Nr. 93. Erstes Blatt. Abonnementspreis: in Siegen, abgeholt monatlich 50 Bfg., in's Saus gebracht 60 Bfg., burd die Boft bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbellagen: Oberbeffische Familienzeitung( täglich) Oberbeffische Beitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenban, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentli). Das Blatt erscheint an allen Berttagen nachmittag Mittwoch den 22. April 1903. Gießener .12. Jahrgang. Insertionsprei si Die einfpaltige Petitzeile für Gießen wh ganz Oberbeffen, die Kreise Weslar und Marburg 10 Pfg fenfi 15 Pfg.: Reklamen die Betitzeile 30 refp. 48 Bis Boftzeitungslifte Sto. 3869. Redaktion und Expedition: Gießen Rexenweg 26. Fernsprechanlah R, 802. Neuelle Nachrichten ( Stekener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberhessen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. 292. Eitung. Deutscher Keichstag. Eigener Bericht. - Das ,, Klosetgesetz" angenommen. Die Osterpause scheint auf die ,, Parlamentsfreudigkeit" unserer Reichsboten einen günstigen Einfluß ausgeübt zu haben; während vor der Pause eine erschreckende Leere den Besucher angähnte, zeigt heute das Haus eine starfe Beseßung. Mehr noch als diese Pause wird wohl ber zur Beratung stehende Gegenstand die Mitglieder gelockt haben: das Klosetgeseß". Die Freunde dieser Neueinrichtung zur Eicherung des Wahlgeheimnisses erschienen, um eine Beschlußunfähigkeit des Hauses nicht eintreten zu lassen, die Gegner vielleicht, um eine etwaige Beschlußunfähigkeit konstatieren zu können. Die Zahl der Freunde ist größer als die der Gegner der Borlage; leztere rekrutieren sich aus den Reihen der beiden konservativen Parteien, leßtere umfassen alle übrigen Parteien des Hauses. Die Gegnerschaft der Konservativen rührt, wie Ihrem Berichterstatter versichert wurde, nicht etwa aus der Furcht her, diese Parteien tönnten unter der größeren Eicherung des Wahlgeheimnisses leiden, sondern lediglich aus partei- politischen und partei taktischen Gründen. Die Debatte, die einer gewisfen Gemütlichkeit nicht entbehrte, obwohl die vulgäre Bezeichnung Klosetgesetz" in allen Tonarten variiert wurde, ging in raschem Tempo von statten, nachdem Graf Posadowsty erklärt hatte, der Bundesrat sei damit einverstanden, daß die Beratung der Vorlage nur eine einmalige sei. Erster Redner ist der Zentrumsabgeorbnete Gröber, der zugleich ein klassischer Zeuge für das Gesetz scheint. In seiner Heimat Württemberg bestehe ein solches Wahlreglement, das sich durchaus bewährt habe. Der konservative Abg. Himburg aber ist der Ansicht, daß durch die Vorlage der beabsichtigte Zweck nicht erreicht werde. Und darum würden seine Freunde gegen das Gesetz stimmen. Abg. Bassermann bon den Nationalliberalen ist dagegen für die unveränderte Annahme der Vorlage, ebenso der Sozialdemo frat Blos. Mit großer Entschiedenheit jedoch spricht ber reichsparteiliche Abg. Gamp dagegen, während der Abg. Richter für die Wahlsicherung ist. Richter ist zugleich der Ansicht, daß fleine Wahlbezirke gebildet werden sollten. Ferner hat er den Wunsch, daß dem Publikum die Möglichkeit zur Aufnahme von privaten Wählerlisten durch Genehmigung von Kopien erleichtert werde. Mit beiden Anregungen erklärt sich Graf Posadowsky einverstanden. Er bemerkt zur Begrünbung der Vorlage, daß es sich hier lediglich um einen sachgemäßen Ausbau des verfassungsmäßig gewährleisteten Wahlgeheimnisses handle. Nachdem noch verschiedene Redner gesprochen hatten, wurde eine von der Linken und dem Zentrum eingebrachten Antrag beraten, daß die Wahlurnen durch eine besondere Konstruktion gegen indiskrete Einblicke geschüßt werde. Der Antrag wurde bon dem Welfen Frhrn. v. Hodenberg begründet. Ein fleiner Zwischenfall ereignete sich noch zum Schluß der Sizung. Der welfische Abg. v. Scheel e- Wunstorf nimmt die Gelegenheit wahr zu der Erklärung, daß die Wiederherstellung des Königreichs Hannover eine sittliche Pflicht des Reiches sei. Präsident Graf Ballestrem erklärt unter Heiterkeit des Hauses, daß biese Forderung in keinerlei Beziehung zu dem vorliegenden Gesetzentwurf ſtehe. Abg. v. Scheele wiederholt eine Bemerkung, worauf der Präsident, lebhaft Hingelnd, seine Rede unterbricht und ihn aufmerksam macht, daß die Erfüllung seiner Forderung mit dem Interesse des Reiches unvereinbar sei. Abg. v. Scheele erwidert, er habe lediglich die Gelegenheit benußen wollen, um zum Ausdruck zu bringen, was weite Schichten ber Hannoverschen Bevölkerung bewege. Nach diesem Zwischenfall wird der Regierungsantrag nebst der Resolution angenommen. Die Politik. Keine Annäherung zwischen Hohenzollern und Cumberland. ::: In unzweideutigen Ausführungen verweist jetzt die ,, Nordd. Allg. 3tg." alle Ausstreuungen über eine bevorstehende Annäherung zwischen den Häusern Höhenzollern und Cumberland ins Reich der Fabel. Sie erlärt zunächst, die Nachricht von einem Besuche des deutschen Kronprinzen beim Prinzen May von Baden und on einer Begegnung mit der Prinzessin Mexandra von Cumberland für falsch, auch von einer Verbindung zwichen dem Kronprinzen und der Prinzessin Alexandra ei keine Rede. Falsch sei auch die Meldung, der Kaiser verde im Herbst den Herzog von Cumberland besuchen md als dessen Jagdgast mehrere Tage in Gmunden perweile. Damit ist allen weiteren Ausstreuungen sensationslüsternen Blättern em für allemal der Boden tzogen. Kaiser Wilhelm und der Papft. (!) Tag und Stunde des Besuches unseres Kaisers bei Leo XIII. sind schon festgesetzt. Wie unser Berliner CB.. Mitarbeiter uns schreibt, hat der preußische Gesandte beim Vatikan dieser Tage dem Kardinalstaatssekretär Rampolla den genauen Termin des kaiserlichen Besuches mitgeteilt. Der Kaiser hatte den Gesandten ausdrücklich beauftragt, dem Papste mitzuteilen, daß er einen Hofwagen mit Bespannung eigens für seine Fahrt von der preußischen Gesandtschaft zum Vatikan aus Berlin nach Rom senden werde. Dieses Gefährt werde der Kaiser bei seinem Auf enthalte in Rom zu anderen Zwecken als zur Fahrt nach dem Vatikan nicht benußen. Die Anfahrt des Kaisers in einem Hofgalawagen stellt eine besondere Aufmerksam feit gegen den Papst dar. Im Vatikan werden mit Rück sicht auf den Besuch des Kaisers bereits größere Ausbessecungsarbeiten vorgenommen, insbesondere werden die Treppenausgänge zu den Gemächern des Papstes renoviert. Eine Yankeedemütigung. ::: Zu einer unsterblichen Blamage, die obenein wohl. verdient ist, hat die Renommisterei der Yankees mit ihrer Flotte geführt: Das amerikanische Panzergeschwader, von dessen Entsendung nach den europäischen Gewässern in der Union so viel Wesens gemacht wurde, kann nicht in See gehen, weil sich herausgestellt hat, daß nur drei Schiffe dieser stolzen Armada dienstfähig sind! Man wird sich erinnern, wie die Amerikaner noch fürzlich mit Paufen und Trompeten verkündeten, dieses Geschwader solle den europäischen Mächten zeigen, wie furchtbar die amerikanische Kriegsmarine ist. Die Panzer sollten, ohne unterwegs Kohlen einzunehmen, von Amerika nach den portugiesischen Gewässern fahren, dort tattische Uebungen vornehmen, eine Anzahl europäischer Häfen am Atlantic besuchen und dann wieder nach Amerika zurückgehen. Daraus sollten die europäischen Mächte erkennen, daß es ein übles Ding sei, mit einem Staat, der eine so leistungsfähige Flotte besitzt, anzubinden. Nun ist der ganze Renommierplan kläglich zu Wasser geworden: Statt daß sich die besondere Leistungsfähigkeit der unter dem Sternenbanner jahrenden Panzer gezeigt hätte, stellt sich gar noch heraus, > aß sie seeuntüchtig sind! In Europa und überall da, vo die Amerikaner ihre prɔßige Politik gezeigt haben, wird man ihnen di se kräftige Demütigung gönnen. Für uns Deutsche hat die Sache noch eine besondere Seite insofern, als dieses Geschwader es war, daß der Kaiser nach Kiel eingeladen hatte. Vielleicht kann man nach dieser Enthüllung der kläglichen Verfassung des Geschwaders zur Ehre der Amerikaner sogar annehmen, daß es nicht sowohl Unhöflichkeit, als die offenbar erst nachträglich erlangte Kenntnis von der schlechten Beschaffenheit der Schiffe war, was die amerikanische Admiralität veran laßte, die kaiserliche Ein adung nach Kiel schleunigst auszuschlagen. Offenbar fürchteten die Yankees das tritische Auge der deutschen Seeoffiziere und den Vergleich mit den deutschen Schiffen, für die man die Reklametrommel nicht zu rühren braucht. Neue Widersacher der Türkei. )-( An der Ermordung Schtscherbinas scheinen sich die mazedonischen Friedensbrecher nicht genügen lassen zu wollen. Jetzt haben sie auch dem französischen Konsul in Kink- Killise, Dodopoulo, gedroht, ihn zu ermorden. Dodopoulo hatte keine Lust, abzuwarten, ob die Banditen ihre Drohung wahrmachen; er hat es flüglich vorgezogen, sich aus dem Staube zu machen. Natürlich wird jezt Frankreich von der Pforte Genugtuung für die Gefährdung seines Vertreters fordern. Und noch eine andere Macht droht dem Sultan wegen völkerrechtswidriger Behandlung eines ihrer Bürger das Leben sauer zu machen. Kürzlich wurde der amerikanische Student Stephanoff in Mazedonien von den Türken gefangen geStephanoff ist ein Bruder der Frau Tsilke, die im vorigen Jahre mit der amerikanischen Missionarin Miß Stone von türkischen Räubern entführt wurde. Stephanoff war nach Mazedonien gereist, um Beweismaterial für die Verfolgung der Räuberbande, die seine Schwester überfallen hatte, zu beschaffen. Den Türken gefiel das nicht, da sich dadurch die Aussicht eröffnete, daß sie gegen jene Bande würden einschreiten müssen. Deshalb nahmen sie dien unbequemen Detektiv fest. Natürlich wird die Union mit diesem Verfahren nicht einverstanden sein, und der Sultan kann sich auf ein kräftiges Wörtchen seitens der Yantees gefaßt machen. nommen. Kurze politische Nachrichten. * Der Kaiser hat angeordnet, daß für das ganze Heer eine neue Litewka aus grauem Tuch eingeführt wird. * In Shenandoah( Vereinigte Staaten) sind durch die Aussperrung, die von der Philadelphia and Reading Co. über 32 von 34 Kohlenbergwerken verhängt worden ist, 30 000 Angestellte arbeitslos geworden. * Aus San Doming wird gemeldet: Die Truppen des Generals Vasquez haben die Hauptstadt beschossen und sind darauf in die Stadt eingedrungen, aber nach hartnäckigem Kampfe zurückgedrängt worden. Sie verLoren zahlreiche Tote, darunter den Kriegsminister; auch fielen sechzig Gefangene in die Hände der Aufständischen. Hof und Gesellschaft. Der Kaiser unternahm gestern seine gewohnte Promenade im Tiergarten und machte dann dem aus Italien zurückgekehrten Reichskanzler Grafen v. Bülow einen Besuch. Epäter begab er sich nach Tempelhof zur Jubelseier des Gardetrainbataillons. *** Prinzessin Irmengard, Tochter des Prin zen Rupprecht von Bayern, ist in Tegernsee an den Fol gen einer schweren Kehltopfoperation gestorben. Prinz und Prinzessin Rupprecht befinden sich zur Zeit in Ostasien. *** Generaloberst Graf Haeseler, der kommandie. rende General des 16. Armeekorps hat, wie aus Mey gemeldet wird, anläßlich seines bevorstehenden 50jähri gen Dienstjubiläums( 26. d. Mis.) jede öffentliche mili tärische Ehrung durch die Garnison dankend abgelehnt, dagegen einen Fackelzug von Zivilvereinen angenom men. An dieser Ehrung werden sich über 2500 Personen mit 9 Musikkorps beteiligen. Graf Haefeler soll, siche rem Vernehmen nach, aus Anlaß seincs Jubiläums zum Generalinspekteur der 2. Acmec- Juspeition( 5. und 6. Armeekorps, Generalfommandos in Posen und Bres. lau, 12. und 19. Armeekorps, Generalfommandos Dres den und Leipzig) befördert werden. 58. ElBung Preufsifcher Landtag. Herrenhaus. Eigener Bericht. Kein Defizit in Preußen! Minister Bud de leitet die Verhandlung mit einer erfreulichen Mitteilung ein: Die Verkehrseinnahmen ha ben sich gebessert; gegenüber dem Vorjahre kann man die Mehreinnahme auf 40 Millionen schäßen. Die fehlerhafte Schäßung der Einnahmen und Ausgaben durch die Eisenbahnverwaltung sei schuld, daß man für 1902 ein Defizit von 35 Millionen annehmen mußte; dieses Defizit ist aber im wesentlichen getilgt.- Abg. Dr. Weihe begründet alsdann seinen Antrag auf Errichtung von Rentengütern fleinsten Umfangs mit dem Nachweis, daß die Bestrebungen auf Errichtung von Arbeiterwohnungen nicht genügen, trotz der diesen Bestrebungen von den Versiche rungstassen geleisteten Hilfe. Man wendet ein, durch biese neuen Rentengüter fessele man die Arbeiter; aber bas kann nicht ankommen gegen die Notwendigkeit, einen festen, zuverlässigen Arbeiter.cmm zu schaffen. Minister b. Rheinbaben verkennt die gute Tendenz des Antrages nicht, da jede Besserung der Wohnungsverhältnisse von hoher Bedeutung sei. Indes sei es nicht angängig, bieses Ziel mit Hilfe des Rentengütergeseßes erreichen zu wollen. Dem Staate die Fürsorge für Arbeiterwohnungen zuzuschieben, wie dies der vorliegende Antrag wolle, sei boch nicht unbedenklich, auch schon aus finanziellen Grünben. Eine solche Ausgabe für den Staat würde in ihrer Tragweite garnicht zu übersehen sein. Nach längerer De batte wird jedoch der Antrag angenommen. Im Zeichen des Kreuzes. - Die Passionsschauspiele der katholischen Indianer. ( Nachdruck verboten.. Ein spekulativer Kopf hat die Idee gefaßt, den Yanfees auf der bevorstehenden Weltausstellung in St. Louis die berühmten Oberammergauer Passionsspiele vorzu führen. Doch weigern sich vorläufig die bayrischen Dörf ler, das lockende Anerbieten anzunehmen, und zwar aus religiösen Bedenken. Ihnen ist die Bassion" nicht Schauspiel, sondern eine ernste religiöse Uebung, die sie durch Verpflanzung an einen fremden Schauplaz, um reiner Gewinnsucht willen, zu entweihen fürchten. Doch steht zu erwarten, daß ihre Bedenken durch eine bischöfliche und päpstliche Erlaubnis gehoben werden. Kennt doch, von allen anderen abgesehen, die Propaganda fide derartige religiöse Echaustellungen als ein höchst geeignetes Mittel auf das Gemüt der zu Bekehrenden zu wirken. Die Amerikaner hätten, um dieses zu erkennen, es erst gar nicht nötig, sich die Oberammergauer zu verschreiben. In ihrem eigenen Lande gibt es Passionsspiele, die an volkstümlicher Kraft den bayrischen durchaus nicht nachstehen. Sie finden sich unter den dem Christentum geronnenen Indianern. Uns liegt über diese Spiele eine soeben erschienene hochinteressante Schilderung einer amerikanischen Schriftstellerin vor. In den Indianer- Reservationen der Ver. Etaaten sowohl, wie in Britisch- Kolumbien haben die katholischen Priester mit geradezu genialer Geschicklichkeit das Banner Christi aufgepflanzt. Die Rothäute der Küstenstriche besigen einen besonders start entwidelten poetischen und bramatischen Hang, und es wird oft behauptet, daß ihr Schönheitssinn dem der Japaner, denen sie auch physisch gleichen, jehr ähnlich ist. An der Küste, vorzüglich in Britisch- Kolumbien, hat ein bekannter Priester unter den befchrten Indianern große Begeisterung für die Kirche durch die Veranstaltung eines Passionsspieles hermeine Heimat, eben erzählt, daß ihre Fräuleins drüben als Mannsvolk Herr Doftor. Und da hat fe mich benn zu'n Ball geh'n morgen. So' was Verrücktes." Willi hob den Kopf. Ob sich da am Ende Ein Maskenbal, Katrin?" günftige Gelegenheit für seine Wünsche böte?" eine 3 too, Herr Doktor! Viel was Verdrehteres! Künst Die Mte griente fortwährend in sich hinein. an baa Willi Mutter. seleinen, fühlte seinen Bulelter folgte der und beruhigte Die chen des ist Es ist nur ein leichter Influenza- Anfall. Tage im Bett, ſorgſam den Raum vor Zugluft paar wieder freuzfibel." ängstliche und der Junge ( Fortsegung folgt) wer inter reinven entbeden, bas tuscht werden." Die Sache darf keinerlei Aussehen Umständen in bic machen er bangen. und muß vexBüreau zurück. Ich verhehle mir Fall vor mir hatte, der mit dem größten ster Vorsicht behandelt ſein wollte, und daft Mit gemischten Gefühlen begab ich mich nach meinem Ster Aren menia Daß ich hier einen beim günstig= und äußer- meines hatte cintg inuten lang bag Beruptjein verloren ge zu ermuntern. Herrn Was aber tun? mit Aufbietung aller Kräfte gelang es mir auch, mich gegenwart alles abhing, nahm ich mich zusammen, und lig, da ich aber nur zu gut wußte, daß von meiner Geisteshabt. Nod) immer fühlte ich mich benommen und schwindDem Schaffen gemacht hatte? Ginen hugenblick nur brauchte Das war die Frage. mit dem Riechfläschchen zu Sollte ich zu gehen, der sich borgerufen. Das Spiel wird unter der Leitung des prie [ ters, aber ausschließlich von Judianern in Egene ges feßt. Der erste Bersuch wurde im Jahre 1891 auf ber britischen Reservation Scheldt gemacht, und der Erfolg war so groß, daß der Bricster jest jeden Sommer eine Aufführung veranstaltet, deren Wirkung als Befehrungsinittel fast unberechenbar groß ist. Die Indianer, denen auf diese Weise die Leiden des Erlösers erklärt werden, geraten in wahre Begeisterung. Wie in Oberammergau, so entwickelt sich auch hier ein ästhetischer Kultus unter denen, welche eine Rolle in dem Festspiel zuerteilt bekommen wollen. Die Aufführung selbst wird auf ganz andere Weise veranstaltet, als in Oberammergau. Anstatt eine Bühne zu errichten, auf der sich die ganze Leidensgeschichte ab[ pielt, wandern die Zuschauer von Station zu Station. Fünf Tage lang wird im Freien Messe gelesen, und mit jedem Tage schwillt die Menge der Gläubigen und Neugierigen an. Am sechsten Tage, etwa um 3 Uhr nachmittags, macht sich die Menge, die zuvor den Priestersegen empfangen hat, auf die Pilgerfahrt. Männer und Frauen, verschiedenen Stämmen angehörig, Wickelfinder, heranwachsende Knaben und Mädchen, Kranke und Gesunde, Gläubige und Ungläubige, alle in feierlicher Stimmung, folgen dem Banner, das ein Priester voranträgt. Sowie sich die Prozession in Bewegung gesezt hat, stimmen die Rothäute einen Klagegesang an, den man den Gesang der Pilgerfahrt zum Kreuz" nennt. Dem Träger des riesigen Kreuzes folgen barmherzige Schwestern, die unterivegs die Leidensgeschichte Christi rezitieren. So wird auf jede erdenkliche Weise die feierliche, erwartungsvolle Stimmung gesteigert. Bei der ersten Station angekommen, knieen alle Zuschauer im Gebet, während die Aufführung beginnt. Wenn das Eignal zum Marsch gegeben wird, gesellen sich die Schauspieler, die ihre heilige Pflicht getan haben, zu der Menge. Die Begeisterung erreicht ihren Höhepunkt natürlich bei Erreichung der letzten Station. Die Kreuzigungsszene ist trop der Tatsache, daß kein Mensch, sondern eine aus Holz geschnitte Figur an das Kreuz genagelt wird, hochdramatisch und ergreifend. Wahrscheinlich ist man noch nicht geschickt genug in dem Erzielen gewagter Bühneneffekte, um diese Szene, die in Oberammergau so wahrheitsgetreu wirkt, zu wagen. Um sɔ bedeutungsvoller ist die ernstfeierliche Stimmung, die bei dieser Ezene alle Indianer beherrscht. Um den Einbruck realistischer zu machen, hat man ein hohles Kreuz angefertigt, in das eine blutrote Flüssigkeit gegossen wird, die in dem geeigneten Augenblick aus den Wunden des gekreuzigten Heilandes fließt. Bei diesem Anblid sind die ältesten und oft die verrufensten Krieger überwältigt von einer geheimnisvollen, selbst ganz unerMärlichen Rührung, und wer bis zu diesem Augenblick noch nicht das Knie gebeugt hat, tut es nun sicher. Nab und Fern. Das 50jährige Jubiläum des preußischen Traine beging diese Spezialtruppe am gestrigen Tage( Dienstag). Das Gardetrainbataillon feierte den Gedenktag in Anwesenheit des Kaisers durch einen Festappell, worauf im Offizierkasino ein Frühstück serviert wurde, dem der Monarch beiwohnte. Der Train ist die jüngste der verschiedenen Waffengattungen des Heeres, und trotz der großen Wichtigkeit, die er von den ältesten Zeiten an für die Heeresoperationen besessen hat, entbehrte er doch bis ins 19. Jahrhundert einer Friedensorganisation. Napoleon war der erste Feldherr, der seinem Train eine solche gab. † Die Antialkoholiker als Gäste des Norddeutschen Lloyd. Der Norddeutsche Lloyd gab in Bremerhaven zu Ehren einer großen Anzahl dorthin gekommener Mitglieder des Internationalen Kongresses gegen den Alksholismus ein Festessen auf dem Schnelldampfer ,, Kaiser Wilhelm der Große". Die hervorragendsten Vertreter aller beteiligten Nationen gaben in Ansprachen ihrer Freude über den vortrefflichen Erfolg des Kongresses Ausdruck und dankten dem Norddeutschen Lloyd für die erwiesene glänzende Gastfreundschaft. ) Zum Koniter Knochenfund. Die bei den neu gefunbenen Leichenteilen des ermordeten Gymnasiasten Winter befindlichen Gamaschen haben nach Aussage von bessen Eltern ihrem Sohne nicht gehört. Ob sie durch einen Zufall in die Abortgrube zu den Knochen geraten sind, oder einem der am Morde Beteiligten gehören, wird die nähere Untersuchung erweisen müssen. Es steht fest, daß die Personen, welche die Knochen in die Grube geworfen haben, mit der Dertlichkeit sehr genau vertraut gewesen sein müssen. (::) Opfer des Sturmes. Von den deutschen Seeküsten kommen traurige Meldungen über viele schwere Schiffs unfälle, die der letzte große Schneesturm herbeigeführt hat. Außer großen Verlusten an Fahrzeugen und Labungen haben leider auch mehrere brave Seeleute ihr Grab in den Fluten gefunden. So ſtrandete z. B. bei Wolgast der Barther Schoner Schwalbe", und nur ein Mann der Besatzung konnte gerettet werden, während die brei übrigen ertranten. Jm Binnenlande hat der Sturm nachgelassen, boch stockt der Verkehr auf weiten Strecken noch immer infolge der Verwüstungen an den Bahnlinien. In Schlesien sind durch das Unwetter neun Personen ums Leben gekommen. Im Ausland ist am meisten Dänemark und Standinavien von Schneestürmen heimgesucht. Die Bahnverbindung mit Kopenhagen ist gänzlich unterbrochen, die meisten telegraphischen Leitungen zerstört. Ebenso sieht es in Mittel- und Südschweden aus. = Ein blutiges Liebesdrama hat sich in einem Gasthofe zu Grimma in Sachsen abgespielt. Der Kaufmann Heider aus Guben, welcher seit vergangenem Herbst bei der 5. Schwadron des dort garnisonierenden Husarenregiments seiner Dienstpflicht genügt, hat seiner Geliebten, der 20jährigen Modistin Minna Scholz aus Guben, die zum Besuch bei ihm weilte, mittelst Rasiermessers die Pulsadern geöffnet und dann sich selbst die Kehle durchschnitten. Als das Paar am Morgen nicht zum Vorschein kam, wurde das von ihm bezogene Zimmer gewaltsam geöffnet, wo man die Liebenden, förmlich im Blute schwimmend, aber noch lebend auffand. Der Husar wurde in das Garnisonlazarett, das Mädchen in das städtische Krankenhaus eingeliefert. An dem Aufkommen des Bräutigams wird gezweifelt, während die Braut mit oem Leben davonkommen dürfte.- Eine weitere Liebestragödie wird aus Kahla in Thüringen gemeldet. Dort erschoß im Walde der Volksschullehrer Johannes Ruckebrod sich und seine 18jährige Geliebte Klara Rudolph. † Der angebliche deutsch französische Zwischenfall in Amanvillers hat schnell seine einfache Aufklärung gefunden. Bekanntlich behauptete ein französischer Ordonnanzsoldat der Garnison Verdun, er sei in Amanvillers von einem deutschen Kommissar verhaftet und seine Freilassung von der Auslieferung militärischer Dienstgeheimnisse abhängig gemacht worden. Diese Darstellung ist nach authentischen Mitteilungen aus Etraßburg in allen Buntten falsch, was schon daraus hervorgeht, daß der Soldat überhaupt nicht in Amanvillers, sondern in Mez festgenommen worden ist, wohin er mehrere Male ohne die für ausländische attive Militärpersonen erforderliche polizeiliche Erlaubnis gekommen war, und wo er auffallende Beziehungen unterhalten hat. Als ein bestimmter Verdacht einer strafbaren Handlung sich nicht ergab, wurde der Soldat an die Grenze nach Amanbillers zurückgeleitet und zum Verlassen des Landes angewiesen. Einen wertvollen Fund machten die Eheleute Rohlfs in Wallinghausen bei Aurich. Sie beabsichtigten, einen alten Schrank zu verkaufen, und beim Ausräumen des Schrankes sollte nun auch ein Bindfaden entfernt werden, der schon längere Zeit aus einer Fuge herausgehangen hatte. Man war aber nicht wenig erstaunt, als man mit diesem Bindfaden einen Beutel aus einem bisher nicht gekannten Verstecke hervorholte und in diesem Beutel 43 Goldstücke, 42 alte Doppelkronen und eine einfache Krone, im Gesamtwerte von mehr als 1000 Mt. fand. Durch den unverhofften Fund, über dessen einstigen Besizer man nichts näheres weiß, sind die glücklichen Finder auf einmal großer Sorgen entlastet, die sich gerade in lezter Zeit bei ihnen einzustellen drohten. Bauernunruhen in Italien. Von arbeitslosen Landleuten wurden in Galatina, als Lebensmittel unter sie verteilt wurden, Ausschreitungen begangen; es wurden Fensterscheiben eingeworfen und andere Gewalttaten verübt. Die Polizei trieb die Menge auseinander, diese aber warf mit Eteinen auf sie und gab Revolverschüsse auf sie ab, so daß von der Waffe Gebrauch gemacht wurde. Mehrere Teilnehmer an den Ausschreitungen wurden verwundet, einer der Verwundeten ist seinen Verlegungen erlegen. Auch ein Polizeikommissar und mehrere Gendarmen wurden verwundet. m Furchtbare Hungersnot in China. Nach Meldungen aus der chinesischen Provinz Kwangsi sterben dort Tausende als Opfer der Hungersnot; Frauen verkaufen sich als Sklaven, um dem Hungertode zu entgehen. Der amerikanische Konsul hat Sammlungen eingeleitet. ** Briefmarken als Zahlungsmittel. Die im Geschäfts: berkehr häufig übliche Gewohnheit, Zahlungen durch Postwertzeichen zu begleichen, ist für die Empfänger häufig sehr unbequem, nicht selten mit Verlust verknüpft, besonders wenn neben den geringwertigen Postwertzeichen, die im allgemeinen leichter unterzubringen sind, auch Marken zu 1, 2, 3 und 5 Mark in Zahlung gegeben werden, für die sich schwer Verwendung findet, und die dann beim Empfänger zwecklos lagern und ihm das bare Geld entziehen. Die Post ist weder zur baren Einlösung von Postwertzeichen noch zum Umtausche gegen anderswertige Zeichen verpflichtet. Es empfiehlt sich daher, von der Verwendung von Postmarken als Zahlungsmittel nicht Gebrauch zu machen; wenn es ausnahmsweise dennoch geschieht, nicht hochwertige Marken zu verwenden. Auch ist niemand verpflichtet, Briefmarken als Zahlungsmittel zu nehmen, da gerichtlicherseits wiederholt entschieden wurde, daß Postwertzeichen keine Zahlungsmittel seien. Es ist also nur Gefälligkeit, sich durch Briefmarken bezahlen zu lassen. ( 2) Verhaftete Falschmünzer. Der Berliner Kriminal. polizei gelang es, eine gefährliche Falschmünzerbande zu verhaften, der man schon seit längerer Zeit auf der Spur war. Die Bande bestand aus zivei alten Zuchthäuslern, den Malern Otto Linier und Wilhelm Schulz, die beide wegen Falschmünzerei vorbestraft sind, einem wegen Diebstahls bestraften Klempner Adolf Rode, den Arbeitern Richard Hoppe und Friß Schischke und dem Handlungsgehilfen Wilhelm Autel, die noch nicht bestraft sind. Schischke hatte besonders die Aufgabe, die Falschstücke, nur Einmarkstücke, in Läden unterzubringen. Er kaufte stets nur für fünf Pfennig ein paar Bogen Papier, einen Bleistift, eine Zigarre oder sonst eine Kleinigkeit. Mehr als eine Mark bekam er niemals mit. Gelang der Absatz, so wurden Hoppe, Antel oder Rode zu Schulz und Linier gesandt, um ein neues Stück für ihn zu holen. Fast zu gleicher Zeit wurde auch in Wiesdorf bei Düsseldorf eine Falschmünzerwerkstatt entdeckt und fünf Personen verhaftet. XX Ein Reiseabenteuer des Königs von Eugland wird aus Syrakus gemeldet. Das ganze Gepäck des Königs ist ihm unterwegs abhanden gekommen. In Reggio blieb infolge eines Unfalles der Gepäckwagen mit ben Koffern des Königs zurück und diese haben sich seither trotz aller Nachforschungen nicht auffinden lassen. Es wäre nicht das erste Gepäck, das auf italienischen Bahnlinien abhanden kam. ☐ Amerikanische Eisenbahnkatastrophe. Ein Schnellzug der Eriebahn fuhr bei Redhouse im Staate Newyork mit voller Geschwindigkeit in einen Güterzug. Drei Schlafwagen und zwei andere Waggons des Schnellzuges gerieten in Brand. Zwei männliche Reisende, zwei Frauen und ein Kind kamen in den Flammen um. 10 Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Ein Bremser des Güterzuges wurde buchstäblich zerquetscht. Bunte Chronit. Der Stapellauf des neuen großen Kreuzers ,, Ersatz Kaiser" wird auf kaiserlichen Befehl während der Kieler Seglerwoche in diesem Sommer stattfinden. Aus Nahrungssorgen erschossen sich in Steglitz der Kaufmann Abraham und seine Ehefrau. Vorher haiten sie diesen Entschluß ihrem Kommis brieflich mitgeteilt. - Die Vergleichsverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern der Schuhindustrie in Pirmasens sind gescheitert und die Schuhfabriken geschlossen worden. 6000 Arbeiter sind ausgesperrt. Giessener Cagesneuigkeiten. effanten Ueberficht Ergebniffe der Bew ordentlichen Professor bei der juristischen Fakultät der Landes Universität Dr. Joh. Baptist Braun mit Wirkung von 1. Mai 1903 an in den Ruhestand versetzt. ** Der Großherzog hat am 18. April den auß. Darin wird zunäch für die Gewerbe, Herrn Regierungsrat Noad, tagten a große Bohnungsrefo Beriftsjahre einen aber wird das 2 Se praftifer Anfa ** In Anwesenheit des Vorsitzenden der Zentralsterenden Reichstage Samstag in Darmstadt die Delegierten der hessischen Orts. die Tatlache bezeichne gewerbvereine, um über die von der Regierung be Millionen Mart züglich der Sterbekasse geforderten Statuten- Aenderung Gerbung von Bau zu beraten. + Wir erhalten folgende Buschrift: Die Er. rifiedene Baubereit Der Bericht fommt richtung des noch fehlenden Jägerbataillon ng bon bor 2 3 frage nur bon geloft werden Gegenfos zu diefer C im 18. Armeekorps steht nahe bevor. Wahrscheinlich werba die Mittel hierfür schon im nächsten Militäretat eingeftel eine definitive Entscheidung an kompetenter Stelle noch nic erfolgt. Ausschlaggebend wird für die Garnison di ses neue Jägerbataillons sein, daß sie in unmittelbarer N He durd schnittenes, bewaldetes und ebenes Gelände zugl ih besigt das es ermöglicht, alle Arten Felddienstübungen auszuführen Bon den in Betracht gezogenen Städten wird uit Vorzug (? D. Red.) Bensheim a. d. Bergstraße genannt. Man verkenne ja nicht die Vorzüge dieses Ortes, auch das G lände ist günstig aber ein Blick in die Standliste der werden. Bezüglich der Wahl des Garnisonsortes i einen Anfah nach d - greifen des Reiches i Slug wird dann Regelung der forbert Der Gefch in großes zufamm Bofnungs- und An Samar Februarheft bung und S nberufung eines Der Fe cplant bom 10.- 14. deutschen Armee besagt, daß im Großherzogtum Hessen die gemeinen Radfahr hessischen Provinzen die meisten Regimenter in Garnison hat eines literari Provinz Starkenburg im Vergleich zu den beiden anderen und Oberhessen dagegen ein nur sehr minimales mili tärisches Kontigent aufzählen kann. Kommt dem weitblickenden Manne da nicht auch der Gedanke, wenn eine passende G legenheit sich bietet, daß ausgleichend man hier handeln fönnte, zumal wenn dieselben Chancen, dieselben Vorteile sich bieten resp. geboten werden. Und ist das nicht der Fall, hat Doer hessen nicht ebenso günstiges Terrain, in welchem Jäger truppen ausgebildet werden können. Hat Oberhessen neben seinen wunderschönen Waldungen, seinen durchbrochenen Feld und Wiesenflächen nicht noch seinen herrlichen Vogelsberg, in dessen charakteristischen Schluchten und Tälern der Soldat seinen Scharfblick und sein Orientierungstalent, seine Selbst. ständigkeit in bester Weise ausbilden kann. Ist denn durch den neuen große Truppenübungsplaß, welcher über kurz oder lang an der Hessen- Darmstadt und hessen. nassauischen Grenze zwischen Norbed Londorf- Roß. berg errichtet wird, nicht auch das militärische praktische und notwendige gegenseitige Manöverieren mit anderen Truppen ohne großen Quartiertosten leicht auszuführen. Aber nicht allein das, ist nicht auch bei uns in Oberheffen der Geländewert ein bedeutend niedriger als an der Berg. straße, als in Bensheim; ja ist die Verpflegung nicht eine weit billigere als in jenem Bezirk. Darauf müßte unsere Militärbehörde doch auch Rücksicht nehmen, dam't die Aus gaben, die Unterhaltungskosten für das neue Jäzerbataillon nicht zu abschreckend hohe sind. Es liegt mir nun fern, die neuen Jäger vielleicht in Gießen in Garnison zu sehen ( trozdem, daß unsere Provinzialhauptstadt im Verhältnis zu Darmstadt und Mainz das Anrecht auf eire Vergrößerung threr Garnison hat,) nein, wir haben außer Gießen und Buz bach in Oberhessen so manches freundliches und bequem ge legenes Städtchen, von denen ein jedes alles aufbieten würde, wenn es Garnisonstadt würde. Neben Büdingen, Als. feld, Lauterbach oder Schotten muß vor allen Dingen hierbei Grünberg genannt werden, und zwar aus folgenden Gründen. Grünberg, ein reges arbeite james Städtchen, das früher Kreisstadt war, ist nicht weit von Gießen entfernt, hat gute Bahnverbindung mit der Provinzial hauptstadt, liegt am Ausgang der Rabenau, nicht weit von dem späteren großen Truppenübungsplatz und am Fuße d Vogelsberges. Sind das nicht der Punkte genug, die eine Garnisonierung des neuen Jägerbataillons nach Oberheffen und ganz besonders nach Grünberg befürworten. Grünberg dürfte also neben Bensheim schon mit in Frage tomme und, was historisch zu beachten wäre, Grünberg würde wieder, was es in alter Beit auch einmal hatte, Mili tär bekommen. Möge man sich darum in den maß gebenden Kreisen rühren und bemühen.-e- Grünberg ( Anmerkung der Redaktion: Unserem-e- Mit arbeiter dürfte man nicht Unrecht geben, das Herz unsere Provinz bekäme neues Leben, die umliegenden Städte un Ortschaften, wie Alsfeld, Laubach, Ulrichstein, Gießen würden auch einen kleinen Nutzen davon ziehen.) kom **( Militärdienstnachrichten.) v. Amelungen Hauptmann und Komp. Chef im Füs.- Regt. Königin( Schles wig- Holstein.) Nr. 86, zum Adjudanten der Großh. He ( 25.) Division ernannt. v. Schmidt, Oberst mandeur der 25. Kav. Brigade( Großh. Hess.), zum General major befördert. Roettschau, Hauptmann im Saf- Reg Kaiser Wilhelm( 2. Großh. Hess.) Nr. 116, zum Ampagnie chef ernannt. Rudeloff im Inf. Regt. Kaiser Whelm( 2 Großh. Hess) Nr. 116, unter Versehung in das Juf.- Regt Prinz Moritz von Anhalt- Dessau( 5. Pomm) Nr. 42 Biegler im Inf.- Regt. Kaiser Wilhelm( 2. sh. Heff Nr. 116, Oberleutnants, zu überzähligen uptleuter befördert. ** Der Verein Reichs- Wohnungsgese bersendet soeben seinen 5. Jahresbericht, der mit einer inter Preisausschreiber eines Rades, de auf, am Preisber belannten Melod feiten des Wa höchftens acht S kpt: Ein erster bon 30 Mt. und gentum des Ho Ginfendungen mi Borsigenden des Pillg. Rabf- Uni und zwar ist i bergl. am Kopf Gefter aftige Operette felbe wegen ihr Berliner Opern diefelbe auch hie * zahlreich eingef in öfterem Ap gab. Die H Fifenftein" gab linde, Fräulein Gesangsdirettor Durch ihren W Bopularität g Abend die einz Ensembles hat ftellender Weif wieder eine vo + Prom Bromenaden- K macht worden, menen Hunde unbeachtet und unhertummeln hören ist die fichtlich in fold den Anlagen n [ Vie markt nahm Aufgetrieben m 150 Rälber. bes falten e recht flauen jedoch in Verb gewöhnlichen R besonders im T bieb für die fo daß wenn der W Die Berläufer di tragenbes Bieb b Borrat am Mar an Marit start werden weshalb lebten Martt. Bedarf zu gerin Biesbaden flare Lamen welche t gute Bare, dod griffen.- Ein bem Nieder- Rh in feines Du Es wurden b LQualität 47 III. Qualität 2 Schlachtfühe 1 gewicht wurde Dualität( Tität( wilder Qualität leid gleich nach berftändig. Berläufern he wegen der für bag Milchpieb ober mit ent biefer Beftim gkeiten. ffanten Uebersicht über den gegenwärtigen Stand und die Ergebnisse der Bewegung für Reichswohnungsreform beginnt. Grünberg. Grober Unfug wurde in der Nacht von Montag auf Dienstag verübt. Dem Mezgermeister 8. April den aus Darin wird zunächst festgestellt, daß die Bestrebungen, eine Ruh überhaupt wegen ihren Werthes als Milchvieh nicht gut und Wirt Spamer wurden aus seinem Garten gegen 60 Fakultät der Land große Wohnungsreform durch das Reich herbeizuführen, im mit Wittung Berichtsjahre einen guten Fortgang genommen haben. Beonders wird das Vorgehen des der Zentrumspartei angeaufgeschrieben, um veranzeigt zu werden. Verkäufer und Käufer waren sich darüber einig, daß man eine ausgemolkene beurteilen tonne und da auf unseren Märkten nur Handelsleute unter einander Geschäfte abschließen, sei durch dte neue Polizeiverordnung Thür und Thor geöffnet. Es sei die ver Den der Bentral Brenden Reichstagsabgeordneten Dr. Jäger hervorgehoben. langte Entlehrung der Euter der Tiere vor dem Markt in verschiedene Bauvereine in Erbbaurecht vergeben wurde. Stüd Hyazinten von böswilliger Hand herausgerissen und vernichtet. Man muß sich wundern, warum an den Boten des Frühlings Rache genommen wird. In Alsfeld findet nächsten Sonntag Nachmittag 3 Uhr im Mainzer Hof" eine Versammlung statt zwecks Gründung eines Geflügelzuchtvereins für Als. feld. Der hessischen Ort die Tatsache bezeichnet, daß von den im Vorjahre bewilligten Road, tagtens praktischer Anfang einer Bodenpolitik des Reiches wird der Regierung Millionen Mart aus Reichsmitteln 400 000 Mark zur Statuten Menderun Erwerbung von Baugelände verwendet worden sind, das an schrift: Die E Der Bericht kommt dann weiter auf die Erklärung der Re- burg 2c. aber auch bei den Märkten in der Nähe von Gießen in dem Saale bei Gastwirt Müller in Bernsfeld aus ägerbataillo gierung von vor 2 Jahren zurück,„ daß die WohnungsBahrscheinlich wert Militäretat eng f nifonsortes frage nur von den Einzelstaaten erfolgreich gelöst werden könne" und bemerkt dazu, daß im Gegensatz zu dieser Erklärung die Gewalt der Umstände doch inen Anfaz nach dem andern zu einem umfassenden Ein Gießen überhaupt auch nicht durchführbar, weil es am Plage an allen Einrichtungen hierzu fehle, um den Auftrieb von 1000 Stück Vieh am Abend vor dem Markt auszumelfen. Weiter erklären die Handelsleute daß ein solches Verlangen bei anderen großen Märkten wie z. B. in Fulda Aschaffen an sie nicht gestellt werde und daß es auch ganz ausgeschloffen sei, daß ein Händler der Milchvieh zu Markt bringt, dasselbe mit übervollem Euter auftreibe, schon wegen der damit verbundenen Gefahr des eintretenden Milchfiebers der Kühe. Am meisten aber mißbilligen die Interessenten, daß man die nach ihrer Meinung gar nicht so einfache Kontrolle einen Landwirt oder Schweizer der vom Molkereiwesen was verstehe viel sachlicher geübt werden würde. Die Interessenten ter Stelle noch ni greifen des Reiches im Sinne des Vereins herbeiführe. Zum Barnison di ses ne Schluß wird dann die Einsetzung einer Reichs- Kommission der Sache durch Schußleute ausüben läßt, die doch durch telbarer Nhe dur ur Regelung der Wohnungs- und Ansiedlungsfrage gefordert Der Geschäftsführer hat im Auftrage des Vereins ände zugl ich bei ein großes zusammenfassendes Reformprogramm für die behaupten und erklären, daß man mit der neuen Polizeimag bungen auszuführ Wohnungs- und Ansiedlungsfrage entworfen, welches in dem regel unseren Märkten sehr leicht schade, da Käufer und wird uit Bor Januar/ Februarhefte von Brauns Archiv für Soziale Ges Verkäufer sich leicht vom Gießener Markt abwenden und die aße genannt. gebung und Statistit erschienen ist. Endlich wird die Märkte der Nachbarschaft aufsuchen wo diese Maßregel nicht Ortes, auch das in die Standlifte erzogtum effen Einberufung eines deutschen Wohnungskongresses für 1904 geplant. * Der Fest ausschuß des 18. Kongresses der Allgemeinen Radfahrer- Union D. T.-K. in Mannheim- Heidelberg geübt wird. Es ist ja bekannt, daß man in der Bürgermeisterei weder Mühe noch Stoften scheut um den Marktver fehr im wohlverstandenen Interesse der Handel- und Gewerbetreibenden unserer Stadt zu fördern und zu heben, den beiden ander bom 10.- 14. Juli d. I hat beschlossen zur Erlangung deshalb geben wir die gestern vernommenen Klagen und nter in ſehr minimales ni Breisausschreiben zu veranstalten und fordert alle Freunde eines Rades, denen dichterische Begabung zuteil geworden, Stalent, feine Selb und 20 Mt. Die Lieder werden Tälern der Sila bergl. am Kopfe zu versehen. nn. Ift denn burda attige" Operette„ Die Fledermaus" in Scene, und war biesplay, welcher felbe wegen ihrer großen Beliebtheit schon zum öfteren am mstadt und hessen Berliner Opernhaus gegeben wurde. Wie überall, so übte Londorf- Roß dieselbe auch hier auf das Theaterpublikum, welches sich recht zahlreich eingefunden, eine große Anziehung aus, welche sich Gestern Abend ging am hiesigen Theater die dreirechtigt sind und hier Remedur nötig ist, sie auch geschaffen wird. M mt dem weitblidende auf, am Preisbewerb teilzunehmen. Das Lied soll nach einer Guten Morgen, August!" Justizrat Erich Sello veröffentlicht in der Boff. Blg. Grinnerungen an den vers hier handeln font feiten des Wanderfahrens zum Ausdruck bringen und storbenen freisinnigen Abgeordneten Mundel. Sello Borteile fich bite führt darin als Beispiel für die wißigen und ironischen Imder Fall, hat in fest: Ein erster Preis von 100 Mt. und zwei Trostpreise provisationen Mundels vor Gericht eine Verteidigungsrede an, die Munckel in den siebziger Jahren vor dem Straffenat in welchem Skye Eigentum bez Haupt nu te breingetrönten Sie die beg stammergerichts bei der Vertretung eines Bauernjungen at Oberheffen Einsendungen müſſen bis spätestens 1. Juni b. 3. an den gehalten hat, der vom Kreisgericht wegen Beleidigung eines Er durchbrochenen Vorsitzenden des Preßausschusses des XVIII. Rongresses der Gendarmen zu Gefängnisstrafe verurteilt worden war. errlichen Bogelberg. Allg. Rabf- Union Herrn P. Teickner- Mannheim erfolgen verteidigte ihn ungefähr mit folgenden Worten:„ Wessen, Er soll und zwar ist jedes Lied mit einem Kennwort, Motto oder meine Herrn Richter, ist mein Klient beschuldigt? über den Gendarmen Schulze gelacht haben. Glückliche Jugend, die sich noch über einen Gendarmen zu freuen vermag; beneiden sollen wir sie darum, aber nicht dafür bestrafen; wir Alteren haben ja leider diese naive Seiterkeit des Gemütes längst verloren. Aber mein Klient soll dem Ge men auch noch Guten Morgen, August!" zugerufen haben. Dieser Teil der Anflage trifft mich persönlich aufs schmerzlichste. Haben Dich denn, so frage ich mich, Deine den Namen August gaben? Nein, ich gestehe es frei: wenn guten Eltern beleidigen wollen, als sie Dir in der Taufe mich der hohe Senat, nachdem er das Schicksal meines Klienten wohlwollend beraten haben wird, bei seinem Wiedereintritt in diesen Saal mit einem fräftigen:„ Guten Morgen, August!" begrüßen sollte- ich würde das nicht als eine Räntung, ſondern bantbar als einen Beweis mich ehrenber Bertraulichkeit empfinden." Selbst das grämliche Gemüt des Vorsitzenden, der sonst nichts von Spaß verstand, fonnte solchem Humor nicht wohl widerstehen; er schloß die Verfündigung des Urteils, das die Strafe auf ein paar Mark herabseße, mit den Worten:„ Zum Schluß habe ich Ihnen, Herr Verteidiger, im Auftrage des Senats noch ein herzliches Adieu, August!" zuzurufen. uns in Derefte r als an der Berg rpflegung midt in t anderen Truppe: gab. Die Hauptrollen waren in guten Händen.„ Den leicht auszuführe Eisenstein" gab Herr Nolde, Fräulein Stöcker sang die Rosalinde, Fräulein Bartl das Stubenmädchen Adele und den Durch ihren Melodienreichtum ist diese Operette rasch zur Gesangsdirektor Frank Herr Bruck, Herr Gandert den Frosch. Bopularität gelangt. In Couplets hätten am gestrigen Abend die einzelnen Nuancen mehr perfekt sein dürfen. Das Ensembles hat sonst im Allgemeinen in recht zufriedenstellender Weise gespielt, ebenso war die Musitbegleitung wieder eine vorzügliche. arauf müßte unser men, damit die Aus neue Jägerbataill liegt mir nun fer in Garnison zu b dt im Verhältnis feire Vergrößm ßer Gießen und hes und bequem alles aufbieten with Büdingen, en muß vor als erden, und z + Promenaden- Konzert. Es ist in letzter Zeit bei den Bromenaden- Konzerten die bedauerliche Wahrnehmung gemacht worden, daß die von Besuchern dorthin witgenom memen Hunde während des Konzertes von ihren Begleitern unbeachtet und unbeaufsichtigt bleiben, sich in den Anlagen unhertummeln und letztere erheblich beschädigen. Wie wir hören ist die Schußmannschaft angewiesen worden, unnach sichtlich in solchen Fällen vorzugehen und eventuell die in den Anlagen nmherlaufenden Hunde einfangen zu lassen. **[ Viehmarkt.] Der gestern stattgefundene Viehmarkt nahm seinen Anfang Morgens schon um 6 Uhr. n reges arbellaufgetrieben waren ca. 1150 Stück Rindvich, darunter etwa 150 Kälber. Der Vormarkt am Montag ließ wohl infolge r, ist nicht weit t des falten Wetters, auch schon in den Tagen vorher einen g mit der Proving recht flauen Markt vermuten. Das gestrige milde Wetter nau, nicht weit jedoch in Verbindung mit dem Umstand, daß außer unserer und am Fuße gewöhnlichen Kundschaft, auch schon Käufer für die Bäder, tte genug, die beſonders im Taunus zu Markt gekommen waren und MilchOns nach Dheren befürworten. Gri mit in Frage tomm Brünberg wür Vorrat am Markt war.- einmal hotte, Mil darum in den m -e- Grünbe n: Unferem-en, das Herz un liegenden Städte on ziehen.) richftein, Gießen ten.) v. Amelu legt. Rönigin( G en der Großh. Oberst vieh für die kommende Saison suchten, brachte zu Wege, daß wenn der Markt auch nicht munter und flott war, doch die Verkäufer die alten hohen Preise für frischmelkendes und tragendes Vieh bekamen, trotzdem für die Nachfrage genügend Fette Rinder waren wie immer am Markt stark begehrt und konnte der Bedarf nicht gedeckt werden weshalb der Preis etwas teurer war als beim legten Markt. Ebenso war der Vorrat in Kälbern für den Bedarf zu gering, besonders da für Frankfurt sowohl wie Wiesbaden start gekauft wurde wozu noch Gießener Metzger lamen welche trotz der höheren Forderungen besonders für gute Ware, doch durch lohnende Einkäufe in den Markt eingriffen. Ein kleiner Vorrat an Schlachtfühen ging, nach dem Nieder- Rhein hin, zu guten Preisen ab. Ebenso war in fleines Quantum von Abmelffühen gut unterzubringen. Es wurden bezahlt für frischmeltende und tragende Kühe Qualität 475-520 Mart, II. Qualität 375-450 Mart, III. Qualität 280-360 Mart, Abmeltfühe 200-240 Mart, - -Heff.), zum Gen Schlachtfühe 170-210 Mart per Stück. Der Ctr. Schlachtof) in wurde bezahlt 116, zum Smpag .Kaifer 23helm ng in das Suf 5. Pomm) M Im( 2.p. ähligen upt Wohnungsge der mit einer in Qualität( über 50 Pfd. wiegend) 68-72 Mart, II. Quas lität( zwischen 80-90 Pfd. schwer) 64-66 Mark, III. Qualität leichtere Ware 57-60 Mart. Der Markt war gleich nach 411 Uhr beendet und blieben nur wenige Stücke überständig. Unter den Viehmarktbesuchern, Käufern und Verkäufern herrschte gestern überall wahrnehmbare Erbitterung wegen der fürzlich erlassenen Polizeiverordnung, die verlangt, daß Milchvieh den Gießener Markt vollkommen ausgemolfen oder mit ent leertem Euter nur betreten darf. In Folge bieser Bestimmung wurden gestern mehrfach Handelsleute Aus Hessen und nachbargebieten. Wißmar. In erfreulicher Weise ist für den östlichen Teil der Bürgermeisterei Krofdorf, für die 7 Ortschaften der ehemaligen Bürgermeisterei Launsbach nunmehr Wißmar von Seiten des Königlichen Bezirkskommando Wezlar zum Kontrollort gewählt worden. Bisher wurden die Kontrollversammlungen stets zu Kerofdorf abgehalten, wohin aber die Gestellungspflichtigen aus Salzböden und Obenhausen allemal einen weiten Weg hatten. Wißmar hingegen, das zu gleicher Zeit Bahnstation hat, ist wegen seiner Lage im Mittelpunkt entschieden besser gewählt. Die Frühjahrskontrollversammlung wird Dienstag, den 28. April 11 Uhr 45 Minuten am hiesigen Bahnhof abgehalten. ** In Dorf- Güll gab es am legten Sonntag eine mächtige Schlägerei, wobei Mistgabeln, Schaufeln und dergl. nur so niederfausten. Wie wir vernehmen, sind die einzelnen Verlegungen auf beiden Seiten sehr schwere. Ja, das Raufen fennt teine Sonntagsruhe! = Grünberg. Die erweiterte Volksschule, wurde gestern den 20. April mit Beginn des neuen Schuljahres wieder eröffnet. 17 Schüler wurden dem Institut neu beigeführt. Durch rührige und praktische Lehrmethoden ist es der erweiterten Schule gelungen, sich durch weiteste Kreise beliebt zu machen und den Ruf eines wirklich praktischen Lehrinstituts zu erreichen. Wünschen wir, daß die Zahl der Schüler sich von Jahr zu Jahr vermehrt. *** Grünberg. Blaue Augen blutige Röpfe gab es vergangenen Sonntag in der Frankfurterstraße. Gegen 12 Uhr nachts bewegte sich mühend ein vom edlen Gerstensaft Betäubter nach seinem Schlummerkissen. Jedoch oh wah. In der Nähe eines Mezgermeisters, das Gäßchen wurde etwas schmal, die Häuser standen schief und unser Freund Geräusch verursacht haben denn ein vom Besizer der be= treffenden Hofraithe junger Mann tam schnellen Schrittes gelaufen, das Besigtum seines Herrn, das nach seiner Anficht durch den Angetrunkenen einen Einbruch erfahren sollte, zu verteidigen. Furchtbar vermöbelt mit blauen Augen un d blutigem Kopf, fam unser Freund nach Hause um sich einen Verband anlegen zu lassen. Aerztliche Hilfe mußte in Anspruch genommen werden. Anzeige wegen Körperverlegung ist erstattet, worauf der Gegner den Kläger wegen Einbruch belangen will. - ** Burg- Gemünden. Montag den 27. und Dienstag den 28. April jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, werden den Distrikten Lichterwald, Buchholz, Pfingstweide, Eisenfaute, Pferdsbacherholz und verschiedenen Distrikten der Forstwartei Bernsfeld versteigert: Stämme: Eichen 36 Stück von 17-28 Ctm. Durchmesser 4-13 Mtr. Länge= 15,00 Fm. Buchen 4 Stüd bon 35-47 Ctm. Durchmesser und 6-8 Mtr. Länge$ 3,53 Fm. Fichten 278 Stück von 11-47 Ttm. Durchmesser und 3-20 Mtr. Länge= 92,59 Fm. Lärche 2 Stück= 0,97 Fm. Kiefern 11 Stück 9,84 Fm. Derbstangen Fichten 278 Stid= 26,99 Fm. Scheiter: Rm. Buche 184, Eiche 128, Nadelholz 29, Aspe 20, Birfe 2. Knüppel Rm.: Buche 12, Eiche 105, Nadelholz 78, Aspe 28. Reifig Rm. Buche 384( meist Stammreifig) Eiche 106, Nadelholz 575( meist Schicht) Aspe 82. Stöcke Rm. Buche 48( darunter 8 flein gespalten) Eiche 9, Nadelholz 59. Das Bau- und Nußholz fommt Montag, das Brennholz Dienstag zum Ausgebot. Nähere Auskunft erteilt der Förster Schaaf zu Bernsfeld. - - Offenbach a. M, 20. April. Hier wurde ein frecher Schwindler in der Berſon des Arbeiters Will aus Drais festgenommen. Er hatte in verschiedenen hessischen Städten, Mainz, Darmstadt u. s. w. sich zu Ang hörigen von Strafgefangenen begeben und angeblich Gerichtskosten erhoben. Es gelang ihm dabei eine Anzahl Leute hinters Licht zu führen und größere Beträge zu erschwindeln. Aus der Wetterau, 20. April. Dem ersten Hasenfat welcher infolge trockner Witterung in den Monaten Fe bruar und März durchgefommen war und zu den besten Hoffnungen berechtigte, iſt burg die Rälte der leßten Lage mit ihren Schneeftürmen( bis zu 4° Reaumur) arg mitgespielt worden. In manchen Gemarkungen der westlichen Wetterau fanden Landwirte hier und da junge Häschen erfroren. 37. Kommunallandtag des Regierungsbezirks Wiesbaden. Unter den neuen Eingängen befindet sich u. a. ein Antrag der Abgg. Landrat Dr. Schmidt Montabaur und Himmerich Herschbach wegen der drohenden Verpachtung der fiskalischen Brunnen zu Ems bezweckt die rugbäderindustrie des Westerwaldes, die durch die Verpachtung der Brunnen von Niederfelters, Fachingen und Geilnau bereits empfindlich gelitten hat, vor weiteren Nachteilen zu bewahren. Der Antrag geht dahin, es möge die Vorstellung an die Staatsregierung ergehen, den fiskalischen Brunnen zu Ems nicht zu verpachten und bei Verpachtung der Brunnen zu Niederfelters und Fachingen ebenso wie bei einer etwaigen Verpachtung von Ems der Erhaltung des Kruggewerbes und der Interessen des Publifums auf einen billigen Bezug der Heilwasser Rechnung zu tragen. Der Antrag fand merklichen Anklang und wurde einer Kommission zur Vorprüfung überwiesen. Für die Bentrale für Obstverwertung zu Frankfurt a. M. wird erneut eine Beihilfe von 500 Mark bewilligt. Die übrigen Punkte der Tagesordnung entbehren des allge meinen Interesses. Nächste Sizung: Dienstag vormittags 10 Uhr. Brietkasten der Redaktion. F. in Großen Linden. Natürlich, fommen sie nur, mündlich läßt sich darüber besser plaudern. Betr. der Turnzeitung wissen Sie ja vom Gauturntag her, daß die erste Anregung und Gründung nur von mir aus ging. gleich in dem Gau RheinDer Zwed derselben soll sein hessen auch in unserem Turngau Hessen mit deren Hilfe die Turnerei mehr zu fördern. Im Uebrigen macht sich die Sabe. Mit bestem Gruß Alein. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Es können eingestellt werden: 31 Dienstmädchen für sofort und später ( hier und ausw.) bei hohem Lohn, 2 Kindermädchen, 2 Hausmädchen, 1 Küchenmädchen, 3 Schreiner( 1 hier, 2 ausw.), einige Tapezierer für dauernde Arbeit bei hohem Lohn nach ausw., 2 Küfer, 2 Steinhauer( ausw.) 4 Schneider( 2 hier 2 ausw.), 1 landw. Arbeiter, 2 landw. Knechte, 1 Hausbursche, 1 Weißzeugnäherin, 2 Köchinnen, 3 Lauffrauen bezw. Laufmädchen, 3 landw. Mägde. Lehrlinge: 1 Gärtner, 1 Landwirt, 1 Spengler, 3 Schmiede,( 1 hier, 2 auswärts), 1 Wagner, 1 Küfer, 5 Schlosser, 2 Schreiner, 1 hier, 1 ausw., 1 Stellmacher und Wagenbauer( ausw.), 3 Buchbinder, 6 Bäcker( 4 hier, 2 ausw), 2 Schuhmacher, 2 Schneider, 2 Glaser, 1 Weißbinder, 2 Kaufleute. Es suchen Arbeit: 4 Bau- und Maschinenschlosser, 1 Sattler und Polsterer, 5 Schreiner, 3 Anstreicher bez. Lackierer, 1 Bäcker, 1 Glaser, 1 Dachdecker, 1 Schuhmacher, 1 Heizer, 1 Herrschaftsgärtner, 2 Büreaugehilfe oder Aufseher, 2 Bureaudiener, 1 Aushilfstellner, 9 Knechte, 3 Taglöhner, 2 Gartenarbeiter, 5 Hausburschen, 1 Näherin oder Flickerin, 1 Weißmädchen, 1 Haushälterin, 1 Krankenpflegerin, 5 Lauffrauen 2 Wasch- und Buzfrauen. Lehrlinge: 1 Schlosser, 1 Weißbinder, 2 Kaufleute 8 Schreiber. Schlachthaus Gießen. Ochsenfleisch 34 Pfg. Kalbfleisch 45 Pfg. Heute u. morgen. Drud und Verlag der Gießener Verlagedruderet, für die Redaktion verantwortlich: Albin klein, Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Die Löber'ice Stiftung. Aus obiger Stiftung ist eine Pfcünde von 260 Mt. jährlich an einen in Gießen geborenen verwitweten Handwerker zu vergeben, welcher einen guten Ruf besitzt, fortwährend einen gesitteten Lebenswandel geführt hat und wahrhaft dürftig sein muß. Anmeldungen werden von heute an binnen 14 Tagen auf dem Armenamt, Neuenbäue 43, entgegen= genommen. Gießen, 21. April 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Bekanntmachung. Die Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn betr. Die nachstehend abgedruckte Bekanntmachung des Großh. Bereinigungs- Kommissärs zu Friedberg wird hiermit zur Kenntnis der beteiligten Grundbefizer gebracht. Gießen, 17. April 1903. Großh. Bürgermeisterei Gießen J. V. Georgi, Beigeordneter. Bekanntmachung. Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn. 00000000 00000000 Drucksachen jeder Art liefert schnell und preiswert Albin Klein, Giessen. 0000000000000000 Bekanntmachung. In das Handelsregister Abt. A wurde heute eingetragen: Die Firma ,, Grünberger Zeitung ( Grünberger Neueste Nach richten)( Grünberger TageIch bringe hiermit zur Kenntnis der Beteiligten, blatt) Druck und Verlag von daß das für den Neubau der Kreisstraße von Gießen Albin Klein" nach Krofdorf erforderliche Gelände innerhalb der im Saatgerste, Saaterbsen u. Futterlein. empfiehlt Joh. Georg Keil VII. Nieder- Ohmen. Grünberg und Nieder- Ohmen. Bin jeden Samstagmarkt in Kainit u. Felde abgeſtedten und ausgepflügten Grenzen mit dem zu Gießen; Buchdruckereibe. Chomasmehl 20. April 1. Js. der Kreisstraßenverwaltung zweds In- fizer Albin Klein daselbst angriffnahme der Bauarbeiten von der Vollzugs- Inhaber derselben. fommission zur Verfügung gestellt werden wird. Friedberg, 9. April 1903. Der Großh. Feldbereinigungskommissär: Spamer, Kreisamtmann. Bekanntmachung. Die am 24. Oktober v. J. angeordnete Sperre des Kreuzungspunktes Bahnhofstraße- Westanlage wird hiermit für die Richtung obere Bahnhofstraße- Westanlage- Neustadt aufgehoben. Gießen, 20. April 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. Bekanntmachung. Betr. Die Ausführung der Verordnung, betr.: das Gewerbe der Gesindevermieten und Stellenbermittler. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß die von den hiesigen Vermietfrauen beanspruchte Gebühr beträgt 1. für Vermittlung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen 5 Mt. 2. für Vermittlung eines Dienstboten an ine Herrschaft nach auswärts 7 Mr. ( Frau Heßler 5 Mf.) wovon der Dienstbote jeweils 2 Mt. zu entrichten hat. Gießen, den 17. April 1903. Großherzogl. Polizeiamt Gießen. Hechler. Unser Amt befindet sich von heute ab Wilhelmstraße 21. Gießen, den 21. April 1903. Großh. Baubehörde f. d. Univ.- Neubauten Gießen. Becker. Gießen, am 16. April 1903. Großherzogl. 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