestellter Persönlichkeiten. Kurze politische Nachrichten. * Die ,, Nordd. Allg. 3tg." bestätigt den bevorstehenden Rücktritt des Oberpräsidenten von Schlesien, Fürsten Hazfeldt, Herzogs von Trachenberg. * Die ausgesperrten Arbeiter der Tecklenborgschen Werst in Bremen haben die von der Werftleitung jestgesetzten Bedingungen angenommen. Die Werft wird Freitag früh ihren Betrieb wieder aufnehmen. Damit ist auch die Aussperrung der Arbeiter auf der Werft des Bremer Vulkan in Vegesack beendet. * Der frühere britische Premierminister Lord Rosebery hat in Burnley eine Rede gehalten, in der er Thamberlains Schutzzollplänen für England und seine Kolonien entgegentrat. Auch in den Kolonien mehren sich die Stimmen gegen Chamberlains Absichten. * In der kroatischen Hauptstadt Agram kam es anläßlich der Feier des Todestages des Banus Jellalich zu Unruhen. Studenten und Arbeiter bewarsen die Polizei mit Steinen, drei Personen wurden dabei verinnudet. * In Padua haben die dortigen Studenten wegen der Innsbrucker italienischen Studentenkrawalle eine große Protestversammlung abgehalten, eine österreichische Fahne verbrannt und weitere antiösterreichische Kundgebungen veranstaltet. Dumme Jungenstreiche! * Mehr als 1000 Griechen, wovon 150 Offiziere sind, vandten sich an die türkische Gesandtschaft in Athen mit der Bitte, in türkische Dienste zur Verfolgung der bulgarischen Banden aufgenommen zu werden. Die Gesandtschaft erklärte, daß die Verfolgung durch Truppen und Gendarmerie erfolge und das Unwesen bald unterdrückt sein werde. * Einer Meldung aus Beni- llssif( Mgier) zufolge haben arabische Räuber den dortigen französischen Postvorsteher ermordet. Die Täter sind entkommen. Hof und Gesellschaft. nach *** Der Kaiser hat nur zu kurzer Rast nach seiner Reichslandsfahrt im Neuen Palais Aufenthalt genommen. Schon am Freitag ist er Jagdgast des Fürsten Dohna in Pröfelwitz. Am Sonntag erfolgt die Weiterfahrt Schlobitten und zwar, wenn das Wetter gut ist, in einem Viererzug des Fürsten Dohna unter persönlicher Führung des Gastgebers. Am Dienstag vormittags gedenkt der Monarch in Kadinen zu kurzem Verweilen einzutreffen und am Nachmittag über Elbing die Fahrt nach Marienburg fortzusetzen. Nach einer etwa anderthalbstündigen Anwesenheit auf der Hochburg begibt sich der Kaiser direkt nach Danzig, wo seine Ankunft gegen 6 Uhr abends vorgesehen ist. Sofort nach seinem Eintreffen auf der Schichauwerst erfolgt der Stapellaus des Linienschiffes ,, J". Nach Beendigung des Taufaktes fährt der Kaiser nach Langfuhr, um sich von dort aus nach Berlin zurückzubegeben. Moderne Raubritter. CB. In Berlin wurde eine schwarze Bande" Blaurock, Lemke und Genossen, die viele Lieferanten um große Beträge geprellt hatte, zu empfindlichen Freiheitsstrafen verurteilt. Die Verhandlungen gegen sie haben einen ganz auffallenden Grad von Vertrauensseligkeit der Geschäftsleute, namentlich in der Provinz, enthüllt. Die Bestellungen der Schwindler wurden ohne große Be denken sämtlich ausgeführt, und wenn Zahlung verlangt wurde, dann ließen sich die geprellten Lieferanten lange Zeit, ohne den Schwindel zu bemerken, mit Versprechungen und Verströstungen beruhigen. Die Geschäfsmethode dieser Schwindlergesellschaft Engros war folgende: Auf pompös ausgestatteten Briefbogen wurden bei Lizferanten von Lebensmitteln, insbesondere von Wild, GeFlügel, Gemüse und Kartoffeln große Sendungen bestellt, die dann von den Geschäftsinhabern selbst in der Regel nicht abgenommen wurden, sondern von ihren sogenannten Vertretern, die auch später, wenn die ungeduldigen Gläubiger auf Zahlung drängten, die Verhandlungen mit den Gerupften zu führen hatten, und diese damit abspeisten, daß die ,, Herren Chess" nicht anwesend seien und feine Anweisung zur Auszahlung der eingeforderten Beträge gegeben hätten. Die erschwindelten Waren wurden dann schleunigst an Gastwirte und Destillateure gegen Kasse verkauft und die Betrüger lebten mit dem erschwindelten Gelde auf großem Fuße. Meist versprahen sie den Lieferanten bei Aufgabe der ersten Bestellung, daß die Lieferung gegen Kasse angenommen werde, bezw. bei größeren Aufträgen gegen Sicherstellung bei einer Bank. Das zog bei den meisten unbegreiflich vertrauensseligen Lieferanten, bis die schwarze Bande an Etüd, man sagte, sich in den Mantel der Anonymität gehüt ein vierattiges Schauspiel, dessen Verfasser, wie ber Borstellung aufnahm, schwand auffallend rasch. Das gerufen, und die Apathie, mit welcher sie den Beginn merrjamtett dennoch durch die dargestellte cɔvität wach( Schluß.) Der felt fame Ballgaſt. Das Buffet wurde von Erfrischungsuchenden belagert; magehrte zu erbaiche ( Nachdruck verboten.) alüdlich man es gelar zu Ende, als alle seinem Genossen zuwandte. Welt sich wieder mit lebhaftem barin, einem Fräulein von Jalanka, föstlich zu amistern. Der Bär schien sich mit seiner üppigen, blonden Nachwenigstens sah man ihn häufig der Kaum war der wirbelnde Czarreſſe dem Neger und amüsieren, In den noch immer brummend einherschreitenden Freund zu, demselben Ring aus der Tasche und versette da= Augenblick eilte der Waheheneger auf mit dem Der Getroffene stand stil. zog einen elier einen tüchtigen Schlag auf den Kopf. den Unrechten geriet. Es war dies ein Postmeister, dem eine ganze Wagenladung Kartoffeln abgeschwindelt werben sollte. Unser guter Postmeister aber war vorsichtig genug und tat das, was die anderen schon längst hätten tun sollen, er erkundigte sich über die Firma und die erhaltenen Auskünfte gaben ihm die Gewißheit, daß er es hier mit modernen Raubrittern zu tun habe. Aehnliche Schwindeleien sind vor Jahren von einer Berliner Inseratenfirma" bei verschiedenen Provinzzeitungen verübt worden. Diese Firma" gab Anzeigen auf, erhob von den Inserenten auch die darauf entfallenen Gebühren und als die Verleger auf Zahlung drängten, stellte sich heraus, daß die angebene Firma überhaupi nicht existierte. Der Inhaber ein unbedeutender Anzeigensammler hatte das Geld verlebt und die Verleger hatten das Nachsehen. Alle diese Vorkommnisse sollten aufs neue eine Mahnung sein, ohne Erkundigungen keinerlei Lieferungsgeschäfte zu machen und keinerlei Aufträge zu übernehmen. Diese unerklärliche Vertrauensseligkeit der Geschäftsleute und das Bestreben, um jeden Preis zu verkaufen, ist tatsächlich ein Krebsschaden unserer Zeit, der namentlich einen Teil der Handwerker, insbesondere Echneider und Schuhmacher, schwer schädigt. Andererseits ist aber auch nicht zu verbennen, daß die Art und der Geschäftsbetrieb vieler Austunstsinstitute nicht gerade ein besonderes Schutzmittel gegen diese Mißverhältnisse ist. Die Auskünfte werden nicht immer mit der genügenden Sorgfalt erteilt und bie Kosten dafür stehen manchmal nicht im Verhältnisse zu den gemachten Aufwendungen. Wenn aber das Publitum den Aufwand für Erkundigungen nicht scheuen würde, dann würde ganz gewiß auch ein ganz gediegenes Auskunftswesen sich entwickeln namentlich wenn durch behördliche Maßnahmen dafür Sorge getragen würde, baß die Auskunftsinstitute keinen leichtfertigen Geschäftsbetrieb sich zu Schulden kommen lassen. Aus dem Gerichtsfaal. § Die Anklage gegen den Fähnrich z. S. Hüffener lautet auf Totschlag, begangen an dem Artilleristen Hartmann in Essen. Zu der am 26. d. M. stattfindenden Verhandlung, der, wie gemeldet, Korvettenkapitän Starke präsidieren wird, sind nur drei militärische Zeugen gelaben: Oberleutnant Weiße von der Marineschule und die Fähnriche Konrad und Brandes des Torpedoschulschiffs ,, Blücher". § Schillers Räuber und die russische Polizei. Ein sonderbarer Prozeß beschäftigte das Gericht der russischen Stadt Krementschug. Schüler des dortigen Gymnasiums hatten im Hause eines ihrer Kameraden za ihrem Privatvergnügen die Räuber" von Schiller aufführen wollen. Am Tage der Aufführung drang aber die Polizei in die Wohnung ein und nahm einen Teil der jugendlichen ,, Räuber" dem anderen war es gelungen, sich noch rechtzeitig zu flüchten- fest und übergab ben fünfzehnjährigen Karl Moɔr dem Gerichte. Der Richter, vor den die merkwürdige Angelegenheit gebracht wor den war, fällte natürlich ein freisprechendes Urteil, doch damit war die Polizei durchaus nicht zufrieden und hat baher die Räubergeschichte vor das Plenum des Kreisgerichts gebracht, das in den nächsten Tagen sein Urteil sprechen wird. Ganz Krementschug ist neugierig, wie man die kühnen ,, Räuber" bestrafen wird, andere Leute aber sind neugierig, die Operettenpolizei von KrementSchug persönlich kennen zu lernen. Nab und Fern. XX Die Eröffnung der deutschen Städteausstellung hat in Dresden durch ihren Protektor, König Georg von Sachsen, in feierlicher Weise stattgefunden. Als Vertreter des deutschen Reiches nahm Staatssekretär Graf Posadowsky daran teil. Fast alle deutschen Regierungen, sowie alle größeren deutschen und viele ausländische Städte wie Wien, Preßburg, Petersburg und Paris haben Delegierte entsandt. Zu einer Galatafel im Residenzschlosse waren die auswärtigen Staats- und Stadtvertreter, der Ausstellungsvorstand und die Ausschußvorsitzenden, insgesamt etwa 140 Personen, geladen worden. natürlich nie wiedergesehen hätte. Troßdem wollte der Kaufmann, um den allmächtigen Gebieter der Stadt nicht zu erzürnen, den schweren Schritt tun, doch gelang es ihm nicht, die erforderlichen Mittel aufzutreiben. Deshalb rächte sich der noble Gouverneur an der gesamten jüdiſchen Einwohnerſchaft, indem er ruhig zusah, wie ihre Häuser vernichtet, ihre Frauen geschändet, ihre Kinder buchstäblich mit den Füßen zertreten und sie selbst von entmenschten Horden niedergeschlagen wurden. Unter den Angreifern sollen sich Beamte, Polizisten, Offiziere und russische Geistliche befunden haben, die Bauernkittel und Arbeiterblusen trugen und sich am Plündern beteiligten. Nur in drei Fällen schützte der Gouverneur Eigentum und Leben der ihm anvertrauten Juden, trozdem er 10,000 Soldaten zu seiner Verfügung hatte. Dafür ließ er sich aber von jedem der Beschüßten 20,000 Rubel zahlen. Seine Schuld wird noch durch den Umstand erhöht, daß er durch den Minister des Innern v. Plehwe bereits wochenlang vor dem Ausbruch der Unruhen amtlich auf die Gärung in Kischinew aufmerksam gemacht worden war. Gegen die russische Regierung sind infolge der Kischinewer Plünderungen mehrere tausend Entschädigungsklagen angestrengt Ein Meisterstück des deutschen Kunstgewerbes ist das Geschenk der Arbeiter und Arbeiterinnen der PerlStickereifabrik zu Dagsburg, das durch eine Deputation ber Kaiserin auf Schloß Ürville überreicht wurde. Der Untergrund des Kunstwerkes ist weiße Seide. Die Mitte zeigt die Dagsburg, umgeben von einem goldgestickten Eichenkranz. In der rechten Ecke oben sieht man das Hohenzollernwappen, an der linken Seite das der ehemaligen Dagsburger Grafen. Das Ganze wird von einem Adler überragt, der eine Krone trägt. Wappen und Adler sind in Buntstickerei und Perlen ausgeführt. Am Fuße des in einem prächtigen Rahmen gehaltenen Bildes befindet sich die in Gold gestickte Widmung. worden. **„, Geschlampte" Weine. Die Zeit der Maibowlen steht im Zenith. Wenn's draußen auch stürmt und der Regen in Schauern an die Fenster prasselt, dem wackeren Zecher strahlt das Sonnenlicht, das in der Traube gefesselt war und im Weinesfunkeln wieder frei wird, um so heller im traulichen Stübchen. Und der schönste Blütenduft draußen in Wald und Feld wiegt ihm nicht den würzigen Hauch des Waldmeiſters und das feine Aroma des Mosels und Niersteiners auf, die in inniger Gemeinschaft und richtiger Mischung den Grundstock zum Göttertrank, Maibowle" geben, dem allenfalls ganz feine Zungen noch die Schaumhaube des Champagners aufzuſeßen lieben. Aber in die Bowlenfestzeit des echten WeinbeiBers", wie man am Rhein zu sagen pflegt, mischt sich diesmal ein starker Schuß Mißbehagen, und daran ist der Prozeß des Weinfälschers Dr. Schlamp schuld, welcher wie ein Reif auf die zarten Blüten der mailichen Trinterfreude fiel. Hat doch Dr. Schlamp behauptet, daß auf dieselbe Art, wie sein Niersteiner gemischt wurde, die meisten Rheinweine behandelt und verschandelt werden. Da muß jeden wackeren Zechgenossen ein geheimes Grauen fassen und ihm aus dem blinkenden Gold der Rebe das grinsende Gespenst eines ,, chemischen" Kazenjammers ent gegenstarren. Und diese Angst hat alle Bacchusjünger weit über die Grenzen Deutſchlands, in England und Amerika ergriffen, wo noch allen Abstinenzfanatikern zum Troß ein gutes Glas Rheinwein, mit Maß und Verstand genossen, als eine gute Gabe Gottes gilt. Aber ihnen allen zum Trost und zu des deutschen Weinbaues Ruhm sei es gesagt: Es gibt noch außer geschlampten" auch ungemischte trinkbare Rheinweine in Menge, und der deutsche Becher braucht nicht an der vielerprobten Fähigkeit seiner Zunge irre zu werden, wenn er schnalzend das Glas zum Licht hält und den Wahrspruch verkündet: Das ist ein gesegneter Tropfen.„ Geschlampt" ist der sicher nicht." (:) Eine Eisenbahnkatastrophe wird aus Dirschau gemeldet: Auf der Strecke Schmentau- Sturz entgleiste ein aus 30 Wagen bestehender Arbeitszug. Drei Personen wurden getötet, neun schwer und zwanzig leicht verlegt. Unter den Getöteten befindet sich ein Chausseeausseher, unter den Schwerverlegten ein Bahnmeister, die übrigen Toten bezw. Verletzten sind Arbeiter. Ursache der Entgleisung ist eine Senkung infolge Unterspülens des Geleiſes. Ein sofort nach der Unfallstelle abgesandter Hilfszug brachte die Schwerverletzten nach Dirschau. Der Materialschaden ist bedeutend. (?) Prinzessin Luise von Toskana soll nach Meldungen aus Lindau schwer leidend sein. Die Aerzte befürchten, daß sie dauernd schwermütig werden wird. Sie verlangt zweimal des Tages nach einem Priester, um mit ihm zu beten. Das kürzlich geborene Kind soll übrigens unverkennbar die Züge des Kronprinzen von Sachsen tragen. )( Zu den Gräueln in Kischinew werden jetzt Einzelheiten bekannt, die die Verantwortung an der furchtbaren Tragödie, der Hunderte von jüdischen Familien zum Opfer gefallen sind, einzig auf die Schultern desjenigen legen, dem eigentlich die Sorge für ihre Sicherheit zustand: des Gouverneurs von Raaben. Dieser Herr, der inzwischen verbienterweise seines Amtes enthoben worden ist, hatte sich nicht entblödet, von einem jüdischen Großhändler ein Darleben" von 80,000 Rubeln zu verlangen, das dieser * * * ** Portoabzug bei Postanweisungen wird ungeachtel entgegenstehender gerichtlicher Entscheidungen noch häufig vorgenommen und geduldet. Aber das Bürgerliche Gesetzbuch bestimmt anders. Dort heißt es: Geld hat der Schuldner im Zweifel( also wenn nichts vereinbart ist) auf seine Gefahr und Kosten dem Gläubiger an dessen Wohnsiz zu übermitteln. Ist die Forderung im Gewerbebetrieb des Gläubigers entstanden, so tritt, wenn der Gläubiger seine gewerbliche Niederlassung an einem anberen Orte hat, der Ort der Niederlassung an Stelle des Wohnsizes. Bunte Chronik. Eine Ausstellung für Frauenarbeit und Frauenbedarf ist von der ,, Deutschen Frauengenɔſsenschaft" in Berlin eröffnet worden. - Der wegen Sittlichkeitsverbrechens von der Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgte Tierarzt Jskraut aus Jerichow ist Utrecht( Holland) verhaftet worden. - Eine ſ. Zt. dem Zaren entwendete wertvolle Stradivaciusgeige wurde in Paris aufgefunden und zurückgekauft. Wer der Dieb war, ist nicht ermittelt worden. lief vor einiger Zeit, als er geschäftlich in Nürnberg zu tun hatte, ein kleiner Knabe unter das Fuhrwerk. Glücklicherweise konnte der Kutscher noch rechtzeitig halten, worauf der Kleine unter Zurücklassung seines Spielzeuges einer zerbrochenen Violine, die er als Wägelchen benutzte, schleunigst davonlief. Der Reſtaurateur faufte der Mutter des Knaben das Spielzeug ab und gab es einem Instrumentenmacher zur Ausbesserung. Deiser bot dem erstaunten Besizer erst 100 Mt. und erstand die Violine schließlich nach längerem Handeln um 400 Mart. Der Instrumentenmacher verkaufte sie weiter für 800 Mt., und nunmehr befindet sich das ehemalige Spielzeug des kleinen Knaben- eine Albani- Violine- in einer Privatsammlung, für die sie um den Preis von 1800 Mf. erworben wurde. -Wie aus Budapest gemeldet wird, tötete ein, wie er neinte, grundlos entlassener Arbeiter seine siebenjährige Tochter, verwundete seine Frau und ein 1 Jahr altes lind durch Revolverschüsse schwer und machte dann seiiem Leben selbst ein Ende. -Wie aus St. Jean( New- Foundland) gemeldet wird, st das Städtchen Little Bay durch eine Feuersbrunst ollständig zerstört worden. 500 Häuser, darunter ſämtiche öffentliche Gebäude, wurden ein Raub der Flammen. - Aus Bilbao wird gemeldet, daß in einer dortigen Brube durch eine Explosion ein Erdrutsch hervorgerufen vurde. Zahlreiche Arbeiter ſind verſchüttet worden. Vermischtes. Da mennt fich der neue fenden in unferer Er ist eine der A. König, die Der geistreiche V zialen Arbeit moderner Rechts Berurteilter für nicht nur die hädigung in grund rückt er Wiederherstellung er die Geißel ü fchaft, die auf der ain unauslöschliches bon ihnen zurüdzi haben. Es ift di diwas hängen blei micher Handlund Druck des Kai mit hocherhobene ** Pfingsten fällt diesmal auf den 31. Mai und 1. Juni. Die beiden Feiertage werden also in verschiedenen Monaten gefeiert. Dies wird sich in diesem Jahrhundert öfter wiederholen, nämlich in den Jahren 1914, 1925, 1936 und 1998, die denselben Kalender haben wie unser Jahr. Da die beweglichen Feste, zu denen Pfingsten gehört, vom Osterfeste abhängen, können sie auf 35 verschiedene Tage fallen. Der früheste Pfingstsonntag kann der 10. Mai sein; doch ist es ein äußerst jeltener Fall, daß Pfingsten so früh zu feiern ist. Zum legten Male geschah das 1818, und bis zum Jahre 2000 wird es sich nicht wiederholen. Eelten fallen Himmelfahrt und Pfingsten beide erst in den Juni: im vergangenen Jahrhundert kam dies nur dreimal vor, und 1905 wird es sich wieder ereignen. Meistens feiern wir beide Feste im Mai; im laufenden Jahrhundert wird das 65mal geschehen, im Mai und Juni 32mal und allein im Juni dreimal. In den frühesten Zeiten verbanden die Christen das Gedächtnis der Himmelfahrt Christi mit einem beliebigen der zwischen Ostern und Pfingsten fallenden Tage; erst seit Ende des vierten Jahrhunderts begann man, das Fest auf den vierzigsten Tag nach Ostern( den zehnten vor Pfingsten) zu verlegen, weil die Evangelien berichten, daß Christus nach seiner Auferstehung noch vierzehn Tage auf Erden wandelte. (!)[ Die neueste Uhrenkontrolle.] Geheime Erkennungszeichen will der Deutsche Uhrmacherbund für Uhren_aller Art einführen. Es soll dadurch den Uhrmachern Gelegenheit gegeben werden, zu erkennen, ob die Uhr von einem Uhrmacher, oder in einem Warenhause der Versandtgeschäft gekauft ist. Ein solches Erkennungszeichen, das gestreng geheim gehalten wird, ist bereits beim kaiserlichen Patentamte angemeldet. =[ Einen lustigen Aufsatz über den Teich] teilt der Lehrer einer höheren Töchterschule mit. ,, Ein Teich so schreibt eine Schülerin ist eine kleine Wasserlandschaft. In demselben leben Fische, Krebse, Würmer, Schilfrohr, Enten und Gänse und beim Baden sogar Menschen. Ist der Teich groß, so heißt er See, z. B. Oſtsee. Ist er salzig, so nennt man ihn Meer. Ist er sauer, so heißt er Sauerteig. Ist ein Teich so groß wie ein Waschsaß, so wird er Pfüße genannt und wird nur von Kindern benutzt. Liegt er in der Nähe von Menschenwohnungen, wird er zum Waschen, Kochen, Bleichen und zur Wiesenwässerung benutzt. Im Winter fährt man ihn teilweise in den Giskeller zur beliebigen Benutzung im Sommer. Will man einen Teich backen, so schreibt man ihn mit einem g." Die ,, Schülerin" ist wahrscheinlich der Spaßvogel vom Lehrer selber. :::[ Ein wertvolles Kinderspielzeug] hatte das Söhnchen einer armen Witwe in Nürnberg, ohne daß seine Mutter darum wußte. Einem Restaurateur aus München ** Entwertung der Barlettalose. Aus Italien kommi eine für manchen Wertpapierbesitzer schmerzliche Nachricht. Der Gemeinderat von Barletta hat beschlossen, die Auslosung der Prämienanleihe von 1870 zu suspenpendieren. Die sogenannten Barlettalose sind ein namentlich in den Kreisen der kleinen Kapitaliſten außerordentlich verbreitetes Papier. Der niedrige Kurs, der in den letzten Jahren zwischen 16 Prozent und 20 Prozent pro Stück geschwankt hat, veranlaßte viele Leute, sich mehrere solcher Lose zuzulegen, umsomehr, als die Gewinnchancen recht erheblich zu sein schienen. die feindliche W lebens, deffen G barum so unwid ** Das Heufieber. Bei dem schönen Frühlingswetter ist der Graswuchs der Wiesen weit vorgeschritten und man sieht einem prachtvollen ersten Schnitt bald entgegen. Der Landmann schmunzelt schon jetzt vorahnend über den reichen Segen, der seine Scheuer blüht, und der Spaziergänger freut sich am Wogen der grünen Halme und fühlt schon im voraus den würzigen Duft des frischen Heus um seine Wangen wehen. Derjenige aber, der am ,, Heufieber" leidet, sieht mit Kummer und Sorgen seine Schmerzenszeit herannahen. Die beklagenswerten Opfer des Heufiebers werden bekanntlich alljährlich zur Zeit der Heuernte von einem heftigen, überaus qualvollen Schnupfen befallen, der ihnen keine Ruh und Rast läßt, solange die Gräser in lüte stehen, deren herumfliegender Rispenstaub ihre empfindlichen Schleimhäute reizt. Die Heufieberfranken können sich nur durch einen Aufenthalt in möglichst staubfreier Gegend Linderung verschaffen oder ganz schüßen, und weil eine Insel im offenen Meere dafür den geeignetsten Plaz bietet, hat sich in Deutschland der Heufieberbund von Helgoland" gebildet. Seit einiger Zeit nun scheint es, als ob den Heufieberkranken nicht nur eine Aufklärung über ihre Leiden, sondern auch eine wirksame Behandlung und Heilung zuteil werden wird. Im vorigen Jahre hatte Professor Dunbar in Hamburg einen Giftſtaff im Blütenstaube gewisser Gräser entdeckt, der beim Menschen die eigenartigen Erscheinungen des Heufiebers zu erzeugen vermochte, und was noch mehr ist, Professor Dunbar vermochte auch ein Gegengift, eine Art Heilserum, daraus zu bereiten, durch dessen Verabreichung eine schnelle Linderung herbeigeführt werden konnte. Der englische Arzt Felix Semon hat jetzt eine ausführlich: Arbeit veröffentlicht, worin er die Ergebnisse bon Professor Dunbar nachprüft. Er hat sie bestätigt und empfiehlt sie der eingehenden Beachtung der Merzte zu weiteren Forschungen und Versuchen. Giesse * Se. Mai D. Johann Ehrenzeichen be * Das G Mr. 15, ausge ficht der von Gro mlagen zur 2 Mer Stadt Gieß Brokb. Minist 1903/04 geneh Kommunalbedü Büdingen. des Innern für zur Bestreitung d gemeinden des [ Präsident Roosevelt bei den Cowboys zu Gast.] Auf seiner Reise durch den Silberstaat Colorado nahm Präsident Roosevelt in Hugs an einem höchst originellen Frühstück teil, das ihm von dortigen Cowboys gegeben wurde. Er hatte diesem urwüchsigen Empfang ausweichen wollen; als aber der Zug in Hugs anlangte, wurde Roosevelt von den Cowboys förmlich in Beschlag genommen. Er sprang munter aus dem Wagen und schritt, von biederen Cowboys umgeben, nach dem in der Nähe des Bahngeleises gelegenen Zelte, wo ein Frühstück bereit stand, wie es die nichtverwöhnten Söhne der Prairie zu genießen pflegen. Der Präsident schöpfte sich selbst eine Tasse Kaffee aus dem Kessel, langte mit einer eisernen Gabel nach einem Stücke Brot und machte sich dann über eine Portion Stew" her, unverdrossen in dem großen Kessel nach den Stücken Fleisch fischend, die in der Brühe herumschwammen. Die lange Reise hatte seine Eßlust geschärft, und er ließ sich's schmecken. Als er nach dem Zuge zurückkehrte, strömten ihm die Cowboys nach, als wäre er einer der ihren, und als der Zug sich in Bewegung setzte, schwangen sie sich auf ihre Pferde und ritten dem Zuge unter Gelächter, Geschrei undlebhaften zurufen so lange nach, als die Tiere imstande waren, zu folgen. Ein seltsameres, belustigenderes Schauspiel hat man wohl selten gesehen. Die Comboys hatten ,, vollen Wichs" angelegt einer von ihnen hatte sich sogar bis zu einem seidenen Zylinderhut verstiegen- und sahen in ihrer bunten Kostümierung heiter genug aus. Unter den kühnsten Reitern, die dem Präsidentenzug nachflapperten, befand sich ein weiblicher Cowboy, der nach Männerweise im Sattel saß, wie ja alle ,, Girls" westlich vom Mississippi tun. Die bunte Cowboy- Gefolgschaft machte dem Präsidenten viel Vergnügen." - 11 * Der Vor Dr. Eisenhu aangetreten, wäh fhulrat Nodnag * ** Der or Behagbel- Gießen des Römisch gern ** Liebig Geburtstags Just eine Serie ihrer Siilber herausgege großen Chemiters Liebig- Bilder unt weis gewiß danf PA. ad wenig bekannt, d fellung Batte braucht nur ein Bettel mit den 2 Bohnung)" unf werfen oder einen wird bei der nä 10 Bfg. vom Hau fach und bequem. Cepadträger erfp fonders folchen al senten u. f. w. freht. A Der g Copaziertag, mi hinaus in Wald gebanten, die info trengen Eishei Fir die gewünscht moan erfi spät am " Senaten antrat. nicklehrte, fand b och weiter recht [ Männ errlichen Maime rein gestern de Frauenberg. Die Fuß, teils per chon wo aus ein rin prangenden Frauenberg ein n undert worden w Frauenberger Höfe marschierten d einigten fich di arm gemütlichen dh einen Bang& arg der Elifabel in Türnberg das Fuhrwerk. rechtzeitig hal g feines Spiel er als Bägeler Restaurateur elzeug ab und Ausbesserung. t. und erstand ndeln um 400 fie weiter für Das Kainszeichen nennt sich der neue Roman, der nach Beendigung des lausenden in unserer täglichen Unterhaltungsbeilage erscheint. Er ist eine der letzten Arbeit des bekannten Schriftstellers E. A. König, die wir cus seinem Nachlaß erwerben konnten. Der geistreiche Verfasser vertieft sich in diesee bürgerlich 7.35 brachte die frohe Turnerschaar wieder nach Gießen zurück. Eine 52 m. lange Haut einer Riesenschlange, welche Herr Sattlermeister Groß hier im Neuen weg präparierte, ist seit heute in dessen Hof ausgehängt. darauf hingewiesen. Die Haut ist Eigentum des Herrn Freunde und Interessenten derartiger Spezialitäten seien Messerschmidt Reinig auf dem Seltersweg. * Besizwechsel. Gastwirt Weller- Annerod, der bekanntlich auf der Platte eine Sommerwirtschaft neu Dorfe an einen Wirt aus Usingen für zusammen 28 000 Mart. Herr Weller will außer der Apfelweinfabrikation die er betreibt, sich mit Bauspekulationen beschäftigen. hemalige Spiel ozialen Arbeit in eines der schwierigstem Probleme erbaut hat, verkaufte diese sowie seine alte Wirtschaft im i- Violine- in den Preis von moderner Rechtspflege: die Schadloshaltung unschuldig Berurteilter für das erlittene Unrecht. Und zwar schneidet 31. Mai und er nicht nur die materielle Seite dieser Frage an, die Ento in verschiede. 1 diesem Jahr n Jahren 1914, in eine Gefängnißstrafe von 2 Monaten genommen. Die Straftammer erhöhte diese Strafe, die auf Grund des Paragrophen über vorsätzliche Sachbeschädigung erkannt wurde, auf 3 Monate. = = Bingen, 21. Mai. Im Wahlkreis Bingenanwalt v. Brentano in Offenbach a. M. als ReichsAlzey wurde vom Centrum der Landtagsabgeordnete Rechtstagskandidat aufgestellt. Evangelische Gemeinde. Exaudi, Sonntag den 24. Mai. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Kollekte für die evangelischen Glaubensgenossen im Ausland. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Scheunemann. Bugleich Christenlehre für die Nenkonfirmirten aus der schädigung in klingender Münze, sondern in den VorderMarkusgemeinde. grund rückt er die moralische Genugtuung: die völlige der haben wie Wiederherstellung der bürgerlichen Ehre. Sausend schwingt Mittelochsen und junge Stiere fanden willig zu angemessenen benen Pfing so können sie heste Pfingst er die Geißel über die Vorurteile der Bürgerlichen Gesellschaft, die auf der Stirn der Märtyrer eines Rechtsirrtums ** Viehmarktbericht. Der am Mittwoch abgehaltene Ochsenmarkt hatte einen Vorrat von 70-80 Stüd Fahrvieh. Für die guten Qualitäten fehlte es an Reflettanten, so daß diese Waare unverkauft den Markt verließ. Preisen Abnehmer. Verkauft wurden Gangvieh 2. Sorte zwischen Mt. 700-800, 1-2jährige Stiere für Mark 1300 Stück Vich aufgetrieben. Bei dem günstigen Wetter fehlte es nicht an zahlreichen Käufern, die sich aber recht zurückhaltend verhielten, weil die geforderten Preise für das Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Beichte und hl. Abendmahl für die Militärgemeinde. Pfarrer Euler. Nachmittags 2.30 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusmandensaal Vereinigung der konfirmirten weiblichen Jugend Montag den 25. Mat, Abends 8 Uhr: im Konfir der Matthäusgemeinde. ein äußerst ein unauslöschliches Rainszeichen erblickt und sich argwöhnisch 500-600 pro Paar. Auf dem Schweinemarkt waren gemeinde. Pfarrer Schlosser. iern ist. Sum 1 Jahre 2000 fallen Himvon ihnen zurückzieht, weil sie hinter Kerkergittern gesessen haben. Es ist die alte, traurige Erfahrung, daß„ immer Juni: im var etwas hängen bleibt", die sich in spannender, abwechselungs- Jung- und Magervieh nicht im Verhältnis zu den abgeeimal vor, und tens feiern wir ndert wird das reicher Handlund vor uns abspielt. Wer unter dem lastenden Druck des„ Kainszeichens" nicht zusammenbricht, sondern schlagenen Preisen für fette Schweine. Obgleich die hessischen Händler, welche sonst unsere Märkte mit Borstenvieh besuchen wegen der Seuche im Kreise Friedberg vom Markt fern geWaare feil hielten, war der Vorrat nicht unterzubringen. Gehandelt wurden: Ferkel 6-8 Wochen alt Mt. 36-58, mal und allein mit hocherhobener Stirn, freien Schrittes seinen Weg durch halten wurden und die Verkäufer aus dem Nassauischen nur verbanden die rt Christi mil die feindliche Welt weiter verfolgt, ist ein Held des AlltagPfingsten fat lebens, deſſen Seelenschmerzen und Schicksale uns gerade Jahrhunderts darum so unwiderstehlich anziehen. ften Tag nad verlegen, weil ach seiner Aufwandelte. Giessener Cagesnenigkeiten. Gießen, 22. Mai 1903. Italien kommi erzliche Nach at beschlossen, 370 zu suspen sind ein na italiſten außer * Se. Maj. der Kaiser hat dem Eisenbahnbremser rige Kurs, der a. D. Johann Spaar zu Gießen das Allgemeine it und 20 Pr Ehrenzeichen verliehen. 3te viele Leute, somehr, als die chienen. chnitt bald ent * Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 15, ausgegeben am 19. Mai enthält u. a.: Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern genehmigten Frühlingswet Umlagen zur Bestreitung der Kommunalbedürfnisse in rgeschritten und der Stadt Gießen für 1903/04.- Uebersicht der von jezt vɔrahnend Großh. Ministerium des Innern für das Etatsjahc euer blüht, und 1903/04 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Der grünen Hal Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreises zigen Duft des Büdingen.- Uebersicht der von Großh. Ministerium Derjenige aber, des Innern für das Jahr 1903 genehmigten Umlagen amer und Sor zur Beſtrettung der Bedürfnisse der israelitischen ReligionsDie beklagens gemeinden des Kreises Alsfeld. anntlich alljähr heftigen, über ** Der Vorsitzende der Schulabteilung Ministerialrat hnen keine Rub Dr. Gisenhuth hat einen mehrwöchigen Urlaub lüte stehen, de angetreten, während dessen er von dem Geheimen Oberempfindlichen schulrat Nodnagel vertreten wird. können sich nur Springer 15-20 Wochen alt Mt. 75-100, Einlegschweine Mt. 130-150 pro Paar. Einzelne schwere Paare noch höher. Der Markt war gegen 1 Uhr erst beendet. Nächste Markttage 16.- 17. Juni d. Js. Am 2. Tage auch Krämermarft. *** Turnerisches. An dem deutschen Turnfest in Nürnberg haben nach den vorläufigen Erhebungen 20 330 Turner ihre Beteiligung zugesagt. Hiervon werden sich 10 691 Turner an den allgemeinen Stab. übungen, 1367 am Sechskampf, 744 am Dreikampf und 178 am Ringen beteiligen. Außerdem beteiligen sich eine große Anzahl Turner an den Spiel und Fechtvorführungen, dem Turnen der Kreise und den Sondervorführungen ** Der ordentliche Professor Geh Hofrat Dr. Dito ubfreier Gegend Behaghel- Gießen wurde zum Mitglied des Gesamtvorstandes und weil eine des Römisch- germanischen Zentralmuseums ernannt. eignetsten Play ufieberbund von ** Liebig- Bilder. Aus Anlaß des 100jährigen nun scheint es, Geburtstags Justus von Liebigs hat die Liebig- Compagnie eine Aufklärung eine Serie ihrer als Sammelobjekt so beliebt gewordenen rksame Behand Bilder herausgegeben, welche Szenen aus dem Leben des n vorigen Jahre großen Chemikers darstellen. Die zahlreichen Sammler der nen Giftstoff im Liebig- Bilder unter unseren Lesern werden für diesen Hinder beim Men weis gewiß dankbar sein. Heufiebers zu r ist, Professor PA. Badeteinsammlung. Es ist immer noch eine Art Heil wenig bekannt, daß die Post, wie jeder Spediteur, auf Ben Verabreichung ftellung Palete aus den Wohnungen abholen läßt. Man werden konnte. braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen jezt eine aus Bettel mit den Worten:" Packet abzuholen bei( Name und die Ergebnisse Wohnung)" unfrantiert in den nächsten Briefkasten zu ſie beſtätigt und werfen oder einem Briefträger mitzugeben, und die Sendung der Aerzte z wird bei der nächsten Bestellfahrt gegen eine Gebühr von 10 Bfg. vom Hause abgeholt. Das Verfahren ist also einrady nahm Fach- und bequem. Man kann dabei die Ausgabe für einen ſt originellen Gepäckträger ersparen. Wir empfehlen es deshalb beSonders solchen allein stehenden Damen und Herren, Stuvboys gegeben ang ausweichen denten u. s. w. denen ein Dienstbote nicht zur Verfügung nlangte, wurde steht. Beschlag genomboys zu Gaft.] und schritt, von Aus Hessen und Dachbargebieten. -a- Aus dem Biebertal. Das herrliche Maiwetter am gestrigen Himmelfahrtsfeste hatte wohl tausend von Aueflüglern aus Stadt und Land veranlaßt unserem Tale sowie seinen bewaldeten Bergabhängen einen Besuch abzustatten. Die ersten Ausflügler hatten sich den Dünsberg zum Ziel erwählt und werden dieselben nach anstrengendem Emporstieg durch die Eröffnung des Wirtschaftsbetriebes auch die nötige Erquickung gefunden haben. Etwas später waren die Vereine in corpore aufgebrochen um ihre Himmelfahrtsfeier im herrlichen Walde zu feiern. So war der ältere Turnverein zu Rodheim nach dem Krofdorfer Königl. Forst aufgebrochen und ein Heuchelheimer Gesangverein dem Epißenberg ausgezogen. Für den Nachmittag lenkten war sogar mit Musik nach dem Heuchelheimer Wald und viele ihre Schritte nach der„ dicken Eiche", woselbst seit drei Jahren bei Ansprachen nnd Gesang eine würdige Himmelfahrts abgehalten wird. Wer nun nicht gerne in die Ferne schweifen wollte, der fand auch schon in der Nähe ein gemütliches Plätzchen, und wer sogar ein Tänzchen wagen wollte, der fand auf dem Abendstern hierzu reichliche Gelegenheit. ** Aus dem Kreise Alsfeld. Wie die Blätter mitteilen, ist ein neues Bahnprojekt Alsfeld- Schotten aufgetaucht. Am legten Sonntag fand auf Anregung von Alsfeld eine Besprechung hierüber in Windhausen statt. Am 1. Pfingstfeiertage, Vormittags 11 Uhr: Gemeinschaftliche Kinderkirche für Matthäus- und Markusgemeinde. Am 2. Pfingstfeiertage findet Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinde gemeinsam im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen dazu werden vor= her bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. In der Johanneslirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Neutonfirmirten aus der Lukasgemeinde. Lauterbach. Der als Reichstagskandidat aufgestellte Herr Kreisrat Dr. Wallau in Lauterbach entwickelte letten Sonntag zu einer allgemeinen Wählerversammlung sein Programm. Aus demselben möchten wir erwähnen, daß er eintrete für das uneingeschäßte Vereins- und Verſammlungsrecht, für das Koalitionsrecht der Arbeiter und Arbeitgeber, für Aufrechterhaltung des bestehenden direkten Wahlrechts, für Erhaltung und für Verlegung von Garnisonen in die kleinen Orte Als feld, Lauterbach. In der Diskussion erklärte der Defonom Backhaus aus Rudlos, er gehöre zwar dem Bund der Landwirte an, er rate aber doch jedem Landwirt, für Herrn Wallau zu als zweiter Vorsitzender des landwirtschaftlichen Provinzialstimmen. dar durch seinen Beruf und durch seine Eigenschaft beſſer kenne als Ebenso empfahl Vormittags 9.30 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Am 1. Pfingstfeiertag findet Beichte und heil. Abend mahl für die Lukas- und die Johannesgemeinde im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Am 1. Pfingstfeiertag wird eine Kollekte für die hess. Lukasstiftung erhoben werden. Am Sonntag, den 24 Mai, Abends 348 Uhr, im Konfirmandensaal der Johanneskirche: Festabend des Jünglingsvereins. Die Hauptansprache wird Herr Pfarrer Schwabe aus Rögden halten. Die Vereinsmitglieder werden einzeln nnd gemeinsam Gedichte und Gespräche vortragen. Zur Teilnahme wird freundlichst eingeladen. JR der" Wiener Allgemeinen Medizinischen Beitung" ist zu lesen: Der Wilhelm's antiarthritische antirheumatische Blutreinigungs- Thee des Franz Wilhelm, Apotheker, f. und f. Hoflieferant in Neunkirchen, Niederösterreich, dieser schnell bekannt gewordene Thee, eignet sich auch nach kombetentem Ausspruche als Cur in jeder Jahreszeit zur gründlichen Reinigung des Blutes von allen tranthaften Ablagerungen ohne Unterschied für jedes Alter, für jedes Geschlecht. Die 1000fältigen Curen, die mit demselben in der Gicht, in Rheumatismus, Nerven-, Muskel- und Gelenksschmerzen er= zielt worden, sichern ihm den Namen eines unfehlbaren Mittels in genannten Leiden. Ebenso bei Hautausschlägen Geschlechtskrankheiten, wenn auch veraltete, hartnäckige Uebel da dieses Mittel als innerlicher Gebrauch den ganzen Orga nismus reinigt. Für Hämorrhoidalkrankheiten und an Verstopfung leidende Personen, Leber und G lbsuchtkranke ist ein wahrer Schatz durch diesen Thee an die Hand gegeben, nur muß der Thee der echte sein und man sich nicht du ch Nachahmungen täuschen lassen, wo man das Geld ohne Erfolg ausgibt. Der ächte, nach ärztlicher Vorschrift erzeugte Wilhelm's antiarthritische antirheumatische Blutreinigungs Thee ist nur zu bezichen samt Gebrauchsanweisung von dem Erzeuger Herrn Franz Wilhelm, Apotheker, f. und t. Hoflieferant in Neunkirchen, oder dessen Niederlagen. Bestandteile: Innere Nußrinde 56, Walnußschale 56, Ulmenrinde 75, franz. Orangenblätter 50, Eryngiiblätter 35, Stabiosenblätter 56, Lemus blätter 75, Bimmstein 150, rotes Sandelholz 75, Bardannawurzel 44, Carugwurzel 3.50, Radic. Cariophyll. 350, Chinarinde 850 Eryngiiwurzel 57, Fenchelwurzel Samen) 75, Graswurzel 75, Lapathewurzel 67, Süßholzwurzel 75, Sassaparillwurzel 35, Fenchel, röm. 3-50, weiß Senf 3.50, Nachtschattenftengel 75. Die Bestandteile sind nach einem eigenen Verfahren geschnitten und getrocknet, wodurch der Heilwert speziell erhöht ist. Nicht zu verwechseln mit gewöhnlicher Handelsware Marktbericht. Herborn( Dill), 18. Mai Auf dem heute abgeStück Rindvieh und 1080 Schweine. A Der gestrige Feiertag war ein richtiger in der Frühstück bereit hinaus in Wald und Feld, um den letzten Rest der Winter- wie der Maler Bindewald in Berlin. One der Prairie gedanken, die infolge der in diesem Jahre besonders gefühlten Herr Kaufmann Dürbeck aus Lauterbach den Freifinnigen haltenen 5. diesjährigen Markt waren aufgetrieben 229 höpfte sich selbst gestrengen Eisheiligen zu verscheuchen. Ueberall war auch das Eintreten für Herrn Wallau. mit einer eifer für die gewünschte Unterhaltung gesorgt, kein Wunder wenn man erst spät am Abend den Rückweg nach den heimatlichen Bematen antrat.- Wer etwas früher nach der Stadt zu ridfehrte, fand beim Abendkonzert im neuen Saalbau moch weiter recht fröhliche Stunden. machte sich dann drassen in dem fischend, die in Reise hatte seine hmecken. Als er hm die Cowboys * Zwangsversteigerung mit den zugehörigen Grundstücken * Kirchhain. Die hiesige„ Papiermühle" ging durch für den Preis von 29000 Mt. in den Besitz des Herrn Stieghan von Hof Plausdorf über. = Aus Nassau, 21. Mai. Eine nachahmenswerte [ Männerturnverein Gießen] Bei dem Einrichtung hat die Kerkerbachbahn getroffen: nämlich eine nb als der zug herrlichen Maiwetter unternahm der hiesige Männerturn- Verbreitung der Wettervoraussagen des Weilburger Wetterie sich auf ihr verein gestern den schon lange g planten Ausflug auf den dienstes durch Signalscheiben. Diese Scheiben sind an der ter, Geschrei und Frauenberg. Die Turnerinnen und Turner begaben sich teils Lokomotive angebracht und geben den Anwohnern der Bahne Tiere imitande belustigenderes 1. Die Combsys von ihnen hatte chut verstiegen- ng beiter genug Fuß, teils per Bahn nach Fronhausen bezw. Bellnhausen, on wo aus ein mehrstündiger Gang durch den im schönsten Gün prangenden Laubwald erfolgte. Nachdem auf dem Frauenberg ein wenig geraftet und die weite Fernsicht bewundert worden war, begab man sich nach den nahegelegenen strecke mittels verschiedener Farben die Wetteraussagen für den folgenden Tag, soweit sie Regen und Gewitter betreffen, bekannt. Frankfurt a. M., 21. Mai. Der hiesige Nationalliberale Verein stellte den Justizrat Dr. Oswalt als Mainz, 21. Mai. Der Landwirt Adam Hahn II. = == em Präsidenten Frauenberger Höfen, wo etwas fräftig gegessen wurde. Von Reichstagskandidaten auf. iblicher Cowboy, da marschierten die Teilnehmer nach Marburg. Hier e ja alle, Girls" bereinigten sich die Jünger Jahns mit ihren Damen zu aus Ober- Flörsheim hat in der Nacht zum 28. Juni v. J. Tvboh- Gejolg einem gemütlichen Beisammensein im Schüßenpfuhl, das nur einem anderen Landwirt, mit dem er in Feindschaft lebte, gungen. burch einen Gang durch die Stadt und durch die Besichti- aus Rache ein unreifes Stück Gerstenfeld niedergemäht. gung der Elisabethenkirche unterbrochen wurde. Der Zug| Das Schöffengericht hat den Hahn für die heimtückische Tat Es wurden bezahlt für Fettvieh und zwar Ochsen I. Qual. 70 bis 72 Mt., II. Qual. 67 bis 69 Mt., Kühe und Rinder I. Qual. 63 bis 65 Mt., II, Qual. 55 bis 60 Mt. per 50 Kilo Schlachtgewicht. Auf dem Schweinemarkt kosteten Fertel 50 bis 60 Mt. Läufer 70 bis 90 Mt. und Einlegschweine 100 bis 120 Mt. das Paar. Der nächste Markt findet am 8. Juni statt. Weylar, 20. Mai. Auf dem hiesigen Wochenmarkt kostete das Pfund Butter 1.25 Mt., Gier 2 Stüd 11 Bfa. Druck und Verlag der Gießener Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller'sche Buchdruckerei( gegr. 1873); für die Redaktion verantwortlich: Ibin klein. Gieken. 4- Zimmerwohnung sofort zu vermieten. Liebigftrake 58, II, Schlachthaus Gießen. Heute und morgen gesalzenes Ochsenfleisch 35 Pfg. Heute Schweinefleisch 54 Pfg. Alle Sorten Friedrich Teipel Markt 16. Herde empfiehlt Corlets in cirka 50 verschiedenen Sorten von den billigsten bis zu den feinsten Facons. 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