Nr. 168. Abonnementspreis: in Gießen, abgeholt monatlich 50 Pfg., in's Haus gebracht 60 Pfg., durch die Post bezogen viertelfährlich Mr. 1.50. Gratisbeilagen: Oberheffische Familienzeitung( täglich) Oberheffische Zeitschrift für Landwirtschaft, Obst- und Gartenbau, sowie die Gießener Seifenblasen( wöchentlich). Das Blatt erscheint an allen Werktagen nachmitags. Dienstag, den 21. Juli 1903 Gießener 12. Jahrgang. Insertionsprei 8: Die einspaltige Betitzeile für Gießen wie ganz Oberheffen, die Kreise Wezlar und Marburg 10 Pf fonft 15 Pfg.; Reklamen die Petitzeile 30 resp. 40 fg. Bostzeitungsliste No. 3269. Redaktion und Expedition: Gießen Neuenweg 28. Ferusprechanschluß Nr, 362. Neuelle Nachrichten ( Gießener Tageblatt) Anabhängige Tageszeitung ( Gießener Zeitung) für Oberheffen und die Kreise Marburg und Wetlar; Lokalanzeiger für Gießen und Umgebung. Enthält alle amtlichen Bekanntmachungen der Großh. Bürgermeisterei Gießen und anderer Behörden von Oberhessen. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Schanzenstraße von heute ab bis auf weiteres für den Fuhrwerks und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 20. Juli 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. Hechler. gläubigen verehrungswürdigen Persönlichkeit wußte Leo alle Widerstände zu überwinden. In Oesterreich- Ungarn, wo die Kurie namentlich infolge des Streites über die Civilehe, die mit dem Siege des Staates endete, viel an Einfluß eingebüßt, wußte er allmählich nicht nur das verlorene Prestige wiederzugewinnen, sondern den Einfluß der Kurie noch zu vertiefen. In Deutschland, wo noch die Kulturkampfwunden auf beiden Seiten nicht verharrscht waren, als Leo den Stuhl Petri bestieg, gewann seine fluge Nachgiebigkeit der Kirche allmählich Oeffentliche Impfung zu Gießen. einen Einfluß, wie sie ihn seit der Reformation nicht Mit wob, den 22. Jul' nachmittags von 5-6 Uhr wird der letzte Impftermin abgehalten. Gießen, den 18. Juli 1903. Der Oberbürgermeister. J. V. Curschmann. Papst Leo Xlll.& Rom, 20. Juli 1903. Papst Leo XIII, ist heute nach: mittag 5 Minuten nach 4 Uhr fauft eutschlafen. Die Bronzetür ist geschlossen. Die Trauernachricht, obgleich nicht unverhofft, traf gestern Montag abend gegen 8 Uhr per Telegramm auf unserer Redaktion cin und ein kleiner Teil unserer Leser nahmen durch Anschlag und Ertrablatt bereits wenige Minuten danach Kenntnis von der Botschaft. * * * Der silberne Hammer, mit dem vor mehr als einem Vierteljahrhundert der Kardinal- Camerlengo Giacomo Pecci die Schläfe Pio Nonos berührte, hat sich jetzt auf Oreglia, der gegenwärtige seine eigene Stirn gesenft. Kardinalfämmerling des Vatifans, hat nach altem Brauche im Sterbegemach des Papstes dreimal an Leos bleiche Schläfe gepocht, dreimal hat er inmitten des Kardinalfollegiums an den entseelten Träger der Tiara die Frage gerichtet: Giacomo Pecci, schläfst Du? Und der einst so beredte Mund Leos XIII. ist stumm geblieben: der dreizehnte Leo ist nicht mehr. Unten am Eingang des Vatikans hat sich die schwere Bronzepforte, die sonst Tag und Nacht geöffnet ist, zum Zeichen, daß den Gläubigen der Zutritt zu dem Oberhirten der katholischen Kirche jederzeit offensteht, die Pforte hat sich geschlossen: der Stuhl Petri ist vereinsamt, die katholische Christenheit hat kein Oberhaupt.... So groß die Verchrung war, die der greise Papst genoß, so tief und schmerzlich wird die Trauer sein, die die katholische Welt um Levs Verlust empfinden wird. Kein Papst der neueren Zeit hat soviel erreicht, keiner hat den Einfluß des römischen Stuhles so gestärkt und das Papsttum mit einer so strohlenden Gloriole zu umgeben gewußt wie der Greis, für den sie jetzt im St. Petersdom die Seelenmessen singen. Und dabei hat dieser Papst, dessen Leben so viele und so harte Kämpfe sah, es verstanden, sich den Namen des Friedenspapstes zu erringen. Als Giacomo Pecci am 20. Februar 1878 als Leo XIII. dem kampfgemuten neunten Pius folgte, ging ihm der Ruf eines streitbaren Kämpfers für die Rechtsansprüche des Vatikans voraus. Aber wer da geglaubt hatte, der neue Summepiscopus der katholischen Kirche werde in den Spuren seines Vorgängers wandeln, der sah sich enttäuscht. Leos erste Sorge war, des„ bösen Genius" Pius IX., des Kardinals Staatssekretärs Antonelli, ledig zu werden, dessen leidenschaftlich- unüberlegte Politit die Kurie in Gegensatz zu fast allen Regierungen Europas gebracht, und den Einfluß des Vatifans nur geschmälert hattc. Leo umgab sich mit besonneneren Beratern, und der Besonnenste, scharfsichtigste und weitblickendste war er selbst. An die Stelle der Politik des Krieges mit allen setzte er eine Politik der Verständigung. Leicht wurde es ihm nicht, die Saat des Grolles, die Antonelli heißblütiges Temperament und Bius flammende Zornesrufe wider die Gegner der weltlichen Macht der Aurie in allen nichtkatholischen und auch in manchen katholischen Ländern hatte emporwuchern lassen, wieder auszufäten. Aber mit der zähen Beharrlichkeit und Energie, die selbst an dem 94 jährigen bis zur Todesstunde be= wunderungswürdig sich offenbarte mit der klugen Vorsicht der Voraussicht des geborenen Politikers, mit dem sicheren Instinkt des erfahrenen Diplomaten und nicht zuletzt vermöge seiner gewinnenden, auch Andersmehr besaßen, und die Welt erlebte das Schauspiel, daß Bismarck, noch vor kurzem der erbitterste Feind der Kurie, den Papst als Schiedsrichter in der Karolinenfrage anrief. Und in den katholischen Ländern wußte die Staatskunst Leos den durch Pius' Politik geschmälerten Einfluß des Vatikans nicht nur auf die frühere Höhe zu bringen, sondern ebenfalls zu verstärken. Selbst in Ländern, die, wie Rußland und Amerika, der katholischen Propaganda völlig verschlossen schienen, wuchs nnter Leos Szepter die Macht und der Einfluß des Vatikans. Und wenn sich in Frankreich neuerdings etwas wie ein Kulturkampf entſponnen hat, so ist doch kein Zweifel, daß er mit dem Siege der Kirche enden wird, wenn Leos Nachfolger dessen Politik weiter befolgt. Leo XIII. war eine innerlich vornehme Natur, an seiner Bahre werden auch Andersgläubige dem ehrwürdigen Greise den Zoll der Teilnahme nicht versagen. * Papst Leo XIII. hat die Quintessenz seines Wollins und Wirkens in einigen lateinischen Versen zusammengefaßt, die auf seinen Wunsch seine Grabinschrift bilden sollen. Wir wollen sie an den Schluß dieses Nekrologes setzen: ,, Justitiam colui, certamina longa, labores, Ludibria, insidias, aspera quaeque tuli: At fidei vindex non flectar: pro grege Christi Dulce pati, ipsoque in carcere dulce mori." Pflug der Gerechtigkeit in steten Kämpfen und Mühen Trug ich Verfolgung und Spott, Böses von jeglicher Art: Aber im Streite des Glaubens werd' ich mich nimmer[ mehr beugen, Christi Gemeine zum Heil leiden und sterben ist süß." * Folgendes wird uns noch über die letzten Stunden des Papstes geschrieben: Rom, 20. JultEr schläft, der greise Dulder, seit Stunden schon, nad den Qualen der letzten 14 Tage, einen langen traumloser Schlaf. Einen Schlaf, aus dem das Erwachen wohl ers drüben im besseren Jenseits erfolgen wird. Hier auf Erden wird es nach den Aussagen der Aerzte sein letzter sein, der ihn sanft hinüberträgt in das Reich seines Bruders, des Todes. Und uns bleibt nichts übrig, als auf das Ticken der Totenuhr zu lauschen, die mit langsamem Pendelschlag die Auf lösung des Oberhirten der katholischen Christenheit begleitet 9 Uhr vormittags. Droben im Krankenzimmer weilen die Aerzte und suchen das fliehende Leben durch Einspritzungen von Koffein, Alkohol und Kampher aufzuhalten. Der Kranke merkt nichts von der Geschäftigkeit, die angstvoll um ihn webt. Das wachsbleiche schmale Angesicht, das der schwellende Bfühl halb umgräbt, hat nichts Irdisches mehr an sich. Die Stimmen der Aerzte dringen nicht mehr zu Leos Ohren, in ihnen tönt schon, lauter und immer lauter anschwellend, die Musik der Sphären. Lispelte er doch schon, kurz bevor er die müden Augen zu langer Bewußtlosigkeit schloß, zum Kardinal Angeli, der ihn tröstete:„ Ich bin schon in Gottes Hand." Mazzoni 10 Uhr vormittags. Ein Surren und Summen geht durch die dichten Scharen, die den Vatikan umlagern: Professor Mazzoni hat den Palast soeben verlassen. Ist das Ende schon eingetreten? Oder... Doch die Hoffnung haben jezt auch die Hartnäckigſten aufgegeben. Da.. spricht mit einem Bekannten und im nächsten Augenblic läuft es durch die Menge: Das Bewußtsein scheint auf Augenblicke zurückzukehren. Professor Mazzoni glaubt, der Papst habe ihn kurz vorher wieder erkannt. Vielleicht läßt sich die Totenuhr noch wieder zurückstellen, und wenn es nur um Stunden ist. Und in dichten Scharen strömen die Gläubigen nach dem Petersdom, wo in strahlender Pracht das Allerheiligste ausgestellt ist, um in brünstigem Gebet für das Leben des heiligen Vaters zu flehen. 11 Uhr vormittags. Aus dem Sterbegemach nichts neues. Der todesähnliche Schlummer dauert an. Von den Diplomaten und Journalisten werden Versuche geDer macht, zu Rampolla vorzudringen. Vergeblich. Kardinalstaatssekretär läßt sich von niemand sprechen. Harren doch seiner beim Tode des Papstes, der jeden Augenblick eintreten kann, ernste, sorgenvolle Pflichten. Wie verlautet, sind Vorkehrungen getroffen, daß Privatdepeschen Rom erst nach zwei Stunden verlassen dürfen. Seit heut weilt auch der Camerlengo Oreglia in der Nähe des Sterbegemachs. Wenn der Tod seinen Erlöserkuß auf des Papstes Stirn gedrückt hat, wird er an ihn herantreten und mit silbernem Hammer an des Entschlafenen Stirn pochen: Joachim Pecci, schläfst Du? Auch der Großpönitentiar Kardinal Serofino Vanutelli ist die Nacht über im Vatikan geblieben und noch dort. 1 Uhr nachmittags. Das Ende naht. Der letzte Kampi mit dem Tode hat begonnen. Wäre nicht bekannt, daß der Großpönitentiar das Zimmer des Papstes bereits betreten hat, um ihm die letzte Absolution in articulo mortis zu erteilen, man würde das Flügelrauschen des Todesengels doch vernommen haben. Die Totenuhr meldete sein Kommen nui zu deutlich an. Ihr fieberhaft beschleunigter Pendelschlag ließ sich in dem Hin und Herrennen im Vatikan, in dem Wagengerassel auf dem Petersplatz dem Kundigen dumpftraurig vernehmen. Das ist ein Kommen und Gehen von Boten, die die in Rom residierenden Kardinäle nach dem Vatikan rufen, und in beflügelter Eile treffen die kirch lichen Würdenträger ein. 4 Uhr nachmittags. Um den Vatikan wogt ein Riesenmeer von tausenden von Köpfen, in das sich aus den einmündenden Straßen immer wieder neue Ströme ergießen. Wo sich Bekannte treffen, tönt leise die Frage, ob es wahr sei, was man sich in den Cafés der Innenstadt erzählt, daß der Papst schon tot sei. Keiner weiß Antwort zu geben. Nur das steht fest, daß das Gerücht auch im Vatikan selbst verbreitet ist, daß Leo XIII. von seinen Leiden bereits erlöst sei. Unruhe malt sich auf den Gesichtern der Wachen, die sonst so ernst und würdevoll sich auf ihre Hellebarden stützen Können sich doch jeden Augenblick die Flügel des hohen Bronzetores schließen, als Zeichen, daß der greise Stell vertreter Petri nicht mehr unter den Lebenden weilt.... Die Politik. Vollendung der kirchlichen Union in Preußen? In den höchsten Aemtern der preußischen Landeskirche stehen wichtige Veränderungen bevor. Der Präsident des preußischen Oberkirchenrates D. Barkhausen ist amtsmüde. Als sein Nachfolger wird der Berliner Kirchenrechtslehrer Professor Dr. Kahl genannt. Eine andere, aufsehenerregende Lesart nennt jedoch als Barkhausens Nachfolger den Präsidenten des hannoverschen Landeskonsistoriums Dr. Voigts. Dieser sollte dann aber seine hannoversche Stellung nebenamtlich weiter behalten. Geschieht das, so würde, wie man in kirchlichen Kreisen annimmt, die Einrichtung dauernd bestehen bleiben, und damit wäre am Ende die lutherische Kirche der beiden annektierten Provinzen Hannover und Schleswig Holstein ihrer Selbständigkeit entkleidet: Ihre Verschmelzung mit der uniierten preußischen Landeskirche wäre nur eine Frage der Zeit. Es bleibt abzuwarten, ob die Meldung von der Ernennung Voigts sich bestätigen wird. Preußische Staatsgüter. Der preußische Domänenfiskus besitzt gegenwärtig insDie nußbare gesamt 837 Domänen und 1177 Vorwerke. Fläche mit 348 000 Hektar. Die Domänen sollen in diesem Jahre an Pacht 13 196 627 Marf einbringen, etwa ein Drittel Million Mark mehr als im Jahre 1902, in dem ein Pachtausfall von 108 525 Marf zu verzeichnen war. Das Plus soll durch regere Selbstbewirtschaftung eingebracht werden. Bekanntlich strebt der Domänenfiskus danach, durch Neuantäufe die Zahl seiner Besitzungen zu vermehren, und auch die Ostmarkenpolitik verfolgt zu einem Teile diesen Zweck. Ministerwechsel in Spanien. Wieder einmal hat in Spanien ein Regierungswechsel stattgefunden: das Kabinett Silvela, das die für Spanien unnüße Flottenvorlage bei den Cortes nicht hat durchsezen fönnen, hat seine Entlassung genommen. Dem bisherigen Kammerpräsidenten Villaverde ist es im Handumdrehen gelungen, ein neues Kabinett zu bilden, nachdem Silvela einen Auftrag des Königs, an die Neubildung zu gehen, abgelehnt hatte. Die neuen Minister haben den Könige den Amtseid schon abgelegt. Das Parlament werden sie erſt zum Herbst einberufen. In Finanzfreisen sezt man auf das neue Kabinett um so größere Hoffnungen, je mehr man von den Flottenplänen des früheren Ministeriums eine Störung der Staatsfinanzen befürchtet hatte. Von dem Kabinett Villaverde erwartet man auch, daß es alsbald mit Frankreich in der marokkanischen Frage gemeinsame Sache machen werde. Ostasiatische Intriguen. Troß der bisherigen Mißerfolge ihrer diplomatischen Minierarbeit in Ostasien wird die englische Politif nicht müde, weiter gegen Rußland zu heben. Die Einigung zwischen Russen und Amerikanern über die Mandschurei hat in London sehr verschnupft, und man sucht nachträglich das Einvernehmen zwischen den beiden Mächten zu stören, indem man die Yankees mit Argwohn gegen die Russen zu erfüllen trachtet. Selbstverständlich geschiebt das indirekt. Echienbein zu reiben, Mirzten die haufen wieder üb. taia ruhig im Grase fißen blieb, um fein arg zerschundenes Gepfeife folgten diesem Intermezzo, und während KochBrüllender Jubel, Gelächter und ohrenzerreißendes so daß er wie ein Wild in diesem Bogen gefangen war; äußerste Enden mit ihm in gleicher Linie waren, geffen außerste batten sich in einen Galbkreis, geformt wo eine große Wunde floss finungslosen gebettet, und hielt das Licht an dessen Schläfe, Der Marchese stand am Lager, auf das man den Befeinem Teile der Welt also schlt die Trunkenheit. Sie schlürfen nämlich solche Getränke ungemischt, phur fic, mate indem man es so hinstellt, als wären die Diplomaten unbe teiligter Mächte der Ansicht, Rußland wolle die Amerikaner nasführen und seinen Versprechungen nicht nachkommen. Das wird auf die Yankees nicht allzugroßen Eindruck machen: Sie wissen selbst, daß die Russen Ausflüchte machen werden, wenn sie die Häfen der Mandschurei öffnen sollen. Aber sie wissen auch, daß Rußland bereit sein wird, ihnen allein die Häfen zu öffnen. Und etwas besseres können sie sich ja nicht wünschen, als die Fernhaltung der Handelskonkurrenz der anderen Mächte. Diejenigen britischen Politiker, die diesen Zusammenhang überschauen, verfallen denn auch auf andere Mittel, als die aussichtslose künstliche Erregung eines Zwistes zwischen der Union und Rußland; sie hezen nach wie vor japan gegen Rußland. Deshalb verbreiten sie die Meldung, die Gefahr eines Krieges zwischen Rußland und Japan sei im Wachsen. Es werde klar, daß Rußland zum Kampfe mit Japan bereit wäre, wenn es die Gewißheit hätte, daß keine andere Macht auf Japans Seite treten würde. Es sei fest überzeugt, daß es Japan leicht besiegen würde. Die Japaner werden sich hüten, auf diesen englischen Leim zu kriechen und sich von Rußland bedroht zu glauben. Die britische Liebesmüh' wird also auch in diesem Falle umsonst sein. Zum Dank für die englische Liebe hat Rußland übrigens den Briten einen ärgerlichen Streich gespielt: Bekanntlich hat England beim Kaiser von Korea fategorisch die Oeffnung des koreanischen Hafens Wi- ju verlangt, und der arme Koreafürst wollte schon nachgeben. Da erschien der russische Gesandte in Söul auf dem Plan und legte in einer Audienz beim Kaiser von Korea gegen die Deffnung des Hafens Wi- ju Widerspruch ein. Die Engländer sind also auch hier wieder die Düpierten. König Peters Debüt. König Peter von Serbien hat jetzt einen großen Offiziersschub vorgenommen. U. a. ernannte er den Kommandanten des an der Ermordung des Königs Alexander beteiligten siebenten Regiments zum Kommandanten der Königsgarde. Wie man in außerserbischen Kreisen über das Verfahren des Königs, über die darin sich aussprechende Billigung des Königsmordes denkt, ergibt sich u. a. aus einem Vorkommnis in Bukarest. Dort ließ der serbische Gesandte am Namenstage Peters in einer Kirche ein Tedeum abhalten. Nicht eine rumänische offizielle Persönlichkeit war dazu erschienen, kein Mitglied des diplomatischen Korps, ja nicht einmal Vertreter der serbischen Kolonie: Nur der serbische Gesandte und ein paar Neugierige, die zufällig an der Kirche vorbeikamen, waren zugegen. Aus der mit dem Tedeum beabsichtigten Ehrung des Königs war also ein Schinipf für ihn geworden. je rlagt cenadowitsch, das sta) unter Wartern und ewigen Kreuzungen unzerbrechlich emporarbeitete, wollte ein junger Mann, vielleicht ein Neurasthenifer, vielleicht ein Geisteskranker, wieder zerstören. Und fast wäre es ihm auch gelungen; denn schon hatte er sich ja, der von Gottes Gnaden und dem Willen des Volkes König war, durch eine Reihe von Verbrechen zum unumschränkten Herrn dieses Volkes gemacht. Dieser junge Verbrecher war der fünfte aus dem Geschlecht der Obrenowitsch, war Alexander I. Und wenn die in die Irre geleitete Gegenwart in ihm den tragischen Helden sicht, und das serbische Volk des Mordes beschuldigt, so wird doch die Historie in ihrem Urteil über seine Verbrechen nicht schwanken. Uebrigens werden auch bereits in Serbien selbst Stimmen laut, die etwas mehr Pietät für den ermordeten König vom Volf verlangen. So tritt ein Belgrader Blatt, die„ Narodni Listi", energisch dafür ein, daß aus Anlaß des 40. Tages seit der Ermordung Aleranders ein Seelenamt für ihn abgehalten werde. Im Pariser Gil Blas" wird jetzt öffentlich und unzweideutig gegen König Peter von Serbien die Beschuldigung erhoben: er sei der eigentlche Mörder Alexanders. Der Siz der Verschwörung war in Genf bei dem jeßigen König. Durch seinen jezigen Sekretär Balugdschitsch gab er den Befehl zur Ermordung Alexandes. Die Reser werden sich erinnern, daß wir hierüber bereits vor vierjehn Tagen berichtet haben. Eine neue nationale Gründung. In Berlin ist eine Centralstelle zur Beschaffung von deutschen Feldarbeitern für die Ostmarken und zur Förderung der inneren Kolonisation gegründet worden. Die Centralstelle bezweckt, der Abwanderung nach Amerika Einhalt zu tun, die Institute für innere Kolonisation in ihrer Tätigfeit zu unterſtüßen und für den Zuzug von Landwirten, Feldarbeitern, Handwerkern und Geschäftsleuten nach den preußischen Ostmarken Sorge zu tragen. * Kurze politische Nachrichten. nächst Betroffene, König Milan selb t, in Tanger Beratung dagegen ankämpften und flehentlich, mit aufgehobenen Händen, vor einem solchen ä ßersten und durch nichts gerechtfertigten Schreckmittel politischen Hass 3 warnten, rief endlich der König:„ Unier selchen Umständen bleibe ich nicht eine Minute mehr König von Serbien. Hier meine eigenhändig geschriebene und unterzeichnete Abdan'ung!" Das wirkte. Sollte man das Land einem Dynastiewechsel, vielleicht einem Bürgerkriege preisgeben? Man wagte es nicht und unterschrieb also schweren Herzens Belagerungszustand und Standgericht mit dem Vorsatz, durch eine gewissenhafte eigene Auswahl der Richter die Justiz vor einem Mord zu bewahren. Auch diese Hoffnung trog. Auf seinen geheimen Wegen drang dieses Regiment auch bis an den Richtertisch, und wenn oom Standgericht nur ein einziger, der Attentäter, hingerichtet, alle anderen zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden, so hat Serbien für die Verhütung eines Massenmordes nicht dem König zu danken, denn er war fest entschlossen, alle erschießen zu lassen, sondern einzig und allein einem " Quos ego!" des Kaisers Franz Joseph, der durch seinen Militärbevollmächtigten, den Major Hordliczka, dem König in Belgrad seine erhabene Meinung furz und bündig sagen ließ. Man erinnert sich des ersten Staatsstreiches, den er in der Nacht vom 1. April 1893 durchführte. Noch stand er nicht unter Dragas Führung, aber die Fähigkeit, ihr Schüler zu sein, kündete sich bereits an. Er rief das Heer zu seiner Hilfe, und wenn man es heute einen Prätorianerhausen nennt, so hat er ihm damals den ersten Unterricht im Prätorianertum gegeben; er bereitete seinen greisen Regenten, die dreimal die serbische Krone dem Hause Obrenowitsch erhielten, ein Borgiamahl. Er übernahm eigenmächtig und als Minderjähriger die Regierung, was gegen die Verfassung verstieß. Ich möchte lieber nicht erwähnen, daß er auch die liberale Regierung Awufumowitsch gesetzwidrig auf die Auflagebank brachte und sie dann, aber gesezwidrig, begnadigte. Es war furchtbar, zu hören, welcher Geist schon damals aus ihm sprach; eine wilde Tücke, wie sie vor ihm vielleicht nur noch in den neronischen Gemächern umging. Ein Minister meldete eines Tages, daß der wieder eingesetzte Metropolit Michael Schwierigkeiten mache; der König fragte, ob man den Pfaffen nicht mit einer Tasse Kaffee aus dem Wege räumen könne. Nach dem Staatsstreich kamien die Radikalen beim König in Gunst. Nach neun Monaten und zwei Ministerien sollten sie wieder fortgejagt werden. Wie macht man das kunstgerecht? Nun, wozu lange Wege? Erinnert man sich vielleicht noch der Reise, die der König, umgeben von seinen radikalen Ministern, im Kreis Uzica machte. Alles war ahnungslos. Plötzlich, als man auf die Zlatibor- Höhe_kam und die Wagen schon den Berg_hinanklommen, hielt die königliche Equipage knapp vor einer Stelle, wo die Straße hart an einem Abgrund vorbeizieht, und allgemeine Aufregung!- der König verließ den Wagen und ging weiter zu Fuß... Warum? Was war geschehen? Man fingierte eine Verschwörung der radikalen Minister gegen das Leben des Königs. Im Auftrage des Königs verständigte ein Vertrauter eine dritte Person, daß hier, an dieser Stelle mit Wissen der Minister die Pferde des königlichen Wagens scheu gemacht werden würden, und nachdem diese dritte, ahnungslose Person in heller Angst die Warnung wiedergegeben: konnte dann der König, den man in den Abgrund stürzen wollte, mit den Attentätern weiter zusammenbleiben? Schnell berief er nach einem neuen Staatsstreich ein fortschrittliches Ministerium, das er ebenso schnell wieder verabschiedete. Der Ministerpräsident dieser fortschrittlichen Partei rief dem König bei der Verabschiedung, indem er das Kreuz schlug, zu:„ Gott soll mich davor bewahren, Euerer Majestät noch einmal dienen zu müssen!" Und doch diente man ihm wieder, wenn die Not rief, denn man liebte ihn als den Vertreter der nationalen Dynastie. Ich wurde sein Ministerpräsidentin drei Jahren der neunte! und ich, Vladan Georgiewitsch, der ich der Lebensgrenze nahe bin, bezeuge hier vor Europa, daß König Alexander einen Mörder dang, um seinen Vater Milan zu ermorden. König Alexander von Serbien und seine damalige Maitresse und spätere Frau Draga haben den Mörder Knezewitsch gedungen, um den eigenen Vater des Königs feig und meuchlings zu erschießen. II. Versuchter Vatermord. Die schon erwähnte binnen furzem zu erwartende Nobelle betreffend Erweiterung des Gesetzes über den unlau. teren Wettbewerb wird vor allem die Schwindel. Ausverkäufe befämpfen. * Kaiser Franz Josef betraute den Minister des Aeußern, Grafen Goluchowski, vorläufig mit der Leitung des Reichsfinanzministeriums, sowie mit der Centralleitung Bosniens und der Herzegovina. * Die griechische Kammer hat das Gesetz über den Heeresoberbefehl und das Budget angenommen. Darnach ist fortan der Kronprinz Oberbefehlshaber. Hof und Gesellschaft. *** Die Nordlandsreise des Kaisers ist bisher von besten Wetter begünstigt gewesen. Während die„ Hohen zollern" bei Molde vor Anker lag, wurde sie von Passagierer der Hamburger Dampfer Auguste Viktoria" und" Prinzessir Viktoria Louise" besichtigt. Zahlreiche Amerikaner befanden sich darunter, unter ihnen der frühere amerikanische Botschafter in Rom, der durch seine Teilnahme am Sezessionsfriege bekannte General Draper, den der Kaiser zur Tafel zog. Während derselben unterhielt sich der Kaiser mit dem General, der zu seiner Linken saß, und den geladenen deutschen Herren aufs lebhafteste. Die Sünden Alexanders und Dragas. Anklageschrift eines serbischen Exministers. In der Berliner Wochenschrift„ Die Zukunft" veröffent licht der frühere serbische Ministerpräsident Dr. Albert Vladan Nenadowitsch einen Artikel„ Der letzte Obrenowitsch", in dem er den Belgrader Königsmord aus dessen Vor geschichte zu erklären sucht. Er wendet sich gegen die Auffassung, als sei das serbische Volk und die serbische Armee eine Horde verabscheuungswürdiger Barbaren, und wälzt die ganze Schuld an dem furchtbaren Drama im Konak aus die Schultern Alexanders und seiner Mitschuldigen Draga. Diese seien Verbrecher gewesen, nicht nur am Wohle des Vaterlandes, sondern in des Wortes ureigenster Bedeutung. Sie hätten Gift und Dolch in ihrem Dienste gehabt. Wir lassen aus der in marfigem Tone geschriebenen Anklage gegen das ermordete Königspaar die wuchtigsten Stellen in sinngemäßer, wenn auch loser Verknüpfung folgen. 1. Die Zeit vor Dragas Auftreten. Die ungeheure Schaffenstraft des serbischen Volkes. Bom 1 Von Sa Gut Heil" herzlichfte be fonders zabl treten. Die bon Rebu Extrazug m 134 Uhr m Sadfen ein Und König Milan, wird man fragen, wußte er von alledem? Ja, er erfuhr davon gleich mir, nachdem wir beide ins Eril gegangen und alle Vorgänge von uns aufgedeckt waren. Wir schwiegen, denn wir liebten unser Land; aber heute, da ich das Wort ergriffen habe, um mein Volk gegen ein grausames und ungerechtes Urteil zu verteidigen, heute sage ich und heute schwöre ich: daß König Milan I., der in meinen Armen in Wien starb, knapp vor seinem Tode, also in einer Stunde, wo alle Sterblichen wahr sehen und wahr ſprechen, mir gesagt hat:„ Das letzte Attentat auf mich war das Werk dessen, den ich in meinem Leben allein geliebt habe, es war das Werk meines einzigen Sohnes, für den ich vergessen habe, daß ich König gewesen bin, und dem ich, in Reihe und Glied stehend, zusammen mit dir treu und chrlich gedient habe. Das Attentat des Knezewitsch war von Alexander und seiner Draga vorbereitet." ( Ein Schlußartikel folgt.) Nab und fern. 316 Eine neue Kinderheilstätte. In Hohenlychen( Ucker. mark) fand das Richtfest der neuen Vittorie- Luise- Kinderheil stätte vom Roten Kreuz, verbunden mit der Grundsteinlegung zu dem zugehörigen landwirtschaftlichen Jugendheim Königin Luise- Andenken" statt. Vom Vorstand des Volksheilstätten- Vereins vom Roten Kreuz waren zahlreiche Vertreter anwesend, u. a. Staatsminister v. Thielen, Kultusminister Dr. Studt mit Gemahlinnen, Frau Gräfin v. Pojadowsky, Präsident des Reichsgesundheitsamts Dr. Köhler. Die Kaiserin sandte der Festversammlung aus Cadinen telegraphisch Glückwünsche. Die Vorsitzende, Frau v. Thielen hielt die Festrede. Die Anstalten sollen am Geburtstage der Kaiserin feierlich eingeweiht werden. Die erste densche Walfischfängerstation auf Island ist von Der Seefischereigesellschaft Germania" in Billau eingecichtet worden. Die Fänge dieser Station, die sich im Fasruds- Fjord an der Ostküste Islands befindet, sollen rege!- mäßig nach Pillau gebracht werden, wo der Tran raffiniert, Speck und Fleisch) entfettet und die Knochen zermahlen werden ollen. Das erste Fangresultat war hocherfreulich. In einer siebentägigen Expedition sind acht große Wale gefangen worden. Die politischen Ratgeber des Königs hatten erst nichts arges dabei gedacht, als Alexander sein Verhältnis mit Drago einging. Sie waren feine Sittenrichter. Daß sie seine poli tischen Entschließungen beeinflußte, ahnten sie nicht einmal, als der König plöglich sein achtes Ministerium fortgejagt hatte, unmittelbar nachdem es ihm die Heirat mit der Prinzessin von Montenegro anriet. Doch diese Erbitterung war eben rätselhaft; daß sie das Werk einer rachsüchtigen Mai tresse war, ahnten wir nicht. Wer konnte an Draga Maschin Denfen? Ihr Leib war Gemeingut, ihre Vergangenheit stadtbekannt, von beiden Elternseiten her belastet- denn der Vater starb im Belgrader Irrenhaus, die Mutter war eine Trinkerin; jeder wußte: eine hizige Dirne. Auch Alexander vußte es; der verstorbene Kaufmann Kanara, der verstorbene Bublizist Sima Popowitsd; wußte es; viele Belgrader, die noch heute leben, wissen es aus persönlicher Erfahrung. Sie jatte ihren ersten Mann entehrt und ins Grab gebracht. Königin Natalie nahm Draga in ihren Dienst, um sie zu retten. Doch diese blieb, wer sie war. Die Minister sollten bald einsehen, wie unrecht sie getan hatten, gegenüber der stadtbekann ten Liebschaft Alexanders mit der Maschin, die er abends in Verkleidungen besuchte, die Augen zu schließen. Die ehr geizige Maitresse wollte Königin werden. Eines Tages wurde ein Fühler ausgestreckt. König Milan schöpfte Verdacht, wit terte den Heiratsplan seines Sohnes und erklärte, das ganze serbische Volk und er selbst werde gegen einen so unsäglich beschämenden Wahnwitz Maßregeln ergreifen. Darauf wurde alles wieder still und nie vorher hatte der Sohn sich dem Vater so zärtlich ergeben gezeigt. Da feuerte plötzlich der Mörder Knezewitsch seine Schüsse auf Milan ab.... Und weiß man, was weiter geschah? Die Revolverkugeln trafen nicht gut, Milan wurde nur leicht gestreift und sein Adjutant Major Lukitsch schwer verwundet. Was also tun, um den Verdacht von den Urhebern abzulenfen? Nun: der Mörder mußte über sein Schicksal beruhigt und zu einer falschen Aussage bewogen, die Leute, die ihn geworben, mußten beseitigt, der Verdacht auf die Radikalen abgelenkt und der höchste Schmerz findlicher Liebe vorgegaufelt werden. Und siehe, es gelang. Der Mörder Knezewitsch, der Alberne, der noch auf der Richtstätte lächelte, weil er die Begnadigung und die darauf folgende Belohnung mit Sicherheit erwartete, wurde von dem Peloton rasch getroffen und der Schabazer Präfeft Andjelitsch, der um die Sache wußte, wurde erdrosselt aufgefunden. Noch am Tage des Attentats wurden die Minister zum König befohlen, der von ihnen die Verhaftung und Einterferung sämtlicher radikalen Führer forderte. Der Kommandant der zweiten Kavalleriebrigade, Oberst Alexander Konstantinowitsch, wurde vor allen Ministern wörtlich so an geredet: Wenn ich dir jetzt befehle, die Hochverräter, die aus dieser Liste verzeichnet sind, noch heute Nacht erschießen zu lassen: wirst du den Befehl ausführen?" Der Oberst war prachlos, die Minister vor Schrecken außer sich; um ein fürch terliches Blutbad zu verhüten, willigten sie schnell in die For berung, sie dachten: Aus der Gefangenschaft vielleicht, aus dem Grabe nie. Als dann der Miniiterrat und mit ihm der zuGin Sohn des Regiments. Die luxemburgische Garnison hat einen Sindling adoptiert, der am Eingange seiner Kaserne, in Lumpen gehüllt, gefunden wurde. Der arme ver waiste Seleine hat jest statt eines Vaters deren 150 gefunden, denn das ist die kriegs- und friedensmäßige Stärke der Gar nison von Luxemburg. herrlich gefd ung eine feb Regen ein. Die Fefthalle fämtliche Ba ben von el Turner F. Die Er halle progra reichten ein tiv aus P national m Turnvereins bolizog die Rom überbr fchaft und al bem Prinzre fandt. Die Deutschland, Vom deutschen Turnfest in Nürnberg wird gemeldet, daß der erste Hauptfesttag glänzend verlaufen ist, trotzdem Jupiter Pluvius in den Festzug durch einige kräftige Regendouchen störend eingriff. Am Zuge nahmen über 32 000 Turner mit 1700 Fahnen teil. Die Ausbietungen, die der Gau Nürnberg an prächtigen Kostümgruppen geleistet hatte, riefen allgemeine Bewunderung hervor. Die Stabübungen, die von 8000 Turnern tadellos ausgeführt wurden, das Festspiel und zum Schluß eine effektvolle Illumination werden in allen Zuschauern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. + Ein Zusammenstoß zweier Personendampfer hat auf der Oder bei Stettin stattgefunden. Der von Ausflüglern voll besetzte Dampfer Terra" wurde von dem Tourendampfer Hugo" angerannt und schwer beschädigt. Die Passagiere konnten sich nur mit Mühe auf das Deck retten und der Kapitän das Schiff nur durch Auflaufen auf die Wiesen vor dem Versinken bewahren. Man befürchtet, bei der furchtbaren Banif, die unter den Passagieren herrschte, Verluste an Menschenleben. Nach großen Unterschlagungen flüchtig geworden ist aus Berlin der Buchhalter Hugo Jacobus. Er benutzte seine Vertrauensstellung in dem Bankhause der Gebrüder Schindler, um sich 140 000 Mark anzueignen. Aus Gram über diesen Verlust gab sich der Inhaber des Bankhauses in Hamburg den Tod. Ein gefährlicher Reisebegleiter. Wegen dringenden Verdachts des Raubmordes an dem 76 Jahre alten Arbeiter Schmidt aus Riga wurde der Gürtler Lawraczek in Berlin verhaftet. Schmidt wollte in Anklam Verwandte besuchen und schloß sich unterwegs an Lawraczek an, mit dem er eine Strecke wanderte. Lawraczek soll den alten Mann, der 1200 Mark bei sich trug, bei dem Orte Jwen erschlagen und beraubt haben. Bunte Chronik. Das Hochwasser in Schlesien und Posen bewahrt seinen bedrohlichen Charakter. An vielen Orten stehen weite Ackerflächen unter Wasser und ist die Ernte vernichtet. In Kostow bei Myslowig erstickte der Stellenbesizer Palka, der in einen Brunnen hinabgestiegen war, durch angesammelte Gase. Dasselbe Schicksal teilten sein Sohn und sein Schwiegersohn, die ihn retten wollten. Der In dem Pariser Vorort Maisons- Alfort wurden durch Explosion eines Kessels der Direktor und drei Beamte einer Preßhefefabrif getötet. 300 Arbeiter sind brotlos. Materialschaden beträgt über 1 Million Francs. -In dem amerikanischen Orte Basin( Wyoming) wurde ein Gefängnis gestürmt und zwei weiße Mörder gelyncht. Bei dem Sturm aufs Gefängnis wurde ein Beamter getötet. Der Fe meter und d nahmen 300 land, Schwe filien waren Defterreich, Frankfurt a. Mufittorps Suge. Uebera Blumen über plaz angelom ben Stabübu sich hieran c daß der Fe treises, die f liche Leistung erft gegen 4 dem Gau Fuzbach, G Lauterbach Bum Anmeldunge Worms. Ministeri ein Ausschreib der Amtsfüh Die glieder des Sonntag, der ** Dr. wirtschaft in Gießener Un Fr. Albert, geht. Prof. als Landwir Landwirtscha durch Beruf heitsamt in Landw. phy botanischen ** A Die heifisch bersammlung einer Beamte welche die Seitens bie und allen möglich war Begenseitig tritts bere ruhen und dehnen. D bis 1500 bewegen un mit ärztlich Herr Dberr Juli d. Ja begrüßt we fich verwirk möge. Bre zu beden Fr Beratung en Hängerechtf endlich icht eine nhändig Swirfte. 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Bes sonders zahlreich sind die Sachsen und die Desterreicher vertreten. Die Mittelrheiner trafen in einem mit Guirlanden von Reb- und Eich nlaub und Fahnen reich geschmückten Extrazug mit einer Verspätung von beinahe 2 Stunden um 134 Uhr mittags in Nürnberg in und hielten mit den Sachsen einen gemeinsamen Einzug. Die Feststadt war herrlich geschmückt, die Beteiligung allgemein und die Stimmung eine sehr begeisterte. Samstag abend trat ein leichter Regen ein. Trozdem war die Festhalle zum Erdrücken voll. Die Festhalle besteht in einem Riesenzelt. Abends erglühten sämtliche Bauten auf dem Festplatz im Glanze von tausen den von elektrischen Glühlichtern und den goldenen vier Turner F. Die Eröffnungsfeier ging in der stark überfüllten Festballe programmgemäß vor sich. Damen Nürnbergs überreichten ein fostbares Band für das Bundesbanner. Friedrin aus Puerto Alegre( Brasilien) bat unter bewegtem nationalem Gelöbnis, die mitgebrachte Fahne des dortigen Turnvereins zu weihen. Der Festpräsident Göß Leipzig vollzog die Weihe namens der Turnerschaft. General LuigiRom überbrachte die Glückwünsche der italienischen Turnerschaft und als Geschenk eine Medaille. Kaiser Wilhelm und dem Prinzregenten Luitpold wurden treudeutsche Grüße gesandt. Die Versammlung sang darauf stehend, Deutschland, Deutschland, über Alles". Der Festzug hatte eine Ausdehnung von über 7 Kilometer und der Vorbeimarsch dauerte ca. 4 Stunden. Ez nahmen 30 000 Turner daran teil. Belgien, Holland, Rußland, Schweden, Italien, Spanien, Nordamerika und Grafilien waren gut, von der deutschen Turnerschaft Bayern, Desterreich, die Schwaben, Berlin, Breslau, Stettin, Köln, Frankfurt a. M. besonders stark vertreten. 40 uniformierte Musikkorps und tausende Banner und Abzeichen waren im Buge. Ueberall wurde der Festzug stürmisch begrüßt und mit Blumen überschüttet. Nachdem der Fest zug auf dem Festplaz angekommen, erfolgte die Aufstellung der Turner zu den Stabübungen. Nach allgemeiner Schäßung beteiligten sich hieran ca. 9000 Turner. Bemerkt mag noch werden, daß der Festzug namentlich für die Turner des Mittelrheinkreises, die fast an der Spize marschierten, eine außerordentliche Leistung war. Um halb 11 Uhr wurde angetreten und erst gegen 4 Uhr erreichte die Spiße den Festplatz. Von dem Gau Hessen waren im Festzug die Turnvereine Bußbach, teßen, Grünberg, Kirchhain, Marburg, Lauterbach und Wizlar vertreten. Zum Dreifampf lagen 1800, zum Sechskampf 2000 Anmeldungen vor. Sieger im Dreikampf war ZulegerWorms. * Lokales. Gießen, ben 21. Juli 1903. Das Amtsblatt Großherzoglichen Ministeriums der Justiz vom 8. Juli d. J. enthält ein Ausschreiben an die Großh. Notare, betreffend die Prüfung der Amtsführung der Großh. Notare im Jahre 1902. Die diesjährige Hauptversammlung der Mitglieder des Landesgewerbe- Vereins findet am Sonntag, den 6. September zu Mainz statt. * Dr. Paul Gifevius, der a.-o. Prof. der Landwirtschaft in Königsberg i. Pr., hat einen Ruf an die Seßener Universität erhalten an Stelle von Professor Dr. Fr. Albert, der im Herbst als Ordinarius nach Königsberg geht. Prof. isevius wurde 1858 geboren, wirfte seit 1886 als Landwirtschaftlicher Wanderlehrer und als Lehrer an der Landwirtschaftsschule in Dahme und übernahm 1898 die durch Berufung des Prof. Dr. Röhrig in das Reichsgesundheitsamt in Berlin erledigte a.-o. Professur und Leitung des landw. physiologischen Laboratoriums und des landwirtsch. botanischen Gartens in Königsberg. * Allgemeine hessische Beamten sterbekasse. Die hessischen Finanzbeamten sprachen sich auf ihrer Hauptversammlung am 4. Mai d. Js. einstimmig für die Gründung einer Beamtensterbelasse aus und bestimmten einige Delegierte, welche die Gründung der geplanten Kasse anbahnen sollen. Seitens dieser Herren ist nun eine Denkschrift ausgearbeitet und allen Behörden und Beamtenvereinen soweit es möglich war unterbreitet worden. Die Kasse soll auf Gegenseitigkeit mit festen jährlichen, nach dem Alter des Ein. tritts berechneten Prämien und auf Dividendengenuß beruhen und sich auch auf die Ehefrauen der Beamten ausdehnen. Die Versicherungssummen sollen sich zwischen 100 bis 1500 Mt. für Männer und 100-600 Mt. für Frauen bewegen und zwar bis zu 600 Mt. ohne und über 600 Mt. mit ärztlicher Untersuchung. Alle Mitteilungen 2c. nimmt Herr Oberrechnungsrevisor H. Erb in Darmstadt bis Ende Juli d. Is. entgegen. Die Gründung der Kasse fann nur begrüßt werden und es steht zu hoffen, daß das Unternehmen fich verwirklichen und den Beamten zum Segen gereichen möge. * * Landwirtschaftliche Ausstellung. Das Ausstellungs- Komitee hat nach dem uns zugegangenen Entwurf für die Ausstellung folgendes Festprogramm aufgestellt: 1. Tag: Donnerstag, 10. Sept.: Feierliche Eröffnung der Ausstellung auf dem Ausstellungsplaße. Festessen in der Festhalle. Arbeiten der Preisrichter. Konzert auf dem Festplaze. Abends: Konzert Volksbeluftigung und Tanz. 2. Tag: Freitag, 11. September: Wanderversammlung des Oberhessischen Bienenzuchtvereins im Saale der Germania. Von 8 Uhr an: Arbeiten der Preisrichter. Nachmittags: Ronzert. Abends: Volksbelustigung. 3. Tag: Samstag, 12. Sept.: Preisverteilung mit Vorführung der prämiierten Rinder, Pferde und Ziegen im großen Ring vor der Festhalle. Festessen zu Ehren der Preisrichter in der Festhalle. Nachmittags 4 Uhr: Generalversammlung des Verbandes der Herdbuchgesellschaften für das Vogelsberger Rind im Schüßenhause. Konzert, Voltsbelustigung und Tanz. 4. Tag: Sonntag, 13. Sept.: Vormittags 10 Uhr: Vorführung der prämiierten Rinder, Pferde und Ziegen. Von nachmittags 4 Uhr ab: Konzert, Voltsbeluftigung und Tanz. Nach Eintritt der Dunkelheit: Großes Feuerwerk. Montag, 14 Sept: Pferde- und Zuchtviehmarkt. Dienstag, 15. Sept.: Verlosung auf dem Festplate. * 3tegenzucht. Am 8. August d. Is. wird der erste Gießener Ziegenzucht- Verein auf dem städtischen Biehmarktplatz eine Lofalschau mit Prämiierung veranstalten. Beabsichtigt wird die Gründung eines Kreis- BiegenzuchtVereins. ** Liebe und Licht. Liebe braucht bekanntlich teine Beleuchtung, im Gegenteil, mangelhaftes Licht ist das Fundament für ein glückliches Schäferstündchen. Das hatten sich auch zwei Menschenkinder gesagt, deren Herzen sich gestern im Festestrubel des Schüßenfestes gefunden hatten und sich ein Plätzchen dunkelster Einsamkeit aufgesucht. Das Pläßchen" befand sich zwischen zwei der Dämme, die sich längs der Schteßstände herziehen.- Mit tausend Wonne im Herzen hatte sie" hier seinen" Worten gelauscht, sich in gewährendem Widerstreben den ersten Auß rauben" lassen und in seligster Umarmung standen beide da, d erstrahlten plöglich die Schießstände in feenhafter Beleuchtung und die sanften Strahlen des rot- bengalischen Lichtes übergossen die Gruppe der beiden weltentzückten Menschenfinder. Die schienen einen Augenblick über die Ursache des Lichtermeeres im Zweifel zu sein aber nur einen Augenblick- dann liefen beide," ste" mit einem mächtigen Sage voran, ,, er" auf allen Vieren hinterher, den Damm hinauf, um das süße Geheimnis jenseits im nahen Walde zu verbergen. So unangenehm ist es, wenn ein Lichtstrahl in das Dunkel eines glücklichen Liebesidyls fällt. * Aus dem Kanton der drei Linden gehen uns folgende Zeilen mit der Bitte um Aufnahme zu: Am Brunnen vor dem Tore Da steht ein Lindenbaum Ich träumt in seinem Schatten So manchen süßen Traum u. s. w. Wer kennt nicht dieses alte schöne Volkslied, wer fühlt sich nicht gerade in den Julitagen davon angezogen, wo die Linde in der Blüte stehend, ihren Leib und Seele erquickenden ch so gast Duft ausströmen läßt. In ihrer vornehmen, freundlich einladenden Art, ist die Linde die Zierde eines Dorfes. Der Wanderer, der in der heißen Sonnenglut auf der staubigen Landstraße daher schreitet, schäßt sich glücklich im Schatten ihres Blätterdaches raften zu können. Wenn nun aber an einem abseits von der Verkehrsstraße gelegenen Orte, sich mehrere solcher alten, die Vergangenheit in uns wachrufenden Linden über einer Quelle wölben, aus der silberklares Wasser hervorsprudelt, dann ist ein solcher Ort dazu geschaffen, uns für eine zeitlang aus dem Altagsgetriebe herauszuziehen, da kann man träumen wie es in unserem Liede heißt, träumen mit dem durch die Zweige rauschenden Winde, von vergangenen Beiten, von Liebesleid und Liebeshoffen. An einen solchen Ort lieber Leser, möchte ich dich im Geiste führen. Ungefähr einen Kilometer nördlich von Lüzellinden, bricht sich an der Straße die nach Gießen führt, der aus südöstlicher Richtung kommende Kleebach. Hier, wo er eine scharfe Wendung nach rechts der Straße entlang macht, mündet in denselben aus südwestlicher Richtung tommend, das sog. Lindbächlein. Es nimmt seinen Lauf durch eine hohlförmige Vertiefung, immer im Zickzack, bald um diesen, bald um jenen Weiden. baum springend, stellenweise nimmt man überhaupt sein Bett nicht wahr, hier bildet es Sumpf und Morast. Ob die würdigen Stadtväter von Lüzellinden den Geldsäckel schonen, oder ob sie nicht in den Naturlauf eingreifen wollen, daß sie nicht das Bächlein in andere Bahnen lenken. Wer weiß es? Nach halbstündiger Wanderung sind wir aus der Vertiefung heraus und sehen vor uns einen kleinen Wiesengrund, an dessen Ende die erwähnte Lindengruppe sich in malerischer Schönheit abhebt. Schon von weitem dringt uns der angenehme Blütenduft entgegen. Indem wir näher| kommen, hören wir das melodiische Gesumse, der tausende in dem Blütenmeer nach Honig suchenden Bienen. Bald sind wir in dem weit über seinen Umfang hinaus werfenden Schatten des Blätterdaches angelangt. Zuerst diene eine Gelegenheitskauf. Wegen vorgerückter Saison gebe den Restbestand meines Lagers in Brennabor- Rädern und gebrauchten Rädern zu bedeutend ermäßigten Preisen ab. furze Beschreibung unseres Standortes. Drei Linden, jede einzelne von in ihrer Art formvollendeten Schönheit, greifen mit ihren gewaltigen Westen weit ineinander, kaum einen Sonnenstrahl durch das dichte Gezweige laffend. Einem Baldachin gleich wölben sie sich über einer Quelle, dem Mutterhause unseres Bächleins. Das Wasser dieser Quelle, deren Wände mit Steinplatten eingefaßt sind, ist sehr gut, es galt in früherer Zeit für Gesundheit bringend. Die Quelle selbst ist bei den trockensten Jahren noch nie verſiecht. In Ermangelung einer Ruhebant wollen wir uns nun auf Mutter Erde niederlassen und so den ganzen Zauber dieses Ortes auf uns einwirken lassen. Doch kaum haben wir unseren Vorsatz ausgeführt, als wir auch schon entsetzt in die Höhe springen, denn ganze Karawanen von Ameisen ziehen an uns empor, auf der mit ihnen in Berührung kommenden, von Kleidungsstücken unbedeckten paut einen äßenden Schmerz zurücklassend. Durstig wie wir sind wollen wir uns nun an dem Gesundung bringenden Wasser, frisch vom Steine heraus, laben. Kaum berühren wir aber mit dem eigens dazu abgebrochenen Kornhalme die Oberfläche, als auch schon eine Menge kleiner Wassertierchen von dem schlammigen Boden der Quelle in die Höhe steigt, uns alle Lust an dem Wasser benehmend, nur nicht das Durstgefühl. Unsere vorher noch so weihevolle Stimmung hatte nun einer gereizten mißmutigen Platz gemacht. Unwillkürlich drängt sich uns die Frage auf ist diese Sagen umtränzte Quelle es nicht wert, sie in derartiger Verfassung zu halten, daß man nicht allein das Wasser ansehen, sondern es auch trinken tann, ohne dabei Gefahr zu laufen einen Fremdförper zu verschlucken. Sind die alten, uns an vergangene Zeiten erinnernden Bäume es nicht wert, daß man in ihre Schatten Ruhebänke stellt, auf denen man behaglich. ohne von Ameisen gestört zu werden, sich voll und ganz dem Bauber der Natur hingeben fann, woselbst auch der in der Nähe arbeitende Landmann, geschüßt von den heißen Sonnenstrahlen in behaglicher Ruhe sein Brod verzehren und aus der frischen Quelle seinen Durst stillen kann. Leider müssen wir es sagen, die Landleute wissen vielfach nicht die Reize der Natur zu würdigen, da sie dieselben alltäglich um sich haben. Sonst fönnten sie nicht diese Stätten wie es so oft geschieht, dem Verfall preisgeben. Möchte besonders bei festlichen Anlässen, wie Kaisers Geburtstag und dergleichen, die Linde mehr auf öffentlichen Pläzen angepflanzt werden, besonders in unseren Dörfern, wie Großen, Klein- und Lügellinden, die dieselbe gleichsam als ihr Wappen betrachten F. B. j.- Lügellinden. dürfen. = ** Heuchelheim, 20. Juli. Die Kleinkinderschule, ein Wert des Vereins Kinderfreund", deren Bau im vorigen Jahre begonnen wurde, ist soweit fertig, daß zum Herbst die Schule voraussichtlich fertig und eröffnet werden tann. ** Leihgestern, 21. Juli. Unter dem Namen„ Freie Turnerschaft" hat sich hier ein Turnverein gebildet. Zum Präsident wurde Heinr. Krapf gewählt. Der Verein will sich jeder Partet fern halten. * Lich, 21. Juli. Vorgestern traf der Großherzog und Prinzessin Elisabeth nebst Gefolge hier ein um im Schloß Wohnung zu nehmen. Der Fürst, die städt. Behörden, Geistliche, Lehrer 2c. waren zum Empfang am Bahnhof erschienen. Vereine und die Schuljugend bildeten bis zum Shloß Spalier. Abends brachte die Bürgerschaft dem Großherzog vor dem Schloß ein Ständchen. = Friedberg, 20. Juli. Mit einer Vorfeier am Samstag abend nahmen die Feierlichkeiten aus Anlaß der Enthüllung des Kriegerdenkmals ihren Anfang. Zu der Feier am Sonntag hatte sich eine ungeheure Menschenmenge eingefunden. An dem Festzug nahmen 60 Vereine mit ca. 2000 Mitgliedern teil; darunter auch aus Nidda, Büdingen, Gießen, Offenbach, Mainz, Worms, Frankfurt, Darmstadt u. s. w. Ein solcher Festzug ist wohl nie durch unsere Straßen gezogen und es fanden dann auch die einzelnen Gruppen besonderen Beifall, der in lauten Bravorufen zum Ausdruck kam. 1 = Nieder Gemünden. Montag, den 3. August, von nachmittags 2 Uhr an, wird bet Wirt Södler ein Bahltag der Kreistasse abgehalten. Marktbericht. Gießen, 21. Juli. Auf dem heutigen Wochenmartt tosteten Butter per Bfb. 1.00-1.10 Mr., Enteneter Hühnereier 6-7 Pfg., St. 6-7 Pfa., Käse per St. 5-8 Pfg.. Käsematte 2 St. 5-6 Bfg., Erbsen per Liter 21 Bfg., Linsen per Liter 32 Pfg., Tauben per Paar Mr. 1.00-1.20, Hühner per Stüd Mt. 1.20-220, Hahnen, per Stüd Mt. C.70-1.60, Enten per Stüd 2.00-2.20, Gänse p. Bfd, 54-60 Pfg, Ochsenfleisch per Pfd. 68-78 Bfg., Rindfleisch per Pfd. 60-66 Pfg. Schweinefleisch per Pfo. 66-76 Pig. Schweinefleisch gesalzen per Pfund 0.80 Pfa., Kalbfleisch per Pfd. 68-74 Bfg., Hammelfleisch ver Pfd. 56-74 Pfg., Kartoffeln per 100 kilo 9 50-10.00 mt., Zwiebeln per 3t. Mt. 9.00-10.00, Kirschen per Pfund 30-54 Bfg. Milch ver Liter 18 Vfa. kannten Der heutigen Auflage liegt ein Prospekt des beTheod. Konetky in Säckingen,( Baden) bei. Verantwortlich: für ben politischen und Inseratenteil: Albin klein; für das Lokale, den„ Gerichts." und" Oeffentlichen Sprechsaal": Fr. Oppermann. Druck und Verlag der Gießener Verlagsbruderei( vorm. Wilh. Keller), Gießen. Bekanntmachung. Versteigerung. In der Zeit vom 11. Juli bis 18. Juli 1903 wurden Mittwoch, den 22. Juli 1. J8., in hiesiger Stadt nachmittags 2 Uhr, gefunden: 1 goldene Halskettchen, 1 Uhrkette u. werden im Bieker'schen Saale verAnhängsel, 1 Spazierſtock, 1 Spreng- steigert: wagfeder, 1 Schüßenschnur und 1 Paar weiße Militärhandschuhe. berloren: 1 Brillantnadel, 1 goldenes Armband, 1 goldene Broche, 1 goldene Cylinderuhr, 3 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Weste und 1 Paar Kinderstiefel. Empfangsberechtigten der gefundenen| ihre Ansprüche Fr. Leo Nachf.( C. Herber) e belieben the Rinſpeiliche alsbald bei uns geffend Gießen. - Seltersweg 58. zu machen. Gießen, den 18. Juli 1903. Großh. Polizeiamt Gießen. 1. Möbel aller Arten, 2 Faß Wein, 1 Partie Schuhwaren, 2. 1 Nähmaschine, 1 Bügelofen, 4 Riemenscheiben( neu) Die Versteigerung sub. 2 findet bestimmt statt. Besichtigung jept schon gestattet. Getzler, Gerichtsvollzieher. Gießen. Geld Darlehne sofort an Jeden, jede Höhe coulant. A. Lölhöffel Berlin W. 64., Rüdpto. Emil Horst, Giessen. Zementwaren und Kunststein- Fabrik Baumaterialienhandlung. 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